Nr. 260 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags: mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienb lotter Monatliche Bcjugsprcife: Mk. 185.- u. Mk. 15.- Trägerlohn,durch diePost MK.200.-,auchbeiNicht- erscheinen einzelner Num» mem infolge höherer Gewalt. - Fernsprech» Anschlüsse: fürdieSchrift- leitung 112; für Verlag und Geschäflsstelle 51. Anschrift für Drohtnach» richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonti: Frankfurt a. M. 11686. Samstag, 1. November 1922 172. Jahrgang erstes Blatt SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vn«k und Verlag: vrLHI'sche UniverstlälrGuch- und LteindruSerei H. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schlllstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen o. 27 mm Breite örtlich 600 Pf., auswärts 800 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite2800Pf. Bei Platz» Vorschrift 20 "/„Aufschlag. Hauplschristleiter: Aug. (Loetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil. Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Die Ueberreichung der Finanzdenkschrift an den Reparationsausschuß. Wochenrückblick. Der Dollar auf über 6000 Mark! Wie mag dieses neue drohende Zeichen des Niederganges der deutschen Währung auf die ReparationSkvmmissivn wirken? Ein Wort aus ihrem Munde könnte Wunder tun, aber sie findet dieses Wort nicht, und die „freundliche Sachlichkeit", mit der ihr Wortführer, Herr Barthou, verhandelt, hat dem Verderben keinen Einhalt geboten. Alle deutschen 'Börsenwerte sind in den letzten Tagen in der Anpassung an die gesunkene Mark im Kurs auf ungeheure Ziffern gestiegen, einige Kuxen auf mehr als das Doppelte ihres bisherigen Standes. Das ist die Flucht vor dem Wertschwund unseres Papiergeldes, und wir sehen alles als Zeichen eines abschreckenden Mißtrauens in das Wollen dieser von den Siegermächten eingesetzten Instanz, die allerdings seit ihrem dreijährigen Bestehen das Feuer der wirtschaftlichen Verelendung dcr Völker nur geschürt hat. Wenn ihr in der deutschen Reichshaupfftadt nun die Flammen ins Gesicht schlagen, so dürfen wir daraus immer noch nicht hoffen, daß das erlösende Wort nun fallen werde. Herr Barthou verbirgt hinter der sachlichen Miene die Geduld des Fallenstellers, der auf sein Opfer wartet. Die Psänderpolitik am Rhein ist ihm und seinem Freunde Poincare der Weisheit letzter Schluß. Das konservative englische Kabinett wird sich, trotz des WarnungSrufeS des „Manchester Guardian", nicht dagegen zu Taten aufraffen. Herr Donar Law hält nur farblose Zauderreden, und die Politik dieses iraben Mannes ist nur von eines Gedankens Blässe angekränkelt, daß es ihm nämlich recht bald vergönnt sein möge, einem Staatsmanne von festerem Willen Platz zu machen, damit die erwünschte Zielstetigkeit der englischen Politik endlich Wirklichkeit würde. Es handelt sich gleichwohl in Berlin jetzt um ein tragisches Ringen des guten und des bösen Geistes, um Sieg oder Niederlage des wirtschaftlichen Gedeihens. Der Reichskanzler Dr. Wirth hat angesehene WirtschastS- gelehrte des Auslandes als Richter darüber angerufen, welche Schlußfolgerungen aus der unhaltbaren Lage gezogen werden mühten. Er hat ihnen, wie einem Tribunal, bestimmte Fragen unterbreitet, die uns Rückschlüsse gestatten auf den Inhalt der zur Stunde noch unbekannten Denkschrift, in welcher die deutsche Regierung der Reparationskommission eine Reihe von Vorschlägen unterbreiten will. Der Kern der Lösung sitzt in der zweiten Frage, die er stellte: „Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um eine Stabilisierung der Mark zu ermöglichen?" — Wir wissen es längst: Die Deutschland auferlegten Lasten sogenannter Reparation müssen auf einen kleinen Bruchteil herabgemindert werden, damit das Ausland auf die Wiedergenesung Deutschlands überhaupt vertrauen kann. Auch der Reichskanzler Dr. Wirth kennt diese Wahrheit, aber er hat es bisher noch nicht verstanden, hinter dieser Wahrheit unsere ganze Volkskraft einzusehen. Er regiert mit einer Hälfte des deutschen Volles, hat vieles getan, um die innerpolitischen Ziele dieser Hälfte zu verwirklichen, aber wenig, um die Nation zu einigen und diese Einigkeit der von außen her geübten Versklavungs- Politik entgegenzustellen. In der Schicksalsund Entscheidungsstunde gewährt ihm die sozialdemokratische Partei nur schwache Stütze. War an der auch von uns wiedergegebenen Denkschrift der Gewerkschaften Vieles richtig, so fällt das sozialdemokratische Zentralorgan, der „Vorwärts", der deutschen Sache wieder einmal heftig in den Rücken. Das Blatt wirft dem Reichskanzler Einseitigkeit in der Auswahl seiner Sachverständigen vor! Sie seien alle Anhänger HavensteinS, der auf dem Standpunkt stehe: nur beileibe nichts tun und unter keinen Umständen den Goldschatz der Reichsbank produktiv verwenden. Dann fährt der „Vorwärts" wörtlich fort: „Wir _ glauben nicht, daß dieser Zu ft and, der den ausländischen Unterhändlern doch nicht verborgen bleiben kann, ihr Zutrauen zu dem guten Willen Deutschlands erhöht." Noch mehr Scheite ins Erfüllungsfeuer, das ist die Losung dieses Blattes, das für die Vereinigte sozialdemokratische Partei und die „hinter Zentrum und Demokratie stehenden Arbeiterschichten" die Meinung vertritt, der Sturz der Mark sei aufhaltbar. Hier wird also eine Schuldfrage wieder einmal zu ungunsten Deutschlands beantwortet. „Nichts hat uns," so >erklärt der „Vorwärts", „im In- und Auslande bisher so stark geschadet, wie unsere Tatenlosigkeit, verursacht durch die Resignation unserer maßgebenden Wirtschaftskreise." Sogar dem ..Berliner Tageblatt" erteilt das Blatt in diesem Sinne eine Zurechtweisung, weil es aus Hamburger Handelskreisen sich eines anderen hatte belehren lassen. Der Reparationskommission liegt es ob, durch bessere Sachkunde die Wurzel des AebelS zu beseitigen. Es heißt, die deutsche Regierung habe das Angebot einer auSländi- chen Anleihe erhalten, das dem ReparationS- ausschuh zur Genehmigung vorgelegt werden olle. Zahlungsaufschub für die Reparationen, die schleunigst auf ein vernünftiges Maß reduziert werden müffen, und ausländische Anleihe — das sind in der Tat die einzigen Rettungsmittel. 2llleS andere sind Zweckmäßigkeitsfragen zweiten Ranges, in denen ich für eine große Volksmehrheit bei richtiger Führung doch wohl auch eine Einigung finden lassen müßte. Man wäre versucht, die Italiener um ihren Mussolini zu beneiden, der innerhalb der deutschen Verhältnisse allerdings keine Gewaltpolitik treiben dürfte, denn daran haben wir genug in der Erinnerung an die Novembertage. Wohl aber würde uns etwas von diesem National sozialismus wohl tun, dem es gelingt, die Parteiketten zu zerreißen und große nationale Volksziele auszurichten. Wir schweben in der schlimmen Ge- ahr, daß uns die kalte Höflichkeit der Reparationskommission eine Finanzkontrolle und Drangsalierung des deutschen Wirtschaftslebens aufnötigen wird, wogegen wir nichts eintauschen können als falsche Wechsel auf die Brüsseler Finanzkonferenz. In dieser Beziehung weissagt uns die innerpolittsche Kon- tellatton nichts Gutes. Ohne gediegene Politische Grundlagen aber ist von internationalen Finanzkreisen nicht viel zu hoffen; sie bieten noch immer bas Bild jener „verdrossenen, dickschnutigen, nichts leihenden Welt", über die Rabelais' trefflicher Panurg sich so ergötzlich beschwert, indem er in sein lustiges Kapitel von Schuldnern und Gläubigern auch die aktuelle Sentenz mischt, daß die Menschen geboren sind, einander zu helfen und beizustehen. Solche Weisheit in Scherz und Ernst rührt heute das französische Volk nicht mehr. Dafür hängt es desto hartnäckiger an den aufgeblasenen Vorbildern abenteuernder Welteroberer, die seine Literatur satyrisch so oft in buntesten Farben schillern läßt und auch in der Geschichte nicht selten als typische Dertteter eines an- mahlichen Nationalismus auftauchen, Brüskierung Deutschlands auf der internationalen Arbeitskonserenz. Genf, 3. Nov. (Wolff.) Die internationale Arbeitskonferenz hat es in der heutigen Bormittagssihung ab gelehnt, in eine Besprechung der Äusschuhanträge, barunter den gestern beschlossenen Antrag des Tlnterausschusses über die neue Amtssprache, einzutreten, sondern beschloß, alle diese Anträge ohne Besprechung dem Verwaltungsrat zu überweisen mit Ausnahme des Antrages, der eine Dankkundgebung für die Schweiz darstellt. Der Antrag des deutschen Regierungsvertreters, Dr. Lehmann, auch den Spra^nantrag auszunehmen, da die deutschen Delegierten hierzu wenigstens eine Erklärung abgeben müßten, wurde abgelehnt. Genf, 3. Nov. (WTB.) Die Behandlung der Frage über die Einführung der deutschen Sprache als dritte Amtssprache fand m dec heutigen Schlußsitzung der Internationalen Arbeitskonferenz einen ziemlich aufregenden Abschluß. Kurz vor Beginn der Nachmittagsdebatte verlangte der deutsche Arbeitnehmervertreter Reichsminister a. D. Wifsell das Wort zur Geschäftsordnung. Er er Härte mit ernster Stimme und nachdrücklicher Betonung folgendes: Wir werden auf der nächst en Konferenz Mittel und Wege finden, damit den Vertretern es nicht mehr im Reisefieber des Auseinandergehens unmöglich gemacht wird, Fragen zu besprechen, die im Interesse der Sache liegen. Ich weiß nicht, ob ich 1923 wieder hier stehen werde. Aber das weiß ich und muh ich erklären, daß ein Gefühl tiefster Erbitterung und tiefsten Schmerzes die Herzen von Millionen von Arbeitern erfassen wird, wenn ich ihnen erzähle, daß es einem Vertreter hier nicht möglich war, ihre Interessen auszudrücken. Der Präsident der Konferenz hat mir unmittelbar versprochen, daß ich hier zu Worte kommen würde. Das hat die Konferenz unmöglich gemacht. Aber, meine Herren, auch ein Volk, das so tief gestürzt ist wie wir, hat das Recht, den Kopf hoch zu tragen und den Glauben an die Zukunft nicht zu verlieren. Diese mit großer Eindringlichkeit und tiefer innerer Erregung gesprochenen Worte lösten einen sichtbar starken Eindruck aus. Ein Teil der Versammlung sowie der Präsident brachen in Beifallklatschen aus. Wissell kehrte an seinen Platz zurück, um die französische Llebersetzung der Rede abzuwarten. Dann erhob sich die gesamte deutsche Abordnung und verlieh geschlossen den Saal. Nachdem die deutsche Abordnung den Saal verlassen hatte, ergriff Präsident B u r n h a m das Wort und er- klärte, es sei in der Tat richtig, dah er Wissell versprochen habe, ihm das Wort in der Sprachenfrage zu geben. Die Konferenz sei nun einmal souverän in ihrer Entscheidung. Hierauf hielt Burnham die Schluhrede. Berlin, 3. Nov. (WTB.) In einer Besprechung mit den Mitgliedern der Reparationskommission hat der- Reichs- finanzministe r eine schriftlich e A Um arbeitung über die schwebende Schuld und die Stabillsierung der Mark überreicht. Die Mitteilung weiterer schriftlicher Unterlagen wurde vereinbart. Die Besprechungen nehmen Anfang nächster Woche ihren Fortgang. Der Inhalt der Denkschrift. Berlin, 4. Nov. lieber den Inhalt der gestern von der Reichsregierung der Reparationskommission überreichten Denkschrift weis eine sozialdemokratische Korrespondenz mitzuteilen, dah in der Denkschrift einleitend daraus hingewiesen wird, daß eine Stabilisierung der Mark gleichzeitig mit der Balancierung unseres Etats erfolgen müsse. Unter Hinweis auf die deutsche Steuergesetzgebung und die Verausgabung eines Teils des Reichsbankgoldes zu Stabilizierungszwecken begründet die Denkschrift dann die Zwecklosigkeit von Stabilisierung sm ah- nahmen im Inlande ohne äußere Hilfe. Eine große äußere Anleihe werde als Voraussetzung zu einer Stabilisierung der Mark für unbedingt notwendig erachtet. Unter der Voraussetzung, daß eine solche äußere Anleihe zustandekommt, sei, wie es in der Mitteilung der Korrespondenz heißt, die Reichsregierung nicht abgeneigt, auch den Goldbestand der Reichsbank tell- weise zu Stützungszwecken der Mark zu verwenden. Die Denkschrift verweise darauf, dah eine äußere Anleihe aber nur bann möglich sein werbe, wenn die durch das Londoner Diktat geforderten deutschen R e p a r a t i o nS- verpflichtungen einer Revision unterzogen würden und eine langfristige Stundung eintrete. Die Regierung bezieht sich bei dieser Feststellung besonders auf den Beschluß der Pariser Bankierkonferenz. Eine Stundung der Sachleistungen wünsche die deutsche Regierung nur für Materialien, die nicht ausschließlich für den Wiederaufbau Nordfrankreichs Verwendung finden. Die Kosten für die Wiederaufbaulieferungen wolle die Regierung möglichst durch eine innere Anleihe aufbringen. Die Denkschrift, die eine Erhöhung der Einnahmen und eine Verringerung der Ausgaben des Reiches anzustreben verspreche, führt zum Schluß eingehend den Beweis, dah eine Finanzkontrolle über Deutschland nur eine Schädigung der deutschen und damit der Interessen der Ententeländer herbeiführen müsse. — Wie das > „Tageblatt" hört, habe Reichsfinanzminister Dr. H e r m e s die Heber» reichung der weiteren schriftlichen Mitteilungen, die sich auf Einzelheiten des Antrages auf Beschaffung einer Goldanleihe im Ausland beziehen, Sonntag früh in Aussicht gestellt. Die Reparationskommission werbe sich heute versammeln, um zu der Lage Stellung zu nehmen. Aenßerungen Bradbnrys. Paris, 3. Nov. (Wolff.) Der Berliner Korrespondent der „Chicago Tribüne" hatte eine Unterredung mit Bradbury, der u. a. erklärte: „Die Atmosphäre hier ist für die jetzigen Verhandlungen nicht ungünstig. Der Rücktritt Lloyd Georges hat, obwohl er wahrscheinlich tm Agenblrck keinen Wechsel in der englischen Regierung Hervorrufen wirb, auf die französische öffentliche Meinung einen günstigen Einfluß gehabt. In Berlin haben wir den Reichskanzler unb den Reichsfinanzminifter aufs äußerste angespannt vorgefunden, um ber Reparationskvmmission einen Einblick in die tatsächliche Lage Deutschlanbs zu verschaffen. Die Frage ist an und für sich äußerst schwierig. Wenn die Kommission von Paris aus eine Kontrolle auszuüben wünscht, drohen zwei Gesahren: Die eine besteht darin. ba6 die Deutschen erklären würden, die Ratschläge der Repara- tionskommission seien undurchführbar. Wenn sie andererseits diese Ratschläge annähmen und nachwiesen, dah sie fehlgingen, dann wird die Verantwortung die Reparationskommission treffen. Deshalb sollte die Reparationskommission nach Berlin übersiedeln und vollständig für die Kontrolle im Einverständnis mit der deutschen Regierung organisiert werden. Die Situation erfordert größte GeduLd. <§ine Entschließung des Reichswirtschaftsrats zur Stabilisierung derMark. Von einem gemeinsamen Unterausschuß des finanzpolitischen und wirtschaftspoli- tffchen Ausschusses des Reichswirtscha fts- rata wurde, den Blättern zufolge, ein Gutachten ausgearbeitet, das folgende Voraussetzungen für eine dauernde Stabilisierung der deutschen Währung vorsieht: 1. Eine Neuregelung der Reparationsverpflichtungen, die Deutschland eine mehrjährige Atempause zur inneren Kräftigung gewährt. 2. Eine Sanierung des öffentlichen Haushalts. Es ist unbedingt geboten, schleunigst für den gesunkenen Geldwert entsprechende Mehreinnahmen zu schaffen, daneben für eine möglichste Ermäßigung der Ausgaben zu sorgen, insbesondere durch Sparsamkeit und Vereinfachung in den öffentlichen Betrieben und Verwaltungen. 3. Eine Intensivierung undRatio- nalisierung der Produktion. Als Einleitung der nur unter diesen Voraussetzungen zu erreichenden Stabllisierung müsse jetzt eine Regulierung des Markkurses einsehen, die der künftigen Stabilisierung den Weg bahnt. Dazu sei erforderlich, dciß der Wirtschaft für die nächste Zeit diejenigen Devisenbeträge zur Verfügung gestellt werden, die sie für den unmittelbaren realen Bedarf nötig hat. Dabei sei die Mitwirkung der Reichsbank nicht zu entbehren. Voraussetzung fiir dieses Vorgehen sei die Zustimmung bet Reparationskommission unb die Erlangung einer auswärtigen Reparationsanleihe. Der Ausschuß empfiehli ferner die Ausgabe eines wertbeständigen Anlagepapiers, das die natürlichsten Bedürfnisse weitester Volksschichten nach Erhaltung ihrer Vermögenssubstanz befriedigt, sie vom Kauf von Devisen abhält und dadurch die normale Spartätigkeit wieder erhöht und anregt, ohne die ber Wiederaufbau und die Stärkung der Produktion nicht geleistet werden könnten. Der Ausschuß hält es auch für erwägenswert, die Goldanleihe noch mit einer kurzgesicherten Kreditaktivn für Industrie, Gewerbe, Handel und Landwirtschaft zu verbinden. Für eine unsundierte Goldanleihe des Reiches würde der Ausschuß die Verantwortung ablehnen. Zur Erhöhrnrg der Postgebühren. Berlin, 3. Nov. (Wolff.) Im Reichs» tagsausschuh für Postangelegen- heiten begründete ber Reichspostminister die Erhöhung ber Gebühren mit der fortschreitenden Geldentwertung Ein Tell des Fehlbetrags sei allerdings durch Vereinfachungsmaßnahmen im Personal unb Betriebs wesen ausgeglichen worden. So sei durch die Verlleine- rung des Deamtenkörpers eine Kürzung dec Ausgaben um 3 Milliarden erzielt worden. Eine Aussicht auf eine weitere Minderausgabe eröffne sich durch die im Gange befindliche Abgabe von entbehrlichen Beamten verschiedener Besoldungsgruppen an andere Verwaltungen. Trotzdem feien die neuen Vorlagen, die bei der Briefpost unb beim Fernsprechverkehr eine lOOProzentige und bei der Paketpost eine knapp öOprvzentige Erhöhung vorsehen, und die spätestens am 15. November in Kraft treten sollen, nötig. Bei ber Abstimmung wurden bte vvrgeschlagenen Erhöhungen ter Postgebühren angenommen. Danach kosten: Porto für eine Postkarte im Ortsverkehr 3 Mark, tm Fernverkehr 6 Mark, für einen Brief im Ortsverkehr bis 20 Gramm 4 Mark, einen Brief im Fernverkehr bis 20 Gr. 12 Mark usw. Auf Vorschlag des Abgeordneten R i p p l e r (D. Vp.) kam eine Entschließung zustande, worin die Regierung ersucht wird, von der Wiederein- sührung des Zeitungsbestellgeldes im Verordnungswege abzusehen. Angenommen wurde auch eine Entschließung ter Demokraten, wonach die Reichsregierung eine Nachprüfung ber Bestimmungen für die Beförderung von Drucksachen vornehmen solle, insbesondere ob eine Vereinfachung möglich fei. Bezüglich der Fern- fprechgebühren wurde eine Entschließung des Abg. Kopsch (Dem.) angenommen, wonach die Regierung prüfen soll, ob bei künftigen Gebührenregelungen die Fernsprechgebühren mehr nach s o - zialen Gesichtspunkten gestaltet werten könnten. Ein Konflikt der hessischen Regierung mit dem Reiche? Berlin, 3. Nov. (WTB.) Die hessische Re» gierung hatte im Oktober durch eine Verordnung auf Grund des Artikels 48 Absatz 4 ter Reichsverfassung die Ausfuhr von Kartoffeln für Hessen bis zum 4. November verboten. Der Reichspräsident hatte, dem „Berl. Tageblatt" zufolge, gegen die Verordnung sofort Einwendungen erhoben und die hessische Regierung zunächst um Aufhebung gebeten. Die hessische Regierung ist oer Ditte unter Hinweis auf das Beispiel Bayerns in ter Frage der Schuhgesehgebung nicht nachgekommen. Daraufhin stellte ter Reichspräsident, dem Blatte zufolge, gestern auf Grund des Artikels 43 Absatz 4 Satz 2 ter Reichsversassung das Verlangen auf Außerkraftsetzung der Verordnung. Die finanzielle Wiederausrichtung Oesterreichs. Wien, 3. Nov. (WTB.) Die Mitglieder ber Dolkerbunbsdelegation haben die Vertreter ter ausländischen Telegraphenagenturen empfangen und ihnen unter anderem folgendes mitgeteilt: Das österreichisch? Parlament hat heute ben ersten Schritt zur Ausführung des Programms des Völkerbunds rates für die Wiederaufrichtung Oesterreichs getan. Es hat bas Gesetz angenommen, das dazu bestimmt ist, das Defizit des Staatsbudgets für 1923 zu decken, ohne dah zu einer neuerlichen Ausgabe von Papiergeld geschritten werden muh. Der langfristige Völlerdundsk'-edit kann natürlich nicht vor Degnn des Jahres 1923 genährt werden da die Gen,er Protokolle vorher seitens ter Parlamente der Staaten, die Garantien hierfür versprechen, ratifiziert werden müssen. Der Plan des Döllerbundsrates hält es jedoch für richtig, daß ter Neudruck von Banknoten sofort auf« Ersparnisse, die auf den Todesfall oder auf mindestens 20 Jahre, fest angelegt werden, bei höheren Beträgen einen höheren Zinssatz als den üblichen SpareinlegungSzinSfuß gewährt. ** Oberhessischer Kun st verein. Die am Sonntag eröffnete Wanderausstellung der hessischen Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst, die Malerei, Graphik, Plastik und Kleinkunst aufweist, hatte in der ersten Woche schon einen regen Besuch aufzuweisen. Es fei hier darauf hingewiesen, daß noch einige Ge- mälde neu hinzugekommen sind. Kommende Woche findet eine teilweise Aenderung in der Ausstellung statt. Geöffnet täglich, mit Ausnahme von Samstags, von 11—1 Ähr. ** Die Elsaß-Lothringische Woche wird morgen, Sonntag, vormittag UV, AH)r pünktlich, durch Prof. Laqueur in der Neuen Aula in festlicher Weise eröffnet. Fräulein Cläre Türk wirtz.einen einleitenden Prolog sprechen. Vornotizen. — Tageskalender für SamStag. Philosophenwald, 8 Ahr: Stiftungsfest des Zentralverbandes der Angestellten. — Os- waldsgarten, 8 Ahr: Zirkus Barnum und Bailey. — Astoria-Lichtspiele, heute und morgen: „Seepiraten" und „Rosen im Herbst". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, heute und morgen: „Der Graf von Monte Christo", vierter Teil: „Die Rache". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater, 31/, Ahr: „Verliebte Leutes l Ahr: „Der Biberpelz". — OSwaldSgarten, 31/, und 8 Ahr: Zirkus Barnum und Bailey. . — Der Zirkus Henny bittet uns, mitzuteilen, daß am Sonntag zwei Vorstellungen stattfinden. um 31/2 Ahr und 8 Ahr. In beiden Vorstellungen gelangt das ungekürzte Programm zur Vorführung. Kinder unter 12 Jahren zahlen nachmittags halbe Preise. Auch der Landbevölkerung ist es somit ermöglicht, die Vorstellungen des Zirkus zu besuchen. Die Raubtierschau ist täglich ununterbrochen geöffnet. Täglich finden von 10—12 Ahr große Proben statt. Eintrittskarten zu den Nachmittagsvorstellungen sind nur an den Zirluskassen zu haben. — Holzhauerversammlungen finden morgen m Hungen, Grünberg und Gießen statt. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage für Sonntag: Wolkig, leichter Regen, später aufheiternd« kühl, Nachtfrostgefahr. Die Depression, die gestern von Frankreich her über unser Gebiet gezogen ist und uns reichlichen Regen gebracht hat, zieht ostwärts weiter. Sie wird morgen noch unsere Witterung beeinflussen. Landkreis Gießen. s. Aus dem Buseckertal, 3.Nov. Dem eifrigen Bemühen der Hessischen Handelskammer und dem Entgegenkommen des E senbahnverkehrs- amtes ist es zu verdanken, daß vom 30. Oktober ab ein Zug auf der Strecke Gießen — Fulda eingelegt ist, der gegen 1 Ahr Fulda verläßt und um 41/? Ahr nachm. in Gießen eintrifft. Leider scheint diese Vvn so vielen begehrte Zugverbindung noch nicht genügend bekannt zu sein. Die Gisen- bahnbehörde läßt zur Zeit die Fahrgäste dieses Zuges zählen, und wir dürfen nur dann für die Zukunft auf seine Beibehaltung rechnen, wenn er besser als seither benutzt wird. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 3. Nov. Der Streit um den Homberg-Wald, der seit vielen Jahren zwischen unserer Stadt und dein Staate im Gange war, hat jetzt seine Erledigung gefunden. Heute hört und legte in dieser Absicht der österreichischen Regierung diesen Gesetzentwurf vor. Es sollen der österreichischen Regierung nun im ganzen 120 Millionen Goldkronen zur Verfügung gestellt werden, von denen 50 Millionen iin Inlande und 80 Millionen im Auslande aufgebracht werden sollen. Hierzu hat die Delegation ihr Versprechen gegeben, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um der österreichischen Regierung die Plazierung dieser 80 Millionen zu erleichtern. Nach dem Projekt des Völkerbundes soll dann die gesamte Anleihe aus dem ersten Teil der anfangs 1923 flüssig zu machenden langfristigen Kredite zurück» gezahlt werden. Der Präsident und die Mitglieder der Delegation des Völkerbundes hebcn die große Bedeutung des Parlamentsbeschlusses hervor, wonach von nun an die österreichische Regierung nicht mehr genötigt sein werde, neue Banknoten auszugeben. Dieses glückliche Ergebnis werde innerhalb einer kurzen Frist erzielt werden, sobald nämlich die nötigen amtlichen Verfügungen getroffen und die Kapitalien eingezahlt werden. Wie die Völkerbundsdelegation erklärt, stellt dieser Beschluß e r st den Beginn eine r normalen Periode in der Finanzverfassung des österreichischen Staates dar, beweise aber gleichzeitig den ernsten Willen der Regierung und des Parlaments, das schwierige Werk der finanzielle^ Wiederaufrichtung durchzuführen. Wirtschaftsverhandlungen mit der Tschechoslowakei. Prag, 3. Nov. (Wolfs.) Das Tschechoslowakische Pressebureau meldet: Die tschechoslowakisch-deutschen Wirtschafts- Verhandlungen in Dresden, welch? am 30. Oktober begannen, schritt«' rasch vorwärts und hatten bisher für beide Teile einen befriedigenden Verlauf. Es wurde die Frage der Währungsverhältnisse der deutschm privaten Versicherungsgesellschaften, die Geschäfte in der tschechoslowa- tischen Republik betreib m. eingehend durchbe- raten und beiderseits in dieser Angelegenheit Anträge ^gestellt, welch- der Gegenstand endgültiger Verhandlungen wahrsch.inlich End.- dieser Woche sein werden. Gestern wurde in der Frage der Einführung von Hopfen, Malz und Gerste aus der Tschechoslowakei nach Deutschland im Prinzip ein Einvernehmen erzielt. Die Verhandlungen deutsch? 11 cil>$ wurden von Ministerialdirektor von Stockhammern und Geheimrat Dr. Markwald geführt. Die Bcrattlng wird voraussichtlich Anfang nächster Woche geschlossen. Die türkische Versassungsfrage. P a r i S. 3. Nov. (WTB.) Nach einer Ha- t>asmeldung aus Konstantinopel lautet das In der Nationalversammlung am 1. November angenommene Gesetz über die Regierungsgewalt wie folgt: Art. 1: Da das türkische Volk in seinem Grundgesetz seine souveränen Rechte einer unanfechtbaren, unveräußerlichen und unteilbaren juristischen Person übertragen hat, hat die Große Nationalversammlung beschlossen, keinerlei Gewalt oder Regierung anzuerken- nen, die sich nicht auf den nationalen Willen stützt. Sie erkennt infolgedessen im Rahmen des nationalen Duktes keine andere Regierungsform an als die Große Nationalversammlung und betrachtet die nicht aufdie .VolkSsouveränitat gestützte Re- lgter ung von Konstantinopel vom J16. März 1920 ab als geschichtlicheBer- gangenheit. Art. 2: Der Kalif wird un- '' ter den berufen st enMitgliederndeS Hauses Osman ausgesucht und gewählt werden. Der türkische Staat wird die Spitze des Kalifats sein. Die Große Nationalversammlung von Angora wird den neuen Kalifen wählen. , PariS, 3. Nov. (Wolff.) Havas. P 0 i n- c a r 6 hat folgendes vvn FeridPascha unterzeichnetes Schreiben erhalten: Ew. Exzellenz! Och erhielt von meiner Regierung den Auftrag, zur Kenntnis der Regierung der französischen Republik zu bringen, daß in Gemäßheit des Gesetzes vom 17, Juni 1920 die große türkische Nationalversammlung alle Verträge, Rechte und Abkommen. die seit dem 16. März 1920 mit der Verwaltung von Konstantinopel geschlossen wurden, ebenso wie sämtliche Handlungen dieser Verwaltung als null und nichtig betrachtet. On Durchführung des gleichest Gesetzes versteht es sich, daß die Ergebnisse von Unter- Handlungen, die durch die gleiche Verwaltung mit Finanzunternehmungen ange- knüpft würden, um Vorteile zu erlangen, die türkische Regierung in keiner Hinsicht verpflichten. Die Memelfrage. Warschau, 4. Nov. (WTB.) Der Pariser Berichterstatter der „Gazetta War- scawSla" berichtet, daß in der Memel- frage Polen und Memel für die Bildung eines Freistaates elntreten, Litauen dagegen die Einverleibung verlange. Eine unabhängige philippinische Republik? Manila, 3. Nov. (WTB.) Der philippinische Senat hat einstimmig eine Entschließung angenommen, in der der Kongreß der Vereinigten Staaten ersucht wird, zu gestatten, daß eine konstituierende Versammlung der Philippinnen einberufen werde, die über die Bildung einer unabhängigen philippinischen Republik zu beschließen und die Beziehungen der neuen Republik zur amerikanischen Regierung festzustellen hätte. Die Wahlen in Amerika. Paris, 3. Nov. (Wolff.) Nach einer Blättermeldung aus Washington sind die W a h l e n zur Erneuerung des dritten Teiles vom Repräsentantenhaus und Senat auf den 7. November festgesetzt worden. Die Arbeitszeit in Holland. Amsterdam, 3. Nov. (Wolff.) Wie „Het Doll" meldet, hat der Ministerrot beschlossen die Arbeitszeit für Post-, Telegraph-n- nnb Telephon-Angestellten um eine halbe Stunde zu varlängern. Aus vem Reichs. Verfügungen des StaatsgerlchtshofS. Leipzig, 3. Nov. (WTB.) Der Staat s- g e r i ch t s h 0 s hat die Verfügung über die Auflösung d-s Ofllziervereins des Infanterie-Regiments Nr. 133 in Dresden aufgehoben. Ebenso wurde das Verbot eine# Festes des Vereins für landwirtschaftliche Berufsausbildung in Neuenhagen in der Mark aufgehoben. Berlin, 4. Nov. On der Verwaltungsbeschwerdesache gegen das Verbot der schaumburg-lippeschen Landesregierung, den Film FredericuS Rex vorzuführen, hat der S t a a t s g e r i ch t 6 h 0 f zum Schutze der Republik laut „Lokalanzeiger" beschlossen, das Verbot der schaumburg- lippeschen Landesregierung betreffend die Vorführung des FilmS FredericuS Rex auf* zuheben. Aus Hessen. Au« dem Finanzausschuß. rm. Darmstadt, 3. Nov. Der Finanzausschuß des Landtages nahm zu Beginn der heutigen Beratungen eine Vorlage an, durch die ür einen Kraftwagen für das Landes-PhilsPP- -ospital in Goddelau der Betrag von 2100000 Ola. genehmigt wird. Dann finden die Regierungsvorlagen betr. die Rechenschaftsberichte über dte Landeskreditkasse und die Staatsschuldenverwaltung für das Jahr 1918 Bewilligung. Die noch rückständigen Vorlagen über die Teuerungs- Zuschläge für die Beamten fanden Erledigung und zugleich wurde die Regierung ermächtigt, allen hessischen Beamten, die vis jetzt vom Reich be- willi^^n Sitze in aleicher Weise raschestens zur Auszahlung za bringen u-in . ^..g.-re AU4,prache verursacht der Antrag der Abgg. Herbert, Knoll und Genossen, wonach die Verlegung der Oberpostdirektion beabsichtigt war. Die Absicht ist nicht zur Ausführung gekommen, doch schließt dies nicht aus, daß sie doch noch besteht, und die Regierung wurde ersucht, hiergegen energische Schritte zu untcrnchnwn. Der Antrag der Abgg. Birnbaum unb G.enossen betreffend die weibliche Fortbildungsschule wird für erledigt erllärt. Bei Beratung des Antrages Kiel und Schaub wird be- sch'ofsrn, die Tagegelder der Abgeordneten in folgender Weise festzusehen: Für auswärtige Abgeordnete 600 Mk., älebernachtungs- aebühren 6£>0 Mk., für hiesige Abgeordnete 400 Mark. Bei Besprechung dieser Frage wird angeregt, daß die Regierung bei den Regierungen anderer Länder mit ähnlichen Verhältnissen die nötigen Feststellungen machen läßt, um eventuell Vergleiche ziehen zu können. Von einer Seite wird die Gewährung ^iner Pauschale angeregt. Es wird ein Ausschuß, bestehend aus Öen Avgeord- neten Brauer, Dingeldeß und Delp bestimmt, der sich mit der Frage befassen und demnächst geeignete Vorschläge machen soll. Die Anträge der Abgeordneten Kiel und Schaub betr. die Aufhebung der Bewährungsfrist bei dem Austritt aus der Landeskirche, sowie Befreiung von der Kirchensteuer werden der Regierung als Material überwiesen. Der Antrag der Abgg. Rink und Gen. betr. die Aufhebung der Fahrrad- st e u e r wird zurückgestellt, bis zur Beratung der In Aufsicht stehenden Vor age über die Aendelung des älrlundenstempelgeseyes. Das gleiche Schicksal erfährt der Antrag des Abg. Lang in gleicher Frage. Die Vorstellung des Verbandes der Ruhebeamten und Hinterbliebenen im besetzten Gebiet wird durch die Regierungsantwort für erledigt erllärt. Der Antrag des Abg. Kaul betr. die Ausführung des Gesetzentwurfs über dieDienstaltersgrenzewird angenommen und damit eineAnzahlVorstellungen älterer Lehrer betr. ihre zu frühe Ruhestandsver- sehung für erledigt erklärt. — Nächste Sitzung Dienstag. Aus Stabt und Land. Gießen, den 4. November 1922. Papierpreis und Zeitungsbezngspreis. Die deutschen Zeitungen sind am Donnerstag von einer überaus schlimmen Nachricht überrascht worden. Die erfuhren an diefrm Tage endlich, was sie im Monat November für das Zeitungsdruck Papier za bezahlen haben. 1 62 0 000 Mark soll der Dvppelwaggon kosten, oder rund 600 0C0 Mark m e h r, alö man in der zweiten Oktoberhälfte bei deir Beratungen über die Neufestsetzung der Bezugspreise angenommen hatte. 162 Mark werden demnach für das Kilo Papier zu zahlen sein, das 810fache des Preises vom Sammer 1914! Diese wenigen Ziffern reden eine gewaltige, eindrucksvolle Sprache über die Not der Presse, ihrer Wucht wird sich kein Einsichtiger entziehen können. Der „Gieße ne'r Anzeiger", der im Zähre 1914 monatlich 75 Pf. kostete, müßte nach denr neuen Papierpreis eigentlich 810 mal 75 Pf. gleich 607.50 Mark pro Monat verlangen, wenn er mit der Papierverteucrung Schritt halten wollte, zumal doch auch alle übrigen Herstellungskosten in außerordentlichem Maße gestiegen sind. Sein Bezugspreis ist bisher nicht in vollem Ausmaße den Kosten der Rohmaterialien und der Höhe der Personallosten angepaßt worden, und es ist auch nicht beabsichtigt, die neue, überraschend gekommene ungeheuerliche Preissteigerung für das Druckpapier nachträglich noch auf die Bezieher unseres Blattes zu wälzen. Der für November feftgefehte Bezugspreis von 200 Mark einschl. Trägerlohn soll trotz der stark verschärften Angunst der ZeltungSwirtschaftsverhältnisfe beibehalten werden. Diesen Entschluß bat unser Verlag gefaßt im Vertrauen darauf, daß die Leserschaft die außergewöhnliche Bescheidenheit bei der Bemessung des Bezugspreises durch treuen, ununterbrochenen Bezug deS „Gießener Anzeigers" anerkennen wird. Wie maßvoll die Preisentwicklung unseres Blattes im Verhältnis zu anderen Gegenständen vorgeschritten ist, mögen einige Beispiele zeigen. Gin Pfund Butter kostete vor dem Kriege in der Stadt genau so viel wie der „Gießener Anzeiger", nämlich 75 Pf.: heute kostet die Butter in den Geschäften 800 Mark, unser Blatt aber nur 200 Mark. D-rs Ei kostete vor dem Kriege 5 Pf., heute 50 Mark. Für ein Pfund Erbsen bezahlte man im Sommer 1914 nur 20 Pf., heute muß es mit 130 Mark bezahlt wer' ?<-n. Die Margarine stand vor dem Kriegs mit ■ 10 Pf. pro Pfund /um Verkauf, jetzt kostet sie ' 600 Mark, Rindersett vor dem Kriege 40 Pf., jetzt <00 Mark pro Pfund, Mettwurst vor dem Kriege 80 Pf. bis 1 Marl, jetzt 800 Mark pro Pfund. Mit diesen Beispielen soll aber nicht etwa ein Vorwurf gegen die Produzenten bzw. Verkäufer der genannten Waren verbunden fern; deren Kalkulation der Preise mag sachlich durchaus stand- halten. Es soll an diesen Beispielen nur gezeigt werden, daß der „Gießener Anzeiger" im Verhältnis zu anderen Waren bei der Aufwärtsentwicklung der Preise immer mehr ins Hintertreffen geraten ist, ja, daß er bewußt nicht allzu sehr verteuert wurde, selbst aus Kosten des Geschäftsgewinns, um ihn den breitesten Schichten d e r Be vch l k e r u n g bezugssähig zu erhalten. Die täglich zunehmende Not der Presse hat in steigendem Maße auch in unserem Heimatgebiete dankenswertes Verständnis gefunden. Wir haben Beweise dieses Verständnisses für den schweren Wirtschaftükamps der Presse erhalten. Zahlreiche langjährige Bezieher, die noch in der jüngsten Zeit unserem Blatte den Rücken gekehrt hatten, sind in den Kreis unserer Lefergemeinde zuriickgekehrt, da sie sich von der Bescheidenheit unserer Preisbemessung überzeugt haben. Möchte diese dankenswerte Einsicht noch weiter um sich grellen und namentlich dije maßvolle Forderung für den November, die trotz der überraschenden, ungeheuerlichen Verteuerung des wichtigsten Rohprodukts unverändert gelassen wurde, bewirken, daß srch zu den bisherigen treuen Beziehern unseres Blattes immer noch mehr Freunde wieder hinzufinden! Die Notstandshilfe von Industrie, Banken, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft. Die Notstandsyilfe der Gießener Geschäftswelt schreitet rüstig vorwärts und zeigt täglich, welch große Opferbereitschaft die meisten der Geschäftsleute unserer Stadt beseelt. Die Landwirtschaft hatte sich bekanntlich ebenfalls dem edlen Werke angeschlossen. Der Reformbund der Gutshöfe und der Hessische Bauernbund liefern erhebliche Mengen Kartoffeln unentgeltlich für Kleinrentner und verschämte Arme. Erfreulicherweise hat der Aufruf, den bedrängten Volksgenossen in unserer Stadt zu helfen, auch einen lebhaften Widerhall bei der Künstler schäft un- seresStadttheaters gefunden, die sich, wie schon gemeldet, im Verein mit dem Deutschen Musikerverband, Ortsgruppe Gießen, durch Veranstaltung künstlerischer bunter Abende im Stadttheater unter Mitwirkung eines 50 bis 60 Mann starken Orchesters an dem Werke beteiligen will. Wochenmarktbericht. Die Preise auf dem heutigen Wochen- markt bewegten sich wie folgt: Wirsing Pfund 7—8 Ml., Weißkraut 7—8 Mk., Rotkraut 10 Mk., älnterkohlrabi 3—4 Mk., Endivien Stück 2—3 Mk., Wrnterkohl 8 Mk., Rote Rüben 3—4 Mk., Aepfel 7-8 Mk., Gelbe Rüben 5—6Mk., Dirnen 5-7Mk., Oberkohlrabi Stück 1.50—2.00 Mk., Butter 600 bis 700 Mk., Eier Stück 30 Mk. ** Sn den Ruhestand verseht wurde am 26. Oktober der Senatspräsident am Overlandesgericht Geheimerat Dr. Wilhelm Keller in Darmstadt auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. November 1922 an unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten mehr als fünfzigjährigen vorzüglichen Dienste. ** Wieder ein Fahrraddiebstahl. Gestern mittag gegen 121/* ühr wurde aus dem Hofe der Gewerbebank, Ostanlage 35 dahier, ein für kurze Zeit aufgestelltes Fahrrad, Marke „Claeö", im Werte von 20 000 Mark gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. ** Steuerfreie Sparanlagen. Der Artikel unter dieser Überschrift in unserer Ausgabe vom 27. Oktober hat in unserem Leserkreise starkes Interesse ausgelöst. Zur Ergänzung der dortigen Ausführungen sei heute noch mitgeteilt, daß auch die hiesige Sparkasse auf solche steuerfreien ©ie&ener Stadltheater. Der Biberpelz. Eine Diebskomödie in 4 Akten» vvn Gerhart Hauptmann. G i e h e n, 4- 'Nov. 1922. Man kann es nur begrüßen, daß die Tbeater- leitung zu Ehren des 60. Geburtstages Ger- hart Hauptmanns (15. Nov.) in diesem Monat ein Werk des Dichters auf den Spielplan setzte. Mögen die Ansich n Über Gerhart Hauptmanns Bedeutung im Rahmen der deutschen.Gesamtliteratur auch noch so sehr auseinandergehen, • erste Platz unter dm Dramatikern der Gegenwart ist ihm nicht streitig zu machen. Die Wahl des „B i b e r p e lz" zu dem erwähnten Zwecke ist auf jeden Fall geeignet, den Freundeskreis des Dichters au erweitern. Selbst eine mittelmäßige Aufführung wird dieser Diebskomödie trotz ihrer dramatischen Schwächen einen ansehnlichen Erfolg sichern. Die ununterbrochene Reihe der komischen Situationen und der Reichtum an lebenswahren Gestalten lassen leicht bariiber hin- wegsehen, daß dem Stück die dramatische Rundung fehlt, daß keine Handlung zu einem Abschluß kommt. Der Dichter selbst ist sich dieses Mangels bewußt geworden und hat dem Werke in dem Roten Hahn" später eine Fortsetzung gegeben. Mer diese kurze Episode von dem gestohlenen Dibe pelz, dessen Diebe durch die Beschränktheit des Beamten nicht entdeckt werden, obwohl sie immer gr'ifbar nahe sind, ist so voll gesunden Humors, daß man ihr unbedenklich den Rang einer der köstlichsten Komödien überhaupt zu- erkennen muß. Den Reiz vollster Aktualität besitzt sie zwar heute nicht mehr. Der Umsturz der innerpolitischen Verhältillsse hat die Karikierung des preußischen Beamtentums nach dieser Richtung bin in das Gebiet der Geschichte verwiesen. Als Typus des pflichttreuen Preußisch-deutschen Beamtentums konnte der engköpsige und größenwahnsinnige Amtsvorsteher v. Wehrhahn ja auch früher nicht gelten. Nur das läßt sich sagen, daß solche Gestalten wohl einst eher denkbar waren als heute, wo an ihre Stelle andei'e. nicht minder seltsame und zur «Satire herausfordernde Erscheinungen getreten sind. Die Figur der Mutter Wolfs ist dagegen von unvergänglicher Lebenskraft. Das Gleiche läßt sich auch von den übrigen Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 6100, Frankfurt a. M. 6050. Personen sagen, die ausnahmslos überaus fein charakterisiert sind. So stellt das Werk jedem einzelnen der Darsteller große und dankbare Aufgaben. Daß sie bei der gestrigen Aufführung in hohem Maße befriedigend gelöst wurden, sei von vornherein fest° gestelll. Oskar Feigels Spielleitung ist volle Anerkennung zu zollen. Nur hätte der Einheitlichkeit des Idioms, das durch den Ort_ der Handlung doch einigermaßen fest gelegt ist, größere Aufmerksamkeit gewidmet werden können. Die stilechte Inszenierung des ersten und dritten Aktes verdient besondere Erwähnung. Der Künstler ist für die Rolle des Wehrhahn schon äußerlich hervorragend befähigt, diesen 'Sureaufraten in seiner anmaßenden Schneidigkeit zu verkörpern. Manchmal erlag er allerdings auch der sehr lockendem Versuchung zur Siebertreibung, doch ist die Leistung im ganzen als vollwertig anzusprechen. Den Choleriker Krüger gab Adolf Telekh mit größter Lebendigkeit. Mart in Jakobs Maske als Di. Fleischer war recht glücklich gewählt. De» Schleicher und Denunziant Motes (Georg He- ding) blieb etwas farblos. Den höchsten künstlerischen Genuß des Abends vermittelte unbestreit- bar R 0 s e R u b n e r als Frau Wolff. Nicht ein« Augenblick hätte man sagen können, daß diese Frcu in ihrem derben und zielsicheren Realismus un* echt wirke. In allen Situationen meisterte sie ihn Rolle mit unübertrefflicher Sicherheit. Au cs Heinz D e ch st e i n zeigte als Julius Wollf di» richtige Auffassung von dem Charakter des tölpel haften Schiffers. Der drelste Backfisch Adelheil war bei Cläre Türk in den besten Händen Elsa Engel erschien dagegen in Sprache um Gebärde nicht immer natürlich. Bei dem Fisch« Wulkow (Karl Volck) ist das prächtig ge lungene Mienenspiel im vierten Akt besonders her vorzuheben. Zwer überaus köstliche Ttzpen erbllckt, man tn dem Amtsschrciber Glaselvopp (Pau M e h n e r t) und tn dem duseligen Amtsdien« Mitteldorf (Richard Hellborn). Mit be kleinen Rolle der Frau Motes fand ftch Luisi Schubert-Jüngling gut ab. Dfe Aufführung erntete starken und ehrliche» Detsall. Sie verdient es, stets ausverkaufte Häasv zu finden was gestern abend leider nicht der war. tr. Mage ttag: l, später ausheitM-, rstern von Frankreich zen iß und Ms reich- zieht ostwärts weiter, ere Dittemng beein- °°L °d°- W 1 höhe^ ^den, '•‘Nh#*» 1 der S?'!“ 'SM ?S~» Ö 8Ä * * ®ei[“ I ‘“«'.einen em. n. Welter- L ShÄ® un6 J lind lonte Chrislo^^, 1 ffi,r Sonntag. «2erliebte Leutes — Oswaldsg^rten. MUM und Daileh. :nl) bittet uns, mit« $**„ Vorstellung«, ' 8 Är. In beiden igetüntc Programm -r, 12 Jahren zahlen ^ch der Landbwvlk» ne Darstellungen des Mtrerschou ist täglich täglich finben von M statt. Sintnlts- Erstellungen sind nur M. sammlungen fbt» Grimberg und «Sieben Nießeu. kertal, Z.Aov. Dem ischen HMdelslMmer es Eisenbahnverkehrs« daß Dom 30. Oktober Gießen-Fulda it Fulda verM und esten erninstt. Leider achrie Zugverbindung it zu lein. Die Eisen, i die Fahrgäste W rsen nur dann für Die (lung rechnen, wenn er •irt>. sfeld. . Der Streit um den seit vielen Jabren dein Staate im Dange M gefunden. Heute -es Dollars littags: furta.W.^0. ahMvs^aäuN^ >em t irdinfl- ^.ft-rlich her- ahn seiner i Dan-- : zu lockenden auch TO die & lbu^'Äv echen- «rWÄtell Idols *•• «> Aaske s^-Äunb^' ; vermlti^ ttnfl -S'LsZ sLJ ma«' KZA ^&rnt6 * bcnd (|F395- Caro 4500,- 5400,- 4450.- 5200,- Demsch-Lnremburg. . 10000.-19000,-14000,-11000,- GelseneirchenerBerawl3500,-24000,-170>0,-22000,- Harvener Bergbau. . 24000,-4«>000,-2600),-29000,- zraliwerk Aschersieben 5000,— 9500,— 4000,— 7200,— «aliiuert Westeregeln 9900- 5600,- 9400,- Vaurabiitte 13000,-12500,-11000,- 9800,— Lberbedars — 6300- -,- 5500 — PbÜnir Bergbau. . . . 12000,-16000,-14000-13000.— Rhemstabl 12000,-14500,-12500, -12700, - Niebeck .l'iontan . . . -.-15OK).— -,—16500,- TeUus Bergbau.... 2300,— 4000,— — (mmburg-Amer. Paket 1590,— 2800,— 1557,— 2900,— Norddeutscher '.slond. . 1085.— 1825,— 1010,— 1565,— ^emenllverkHeidelberg 2300,— 3500,— —,— — Philipp Hvlzmann . . . —,— 2325,— 1550,— — Slnglo'Cont.'Guano. . . 7750,-10000,— 7300,-10500,— Badische Anilin 4600,- 9500 — 4200,-10000,— Goldschmidt 430a— 5100,- 4200,- 4300,- Olrieobeinier Electron. 4000,— 6500,— 3600,— 5300,— Höchiter svarvwerke . 4000,— 7000,— 3600,— — Holzverkohlung 395 >,— 5150,— —,— - NütgerSmerke 3200,- 4900,— 2500,- 5300,— ?cheidean>talt 4300.— 7500,— — Allg. Elektrizitats-Ges. 3100, - 5300,- 3050,- 4700,— Bergmann....... 27M— 36 Hafer sowie Mais erfuhren beträchtliche Pceisbesserungen, eine Erscheinung, die übrigens auch für Mehl und die meisten anderen Artikel gilt. Weizen, märkischen 12 ICO—11 800' Mk. (unregelmäßig), pommerschm 11 900—11 700 Mk., Roggen, märkisch n 10 800 bis 10 500 Mk., schlesischen 10 600—10 400 Mk. (unregelmäßig), Sommergerste 11 000—10 800 Mk. (sch fest), Ha,er, märkischen 12 000—11 600 Mk. (erregt) pommerschen 11 930—11 500 Mk. (unregelmäßig), Mais. La Plata, loko Berlin 11 800 bis 11 600 Mk. (steigend), Waggon frei Hamburg 11 400—11200 Mk.. Weizenmehl (100 Kg.) 32 C00 bis 34 000 Mk. (steigend), Roggenmehl (100 Kg.) 21 000—30 000 Mk. (steigend), Weizenkleie 6400 bis 6500 Mk. (steigend), Roggenkleie 6400— 6500 Mark (steigend), Raps 17 000 Akk. (unregelmäßig), Viitoriaerbsen 19 000—20 000 Mk., kleine Erbsen 17 500—18 500 Mk., Peluschken 14 000 Mk.,Lupinen, gelb 10 500—11500 Mk., Kartoffeln, weiße und rote 480—510 Mk., gelbe 550 Mk. Rauhfutler: Weizen- und Roggenstrvh. drahtgeb. 2700—2800 Mark, Ha erstroh, drahtg^reßt 2?00—2800 Mk., Stroh, slrohseilgebündelt 2^00—2830 Mk., Wiesenheu, gut. gesund und trocken, Dormahd 1600 bis 1700 Ml., Rachmahd 1500—1550 Mk. Mainzer Produklen-Borfe. e Mainz, 3. Rov. Infolge deS weiteren Rückganges der Mark war das «Geschäft auf der heutigen Dörse sehr ruhig. Sowohl Käufer als auch Verkäufer waren zurückhaltend. Es notierten loco Mainz per 100 Kilo im Großhandel: Weizen 25 000-26 000, Roggen 22 000-23 000. Hafer 24 000—25 000. Braugerste 21 500—23 000, Wei- zemnehl Spezial 0 36 CO3—38 000, Roagenmehl 28 0C0—30 000, Weizenlleie 11 000-12 003, Rog- gcnllcie 11 000—12 000. Weizenfutterrnehl 13 000 bis 14 000, Trockenschnitzel 12 000, Kartoffeln 1260. Linsen 43 000—45 000, Hafers locken 40 000, Graupen 34 500. Dörfenfeiertage in Frankfurt. Frankfurt a. M., 3. Rov. (Wols^) Die Räume der Frankfurter Dörse bleiben wie an SarnStagen in der kommenden Woche auch am DienStag und Donnerstag für jeglichen Verkehr in Wertpapieren geschloffen. Devisen werden notiert. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Dir Frage einer Anleihe für Deutschland. Paris. 3. Rov. (WTB) Der Berliner Berichterstatter des „Echo de Paris" will erfahren haben, die deutsche Regierung habe in den letzten Tagen sehr bedeutende Angebote aus ausländischen Finanzkreisen erhalten. Es handle sich um die Summe von einer Milliarde G 0ldmark, die zur Stabilisierung der Mark verwendet werden soll. Die H ä l f t e dieser Summe soll F r a n l- reich für den Wiederaufbau zur Verfüguna gestellt werden, und die andere Hälfte Deutschland gestatten, keine ausländischen Devisen zu kaufen, um seine Auslandskäufe zu begleichen. Der Finanzsachverständige, der diese Anleihe vorschlägt, gehört einem internationalen Konsortium an. Die vorläufige Garantie bestehe nur in der Genehmigung der Reparationskommission. Die deutsche Regierung werde vom Reparationsausschuß verlangen, daß er seine Zustimmung zu dieser Anleihe gebe. Paris, 3. Rov (WTB.) Havas berichtet aus Berlin, aus deutschen Kreisen verlaute, die Lösung, die Reichsminister Hermes zur Stabilisierung der Mark Vorschläge, sei die Emission einer Anleihe, deren Ertrag einzig und allein zur Wiedererhebung Deutschlands bestimmt sei und auf keinen Fall zur Zahlung von Reparationen aufgewendet werde. Aber die Frage der Garantien, die man anbieten wolle, ergebe große Schwierigkeiten. Die amerikanischen Finanzleute, die sich in Berlin aufhielten, wollten eine privilegierte Anleihe und verlangten als Ga-- cantie die Zolleinnahmen des Deutschen Reiches. Die englisch-französischen B-rziehungen. Paris, 3. Rov. (WTB.) Der französische Botschafter in London reift heute nach Paris ab. Er wird nach dem „Petit Parisirn" dein Minister- präsideMen P 0 i n c a r e die Absicht der neuen englischen Regierung hinsichtlich des Orientproblems bekanntgeben, vielleicht auch zu den anderen schcvebendrn Fragen Stellung nehmen. Das Blatt will wissm, die .Unterredung, die der französische Botschafter mit Donar Law gehabt habe, habe bei dem neuen Ministerpräsidenten den aufrichtigen Wunsch nach dem Einverständnis mi' Frankreich gezeigt. Die amerikanischen Vertreter für Lausanne. Paris, 3. Rov. (WTD.) Rach einer Rteb düng der „Chicago Tribüne" aus Washington werden die Vereinigten (Staaten auf der Lausanner Konferenz voraussichtlich durch ihren Dot- schafter in Italien, Richard Washburn Child, und den Gesandten in der Schweiz, Grew, vertreten sein. Ausweisungen aus Kleinasien? Paris, 3. Qlot?. (WTB.) Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Konstantinopel soll die amerikanische Anterstützungskommission für den nahen Osten gestern von der R a t i 0 n a I- versammlung in Angora telegraphisch die Mitteilung erhalten haben, die Versammlung habe beschlossen, sämtliche in Kleinasien verbliebenen eingeborenen Christenauszuweisen. wer sein Geld liebt, der färbt Kleider, Blusen, Strümpfe, Gardinen usw. nur mit den weltberühmten „Hcitmann'S T’larbcn", Marke „FurbSkovf im Stent", roeil sie die beiten sind e?ACoBI i6öo J 3d) suche herrschaftliche in Gießen für Anfang nächsten Jahres. Tauschwohnung auswärts vorhanden. Hohe Vermittlprzebüiir zagesichert! 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Länge Sickenmaschine 40—50 mm Walzendurchmesser Metalldrückbank 20—30 mm Spitzenhöhe Polierschleifbock mit Kugellager. Todesanzeige. Heute nachmittag entschlief sanft in dem Herrn nach kurzer, schwerer Krankheitunsere liebe Mutter,Schwiegermutter und Großmutter Heute nacht entschlief sanft unser lieber Gatte, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Bruder Herr Christian Güngerich im fast vollendeten 87. Lebensjahre. Für alle Hinterbliebenen in tiefer Trauer: Johanette Güngerich geb. Vogt Lieh, den 4. November 1922. Die Beerdigung findet Montag, 6. November, nachmittags um 3Va Uhr statt. 9800V Todes-Anzeige. Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater und Großvater Herrn Ludwig Lotz im 76. Lebensjahre zu sich zu nehmen. Er schaut nun, was er geglaubt. Ps. 62,2. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Lotz Familie Richard Geldsetzer. Klein-Linden (Dammstraße 12). Die Beerdigung findet Sonntag, den 5. November, nachmittags 2 Uhr, in Klein-Linden statt. 010165 "'TÄC^Unfer liebes, treues ■HuX Ehrenmitglied Gottfried Dörr ist schnell abgerusen worden. Der Verein bewahrt ihm ein treues Gut erhaltenes Klavier oder Wgel nuS Privatbank au kaufen oder au mieten gesucht. Schrift!. Angebote unt. 9793 an den Gies;. Aua- Am Donnerstag vormittag entschlief sanft nach langem Leiden unsere liebe Schwester, Tante und Großtante Fräulein Henriette Kappes. eingetroffcn. Be kauf Montag früh von 8 Uhr an am Fclsenkeller, Bahnhof,tr. Mu MsS, W- ö. GMseMWg. Neustadt 19. Televbo» 1051 I Lichtspielhaus Nur noch hente und morgen: 6770C k Der Grat von IMe Christo Z Auto 2- ober 4-Sitzer, gebraucht, sowie Lastwagen 2Vs—0 Tonnen, gebraucht, zu kaufen gesucht. Schr. Angebote mit genauen Angaben unt. 010157 an den Gier?. Ana Wner Kaufmann firm in Korrespondenz, Buchhaltung, Ein» und Berkaus sucht passenden Wirkungskreis. Schriftliche Angebote unter 010189 an den Gietz. 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Anmeldungen wolle man alsbald schriftlich oder münd- lich (Fernruf Nr. 39) richten an den Schulvorstand. viat'/ Derr tober 0‘E Ji ist die iS»* ,e@Ih lunU S sich wenigsten »'S in demselben Au- aus die un icher allerdings nicht Die Mela! sehen vvn Spezn eine tü6(k« 6e| Ursachen dte einj zusehen sind. Mu inbuflrie, trog d halten, sofern n,q staltung kr 2kr lassnngen smd nid Hal aber auch Di abgesehen, weil du Dirtschastsleben di ImHolzgci sage zur Zeit noc und -Nachfrage dell Infvlge der allger ist eine Eindeckun und darunter ha tionsinöglichleil zu In der 7!c mitlelbrancht Lmfe des Monat Der Nachfrage m offenen Elellen g leidet unter den der Mrkenlwertui Wgangs des Kl gemeine Arbeitsr Deutschlands ist s Lrkllarbeiler broi 10 P wM nur r beschäftigt Verden Bezirk liegen ei schlimm, man rech: Schwierigkeiten, di können, baf) nod) t vorgenommen werk Mct halten ihre L Mich ist. 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(Eigene Information des Giehener Anzeigers» Die Lage des Giehener Arbeitsmarktes hat sich im Laufe des Monats Oktober im Vergleich zum Vormonat ungünstiger gestaltet. $ur diese bedauerliche Entwicklung ist die starke Ma r k e n t w e r t u n g verantwortlich zu machen, die auch im hiesigen Dczrrk eine allgemeine Geschäfts» Unsicherheit und für getoisse Firmen erheblich verschärfte Absatzschwierigkeiten ausgelost hat. In der Landwirtschaft, die eine Ausnahmestellung zeigt, war im ganzen Monat Ok- tober noch viel Arbeitsmöglichkeit vorhanden. Die Nachfrage nach Arbeitern war durchweg sehr rege, sie konnte nahezu völlig befriedigt werden. Es wurden rund 100 Arbeiter angefordert. Zahlreiche arbeitslose Leute, namentlich Verheiratete, ergriffen diese Erwerbsgelegenheit. die ihnen neben der Bezahlung in Geld noch die Möglichkeit bot, sich wenigstens teilweise mit Kartoffeln eindecken zu können. Aus dem Gebiete der Stein - und Erd- industrie ist zu berichten, dah ein namhaftes Werk mit Auslragsschwierig'eiten zu rechnen hat, dah es aber trotzdem bis auf weiteres noch weiterarbeiten la sen will. Auf Voi-rat-Arbeilen in demselben Ausmahe wie früher ist im Hinblick auf die unsicheren Wirtschaftsverhältnisse jetzt allerdings nicht mehr möglich. Die Metallindustrie verspürte, abgesehen von Spezialbetrieben, in der letzten Zeit eine fühlbare geschäftliche Depression, als deren Ursachen die eingangs erwähnten Umftänbe anzusehen sind. Man beabsichtigt aber in der Eisenindustrie, trotz der Schwere der Zeit durchzuhalten, sofern nicht etwa eine katastrophale Gestaltung der Verhältnisse eintritt. Arbeiterentlassungen sind nicht vorgenommen worden, man hat aber auch von Einstellungen von Leuten abgesehen, weil die allgemeine Beunruhigung im Wirtschaftsleben doch zur Vorsicht zwingt. 3m Holzgewerbe ist die Deschäftigungs- täge zur Zeit noch befriedigend. Stellenangebot und -Nachfrage deckten sich im grohen und ganzen. 3nfvlge der allgemeinen Rohmateickalvertruerung ist eine Eindeckung immer schwieriger ge vorden und darunter hat natürlich auch die Produktionsmöglichkeit zu leiden. 3n der Aahrungs- und Genuß- mittelbranche hat sich die Situation im Gaufe des Monats immer ungünstiger gestaltet. Der Nachfrage nach Arbeit standen fast feine offenen Stellen gegenüber. Die Tabakindustrie leidet unter den Wirkungen der Gesetzgebung, der Markentwertung und namentlich infolge des Rückgangs des Konsums immer mehr. Die allgemeine Arbeitsmarktlage im Tabakgewerbe Deutschlands ist so, dah etwa 30 Prozent der Tabakarbeiter brotlos geworden sind und rund 70 Prozent nur noch bei verkürzter Arbeitszeit beschäftigt werden. Die Verhältnisse im hiesigen Bezirk liegen erfreulicherweise nicht ganz so schlimm, man rechnet aber auch hier mit weiteren Schwierigkeiten, die unter Umständen dazu führen können, dah noch weitere Detriebseinschränrungen vorgenommen werden müssen. Die hiesigen Fabriken halten ihre Leute, so lange es nur irgendwie möglich ist. Man hofft jetzt vor allem auf eine Stabilisierung der Mark, um gesicherte Verhältnisse im Absatz zu bekommen. Wird diese Hoff- mmg nicht erfüllt, dann ist mit weiteren Entlassungen zu rechnen. Die Kautabakfabrikation ist eingestellt worden, die Nachfrage wird aus den Vorräten gedeckt. Zur Zeit wird im Tabakgewerbe teils gekürzt, teils auch mal voll gearbeitet. Personalentlassungen konnten im Oktober im grvhen und ganzen vermieden, werden. Das Bekleidungsgewerbe hat ebenfalls mit einer Verschlechterung seiner Lage zu kämpfen. Etwa 15 Leute aus diesem Grwerbs- zweig haben sich im Laufe deS Monats als arbeitslos gemeldet. Zum Teil konnten sie in anderen Branchen untergebracht werden. Die 2<;gc im Baugewerbe hat sich im Vergleich zum Vormonat nicht geändert. Günstiger sind die Verhältnisse aber nicht geworden. Arbeitskräfte des Baugewerbes können in Westfalen immer noch lohnende Beschäftigung finden. Das graphische Gewerbe hat die Not der Zeit ebenfalls schwer zu spüren. Arbeiterentlassungen infolge mangelnder Aufträge waren auch hier nicht zu vermeiden. Eine teilweise Besserung der Verhältnisse wäre in diesem Gewerbe noch am schnellsten zu erzielen, menn die Arbeitsausträge hiesiger Firmen usw. nur an das graphische Gewerbe am Platze gegeben würden. Verschlechtert hat sich die Lage auch im Handelsgewerbe. 19 Stellenlose sind am Ende des Monats zu registrieren. Für ungelernte Arbeiter und Gelegenheitsarbeiter war neben der De- tätigungsmöglichkeit in der Landwirtschaft auch noch immer Erwerbsgelegenheit in der Stadt vorhanden. Aber auch in Westfalen ist für diese Leute gute Derdienstaussicht gegeben. _ Der Bedarf an weiblichen Arbeitskräften ist noch immer groß Namentlich wird Hauspersonal gesucht, daneben herrscht aber auch Nachfrage von der Landwirtschaft, vom Bekleidungsgewerbe, von Handelsbetrieben und Gast- und Schankwirtschaften. 3m Lause des Monats wurden 144 offene Stellen gemeldet, 78 Arbeitsuchende waren vorhanden, von denen 37 eine Stelle annahmen. Die Stadtverwaltung Gießen hat sich wieder nach besten Kräften bemüht, einer allzu ungünstigen Gestaltung des Arbeitsmarktes entgegenzuwirken. Zwar hat sie wegen "Mangels an Geld für diesen Zweck einen Teil der Notstandsarbeiter entlassen müssen, sie hat aber doch einen anderen Teil beim Gas- u iö Wasserwerk mit Rohrverlegungsarbeiten beschäftigen können. Meist handelt es sich hierbei um verheiratete Leute. Die Entlassungen wurden bei den Häuserbauten vorgenommen, wo jetzt nur noch mit einer geringen Zahl von Arbeitskräften, meist Handwerkern, gearbeitet wird. 3n der Leder-3ndustrie wurde vom 20. Okwber bis zum 2. November gestreikt. Zwischen beiden Parteien ist es zu einer Einigung gekommen, Entlassungen sanden nicht statt, vielmehr wurden alle Leute wieder eingestellt. Aus öffentlichen Mitteln unterstützte Erwerbslose sind zur Zeit nicht gemeldet. Die Vermittlungstätigkeit des Arbeitsamtes im Oktober gestaltete sich wie folgt: 'männliche Personen: 711 offene Stellen, 523 Arbeitsuchende, 443 Stellen beseht; weibliche Personen: 144 offene Stellen, 78 Arbeitsuchende, 37 Stellen beseht. Der Tätigkeit des Arbeitsamtes, die man vom Standpunkte des öffentlichen Wohles aus beurteilen muh, würde eine starke Förderung gegeben, wenn die Arbeitgeber die Zuweisungskarten schneller als bisher zurückschicken würden, damit sich der Geschäftsverkehr zum Wohle der Arbeitslosen, aber auch zum Vorteil der Arbeitgeber rasch« abwickeln läßt. Aus Stabt und Land. Gießen, den 4. November 1922. Teuerungsmaßnahmen für Militärrentner. Auf Grund des § 9 des Gesetzes über TeuerungSmahnahmen für Mili - tärrentner vom 21. Juli 1922 hat der Reichsarbeitsminister mit Zustimmung deS Reichsrats folgendes verordnet: Wegen der Zunahme der Teuerung werden die monatlichen Teuerungszuschüsse erhöht: für einen Schwerbeschädigten bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 50 bis 80 v. H. um 800 Mk. auf 2000 Mk., für einen Schwerbeschädigten bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um mehr als 80 v. H. um 1200 Mk. auf 3000 Mk., für einen Schwerbeschädigten, der nur auf die Rente angewiesen und nachweislich einen Erwerb auszuüben nicht imstande ist, um 1600 Mark auf 4000 Mk., für eine Witwe um 800 Mk. auf 2000 Mk., für eine Witwe, die nur auf die Rente angewiesen und nachweislich einen Erwerb auszuüben nicht imstande ist, um 1200 Mk. auf 3000 Mk., für eine vaterlose Waise um 600 Mk. auf 1200 Mk., für eine elternlose Waise um 1050 Mk. auf 1800 Mk., für ein Elternteil um 600 Mk. auf 1500 Mark, für ein Elternpaar um 1000 Mk. auf 2500 Mark, für Empfänger eines LiebergangsgeldeS oder eines Hausgeldes, oder für Empfängerinnen einer Witwenbeihilfe um 800 Mk. auf 2000 Mk. Der besondere Zuschuß, den Schwerbeschädigte oder HauSgeldempfänger erhalten, wenn sie für Kinder zu sorgen haben, erhöht sich für jedes Kind um 475 Mk. auf 1000 Mk. Die Einkommensgrenzen werden den erhöhten Teuerungszuschüssen entsprechend erhöht. Die Verordnung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 in Kraft. Die Hauptfürsorgestellen und Fürsorgestellen sollen die Verordnung ungesäumt in Vollzug setzen. Die Veröffentlichung im Reichsgesetzblatt braucht nicht abgewartet zu werden. Die ohne Rücksicht auf die Veränderung der EinkommenSgrenzen nach der Verordnung sich ergebenden Mehrbeträge für Okwber sind den bisherigen Empfängern von Teuerungszuschüssen möglichst noch in diesem Monat nachzuzahlen. Die Zahlung an die infolge Heraufsetzung der Einwmmensgrenzen für den Monat Oktober neu hinzukommenden Rentenempfänger, die einen Antrag bereits gestellt haben, bisher aber wegen der Höhe ihres EinwmmenS nicht berücksichtigt werden konnten, sowie die Nachzahlung der auS der Veränderung der Einkommensgrenzen für die bisherigen Empfänger von Teuerungszuschüssen sich ergebenden UnterschiedSbeträge kann mit der Zahlung der Teuerungszuschüsse für November verbunden werden. * * Ernannt wurde am 26. Oktober der LandwirtschaftLassessor Dr. Heinrich Fischer zu Butzbach, mit Wirkung vom 1. November 1922 an zum Landwiitschaftsrat an der Landwirtschaftlichen Schule zu Butzbach. Eine vierte Serie von Tau- sendmarkscheinen. Von den Reichsbanknoten zu 1000 Mark mit dem Datum vom 15. September 1922 wird, wie die Reichsbank mitteilt, in Kurze eine vierte Serie auSgege- ben werden. Diese hat folgende besondere Merkmale: Das Papier ist weiß und trägt ein Wasserzeichen, das aus dunklen, ineinandergreifenden Linien in Form eines stilisierten C gebildet wird. Die Nummer in der linken oberen Ecke der Vorderseite ist in hellbrauner Farbe gedruckt. ** Die Sprechtage der amtlichen Kreisfürsorge stelle für KriegS- beschädigteund Kriegshinterbliebene sind wie folgt festgesetzt worden: Dienstag vor- und nachmittag, Donnerstag und SamStag vormittag jeder Woche. Landkreis Gießen. * L i ch, 4. Nov. Der Unterricht an der Landw. Schule Lich beginnt mit Rücksicht auf die rüefftänDigen Feldarbeiten erst am Montag, 2 0. Nvvbr. (Näheres tm Anzeigenteil.) Kreis Friedberg. - Bad-Nauheim 3. Nov. 3n dec letzten Stadtverordneten t ung uurd.m geg n den abwesenden Bürgermeister Dr. Kay - serVorwürse erhobm, weil er den Anbau der Ern st- Ludwig-Schule, der sich im Rohbau statt auf IV2 Millionen auf 9 Millionen stellen wird, „über den Kopf der Versammlung hinweg zu dem hohen Preise vergeben habe", und anfangen lieb, trotzdem die Geldentwertung immer schärfer einsehte. U. a. kam, der „Bad-Nauheimer Zeitung" zufolge, in der Aussprache die Ansicht zum Ausdruck, daß man den Bürger meist er vielleicht regreßpflichtig machen könne. Ein Einstellen des Baues ist nach der Ansicht des Beigeordneten Stahl ausgeschlossen, da die Stadt sonst .zahlreich: Prozess: der am Bau beteiligten Firmen am Halse hätte. Was mit dem Dau geschehe, müsse der Zukunft überlassen bleiben. Es wurde beschlossen, den Bau unter Dach zu bringen. 3n der nächsten Sitzung will man den Bürgermeister zur Rede stellen. Gictzcner Strafkammer. Dieben, 31. Ott Wegen Betrugs und Urkundenfälschung wurde der vielfach vorbestrafte Mechaniker H. N. in Dieben, der zur Zeit eine Detrugsstrafe t>er- bübt, zu einer Gesamtgesängnisstraie von einem Jahr und einem Monat verurteilt. Er hat einen Elektromonteur bewogen, mit einer nicht unerheblichen Einlage in sein (schient gehendes) Geschäft einzutreten, und ihm iXwei verschwiegen, daß er bereits einen Teilhaber hatte. Ferner hat er mit dem Namen seines neuen Teilhabers ohne dessen Erlaubnis einen Wechsel ausgestellt. Von der Anklage der Untreue wurde er trotz erheblichem Verdacht mangels ausreichenden Beweises sreigesprvchen. Freigesprochen wurde ein Qlnqetfa .ter, der vom Schöffengericht wegen Hehlerei ber- urteilt worden war, weil er im Geschäft seines künftigen Schwiegervaters, eines Althändlers, gestohlene Ocfen als altes Eisen angelnult halte. Abgesehen davon, daß es zweifelhaft blieb, ob er den Umständen nach annehmen mußte, daß die Sachen gestohlen waren, war Bestrasu iq schon deshalb ausgeschlossen, weil er aus Gefälligkeit und nicht „seines Vorteils wegen" gebandelt hatte. Aufgehoben wurde auch ein Urteil des Schöffengerichts Butzbach, durch das ein Einwohner von dort wegen Beleidigung einesPolizei- dieners zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Es wurde festgestellt, daß er von d:m Schuhmann zu Unrecht verhaftet werden 'ollte und daß er ihm die ihn kränkende Beschuldigung aus Notwehr und im guten Glauben an ihre Richtigkeit entgegengehalten hatte. Kirche und Schule. eu Grünberg, 3. Nov. Heute fand hi« die Herbst konf er enz der Lehrer deS BezirksGrünberg unter Vorst z des Kreis- schuircvs F i s ch e r ° Gi ßen statt. Der Vorsitzende widmete zunächst seinem Amtsvorgäng«, Prof. Dr. Alles, Worte des SanfeS und der Anerkennung für die segensreiche Tätigkeit, die dieser in seinem Amte entsaftet. Hierauf besprach er in längeren Ans ührungen unse;e volkswirtschaftliche Lage und deren Au 'Wirkung auf die Fortbildungsschuljugend. Redner beklagte b.-sonders, daß rc: Sparsinn vftl.ach geschw 'nden ist und daß bi jungen Leute ost in verschwenderischer Wstß Geldausgaben macke! zu denen si: nur imstaiO seien durch die Tari lohnpolitik die den Zu- bliche zu viel Geld in die Hände g.-b? Sch ' st'/ich stellte der Redner die Frage: „3st diese Erjch-inung überall, auch QU' dem Lande, soll die Schale etwas tun, und welch: Mittel sind anzuwrn- n?“ Wenn auch ein wirksames Mstlel zur Ab iLe nicht an- geg b:n wurde, so kam aus brr Mitte der Versammlung doch manche Anregung, wie durch Volksnbende und ähnlichem, schließlich durch Gesetze die Jugend zur Selbstbesinnung gebracht werden können. — Zahlreiche Mitteilungen bildeten den Schluß der Konferenz. Als Thema für di: Frül-jahrslonfe-renz wurde bestimmt: ..Was kann Lehrerschaft und Schule tun, um die Kenntnis der Heimatgeschichte zu fördern und festzuhalten T Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 5. Nov.: Carmen. Montag, 6 : Tannhäuser, Dienstag, 7.: Die Braut des Lucullus. Mittwoch, 8.: Die Afrikanerin. Donnerstag, 9.: Amelia ober Ein Mas'enball. Freitag, 10.: Die verkaufte Braut. 6am:-tig, 11.; Hoffmanns Erzählungen. Sonntag, 12.: Nachm. 3 Undine. Abends 7: Madame Butterfly. Montag, 13.: Tannhäuser. Dienstag, 14.: Tosca. Mittwoch, 15.: Königskinder. — Schauspielhaus. Sonntag, 5. Nov.: Nachm. 3: Balladen von Schiller. Hierauf: Wallensteins Lager. Abends 7V.: Hannibal. Montag, 6.; Die We.er. Dienstag, 7.: Demetrius. Hierauf Wallensteins Lager. Mittwoch, 8.: Hannibal. Donnerstag, 9.: Ein Sommer- nachtstraum. Freitag, 10.: Demetrius. Hierauf: Wallensteins Lager. Samstag, 11.: Gespenster. Sonntag, 12.: Vorm 11: Gerhart-Haupimann- Morgenfeier anläß. des 60. Geburtstages des Dichters. Vortrag: Gerhart Hauptmann und die innere Entwicklung der deutschen Literatur. Hierauf: Vorles. aus G. Haupttnanns Werken. Nachm. 3l/2: Hannele. Abends 71, -•: Die Weber. Montag, 13.: Emilia Galotti. Dienstag, 14.: Demetrius. Hieraus: Wallensteins Lager. Mittwoch, 15.: Hannele. • Die Herweghs. Eine rechtsrheinische Geschichte von LieSbet Dill. 31. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die Kirche lag in der feierlich düsteren Halb- bämmeiung sehr alter gotischer Bauten, das hohe Schiff war matt erleuchtet, die Bänke und die Emporen bis dicht an die Orgel waren beseht. Er fand noch einen Platz neben einer Säule. „Kommt ihr Töchter, helft mir klagen." Brauend erfüllten Chöre, Geigen und Posaunen die hohe Kirche, getragen von der Orgelbegleitung. Es durchschauerte ihn. 3hm war, als ob sich die hohe dunkle Kuppel öffnete, als ob die graue, düstere Wolkenwand auseinanderrisse und man aus unendlicher Höhe Engelstimmen hörte. Es waren die Knabenchöre, die sich einmischten, fest, kristallllar und hell ... Er fenfte den Kopf und lauschte. Als die Matthäuspassion zum erstenmal in der Thomas- kirche zu Leipzig aufgeführt wurde, fand am selben Nachmittag ein zweites Kirchenkonzert in einem anderen Stadtviertel statt, alle Welt ging dorthin und das Bachsche Oratorium wurde in einer fast leeren Kirche vor kühlen Zuhörern aufgeführt. Er hatte die Passion oft gehört, aber beute packte sie ihn wie noch nie. Es war für ihn das größte musikalische Werk. Die Choräle klangen ihm wie Offenbarungen. 3a, es gab noch einen Gott! Und gab auch einen Glauben S.-Ln eingeschläfertes Bewußtsein, dieser Kinderglaube wurde heute wieder wachgerüttelt in dieser mittelalterlichen Kirche, deren dicke Mauern und Türme von Kämpfen und Kriegen erzählten und auf deren kupfernen Tafel die Namen gefallener Helden glänzten. Weich, voll und tlar erhob sich eine dunkle Frauenstimme über silberner Flötenbegleitung. jBub und Reu .. Za, Reue ergriff auch feine Seele, Reue, daß man so viel den irdischen Dingen nachging, statt seiner Seele zu gedenken, der Läuterung des inneren Menschen. Wieviele Schlacken trug man noch mit sich herum! Der Dämon Gold hatte seine Krallen auch in seine Seele geschlagen und ihm opferte er alles, seine Ruhe, seine Zeit, seine Kraft, seinen Geist, feine Gesundheit unb das Glück seiner Ehe. Er wußte nicht, weshalb ihn plötzlich der Gedanke, daß sich Grete von ihm äb- toenben konnte, überfiel. Wer war schuld an ihrem Zerwürfnis? 3ch bin schuld, sagte er sich, denn ich habe sie in Versuchung geführt. Er hatte bis jetzt noch immer daraus gewartet, daß sie zu ihm kam, um ihm unter Tränen zu gestehen. „Ich hab's getan, Emst, verzeih mir ...“ Und er hätte ihr verziehen. Sie war ein Weib, weich putzsüchtig, nachgiebig, schwach... Aber warum kam sie nicht? Warum sprach sie nicht das erlösende Wort und ließ sie ihn allein mit diesen Zweifeln? 3ch will es alles begraben, dachte er. Wir find alle schuldig and vielleicht ist sie tatsächlich schuldlos. „3ch will dir mein Herz schenken," jubelte es aus der Hohe, und das Cello fang es mit in jenen schwingenden, warmen, zitternden Tonen, die ihn an feine alte geliebte Geige erinnerten. Sie ruhte jetzt verstaubt nut harten, gesprungenen Saiten zu Hause im Kasten ... Sollte er sie nicht wieder hervorholen und sich frei und glücklich spielen, statt hier draußen in dieser unwirtlichen Ebene dem Geld und den Geschäften nachzujagen? Geld für andere sollte er schaffen, für diese Ziegelei, die ihm mit ihren weithin leuchtenden gelben neuen Ringofen wie ein gieriger Moloch erschien mit feurigem Rachen, der nur verschlang. Die Arien wechselten jnU Chören und Chorälen. Eine Tenorstimme von fast überirdischer Schönheit trug die Rezttative mit einer leidenschaftlich ergreifenden Wucht vor. „Stehet auf. lasset uns gehen, siehe er ist da, der mich verrät." Emst konnte sich kaum der Tränen erwehren. „Was mein Gott will, ist wohlgetan," fiel der Chor ein. Luthers Gestalt erschien vor ihm, der Kämpfer mit dem ernsten, feurigen Blick, der sich nicht vor dem Satan fürchtete. „Wahrlich du bist auch einer,“ fang der vielstimmige Chor. Die Hand des Dirigenten zeichnete sich riesengroß und schattenhaft an der bellen Wand ab. „Erbarme dich mein Gott, um meiner Zähren willen," erklang die tiefe, warme Altstimme wieder. „Was geht uns das an," antwortete der Chor. „Gebt mir meinen 3efu toieber ..Wie bezwingend diese reine, süße, junge Sopranstimme bat, wie sie drohend wurde, wenn sie mit den Verrätern sprach „Befiehl du deine Wege." Die Orgel mischte sich ein. Brausend «füllte sie die hohe Kirche. Die Kerzen in den großen alten Messingleuchtern, die schwebend von der hohen Decke hingen, knisterten leise. „Und flochten eine Dornenkrone," fang der Evangelist. „Und setzten sie auf sein Haupt." „O Haupt voll Blut und Wunden," klang es schwer und getragen, als trüge man jemand zu Grab. Er muhte an seinen Vater denken. ,,D« du den Tempel Gottes zerbrichst," liehen die Chöre ihre Stimmen empört erschallen. „Andern hat er geholfen," erhob sich der Gegenchor. Der dramatische Teil setzte übertoältigenb ein. Heiße Schauer durchzitterten ihn. Es war ihm heilig zumute. Wie als Knabe, als er vor dem Altar ftanb mit den anderen Einsegnungskameraden. Er glaubte wieder die Stimme des weißhaarigen Pfarrers zu hören. D« alte Mann, der bereits mit einem Fuß im Grabe stand, las ihm feinen Einsegnungsspruch vor. Seine Stimme zitterte. „Unb werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen." Damals hatte Ernst sich kaum eigentlich etwas Desond«es unter den Worten denken können. Heute v«stand er ihren tiefen, ernsten Sinn. Es axtr, als müsse er die Knie beugen ... auf seinen Scheitel legte sich eine sanfte Hand und segnete ihn. Er nahm die Passion in sich auf wie ein heiliges Abendmahl. Die tiefste all« Künste hielt ihn in ihrem Bann. Den Kopf In die Hände begraben, sah er da wie einer, der sich aus tosendem Meer auf einen Felsen gerettet hat und der Brandung lauscht, die ihn umrauscht. Ein«, d« endlich einmal »u sich gekommen ist, um sich auf sich selbst zu beftnnen. Wer bist du. und was tust du, warum lebft du, und was wirst du hinterlassen? (Fortsetzung folgt) Stete Oppatci? i.^ Echirep alter Weirrbrand H E. I». Kempe §G? Vertretung: Heinrich Irls, ILeihse stern Kreis Gießen. Die Perl® der Liköre Aktieng es ellscba^i: Vereinigte Lehrerinnen für Schneidern, Weißnähen und Handarbeiten. Wir haben uns zu einer Vereinigung zusammengeschlossen und werden stets unter gleichen Bedingungen unterrichten. Die jeweiligen Preise sind in den Unterrichtsräumen ausgehängt E Hofmann. KJost. A. Landmann. L. Petri. M. Schad. A.SteinhäusenSüßel. M.Wehrum. M.Wick-Wunderlich. I aä. Gegen Aufruhr- und PMnisäM können noch Versicherungen zur Nonnalprämie gezeichnet werden, l”860 X- Mohr, Assekuranz, Gießen, Ludwigstr. 28, Tel. 854. Unserer hiesigen und auswärtigen Kundschaft sowie einem verehr!. Gießener Publikum zur gefälligen Kenntnis, daß wir nach wie vor Börsen- A ufträge von nom. Mark 2000.- an aufwärts sowohl an der Berliner wie ♦♦•h-h-h-h. Frankfurter Börse zur Ausführung bringen +++♦++++♦+ Bachmann & Schäfer, Bankgeschäft Westanlage 33, Telephon 124, Postscheckkonto 61707 Amt Frankfurt am Main 0769D Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. 3n unser Genvstenschaftsregister wurde Heute bezüglich des Landwirtschaftlichen Konsumvereins, eingetragenen Genosten- ,schäft mit unbeschränkter Haftpflicht, zu ^Annerod eingetragen: Die Liquidation ist ^beendet, die DertretungsbefugniS der Liquidatoren ist erloschen. '» Gießen, den 1. November 1922. Hessisches Amtsgericht. 9754B Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde TraiS- Hvrloff für 1922 Nj. liegt vom 6. November 1922 ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen, woselbst innerhalb dieser Frist Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden können. Zu der Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen. Trais-Horloff, den 3. November 1922. Bürgermeisterei Trais-Horloff. Bornmann. 97620 Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 und besten Ergänzungen werden für die (Erbauung einer Försterschule in Schotten nachstehende Arbeiten zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben: Glaserarbeiten: 85 qm Fenster; Weitz- blnderarbeiten: 625 qm Spalierdeckenputz, 1500 qm Wandputz, 600 qm Oelfarbenan- ftrixt); Schreinerarbetten: 45 Türen, 105 qm Duchenparkett, 490 qm Riemenfutzboden, 40 Treppenstufen, 23 paar Fensterläden; Schlosterarbeiten:Anschlagarbeiten;Elektr. Installation: 56 Trennstellen, 30 Beleuchtungskörper; Waster-Iu- und Ableitung: 85 Ifb. Meter galv. Eisenrohr, 7 Zapfstellen, 30 lfd. Meter LD und schott. Rohre. Verdingungsunterlagen und Zeichnungen liegen auf unserem Amte während der Dienst- stunden zur Einsicht offen. Angebotsunterlagen können von Montag den 6 November ab gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben werden. Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis Freitag, den 17. November d j. vorm. 11 Uhr, bei uns einzureichen, wo in Gegenwart etwa erschienener Bewerber die Oeffnung erfolgt. Juschlagsfrist 14 Tage. Schotten, den 2. November 1922. Hessisches Hochbauamt. ____________0. D.: Bötticher. 9781 D Die Gemeinde Steinbach beabsichtigt, einen fetten Schafbock zu verkaufen. Schriftliche Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum 6. November L 3. bei unterzeichneter Stelle einzureichen. Bedingungen daselbst. Gleichzeitig kauft die Gemeinde einen jungen Schafbock und einen Simmentaler Dullen an. Besitzer solcher Tiere wollen sich ebendaselbst melden. 9713D Steinbach, am 30. Oktober 1922. Bürgermeisterei. Krämer. Bullenverkauf. Ein abständiger Simmentaler Dulle der Gemeinde Oppenrod soll im Eub- missivnswege verkauft werden. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum Donnerstag, den 9. November l. 2s., nachmittags l1/, Uhr, an unterzeichnete Stelle einzureichen, woselbst die Berkaufs- bedingungen bekannt gegeben werden. Gleichzeitig lauft die Gemeinde einen schönen fprungfähigen Dullen derselben Raste. Angebote unter Angabe des Alters und Verkaufspreises sind bls zu demselben Termin an uns einzureichen. 9741D Oppenrod, den 2. November 1922. Bürgermeisterei Oppenrod. Balser. 9764 D Gießen. K Zu verkaufen weil überzählig 2 Ponys (Russen) Füchse, 3- und 4-jährig gut im Geschirr Circus Henny Hosen alle Arten, felbnrnu, schwarz, ge- 'tretst. in div. Dessins, Pilot, Manchester, Breeches t. gut. Qualitäten haben vreisw. und lausend abzuqeben. Oelbaum & Kolatatich, Frankfurt am 'Dt., Rechnei- nrabeustr.ll.B. BezugSqu. f. Wiederoerk. 5n Gietzen oder Nahe von Gießen f a u f f! o i fl r t '31 n ro r f c n Zur Verlegung einer chem. Fabrikation, möglichst Nähe der Güterstation ob. direkt amBahnhof geleg., doch nicht Bedingung. Sehr geeignet wäre Wirtschaftsanwesen mit Saal, Garten oder bergt Eilofferten erbeten an 97TeD Amts-Apothefte Emmerichenhain (Westerwald), Tel.: Amt Rennerod 11. la. hessischer Findlingsquarzit von Grohabnehm. 6. stlind. Lieferung au höchst. Preise geg. Kassa zu kaufen gesucht. Anaebo:e unter F. C. 4H38 an Rudolf Moffe, Cassel. 9787sr iMvers, roolleoe laden öerrenöofe • aller M taen-MTOMe.MeOTWe empfiehlt 010171 ZMWenW,MM!M •■■■■eeeeeeeeeeeeeeeeeeee Besucht die 97910 Elsatz-Lothr.-Woche 5. bis 11. November GWttlNÄOM Skl NgkUAkS Montag, den 6. November, abends 8 Uhr Monats-Versammlung (Hotel Hopfest)). I. Bericht über die Tarifverhanblungen. II. Dortrag bes Herrn Lehn (Gaugeschäftsstelle), Frankfurt a. M. III. Wahl der Adgeorbneten z. strankenkaste. IV. Beitragserhöhung. Alle Mitglieder, insbesondere Kassenmilglieder, werden im eigenen Interesse gebeten, vollzählig zu erscheinen. 9773 D] ________ Der Vorstand. Achtung Holzhauer! Am Sonntag, dem 5. November 1922 holzhauer- versammlimgen in Hungen, nachmittags 3 Uhr, im „Darmstädter Haus"; in Grünberg, vormittags 9 Uhr im „Rappen", In Viehsn, vormittags 9 Uhr, im „Ge. werkschaftshaus". 0lM06 Tagesordnung: Bericht von den Tarisverhand- lungen mit den Waldbesitzern. Um das Erscheinen aller Holzhauer ersucht DeMcr iBanarbtittrncrönnö Gieße» Probe. 9765V M 8 'M:'. M Der europäische hHHUhitj Gießen, Oswaldsgarten! Tägl. abends . Hans Röhrl. Sonntag, den 5. Nov. 1922 13 '/2 8 Uhr. In beiden Vorstellungen dle26 Attraktionen. Kinder unter 12 Jahren zahlen 89“ halbe Preise! "®! Täglich ununterbrochen Ranb- tlerschan, sowie 10—12 Uhr >fftn omni, wUche «m feOim. kann _ ObenntDft« 0 - . ß HE 3 vvcherl. v 8 Zur NaS>d