^‘Nnenew 3ufenKukirohFußbdd »f«tra8e 5h m*i jyrfctplate 21. dvi, Lj-J8« uw ch. L Set *Ni >ri ^rd rrK tei£ "SB ?ä5$ Hein? «ren dvn ww L« ttifcs mt 'Ne, iDerm tni? nttln* „riqi M fl*lnXw imaschlnen Jelbstfahrer sen dazu •ar kuA irmstadt 13 8 «ihr.: Lutmrke. ;unw Mv C1U enschen »U den JMS SÄ TQtz der schein- ide jetzt füglich =h^rä!S in Deutschland. Welt. Oeld wie !n sicherlich eine «äßen Schlagern, rtkragenelnlage. KSZ rrrL iSS8*s tzk'LZ i können, n»® ALLS £®3 ?3te S°-°S- r« Ä tt t°li° und t,e\n|e end PSSi5&*fc er^ u gedacbt »er L^'ende- e in deuten?; iarfeD.r.il|Si?r fOLP -,Liinich. ■il gsft grtitfig, August 1922 172. Jahrgang den Friedensvertrag so daß Deutschlanv gegenwärtigen Kosten der britischen Desahungs armeen seien aber auf zwei Millionen Pfund Sterling pro Jahr herabgesetzt worden. Schatzkanzler Horne sagte dann weiter: Was die Privatschulden betreffe, fv gehörten diese nicht za dem Konto der Reparationen. Ihre Zahlung beeinflusse aber die Fähigkeit der deutschen Regierung, ausländische Zahlungsmittel für die Reparationsleistungen gu finden. Bisher seien 38 Millionen Pfund Sterling eingegangen, wovon Großbritannien 22 Millionen Pfund Sterling, Frankreich 12 Millionen, Belgien 27-2 Millionen evhalten haben. Roch zu bezahlen seien 35 Millionen Pfund Sterling, davon 12'/s Millionen Pfund an Großbritannien. Was den Beschluß der französischen Regierung bezüglich der Forderung Deutschlands nach Herabsetzung der monatlichen Zahlungen von 2 Millionen auf T/2 Million Pfand Sterling betrifft, so wird die Frage am Montag zwischen dem französischen und dem britischen Ministerpräsi- denten erörtert werden. Die in der Die Antwort der bayerischen Regierung. Berlin, 3. Aug. (WTB.) Der bayerische Gesandte v. Preger hat heute mittag um 12 älhr dem Reichspräsidenten folgende Rote der bayerischen Regierung übergeben: Hochverehrter Herr Reichspräsident! Euer Hochwohlgeboren gefälliges Schreiben vom 27. Juli 1922 regt eine Verständigung über bte schnelle Beilegung des Streitfalles zwischen dem Reiche und Bayern aus Anlaß der gesetzgeberischen Maßnahmen zum Schutze der republikanischen Verfassung an. Zum Wohle unseres deutschen Volkes und Landes wünschen Sie die Ausführung der bayerischen Verordnung vom 24 Juli 1922 auf Grund des Artikels 48 Absatz 4 Satz 2 der Reichsverfassung vermieden zu sehen. Für diese aus staatsmännischen Erwägungen entspringende Auffassung weih Ihnen die bayerische Regierung ausdrücklichen Dank; denn auch sie erblickt in der Ausschaltung des Zwanges die einzige Möglichkeit, den Streitfall ohne Schaden für das deutsche Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv 34mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Neklame- Anzeigen von 70 mra Breite 500 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 "/„Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Vaterland zu schlichten. Wenn das Schreiben vom 27. Juli 1922 den Standpunkt vertritt, daß die bayerische Ver- ordiulng der verfassungsmäßigen Grundlage entbehre, so vermag ich dem nicht beizupflichten. Ich muh mir an dieser Stelle alle verfassungsrechtlichen Auseinandersetzungen versagen, umso mehr als eine bloß formalrechtliche Entscheidung keine Lösung einer Frage bringen könnte, deren wesentliche Bedeutung auf politischem Gebiete liegt. Die Verordnung ist eine Ab wehr maß- nah m e, zu der die bayerische Regierung als die verantwortliche Hüterin der verfassungsmäßigen Ordnung innerhalb ihres Gebietes Lurch die klare Erkenntnis eines staatlichen Rotstandes gezwungen worden ist. In der Tat sind trotz ihrer Vorstellungen und Warnungen wichtige bundes staatliche Hvheitsrechte durch die neuen Gesetze beeinträchtigt worden. Diese Rotlage ergibt sich aber aus der tiefgehenden ©rregung weitester, von treuer deutscher Gesinnung erfüllter Kreise des bayerischen Volkes über den Vollzug dieser Gesetze, einer Erregung, die fortgesetzt in zahlreichm Kundgebungen von Angehörigen aller Schichten und aus allen bayerischen Gebieten in Süd und Jvrd wie aus' der Pfalz Ausdruck findet. Sollte die Verordnung, sei es schlechthin beseitigt, sei es durch eine unbefriedigende, den Keim neuer Verwicklungen bergende Regelung ersetzt werden, so würde in ganz Bayern ein Zustand der Deunrühigung eintreten, für den die bayerische Regierung auch vom Standpunkte des Reichs wehles die Verantwortung nicht übernehmen könnte. Vielmehr erfordert es der Ernst dieser Lage vom Standpunkt der poli.ischen B.Pachtung, daß eine Rechtslage geschaffen wird, die auch unfern Staats Notwendigkeiten enb spricht. Hierzu die Hand zu bieten, ist die bayrische Regierung jederzeit bereit; sie hat den dringende,, Wunsch, über die Beilegung des jetzigen Falles hinaus die Wurzel künftiger Konflikte zu bestätigen und dcmnt den Bezieh ragen zwischen Reich und Ländern Lauernd zu dienen. Die Stimmung beS bayrischen Volkes wird hauptsächlich von der Besorgnis geleitet, die Weimarer Verfassung könnte so ausgelegt werden, als ermögliche sie die schrittweise Be s ettt - gung der H o heiisr echte und der Staatlichkeit der Länder. Sie Huben, verehrter Herr Reichspräsident sowohl b t t'hem letzten Aufenthalt in München wie auch in Ihrem Schreiben Len Entschluß, die Staatlichkeit der Länder zu schützen, klar ausgesprochen. Das bayrische Voll erfenni dies mit Befriedigung an und bertrait, daß sich mit Ihrer tack.ästigen Hilfe ein Weg finden möge, um eine entsprechende Sicherheit für die Zukunft zu erholten, und zwar durch Vorschriften, die eine dauernde Bürgschaft dafür böten, daß Hoheitsrechte der Länder nicht ohne deren Zustimmung beseitigt oder eingeschränkt werden könnten. Presse aufgetauchte Behauptung, die Aktion der französischem Regierung bilde eine Antwort auf die Balfour-Rote, sei unrichtig. Das französische Ultimatum sei ergangen mehrere Tage vorher, bevor die Balsour-Roie bekannt geworden sei. Home fuhr fort: Es werde häufig gefragt, wie es komme, daß Deut schland , ein gut diszipliniertes und gut organisiertes Land, mit fleißiger Bevölkerung, dessen industrieller Apparat unversehrt geblieben sei und das so gut wie keine Arbeitslosen habe, nicht imstande gewesen sei, mehr als den genannten Betrag zu bezahlen. Zeitweilig werde dabei als Vergleich die Cnt- schädigungszahlung von 212 Millionen Pfund Sterling angeführt, die Frankreich nach dem Kriege zwischen 1871 und 1873 bezahlt habe. Die beiden Fälle seien verschieden. Erstens sei der französisch-preußische Krieg nur kurz gewesen und Frankreichs Finanzen seien intakt geblieben. Eine beträchtliche Summe, die in ausländischen Kapitalien angelegt worden fei, sei unversehrt geblieben. Frankreich war imstande, seine Anleihen von anderen Ländern zu erhallen und habe tatsächlich während des genannten Zeitraumes 71 Millionen Pfund Sterling aufgebracht. Endlich und vor allen Dingen habe 1872 und 1873 Frankreich eine sehr gute aktive Handelsbilanz gehabt. Die Lage Deutschlands sei in allen Beziehungen gerade umgekehrt. Der Krieg sei sehr lang und erschöpfend gewesen. In seinem Verlaus seien öie ausländischen Kapitalsanlagen Deutschlands beschlagnahmt und durch rische Ober ft e Landesgericht anläßlich der Beschwerde im Nürnberger Falle die Verfassungsmäh.gkeit und Rechtsgültigkeit der bayerischen Verordnung zum Schutze der Republik vom 24. Juli bestätigt. stehen sollte. Der Schatzlanzler gab hieraus folgenden Rück- blicf über die bisher von Deutschland mit dem Waffenstillstand g e - machten Leistungen: Dar ahlun ei an die Beparationskommy>io.i 77 Millionen Pfund S.er- ling, örtliche Zahlungen 30 Millionen Pfund Sterling, zusammen 107 Millionen Pfund Sterling, Wert der ausgelieferten Schiffe und der Naturalleistungen 160 Millionen P und Ste ling, Regierungseigentum in den abgetretenen Gebie.en an Polen, Danzig und die Tschechoslowakei 125 Millionen Pfund Sterling, der Saarbergwerke etwa 23 Millionen Psund Sterling, zusammen 415 Millionen Pfund Sterling. Nichi eingerechnet seien die Gebiete, die an andere Staaten abge^ treten wurden. Von diesen 415 Millionen Pfund Sterling habe Großbritannien 56 MillionenPfimd Sterling erhallen, die so gut wie ganz für bie London, 3. Aug. (WTB.) Die Reparationsdebatte wurde heute nachmittag vom Schahkanzler Sir Robert Home eröffnet, der eine iXeberfidjt über die verschiedenen bisherigen Stadien der Reparationsfrage gab. Hierbei erwähnte er beiläufig, daß unter der Reparationseinziehungsakte Großbritannien bisher sechs Millionen Pfund Sterling eingenommen habe. Bis zum 15. Juni habe Deutschland Zahlungen entsprechend dem ausgestellten Plan geleistet. Hierbei habe anfangs Juli infolge der benagend- werten Ereignisse der Ermordung Rathenaus und der dadurch enthüllten ülnsicher- heit der Lage in'Deutschland eine Entwertung der Mark eingesetzt, die zur Forderung eines Moratoriums durch die deutsche Regierung führte. .Heber den Bericht des Garantie- wmitees könne er noch nichts Endgültiges sagen, da dieser noch nicht in feiner Gesamtheit vorliege. Aber er könne mit ziemlicher Bestimmtheit erklären, daß die neuen deutschen Steuern entsprechend der erteilten Aufforderung eingeführt worden feien. Eine Erhöhung der früheren Steuern fei nicht für angängig gehalten worden. Dafür habe Deutschland aber eine Zwangs- anleihe von 70 Milliarden Papiermark ausgegeben. Er wolle ganz offen fagen, daß seiner Ansicht nach die einzige wirkliche und wirksame Maßnahme zur Verhinderung der Kapitalflucht darin bestehe, das; diq Leute, die in Deutschland Besitz habe, zu der Lage Deutschlands Vertrauen erhielten, dann würden sie auch ihr Kapital nicht nach dem Auslande bringen. Wenn auch der ganze Bericht des Garantiekomitees noch nicht vorliege, so höre er doch, daß die deutsche Regierung den größten Teil der von der Reparationskomission ausgestellten Forderungen erfüllt habe. Im weiteren Verlauf seiner Rede kam der Schatzkanzler dann auf diePariserDankier- konserenz zu sprechen, die damit geendet habe, daß die Bankiers erklärten, sie könnten ihre Arbeiten nicht zweckmäßig sortsetzen. Aber sie seien bereit, wieder zusammenzukommen, toenn Frankreich sich dm Beschlüssen der Mehrheit der Reparationskommission anschllehe, wonach dem Bankierausschutz die Prüfung der Frage einer Herabsetzung der Reparativ neu ftei- Paris, 4. Aug. (WTB.) Zu den gestrigen Heben von Sir Robert Home und Lloyd George" schreibt der „Petit Parisien", die Rri>e Asquiths sei ein ermutigendes Vorwort z u der nächsten Zusammenkunft v on London, wenn nicht gewisse andere Erklärungen, fei es von Sir Robert Hörne, fei es von Lloyd George, den Gedanken aufkommen ließen, daß der französische Standpunkt noch weit entfernt sei von dem englischen, ihn in eine Diskussion über Zahlen und Einzelheiten einzutreten, bürfe man sich em wenig darüber wundern, daß der Vertreter der englischen Regierung sich daraus beschränke, hinsichtlich der deutschen Verfehlungen für mildernde Umstände zu plädieren, anstall hie Notwendigkeit von energischen Maßnahmen anzueikmnen. Der französisch^ in i fier rat habe gestern vor der Sitzung dÄ .Unterhauses gleichfalls die Repa ationsfrage geprüft Der „Petit Parisien" g aubt za willen, baß der Winisterrat entschlossen sei, wirkung s- volle Maß na hm en za fordern die unmittelbar ergriffen werden müssen, um Der ungelösten Finanzfrage Deutschlands ein Ende za beteten. Wenn es sein müsse, werde die Regierung wahrscheinlich nicht zögern, beide Kammern einzuberufen. Unter diesen Umständen könne man es schon jetzt Voraussagen, bafy die Debatte, die in der kommenden Woche in London stollfinden werde, sich einfach um die Krage kommender Maßnahmen drehen werde. Das Einvernehmen der Alliierten erscheine acht wünschenswert. sondern unerläßlich. Der „Mali n", der wie die meisten Blätter bie Rebe" Sir Robert Hornes nicht in vollem Wortlaute toiebergegeben hat, spricht angesichts ber gestrigen Debatte von einer Lloyd George eigenen Taktik, die darin bestehe, sich wenigstens scheinbar die öffentliche Meinung zu sichern unb» im Voraus Vorteile gegen feine Widersacher zu verschaffen. Da das Parlament abwesend sei. könne Poincars nur durch die Presse antworten ober auf seine Reise nach London verzichten. Die Schaffung einer englischen Luftflotte. London, 3. Aug. (WB.) älnterha us. On Erwiderung einer Anfrage sagte Lloyd George: Auf Grund einer vom Rcich^vettei- digungsausschuß borgenommenen Untersuchung Ijabe die Regierung ^schlossen, den vom Lust- sahriministerium vorgelegten Plan zu billigen, wonach eine Verleid igungsflotte vo n 300 Flugzeugen aufgcftellt werden feit. 'DK Kosten würden 2 Millionen Pfund Sterling betragen. Große Bestellungen zwecks Ausführung dieses Programms würden in diesem Jahre an Privatfirmen vergeben wertzen. Dieser Beschluß ftge Erhöhung unserer Ausgaben für die Luststreitkräfte nicht vorgreifen, falls die nationale Sicherheit eine solche erfordern sollte. Diese Frage ir-erbe im nächsten Jahre im Lichte der Finanzlage und der Luftfahripoli.U anderer Mächte geprüft werden. Wedgwood fragte: Ist diese riesige Erhöhung unserer Ausgaben für die ust- flotte aus die enorme Entwickel ung des Flugdienstes In Frankreich 3 a ruck- zufühven? Lloyd George eciriberte: Wir haben alle Umstände in Rechnung zi ziehen. Die Ausführung der Gesetze zum Schutze der Republik. Berlin, 3. Aug. (WTB.) Der Minister des Innern Severing hat auf Grund des § 1, Absatz 1 und 2 ber Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Republik, die Iugend- vereinig.ung „Die Kna ppe n s cha f t" (Hauptsitz Kassel) mit den gesamten Gaulei- tungen und Unterabteilungen für den Bereich des Freistaates Preußen verboten. Berlin, 3. Aug. (WTB.) Der preußische Minister des -Innern und der Finanzminister haben eine Verfügung erlassen, in der es heißt: 1. Die früheren monarchistischen Hoheitszeichen an der Außenseite sowie hn Innern sämtlicher staatlichen und kommunalen Dienstgebäude und Diensträume sowie an allen anderen dem Publikum zugänglichen oder sichtbaren, als amtlich gekennzeichneten Stellen (z. D. Wegetafeln, Meilensteinen, Grenzsteinen, Schildern) sind unverzüglich zu entfernen. Ausnähmen hiervon sind nur bei Bauwerken in solchen Fällen zulässig, in denen eine Beseitigung der früheren Hoheitszeichen nicht ohne Zerstörung eines besonderen Kunstwertes möglich ist. 2 Bilder, Büsten, Statuen oder andere Darstellungen des letzten preußischen Königs, seiner Ehefrau, seiner Geschwister und Abkömmlinge sind von sämtlichen in Nr. 1 bezeichneten Stellen zu entfernen. Der Reichspostminister Giesberts wendet sich nach der „Voss. Zig." an die Beamtenschaft der Postverwaltnng mit einem Erlaß, in dem er auf eine Reihe von Beschwerden hinweist, daß trotz aller Verwaltnngsverord- nungen auf Posthausschildern, Siegel- und Verschluhmarken, Stempeln, Vordrucken ufto. die Hoheitszeichen der früheren StaatS- fvrm entweder gar nicht oder nur ungenügend getilgt worden sind. Die Reparationsdebatte im englischen Unterlaufe. Zum Schluß darf ich der Tleberzeugung Ausdruck verleihen, daß gerade die Not ber Gegenwart und des staatlichen Lebens gebieterisch dazu führen sollte, das ganze deutsche Volk in seinen einzelstaatlichen Gruppen und aus eigener Gesinnung heraus zu freudiger Mitarbeit an den Aufgaben, des Staates heranzuziehen. Regierung und Volk in Bayern sind auch ihrerseits ernstlich gewillt, das Deutsche Reich vor Erschütterungen zu bewahren, die zu vermeiden gerade in dieser Zeit außenpolitischer Spannung gemeinsame Pflicht ist. Mit ter Versicherung meiner ausgezeichneten Hochschätzung bin ich gez. Graf Lerchenfeld. Berlin, 3. Aug. (WTB.) Wie wir hören, wird der bayerische Mini st er - Präsident, der vom Reichspräsidenten im Einvernehmen mit dem Reichskanzler eingeladen wurde, nach Berlin zu kommen, um in Verhandlungen mit der Reichsregierung einzutreten, am Sonnabend in Berlin eintreffen. Der Reichskanzler hat die Reichsminister Eeh- I e r und Fehr, die zurzeit ihren Urlaub in der bayerischen Heimat verbringen, gebeten, an den Verhandlungen in Berlin teilzunehmen. Vor der Reise nach Berlin werden die beiden Reichsminister Gelegenheit nehmen, Lerchenfeld in München zu besuchen. München, 3. Aug. (WTB.) Wie der „Bayrische Kontier" hört, hat das bat)es tige Summe zu bezahlen, die seiner Leistungs» fähigkett entspricht. Aber im Augenblick fei ein Zahlungsaufschub erforderlich. Mehr werde er im Augenblick nicht sagen, denn der französische Ministerpräsident werde in der nächsten Woche in London sein, und es sei klar, daß irgendeine Erklärung über die Richtlinien die die britische Regierung verfolgen werde, die Verhandlungen leicht nachteilig beeinflussen könnte. Der französische Ministerpräsident habe bereits amjetünbigt, daß er mit gewissen Vorschlägen nach London komme, und diese würden geprüft und es würden Verhandlungen darüber geführt werden. Das Haus werde sicher der Ansicht sein, daß die Regierung darin freie Hand haben müsse. Hierauf ergriff As quith das Wort und sagte u. a., bie Reparationen müßten auf ein erträgliches Maß herabgesetzt werden. Das Problem erfordere eine schleunige Regelung; andernfalls gehe Deutschland mit schnellen Schritten dem Bankrott entgegen. Nach Asquith nahm Lloyd George das Wort ^nb erklärte, er freue sich, daß Poincars nach London komme, um seine Vorschläge der Regierung Zu unterbreiten, und er vertraue darauf, bah das Parlament der Regierung gestatte, mit freien Händen in bie Konferenz zu gehen und ihr Bestes zu tun, um zu.einem Abkommen zu gelangen. Lloyd George gab zu, daß die Alliierten, wenn Deutschland zu hart bedrängt würde, möglicherweise nichts erhalten würden, und daß bie Gefahr bestäube, daß es zur Verzweiflung getrieben werden könne und sich dann in die 5>änbe der Reaktionäre oder Kommunisten werfen würde. Aber es würde ein Irrtum sein, wegen dieser Gefahr seine gerechten Ansprüche fahren zu lassen Er weise auf । die gefährlichen Folgen hin, die eine Unterschätzung von Deutschlands Zahlungsfähigkeit mit sich brächte. Wenn wir, sagte Lloyd George, am Montag auf der Konferenz sirid, werden wir uns beide Erwägungen vor Augen halten Wir sollten sicherlich allen Vorschlägen Widerstand leisten, die einfach die Wirkung haben würden, den Zerfall Deutschlands zu vermehren, ohne etwas für uns selbst zu sichern Er glaube nicht, daß die Frage auf der Konferenz am Montag 'geregelt werden könne. Es seien zu viel Schwierigketten und Komplikationen vorhanden Zum Schluß erklärte Lloyd George: Wir müssen fair sein gegen Deutschland, gerecht gegen Frank, reich und auch gerecht gegen unser CBoIf. GietzeimAnMer General-Anzeiger für Gberhessen Drvck und Verlag: vrschNsche Univ.-Vuch- und Stew-ruckerei B. Lange. Lchriftlettnng, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstraße 7. Ht. 181 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit berSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche Sezvyspreise: 9JIh. 29. - und Mk. 3. - TrSgerlohn,durch diePost MK.32.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer (Hewatt. - Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrift» Ortung 112; für Verlag unb Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: äranksnrt a. Bl. 11686. konfisziert worden, in dieser Hinsicht nichts mehr besitze. Seine Kapitalsanlagen in den neutralen Ländern seien durch schaffung von Lebensmitteln inb Roh- materiai. len während des Krieges so gut wie erschöpft worden. Die Bestimmungen über die Kapitalien hätten es Deutschland naturgemäß unmöglich gemacht, eine Anleihe aufzunehmen. Das sei noch nicht alles. Die Deutsch and gebliebenen Geldquellen seien nach dem Kriege schwer in Anspruch genommen worden und durch andere als Reparationszwecke. Während des Krieges habe Deutschland alle Arten von Vorräten ria- schließlich der Lebensmittel ringebüßt. Das sei den Alliierten nie deutlich zum Bewußtsein gekommen, so daß sie Deutschland ersuchten, einen Teil seines Goldes zu verwenden, ium Lebensmittel zu kaufen. Deutschland habe tatsächlich 250 Millionen Pfund Sterling größtentells für Lebensrnittel und Futterstoffe ausgegeben. 50 Millionen davon seien den deutschen Gold Vorräten entnommen worden, 10 Millionen Pfund aus Wertpapieren, und was besonders wichtig fei, 7:90 Millionen feien verlangt worden durch zettwellige Kredite und durch Ankauf von Wechseln, bie den Verkauf von enormen Mengen Mark in sich schlossen. Der Schatz kanzler fährt fori, es komme hinzu, daß eine große Spe £ 11 a t i j n in deutscher Mark stattfand, die dazu führte, daß große Mengen davon sich im Auslande befanden, die in gewissen Perioden auf den Markt geworfen wurden. Deutschland habe wahrend der genannten Periode mehr importiert a l s exportiert. Das Ergebnis fei gewesen, daß immer mehr Papiergeld ausgegeben unb der Wert dieses Geldes immer mehr gesunken sei Die Leute hätten befürchtet, daß die Mark noch viel schärfer sinken würde und hatten ihre Kapitalien nach dem Auslande gefcbiäL ^10* Beziehung würden aber übertriebene ®arftc[Iiin gen gegeben. Er glaube nicht, daß die deutsch^ Kapitalien im Auslande die Hohe haben, tote einzelne Leute behaupten. Aur ein Land tote Deutschland fei es notwendig, im Auslände große Mengen von ausländischer ^W^ng ÖU besitzen, um sich mit den notwendigen Rohstoffen §u Dei> sehen die die Voraussetzung für die Wettev- führung des Geschästslebens bilden. Niemand hab? ein Recht, diese Arten von tm Aus lande befindlichen deutschen (JXrn als illegitim zu bezeichnen. Der Betrag des tatsächlich nach dem ^3(0^ verich^nest Kapitals werde außerordentlich übertrieben. Die deutschen Kapttalsanlagen im Auslande überschreiten vermutlich nicht 100 Millionen Pfund (Sterling. Deutschland sei bis ?u einem gewissen Grade an seinem ilnglud selbst schuld, erstens infolge semer Fmanzpolttik chZrend des Krieges, außerdem habe es versucht, bS Defizit seines Budgets durch den Druck von ^knoten auszugleichen. England habe ^öwegen oft Vorstellungen bei Deutschland erhoben und Mt rinnuar dieses Jahres sei in dieser Beziehung Kr,^Sewna bei?öage des deutschen Budgets & fti nach retftichst-- A°b«. zu der Ansicht gekomme.., daß Deutsch- an® tituö7t r S cht l i ch e Le p<-na t i ° n s- viKtiuiy v«. iu s« . rnmme »aMen könne Zweifellos werde Deutsch- Desatzuugsarmee verwendet worden seien. Sie f u m m e yiO n haben, eine vernüns- hör britischen Briatzungs- I land selbst oen -IDIUIW «VS Staat «nv Land. Di« hHn, den 4. Aug. 1922. Die nächsten Gchwnrgevtt isverhandlurrgen werden in Len drei hessischen Provinzen am Montag, den 25. September, beginnen. Sie werden in Starkenburg von Lanbgericbtsrctt S ch m i d L II., für Ahei.chessen von Landgerichtsrat Dr. Schneider, und für Ober- Hessen von Landgerichtsrat Dr. Hansnlt geleitet werden. Aeber die Zahl der hier zur Verurteilung kommenden Falle sind noch keine Bestimmungen getroffen. Fraglich ist, ob der Kombacher Raubmord schon zur Aburteilung kommt, da noch psychiatrische Feststellungen zu machen sind. Die Darmstädter Anruhen sollen, wie verlautet, durch ein besonders zu bildendes Schwurgericht abgeurtellt werden, nachdem auch schon ein besonderer Richter die Voruntersuchung leitet. * ** Amtliche Persvnalnachrich- t e n. Ernannt wurde am 25. Juli der Lehrer Peter Döhrbatz zu Sickendorf zum Lehrer an der Volksschule zu Maar, Kreis Lauterbach, der SchulamtSanwarter Heinrich Weber aus Ober-Sorg zum Lehrer an der Volksschule zu Maar, Kreis Lauterbach; am 26. Juli der Lehrer Arthur Bramm zu Obbornhofen zum Lehrer an der Volksschule zu Pfungstadt, Kreis Darmstadt. — Ernannt wurde am 26. Juli der Lehrer Philipp Ludwig Walter zu Schönnen zum Lehrer an dec Volksschule zu Pfungstadt, Kr. Darmstadt. — 3n den Ruhestand versetzt wurde am 29. Juni 1922 der Lehrer an der Volksschule zu Hamm im Kreise Worms Adam Krebs auf fein Rachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Juki 1922. ** Straßensperrung. Wegen Vornahme von Walzarbeiten sind bis aus weiteres folgende Straßen für jeglichen Fuhrwerks- und Aadfahrverk-rbr gesperrt: Rod- heimerStrahe.KrofdorferStraße und Wiesecker Weg. ** Diebstahl. Aus einer hiesigen Klinik wurden gestern zwei weiße Bettdecken (Waffeldecken), gestempelt QL K., eine weiße Tischdecke mit blauen Feldern und demselben Stempel und ein meiner D e ckbet t b ez u g, gestempelt QL K., Priv.-Station, entwendet. Für die Wiederherbeischasfung der Sachen oder die Ermittlung des Täters ist eine angemessene Belohnung ausgesetzt. Bor Ankauf wird gewarnt. = 3 m Kino erschossen. Gestern avend gegen 9 Ahr hat sich ein hiesiger etwa 20jähriger lunger Mann von hier im Abort erschossen. Er hatte sich einer Veruntreu ing schuldig gemacht, wegen der er seU einigen Tagen flüchtig gegangen war. 3m Laufe des gestrigen Tages ist er hierher zurückgekehrt und wurde abends im Kbw geseden, w)raif ferne Verhaftung durch einen Schitzmcrnn veranlaßt wurde. Als der junge Mann dies bemerkte flüchtete er da ihm kein anderer Ausweg blieb, in den Abort, und als der Schuhmann Einlaß begehrte, krachte ein Schuß. Der Anglücklichr hatte Y sich eine Kugel tn die rechte Schläfe gejagt, die E seinen sofortigen Tod herbeiführte. F Bornotizen. ’• — Tageskalender für Freiraa. Oswaldsgarten 8Vs Ahr: Zirkus Heppenheimer. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Frauen- vpfer". — AuS dem Stadttheaterbureau. Am kommenden Dienstag, abends 7 Ahr, findet im Stadttheater die einmalige Aufführung des Schwankes „D e r R a u b der S a b i n e r i n n e n" statt. Für die Rolle des Theaterdirektors Striese ist rs der Direktion gelungen Herrn Earl William Büller als Gast zu verpflichten, der somit nach langjähriger Abwesenheit in Gießen von den zahlreichen Freunden seines köstlichen Humors sicher mit Freuden begrüßt werden wird. Die Preise sind anläßlich dieses Gastspieles nicht erhöht worden. — Eine Schneider-Versammlung findet am kommenden Sonntag im Hotel Hopselo statt. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage für Samstag: Bewölkt, mäßig warm, trocken. Hoher Druck verlagert sich ostwärts. Eine einschneidende Aenderung der Wetterlage steht nicht bevor. Kreis Alsfels. H. Mücke, 3. August. Das Kurhaus Waldesruh geht am 1. Oktober in den Besitz der Chrischonamission über, welche bekanntlich 1840 von Spittler gegründet wurde. 3hre Prediger werden als Erangelisten und Stadtmissionare in Deutschland und de. Schweiz verwandt. Eine ihrer wichtigsten Ausgaben ist die Rettung der Trunksüchtigen Kreis Schotten. * Ruppertsburg, 2. Aug. 3m Sommer vorigen Jahres fing die hiesige Wasserleitung an zi versagen. Sie ist 1895 ausgeführt worden. Die Dürre HÄ zu diesem Aebelstand beigetrogen und die allgemein konstatiert? Senkung des Grmdw sstttpl g 13. Auch hi ten de Tonröhreir nicht dicht ge.mg Aach mo.atelanger Arbeit fand man den Fehler, faßte die oberhalb des Dorfes liegenden Quellen nei ind hat mn mit großem Kostenaufwand für di? Gemeinde eine bessere Wa serveisorg mg ermöglicht. — Das große Denkmal, welches für die Gefallenen auf dem Friedhof errichtet tixrt>, geht auch seiner Vollendung entgegen. Architekt Burg, Gießen, hat den Plan vorgcbrachten Wünschen en t. p e- chend au5gxrrb€i'et and den Bai geleitet. Das Denkmal, eine große Gedenkhalle, wird am nächsten Sonntag cingeweih werden. Kreis Friedberg. * Dad-Aauheim, 3 Aug. Bis heute betrug der Gesarntbefuch 24 925 Personen. Starkenburg und Nhcrnheiien. Wd. Mainz, 3. Aug. Ein Llnglück, das leicht schlimmere Folgen hätte haben können, ereignete sich am Mittwoch im französischen Munitionslagger 41hlerborn, wo zahlreiche deutsche Arbeiter beschäftigt sind. Als gerade zwei Arbeiter mit dem Losschrauben der Zünder von Granaten beschäftigt waren, explodierte eine von ihnen und verletzte die beiden Arbeiter, davon einen sehr schwer. Die beiden Verunglückten wurden ins Krankenhaus überführt. Mainz, 3. Aug. (Wvlff.) Die Handelskammer in Mainz hat an das Reichsarbetts- minifterium und an das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft in Darmstadt die Ditte gerichtet, da die Ausladung Holländischer Schiffe im Mainzer Halen durch holländisch- deutsche Transportarbeiter-Gewerkschaften verhindert würden, wodurch wertvolle, lebensnotwendige Waren dem Verbrauch, nicht zu- geführt werden könnten und zum Teil dem Verderben ausgesetzt seien, durch rasches Eingreifen die allgemeinen Inkressen zu wahren. Hessen-Nassau. Streik der kaufmännischen Angestellten. tob. Fran kfu r t a. W.» 3. Ä.ig. . Der Streik der hiesigen kaufmännischen Angestellten b t hr t? v rmtt a; b gon e i. 3nsgesamt sind an d.nn ©trd? ungesih 30 000 Angestellte beteiligt. Pesch offen sind sämtliche Filialen bei- großen QebenSmlttelfirmen, die Warenhäuser, Konfetti)nsfirmen üsw. Aach tn den Zabriwetrieben feiert das kaufmännische Personal. V)n den Angestellten wird eine sehr scharfe Streikkontrolle audgeübt So wurden zahlreiche größere Betriebe zur Sch irßung veranlaßt. Israel. Religivns - Gesellschaft (Sabbatfeier den 5. Aug. 1922. Freitag add. 7.05. Samstag vorm. 8.00. Rachm. 4.30. Dabdaraus- gemg 8.53. — WochengotteSdienst: morg. 6.00, abds. 7.00 älhr. 3frael Religivnsgemeinde. Gottesdienst tn der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 5. Aug 1922. Vorabd. 7.45. Mora. 8.30. Abds. 8.15 u. 8.55 älhr. Handel. Berlin, 3. August. Börsen st immun g s b i l d. Die aufs äußerste angespannte außen- und innerpolitifche Lage in Deutschland, die Deutschland, wie leider schon so oft, erneut erlebt, lassen die von dec Mark- bzw. Devisenkataftrvphe erhoffte Umwertung der Dividendenpapiere trotz aller Versuche nicht zum Durchbruch kommen. Ein Hauptgrund hierfür liegt auch in den stark angespannten Geldderhältnifsen und der enormen Verteuerung des Spekulativnskredits für berufsmäßige als auch für private Spekulanten. Auf der Börse lastet ein gewisses Gefühl der Beklemmung und Unsicherheit vor den drohenden kommenden Ereignissen, deren Tragweite niemand zu beurteilen vermag. Am Devisenmarkt setzten sich vormittags die Kurssteigerungen trotz gelegenllicher Rückschläge, denen aber bald wieder ein doppelter Aufschlag folgte, sprunghaft fort. Die Auszahlung Reu- hork erreichte gegen 11 Ahr mit 890 ihren Höchststand. Dann aber gewann bte Realisationsneigung die Oberhand und der 'Dollar senkte sich auf 820. Diese Schwankungen wirkten ernüchternd auf den Hausseeifer der Spekulation. Diese hatte, teilweise untersrützj durch Kaufaufttäge aus dem Publikum, die Kurse der Dwidendenpapiere durchschnittllch um 20 bis 40, vereinzelt auch um 60—80 Proz. her- aufgesetzt. Später wurden die Gewinne jedoch bei nachlassender Kauflust unter Hinweis auf die Dollarfenkung nicht mehr aufrecht erhalten. Auch am Markte für Auslandsrenten hat die stürmische Aufwärtsbewegung der letzten Zett einem ruhigeren Tempo Platz gemacht. Rumänische, bulgarische, ungarische; österreichische und mexikanische Renten erhöhten ihren Kursstand im Groß- und Kassaverkehr zwar noch Wetter, türkische und bosnische Werte wurden aber bereits realisiert. Von ausgesprochenen Valutapapteren überschritten Baltimore bei 450 Proz. Gewinn den höchsten Stand von 4000. 3n den zu EmheitS- kursen gehandelten Ondustriewerten lagen etwas vermehrte Kaufaufttäge des Publi- kums vor, hauptsächlich in Textil-, Braunkohlen- und emigen Maschinenfahrttaktten. Die Kursbildung war hier überwiegend nach oben gerichtet. Frankfurt a. M.» 3. Aug. (Börsen- st immu ng s b i ld.) 3m heutigen Börsenverkehr wurden anfänglich infolge der außerordentlich hohen Bewertung der ausländischen Devisenkurse auf fast allen Marktgebieten festere Kurse genannt. Die ungünstige Lage des Geldmarktes sowohl wie auch die wenig erfreulichen Aussichten, die sich für eine Sanierung der deutschen Finanzen zeigen, hemmten jedoch die Antemeh- mungslust. Die Grundstimmung war freundlicher. Lebhaftere Amsatztätigkett trat für verschiedene Industrleaktien ein. Die Tendenz am Montanmarkte war vorwiegend fest. Von den anderen variablen Industrieaktien traten chemische Werte durch größere Kurserhöhungen herrwr. Elettri- zitätspaplere wurden auf erhöhter Preis bas is gehandelt. Auch In Metall- und Maschinensabrik- aktien traten Kursbesserungen ein. 6ebr gesucht waren Zuckerfabrikaktien. Am Rentenmarkt waren die Amsätze bescheidener. Dollarnoten fetzten nut 800—845 ein, gingen dann auf 875 und erniedrigten sich später wieder auf 860, 850, 840. Der Einheltsmarkt zeigte vorwiegend Kursbesse- rungen. Privatdiskont 5»/4—6 Prozent Sranffurt a. M. 4 August 1922. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Ktors Kurs ftiicd 799, 890, Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elettr.-Ges. . . Selten & Guilleaume 830,- 78?,- 933,- 232,- 72,50 510.- 365,-. 283, — 268,- Sü5,- 392,50 290,— 233,- 273 - 1536.- 800 - 225 74, 600, 358, 280, 266, 495, 386, 286, 232 865, 793, Datum: 5'/ Btfch. KriegSan!. 4°/, Disch. Reichsanl. 3"/o Disch. Reichsanl. 4e/0 Preuß. Konfols Hamburg-Pakets.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschafi Dresdner Dank. . . Mitteld. Creditbank. 2.8. 3.8 77 »0 77,eO 112,50 112,- Nationalbank f. D.. ^66, Doch. Gußstahlwerke 1^20, Dud.-Gisenw.-Akt.. 7»0, D.-Luxernb. Dergw.. 138?r Gelsenkirch. Bergto.. 1t40,- 1525, Harpener Bergbau. 3050, - 3200. Oberfchl. Eisenb.°B. '230,- 1030, Oberfchles. Ersenind. 803,- 849, Phönir-Bergb.-'Akt 1580,- 1595, “ - - -- 680 Schuckert-Werke. . . 800,- 812,- 2.8. 77,60 113 75 225 - 74.— »07,- 353,- 282, - 267, • 485,- 389,- 283 - 235,- 271,- 2450,- 770,- 1310,- 1410,- 2910,- 980,- 830,— 1570,- 865,- 784,- 778,- 899,-- 810, - Adlerwerke 514,- 515,- 500,- Daimler 465,- 476,— 460.- 4°« Heff. Staatsanl. 74,- 73,50 70,- Electron Griesheim 890,— «13,- 895,— Dtsche. Dereinsbank 183.- 180.- Züricher Devisenmarkt. S. 8. 3.8. 77,50 118,50 234,- 72,- 521,- 359,75 282, - 267,- 489,- 3d?,- 284,- 233,— 27k,- 1460,— 760,- 1360, - 1470,- 3125,- 950Ä— 810,— 1555,- 9j0,- 795,- 770,- 935,- 8J 0, w 510.- 464, 72,- 902, - 4. 8 Wechsel auf Schweizer Frank« Holland 100 M » 203.15 20W Deutschland 100 Mk. = 0.6» 0.655 Wien IOC Kr. = 0.01 0.01 Prag 100 Är. » 12.80 12.90 Patts 100 Fr. = 43.05 43.215 London 1 £ «. 23.39 23.42 Italien . 100 ß. -- 23.90 24.15 Druffel 100 Fr. » 40.65 40.90 Budapest . . 100 Kr. = 0.175 0.225 Aeuyork 100 $ --- 526.12 526-50 Agram 100 Kr. ----- 1-65 1.55 Warschau ..... 100 Mt- — 0.08 0,08 Berliner Devyrnmarkt. Geld Bttef Drld Btt«! Datum: 2. Äugust. 3. Äugust. Amstd.-Rstterv. 2662,50 30037,56 32559.25 32640,75 Drüffel»Antw. . 5932 5 5 5 947,45 6 49',8 5 6508,16 Ehttstiania... 12983,75 10016,25 1 4531,80 1456^/20 Kopenhagen . . 1617t«,75 16.520,65 18227 15 4&27Z.85 Stockholm. . . . 20174,75 20225,26 220?3,35 22127,65 HelsingsorS. . . 1657.9V 1662,10 roj iü 1830,70 Ötalien .... 3515,60 3524,10 3735,2 > 3774,Tu London .... 3445,65 3454,35 375f,3O 3764,76 Rcuyork 776,52 778,48 828,96 L'1F4 Patts .... £267,15 6282,85 6791,50 6808,50 Schweiz 14981,- 1501J»- 15955,- Ud95, - Spanien 12209,50 122iCrrJ 12853,86 12916,15 Deutsch-Oesterr, -#23 1,27 1,33 1,37 Prag 1872,65 1877,3a 2057,40 2062^0 Budapest.... 31,96 32,64 83,20 33,70 Buenos AireS . 282,12 28 2,»7 307,hO 308,40 Bulgatten . . . 459,40 464,60 519,35 62 ,65 Japan 374,50 375,50 397, - 398,- Rio de 3anetn> 10786,- 10814,- 113d5,- 11416,* Markuotiernngen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Saturn: 1.7.14. L 8. Zürich ... Fr. 125.40 ,67 Amsterdam Fl. 59.20 -,33 Kopenhagen Kr. 88.80 - .63 Stockholm Kr. 88.80 -,53 Wien ät. 117.80 Prag Kr. 117.80 5,- London Sh. 97.80 -, - Neuhork r 23.80 -,12 ^attS Fr. 125.40 1,62 S.8 -,G4 -,31 -.58 -,46 4'75 -,'12 1-47 Markte, Frankfurter Schweine- und Klemviehmartt. Frankfurt a. M., 3. Aug. (Amtlich.) Markwerlauf: Langsamer Handel. Markt ge^ räumt. Sm Einzelnen ist zu bemerken: Aus - getrieben waren 651 Kälber, 200 Schafe uni) 259 Schweine. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: Kälber beste Qualitäten 4800—5200 Mk., mittlere Qualitäten 4300 bis 4700 W.» geringe Qualitäten 4000 Mk. Schafe 3000—3500 Mk. Schweine unter 8C Kilo Lebendgewicht 6900—7200 Mk., von 80 bis 100 Kilogr. Lebendgew. 7300—7600 Mk.. von 100—120 Kilogr. Lebendgew. 7300—7600 Mark, von 120—150 Kilogr. Lebendgewicht 7300—7600 Mk. Sauen und Eber 6900—7300 Mark. Außerdem wurden Z6 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spe sen und Händlergewinn in sich schließen. 1Än einem Teil der Auslage wicberholt.) Lvrd Rodert Cecil für di« allgememe Abrüstung. Lvndon, 3. Aug. (WTB.) Loick» Robert Cecils sagte gestern In einer Rede in Oxford, der Völkerbund müsse nicht nur gegen den Angriffskrieg Vorgehen, sondern er müsse auch den Geist der internationalen Zusammenarbeit in der Welt stärken. Das sei eines der wichtigsten internationalen Probleme. Richt nur wegen seiner wirtschaftlichen Seite, sondern auch wegen seiner D^iehungen zum künftigen Weltfrieden sei eine Formel zu finden für die internationale Abrüstung. In Frankreich bestehe eine der Hauptschwierigketten barin, daß zahlreiche Leute behaupten, daß, wenn man Deutschland nicht die Pistole auf die Stirn fetze, man nichts erhalten werde. Auf der anderen Sette werde aber Amerika kein Geld geben, solange Europa seine Wtt- tel für Rüstungen verschwende. Er sei davon überzeugt, daß die Rüstungen genau wie im Zahrc 1914 die Hauptgefahr für einen künftigen Krieg bedeuteten. Gin englisch'Ss Blatt übe: die Rote Balfours. London, 3. Aug. (WTB.) Die ,,'Mor- ningpost" schreibt in einem Leitartikel, das einzige Land, das Grund habe, sich über die Bal- fournote zu freuen, sei Deutschland, weis die Rote geeignet sei, die Kluft zwischen Großbritannien uno Frankreich zu erweitern. Beratungen deck neuen italtenischen Ministeriums. Rom. 3. Aug. (WTB.) Gestern nachmittag ist der M i n i st e r r a t zusammengetreten unter Teilnahme sämtlicher Minister und prüfte die durch den Streik entstandene Lage der öffentlichen Verkehrszweige. Er beschloß, energische Maßregeln zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu ergreifen. Der Ministerrat hat die Minister S ch a n z e r und Paratore mit Vertretung Italiens auf der Londoner Repa' rationskonferenz beauftragt und ist dann zur Ernennung der neuen -llnterftaatdfefreiärr geschritten. Die Mlmdes oon DM. Roman von Ernst Scheitel. 26. Fvttsehung. (Rachdruck verboten.) Er betrat eines der am besten erhaltenen Gemächer, welches vor Zetten vielleicht als Bi- bliothekraum der Priester gebient hatte. Jetzt schien irgend ein Händler aus der nahegelegenen RiLderlc^sung Kvm Ombos hier feine Wacev auf» gestapelt zu hoben. Ballen and verschnürte Körbe lagen herum and übereinander, inb ein Gerrch von Spezereien erfüllte das Gelaß. Der Doktor machte sich daran, die ausgehä.if- ten Gegenstände einer genaueren Betrachtung z 1 unterziehen, aber er war noch nicht weit damit gekommen, als er Schritte hörte, die ihn zwangen, nach einem Versteck zu suchen. Er hatte gerade noch Zeit, sich in eine Mauerecke zu drucken, als eine Anzahl Eingeborener unter bet Türe erschienen, di» leise mitelnarber sprachen und sich an den Warenballen z i schaffen machten. Gelber vermochte Perzelius nicht viel zu sehen, da er sv zwischen der Wwrd inb den Säcken eingefeilt war, daß ihm nur ein geringes Gesichtsfeld blieb. Dennoch tonnte er gewahren. daß die Schwarzen eine£ der größeren Bündel herausKogen, im es wrgzrtiagen. Da trat ein Mann durch die Türe, bejfen Züge dem Doktor nur zn gut bekannt waren: Iechiel den Zehud, so wie er ihn in jener gräßlichen Rächt zum letztenmal vor sich gesehm hatte. Der Jude schien btc Leute arznwrisen. Er bezeichnete irrten .in anderes Bündel zum Wegtragen und beaaftragte dann einen der Rrbier. mittlerweile die ierabgerutschten Gegenstand' tn Ordnung za bringen. Darm verschwand er wieder, gefolgt von den farbigen Dienern, die einen großen, länglichen Sack mit sich nahmen. Beim Anblick dieses Gebildes g'a.b.e der Doktor jeden Schwur ablegen zu können, daß es eine der Leichen war, die er selbst nach Kom Ombo zu schaffen geholfen hatte. Der Zug der Leute entschwand jedoch bald f Len D icten, 'inb die Anwesenheit des zurückgebliebenen Rabiers verhinderte ihn, aus seinem 'Versteck hevarszi- kriechen. So war es ihm nicht möglich, zu verfolgen, wohin die Träger mit ihrer Last gingen, er hatte mir die Richting wahrnehmen können, In der sie w.ggeschritten waren unb piRt mißte er sich lediglich aus sein Gehör verlassen. Das leise Knirschen der Schritte in dem toridjen Sanbe war noch in der Ferne vernehmbar, dann verklang es fast gänzlich, um plökstich deitlicher als Echo von einer andern Seite widerzuhallen. Sann brach ei ab. Die Leute schienen stehen g-blieb en zu fein, man konnte hören, wie sie ihre Last aif dem Boden nisderfetzten. Wieder folgte eine Stille und bann ein 2ait gleich dem Aisspringen einer Feder. Dann breitete sich aufs ne re das Schweigen der Wüste über den Raum. Der Rubrer, welcher sich mit dem Ordnen der Warenballen b fJxj.t'gt hatte, war fertig damit und faß mn stimm am Boden. Dec Doktor brannte vor Spannung, seinen umriinfltgen Standort verlassen zu tön ne-», um nachzuforschen, wohin der 3-ibe mit seinen Knechten verschwurrden war. Gab es da irgendwo eine Türe? Er dachte einen Augenblick daran, den nichtsahnenden Reger, der ba dicht vor ihm saß zu überrumpeln inb dann den a'be-n nachzuschleichen, aber eS dünkte ihn schließlich doch zu bedenklich, denn seine Anwesenheit wäre damit betraten worden. So blieb er also zähneknirschend in seinem Verstecke, bis der zurücttehrendL Zig von Schwarzen, geführt von dem CJubcn, aifs ne je seine Ais- merksamkett fesselte. Vor allem fiel dem Doktor auf, daß Iechiel ben Iehid einen Dinsenstengel in her Hcmb trug, was PerzelraS bad erstemal nicht beachtet hatte. Zetzt aber erregte dieser Stab seine Beachtung, weil der (^ibe ihn einem der Reger übergab, der nun die Führung zu übernehmen schien. 'War es ein Abzeichen der Wurde oder hatte es eine praktische Bedeutung? Per- zeliuö konnte die Frage tm Augenblick nicht entscheiden. Der Jude trennte sich von den übrigen und schlug den Weg nach dem Tal z'i ein. Die Reger aber hoben nun auch die zweite Leiche in ihrer ülmhüllung auf die Schultern mb verschwanden in derselben Richtung wie das erstemal. Doch blieben jetzt mehrere zurück, so ba': der Doktor wiederum nicht aus seinem Versteck hervorkonnte, um nachzusehen, wohin sie gingen. Aber die Geräusche waren die gleichen wie vorher. Erst ein langsames Berllingen der Schritte, dann ein plötzliches deutliches Scho, dann ein Stehenbleiben und der knackende Laut und hieruf tiefe Stille. Erst nach langer Zett unterbrach ein ferner Rus, der aus dem Tale heraufdrang, das Schweigen. Die Reger, welche sich noch in dem Gelaß aufgehalten hatten, erhoben sich und folgten dem Klang bei Stimme. Ein zweites und drittes Mal ertönte diese noch, und Perzellis glaubte sicher zu fein, daß sie dem 3uben angehörte. Sobald sich der Doktor allein sah, kroch er aus feinem Hinterhalt hervor .mb schlich tiefer in den Tempel hinein, um btc Stelle zi finden, wo vorher die Leute verschwunden waren. Oedoch nichts als starre, zerbröckelnde Mauern zcigten sich ihm, und der Sand war überall zi sehr durch- wühll, als daß sich in dem lockeren Geschiebe eine Spur hätte verfolgen lassen. So mußte er iriver» richtetet: Dinge den Rückweg antreten, mn Ediard aufz'isichen, der wohl inzwischen seinen Aifttag Qiisgeführt hatte. Mancherlei Gedanken durchkreizten sich tm Kopse des Doktors, als er nun wieder in das Tal tinabftieg, wobei er erhöhte Vorsicht gebrauchen mißte, im nicht dem Juden und dessen Leute In die Hände zi laufen. Die Abenddämmerung begann herrinz ihre- chen und die länger werdenden Schallen der westlichen Berge verliehen dem Strombett des Riis das Aussehen etnes dunkeln Nords. Perzelius lief quer über die Sandhalden nach dem Flusse hinab. Denn nachdem er vorher genau Ausschai gehalten and nichts von Zechiel ben Zehud bemerkt hatte, glaubte er sicher fein zu dürfen, daß dieser sich in den unteren Katakomben befand, um auch die dritte der Leichen nach dein Tempel zu schaffen. Gs galt also, noch vc rher v orüberzukonrrnen. um eine Begegn tag aus?.'schließen. Rach einem längeren Lauf erreichte der Dop tor den Ort. tt» er sich von Eduard getrennt hatte, und dieser wartete auch bereits a if ihn. Eduard hatte das Telegramm an den Baron auf gegeben uni) die nötigten Ledmsmittel ebt» gekauft, ferner auch ein Fe.,erzeig, eine Laterne und andres mttgebracht. (Fortsetzung folgt) L20 L8C 180 1.80 7.80 7.80 8.80 5.40 3.8 -,6< -,3l -.58 -,4K * i~ 4,76 :.u -.67 -,33 •,63 -,58 5," -'12 1.62 .3“ bemetlen: Mf- uti) £ vurden angeleg? beste AM- ^e, Qualitäten 4300 ualltäten 4000 211. 6d)toeine unter 8C -?200 M, von U d- 7300-7600 M enbgeio. 7300—7600 M Lebendgewich- nb Eber 6900-7300 m 76 Linder ohne ichandelt. Die Preise i Ttallpreisen, als sie ^Dlchtödeällste, öj»= n sich schließen. t KlemithU^^ ’* ®® Id, KtzK,,. ■'3 2^1'^627^ A S'Sä LZStz ,2^ 8flB Sm* V 15955*°,^^0 Ä Z L «***15: ‘Sen. .40 ujlage viktzeihM ir die allgemeine -8- WD.) Lord Robert Mer Me in Orford, ; nicht mir gegen den vndern er müsse auch lülen Zusammenarbeit sei eines der wichtig« tne. Mcht nur wegen fonbern auch txaen unftigen Weltfrieden iür die mtemlVonde xstehe eine der Haupt» Mlreiche Leute be- Deutschland nicht die ?, man nichts erhalten Sete werde aber Ame» nge Europa seine Wit» vende. Er sei davon en genau wie im Zahrr einen künftigen Krieg tolai.) - die Rote Valfoms. WTD.s Die »Wor- i Leitartikel, das ein- • sich über die Sol' Jeulschland.we-l 5luft Miscoen Groll' zu erweitern. en italienischen imt- ,. Testern nachmNtäg *1iÄ*i* Qnintfterral ti1, Pastor- Londoner 3 eine jyyr&i w*Sfi ‘Ä&Stf »ein 31*” »”■ _ teteM** i5»s$ "SSw* ■•rAsi MM* • jm h»r M > sfllAS ’’ Änn »"j?mel ein- a ...fl e*11 Dvr- Saab: W« Mr«« «°ab^ erwidert Gietzener Studenten. Abg. Schaub (Soz.): Wenn wir moralische Erörterungen machen wollen, muh besonders bie Lehrerschaft reorganisiert werden. Wenn nicht diese umgestaltet wird, kann die Jugend nicht gesunden. Gastspiel Fritz Junkermaun verlängert. Der bevorzugte Mittwochs-, Samstag-Nachmittags u. Sonntag-Nachrnittagä-Tane-Tee mit Vorführungen. Eintritt frei. PWD Lichtspielhaus, Bahnhofstr. Henny Porten u. Albert Bassermann in dem wundervollen Drama: G»c „F rauencpier“, MC* Man bittet, auch die Nachmittags- Vorsteilangen zu berücksichtigen. Abg. D. Dr. Diehl (Drtt.): Ich bedauere, dah sich der Abg. Reiber zu Angriffen gegen die Kirchenbehörde hat hinreihen lassen, die nicht begründet sind. Ich stelle richtig, dah ich nicht für den Passus, die Schälgüter betreffend, gestimmt habe. Die Dinge liegen so: Wir haben im Schulausschuh eingehend die Angelegenheit besprochen. Ich habe mit größter Entschiedenheit klar gemacht, dah diese Bestimmung gegen die Verfassung verstöht und dah es ein Unding ist, über etwas zu verfügen, was einem nicht gehört. Das muh zu Prozessen und unliebsamen Zwisten führen. Ich habe auch den Vorschlag gemacht. eine Zentralschulkasse zu gründen. Ich habe den einzig gangbaren Weg damit angeschlagen. Er ist abgeleh-nt worden. Wir haben nur getan, was in der Ordnung ist, dah das Eigers tum der Kirche seiner eigentlichen Bestimmung zugeführt wird. Es ist da>r in kemer Weise eine Unfreundlichkeit gegen die Lehrer, das konnte man nach der ganzen Haltung der Ki che den Lehrern gegenüber nicht unterstellen. Ich bin sehr energisch dafür eingetreten, dah die Lehrer im Besitz der Schälgüter bleiben sollen. Was die fein. Wir fordern mindestens einen . freien Aachmittag und Erholungsspaziergänge. 66 wäre auch zu überlegen, ob wir nicht mit einer Wochenstundenzahl von 30 auskvmmen, wie es in Amerika und England längst eingeführt ist. Die Derufsberatungsstellen müssen ausgebaut werden Die gesamte Schulerziehung soll im Geiste ! der Volksgemeinschaft und der Bejahung des Staates erfolgen, auch des Staates in seiner jetzigen Form. Alle Mittel müssen flüssig gemacht choerden zur Steuerung der Hot der Wissenschaft. Untere Studierenden leiden Rot In den wissenschaftlichen Hilfsmitteln. Trotz hoher Drucktasten wird die Produktion von Kitsch, Schund und Schmutz immens gesteigert, während wissenschaftliche Bücher nicht gedruckt werden können. As fragt sich ob man nicht den Schund mit c.ncr starken Sonderst euer belegen kann, die zum Druck wissenschaftlicher Werke verwendet wird. otc ^lUTvrmgung Der rumage fern, oa oer rx®» jährigen Umlegung nicht der Erntesland des Getreides, sondern die Hektarzachl der Betriebe über 5 Hektar Detriebsgröhe zugrunde zu legen beabsichtigt wird. Es kommt also nicht darauf an, wie viel der einzelne Landwirt an Getreide geerntet, sondern wie viel Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche sein Betrieb umfaßt. Der teilweisen Mitzernte an Getreide in Rheinhessen hvfscn wir durch einen Rachlatz, der uns von dem Herrn Reichsernährungsminister an unserer Gesamtumlage in Aussicht gestellt wurde, Rechnung tragen zu können. Aüich wenn dieser Aachlah erfolgt, dürfte die Ernährung der minderbemittelten BolbSschichten in dersäben Weise gewährleistet ein, als wenn Hessen mit seinem ursprünglichen Gesamtsoll, das angesichts der diesjährigen Ernte Verhältnisse eine drückende Belastung unserer Landwirtschaft bedeutete, belastet bliebe. In Fortsetzung der Schuldebatte stellt Wg. Hoffmann-Alzey (Ztr.) mehrere Ausführungen des Abg. Beider richtig. Abg. Dr. Osann (D.Bp.): Die Ausführungen des Herrn Präsidenten Aum Fall Birnbaum in ihrer höhnischen Art und Weise haoen uns tief verletzt. Wenn der Herr Präsident das nicht selbst so emvfunden hat, verstehen wir das nicht. Frau Birnbaum, unsere Kollegin, hat sich gestern selbst verteidigt, in sachlicher, richiger Weise. Die heutigen Ausführungen des Herrn Präsidenten Urstadt veranlasse;^ uns, uns voll und ganz hinter Frau Birnbaum zu stellen. Herr Urstadt hat selbst festgestellt, dah eö sich hier tun eine Unvorsichtigkeit und Harmlosigkeit gehandelt hat. Ist hierfür die Strafe der Versetzung an eine andere Schule nicht geradezu ungeheuerlich! Wäre es nicht genügend gewesen, Fräulein B. zu verwarnen? Es liegt uns fern, i chbetone das —, etwa in der Versetzung an «ne Volksschule eine Strafe zu sehen: fie liegt m der Versetzung selbst. Frl. Dtrnbaum hat 21 Jahre lang an der Schule Unterricht erteilt in Fächern, die sie an einer Volksschule gar nicht vertreten kann. Das zeugt doch von einer b^bstchtigtmi Sollten daher nicht alte Staatsgebäude bei nächster Gelegenheit geflaggt haben, so können die Gründe hierfür nicht in einer falschen -üuf- faffung oder gar in einer Vichachtung der ge- teoftenen Vo s.Fristen «-.sucht uxrhen. Die Verwendung von Rerchsfahinen und hsssr- «chen Staatsflaggen der früheren Regterimgs- fotm ist ausdrücklich verboten worden. Eine um« arbeitu-ng solcher Fahnen kommt nur für wenige Fälle in Betracht, zumal auch die früheren Reichs- ftchnen an Staatsbehörden nicht g'li fevt worden sind. Das Haus setzt die Besprechung des Kapitels Dildu n gSwesen fort. Die Vorbereitungen zir DLsYaftiNg neaer «chchs- und LcmdeSfaI>nen sind — loweit sie Nicht idton früher veranlasst waren — sofort nach Er dec neuen Vorschriften getrvfien worden. Es hat sich jrdrch hsmusgestellt, Latz es Mm testestWillen nicht möglich sern wird, die Lieferung neuer Fal/.iLN oiö zanr 1L Augustd. Is. crftloö durchsrf.chren. Villmehr wird m ir ein kleinerer Teil biS zu diesem Tage bestchafst sein Annen, im übrigen sich aber die Lieferung des wesmntdsdarls noch aut einen längeren Zeitrarm erfticcten müssen. Die Schwierigkeiten bei der Be- «Lc.ffll^g legen vor allem darin. Latz b i dem augenblicklich grotzcm Bedarf Fah. entrch nur sehr schwer auszttieiben ist. Es wird selbstverständlich von den beauftragten Behörden und Beamten nichts unverfuch g lassen we k>2n. um Die ,2tee fcrung neuer Wuhnen möglichst zu beschleunigen. Präsident Ur stabt: Wir werdwi rms mit Herrn Dr. Osann nicht einigen können. Wir er klären die Verletzung des Frl. Birnbaum sollte keine Strafe sein, sondern sie sollte im eigensten Inieresse des Frl. Birnbaum liegen. Herr Osann aber erklärt, es sei doch eine Strafe. Datz stc an der Höheren Mädchenschule nicht bleuen konnte mutz man dxh einsebe.r. Auf persönlichen Wunsch ist sie in Gietzen verblieben. 2ln- sprach auf Verwendung bei der Höheren Mädchenschule hat Frl. Birnbaum nicht. Den Vergleich mit den Aeallehrern halte ich aufrecht. Was Herrn LooS betrifft, so ist dieser nicht der Lehrerschaft auf gezwungen toortxm, es sind alle Körperschaften befragt worden. Die Lehrerschaft war durchaus nicht geschlossen gegen ityn imb torr durften ihn dem Gesetz entsprecheiid bestellen. Trotzdem ist die Lehrerschaft nochmals gehört worden. Es soll einer behaupten, datz bei- Herr Loos nicht fähig ist, sein Amt auszufüllen. Ich verbürge mich dafür, datz er für seinen Posten ge- eicmet ist. Was die Zahlung der Vichtvrdrnarien betrifft so ist unser System besser als das badische Ich stelle fest, datz die Anzeigen der Gietzener Fälle nicht von Lehiern kamen, datz also von Denunzianten keine Rede sein tonn. Heber den deutsch-völkischen Schuh- und Trutzbund sind totr anderer Ansicht tote Herr Dr. Werner. Urstadt. Abg. Dr. Werner (Dntl.) richtet die Frage an die Regierung, warum sie den Lehrer Loos trotz energischen Widerstandes der gesaim len Lehrerschaft Gießens dem Lehr, körper, dem er jetzt als Rektor vorsteht, auf- gezwungen habe. (Zurufe links: Das haben doch die Lehrer nicht zu bestimmen!) Er fragt weiter, wie es mit der Bezahlung der Richt-Ordinarien an der Universität steht? Ich begrütze es mit Genugtuung, datz nach den Darlegungen des Herrn Präsidenten ilrflabt doch sehr wenig Übrig geblieben ist von den Anklagen des Herrn Kaul, lErregter Widerspruch und Zurufe links. Der Redner ersucht den Präsidenten um SckMtz.) Gs wäre doch besser, wenn Sie (zur Linken) sich vorher unterrichteten, ehe Sie hier solche Anklagen vorbringen. Ich wende mich mit Entrüstung gegen die niedrigen Denunzianten, die in Konferenzzimmern schnüffeln, um sich bann oben lieb Kind zu machen. (Ständige erregte Ävischen i ute ) Die Iugendgemcinschaft in Laubach scheint der Herr Präsident verwechselt zu haben. Diese bat sehr segensreich gewirkt. QHan tixrb die deutsche Bewegung in der Jugend nicht unterdrücken können. Seien Sie doch großzügiger und haben Sie nicht diese furchtbare Angst vor den Deutschnationalen. (Zwischenrufe.) ®er Regier twlemisiert im weiteren gegen den Abg. Rewer, der Person und System verwechsele, und meint, es sei nicht ritterlich, dem Kaiser Desertion vvrzuwerfen, der tatsächlich von seinem Thron heruntergebogen wurde durch die Regierung des Prinzen Max von Baden. Einem gesunden Fortschritt in der Schule werden wir uns nie widersehen. Abg. Kaul (Soz.) polemisiert gegen die Abg Osann und Werner wegen des Falles Birnbaum (Bvavo rechts.) Rach der Pause teilt Präsident Adelung mit, datz der Aellestenrat beschlossen hat, die Geschäftslage damit zu regeln, datz bis Mittwoc > nächster Woche der Voranschlag erledigt sein mutz, evtl, mit Rachmitlag.- sitzungern Die gegen- toärttge Session mutz Ende nächster Woche geschlossen werden. Auf eine kleine Anfrage des Abg. Schaub (älSP.) wogen der Sicherstellung de- GetreideumlaM Abg. Dr. Werner (D.-R.): Ich will aus die Dinge nicht weiter eingehen (Zuruf links: Das glaube ich!! - Abg. Werner: Herr Bornemann, Sie sind gar nicht in der Lage, diese Dinge zu verstehen.) Die welteren Ausführungen des Redners gehen in der ulnruhe verlorren. Abg Frl Birnbaum (D. Bp.): Ich möchte gegenüber der Feststellung, datz meine Besetzung feine Strafe sein sollte, verweisen auf baS, was der frühere Herr Präsident des LandesbildungS- w.dmungen, ^besondwe aiäf ün lick auf die für den 1L August beu -Sag ber chme der W.iinaver Rcrch v.nfufsung borge lifcrteberuc Brflaggung der öffentlichen D.baude toe Regimrn^ das Nachstehende z u erklären: MrSwrrtftyaft svMe YS) nicht dagegen ittaucen. Durch den Wegfall des Militärdienstes sind zwei Jahre gewonnen, die sich für die Landwuck- schäft materiell auswirken, sie solle darum nichts gegen den Fortbildungsunterricht einwenden. Vom Herrn Staatspräsidenten und Minister des Innern erwarten wir, datz sie zur Wahrung des von uns beschlossenen Schulgesetzes die Autorität des S:aa- I les geltend machen. Ich meine dabei die Verüxtt° tung der Schulgüter. Sie sind zugestandenermatzen umstrittener Besitz, aber sie bienten bisher sur Besoldung und sollen es in irgendeiner Form bleiben. Das hat der Landtag beschlossen Die Kirchenbehörde aber erklärt nun, die §§ 40 und 41 seien nicht verfassungsgemätz und für sie nicht bindend. Die Kirchenbehöroe hat nichts getan, diese Bestimmungen anzugreifen, sondern hat fie einfach als nicht vorhanden betrachtet. Sie hat mit Lehrern Einzelabmachungen getroffen, diese also gur Heber* tretung des Gesetzes veranlassen wollen. Ich frage den Herrn Staatspräsidenten, was er. hierzu getan hat oder tun a>iu. Ich tann nur mit einer gewissen Bitterkeit von diesem Vorgehen der Kirche sprechen. Wenn Herr Abg. Werner immer darauf verweist, datz viele Lehrer früher Kaisergedichte gemacht hkben, die heute Republikaner sind, so ist zu sagen: Die Haltung des Kaisers am 2. August. 1914 war eine andere als die in den Rvvembertagen 1918. Es war für manchen vvn uns eine Katastrophe, als er sich wie der Mann, der von uns allen die Haltung unseres Eides trotz allem und allem verlangte, seinen Eid uns gegenüber nicht gehalten hat. (Oho! Widerspruch rechts, erregte Zwischm.ufe, grotze Llnruhe. Präsident Adelung bittet wiederholt um Ruhe.) In den Lehr- und Schulbüchern verlangen wir nichts anderes als die Anerkenming unserer Anschauung und lllebErzeugung. Die Vorkommnisse in Gietzen scheinen mir doch schwer bedenklich und bedürfen dringend der Untersuchung. Ebenso das Verhalten der Präsident Llrstadt: Ich widerliche derVer- . .suchung, auch meinerseits eine Art meiner Weltanschauung abzulegen. Herr Abg. Werner hat konstatiert, datz nach dem Wechsel In der Leitung der Schulabteilung eine bemerkenswerte Rühe eingetreten ist. Wenn er damit gemeint hat, datz die Reformbewe-gungen nunmehr aufhören, mutz ich ihm eine Enttäuschung bereiten. Das wird wellergeführt. Zunächst mutzte natürlich eine Ruhepause eintceten, denn es genügt nicht, schöne neue Gesetze zu machen, sie müffen auct) duichgeführt werden, und das macht eine Menge Arbeit. Da ist vor allem eine Umgestaltung der Lchrpläne notirenbig, die WLitechilhung der Em- heitsschule usw. Wenn die vielen großen Steuerungen durchgeführt sind, zunächst auf dem Ver» vrdnungswcge, und erprobt, dann weroen wir auch daran gchen, fie gesetzlich feftjAilegen. Dann erst wird die Umgestaltung des gesamten Schulwesens erreicht werden Die Schulsterier ist uns sicher sympathisch Ser Abg. Dr. Werner bat fidi. wegen der 'Vermehrung der Fachlehrerstellen wöhl an die falsche Adresse gewandt. 1923 werden wir allerdings diese Frage gründlich prüfen mus- fen, vor allem die Zckhlenverhästnisse. Zur Angelegenheit Frau Birnbaum Hai had gefamt» Ministerium zu entscheiden. Vach den Akten ist der Fall etwas anders. Frau Bnimbaum pat ftlbst zugegetern, da tzsie einen Gralulationsbines, den die Kinder ihr vorlegten, unterschrieben hat. ouflcgeben in politischer Harmlosigk it. Das tPurye als ein Verstvtz gegen die Dienstord nung betrachtet Frau Birmbaum aber, weil chre Vbsicht ntehi unterstellt a * de. auch nicht disziplinarisch bestraft, sondern versetzt. Datz sie diese Dertetzung als schwere Strafe empfunden Hat, daraus rammt es nicht an (Oho!), das ist subjektives Empfinden. Sir war ehedem als Dolksschültehr-rrin angestellt und konnte auch nieder zur Voltsschu'? versetzt werden. — Die Mternbeiräte sind berechtigt. Es fbimten längst an allen Schulen solche bestehen, Aber man hat unsere früheren Anregungen dahin nicht immer beachtet. Was die Schulguter betrifft, so 'ist es richtig, datz das eine rein ruristische Frage ist, die man ganz sachlich und ruhig, ohne erhitzte Debatten erledigen tann. Erfreulich tixire es allerdings, datz die Kirche als ehemalige Mutter der Schule dtete T age nicht vein juristisch entscheiden lätzt, sondern ihrem Kmd der Schule gegenüber eine entgegenkommenve HÄtung einnimmt. Die Rachprüfung dec Schlllc-sebüchrr erfolgt tatsächlich. Ich habe die Herren drr Kom- ml-ssion ober ausdrücklich baa^tragt, nicht gar zu kleinlich zu verfahren. .Die Hauptsache ist doch nicht die Entfernung von Bildern, Gedichten usw., sondern das ist die Positive Schaffung von neuen geeigneten Lesebüchern. Das ist eine grobe Geldfrage bet der noch die Eltern mitzusprechen haben. ’ Das Geschichtsbuch von Martens, in dem gesagt wird, datz Deutschland schuld am Kriege ist billigen wir auch nicht. In einem Geschichtsbuch müssen die Schicksale des Volles im Vordergrund stckhrn, nicht die der Dynastien Was die höheren Bürgerschulen betrifft sv bedeutet die Streichung des Zuschusses, die Abg. Kaul will die Beseitigung dieser Schulen. Damit können wir uns nicht einverstanden erklären. Ich mutz im Trotzen und Ganzen da dem Abg. Diehl zu stimmen. Viel für die Zukunft erwarte ich von den Aufbauschulen. Di- Lösung dieser Frage sollte man vorerst verschieben. Datz das Verhältnis der Schule zur Republik nicht überall befriedigend ist mutz zigegeben werden. Es ist gut bei den Volksschulen, weniger gut bei den höheren Schulen und noch weniger gut bei der Studentenschaft. Ich söge absichtlich nicht Universität. Datz Hochschul- lebret im Dienst gegen die neue Staatsform agitiert haben, ist uns nicht glaubhaft bekannt geworden. (Hört! Hört!) Was die Kleine Anfrage wegen des Lehrers Keil-Klein-Linden betrifft, so liegt die Untersuchung jetzt vor und stellt die Angelegenheit als durchaus harmlos dar. So ist es auch in anderen Fällen. Die Reden zur Rathenaufeier habe ich in grvtzem Umfang angefordert. Ts hat keinen Anlah zur Bestrafung gegeben. Die Untersuchung der Gievener Fälle ist noch nicht endgültig abgeschossen, ich möchte darum mit meinem Urteil noch zurück h a l t e n. Es wäre besser gewesen, ttenn auch die Abgeordneten das getan hätten. W die Auflösung der Deutschen Iugendgemelnschaft betrifft, so steht diese Gemeinschaft auf völkischem Boden. Wir sind anderer Ansicht als Herr Dr Werner, der die Hakenkreuzbewegung nur als nationale und sittliche Auswärtsbewegung bezeichnete. Wan hat jüdische Schuler nicht ausgenommen. Das burftefa wir nicht dulden. Abg. Hoffman n°Alzey (Z.): Wir erleben wieder bittere Stunden. Abermals sind uns schärfste Maßnahmen angedroht. Immer noch fehlt uns der Geist des Friedens, der Versöhnung. Die Aot der Jugend ist groh und grvtz sind ihre sittlichen Gefahren. Sie bedarf darum mehr wie bisher sittlicher Führung. Geringere Berufsbildung mutz mit dieser sittlichen Führung Hand in Hand gehen. Die Deform der Lehrerbildung ist durch die Deichsversassung festgelegt und die Lehversemmare sind durch Aufbauschulen erseht worden. Wir be- grüßen den Ausbau des pädagogischen Kursus. Dir halten ein Studium von sechs Semestern für notwendig. Die intellektuelle Bildung mutz getragen sein vvn vaterländischer, religiöser und sittlicher Gesinnung. Sonst erziehen wir keine Volksführer, sondern Verführer. Wir unterschätzen sicher nicht die intellektuelle Bildung, aber wir halten die den inneren Menschen bildende und vertiefende Ausführungen des Herrn Kaul betreffen, sv glaube , Aeliaion für unentbehrlich. Der Weg, den die | ich, datz et die höheren Bürgerschulen in Hessen । Reichsverfassung vorzeichnet, ist der einzig rieb- gar nicht kennt. Er verwechselt sie mit ganz un° tige. Wir lassen jedem seine Freiheit. Wie Kel- gleichartigen in anderen Staaten. Es toare ttef» teler einst erklärte, wir haben nichts dagegen, datz bedauerlich, wollte man den kleinen höheren ungläubige Eltern ihre Kinder im Unglauben er- Bürgeilchulen auf dem Lande das Lebenslicht ziehen, wir fordern aber auch, datz christlich-gläu- ausblasen. (Sehr richtig.) bige Eltern ihre Kinder christlich erziehen können. 2lba Lenhart (Ztr.): Dem Bedauern des Für dieses Elternrecht treten wir imbebtngl.em. Vorredners über die Angriffe des Abg. Reiber Dir gehen darin weiter wie Herr Kollege Schian, ^ttch voll und ganz aiffchlietzen. Ich be- die christliche Simultanschule genügt uns nicht, wir h^Eie datz die Angelegenheit überhaupt rm fordern die Konfessionsschule. Wir begruben Die Stadium hier angeschnitten wurde. Der Tinrichtung des Arbeits- und des Werkunterrichts, ^„s^liche und gereizte Ton war sicher unbevech- Dies alles aber sind nur Vorarbeiten zur Gr- t- t ziehung des inneren Menschen. Die Spielnachmit- ‘ v Es ist toenia ae- tage sind ebenfalls zu begrützen, im allgemeinen K i n d t lDt.chnEll Es M wenig ge^ S*£SSä’S‘ä »ÄStAS s s MWWSWMW-Z Mr L Äku «Wng g-g-bcn ha.. (Sme^te diesen Schulfragen in weitgehendstem Matze die Unruhe.) .... Eltern befragt toerbm. Darum sind totr für die Abg. Dr. Schian (D.Vp.): Es ist richtig, Elternbeiräte. Die Rot des Volkes schlägt auch I der Aufsatz des Schulers der ihre Wellen in die höheren Schuten. Die Schüler Gießener Oberrealschule dieser setzen sich in der Mebriahl zusammen au« irynrb-m Aber beweist denn $tee baten groabefo “ntet 6er UntererndSrung s mietet and teftraft geUttCT tme Mr fortern au* 6ier M- ton man den Direkter für hie etntoning Sqxularett« toiednch mcht nur untesoM-nen Schülers ter- mefien und L.egen soll, sondern »t d, J ipiM „i, aufgaben» ^ere(^t(gt deutschen Unterricht in der Klasse, der dieser Schüler angehört, erteilt ein Lehrer, der Mitglied des Zentrums und demokratischer Gesinnung ist. Soll dieser Lehrer etwa Schuld daran fein? Das Eigenartige an den sonst erhobenen Vorwürfen ist, datz doch offenbar ein Lehrer jetzt den Direktor beschuldigt, ohne ihn, tote es seine Pflicht gewesen wäre, zur rechten Zeit auf die angeblichen Mißstände aufmerksam zu machen. Eine derartige Untergrabung jeglichen Vertrauens mutz zu dem Ruin unserer Schulen führen. Die Schilderungen des Abg. Reiber über die Verhältnisse und Vorgänge an der Giehencr I Universität entsprechen nicht den Tatsachen Redner stellt Einzelheiten richtig Die Universität erkenne mit Dank an, datz der Staat für fic sorgt, sie bittet aber auch um Vertrauen. Wir sind von Herzen bereit zu der groben Volksgemeinschaft, wenn diese im wahren Sinne gemeint und nicht einen Volksteil ausschltetzt. Abg. Reiber (Dem.): Unser Ideal zur ersten Schulerziehung ist nach wie vor die Einheitsschule. Hierin ist die Gliederung nach Begabung und Leistung durchaus zu fordern. Uns hat die Rot zu einer Schicksalsgemeinschaft Susammengeschtoeist, wir müssen diese Äot gemeinsam tragen und dazu soll auch die Schule erziehen. An der Simultanschule wollen wir festhalten, tote toti sie in Hessen gehabt haben. Man soll nicht darüber streiten, ob .üefe Simn'tenschule christlich ist oder nicht. Wir verlangen, datz man auch die Deferm der Hochschulen baldigst durchführt, und haft tnan jedes Mittel anwendet, der Rot der Hochschulen zu steuern. Auf dem Gebiet der Schulorganisation bleibt noch eine Wenge zu tun. Das Schillg-sc.-, ist erst ein Anfang dazu. Die Lvrtbillmng .schule mutz auSgebaut werden und die yaptoen aumxyemryule nani H. 1( ousdMi, und die ■ 6ic ?eilbei WHIien eir ffmben lül*h9 be« ^leß Anida 47' Zr Jjfai 291< ätz^ h^nbci Ss* iKs Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Gießen 07510 Statt Karten! 7239V 07496 Behördliche Anzeigen 7251D mit diesen LoS 1: im Hause 2: 3: 4: Schlüter & Jost ”‘aA 72328 Amend. Verkaufe 7246 20—50800 Tük. auf 1. »d. 2. Hypothek nneaulcib. Nab. 1 J.Baer, Ostanlage29. 07605 (7245D .Hochbauamt. Haag. Sie vminiM ©iegener Sranenoerehe NWeillmein, SoongeL Wheikeivelein Frankfurt a. M., Mainzer Landstr. 69. Orfi - Prothesen für Veinverkürzungen nach Gutachten von Dr. med. Jost. Prima alte und neue Frankfurt .........Hili. Morgen abend Alter Herreu- Abend. Gießen, den 27. Full 1922. Hessisches Kulturbauamt. 3.03.: Lorenz. ßür in. Gutshaushatt suche idj ein tüchtiges Küchcnmädchen. Mort»* kenntniffe nicht erfordert. Anfängerin wirb angel. Anfangst.40bMpr.Mon. Zustände nach dem Msholverdot. Tagesordnung: gwangsinnung. Freie Schneider-Innung. Heinz HUdmann und Frau Maria geb. Kopsch Sonntag, 6. August, nachmittags 3 Uhr, Versammlung im Hotel Hopfeld sämtlicher selbständiger Schneider und Schneiderinnen der Stadt und des Landkreises (Ziehen. Todesanzeige. Gestern nachmittag 3 Uhr wurde meine innigst- gdiebte, herzensgute Frau, unsere teure, unvergeßliche, treusorgende Mutter, Tochter, Schwägerin und Nichte Frau Katharine Volk geb. Hahn von ihrem langen,quäl vollen,mitgrößterGeduld ertragenen Lei den,im Alter von 42 Jahren durch einen sanftenTod erlöst. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Volk und Sohn Philipp Hahn II. nebst allen Angehörigen. Annerod, den 4. August 1922. Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. August, nachmittags 3V2 Uhr statt. Dentist Graef verreist. Theodor Schmidt Augendiagnose und Homöopathie Gießen, Lonystraße 2 Straßenbahnhaltestelle Bürgermeisterei Sprechstunden außer Sonntags von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachm. 071,» Herstellung von etwa 6000 lfdm. Bewäffe- rungsgräben, Herstellung von etwa 3400 lfdm. Entwässerungsgraben und kleine Derschleifungen, Verlegung von Zementröhren, Chaussie- rungs- und Pflasterarbeiten, Herstellung von Betonschleusen und Gisen- betonüberfuhrungen. in- imd total von1 Juda null Ettel* Zahle für Juwelen, Gold und Silber die höchst. Tagespreise! Zaltosgelbisse und einzelne Zähne per Zahn 30 und 35 Mark. Nur Freitags und Samstags! Kirchenplatz23 II.r.(hintd.Kirche) Gold-, Silber-, Platin-Gegenstände Brillanten, größere Steine, Zahngebisse goldene Uhren und Ketten zum Tageskurs sofort gesucht. G. Gümblein, Bruchstr. 19!L Komme auch ins Haus. Bangenossenschatt 1894, G. m. b. B., Gießen Einladung zur MMMWUkSSWlMsMMW Freitag, den 11. August 1922, abends 8 Ahr, im Katholischen BereinShause. r Tagesordnung. Erhöhung der Geschäftsanteile — Aenderung der §§ 31 bis 35 der Satzung. Gemah § 23 der Satzung ist diese Versammlung ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Genossen beschlußfähig. 72481) Der Vorstand und Aufsichtsrat. Aiim oatotgc sucht- Mar 9)10 tu in. 075L Bahn Hofstr. 4. Voranschlag, Pläne und Bedingungen liegen auf der Bürgermeisterei Heuchelheim offen. Ange- bote in Prozenten des Voranschlags sind verschlossen und postftei zum Gröffnungstermin am Mittwoch, den 9. August, vormittags 9 Ahr auf dem Rat- Hause zu Heuchelheim einzureichen. Freie Auswahl Vorbehalten. Zuschlagsftist 3 Wochen. junge Dame m.schönerHand- schrift, welchc| auch einfache Arbeiten der Werbeabt'-i- luntr zu erledigen hat. Kaufmännische Vorbildung ist nicht erforderlich. Bewerbungen unterdemKenn wortBücOierel an die 7244V MEGDIN IG. Buizbach / Hessen. Abt. Sekretariat. 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August 1922, vormittags 10 Llhr, bei der Kreisbauverwaltung Gietzen einzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt auf Zimmer Rr. 18 zum gleichen Termin in Gegenwart erschienener Bewerber. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gietzen, den 31. Juli 1922. Kreisbauverwaltung Gietzen. Cellarius, Regierungsbaurat. 72138 Ärbeitsvergebung. Für die Verbesserung der Kahnwiesen in Heuchelheim sollen nachfolgende Arbeiten und Lieferungen in einzelnen Losen vergeben werden: (Sieter MH!n6 oon 1900 e. B. SamStag, 5. August. abeubS 8'/, Ubr: Stier des MMMM im Hindenburg (Herrenabend). Um vollzähl. Erscheinen wird gebe en. 7231v Der Vorstand. ■¥■ A 5. Aug. 1922, 8* o Ubr, Die unterzeichneten Vereine bitten ibrelllnrh q Cnipirnnof Mitglieder um recht zahlreichen Besuch 3 3IUWIUME! des Vortrages des Herrn Pfarrers FBI (Bet)mann über: 'g M|F|| A Die amerikanischen ull Ilio 1 Pony 110 cm hoch, 4 jährig, züglest, lausche auch aufetwaS grötzereS.mltAufzahtuna. HUttenbereer, (tzletzcn, Waschanstalt. 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