i Ich n ; in 1 rnk«. Nr. 81 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit betSamstaqsbeilage; GiehenerFamilienblürter Monatliche Ve;uy5preise: Mk. 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch diePoft Mk. 17.50, auch b ei N ich t - erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift« leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen. Postscheckkonto: Sranlfurt a. M. 11686. Erstes Blatt 172. Jahrgang ' Mittwoch GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steinörudcrei H. Lange. Zchriftleilung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. , 5. April (922 Annaym. von flnjeigen ftr die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 120 Pf, auswärts 150 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 450 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigente,l: Hans Beäi, sämtlich in Gießen fern die Interessen Europas zu erörtern. Die Tatsache, Daß die Deutschen und die Rus- fen an den ^Beratungen teilneßmen, sei an und für sich schon eine Bedeutung, die niemand in Abrede stelle. Die ersten Erörterungen in Ge° nua würden alle die verschiedensten Standpunkte Poincar^s letzte Anweisungen. Paris, 4. April. (WTB.) Ministerpräsident P o i n c a r e tat für morgen nachmittag die französischen Delegierten und Sachverständigen für die Konferenz von Genua zu- sammenbnmsen, um ihnen die letzten Anweisungen zu erteilen. Eine optimistische Aeußermig Schanzers. London, 4. April. (WB.- Der italienische Minister des Auswärtigen Amtes, Schanz er, erklärte in einer Unterredung mit dem römischen Berichterstatter des Reuterbureaus, die Genueser Konferenz sei zweifellos eines der größten historischen Ereignisse seit der Pariser Friedenskonferenz. Man könne von der Genueser Konferenz keine Wunder erwarten und auch nicht, das) alle internationalen Probleme, die noch immer auf der Welt lasteten, gelöst würden. Andererseits würde es ein großer Fehler sein, mit (Zweifel und Skeptizismus in die Zukunft zu schauen. Die Bedeutung der Genueser Konferenz gehe aus der batten, sie doch schließlich die Forderungen unterschrieben haben. Diese neuen Forder-ungen hätten die Fehler einem Kompromisses. Die Lage am Borabend von Genua sei also die: Die Alliierten haben Forderungen aufgestellt, die sie logischerweise erzwingen müßten, obwohl einige der Alliierten bzw. ihre Vertreter in der Repa- rationskommission nicht glauben, daß die Forderungen unerfüllbar sind. Statt daß Deutschland vorgebe, zuzuslimmen, widersetze es sich offen den Alliierten. Dadurch werde cs unmöglich, die Krisis hinauszuschieben und das Re- parationsproblem aus der internationalen Versammlung auszuschalten, bei der die Alliierten mit Deutschland an einem Tisch sitzen werden. Abreise der russischen Delegation nach Genua. Berlin, 5. April. Die russische Delegation für Genua mit Tschitscherin, Litwinow und Joffe an der Spitze hat gestern abend Berlin verlassen. Krassin hat sich nicht mit nach Genua begeben, sondern ist nach London abgereift, wo er Verhandlungen zu führen hat. ReparationskoinMission und Kohlenausfuhr. Paris, 4. April. (WTB.) Lieber den gestrigen Beschluß der Reparationskommission betreffend die Ausfuhr der deutschen Kohle teilt Havas mit, es handle sich um die Bestimmungen des Wiesbadener Abkommens vom 7. Oktober 1921. Die Reparationskommission habe festgestellt, daß sie einem zwischen einer alliierten und der deutschen Regierung geschlossenen Abkommen, das ihre Vollmachten und Pflichten beschränke, nicht zustimmen könne. Für den durch das gegenwärtig in Kraft befindliche Liefe- rungsprogramm gedeckten Zeitraum verzichte sie auf ihre im Versailler Vertrage festgesetzte Vollmacht, die Ausfuhr zu untersagen. Sie könne aber zur Zeit sich dieser Vollmacht nicht für einen längeren Zeitraum entäußern, als er dem lausenden Lieferungsprogramm entspreche. Sie nehme das französisch-deutsche Abkommen sowie die Erklärungen des belgischen, des italienischen und des englischen Delegierten zu der Angelegenheit, die diese im Ramen ihrer Regierungen abgegeben hätten, jedoch zur Kenntnis. Die Reparations- kommission wünsche zur Zeit keine Barzahlung entsprechend der deutschen Kohlenausfuhr im freien Handel zu fordern unter der Bedingung jedoch, daß die von der Kommission vorgeschriebenen Barzahlungen künftig ausgeführt würden. Die deutsche Antwort über die Schutzpolizei. Berlin, 5. Avril. In der Reichskanzlei sand gcflcm eine Besprechung über die Antwort auf die letzte Rote der interalliierten Kontrollkommission über die S ch u h p 1 i z e i statt. An den Beratungen nahmen auch die Innenminister der Lände-' teil. Die Antwort auf die Rote, über die laut „® u^chw Xl-emciren Zritung" in der gestrigen Bes r'cbung voll'' Einmütigkeit herrscht, wird voraussichtlich bereits heute übergeben werden. Aus dem Reichs. Eine Nachprüfung der Lebensmittelpreise. Berlin. 4. Avril. (Wolff.) Wie die .Neue Berliner Mittagszeitung" hört, plant die Reichsregierung, eine allgemeine Nachprüfung der Lebensmittelpreise auf Grund der Wucherverordnungen vorzunehmen. In den einzelnen Städten, z. B. Hamburg, sind die Preisprüsungsstellen bereits Ende voriger Woche selbständig vorgegangen. In Hamburg werden Milch- und Dutterpreise einer Rachprüfung unterworfen. Fragen der Getreideversorgung. Derlin, 4. April. (Priv.-Tel.) Wie die „Kreuzzeitung" mitteilt, haben im preußi - fchen Landtag die Deutsche Volks- Partei, das Zentrum und die Demokrat e n beantragt, das Staatsministerium zu ersuchen, von der weiteren Fortführung des in Kraft befindlichen TImlaqever fahrens abzusehen, dagegen umgehend mit den landwirtschaftlichen Organisationen in Beratung darüber zu treten, in welcher Weise die Sicherstellung der Getreideversorgung erreicht werden kann. Die wichtigste Maßnahme zur dauernden Sicherstellung der Ernährung sei die Hebung der Erzeugung, die am sichersten auf der Grundlage der f r e i e n W i r t s ch a f t möglich sei. Da die Deutschnativnale Volkspartei bereits vorher einen Antrag auf Einführung der freien Wirtschaft stellte, ist jetzt wenigstens in Preußen eine Einheitsfront der bürgerlichen Parteien für die Beseitigung des Umlageverfahrens hergestellt. Lärmszenen im preußischen Landtag. Berlin, 4. April. (Wolft.) Bei der Besprechung der bekannten Vorgänge im L r ch t e r - selber Kadettenhaus kam es im Ab - geordnetenhause zwischen der Rechten und der Linken zu lebhaften Zwischenfällen. Als der unabhängige Sozialist Cohn äußerte, die bekanntesten Schüler der Kadettenanstalt, Hinden- bura und Ludendorff, hätten in^ihren Hessischer Landtag. 11. Sitzung. St. Darm stabt, 4. April Am Regierungstische: Staattpräiident Ulri ch, Finanzminister Henrich, Winschaftminister Raab. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 10V4 Ülhr. Man tritt alsbald in die Tagesordnung ein und berät zunächst den Antrag Bornemann • die Pachtschuhordnung betreffend und in Verbindung damit einen Antrag Obenauer in gleicher Angelegenheit. Sen Ausschußbericht erstattet Abg. S t u rm s el s. Der Antrag Bornemann lautet: Wir byantragen, die Regierung yu «ersuchen: 1. den hessischen Reichs- ratsbevollmachtigten zu beauftragen, bei der bevorstehenden Beratung des Gesetzentwurfs zur Verlängerung der Pachtschuhordnung dafür einzutreten, daß in den Pachtschuy auch die Jagd- und Fischereipachtverträge, sowie die Pach.en von Steinbrüchen einbezogen werden; 2. die hessischen Gemeindeverwaltungen anzuweisen, für bevorstehende Verpachtungen ihrer Jagden ufm. in den Vertragsentwurf eine Bestimmung auf ,u ehmen, wonach der erzielte Pachierlos nur den Mindest - betrag darstellt und sich bei Fälligwerden jeweils entfprechend der Markwährung erhöht. Der Ausschuß war der Auffassung, daß der Antrag grundsätzliche Berechtigung hat und daß die bestehenden Zustände dringen) der Olbhilfe bedürfen. Da es sich um Vertragsrechte handelt, bleibt nur der Weg über die Reichsgesehgebung übrig, und der Ausschuß schließt sih dem Ersuchen des Antrages Bornemann mit geringfügiger Änderung an. _ Inzwischen ist ein Antrag Dr. Muller u. Gen. (Bbd.) eingegangen, der die Schaffung von Einigungsämtern in Angelegenheiten der Jagd-, Fischerei- und Steinbruchverträge usw. wünscht. x - Abg. Obenauer (Dem.) bespricht eingehend die gesamten einschlägigen Verhältnisse und tritt für den Ausschußantrag ein Abg. Dr. Müller (Bbd.) bittet um Annahme seines Antrages. Abg Ruß (Ztr.) spricht sich ähnlich aus. Der fundamentale Rechtsgrundsatz, daß an bestehenden Verträgen nicht gerüttelt werden dürfe, ist auch z. D. im Mietengesetz usw. bereits durchbrochen worden. Abg. Schott (D Dp.): Auch die Finanzlage der Gemeinden spricht für die Rotwendigkeit eines gerechten Ausgleiches. Die Iagdpächter sind heute ganz andere wie früher und wer heute die leider zum Sport gewordene Jagd als Sport auSübt» kann auch die Preise zahlen. Abg. Obenauer (Dem.) verliest bann eine kleine Anfrage, die mit zur Debatte gestellt wird, und in der angefragt wird, was die Regierung bisher auf seinen Antrag getan habe. Staatsrat Dr. Schwartz erwidert, daß die Regierung schon seit langem, im Sinne des Antrages Bornemann bei der Reichsregierung tätig war, bah die Reichsregierung aber am 31. Matz geantwortet hat, dal) sie grundsätzlich gegen die Aufnahme Der Jagd- usw. Verträge i i die Pacht - schutzvrdnung ist, weil das zu unerträglichen Kon« feguenxen führen muß. Abg. Bornemann (Soz) begründet eingehendfeinen Antrag. Die Pachtschuzordnung fei im wesentlichen eine Pächterschutzordnung geworden. Die Stellungnahme der Reichsregierung sei bedauerlich und es bleibe zu hoffen, daß bet Reichstag eine andere Stellung eirmehmen weroe. Abg. Rint (KPD.) erörtert Eijelialle. 2Uf Grund des B.G.B. könne die Regierung wohl Die Mark als Markstein für Genua. In ihrem großen Finanzprogramm hat Pie Reichsregierung seinerzeit die Währungsreform als den Schlußstein ihrer Pläne bezeichnet. Was sind Hoffnungen, was lind Entwürfe! Mit der geplanten Stabilisierung der Valuta geht es der Regierung -ebenso wie mit dem feierlichen KvbinettS- lbeschluß, wonach im Jahre 1922 mit dem Abbau der Preise begonnen werden sollte. Aber Die Preise wollen nicht, und die Valuta will Nicht. Eigentlich hätte die Regierung sich selbst sagen können, daß jede Stützungsaktion für die Währung im Zeichen der Reparation als hoffnungslos zu gelten hat. Der Sturz der Mark begann, als Deutschland auf allen Märkten der Welt nach Devisen jagte, um die erste .Gvldmilliarde zu zahlen, und er setzte .sich fort unter dem Druck der Dekatenzahlun- ^en. Roch am l.Iuli v.Z. stand der Dollar auf 75 Mk., um dann im Zeichen der Devisen- aufläufe und der Zerstückelung Oberschlesiens am 8. Rovembcr v.I. bis zu 310, im freien Verkehr sogar bis zu 330, hinaufzuschnellen. Als dann die Hoffnung auf eine Halbwegs erträgliche Lösung der Reparationsfrage sich zu regen begann, konzentrierte sich der Dollar wieder rückwärts, um am 9. Januar d. I. den „Tiefstand" «von 168,50 zu erreichen. Dann aber setzten die Dekadenzahlungen ein, und damit sank die Mark und stieg der Dollar plangemäß, um bei dem Bekanntw.erden des Pariser Reparationsdiltats zeitweise auf über 340 zu klettern. Darüber besteht jetzt nirgends mehr ein Zweifel, daß die deutschen Finanzen nicht ohne eine langfristige Anleihe repariert werden können, und daß diese Anleihe, also diese Reparation der deutschen Finanzen, nur möglich ist bei einem ganz erheblichen Nachlaß der Reparationen. Wenigstens in England und in Italien hat man endlich begriffen, daß die Währungsreform nicht in der Macht des deutschen Schuldners steht, sondern von dem Verhalten der Gläubiger Deutschlands abhängt, aber letzten Endes auch im Interesse der Gläubiger Deutschlands liegt, nicht etwa nur mit Rücksicht auf die im Ausland befindlichen Papiermarkbestände, die auf 80 Milliarden geschätzt werden und durch die damit betriebene Spekulation mitschuldig sind an der Fieberkurve der Mark. Nein, auch deshalb, weil der Tiefstand unserer "Valuta einmal die Importkonkurrenz gegen das Ausland dauernd verschärft und zweitens Deutschland als Käufer aus dem Weltmarkt ausscheiden läßt zum schweren Schaden der Weltwirtschaft. Drittens endlich, weil, je tiefer die Mark herabgedrückt wird, desto geringer die Aussichten für unsere Gläubiger werden, überhaupt irgendeine Reparation aus dem ausgepowerten Deutschland herauszuschlagen. Will die Konferenz von Genua wirklich Vvgelstraußpolitik treiben und an all diesen Dingen blindlings und blind Vorbeigehen? Werden die verantwortlichen Staatsmänner in den alliierten Landern nicht doch noch einsehen, daß der Reparationsspatz in der Hand besser ist als die Sanktionstaube auf dem Dache? Die Haltung Frankreichs. Paris. 5. April. (WTB.) Wie Der .Petit Parisien" mitteill, ist im gestrigen Kabinettsrat festgelegt wor et, daß die französische Delegation, die sich nach Genua begibt, nicht Plein-pouvoir besitzt und daß sie für die Entscheidungen, die sie zu treffen hat, jedesmal bei ihrer Regierung anfrag en solle. Aus diesem Grunde fordert der .Petit Pa- rifien“ auf, die Regierung zu fragen, ob Frankreich nach Genua geht, um ein Programm oor- zulegen, oder ob es dorthin gehe, um sich gewissermaßen absolut eine Reserve aufzuerlegen. Das Blatt erinnert an die Aufforderung Tar- dieus, die er vorgestern in der Kammer hat ergehen lassen, Frankreich müsse in Genua ein positives Programm haben. zu Tage treten lassen und die Grundlage für günstige Ergebnisse legen, die dem Wirtschaftsleben Europas einen neuen Antrieb geben würden. Die Genueser Konferenz würde Europa au! den Weg des Wiederaufbaues bringen und wenn sie vielleicht auch nicht in der Lage fein werde, vollkommen alle Probleme zu lösen, so werde sie doch die gesamte europäische Lage klären. Der Erfolg der Konferenz.werde ad- hängen von der Klugheit und Mäßigung aller Teilnehmer. Ministep Schanzer erllärte, er selbst ei optimistisch, da er der Ansicht sei, daß alle Teilnehmer sich der riesigen Verantwortung bewußt sein würden, die sie übernommen hätten. Italien gehe auf die Konferenz mit Dem vollen und sicheren Glauben an ihren Erfolg. Bcncsch über die Ausgaben der Konferenz. Prag, 4. April. (WTB.) Tschecho-Slowa- kisches Pressebureau. Ministerpräsident Dr. Bene s ch, der morgen nach Genua abreift, erschien heute im Auswärtigen Ausschuß des Abgeordnetenhauses und berichtete über die Aufgaben der Konferenz von Genua. Er führte aus, die gegenwärtige Lage sei durch die zer- törenden Folgen des Krieges entstanden. Es ei natürlich und logisch, Daß sich die Konferenz nicht mit den Friedensverträgen befassen könne. Die Auswerfung dieser Frage würde die Äon» erenz nicht zum Ausgangspunkt einer Rekon- Iruftion machen, sondern die völlige.Zerrüttung Europas herbeiführen. Die Großmächte vom Range Frankreichs, Englands und Deutschlands müßten Differenzpunkte, wie es die Reparationen seien, vor allem unter i ch selbst ausmachen. Der Ministerpräsident )ehandelte bann die Hauptprobleme der Regeneration Europas. Das erste sei die Rekonstruktion Rußlands und die Anknüpfung von Beziehungen mit ihm. Diese Frage lasse sich, wie Lloyd George richtig sehe, nur in recht ferner Zukunft der Lösung zuführen. Der praktische Plan der Wiederaufrichtung Rußlands fei rügender: 1. Liquidierung der alten russischen Verbindlichkeiten aus der Vorkriegszeit, das heißt der Öffentlichen und privaten Schulden des früheren russischen Kaiserreiches. 2. Die Errichtung einer ständigen Kommission zur Kontrolle dieser Verbindlichkeiten mit Abgrenzung ihrer speziellen Rechte. 3. Die Prüfung der Frage, bis zu welchem Qrtaße und unter welchen Rechtsnormen und Bedingungen fremdes Kapital in Rußland angelegt werden könne. Ferner die Frage Der persönlichen Sicherheit der Ausländer, der Konsularrechte, der Gerichte und die Gültigkeit ihrer Urteile sowie das Problem der Beteiligung fremder Gerichte, eventuell gemischter, in Streitfragen zwischen Russen und Ausländern. 4. Die Methode der praktischen rekonstruktiven Arbeit auf Dem Gebiet Rußlands. Dieses Programm sei mehr wirtschaftlicher Natur, und es werde wohl darüber leicht zu einem ilebereinfommen mit Sowjetrußland kommen. Weniger leicht werde dies in rein politischen Fragen sein, namentlich in der Frage der rechtlichen Anerkennung Rußlands. Der zweite Hauptpunkt der Konferenz sei das Problem der Wiederaufrichtung des wirtschaftlichen und geschäftlichen Lebens überhaupt und in Zentraleuropa im besonderen. Viel konkrete Arbeit sei von den Sachverständigen der Alliierten in dieser Frage nicht geleistet worden, so daß alles vorläufig Den Kommissionsarbeiten Vorbehalten bleibe. Heber das Valuta- Problem herrsche die einmütige Auffassung, daß künstliche Maßnahmen zur Lösung des Problems nicht zum Ziele führen, ja schädlich wirken würden. Die dritte große Aufgabe der Konferenz sei der Versuch, zwischen den ehemals feind', ich» en Staaten and Den Neutralen zum ersten Male nach dem Weltkriege direkte Beziehungen herzustellen, eine europäische Interessengemeinschaft zu erwecken und die jetzt noch bestehende Kriegspsychose aus der Welt zu schaffen. Es sei bedauerlich, daß die Vorarbeiten der Konferenz _ nicht so weit vorgeschritten seien, wie dies wünschenswert sei, und daß die definitive Losung des Repa- rationsproblems wegen der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht erfolgt sei. Die tschechoslowakische Delegation gehe nach Genua ohne Befürchtungen, aber auch ohne übertriebene Hoffnungen. Wenn wir, so schloß Dr. Denesch, in unseren Erwartungen bescheiden sind, werden wir wahrscheinlich bestimmte positive Resultate wirtschastlichen und finanziellen Charakters erzielen, die vielleicht allen zum Wohle gereichen werden und die für uns wie Die übrige Welt einen Erfolg bedeuten. Eine englische Stimme. London, 4. April. (Wolsf.) Der Pariser Berichterstatter der „Westminster Gazet e“, Sislah Huddleston» schreibt, man habe gehofft, daß das Reparationsproblem beseite gelegt werde mindestens bis nach Schluß der Genueser Konferenz. Als die Reparationskommillion ihre letzte Roke sandte, habe man aeglaubt, daß Deutschland eine solche Summe zahlen könne, man habe jedoch geglaubt, Daß eine neue Krise auf mehren Monate hinausgeschoben werden würde. Zur Enttäuschung derer, die dies gehört hätten, habe aber Deutschland, statt Den Forderungen Der Reparationskommission zum Schein zuzu- Schriften das Gegenteil von Bekennermut. sic hätten Feigheit bewiesen, kam es zu st ürmische r Lärmszenen im Hause. Dem Beifall Dct äußersten Linken folgten von Den Bänken Dct Deutschnationalen laute Rufe: »Iüdiiche Frechheit!" Mehrere unabhängige und kommunistische Abgeordnete stürmten Darauf auf Die deutschnitto- nalcn Zwischenrufer zu und der unabhängige Abgeordnete Meier mußte von seinen Freunden von Tätlichkeiten zurückgehalten werden. Von rechts und links fallen Schrnähruse und Der AbgeorDnete Schulz-Neukölln wirft ein Heft Protokolle nach einem deutschnationalen Gegner. Schließlich gelang es dem Präsidenten Leineri, die Ruhe wiederherzustellen. Die Diätenfrage im preußischen Abgeordnetenhaus. (Berlin, 5. April. Em gemeinsamer Antrag aller Fraktionen des Preußischen Landtages fordert eine Abänderung des Gesetzes vom 23. April 1921 über die Entschädigung der Mitglieder und des Präsidenten des Preußischen Landtages. Der Antrag verlangt mit Wirkung vom 1. April eine Aufwandsentschädigung von 5000 Mark monatlich (bisher für du Berliner Abgeordneten 3000, für die auswärtigen 3500 Mark), ein Tagegeld von 120 Mark und einen .Versäumnisabzug von 150 Mark gleichmäßig für alle Abgeordnete. Das Ende eines Streiks in Berlin. Berlin, 5. April. (Priv.-Tel.) Unter dem Vorsitz des Demobilmachungskommissars ist gestern zwischen den seit 13 Wochen strei - kendenBerlinerMüllkutschernund Den Arbeitgebern ein Schiedsspruch gefällt worden, den beide Parteien angenommen haben. Durch den Schiedsspruch, der den Ausständigen einen Arbeitslohn von 8 0 0 Mark wöchentlich zubilligt, hat der Streik der Berliner Müllkutscher endlich ein Ende gefunden. Tatsache hervor. Daß man zum ersten Male nach I stimmen, rundweg erflärt, Daß Die Forderungen dem Kriege wieder Sieger unD Besiegte olme unerfüllbar seien. Es sei Tatsache, Daß, Llnlcrschied Zusammentreffen werde, um gemein-1 trotzdem Die britischen Delegierten sich Den unter- fam Die Interessen Europas zu erörtern. Die breiteten Vorschlägen zum großen Teil widersetzt £051(201 $ nähme und Ausgabe von 914 457 Mk. genehmigt. Unter den Ausgaben sind allein für Kohlen der Gefallenen gaben der Stimmung Ausdruck. > haben. Ministerialdirektor v. Schönebeck er- Zum Schluß der erhebenden Feier wurde von! klärte int Ramen des Reichswirtschaftsministers. . । migi. dinier oen ^lusgav 1575 400 Mk. vorgesehen. 7 Aus Mar sus (ott ant: Montag, beginnen! werben: ,2(. ,3( J .«( J . 7( , Don der Frankfurter Messe Ein AuslLrrder-GesellschaftLabrnd. 3m Mrz 19: Minister! Hoher Ir licht, auf Tief Ser ( Siegel Frankfurta. M., 4. April. (WTB.) Der anläßlich der Frankfurter Frühjahrsmesse im Palmengarten veranstaltete Ausländer-Gesellschaftsabend wurde durch eine Ansprache des StadtratS Landmann cingeleitet, der ^nächst auf den Aufschwung hinwies, den die Frankfurter internationalen Messen genommen 2 Stück: 16tüd. A Etück < von Schreiner. 4. Schatzwalzer von Strauß. 5. Ernst-August-Marsch von Blankenburg. der zahlreichen Festversammlung „3ch hakt' einen Kameraden" gemeinsam gesungen. Unter den Anwesenden war die verwitwete Fürstin Karl zu Solms-Hohensolms-Lich mit ihrer Tochter. Prinzessin Agnes: der ersteren einziger Sohn. Erbprinz Philipp, gehört zu den auf den Ehrentafeln verzeichneten Gefallenen. ra. Braunfels, 4. April. Fürst Georg zu Solms-Braunfels hat etwa 400 Raummeter Brennholz an unbemittelte Familien und alleinstehende Personen des Standesgebiets unentgeltlich verteilen lassen. ra. Oberndorf, 4. April. Aus einer Baracke des Gefangenenlagers Wehlar hat der hiesige Ternverein eine Turnhalle erbaut. Fast alle Einwohner haben dabei geholfen. Die Halle soll am Jl. Juni, verbunden mit dem Bezirksfest des Oberlahnbezirks im Lahn-Dill- Gau, ihrer Bestimmung übergeben werden. Hessen-Nassau, Sin Raubmörder verhaftet. -Fulda, 4. April. Ein gewisser ©mit Rauke aus Plauen hatte in der Umgebung, von Fulda zwei Bauernmädchen auf bestialische Weise umgebracht und war dann spurlos verschwunden. Dem Mörder werden aber außerdem noch fünf andere Morde zur Last gelegt, darunter ein Lustmord an einem 14jährigen Mädchen. Schon viermal war es dem gefährlichen Burschen immer wieder gelungen, sich durch die Flucht aus den Gefängnissen dem Arme der Gerechtigkeit zu entziehen. 3etzt konnte man den gefährlichen Mörder in Wörmsmühl bei Miesbach verhaften. 3n i oei 6er Z Ach emg! Durch »oni 15.' AUschaf Meralve .Sich,! Aus m nach MissivW »Clu ,9( , ,10 ( , ,11 ( „! ,12 ,13( .14 ( .15 ( Die 9 । Ma SN 4 *M5 Sn. ?>ti !?Wift Sy ruf Sw ^aii Aus -em rlmtsverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatk Rr. 46 vom 4. April enthält: Berlängerung der Schustzeit für Waldschnepfen. — Die Verteilung der Ferien an den Volks- und höheren Schulen. — Amtsverkündigungsblatt. — Meisterprüfungen im Handwerk. — Dienstnachrichten. Meisterprüfungen im Handwerk. Die Hessische Handwer^kammer in Darmstadt hat den Meldeschluß für die diesjährigen Meisterprüfungen auf den 30. April 1922 festgesetzt. Dis zu diesem Zeitpunkt haben die Prüflinge die Prüfungsgebühr mit 175 Mk. an die Handwerkskammer Darmstadt einzusenden. Die hierauf ihnen zugehende Quittung und das Anmeldeformular sind nebst den sonstigen Unterlagen dem Vorsitzenden der Prüfungskommission, Dipl.-Jng. Drünnrngs, Gießen, Gewerbeschule, einzureichen. ler, die es stifteten, dem Herrn Direktor Dr. Großmann, der allen Beteiligten den Dank des Gymnasiums aussprach. Getragene Orchesterklänge und Gesänge des Schülerchors zum Gedächtnis E teillff gruhr>- Übe^ d/L noch N I”, # d-> $et : ecllarle K tijtr2rb( Äc^entra |yng lzt- ' Poleitz ge Nesse Ick inao unser li4 fltpße [jufmanni jußlanbei ^deutung 6al) |21uf die jagte der Aus Stadt und Land. Gießen, den 5. April 1922. L.U Landes-Universität Gießen. An unserer Universität können nunmehr Personen, die sich in hervorragendem Maße um dieselbe verdient gemacht haben, vom Gesamtsenat zu Ehrenbürgern der Universität ernannt werden. Der Direktor der Universitätsbibliothek i. R. Geh. Hofrat Dr. Haupt ist der erst.-, dem diese Ehre zuteil geworden ist. ** Promenadenkonzert findet am Donnerstag, mittags 12 Uhr, am Liebig-Denkmal statt mit folgender Spielfolge 1. Krönungs- iinarfdj aus der Oper „Die Falkunger' von jKretschmar. 2. Ouvertüre „Danditenstreiche" von 'Suppe. 3. Fantasie aus Verdis Oper „Traviata" Abhilfe schaffen. Die Stelllmg der Reichs» regierung bedauere auch er. Der Antrag wird dann einstimmig an- 'genommen. 3n der Pause, die bis um 3/tl Uhr dauert, finden Frak.ioiwd spiepungen des Zentrums und der Sozialdemokraten Jtatt. Em berechtigter Protest. Rach Wiederaufnahme der Verhandlungen erhält das Wort Abg. Dr. Osann zur Geschäftsordnung: Meine Damen und Herren, ich möchte namens der Deutschen Volksparrei unserem Bedauern Ausdruck geben, daß die heutige Landtagssihung auf etwa anderthalt Stunden unterbrochen toorben ist, womit mit einer gewissen Rücksichtslosigkeit gegen diejenigen, die genötigt sind, den Landtagssihungen beizuwohr.en, aber sich nicht etwa auf den Gängen aufzuhalten, hier verfahren worden ist. Wir sind nicht in das Haus eingetreten, um uns auf den Gängen aufzuhalten, fonbem wir haben die Geschäfte des Landes zu erledigen. Ich meine, es wäre den Parteien, die sich vielleicht noch nicht einig geworden sind, auch außerhalo der heutigen Sitzung möglich, sich entweder zu verständigen oder dem Hause zu erkennen zu geben, dun sie sich nicht verständigt haben. Aber das, was hier wiederum geschehen ist, und was wir schon des öfteren mit Bedauern haben feststellen müssen, daß wir hier ohne Arbeit hingehalten werden, das möchte ich doch entschieden zurückgewiesen fra» ben. (Lebhafte Zustimmung rechts.) (Der Protest ist berechtigt. Es ist auch eine Rücksichtslosigkeit .^egen die Pressevertre- t e r, die ihre ohnehin knapp bemessene Zeit besser anwenden können, als anderthalb Stunden lang unnütz die schlechte Luft in der Kammer einatmen zu müssen. Der Ref.) Die Setreideumlage. Das Haus tritt dann in die Besprechung der Vorlagen und Anträge zur Getreideumlage ein. Es liegen zunächst folgende Anträge vor: Abg. Brauer (Bbd.): Wir beantragen, der Landtag wolle beschließen, bei der bevorstehenden Entscheidung über Aufhebung oder Fortsetzung der Getreideumlage für das Wirtschaftsjahr 1922/23 auf die Reichsregierung einzuwirken, daß von einer Bewirtschaftung des Brotgetreides in jeder Form abgesehen wird. Abg. Obenauer (Bbd.): Ich beantrage, der Hessische Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der bevorstehenden Entscheidung über die Aufhebung oder Weiterführung der Zwangswirtschaft für das Wirtschaftsjahr 1922/23 auf die Reichsregierung dahin einzuwirken, daß die Bewirtschaftung von Brotgetreide in jeder Form unterbleibt. Abg. Blank (Bbd.): Der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung dahin zu wirken, daß für das kommende Erntejahr auch der letzte Rest der Ge- treidebewirtschaftung verschwindet. Abg. D i e h l - Hochweisel (Bbd.) beantragt namens des Ausschusses, den drei Anträgen Brauer, Obenauer und Blank und Gen. zuzu- fiimmen. Abg. Brauer (Bbd.): Unser Bestreben muß sein, die Landwirtschaft so zu stellen, daß sie allein das deutsche Volk ernähren kann. Die , deutsche Landwirtschaft ist dazu durchaus in der Lage. (Hört, hort!) Voraussetzung aber ist dazu, daß die Landwirtschaft frei arbeiten und Wirtschaften kann. Die Zwangswirtschaft hat das Gegenteil von dem erreicht, was sie erreichen wollte. Run hat man das Umlageverfahren eingeführt, durch das Hessen schwerer belastet wird, als Württemberg und Baden zusammen. Das kann Hessen nicht tragen, zumal die hessischen Landwirte vielfach gezwungen waren, durch die schlechte Futtermittelernte Getreide zu verfüttern. Der Standpunkt des Herrn Ministers Raab in dieser Frage ist nicht zu verstehen und nicht . zu billigen. Herr Uebel steht auf einem anderen, dem unseren entsprechenden Standpunkt. (Hört, hört!) Wenn sich, was zu erhoffen ist, die Mehrheit des Hauses für unsere Anträge ausspricht, so würde das ein Mißtrauensvotum für den Herrn Minister Raab bedeuten. (Hört, hört!) Abg. Schott (D. Vp.): Wir haben gehofft, daß die Zwangswirtschaft endlich aufgehoben wurde. Soviel bekannt geworden, soll aber sowohl die Getreide- wie auch die Kartoffelumlage beibehalten werden. 3m Kriege waren Die Beschlagnahmungen und Verteilungen im Zwangswege berechtigt, heute ist das ausgeschlossen. Die Getreidmimlage ist ein Ausnahmegesetz gegen die Landwirtschaft. Gerade die Linke, die immer gegen die Ausnahmegesetze war, sollte helfen, das zu beseitigen. Die Zwangswirtschaft wirkt produktionshemmend. Rur eine Hebung der Produktion aber kann uns dem Volke helfen. Die Preisbildung der Landwirtschaftsprodukte geschieht nicht willkürlich, sie ist abhängig von der Preisgestaltung überhaupt. Die Zwangswirtschaft muß ehrlich verschwinden. Abg. Glaser (Bbd.): Die Ernährungsver- hältnisse können erst besser werden, wenn die Landwirtschaft so viel produzieren kann, wie sie möchte. Wir haben geglaubt, daß die Umlage ein Uebergang zur freien Wirtschaft sein sollte, nun will man sie aber nochmals beibehalten. Dagegen muß energisch protestiert werden. Wenn die Produktion zurückgeht, ist Herr Minister Raab dafür verantwortlich. Die ßanötolrte werden kopfscheu gemacht. Mit den Zurufen und Gewaltandrohungen ist nichts getan. Was wäre die Folge, wenn Sie auss Land gehen und den Bauern die Produkte wegnehmen. Ernte ist nur einmal im Jahr. Mcnr darf den Ast inicht absägen, auf dem man sitzt. Die Weiterbesprechung wird auf Mittwoch 91/.. Uhr vertagt. — Schluß %2 Uhr. Kirche wnb Lckule. △ Lauterbach, 4. April. Die landwirtschaftliche Schule hielt eine Schlußfeier für das verflossene Winterhalbjahr ab. Die Schule war von 28 Schülern besucht, 12 gehörten der Oberklasse, 16 der Unterklasse an. Der geringe Besuch wurde verursacht durch die äußerst ungünstige Bahnverbindung sowohl mit dem Schlitzerlande, als auch mit ’ dem Vogelsberg. Die Schule blickt auf ihr dreijähriges Bestehen zurück. — Vor der Kreis- lehrerversammlung sprach im Auftragc der Zentralstelle für Volksbildung und Jugendpflege Assessor Maurer aus Darmstadt über die Verwendung des Lichtbildes im Schulunterricht und in der Volks- bildunasarbeit. Daran anschließend erläuterte er die beabsichtigte Grünpung eines hessischen Lehr-Lichtbildvereins. Die Lehrerschaft des Kreises stimmte diesem Plane lebhaft zu, und es wurde ein siebengliederiger Arbeitsausschuß gewählt. Die Mittel zur Beschaffung von Lichtbildapparaten hofft man durch Zuschüsse von Kreis, Gemeinden und Vereinen sowie aus Volksabenden aufzubringen. kr. W e tz l a r, 3. April. Die Pädagogische Woche wurde heute vormittag 9 Uh- im Reinhardschen Saale in Wetzlar-Riedergirmes eröffnet. Rach der Begrüßungsansprache durch den Vorsitzenden der Kreislehrerschrft Wetzlar, Hauptlehrer H o f f m a n n - Garbenheim, entbot Geheimer Oberregierungsrat R ö b r t d> t der stattlichen Schar von etwa 700 Teilnehmern den Gruß der Regierung zu Koblenz. Hierauf nahm Pickvat- dozent Dr. Stern- Gießen das Wort zu feinen Llusführungen über „Die Psychologie der Arbeitsschule". Wir lassen nachstehend die Leitsätze des Vortragenden folgen, wie sie von ihm selbst auf- gestellt wurden: 1. Alle pädagogischen Einzelfragen können nur behandelt werden int Hinblick auf das Ganze der Erziehung. 2. Pädagogik ist eine Geisteswissenschaft; Pädagogiche Psychologie int wesentlichen geisteswiste.nscha.tlichr P.ychologte. Sie sucht das Kulturphänomen „Erziehung" psychologisch zu verstehen. 3. Hede Erziehung ist 1. nur von Werten her möglich, 2. ist sie formale Erziehung, d. h. Kraftbildung. 4. Der Begriff der Arbeit wird hier tm weitesten Sinne gefaßt als Betätigung der Kräfte in der Absicht, ein Ziel zu erreichen. 5. Das Ziel der Erziehung ist die „gebildete", auf Werte gerich etc Persönlichkeit. Der Weg zu diesem Ztete führt über die selbsttätige Aufnahme von Kulturwerten. 6. Als Dildungswerte kommen nur dieientg» Kulturgüter in Betracht, die der Aufnahme» fähigkeit des Zöglings angemessen sind. 7. De» Arbeitsgedanke erfordert auf den verschiedenen Unterrichtsstufen und in den verschiedenen Unterrichtsfächern eine andere Ausprägung. — An zweiter Stelle sprach Frl. Elfriede Stonad - Berlin über „Die Entwicklung d^r Selbsttättgkeit bei Friedrich Fröbel und Warta Montessori" Friedrich Fröbel und Märta Montessori sehen den Täligkeitstrieb des Kindes als den bedeutsamsten Faktor seiner Entwicllanz und den Aus- gangspankt einer naturgemäßen Erziehung an Während Maria Montessori dabet fast ausschließlich die Uebung der Sinne und die Vermittlung der Grundbegriffe des menschlichen Denkens anstrebt, legt Fröbel außerdem großen Wert auf die Entwicklung der Phantafietättgkeit: er regt den Selbständigkeilstneb des Ktndes von Anfang an auf allen Gebieten zum schöpferischen Tun an. Dementsprechend legt Fröbel 'dem Spiel des Kindes die größte Bedeutung zu. während Maria Montessori das Spiel gegenüber der Arbeit des Kindes gering schätzt. ** Oeffentliche Dücherhalle. 3m März wurden 1580 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 928, Zeitschriften 146, Hugendschriften 170, Literaturgeschichte 2, Gedichte und Dramen 30, Länder- und Völkerkunde 48, Kulturgeschichte 25, Geschichte und Biographien 83, Kunstgeschichte 11, Ra- turwissenschaft und Technologie 72, Haus- und Landwirtschaft 6, Gesundheitslehre 7, Religion und Philosophie 25, Staatswissenschaft 6, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 15 Bände. Rach auswärts kamen 30 Bände. ** Richard Jordan hat aus dem Erlös der Meisterbilder-Andachten in der Iohanneskirche 1000 Ml. dW. Kleinkinder-De- währanstall gespendet. ^ontofiscrt. — Lageskalender für Mittwoch. Stadttheater, 7 älhr: „Romeo und Julia". — Reue Aula, 8 Ülhr: Svnderkonzert des Gießener Konzertvereins. — Astoria-Lichtsviele: „Das Achtgroschenmädel". — Lichtspielhaus, Bahnhofs straße „Das Frauenhaus von Brescia" und „Der Apachenlord" — Aus dem Stadttheaterbureau. Aus die Aufführung des „W i l h e l m Teil" ant kommenden Samstag abend sei ganz besonders hingewiesen, da sie die letzte des Werkes in dieser ' Spielzeit überhaupt ist. Wie die Theaterleitung dem vielfach geäußerten Wunsche nach dieser nochmaligen Tell-Aufführung Rechnung getragen hat, so muh auch erwartet werden, daß der Besuch gut wird, zumal da Heine Preise gelten. Landkreis Giehe.ir. tt. Treis a. d. Lda.. 3. April. Einen hohen musikalischen Kunstgenuß bot gestern abend in Benners Saal die Vereinigung der Musikfreunde dahier ihren Mitgliedern und den leider sehr wenigen Gästen durch ein Konzert von Instrumental- und Gesangsvorträgen. Die Mitwirkenden, Lehrer Eberle und Frau. Frl. E. und H. Büchner die Herren Seipp, Decker und Lehrer Allendörfer, gaben hervorragende Proben ihrer Kunst. Es wurde nur llrs ische Mullk geboten, Stücke von Mozart, B.e° tfroren, Rossini, Lieder von Schubert, Schumann und Brahms, die den lebhaften Beifall der Zuhörer fanden. — Bei der dieser Tage im hiesigen Gemeindewald stattaesu-'denen H o l z v e r steige r u n g wurden sehr hohe Preise bezahlt und die verlesenen Tarifpreise oft um das 2—3sache überboten, so daß zwei Raumme er Eichenknüppll auf 600—700 Mk., 2 Meter Eichenstöcke auf 700 Mark kamen, Buchenholz kam nicht zur Versteigerung, weil davon auf jeden selbständigen Haushalt je 2 Raummeter zum Tarispreis verteilt worden waren. * Garbenteich, 4. April. Am letzten Sonntag veranstaltete die hiesige Ortsgruppe her Liga zum Schuhe der deutschen Kul- t u r einen „Bunten Abend" der sehr gut besucht war. Der Ortsgruppenleiter hielt eine kurze Begrüßungsansprache, in der er die Grundgedanken der Liga erläuterte. Dann wechselten in bunter Reihenfolge Gedichte ernsteren und heiteren Inhalts von Liliencron, Storm, Eber- Eschenbach und anderen bekannten Dichtern mit gemeinsam gesungenen Volksliedern und Heimatgedichten in Rassauer Mundart von Rud. Dietz, die in sehr schöner Weise von Herrn Echternach- Krofdorf vorgetragen wurden. Letztere fanden so großen Beifall, daß zwei hiesige Herren noch eine Anzahl Gedichte in Wetterauer, Frankfurter und Darmstädter Mundart zum Vortrag brachten. Besonders trug noch eine Gießener Wandervogelaruppe sehr zur Belebung des Abends bei, die teils unter Anlehnung an vorgetragene Gedichte Landsknechts lieber und noch manch schönes Volkslied fang. dt. W i e s e ck, 4. April. Das Konzert der „Eintracht" reihte sich seinen Vorgängern würdig an. Der Chor, der sich unter der unermüdlichen Leitung seines Dirigenten Philipp Groh in den letzten Jahren immer schöner entwickelt hat, bot eine stattliche Reihe von Kunstchören und vollstümlichen Liedern. Angenehme Abwechslung boten dazwischen die Solo- und Orche st er Vorträge von teilweise hohem musikalischem Werte. Als Solisten waren die Herren Gustav Günther - Lollar und Adolf Schwarzlose - Gießen gewonnen, die auch in dem größtenteils aus- musikalischen Freunden des Dirigenten zusammengesetzten Orchester mitwirkten. Das Konzert war außerordentlich stark besucht und die Zuhörer bewiesen durch reichen Beifall ihre rege Anteilnahme an den Darbietungen. Die einzelnen Darbietungen trugen sehr verschiedenen Charakter. Zunächst die Orchesternummern. Hier hörten wir die „Egmont"- Ouverture von Beethoven, „3mortellenkranz aus Lorhings Grab" und die 14. ungarische Rapsodie von Liszt. Alles Werke von anerkanntem Wert und Ramen von gutem Klang. Die Solostücke waren daneben mehr Virtuosenstückchen, wenn man auch besonders die „Rigoletto-Fantasie" der Solo-Klarinette durchaus zur Musik von Rana und Wert rechnen muß. Diese Fantasie und Arbaus „Karneval von Venedig" wurden von den Herren Günther und Schwarzlose mit geradezu blendender Technik gebracht. Das Orchester, das außer dem Trompetensolo des Herrn Schwarzlose noch den Gernhardtschen Männerchor „3 m 2 useckertal" zu begleiten hatte (wahrend die „Rigoletto-Fantasie" dem Solisten kongenial von Herrn Pianist Krug- Gießen begleitet wurde), löste auch in der Begleitung seine Ausgabe in einer Weise, wie das bei der Zusammensetzung des Orchesters selbstverständlich erschien. Besonders angenehm berührte der bald zurücktretende, bald in einzelnen 3nstrumente hervortreten lassende Orchesterpart des „Buseckertals", das auch vom Chor sehr gut gebracht wurde. Auch die übrigen Chorvorträge verdienen unbedingt lobend anerkannt zu werden. Die Chöre von D r e u, Dürrner, Seibert, Silcher, Gernhardt, Wenger t, 3 üng st und Kappel zeigten stets den Verein auf respektabler Höhe der Leistungsfähigkeit und ließen den Grad ernster Arbeit ahnen, der sich die „Eintracht" unter Führung ihres tüchtigen Leiters unterzogen hat. Kreis Alsfeld. △ Alsfeld, 4. April. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte für die städtischen Reubau t en in ter Tilemann- Schnabel-Straße eine halbe Milli^? Mark. Die Einführung einer Wohnungsluxussteuer wurde beschlossen. Der Voranschlag des Elektrizitätswerks für 1922 wird mit einer Ein- Kreis Büdingen. frr. Leidhecken, 4. April. Das anhaltende kühle Wetter brachte uns gestern ein ungewöhnliches Raturercignis mit schlimmen Folgen. Obgleich es nämlich den ganzen Tag kühl war und reichlich Schnee und Regen niederging, zog nach 5 Ufrr ein schweres Gewitter über unseren Ort Dabei schlug der Blitzt wie schon kurz gemeldet, in die vor zwei Jahren erst erbaute Stallung des Landwirts Alt. Die dort lagernden Heuvorräte gerieten sofort in Brand, und bald schlugen auch die Flammen aus der danebenstehenden wcheuer. Letztere brannte vollständig ab. Auch die Stallung muhte im oberen Teil vollständig niedergerissen werden. Dem raschen Eingreifen unserer Feuerwehr war es zu danken, daß. die stark gefährdete Hofreite unseres Bürgermeisters verschont blieb, älntersiüht durch die Pflichtseuerwehr Staden, die von den Auswärtigen zuerst an der Brandstätte erschienen war, und dä: freiwilligen Feuerwehr RZchelsheim war gegen 7 IHjr das Feuer auf seinen Herd beschränkt und weit-re Gefahr ausgeschlossen. Die aus allen uml ege de i Orten allmäh.ich mgetroffcn n Wehren vrauHten nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Die vom Feuer Heimgesuchten sind noch junge strebsame Leute, die sich vor wenigen Jahren die Hofrseite tauften und instandsetz.en. Sie sind schwer getroffen, da der Schaden an Gebäuden und Vorräten groß ist, und Herr Alt nicht ausreichend versichert sein soll. älreis Lauterbach. * Angersbach, 4. April. Anläßlich des sechzigjährigen Geburtstages seines zweiten Vereinsbanners veranstaltet der Männergesangverein „Frohsinn" (gegr. 1850; Dirigent Lehrer Obermann) am 2 1. M a i d. 3- einen großen Gesangswettstreit. Richt weniger als 542er eine haben zu diesem Hubiläumsfeste ihr Kommen zugesagt. Lrreis Schotten. b. Schotten, 3. April. Fünfundzwanzig Jahre sind in diesen Tagen verflossen, seit Kirchenrat Münch in unserer Stadt und dem Kirchspiel Schotten in vorbildlicher Treue und P, lichtersüllung seines hohen Amtes waltet. ^Sie allgemeine Liebe und Verehrung, die man ihm entgegenbringt, kam zum klaren Ausdruck in einer würdigen, kleineren Feier, die die Kirchen- und Stadtvertretung am Samstag zu Ehren des Jubilars beging. Die gesamte Bevölkerung stattete ihren Dank durch Zuweirdung zahlreicher Liebesgaben ab. — Die Gesellschaft der Musikfreunde gab gestern ihr weiteres Konzert unter Mitwirkung der Primadonna des Hess. Landestheaters Frau Johanne Hesse. Durch kunstroll ndcte Wiedergabe Perlen edelster Lieder von Schubert, Mendelsohn und H. Wolf erntete die gefeierte Künstlerin reichsten Beifall der andächtig lauschenden Konzertbesucher. — Die Bautätigkeit beginnt sich in der Stadt sehr zu regen. Mit dem Bau des Beamtenwohnhauses wird eifrigst fortgrschritten, auch die Eisenbahnverwaltung beabsichtigt, für ihre wohnungsuchenden Beamten zu bauen. Mit der Errichtung der Forstschule, die der hessische Staat an einer prächtigen Lage am Schießhorst bauen läßt, wird begonnen. Auch die Stadt hat ein weiteres Wohnhaus erworben, das zu 5—6 Wohnungen für Minderbemittelte um gebaut werden soll. Die Stadt besitzt 17 Gebäude, in denen ca. 45 Familien und Haushalte — abgesehen von den Schulen und Aemtern — mit ca 170 Köpfen untergebracfrt sind. Schwierig unterzubringende kinderreiche Familien finden darin in erster Linie Aufnahme. Die lechige Wohnungsfrage wird dadurch am besten gelöst, da ja alle Zwangsmaßnahmen unb Beschlagnahmen überall auf dem Lande auf unüberwindliche Schwierigkeiten bei Hausbesitzern und Mietern stoßen. B. Sichenhausen, 2. April. Die vergangene Woche brachte unserem Dorfe die lang- erwartete Einschaltung des elektrischen Lichtes. Die Gemeinde feierte diesen wichtigen Augenblick durch eine „L i ch t k i r m e s". Kreis Friedberg. 2L Bad-Rauheim, 4. April. Bei winterlichem Wetter hat am 1. April die Sommer- k u r z e i t begonnen, die bis zum 30. September dauern wird. Trotz des ungünstigen Wetters der letzten Wochen sind schon etwa 700 Kurgäste anwesend. 3n den Hotels sind Zimmer überall in großer Zahl vorausbestellt. Sobald der Frühling wirklich feinen Einzug gehalten hat, wird der tägliche Zustrom der Gäste einsehen. Kurverwaltung unb andere Behörden haben ihr Möglichstes getan, um den Fremden den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Kurkapelle wird bei voller Besetzung wieder täglich ihre Konzerte geben. Dazu sind alle vierzehn Tage Künstler- und Sinfoniekonzerte vorgesehen. Für den Mai sind außer größeren sportlichen Veranstaltungen ein großer Gesangswettstreit geplant, außerdem stehen für denselben Monat verschiedene Kongresse und Tagungen wirtschaftlicher Verbände in Aussicht. Eine Reuerscheinung im Kurleben ist das vornehm ausge- ftattelc Dadeblatt, das zunächst wöchentlich zweimal, während der Hochsaison aber täglich anstelle der Kurliste erscheinen wird. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Offenbach, 4. April. Erne Konferenz der Hessischen Mieterschuhvereine tagte hier, um zu der Frage des Reichs- mietengesehes Stellung zu nehmen. Es waren auch eine Anzahl Vertreter hessischer Wohnungsämter anwesend. 3n dec eingehenden Aussprache wurden eine Anzahl Wünsche und Anregungen laut, die der Landesregier-ung als Unterlagen für die Ausführungsbestimmungen unterbreitet werden sollen. Kreis Wetzlar. c[ Wehlar, 4. April. Am Sonntag fand auf dem Schulhof des staatllchen Gymnasiums die feierliche Einweihung des Denkmals für die i m Weltkrieg gefallenen Lehrer und Schüler der Anstalt statt. Das in die efeubedeckte Llmfassungsmauer b?6 Hofes eingefügte Denkmal ist in seiner Schlichtheit un- gemein wirkungsvoll. Zwischen einfachen steinernen Halbsäulen sind die vier in der D o v e - schen Gießerei zu Weilburg hergestellten Dronzeplatten angebracht, welche die Ramen von vier Lehrern und 106 Schülern -tragen; der bekrönende Gibel weist als einzige ilm^terung die Form des eisernen Kreuzes auf. Herr Pfarrer Lic. Heep übergab in tiefempfundener Weiherede das Denkmal im Ramen der früheren Schü- ^arl u )n. Itb. :en^ltb Jautn. Mmtlitu ^iebieu 'er 2a. W btt erbaut, 'en- Sie nu btn >mS ai ln 6mü wifldmm ^ftioliltbe rlvs Der, *bein egt. dar- en M. löhrlichm durch dir -rme der man den i WieS- btatt Mktt fWftftbtt Btrtnlung n bchulrn. (erjrüfun» ten. ndvere Emstadt gen Mj. Ntflttal Ifiinqt dir «andiveris- raus ihnen teformulai dem 2or> W-3n(j. nzureichen. ir land« leit eine Unterhalb, hülern de- fa Unter- verursacht rerdindung auch mit | ihr drei- : Ärcii- i Xijkdgt i fugend istadi über ilfcti Im Sol!#- cnb ttläu- ?ined 6c(* tschasi der t yi, uni iiLauLlchuh von Licht' schüss- von (Uii 2)oIM' Ilädago« tag 9 Uh' Äugirmes ache ddlch t Dehlar. in. cn-dot .t dar statt- den IraU m Privat- t ja W® !t Lrdeili- >:n W im S'n ^ Mzoglk Psychologe m ychslM. eh-ng" cMng » ie fonndl 9tr Sinn» F der W r SrMng !chete Per- dieirntg» W** ti>- l rrt»e*ff hencj» ng. t, Stonao KMtrzl^ stvnE Sn D Ä •e^er «'LÄ * ®Äona N6, ** 8er Ä1 in' E^.Se- ndee 5>- MUMontnG Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51. GlMA Behördliche Anzeigen Holzabaabe gegrnKatarrh, Husten u sw. 5: 2 Weitztannenstärnme 2. 3. 6: 2 werden: April 1922 Butzbach Gießen Zuhause: 6. und 8. April. M wtelMe Stil Mi;C Q/fadchmtsQalcmon. V / V SOuOUiaä» Schulden Vermögen im findet Gegenstand Gegenstand 8 Der Ausflchtsrat. 71i25 9 Summe;474 771,25 Summe 474 771 25 Gewinn- und Verlustrechnung. i 3 33923 Summe 1. Abgang im Jahre 1921 . . Bestand 62 2. 3. Alein.Linden, den 11. März 1922. 3. !?413D VV » I I- f V für 5 Bierde, mit Selbstrränkanlaae, infolge - , ’ *■ * Aufgabe des .Tuhrvarks zu verkaufen, frrni’n neilte ein. on-.ix.. ....... o 1 -> i1hnnrmit'n«! treffen beute ein. Bahnhofstraße. 6 7 2( 3( 3. 4. Maus Katz 1. 2. 4. 5. 6. 7. 10 981 - 3 699 62 aus Los 1 2 3 Jt v< JC Jt - 6( „ 7 ( „ 8 „ 9( „10( ,12 ( ,13 ( .,14 ( ,16 ( ,13,56 , 3,78 , 9,51 ,25,08 ,23,75 , 1,63 ,15,68 ,24,84 ,28,97 ,37,71 ,41,05 ,33,05 ,30,69 ,26,95 ,57,36 ,43,38 4. 5a 5b 5a Sa Sa 5b 1: 2 Fichtenstämme 2: 2 3: 1 4: 159 Konto .... ReseroesondsKonto Spezialreseroefonds. Konto .... Mitgliederbestand am Ende 1920 Zugang im Jahre 1921 . . . Friedrich Jung V. S t c t n m ü II e r. tri fronen flüitera untrbra wie 6 etx Dr- mefc. Q «tn» beruhtet ui flam kurzer 4. Verschiedenes. 3395V I.M. Schulhof Marktstratze 4. Tel. 119. „ Häuser-KapitaltilgungL»! Konto ..... „ Gewinn-Saldo . . . i 468 000 270 Ich gebe mir die Ehre, meine Verlobung mit Fräulein Luise Weimar anzuzeigen. Hermann Wiehler. = 1,72 = 0,65 =39,23 — 1,73 = 1,83 Geschäftsbericht des Vorstandes w v m Bericht des Aufsichtsrats über die gesetzliche Revision der Genossen» schäft durch den Revisor Vorlage und Genehmigung der Bilanz und Entlastungserteilung des Vorstandes Wahl eines Vorstandsmitgliedes Wahl zweier Aufsichtsratsmitglieder Dauvorlage 1922 Haben Zinsen aus ausgel. Kapital. Miete von Wohnungen . Sonstige Einnahmen . . Summe . . . . 62 zusammen 62 Moderne Tänze Milonga, der dies], Modetanz, sowie Java, Shimmy-Foxtrott, Tango, Schotish-Espanol, Boston u One-step lehrt in neuester Tanzweise im Einzelunterricht, sowie in kleineren Kursen Tanz-Lehr-Institut Wolfstr. 21 Th. Bäu/ke LJJrestr, Mitglied des Bundes deutscher Tanzlehrer. 03466 An Immobilienkonto „ Kapitalienkonto. „ Mobilienkonto . „ Bankkonto . . „ Kajjakonto . . 2 Sonstige Ausgaben 3 Gewinn-Saldo . Baugenossenschaft Klein-Linden ß.nü.H. Jahresabschluss nebst Gewinn- und Verlustrechnung für 1921 Generalversammlung geändert. Sich, den 3. April 1922. Hessisches Amtsgericht. Wir geben die Verlobung unserer Tochter Luise mit Herrn Fabrikant Hermann Wiehler bekannt. Professor Dr. Weimar Studienrat u. Frau Anna geb. Koch. Apotheken., D-ooencn erhs Suchen Sie eins Handarbeit Suchen Sie alleArt.Stickgarne Suchen Sie Kunstseide Suchen Sie Häkelgarne Haben Sie e. Aufzeichn. nötig Genossen zur Einsicht offen. Der Aufsichtsrat. Ludwig Weinandt. Freitag, den 14. d. Mts., nachmittags 31/, Uhr, findet bei Wirt Emil Schäfer Generalversammlung des Konsumvereins Daubrrngen statt. Um vollzähliges Erscheinen wird ersucht. Tagesordnung: 1. Liquidation des Vereins. 2. Anschluß an den Konsumverein Gießen und Umg. 3. Wahl der Liquidatoren. 6 300; 130i Besichtigung täglich von 8—12 Uhr vormittags nnd 2—5 Ubr nachmittags. [33B5D Georr Seherer&Co.. Leinbrennerei. Landen bei Frankfurt a. 8L Stadthaus Berg- 3238 B ukirol beseitigt »chnelbkherund schmerz ioe ühnoauoen 111 25 520|- 631)25 Bekanntmachung. Au» den Waldungen der Stadt Dietzen und «war aus dem Bezirk des Försters Drück zu Rödgen Montag, den 10. April 1922, vormittags 9* , Uhr beginnend, folgendes Bauholz in Losen versteigert Garnitur: Hose u. Hemd mit Stickerei, und Banddnrchzug, 2 Teile, tuinmnien "2O5 9)if.S Ferner: Große Posten Samen- Frische Fische! Bratfchellsiscbe, Pfund MI. 7.— Printa PortionS Fifche, Pid. Lik. 8.— Feinste Nordicc LchcUniche -. Rochen Pfund ML 12.— Frische Bücklinge emv fehlen Gehr. Berdux Babtebofstrafre 27. 3420c .. Verschiedenes. Die Bilanz liegt vom 6. 2lpril ab beim Vorsitzenden Aug. 2uh det» Das Mitgliederguthaben betrug Ende 1920 „ 1921 6300. Die Haftsumme der Genossen betrugEndel920 . 1921 6300. 30,42) #r#a-. Kl. mit 20,87 Fstm. 82 Stück 5b. Kl. mit 22,13 Fstm. Die Angebote sind getrennt nach Sortiment unb Klaffen, da keine Zufammenrechnung flott- sinbet. pro Festmeter bis zum Montag, den 10. April L IS. nachmittags 4 Llhr, mit der Aufschrift ..Holzsubrnifsion" an unterzetchnet« Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann die ®r- Öffnung der Angebote erfolgt. Die Gemetndc behält sich die Genehmigung, bezüglich auf iede Klaffe sowie auch im ganzen, vor. Aahere Bedingungen über fragt Holzverkauf werden vm Eröffnungstermin bekanntgegeben. Mainzlar, den 4. April 1922. Bürgermeisterei Mainzlar. V o g e t__3386D stratze 20, Zimmer Rr. 6 statt. Giehen, den 29. März 1922. Der Oberbürgermeister. F. V.: Or. R o s e n b e r g. Bekanntmachung. MttlM 107c mit Stickerei 10.4J 64.50 Kretonne, mii Lst fifi Ltickerei, offen UJ.LU LWen-8eiiill?!S 51 re tonne, mit 11 ßfi Lticke.ei, ncfcht. 64.UU ünlenoif, tueiS mit Stickerei 8100 RÄ 108.09 Mkk-Mlhenill weih Kretonne 38.00 süMAüe Ql nn | prima Berarb. 0‘x-Vu ötnisdofen 11S gQ schöne Sachen 14 J.UU 3m Amtsverkündigungsblatt 2r. 39 vom 23. März 1922 ist eine Bekanntmachung des Hessischen Ministeriums des Innern, die Gebühren der Bau- schöher in Brandverstcherungssachen betr., veröffent- licht, auf die hiermit besonders hingewiesen wtrd. Dietzen, den 27. März 1922. 3410B Der Oberbürgermeister. I.B.: Krenzien. ' Bekanntmachung. 3n unfer Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Licher Spar- und Kredit-A.-G. in Lich eingetragen: Durch den Beschluss der Generalversammlung vom 15. März 1922 sind die Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags über die Berufung der |3 siiefernstärnme 5. ÄI. m. 1,58 Fstm. ^4 Fichtenstämme 4. „ „ 3,16 „ von der ctufaebftrn bis zu dcr allerfeintten eämW weit unter ütn heutig, greifen! Besonder? au beachten für Ausstattungen. Nur flute Stoffe Beste Verarbeitung. Posten 3398c Men-Ltriinich 17.50 SW. | Betrag Jt 14 460 090 63 ins Samstag, 8. Avril 22, tot BBotel Köhler: Mitglieder- versamm?ung. 1. Berichte, 2. RechniingS- rtbtnnc und Entlastung, 3. Turnratswahl. 4. Onnnoänbcruiifl, 5. Rrib setzung des Atitalieder- bettrags, 6. Svielvlatz, 7. Anträge, 8. Verschiedenes. 3397 AW SamStag, d. 8. 2lvrü, 8 Uhr, bei Kamerad PrelE: „Wes- AnviUriMÄIüg anschlieiiend 5401 Kommers (Gründungsfeier). Heute» Mittwoch, 5. Avril 851 Versammlung. m Ortsgruppe Gießen» ■ ■ 03569 8 . Giehen, den 5. Avril 1922. taiifa Mädchen ;■ WWW Allen, die unserer lieben Entschlafenen 8 die letzte Ehre erwiesen, dem Herrn 8 Pfarrer für seine trostreichen Worte, den 8 Schwestern des evang.SchwesternhauscS H und allen, die ihr hilfreich und wohltuend 3 zur Seile standen, sagen wir hiermit 3 unseren herzlichsten Dank. Jni 9tamen « der trauernden Eltern und Geschwister: Familie Goffelmchcr. FleitzigeS, tüchtiges M ädchen für Gartenarbeit sofort gesucht. 03564 Wild. Moier,'Gärtnerei, Wiesecker Weg 10. Zum 15. Avril jüngeres Milches MSMen für lagöüber gesucht. 3308 Schlierbach, Frankfurter Str. 9. Todes-Anzeige. Heute nacht 2 Uhr entschlief nach schwerem, mit Geduld getragenem Leiden unser lieber, treubesorgter Gatte, Vater, Bruder, Schwager und Onkel Ludwig Benner,Gärtner. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Luise Benner. Gießen, den 4. April 1922. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Vdo4o | Vermgetimg®n| 2 schön mödl. Wohn- u. 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Deutschland würde lieber heute als morgen aus finanziellen Gnünden auf diese 135 000 Mann verzichten. 3n der französischen Kammer zählt man auch die Technische Nothilfe, die Sport- und Regimentsvereine zu unserer Wehrmacht. Wie in England und überall, haben sich auch bei uns kameradschaftliche Q3eicme aus den Kriegs- und Vorkriegsjahren zusammengefunden. Sie haben aber mit militärischen Fielen nichts zu tun. 3d) bitte aber diese Vereine und ihre Leiter, alle parademähigen Spielereien zu unterlassen. Das deutsche Volk leidet darunter. Sollten sie versuchen, militärischen Charakter anzunehmen, so würden jie gemäß dem Friedensvertrage aus- gelöst werden. Auch die Technische Nothilfe, die anfangs den militärischen Korpsbezirken angegliedert war, hat mit Militär nichts zu tun und die Sportvereine werden sich über die Nolle wundern, die ihnen angedichtet wird. Andererseits bestehen in Deutschland immer noch geheime örganiiationcn, die den Gesetzen und der 2Jer- fafiung zuwiderlausen. ^ie Reichsregierung be- lampft sie mit allen iuc zu Gebote stehenden Mitteln Mögen die cb#mtabgen Gegner Deutschlands bebenten, weicht schwere Verantwortung sie gegenüber ganz Europa treffen würde, wenn sie die Seyutzpoiizei zerschlagen würden. (Beisall.) Mittwoch nachmittag 2 ülhr Weiterberatung. Schlich nach 7 ülhr. ungefähr folgendes aus: Die Vorbedingungen für einen mächtigen, einheitlichen Staat finu in Mitteleuropa schwerer ßu finden und zu schaffen als in den Peripheriegebieten Europas. Die Politik der Vergangenheit war nicht geeignet, die nötige Grundlage zu schaffen. Sie hat vielmehr den einzigen Weg. der zu einem starken Staatsbau führen konnte, immer mehr verlegt: die Uebereinftimmung zwischen dem deutschen Staate und dem deutschen Volke. 3n der Vergangenheit war ein einyeit- ............. .... liches Volkstum nicht möglich. Zu den von der zu welcher Gruppe wir Deutsche gehörten. Natur gegebenen Mneinigteitjinomenten schuf die Politik weitere neue. So waren z. V. in Deutschland tatsächlich die sozialen Gegensätze geringer als in andern Ländern, aber die unteren Klassen auch beute nicht ändern, hier aber müssen wir auf einen andern Weg zu kommen suchen. Der S.aat muß aus den breitesten Schichten sich ausbcnicn. Staat?galisten gen eingreifen. Stegerwald betonte zum Schluß, daß aus dem großen Weltringen, bei dem keiner ohne Wunden abgekommen sei, die einen noch nicht als Sieger, die andern als Besiegte herauS- gekvmmen seien. Erst die Zukunft werde zeigen. Wir sind ein armes Volk geworden. Aber eS geht nicht an, das), während die breitesten Kreise halben, eine kleine Schicht ungebildeter, schamloser, durch mangelndes Nationalgefühl reichgewordener Elemente einen LuxuS entfaltet und ein Schlemmerleben führt, der dem ganzen Volke chadet, da es im Ausland falsche Vorstellungen erweckt. Da können nicht genug Polizeiverordnun- Schlichtungsansschuft der Provinz Oberhefferr. zu sprechen." sagte der Hauptmann gereizt. .. ich den ersten B.ief von Nora b-:kam. ging ich hin. tvas ihn aber natürlich nicht an. Der Herr ist jetzt sehr schwierig zu sprechen." entstanden, die zur 'Beseitigung der geheimen Beeinflussungen der Volkövertretuna beitragt, da sie Gelegenheit zu öffentlichem Austrag der Mel- nungvve»fchiedenheitei>. gibt. Aber die Wirtschaft darf nicht das ausschließliche Ztel und der ausschließliche Ausgangspunkt staatspvll» tifcher Besttebungen sein Die Wirtschisl ist nicht national gebunden Wirtschaf tsgesinnung und Staatsgesinnung 'chleckthin sind unne rein bat. da die Wirtschaft die Grenzen des Nationalen zu wir wieder aufbauen können. Abg Sold mann (llSP.) nennt das Man- fclgefcü einen Wechselbalg mit all den Fehlern, die bei einem Kuhhandel zwischen Grobkapital ind Arbeiten untxrmeiblid) sind. Das Gesetz ist völlig unzureichend und schafft für die großen Vermögen wie für den ländlichen Grundbesitz neue Privilegien. Wir lehnen das Gesetz ab. Äbg. Fröhlich (Kvm.) verweist auf die durch das Gesetz hervorgerusene Preissteigerung fast sämtlicher Bedarfsgegenstände und Lebensrnittel und greift heftig die Sozialdemokratie an, die mit Schnodderigkeit über die Arbeiterinteressen hinweggehe. Abg. K a h m a n n (D. Vp.) lehnt es ab, au den Narrenschwatz von Kilometerreten einzugehen. Seine Partei habe mitgearbeitet an den Steuern, um zu verhindern, da') wir in österreichische oder sogar russisch: Zustände hineinkommen, um den Besitz möglichst zu belasten und um zu verhindern, daß sich unsere Innenpolitik nach rechts entwickelt. Die Regierung hat zweifellos außen- politische Erfolge gehabt. Deshalb dürfen wir sie nicht im Stiche lasten, wenn wir auch selbst durch die Steuern keineswegs befriedigt sind. leicht nicht so schlimm, wie sie gemeint hatten, ilnb als ihnen der Bote des Sachwalters an nächsten Morgen bte zweitausend Kronen brachte atmeten sie brruhigt auf und hatten nun all- beide die heftigsten Gewissensbisse wegen ihres ungerechtfertigten Mißtrauens, da der gewiegte Geschäftsmann doch entscki.'den s kn beßes tat die ihm anvertrauten Gelder so gut als möglich zu verwalten. Noch am selben Tage wurde das Geld o Nora abgeschickt und für Orla ein großer Reisr- koffer gekauft Es wurde fest bestimmt, dav er spätestens am 20. Mai abreisen sollte Zehntes Kapitel. „Nein, Ellen, ich tollt sehen, toaS du in den f-btcanfen heut: zw'schen Ag titionsle' ürknis u~b Staat'n t renVgfeit. Ohn- Staat gesinnunu, u d -war des gesamten Volkes, läht sich kein Staat Wirderaufbauen. So wie man in Braunschweig. Sachsen und Thüringen regiert, kann es im Reiche nicht zugehen, wenn wir voran wollen. Nach de-- Ansicht Stegerwalds glaubt heute kein ernster Führer mehr an das Evangelium des Marrismus. Die Arbeit der D"kehrung be- Masfen aber ist mühsam. Leider verbieten all die Umstände, die uns zu einem unfreien Volk wachen, heute schon all das zu tun, was zu dem Erfolg führen kann. Das gilt auch für die Dezentralisa- llonspläne in der Verwaltung Die Zeit nach der Resolution hat uns nur eine formale Demokratie gebracht. Von einer Gesinnungsdemokratie sind wir noch weit ab. Die Interessen der verschiedenen wirtschaftlichen Gruv^en trennen sich sogar heute mehr als je. E? ist zu begrüßen, dah im Reichswirtschastsrat, der llerdings in ein organisches Verhältnis zu Parlament und Regierung treten muh, eine Instanz Eine Rede Stegerwalds in Köln. Stegerwald hielt am Montag in Köln eine Reoe über den Arbeitnehmer in Staat und Wirtschaft. Er führte nach der „Köln. Ztg." bereiten gen dazu bereits begonnen. Dem gegenkommen der Kurdirektion ist es zr danken, dah die Veranstaltung in den Trink» furanlagen abgchalten werden kann, einem geradezu idealen Platz für Abhaltung eine? "Dann hättest du ihm schreiben müssen," tagte Frau Inger sanft. „Ich hab: auch gewiß hundert B i^e angefangen,“ fuhr der Hauptmann auf. »Aber jebeS- mal wurde ich dabei ganz rasend und meine Briese dann natürlich auch, und ich sah ein, es fei besser, sie nicht abzuschicken." „Aber warum hast du denn mir nichts davon gesagt, Jens?" sagte 5rau Inger und sah ihn vorwurfsvoll on. „Weil ich dich nicht damit plagen wollte," erwiderte der Hauptmann ru iger. „iln> ri.l- leicht auch darum, weil du fo wenig damit einverstanden warst, dah wir die Verwalte g d:s Geldes Tante Ellinors Sachwalter aus der Hand nahmen." „Aber, Jens, das wäre doch ein lindischer Grund." Ohne seine Frau anzuschen. fuhr der Hauptmann fort: ,.Au e dem wußte ich du w r ci die ganze Sach: auf dich nehme l, wenn ich dir etwas davon fag:e, und diese Last und dielen Aerger wollte ich dir ersparen so lange als möglich." Mit trübem Lächeln sah Frau Inger zu ihm auf. Du kannst mir nichts verbergen. Jens," sagte" sie kopfschüttelnd. „Ich habe das schon lange geahnt, und gestern erhielt ich hier diesen Brief von Nora. Du willst ihn lieber nich' lesen, tu weißt was er enthält. Sie mutz Geld Haden, schreibt sie u;tb auch wir brauchen Geld. Meinst du niM 'wir sollten sofort zusammen zu dem Mißtrauen?" wied:rholte Frau Inger und sah ihren Mann, der sich in die Sofaecke gefetzt hatte, erstaunt an. »(Mißtraust du ihm denn, Der Hauptmann stützte den Kopf in die Hand und schloß die Augen. „Dazu hat man ja eigentlich kein Recht, toeir.i man so wenig von .Geschäften versteht, wie ich," sagte er müde. „Ader Herr PonsinS Gehilfe, den ich neulich einmal traf, sagte mir, Flint-Jensen habe mit verschiedenen Spekulationen Unglück gehabt." „Ader dazu kann er doch nicht euer Geld verwenden, bo3 in der Dank ist?" sagte Inger ängstlich. „Nein, das ist gewiß aus andre Weise verbraucht worden. Aber Ponsins Gehilfe sagte, daS Haus, das wir gekauft haben, habe in den letzten fünf Jahren viermal den Bell er gewechselt, und der Mann, von dem wir es kauften, habe dafür eine Villa in Taarbek, auf "der Flint- Jensen sein eigenes Geld stehrn ha t:, kaufen und bar bezahlen müssen. ablehne, daß sie aber zur Zwangsanleihe als dem äußersten Mittel hätte greisen müssen und daß auch die Deut chnationalen, wenn sie auf der Regierungsbank säßen, zu diesem Mittel hätten greifen müssen. Abg. Dr. Helf f er ich (Dntl.) halt demgegenüber an feinem Standpunkte der Ablehnung fest. r . Das Gesetz wird sodann gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der äußersten Linken angenommen. NeichLsinanzmimster Dr. Hermes: Der Reichstag hat ein Steuerwerk vollendet, das nicht nur in der Geschichte des deutschen Volkes, sondern in der Gesetzgebung aller Lander das Höchstmaß aller Lasten darstellt, um unserem genteinsamen Vateelande den Weg zu ebnen, aus dem es dereinst aus den finanziellen und toirl- schaftlichen Wirrnisten herausges hrt werden kann. Manches Opfer politischer und wirtschaftlicher Art haben die einzelnen Parteien bringen müssen. Ich danke daher im Namen der Regierung allen Parteien die sich zur Arbeit zusammengefunden haben. Auch die Parteien, die geglaubt haben, den Steuern ihre Zustimmung versagen zu müssen, haben wertvolle Anregungen gegeben. Möge das Werk die Früchte zeitigen, die wir von ihm erwarten. (Zurufe links.) Dem Ausland aber möge das von einer großen Mehrheit des Hauses getragene ©efet gebungstoert mit Nachdruck zeigen, daß das deutsche Volk bereit ist, seine Verpflichtungen auch in finanzieller Art bis aufs äußerste ,-u tragen. (Deisall.) Eine Nachprüfung und Ergänzung der Steuergesetze im einzelnen _ wird freilich nicht ausbleioen können. Dem Abg. Helffe- rich gegenüber mochte ich betonen, daß die Regierung tatsächlich entschlossen ist, die 60^Milliar° den-Forderung der Entente abzulehnen. (Beifall.) Die Qlbgg. Äocnen (Komm.) und Henke (äl.S P.) beantragen, da durch die Rede des Ministers die Diskussion wieder ausgenommen sei, in die Beratung seiner Rede einzutreten. Es entspinnt sich eine längere Geschäftsordnungsdebatte, die immer erregtere Formen an» nimmt. Der Lärm steigert sich schließlich so sehr, daß Vizepräsident Dr. R i e s s e r kurz nach 6 älhr abends die Sitzung abbrechen muß. Die nächste Sitzung findet um 61/« ^br statt. Deutscher Reichstag. 202. Sitzung, nachmittags 2 Uhr ; Berlin, 4. April. Auf der Tagesordnung stehen zunächst An- f1 $2luf eine Anfrage des Abg. Hepp (D. Bptz) toirb reaieru gvsei.ig ertlärt. Reichsmtnistec a. D. Dr Sck, s er «er zu Verhandlungen mit Polen beauftragt worden, um die Rückgabe eines Teiles dcS Kreises Breslau an Deutschland zu erwirken Tlbu 3 e 1) t b i n (D Vvt.) klagt über das unerträglich: Ansteigen der inländischen Gemufe- p reife -»..folge Au! lauf es des GemuseS auf dem Hamburger Gemusemarkt durch Holländer. D.e Regieiung läßt erwidern, daß der Reichslom- misfar für die Ein- und Ausfuhr diesen Dingen naJ/gebe. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abaefchlossen. Aus ein. Anfrage des Abg. Adams (D.Vpt.) wegen Erschiessung eines dd)ubo»'3camten in Hamborn durch einen belgischen Offizier gibt em Regierungsvertreter eine genaue Schilderung deS S<»chverl)altes. wonach der deutsche Schupo- Beamte ohne Grund von einem belgischen Pol'.zei- agenten erhoffen wurde. Daß der 'Belgier nicht etwa in Notwehr handelte, erhelle schon naß fr-m ilmftonö, daß der erschossene Beamte Dchwie- lowski noch die glimmende Zigarette im Mund: halle. Die A>-.Gelegenheit sei der belgischen Regierung ini Zusammenhang mit dem drei Tage später erfolgten bellagenswerten Fall in Samborn mitgeteilt worden. Dem ein ltelgisch-er Ojfi- yc. zum Opfer fiel. Der deutsch: Geschäftsträger i^bc dabei betont, daß die deutsche Regierung ced Einverständnisses der lxlgiid>:n Regierung sicher zu sein glaub:, daß beide Falle nach den Grundsätzen des Völkerrechts und des internationalen Herkommens zu erledigen seien. Es folgt die britle Beratung des Mantclgefetzes zu den Steuergcsetzrn, welches auch die Zwangsanleihe ernschlleßt. Abg. Dr Helfferich (D.-N.) hält an der ablehnenden Haltung seiner Partei auch in der dritten Lesung fest, zumal die Bedenken dagegen, die Zwangsanleihe zur Deckung eines Teiles der Kontributionen und Reparationen zu verwenden, noch gesteigert worden seien. Diese Lasten würden unsere Leistungsfähigkeit überschreiten. und wir hätten unsere VerpflichtiiN- gen mehr alß erfüllt. Ein Eingriff in die Vermögenssubstanz sei im Versailler Vertrag nicht gefordert worden. Womit hätten wir die Pflicht, deii letzten Schutzwall gegen die Versklavung deä deutscheii Volkes, der im Schuh des pri- Daten Eigentums zu erblicken sei, zu verteidigen. Auch die Hoffnung auf eine auswärtige Anleihe könne uns nicht irre machen. Selbst im eigenen deutschen Lager hätten sich leider Ceutc gefunden, die öffentlich eine Reparationsanleihe forderten. Darin setze er die offene Tür für einen ZwangSeingriff in die deutsche Wirtschaft. Seine Partei raffe ihre Oppositionsstellung in dem Sinne auf. daß sie der Regierung nicht in den Rücken fallen, sondern sie stärken wolle. Abg. Eisenberger (Bayer. Dbd.): Dadurch, daß man den Ländern in Weimar die Steuerhoheit genommen hat, ist die Reichsver- Moffenbeit gefördert worden. Die Industrie arbeitet noch immer mit großen Gewinnen. Sie tann noch eine Belastung vertragen, nicht aber der landwirtschaftliche Kleinbesih. Aus der Rennwettsteuer kommt doch nur ein Pappenstiel heraus. Es wäre besser, wenn wir statt der Renn- pserde Kühe und Ochsen hätten. (Heiterkeit.) Hoffentlich ist die Steuervvrlage die letzte, damit sprengen sucht. Don berufsständilcher Gliederung darf man kein Heil erwarten. (Sine einheitliche soziale Gesinnung nur kann bad verknüpfende Band fein. Die zeigt sich allerdings nicht in der Zahl sozialer Gesetze und Verordnungen, sondern in dem Verhältnis von Mensch zu Mensch. Solange nicht die Auf- faffung zurückgetehrt ist, daß wir alle Brüder sind, kann es mit uns nicht aufwärts geben Stegerwald ging dann kurz auf seine Stellung zur Wirtschast ein. Es geht, wie er sagte, seit Jahrzehnten ein großes Sehnen durch di: Arbeiterschaft. das nach neuen Formen verlangt. So verständlich das sein mag. fo irrig und verderblich ist es. Die Wirtschaft ist nicht eine Frage des Prinzips, sondern der Zweckmäßigkeit. In wirtschaftlichen Dingen darf es keine Programme als oberste Leitsätze geben, es handelt sich vielmehr barum, das zu tun, was zweckmäßig ist. So muß man auch die Streitfrage der Staats- und Privatbetriebe behandeln. Im Privatbetrieb gilt es, dem Arbeitnehmer, soweit daS noch nicht geschehen ist, größeren Einsluß zu sichern. Darüber hinaus tritt der Deutsche Gewerkschaftsbund für eine stärkere Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer an ben Produktionsmitteln ein. Nur ein innerlich fundamentiertes Volk wird wieder hochkommen. werden. In der Schlichtungsverhandlung am 23. Februar beschuldigte der damalige Betriebsobmanv Anton Vogel der chem. Fabrik von Essen & Lindenbaum in Bellersheim den Betriebsleiter Dr. Lange, er lasse sich bet der Einstellung von Arbeitern durch Zuwendung von Naturalien bestimmen. Vogel hat nun vor der Sühnebehörde in Bellersheim diese Beschuldigung als unwahr zurückgenommen. batten durch das ganze herrschende Bevor- Sitzung vom 4. April 1 922. zugungs- un) Abstammungssh tem und durch das Sie Mitglieder der Bereinigung deS Bad' D.eiklassenwahlrecht gerade in Deutschland am ^aubcimer Einzelhandels sollen die stärksten das Gefühl sozialer Gegensätzlichteut. -^rovettzbertarifgehälter ihrer kaufmännischen Qln- Dah:v die ständigen Kämpfe im Innern, btc eine („stellten für den Monat April um 60 v. H und starke Außenpolitik auf die Dauer unmöglich biefc Aprilsätze für den Mai um 20 v. H. erhöhen machen. Wir sahen immer das, was uns trennt, Q^rbeiratetenaulage und Abzug für Kost und nicht das, was uns eint Der alte Staat rubte Wohnung bleiben in der bisherigen Höhe bestehen auf einer kleinen Beamten- und Adelsschicht, die Neuregelung der Auswandsentschädigung der aber nicht einen Grohstaat tragen konnte Vieles Lehrlinge und Lehrmädchen wurde der unmittel- von den Fehlem der Vergangenheit können wir 6aren Verhandlung der Parteien überlassen. ' Dem Einspruch ernes Pianisten der Viktoria- Lichtspiele in Bad-Nauheim konnte nicht stattgegeben werden, nachdem keine Verständigung erzielt worden war. Es war nicht zur Verminde- rung der Avbeitnehmerzahl gekündigt, sondern es soll eine neue Kapelle eingestellt werden. Ein Einspruchsverfahren nach dem Detriebsrätegesetz ist nur bei Betrieben mit Betriebsrat möglich. Auch der Wiedereinstellungsantrag eineS Buchdruckergehllfen der Duchdruckerei H. Robert in Grünberg war erfolglos. Die Erneuerung des ArbeitSverhältniffes unter Arbeitsstreckung konnte dem Betrieb nicht zugemutet I I s Wetturnen«. Als Tag des Frauenturnens war oom Tumcmsschuß des Gaues der 21. Mai. festgesetzt und ausgeschrieben worden. Mit Rücksicht auf das an diesem Tage in Dad-Rauheim stattfindende Automobil-Turnier ist von den Lad-Rau Heimer Turnvereinen nunmehr aber für die Abhaltung des Frauenturnens der 28. Mai vorgeschlagen und auch vom Gau genehmigt worden. Hm den Gauvereinen die Entsendung von Wetturnerinnen nicht zu erschweren, haben die veranstaltenden Vereine in Dad-Rauheim beschlossen, die Wetturnerinnen als Gäste aufzunehmen und für ihre Verpflegung zu sorgen. Für die aus den entlegenen Gauveceinen kommenden Turnerinnen, die bereits am Samstag reisen müssen, werden in entgegenkommender Weise außerdem Freiquartiere zur Verfügung gestellt. * 2 i ch, 4. April. Am vergangenen Sonntag oatie der Verein f ü r Aasenfpiele in 2id) die Sportabteilung des Turnvereins Heuchelheim zu ei rem Gesellschaftsspiel als Gast. Heuchelheim war in stärkster Aufstellung erschienen, was sich auch in der ersten Halbheit oemcrlbar machte. Lich konnte in der ersten Dpielhälfte einige schöne Torchancen nicht verwerten. Mit 2:0 für Heuch'lh-im ging es in Halbheit. Sn der zweiten Spielhälfte konnte sich Lich besser zufammenfinden und durch feinLi Mittelstürmer das I. Lor ei rsenden, um bann kurz vor SUuß durch einen Elfmeter den Ars- gletch cherbeizufützren. (Spiel 2:2 (2:0). — Ecken» verhältniS 2:5.) — FutzballmeisterfchaftSspiele in Mittel-, West- und Süddeutschland. Hm die Mitteldru sch? Fußballmeisterschaft fanden am Sonntag zwei Entscheidungsspiele statt. 3n Magdeburg spielte der Ehemniher Ballspielclub gegen Fortuna Magdeburg und siegte mit 4:1 und in Halle behielt der Sportverein 98 gegen Concordia Plauen mit 8: 1 die Oberhand. — Die Westdeutschen Meisterschaftsspiele faßen In Mün- chem-Gladbach den Duisburger Fußballverein 08 gegen den Kölner Vallspielclub mit 2: 1 siegreich, wahrend in Hamm Arminia Bielefeld gegen den Turn- und Sportverein Kassel mit 4:0 gewann. Sn Mülheim-Ruhr siegte der Duisburger Spielverein gegen den Essener Turnerbund mit 2:1. — Sm Spiele um die Süddeutsche Meisterschaft traf in Ludwigshafen der Meister des Bezirks Württemberg-Baden, Sportfreunde Stuttgart, auf den Meister des Rhein-Hessenkreises, Borussia Aeunkicchen. Letztere siegten mit 1:0. — Sm Entscheidungsspiel des Mainbezirks in Frankfurt a. M. blieb nunmehr Germania 94 gegen Ssenburg mit 4:2 siegreich — Slavia Prag schlügt Spielvereinigung Fürth 4:2 (2:1). Dor mehr als 20 000 Zuschauern trug am Sonntag in Prag die dortige Slavia gegen dir Spielvereinigung Fürth das Rückspiel aus und konnte einen verdienten Sieg landen. Fürth trat mit drei Ersatzleuten an, u. a. auch für den Torwart Lohrmann, wodurch ein Hauptteil der Riederlage erklärlich ist. Slavia erzielte das erste und dritte Tor durch Strafstöße. Der Schiedsrichter war gut Sm Felde wie vor dem Tore zeigten die Prager ein entschlosseneres Spiel. Die beiden Tore für Fürth erzielte Franz. — Der Berliner Hockeh-Club in Spanien siegreich Das erste Spiel des Berliner Hockey-Club auf spanischem Boden wurde einem eigenen Drahtbericht zufolge in Barcelona gegen den spanischen Meister ausgetragen. Die Berliner siegten nach überlegenem Spiele mit 8: 3. — DasklasslscheDchterrudernO Ilford—Cambridge kam am Samstag auf der Themse von Putney nach Mortlake zum 74. Male zur Entscheidung. Die Cambridge- Mannschaft war überlegen und siegte in 19:39 für die 6,839 Km. lange Strecke mit 4Vs Längen Vorsprung. Von den bisherigen Kämpfen hat Oxivrd 39, Cambridge 34 gewonnen, während ein Treffen, trn Jahre 1877, unentschieden endete. Vermischtes. ■* Schatzfucbe in alten Akten. Wie- bitie Leute in alten Registern nachsuchen, um rrgenfrrin Erbrecht herauszubekommen, zeigt ein Bericht des Direktors des Londoner Slandes- archivs. .Viele Leute," sagt er, .lassen sich Heiratsurkunden bis aus dem 16. und 17.3abr-= hundert vorlegen. Fast alle erzählten von der Verwandtschaft mit irgendeinem verstorbenen Millionär, die sie nachweisen wollen. Ein solcher Schatzsucher kam Tag für Tag wieder und sah die Register durch, und als ich ihm bemerkte, er vergeude seine Zeit, sagte er wütend, ich sei auch einer von denen, die ihn um sein gutes Recht bringen wollten. Rach 20jähriger Erfahrung bin ich überrascht, das) noch immer so viele Männer und Frauen hoffen, auf diese Weise ein Vermögen zu erlangen. Bisher hat noch niemand bei uns die für seine Ansprüche nötiger« Unterlagen gefunden." Handel. Berlin, 4. April. Börsen st immungS- bild. Die Rede Lloyd Georges, die manche Hoffnungen auf den Verlauf der Konferenz in Genua geknickt hat, fü.)rte au einer erheblichen Befestigung der Devisenpreise, deren höchster Stand im Verlaufe nicht aufrechterhalten werden konnte. Sonst hinterließ die Rede außer einem gewissen Unbehagen keinen kursmäßigen Eindruck am Effektenmarkt. Die Haltung blieb vielmehr bei stillem Geschäft ziemlich lustlos und abwartend. Zur Begründung hierfür wurde auf den Ueberflutz an schwimmenden jungen Aktien in olge der fortgesetzten Kapitalserhöhungen und der Festlegung grober, der Börse dadurch entzogener Summen im Warenhandel verwiesen. Anfangs überwogen die Kursabschwächungen bis 30 und vereinzelt darüber, denen aber auch Kursbesserungen ungefähr in gleicher Höhe gegenüber- standen. Lothringer Hütte stiegen über 100. Ober» schlesische Kokswerke mußten von ihrer gestrigen bedeutenden Steigerung 175 wieder hergeben. Wie gestern standen auch heute Kaliwerte, namentlich Deutsche Kali-Aktien und im Freiverkehr Adler-Kali und Hannoversche Kali, bei großen Umsätzen im Mittelpunkt des Snteresses, ohne daß aber für erstere neue Kurssteigerungen eingetreten wären. Sonst machte sich späterhin stärkeres Snteresse für Harpener geltend. Hiervon abgesehen, gewann die Tendenz allgemein einen festeren Anstrich, was aber in den Kursen nur vereinzelt zum Ausdruck kam. Am Einheitskurs- mai'ft war das Publikum überwiegend wiederum als Käufer tätig. Von Anlagewerten erreichten 3prozentige Reichsanleihe den Stand von 155. Don ausländischen Renten stiegen Mexikaner erneut beträchtlich. Ungarn geringer. Frankfurt a. M., 4. April. Börsen- stimmunasbild. Der heutige Devisenverkehr gestaltete sich in den Vormittagsstunden ruhig bei fester Stimmung. Der Dollar setzte im Frühverkehr mit etwa 322—331 ein und ging bann gegen 1 Uhr mittags aus etwa 329, 323, 327 zurück. Auf die Stimmung des Effektenmarktes konnten die Devisen keinen Einfluß ausüben. Auslandswerte lagen ruhig. Benz 655, Snag 590, Deutsche Petroleum 2300, Mansfelber Kuxe 31C00, Rastatter Waggons 340, Julius Sichel 750. Auf den variablen Märkten blieb das Geschäft ruhig. Auch am Markt der Kassa-Sn- dustriepapiere kam es nur verschiedentlich zu regeren Umsätzen. Montanaktien abgeschwächt. Elektrizitätspapiere konnten sich tellweise mäßig befestigen. Anilin- und Autoaktien schwankend. Maschinenaktien behauptet. Zuckerfabrckaktien teilweise befestigt. Der Derkehr blieb im Verlaufe eng begrenzt. — Pnvatdiskont 4V-°/o. Frankfurt a M., 5. April. Züricher Devisenmarkt, 4. I. 5.< Wechsel auf Schweizer Franken Holland . 100 51. = 19 .iü 19aa0 Deutschland .... 100 Mk. — 1.59 L56 Wien 100 Är. ----- 0.06 0.06 Prag 100 Kr. — 9.75 9.57 Paris 100 Fr. --- 46.75 47.- London ...... 1 £ = 22.59 22.62 Statt en 100 2. --- 27.17 27.25 Brüssel 100 Fr. *= 43.35 43.50 Budapest 100 Kr. — 0.60 0.53 Reuyork 100 $ — 514.36 514.25 Agram 100 Kr. — 1.55 1.55 Warschau 100 Kr. --- 0,13 0,13 Marknotierrrngea. . Datum: 1.7.14. 3.4. 4.4. Zürich . . Fr. 125.40 1,62 1,57 Amsterdam......Fl. 59.20 0,83 —,- Kopenhagen Kr. 88.80 1 52 1,47 Prag Kr. 117.80 16 75 16 32 Stockholm Kr. 88.80 1,30 1,19 Wien Kr. 117.80 2382,50 London Eh. 97.80 Paris Fr. 125.40 3,42 3,37 Reuyork $ 23.80 -.31 -.30 Börsenkurse. tzrautfurt Berlin Schluy- Schluß- Schluß- Scyluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 4. 5Ü/, Btsch. Kriegsanl. 77,50 4° .Dtfch. Reichsanl. $*7. • 3° ,Dtfch. Reichsanl. 142,- 4o/6 Preuß. Konfols 79 - Harnburg-Paketf.. . ^05,- Rorddeutfcher Lloyd 380, - Comm.u.Privatbank 327,— Darmstädter Dank . 334,— Deutsche Dank . . . GOü, - Disconto-Gefellschaft 490,25 Dresdner Dank. . . 359,— Mitleid. Creditbank. 313,— Rationaibank f. D. . 344,— Doch. Gußstahlwerke D.-Luxemb. Dergw.. 1150,- Gelsenkirch. Dergw.. 120g,- Harpener Oberg bau .16 1 - Oberschl. Eisenb^D. U20,- Oberfchlef. Eisenind. 875,- Phönix-Dergb^Akt. 1500,- Dad.Anilin-u. Soda 799,- Höchster Farbwerke. 726, - Allg. Elektr.-Ges. . . 630,- Felten & Guilleaume 1120, - Schuckert-Werke. . . 78s,- Adler werke 567,— Daimler 572,- 4® 0 Hess. Staatsanl. 76,50 Electron Griesheim 830,- Dtsche. Vereinsbank *. 4. 3.4. 4.4. 77,53 77,50 77,50 97,37 9? 50 97 40 152,- 144,- 153,50 80,- 80,- 81,- 500.- 488 - 472 - 371,- 377, - 375*- 326,- 329,- 326,50 331,- 332, - 331,- 601,- 601,- 600,- 491, - 491, 491,50 351,- 358,-» 3 6,- 303,- 303,— 302,- 340,- 343,- 345 — ,- 1310,-128.,- 1050 - 103 1058,- 1150,- 1140,- 1121,- 1185 - 1180,- 1180,50 19 5,- 1910,- 1930,- 110.',- 1111,- 1120,- 880 - 873,- 860,- 1480,- 1490,- 1483,- 780,- 788,- 780,- 720,- 710,- 701,- 830,- 820,- 810,- 1020,- 1025,— 978,- 782,- 790,- 762, 565,- 569,- 562.- 560,- 554,- 559,50 75,50 73,75 72.60 900,- 895.- 242,- -,- Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 3. April. 4. April. Amild.-Rotterd. 12134,80 12165,20 12484,35 12515 65 Brüflel-Antw. . 2691, 0 26. 8,40 2784, 2791 - Christiania ... 6742, 0 5757,23 5967,56 5982.50 Kopenhagen .. 6766,55 678 ,30 69)125 6978 75 Stockholm. . . . 8339,55 8360.45 85 .9,25 8590*85 HelstngforS. . . 6.9,20 630’o0 639 .0 640^0 Statten 16.5,40 1679,60 1747,80 1752*20 London 1*05,70 1409,30 14:3,15 1446,85 Reuyork 319,60 32u,40 32s,8» 326,66 Paris 2876,40 2883,GG 3002,20 3008,80 Schweiz 6 3 ,3 614?,70 6362,- 6378,- Spanien 4d5‘J, 0 4866,10 5043,65 5056,35 Deutsch-Oesterr. 4,25 4,29 4 23 4,27 Prag...... 608,70 610,30 618,20 619,b0 Budapest .... 36,95 37,05 37,65 37,75 Buenos Aires . 114, 5 115,15 1 7,35 117,35 Bulgarien . . . 217,70 218,30 217«,0 218,39 Markte. Frankfurter Obst- und Gemüfemartt. Frankfurt a. M. 4. April. Das. was aus dem Frankfurter Gebiet auf den Markt gebracht wurde, war auch heute wenig. Die Versorgung der Kleinhändler lag in der Hauptsache dem Großhandel ob. Es tarn ziemlich Spinal auf den Markt, darunter aber auch recht minderwertiger. — Es kostete beim Groß^rnndel der Zentner Kartoffeln 260—280 Mk.. Weißkraut 250-500 Mk.. Gelberüben 320—330 Mk.. ital. Salat Pfund 17—18 Mk.. Meerrettich 12—13 Mk. Bei Erzeugern kostete Spinat 500—550 Mk. der Zentner: Schmalckraut das Pfund 22—26 Mk.. Lattich 28—30 Mk und Schwarzwurzeln 4—6 Mk' Stärker war das Angebot von Orangen, die 200- Kiste wurde zu 1000—1050 Mk. verkauft. — Butter war sehr knapp: das Pfund kostete 75 Mk. Sn Siem war das Angebot gut. Gleichwohl stieg der Preis auf 4.25 Mk. für bai Stück. Büchcrtifch. — Das Görliher Programm der S. P. D. Ein kritischer Kommentar. Von Syndikus Hermann Schöler. (Verlag der Meyer- schen Hofbuchhandlung, Detmold.) Aus sozialdemokratischer^ Feder liegen schon zwei Kommentare zum neuen Görliher Programm vor, von Friedrich Stampfer und Eduard Bernstein. Richt weniger als acht Kommentare, je von einem besonderen Verfasser, zu jedem Programmabschnitt einer, sollen noch erscheinen. Diesen insgesamt zehn sozialdemokratischen Kommentatoren steht der eine Schöler gegenüber mit seinem das ganze Programm umfassenden Kommentar, der dieses vom Boden individualistischer Weltanschauung bis In jede Einzelheit kritisch erschließt und zerpflückt. Der Kommentar gliedert sich in vier Teile: Einleitung, grundsätzlicher erster, praktischer zweiter Programmabschnitt und Anhangs Die Einleitung enthält eine Gesamtkritik über den Sozialismus als Wissenschaft und über die Sozialdemokratie in Theorie und Praxis. Schöler begnügt sich ost mit nur kurzen, knappen Strichen, führt aber den Leser trotzdem so erschöpfend und mit so durchsichtig klarer und einleuchtender Kritik in die Kernfragen ein, daß jeder reichen Gewinn für die eigene Erkenntnis davonträgi. Auf dem so getoonnenen sicheren Boden erschließt sich dem; Leser mit Leichtigkeit das Verständnis für die beiden nächsten Teile, das neue Programm selbst Der Leser wird in alle großen Fragen der Gegenwart eingeführt und das so leicht daß ihm alles als selbstverständlich erscheint, und daß er mit jedem Satz klarer und sicherer erkennt, wie unmöglich und verhängnisvoll es ist, Volk und Vaterland nach den Forderungen des Görliher Programms regieren zu wollen. Der Anhang enthält die Wortlaute des Erfurter Programms, der beiden dem Görliher -Programm vorauf gegangenen Programmentwürfe und des Görliher Programms selbst unter Gegenüberstellung der korrespondierenden