»mt wirt frrtag: BriiblW Um».-V«ch wrt Sfdnttnttfwi R. £»< 7. Der Prozeh Fechenbach. Die Lage im Orient U- k e i t statt. blieben. Der Thronwechsel in Griechenland. Paris, 3. Oft. (WTB.) Der Intrarfigeant veröffentlicht folgende Rachricht. deren Ursprung nicht erkenntlich ist und für di« man ihm die Ver- ontto Ortung überlassen muh. König Georg werde in Athen in einem Zimmer des Palastes fe st gehalten. Dis jetzt habe er erst zwei Besuche von Bedeutung empfangen, die des englischen und den des rumänischen Gesandten. Das revolutionäre Komitee habe ihm zu verstehen gegeben, dah er noch nicht endgültig König sei. alliierte Schulden an Amerika annulliert Werder sollten Trotz der schweren politischen Lage habe Europa Fortschritte in wirtschastlicher Beziehung gemacht. während -er Friedensverharrdlungen von einer interalliierten Kommission TontroDicrt werden soll. Wenn die Berhandlungen befriedigend sendet seien, würden die Türken, wie die Alliierten versprochen hätten, die ‘Regierung, txm Eesamt-Ostthrazien einschließlich Adrianopek übernehmen. Die türkische Grenze in Europa werde dann ungefähr dieselbe sein, wie 1914. General Harrington werde auch darauf bestechen, dah die türkischen Truppen aus der neutralen Zone vonTschanak zurückg.z gen wurden. Da General Ismed Pascha ohne Zweifel gewisse Fragen an seine Regierung überweisen müsse, so sei eS möglich, daN auf die Konferenz von Mudania eine weitere Konferenz folgen würde. Sn Anbetracht der auf dem Spiel stehenden Interessen und der heiklen Ratur der Verhandlungen habe General Harrington vorgeschlagen, die Presse aus- zuschliehen. Wie der Berichterstatter weiter meld«!, ist türkische Infanterie an der Dardanellenzone bei Durkhöj und KusuWs erschienen. Kasa- biga ist von den Türken wieder geräumt worden. Einer weiteren Meldung zufolge teilte Franklin-Bouillon mit, dah Kemal Pascha den Wunsch habe, dast die geplante F r i e - denskonferenz in Smyrna stattsinden solle. Paris, 3/Ott. Aach einer Havasmeldung aus Smyrna sind einige Mitglieder der grosten'RationalversammlunglnAn- gora nach Mudania gereist, wo sie als Referenten der Konferenz beiwöhnen werden. Paris, 4. Olt. (WTB.) Havas berichtet aus Smyrna, es sei bis jetzt noch keine Rach- richt über den Verlauf der Konfe r e n z eingetroffen. In den offiziellen Kreisen von M u- dania bewahre man absolutes Stillschwergen. Man erwarte, dah nach Beendigung der Konferenz ein offizielles Kommunique veröffentlicht werde. In türkischen Kreisen sei man über den Verlauf der Konferenz sehr optimistisch. Paris, 4. Ott. (WTB.) Reuter meldet aus Konstantinopel, dah dort im Zusammenhang mit den evtl. Beschlüssen der Mudania-Konfe- ren8 verlautet, dah alle diese Beschlüsse von der Annahme der Vorschläge der Mächte durch die Angora- Regierung abhängen würden. Die Protestnote der Sowjet-Regierung. örtlich 400 Pf., auswärts 500 Pf.,- für Reklame' Anzeigen von 70 mm Breite 1600Pf. Bei Platz. Vorschrift 20", 6 Aufschlag Hauptschriftleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik- Aug. Goetz, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Biehen gegen die zum 1. Rovernber beabsichtigte starke Gütertariferhöhung ausgesprochen hat, welchem Vorschlag sich der Reichsverkehrsminister damals | anschloh, muh nunmehr bereits zum 15. Oktober eine erneute 60prozentige Erhöhung der Gütertarife eintreten. .«Skifj die zum 1. Oktober durchgeführte Tarifsteigerung nicht ausreichen konnte, um die vermehrten Ausgaben zu decken, stand für den Reichsverkehrsminister damals schon fest. Es ergibt sich dies daraus, dah die erhöhten Lf- tobertarise im Durchschnitt das 280sache der Friedenstarife betragen, während bereits für Sep° tembre die Preissteigerung für die harchtsäch- lichsten Gebrauchsgegenstände der Reichsbahn, tote Kohle und Eisen, tveit höher war. Seit der letzten Beratung des Reichseisenbahnausschusses ist aber die vorauszusehende Erhöhung der sachlichen und persönlichen Kosten tatsächlich eingetreten Die Angleichung der Eisenbahnarbeiterlöhne an die Löhne der Privatwirtschaft und die damit verbundene Aufbesserung der Beamtengehalter belastet die Reichsbahn vom 1. September bis 1. Oktober mit rund 45 Milliarden. Dazu kommen bic weiteren Gehalts- und Lohnerhöhungen, die aus den zur Zeit schwebenden Verhandlungen über die Rcuregelung der D.amtengehälter und Arbeiter- löhne sich ergeben. Die neue Kohlenpreiserhohu.ig und die damit automatisch verbundene Erhöhung der Eisenpreise, die auch die Preise für die übrigen Gebrauchsgegenstände der Reichsbahn stark in die Höhe treibt, bedeutet eine wettere starke Belastung der Reichsbahn, zu deren Ausgleich eine 62prozentige Gütertariferhöhung e^orderlich ist. die nicht bis zum 1. Januar verschoben werden kann. Die kürzlich eingeführten Rotstandstarife für Kartoffeln und Obst sollen auch von der neuen Tariferhöhung wieder nicht berührt werden. Die wie bekannt, am 1 Rovember ein. Auch ihre toci- lOOProzentige Erhöhung der Personentarise tritt, tere Erhöhung zum 1. Dezember wird im Ausschuß des Reichseisenbahnerrats besprochen. M. 255 «»scheint täglich, «utz«r Sonn- und Feiertags, «rt derSamstagsbeiloge: BietzeuerFamilienb lütter Monatliche »ezuarprtts«-. Wk. 102 - und MK 8.- Irägerlohn,durch dieDast Mk. 125. - .auch beiNtcht- «scheinen einzelner Bum- »ern infolge Häher« Fernsprech. Anschlüsse : für die Schrift, leitung 112; für Verlag wxb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiaer Oietze». Po stlche cttonto: Italienische Uebergriffe in Bozen. Innsbruck, 3. Oft (WTB.) Die »Innsbrucker Rach richten“ melden aus Bozen. De> Zivillommissar von Bozen sandte am Sonntag an die Oberbehörde nachstehende Meldung: In diese “Rächt sind hier mit Zügen. Autobussen unv anderen Verkehrsmitteln ungefähr 1000 Faschist«' angekommen, die gegen 8 ilbr morgatd die deutsche Elisabethschule beseht haben Eine AbteilunaOara binieri und Militär, die sich In der Rähe befand, konnte die Invasion nicht hindern und mutzten in Anbetracht der zahlenmätzigen plebermacht dei Faschisten den Platz räumen, um beklagenswerte Zwischenfälle zu vermeiden. Während des ganzen Tages kamen noch mehrere weitere Abteilungen von Faschisten in Bozen an. Der in den Rach Mittagsstunden zusammengetretene Gemeinderat beschloh, alle von den Faschisten gestellten Forde rungen anzunehmen, bat jedoch, datz die Elisa gethschule der Stadt zurückgegeben werde wah rend sich diese verpflichten würde, sobald al-.- möglich ein anderes Schulgebäude zur Verfügung zu stellen. Während des ganzen Tages dauerten die Verhandlungen der beiden Parteien mit dem Zivilkommissar an. Bis jetzt sind keine Zwischen fälle zu verzeichnen. London, 3 Oft. (WTB.) „Pall Mall and Globe" schreibt: Es ist sehr wahrscheinlich, datz die britischen Minister morgen Ar sammenberusen werden. Die Lage wird trotz der Mudaniakonferenz immer noch nicht als geklärt angesehen. Die britische Regierung steht auf dem Standpunkt, datz die Lage noch nicht als geklärt angesehen werden könne und datz die neutrale Tschanakzone von den Türken geräumt werden müsse. Jede andere Haltung sei unmöglich, es sei denn, datz Grohbritanmen bereit wäre, die Türken über die Meerengen zu Aus dem ^Reiche. Die Erhöhung des UmlagegetreiVepreises Berlin. 3. Oft. (Wolfs.) DaS Reichsmini stcrium setzte die Beratung über die Erhöhung de Preise für das erste Drittel des Umlageret rette* fort Der vom Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft vorgelegte Gesetzentwurf, _ worin etwa eine Verdreifachung des Preises für £>a& erfte Ilmlagedrittel vorgesehen ist, wurde angenommen Der Gesetzentwurf wird noch heute dem Reichsrat und ReichswirtfchaftSrat zugehen. De. Reichstag wird sofort nach dem voraussichtlich am 17 Oktober erfolgenden Zusammen treten mii der Angelegenheit befahl werden. Gleichzeitig mit ber Genehmigung der Gesetzesvorlage stimmte das Kabinett dem Anträge des Reichsernährungs Ministers auf Erhöhung der Abgabepreise der Reichsgetteidestelle zu. Das von dieser abgegebene Getreide seht sich etwa zu gleichen Teilen aus Inland- und AuSlandgetreide zusammen. Das Auslandgetteide hat nach dem sprunghaften Stob gen der fremden Valuten in den letztest Monaten eine autzerordentliche Preissteigerung erfahren (ausländischer Weizen kostete zur Zeit der Ver Handlungen über das Reichsgetreidegesetz und die jetzt geltenden Abgabepreise 18 -20 000 Mark per Tonne, heute fast 84 000 Mark, nachdem der Preis bereits auf 93 000 Mark und höher ge stiegen war Infolgedessen war eine erhebliche Steigerung der Abgabepreise der Reichsgeticttc stelle unter allen Umständen unvermeidlich Ent sprechend mutz auch der Preis für RJartenbrot erhöht werden. Die Erhöhung wird jedoch nicht vor Ablauf dieses Monats eintreten und voran?- sichtlich über eine Verdoppelung nicht wesentlich hinausgehen. Da die Erhöhung des Brolprestc.- eine schwere Belastung der minderbemittelten Bevölkern ngsfreise mit sich bringt, beabsichtigt die Regierung, noch im Laufe dieser Woche mit den Vertretern der Arbeitsgemeinschaften in Besprechungen einzutreten, um gleichzeitig mit der Erhöhung des Drotpreises auch eine entsprechende Erhöhung der Löhne und “Gehälter zu erwirken. Rach einer Meldung der sozialdemokratischen Parlamentskorrespondenz haben sich die sozialdemokratischen Minister bei der Abstimmung über die Regierungsvorlage zur Er- Höhung des Preises für Umlagegetreide entsprechend bom am Montag von der sozialdemokratischen Reichstagsfraftion gefatzten Be- schlich der Stimme enthalten. Der Reichstagsausschutz der deutschen Landwirtschaft teilt nach einer Meldung der „Kreuz- zeitung" zur Festsetzung des ilm(agegctrette- preises mit, datz die Verdreifachung den deutschen Getteidepreis auf etwa ein Drittel des Weltmarktpreises bringe Auch die feiner Zeit von ber Ztoanzigerkvmmission vorgefchlagene Vervierfachung des Getreidepreises bedeute keineswegs eine Deckung der reinen Produktionskosten. Das Arbeitsprogramm deS Reichstag«. Berlin, 4. Oft. Wie der „Vorwärts" mir- teilt ist die Absicht, den Reichstag erst Anfang Rovember einzuberufen, fallen gelassen worden, da über den U m [a g e g e t r c i b e - preis eine baldige Entscheidung durch das Parlament notwendig ist. Es bleibt, also bei der geplanten Einberufung des Reichstags zum 17. Oktober. Der Reichstag wird sich autzer mit bet Vorlage über ben Ürnlagepreis mit dem Gesetz zum Schuhe der Kleinrentner und der Festsetzung des Termins für dieWahl des R e i chs- Präsidenten beschäftigen Zur Abwendung drohender Arbeitslosigkeit. Berlin, 3. Oft. (Priv.-Telegr.) Das Reichsarbeitsmini st erium ist mit dem Reichsfinanzministerium und dem R e i ch S r a t in Fühlungnahme eingetreten über die rechtzeitige Bereitstellung von erhöhten Mitteln zur Bekämpfung der für den Winter drohenden Zunahme der Arbeitslosigkeit. lassen. Ohne Tschanak würde die britische Flotte die Dardanellen verlassen müssen. Sollten die Kemalisten auch jetzt noch nicht den britischen Forderungen stattgeben, so würde das Scheitern der Konferenz unvermeidlich sein. Der letzten Zurückziehung der türkischen Truppen aus gewissen Dezirten werde sehr geringe Bedeutung beigemessen angesichts der Tatsache, datz jede Stunde von den Türken ausgenuht werde, um ihre Stellungen in den Bezirken zu verstärken, die im Falle von Feindseligkeiten von größter militärischer Bedeutung fein würden. Paris, 4. Oft. (WTB.) Havas meldet aus Konstantinopel, die Regierung von Angora habe eine Demarche bei dem Oberkommissar gemacht, um aufs neue ihre Befürchtungen über die Lage Thraziens zum Ausdruck zu bringen. Sie beflage sich hauptsächlich über die Verfolgungen der muselmanischen Bevölkerung. Sie fürchte übrigens auch für die Kunstdenkmäler und Sammlungen in Adrianopel, die dem Vandalismus der Griechen ausgesetzt seien. Die alliierten Vertreter hätten die Aufmerksamkeit der griechischen Regierung auf die Rotwendigkeit gelenkt, die Truppen in der Hand zu behalten, damit jeber Konflikt vermieden werde. Die Konferenz in Mudania. London, 3. Oft. (Wolff.) „Daily Mail" meldet aus Konstantinopel, dah General Harrington mit seinem Stabe heute vormittag au dem Schlachtschiffe „3ron Duke", das von zwei Kreuzern begleitet wird, nach Mudania an ber asiatischen Küste des Marmarameeres abzu- fahren beabsichtigt, um dort an der Konferenz teilzunehinen. Man hofft, datz die erreichten Be- schlüfse Mittwoch vormittag bestätigt werden können und dah General Harrington am Rachmittag desselben Tages nach Konstantinopel zurückkehren tr-irb Der Hau ptzweck des englischen Oberbefehlshabers sei, die Frage der Stellung Oft» thraziens bis zu der später stattfindenden Friedenskonferenz zu regeln. General Harrington und feine Kollegen werden Vorschlägen, dah Ost- Grazien. das jetzt von den Griechen beseht ist, Die Auseinandersetzung über die Schuldsrage. Berlin, 3. Oft. Wie das WTB. erfährt, wird voraussichtlich von berufener Seite eine Antwort auf Bivianis R e u 6 e r u n g e n w dem Interview des Reichskanzler- m der Schul dfrage erfolgen. Es kann aber schon jetzt darauf hingewiesen worden, dah Bivianis Entgegnungen als übereilt angesehen werden müssen, da er nach seinen eigenen Worten die Veröffentlichung des Frhrn. von Dörnberg nicht kennt. Daher kommt es «uch. dah er die neuen Tatsachen, die aus Rom- bergs Schrift hervorgehen, unberücksichtigt latzt und die altbekannte fvanzöstsche Version toteber- bolt Weshalb der Reichskanzler, wie Viviani mehrt, über die diplomatischen Archive mit größter Bescheidenheit sprechen soll, ist nicht recht einzusehen. da die von ihm geleitete Regierung Die deutschen Geheimarchive mit einer Vollständigkeit geöffnet hat. die Viviani gestattet, aus den deutschen Geheimdokumenten zu zitieren, während die französische Regierung ihre Archive noch immer ängstlich verschlossen hält Den 900 unverkürzten deut- .schen Dokumenten stehen lediglich die 160 französischen des Gelbbuches von 1914 gegenüber, oon denen bereits mehrere als Fälschungen festgestelft wurden. Paris, 3. Oft. (WTB.) Das „Journal des Dubais" erflärt. heute in ber Lage zu sein bereits zum Teil die Dokumente veröffentlichen zu können, auf die ber Reichskanzler Dr. W t rth hingewiesen habe Die Geheimdofumente, um die es sich handele. seien von der Sowjetregierung un ersten Bande der sogenannten roten Archive veröffentlicht worden, ber vor einigen Tagen in Moskau e*bicnen ist. Die Hälfte des Bandes sei ber Geschichte der revolutionären Bewegung in Rutzland und der Zensur des letzten Regime gewidmet Die andere Hälfte enthalte Dokumente übet die Geschichte der deutsch-russischen De- aiefyunqen Der grötzte Teil dieser Dokumente beziehe sich auf die Ereignisse des 19. Jahrhunderts, aber man finde auch aktuellere Dinge darin, so Namentlich 1 37 diplomatische Depeschen, die nrchtt im Orangebuch veröffentlich worden feien, und 2 einen vertraulichen Bericht des russischen Geschäftsträgers in Berlin über die letzten Augenblicke seines Aufenthalts in der Hauptstadt vor der Kriegserftärung 1914. Die diplomatischen Depeschen trügen die Unterschriften des russischen Botschafters in Berlin Swerbejew. Auch Depeschen des Vertreter- Bronewsky sowie der diplv- -matischen Vertreter Ruhlands in München und Stuttgart und schlietzftch des Autzenministers Sasonow seien darin enthalten. Das „Journal de Debats" veröffentlicht heute 18 Geheimdokumente und verspricht für morgen die Fortsetzung. Der Nachfolger Dubois'. Paris, 4. Ott. (WTB.) Der „Pettt Pa- rifien" schreibt, dah ber Rachfolger von Louis Dubois in der Reparationskommission erst in etwa 14 Tagen ernannt wird. Das ..Echo de Paris" spricht von der Möglichkeit der Ernennung Barthous zum französischen Delegierten in der Reparationskom- mission. Ein Kongrest der amerikanischen Bankiers. R e u h o r k, 3. Oft. (WTB.) Auf dem K o n - greh der amerikanischen Bankiers, an dem 10 000 Delegierte teilnahmen, hielt heute der Finanzmann L e m o n t eine Rede, in ber er erklärte, die öffentliche Meinung in Amerika und Europa messe der Frage der interalliierten Schulden eine solche Bedeutung bei. datz das Repara- tionsproblem daneben erst in zwefter Linie komme. Deutschland könne keinen Re trag zahlen, ber sich der im Friedensvertrag festgesetzten Reparationssumme nähere. Der Redner fordert die Amerikaner auf, sich zu überlegen, ob nicht gewisse Mittwoch, 4- Moder 1922 ttnNahmt dor Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher odne jede Verbindlichkeit. Dtcts für 1 mm höhe für Anzeigenv 27 mm Breite Die Erhöhung der Eisenbahntarife. Berlin, 3. Ott. (WTB.) Der Reichsverkehrsminister hat den Ständigen Ausschutz des Reichseisenbahnrats auf den 5. Rovember zu einer Sitzung nach Berlin eingeladen, um mit ihm über notwendig werdende weitere Tariferhöhungen im Güter - undPerfonen- verkehr zu beraten. Dabei sollen auch die Beschwerden der Oeffentlichkeit über die billigen Personentarife für Ausländer besprochen werden. — Rachdem der Ausschuh des ReichBeisenbahn- ratS. wie erinnerlich, am 16. September sich Erster Statt V2. Jahrgang GietzenerAMger General-Anzeiger für Gberhessen Zu dem Prozeh GargaS- Fechenbach. Lembke teilt die ..Bayerische Staatszeitung" aus der An- Nageschrift mit, datz Fechenbach schon zuLeb- zeiten Eisners und nach dessen Tod im Ministerium des Reubern in ben Wtb geheimer Schriftstücke gelangt war, u. a. eines Memoran- oums des Reichsministers Erzberger vom i-ep- tember 1914. Im April 1919 hänbigte Fechenbach in München je eine Abschrift dieser ®ebeimbDfu- k-BWchssK ssse.s ÄZMMÄita tungeiner8toCiten3Iodabetoamt(ei. fc5u Cine Note Amerikas. und werde feine Handlungsweise auch verant- m _ r; a o c\ft sWTB) Rad) einer Mel- Hörten. Kleber seine Beziehungen zu Eisner deren beteiligten Mächten in einer Rote die vatsekretar Etsners f verlautet, verlange Hughes, dah von allen De- l ^esiaen Vertreter der Eigentum» unter alten Umstanden gewahrt | Sage be!tnlvruchm dürften, (in- ben’ unter Ausschlub der Oef fentlich- des so abp ist und Die Vortragsfolge, bekanntem Männerchor eröffnet wurde, brachte alten Weisen, die eine Wettervoraussage für Donnerstag. Wollig, leichter Regen, Südwind, mild - Ein langsam ostwärts ziehendes Tief ruft im Laufe des morgigen Tages einen neuen Wetterumschlag hervor. Frankfurter Araufführung. DieHenschmidt: „Die Rächte Bruders Vitalis". Heutiger Stand des Dollarn 10 Uhr vormittags: Berlin 2100, Frankfurt a. M. 2100. mit W. Kienzls »Das Volkslied" stilvoll eine Fülle der kostbaren Welt von echten, unge- von wehen und frohen läßt, die lange, lange künstelten Stimmungen, Gefühlen emporsteigen o....... klingen. Die gesanglichen Leistungen des Vereins, Bornotizen. ~7 Tageskalender für Mittwoch Astoria-Lichtspiele: „Erpresser" und „Der mas- krerte Reiter". - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Luise Millerin" und „Gr, der Pechkavalier" — Palast-Lichtspiele: „Die Schande der Orlhgssvns". Rus dem Stadttheaterbureau Die erste Vorstellung am nächsten Freitag bringt ote Erstaufführung von Ludwig Fuldas längstem Lustspiel „Des Esels Schatten" das im Frühjahr d. Is. am Rationaltheater in Mrnnherm seine erfolgreiche Uraufführung erlebte und jetzt seinen Weg über dte größeren Duhnen nimmt. Das heitere Werk, das von Direktor Steingoetter in Szene gesetzt wird benötigt ein großes Personal: in Hauptrolle sind beschäftigt die Herren Goll, Juhnke Teleky Volck, Feigel, Hellborn^ Leutheiser, Frommann, Schubert Jacob u. a., sowie die Damen Keller' Franke, Rammel, Türk, Wander' Engel. — Die erste Aufführung findet im Abonnement statt. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 3. Oft. Der hiesige Gemein» nuhige Dauverein hat sich mit Rücksicht auf die tn der Gegenwart unerschwinglicheu Bau kosten a u f l ö s e n müssen. Es besteht die Absicht den aus einigen Tausend Mark bestehenden Ver- mogensrest dem Geschtchls- und Altertumsvereir für die -Zwecke des Museums zu überweisen Aus dem besetzten Gebiet. Der Weinkousum der Desatzungstruppen. Berlin, 3. Oft. (Wolff.) Die Besät- zungStruppen Haden, wie von den Blättern mitgeteilt wird, im Rechnungsjahr 1921 an deutschen Weinen konsumiert für 118 777648 Mark und dazu über 124 000 Flaschen Sekt. Die Zahlung ist erfolgt auf Grund der Bons, die die truppen bei den Käufen auf Grund ihrer Steuerfreiheit in Zahlung geben müssen. Richt mit- gezähll wurden natürlich die ebenfalls zollfrei eingeführten und von ihnen konsumierten Aus» landwerne. Der Reichsfiskus erleidet dadurch einen Verlust von 20 Millionen Mark Der Verlust an Diersieuer beträgt 90 000 Mark' der Verlust an Tabaksteuer 2 Millionen Mark' --------------- - — Begeisterung der Führung tzlnes Chorme.sters folgte, standen auf bedeutender J?Dn Föer hervorragende Stimmen- r^tena. erschien diesmal In noch ausgeglichenerer Sprm; ganz offensichtlich ist dies doch das Resultat emer strengen kritischen Sichtung, zu der ntan nicht dringend und oft genug raten kann. Allerdings solch« ersten Tenöre und Düsse finden sich auch nicht wie der Sand am Meer. Wie im n auch ferner als Eilgut nach Frachtgut-Tarif behandelt. Es scheidet aus der Tarifklasse A aus und wird nach den Sähen der Tarifklasse B tn ihrer bisherigen Hohe berechnet. Dies bedeute für künftig eine Frachtermäßigung auf etwa i des allgemeinen Frachtguttarifes, und auf etwc 3/< des allgemeinen Eilguttarifes. Diese Fracht Verbilligung tritt nur dann ein, wenn aus dem Frachtbrief vermerkt ist: .Frisches Obst zur Verwendung im Inland« bestimmt." ** Der kommende Drotpreis. Zu einer dem Reichspostminister Giesberts zugeschrie- benen Aeußerung über eine Verdreifachung des Drotpreises für Rovember sowie über die Wiedereinführung der Zwangswirtschaft für Drvt, Fett, MUch erfährt die „Dost. Ztg" von unterrichteter Seite, daß zwar mit einer starken Erhöhung, jedoch kaum mit einer Verdreifachung des Drotpreises zu rechnen sei. Auch die von anderer Seite verbreiteten Rachrichten über eine beabsichtigte Drotstreckung durch Kar-, t of f ein seien unzutreffen d. dBad die Frage der Zwangswirtschaft anbetrifft, werde man über die augenblicklich erreichte Grenze schwerlich hinausgehen. Dirne liebt, tötet den Mönch, ihren vermeintlichen vcaufer. Des Dramas größter Teil fpiell in einem Bordell und es ist ein Lob, daß Diehenschmidt durchaus dezent geblieben ist. Das kommt daher auch er naiv an das Thema herangetreten i'er?16, -^"Wuna wirkt nicht zwingend, vielfach fehlt Psychologische Vermittlung. Dis auf den Helden fino die Gestalten mehr Typen als Menschen. Sie werden sogar stellenweise zu' Chören zusammengefaht. Heberhaupt bemerkt man einen starken Willen zur Stilisierung. Eine reine gütige Seele erlebt das Leid der °>!kb^durch ben rmischenben Glanz bricht, milleidende Menschlichkeit sieht „durch tiefe Verdammnis ein menschliches SSerV' Diesem Mit-Leid konnten sich auch die Zuschauer nicht entziehen, wenn sie auch nur ergriffe» nicht gezwungen wurden. , ^Die Darstellung steht und fällt mit dem Titelhelden. Gerd Fncke gab ihn ganz kindlich-naiv- unschuldig, rem, menschlich und tumb, wie ihn der Dichter gesehen hat, Erna Reigbert stellte die Qualen der Dirne deren Seele der Mönch foltert befreit überzeugend dar. Aus dem „Cbor der Dtrnen". die ihre Raserei, ihr Leid und ihre ^losung teilen, tat sich Marthe Hein atl8 betrunkener Dor^ll- gast wirkte lehr lebensecht. Auch die anderen Künstler gaben chr Bestes. Die Bühnenbilder ^.^von Gerhard Buchholz gestellt, der aus der Rot der Zeit eine Tugend machte und bewies daß man auch bet großer Einfachheit starke Wirkungen erzielen kann. Das Publikum nahm das Stück mit großem Dihter konnte mehrfah erscheinen m,t Direktor Hellmer, dein Leller der Aufführung, m die Ehren des Abends teilen. P. Sch. ®tn Fiftnverbot. Ott- ,(WTB.) Die Film-Ober- Prüfstelle verbot, tote der amtliche preußische Pressedienst meldet, den von der Filmprüfstelle Berlin zugclassenen Bildstreifen „Ostpreußen 9“. der Firma Photo- kinoha^ Schaltke in Königsberg für die öffent- . ^v^uöruna im Deutschen Reich mit der Maßgabe, daß der Bildstreifen vor bestimmten Personenkreisen, die sich die Heimatpflege in Ostpreußen zur Ausgabe machten, vorgeführt toer° uuch geschichtliche und fultur» Bedeutung zukomme. Zur öff ent- 11 ch e n Aufführung könne er nicht zugelassen tornden, toetl er nicht nur geeignet sei, die Beziehungen Deutschlands zu auswärtigen Staaten. sondern auch die öffentliche Ordnung im Innern des Reiches zu gefährden. nung (Straße und Hausnummer) beifügen. Dieselben Unterschriften sollen nicht auf mehreren Wahlvorschlägen stehen. Zwei oder mehrere Wah Vorschläge können in der Weise miteinander verbunden werden, daß sie anderen Wahlvorschlägen gegenüber als einziger Wahlvorschlag anzusehen sind. Sind mehr als zwei Wahlvorschläge verbunden, so können unter diesen wieder zwei Wahlvorschläge als „eng verbunden" bezeichnet werden. Zeder Wahlvorschlag darf nur einer Gruppe von verbundenen Wahlvorschrägen angehören. Die Erllärungen über die Verbindung von Wahlvorschlägen müssen spätestens am 2 9. Oktober bei dem Provinzialdirektor von den Ülnterzeichnern der stressenden Wahlvorschläge oder den Vertrauertsmännern übereinstimmend schriftlich eingereicht werden. Verbundene Wahlvorschläge können nur ge- meinschajt.ich zurückgenommen werden. Das gleiche gilt von den Verbindungserklärungen. Wahlvorschläge oder Erklärungen über die Verbindung von solchen, die verspätet eingereicht sind oder den gesetzlichen Erfordernissen nicht entsprechen, werden nicht zugelassen. Gegen die Preistreiberei auf dem Wochenmarkt. Das Polizei amt veröffentlicht im Amtsverkündigungsblatt die folgende, ernste Verwarnung: Auf dem Wochenmarkte muhte in einzelnen Fällen die 'Beobachtung gemacht werden, daß Käufer — insbesondere Frauen — die Preise in unverantwortlicher Weise dadurch in die Höhe treiben, daß sie den Marktverkäufern noch mehr boten, als selbst diese für , ihre Waren verlangten. Das Polizeiamt sieht sich veranlaßt, auf das Verwerfliche solchen Tuns hinzuweisen und bemerkt dabei, daß ein solches Verhalten als strafbare Preistreiberei betrachtet und unweigerlich zur Anzeige gebracht wird. Falls derartige Fälle noch öfters vorkommen sollten, wird das Polizeiamt der Erwägung der Frage näher treten, ob nicht die R a - men solcher Täter der Öffentlichkeit bekanntzugeben seien. Stadttheater-Abonnement. Man schreibt uns: Dem heutigen Anzeigenteil er- ftchtlrch ist, wird morgen mit der Ausgabe der Abonnements-Blocks begonnen. Zunächst werden die Freitag-Abonnenten, welche die erste Vorstellung haben, gebeten, ihre Blocks am Donnerstag und Freitag abzuholen. Eine Aeberraschung, die aber wohl von vielen vorgeahnt wurde, bleibt dabei frei- llch nicht erspart. Die furchtbare Teuerungswelle, die seit einigen Wochen über uns hereingebrochen ist, hat nicht nur enorme Preissteigerungen für Heizung, Licht und für alle unzähligen kleineren Bedürfnisse des Theaters gebracht, sie hat vor allen Dingen ! c Aeaterpersonal in große Schwierigkeiten versetzt. Die Gagen der Mitglieder des Theaters waren im Frühjahr bei der Aebersiedlung des Theaters nach Dad-Rauheim festgesetzt Horden. Als die Teuerung zunahm, hat man zunächst mit einmaligen Zuschüssen, Entschuldungsgeldern, zu helfen versucht. Aber in der zweiten Septemberhälfte, als bereits die Abonnementspreise vom Theaterverein festgesetzt worden waren, sind die Künstler mit Dringenden Ersuchen um eine durchgrei- fenöe Reuregulierung ihrer Bezüge gekom- men, und die aus den Geschäftsführern des Theaterbauvereins und Stadtverordneten gebildete Theater-Deputation hat sich in ihrer Montags-Sitzung diesem Ersuchen nicht ver- chließen können. Zwar die ursprünglichen Forderungen konnten noch nicht bewilligt werden- dann hatten dte Eintrittspreise ganz gewaltig erhöht werden müssen. Wollte man den Künst- lern aber nicht die Lebensmöglichkeit ab- 12 war eine immerhin nicht unbe- trachtllche Steigerung ihrer Bezüge notwen- dig. Wenn der städtische Zuschuß nun nicht in Die Millionen gehen sollte, blieb fein anderer Ausweg als die Erhöhung der Eintrittspreise. Am jedoch die Zustimmung der Abonnenten hierzu sicher zu erhalten, hat man die A b o n - 1 Aus Stabt und Land. Gießen, ben 4. Oktober 1922. Eine außerordentliche Tagung des Provinzialtags ist aus nächsten Samstag, 7. Oktober, vormittags 10Vs Ahr, in den Sitzungssaal des Regierungsgebäudes einberufen worden. Die Tagesordnung sieht eine Aussprache über die Durchführung des Bauprogramms Der elektrischen Aeberlandanlaqe vor. Die Wahlvorschläge für die Provinzialtagswahl. Der Provinzialdirektor der Provinz Ober- Dessen fordert in einerDekanntrnachung im neuesten Amtsverkündigungsblatt die Stimmberechtigten auf, Wahlvorschläge für die am 19. R o- oember stattfindenden Wahlen zum Provinz ial tag der Provinz Oberhessen bis spä- testens zum 22. Oktober schriftlich bei ihm einzureichen. Es sind 35 Vertreter für den Provin- zmltag zk wählen. In einem Wahlvorschlag darf nicht mehr al s d le d oppe l te Za hl der zu wählenden Provinzialtagsmitglieder, also nicht mehr gls 70 Personen, vorgeschlagen werden. Die Vorgeschlagenen sind in erkennbarer Reihenfolge aufzuführen und unter Vor- und Zunamen, Beizeichen, Stand oder Beruf, bei ver- grateten, verwitweten oder geschiedenen Frauen ^ch Geburtsnamen, zk bezeichnen. Bewerber Würfen tn mehr als einem Wahlvorschlag nicht aufgenommen sein, andernfalls sie nach Art 28 Büser 4 des Gesetzes, in den WaUdorschlägen gestrichen werden. Dem Wahlvorschlag ist die schriftliche Erllärung eines jeden Vorgeschlagenen beizufugen, daß er der Aufnahme in den Wahlvorschlag zustimme. Zeder Wahlvorschlag soll mit einem Kennwort versehen sein, das ihn von anderen Wahlvorschlägen unterscheidet. Das Kennwort darf weder gegen die strafgesetzlichen Bestimmungen noch gegen die guten Sitten verstoßen. 3n dem Wahlvorschlag soll ein Vertrauensmann benannt sein, der zu Verhandlungen mit Dem Provinzialdireftor, zur Zurücknahme des Wahlvorschlags und zur Abgabe und Zurücknahme von Verbindungserklärungen bevollmächtigt ist. In gleicher Weise soll ein Stellvertreter des Vertrauensmannes benannt werden. Zeder Wahlvorschlag muß von mindestens 25 in der Wählerliste eingetragenen Personen unterzeichnet sein. (Sine amtliche Bescheinigung Des Bürgermeisters, daß die Unterzeichner in der Wählerliste eingetragen sind, ist gemäß Artikel 21. Abs. 2 be8 Gesetzes, anzufügen. Die Unterzeichner sollen ihren Unterschriften die An- gabe ihres Standes oder Berufs sowie ihrer Woh- Vauerscher Gesangverein. DolkSlieder-Konzert. Gießen, 1. Oft. Die vortreffliche Sängerschaft des altangesehe- nen Vereins hatte ihre zweite Konzertveranstaltung in diesem Zahre ganz dem Vollsliede gewidmet: Eine wahrhaft glückliche Ihee! Das Dollslied ist die Ouelle des eigentlichen Liedes überhaupt, der Zungbrunnen, aus dem das Kunstlied fo oft verjüngt wieder emporgesttegen ist. Wenn rückwärtsblickender Betrachtung und wissenschaftlicher Forschung sich dieser Prozeß — mag man nun an die lesbischen Moliker des 6. Zahr- Hunderts v. Chr. oder an die polyphone Kunst des 15. und 16. Zahrhunderts denken — klar und Deutibf) enthüllt, so muh für unsere wenig durch- sichtige und musikalische Gegenwart diese Entwicklung, die — wenn nicht alle Zeichen trügen — Doch auf dem Wege ist, erst mit voller Macht ein- leben, um gerade den Chorgesang, der doch mit- unter von der konsttuktiven Mhnheit der Moderne stark bedroht erscheint, tieferwirkend befruchten zu tonnen. Es mag fein Zufall sein, daß nach der Zeit der großen wissenschaftlichen Bemühungen um das Volkslied und der monumen- taten Sammelwerke em Gesangverein selbst sich einmal so ausschließlich der Pflege der Volksweisen zuwendet, ein Unternehmen, das besonders auch wegen seiner kulturellen 'Bedeutuna nicht hoch genug bewertet und nicht warm genug befürwortet werden kann! Der Schein-Unheilige, der fein Lob schwort wie andere ihre Schande der gut sich schlecht zu scheinen nicht scheut ja schleckt scheinen will, ist stets ein dankbarer' Gegenstand guter uno schlechter Literatur gewesen, besonders der schlechten, denn leichter ist es, den rührenden ^^^in^ ai^^n Heizen. Die Legende berichtet von dem Rlönch der zu den Dirnen geht, um sie zu bekehren der ihm Cnn!h öÄ’- Kot schleift, um in ibm nach Edelsteinen M suchen: oerfannt in h’ OFfErptticht und fromme Lust. TO Iru- inbLinU vom „Schlimmheiligen xin feinen „Sieben Legenden" wundervoll zart und rem. Des lebensbejahenden Schweizers naive Spitzbüberm belohnt jeiL HekLschon auf (Srben, m äußerst irdischer Form, in Gestalt Dttne^t Cine£ Sc^in-Unheiligen, die die großen Epiker glückte diese ver- Themas. Für die hÄ TVcbt Wenn Dietzenschmidt, Bruders Vitalis" am Samstag IT HA?1 ~^eater äur Uraufführung gelangten, e« überhaupt wagen wollte, in Kellers Schatten fletan> eine Tragödie auö dem Stoff zu machen: Der Knabe, der die nemt nts nur mit einem Zuschlag von 50 Prozent belegt, während die Hauptlast, nämlich eine 1 OOprvzentige Erhöhung, auf die Einzel-Eintrittspreise entfallen soll. Der Theaterbauverein gibt sich der Hoffnung hin, daß die angemeldeten Abonnements sämtlich abgehoben werden. Um die Zahlung zu erleichtern, braucht zunächst nur die Hälfte des Preises erlegt zu werden. Wie übrigens die in anderen Städten eingezogenen Erkundigungen beweisen, ist unser Theater auch bei den neuen Preisen, namentlich im Abonnement, noch verhältnismäßig billig. Die Preissteigerung für die Theaterplätze gegenüber 1913 beträgt hier nur durchschnittlich das 30fache, während die Preise für alle anderen Gebensnotwendigkeiten in weit stärkerem Verhältnis gestiegen sind und auch die Einkommen — von gewissen Bevölkerungsklassen, wie den Rentnern, natürlich abgesehen — jetzt erheblich mehr als das 30- fache von 1913 betragen. ** Reuerungen in unserer Handelsberichterstattung. In dem Bestreben, den Rachrichtendienst unseres Blattes soweit wie möglich den Bedürfnissen unserer Leser dienstbar yu machen, haben wir seit einigen Tagen auch unseren Handelsteil vervollkommnet. Den Kurszettel der Frankfurter und der Berliner Börse haben, wir wesentlich erweitert und dabei insbesondere die Rotierung derjenigen Papiere berücksichtigt, die für unsere engere Heimat im Vordergründe des Interesses stehen. An die Stelle der Berliner Devisennotierungen haben wir diejenigen des Frankfurter Devisenmar- i e s treten lassen. Wir glauben damit ganz im Sinne der vielfachen Wünsche gehandelt zu haben, die auf die Erlangung der Frankfurter Devisennotierungen durch unser Blatt gerichtet waren. Es ist Vorsorge getroffen, daß diese Berichte in promptester Weise uns übermittelt und unverzüglich zur Kenntnis unserer ßefer gebracht werden. Daß wir die Berichterstattung über die wichtigsten M ä r k t e unserer Gegend mit größter Sorgfalt weiter ausüben werden, bedarf keiner besonderen Betonung. Daneben haben wir unseren Dienst aber auch noch auf den wichtigen Berliner Produktenmarkt ausgedehnt, für den sich in Oberhessen immer mehr steigendes Interesse bekundet hat. Zu diesen regelmäßigen Registrierungen werden wir schließlich noch von Fall zu Fall weitere bedeutsame Informationen über die verschiedensten Gebiete des Handels hinzutretsn lassen. Wir hoffen, mit dieser Reugestaltung unseres Handelsdienstes den Wünschen unserer Leserschaft gerecht zu werden. ** Amtliche Persvnalnachrich- t e n. Ernannt wurde der Steuerasfistent Hermann T i s ch e n d o r f zu Mainz zum Obersteuersekretär. — Ernannt wurde am 26. September 1922 der Johannes Schönhals zu Bingen mit Wirkung vom 1. Mai 1922 an zum Weinbaulehrer an der Devbachtungsstation für Weinbau in Bingen. ** Die Germania-Marken. Die in den Händen des Publikums noch befindlichen Germania-Marken behalten bis zum 31. Oktober ihre Gülttgkeit und können ruhig weiter verwendet werden. Rur die Werte zu 2, 2Vs, 3 und 7V2 Pfennig gelten nicht mehr. ** ®er Fahrplan der städtischen Straßenbahn, der ab 8. Oktober tn Geltung sein wird, ist im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes abgedruckt. ** Fahrraddieb stähle. Gestern wurde dahier ein Fahrrad aus einem Hausgang gestohlen. Das Rad war mit Patentschloß festgeschlossen. Es ist Marke „Deutschland , die Fabriknummer ist unbekannt. Rahmenbau und Felgen sind schwarz, es hat hoch- gebogene Lenkstange, neue Kontinentalberei- fung. Am Vorderrad fehlt das Schutzblech. — In Der Bahnhofstraße wurde ein markenloses Fahrrad, dessen Fabriknummer unbekannt ist, gestohlen. Es hat schwarzen Rahmenbau mit Freilauf und Rückttittbremse. Die Bereifung ist stark abgenutzt, das hintere Schutzblech ist mit Draht befestigt. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminal-Abteilung entgegen. ** F i ch t e n d e ck r e i s e r werden in be- schränkter Zahl durch die Stadtverwaltung an schlechthin genialen, nachschöpferischen Art eine Ei-scheinung für sich. Kein Wunder, daß gerade die dvastisch-komischen Scherzlieder, mit einer so fabelhaften Kehlfertigkeit und einer geradezu sprechenden Mimik Largeboten, mit tosendem Bei- fall aufgenommen wurden Mir waren diesmal die geistlichen Lieder die tiefsten Erlebnisse. Dr. H. R. dem Id - ift Im Bewerte in- fafiW i 2au- ÜblW, n Der' svercir Wien nderen tbildS >t aus , ODlr' Obfi. Achtel, envrr- r Obft fttrtei IL S. > noch ihre) !*ute o i tttix iretzr ( bem Ü »ur nmt“ l. Zu tförifr Hung rüber ? f»r von Iflrfen rdref. ch die i über Star-, 8 dir teerte ®W jrlff*- Titel' wiflii” hn der le du foltert i dem r Leid einem hmidl daher, rtreten »ielfach if den , Den' Chören i einen -.die einem erben, *tan. $atl eidder chendcn ! sieb' teoch mos- strvhe er" - Sftmä". re au. bringt Idas len", iter m na er- bereit ts von t wird, »trollen bnkc, hm, bett. :11er, ober, W im • 'Bei 0. vi. »be- gart, gart Biart Sbeete »Sdiugen. te Behördliche Anzeigen 9018 Frische u. geräucherte Große uLcrsiditliche nach Branchen Heute letzter Tag: 10 Akte. 2 Teil» 9026V HERBST MESSE nen viel des die MW Züedl. llmenö, Grotzen- tlaöen Wie denn. Baoetleln. M MW W. Udfl. £0Hflt MW J. t. Kötift. öeutöelheün MwOhfti HAMBURG- See-Fische treffen lägt, z.btlliast. Tagespreisen ein bet fjamö. SIKBBanOlfl. (A. Koch Nachfolger! Tchulstr.lO, Tel. 1612 7. FRANKFURTER INTERNATIONALE MESSE des BvdenS unb nach dem acdjetum uno oet 2ragbarfeit der 'Bäume Don künstlichen Dun- GrotzUMSelsgefelliLllsk Strauß & Go., ©lesen HlöDle Sein. Wer. Lollar Mille W. Mler. ©leben NSSle Jitz 5©uöt, MWnhelia heißt es beim Aufträgen von Nigrin auf dioNc'iuhe denn es ist se hr ausgiebig. Kaninchen-Ausstellung. △ Gictzen. 2. Oktober 11. Oktb. Beginn neuer Kurse in allen Handelsfachern. Auskunft und Anmeldung bei der Danksagung. Für die uns bei dem Verluste unseres lieben Vaters erwiesene Teilnahme sagen wir herzlichen Dank. Familie Ludwig Schneider. Die Maul- und Klauenseuche Unter der Schafherde zu Kölschhausen (Kr. Wetzlar) ift die Maul- und Klauenseuche amtlich sestgeftellt worden Die Schuhmafznahmen lind angeordneL — 3n der Gemeinde Edingen (Kreis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen. Die Spemnatznahmen sind auf- ■Mnüm hi RIKA LINIE Bekanntmachung. OrtenbergerKaltenMarkt Montag, den 30. Ottbber bis Donners- Lag. den 2. November 1922. Am 30. und 31. Ostöber findet Pferde» unö Sohlen», am letztgenannten Tage auch Rindvieh» und Schweinemarkt. sowie am 31 Oktober, 1. und 2. Rovember Krämer» markt statt. Wir laden hierzu ergebenst ein. Die Verlosung der Krämerstände findet Montag, den 30. Oktober statt und werden Anmeldungen hierzu von vormitt. 9—11 Uhr im Warsthaus entgegengenommen. Aach beendigter Derlosung. von nach» mittags 1 Uhr ab. erfolgt die Überweisung der Plätze, hierbei finden nur die anwesenden oder verttetenen Gewerbe» tteibenden Berücksichtigung. Die überwiesenen Plätze find durch Belegen mit Dielen oder Latten alsbald in Besitz zu nahmen. Gewerbetreibende, welche sich später anmelden, schließen an die letzte Losnummer an. Das Platzgeld ist bei der Anmeldung zu zahlen. Fremden Wirten wird der Verzapf von Gettanken auf dem Warst nicht geftattet ___ Ortenberg, den 30. September 1922. Hessische Bürgermeisterei. Hebbel. 9OO3D gehoben. _ rr. Schlitz. 3 Ost Die K a r t v s s e l e r n t c ist eben im Schlitzerland im vollen Gang. 3hr Ertrag ist ein vorzüglicher. Der Zentner stellt sich allgemein auf 250-300 Mk. - infolge der ungünstigen Witterung hat die Gräfliche Oekononiie Verwaltung noch den größten Teil des geschnittc- Hafers auf den Feldern stehen und noch Grummet draußen liegen iiütkiditchiihrtn Wäret - OlttO sei. Angeb. mit Preisangabe unter 9029 an den Gieß. Anzeiger. Ferner: Der maskierte Reiter Astoria-Lichtspiele Anerkannt beliebtestes Kino an Platze. Holzverkanf. Die Gemeinde Gedern verkauft im Wege des schriftlichen Angebots ca. 350 fm Sichtenstammholz 2—bb-Klaffe. Das Holz ist mit Binde gemeßen. Der Anfall kann erst nach Schluß der Holzhauerei, mit der alsbald begonnen werden wird, ange» geben werden. Angebote find verschloßen mit der Aufschrift „Holzverkauf" bis spätestens Donnerstag, den 12. Oktober 1922, mittags 1 Uhr, an die unterzeichnete Bürgermeisterei einzusenden. Zuschlagsfrist 3Tage. Die Verkaufsbedingungen der Gemeinde werden durch Einreichung von Geboten anerkannt. „ , Gedern, den 30. September 1922. Hesfische Bürgermeisterei. Müller. 8961D Am gestrigen Sonntag sand in der Turnhalle Ghmnasiums eine Kaninchenschau statt, nahezu 300 Kaninchen aller Rassen, Großen und Farbenschläge aufwies. 'Wahre Prachtexemplare nach Zeichnung. Gewicht und Länge waren vertreten. Der Besuch der Schau war r«^ zahlreich Es wurden auch diele Verkaufe abgeschlossen Die Preise waren entsprechend der (Selbe nltocrtung pecht hoch, ein zuchtfähiges Tier kam je nach Basse und Güte aus 600 800 Marck. Drei bewundert wurden die schönen Pelzgarntturen. Rlützen, Kra» gen Mufte und Bettvorlagen aus Kaninchen Lichtspielhaus;« Bahnhofstraße l0,l5c . ---—--M Mhle £nöro. dfltift, Hoööelm Mühle ö. 8. Simmet, ©tflnöeto. Bekanntmachung. Stadttheater-Abonnement. Die für die Spielzeit 1922 23 bestellten Abonnements können an der Theater- faße abgeholt werden und zwar: für den Freitag am Donnerstag, den 5. Oktober, vormittags von 9—1 Uhr für die Logen und Ränge, nachmittags von 3'/,—5 /, Uhr für di« Sperrfihplähe, für den Dienstag am Samstag den 7. Oktober, vormittags von 9—1 Uhr für die Logen und Bange nachmittags von 3'/,—5 /, Uhr für dt Sperrfihplähe: für den Mittwoch am Montag 9. Oktober, vormittags von 9—1 H für die Logen und Ränge nachmittags von 3‘/2 5 /, Uhr für Sperrfihplähe. Die Geldentwertung fett der am 9. Sep tember erfolgten Abonnements-Einladun zwingt uns zu einer Erhöhung des Abonnement «Preises um 50 Prozent. Leider konnten bei der Platzzuweisun nicht alle Besteller wunschgemäß berud ßchtigt werden, an der Theaterkaffe wir weitere Auskunft erteilt. 9014 Gießen, den 3. Ostober 1922. Theaterbauverein G. m. b. H.» Gießei der gefährlichsten Feinde des Obstbaues Z»r ^/e b a^^t e?angel2^ werden^^Äcs barf^aber I gern’ kommen vor allen Dingen schwes^saures kUtferng Mont«» n.» in t>cr 40t>ro^^ RaliklU heutigen teuren Zeit. Es sollten nur btciemgcn und evtl. Kalk m Betracht Bäume mit Klebgürteln versehen werben. bic irn I • Laufe des Frühjahrs durch den Fraß der Frost- * Die Maul- und Klauenseuche spannerraupen gelitten haben. Das Anlegen der Klebgürtel allein tut es jedoch nicht, es muß auch für mehrmaliges Rach st reichen des trocken gewordenen Raupenleimes gesorgt wer- den. Rur dies bedingt den Erfolg unb die Hoffnung auf eine gute Ernte im nächsten Zähre. feilen Die Bewertung der Tiere und Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: A Abteilung Städtischer Kaninchenzucht v e r e i n Ehrenpreise: Fleischer. Schell ha« Stet) (2), Kreiling. Runkel, Aising. Potz und Melius-Gießen, März-Lang-Go ns: 1 Preise Fleischer (3). Bäcker Müller, Horst, Schellhas (2), Rieg^ Weimer (3). Waßmuch, Appel (2), R)eiv zel Farsch Backhaus und Sch och-Gießen und Lechrer Rau-Beuern. Beste Gesamtletstung erhielt Fleischer-Gichen B Germania-Silber-Klub Ehrenpreise: Kreuler. List, .Horst und ®id)=®icf)en. 1 Pr-cis: Schneidermeister Ench-Gteßen. Beste Gesamtleistung erhielt Kreuter-Gießen. C. Schwarzloh- Klub Guße" und Um- aeaenb Wanderpokal für das höchst bewertete Tier mit 97 Punkten Karl Sod-Äldn-Ölribert:; Siegerpreis und Ehrenpreis. Karl Hock'Küm^ Linden. Ehrenpreis: Schlamp-Gießen (2^ und Schäf er-Daubi mgen. 1 Pralle - t^n®c"®u (c"’ Schlamp-Gießen. Ragel-Gteß ",Etss-Ste nberg '2). Dietrich-Klein-Karben. März-Lang-Gon.' ; efle Gesamtleistung, goldene und filtern- Dentmunze. erhielt in dieser Abteilung: Schlamp Gienen Bekanntmachung. Soweit möglich, wird die Stadtverwaltung auch in diesem Jahr eine beschränkte Anzahl Wellen Sichtendeckreiser an Private abgeben. Wer solche zu beziehen wünscht, wolle dies bis spätestens 14. Oktober d. IS. auf dem Stadthaus Bergstraße, Zimmer Rr 19 anzeigen. Der vorläufige Preis für die Welle beträgt 30 Mk. und ist bet der Bestellung zu entrichten. Schriftlichen Bestellungen ist der Bettag beizufügen, andernfalls sie unberücksichttgt bleiben. Eine entsprechende Erhöhung des Preises bei etwa eintretenöen weiteren Lohn- erhöhungen bleibt Vorbehalten. Die Lieferung erfolgt frei vor das Haus. Eine Gewähr für Lieferung von mehr als 50 Wellen kann nicht übernommen werden. Gießen, den 30. September 1922. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Vr. Rosenberg. <90138 ßanfciDirtfchaft- Was ist in bet nächsten Zeit hn Obstbau zu tmt? Die diesjährige Obsternte nahm im allgemeinen einen schleppeichen Verlaus. _5Hefe et im« befremdliche Erscheinung war zum Teil auf bie teure Lebenshaltung unb die mangelnde Kreditgewährung zurückzuführen. Die Hwiptschuld an der geringen Kauflust trugen aber in der Hauptsache die hohen Aufschläge des unreellen Zwischenhandels und jbie ungeheuer hohen Frachtsätze. 3ene erreichten auf dem Wege bis zum Konsumenten oft das Vier- bis Fünffache des Erzeugerpreises, und diese waren vielfach ^bpelt so hoch als der Wert des verfrachteten Obstes. Der Obstverkehr zwischen Rord- und Süd-, sowie Ost- und Westdeutschland war dadurch stark unterbunden. Große Verluste entstanden auch bei der Verwertung der selten großen Zwetschenernte, die sowieso durch das anhaltende Regenwetter stark gelitten hatte. Dazu kam noch ein Verbot des Brennens der Zwetschen. Diese unerfreulichen Zustände dürfen aber die Obstzüchter und Landwirte nicht dazu veranlassen, die Obstkulturen zu vernachlässigen. Trotz der geringen Absatzmöglichkeit in diesem Jahre muß für Dermeh rung der Obsternten Sorge getragen werden: denn wir werden in Deutschland auch in dieser Beziehung auf uns selbst angewiesen sein, wie die Unmöglichkeit der Obsteinfuhr aus der Schweiz in diesem Jahre deutlich zeigt. . Für die Steigerung des Ertrages in künftigen Jahren kommen vor allen Dingen Reupf lan- jungen in Betracht. Diese sind in diesem Jahre für einen großen Teil der Obstzüchter jedoch undurchführbar, da sich die .Preise der Cbfl bäume gegenüber dem Vorjahre durchweg verzehnfacht haben und mit einem weiteren Steigen der Preise zu rechnen ist. 3m allgemeinen ist statt dessen zu empfehlen, der Obstbaumpflege mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dadurch ist unter Umständen mehr zu erreichen als durch Reupflanzuiigen. wenigstens. ist der Erfolg rascher und fühlbarer, lind das ist auch das, was dringend nötig ist. nämlich eine schnelle und durchgreifende Vermehrung der Obsternten. Hierhin gehört die Beseitigung der zahlreichen dürren Bäume und Aeste, die infolge des strengen Frostes in 1917 und der überaus großen Tockenheit in 1921 entstanden sind. Unter der Rinde der dürren Bäume und Aeste nistet der gefährliche Borkenkäfer, der jüngere und ältere Bäume in verhältnismäßig kurzer Zeit zugrunde richten kann. Es finden da weiter ilnter- schlupf die Obstmade,. der Apfelblütenstecher u. a. Richts läßt auch die Obstanlagen vernachlässigter erscheinen, als das Vorhandensein dürrer Bäume und Aeste Die hier nötigen Arbeiten dürfen aber nicht bis zum Winter verschoben werden, da die dürren Aeste nach dem Laubabfall nicht mehr so deutlich zu erkennen sind. Gegen Mitte bis Ende Oktober beginnt die Flugzeit des F r o st span ner s, eines 4b morsen bis Sonntag der 8 Monate in Berlin verboten gewesene mondlne SlttenHlni Das SMenmädchan =von Berlin = 7 Akte. In d. Hauptrolle: I-ee Parry. Bei 4. UranllUruB dieses Films in Berlin hatte sieh das Publikum um die PI Ilse förmlich geschlagen. — Ferner: OleOortlunipen (Banditenblut). Nach Motiven der Oper Carmen. 5 Akte. ' Dezent-vornehmes Orchester! Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 19. September 1922 bezüglich der Firma Friedrich Krogmann zu Gießen: Das Geschäft ist mit Aftiven und Passiven auf den Teilhaber Hans Burg, Architekt in Gießen, als Alleininhaber übergegängen, die offene Handelsgesellschaft ist durch den Tod des seitherigen Teilhabers Friedrich Krogmann erloschen. Die Firma ist geändert in Friedrich Krogmann, Kaßenschrankfabrik und Tresorbauanstalt, Gießen. Der Hans Burg Eheftau, Paula geb. Krogmann, in Gießen ist Prokura erteilt. Am 28. September 1922 bezüglich der Firma G. Adolf Montag, Spezialtapeten- Haus, Gießen: Die Prokura der Ehefrau Rosa Montag geb. Flötke in Gießen ist erloschen. Am 21. September 1922 die Firma Peter Heß, Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Peter Heß in Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Kurz-, Weiß- und Wollwaren und Bürstenwaren. Der Heinrich Heß Eheftau, Elisabeth geb. Berreßem, in Gießen ist Prokura erteilt. Gießen, den 30. September 1922. Hessisches Amtsgericht. (8967B Kreis Schotten. tofl Sehern, i Ott Am Sonntagabenb fanb fr ber Kirche eine ? fammlung statt, in welcher der Ortsgeistlich« einen Vortrag hielt über die 01 o t1. a g c d e s Diakonissenhauses Elisabeth en st ist zu Darmstadt An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache an, al« deren Ergebnis der Beschluß gefaßt wurde, daß demnächst eine Sammlung von Raturalien in ber Gemeinde veranstaltet werden soll, um der großen Rot des Mutterhauses zu steuern. Hesien-Nassan. - Höchst a M.. 1. Okt. Dor etwa Jahresfrist schlossen die s o z i a l i st i s ch e M e h r- he i t der Höchster Stadtverordneten-Versamm- (ung und die ebenfalls sosialistischeMehr- h e i t des Kreisausschusses des Kreises Höchst a. Main die Herausgabe cined .Amtlichen Anzeigers', dessen Ausgabe es fern tollte, hie amtlichen Dekamitmachungen der politisch mißliebigen Tageszeitung in Höchst zu entziehen. Rach rttoa vierteljähriger Selbständigkeit kam das Amtsblatt, für das man von sozialistischer Veite alles Mögliche aufgeboten hatte, bereitenarg ,ns Wanken, und man übertrug nun den Druck uno die Verbreitung de« Blattes wieder dem früher beiseite geschobenen Zeitungsverlag^ Während man vor dem Konflikt die Veroftentlichung der Bekanntmachungen durch dieTageszeitung sehr billig erreicht hatte, stellte sich mittlerweile der Kostenpunkt für daS Amtsblatt ganz wesentlich hoher und Kreis und Stadt mutzten viel, viel tiefer als früher in den deutel greifen. Die Anforderungen an die öffentlichen Mittel haben sich nun infolge der außerordentlich geüxichfenen Herstellungskosten so stark vermehrt, daß Kreis unb Stadt die weitere Beibehaltung ihres Amtsblattes nicht mehr glauben tragen zu können. Sie beiden Behörden haben daher beschlossen das amllichc Blatt eingehen zu lassen und von setzt ab ihre Bekanntmachungen t m 21 n je i g e nteil der in Höchst herausgegebenen Tageszeitung zu verössentlichen gegen den üblichen Zeilenpreis mit 10 Prozent Rabatt. Der „Amtliche Anzeiger" hat genau ein Iah r bestanden: vom 1. Oktober 1921 bis dahin 1922. fpd Kassel, 3. Okt. Der sehr seltene Fall, daß ein Haus enteignet wird, hat sich hier jetzt zugetragen. Der Stadtgemeinde Kassel wurde das Recht verliehen zur Errichtung einer Volksküche und eines Iugendheimes em Haus in der oberen Karlstratze im Wege der Enteignung zu erwerben. In diesem Hause befindet sich zur Zeit ein Kino. Ortenberg. 3. Okt. Pferde- und Svhlenmark t findet am 30. unb 31. M. 2Kta. hier statt Am 31. Oktober wird Rindvieh- unb Schweinemarkt abgehalten. Der Ära« mc rma r f t wird am 31. Oktober unb 1. und 2. Rovember stattsinden. Wan beachte die Anzeige in der heutigen Ausgabe dieses BlatteS Dann mutz die Beseitigung und ftnschädlich- machung der vorn Polters ch i m m e l (Wo- nilia fructigena) befallenen unzähligen Fruchte von Apfel-. Birn- unb Zwetschenbäumen ange- strebt werden Das Vergraben ber befallenen Früchte, die vielfach vertrocknet noch an den Bau- I men hängen, ist die sicherste Dekämpsungsmaß» nähme. Werden die kranken Fruchte nicht ver- nichtet. so erscheint die Krankheit »m nächsten Jahre mit tödlicher Sicherheit wieder und macht einen großen Teil der Ernte unbrauchbar. Sofort nach btm Laubabfall kann bas Der- i äugen älterer, im Ertrag nachlasfender Apfel-, I Bim- und Zwetfchenbäume vomgenommen werden. Die Bäume können um ein Drittel, vielfach auch um die Hälfte zurückgeworsen werden Letzteres ist wegen Bildung einer gedrungenen Baumkrone vorteilhafter, sofern es der Gesamtkrvnen- bau gestattet Richt alle älteren Obstbäume vertragen einen solchen Eingriff. Zeigen die Baume I im Innern ber Baumkronen noch Lebensfreudigkeit. was an der Bildung von jungen Schossen an den stärkeren Aesten zu erkennen ist, so kann das Verjüngen ohne Bedenken geschehen. Tragen die verjüngten Bäume fruchtbare Sorten, so ist ein weiterer Eingriff nicht nötig. Sind diese je- | doch unfruchtbar, ober tragen sie für den Handel unbrauchbare Sorten, so kann im zweiten Iahre nach dem Verjüngen mit bem Veredeln auf den jungen Schossen begonnen werden. Dadurch ist ebenfalls eine fühlbare Vermehrung der Obsternten schneller zu erreichen als mit Reupflan- zungen Eine gute Düngung der Obst bäume muß mit der ordnungsmäßigen Pflege Hand in Hand gehen, besonders sind in dieser Hinsnht diejenigen Bäume zu berücksichtigen, die durch reichen Behang geschwächt wurden. Auch die Obflbaume verlangen eine regelrechte Düngung, wie jede andere Kulturpflanze. Reben ber Förderung des Wuchses bei jüngeren Bäumen und der Erhöhung des Erttages bei älteren Beständen, sowie Verbesserung des Aussehens und des Geschmackes der Früchte sollen die Obstbäume durch gute Düngung möglichst lange gesund und tragbar erhalten werden. Dies ist eine zwingende Sortierung der heutigen Zeit. Eine Volldüngung mit den vier Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Calcium ist in vielen Fällen nötig Ob eine Volldüngung angebracht oder ob ber eine ober andere Hauptnährstoff zu entbehren ist. richtet sich ganz nach dem Kräftezustand J. Kunzeimann Seltersweg 73, Telephon 821, oder Vogtschen Handelsschule Qoethestraße 32, I Telephon 2064. Prospekt frei. Xnr noch heute u. morgen: \\ Luise MiHerin Der große Prankfilm nach Kabale und Liebe von Schiller. Xfl Fernen M Er, der Pechkavalier. tit-oOee Solietenorchewter. x Hansa- 8124c| Schule Weizen unö Roggen kaust zu den jeweiligen Tagespreisen WIMMWM GieSei e.OM Fernruf 1309 • Gießen Bahnhofstraße 65 ' Der Vereinigung gehören an: imie kllll m, War Gießen, den 4. Oktober 1922. (Nordanlage 9) Extra-Aagebet tierslräpleiäl - 1 !—" schwarz, weiß ■ ■— und braun. ■ — jedes Q5 M Paary'",1Tle CfflodebausQalomon* ““c 5 822 Statt Karlen 705 707 822 900 907 807 815 822 zu derselb. 620 654 709 724 739 747 754 802 809 817 824 832 8-39 847 1 625 700 715 730 745 752 800 807 815 822 8-30 8-37 Z45 852 630 707 723 738 753 800 808 815 823 830 838 845 853 900 I Gießen Griesheim b. Darmstadt Bahnhof 4. Oktober 1922. Markt 607 645 652 722 737 745 ots?t 5221530 7-52 800 614 652 6->9 729 744 807 815 822 830 837 Minute 129 Weg 514 1029 10'4 bis bis 1 Statt Karten S I W W W 653 8-38 846,931 1015'1030 615 707 1037 unuie i<>< hu« zw zu< bis !145[200|207|215 522 530 538 5451553 bis 90228 09343 Statt Karten x ! aus erfahrene besteingeführte emU 5; Lehrlinge ohne Entgelt zahlen 2/i der Stufe I an Beiträgen. Die Arbeitgeber rückständige Beiträge auf der Kasse eingezahlt werden. Der Vorstand. Gießen Oktober Münder-Deister 1922 1 F Damenfrisieren, Shampoonieren j Mietgesuche”] 5 V tüchtiger Bau- M i Alleinhersteller: 8807 Joses Grmei, Griesheim am Main. 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Denn nimmt sie zu solchen gefährlichen Wen- düngen des Prozesses kritische Stellung und sei es Der Beginn des Prozesses gegen'die Mörder Rathenaus. hockcrstcuer durchzuführen ist. Es ist mit aller Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß diese Steuer Annahme findet Die Stadtver-ordneten- Versammlung dürfte sie einstimmig omtehmcn mit dem Zug, mit dem sie hatten fahren wollen, sie waren auch heute die Letzten. Aber Grete hatte Ernst vorher noch etwas zu sagen, „etwas sehr Wichtiges", und sie zog ihn in ihr Mädchenzimmer. Dort fiel sie rhrn um den Hals. Es war etwas Schreckliches, etwas, das sic schon lange wie eine schwere Schuld mit sich trug, das sie sich aber nicht zu gestehen getraut hatte ... Er mutzte ihr erst schworen. „(Za, schwöre Ernst, mir nie böse zu sein und mir niemals einen Dorwurf deshalb zu machen. Tenn sie konnte ja eigentlich nichts dafür . . . Ernst wurde bleich. Dunkle Wolken zogen über den strahlenden Himmel seiner Liebe, er dachte sofort an den blonden Nebenbuhler, der ihm so viele schlaflose Nächte bereitet hatte. Was ist es, sag' cs rasch," drängte er, denn er konnte alles ertragen, nur keine Ungewißheit . . Und sie gestand ihm kleinlaut, datz sie gar nicht Klavrer spiele ... Er starrte sie wortlos an. Er verstand nicht ... sie sprelte nicht — Vermischtes. Unverbesserliche Ladendiebe. Berlin. 3. Oft. Dor einigen Monaten wurden der damalige Direktor der Neichstreu- handgesellschaft Morvilius und seine Frau und die verwandten Ehepaare Noeber und Fo er st er wegen zahlreicher Ladend ieb» stähle verhaftet. Morvilius und seine Frau und Noeber und Frau wurden nach einiger Zeit wieder auf freien Futz gesetzt, da sie nicht fluchtverdächtig erschienen. Gestern vor- politischcn Gericht. Leipzig. 3 Oft. 'Wolff.) Nathenau- Prozeß Dor dem Eintritt in die Derhandlung stellt der Verteidiger Dr. Hahn den Antrag, das Derfahren dem zuständigen S ch w u r g e ° I richt zu überweisen Er begründet den Antrag eingehend, indem er aussührt, der Staaisgerichts- hos sei nach dem Gutachten zahlreicher namhafter Staatsrechtslehrer verfassungswidrig. Die Einrichtung des Staatsgerichtshoses widerspreche auch des Artikel 105 der Rcichsversassung. da sie die Angeklagten den gesetzlich zuständigen Richtern im Schwurgericht entziehe. Oberreichsanwall Cbermeier führt aus' „Der Gerichtshof ist berechtigt und verpflichtet, nachzuprüfcn. wie weit das Reichsgesetz verfassungswidrig ist. Der Staatsger-ichtshos hat über seine Zuständigkeit zu befinden Das Gesetz über den Staatsgerichtshof wurde mit Zweidrittelmehrheit im Reichstage angenommen, es ist also nicht verfassrings- widrig. Ich bitte, den Antrag der Dcrteidigung abzulAnen. Gegen 10l i ill)r zieht sich der Gerichtshof zur- Beratung zurück. Gegen 10'. Ufor verkündet der Vorsitzende, datz der Gerichtshof die Zuständigfell bejahte und datz der Antrag, das Verfahren dem Schwurgericht zu überweisen, abgelehnt wird. Berlin, 4. Ott Einer Dlättermeldung zufolge ist das Verfahren gegen Kapitänleutnant Wolfgang Dietrich aus Erfurt und den Schriftsteller Han« Wilhelm Stein von Burg Saaleck im Zusammenhang mit der Ermor- durrg Rathenaus Termin zur Derhandlung vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig auf den 24. Oktober anberaumt worden. Die Herweghs Eine rechtsrheinische Geschichte vvn Liesbet Dill. Befinden sich in einem Haushalt meh° 24 Ml. auf 26,50 Ml. für das Kubikmeter, rere Personen, die selbständig steuerpflichtig Der Magistrat hat die Schlemmersteuer find, so ist für die Ermittlung des für die K . „ _ 1 - ..o 2 " ‘o _ . ; * ‘ 1 Brotversvrgung maßgebenden Einkommens I prüft aber jetzt, auf welche Werse die -Uacyr^ Beim Abendessen schien es, als ob Liane sich besonnen habe. Doktor Rickert neigte seinen kahlen glänzenden Schädel immer näher zu Lranes goldenem Dlies, der General trank ihnen schon schmunzelnd zu, das Brautpaar sah strahlend Hand in Hand obenan, als wollte cs dre lange Trennung nachholen. Lutz war wieder erschienen, er hatte eine bessere Farbe und sprach dem Braten tüchtig zu. der mit Sardellen und dt- krönenscheiben reich belegt war. Drc Gcneralrn und Frau Kollin hatten sich, trotz der Standes» untcrschiÄ>e, auf dem Sofa über dem rheinischen Dienstboten gefiuchen, die jede Kirmes besuchen muhten und jeden Sonntag in die Frühmesse liefen und einen den Kaffee selbst kochen ueycn. Frau von Herwegh schwebte glückstrahlend über dem Ganzen, während der General ihr glänzende Zukunftsbilder entwarf. Fraulein Schmidt hatte der in Seide geprehten Frau Kollin bereits Ziffern entlockt, mit denen man am Rhein weniger zurückhaltend ist wie in anderen Landen. Es war ein Glück, datz kern ülnbetelligter über oder unter dieser Wohnung schllef. denn nach Mitternacht setzte sich Ernst ans Klavier und spielte, und zuletzt sangen sie alle im Chor: „Zieh' nicht an den Rhein, mein Sohn, ich rate dir gut" In den grollenden Bah des Herrn Kollin und den noch immer schönen Bariton des Gc- aevals mischten sich die jungen und alten Frauen- Schwurgericht. Gießen, den 2. Oktober. Am 6 Schwurgerichtstag wurde gegen den Gelegenheitsarbeiter Konr. W a g n e r auS Maulbach verhandelt. Er ist ein arbeitsscheuer Mensch, der nicht den Willen hatte, soviel zu arbeiten, daß er seine Frau und deren zwei Kinder, die diese mit in die Ehe gebracht hatte, ernähren konnte. Die 5txru ihrerseits verdiente nur soviel, daß cs kaum für sie und ihre Äinber reichte. Es ist da her verständlich, datz sie dem Verlangen ihres Mannes, ihr sauer verdientes Geld statt mit ihren Kindern in erster Linie mit ihrem Manne zu teilen, heftigen Widerstand entgegensetzte. So gerieten’ die Ehegatten häufig in Streit. Als nun am 19 Juni der 9jährige Stiefsohn d^s Angeklagten gegen 6 116r abends vom Gänsehüten mit etnem Stück geschenktem Käsekuchen nach Hause kam und sich alsbald wieder entfernte, nahm der Ange klagte eine Büchse mit Rattengift und bestrich damit den Kuchen. Nach einer- halben Stunde kehrte der Junge zurück und schickte sich an, den Kuchen zu essen. Da er aber so stark roch gab er ihn der Mutter, die sofort feststelltc, datz Ratten- gift darauf gestrichen war. Der Angeklagte gibt diesen Sachverhalt zu, bestreitet aber, in dem Augenblick, als er den Kuchen bestrich, gewußt zu haben, datz es sich um Gift handelte. Da aber einwandfrei feststeht, datz er früher schon mehr fach Gift aus demselben Büchschen zum Fangen vvn Ratten und Mäusen ausgelcgt hatte, bejahten die Geschworenen die Frage nach Tot- schlagsversuch. worauf das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend auf zwer (Zähre Gefängnis erkannte. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Lochet die Dcrteidigung führte Rechtsanwalt Dr. M c u - s c r. Der Vorsitz lag wieder in Händen von La-rd- gerichtsrat Dr. H a n s u l t. Aus dem Amtsverkündigungsblat». ♦♦ Das Amtsverkündigungs- blatt Nr. 103 vom 3. Oktober enthält. Sitzungen des Provmzialtags. — Wahlen zum Provinzialtag. EisenbahntranSportgefähr- bung. — Wählen der Stadtverordneten, Gemeinderatsmitglieder usw. - Unterstützung bestehender Krippen usw. Aufnahme von Blinden in die Blindenanstalt Friedberg. - Aenderung und Erweiterung des Anschlußgleises der Firma Bänninger. Oeffentliche Brotversvrgung. — Berfütterung von Brotgetreide. — Dienstnachrichten. Feldbereinigung Stangenrod. — .Ueberbietcn von Waren aus dem Wochenmarkt. sieghafter Tenor. . Es war um halb drei, als Ernst bic_ Lampen im Hausstur löschte und sich die Haustür hinter den Gästen geschlossen hatte. Er stieg mit seinem Illuminationslämpchcn hinauf in seine Eisrcgllm. Der gelbe Schein des Lichts flackerte wie ein Spuk an den Wänden. Es war eine Erfindung der Generalin, datz man die vielen Illuminattons- lichter, die man in dieser Stadt brauchte, auf diese praktische Weise verwandte. Es leuchtete zwar nicht viel, verhinderte aber doch wenigstens, datz man sich in der Mansarde den Kopf an dem Ballen einstieß. Er überdachte noch einmal dankbar diesen Tag. stand noch lange am hab' nie behauptet, ich sei bas. die dort sprelte. Du hast mir einfach immer Komplimente gemacht, wie wundervoll ich spiele und ..." „Unb du hast es habet gelassen, sagte et "(3a, ich dachte mir gar nichts dabei zuerst, denn ich spiele auch Klavier, aber doch nicht so gut, ich kann mich vor dir nie hören lassen. Und weil ich Angst hatte, datz du mich heute auffor* dem würbest, ba . . . wollte ich dir vorher offen sagen . Verzeih' mir'« . . Gell, du bist mir nicht böse, Ernst?" Und sie sah ihn mit ihren grohen dunklen Augen bittend an. 3n ihm wühlte die EmpöiTung Er fand sich schmählich betrogen. Dewitz, sie hatte ihm nie gesagt, bah sic es fei, die so wundervoll spiele„ Sie hatte zu seinem Lob immer nur gelächelt, schelmisch, boshaft, amüfiert. Und er Narr hatte unter ihrem erleuchteten Fenster gestanden und dem Klavierspiel einer gleichgültigen Person gelauscht. Ein fader Geschmack blieb ihm zurück. Er zürnte chr nicht, aber es war in ihm ettoa# tief verletzt. Die ganze Feier, daS üppige Festmahl, die schweren Weine, die fremden geputzten Gäste an der Tafel, alles nahm er hin wie ein Zuschauer ein Schauspiel, das ihn nichts angeht. Grete war liebenswürdig zu ihm wie noch nie, sie suchte wieder gutzumachen. Nach dem Kaffee reichte er chr endlich die Hand: „Es ist gut, Orete, ich bin fertig damit, wir wollen rttcht rnehr darüber sprechen." (Fortsetzung folgt) mittag wurden taut „Lvkalanzeiger" die Ehepaare Morvilrus und Roeder erneut in Haft genommen, da sie ihre Freiheit dazu benutzten, wieder zahlreiche Ladendieb stähle zu verüben. ThphuS-Epidemie in einem Spessart- Dörfchen. fpd. Aus dem Spessart, 3. Oki. Die seit zwei Wochen in dem Dörfchen Rupperts- Hütten wütende Seuche wurde jetzt einwandfrei als Typhus festgestellt. Bisher liegen mehr als 5 0 Personen erkrankt darnieder. Sieben Kranke erlagen der Seuche. Die drei Schulsäle wurden zu Lazaretten umgewandelt. Da die Gemeinde zu den ärmsten des gesamten Gebirges gehört, muhte die Behörde helfend eingreifeen. Vielfach stellte es sich heraus, daß in den erkrankten Familien kaum ein Bett vorhanden war. Eine siebenköpfige Familie verfügte nur über zwei Betten. Büchertisch. — Anna Freiin von Krane: „Das Mithras-Schiff". Verlag H. P. Bachem, Köln. — In das 5. Jahrhundert nach Christi Geburt, eine Zeit der erbittertsten religiösen Kämpfe, führt uns dieser mit glutvoller Lebendigkeit geschriebene Roman. Arianer unb. Athanasianer flehen sich unversöhnlich gegenüber. Unter ihnen bewegen sich noch Anhänger der alten Götterlehre unb des orientalischen Mithraskultes. Der politische Hintergrund mit den Dandalen- zügen und dem verfallenden römischen Imperium verleiht dem hochinteresianten Kulturgemälde geschichtliche Treue. — Emil Hadina: Dte graue Stadt - die lichten Frauen. Verlag L. Staack- mann, Leipzig. — Hadina hat sich bi Theodor Storms Werden und Wollen mit hingebungsvoller Inbrunst vertieft. Er zeigt uns die Entwicklung des Menschen und des Dichters, seine inneren Kämpfe, seine Niederlagen unb Siege unb rollt babei ein echtes, starkes Leben vor uns ab. Voll Kraft unb Schönheit in der Sprache, voll deutscher Gedankentiefe und Innigkeit, darf Ha- dinas neue Schöpfung unbedingt zu den besten ihrer Art gezählt werden. Sandel. Berlin, 3. OB. (Wolff.) Börsen st im- mungsbild. Die infolge der seit Freitag eingetretenen politischen Entspannung im Orient bei allerdings kleinen Umsätzen erneut in Fluh gekommene Steigerung der Devisenpreise, die Reu- york bis 1900 'hob, bewirkte nach der dreitägigen VerkShrspause zusammen mit den vom Publikum und vornehmlich auch vom Auslände vorliegenden umfangreichen Kaufaufträgen eine ausgesprochene Haussestimmung. Die Kurssteigerungen er- dreckten sich auf alle Gebiete. Sie waren bei gro- iMt Umsätzen besonders umfangreich auf dem Mvntamnarkte, wo sie bei der Rährzahl der Papiere 200 bis 400 Prozent betrugen. Dann folgten auf den anderen Gebieten Besserungen bis 100 Prozent unb darüber unb schließlich bei der MeHr- za'hl von Industriepapieren solche von 30 bis 100 Prozent. Der Verkehr war anfangs sehr angeregt, wurde aber später stiller. Rach der Festsetzung der Kurse wurde der eingetretene leichte Rückschlag bald überwunden. Die stark überfüllten Börsensäle erinnerten in ihrer hastigen unb auf- lgeregten Geschäftstätigkeit an die Hochkonjunktur \ber Tage vom Herbst 1921. Sehr umfangreich *fcacen die Umsätze bei einer wesentlichen Kurs- , steigernng im Freiverkehr für Kolonial-, Kali- 'und die sogenannten unnotierten Werte. Bei den zu Einheitskursen gehandelten Industriepapieren " ist infolge der starken Kaufaufträge mit verspäteter , Kursfeststellung bei beträchtlichen Kurssteigerungen zu rechnen. Von Auslandrenten setzten tür- ttsche unb Mexikaner ihre Steigerung fort. Don heimischen Werten erfuhren ^/^proz. und 3prvz. Reichsanleihen ansehnliche Kurserchöhungen. Frankfurt a. M., .3. Oft. Börsen- stimmungsbild. DvllarkurS im Frühver- kehr 1825—1875, im Verlaufe 1850. Heute vormittag machte sich eine weitere Befestigung am Devisenmarkt bemerkbar. Die Tendenz am Effektenmarkt war fest. Bei den Banken waren zahlreiche Kaufvrdres eingelaufen. Bedeutende Kurserhöhungen erfuhren Montanpapiere unter Bevorzugung von Deutsch-Luxemburg, Phönix, Mannesmann und ober- schlesischen Werten. Recht feste Haltung hatten Schiffahrtsaktien. Autvwerte waren begehrter. Unter den chemischen Aktien waren Holzverkohlung und Scheideanstalt ansehnlich gebessert. Maschinenfabrikaktien stellten sich höher. Eine sehr feste Haltung zeigte der Einheitsmarkt für Industriepapiere. Auslandsrenten zogen ebenfalls an. Dollarnoten um 1 Uhr 1900—1880. Börsenkurse. Frankfurt a. M. Berlin Schlutz. t-Uhr» Schluß. Anfangs- Kurs Kur» Kurs Kurs Datum: 3.10. 3.10. 3.10. 3.10. ö°/o Dtsch. Rcichsanleihe 77,50 77,50 77,50 -,- 4% Dergleichen 190,- 200,- 200,- 8'/,°/o Dergleichen 108,— 108,— 117,— —,— 37» Dergleichen 390,- 375,- 390,- 389,- Dtsch.Svar-Präm.-Anl. 80,- -,- 79,50 -,- 47> Preußische KonsolS 79,— —,— 81,75 — 47» Hessen 73,- —,— 74,— -,- 3'/,°/» Hessen 66.- -,- -,- —,- 37» Hesien......... 66.90 62,- -,- 47» Zolltürken .... 1280,- 1285,- 1345,- -,- 57» Goldmextkaner. —,— — — ——,— Berliner Handelsges. . 1600,— 1600,— 1600,— — Conunerz- u. Privalbk. 322,— —,— 322,— —,— Darmst.u.Nationalbank 310,— —»— 312,— 310,— Deutsche Bank 660,— W5,— 660,— —,— Deutsche Pereinßbank. 210,— —,— —,— —,— Disconto Commandir . 429,50 —,— 428,— —,— Metallbank 1350,— 1310,- ——,— Mitteldeut. Creditbank 314,— —,— 316,— — Oesterr. Credikanstalt. 339,— 335,— 342,— —— Bochumer Guß 3180,- 3180,- 3250,- 3100,- Buderus.......... 1645,— 1555,— 1650,- -,— Caro 1348,- 1348,- 1300,- -,- Deutsch-Luremburg. . . 3375,— 3000,— 3200,— 3075,— Gelsenkirchener Bergw. 3350,- 3300,- 3400,- 3150,- Harpener Bergbau. . . 5650,— 5800,— —5600,— Kaliwerk Aschersleben. 1850,— 1B0,— 1B0,— — äraltwerk Westeregeln . 2250,— 2200,— —,— — Laurahütte 4200,— 4175,— 4175,— — Oberbedarf 1825,- 1798,- 1900,- -,- Pb'.nix Bergbau 4050,- 4450,- 4050 - 4000,- Nbeinstabl 3075,- 2925,- 3000,- -- Riebeck Piontan .... 3550,— —,— 3600,— —,— Tellus Bergbau 4200,— — ,— — Hamburg-Amer. Paket 910,— 930,— 875,— —,— Norddeutscher Vlonb . . 640,- 635 - 630,- ZementwerkHeidelberg 1220,— 1250,— —,— —,— Philipp Holzmann . . . 790,— 800,— 795,— —,— Anglo-Cont-Guano. . . 3900,- 3900,— 3968.- —,— Badische Anilin 1780,- 1780,- 1850,- 1795,- Geldschmidt 1500.— 1550,— 1525,— —,— Griesheimer Electron. 1420, - 1390,— 1355,— —,— Höchster Farbwerke . 1440,— 1385,— 1399,— 1390,— Holzverkohlung 1080,— 1100,— — Nlitgerswerke 1070,— 1045,— 1000,— —,— ?cheideanstalt 1750,— 1790,— — Allg. ClektrizitätS-Ges. 8B — 875,— 870,— 870,— Bergmann 850,- M0,— 844,— —,— ^chuckert 1575,— 1450,— 1560,— —,— Ziemens & HalSke. . . 2100,- 2100,— 2210,- —,— Adlerwerke Stieger. . . 545,- 550,- 547,- 529- Daimler Motoren. . . . 640,- 640,- 648,- 660,- Heyllgenstaedt 1100,— ——,— Megiiin 1360,— —,— ——,— Metallges. Frankfurt. . 2050,— —,— —,— —,— Schuhfabrik Herz.... 580,— — Sichel 647,50 — Zellstoff Waldhos .... 1007,50 1015,- 1050,- -,- Biickersabr.Frankentbal 960,— 950,- —— ,— ZuckerfabrtkWag äusei 977,— 960,- —,— Frankfurter Devisenmarkt. Amtliche Rotierungen. Datum: 2. Oktober 3. Oktober Geld Brief Geld Brief Antw.-Brüssel . 12637,30 12662,70 13388,60 13413,40 Holland 67981,90 68118,10 73326,60 73473,40 London 7654,80 7670,20 8309,10 8325,90 Paris 13174,30 13200,70 14235,70 14264L0 Schweiz 32367,60 32432,40 341)85,- 35035,- Svanien 26173,80 26226,20 28321,60 28378,40 Italien 7355,10 7369,90 7967,- 7983,- Lissabon-Oporto —,— —,— —,— —,— Dänemark .... 34965,- 35035,- 38111,80 38188,20 Norwegen .... 30069,90 30130,10 31968 - 32032,- Schweden .... 45754,20 45845,80 48951,- 49049- Helsingfors. . . . —,— —,— —,— —,— Neuuork 1758,20 1761,80 1873,10 1876,90 Deulsch-Oesterr. 2,27 2,33 2.68 2,72 Budapest 68,93 , 69,07 73,42 73.58 Prag........ 5444,50 u455,50 5931,50 5943,50 Sofia ——,— — — Berliner Produktemnarft. Berlin, 3. Oft Infolge der erneuten Steigerung der Devisenpreise waren die Verkäufe am Produktenmarkte heute um so vorsichtiger, als Die Abladungen aus dem Inlande wegen der Waggonknapphcit vielfach zurückgehalten werden. Die Preissteigerungen für Getreide machten dementsprechend weitere Fortschritte. Da die Mühlen für Weizen- unb Roggenmehl mit Abgaben äußerst vorsichtig sind, gingen die Mehlpreise beträchtlich in die Höhe. In Roggen und Weizen ist das Angebot gegenüber der starken Kauflust spärlich. Hafer bleibt von den Rährmittelfrabriken andauernd gesucht, so baß für Futterzwecke Knappheit herrscht. Mais wurde wesentlich höher bezahlt. In Hülsenfrüchten und Oelfaaten ist wenig Ware am Markte. Kleie unb die anderen Artikel folgten der allgemeinen Preissteigerung. Weizen, märkischen, 3600—3750 Mk., mecklenburgischen 3550—3650 Wk. (sehr fest), Roggen, märkischen 3350—3400 Mk., pommerschen 3300 Mk. (sehr fest), schlesischen 3275—3300 Mk., Sommergerste 3400—3550 Mk. (fest), Wintergerste 3150 bis 3300 Mk.. Hafer, märkischen, 3600—3830 Mk., Mais, La Plata, loco Berlin 3700—3750 Mk. (fest), Weizenmehl (100 Kg.) 9800—10600 Mk. (sehr fest), Roggenmehl (100 Kg.) 8400—9200 Mk. (steigend), Weizenkleie 2000—2100 Mk. (steigend), Roggenkleie 2100 Mk. (steigend), Raps 4600 bis 4700 Mk. (steigend), Viktoriaerbsen 5800—6000 Mark, kleine Erbsen 4600—5000 Mk., Futtec- erbsen 3300-3500 Mk., Peluschken 3200—3400 Mark, Ackerbohnen 3200—3400 Mk., Wicken 3600 bis 4000 Mk., Lupinen, blau 2090—2400 Mk., gelb 2300—2800 Mk., Rapskuchen 2225-2275 Mk., Leinkuchen 3400—3600 Mk., Trockenschnihel 1900 bis 2000 Wk., Kartoffeln (weihe und rote) 310 bis 320 Wk., gelbe 350-380 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb., 950 bis 1000 Mk., Haferstroh, drahtgepretzt, 950—1000 Mark, Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Dor- mahd, 640—700 Mk., Rachmahd 640—700 Wk. Frankfurter Echlachtviehmarft. Frankfurt a. M., 3. Oft. (Amtlich.) Marktverlauf: lebhafter Handel, nur Schweine Hinterlieben geringen Ueberfianb. Im einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1239 Rinder, darunter 374 Ochsen, 47 Dullen, 918 Färsen unb Kühe, ferner 189 Kälber, 328 Schafe, 875 Schweine. An Preisen würben angelegt per Rentner Lebendgewicht: Ochsen 7500—10 800 Mk., Bullen 7000 bis 9500 Mb, Färsen und Kühe 8700—10 500 OHL für beste Färsen, 5500—9000 Mk. für geringe Kühe und Färsen, Kälber, beste Qualitäten, 11 500 bis 12 500 Mk., mittlere Qualitäten 10 500 bis 11 400 Mk., geringe Qualitäten 950G—10 400 Mk., Schafe 5000—9000 Mk., Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 12 000—17 000 Mk., von 80 bis 100 Kilo 19 000-20 000 Mk., von 100—120 Kg. 20 000—21 500 Mk., von 120—150 Kg. 20 000 bis 21 500 Mk., Fettschweine über 150 Kg. 20 000 bis 21 500 Mk., Sauen und Eber 17 000—20 000 Mk. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Ausfuhrverbot für ausländisch« Wertpapiere. Das Ausfuhrverbot für aus- ländischeWertpapiereist vom Reichsfinanzminister ab 1. Oktober erneut in Kraft gesetzt worden. Es handelt sich um Wertpapiere, die das, Reich zur Devisenbeschaffung zwecks Lebensmitteleinkauf be- nöttgt. Die Konkurse im 3. Vierteljahr 1922. Der Rückgang der Konkurseröffnungen, der schon seit einiger Zeit zu beobachten ist, hat sich auch im September fortgesetzt. In diesem Monat wurden nach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift „Die Bank" nur 44 Konkurse eröffnet gegen 53 im August und 248 im September vorigen Jahres. Im ganzen 3. Vierteljahr sind 175 Konkurse eröffnet worden gegen 829 im dritten Vierteljahr 1921. (In einem Teil der Auflage wiederhott.) Em scharfer Protest Rußlands gegen England. London, 3. Oft. (WTD.) Die gestern hier eingegangene russische Rote erhebt in heftiger Form Einspruch gegen die britische Blockade der Dardanel- len und des Bosporus. Die neue Orient-Konferenz. Paris, 3. Oft. (WTB.) Havas berichtet aus London, Lord Curzon habe gestern nachmittag dem französischen Botschafter mitgeteilt, die britische Regierung hätte ihrem Vertteter für die M u d a n i a - Konferenz Weisung gegeben, sich der Ansicht deS französischen und des italienischen Delegierten über die Grenzlinie anzuschließen, hinter die sich die Griechen bei oer Räumung Thraziens zurückziehen sollen. Die heuttge Konferenz in Mudania würde sich erst mit militärischen Fragen beschäftigen und sich dann erst mit der Frage der Räumung der neutralen Zone in Kleinasien befassen.Dann sei auf Anregung der britischen Regierung beschlossen worden, daß die beiden Konferenzen, die ursprünglich von einander gettennt stattfinden sollten, zu einer einzigen Konferenz vereinigt werden sollten. Regelmäßiger Luftverkehr zwischen London und Köln. Köln, 3. Oft. (WTD.) Gestern nachmittag ist das erste Luftflugzeug, das den regelmäßigen Laftdienst zwischen London unb Köln eröffnet, der von der Instone-Arr- Linie eingerichtet worden ist, hier gelandet. Das Flugzeug trägt den Rainen „Eity of London" Und führte englische Journalisten an Bord. Es ist ein täglicher Dienst zwischen London unb Köln mit Zwischenlandung in Brüssel vorgesehen. Die Reise soll in 4^ Stunden gegen 15 Stunden zu Schiss unb mit der Bahn zurückgelegt werden. Die erste Fahrt wurde durch Rebel beeinträchtigt unb nahm entsprechend längere Zeit in Anspruch. Zwischen den Beteiligten sind Verhandlungen im Gange, um einen wechselseitigen deutsch- englischen Luftverkehr ernzuführen und die Fahrten nach dem unbesetzten Gebiet auszu- dehnen. »■■■ui imiwMMMmiiiMgBmaoam—niw'mm rw. Die Preise der Schuhwaren steigen täglich. Hierauf unsere Kundschaft aufmerksam zu machen, halten wir für unsere Pflicht, wir haben noch über tausend paar 5chuhe und Stiefel! die noch sehr günstig eingekauft wurden, und die wir verhältnismäßig sehr billig zum Verkauf bringen. Orientieren Sie sich über die Preise und kommen Sie dann zu uns, Sie werden finden, daß wir behaupten dürfen, die allerbilligste Verkaufsstelle in Schuhwaren zu haben. Ml-SWMlm! MM! MWW ZI (Bleitöes SeWfl in MlW a. rn., im GeMrlWWaus. 9021c ÄÜIKI MM, 5ÄÄ8 31 Bertofsitit MWMsW »8-6 ritz Die Hausfrau siebt zuerst auf den Preis bei ihren Einkäufen. Aber sie sollte auch auf die Güte der Ware achten. Ganz besonders bann, wenn eß sich darum handelt, einem ^laschenkinde neben der Kuhmilch eine gesunde und fräfttne Beikost zu geben Am besten nimmt die Hausfrau und Mutter dann „Kufeke". Dieses langbewährte und von vielen Aerzlen verordnete Nährmittel sorgt nicht nur für eine gesunde u. widerstandsfähige Entwicklung der Kinder, sondern eß ist gleichzeitig auch noch billig, was sich beim Bergleich mit der Preissteigerung der übrigen Lebensmittel, wie Brot, Zucker, Milch usw. leicht errechnen läht. Einfache Mehle oder andere Ersatzmittel leisten längst nicht das, ronß mit „Kufeke" zu erreichen ist. Professor Kneif van der Reise zurück i ewt .Ich litt fett 8 Jahren an gelblichem nrch ein Patent- Medizinal-Geife habe ich baß Übel völlig beseitigt H. S., Poliz.-Serg." Dazu Zockooh-Creme (nicht fettend und fetthaltig). In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. In Wicken in der Drog. Winterboft, Kreuzplatz 9/10, Löwen-Drogerie und Victoria Drogerie,Herm. Plank Wwe. und P. Joi. MöbS.______________330c sWMWMIWK Ausstattung micetn tu preiswert OleBrflhlW Uuio.-Vrmlecei, kl. caoge, Sieben, Schmstr.7. Achtung! Landwirts! 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