Nr. 55 Der Siebener Anzeiger -rscheinl lägl'ch, nutzer Sonn- und feiertags. Monatlicheve;ug5preise: Mk 11.50 emschl. Träger« lohn, durch die Post Dlh. 14 - fin|d)L Bestell« gelb, auch bei Nichterschei« nen einzelner ffturnmern infolge höherer Gewalt. 3 e r n | p r e d) • Anschlüsse: fürbieSd)riftIeitung 112: für Druckerei, Verlag und Geichastsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten .'lnzeiger Sirtzen. poftscheatonto: Frankfurt a. M. 11686. Erster Blatt 172. Jahrgang Montag, 6. März 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi-2 zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 mm "Breite örtlich 90 Pf., auswärts 120 Pf., für Reklame» Anzeigen von 70 mit Breite 350Pf. Bei Platz» Vorschrift 200 0 Aufschlag. Hauptschristleiler: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik. Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Karl Walther: für den vnick und Verlag: vrühl'sche Unio.-Vuch- und Steindruckerei 8. fange. Sdjriftkitung, Seschäslsstelle und ©ruderet: Schulstratze?. um mr£‘1n5®?, ® ee£ Friedensvertrags- auMärung. Die Liga zum Schutze der deutschen Kultur läßt gegenwärtig in Berlin eine Friedens- vettragsausftellung laufen zur Aufklärung über die noch immer wenig bekannten Folgen des Friedensdiktates. 'Bei dieser Gelegenheit scheint es uns angebracht, einige Hinweise zu aeben, unter welchen Gesichtspunkten die Aufklärung im AuSlande getrieben werden muh. GS ist doch wohl llar, daß diese Propaganda eine ungeheuere Wichtigkeit hat. Zunächst müssen die arbeitslosen Massen in den Entente- und neutralen Staaten darüber aufgeklärt werden, bah chr Elend dem Wahnsinn von London und BersailleS entspringt. Gute Dienste bei dieser Arbeit wird leisten der Llufruf der englischen Arbeiterpartei gegen den Bersailler Frieden, fr'.e Quelle der Arbeitslosigkeit. Hier ist ein guter Ansatzpunkt, das Interesse der öffentlichen Meinung im Auslande zu wecken, denn überall nimmt die Wirtschaftskrise bedenkliche Formen an. Wenn so das Interesse geweckt ist, gilt es, die Entente moralisch ins Anrecht zu setzen. Hier ist eine wuchtige Waffe der Nachweis, dah der Borfriedensvertrag vom 5. November 1918, der die 14 Wilsonspunkte als Grundlage deS künftigen Friedens versprach, gebrochen wurde. Der englische Volkswirt Keynes fahle seine Empörung darüber in die folgenden Worte zusammen: „Nichts wird die Nachwelt weniger Grund haben zu verzechen; ein Krieg, der angeblich zum Schutze der Heiligkeit völkerrechtlicher Verträge geführt wurde, endigt mit einem offenen Bruch eines der denkbar heiligsten solcher Verträge." 3n dem Altimatum vom 16. Juni 1919, das uns zur Anterschrift des Diktatfriedens durch Drohungen zwang, heiht cs, dah Deutschland sich in einem großen Irrtum befinde, wenn es glaube, dieser Krieg könne wir jeder andere durch ein „Opfer" des Anter- legcnen beendigt werden. Diesmal handele es sich darum, der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen. Nach Ansicht der Verbündeten habe Deutschland das gröhte Verbrechen der Weltgeschichte mit der planmäßigen Entfesselung des Weltkrieges begangen. Dieses Verbrechen müsse Deutschland sühnen. Nicht der Sieg der Entente verpflichte Deutschland zur Wiedergutmachung, sondern der Sieg derGe- rcchngkeit. „Gerechtigkeit ist die einzig mögliche Grundlage für die Abrechnung dieses fürchterlichen Krieges. Gerechtigkeit soll Deutschland werden. Deshalb haben die Verbündeten nachdrücklichst erklärt, Deutschland müsse als grundlegende Bedingung ein Werk der Wiedergutmachung bis zur äußersten Grenze seiner Leistungsfähigkeit unternehmen, ist doch Wiedergutmachung des Anrechtes, das man verursacht hat, das eigentlichste Wesen der Gerechtigkeit." Hier sieht man, welche Bedeutung die Schuldlüge hat. Mit aller Kraft gllt es, den Lügenschleier zu zerreißen. Gelingt dies, dann haben wir im Kampfe um unser gutes Recht noch den Trumpf in der Hand, dah die Entente selbst erklärte, dah nur die Alleinherrschaft "Deutschlands am Kriege uns zur Kriegsentschädigung verpflichte. Herr Poincarä sagte: „Wäre die Verantwortung geteilt, dann müßten auch die Kosten geteilt werden", und Lloyd George erklärte: „Sollen die wiedergut- rnachen, die schuldig sind, oder diejenigen, die unschuldig sind?" ÄuS den Dokumenten, die immer zahlreicher jetzt ans Licht kommen, ergibt sich immer mehr die Anhaltbarkeit der Schuldlüge. Dies sind die hauptsächlichsten Gesichtspunkte. unter denen wir unsere Propaganda treiben müssen, und sie muß getragen werden von dem Willen der Gesamtheit unseres Volkes, der Wahrheit zum Siege zu verhelfen. Die Krisis in England. London, 6. März. (WTB.) Die Ausführungen der Sonntagsprefse lassen auf ein zeitweiliges Nachlassen der innerpolitischen Krise schlichen. Der „Obscrver" sagt, nachdem Chamberlain am Freitagabend dem Premierminister die Loyalität der Konservativen aus- gcdrückt habe, sei die Krise diese Woche vvrüber- ficgangcrt. Der Weg sei jetzt frei bis z u r n ä ch- st e n Krise, die kommen müsse. Es würde aber viel besser sein, diese noch um einen Monat zu verschieben und vorher die Neuwahlen vorzunehmen. Der britische Staatsmann, der die Politik von Genua cinleitete, müsse in der Lage sein, diese fortzusehen. Niemand sei für dieses Werl so geeignet wie Lloyd George. Wer zuerst müßten er und Europa wissen, ob G'-o^-Britan- nien wirklich ßint:r ihm stehe. Wenn Lloyd George als allseitig gebilligter Vertreter E g.cmds nach Auflösung des Parlaments nach Genua gehen könnte, würd» sein Einfluß im Auslande ungeheuer gestärkt werden. G a r v i n schreibt noch im „Obscrver", die Autorität des Premierministers müsse wiederh-ergestellt werden. Bisher sei keine Lösung erzielt worden. Die Neben Cham- beclaiens und Worthington Evans am letzten Freitag bedeuteten nicht die Wiederherstellung der Autorität des Premierministers. ES müsse abgewartet werden, ob Balfour am nächsten Dienstag die ßage bessern könne. Lloyd George könne sein Amt als Premierminster nur unter Der Bedingung weiterführen, dah Sir George Pounger zurücklrete Es werde ledoch versichert, Daß der Rücktritt "Bolingers nicht in Frage komme. Paris, 5. März. (WTB.) Der Londoner Berichterstatter der „Chicago Tribüne" meldet seinem Blatte unter Vorbehalt, daß die englische Krise ihr Ende gefunden habe. Lloyd George habe sich ent sch lo sen, seine Rücktrittsdrohung zurückzunehmen und im Amte zu verbleiben, bis die augenblicklichen großen Aufgaben durchgesührt seien. Dieser Entschluß solle in ein oder zwei Tagen veröffentlicht werden. London. 4. März. (WTB.) Winston Churchill sagte in einer Rede in Loughboroughs, es werde sicher in der nächsten Feit eine politische Schlacht geschlagen. Die Frage sei. ob sie auf unserer Seite von einer nach den Plänen geschickter Führer organisierten Amee oder ohne einen wirtlichen Plan, ohne Organisation oder Einheitlichkeit im Kommando von Generälen geschlagen werde, die damit beschäftigt seien, bewährte Führer zu unterdrücken. Die Schlacht werde gegen die wachsende Gefahr des K o m m u n i s m u s gekämpft werden müssen,aber der Sieg sei sicher, wenn man geeinigt bleibe. Wenn man sich spalte, würde man einer Partei Platz schaffen, deren Politik dem Zusammenhang des britischen Reiches schädlich sei. Churchill sprach die Erwartung aus, daß aus Der Koalition eine starke geeinigte und DaucrnDc n a t i o n a l e P a r- tei entstehe, die liberal-fortschrittlich sei in friedlicher Politik im Inland und Ausland und entschlossen sei, die Aeberlieferungen des geeinigten Reiches ausrechtzuerhalten. lieber die auswärtige Politik sagte Churchill: „ilnfer Einfluß war niemals großer, well wir stetig eine Politik der Festigkeit und des Friedens befolgen, weil wir uns bemühen, die Gefühle der Rache gegen den geschlagenen Feind zu mildern und soweit als möglich das Wiederaufleben der Wirtschaft in Mitteleuropa, von dem das Gedeihen Großbritanniens so sehr abhängt, sicherzu stellen. Paris, 5.März. (WTB.) Der „Temps" schreibt zu einer Bemerkung des Observer", daß Frankreich nicht darauf rechnen könne, daß der französisch-englische Schutzvertrag abgeschlossen werde, wenn Lloyd George zurücktrete, eine derartige Meinung sei sogar in Paris ausgedrückt worden. (Gemeint ist eine Aeußerung des „Petit Parisien".) Der „Ternps" will aber seinerseits die Frage des Paktes nicht mit einem Minister oder Ministerium verbinden. Er weigert sich grundsätzlich. Da er Der Ansicht ist, daß der Schuhvertrag eine illusorische Garantie wäre, wenn er nur ein gewöhnliches Werl geschickter Männer sei, anstatt den kollektiven Willen eines Landes auszudrücken. Entweder die große Mehrheit Des britischen Volkes wolle den Pakt, wie das französische Volk, Dann werde jede britische Negierung ihn unterzeichnen oder aber das britische Volk in feiner großen Mehrheit bleibt indifferent oder feindlich, dann werde auch lein Personenwechsel es dahin bringen, daß er mit Aeberlegung angenommen werde. Der „Ternps" erinnert Daran, daß man Frankreich im Jahre 1919 und im Jahre 1922 diesen Schutzvertrag zuletzt unter der Bedingung, Daß Frankreich die Politik von Genua annehme, angeboten habe. Hetzt würde inan aber dieselbe Warenoch- mals an bieten, und diesmal verlange man, Daß Die französische Regierung den Wahlerfolg des Ministeriums erleichtere. Nein, so sagt Das Blatt, Der Schutzvertrag kann keine Ware fein, die man sich Dreimal bezahlen läßt, ehe man sie liefert. Chamberlain über das nen gefestigte Bündnis zwischen England und Frankreich. LonDon, 4. März. (Wolff.) Chamberlain besprach in seiner Oxforder Rede auch Die Außenpolitik. Er sagte. England habe eine klarumschriebene Politik, die darin bestehe, seine Freundschaft mit den bisherigen Verbündeten zu erhalten und zu festigen und im besonderen Europa Sicherheit und eine neue Friedensgewähr zu geben durch ein Bündnis mit Frankreich und Belgien zur Verteidigung der gemeinsamen Interessen gegen unverschuldete Angriffe. Chamberlain fuhr fort: Wir legen Wert auf dieses Bündnis und empfehlen es nicht nur, weil cs an sich Das Richtige ist, sondern weil es unserer Ansicht nach diesen ßänbern die Sicherheit gibt, welche gerade die Grundlage für eine gemäßigte und vernünftige Behandlung unserer geschlagenen Feinde ist, und die zur Rehabilitierung Europas auf Wiederherstellung der europäischen Wohlfahrt notwendig ist. In allen diesen Fragen werden die nationalen Liberalen Schulter an Schulter mit uns kämpfen. In allen diesen Fragen fordert die Arbeiterpartei unsere Politik heraus. Wenn ©roßbritannicn zögert oder strauchelt, wenn zur Angewißheit über die Politik anderer Regierungen noch Die Ansicherheit über die Politik Der britischen Regierung kommt, wenn die Regierung Großbritanniens der Gnade einzelner Gruppen preisgegeben ist. Dann verlieren wir unsere Stellung, und mit unterem Ruin geht auch Europa zugrunde. Die Ministerkonferenz in Paris. Paris, 5. März. (WTB.) Dach einer HavaSmeldung aus Rom ist der italienische Schatzminister Peano heute abend nach Paris abgereist, um an der Konferenz der alliierten Finanzminister tellzuneymen. Er wird von zwei höheren Beamten seines Ministeriums begleitet. Paris, 5. März. (WB.- Wie die Havas- Agentur mitteilt, hat Der italienische M t - nister für auswärtige Angelegenheiten, Schanzer. seinen französtschen und englischen Kollegen ersucht, Die Beratung über das Orientproblem bis zum 21. März auf- zuschieben. Vorher fei es nicht möglich, Italien zu verlassen, da das Ministerium Facta sich erst am 16. März Dem Parlament vorstelle. Die Vorbereitung der Konferenz von Genua. Paris, 4. März. (WB.) Die Abendblätter bestätigen. Daß Die alliierten Sachverständigen, Denen Die Vorbereitungen des technischen Programms der Konferenz von Genua obliegt, erst am 13, März in London 3u jammen* treten. Sie teilen gleichzeitig mit, Daß Die Zusammenkunft Der beiden Finanzminister Sir Robert Home und de Lasteyric In Paris end- giltig auf Den 8. März festgesetzt ist. Für die Konferenz Der Außenminister von Frankreich and Italien, Die sich speziell mit Der Orientfrage beschäftigen soll, ist ein Zeitpunkt gegen Den 13. März inö Auge gefaßt. Paris, 6. März. (WTB.) Der Londoner Korrespondent Der „Chicago Tribüne" behauptet, in englischen amtlichen Kreisen werde erklärt, daß der italienische Außenminister Schanz er England und ".Frankreich bereits inoffiziell notifiziert habe, daß die Abhaltung der Konferenz in der Karwoche unerwünscht sei. Es sei deshalb mehr als wahrscheinlich, Daß Die Konferenz bis frühestens 18. "April verschoben werde. Der Pazifie-Vertrag. Washington, 5. März. (WTB.) Präsident Harding und (Senator Lvdge berieten über die Ratifikation des Pazific - Vertrages. Cs verlautet, daß der Präsident dem Vorschläge LvdgeS zustimmte, daß die Prüfung des Vier-Mächte-Llbkommens am ORontag im Senat beginnen soll. Der Präsident erklärte, daß der pazifische Vertrag vor dem Flottenvertrag und den übrigen noch unerledigten Verträgen ratifiziert werden müsse, da die Vereinigten Staaten sonst nicht in der Lage sein würden, ihr Flottenbauprogramm aufzugeben. Minute. Fiume, 4. März. (Wolff.) Agenzia Sie- feni: In Der gestrigen Kundgebung hat Der Fiumer nationale Verteidig ungsaue- schuß D.c provisorische Regierung Zanellas für endgültig abgefeßt erklärt. Die verfassunggebende Versammlung übernimmt bis auf weiteres Die ihr com Hyupt Der Fiumer Regierung offiziell übertragenen Vollmachten. Der VerteiDigungsausschuß legt Die Sorge für Dt: Aufrechterhaltung Der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in Die Hände Der (Sarabinteri unD Der italienischen Truppen und fordert Italien auf, die Verwaltung Des Fiumer Stadtgebietes m Der Person seines gesetzmäßigen Vertreters zu übernehmen, Der allein Ordnung und Ruhe toicDer Herstellen könne. Die aus bewaffneten Bürgern gebildete Na- tionalgarDc hat Die Ordnung ohne Zwischcn- fälle wiederher gestellt. Von morgen ab wird der ganze öffentliche Dienst wieder tn gewohnter Weife funktionieren. Graz, 4. März. (WTB.> Die „Tagespost" meldet aus Fiume: Der Präsident Der Fiumcner Republik, Zanella, hat gestern nach Der Kapitulation in Anwesenheit Des Sekretärs für innere Angelegenheiten und dreier Mitglieder Der revolutionären Regierung ehre Abdankungs- erllärung unterzeichnet, worin er sich u. a. auch verpflichtet, aus Dem politischen Leben Fiumes vollständig auszu scheiden. Um 9 Uhr verließ Zanella Fiume und reist in Begleitung von italienischer Carabinieri über Abazzzia in unbekannter Richtung weiter. Die Regierung wurde vom Komitee für nationale Verteidigung übernommen. Attiliv Prodam steht an dessen Spitze. Abends herrschte in der Stadt wieder vollständige Ruhe. Die Anhänger des gewesenen Präsidenten Zanella hatten in Den gestrigen Kämpfen 3 Tote, 7 Schwer- und 1 Leichtverwun- beten die Fascisten 1 Toten und 7 Verwundete, Die Carabinieri 1 Toten und mehrere Leichtverwundete. Gegen die Entrechtung der Deutschen in der Tschechoslowakei. Berlin, 6. März. Etwa 20 Vereinigung e n der Deutschen Dolkspartei, der Deutschnationalen und der Deutsch-Demokratischen Partei protestierten gestern in einer Versammlung gegen Die Entrechtung Der Deutschen in Der Tschecho-Slowakei. Namens Der Deutsch-Oesterreichei- gab Bundesrat Bier- bäum (Wien) von Der Großdeutschrn Partei Erklärungen ab. Nachdem noch Vertreter der reichs- deutschen Parteien gesprochen hatten, wurde eine Entschließung angenommen, in Der Die Achtung des Selbstbestimmungsrechtcs der Deutschen in Der Tschecho-Slowakei gefordert und ihren Bestrebungen vollste Anteilnahme der Berliner Bevölkerung au sged rückt wird. Die türkischen Forderungen. Konstantinopel, 6. März. (WTB.^ Der türkische Minister des Aeußeren ist nach London abgerefft, um dort die türkischen For- derungen zu unterbreiten. Die spanisch-französischen Zollvcrhandlungen. Paris, 5. März. (WTB.) Der Madrider Korrespondent des „Ternps" berichtet, „3mbcxial" und „Libertad" kündigten Den möglichen Abbruch Der französisch-spanischen Zollver- handlungen an. Sie machten Frankreich den Vorwurf Der Intransigenz. Das Blatt A. B. C. setzte Den französischen Standpunkt im einzelnen auseinander, spreche aber auch von Der Vköglichkeit eines Bruches. Von allen Seiten wiederhole man, Daß die Verhandlungen tatsächlich unterbrochen seien und Daß man Daran zweifle, eine mögliche Grundlinie für ein vorteilhaftes Mkommen zu finden. Die Teuerung. B e r I i n, 5. März. (Wolff.) Die Teuerung nahm im Februar start zu. Tic Retchsindex- Ziffer für Die Lebenshaltungskosten, die vorn Statistischen Reichsamt auf Grund Der Erhebungen über Die Kosten für Ernährung, Heizung. Beleuchtung und Wohnung berechnet wird, i|t vom Januar dis zum Februar von 1640 aut 1989, also um 349 Punkte oder 2 1.3 Prozent gestiegen. Verglichen mit Dem Stand v 0 r einem Jahre (1921) bedeutet dies eine Der teueuung Der erwähnten vier Lebensbedürfnisse am 12.8 v. H. Die Kosten Der Lebens - Haltung haben sichalso seitdem wem mehr als verdoppelt. Zur Verteuerung im Februar trugen hoi allem Die Ernährungsausgaben, Deren Index- Ziffer von 2219 im Januar um 23 v. H. auf 2727 gestiegen ist. Außer Schellfischen, Deren Preise sich teilweise etwas ermäßigen konnten, tour Den alle Lebensrnittel viel teurer. Be sonders stark zogen Die Preise für Kartoffeln und Gemüse an, Da Die lange Kälteperiode und die zu Beginn des Monats ungünstigen Verkehrs Verhältnisse Die Teuerung für Dic^c Lebensmittel sehr verschärften. Inzwischen sind diese Preise, efcenfo wie Die für Eier etwas zurückgegangen. Die um Mitte des Monats cingetretene Brot Preiserhöhung kommt in Den Indexziffern für Februar erst zur Hälfte zum Ausdruck. Auch die Ausgaben für Heizung, Beleuchtung und Wohnungsmiete steigerten sich weiter. Die Aus- wärtsdewegung Der Preise war, wie im Vormonat, innerhalb Des Reichs nicht einheitlich. Aus dem Reiche. 1 Eine Gedenkfeier für die Gefallenen. Berlin. 5. März. (Wolff.) Im großen Sitzungssaalc das Reichstages, dessen Hintergrund einfachen, aber würdigen Traucrschmuck trug, veranstaltete mittags Der Volksbund für Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Gedenkfeier für unsere im Weltkriege Gefallenen. Den Mittelpunkt der stark besuchten, ppn einer großen und einheitlichen Stimmung getragenen, Dabei künstlerisch überaus hochstehenden Feim-, bildete eine ergreifende Ansprache des Reichstagspräsidenten L 0 e b e. Das Amsatzsteuergesetz. Berlin. 4. März. (WTB.) 3m Steuer ausschuß des Reichstages wurde ein deutschnationaler Antrag, der das 11 in - satzsteuergesetz erst am 1. April in Kraft treten lassen wollte, mit 14 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Das Gesetz tritt, wie eS in der ersten Lesung vorgesehen war, rückwirkend vom 1. Januar 1922 in Kraft. Frauen als Schöffen und Geschworene? Berlin, 4. März. (WTB.) Der Rechtsausschuß deS Reichstages nahm in erster Lesung einen Gesetzentwurf über die Heranziehung der Frauen zum Schöffen- und Geschworenenamt an. Der besonderen Eigenart der Frau trägt der Entwurf dadurch Rechnung, daß er den Frauen die Möglichkeit gibt, die Berufung zu dem Amte des Schöffen oder Geschworenen abzu lehnen. Preiserhöhung der 3eitiince* Berlin, 6. März. Die Berliner Morgenzeitungen kosten von jetzt tra im Straßenhandel eine Mark. Luther-Erinnerungsfeier in Wittenberg. Wittenberg, 5. März. (WTB.) Anter stärkster Beteiligung der evangelischen Kirchen des 3n- und Auslandes, der kirchlichen Verbände, der theologischen Fakultäten, der Kirchen- und Stadtgemernden begann am Samstag die Luther-Erinnerungsfeier in Wittenberg. Die erste Anregung zur Dier- hundertjahrfeier der Rückkehr Luthers von der Wartburg mit der fettigen Uebersetzung der Neuen Testamente und seines Kampfes gegen die Schwarmgeister ging von dem Führer der schwedischen Kirche D. von Söderblom aus. Gestern abend fand eine Begrüßungsfeier in der Schlvßkirche statt, die die Grabstätten Luthers und Melanchthvns umschließt. Von den auswättigen Gasten sprachen dabei Erzbischof -Daniel von Söderblom-älpsala, der Dane D. Jörgen sen-Kopenhagen, der finnische Bischof «SummeruS, der ungarische Bischof D. Raffel, Pastor Julius Junger aus der Ukraine und Pastor Wehr! von der deutsch-evangelischen Kirche Nordamerikas. Bei der Parallelver- sammlung im Bvlksgarten sprachen Vertreter der norwegischen, estnischen, österreichischen, holländischen und lutherischen Kirchen Nordamerikas. 2ln diese Begrüßungsfeiern schlossen sich heute ein Festzug und ein Festgottesdienst in der geschmückten Stadtkirche (Luthers Predigtkirche im Jahre 1922). Die Staatsbehörde war durch den preußischen Kultusminister Dr. Dölitz vertreten. Bischof D. Gum- meins aus Bvrga in Finnland hielt die Festrede. Bauerscher Gesangverein Metzen Konzert am Sonntag, 5. März 1922. Denn in der Kunst sich die Kraft der Begeisterung gestalten kann, so geschah es in den Darbietungen dieser trefflichen Sängerschar. Aber Kunst ist auch Sprache der Sehnsucht, Stimme der Hoffnung. Wir hoffen auf den großen deutschen Meister, der auch der Chorkomposition mächtige neue Impulse geben, sie mit der Fülle wirklich befruchtender, in der Erde d. h. im Volkslied wurzelnder Erfindung überschütten möge. Der CQIännergefanq ist in der Thorkomposition der neueren Zeit ein besonders lockendes Feld gewesen, z. T. weil er aus geselligen Gründen gepflegt wird, mehr noch aber vielleicht, weil er ein Problem in sich schließt, das Problem des geringen Tonumfanges (von knapp 3 Oktaven), welcher dem Komponisten beengende Fesseln anlegt. Die Erschöpfung der natürlichen Möglichkeiten führte zur stereotypen Wiederholung einmal gefundener und erprobter Formeln. Der Schweizer Friedrich Hegar, welcher die Gefahren und Geschmacklosigkeiten des Liedertafelstils mit wirklichem, dauernd wachsendem Erfolg bekämpft hat, ist der Führer der gegenwärtigen Richtung und hat auf dem Gebiet des Kunstliedes außerordentliches geschaffen, das ganz besonders durch die Kühnheit der Konstruktionen imponiert. Wir erinnern uns, daß. von dem Verein in früheren Zähren „Die beiden Särge" von Hegar ausgezeichnet zu Gehör gebracht wri'de. Auch diesmal gruvpierte sich die Vortragsfolge um eine Schöpfung dieses realistisch- illustrierendon. tonangebenden Stils: „Sturmerwachen" von M. eRumann. Mit wahrhaft kongenialer Einfühlung ist der Komponist der bildkräftigen und fast dramatisch stürmenden Schilderung der jüngst verstorbenen Marburger Dichterin Anna Ritter nachgegangen und hat allerdings mit mancherlei Willkürlichkeiten der Stimmführung und hart bis an die Grenze des Möglichen gesteigerten Anforderungen an die Aus- führenden ein fast suggestiv wirkendes Tongemälde geschaffen. Als ein recht anspruchsvoller Chor er- wies sich auch „Das Heldengrab" von H. Ferreau. wenn er auch entfernt nicht mit der Fülle des Aus dem besetzten Gebiet. Koblenz, 5. März. (WTB.) Die tnter- alliierte Rheinlandkvmmission hat die von 'Seneral Liman von Sanders beabsichtigte BortragSreise ins besetzte Gebiet 'mit der Begründung verboten, daß diese Vorträge geeignet seien, in der Bevölkerung einen Geist hervorzurufen, der die öffentliche Ordnung und die Sicherheit der Besatzungstruppen beeinträchtigen könnte. Das von der interalliierten Kommission erlassene Verbot gegen das „Darmstädter Tageblatt" wird damit begründet, daß die Zeitung einen Artikel brachte, die der Würde der Besahungstruppen Abbruch getan haben. Paris, 4. März. (WTB.) Rach einner HavaSmeldung aus Koblenz Hai die interalliierte Oberkommission in den Rheinlanden gegen die Einstellung von sieben Zollbeamten und zwei Lehrern, die aus dem rechtsrheinischen Gebiete stammen, ihr Det o Ä'egt. Beide Lehrer, Namens Lahn und Fedke, angeblich keine genügende Sicherheit dafür geboten, daß sie die rheinische Jugend in dem gewünschten Geiste unterrichten In Der Meldung wird behauptet, daß die Bevölterung des Ortes Klein-Billesheim gegen die Anstellung des Lehrers Fedke protestiert hätte. Chemisches Untersuchungsamt für die Provinz Qberhessen. Aus dem für das Jahr 1921 herausgegebenen Tätigkeitsberichte ist zu entnehmen, daß eine weitere Steigerung des Dienstbetriebes eingetreten ist. Dieamlliche Kontrolle derRahrungs- und Genußmittel und Gebrauchsgegenstände, vor allem die Milchkon- trolle, wurde in den Kreisen Gießen, Friedberg, Büdingen sehr viel schärfer ausgeübt, was den Erfolg hatte, daß die Milchfälschungen in diesen Kreisen erheblich zurückgegangen sind. Bedauerlicherweise konnte in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten eine regelmäßige Kontrolle gar nicht oder nur in geringem Maße ausgeübt werden, da diese Kreise für diesen Zweck keine ausreichenden Geldmittel aur Verfügung gestellt hatten. Die Zahl der im Berichtsjahre aus- geführten UnterstiLdangen betrug 25(7, außerdem wurden für Mollereien der Provinz Oberhessen 1084 Milchfettbeslimmungen nach Gerber aas- geführt. • Die Untersuchungen verteilen sich auf sol- genbe Gruppen: a) auf RahrungL- and Genaß- Littel 2277 Proben mit 434 Beanstandungen, t£) auf Gebrauchsgegenstände 15 Proben mit f Beanstandung, c) auf hygienische, physiologisch- chemische und gerichtliche Untersuchungen 64 Proben und d) auf technische Untersuchungen 221 Proben und keine Beanstandung. Größere Gutachten wurden 135 erstattet. Dem Milchverkehr wurde wieder ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Es wurden 1548 Vollmilch-, 15 Magermilch-, 5 Buttermllch- und 1 Trockenmilchprobe untersucht. Von den Vollmilchproben unterlagen 350 einer Beanstandung und zwar: a) wegen Wasserzusahes 125 Proben, b) wegen Fettentzuges 157, c) wegen Wasserzusatzes bei gleichzeitigem Fcktentzuge 3, d) wegen anormaler Beschaffenheit 65. Die Wasserzusätze waren vielfach sehr hoch, in einem Falle betrug der Wasserzusah über 100%. Am häufigsten war wieder der Fellentzug oder das Vermischen von Magermllch mit Vollmilch feststellbar. Der hohe Butterprels reizte immer wieder gewissenlose Elemente, der Mllch ein Teil spiethause (Bahnhofstraße) wissenschaftliche Film-1 Vorführungen. Das Gewerkschastskartell hat Ein-1 tritts karten zu ermäßigtem Preis erhalten. Diese ’ Karten gelangen im Gewertschaftshause zum Verkauf und müssen mindestens 2 Stunden vor Beginn der Vorführung gelöst werden. Die Vorführungen werden durch den Vortrag eines hiesigen namhaften Facharztes erläutert. — Von dem Verei n der Deutsche n i Demokratischen Partei wird uns ge-1 schrieben: Die für den 3. Februar angezeigte, in letzter Stunde wegen des Streiks abgesagte öffentliche Versammlung, in der Reichstags abgeordneter K o r e l l über „Die Regierung Wirth-। Rathenau und die Lage im Reich" sprechen sollte,, findet am Dienstag, den 7. März, im Hotels Großherzog statt. | Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig, meist trocken, mild, nachts kühler, südwestliche Winde. Das atlantische Tief ist ostwärts abgezogen. Da die Zugstrahen der Depressionen nunmehr weiter nördlich verlaufen, werden wir nur UN», wesentlich von ihnen beeinflußt Das Wetter bleibt wolkig, doch meist trocken. D e r Anlauf von Gold für bas Reich durch die Reichsbank und Post^ erfolgt in der Woche vom 6.—12. März ds Zs. zum Preise von 850 Mark für ein Zwanzigmarkstück, 425 Mark für ein Zehnmarkstück. Für die ausländischen Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. ** Aenderungen im Orts- klassenverzeichnis. Nach Dlattcrmel- dungen ist in parlamentarischen Kreisen bereits das kürzlich abgeänderte Ortsttaffenver.- zeichnis bekannt. Wie berichtet wird, sollen in der Provinz Oberhessen folgende Orte höher gestuft worden sein, wobei allerdings eine amtliche Bestätigung abzuwarten bleibt: Von Klasse C nach B: Butzbach, von Klasse D nach C: Bad Salzhausen, Nidda,Griedel. "UeberdenDerkehr mitKraft-l f a h r z e u g e n in der Stadt Gießen besagt eine Polizeiverordnung, daß die Mäusburg und die Marktstraße mit Kraftfahrzeugen ! nicht befahren werden dürfen, und daß der Durchgangsverkehr mit solchen Fahrzeugen in den innerhalb der Anlagen gelegenen Stadtteilen verboten ist. ** Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie. Die Lose zur 4 Klasse müssen unter Vorlegung des Vorklafsenloses bis zum 8. Marz eingelöst werden. Landkreis Gießen. tt. Treis a. L., 5. März. Bei der D e r =• Pachtung der hiesigen Pfarrwiefen von insgesamt 12 Morgen wurden nahezu 10 000 Mark jährliche Pacht erlöst, also beinahe 900 Mk. für den Morgen. Die Pächter sind wieder wie bei der kürzlich erfolgten Verpachtung der Pfarräcker mit mir wenigen Ausnahmen Arbeiter Kreis Büdingen. 4- Bingenheim, 5. März. Diese Woche kamen die beiden bei der Firma Rincker in Sinn gegossenen Bronzeglvcken auf dem Dahn- Hofe Gettenau-Bingenheim an und wurden durch einen Festzug abgeholt und .aufmontiert. Beim Probeläuten stürzte die alte Glocke ab und wurde vollständig zerschmettert: zum Glück brach jedoch die Decke nicht. Da die Glockenteile zum Umguß einer neuen Glocke versandt worden! sind, muß die Einweihung, die für heute vor-1 gesehen war, verschoben werden Die • neuen Glocken haben das ansehnliche Gewicht von 32 Zentner, der Anschaffungspreis beträgt 100 000 Mk. )( Ortenberg, 5. März. Ein be- > bäuerlicher An f a l l ereignete sich im i hiesigen Ohmtalbasaltwerk. Durch vorzeitiges i Losaehen eines gesetzten Reinigungsschusses wurde der allseits beliebte Bruchmeister Aug. i Fahrenbruch schwer im Gesicht verletzt und । ihm zwei Finger der reckten Hand abgerissen. Der Arzt ordnete die sofortige Aebcrführung des Verletzten in die Klinik nach Gießen an. Erst vor kurzem war der langjährige Bohr- und Schießmeister des Werkes im Spitak in Büdingen einer schweren Erkrankung erlegen. Kreis Lauterbach. Zj. Lauterbach, 5. März. Eine Versammlung der B ü r_g e r ni c i ft e r des Kreises fand unter dem Vorsitze des Kreisrats von Werner statt. Es wurde über die Holz- Versorgung der Krcisinsassen beraten. ES wurde beschlossen, an alle Minderbemittelte im Kreise das Brennholz zum Tarifpreise, 110 All., abzugeben. Außerdem soll in jeder Gemeinde so viel Holz gefällt werden, daß mindestens vier Raummeter auf die Familie kommen. Nach den Ausführnngen des Riedeselschen Forstrats Zentgraf, der erklärt, es sei genügend Holz vorhanden, soll jede Gemeinde für sich Versteigerung abhalten, jeder Bürger darf aber nicht mehr als seinen wirklichen Bedarf steigern. Was übrig bleibe, könne dann an die Meistbietenden versteigert werden. Forstrat Zentgraf und der Vorsitzende machen wiederholt daraus aufmerksam, daß nur die Steigerer durch unerhörtes Bieten die Preise zu solcher Höhe gebracht hatten. A Schlitz, 5. März. 3m abgelaufenen Jahre wurden vier Familienhäuser von der Heimstättengefellschast erbaut Da auch dieses Jahr wieder Neubauten geplant sind, io beschloß der Stadtvorstand, der Gesellschaft bei "iwaigem Antrag abermals Zuschüsse zu bewilligen. — Die Stadt liefert noch billige Elektrizität, der Strompreis für Licht betragt 4,20 Mark, für Kraft 2,50 Mark für die Kilowattstunde. z? Schlitz, 5. März. Die Anlage der K r i e g e r g e d ä ch t n i s st ä t t e aus unserem Bergfriedhofe geht nun ihrer Vollendung entgegen Die Namen der Gefallenen sind bereits an den Emporen bei alten Totenkirche von Kirchenmaler Veite (Nieder-Ramstadt) angebracht worden. Am Totensonntage des vergangenen Jahres tonnte die Totenkirche durch eine schlichte Feier bereits geweiht werden. Dieser Tage, nun wurde mit der Aufstellung des Denkmals begonnen, das als Obelisk gedacht ist. 3n den Grundstein des Kriegerdenkmals wurde eine Urkunde eingemauert, die in schlichten Worten die Bau- geschichte enthält. Die Urkunde schließt mit folgen* * den Worten: „Es sind schwere Zeiten, in denen mir und die ganze Weltwirtschaft nach dem Kriege stehen. Der Zentner Korn kostet 400 Mk., der Zentner Weizen 600 Mk., der Zentner Kartoffeln 150 Mk., der Laib Brot 12.50 Mk., das Pfund Ochsensleisch 22 Mk. Unser Papiergeld, von dem wir einige Proben beilegen, da wir kein Gold und Silber mehr haben, hat nur noch ein Zehntel bis ein Dreißigstel Kaufkraft. Der Dollar gilt 224 Mk. Aber wir verzagen dennoch nicht. Der alte Gott lebt noch, und auch aus diesem Zusammenbruch wird es mit seiner Hilfe einen Ausstieg geben.“ Kreis Schotten. ' 4? Michelbach, 5. März. Der im Armen» haus wohnende Konrad Theis, in dessen Be- baufung Feuer ausgebrochen war, wurde t o t aufgesunden. Wahrscheinlich ist er im Schlafe erstickt. Die Kleider waren bis auf wenige Fetzen verbrannt. Kreis Wetzlar. fpd. Wetzlar, 5. März. Die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer in der Wetzlarer Metallindustrie haben den Schieds- spruch über die neue Lohnregelung angenommen. Kreis Friedberg. ss. Friedberg, 5. März. Der im ver* uangenen Jahre gegründete „Verein für Feuerbestattung" hielt im Ratskeller eine gut besuchte Mitgliederversammlung ah. Die Mit- gllederzahl betragt bereits 80, die durch Neu- anmelbungen während der Versammlung auf nahezu 90 stieg. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung bildete die Bildung einer Unterstütwngs- falle, aus der den Angehörigen Verstorbener eine Deihilse zu den Einäscherungskosten gewährt werden soll. Die von dem Vorstandsmitgliede Beigeordneten Kühn entworfenen Satzungen sanden einstimmige Annahme,' die Höhe der Dei-- hilse ist vorläufig auf 400 Mk. festgesetzt. Der seitherige Vorstand wurde durch Zurus wieder- gewählt: erster Vorsitzender ist Buchhändler Scriba. Der Vorstand war in der angenehmen Lage, eine Ernräßigung der Dereinsbeiträge um ein Drittel der seitherigen Hohe Vorschlägen zu können ihres Felles zu entziehen und auf Butter za verarbeiten. Da die Milche ehe sie der Konsument in der Stadt erhält, durch viele Hände (Milchprrduzent, Milchfuhrmann, M.lchsammler, Mölleret, Milchousträger) geht, hielt es oft sehr schwer, die Milchsälscher herauszufinden. 3m all gemeinen ist, besonders in den Kreisen, in denen eine scharfe Kontrolle ausgeführt wurde, eine Besserung im Milckvertehr zu verzeichnen. Desnn dend haben in dieser Richtung auch die in letzter Zeit von den Gerichten bet Milchfälschangen ausgesprochenen Freiheitsstrafen gewirll, sowie die Veröffentlichung des Urteils tn den Lokalblättern. Während im Zahre 1920 36,2 Prozent der im Verkehr erhobenen Milchproben beanstandet wurden, unterlagen in dem Berichtsjahre 27,9 Prozent der im Verkehr erhobenen Proben der Beanstandung. Diese Beanstandungszisfer ist immerhin noch sehr hoch und bet der Bedeutung der Milch als Nahrungsmittel, speziell bet der Kinderernährung, ist eine scharse Kontrolle weiter dringend geboten. Der durchschnittliche Fettgehalt der Milch, einscht. der beanstandeten, betrug 3,24 Prozent gegenüber 3,5—3,6 Prozent der Vorkriegszeit. Der durchschnittliche Fettgehalt der Stallmilchproben betrug 3,4 Prozent. Von den untersuchten Buttermilchproben hatte eine Probe einen Wasserzusatz von über 100 Prozent erhalten. Wiederholt wurden bei der Kontrolle Butterproben angetroffen, deren Wassergehalt ein übermäßig hoher war. 3n 2 Fällen wurde fest gestellt, - daß die als seinstck Landbutter feilgehaltene Butter aus Margarine bestand. Die in früheren (Zähren selten beobachteten Fälschungen von Mehl hatten in dem Berichtsjahre ganz erheblich zugenommen. Von 100 als verdächtig ein gelieferten Mehlen wurden 31 ve- anstandet. Besonders häufig wurde ein Zusatz von Bohnenmehl in Höhe von 3—20 Prozent fest- gestellt. Wiederholt enthielten als „garantiert" rein bezeichnete Weizenmehle erhebliche Mengen von Gersten-, Hafer- Roggen- oder Maismehl 3n Wurstprooen wurde häufig ein viel zu hoher Wassergehalt oder die Verwendung von Stärkemehl feftgefteilt. Weitere Beanstandungen betrafen Als „voll- fett" bezeichnete Käse, deren Fettgehalt zu gering teer; Mineralwasser, das Blei enthielt: Marmeladen, die verdorben waren; Branntweine, deren Alkoholgehalt zu gering war und die schärfende Stosse «Schwefelsäure) enthielten; Gewürze, die mit Sand verfälscht waren; Schokoladenpalver, das einen Zusatz von Mehl erhalten hatte; Biere, bei denen der Stammwurzegehalt zu gering war; 3rbene Töpfe, deren Glasur erhebliche Mengen von Blei abgaben. Bei Brunnen- und Queliwässern konnte wiederholt festgestellt werden, daß dieselben durch organische Zer- setzungsprodukte oder faucheartige Zuflüsse verunreinigt waren. Tas Wasser der Gießener Leitungen tturbc auch im Derichtsfahre einer eingehenden chemischen und bakteriologischen Untersuchung unterzogen. Gegenüber dem Vorfahre hatte cs fid? in feiner Zusammensetzung nicht verändert. Es entsprach in jeder Beziehung den Anforderungen, die man an ein gutes Trink- wasser stellt. Menschliche und tierische Organe waren häufig auf die Anwesenheit von Giften oder sonstigen schädlichen Stoffen zu untersuchen. Zn Hunde-, Enten- und Gänsemagen konnte wiederholt Strychnin nachgewtesen werden. Verschiedene Arzneimittel teuren auf ihre Zusammensetzung und ihren Gehalt an wirksamer Substanz zu untersuchen. Die 221 ausgeführten technischen Untersuchungen erstreckten sich auf die verschiedensten Gegenstände des täglichen Bedarfes. Aus Stadt und Land. ' Gießen, den 6. März 1922. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Das Geheimnis der Spielhölle" und „Der Henker und seine Tochter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Der gelbe Diplomat" und „Der Katzenkvpf". — Der Hessische Landesverband zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten veranstaltet am 7., 8. und 9. März 1922, nachmittags Vs5 Uhr. im Licht- Konstruktiven belastet ist und in glücklicher Melodik aus der Stimmung des Gedichtes hervorwächst, so zeigt er doch — um nur ein Beispiel heraus- zugreifen — in der stellenweise außerordentlich hohen Lage der Tenöre (genau wie „Sturm- erwachen"), wohin das Ueberschreiten der natürlichen Grenzen führen kann. Durchaus innerhalb der (Singbarfeit hielten sich die übrigen dargebotenen Chöre, worunter der „Despergesang" von K. Kumpf und „Glückliche Lieb" von E. Hansen durch ihre gewählten Harmonisierungen und feinen Kontrastwirkungen besonders angenehm ins Ohr fielen. „Aus, zum Fandango!" von H. Jüngst darf darf man wohl wegen seines frischen Volkstones, der eines leicht humorvollen Einschlages nicht entbehrt, als Treffer im besten Sinne des Wortes bezeichnen. DaS Lied muhte, der Erfolg beweist es, wiederholt werden. Goethes Mailied — Ph. Gorrs geschmackvolle und schön charatterisierende Vertonung mihsälll mir nicht — hätte mich nicht zu einem Männerchor angeregt. (Dieses durchweg lyrische Gebilde dürfte sich meines Erachtens nur dem Sinzellied erschließen.) Noch weniger allerdings, die Volksweise von Andreas Hofer, da die bekannte Melodie wohl kaum verdrängt werden dürfte. In der Komposition Hannemanns stört mich der an das Sentimentale streifende Refrain. Den Leistungen des Chores wird man wohl am ehesten gerecht wenn man die Persönlichkeit des Chormeisters fest ins Auge zu fassen sucht. Herr Otto Görlach versteht es, die an und für sich spröde Materie, wie sie ein Mannerchor bar» stellt, ganz seinen Absichten gefügig zu machen. Mit einer durchaus zurückhaltenden, dadurch aber desto toirtfameren Direktionsweise, überträgt er seine Auffassung, sein jeweiliges musikalisches Erlebnis auf seine ibm begeistert folgende Sängerschar, die er allerdings durch eine rastlose, planmäßige Chorerziehung zu einem sehr tüchtigen, erfvlgsicheren Klangkörper herangebildet hat. Der Verein verfügt über hervorragendes Stimmmaterial, bas sich auch im allgemeinen recht befriedigend untereinander ausgleichen läßt. Auf seine ersten Tenöre unb zweiten Bässe kann er besonders stolz fein! Erstaunlich war die Tress- sicherheit. die Exaktheit der Einsätze. Was besagen ein paar kleine Schwebungen und leichte Trübungen hie und da gegenüber den äußerst fein verteilten dynamischen unö ogvgischen Abstufungen und den groß angelegten Steigerungen. Möchte der Verein auch weiterhin befruchtende Anregungen vom Kunstgesang empfangen unb seine echt deutsche Gesinnung, mit welcher er so erhebend fein Konzert ausllingen ließ, vor allem in der Pflege des deutschen Volksliedes bekunden. Dann werden die wohlverdienten und so begeistert aufgenommenen Erfolge ihm treu bleiben. Die Solisten boten wertvolle unb willkommene Abwechslung. Anstelle des verhinderten Hofopern- längere Nicola Geisse-Winkel (Wiesbaden) fang Herr Kammersänger Troitzsch (Darmstadt) vier seltener gehörte Lieber von Schubert (Schatzgräbers Begehr; Die Krähe (aus der Winter- reife); Die Stadt; Die Taubenpost). Mit feinem klangvollen Bariton, der unter dem Zeichen einer kleinen Inbisposition anfänglich hin unb wieder etwas formiert herauskam, wußte er besonders den düsteren Stimmungen ergreifenden Ausdruck zu verleihen. Am befien lagen und gelangen seinem beträchtlichen Charakterisierungsvermögen die drei Balladen von Loewe: Harald, das Hochzeitslied von Goethe (eines der berühmten Probestücke für Zungengeläufigkeit) unb bas zugegebene „Erkennen". Für Bruchstücke aus Wagneropern im Konzertsaal kann ich mich nicht begeistern, zumal wenn nur Klavierbegleitung zur Verfügung steht. Diesmal war aber bie übrigens trefflich gelungene Ansprache des Hans Sachs ganz tm Sinne des Programms, das in einem Bekenntnis zum Deutschtum ausllinyen sollte. Die freudigste Ueberraschung bot nur jedoch Fräulein Anni Delp (Darmstadt). Sie enthüllte sich nicht nur als eine äußerst begabte Violinistin: sie ist vielmehr ein wirklich echtes, ursprüngliches Geigentalent. Ich schließe das nicht daraus, daß sie so glänzende Perlen der Violinliteratur, im tiefsten Sinne Prüfsteine des Könnens, tote La Folia von Corelli oder den als Zugabe gewährten ungarischen Tanz von Brahms-Joachim mit erstaunlicher Technik und Auffassung barbvt; ich schließe das vielmehr aus Dingen, die man nicht erlernen kann, die einfach da sein müssen als besondere Begnadung einer reichen Natur. Die grunbmufU kalische Art des Musizierens, die unfehlbar sichere Rhythmisierung, das stürmisch ausgreifende Temperament find bie entscheidenden Zeichen einer auf eine große Zukunft hinweisenden Begabung, die, wie die breit unb wunderbar innig hingesungene Cantilene im Abagio der 3. Suite von Fr. Ries bewies, in einem äußerst sein reagierenden Seelenleben verankert ist. Fräulein Delp kennt ihr Rüstzeug, das über eine wie selbstverständlich wirkende Dvppelgrisf-, Dogen-, Stak- latotechnit. usw. verfügt, zu genau, um nicht zu wissen, wo es noch zu feilen gilt. Die Künstlerin, die noch drei der allerschönsten und charakteristisch- ft en „Kabinett" stücke von Reger spielle, wurde von ihrem Bruder, Herrn Eberhard Delp, mit stilsicherer Anpassung begleitet Es war das Miteinandermusizieren zweier verwandter Seelen. Dies grundmusikalische Geschwisterpaar wird mir sobald nicht aus der Erinnerung kommen; es hat sich mir tief ins Herz hineingespiell. Auch bem Gänger lieh Herr Delp seine wertvolle pianiftische Unterstützung, die besonders in der Filigranarbeit der Loewe-Balladen eine schlacken- los entwickelte Spieltechnik verriet Mit allem Nachdruck möchte ich an dieser Stelle guf den hervorragenden, offensichtlich geborenen Begleiter Hinweisen, der mir übrigens vor Tagen an anderer Stelle auch als Solist von stark persönlicher Eigenart unb vornehmer Kultur des Klanges begegnet ist. Dr. Heinrich R o e s e. * * * Schubert-Abend. Am letzten SamStag fanden sich in der Aula des Gymnasiums eine Reihe von jugendlichen Musikfreunden zu einem Schubert-Abend zusammen. Stud. Heil hielt einen Dortrag, in dem er den Zuhörern das Leben und die musikalische Gröhe Schuberts vor Augen führte. Hierauf fang der Referent verschiedene Lieder mit Klavierbegleitung, die bet den Zuhörern großen Anklang fanden. Kurt Wel- t e r spielte wirkungsvoll einige Tänze von Schubert — Es besteht die Absicht, die Hugenb, die sich für gute Musil und Literatur interessiert, zu sammeln und ähnliche Abende zu veranstalten. 2$. Friedberg, 5. März. Bei dem Gewitter am Mittwoch schlug in Ober-Wöll - stabt der BliY in den Kirchturm ein unb richtete an Dach und Uhr gröberen Schaden an. Glöckner und Meßbuben, die gerade imGottes- hause weilten, wurden zu Boden geschleudert, kamen aber mit dem Schreclen davon. Da auch daS nahe Transformatorenhäuschen der Lieber- landleitung beschädigt wurde, blieb das Dorf am Abend ohne elektrische Beleuchtung. Starkenburg und Rheinhessen. rnu Darmstadt, 5. März. Mord unb Selbstmord. Durch Gasvergiftung hat sich heute früh die Ehefrau M. S ch m i d t mit ihrem etwa 11 Jahre alten Sohn in selbstmörderischer Absicht das Leben genommen. Man fand beide heute früh in der Küche entseelt vor. Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Anscheinend liegen zerrüttete Familienverhältnisse vor, da der Ehemann vor einiger Zeit sich von der Frau trennte. Aus einem hinterlassenen Brief geht die Absicht der grausigen Lat hervor. Hessen-Nassau. Für eine halbe Million Silber gestohlen. fpd. Frankfurt a. M., 5. März. Die Kriminalpolizei verhaftete den Schlosser Hermann Koch in dem Augenblick, al« er in einem Trödelladen Silbersachen im Werte von etwa 500 000 Mark verkaufen wollte. Das Diebesgut stammte aus einem Wohnungseinbruch in Leipzig. Insgesamt hatte Koch dort pdr etwa 900 000 Mk. Silberzeug gestohlen. ♦ mc. Frankfurt a. M.. 6. März. Am hellichten Tage entriß am Samstag ein junger Bursche am Dilbeler Tor einem spazieren- gehenden Herrn die goldene Ahr samt Kette. Eine große Menschenmenge sorgte aber sofort für die Dingfestmachung des Täters. dem zunächst eine gehörige Tracht Prügel verabreicht wurde. Kirche und Schule. —oc— H'a ufen, 5. März. In vollbesetzter Kirche hielt heute dahier Missionar Walter aus Beuern einen Missivns- gvtteSdienst ab. Seine ernsten Predigt- toorte und die anschaulichen Schilderungen aus seiner Tättgkeit in der uns entrissenen Kolonie Kamerun machten sichtlich tiefen Eindruck auf die Zuhörer. X Ortenberg, 5. März. Ter evangelische Frauenverein beabsichtigt, bei genügender Beteiligung in Verbindung mit ber ©etneinbe tti Kürze einen Kursus der Wander- haLShaltungSschule beS Kreises zi veranstalten. Tie Lehrernr Frau Friebmann, war deshalb am letzten Mittwochabend im Frauenverein anweiend, um die nöligen Aas Harun uen zr geben. Der Kursus baiert etwa 6—7 Wochen, der Unterricht wird von morgens 8 biS nachmittags 5 Uhr erteilt, die teilnehmenden Frauen und Mädchen werden in der Kochkunst, im Rühm, Flicken, Handarbeit. Rahrungsmittellchre, D;n ersten Hilfeleistungen bei Unglücksfällen und tn Kranken- und Säuglingspflege usw. unterrichtet. — In der Post fand die IahreSversammlung deS Kirchengcsangvereinö statt. Der um 24. Mai 1892 gegründete, 1912 seine Tätigkeit unterbrechende Verein bat sich wieder gut entwichen, er zählt zur Zeit 53 aktive und 70 inaktive Mitglieder, der Borsrand wurde wieder- gewählt. an Stelle von Frl Karoline Pfeiffer, die ihr Amt leider niederlegen mutzte, Frl. F i s ch e r neugewählt. Als gröbere Veranstaltung ist in diesem Jahre am 30. April die Ausführung des 95. Psalms von Arnold Mendelssohn geplant. Ferner nimmt der Verein an den am 9. Iuli in Riddo stattfindenden Bezirksgesang- vereinsfest teil. An den geschäftlichen Teil schloß sich ein bis 12 Uhr dauernder gemütlicher Teil, in dem von den Damen Frl. Ackermann, Frau Lössler, Frl. HaaS, Frl. Fischrr. Anna Hebbel, Mariechrn Göllner, Greta Emrich und von den Herren Meyer, Achermann. Aiederer, Adtüf Kulb- henn. Kautz und dem Musikschüler Wilhelm Driesch sehr beifällig aufgenommene musikalische und gesangliche Taroietungen zu Gehör gebracht wurden. — Ter Gesangverein Frohsinn hielt seine Generalversammlung am Mittwochabend ab, als stellvertr. Vorsitzender wurde Herr Friedr. Pfeiffer gewählt, zu Ehrenbeisihern Jakob S t r e u b e r unb Gg. K. Pfeiffer ernannt. Im Sommer findet dahier oas Beztrls- wettsingen des SecmentalbundeS verbunden mit dem 80. Stiftungsfest des Vereins statt. Gerichtssaas- Basel, 4. März. (WTB.) Heute Samstag erfolgte durch das Baseler Obergericht die Ur- teilsfällung im Mordprozeß Buchholz. Letzterer war vor einigen Iahren wegen Mordes an einem jungen Mädchen zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt worden. Dieses Urteil ist im vergangenen Iahre durch das Kriminalgericht bestätigt worden. Heute hat nun das Baseler Obergericht die Revision entschieden, daS frühere Urteil aufgehoben und auf Freisprechung deS Buchholz erkannt. Die Kosten werden der Staatskasse auferlegt. Vermischtes. Ein Kirchenraub. * Rastatt in Baden. 5. März. (WTB.) In der Rächt zum Sonntag wurde die katholische S ch l o ß k i r ch e von Einbrechern heimgesucht, die den kostbaren Religuienschrein mit den Gebeinen des heiligen Theodorus und der heiligen Theodora raubten. Auf der Seidendamast- decke befanden sich etwa 150 in Silber gefaßte Edelsteine. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Turnen, Sport und Spiel. —v— Derätewettkamps in Gießen. Um die vielseitige körperliche Ausbildung seiner Turnei zu fordern und zu beleben, hat der Gau Hessen (D. T.) erstmalig in diesem Frühjahr in seinen 6 Bezirken noch einen Gerätewettkampf auStragen lassen. Der 2. Bezirk (Gießen-Wetzlar) kam zik diesem Zwecke am gestrigen Sonntag in Sieben zusammen. Rach der Kampfrichiersihung lieh der 1. Bezirks turn wart Paul Schüler- Wehlar die 200 jugendlichen Kämpfer antreten, die in 10 Riegen in der Surn balle deS Realgymnasiums bzw. der Oberrealschule an Reck, Barren und Pferd ihre Kräfte maßen. Es zeigte sich, daß man den Winter nicht ungenützt hatte vorübergehen lassen, trotzdem eS im Tumsaal manchmal recht frisch gewesen sein mag. Sine Uebungsarbeit ist hier zum Abschluß gelommen, von der wir auch eine Steigerung der Leistungen auf dem Gaufest in Wetzlar anfangs Zuli erwarten dürfen. Wir lassen die ersten fünf Sieger von jeder Stufe folgen: Turner: 1. Franz Sauer. T. D. 1846 Gießen, 2. Kari Lude- w i g T. B. Wetzlar, 3. Karl Kehr. T. V. TreiS a. d. Lda., 4. Kurt Spring, T. D. Wetzlar, und HanS Rinn, T. D. Krofdorf, 5. Fritz Volk- mann, T. B. Heuchelheim. — Zöglinge: 1. Heimann DingeS. T. D. 1846 Gießen und Balthasar Am en d, Treis a. d. Lda., 2 Erich Dolberg, T. V. Wetzlar, 3. Werner Reifer, Mtv. Gießen.4. Wilh. Gartenschläger^ Mtv. Gießen. 5. Adolf Priester, T. V. Wetzlar. — Schüler: 1. Werner Rohl. T. V. 1846 Gießen, und Gustav Bott T. D. Wetzlar, 2. Robert Schaum, T. V. Krofdorf, 3. Albert Würtz T. D. Krofdorf 4. Herbert Qu int in g, Mtv. Gießen, und Albert Reh. T.V. Krofdorf, 5. Georg Langsdorf, T. D. 1846 Gießen, und Rudolf S p u cf, Mw. Gießen. .4 Lauterbachs 5. Marz. Das Halren° Geratewetturnen, eine Reueinrichtung des TurngaueS Hessen in den einzelnen Bezirken deS Gaues, fand für den 4. Gaubezirt unter guter Beteiligung tn der hiesigen Spießturnhalle statt. Turngemeinde und Turnvereiil Lauterbach hatten die Veranstaltung trefflich vorbereitet und bereiteten den auswärtigen Turnern einen würdigen Empfang. Am Wettturnen nahmen 108 Geräteturner teil, die — von Turnwart Helfen- dein herzlichst begrüßt — zunächst unter großem Beifall 'der zahlreichen Zuschauer mit den allgemeinen Freiübungen den Wettkampf etn- leitetcn. Tiefer hatte erfreulichr Ergebnisse und zeigte, daß auch die ländlichen VogelSbergveretne mit ihrem Können hinter den Vereinen der ©labte Lauterbach, Aisfeld, Schlitz und Homberg nicht zurüctzustehen brauchen. Besondrre Hervorhebung verdienen die Leistungen des Turnvereins Groß- Feld, der fticht weniger als 7 Siege errang. Nachfolgend seien die ersten Sieger jeder Stufe genannt. Aktive Turner (19 Sieger): 1. Hch Post (Alsfeld), 189 Punkte: 2. H. Pfeffer (Tg. Lauterbach), 186 P.; 3. Ph. Weinig i'Tv. Lauterbach) und K. Bert (Tg. Lauterbach), 179 P. 4. Herrn. Post (Alsfeld), 176 P. - Zöglinge 1. Qf. Tickhau 1 (Alsfeld'. 126 P. 2. Ehr Berk (Tv Lauterbach). 124 P; 3 H Bert (Tv. Lauterbach), 122 P; 4. L. Metzen- dvrf (Schlitz), 121 P — Schülerrlege: 1. 2. Tiähaut (Alsfeld). 134 P.; 2. R Weber (Alsfeld). 127 3. K Bücking (AlSseld). 126 P.; 4. L. Schmidt (Alsfeld), 124 P. — Berliner Fußball. Die Derband»- spiele tn der Oberliga am Sonntag verzeichneten als Hauptkumvf da» Spiel zwilchen Viktoria und Union Oberschöneweide. Viktoria gewann über raschend hoch mit 3:0 und kann evtl, noch in die Entscheidungsspiele um die Berliner Meisterschaft eingreifen. Die übrigen Ergebnisse waren: Dor wärtS gegen TennrS Borussia 3:1. D. f. B. Pankow gegen Rord 3:2, Spandauer Sponverein gegen B. B. C. Brandenburg 3:0, Alemannia gegen Bavaria 2:1. Dacier gegen Union 92 1:0. 3m Gesellschaftsspiel schlug Rorden Rordwest Tas- mania mit 2:1 und Minerva war gegen Hertha mit 3:0 erfolgreich. - Fu ßdall. Westdeutschland. Elberfeld: Sport und Spiet gegen Ballspielklub Tüsseldorf 1:1. — Remscheid V (. B gegen Tüsseldorf 99 0: 2. - Dortmund: Dortmund 95 gegen Rasensport Mülheim 0:2; ö 11 c n Altenessen gegen Alemannia Tonmund 4:2. Rheydt: Spielverein gegen S. E. M.-Gladb.icb 3:2: Köln: Rasensport gegen Borussia Rl - Gladbach 1:5; Bonn: F. D gegen Kölner Bailspielklub 4:2. — Süddeutschland überlegener Dundespokalsieger. DaS Endspiel um den Pokal deS Deutschen Fußball-Bundes führte am Sonntag auf dem Eimsbüttel-Sportplatz in Hamburg die Mannschaften des Rorddeutschen und Süddeutschen Fußballbundes zusammen. Der Platz erwieS sich als viel zu klein, um die ungeheuren Massett der Zuschauer au fassen. Etwa 30 OOC Personen waren Zeuge deS überlegenen Sieges der süddeutschen Mannschast, aber ein axoßcr Teil konnte wegen Ueberfüllung deS Platze» nicht mehr Einlaß finden. Die Rorddeutschen versagten vollkommen. Die erste halbe Stunde ver lief torlos. Dann sandte Süddeutschland bis zur Pause einmal ein, um nach dem Wechsel noch 6 Mal den Ball ins feindliche Tor zu schicken Mit dem Ergebnis von 7:0, ein Torunterschied, wie er in den Annalen der Bundespokalgeschichte einzig dasteht, blieb Süddeutschland siegreich. Der Süden hat somit den Pokal zum dritten Male gewonnen. — Die Wiener M e t st e r s ch a s l s - Fußballspiele wurden am Sonntag wieder in vollem Umfange ausgenommen. In der Liga klasse beanspruchte das 9 bis 6 Uhr 01716 beförderung erbeten. 2272V 2266 zngsvreise. ■ 2265 zugsvreise. K Ä Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom liebsten was man hat, muß scheiden. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 21/.J Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Die Beerdigung findet Dienstag den 7. März, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Wetzlarer Straße 15 aus statt. Gießen (Crednerstraße 36), den 6. März 1922. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 7. März 1922, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus. 01719 Nutzbaumstühlen. Uüchenwage Ä sucht. Sckrr. An6. u. 01709 an den Gien. Anz. erbet. Tücht. alt., in Küche und Haus erfahr. Mädchen ob. einfache Stütze zu in 1. Avril gesucht. Zweit- mädchen ifbr&aiiben. Frau Dr. Weyl, l.d.N.: Philipp Germer. Klein-Linden, 6. März 1922. Ausnahmetage Trotz Preisrückgang zahle ich nur diese Tage fflr Dein- u. gognatfWen Nöl 2 Nil. per«. Siinklnd, 9ieucnroen 29. Händler erhalten Vor- Die Verlobung ihrer Kinder Meta und Wolfgang beehren sich anzuzeigen Hubert Heinz u. Fr au Marie geb. Hofmann. Hermann Dornberger u. Frau Hedwig geb.Roltsch. In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen. Heute morgen entschlief plötzlich infolge Herzschlags nach langem Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Frau Susanne Ferber im Alter von 60 Jahren. Heinrich Bill VII. und Frau Christine geb. Ferber, । Naunheim Georg Roth und Frau Kätchen geb. Ferber Paul Plage und Frau Emilie geb. Ferber Konrad Ferber und Familie, Blasbach Wilhelm Ferber und Familie, Blasbach Wilhelm Lommel und Familie, Braunfels und Enkel. Die trauernden Hinterbliebenen: Johannes Krick VII. u. Frau Katharine Krick, Schwester Wilhelm Krick, Bruder Katharine Euler, Großmutter nebst allen Angehörigen. Leihgestern, den 6. März 1922. Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. ds. Mts., nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. 01725 | Meta Heinz Wolfgang Dornberger 1 Verlobte : AclteresMäüchen welches bürgerlich kochen kann u. Hausarbeit übernimmt, zu einem Ehepaar gesucht, guter Lohn und Behanblg. Frau Nmts- gerichts-Dircktor JonaS, Groir-Gerau 2198 b. Darmstadt. Aelteres zuverlässiges Mädchen für Küche und Haus zum 15. März gesucht. Zweit- mädcheu vorhanden. Frau Buchinger, 2257 Liebigstratze 29 I. ZoolaMeHaMiW Gietzen. Brandgasse 6. i r Umzugshalber verkaufe sämtliche einip iiiih Zicrv gcl, Küfige, Ülijimriti! und sonstige Artikel Ein guter, leichter Oekonoimewagen auch m. einer Kuh zu fahr., zü verk. Gr.-Buieck, 03000 Weidengasse 5. Ein fast neues, sehr wenig gebrauchtes Break, für ein- und zweiivännig zu fahren, zu verkaufen, ü. Stellwng, Nenmahle, Post Hungen, .oiwi ► der meistbesprochene Sittenfilm: Ä Das Haus in der Dragonergasse. 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März 1922, mittags 12,10 Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Joseph Neher Ästoria-Lichtspieie Tüchtiger, gut eingeführter Vertreter für den prooisionsweisen Verkauf erstkl. Fa»-i.faptioiäta in Stadt und Kreis Gießen, den Kreisen Wetzlar, Limburg/L-, Marburg, Alsfeld, Schotten, Usingen, Friedberg, Büdingen, Biedenkopf, Oberlahn- und Dillkreis von Verkaufsorganisation einer größeren Bindfadenfabriken-Vereinigung f. sofort gesucht. Schrift!. Angebote unter an den Gießener Anzeiger zur Weiter- Suche zu taufen Wohnhaus mit oder ohne Garten, gleich welcher Lage. Beziehbarkeil nicht Bedingung. CrfcvL erbeten imt. Nr. 867 Annonc. Cxpcd. Monopol G. m. b. H., Frankfurt a. M.Postschlieüfach 165 2267 Wir empfehlen unfern Mitgliedern, nach wie vor nur das vom Mieteinigungsamt vorgeschriebene Formular, das von der Firma Christ, Wetzstein- strahe, gedruckt ist, zu unterschreiben und betonen, daß eine Unterschrift dieses Formulars nur eine Bescheinigung der Kenntnisnahme und nicht eine solche der Anerkennung der beabsichtigten Steigerung bedeutet. Außerdem ist zu beachten, dah eine Bescheinigung des Ortsgerichts oder des Finanzamts über die Schätzung von 1913/14 (Bekanntmachung vom 18. II. 22) den Mietern vorzulegen ist, da vielfach die letzten Derkaufswerte statt der Schätzung von 1913/14 in Anrechnung gebracht sind, was eine Steigerung über Gebühr hervorruft. Das Formular der Hausbesitzer lehnen wir ab. weil daraus nicht hervorgeht, wie die Verteilung der Steigerung aus die einzelnen Stockwerke erfolgt. Es sind uns Fälle bekannt, wo der Hausbesitzer an der Steigerung nicht teilnimmt, sondern billiger wohnt als seither. 2251 Der Vorstand des GiehenerMietervereins. Gießener Kenzertverein Sonntag, 12. Miirz 1922. nachm. 5 Ehr, in der Aula der Universität Neuntes Konzert im Abonnement Johanna Hesse (Sopran) Alexis af Enehjelm (Tenor) vom Landestheater Darmstadt. Am Klavier: Gustav Beck. Lieder und Duette von Franz Schubert Ein tritt «karten: Mk. 12,—, 10.—. 8.—. 8 — bei Ernst Challier und abends an der Kasse Ktndentenkarten Mk. 4.— nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität gegen Vor zeigung der Ausweiskarte. 22l6v jSr Heute bis einschL Mittwoch das selten schöne Doppelprogramm: |r i. Das Geheimnis der Spiel- > heile von Sebastopol Sensationelles Abenteuer in 6 Akten. ». Der Henker u. seineTochter (Der Mann Im Salz) k nach dem Roman von U. tianghofer 5 Akte. In Vorbereitung 2244c MWmWM MWMWN) zum sofortigen Eintritt gesucht. ~39D ZWMWll! MW. ÜMI. Ab heute bis inkl. 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Das Board erblickt in der Konferenz eine Folgeerscheinung der zunehmend bedenklicher werdenden wirtschaftlichen Verhältnisse in Europa: ihm gelten das russische und das deutsche Problem tatsächlich als in die gegenwärtige Wirtschaftslage unvermeidlich hineingehörende Faktoren. „Sie Heranziehung von Rußland ist ’ ertitö Gegenstand der Diskussionen unter dem O-.stchtLPunkt, daß seine Teilnahme eine Anerkennung der gegenwärtigen russischen Regierung ober «ine Zustimmung zu ihrer Politik seitens der anderen teilnehmenden Regierungen implizieren würde. Diese Fragen sind in einem weiteren Sinne viel mehr politischer als wirtschaftlicher Qlatur. Den gleichen Standpunkt nimmt man ein hinsichtlich des Vorschlags, dah auf der Genua- Konferenz die Frage der deutschen Reparationen nicht berührt werden solle: während der letzten Monate ist die Ueberzeugung immer positiver geworden, dah die Reparationsfrage bei jeder Besprechung, die auf eine allgemeine Losung der europäischen Schwierigkeiten hinaus will, ein nahezu unvermeidlicher Programmpunkt ist." Dann wendet sich der Bericht des Board den einzelnen in Genua zu erledigenden Fragen zu, vornehmlich dem Plan einer Wiedereinführung des Gold-Standard oder sonstigen Projekten zur Stabilisierung der Währungen: „Die Diskussionen in Genua werden sich in nicht geringem Mähe um die Wiederaufrichtung der Goldbasis oder an ihrer Statt um die Aufstellung eines Planes für die Stabilisierung der Währungen drehen. Ueber die Mittel und Wege dazu bestehen allerhand Meinungsverschiedenheiten, wie auch über die Schwierigkeiten, die einer Wiederkehr des Goldstandard in Europa im Wege stehen. Doch bci-rscht eine erfreuliche Liebereinstimmung in den Ansichten führender Wirtschaftler, Finanziers und Staatsmänner, dah jede Gesundung des Kredits und Währungsshstems die Rückkehr zu einer Goldbasis in irgendwelcher Art bedingt. Es liegt aber aus der Hand, dah jedem Versuch, eine Goldbasis wieder einzuführen, die Losung mancher verwickelter Probleme vorangehen muh. Das sind die Probleme, die verbunden sind mit den Reparationszahlungen, mit der inneren und äußeren Schuld und auch mit der Politik der einzelnen Staaten, insoweit sie Hohe und Verwendung ihrer Ausgaben bestimmt. Die hier involvierten Fragen bedingen weitgehende internationale Regelungen, die aller Wahrscheinlichkeit nach Gegenstand langwieriger Verhandlungen werden dürsten. Ein Eingreifen von außen in das Recht, Geld zu vereinnahmen und auszugeben, wird mit Recht als Eingriff in die Souveränität des betreffenden Staates betrachtet und kann nur in äußersten Fällen als gerechtfertigt erscheinen. Andererseits aber wird ein einfaches Ultimatum an insolvente Staaten des Inhalts, daß sie ihren Verpflichtungen nachkommen und ihre Budgets audbalanderen müssen, noch keine Losung der internationalen Schwierigkeiten mit sich bringen. Eine Untersuchung der jetzt in Europa herrschenden Inflation wirft die Frage auf, ob nicht ein sog Gold-Stan dard zur Einführung gelangen sollte, wobei offen zugegeben wird, daß die gegenwärtige Anhäufung von Gold in den Vereinigten Staaten eine ernste Gefahr bedeutet. Die Vereinigten Staaten haben ein Interesse an der Einführung eines Goldstandard als Mittel Aur Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen auf Dem Wege einer gründlichen Stabilisierung der Währungen. Ueberdies stellt zur Zeit die anormale Goldkonzentration in den Vereinigten Staaten eine Gefahrenquelle dar, weil sie in Fragen der Kreditpolitik einen falschen Anhalt gibt und "icht mehr den Indenx für eine gesunde Kredit- erpansion nach außen hin darstellt. Daher genügen rein vom nationalen Interesse aus angestellte Erwägungen bereits, um Vorschläge in sorgfäl- Die Pforte öes Paradieses. Roman von Ingeborg Vollquartz. Serecbtigtt Ueberfebung au« bem Dänischen. 3. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Mutter unb Sohn waren inzwischen ins Wohnzimmer getreten, und als Mogens sah daß sich seine Mutter in den Lehnstuhl beim Ofen setzte, dachte er, er müsse die Gelegenheit benutzen und das Gespräch weiterführen. „Meinst du denn, Vater lasse sich durchaus nicht Überreben ?“ fragte. er, und seine Stimme klang ganz niedergeschlagen. „Lieber Mogens, du weißt recht gut, Vater hat nichts als seine Pension, feine Landwehr- kompagme und "bie paar Stunbcn am Karsus. Mit dem wenigen, bas ich mit Musikunterricht verbiene, sinb bas alles in allem dreitausend- fünfhundert Kronen. Tu weißt, wie knapp das ist, lieber Mogens, und wenn du Offizier werden wolltest, so müßtest du nach deiner Prüfung in den Kursus, unb das können wir nicht bezahlen. Schlag dir einstweilen alle Gedanken aus bem Kopf unb bestehe einmal erst deine Prüfung." „Und dann soll ich mein ganzes Leben lang auf einem Kontorstuhl sitzen!" „Mogens!" „Verzeih mir, Mutter — ich weiß wohl, es ist eine Schande, wenn ich mich beklage — aber warum ist Vater aiuß immer so verstimmt." „Meinst du, das Leben sei für ihn fo besonders luftig ?“ ist es für niemand von uns, Mutter. Ich habe noch nie darüber gesprochen, aber du kannst mir glauben, ich habe mich schon oft darüber gewundert, warum er immer fo schweigsam unb verstimmt ist unb einem auch gar nichts erlaubt. Wenn ich einen kleinen jungen mit seinem Vater spazieren gehen sehe unb sehe, wie der Vater mit seinem Jungen spielt dann denke ich, wie sonderbar es ist, baß Vater niemals so mit mir spazieren gegangen ist, vom Spielen gar nicht zu reden." „Mogens — hast du beinen Vater als Spielkameraden vermißt, als du ein kleiner Junge warst?" tige Erwägung zu ziehen, bie auf eine Wiederverteilung der Goldbestände der Welt hinauskommen und aüf eine Rückkehr des in den Vereinigten Staaten befindlichen Goldes zu anderweitiger Verwendung. Es sollten jedoch keinerlei Vorschläge verwirklicht werden, bis nicht weitgehende Garantien für eine Steuerreform von Denjenigen Ländern gegeben worden sind, bie Hilfe benötigen. Andernfalls könnte eine Unterstützung nur schädlich wirken, insofern als sie zu einer Verschiebung der notwendigen Steuerreformen führen würde, die für eine Gefundunng der Währungssysteme und eine Wiederaufrichtung stabiler AuStaufchbeziehungen zwischen den einzelnen Ländern Voraussetzung sind." Deutscher Reichstag. 180. Sitzung, nachmittags 1 Uhr. Berlin, den 4. März. Rach debatteloser Erledigung Fleiner Vorlagen durch Ausschußüberweisung wird bie zweite Beratung des Wiederaufbauetals fortgesetzt. Staatssekretär Tr. Müller bezeichnet bie Pressemelbungen über eine geplante Auflösung des Ministeriums als aus ber Luft gegriffen. Ter komplizierte Apparat könne nicht ohne weiteres einem anberen Ministerium angeglicbert werden. Auch der Streichung von 78 Stellen habe das Ministerium nur mit schwerem Herzrn zugestimmt. Es bringe den geschädigten Auslands- unb KolonialdeUschen bas größte Wohlwollen entgegen unb bebaaere nur, baß es nicht alle berechtigten Wünsche erfüllen könne. Ter Abbau der Kolonialverwaltung werde nicht verzögert, obwohl wir unverrückbar an ber Hoffnung fest hielten, daß wir wieder Kolonien erhalten würben. Ter Rebner bedauert, baß es nicht möglich war, mit Frankreich über den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu einem Einvernehmen zu gelangen. Aber alle unsere Anreg ungen feien bei der französischen Regierung unbeachtet geblieben. (Hört, hört!) Unser Angebot auf Lieferung von 20 000 Holzhäusern hätte schließlich nur zur Annahme von 76 Probehäusern geführt. Auf unserer Seite wäre immer Bereitwilligkeit über Bereitwilligkeit, auf der französischen Seite nur Ablehnung. Tie französischen Sozialisten feien für die Beschäftigung deutscher Arbeiter am Wiederaufbau, bas französische Unternehmertum sei aber dagegen. Trotz aller Abweisungen werde die deutsche Regierung fortfahren, Material-, Sach- unb Arbeitsleistungen zum Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen. Abg. Dr. Haas (Dem.): Mit bem Verstäub- nis unb dem guten Willen für bie Rot ber Ausländsdeutschen ist es nicht allein getan. Man muß ihnen vor allem ausreichend und schnell helfen. Der Gedanke der unverzinslichen Schuldverschreibungen darf in dem neuen Zahlungsplan nicht wieder erscheinen. Auch Valutaschuldner dürfen nicht ungleichmäßig behandelt werden. Speziell darf die Regierung die nicht im Stiche lassen, die während des Krieges im Ausland Kredite ausgenommen haben, um die deutsche Mark zu schonen unb bie jetzt die Schuld in fremder Währung zurückzahlen sollen. Abg. Dr. Fleischer (Zentr.) verlangt schleunigst Besetzung des Ministeriums mit einem Minister und regt an, das Ministerium umzu- benennen als Ministerium zur Durchführung der wirtschaftlichen Bestimmungen des Friedensvertrages. Dann würde seine Rotwendigkeit in den weitesten Kreisen eingesehen werden. Eine bessere Zusammenarbeit mit bem Reichsfinanzministerium ist erforderlich Rach Deutschland zurückkehrende Ausländsdeutsche müßten baldigst einem Beruf zugeführt werden und die geschädigten Dvmänen- pächter des Ostens rasch die ihnen zugesagte Entschädigung erhalten. 2lbg. Ernst (USP.) glaubt, im Wiederaufbauministerium Sabotageumtriebe von kapitalistischer Seite feststellen zu können. Abg. Beermann (Bahr. Dpt.) fordert schnellste Hilfe für die Geschädigten, da bei dem Sinken des Geldwertes die Leute um fo schlechter fortkämen, je später sie herankämen. Abg. Lavarenz (D.-R.) schildert die allem Völkerrecht Hohn sprechenden augenblicklichenVer- hältnisse in den geraubten Kolonien, nennt das Mandatssystem unfähig und unwürdig und erklärt, daß für seine Partei die Kolonien Germania Srrebenta seien. 2lbg. Fröhlich (Komm.) protestiert gegen den neuen Sachlieiecungsvertrag, der nur den Interessen des Großkapitalismus diene. Der Etat des Wicderausbauministeriams wird sodann genehmigt und eine Entschließung angenommen, in der eine Denkschrift über die Umgestaltung des Ministeriums gefordert wird. Es entspinnt sich sodann über den Vorschlag des Präsidenten Lobe, die nächste Sitzung erst Donnerstag, den 9. März abzuhalten, um den Ausschüssen und namentlich dem StcuerauSschuß Zeit zum Abschluß ihrer (Beratungen zu geben, um dann am Donnerstag das Dranniwcinmonvpol zu behandeln, eine längere Geschäftsordnungödebatte. Redner der Rechten widersprechen der Tages- orbnung, weil die Ausschußberatung bis Donnerstag noch nicht abgeschlossen sein könne, die Kommunisten aus bem Grunde, weil man bei den Steuervorlagen nicht mit indirekten Steuern den Anfang machen solle. Reichskanzler Wirth greift in die Debatte ein und erkennt an. daß die Ausschüsse sachlich und fleißig gearbeitet haben, betont aber, daß eine rasche Erledigung der großen Steuerfragen jetzt nach der monatelangen Vorberatung auch aus außenpolitischen Gründen als eine (Notwendigkeit anzüsehen fei. Ucber das StcuerEom- prvmiß müsse endlich die Entscheidung fallen. Wollen wir in der Welt ernst genommen werden, müssen wir schleunigst zur Entscheidung gelangen. Der Vorschlag des Präsidenten wird sodany angenommen. Die nächste Sitzung findet am kommenden Donnerstag 2 Uhr statt. Schluß gegen 6 Uhr. Aus Stabt unb ßanb. Gießen, den 6. März 1922. ** Prüfungskommission zur Abnahme von Meisterprüfungen. Das Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft macht bekannt, baß in die Prüfungskommission zur Abnahme von Meisterprüfungen (für den Bereich der Provinz Oberhessen mit dem Sitz in Gießen) folgende Herren für die Dauer von drei Jahren berufen worden sind: Vorsitzender: Dipl.-Ing. R. Bünnings, Gießen. Stellvertretender Vorsitzender: Georg B e ck e r. Bauunternehmer, Gießen. Stänbige Beisitzer: Georg Hau- b a eß. Schreinermeister, Adolf Bourgeois, Du chb indermeister, August Haggenmüller, Schriftführer. Gießen. Weitere Beisitzer: (Wohnort Gießen, falls kein anderer nachstehend angegeben ist) Bäckergewerbe, August Deibel. Adolf Deichert. Bandagisten- und Messerschmiede- getoerbe: Alwin IngHard. Bildhauergewerbe: Martin S ch m a l l, Max (Berte. Buchbindergewerbe : Adolf Bourgeois, Paul Richter. Duchdruckergewerbe: Josef We inert, Wilhelm Ritschkowski. Dachdeckergewerbe: Heinrich Ruckstuhl, Philipp Kröck. Dentistengewerbe: Oskar Graf. Drehergewerbe: Karl Schwan, Franz Stenzel, Friedberg. Elektroinstallationsgewerbe: Rudolf Rüdiger, Friedberg, Konrad Dreher, Ingenieur. Friseurgewerbe: Emil Koch, Erich S t u h e n st e i n. Glaserge- werbe: Balch. Bi er au, Bernhard Wolf. Gvldarbeitergewerbe: Karl Roll, Karl S ch m i d t. ©rafcurgeirerbe. Ioh. Kohler. Dürstenmachergewerbc: Heinrich Kuhl. Gerbergewerbe: Wilhelm Plank. Hutmachergewerbe: Rudolf Richter. Gas- und Wasser-Installa- tionsgewerbe: Georg Appel, Georg Dahmer, Rud. Rodiger. Konditorgewerbe: Hch. Bettler. Kürschnergewerbe: Gg. Schultheis. Küfergewerbe: Wilhelm Kohlermann, Philipp Sommerkorn. Kupferschmiedegewerbe: Eduard Trautmann, Hch. Runge. Lithv- graphengewerbe: Wichelm Herr. Maschinen- schlossergewerbe: I. Derber, Ernst Aß mann. (2Hau lergctperbe: Martin Abermann, Karl Weh rum. Mechaniker- und Optikergewerbe: Wilhelm Schmidt VIL Emil Schmidt. Mes- serschmicdegewerbe: Wilhelm Georg. Metzgergewerbe: Hch. Simon, Adolf Möhl. Photo- „Rein, Mutter, das habe ich nicht: da hatte ich dich." „Und jetzt?" „Jetzt hast du die ewigen Musikstanden." „Die sind aber doch notwendig, Mogens." „Ich sage ja auch nichts dagegen, Mutter, aber du mußt doch zageben, daß es ärgerlich ist, wenn man einen Vater hat, mit dem man nie ein Wort reden kann, nur darum, weil ihm das ganze Leben verleidet ist." „Lieber Mogens, du wirst eines Tages schon noch einsehen, daß Vater nichts dafür kann, daß er so ist, wie er ist, und dann wirst du ihn milder beurteilen. Er leidet selber, mehr als du ahnst, unter feinem Trübsinn." „Und du, Mutter, du?" ' „Ueber meine Laune ist nicht zu klagen, lieber Junge," erwiderte Frau Borris mit etwas erzwungener Fröhlichkeit. „Du bist so schrecklich gut, Mutter." „Schrecklich und gut,“ rief eine kecke Mädchenstimme an der Tür. „Kann man auch zwei entgegengesetzte Dinge auf einmal fein?" Es war Ellen, des Hauses jüngstes Kind, und eben fünfzehn Jahre alt. Jetzt kam sie ins Zimmer herein und stellte sich herausfordernd vor den Bruder hin. „Habe ich nicht recht mit dem, was ich sage, Mutter?" fuhr sie fort und drehte den Kopf nach der Mutter um. „(Kenn man schrecklich ist, kann man doch nicht zugleich ,gut‘ sein und umgekehrt — nicht wahr?" „Mutter ist dennoch alles beides — sag was du willst," sagte Mogens kurz angebunden. „Reize deinen Bruder nicht immer, Ellen," ermahnte die Mutter. „Was kann ich dafür, daß ich so ein ungewöhnlich feines Ohr für gute Sprache habe?" entgegnete Ellen. „Meine Lehrerin sagt auch, sie glaube, ich werde eine Schriftstellerin werden. Meine Sprache sei sehr reich, sagt sie." „Und dein Gesicht fei sehr sommersprossig, sagt sie das nicht auch?" warf Mogens spitzig ein. „Was gehen dich meine Sommersprosten an," fuhr Ellen heftig auf. „Uebriaens bekommen nir Leute mit sehr feiner -SSaut Sommersprossen — daß du es weißt." „Es ist mir sehr unlieb, daß dir deine Lehrerin Fliegen in den Kopf setzt," sagte Frau Borris mißbilligend. „Wie kannst du dir gleich einbilden, du werdest Schriftstellerin werden, weil du vielleicht einen etwas besseren Aufsatz schreibst, als deine Mitschülerinnen." „Meine Sprache ist sehr eigenartig, sagt sie. Wenn die andern zum Beispiel schreiben: ,Es war ein hübsches Mädchen mit hübschen Augen und hübschen Haaren, und sie hatte ein sehr hübsches Kleid an,1 dann schreibe ich: ,Es war em hübsches junges Mädchen mit schonen Augen. Sie hatte prachtvolle Haare, und ihr Kleid war entzückend.' Meine Lehrerin sagt das übrigens nicht allein, Base Malwine sagt es auch — ich habe ihr einige von meinen kleinen Sttzzen vorgelesen." „Was versteht denn die davon!" schnaubte Mogens. „Und sie sagt auch, das stehe für mich in den Karten. Aber das weiß man ja längst, daß niemand in der eigenen Familie etwas gilt — unter diesem Martyrium leiden alle werdenden Künstler." „Weihende Künstler!" wiederholte Mogens und lachte laut und herzlich. „Jetzt wird mir bald angst um dich, liebe Ellen," sagte Frau Borris und suchte ein Lächeln zu unterdrücken. „Ta eine Künstlerin — von wem wolltest du denn die (Begabung geerbt haben?" „Ra, man braucht doch nicht jede (Begabung von jemand geerbt zu haben," sagte Ellen zögernd. „Außerdem — weißt du, was ich schon oft gemacht habe, Mutter?" „Was denn, liebes Kind?" „Din ich wirklich eure Tochter, deine und Vaters?" „Ob du — unsre Tochter bist?" Frau Borris saß da. wie vom Himmel gefallen, während Mogens balb erstickt vor Lachen den Kopf verdrehte und sich auf den Schenkel schl ig. „Wessen Tochter solltest du denn sonst sein?" „darüber habe ich noch nicht weiter nachgedacht," kam es ungeduldig aas dem Mmd der einbildüngsreichen jungen Tarne. „Ich konnte ja zum Dnspiel die Tochter eines sehr vornehmen Vaters — ober einer vornehmen Mutter sein — es konnte ja irgendetwas Geheimnisvolles mit meiner graphengewerbe Ludwig Uhl Polsterer- und Tapeziergewerbe Job. K l i n f c r f u ß, Adolf Boll. Putzmacheiinnengewerbe: Frau Minna Bock. SatUergc'.ixrbc Friedrich Groß, Ludwig (Bölling, Groß-Felda Schlossergewerbe: Karl K r a i l i n g. Hermann Leyerzaps, Georg £)t- t e t b c i n, Laulcabach Schmiedegewerbe: Heinr Decker. Hermann Bender, Hungen. Schnei- dergcwcrbe: Iaiob Schreiner, Robert S ch i ch. Dam.nschneidergewerbe: Frau Marie Wick- Wundeilich, Fräulein Anna Vogt. Schornstein- fegergewerbe: Job. Rik. Kolb. Mainz. Jod. Karl Wolf. Mainz. Schreinergewerbe: Friedrich Lenz. Hch. Schwarz, Tübingen Schuhmache r- gemerbe: Karl Berg jr.. Ehr. MagnuS. Seilergewerbe: Wilhelm R e b h u t h. Steinmetz» gewerbe: A. Leonhardt, Grünberg. Stempel» feßergemerbe: Joses Ä reu ter. Uhrmacherge- werbe: Otto Schmidt. Hch. Marr. Wagner- gewerbe: Otto Faber. Hch. Spieß. Hch M ü b- I i ch. Weißbinder-, Maler- und Lackierergewerbe: Ehristoph Schmidt II., Kar! Leib. Weißzeugnäherinnengewerbe: Frieda Kellner, Relly Schmidt. Zimmerergewerbe: Gg. S ch u b e ck e r. Karl Rohm, Wieseck. " Einführung von Schülerferienkarten an Studierende. Die Eisenbahn- Verwaltung beabsichtigt, den zur Benutzung von Schülermonatskarten berechtigten Studierenden zur Erleichterung der Fahrten zwischen Studienort und Wohnort der Eltern oder Erzieher bei Beginn und Schluß des Semesters sogenannte Schülerferienkarten zu verabfolgen. Um die Studierenden noch vor der allgemeinen Regelung der geplanten Tarifmaßnahme schon zu den kurz bevorstehenden akademischen Ferien in den Genuß dieser Vergünstigung zu sehen, ist genehmigt worden, daß von den Fahrkartenausgaben Schü- lerferienfarten in Gestalt von einfachen Fahrkarten 3. und 4. Klasse zum halben Fahrpreis (sogenannte Kindersahrkarlen) bei dem bevorstehenden Semesterschluß an die Studierenden gegen eine besondere Bescheinigung der Universitäten oder Hochschulen verabfolgt werden. Für die Benutzung der Schülerferienkarten kommen in Frage: die ordentlichen ©tubierenben der Universitäten, technischen Hochschulen, Bergakademien, Forstakademien, landwirtschaftlichen und tierärztlichen Hochschulen, Akademien der bildenden Künste und Musikhochschulen, ferner die ordentlichen Studierenden der staatlichen, städtischen und der staatlich genehmigten Hochschulen. Die Reise vom Studienort zum Wohnort ber Eltern oder Erzieher kann 3 Tage vor bis 3 Tage nach Semesterschluß ausgeführt werden. Bei De- Nutzung von Schnellzügen ist ber volle tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Der Ucbergang in eine höhere Wagenklasse ist ausgeschlosfen. Landkreis Gießen. s. Rödgen, 4. März. Recht eigenartig — wenn man will — auch recht schön feierten unsere Mädchen diebiesjährtge Faft- n a ch t. In blauen, roten und grünen Rocken und goldverbrämten Miedern, und ebenso bunten Kopfbedeckungen belebten sie, zum Teil mit offenem Haar, die Torfstraßen. Das farbenpräch tige Bild fa-nd allgemeinen (Beifall unb hat hoffentlich für immer bie geschmacklosen Verkleidungen aus früheren Jahren verttieben. s. T r o h e, 4. März. Landwirt Wilhelm Hahn unb seine Ehefrau Elise, geb. Decker, feierten gestern ihre Silberhochzeit. — In vielen Häusern unseres Dörfchens macht sich Wasser in den Kellern bemerkbar. Es ist dies das beste Zeichen dafür, daß genügend Feuchtigkeit im Erdboden ist. Kreis Büdingen. bs. G l a u b z a h l, Kr. (Bübingen, 2. März. Heute fanb in ber Staats- Forstwartei bie erste Holzversteigerung statt. Es waren etwa 1500 (Bieter erschienen, teilweise waren sie aus ber mittleren Wetterau gekommen, um ihren Debarf an Brennholz in bem Harbwalb zu decken. Es wurden sehr hohe Preise erzielt. Sv kosteten vier Raummeter buchenenes Scheitholz 2300 Mk., zwei Raummeter buchene Stöcke 600 Mk. In entsprechenden Preislagen hielten sich bie übrigen Brennholz arten. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 3. März. Ueber D e - stechungsversuche bei dem hiesigen Geburt sein — derartiges hat man doch schon gehört — und ihr könntet mich für eine ungeheure Summe an Kindes Statt angenommen haben." „Sieb doch, Mutter, Ellen ist nicht so dumm, wie sie aussieht," lachte Mogens wieder. „Sie sieht es wenigstens ein, daß uns, wenn sie nicht deine und Vaters eigene Tochter ist, eine ungeheuere Summe bezahlt werden mußte, damit wir sie an Kindes Statt annehmen." „O du Muttersöhnchen, du mußt doch 'immer spotten- Ich habe wirklich zuweilen das Gefühl, als ob ich nicht hierher Ins Haus gehörte — als ob ich ein fremder, verirrter Vogel wäre." „Tas bist du aber durchaus nicht, hebe Ellen," sagte Frau Borris lächelnd. „Ich muß dir leider den reizvollen und zauberischen Schleier, in den du dich gerne hüllen möchtest, abreißen, kleine Mignon — du bist wirklich unb wahrhaftig nur Vaters und meine Tochter." „Ich habe das durchaus nicht gesagt, am mich wichtig zu machen — es war nur meine Vermutung — and so etwas ist bodj. schon mehr vorgekommen — nicht wahr — und bie Be- treffenben sind ja immer die letzten, die etwas davon erfahren." „So. nun haben wir keine Zeit mehr. Tämmer- stündchen zu feiern,“ erklärte Frau Borris and stand auf. „Orla kann jeden Augenblick kommen, es hat acht Uhr geschlagen. Liebe Ellen, sieh einmal nach, ob Ohne da ist und sag ihr, sie soll den Teetisch decken. Sie ist Tn der letzten Zeit merl- würdig vergeßlich geworden." Gehorsam stand Ellen auf und ging in die Küche hinaus, kam aber sofort wieder zurück mit einem großen mageren Mädchen, das ein merl- würdig welkes Gesicht hatte. Sie hatte eine Jacke an unb ein keckes Hütchen mit einer knallroten Feder gerade über der etirne auf dem Kopf. Mogens hatte inzwischen Licht angesteckt, und Frau Borris wandte sich erstaunt z i dem Mädchen um. „Jawohl, ich habe Brötchen geholt," sing' Oline an. „Aber ich wollte gerne fragen, ob ich nicht heute abend meinen einen Ausgangstag von der nächsten Woche haben könnte?" „Aber Sie sind doch erst gestern ausgegangen, Oline," wandte Frau Borris geduldig ein (Fortsetzung folgt) ---- Kosmos-Kino im großen Saale des Hotels „Einhorn“ In den nächsten Tagen Eröffnung 3. März. 4. März. Datum: 4. 3. Datum 1.7.14. 6.3. Schweizer Franken 100 SL = 195.- 21 m unsichtbaren Goldfaden. Verlag 100 100 100 100 100 408,05 35,36 98,40 167.30 4,62 411,45 35,64 93,85 165,20 Christiania . . . Kopenhagen. . . Stockholm . . . . Helsingfors . . . Italien London Reuhork Paris Schweiz (Spanien Deulsch-Oesterr.. Prag Budapest Buenos Aires . Bulgarien. . . . Fr. Kr. r Kr. Kr. 4,58 410,55 35,56 93,65 164,80 408,95 35,44 93,60 168,20 . 100 Mk- . 100 Kr- . 100 Kr. . 100 Fr. . 1 £ . 100 L. Wechsel auf Holland Deutschland .... Wien........ Prag ........ Paris........ London ....... Italien Brüssel Budapest ..... Reuyork Agram . Warschau . Frankfurt a M.. 6. März Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief ♦ * Kennzeichen des Verbrechers. Berufsmäßige Verbrecher werden von erfahrenen Kriminalisten oft an gewissen kleinen Kennzeichen erkannt, die sie nicht verbergen können. Einige solcher Merkmale, die dem Kundigen sofort den ^schweren Jungen" verraten, zählt der englische Kriminalist G. T. Crock auf. Da ist in erster Linie das Verbrechergesicht. So manchem ist seine verbrecherische Veranlagung quer übers Gesicht geschrieben, und zwar sind es hauptsächlich Degenc- rationserscheimlngen. In vielen Fällen ist das Verbrechergesicht jedoch nicht angeboren, sondern erst allmählich erworben. Dieses Stigma des Verbrechens auf den menschlichen Zügen ist schwer zu beschreiben: es ist auch nur zeitweise sichtbar und hat etwas Geheimnisvolles. Vielleicht ist es mehr der lange Aufenthalt im Gefängnis als das Verbrechen, das die Gesichter so stempelt. Denn der Gefängnisaufenthalt prägt den Zügen eine gewisse dumpfe Härte auf, wie ja auch Vögel und andere Tiere, die in Gefangenschaft gehalten werden, ihr Aussehen verändern. So schwer es ist, den Typus des Verbrechergesichtes so zu definieren, so sicher erkennt ein erfahrener Polizei- beamter einen Mann, den er vielleicht niemals vorher gesehen hat, an gewissen typischen Erscheinungen als Verbrecher. Kürzlich verhaftete ein Londoner Detektiv einen Wann als verdächtig jtmf den bloßen Augenschein hin, und fein Fingerabdruck erwies, daß er bereits mehrmals zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt war und schon zehn Jahre im Zuchthaus gesessen hatte. Andere Dinge, die den Gewohnheitsverbrecher kennzeichnen, beziehen sich auf sein Benehmen, Paul Alfred Merbach mitteilt, während S. Asch* ners Charakteristik von Gerhart Hauptmanns „Indipohdi" in die Gegenwart führt. Miszellen, Rezensionen und ein von Richard Rosenbaum sorgfältig bearbeitetes Register schließen das Heft und den Jahrgang ab. Büchertisch. — Karl Hesselbacher, - 2,15 ---- 0.10 = 8.45 — 46.50 = 22.51 ---- 26.70 -- 48.90 = 0.73 ---- 511.50 ----- 1.55 = 0,12 Sande?. Die Leipziger Messe. Leipzig, 5. März. (WTD.) Messesvnntag. Bis mittags waren bereits über 10 0 0 0 0 Messeaus we ise ausgegeben. Die Zahl steigt andauernd. Die Dienstkarten der Reichs-, Staatsund Komnrunalbeamten, ebenso die Studenten- und Schülerkarten, die Arbeiterkarten und sonstige allgemeine Ausweise sind nicht in der Zählung einbegriffen. Es handelt sich ausschließlich um Geschäftsbesucher der Messe. Man kann bereits fest stellen, daß auf der allgemeinen Mustermesse die Warennachfrage außerordentlich groß ist, daß sich aber andrerseits die Aussteller mehrmonatige Lieferfristen ausbedingen müssen. Die russische Regierung hat während der Messe in Leipzig Hn besonderes Bureau eingerichtet. Sogar die südchinesische Regierung hat eine amtliche Vertretung auf die technische Messe entsandt. Die Verzögerungen, die der Transportarbeiterstreik mit sich brachte, haben verhindert, daß die Messe wie sonst, bereits am Sonntag völlig fertig dastand. Der Besuch wurde hierdurch jÄ)vch nicht beeinträchtigt. Auch die auf freiem Gelände aufgestellten Maschine^ erregten großes Interesse. Verschiedentlich kamen auch schon gröbere Abschlüsse zustande. ♦ Berlin. 4. Marz. Dörsenstimmungs- b i l d. Die kräftige nachbörsliche Erholung des Marikurses von 39 auf 421/« in Aeuyork hatte im heutigen vormittäglichen Devisenhandel eine große Unsicherheit zur Folge. Man hielt sich zwar über der Parität mit dem Markkurs, doch ging der Dollar nominell bis auf 239 herab, um jedoch dann wieder unter beträchtlichen Schwankungen schnell anzuziehen und im Mittagsverkehr stieg schließlich der Dvllarkurs noch etwaä über den gestrigen amtlichen Stand hinaus. Die übrigen Devisenpreise folgten der Bewegung be§ Dollars. Allseitig machte sich ein starker Bedarf nach ausländischen Devisen geltend. Unter den Effektenhändlern herrschte eine feste Stimmung vor-, ohne daß es jedoch zu Umsätzen kam. Es wurde allgemein Zurückhaltung beobachtet. Berlin, 4. März. Prvduktenbericht. Rachdern im Frühvrrkehr sich das Getreide entsprechend der Abschwächung des Dollarkurses billiger stellte, hatte das Steigen der Devisenpreise am Mittag die entsprechende gegensätzliche Wirkung am Prvduktenmartte zur Folge. Die Unternehmungslust war aber vorsichtiger uüd gegen Lestern abend änderten sich die Getreidepreise rächt erheblich. Roggen war in bahn- stehenden Partien vermehrt angebvten, Gerste war gut gefragt bei fest gehaltenen Forderungen. Hafer wird von dem Konsum für unmittelbaren Bedarf gekauft. Auch Mais hatte eine feste Tendenz und prompte Ware erhielte höhere Preise. Mehl änderte sich wenig: gute Meinung bestand für Raps. Für Hülsenfrüchte zeigte sich der Konsum zurückhaltender. Futterstoffe hatten sehr feste Tendenz. Vermischtes. Der Doppelmörder vom Säntts erhängt arrfgeftmden. Appenzell, 4. März. (WTD.) Kreuz- pointner, der Doppelmörder am Ehepaar Haas, wurde heute auf einer Alp erhängt aufgefunden. einer glücklichen Erzähler gäbe. — Euphorion. Zeitschrift für Literaturgeschichte herausgegeben von Josef Radler und August Sauer. 23. Band. 4. Heft. Leipzig und Wien. Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung Carl Fromme, G. m. b. H. — Im Mittelpunkte dieses Heftes steht eine scharfsinnige Untersuchung von Georg Stefanskh in Prag: „Ein neuer Weg zu Heinrich von Kleist". Um ihn gruppieren sich wettere Aufsätze über Stoffe aus 5 Jahrhunderten: M. Zobel von Zabeltitz in Halle bespricht die Andachtsschriften der Magdalena Sibylla von Württemberg, geb. Landgräfin zu Hessen-Darmstadt aus dem 17. Jahrhundert. Gustav Sommer« feldt in Dresden behandelt Goethes Studienausflug nach Dresden 1708. Martin Sommerfeld in Frankfurt a. M. untersucht Friedrich Schlegels Urteil über „die Agnes von Lilien" von Schillers Schwägerin, während Erich Ienisch in Königsberg dessen Anteil an den Heidelberger Jahrbüchern auf Grund neuer handschriftlicher Quellen bestimmt. Ludwig Kleeberg in Kassel vergleicht Rovalis mit dem Mystiker Eckartshausen. Ins spätere 19. Jahrhundert führen Briefe von Josef Schreyvogel über Grillparzer und von Gutzkow über feinen Uriel Akosta, die 195.50 2.- 0.085 8.50 46.76 22.60 27.10 44.26 0.725 512.- 1.50 0,115 4050,90 4059,10 4026,95 4034,05 4,58 4,62 Wohnungsamt machte der Beigeordnete Delp in der Stadtverordnetensitzung auf Grund einer Beschwerde der Beamten interessante Mitteilungen. Danach versuchen fortgesetzt wohnungfuchende Männer und Frauen durch unauffällige Riederlegung von manchmal namhaften Geldbeträgen in verschlossenen Briefumschlägen auf den Schreibtischen der Beamten, diese zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Wiederholt habe man derartige Versuche zur Anzeige gebracht und Bestrafung herbeigeführt. Im übrigen seien jetzt noch verschiedene derartige Anzeigen in der Schwebe. Die in der Stadt über die Bestechlichkeit und Parteilichkeit der Beamten des Wohnungsamtes verbreiteten, teilweise unglaublichen Gerüchte entbehrten jeder Begründung. Hessen-Nassau. 400jähriges Reformationsjubilaum der Stadt Frankfurt a. M. * Frankfurt a. M., 3. März. Gleich anschließend an die Goethewoche kann die Stadt Frankfurt a. M. ein anderes Fest begehen, nämlich das Fest des 4Ovjährigen Reformationsjubiläums. Am kommenden Sonntag sind es 400 Jahre her, daß in Frankfurt a. M. von Hartmann Ibach, der auf Veranlassung von Frankfurter Reformationsfreunden nach Frankfurt a. M. gekommen war, die erste evangelische Predigt in der alten Katharinenkirche gehalten worden ist. Ibach kann als Begründer der evangelischen Kirche in Frankfurt a. M. betrachtet werden. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die amerikanischen Desatzungstruppen. Paris, 4. März. (WTB.) Wie die »Eyl- cago Tribüne" mitteilt, werden im Saufe des Monats März zwei weitere Transporte von der amerikanischen Besah angsarmee heimkehren. Rach dem Monat April werden die amerikanischen Kontingente in Deutschland nur noch 2400 Offiziere >inb Mannschaften umfassen, die jedoch dasselbe Gebiet beseht halten sollen, wie die ursprüngliche amerikanische Se- sahungsarmee. Eine Interpellation Deschanels. Paris, 4. März. (WTB.) Es.ist bestimmt worden, daß die Interpellation des ehemaligen Präsidenten T e s ch a n e 1 über die auswärtige Politik Poincarös am 31. März auf die Tagesordnung des Senats gesetzt werden soll. Beratungen der Unionisten in London. London, 4. März. (WTB.) Die unionistt- scheu Mitglieder des Unterhauses werben am Montag zusammentreten, um die gegenwärtigen politischen Fragen zu prüfen Und über ihre Haltung gegenüber dem Premierminister und 6tr George QJounger Beschluß zu fassen. Die Sanierung der Dank von Ehina. Paris, 4. März. (WTB.) Ter Senat hat den Gesetzentwurf über die Sanierung der Banc industriel de Chine, der bestimmt, daß die französische Regierung beauftragt wird, mit der chinesischen Regierung in Verhandlungen zu treten, um die rechtliche Summe der Entschädigung, die Frankreich aus dem Doxeraufstand erhielt, für die Rettung der Bant flüssig zu machen, mit 215 gegen 14 Stimmen angenommen. Etwa 80 Senatoren enthielten sich, der Stimme. Ein neuer Blaubart. Warschau, 4. März. (WB.) Hier treibt ein geheimnisvoller Blaubart sein verbrecherisches Handwerk. Man hat noch, keine Spur. In den letzten Wochen wurden 7 Frauenleichen ausgefunden, die alle die gleichen Merkmale der Tötung trugen. Düsseldorf, 3. März. (WTD.) Rach dreistündiger Verhandlung fällte heute abend das französische Kriegsgericht das Urteilgegen21 junge Leute, die angeklagt waren, der Brigade Ehrhardt bzw. der Organisation Consul angehört zu haben. Die beiden Führer Voegelin und Kohlhaas wurden zu drei und zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Von den übrigen Angeklagten erhielten 10 ein Jahr Gefängnis, sieben 18 Monate, und zwei wurden freiqesprochen. Köln, 4. März. (WTB.) '3n dem Beleidig ungsprozeß gegen Smeets ist der Angeklagte wegen Beleidigung des Postsekrtärs Gerdes in Moers und des Geschäftsführers Waschpvwih von der sozialdemokratischen ,Volksstimme" in Duisburg zu 5 Monaten Gefäng- iris verurteilt worden. In diese 5 Monate sind 3 Wochen einbegriffen, die Smeets dieser Tage wegen Beleidigung eines Polizeibeamten erhalten hat. Der Fall der Beleidigung des Reichspräsidenten wurde von den übrigen Anklagesachen abgetrennt, da der Reichspräsident in Berlin protokollarisch als Zeuge vernommen werden soll. 2330,15 2345,85 2293,70 2298,30 4970, - 4980,- 4:160, - 4j70,- toenn er aufs Polizeibureau oder in Untersuchungshaft kommt. Wird ein Mann in eine Zelle geführt und macht die Türe selbst hinter sich zu, dann kann der Beamte mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß es sich hier um einen langjährigen Angehörigen der Derbrecherzunft handelt. Einer, der zum erstenmal in eine Gefängniszelle kommt, wird das Schließen der Tür dem begleitenden Schutzmann überlassen. Ein anderes Anzeichen ist die Art und Weise, wie sich die Verdächtigen bei der Prozedur des Fingerabdruckes stellen. Der Gewohnheitsverbrecher hält ganz instinktiv seine Finger einen nach dem andern hin: der Reuling wird dieser Operation unbewußt Widerstand leisten. Er hat nicht die geringste Ahnung, wie die Sache vor sich geht, und muß erst von dem Beamten unterrichtet werden. Marknotierunge«. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Züricher Devisenmarkt. 4. 3. Amsterdam-Rotterd. 9640,25 9659,65 9540,45 9559,55 Brüssel-Antwerpen. 218". ,80 2192,20 2172,80 2177,20 "" 4450,50 4469,60 4400,55 4409,45 5334.65 5345 35 5334,65 5345,25 6633,35 6646 65 6653,30 6666.70 506,45 507,55 495,50 4»6'50 1363,60 1366,40 1325,151328,85 1113,85 1116,15 1113,85 1116,15 251,40 252,01 251,74 256,26 baren Goldfaden. Verlag Eugen Salzer. Heilbromi. — Der Verfasser gibt in den heiter und lebensfroh geschriebenen Geschichten Beweise Zürich.........Fr. 125.40 Amsterdam......Fl. 59.20 2,02 1,03 2,05 1,09 Kopenhagen * * * * * . Kr. 88.80 1,92 1,92 Prag .... . Kr. 117.80 24,87 — . — Stockholm . ***** . Kr. 88.80 1,57 1,55 Wien.... * * * * * . Kr. 117.80 2672,- London. . . ***** . Sh. 97.80 — , —* Paris. . . . ***** . Fr. 125.40 4,30 4,42 Reuyork . . . $ 23.80 -.39 -.39 JMk MImW Bartel Dienstag, den 1. März, abends 87, Uhr, spricht im Hotel Großherzog Herr Reichstagsabgeordneter rrorell Über 2252v „Die Regierung Wirth-Rachemu u. die tage im Reich". Alle Männer und Frauen sind eingeladen.Der Vorstand: Fischer. AMMMW OrtsLartell nationaler Arbeiter- und Berufsverbände, Gießen, Löberstraße 15 p. Jeden Dienötag u. Freitag form, von 10 bis VZ Ubr u. nachm. von 3—ß Ubr Sprechstunden. Auskunft wird erteilt für alle Arbeiter in Nechts- unb Steuerangelegcnbeikcn. Reiner in allen das Arbeitsverhältnis betreffenden Rechtsfragen. Auskunft kostenlos. 2171 SW! KMK ttülM! Ich zahle nur diesen Mittwoch, 8. März 1922, von 9-6 Uhr, in Gießen, Hotel Schütz, für MM Me M SM (wenn auch zerbrochen) bis Mk. 100.- und mehr per Stuck. Zimmer ist angeschrieben. 2235ss W»SMMMkMM 2lm 7., 8. und 9. März I. I., nachmittags 430 Uhr, wird der Hessische Landesverband zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten den Film „Die Geschlechtskrankheiten und ihre Folgen" >-c im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, zur Vorführung bringen. Für unsere Mitglieder und deren Angehörige sind Karten zum ermäßigten Preise von 3 Mk. pro Person an unserer Kasse in der Zeit von 8 bis 1 Uhr zu haben. Wir bitten unsere Mitglieder, hiervon regen Gebrauch zu machen. Der Dorstand. iphpr Akt lMcl in sester gptWdjten WisikmunMirein ti.oreis- werl Die Brüßl iöje ilnio.-Druuetei. ö. Lange. Biegen Tage«- and Abendkurse. Keine Bemfeetörnng. Gießen, Neuen Baue 22IL 01706 Blockstraße 5. 2248h Bestätigungen der in den erst jetzig, u. der in früher. Karsen Behandelten liegen in den Sprechstunden zur Einsicht aus. So wird uns u. a. geschrieben: Mein Sohn, im 16. Lebensjahr, litt seit Jahren an schwerem Stottern. Längere Behandlung an zwei verschiedenen Stellen war erfolglos. Ich vertraute ihn Dr. Schraders Spezialinstitut an und bin mit dem Erfolg sehr zufrieden. 16. Febr. 22. K. S. Hatte einen schweren Stotterfehler und nahm an einem Kursus von Dr. Schraders Spezialinstitut zu meiner vollen Zufriedenheit mit Erfolg teil. 13. Febr. 22. W. B. Im Jahre 1913 nahm ich in Dr. Sehr. Spezialinstitut in Gießen an einem Kursus für Stotterer teil. Ich kann demselben nunmehr dankend bestätigen, daß ich von meinem schweren Sprachfehler vollständ. befreit bin und meinen inzwischen ergriffenen Beruf voll u. ganz erfüllen kann. Ich kann nur jedem den Rat geben, der irgendwie mit einem Sprachfehler behaftet ist, an einem Kursus des Herrn Dr. Sehr, teilzunehmen. 28. Febr. 22. K. S.» Architekt. Dr. phil. Schraders Spezialinstitut Gute Belohnung demjenigen, der Freitag nacht von der Südanlage bis zur Bleichstr. die blaue Damenstrickjacke sand. Abzugeben auf dem Bolizeiamt. 01723 Haus mit Metzgerei und Wirtschaft (Bahnstat.) zu verpachten. Sckr. Angeb. u. 02976 an d. Gieß. Anz. ÄläOOTL gegen gute Sicherheit, hohe Zinsen und monatliche Ra'.enriickzablungen von 1000 Mk. ? Offerten erbet, unt. 2156 an Hcrso, Mitleid. Annonc.-Erved., [Verschiedenes | .Darm ju «motehken (f! 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