Montag, 4. September 1922 Druck und Verlag: vrühl'sche Unto.=Bud)= und Steindruckerei N. Lange. Schrtstleitnng, Geschäftsstelle und vruckerei: Schulstrahe 7. werden könnte. leitet worden. Die Rentenempfänger auß iden- unb Angestelltenver- er'halten bisher schon neben der er- nvaliden as Derbleiben der ten 5 1 3 7 6 0 hingen Heutiger Stand des Dollars Provinz Oberschlesien bei Preußen, und 50 528 für die Autonomie Oberschlesiens. Beuthen, 4. Sept. (WTB.) An der Aus dem Reiche. Neue soziale Maßnahmen des Reiches. 10 Uhr vormittags: Berlin 1425, Frankfurt a. M. 1470 Die neue Abstimmung in Oberschlesien. Oppeln. 4. Sept. (WTB.) Aach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis der Bolks- abstimmung über die Autonomiefrage stimm- sicherung erhalten bisher schon neben der erhöhten Rente lausende Tlnterstützungen. Zu au herordentlichen Rotstand rnaßnahmen für sie stellt das Reich jetzt auherdem eine Milliarde Mark den Landern zur Derfü- in der Antwort ausgeführt, dah die französische Schuld an England aus Billigkeitsgründen herabgesetzt werden müsse, ba die Preise des Materials, das Frankreich während des Krieges von England bezogen habe, auherordentlich hoch angeseht worden seien. Der griechisch-türkische Konflikt. Paris. 4. Sept. (WTB.) Aach einer chavasmeldung aus Achen stellt eine offizielle Äote in A b r e d e, dah die griechische Regierung bei den Alliierten oder bei England einen Schritt unternommen habe, durch s o - fertige Intervention den griechisch- türkischen Konflikt zu beheben. Athen. 3. Sept. Der Fall von Eski- schehir wird offiziell bestätigt. Die Türken stehen schon zwechundert Kilometer östlich von Smyrna. Die griechische Flotte hat Befehl erhalten, sofort nach Smyrna abzufahren. Dieser Befehl wird dahin ausgelegt, dah die Heeresleitung die Wiedereinschiffung der kleinafiatischen Armee in Aussicht nimmt. kommen, bevor die von Frankreich für die Wieder- herstellung gemachten Au gaben von Deutschland auf direktem oder indirektem Weg erstattet seien. Wenn Deutschland dies getan habe, werde sich . Frankreich einer allgemeinen Regelung der inter- I l alliierten Schulden nicht widersetzen. Endlich wird fl dergesundung des deutschen Volkes hin. Auchdem notwendig seien. Es^ürfe natürlich der Zu- Städtekampf Köln-Bremen konnte der Reichs- * ’ - - „ ™ „ t f rh r« n h « um bie Entschei- Präsident noch kurze Zeit beiwohnen. Danach war er Gast des Senats. Am Abend erfolgte seme Weiterreise nach Kiel. linnat)ine von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 27 mm Breite örtlich 300 'Pf., auswärts 400 'Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Vreite1200pf. Bei Platz. Vorschrift 20 °/0 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. Frankreich und die interalliierte Schnldcnregelnng. Paris, 2. Sept. Havas verösfentlicht den Wortlaut der französischen Antwortauf die Balfournote. Darin heiht es u. a., auch die französische Regierung sei überzeugt, dah iaS Reparatonsprobiem ein. endgültige Lösung nur erhalten könne, wenn es mit dem Problem der interalliierten Schulden in Verbindung gebracht werde. Es erscheine ihr nötig, dah diese Frage binnen kurzem auf einer Konferenz aller interessierten alliierten Staaten geprüft werde. Ferner wird in der Antwort betont, dah die interalliierten Schulden und die Reparationsschuld nicht auf gleichem Fuh miteinander gestellt werden könnten, denn die interalliierten Schulden seien im Interesse der gemeinsamen Sache etngegangen worden, um den Sieg zu sichern. In moralischer Hinsicht würde daher eine Annullierung der interalliierten Schulden gerechtfertigt sein; auf jeden Fall hätten sie einen anderen Charakter als gewisse andere interalliierte Schulden. Dagegen sei die R e pa ra t i o n s s ch u l d Deutschlands festgesetzt worden wegen absichtlicher und zum größten Teil zweckloser Zerstörung und mit Rücksicht auf die Pensionen, die die Alliierten zu zahlen hätten. Diese Reparationen mühten naturgemäh feine Priorität vor jeder anderen Regelung haben. Frankreich habe, da die von Deu,sch.and zu leistenden Zahlungen ausgeblieben seien, die Wiederherstellung der zerstörten Ge- . biete auf eigene Kosten in Angriff nehmen müssen. I Das sei der Grund, dah sein Budget aus dem Gleichgewicht gekommen sei. Daher könne eine Begleichung der von Frankreich während des Krieges eingegangenen Schulden nicht in Frage Ur. 207 Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter Monatliche vezugkpreife: Mk. 75. — und Mk. 5.- Trägerlohn,durch dieDost Mk. 75. -, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: für die Schrift. leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Vorjahr sich von eigenen Geschäften zurückgezogen und das Feld dem sachverständigen Handel und den Verbrauchergenossenschaften geräumt, die vielfach organisatorisch und durch Kreditgewährung unterstützt werden. Rur in einigen wenigen Städten soll eine gewisse Aotreserve von der Stadtverwaltung eingelagert werden. Die gleich- mäßige Verteilung der nächsten Zucker ernte unter die Bevölkerung wird zunächst in der Form erstrebt, welche eine völlige Zwangsmäßigkeit vermeidet. Mit der Beschränkung der zuckerverarbei- tenben Luxusindustrie ist man selbstverständlich einverstanden. Die Seefischversorgung ist in der Hauptsache eine Kohlen frage; entsprechende Anträge sollen gestellt werden. Es wurde noch eine ganze Reihe anderer städtischer Ernährungssorgen erörtert, der Grundton war aber, wie gesagt, der, dah neue Lasten und Ausgaben von den Städten nur getragen werden können, wenn die notwendigen Geldmittel von Reich und Staat bewilligt werden, da die Städte völlig am Ende ihrer Kräfte angelangt sind, wenn nicht endlich einmal dieGemeindefinanzreform verwirllicht wird. gung. Diese oder die Gemeinden, oder beide zusammen, sollen dazu aus eigenen Mitteln wenigstens i/5 der auf31 itcenbenben Beträge beistoaern, so dah rund 1,2 Mlliarden Mark auheimrbent- liche Mittel zur Linderung der c.ezenwär igm Rot- lage der Sozialrentner alsbald verwendbar sind. Auf dem Gebiete der Krankenversicherung wird eine Ausbesserung der Leistungen durch'H e raufsetz ungder Höch st grenzen sür die Bemessung des Grundloims vorgesehen; außerdem wird die Versicherungsgrenze erhöht. Auf dem C-ebi te der Unfallversicherung wird ebenfalls eine Erhöhung grenze und einiger der Leistungen mah- schöpfen, das müden und lähmenden Pessimismus bannt und uns stärkt für Den harten Weg, den wir noch zu gehen haben. Hanseatischer Geist und niedersächsische Zähigkeit haben, wie ihre Geschichte zeigt, auch in den schwersten Tagen aus den Kräften der Heimat, aus der opferfreudigen Hingabe für sie stets Wille und Kraft zum Schaffen und zu neuem Wagen gefunden. Ich freue mich, aus Den Worten meiner Herren Vorredner vernommen zu haben, dah dieser starke Geist auch heute nicht werzagt ist, sondern fest und unerschüttert wetter- lebt und dem Kampf mit allen wirtschaftlichen und politischen Sorgen der Zeit zuversichtlich Trotz bietet. Mit diesem Willen wird Bremen auch künftighin seiner Aufgabe getreu und gerecht bleiben, der deutschen Wirtschaft ein wertvoller Mittler des Welthandels und des Seeverkehrs zu sein. Mit dieser Tatkraft wird es auch der großen Schwierigkeiten Herr werden, die fvember Machtspruch unserer überseeischen Arbeit bereitet hat. Seien Sie überzeugt, dah Sie habet rechnen können auf verständnisvolle Förderung des Reiches. Die Riederdeutsche Woche ist in erster Linie eine Kundgebung der niedersächsischen Stämme. Sie will aber auch darüber hinaus eine Kundgebung sein für die Gemein- 'fchaft aller deutschen Volksstämme und ein Bekenntnis für die Rotwendigkeit des Zusammengehens aller Deutschen in den Lebensfragen unseres Vaterlandes. Da tut uns besonders not in dieser schicksalsschweren Zeit das Bewuhtsein, dah sich auf dem Boden der Heimatliebe alle Glieder und alle Schichten unseres Volkes eins wissen in der Pflichttreue zur ganzen deutschen Ration. Tln zertrennbar verbindet ein hartes Band des Schicksals Heimat und Vater- land, und unlösbar sollen auch die Bande sein, die jeden Deutschen mit beiden verbinden. So hoffe und wünsche ich denn, dah von dieser Riederdeutschen Woche zweierlei ausgehen möge als Anregung und Wegweiser über ganz Deutschland: der zähe, mutige und unverzagte Geist, der hier in Bremen und in Riedersachsen lebt, und das Gefühl fester Zusammengehörigkeit und innerer deutscher Volksgemeinschaft. Mit diesem Wunsche und herzlichem Danke an alle, die an diesem Werke mithelfen und weiterhelfen, begrüße ich die Rieder- deutsche Woche und wünsche ihr reichen Erfolg. Zum Schluß sprach als Vertreter der nieder- deutschen Tlniversitäten der Rektor der Tlniversität Münster Professor Dr. Roh mann. Am Rach- mittag besuchte der Reichspräsident das Sportfest auf Peterswerder, wo er d'r siegreichen Mannschaft im Stafettenlauf den Pokal'Der Wesergilde überreichte. Hierbei wies der Reichspräsident auf die große Bedeutung des Sports auf die Wie- nige Hilfe zuteil würde. Der Rat schien sich im allgemeinen der Auffassung General H a k l n g s anzuschliehen und teilte mit, möglichst schon am Montag ober Dienstag bie Frage unter Berücksichtigung der heutigen Darlegungen Hartings unb Volkmanns zu erörtern. Mitte ober Ende nächster Woche wird her Rat bann barüber Beschluß fassen. Senator Volkmann bleibt daher noch in Genf, um der Kommission unb beni Völker- bunbsrate mit Vorschlägen bienen zu können. Das englische Echo der Entscheidung der Reparationskommission. Lonbon, 1. Sept. (Wolff.) Das in her Reparationskommission erzielte Kompromiß wirb von der Presse als ein Moratorium unter einem an Deren Rainen bezeichnet. Die Tatsache, bah bie Entscheibung einstimmig erfolgte, wirb mit besonderer Genugtuung hervor- gehoben. „Daily C h r 0 n t c l e“ schreibt, die Delegierten hätten einen Ausweg aus dem Dilemma | gefunden, das einen Augenblick lang einen voll- 1 fl an big en Zusammenbruch der Entente und einen Zusammenbruch Deutschlands herbeizuführen drohte. Da aber die Belgier unb bie Italiener bie Rotwendigkeit erstens her Abwendung eines Bankrottes Deutschlands und zweitens bie Abweichung eines Bruches zwischen Großbritannien und Frankreich einsahen, sei ein Weg für ein gemeinsames Vorgehen gefunden worden. Frankreich habe nichts vergeben und brauche nichts anzubieten, warum solle es da nicht annehmen, und Dcu schland geto nne den Aufschub, den Groh- britannier. für notwendig gehalten habe; er werde allerdings nicht Moratorium genannt, sei jedoch tatsächlich ein Moratorium. Der Aufschub sehe nur die Zeit bis zum Ende dieses Jahres yor, bann könne bie Krisis von neuem anfangen, aber bis zum Rovember könnten anbere Heilmittel gefunden w e r- d en. Den belgischen und italienischen Delegierten müsse es angerechnet werden, dah bie Reparationen, wenn auch nur für den Augenblick, das geblieben sind, was bie Englänber wünschen, nämlich eine Frage her Finanzen, anstatt eine Handhabung für andere politische Zwecke. Europa habe wenigstens jetzt eine neue Atempause. Dafür müsse man Delacroix bauten, für seine Geschicklichkeit als Vermittler, unb Belgien für bie edelmütige Rolle, bie es wieder in den großen Fragen der europäischen Politik gespielt habe. Die „Times" schreibt: Die große und willkommene Rachricht, die alle Freunde der Entente unb bes europäischen Friebens mit tiefster und wirklicher Erleichterung hören werden, sei die, bah bie Reparationskommission eine einstimmige Entscheibung gefällt habe. Selbst bie Anhänger eines bebingungslosen Moratoriums würben anerkennen, dah die Vereinbarung Deutschland jene Erleichterungen gewährt, die für das laufende Hahr furchtbaren Finanznot zu diesem Zweck nicht das cine Milliarde Mark erhöht. geringste unternehmen ohne die Gewährung der Zusammenstöße in Charloitenburg. nötigen Geldmittel von Reich unb Staat. Alle ' 22 x c . jetzt öffentlich erörterten Hilfsmaßnahmen, bie Berlin, 3. Sept. (Wolf!-) 5)eute nachnatürlich bebeutenbe Kosten — mindestens vor- mittag kam es in Eharlottenburg zwischen ju- schuhweise — verursachen, sind und bleiben ohne I genblichen kommuni st isch en Demon - finanzielle Reichs- ober Staatshilfe gänzlich un- ß r an ten unb S ch u tz p 0 l i z e i b e a m t e n durchführbar. Die Fürsorge könnte sich auch immer Zusammenstößen, wobei nach ben r e n t ne r unb bie Militär rent ne r «Kriegs- waren am Morgen nach P chelsberge gezogen befähigte und Kriegshinterbliebene). Diesen aber unb kehrten am Rachmittag nach Ehar-- toirb vielfach wirkungsvoller geholfen werben fottenburg zurück. Bei bem Zuge burch bie können durch Raturalien, einschließlich Heizstoffe, Stabt kam es zu verschiebenen Zusammen- aks durch Daiunterstüyungen. Die Versorgung stoßen. Der erste ereignete sich am Bahnhof durch fertiges Essen in Form von Mass^spe'sun- Witzleben, wo ein Installateur, der ein Halens aus vielerlei Gründen übereinstimmend als durch- plünderte ihn. An der Charlottenstraße aus unwirtschaftlich bezeichnet. Iedensalls würde | ■ ■ _■■■ ....... .................... es sich nicht enrpfehlen, etwa neue Einrichtungen zu schaffen. Rur die Erhaltung der Mittel- standsküchen werde als ein dringendes Bedürfnis für gewisse Devölkerungskreise übereinstimmend befürwortet. In der Kartoffelversorgung haben die Städte schon seit dem Eine Rede des Reichspräsidenten in Bremen. Bremen, 3. Sept. (WTB.) Bei der Feier l-im Schauspielhause hielt Gerhart Hauptmann nach Degrühungsansprachen Der Professoren Schillings und Hellmars eine Rede, in der er allen Europäern deutscher Zunge zurief: Bleibt einig im Höften, im Glauben und in bet Gewißheit, bah Deutschlanb ben Hafen erreichen unb wiederhergestellt werben wirb. Inzwischen sammelte sich vor bem Schauspielhause eine grobe Menge an. an die der Reichspräsident, lebhaft begrübt, einige Worte richtete, wobei er bie Rotweiidigkeit betonte, daß jeder an feinem Teil mitwirken müsse an den großen Aufgaben der Ration zum Wiederaufbau Deutschlands. Rach der Gerhart-Hauptmann-Feier wohnte der Reichspräsident der Eröffnung der Rie- d e r d e u t s ch e n Woche bei, wo er auf bie Ansprachen des Generalkonsuls Roselius und bes Bürgermeisters Dr. Spitta mit .folgender Rebe antwortete: ^Darf ich Ihnen, Herr Bürgermeister, und Ihnen, Herr Generalkonsul, auch im Ramen der mit mir anwesenden Herren her Regierung des Reiches und Preußens, zunächst herzlichst danken für bie sreunblichen unb herzlichen Willkommen- grübe, bie Sie an uns gerichtet haben. Wir sinb Ihrem Rufe, gemeinsam mit Ihnen diese volkstümliche Veranstaltung her Heimatliebe, bie '„Rieberdeutsche Woche" zu eröffnen, gerne gefolgt, besonders gerne diejenigen unter uns, die sich persönlich mit Riederbeutschland verbunden ।fühlen. Sie, Herr Bürgermeister, haben der Jahre gedacht, die ich als Rfitbürger und Mitglied der Bremischen Bürgerschaft unter Ihnen gelebt habe, unb ich kann Ihnen barauf nur ertoibern, baß ich gerne an biefe Jahre meiner Tätigkeit in Bremen zurückbenke, unb baß ich mich freue, auch heute noch Bürger dieser alten Stadt zu sein. 1 Tatkräftiger Dürgersinn und wirtschaftlicher Weitblick, wie sie von altersher in Bremen lebten, haben zur Gründung her „Wesergilbe" geführt, bie es sich zur Aufgabe stellt, tätig am Wiebe raufbau deutscher Wirtschaft und beut- scher Kultur in her niebersächsischen Heimat mit- zuarbeiten. Ihr verbauten wir das großzügige unb vielgestaltige Werk biefer Riederbeutschen Woche, welche bie Liebe zur Heimat unb zur Heimatkultur Pflegen und vertiefen unb in Erfüllung dieser Ziele alle niederdeutschen Stämme zu einer Gemeinschaft verbinden will. Eine große und schöne Ausgabe, und denen, die sie erkannt haben und sich in ben Dienst ihrer Erfüllung stellten, gebührt herzlicher Dank. Gerabe in biefer trüben Gegenwart, in her unser armes Voll so schwer wie nie sich unter äußerem Drucke an der Entfaltung seiner freien Kräfte gehindert sieht, ist es nötig, aus der Verwurzelung mit der Heimat, aus der Erkenntnis ihrer Kräfte unb "deren Zusammengehörigkeit mit bem großenVater- lanb das Vertrauen auf bie Zukunft zu stirninung Deutschlanbs, um bie Entscheibung Tatsache werden zu lassen, es könne jedoch kaum angenommen werden, daß die Deutschen so töricht seien, sie abzulehnen. Die Entscheidung gebe allen in Betracht Kommenden eine Atempause, in der bas Problem als Ganzes erwogen 172. Jahrgang GietzenerAnMer General-Anzeiger für Oberhessen Berlin, 1. Sept. (WTB.) Im Rahmen der von der Reichsregierung unternommenen Aktion zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Rotlage sind vom Reich arbeitsmini- sterium eine Reihe von Maßnahmen in bie Wege Sitzung des Völkerbundsrates. Genf, 2. Sept. (WTB) In der heutigen öftentl. Sitzung des Völkerbundsrats kam es zu einer ausführlichen Aussprache über die Finanzlage der Freien Stadt Danzig, die bereite Gegenstand der Ratstagung vom 17. Mai d. I gewesen war. Damals hatte die vorlausige Wirtschafts- und Finanzkommission des Bolter bundes einen ausführlichen Bericht über d e Danziger Frage vorgelegt und auch die ^an ziger Regierung um ©egenaufrerung • die dem Rate inzwischen vom General H a - kin g zugegangen ist unb in her heutigen Tagung durch mündlichen Bericht der Kommission zu dieser Frage, wie auch durch den Vorsteher der Finanzvertretung Danzigs, Senator V 01 k m a n n, ergänzt wurde. General Haking führte aus, daß bie außerordentlich schwierige Finanzlage der Freien Stadt nur bei schleunigster Durchführung besonderer ; Maßnahmen behoben werden konnte, und zwar. Erstens und vor allem Annullierung der ungeheuren Schulden, die der Reichsstadt bei ihrer Begründung von der Entente ausgebürdet wurden, und ungefähr 39 Milliarden Mark betragen. 2. Regelung durch die sog. Verteilungskommission der Desihverhältnisse in der Werft- und Eisen- bahnhauttwer.sttttenfrage, wobei Haking anregt, der Stadt die ersteren, Polen die letzteren zuzusprechen. 3. Ermächtigung der Reichs^Merung, an Danzig Schahanweisungen zu diskontieren unp zwar im Verhältnis zu seiner Bevotterungszah - Senator Volkmann schloß M) in diesen Punkten ganz und lebhaft den Ausführungen Hakings an. Er wies darauf hin, daß bie Giun- dungsschulden, die auf der Reichsstadt laftai, pro Kopf der Bevölkerung das Hundertfache des jährlichen Existenzmininiums ausmachten Wenn diese Forderungen bisher auch noch nicht eingefordert seien, so belasteten sie doch den Kredit der Stadt aufs schwerste. Die Befreiung der Freien Stadt von diesen Grundungslasten ei daher die dringendste Rotwendigkeit. Die Anschauung der von dem Franzosen Avenel seinerzeit in Danzig geleiteten Kommission deckt sich in dieser Beziehung durchaus mit der Aufsassung des Danziger Senats. In Uebereinftimmung mit der Kommission hob «Venator Volkmann die folgenschwere Wirkuna des günstigen Markkurses in Danzig hervor und warnte vor der Katastrophe, die derselbe der Stadt verursachen mühte, wenn ihr nicht schleu- Abstimmung nahmen hier etwa 70 Pro- , . - ^»i-ficberunasarenze und einiger deut ber Wahlberechtigten teil. 21 836stimm- £er Rechnung der Pistungen maßten für das Berbletben Oberschlesiens bei * ßcn£r Betrage erfolgen. Auch in der A n ° Preußen, 1663 für einen Bundesstaat. gestelltenverficherung wird bie Verficht -- I rungsgrenze erweitert. Die Reichszufchüffe an bie Die Volßrsernährung und der Cänber für Maßnahmen zur Unterstützung notleidenderKleinrentner würben von Deutsche SIÜÄrerNg. _ 500 Millionen Mark auf eine Milliarde Mark Berlin, 2. Sept. (WTB) Die Geschäfts- erhöht. Die Teuerungszuschüsse für Kriegs- ftelle des Deutschen Städtetages teilt beschädigte und Kriegshinterblie- mit: Infolge der dringenden Sorgen um die bene die durch das Gesetz vom 21.7. mit Wir- Volksernährung während des kommenden Win» £>om 1.8.1922 ab neu geregelt waren, sind ters war der Ernährungsausschuß des Deutschen jjurd) Verordnung vom 11.8 für September um Städtetages gestern nach Halle einberufen worden, durchschnittlich 66-/3 Proz. erhöht Außerdem soll Auch die Vertreter verschiedener Reichs- und nDjk -im September eine Rachzahlung cr- Staatsministerien waren zugegen, darunter Staats- folgen, die durchschnittlich die Hälfte der am 1.9. sekretär Heinrich vom Reichsernährungsministe- zahlbaren Teuerungszuschüsse betragen wirb, so rium. Es zeigte sich, dah die Stadtverwaltungen hah die Teuer-ungszuschüsse gegenüber den Augustdurchweg vom besten Willen beseelt sinb, um mit betrügen insgesamt um runb 140 bis 200 Prozent ihren Kräften unb Mitteln gegenüber ber Valuta- ^^t sein werden. Die Reichsmittel der sozialen blockade zu helfen, wie einst gegenüber der Kriegs- Kriegsbeschädigten- und Kriegshinterbliebenenblockade. Doch können sie in ihrer gegenwärtigen füHorge wurden bereits von 500 Millionen auf hat die bei Er blätterte in einem Stoß von Briefen, bis wieder geklopft wurde. Die Sprechstunde — elf bis zwölf — ödete ihn an. Dr. Prange, nach einer Durchsuchung seines Dienstraumes und seiner Wohnung von der Desatzungsbehörde verhaftet. Gründe für diese Maßnahme sind noch nicht bekanntge- geben worden. Aus Stadt und Land. Gießen, den 4. Sept. 1922. Starker Bargeldmangel ätS ** m 'i6' ’***^ scuche die Wiederaufnahme der Märkte: jetzt sind aber alle Hemmnisse beseitigt, der Platz neu herr- gerichtet, die Gaststalle zur Aufnahme des Antriebs bereit. Wenn auch für den Anfang vielleicht nicht so ftarfc Antriebszifsern, wie sie vor dem Kriege die Regel waren, zu erwarten sind — es handelte sich damals nicht selten um über 2000 Tiere — so ist doch zu hoffen, daß mit dem Markt wieder ein Faktor in das Erwerbsleben eingeschaltet wird, der fördernd auf Diehhandel — und damit durch Zunahme der Absatzmöglichkeiten auch auf die Viehzucht — wirkt, und der auch das sonstige GeschästSleben der Stadt Gießen günstig beeinflußt. Die Lage Gießens als Eisenbahnknotenpunkt, an dem die Dahnen aus mehreren großen Zuchtgebieten Oberhessens und der preußischen Regierungsbezirke W.e-baden, Kassel und Koblenz Zusammentreffen, sowie der gute Aus, den durch Jahrzehnte der beliebte und bewährte Marti genießt, werden dazu beitragen, daß der Markt sich wieder so günstig entwickelt^ als es unter den jetzigen Verhältnissen möglich ist. Der imchste Markt findet am 12. September 1922 ftait. Genauere Angaben sind aus den Anzeigen unseres Blattes zu ersehen. Das Uebernachten von Fahrzeugen auf den Bahnhöfen. < Dos Zurücklassen von Fuhrwerken aller Art auf den Zufuhrstrahen, Ladestraßen und freien Plätzen der Bahnhöfe während der Racht- zeit, d. i. v-on 8 AHr abends bis 7 Ulyr vvrm., ist im allgemeinen verboten. Ausnahmsweise kann von dem Dorsteher des Bahnhofs oder der Güterabfertigung auf besonderen, in jedem einzelnen Falle zu stellenden Antrag dieses Verbot aufgehoben werden, wenn der Aussteller des Fahrzeuges sich folgenden Anordnungen unterwirft: Die Aufstellung darf nur aus den besonders dafür vorgesehenen oder angewiesenen Plätzen erfolgen. Eine Haftung für das Fuhrwerk und etwa darauf befindliche Güter übernimmt die Reichs- bahnverwaltung nicht. Der Aufsteller Haftel der Eisenbahn oder Dritten für aus der Aufstellung etwa entstehenden Schaden. Für die Aufstellung sind folgende Gebühren zu entrechten: 1. Für Kraft- oder Möbelwagen: a) 20 Mk für die Aacht, oder b) eine Monatsgebuhr von 400 Mk., oder c) eine Iahresgebühr von 2000 Mk, je nach der mit dem Besitzer des Fuhrwerks getroffenen Vereinbarung. 2. Für andere größere Fuhrwerke: a) 10 Mk. für die Aacht, oder b) eine Monatsgebühr von 200 Mk., ober c) eine Zahresgebühr von 1000 Mk., je nach der Vereinbarung. 3. Für kleinere Fahrzeuge, wie Handwagen der Dienstleute und der Gasthofangestellten. Milchkarren u.ti., die, soweit es die Verhältnisse überhaupt gestatten, meist auf den Bahnhofsvorplätzen aufgestellt werden: a) 5 Mk. für die Aacht, oder b) eine Monatsgebühr von 100 Mk.. oder c) eine Iahresgebühr von 500 Mk., je nach der Vereinbarung. - Safli Astoria-Lichtsp Sphmr-, „3er .DMiI her L Ms ab beult m Vchrusensie Äucht vor dem Dic . * Darms -Hessischen -"mag des 'Mge rs" but Mks, Mutter' 0 Duhbo veitunn" ^öchenifich 'allen des 64 iu vermeiden tob. Ha oeitunqß DeuWands^ ^scheinen e; L a. 0bg. Denhainl ÄHaii K"h» Seid Sv: x>M S ich , Ml» ?le« Heiden " Lene war auch jetzt noch nicht von den Schaufenstern zu trennen. »Mr unseren künftigen Hausstand habe ich auch etwas gekauft." flüsterte sie lieb. „Der Rahmen allein ist schon zehn Mark wert! And daS Ganze kostet nur zwei Mark fünfunbneuruta Es wird dir direkt zugeschickt. Es stellt Faust und Gretchen vor — oder es können auch Romeo und Julia sein —“ Seine Lippen verzogen sich zu einem Grinsen er starrte geradeaus vor sich hin. Er kannte sich selbst nicht mehr, so lächerlich, so llein kam er sich vor. „Herein!" Es war die Clasen. Ihr Gang glich dem schleichenden und doch edlen Schreiten der wilden Bestie, deren Aamen sie nun schon allenthalben trug. Die seinen Fältchen um die Augenwinkel des Direktors zuckten kaum merklich, da er mit einer gemessenen Handbewegung auf einen seiner teuren englischen Klubsessel deutete. Sie ließ sich langsam nieder, und es knisterte von Seide — aber es klang wie das Knistern eines heimlichen Feuers, das an dürrem Holze nagt „Sie wünschen?" Der Direktor fragte es geschäftsmäßig -Durch Ihre Vermittelung, Herr Direltor ist das neue Engagement Perfekt geworden, wenn' ich meinen Aamen unter den Vertrag setze. Ich bin gekommen, Ihnen für Ihre warme Empfehlung zu danken. Ebenso für Ihre Bereitwilligkeit, mich sofort von meinem hiesigen Engagement zu entbinden “ Dte Geldflüssig keit in Gießen hat btStjer erfreulicherweise nicht Ao t gelitten. Wie wir von unterrichteter Seite auf Anfrage erfuhren, haben sich die hiesigen Banken ebenso wte dre Reichsbankfiliale mit Zahlungsmitteln gut vorgesehen. Bisher konnten dank dieser weisen Vorsicht und dank der Ruhe und Besonnenheit des Publikums hier alle Zahlungsverpflichtungen in vollem Umfange erfüllt werden. Wenn sich das Publikum durch die Hiobsnachrichten aus den beiden großen Anch- barstädten nicht aus der Ruhe bringen läßt, wird es hier auch weiterhin zu keinerlei Schwierigkeiten kommen. Ein Grund zu Befürchtungen ist durchaus nicht vorhanden. Die Frankfurter und Offenbacher Zahlungsmittelnot ist lediglich eine Folge des kürzlichen Streiks der Buchdrucker der Reichsdruckerei, durch den ein Produktionsrückstand an kleinen Geldscheinen im Werte von etwa 12 Milliarden Mark entstanden rst. Reichsbank und Reichsdruckerei hoffen die Schwierigkeit bis Mitte dieser Woche'be- s e tilgt zu haben. Was jetzt nottut, ist nur kühle Ruhe und Besonnenheit! Der neue Mrlchpreis. fpd. Zur Milchpreisgestaltung nahm am Samstag in Frankfurt a. M. eine Vollversammlungdes Stadtebundes für »'Wie soll ich das verstehen?" „Wie Sie wollen." Es gab eine große Stille. Die Augen des Herrn Direktors verschwanden unter ihren Lidern unö durch einen schmalen Schlitz flimmerte ihr grünliches Licht. «_ Clasen wickekktz sich eng in ihren Pelz, und das peinliche Knistern begann von neuem. -, der Direktor, „hm, hm —“ er ptelt den Atem an und ließ das glatte Briefmesser 1)011 gelblichem Elfenbein durch die Lust flitzen. . ein schlechter Zeichendeuter. Sie wissen doch, ich bin trocken, berechnend und keime nur eine einzige Leidenschaft: das Geld." Sie erhob sich lächelnd. Ihre großen traurigen Augen blickten auf den Sitzenden hernieder so daß er diesen Blick wie ein Gewicht, eine Last empfand. Er wehte mit dem seidenen Taschentuch fluchtig über feine Stirn. »Sie nehmen das glänzende Engagement nicht an™ Immer lächelnd griff sie in ihren Muff unb hielt ihm eine Handvoll dünner Papierfetzen hin Spielerisch streute sie sie auf den Teppich. »Hier ist der Vertrag, Herr — Herr Direktor!" Eine rote Wolke stieg langsam von seinen hageren Wangen bis an die Haarwurzeln. „Wahnsinn F‘ Sie zuckte die Achseln. »Eine Saune! (Sie kennen nur eine Leiden- schäft: das Geld — und ich — Pelze, Blumen — aber keine Brillanten, keine Steine — und sogenannte unausstehliche Menschen. Es zieht mich in ihre ALHe, nichts reizt meine Aerven auf angenehmere Weise als das gelegentliche Zusammensein mit solchen abstoßenden Personen. Deshalb, Herr Direktor —" Sie maßen einander mit Blicken. Habe ich die Ehre, mich nun zu empfehlen." Er starrte ihr nach, sein Atem ging schwer. Fast schien es, als wolle er sie zurückrufen. (Fortsetzung folgt) in Frankfurt,at. M. und Offenbach zu recht unangenehmen Folgen geführt. In F r a n f f u r t a. M ist es den städtischen Kassen und großen Irttustren an ben Zahltagen In den letzten Wochen mehrfach nicht möglich gewesen, die Angestellten und Arbeiter voll zu entlohnen. Es konnten nur Teilzahlungen geleistet werden, well Bargeld in dem erforderlich^ Ain- fange nicht zu erlangen war. An einem der letzten Zahllage sah sich die Frankfurter Stadtverwaltung sogar gezwungen, die Kassen sämtlicher städtischen Betriebe zu leeren, um überhaupt Gehälter und Löhne zahlen zu können. In Offenbach konnte die Bankvereinigung der dortigen Industrie die für die Auszahlung der Gehälter und Löhne notwendigen Beträge nur in einem Umfange zur Verfügung stellen, der diese Auszahlung etwa bis au 25 Proz. ermöglichte. Der Offenbacher Oberbürgermeister machte diese fatale Erscheinung zum Gegenstand einer Bekanntmachung in der Presse, in der er u. -a. sagt: „Es sei darauf hingewiesen, daß es nicht angängig erscheint, die Reichsbank für diese Dinge allein verantwortlich zu machen. Ich habe mich in Berlin an Ort und Stelle davon überzeugt, daß seitens der Reichsbank und besonders der Reichsdruckerei alles nur mögliche geleistet wird, um den durch di: Markentwertung ins unendliche gesteigerten Bedürfnissen gerecht zu werden. Ich glaube aber, daß diese vorübergehende Papiergeldknappbeit sich nicht in so unangenehmer Weste bemerkbar machen würde, wenn nicht auch an anderen Stellen gesündigt würde. Die allwöchentlich allein in Offenbach zur Auszahlung kommenden Beträge sind so erheblich, daß es nicht zu verstehen ist, weshalb nur so verhältnismäßig geringe Beträge wieder an die Kassen der Banken, zurückfliehen. Es unterliegt für mich keinem Zweifel, daß in gewissen Schichten der Bevölkerung Papiergeld gehamstert wird. Ich richte daher an alle Teile der Offenbacher Bevölkerung die bringend Bitte, diese sinnlose und für die Gesamtheit so s ch ä d - liche Paviergeldhamsterei zu lassen. Die Offenbacher Arbeitnehmer schäft bitte ich aber, ihre so oft bewahrte D sziplin und Besonnenheit auch in öen nächsten Tagen zu wahren. Es ist uns von Berlin zugesichert, daß die erforderlichen Beträge in ausreichendem Matze Mitte der nächsten Woche zur Verfügung stehen werden." Sollte es wlrllich Leute geben, die unser heutiges Papiergeld auch noch Hamstern, so müßte man deren Verhalten, in voller Hebereinfltm- utuva mit dem Offenbacher Stadtoberhaupt, in der Tat als völlig sinnlos bezeichnen, denn dre internationale Kaufkraft dieses Geldes ist so Außerordentlich gering, daß sich ein Hamstern wirkllch nicht verlohnt. der Leute Posto fassen, sah die breite Glastür 1 ben ganzen Knäuel auf einmal verschlucken. Dieses Warenhaus mit seinen offenen, goldverzierten Toren, das war der Moloch, dem all jene vom Schlage seiner Braut opferten. Sie waren ihm unrettbar verfallen. Für seinen Tempel hatte sie kein Wörtchen, kein Gefühlchen übrig. Sie stand am andern Ufer, zwischen ihnen rollte tief und unergründlich der tintenschwarze Strom ewigen Aichtverstehens. Heinz wartete. Sehr lange. Es fiel ihm nicht ern, wie rücksichtslos das von ihr war. Er dachte nur an die Zukunft, an sein Heim mll Lene. Da kam sie. Etwa ein Dutzend Paketchen hing an ihren Fingern, ihre Augen glühten vor Kauflust. „Du, und dir hab' ich auch etwas gekauft — spottbillig — sie sehen fast aus wie Gold" Sie hiell ihm mitten auf der Straße ein Paar Doublö-Manschettenknöpfe hin. Es würgte ihm an der Kehle, ihr zu danken Für ihren guten Willen, ihre Freundlichkeit — sie durfte ja nicht ahnen, wie verwöhnt er war- daß er nie etwas Anecktes trug; bafj er sich nad) jeder Probe vom Kops bis zu den Füßen srisch umzog. Baalsfempel Vornan von Margarete v. Oerhen- F ü n f g c l b. 13. Fortsetzung. (Aachdruck verboten.) Heinz folgte nachdenklich ihren Bewegungen, er bemerkte auch, daß die gebrannten Löckchen etwas fettig waren. Früher hatte er sich um derlei Dinge nie bekümmert. Aber am Theater hatten sich seine Sinne verschärft, es lag in der Aatur der Sache, daß die Damen ihrem Aeußeren gine besonders liebevolle Pflege angedeihen liehen. „Was die Sant’ nur vor hat ?" sagte Lene leise, als sie das Hotel verlassen hatten. „Weiht du, Heinz, ich bin selber froh, wenn ich mal fortkomme ! Die Sant' hat so etwas Anheimlichss! Dann wird ihr Gesicht ganz gelb und ihre Augen wie grün! Ich kann mich gerade vor ihr fürchten! nOa,“ gab er beklommen zu, „Lene wir müssen von ihr los! Du darfst nichts von ihrer Art annehmen! Eine Künstlersrau . . ." »Hein)," unterbrach sie ihn jubelnd, „sieh mal ba! Iedes Stück 95 Pfennige! Die Bluse! Und Da — ein Gürtel und drei Jabots —“ Sie zerrte ihn vor eine Reihe von Schaufenstern, vor denen die Menge sich staute. Ein großes Kaufhaus hielt seine „9ö-Pfennig-Tage" hrer ab. !" sagte sie entzückt. „Alles halb geschenkt! Heinz, Heinz, du schaust ja gar nicht Dein er schaute nicht hm. Er bi& sich die in A sagte eine Stimme in ihm: „Es geht nicht! Es acht wirk- Irnich" Willst 6u dir bein ganzes Mn^- pfuschen? Feigling! Mache em Ende! Schäme dich!" Die Lene war wie von einem Sieber ergriffen Es lieh ihr keine Ruhe, sie mußte da hinein Sie muhte nur einmal wühlen in all diesen lockenden Dingen „zum Aussuchen". „Du wartest, nicht wahr? Oder du gehst in den Erfrischungsraum?" Er schüttelte sich unwillkürlich. Gleich darauf Jab er Lene in der Kolonne stoßender. bränaen- 3n den eisigen Mienen des Direktors ver- änderte sich fein Zug. Er begann, unter den Dingen äu kramen, die seinen Tisch überfüllten. „And Sie haben unterschrieben?" _ .Rein.". Die Nationalhymne. Berlin, 2. Sept. (WTD.) Der Reich6prä sident hat in einer Verfügung bestimmt, dah entsprechend der Kundgebung vom 11 August 1922 die Reichswehr das Deutschlandlied als Rational- Yhmne zu führen hat. Im Bureau des Direktors klingelte fast unablässig das Telephon. Mit klassischer Ruhe hob der große, schlanke Herr mit dem durchgearbei- teten Gesicht den Hörer ab und gab eine leise Antwort Fast war es nur ein Flüstern, deutlich, im reinsten Bühnendeutsch aber mit einer Spur von Selbstgefälligkeit. Auch seine Augen flüsterten — ja, fein ganzes Wesen — sehr gut angezogen, genau so, wie es die Stunde verlangte, machte er den Eindruck eines Diplomaten, eines jener kühl-vornehmen Herren, die er in früheren Jahren so oft darr.ust eilen gehabt hatte. 4. Die Aufstellgebühren — die Iahres- gebuhren in vierteljährlichen Teilbeträgen — sind im voraus bei der Güterkasse zu bezahlen. Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig bis heiter, trocken, Temperaturen wenig verändert, westliche Winde. Der Luftdruck hat auf dem ganzen De- vbachtungsgebiet an Iirtensität zugenommen und beherrscht unsere Wetterlage. Wir werden morgen mit wolkigem bis heiterem und etwas wärmerem Wetter zu rechnen haben. ** Amtliche Personalnachrichten Ernannt wurde am 16. August ber Finanz. Praktikant Hans Schneidmüller zu Darmstadt zum Oberrevisor bei der Hessischen Drand- verstcherungskammer vom 1. April 1922 an. — 2lm 22. August 1922 wurde der Hilfswärter Iakob L l st m a n n aus Babenhausen voyi 1. Juli d. 3. ab zum Hauswart im nördlichen Kollegiengebäude ernannt — Ernannt wurden am 23. August öer Lehrer Wilhelm Ramsbolltaus Riederhof ^reis Saarburg, zum Lehrer an der Bolks- gule zu Reu-Isenburg, Kreis Offenbach, der Schulamtsanwärter Heinrich Hofmann aus Lindmfels zum Lehrer an der Volksschule zu Arankenhausen, Kreis Dieburg, der Schulamtsanwärter Heinrich Jäger aus Bieber zum SkSret entum zu dienen, so sehe man doch vorauf und erkenne es an, dah er seine ganze Kraft.des Die Rutzviehmarkte in Gießen, fick vor dem Kriege so starker Beliebthell allen InteressentLN, Landwirten wie Händlern, erfreuten, bah sie zu den bebeulenbftcn 'Nutzvieh- markten in Mitteldeutschland zählten, sollen wieder eröffnet werden. Während des Krieges wurden diese Märtte sttllgclegt. Rach ber erst vor kurzer Zeit erfolgten Freigabe des Diehhandels verhindert die Maul- und Klauen- Ärfe* X" etr^enbÄTTbm? 1 -Wu-Wffor Sekjjt- ™ der Führer der ersten Wagen Durch den Zug hmdurchzufahren suchte, wurde daran verhin- dUt Lmseinandersetzun- n postierte Beamte ber SchutzpolHei entschreiten mußte. Als er ben erregten Orbner mit Hilfe mehrerer Ka- meraben nach ber Wache im Polizeipräsibium Demonstranten ben befreien, beschimpften die Beamten, schlugen mit Fahnenstangen auf sie Ä?irfen Flaschen. AIS bie Menge, die inzwischen auf mehrere tausend angewachsen war, die Pvlizeibeamten immer mehr bedrängte, machten diese von der Waffe ©e» bet A^nge heraus mehrere vchusse gefallen waren, erschienen mehrere Beamte mit Karabinern, worauf sich die De- inonstranten nach und nach zerstreuten. sK B&ß Sk F - „t s-in, n ^„ßelN feine v »♦ Der öckanntmA 21 Jlarkp fen Dich durch?' tote* oeünM* dm 5000 ®- Sarf st- Ian#" ® Steife g«# münzen durch unverändert DeWveries \\ "Preu fenhftterh nächsten Wr Dorklassenlose tember, abend! " Crhc SliSfu"!' für die ixrfud telegramm ifl fernher ab aus bestens 2500 *1 festgesetzt word " Sie T Sieben, der1 15.3nfanteriere; 6.d.M., nach fingen in Mrt! Truppenteilen > Wahrt findet Sie KÄehr ist " Auf! Pvftanstal! Postanstalten dieses Wahres antveifungen i Vermittlung bi an nicht mehr " Zu d» in Ondustr Bem tormit A suchte ' lang. Itüch V schlossen, bv nehmen. Was die Leute alles für Anliegen hatten! Es war unglaublich! Diese Rollenjagd — Reid unb Mißgunst — dieser Duft von Puder und Parfüm. — Hesfen-Rassau unb Hessen Stellung. Ten Verhandlungen wohnten zahlreiche Land- tagsabgeordnete, Bürgermeister unb Vorsteher der Lebensmittelämter ber beteiligten Städte bei Man bedauerte vielfach die Abschaffung der Zwangswirtschaft, deren Einführung aber gegenwärtig nicht möglich sei, sah jedoch im Interesse der VolkSernährung die Rotwendigkeitder Preiserhöhung für die Milch ein. Dem Plan eines Verbutterunasverbotes für Hessen wurde widersprochen, da dann eine Verschiebung der Milch nach Preuhen die unausbleibliche Folge sei. Jedoch wurde für einzelne hessische Gemeinden eine Staffelung der Preise in Erwägung gezogen. Bei der Abstimmung über den am Donnerstag gefällten Schiedsspruch, wonach ber Stallpreis 19.40 Mark und die Molkereispanne ab 1. September 20 Prozent betragen soll, wurde dieser mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Danach toflet in Frankfurt vom 4. September ab das Liter Milch im Kleinvcrkauf 32 Mark. Für Offenbach stellt sich der Preis auf 30 Mark. Nutzviehmärkte in Gietzen. Aus dem besetzten Gebiet. Der Zwischenfall in Oberkassel. Zer!in, 2. Sept. (WTB.) Wie die Zeitung" zu dem Zwischenfalle in Oderiassel erfahrt, ist der Ermordung der beiden belgischen Soldaten ein Streit in einer Wirtschaft Vvrausgegangen, der vielleicht mit einem Verbrechen im Zu- sammenhang steht. Am 3 Ahr nachts sah ein Dusseldvffer Polizeibeamter noch Licht in einer Wittschaft in Oberkassel, in der er eine Anzahl Zivilpersonen und zwei belgische Sergeanten vorfand. Aus der Aufforderung, daS Lokal zu verlassen, entwickelten sich Streitigkeiten, in deren Verlauf der eine belgische Sergeant gegen die Büffetfrau und den Wirt tätlich wurde. Die inzwischen alarmierte belgische Wache nahm einige Verhaftungen vor, sie verhaftete u. a. den belgischen Oberleutnant Teters, der dem Wirt zu Hilfe gekommen war. Als der beteiligte deutsche Polizcibeamte eine Stunde später in einer anderen Gegend patrouillierte, wurde er v o n einer belgischen Patrouille verhaftet, well der Sergeant, mit dem er Öen Zusammenstoß gehabt hatte, und ein diesem zu Hilfs kommender belgischer Posten inzwischen erschossen worden waren. I Puris, 2. Sept. (WLB.) Rach einer chavasmeldung aus Brüssel hat man gestern abend in Oberkassel den stellvertretenden Bürgermeister, den Pvlizeikommissar, den Schankwttt, bei dem der Zwischenfall sich ereignet hat, seinen Sohn und zwei deutsche Polizeibeamte verhaftet, die sich in der Schenke in dem Augenblicke befanden, als die Wache eingriff. Außerdem hat die In- tsrallnerte Rheinlandkommisston jeglichen Verkehr zwischen 8 Ahr abends und 6 Ahr mwrgens untersagt. Die Straßen werden von MatrouUlen durchzogen. Berlin, 2. Sept. (WTB.) Der deutsche Ve sandte in Brüssel, Lands berg, hat der belgischen Regierung sein Bedauern über den Vorfall in Oberkassel zum Ausdruck gebracht und gleichzeitig erklärt, daß die deutsche Regierung sich ihre Stellungnahme bis zum Vorliegen des AntersuchungSergebnisses Vorbehalte. ■ Köln, 2. Sept. (WTB.) Durch eine Verfügung der Interalliierten Äheinlandkommis- swn vom 1. September ist das Erscheinen der „Kölnischen Zeitung" vom 7. biß einschließlich 10. September verboten worden. Wiesbaden, 2. Sept. (WTB.) Wie die „Wiesbadener Zeitung" meldet, wurde am Donnerstag der Desetzungsdezernent bei der ——nmwuiLi—row.imimmihiihiliiiii । 4. 9. Schweizer Franken Ar. . . 100 Är. es 171,22 17378,- 17422, Paris, 100 100 100 100 100 1,90 4414,45 59,92 486,87 749,05 639,20 voraussichtlich nehmen. Erfolgreicher 100 Kr. 100 Kr. 100 Fr. 1.7.14, 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 125.40 -.07 1,07 1298,37 1301,63 1348,31 1351,69 10087,35 10112,65 10436,90 10463,10 24569,65 24630,75 25518,05 25581,95 20074,85 20125,15 20699,05 20750,95 205.- 0.43 0.UU75 182, — 3879,85 56,07 461,60 710,90 620,80 178,- 3870,15 55,93 460,40 709,10 619,20 170,78 2.9. — ,40 -.20 — ,38 -,31 1,94 4425,55 60,08 488,12 750,95 640,80 41.50 23.49 23.20 39.05 0.24 526.- 1.40 0,065 205.15 0.30 0.0075 17.25 41.20 23.55 23.15 39.50 0.245 525.75 1.375 0,065 Berliner Devisenmarkt, i O Delo Brief Geld Brief Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Aeuyork . . Paris. . . . Wien . . , Prag . . Paris. . . London. Italien. Druffel . Budapest Aeuyork. Agram . Warschau Adana, 2. Sept. (WTB.) Der Vormarsch der Türken dauert an. Fast alle griechischen Abschnitte wurden aufgervllt. Die Griechen haben schwere Verluste erlitten. Sander. Frankfurt o. 1. 4. September 1922, ü— Marknotterungerr. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: 1.9. — ,39 -,19 -.38 -.28 5385,— 3,30 -.08 -,98 London, 2. Sept. (WTB.) Wie die Blätter melden, verlautet, daß die britischen Delegierten keinerlei Ersuchen gestellt haben, daßLloydGeorge an der dritten Versammlung des Völkerbundes, die am Montag in Genf beginnt teilnehmen soll. Lloyd George werde also ' nicht an der Tagung teil- Verlauf der neuen türkischen Offensive. 2. Sept. (WTB.) Aach einer chavaSmeldung aus Adana haben die T ü r - ken die griechischen Stellungen zwi-v scheu Durnlu-Inar und Uludag besetzt. Die in dieser Gegend entbrannte Schlacht habe mit einem Siege der Türken geendet. Die Griechen seien gezwungen worden, sich in Dichtung Hludag zurückzuziehen. zu -l-lpseh' M ** W . Fr. . Fl. . Kr. .. Kr. . Kr. . Kr. . Sh. . $ . Fr. L. Fr. Kr. AermrkchLes. Groß« Postunteeschlagungen. spd. Godesberg, 3. Sept. Im Laufe von drei Jahren hat ein auf dem hiesigen Postamt beschäftigter Oöerschaffner wahrend des Nachtdienstes Unterschlagungen grössten Amfanges begangen. In seiner Wohnung fand man noch 980 000 Mk. deutsches und gusländisches Geld vor. Die verprügelten Viehhändler. fpd. Würzburg, 3. Sept. Auf dem letzten Kleinviehmattt forderten zwei Händler, Vater und Sohn, 100 Mark für das Pfund Kalbfleisch Lebendgewicht. Die Metzger gerieten darüber derart in Wut, bah sie die beiden Wucherer ganz gehörig verprügelten, vom Markt jagten und dann die beiden beim Wuchergericht zur Anzeige brachten. ine Ä Ä an* men. Angen des Hren Lidem, wimmerte ihr en Pelz, und neuem. u hin — Jciefmesser Lust iliM ^cr. Sie ) nnd lenne Seid." -osten trau' i herni^er t, eine Last Taschentuci gement m-hl • Nuss »K * n seinen W In. Züricher Devisenmarkt. 2 9. Wechsel auf Holland........100 Fl. Deutschland.....100 Mk. ’M 11 duft d i^lchule 2 ii Aulamts, schünster die K zu: Der Mr, J“ VfllUör Herr Lab, «J. auf eine estrede über, erleuchtete r dis auf die M ütai M. J vrgelvor. bestieg Hm ng aus vm neu dvhpck. Hau auf dir ib auch zur Diene. Dmi gibfe Per- «n einzelnen m aufgebaut Priestertums. »Herr, Der ' vohnen auf mzheit lm° nt fiim»« in das TDitfrn ie Tiefe unb ine Fürsorge rljaltung des feine Heber. 6a6 te QDirffnn« e. das Aires und das rael und in h dem 351« tor HUtf ef gerührt ntrollte In was er vor waS er tobe. Stets ilt: »Streng idere!" Das >elt fei von gudentMS rer und der Zähren an b ihm dos er Zugenö, en, der fast . Zr dankte ig, die ihn itnen. 2lls läge muffe luch dieses Zeugnissen -ntnchmen: cht sei und ig höre, so ervvr, dem och vvvM rKmft.des wählt, alS Ort des nächstjährigen Landes- kolonnentags Ober-Ingelheim bestimmt. Mit dem Kolonnentag war etne gröbere Sanitätsübung verbunden. fpd. Alsfeld, 3. Sept. In Elpenrod muhte dieser Tage bei einem Begräbnis das übliche Geläut unterbleiben, da die Läutebuben in den Streik getreten waren. Sie verlangten von dem Kirchendiener, der für seine Arbctt ein Iahresgehalt von 500 Mk. erhält, pro «Aase" 100 Wt., so dah der Küster noch etwas aus seiner Tasche hätte zulegen müssen. Ein 12jährrger Schuljunge, der dem Glöckner helfen wollte, wurde als Streikbrecher von den anderen Schulbuben mißhandelt. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 3. Sept. Die für heute vorgesehene Bürgermei st erwähl muhte verschoben werden, da die Durchprüfung der eingelaufenen 80 Bewerbungsschreiben noch nicht abgeschlossen werden konnte. Voraus- sichtlich findet die Wahl am 2 4. d. M t s. statt. Kreis Schotten. wg. Gedern, 4. Sept. Für die evangelische Altershilfe in Hessen gingen hier 1880 Mk. ein, wovon 172 Mk. auf die Kirchenkollekte, und 1708 Mk. auf die Haus- sammlung entfallen. wg. Gedern, 3. Sept. Zur Behebung der Wohnungsnot plant die Gemeinde den Umbau einer Scheune, in welcher vier Wohnungen eingerichtet werden sollen. Die Baukosten dürften über 1 Million Mark betragen. Im Hnterschoß des Gebäudes sollen die Feuerlöschgeräte sowie der Leichenwagen untergebracht werden. Starkenburg und Rheinhessen. Kommunistische Ausschreitungen. die „F r e i h e i t“ und bestehlendieObst- bäumein den hiesigen Straßen. • fpd. Frankfurt a. M., 3. Sept. Die Familie des Töpfers Bruno Küth, Gr. Hasenpfad, erkrankte nach dem Genuß selbst gesammelter Pilze. Während die Frau und die Kinder fast gar nichts genossen, verzehrte der Gatte reichlich von Dem Gericht und starb nach kurzer Zeit. Die Familienmitglieder wurden gerettet. Klüth hatte den giftigen Knollenblätterschwamm für Champignon angesehen. fpd. Frankfurt a. M., 3. Sept. Bei einer Bootsfahrt auf dem Main stürzte der Arbeiter Fischer, als er mit einer Be- gletterin die Plätze wechseln wollte, in den Strom und ertrank. Die Frau siel ebenfalls in das Wasser, konnte aber von dem Bademeister MvSler gerettet werden. fpd. Griesheim a. Main, 3. Sept. Die Polizei verbot einem Fuhrunternehmer den Verkauf eines an Kolik eingeg inge/ien Pferdes und überwies das Tier der Abdeckerei In der nächsten Aacht jedoch holten arme Leute das Fleisch bis auf einen kleinen Aesi und verzehrten es. fpd. Höchst a. M, 3. Sept. Aus Aah - rungssorgen hat sich in ihrer Wohnung in der Königsteiner Straße eine Frau I^ng- Diefenbach mit ihren beiden Kindern durch Leuchtgas vergiftet. • Marburg (Lahn), 2. Sept. Seit einiger Zeit ist hier in der Hingebung die sogen, spinale Kinderlähmung epidemisch geworden. An 50 Fälle sind bereits zu verzeichnen. Die Schulen sind geschlossen, die Kindergottesdienste eingestellt, und die Behörden warnen Leute, in deren Familie diese Krankheit auftritt, Kinos, Versammlungen usw. zu besuchen, um die Krankheitskeime nicht zu übertragen. Die Ansteckungsgefahr ist sehr groß. Selbst durch Erde an den Schuhen soll die Krankheit verschleppt werden können. Auch Erwachsene sind schon be- troffen. Der Erreger ist noch unbekannt. Mit Vorliebe werden von der Krankheit Kinder im Alter von 2—4 Jahren befallen. Sie zeigen keinen Appettt, sind außergewöhnlich reizbar und schreien bei der geringsten Berührung. Im Anschluß an große Schweißabsonderungen bei 39 und 40 Grad Fieber treten dann für diese Krankheit besonders charakteristische Lähmungen ein. Erstmalig ist die spinale Kinderlähmung im Jahre 1906 auf getreten und bat namentlich in Hessen-Aassau Opfer gefordert. Zur gleichen Zeit wurde sie auch aus Amerika gemeldet. Sie erlosch bann, um jetzt Wiede er zu erscheinen. Alle Kreisärzte sind auf dem Posten. Man hofft, daß die Isolierungen der Erkrankten ein Weitergreifen verhindern. Kreis Wetzlar. el. Wetzlar, 2. Sept. Da bas Künstler- theater des Rhein-Mainiscben Verbandes für Volksbildung nur noch in solchen Städten spielt, in denen ihm durch eine feste Besucherzahl die zu seinem Fortbestehen notwendigen Einnahmen gesichert werden, ist die Wetzlarer Bürgerschaft jetzt im Begriff, sich zu einer Theater gemeinde zusammenzuschließen. ES sind für den Winter 6 Schau- spielabende geplant, an denen Anzengrubers „Gewissenswurm", Schillers „Don Carlos", Hebbels „Ghges und sein Aing", Shakespeares „Sturm", ein Lustspiel von Ludwig Thoma, und ein Luspiel von Moliöre auf» geführt werden sollen. Turnenr Sport und Spiel. * Feldbergturnen. Gin Irrtum in unserem Bericht ift dahin zu verbessern, daß hei dem Männer turnen Karl Ludwig- Wetzlar 22. Sieger mit 40 Punkten wurde. fpd. Hachenburg, 3. Sept. Das Denkmal des ehemaligen Kaiser Wilhelm II. auf dem Aeumarkt wurde in der letzten Aacht von Bubenhänden u m g e w o r - f e n und zerstört. Verschobene Dürgermeifterwahl in Höchst. fpd. Höchst c. M., 3. Sept. Um den Oberbi"' rgermeisterposten ist hier in der Bürgerschaft schwere Fehde entftan den. Die sozialistischen Patteien wollen ohne weitere Ausschreibung den unabhängigen Beigeordneten Ä s ch zum • Oberbürgermeister wählen, während die bürgerlichen Fraktionen die Ausschreibung verlangen und im Falle, daß man ihrem Begehren nicht nachkommt, mit der Mandatsniederlegung drohen. Einem Antrag der demokratischen Fraktion gemäß ist nunmehr die Wahl auf einen späteren Termin verschoben worden. Die Losung des Königsteiner Kommunal- konfliktS. spd. K ö n i g st e i n, 2. Sept. Der Streit in den städtischen Kollegien, ob der Bürgermeister Jacobs entweder ßanbrat des Kreises Königstein oder Bürgermeister der Stadt K. sein soll oder beides zugleich, wie er es bis jetzt ist, wurde von der Regie- rung jetzt entschieoen. Der Bürgermeister wurde in den Staatsdienst übernommen. Gleichzeitig ernannte man ihn zum Regierungsrat und übertrug ihm die endgültige Verwaltung des Kreises Königstein. Der Bürgermeisterposten ist neu zu Gesetzen. Ausländer als Obstdrebe. fpd. Oberursel, 3. Sept. Bei der Durchfahrt der stets stark mit Ausländern besetzten Postauws Wiesbaden—Aauheim nehmen sich die fremden Herrschaften regelmäßig fpd. O f f e n b a ch, 3. Sept. Hier kam heute nachmittag während eines Umzuges der kommunistischen Zugendvereine zu schweren Ausschreitungen. Größere Trupps drangen in die Wohnung des Stadtverordneten Nessel (Zentrum) ein und zwangen diesen unter schweren Bedrohungen, im Zuge mitzugehen. Dabei mußte Nessel um den Hals ein 'Schild mit der Inschrift: „Ich bin der größte Lehrlingsschin- Der!“ tragen. Als später die Polizei einschritt, gingen die Demonstranten auf Frankfurter Gebiet über, wohin ihnen die Offenbacher Polizei nicht folgen konnte. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Amerika und die Wiederherstellung der Welt. London, 2. Sept (WTB.) Reuter meßxzl auö Washington: Im Meißen Hause wurdc erklärt, das die amerikanische Teilnahme an der Erörterung der Wiederher- slellungsprobleme der Welt zu einem zukünftigen Zeitpunkte unvermeidlich sei. Augenblicklich sei der Präsik>ent noch dec Ansicht, daß die Zeit für die Vereinigten Staaten noch nicht gekommen sei, um an der fetzt im Auslande stattfindenden wirtschaftlichen Erörterung teilzunehmen. Außerdem wurde erklärt, der Präsident sei der Meinung, daß die Nationen Europas einsähen, daß eine Wiederherstellung der ganzen Welt von der Regelung der Frage der internationalen Schulden einschließlich der Reparationen abhänge. Der Wortführer des Weißen Hauses erklärte noch daß. wenn die Staatsmänner Europas bei ihrer Erörterung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu einem Punkte gelangen, be» dem der Rat der Vereinigten Staaten gebraucht würde, Amerikanichtabseits stehen werde. Der Präsident, so heißt es, werde auch eine Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen zwischen denVereinigtenStaaten und Ruß« land in gewissem Sinne begrüßen und hoffe daß ein Weg dazu gefunden werden könne. Eine verständige amerikanisch« Ansicht. Aeuyork, 2. Sept. (WTB.) Durch Funk- sprach Aus Washington wird berichtet: Unter Dezugnähme auf die Meldungen über durch französische Aegertruppen am Rhein begangene Verbrechen erklärte der amerikanische Senator Hitchcvck im Senat, es wäre Pflicht dec amerikanischen Regierung, Frankreich die Ersetzung der schlwaczen durch wette Truppen nahezulegen Wir sitzen, sagte er, untätig dabei, während Frankreich in seiner Torheit dazu übergeht, die deutsche Republik zu zermalmen durch seine Reparationsforderungen, die, wie die Welt lueiß Deutschland gegenwärtig nicht erfüllen kann Wer wir sind als Ration zum Teil dafür verantwortlich. day sich das Rheinland unter militärischer Des e hu n g le mdct. Es ist unser Recht und unsere Pflicht, dagegen zu protestieren, daß halbzivilisierte schwarze Truppen bei einer weihen Bevölkerung einmarschieren, wo sie als Eroberer erscheinen und als Verbrecher austreten. Der Senat faßte keinen Beschluß über die An- regung Hitchcocks. Keine Teilnahme Lloyb Georges an der Döiksrbundstagung. Büchertisch. — ünftre Singv ögel. Von Prof. Dr. Alwin Doigt. 2. Auflage. 194 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und 2 Farbentafeln. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. —Von schönenRechenstunden.Anregungen und Vorschläge für eine Umgestaltung des Rechenunterrichts. Von A. Gerl ach. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Flora von Deutschland. Ein Hilfsbuch zum Bestimmen der zwischen den deutschen Meeren und den Alpen wildwachsenden und angebauten Pflanzen. Von Prof. vr. O. Schm eil und Jost Fitschen.-Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Führende Denker und Forscher. Von Geheimrat Profeffor Dr A Riehl. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Riehl zeigt an h^vor- ragenden Beispielen, wie in der Geistesgeschichte die Philosophie als' geistige Macht im Leben der Menschen hervorgetreten, und zwar im Bunde nut dem Wißen ihrer Zeit, aber darüber hinaus als Mitfchöpserin der Kultur. — Einführung in die Psychologie der Aussage. Eine Darstellung der wichtigsten experi- mentellen Untersuchungen ihrer Methoden, Ergebnisse und Aufgaben. Von Stuüienrat ^oh. Schrenk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Datum: 1. September 2. September Amstd -Aotterd 48938,75 49061,25 51935,— 52065,- Brüffel-Antw ' 9338,30 9361,70 9937,55 9962,45 6briftiama ' ' 21573, - 21627, - 22247,15 22302/.5 Kopenhagen '' 27765,25 27834,65 28764,- 28836,- Etockholrn ’ 34956,25 35047,65 35455 60 35544,40 HelsinaforS' ' ' 2921,30 2923,70 .2846,40 2853,60 Italien ' ' ' 5617,95 5532,05 5892,60 5907,40 London 5593, - 5607,- 5967,50 5982,50 Aeuyork..... Paris...... Schweiz..... Spanien..... Deutfch-Oesterr» Prag...... Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan...... Rio de Janeiro a9en chlen. "nd Denkens und Fllh feit» daranfetze, mit den beratenen Vertretern der Gemeinde einem gemeinschaftlichen Ziele entgegenzustreben. Mit dem Dor- 3trag des 21. Psalms durch den Synagogen-Ge- -migvereln schloß die erhebende Feier. Zahlreiche Ovationen seitens des Gemeindevorstandes, der iGemeindemitglieder und mehrerer hiesiger Vereinigungen bekundeten dem Jubilar die Liebe seiner dankbaren, unter seiner Führerschaft empor- gebuchten Gemeinde. Möge es Herrn Dr. oantet vergönnt fein, noch recht viele Iahre zum Wohle feiner Gemeinde tätig zu sein! , ♦* Sein 40jähriges Dienstjubi - ^äum begeht heute in voller Rüstigkeit der !GaSmeister Konrad Wagner Hierselbst. 1 "Seineng 5. Geburtstag begeht heute 'm geistiger und körperlicher Frische der Universitäts-Sekretär i. R. Geh. Kanzleirat Fnedr. Echäfser. . _ . ** Der MilchPretS wrrd nach einer Bekanntmachung des heuttgen Anzeigenteils mtt Wirkung vom 3. September ab auf 27 Mark für das Liter Vollmilch erhöht. _ Ausgabe von Kohlen. Eme Bekanntmachung des heuttgen Anzeigenteils teilt die Belieferung einiger Marken der Haus- haltungS karten mtt. * Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vorn 4. bis 10. September unverändert wie In der Vorwoche zum Preise von 5000 Mk. für ein Zwanzigmarkstück, 2500 Mark für ein Zehnmarkstück. Für die ausländischen Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. Der Ankauf von ReichSsilber- münzen durch die Reichsbank und Post findet unverändert zum 120fachen Betrage 1 des Nennwertes statt. * • Preußisch-Süddeutsche Klassenlotterie. Die Erneuerung der Lose zur Nächsten Ziehung muß unter Vorlegung der Vorklassenlose bis zum Mittwoch, 6. September, abends 6 Uhr, erfolgen. * ♦ Erhöhung der Gebühr für Dlitzfunk - Telegramme. Die Gebühr für die versuchsweise eingeführten Blitzfunktelegramme ist mit Wirkung vom 1. September ab auf 250 Mk. für das Wort, mindestens 2500 Mk. für ein Blitzfunktelegramm, Mainz, 2. Sept. Die Indexziffer des Statistischen Amts der Stadt Mainz, der die Preise von 50 wichtigen Lebensbedürfnissen (Kleider, Wäsche und Schuhe sind nicht berücksichtigt) Nugrunde liegen, berechnet sich für den 1. September auf 139 0 gegenüber 6 0 6 am 1. Aug. d. I. Die Steigerung betrug also nicht weniger als 782 Punkte oder 126 Prozent. Hessen-NaMu. Wie man sich bMg einkleiden kann. fpd. Frankfurt a. M, 3. Sept. Dieses Problem löste dieser Tage auf die denkbar billigste und einfachste Weise ein feinaekleideter Gauner. Er zahlte bei der städtischen Sparkasse einen Betrag von 100 Mk. ein und ließ sich eines der üblichen Scheckbücher aushändigen. In dec Hand des Schecks, die er stets mit den Aamen yochklingender Aamen unterschrieb, kaufte er nun in zahlreichen Geschäften Anzüge, Schuhe, Vorhemden und andere schöne Sachen des täglichen Bedarfs ein. Anstandslos erhielt er überall die Waren auf den Scheck. Als die Geschäfte aber am nächsten Tage die Schecks einlösen wollten, erfuhren sie auf der Sparkasse, daß kein Geld zur Deckung vorhanden war. Auf diese Meise har der Gauner, soweit bis fetzt ermittelt wurde, hiesige Geschäfte um insgesamt 60 0 0 0 M k. geprellt. Große Qurcksilberdiebstähle. fpd. Fulda, 3. Sept. Aus den hiesigen Hutstvffwecken sind feit etwa zwei Zähren nicht weniger als285KilvgrammQueck- s i l b e r gestohlen worden. Als Dieb ermittelte man den Heizer der Fabrik, der das wertvolle Metall einem hiesigen Geschäft zur Wei- terverä^ißerung an eine Hamburger Firma verkaufte. , , „ Ein Bubenstreich. festgesetzt worden. ** Die Truppen des Standortes Gießen, der Regts.-Stab und das l.Datl. des 15. Infanterieregiments, rücken übermorgen, am 6. d. M, nach dem Truppenübungsplatz Münsingen in Württemberg aus, um dort mit anderen Truvpenteilen an Uebungen teilzunehmen. Die TDfahrt findet am 6. um 8.52 Uhr vorm. statt. Die Rückkehr ist für den 20. d. M. vorgesehen. ** Aufhebung der britischen Po st an st alten in China. Die britischen Postanstalten in China werden gegen Ende dieses Jahres aufgehoben. Wertbriefe, Postanweisungen und Pakete nach China durch Dermtttlung dieser Postanstalten sind von jetzt an nicht mehr zugelassen. " Zu den Tarifverhandlungen in Industrie und Kleinhandel nahm gestern vormittag im Gewerkschaftshause eine gut besuchte Angestelltenversammlung Stellung. Nach längerer Aussprache wurde beschlossen, die Schiedssprüche anzunehmen. Bornotizen. — Tag es kalender für Montag: Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Das Rätsel der Sphinx", „Der Mord in der Greenstreet" und „Detektiv dec Liebe". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: „Schamlose cee en“ inid „Liebe im Schaufenster". — Palau-Lichtspiele: „Die Flucht vor dem Leben" und „Der Hevc Landrat". Die Not der Presse. • Darmstadt, 4. Sept. Der Bei'lag der ..Hessischen Lande szei t un g" hat ben Verlag des „Da rm stä d t er T äg l ich e n Anze i g e r s" durch Kauf erworben. Damit hat die Deutsche Volkspartei Darmstadts einstweilen ihr Sprachrohr verloren. * Butzbach, 4. Sept. Die „Butzbacher Zeitung" erscheint von jetzt ab zweimal wöchentlich zweiseitig, um das Ausfallen des Erscheinens an einem Tage der Woche zu vermeiden. tob. Hanau, 2. Sept. Die „Hanauer Zeitung", eines der ältesten Blätter Deutschlands, hat mit dem heutigen Tage ihr Erscheinen eingestellt. Landkreis Gießen. gbg. Grünberg. 2. Sept. Im benachbarten Atzenhain wurde feit einer Woche der minderjährige Karl Aiebergall vermißt. Streifen der Einwohner waren erfolglos. Heute nachmittag fand auf einem Zagdgang ein Grünberger Herr die Leiche des Vermißten in einem Steinbruchweiher in der Aähe Atzenhains, wo bald auch das Amtsgericht Grünberg eintraf. Man vermutet Selb st mord. F. Langsdorf, 2. Sept. Oberbriefträger Heinrich Köhler XVIII. trat in den wohlverdienten Ruhestand. Heber vierzig Zachre hat er ununterbrochen sein Amt aus- geübt zur Zufriedenheit seiner Behörde und der Einwohnerschaft der Gemeinden Langsdorf, Birklar, Muschenheim und Bettenhausen. Möge ihm noch ein langer und schöner Lebensabend beschieden sein. — Oberstleutnant a. D. Heinemann aus Bad Homburg hat heute in der wasserarmen Gemeinde Langsdorf mittels der Wünschelrute eine Quelle gefunden, von der man hoffen darf, daß sie die Gemeinde ausgiebig mit Trinkwasser versorgen kann. Ob diese Wasserversorgung billiger wirb, als eine durch das Inheidener Wasserwerk, ist schwer zu entscheiden. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 3 Sept Der Kolonnentag der hessischen Sanitätskolonnen wurde heute hier unter Beteiligung der Zweigkolonnen aus den drei Provinzen abgehalten. Die Derhandlungea galten im großen und ganzen Len n e u e n S a h u n g e n für den Landesverband amd die Zw-rigvereine. Zum ersten Vorsitzenden wurde Haupvnann L o t h e i ß e n - Darmstadt ae- 81836 Hessisches Amtsgericht. .Qualität* 66738s I November Alten-Buseck, den 3. September 1922. • 169 usw. 8. Die Beerdigung findet Dienstag nachm. x/23 Uhr statt. 8177 AsUU-MSNSM« 1 Uhr, Dienstag von ' 1 Uhr, Die "10-1 Uhr j 15 Uhr. Behördliche Anzeigen taufen. 08490 gesucht. 8168A Sehuittdahlien u.Erd- Zuverlässiger . 21. . 28. . 11. 2 2 3 1 2 4 P. 5 P. 5,5 P 7,5 P 7,3 P. 10 P Ihre im August vollzogene Vermählung beehren sich anzuzeigen Gesucht zuverläss. gesundes 8118 Allelnmüdchen au einzelner Dame, evtl, tagsüber, zum 15. September. Fran Direkt. Spanier, Wilhelmstrafte 19. kanten Sie in Schuhpatx Higrinl Schwarz, braun, reib an# weiß. U. 3'/, big 8102c HEGUIN A. G Butzbach (Hessen). American Line, Hamburg, Bfirsenbriicke 2 Vertreter: Wilh. Jullmann, Gießen, Bahnhofstr. 65. 7361A Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. 6 wurde heute eingetragen: Die Firma Lackfabrik Gebrüder Löb, Aktiengesellschaft zu (Sieben. Der Gesellschaftsvertrag ist am 8. Juni 1922 festgestellt. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Handel mit Lacken und Farben jeglicher Art und aller hiermit in wirtschaftlichem Zusammenhang stehenden Waren, die Beteiligung an gleichen oder ähnlichen Unternehmungen, der Betrieb aller mit dem Hauptzweck im Zusammenhang stehenden Gewerben und die Verwendung des der • Gesellschaft gehörigen oder noch zu erwerbenden beweglichen und unbeweglichen Vermögens. Das Grundkapital beträgt 12 000 000 Mark und ist in 12 000 auf den Inhaber lautende Aktien zu je 1000 Mark, und zwar in 11.7 Millionen Stammaktien und 300 000 Mark Vorzugsaktien eingeteilt. Der Vorstand der Gesellschaft und dessen Stellvertreter werden nach Zahl und Personen von der Generalversammlung ernannt. Die Gesellschaft wird vertreten durch 2 Vorstandsmitglieder oder ein Vorstandsmitglied und ein für 1 Pferd. Friedrich C. weih, Grünberg i.H. TOc aktien, die mit 6 Proz. verzinst und ein zehn- faches Stimmrecht erhallen sollen. Erfolgt die öprozentige Verzinsung aus dem Reingewinn eined Geschäftsjahres nicht, so wird dieselbe ergänzt aus dem Reingewinn des folgenden oder der nachfolgenden Geschäftsjahre. Die Rückzahlung der Vorzugsaktien kann auf Beschlich der Generalversammlung bis zum Kurse von 115 Prvz. erfolgen. Die Ausgabe der 6,5 Millionen Aktien erfolgt zum Kurse von 120 Proz. Der Aufsichtsrat besteht aus: 1. Direktor Rudolf Wrld in Frankfurt a. W. als Vorsitzenden, 2. Rechtsanwalt Dr. Leopold Katz in Giehen stellvertretender Vorsitzender, 3. Sigmund Hirsch, Kaufmann in Giehen, 4. Liebmann Bär, Kaufmann in Frankfurt a.M. Die mit der Anmeldung eingereichten Schriftstücke, insbesondere die Prüfungsberichte, Dänen bei der Handelskimmer Giehen und während der Dienststunden auf der Gerichts schreiberet des unterzeichneten Gerichtes eingesehen werden. Giehen, den 4. September 1922. NMA» M Art Aussloltuog Mein u.meiswerk Oie SrW'sche Wio.-Nnaerel. K. Lange. Siegen, SchM.7. Einige Morgen Grummetgras Stadttheater Leitung: Here Stelngoetter. DienStag, 5. Sept.: Gastspiel d. staall. Kurtheaterj Bad Rauheim. öelmoL Schauspiel von Sudermanns Ans. 7, Ende 9'/, Uhr. Der Vorverkauf findet statt: Sonntag von 11-12'/, Uhr, Montag von 10 bis Frachtdampfer 3 Hamfeupg - BaBtämope Hamburg-Boston Hamburg-Philadelphia Auskunft erteilen: • Zum sofortigen Antritt werden 2 erfahrene Autogen - Schweisser SukLebensMung vollk. Selbständigkeit. Tüchtige Organisatoren erhalten Mk. 5000.— monatl. Zuschub, Bonifikationen und hohen Verdienst. Eink. mind. Mk. 15000.—. Für wertvolle Lagerübernahme ca. 24 Mille als Anzahlung nötig. Off. unt.B.N.U. 2328 anOIIa« Haasenstein & Vogler, Berlin W 35.(,1MA t Lostrenming 1 könnte, so sw ■ beseitigt Word Hgen Provinz ^'Mmssührern -.übe die Hers«' at aller deutsc Itn sind keine jtn, so daß die -M mit Fug Hebung und schland und ungefähr eir igten zu Hau ch die allgernei ■i Folge der l

Og.-Pfa.-fiailstr. 5. «sprexß Beteiligung, 5er 3?eid el. 4. < Sfr,bent-un linb fy d'die V^ * LU Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, Sonntag morgen nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden meine liebe Tochter, unsere gute Schwester, Enkelin und Schwägerin Fräulein Mariechen Otto im Alter von 22 Jahren zu sich zu nehmen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Otto V. Beuern, den 4. September 1922. Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. September, nachmittags 733 Uhr statt. 08492 American Line Regelmäßige Passagier- und Frachtdampfer Hamburg - Newjork fes? K WS '«t« n„^i> bendz ? r W ftt an genommen ist lediglich ein GrundstLck, harten 66 *aQ der Schönen Aussicht. » |f 7\J0 Die beiden Gründer Meier und Ferdinand'? fljqiH»? Löb Wernehmen die 5,2 Millionen Stammaktien W zum Kurse von 100 Prvz., und es werden ihnen ferner ausgehändigt 300 000 Mark Vorzugs- 'i(r Kirche und Schule. Schulstellen. Erledigt ist eine eftren evangelischen Lehrer an Ä ^eckarhausen, Kreis eine Lehrerstelle für einen Lehrer an der katholischen Volksschule in W a l d ° M i ch e l- bach, Krers Heppenheim. Mit der Stelle war seither Organistendienst verbunden. Tüchtiger (8197 Knecht uns Cent? fflt M- w!Mos!l.ülrvelken gesucht. Nodbeimer Strafte, neben Mösers Oelmühle. Jüngerer, ehrlicher yausbursche für sofort gesucht. Ernst Balser, 8i7» Mäusburg 11. zur selbständ. J-üh- >rung einer Dresch- flamttuT sofort ge- , sucht. 08483 Tob. Hch. Seivv, Dreschmaschinenbes., Oberböraern bei Butzbach. Suche fand. ebrl. fSraufüreinigeVor- : Mittagsstunden. 8183 1 Lrrdwigsir. 10 p. Derlorsn 2 bunte Llragen. Abzugeben 0S480 Lch ulürafre 11 III. ErkBitruntr. Die nm 27. d.M. dem Herrn Hari Srimsnel Leihgestern, Nahn- bofstr.'zugefügteBe- leidigung nehme ich als uiirnnbr mit Bedauern zurück. Mias Leihgestern, 31. 8. 22. Otto Arnold, Krenzg. Leibgaröiften. 6. 9. 22 bei l’rell. [08491 Zur Wetole empfehle ich meinen bcftbcwäbrten, leichtzügigeu Kartoffel- Ausgraber Un im 2erb timen des 7^ wie auch de K Mgl es bÄve ■ suhl geworden »Whriger 3«! I’jb der Fursork ; oerölMken > -x der fMf Provinz Ove jttb mit der C ^fertigen. 9 Denn in i .'steil in Obei , Mtungen bm J. jüngslen Eniv UditepteHiaus Bahnhofstraße 34, BAHNMATERIAL 1.-6. J OBERKLEEN, Station Kirchgöns. Ab beste bis elnsehl. Donnerstag: 'A i Schamlose Seelen | (Ein BIlAdchenschlckeal) ßk\ Sittenbild aus dem Bühnenleben in 6 Akten. (8157c Ferner: Erika GIßner in M ihrem neuest. Lustspiel in 3 Akt. Hiebe im Schanfeuster Ab 11. September: Das Liebesnest sXÄ. Heute letzter Tag: G Die Flucht vor dem Leben G q öer Herr Landrat. Ab morgen: m banque© Ein Schauspiel aus Turf- j/h und Spielerkreisen. Außerdem: Charlie Chaplin® 4 als Auswanderer 5 eeeeei®i®ieee©e Telephon 854. 08495] Sehr gut erh. SklM-MltO zu verk. Zuerfr.in d. GeschäftSft.d.G.Anz. 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Auherdem wurde auf Po- lizeiaufticht erkannt. Ferner wurden wegen Beihilfe bzw. Hehlerei Seuffert zu 4 Jahren Zuchthaus und 4 Jahren Ehrverlust, Schuck zu zwei Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverl tst, Kleemann zu li/2 Jahren und Weber zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Den beiden letzteren Mehrere ältere M» zum sofortigen Eintritt gesucht. VEREWIGTE Ludwigstrafte 28 Iransp.9Dnnooerßni,r Ferkel und I Läulerschweiue (ttut MittclSmiible Station Rödgen, Televh.Gr.-Bnieck3. IgroherllissÄraük neuer WirtschgstS- tisch u. 1 fast neues Fatzrrnd zu ver- \ Vermietungen | Kost u. Logis frei. Rlsgelptad 30 a. | Mietgesuche | Junger, solider Besamter sucht fm8bLL Sinnott. Schriftl. Angeb. unt. 8165 an d. Giefi. An^. Stellenangebotes ; Tüchtigen MelWelM sucht 8U0 Ludw. Rinn XVII., Heuchelheim. Dr. med. Otto Wolf und Frau (Elfe, geb. Reifing. Bekanntmachung. Betreffend Milchpreis. Rachdem durch ein von der Landes Milch- und Fettstelle einberufenes Schiedsgericht der Stallpreis für Vollmilch und die Molkereigebühr eine bedeutende Erhöhung erfahren haben, tritt mit Wirkung vom 3. September 1922 ein Kleinverkaufs. Preis von 27 Mark für daS Liter Doll, milch in Kraft. 8174b Giehen, den 2. September 1922. Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt) Bekanntmachung. Ausgabe von Kohlen. Marke 7, 8 und 9 der Haushaltungs- Karte (rote Karie) werden mit je 1 Ztr. Stein- kohlen oder Braunkohlenbriketts beliefert Gießen, den 4. September 1922. (81808 Der Oberbürgermeister. (Drennstoffamt). Arbeitsvergebung. Für den Aeubau einer Forstwart« Wohnung mit Scheune in der Gemar« kung Drohen - Linden sollen unt« Hinweis auf den Ministerialerlah von 16. Juni 1893 nebst Rachträgen sämtlichi Bauarbeiten, vorbehaltlich der ministeriellen Genehmigung, getrennt, durch öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Die Arbeitsbeschreibungen können, solange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Herstellungskosten von Unterzeichnetem bezogen, Zeichnungen und Bedingungen während den Geschäftsstunöen etngeseyen werden. Dje Angebote sind verschloffen, mil entsprechender Auftchrist versehen, bla spätestens 12. September d. IS., vorm. 11 Ahr, postftei bei Anterzeichnetem, Seltersweg 89, einzureichen, wo sie in Gegenwart der erschienenen Bewerber geöffnet werden. ! Zuschlagsfrist 3 Wochen. 8075D Giehen, den 30. August 1922. Fischer, Architekt, D.D.A. Kaufe aetrag. Herren- n. Tamenkleid,Sctzu- be, Wäsche u.zatzle d.höchft.Preise.°""' L. Rosenzweig filsBan, Sehersw. 581 Verschiedenes| Dame sucht weiter- bildenden Unterricht in der englischen Sprache. Zuschriften n.tt Angabe des Stundcn- vreises erbeten unt. 084.84 an den Gteft. Auzeiaer.__________ Für einen Knrsng mit WliWinin zur Erlangung der Ob.-Sekunda werd, ab Oktbr. noch einige Tellnelmier gesucht. Schrift!. Angeb. unt 08487 an den Gietz. Anzeiger erbeten. Piano zu leihen oder kaufen gesucht. Schrif l.An- gebote unt. 08468 an den Gies;. Anzeiger. Ich biete Mähmaschine und suche 1 Zparherd. Lollar, or<76 Lumda-Strafte 8. ftstoria-llGliispiele. < Heute bis elasebl. ffllliwoch: Ellen Richter in | Das Rätsel der Sphinx 6 Akte. Ferner: 6 Akte. Der Mord io der Creenslreelx 5 Akte. Als Einlage: 5 Akte. Detektiv aus Liebe « Lustspiel in 2 Akten. Ab Donnerstag: (8170c j Maciste und die Javanerin. * Drohstrom-Elektro- Motoren Friedensausf., Knpferwicklnng, Schleifringanker, ^0/380 Volt, 1400 T., fabrikneu, unter voller Garantie ab meinem Lager 2 Stück 3 P. S. Junger 2Vjähr. Mann sucht sich in derKolo- nialwaren-Branche au verbessern. Seither alö Lagerist tätig. Schrifll. Angebote unter 08478 a. d. Gietz Anz. erb. SüelMetzer sucht zum l.Okiober Stelle. Derselbe ist guter Melker, Bteh» Pfleger und bewandert tn der Aufzucht von Jungvieh. Gefl. Anfragen an das Hofgut Angenrod, Kr. Alsfeld. 8"*D 37j8(jr. Mädchen sucht Stellung als Hausmädchen. War 9 Jahre in der gleich. Stellung mit besten Zeugnissen tätig. Schr. Ang. u. 08482 a. d. Gieft. Anz. Verlobte junge Dame, fehrmufikal.,fuchtfür l'll/,JahreAntn»bms in guter FamlHo alb Tochter d.Hauses,wo ihr Gelegenh. geboi. wird, m d. Hausfrau auf. Küche it. Haush. z. führen. Pfarrhaus bevorz. Schr. Angeb. u.8181 a.d. Gieft. Anz.