—ifr rofl ton 25 000 aus n Kapitel 58, LandeS- ie DergütMg des Mvis M., die Leigüvmg für 18 020 M, sür Teelfvme ngsaÄeiten ton 9000 M 134^2 i3?'85 X&S 2TPcr )sitivn und uf den LeMN jder in I-B j, sowie 'eu^ «yu ihm W V-aber auf der rer »ir.“tr Grund' m?rhat b Kt# in ÄA« [ae-ila. , Pli »' '•Sy.^-5 SLH nicht w gilt m ens, denfÄ ft/rtt' i 'S#»1? Psm. * ^ld ,864,10 ty0 1032'zqn 881'10 ’S» « 177225 ?»,95 3® 4025] 7in» aa o.n.r1 Ur. 154 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche örzugspreise: Mb. 22.50 und Mk. 2.50 Trägerlohn, durch diePost Mk. 25.—, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für die Schrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Atyeiaer Sietzen. Postscheckkonto: Kranksnrt a. M. 11686. Erstes Blatt 172. Jahrgang Vlenstag, 4. Juli 1922 GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- und Steindruckerei U. Lange. Fchriftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv. 34 mm Breit« örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 u/0 Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. Die Darmstädter Vorkommnisse. Es liegt uns völlig fern, die Darmstädter Ausschreitungen über Gebühr aufbauschen zu wollen, um andere Notwendigkeiten damit vergessen zu machen. Allein so gut die Mordtaten an Erzberger und Rathenau ihre volle Beleuchtung und Sühne finden müssen, so müssen auch diese furchtbaren Roheiten in Darmstadt, die sich unter ganz unglaublichen Verhältnissen und Vorbedingungen abspielen konnten, nach jeder Richtung hin geprüft und beurteilt werden. Wir sahen gestern an der Hand der Berichtigung des Ministers von Brentano, wie die Dannstädttr Zeitung es für gestattet hielt, Wahrheiten, wohl „im Interesse der guten Sache", zu fälschen und damit die Bevölkerung weiter zu verhetzen. Die Sprache der Ereignisse selbst darf nicht abgeschwächt werden, und gerade bei der öffentlichen Behandlung solcher Fälle können die Methoden bloßgelegt werden, die unser politisches Leben vergiften. Eine besondere Betrachtung verdient darum auch das Benehmen der „Frankfurter Zeitung" aus Anlaß der Darmstadter Gewalttaten. D r. Osann Hat an die Redaktion der „Frankfurter Zeitung" die folgende Berichtigung gesandt: „3n der Rümmer vom Mittwoch berichteten Sie über die Vorkommnisse in Darmstadt anläßlich des Denrvnstrationszuges, daß die Wohnung des Abg. Dr. Osann „geraum t“ worden sei und daß dieser geflüchtet gewesen sei. Das ist unrichtig: Wahr ist vielmehr, daß von der eingedrungenen Menschenmenge sämtliche Möbel in zwei Stockwerken vernichtet wurden, Schränke, Tische, Stühle usw. zerschlagen und in den Garten und Vorgarten geworfen wurden, ebenso Bettzeug, Weißzeug, Kücheneinrichtung zerstört wurden. ,Weiter sind Bücher, Schriften, Briefe, Roten, Akten zerf^t und zum Fenster hrnausgeschleudert, ein Flügel zerschlagen und zerbrochen und einzelne Teile ebenfalls zum Fenster hrnausgeworfen. Viele wertvolle Familienstücke, wilder- und andere Gegenstände sind uns geraubt, schönste Sammlungen vernichtet. Solch brutales Zerflövmigswerk kann ich nicht „Räumung" nennen. — Ich bin nicht geflüchtet, ich war in dem Hause, trat der eindringenden Menge entgegen, ohne Grfolg; ich bin nicht mißhandelt toorben, niemand hat mich angegriffen. Ich wurde bann in ein Zimmer gedrängt, in das die Menschenmenge dank einer wunderbaren Vorsehung nicht embrang; von dort hörten nriine Frau, meine Tochter und ich machtlos und schutzlos über eine Sttinde lang die Vernichtung unseres in mehr als dreißigjähriger Arbeit gemeinsam auf- gebauten Lebenswerkes durch die eingedrungene Menge. Das ist in ganz kurzen Zügen der wahre Sachverhalt. Aus war, wie der übrigen Presse, der Wortlaut dieser Erklärung Osanns schon vor drei Tagen zugegangen; wir waren gespannt darauf, wie die „Franks. Ztg." sich darauf verhalten würde. Erst heute bringt sie in einer interessanten Umstellung die Berichtigung Osanns, die ihr offenbar höchst peinlich war, in folgender Wendung: Zu den Ausschreitungen in Darmstadt am 27. Juni schickt uns der Abg. Dr. O s a n n noch eine Darstellung, in der es heißt: „Ich bin nid# gefluchtet, ich war in dem Hause, trat der cindringenden Menge entgegen, ohne Erfolg; ich bin nicht mißhandelt worden, niemand hat mich angegriffen. Ich wurde dann in ein Zimmer gedrängt, in das die Menschenmenge dank einer wunderbaren Vorsehung nicht eindrang... „Die Meldung, daß seine Wohnung geräumt worden sei, bezeichnet Herr Dr. Osann als unrichtig und schreibt ihr gegenüber: „Wahr ist vielmehr, daß von der eingedrungenen Menschenmenge sämtliche Möbel in zwei Stockwerken vernichtet wurden, Schränke. Tische, Stühle usw. zerschlagen und in den Garten und Vorgarten geworfen wurden, ebenso Bettzeug, Weißzeug, Kücheneinrichtung zerstört wurden. Weiter sind Bücher, Schriften, Briefe, Roten, Akten zerfetzt und zum Fenster hinausgeschleudert, ein Flügel zerschlagen und zerbrochen und einzelne Teile ebenfalls zum Fenster hinausgeworfen. Viele wertvolle Familienstücke, Silber und andere Gegenstände sind uns geraubt, schönste Sammlungen vernichtet." Die „Franks. Ztg." hatte ursprünglich keine Worte eines besonderen Bedcmerns; sie hatte nur kurz von den „n i ch t z u b i l l i g e n - den" Vorgängen gesprochen. Heute, nach einigen Tagen, scheint das Blatt langsam einzusehen, daß mit Haß und Leidenschaft keine vernünftige Politik zu machen ist. Immerhin nimmt sie sich der Wahrheit nur halb an, denn die sonst auf ihren Quellenreichtum so Stolze hat die Hergänge bei der Mißhandlung Din- geldehS bisher nur unzulänglich ihren Lesern unterbreitet. Dolle Wahrheit ist aber unentbehrlich bei politischen Auseinandersetzungen so ttagischer Art. Wenn die „Frankfurt. Ztg." im Anschluß an die Berichtigung OsannS von „Stimmungsmache" spricht, mit denen die Rechtsparteien die Darmstädter Fälle behandelten, so hat s i e zu einer solchen Vorhaltung wahrlich das wenigste Recht. Daß sie nachttäglich „jede derartige Ausschreitung auch gegen die verhaßtesten Führer der Reaktion aufs allerschärfste verurteilt", ist hoffentlich ein Anzeichen dafür, daß sie sich bemüht, auf die Wege einer einwandfreien journalistischen Kancpfesführung, die sie seit einiger Zeit ganz verlassen hatte, zurückzukehren. ..... ■iMwgWMMTm — — Ein Ueberfall aus Harden. Berlin, 3. Juli. (WTB.) Heute abend gegen 8 Ahr wurde Maximilian Harde n in der Rähe seiner Wohnung v o n z w e i Männern überfallen und mit Tot- schlägernbearbeitet. Harden trug fünf Kopfverletzungen davon und wurde bewußtlos in seine Wohnung gebracht. Ein vermutlicher Täter wurde verhaftet. Wenn einer der Täter erfreulicherweise hat verhaftet werden können, so wird auch diese höchst bedauerliche Gewalttat in ih^en Ursprüngen wohl volle Aufklärung und Sühne finden können. Eintritt der Unabhängigen in das Kabinett Wirth? Berlin, 4. Juli. (Privattel.) Das Rach- richtenblatt der Berliner Arbeiterschaft veröffentlicht den Wortlaut des Briefwechsels der beiden sozialdemokratischen Parteien über den eventl. Eintritt der Tl. S. P. D. in die Reichsregierung. Der Brief des Vorstandes der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion gez. Hermann Müller lautet: In den Besprechungen, die Vertreter unseres FraktionsvorstandeZ mit Vertretern eures F.ai- tionsvorstandeZ nach der Ermordung Rathenaus hatten, erfiärte unser Vertreter mehrfach, daß eine dauernde Riederhaltung der Monarchisten nur möglich sei. wenn eine feste republikanische Regierung gebildet wird. Eine Regierung, die wie die bisherige ohne feste Mehrheit ist und deshalb heute nach links, morgen nach rechts Anschluß suchen muß, um ihre Vorlagen durchzubringen, wird die republikanischen Einrichtungen unseres Staates nicht so stark sichern können, daß die Gegner der heutigen Staatsform ihre gewaltsamen Angriffe auf die Republik als aussichtslos einstellen. Wenn nach der Ermordung Rathenaus nicht alle Maßnahmen durchgeführt wurden, so geschah dies nicht zuletzt deshalb, weil wir eine starke republikanische Regierung nicht hatten. Eine solche zu bilden, dünke uns erste Pflicht. Wir sttmmen darin mit dem Allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbund durchaus überein. Wir fragen euch deshalb, ob ihr in der neuen, durch die Ermordung Rathenaus geschaffenen ernsten Situation bereit seid, in das K a - binett Wirth einzutreten. Wir bitten um baldige Antwort und bemerken zug'eich, daß unterer festen Ucbergeugung nach die Widerstände, die MH)er bei den anderen Koalitionsparteien vorhanden waren, jetzt zu überwinden sind, wenn wir den Wunsch der Erweiterung der Regierung nach links aussprechen. Das Antwortschreiben der Zentralleitung der Unabhängigen, gez. Eris Pi en, lautet: In Beantwortung Ihres Briefes vom 2. 7. teilen wir Ihnen mit: Angesichts der gegenwärtigen außerordentlichen Situation sind wir bereit, mit Ihrer Partei unter Hinzuziehung der gewerkschaftlichen Spihenorganisationen über die Frage des Eintritts unserer Partei in die Reichsregierung zu verhandeln. Wie das Rachrichtenblatt im Anschluß an diesen Briefwechsel mitteilt, verhandelten Montag nachmittag die gewerkschaftlichen Spitzenvrgani- fationen und die beiden sozialdemokratischen Parteien über den Eintritt der Unabhängigen in die Reichsregierung. Zwischen den verhandelnden Parteien habe bestes Einvernehmen geherrscht. Am Dienstag sollen die Verhandlungen mit den bürgerlichen Koalitionsparteien ausgenommen werden. Der Gesetzentwurf zum Schutze der Repubtik vom Reichsrat angenommen. Berlin, 3. Juli. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Reichsrats ist der Gesetzentwurf zum Schuhe der Republik mit 43 gegen 18 Stimmen angenommen worden. Dagegen stimmten außer Bayern die Provinzen Ostpreußen, Brandenburg, Pommern, Westpreuhen-Posen, Riederschlesien, Oberschlesien, Schleswig-Holstein und Hessen-Rassau. Das Amnestiegeseh wurde mit 55 gegen 11 Stimmen gleichfalls angenommen. Dagegen stimmten Bayern und Bremen. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit ist also bei beiden Gesetzentwürfen vorhanden. Die Haltung Bayerns. München, 4. Juli. (WTB.) Im Ministerrat berichteten am Samstag, wie nichtamtlich gemeldet wird, Ministerpräsident .Graf Lerchenfeld unb Minister Schweher über das Ergebnis der Ministerbesprechung in Berlin, Es wurde der Inhalt des vom Ministerpräsidenten vorgelegten Gesetzentwurfes besprochen, der die Haltung der bayerischen Regierung begründet und vom Ministerrat gebilligt. In der weiteren Beratung wurden die Instruktionen für die Haltung des bayerischen Vertreters in Berlin festgelegt. Die Haltung der Regierung wurde auch von den Führern der Koalitions- Parteien einmütig gebilligt Die Kundgebungen. Berlin, 4. Juli. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, die Afa und die beiden sozialdemokratischen Parteien veröffentlichen zur heutigen Demonstration einen Ausruf, in dem es heißt: Es mehren sich die Anzeichen, daß die heutige Demonstration durch Provokateure geflori und die Arbeiterschaft zu unbesonnenen Schritten, wenn nicht zu Gewalttätigkeiten verleitet werden soll. Es ist damit zu rechnen, daß Spitzel und Provokateure sich unter die Demonstranten mischen. Wo wilde Redner auftreten, handeln sie gegen den Willen der unterzeichneten Organisationen. Der Aufruf mahnt die Teilnehmer an der Demonstration, sich in keiner Weise^eizen zu lassen, sondern kaltes Blut zu bewayRn. Der Stand der deutschen Mark. Paris, 3. Juli. (WTB.) Die deutsche M a r r hat heute in Paris ihren niedrigsten Stand erreicht. Der „Temps" stellt fest, daß 100 Mart 2,73 Francs wert find. Der höchste Kurs sei am 24. März mit 3,27 Francs an der Pariser Börse verzeichnet worden. Die deutsche Papiermark fei also heute noch weniger als em Hundertstel Gold mar c wert. Der Bürgerkrieg in Irland. London, 3. Juli. (WTB.) Blättermeldungen zufolge begann heute vormittag Kst/s Ahr in der Sackville-Street in Dublin eine große Schlacht um die letzten Stützpunkte der irischen Rebellen. Der Kampf, bei dem Maschine n - g e w e h r e und Panzerwagen in Tätigkeit kamen, dauerte auch den Rachmittag an. — Spätere Meldungen besagen, daß während einer Pause zwei Geistliche das Gresham-Hotel, in dem sich de Valera befindet, verließen, wie erklärt wird, aus Anweisung. Eine weitere Meldung besagt, daß ter Bürgermeister von Dublin, der bei den letzten Verhandlungsversuchen, die von de Valera verworfen wurden, vermittelt, gefangen genommen worden ist. Aus dem Reiche. Aus dem Verfassungsausschuß des preußischen Landtags. Berlin, 3. Juli. (WTB.) Der Verfas- sungsausschuh des preußischen Landtages hat den sozialdemokratischen Antrag angenommen, bei der Reichsregierung auf das Verbot des T.ragens der Friedensuniform hin- zuwirken. Ferner wurde der demokratische-Antrag angenommen, Z£h" Kreis blättern, Tie monarchistischen Bestrebungen dienstbar sind, die amtlichen Bekanntmachungen zu entziehen und an anderen Stellen amtliche Publikationsorgane zu schaffen, die die Politik der Staatsregierung vertreten. Die erste Lesung der Vorlage zum Schutze der Republik wurde beendet. Aus der Derliner Stadtverordnetenversammlung. Berlin, 3. Juli. (WTB.) Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer heutigen Sitzung mit g>ll en bürgerlichen Stimmen gegen bte der Sozialisten den Antrag der Sozialdemokraten auf Entfernung der H o h e n z o l l e rn b i l d e r usw. aus den Schulen und öffentlichen Anstalten abgelehnt. Zum Slaatsgerichtshos berufen. mc. Frankfurt a. M., 3. Juli. Land- geri'chtsdirektor <^r. Alken tpurbe als Tlnter- suchungsrichter zum Staatsgericytshof nach Leipzig berufen. Alken ist Zentrumsmitglied. Georg v. Vollmar y. Berlin , 4. Juli. (Prw.-Telegr.) Die Leiche Georg von V o l I m a, r s , der am S^mttag gestorben ist, ist am Montag abend in München eilige troffen. Die Deisehungsfeierlichkeiten, die vor der Einäscherung Samstag nachmittag stattsinden, werden sich, wie das Rachrichtenblatt mitteilt, zu einer großen Kundgebung der Münchener Arbeiterschaft und d'r politischen Führer der deutschen 'Soziald.'m.r'atie gestalten. Der Fremdenverkehr im bayrischen Oberland. München, 30. Juni. Aus eine Anfrage tm bayerischen Landtag über die Verhältnisse des Fremdenverkehrs im bayerischen Oberland erwiderte Staatsrat v. Meinel, die Fremdenzahl sei erheblich geringer als man erwartet habe. Was insbesondere München anbelange, so sei die Zahl der Fremdenbesucher aus dem Ausland größer als im Vorjahr, die der nicht bayerischen Deutschen dagegen sehr viel kleiner. Dies habe seinen Grund in der gesunkenen Kauf- k r a f t der Inländer, aber auch in der abschreckenden Wirkung der Preisüberforderungen. So wenig Bayern nun an einer Äeberflutung durch Fremde liegen könne, um so wichtiger sei es doch, Schädigungen entgegenzutreten, dis weit über den Kreis der Schuldigen hinaus zu bedenklichen wirtschaftlichen Erschütterungen fuhren könnten. Was die angebliche schikanöse Handhabung der Fremdenpolizei angehe, so sei die Meldepflicht der Ausländer als Hauptursache für den Stillstand des heurigen Fremdenverkehrs bezeichnet worden. In Zukunft würden die Bezirkspolizeibehörden ermächtigt werden, die Ausenthaltsbewilligung auf etwa sechs Wochen für ganz Bayern, einschließlich München, zu erteilen. um für diese Zett die Reisenden von der Verpflichtung der persönlichen Ab- und Anmeldung zu entbinden. Diese Aufenthaltsgenehmigung und Befreiung von der Meldepflicht foll der Fremde von den Bezirksbehörden seines ersten Zielorts in Bayern in seinem Paß vermerkt erhalten und sich dann frei in ganz Bayern bewegen können. Aus Hessen. Reue Landtagsvorlagen. rm. Darmstad t, 3. Juli Dem hessischen Landtag sind wieder eine Anzahl Regierungsvorlagen, Anträge und Vorlagen zugegangen. Vor allem der Gesetzentwurf, bett, den Heber- gang der hessischen Wasserstraßen an das Reich, der schon vor einem Jahre Vorgelegen hat, aber wegen einer Reihe notwendiger Aende- rungen zunächst nicht zur Beratung kam. Eine weitere Vorlage betrifft das Gesetz über die Gewährung von Unterstützungen an die Empfänger von Ruhegehalten usw. der hessischen Der- iicherungsansta'.t für gemeindliche Beamte Durch eine andere Vorlage werden 135 000 Mk. für die Beschaffung von Einrichtungen der Zentralstelle für die Landesstatistik und des Vermessungsamtes Darmstadt-Land angefordert. Für llmbau und Einrichtung des alten Iustizgebäudes in Gießen zu Zwecken des Landgerichts und deö Staatsanwaltschaft sind 588 C00 Mk. nötig, deren Bewilligung nachgefucht wird. Die nächste Regierungsvorlage betrifft den Gesetzentwurf über die Abänderung des Brückengeldes und der ttebersahrtsgebühren am Rhein. Die Mindestgebühr soll bei Worms und Kostheim 20 Pf., die Ileberfahrtgebühr bei Gernsheim und Opye.ch:im 50 Pf. betragen. In entsprechender Weise sind auch die Sähe für Tiere (Grotztiere 1 Mc. und 3 Mk., Kleintiere 50 Pf. und 1 Mk.), Fahrräder (20 und 50 Pf.), Fuhrwerke (1.50 und 5 Mk.), Kraftfahrzeuge usw erhöht. Für Tlebersch ei.ung der Kosten des Anschlusses der Techn. Hochschule an das städt. Stromlettungsneh der Heag in Darmstadt sind 122 883 Mk. erforderlich. Der Abg. S t u r m f e l s (Soz.) beantragt, die dem Oberforstmeister Heyer in Jugenheim erteilte Ermächtigung zur Führung der Erbachs Fürstenauschen Forstverwaltung zurückzuziehen. Die Erhöhung der Zahl etatsmäßiger Stellen für Vermessungsbeamte im diesjährigen Voranschlag wird von dem Abg. Herbert (Ztt.) beantragt. Schließlich stellen noch die Abg. Kiel und Schaub (T1SP.) Anfragen wegen Unter» binbung der Freizügigkeit der Tabakarbeiter in Gießen sowie wegen verzögerter Auszahlung der Teuerungszulageic an Alters-, Invaliden-, Witwen- undWaisenrentenemPfänger Ein Hochverralsprozetz. München, 3. Zull. lWTB.) Vor helft Münchener Vorgericht hat heute der Prozeß gegen Freiherrn von Leoprechting toe» gen Hochverrats begonnen. Aach der Anklageschrift stand Leoprechting tn regem Verkehr mit dem französischen Gesandten in München, Dard. Seine Desttebungen gingen dahin, Süddeutfchland von Rord- deutschland z'u trennen, was durch dis militärische Besetzung der Mainlinie seitens der Franzosen herbeigeführt werden sollte. Der Angeklagte erhielt vom Sommer 1920 bis zu seiner Flucht im Jahre• 1922 von Dard monatlich 3000 Mart regelmäßig ausbezahlt. Ein Zenttalb ireaa, welches sich mit der Propaganda und der Sammlung der Rachrichten befaßte, sollte im Schloß der Mutter Leoprechtings in Reuötttng eingerichtet werden. Um die Verhetzung zwischen Ror- den und Süden zu fördern, gab Leoprechting Denkschriften mit unwahrem Inhalt heraus und beantragte ferner die polizeiliche Ileberwachung Bayerns durch die Reichsorgane. Der Ange- flcgte bestritt beim Verhör, sich des Verbrechens des Hochverrats schuldig gemacht zu haben, gab aber zu, von Dard fortlaufend Geld Unterstützungen erhalten zu haben. Auch die Organisattons- Pläne seien teilweise richtig. Die Aussage, er habe mit gefälschten, angeblich von dem Kronprinzen Rlipprecht herrührenden wch if stücken operiert, widerrief Leoprechting später als unwahr. Die Verhandlung wird voraussichtlich eine ganze Woche beanspruchen. Beim weiteren Verhör des Angeklagten verbreitete sich dieser über seine Beziehungen zum französischen Gesandten Dard und erklärte die Gelder, die er bekommen, habe er nicht zu hochverräterischen Zwecken verwendet. Wohl müsse er zugeben, daß die Annahme dieser Gelder eine Schweinereiwar. Im ganzen habe er 50 000 Mark erhalten. Die von Dard vertretene Politik sei Wohl Separationspolitik gewesen, jedoch sei hierin später eine gewisse Aen- berung eingetreten. Die französischen Generale im Rheinland seien unbedingte Anhänger der Separatpolitik. Ein großer Teil des französtschm Volkes teile diese Bestrebungen aber nicht. Seit Sommer 1921 habe Dard keine Separationspolitik mehr getrieben, jedoch sei er immer noch Anhänger einer solchen. Dard habe einmal bedauert, daß es in München keine bestechlichen Zeitungengebe. Es hätten acht bayerische und eine Anzahl württembergische Zeitungen bestochen werden sollen zur Förderung des S^arationsgedankens. Der Angeklagte habe an eine Rheinbundspvlitik gedacht. Er habe sich nur als pazifistischer Continentalpolitiker im Sinne der „Vossischeu Zeitung" betätigt. Der Vorsitzende hielt dem Angeklagten entgegen, daß seine Besprechungen mit Dard auf eine Zerschlagung Deutschlands hinausgelaufen, seien. Der Angeklagte entgegnete, an eine -Unter* jvchung Deutschlands habe er nicht gedacht, sondern »ine nur zeitweilige Trennung ins Auge gefaßt. Seine Denkschrift sei nur eine - Begutachtung der Reparationsmöglichkeiten gewesen. Im weiteren Verhör wurde näher auf das von Leoprechting verfaßte und dem Gesandten Dard übergebene Expose Oberellenbach eingegangen, ein Aktenstück hochverräterischen Inhalts mit einem genau ausgearbeiteten Organisationsplan, der sich auf Süddeutschland und einen Teil Oesterreichs, und Tirols erstreckt. DAS Stadt und Land. Gießen, den 4. Juli 1922. Heber den 43. Stenographentag des Der- bMldes Gabelsderger Stenographen vom Hessisch - Nauffauischen (Rhein - Maingau) Verband teilen wir in Ergänzung unseres gestrigen De- richts noch folgendes mit: Am Sonntagnachmittag strömten die Stenographen nach dem Philosophenwald, um das ErgebnisdesWettschreibens entgegenzunehmen. Das Resultat war ein sehr erfreuliches. denn es war in allen Abteilungen gut gearbeitet worden, so daß noch 96 Wettschreiber mit Ehrenpreisen belohnt werden konnten. Auch die Gießener Stenographen beteiligten sich erfolgreich. Es wurden nach der folgenden Aufzeichnung, in der G — Gesellschaft, V = Verein von 1861, D — Damenverein, E--Ehrenpreis, P = Preis. LE— Lobende Erwähnung bedeutet, ausgezeichnet: 240 Silben: 3. P. August Hirsch. G. 200 Silben: 1. P. u. E. Karl Hammel, M Elfriede Winzer, D, 1. P. Johanna Werner, Elli Dingel, G, 3. P. Karl Kolbe. V. 180 Silben: 1. P. u. E. Dabette Eckert. D, Georg Wahl, G, 1. P. Tilla Wadenpfuhl, G. 160 Silben: 1. P. u. E. Karl Mattern, G, Lina Wahl, Melitta Charak. D. 1. P. Therese Schmal!, D, 2. P. Life! Sich, G, Luise Zinser, D, Wilh. Jlge. V, Wilh. Philipp, Anna Schäfer, G. Josef Schmidt, G, 2. P. Emilie Prang, D, 3. P. Theodor Hahn, D. 140 Silben: l.P. Willy Philipp, Anna Schweitzer. Daniel Schäfer, G 120 Silben: 1. P. und E. H. F. Schirmer, G, Heinr. Konrad, V, 1. P. Maria Graf, G, Hans Seibert, V, Luise Eckert, Lydia Bechtold. Käthe Decker. Käthe Wilke, D. 2. P. Anni Storto, G, Gertrud Götz, D. 100 Silben: 1. P. u. E. Rudolf Diehl, V, 1. P. Elisab. Kramer, Hilde Sparing. Willi Weber, Leonhard Kroll, Lilli Fourier, Karl Pfeil Heinrich Graf, Ottilie Treser, Else Drott, Johanna Flamme, Heinr. Schneider. Karl Krebs. Karl Rage!, Heinrich Gaub, Hans Honig, Karl Appel, G. Elisabeth Jalvb. Luise Rohrbach, D, Fritz Schupp, Otto Renke!, Marl List, V, 2. P. W. Roll, V, Erich Arnocd. Richard Sommer, V, Hanni Pfeiffer, Gretel Pechtolö, D, Hedwig Mayer, Heinr. Joedt, Fritz Del us, Hans Pfaff, Berta Löber, G, 3. P. Karl Sommer. Willy Rinn, Fr. Schick, G, L. E.: Karl Decnd. V. Als besonders bemerkenswert seien außer den vopsteher.den noch folgende Resultate ge- itannf: In der Abteilung 320 Silben errangen den 1. und Ehrenpreis Frieda Mandavid, Mainz Bg.. den 2. Preis Dr. Anton Dietz, Reu- Isenburg. C Dr. jur. Kübel, Stolze-Schreyer, im Reichs- I tag, stud. mach. Dörr, Gabelsb^rger, ebenfalls im Reichstag, und Ger.-RHerendar M ö- | buS, Gabelsberger, im Hessischen Landtag. ** Kanzleibeamte und Angestellte der K c e i s ä m t e c, die als Fachgruppe dem Hessischen Duceaubeamtenverband angeschlossen sind, hielten, wie man uns schreibt, am 26. Juni in Frankfurt a. M. eine zahlreich besuchte Hauptversammlung ah. Cs wurde beschlossen, an den Landtag und an die Regierung wegen höherer Einstufung in die Besvldungsordnung heranzutre- ten, da die Kanzleibeamten und Angestellten der Kreisämtec gegenüber gleichartig beschäftigten Staats-, Kreis-, Stadt- und Gcmeindebeamten unb Angestellten um mehrere Gruppen geringer besoldet werden. Die Kanzleibeamten standen früher den Gendarmen, Wachtmeistern in den Strafe anfialten, Steueraufsehern und anderen Staatsbeamten gleich, während sie nach der neuen Bc- soldungsocdnung nicht mehr wie diese besoldet werden. Die mittleren Beamten der Kreisämcer sind in drei Gruppen (Gruppe 7—9) mit Drsöc- derungsmöglichteit nach Gri^ppc 10 eingestusr. Die Kanzleibeamten hätten folglich auch nur in drei Gruppen und zwar in den Gruppen 4—6 mit De- förderungsmöglichkeiten nacf Gruppe 1 eingestuft werden können, sie sind aber ungeachtet her verschiedenen Tätigkeiten in vier Gruppen (Gruppe 3—6) eingestuft worden. Biele Stadtoerwaltuagen haben die Einstufung der staatlichen Kanzler- beamten als unzulänglich cra^et und beschlossen, die gleichartig beschäftigten städtischer (Beamten in höhere Gruppen der Besoldungsordnung einzustufen. Auch mehrere Kceisausschüsfe hielten die 1 Einstufung der Kanzleibeamten für nicht der Tätigkeit entsprechend unb ist von biefen in mehreren Fällen ohne gesetzliche Verpflichtung die Hebernahme von Kanzleibeamten auf die Kreise taffen nach Gruppe 6 und 7 beschlosfen worden. Sc wird nun dch gleiche Tätigkeit aus dem einen Am! von einem staatlichen Kanzleibdäm4en mit Bezahlung nach Gruppe 3 und bei einem anderen Amt von Kreis- Kanzlei beamten mit Bezahlung nach Gruppe 6 und 7 erledigt, was eine begreifliche Erregung unb große Änzusriebenheit unter den staatlichen Kanzleibeamten und Angestellten verursacht hat. Außerordentlich interessant ist aber die Tatsache, daß die Kreisämter nach den Richtlinien des Ministeriums des Innern für die Besoldung dec Gemeindebeamten die Gemeinden darauf Hinweisen, daß die ®cmeinbcbureau5eomteF mindestens nach Gruppe 4 und sofern sie nicht nur einfache Dienste leisten, dementsprechend in höhere Gruppen 5, 6 usw. einzustusen sind. Es ist bei dieser Sachlage unbegreiflich, daß die meisten Kanzleibeamten und Angestekllen dec Kceisämter nur nach Gruppe 3 der Besoldungsordnung besoldel werden. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag, tzichtfpiethaus, SelterswLg. ab heute: „Aus dem Schwarzbuch eines Polize.kemmissars“. Landkreis Gießen. k. Alfen d o rf a. d. Lda., 3. Juli, ©ofterft fand in dem nahen Rvrdeck das diesjährige B e- wertungssingerr statt für die Vereine, die dem Sängerbrrnd „Lumdatal" angeschlofsen sind. Die Vereine boten durchweg Gutes und zeigten, daß sie in erster Linie das Volkslied Pflegen Die Höchstzahl an Punkten konnte von den Preisrichtern dem „Männergesangverein Alle n d o c f a. d. Lda.“ zueckannt werden. R v d ge n . 2. JuN. Heute wurde auf "vrnr FrreößLs die G e b ä ch t n rs h a l k e für Sic Gefallenen des Wekr'c!. ege 6 aus unsrer E:- ir.emöe enrgew.ih!. D'c hiesigen EefaugLe< ei.e und die oberste Schulklasse sowie der Pojauneo- chor von Kkoin-Liad.?n verschönter dr' )ecc?. Stel lingen des Publikums gehören, so erhält man wieder einen Beweis für die oft gehörte Behauptung, daß Shakespeare in Deutschland heimischer sei als in feinem Vaterland. — D i e erste heilghmnastische Anstalt. Dishec glaubt? man, daß das Jitiefte hmlgymnastisch? Verfahren, bei dem der Patient in Erschütterungen versetz! wird, die Methode des Schweden Bieter Heinrich Ling fei, die im Jahre 1813 zur Anwendung kam. F. M. Feldhaus teilt nun aber tn der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" eine Stelle aus der Kcünitzichen Enzyklopädie mit, die zeigt, dcij) «es bereits im Jahre 1796 eine heilgymnastische Anstalt gab, in der diese Methode angetoenbet wurde, und zwar in der Spandauer Getpehrfabrik. Im 71. Banbe dec Enzyklopädie, dec 179b erschicni, heißt es dort von einer Ecschüttevungsmaschine: „In dec bä Spandau befindlichen Gewehc-facnik ist in dec Schlei'- und Poliermühle die Erschüi'?- ru^gsmaschine beionders merkwürdig, welch? ' o i Paul Engel, einem scharfsinnigen mechanischen Künstler, erfunden worden ist. Sie ist in einem oberen Zimmer derselben und mit einem zu dieser Muhle gehörigen Wasserrabe dergestalt vei • bunben, vah man, entweder sitzend ober stehend, an dem ganzen Körper, gelindec ober stärker, so wie die Maschine gestellt ist, erschüttert wird. Die Bewegung ist dabei so regelmäßig, daß man sie mit Vergnügen verträgt. Bei gelähmten unb vom Schlage gerührten, auch hypochondrischen Per sonen, ist sie schon öfters nützlich besunden worden, und noch nie hat man gehört, daß sie widrige Folgen aus die Gesundheit des Menschen zurück- gewirkl hätte, so viel ihrer auch gewesen sind, die sich dieser Motion bedient haben. Eben derselbe Künstler hat nachher auch eine andere, mehr einfache Ecfchütterungsmaschii'.e erfunden, die von eben dec Wirkung, als die erste ist, und von einer Person gemächlich regiert werden kann." ft em «9 'W Be- mc. „Buche" ist die Witterung von bis jetzt etwa r e n gab es ein 25-Km.-Rennen hinter Tandem gewicht: 1. Kießling-Stuttgart, 2. Lange-Aachen,, 14 000 Tagen in solcher Ordnung verzeichnet, daß Schwergelvicht: 1. Stridewski-Wien, 2. Tandler-! die Psychologen vor einem Rätsel stehen. Endspurt gegen Stöpel holen konnte Der Oester- mußte. schöne < ty z< o-i. Srjl in; £ i! »!'! ü ° eine Anerkennung der Höchstleistung als solche nicht erfolgen, da bei Staffelrekorden nur Ver- cinsmannschaften gewertet werden. — Bei dem Schwimmen verdient der überlegene Sieg von Kaubc-Derlin, 2. Kühn-Berlin, 3. Siegelmayer- München. - Mittelgewicht: 1. Schwarz-Saarbrücken, 2. Reun er - M ü nchen, 3. Rispes-Berlin. — Halbschwergewicht: 1. Mehling-Würzburg, 2 Czapp-Düsseldorf, 3. Konietzki-Dreslau.— Schwergewicht: 1. Gr-ohn-Berftn, 2. Heimann-München. Gewichtheben: Altersklasse über 40 Jahre. Leicht- 865 Pfd. Mittelgewicht B.. 1. Scherz-Wien, 2. Sühnenbcrger-Basel. OEusterriegen: 1. Deutsch Ciche-Bvchum, 2. Athl.-V.-Köffenich-Bonn, 3. Kraftspvrw. Aschaffenburg. Gerichtssaa!. Der Prozeß Michelsohn. Berlin, 3. Juli. (WTB.) In der 1- Friebe-Gray 4:06,3 loster r. Rekord); 2. Kib- berl (Schupo-'Berlin) 8 Meter; 3. Langkutsch Zehlendorf 6 Meter zurück. — Staohoch- Vermischtes. Ein schweres Eisenbahnunglück in Amerika. r Paris, 3. Juli. (WLD) Havas meldet aus Reuyork ein schweres Eiscabachn: inglück, das sich aus dem Retz der Gesellschaft von PHUitelphia und Reading bei der Abzweigung von Winsl )w ereignete. Ein Schnellzug fuhr mit einer ®c- schwindigieit von 110 Kilometern auf einen aus einem Rairgiergleis stehenden Güterzug. Der Zug stürzte teilweise die Böschung hinab. Bisher beläuft sich die -3^’1 der Toten aus nein, Mr inter der Heizer und der Lokomotivführer. 7 5 Schwerverletzte wurden nach dem Lazarett überführt. städter Vorgänge" auf Grund der Verordnung vom 26. Juni 1922 zum Schutze Der Republik vom Frankfurter Polizeipräsidium auf Verlangen der hessischen Regierung b e - s ch l a g n a h m t. Eine unangebrachte Beschwerde. fpd. Frankfurt a. M., 3. Juli. Zwei Amerikanerinnen b.schwerlen sich in Zuschriften an die hiesige Presse, daß sie in einen-. Frankfurter ersten Hotel für vier Tage und ztvei Zimmer 18 400 Mark bezahlen muhten. Eingehende Rachforschungen haben aber folgendes festgestelll: Es handelte sich um Vier Personen, die zwei große; im ersten Stock telegene Zimmer mit einem Privatbadezimmer und Toilette bewohnten. Jede Person muhte 675 Mark bezahlen, einschließlich der Reichswohnsteuer. Cs bezahlte also jede Person pro Tag nicht ganz 2 — zwei — Dollar für den Tag. Bor dem Kriege bezahlte man in Reuyork für ein einbettiges Zimmer mit Bad sechs Dollar. Die Amerikaner wohnen demnach in Deutschland immer noch erheblich billiger, als in gleichen Häusern Amerikas. FünfundzwonzigjahrigeS Priesterxubiläum. mc. Fulda, 3. Juli. Am morgigen Dienstag feiert der bekannte Dichterpfar- rer Ludwig Rüdling in Kleinsassen, der namentlich durch seine Kinderdichtungen und das Werk „Fallende Blätter" weit über Deutschlands Grenzen bekannt geworden ist, sein 25jähriges Priesterjubikäum. Frieden in der Frankfurter Metall-Industrie. fpd. Frankfurt a. M., 3. Juli. Die ausgesperrten Arbeiter der Frankfurter Metallindustrie haben die in den Verhandlungen der beiden Kommissionen erzielten Ergebnisse heute vormittag mit großer Mehrheit angenommen. Infolgedessen wird die Arbeit in allen Betrieben am Dienstag früh wieder ausgenommen. Streikabstimmung der Frankfurter Bankbeamten. fpd. Frankfurt a. M., 3. Juli. In einer Urabstimmung der Bankbeamte n der Großbanken stimmten nahezu 90 Prozent für den Streik. Die Verhandlungen über den Beginn des Streiks finden am Dienstag in Berlin statt, wohin auch die Beamtenvertreter von 23 anderen deutschen Städten geladen sind. Ein Mädchen derbrannt. fpd, Frankfurt,«. M., 3. Juli. Beim Kaffeekochen mit einem Spirituskocher explodierte in der Wohnung des Schreinermeisters Wagenknecht, Holzgraben 5, der Kocher. Der brennende Spiritus ergoß sich über das 11 jährige Töchterchen und verbrannte es derart, daß es nach kurzer Zeit v e r ft a r b. Turnen, Sport und Spiel. — Deutsche Kampfspiele. — Weitere H ö ch st l e i st u n g e n Am vorletzt en Tage gab es einige deutsche Rekorde und zwar im Dreisprung von Holz-Charlottenburg mit 14,99 Meter, im 2 00 Meter beliebig Schwimmen von Heinrich-Leipzig mit 2:29,4, im 10 0 - Meter-Seiteschwimmen von Cramer-Breslau mit 1: 14,2 und im 100--M e t e r - Rückenschwimmen von Frölich-Magdeburg mit 1: 15,8. Ferner schuf der Sieger im 1500 Meter-Laufen, Friete-Graz mit 4:06,3 einen ncuen österreichischen Rekord. Auch in der Olympischen Staffel wurde die bestehende Rekordzeit mit 3:34.3 weit unterboten, da das Rennen aber von Derbandsmannschaften bestritten wurde, kann Utes uii> ein chan yti ine Opfer fr:, tfe Wtzt ein mit : Mr, im hi,Urgrund )!! u; die Fernr schruu- Itar duMtrch Lick» aj) ‘fr‘i LMs iß jnftier Quuä M Jcr ü jvvMtAM 6.: Tc- i ti". * M ÄuMnke 3 rg.tnn 7-ß Kraue,- rtnal m drn Schatz ikr * Ein erstaunliches Wettergedächt- n i s. Ein Mann, der ein geradezu märchenhaftes Gedächtnis für allle Witterungsverhältnisse besitzt, wurde kürzlich in einer Sitzung der Berliner Meteorologischen Gesellschaft von einem Kreise ton Fachmännern geprüft. Dieses Ge- dächtnisgenie ist, wie in „Reclams Universum" berichtet wird, ein Beamter- der Berliner Staatsbibliothek, Licentiat O. Schrader. Da sich aus den Aufzeichnungen der meteorologischen Stationen das Wetter früherer Zeiten genau feststellen läßt und auch Einzelangaben über Temperatur, Bewölkung, Wind, Riederschläge usw. vorhanden sind, so war eine erschöpfende Rachprüfung des Wettergedächtnisses möglich. Die Erinnerungen Schraders sehen etwa mit dem Jahre 1885 ein. Innerhalb dieser mehr als 36 Jahre kann Schrader von jedem Tag die Witterung genau an- geben. Die Fragen erstreckten sich nicht nur auf besonders auffällig« Witterungsereignisse, wie sehr heiße oder kalte Tage, heftige Regengüsse, starke Gewitter, sondern auch auf Tage, in denen nichts Besonderes vvrgefallen ist. Auch der Witterungsverlauf ganzer Monate wurde von diesem Gedächtniskünstler ausführlich Wiederaegeben. Er konnte aus sonst trockenen Perioden die Tage mit Riederschlägen bezeichnen und umgekehrt aus längeren Regenzeiten die Tage ohne Regen herausheben. Jedesmal wurden die Angaben Schraders durch die Aufzeichnungen der: Berliner Meteorologischen Station in ihrer Richtigkeit bestätigt. Außer der Witterung vermag er den Wochentag anzugeben und zwar beide mit einer Schnellligkeit, so daß der Zuschauer überhaupt kein Besinnen wahrnimmt. Zur Erklärung dieser erstaunlichen Leistung läßt sich anführen, daß Schrader seit seiner Kindheit die Himmelserscheinungen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt hat und daß er seine Witterungserinnerungen gewöhnlich mit Mondstellungen in Zu- sammenhang bringt. Aufzeichnungen bat er sich nie gemacht, sondern er kann alle Witterungen der Vergangenheit in seinem Gedächtnis wie in einem aufgeschlagenen Buche lesen, und in diesem — Ruder-Club „H a s s i a" - G i e ß e n. Bei der am 1. und 2. Juli in Frankfurt a M. ausgefahrenen großen Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes war die „Ha s s i a" ° G i e ß e n wiederum Sieger, und zwar gewann sie den Iu- nior-Ciner durch Herm. Denzler. Derselbe ge- wmrn auch in einem weiteren Start den Senior- Einer und mit diesen auch zugleich den Süddeutschen Meisterschaststitel. Dieser Titel ist damit zum 4. Male von einem Mitgliede ter „Hassia" errungen worden. Für die Jahre 1911 1912 und 1913 hatte der damals noch der ..Hassia" angechörente Karl Ioedt ch Ne MS in fcici * ‘MhU .mit Dc° ? WÄ der. w» KK W 's' ton ö efpnni^ dtt s Ä? i Innern für dic ZW- die Kanz- n der Ärei&ämter nui ^ngsordnung bc|öltet lM. :r Jur D'ensia», ■ab fallt .Aö de« i3rnmi|>arj" 2ba-> 3. Juli. M dcüi diesjährige'Se- [i für die Vereine, die ^geschlossen sind. ?e9 ®utei und zeigten, > 2 ollslied pflegen ; ionnte von den Preis- gesvngverein 2sl- rfannt Verden. Zeür mitLe am Dai nlsHalte für 6ic ^egez 'aus Mer E:- hiestgen Ce'a ■ kw ter Kssa Mji- grndung des freisvrechenden Urteils in dem Falle des Berliner Arztes Michelsohn führte der Vorsitzende u. a. folgendes aus: Eine mit ober ohne iletertegung ausgeführte vorsätzliche Tötung fällt dem Angeklagten nicht zur Last. Auch die Annahme fahrlässiger Tötung ist nicht aufrechtzuerhalten. Es ist allerdings anzunehmen, daß ter Angeklagte sich tn ter ersten Zeit in Dizilegros und Effrh nicht um jeden Gefangenen besonders gekümmert hat, aber ohne jedes Verschulden, denn er stand plötzlich Verhältnissen gegenüber, denen nicht nur er nicht, sondern überhaupt kein Leiter eines Lazaretts gewachsen war. Sicher ist, daß der Angeklagte seinen Verpflichtungen, soweit es möglich war, nachkgm. Ebenso scheiden die Beschuldigungen aus, daß ter Angeuagte sich in seiner Eigenschaft als Beamter .habe Unterschlagungen zuschulden kommen lassen. Auch die Anschuldigungen bezüglich ter von Frankreich für die französischen Kriegsgefangenen übersandten Lebensmittel sind nicht haltbar. Der Angeklagte konnte sich überhaupt eines derartigen Eingriffs nicht schuldig machen, da der französische Arzt Pichard ständig im Lazarett war pnd diese Sachen unter Verschluß hatte. Auch das Verbrechen der Beihilfe zur vollendeten Abtreibung ist dem Angeklagten nicht nachgewiefen, wie ter Tatbestand hier überhaupt nicht gellärt ist. Was die Frage der Körperverletzung anlangt, so ist erwiesen, daß zahlreiche Mißhandlungen vorgekommen sind. Es ist anzunehmen, daß der Angeklagte gegen die Mißhandlungen, die ihm zu Ohren gekommen sind, nicht eingeschritten ist, wie es seine Pflicht gewesen wäre. Aber der Beweis, daß er an diesen Mißhandlungen, wie z. D. im Falle des kriegsverletzten Russen, beteiligt war, ist nicht erbracht. Somit ist der Angeklagte einer strafbaren Handlung nicht für schuldig zu erachten. sprung: 1. Hasselsteiner - Gratz 3,64 Meter; 4 Frazl-Drünn 354 Meter: 3. Fleiter-Barcelona 3,44 Meter. — Dreisprung: 1. Holz (03. f. L. Char- lottenburg), 14,99 Meter, «Rekord): 2. Daasle- König. berg 14,70 Meter: 3. Franz -Lrünn 14,24 Meter. — 4nial 100 Meter Städtestaffel: 1. Frankfurt a. M. 42,6 Sek., 2. Berlin P/2 Meter: 3. Köln 2 Meter zurück. — Diskuswerfen: 1. Steinbrenner- Frankfurt 40,52 Meter: 2. Trvmmcr-Wittlowih 37,30 Meter: 3. Geyer-München 37,20 Meter Olympische Derbandsstafsel: 1. 03.03.21. V. 3:34,3: 2. Süddeutschland: 3. Mitteldeutschland. Schwimmen: 4mal 100 Meter Bruststaffel: 1. Rhenus-Köln 5:47,4; 2. Wasserfreunte-Han- nover 5:58; 3. Mülheimer E. C. 6:11,6. «Samen» rücken, 200 Meter. 1. BuOnoter-Wien 3:42,4; 2. Hensel-Reukölln 3:54; 3. Mcckos-Laurahütte 4:27. 200 Meter del.: 1. Heinrich-Leipzig 2:29,4 (Rekord); Hotzel-Dortrnund 2:37,2; 3. Behnke- Breslau 2:37,6. Kunstspringen: 1. Lechmir- Dessau 76,4 Punkte; 2. Luber-Berlin 75,2 Punkte; 3. Beck-Stuttgart. — 100 Meter Seite: 1. Cramer- Breslau 1:14,2 (Rekord); 2. Benecke-Magteburg 1:16,8; 3. Fischer-Dortmund 1: 18,2. — 200 Meter Brust: 1. Ratemacher-Magdeburg 3:00,6; 2. Sommer-Köln 3:05,2; 3. Kalle-Halle 3:20,6. — 100 Meter Rücken: 1. Frölich-Rlagdeburg 1:15,8 (Rekord), 2. Skamper-Köln j : 19,2; 3. Stawatsch- Berlin 1: 19,6. — Dam en lagen staffel 4mal 100 Meter: 1. Hannoverscher Schwimmverein; 2. Rfte- Charlottenburg. — Wasserballvorspiel: Hellas- Magdeburg gegen Spandau 04 5:2 (2:1). — Schwerathletik: Steinstoßen: 1. Geher- München 8,82 Meter; 2. PSenninger-Pirmasens 8,70 Olteter; 3. Schäfer-Essen 7,76 Meter; Hammerwerfen : 1. Furtwengler - Regensburg 38,62 Olteter; 2. Dr. Stock-Königsberg 35,49 Olteter; 3. Steinbach-Aschaffenburg 34.58. - Gewichtwerfen: 1. Furtwengler-Reaensburg 8,85 Meter; 2. Wenninger-Pirmasens 8,7) Me)er; 3. Riecker- Bußlingen 8.34 Olteter. - Radfahren: 25 Km. mitTantemsührung: 1. Blank-Berlin 33,58; 2.Stö- pel-Derlin 2 La., 3. Schaaf-Berlin 220 Meter zur. — 2000 Meter Zweifitzerfahren: 1. Gebr. Packebusch-Berlin; 2. Liemann-Berhof (Berlin); 3. Peresson-Zenkai (Wien). — Boren: Fliegengewicht: Refzka-München besiegt Olrien-Stuttgart m drei Runden nach Punkten; 3. Hofmann- Chemnih. — Bantamgewicht: Werner-Berlin siegt über Conrad-Erfurt in der zweiten Runde durchRicderfchlag. 3. Ortenberaer-ONünchen. Der Schluß tag. In sportlicher Hinsicht stand der Tag ebenfalls auf voller Höhe, »vas wieder durch einige neue Höchstleistungen zum Ausdruck kommt. Diese wurden erzielt in der 4mal 400-Meter-Staffel vom Deutschen Sport-Club Berlin mit der Lllannschaft Schulz, Busch, Bormann und Renell i in 3: 03,8. In der Leichtathletik war die 4mal 1 OO-Olleter-Stafsel das interessanteste Rennen. Der Wiener Athletiksportclub lag bis zum 3. Wechsel in Front, wo der Schlußmann des Deutschen Sportclub Renelll noch 12 Meter später als ter Wiener Cassinone abging. Mit Einsatz aller Energie arbeitete sich aber Benell an seinen Gegner heran, kämpfte Brust an Brust mit ihm und überholte ihn kurz vor tem Ziel. — Die Schwimmwettbewerbe brachten im OLasserballspiel einen schar!« fen Kamps zwischen tem Deutschen Meister Wasserfreunte Hannover und Hellas-Magdeburg. Hellas gewann mit 2:1 ten Sieg. In ter 100 Meter Kurzen Strecke hatte Heinrich-Leipzig alle OMhe, sich Eitner-Bremen und Behnke-Breslau vom Leibe zu halten, gewann ater schließlich sicher. — Zum Schluß hielt Exzellenz Lewald die Olbschiedsrete, in ter er ausführte, daß die ersten Deutschen Kampffpiele einen Erfolg bedeuten. Sie haben gezeigt, daß deutscher Hport und deutsches Turnen eine tevoraiialc Stellung in der Körperkultur der ganzen Welt einnehmen. Indem er die Kampfspiebr 1922 für beendet erklärte, rief er allen Teilnehmern „ein freudiges Glückauf" für die zweiten Deutschen Kampffpiele 1923 zu. — Die Resultate: Leichtathletik. Zehnkampf: 1. Holz-Charlottenburg 547 Punkte; 2. Alpe-Ber- lin 553 Punkte; 3. Krellenterg-Lüteck 528 Punkte; 4. Baaske-Königsterg 480 Punkte; Köpke- Pommern 476 Punkte; 5. Herr-München 450 P. — Hürtenlaufen 110 Meter: 1. Kasten-Berlin 16,5 Sekunden; 2. Franzl-Drünn Brustbreite; 3. Paulus-Gießen. 800 Meter: 1. Pelher-Stettin 1:57,3, 2. Bein-Gharlottenburg 15 Olteter, 3. Schlie-Kiel 1 Meter zur. — 100 Meter: 1. Hou- ten-Crefeld 11 Sek., 2. Weiter-Frankfurt a. Olt. 7z Olt., 3 Fritz-Leipz-ig Drustbreite. — 3000-Mtr.- Mcrmffchaftslaufen: 1. München 1860 9:23,2, 2. S. C. Eharl., 3. Eintracht-Frankfurt. — Städte- Epeerwersen: 1. Berlin 145,79 Olt., 2. Oltannheim 145,69 M., 3. Dessau 138,51 M. — Hochsprung: 1. Schröter-Reukolln 1,85 OE., 2. Fl-itzmann-Eharl. 1,80 M., 3. Diermcmn-Magdeburg 1,80 OE. bet. — Kugelstoßen: 1. Söllinger-Darmstadt 12,78 OE., 2. Krellenberg-Lübeck 12,23 OE., 3. Geier-München 11,82 OE. — Weiffprung. 1. Schumacher- Hamburg 711 OE., ?. CEormann-Oterlin 6 93 OE. 3. Deaske-Königsbera 6,66 OE. — 4mal-4OO-M.- Stafsel: 1. Deutscher Spvrtclltb-Berlrn 3 26,4 (Oke- ko rd), 2. Wiener AMetikclub 21/.- OE., 3. Turnges. Mannheim 3 OE. Mt. — Schwimmen: 100 OE. bei.: 1. Heinrich-Leipzig 1:038 (Rekord), 2. Eitner-Bremen 1: 05,5, 3. Otehnke-Bveslau 1: 05,8. — Wasserballspiel um ten dritten Platz: S. C. F ankuit ge en Spandau 04 5: 1 (1:1). QBafiei- ball-Entsch iiuug: Heltas-Magdel-Urg gegenWai- scrsreunde-Hannover 2:1 (1:1). 4mal-100-0E.° Laaenstaffel: 1. Hellas-Maateburg 5:14,8: 2. Rhcnus-Köln 5:18,6, 3 S. S. C. 89-Derlin 5:31. 100 OE. Damen: 1 Wildhagen-Hannover 1:26,6, 2. Oldlcc-lllen 1:28,6, 3. Stindt-Hannover 1:33. — Turmspringen: 1. Mundt-Halberstadt 69,2 P, 2. Luber-Berlin 68,6 P.. 3. Wiesbar-Köln 68,4 P. - Da.nenbrust 200 OE.: 1. HauihHamburg3: 47,4, 2. Lek-mann-Reukölln 3.51,8, 3. Felgenhauer- Berlin 3:57,6, 200 OE. Rücken: 1. Overkamm- Breslcm 2:58,2. 2. Bisffng-Gelsenkirchen 3:05,8, 3. Bruck:haus-Düsseldvrf und Strather-Rehhdt 3:09,1. — 4mal-100-M.-Staffel: 1. Hellas-Magdeburg 4:37,8, 2. Magdeburg 96 4:44,6, 3. Rhe- nus-Köln 4:49,2. - Boxen: Weltergewicht: 1. Frankfurt a. Olt., 3. Juli. Die über-1 Heinrich-Leipzig in ten 200 Meter gegen Hotzel- euerung aller Hersteltungskosten hat de- Dortmund hervorgehoben zu werden. So hatte gegründete Rhenus-Köln den Weg frei. — Im Radfah - > a t 4 ii n I« a n Oct Ain -- Q? /v« n zw» isuige» Gchem sand k' W ulen statt. SfrMUt kuch einen f I -iUt Sesäim um) PsSj' ^Mtcr isprti h: an Kll'dec . Di- Kirch: trar mit ?Wt. WLg ihr» LM m r,ikunz tnm Ms ot^iiQufjy Andrv. tzSSL 11 Ä fi M lon^crca W eW ward. £ der «W DH, b-4 *mhi Methode ch! ir-K - die im einri^ fidbüa“9 MM« üa£-?d m „gl, ^' Anstatt 9ab- s'L« ssHs ss»s r. «5» KSS Gänsw«Le. Auf tem Festplatze hielt Lehrer I Käfer eine Ansprache an Oie Kinder und die zahlreichen Festteilnehmer. Vaterländische Lieder warten von cr-zelne' SH'!.la»s;n Mitteln seitens ter Stadtverwaltung, i)it, 3?) Spenden vieler Eltern und dic Gabe von 1000 Mk. eines hier zu Besuch weilen- ten Amerikaners, eines cbcmaligen cochülers unserer Bollsschule. konnten nicht nur alle Schüler mit Brezeln beschenkt, sondern auch recht hübsche Preise den Siegern bei tem Preisturnen und Wettspielen zuIeteilt werten. Bei günstigem Wetter nahn das Zmgendsest einen schönen Verlauf. Das ton den Kindern Gebotene fand bei ten sehr zcchlreich erschienenen Zuschauern großen Beifall. mb. Ridda, 2 Juli. Der Kirchenvorstand und die Gemeindekirchenvertretung beschlossen heute chie Anschaffung von drei neuen Glocken für die evangelische Kirche. Im Kriege mußte,' ,;wei Glocken abgeliefert werden. Die noch belassene ist vor einiger Zeit gesprungen und müßte umgegossen werden. OEan hielt es aber fchr zweckmäßiger, dieselbe an eine Glockengießerei zu verkaufen und ein ganz neues Geläute anzuschaffen. Die Kosten hierfür werden etwa 160 000 Mark betragen. Sie sollen, soweit sie nicht durch eine bereits stattgehabte Sammlung und den Erlös für die alte Glocke gedeckt toeiten können, durch eine Anleihe bestritten werden, deren Tilgung allmählich durch eine örtliche Kirchensteuer erfolgen soll. OEan hofft, recht bald wieder zu einem schönen Geläute zu kommen, das im Verein mit den drei Glocken des Iohanniter- turms unserer Stadt zur Zierde gereicht Jtfreiä Lauterbach. fpd. Lauterbach (Oberhessen), 3. Juli. Wegen nicht erfüllter Lohnforderungen legten in OEaar und anderen Orten der Umgebung die Landarbeiter die Arbeit nieder. Streik Friedberg. sh. Friedberg, 3. Juli. Das 7. Wetter- fluer Reiterfest, ivelchcs gestern hier statt- fanfr, war auch in diesem Jahre von tem herrlichsten Wetter begünstigt. Das Fest entwickelt sich iiymer mehr zu einem sportlichen Ereignis ersten Ranges und lockte diesmal wieder eine nach Taufenden zählende Menschenmasse nach Friedberg. Das Programm, das aus 10 Rurn- mern bestand, bot reid>e 2ll>Wechselung und zeigte, über welches vorzügliche Pferdematerial unsere Wetlerau verfügt. Wenn auch einige Stürze zu verzeichnen waren, so verliefen die Rennen doch ohne ernstlichen Unfall. Vyn besonderem Interesse waren die Otummern, welche zugleich einem praktischen Zlvccke dienten, wie 5. B. die Rümmer l-i und b, Oftbecksgespanne in Oelo'wmie- wagen, 2spännig und vierspännig, bei welchen Weitzel- Grie:ei ynb Väth- Bgucrnheim die Preise erhielten. Sämtliche Rennen waren mit guten Preisen bedacht; ein besonders lebhaftes Bild bot die Rr. 10, Großes Jagdspringen (Preis' der Stadt Friedberg), bei ter Hans An b r e ä = 5ixmifurt mit fernem F.-W. „Astronom" ten ersten Preis erhielt. Als zweite OZeranstaltuna des „Ausschusses für die Altershilfe" fand gestern ein Blumentag statt, an welchem sich Schülerinnen aller hiesigen Schulen als OZerkäu- ferirmen beteiligten; da Friedberg gestern durch DaS Ojxftcrauev Reiterfest mit Menschen überfüllt war, fanden die Blumen reißenden Olbsatz. Der finanzielle Erfolg dürste wohl ein guter fein. Der kürzlich für d.escn Zweck «bgehattcne IugeiDtag ergab einen .Iev.:-. schuß von 8500 OEt; die nächsten beiden OZeranstaltungen werden ex.x Kirchenkonzert und ein Konzert ter vereinigten Gesangvereine fein. Gmrkenbttxg Ul|t> Rheinhessen. wd. Darmstadt, 3. Juli. In ter letzten Zeit wurden entgegen ter bestehenden Reichstes! immun gen größere Hotels durchVer- ffliif 'n Fabrik- Bank und Bureauzwecken ft i 11 g c! e g t. Abgesehen davon, daß dadurch die OLochnungsiwt 'wch mehr vergrößert wird, machen sich Verkäufer und Käufer u. a. bei Stilllegung ohre hchördsiche Genehmigung strafbar. Der Staatst'>mmissar für die wirtschaftliche De- nwbilmachuitg in Hcffen macht daher daraus auf» merlfom, daß ©üllepungen von Hotels durch OZer- ^Nfe u. ä. gegen die Reichsverordnung, betreffend Maßnahmen Gegenüber Betriebsabbrüchen und öttrieguixgen tom 8. Rovember 1920 (RGBl. S. 1901). sofern die dort gegebenen Voraussetzungen im Elw. [fall t.rliegen, verstoßen. Um Verkäufer und Käufer vor entstehenden Schwierigksiten zu schützen, 'vird den Hotelbesitzern teingenb emp der durch das Gesetz vorgeschriebenen Pkeldescist von 4 Wochen dem zuständigen Kreis- amt, oder in den fünf größeren hessischen Städten tem Oberbürgermeister, von den beabsichtigten Stillegung Kenntnis zu geben und dic Genehm i gu n. g c inzuholen. Gegen den Entscheid tes Kieieamtt - oeer Oberbürgermeisters besteht eine Defchwerdefxtst innetzhasb 8 Tagen an den Staatstommissar. im. Darmstadt, 3. Juli. Der Akademische Verein Darmstadt (tm Wermge- rvücr Verband) beging am Snmstag und Sonntag unter starker Bst:iligmg fmer Angel-örigen Aktiven und c°ftsn H.'r^en f ti 50jätzriges Stiftungsfest. Etwa 400 OEifgHcb r, zrm großen Ti' crus gan; D ätsch la d touren erschienen Am Samstag früh wurde im Vererns- h«irse di> G 'tenktafel ftir die gefallenen Buntes- brüb?v ci g w iht D r Fe ckommers <,n Sams- tag abeni: toirue dirch «ine; von tem Eh ei» mitgliede Prof. W. Sonne grdichtctsu F^st- grüß eröffnet W il r- Ansprache t hie.'ten i.a. ter Rccktor ter Technischen Hch'chule, Pr^s. Petersen, und ter O verbürg er.n ist er Dr. Glässing $e ■ Sno tag vaci igt' bi F:st° 1 teilnehmz j -in er Fe la f-üh> u. g im Älevte.-’' Haus des £?li d sti-at. s, bi welche', hervorragende Künstler mi'wi te n Gem'-tnjameZ Esten tm Saa lb.ru, sowie Ars,luge nach ter Beigstratze und dem Odonwo-ld bildeten einen glänzenden Abschluß der wohlg:trug.neu Fciec, Hfissen-Nassall. Vie Noi der Presse. große Teuerung aller Herstellungskosten hat be wirkt, daß die vor U/s Jahren gegrüntete Rhenus-Köln den W-?g frei. — Im Radfah - „Frankfurter Mittel st andszeitung" ren gab es ein 25-Km -Rennen hinter Tantem- mit tem 1. Juli ihr Erscheinen e i n st e l l e n fuhrung zu sehen, das sich ^Slank-Berlin erst im Beschlagnahmte Zeitung. < reicher Perefton, ter achtbar fuhr, hatte wegen »Wien; 3 Geldner-Bamberg. — Hauptllafte: fpd. Frankfurt a M 3 Juli Sie Otcifentefeft oufgegeben. Die Resultate Leicht- Schwergewicht: 1. Straßbuiger-Münche» 1020 Ausgaben der r a n f f u r t e t QI a di r i ch - a-f () f c 11200-0Eeter-2ausen: 1. Krüger (S. C. Pfund. 2. Eigner 980 Pfd., 3. Köhlc^Stuttgart t e n” A 1RO und r q-In hnm 1 Iull 1Q99 - ?darl.> 22.8 Sek.; 2. Zirpet (S. C. Chart.» 1 Met.; 865 Wh ---—- - X ? nr*?30r? 922, 3- FritzOEannheim Ich-, Meter zur. - 1500 Meter: touiten wegen des Articels „Die Darm-- 1. Friebe-Gray 4:06.3 lösterr Rekord); 2. Kib- 2*3L üb §LeF-Kakao S & F-Tee Drucksachen Nidda, 3?nun 26. Schotten, Hauvtstr. 15- Frankfurt a. M. (6327A Clmke mit 13 Men zu verkaufen 06637 Quieta! Kein Laden. 6347 Telephon 1517 dank, Frankfurt a. M. (6312id Behördliche Anzeigen am Marktplatz. 03667 zu verkaufen 06638 6237 B Gieren, den 23. Juni 1922. Der Oberbürgermeist er. 2k. D.: Kren z i e n. abzugeben. 6292 Gtehen, den 4. Juli 1922. 634OB Der Oberbürgermeister. (LebenSmittelamt.) zu verkaufen 06650 zu verkaufen. 6344 zu verkaufen. 06663 Wwsporlvtni 6273 (6cbr. 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Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch Die Ausmärker beizutragen haben. 63451) Watzenborn-Steinberg, den 4. Juli 1922. Hessische Bürgermeisterei. Schäfer Berlin-Lichterfelde-West - wSLm o q Prof. Dr Mackenrodt K°""Uenstr. 2-3 ^rlin'w, Bendlerstr. 19 ,........—................. rrrrQ. fertig genagelte lüsten liefern billigst 5845V Wehr & Sattinger, Herborn (Dlllkreiö). VT Bei Anfragen Holz- jtärke n. Fnnenmaffe an geben.___________________ grauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich Hot nnö MsiAl In üechls'Angelegenheiten im alten ))tathauS Frische Seefische Mittwoch und folgend» Tage eintreffend. oeea C.G.Kleinhenn __Babnbofstraffe 50. Zur Weiterbildung sucht kaufmännisch-Angestellter lUchtlge Lehrkraft. Schr. Angeb. m. Ang. deS Preises für die Std. unt 6324 an d. Gieff. Anz. erb. Pflegestelle Brüder, evgl., 12'/, u. 9 I. alt, am liebsten aufs Land, wo dieselben sich mitbetätigen können, gegen zu- fammen 800 Mk. monatliches Pstegegeldt auch Kleider u. Schuhe werden gestellt. Schr. 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Dem Widerspruch der deutschen Friedensdelegation gelang es, dies Anheil insoweit abzuwenden, daß der endgültige Friedensvertrag in Artikel 88 bestimmte, in einem näher abgegrenzten Gebiet Oberschlesiens soll-? eine Volksabstimmung darüber stattfin- den. ob die Einwohner mit Deutschland oder Polen vereinigt zu werden wünschten. 2m Februar 1920 übernahm eine interalliierte Kommission die Regierungsgewalt in dem Abstimmungsgebiet und leitete alsdann im Frühjahr 1921 die Abstimmung, die zu mehr als 60 v. H. zu Gunsten Deutschlands ausfiel, während in den Städten die deutschen Majoritäten b i s a u f 9 5 v. H. sich beliefen. Während Deutschland mit Recht erwarten durfte, daß nunmehr die Gefahr, Oberschlesien zu verlieren. abgewendet sei, gingen die alliierten Hauptmächte an eine Teilung des Gebiets heran. Die Anmöglichkeit, sich zu einigen, s öhrte zu dem Ausweg, den Völker- Vundsratzu ersuchen, seinerseits die Grenzlinie feilzusetzen, wobei sich die Hauptmächte verpflichteten, die Enrpfehlung des Völkerbundrats anzunehmen. Ohne Anhörung Deutschlands, ohne deutschen Sachverständigen Gelegenheit zu geben, ihre, in zahlreichen Eingaben und Denkschriften begründeten Gesichtspunkte zu entwickeln, faßte der Völkerbundsrat einen Beschluß, der den weitaus wertvollsten Teil des oberschlesischen Gebiets, einschließlich der rein deutschen Städte Kattowitz und Köntgshütte, Larnowitz und Üublinitz, Polen zuschlug. Der Völkerbundsrat erkannte selbst, daß eine Zuteilung dieses gewaltigen, mit dem deutschen Wirtschaftsleben durch raufend Bande auf das engste verbundenen Industriegebiets an Polen, ohne besondere Vorkehrungen eine Operation darstellen würde, bei der der Patient sicher zugrunde ginge, und bei der das Schoßkind des Völkerbundes, Polen, nicht imstande sein würde, das ungeheuere Geschenk, das ihm gemacht wurde, wirtschaftlicher Weise auszunutzen. Er empfahl daher, daß für die Dauer von 15 Jahren das Ab st immun g sge biet, obschon staatsrechtlich zwischen Deutschland und Polen aufgeteilt, in mancher Beziehung noch als eine Einheit zu behandeln ser, und daß Vorkehrungen getroffen würden, die eS nach seiner Auffassung ermöglichen sollten, das wirtschaftliche Leben, rotz der durch Habgier und Willkür bestimm - ien Grenzlinie, fortzusetzen. Die. Alliierten übernahmen die Empfehlung des Völkerbundrats in vollem Amfcmg und richteten unter oem 20. Oktober 1921 an Deutschland die Rote, die in ihrem ersten Teil die Grenzlinie sestsetzte, im zweiten Teile Deutschland und Polen verpflichtete, mit äußerster Beschleunigung ein Abkommen zu treffen, das die Fortführung des Wirtschaftslebens und den Schutz der Minderheiten verbürgen sollte. Diese in Deutschland gewöhnlich als das Genfer Diktat bezeichnete Rote bildet die Grundlage für das am 15. Mai 1 9 2 2 in Genf abgeschlossene deutsch-polnische Abkommen über Oberschlesien, das in erschöpfender Weise die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen dem Polen zugefallenen Teil Oberschlesiens und dem bei Deutschland verbliebenen regelt, und den Schutz der deutschen Minderheiten in Polnisch-Oberschlesien, der polnischen Minderheiten in Deutsch-Oberschlesien unter feste Rechtsgrundsätze stellt. Die deutsche und bie polnische Delegation tagte unter dem Vorsitz des vom VölkerbundSrar hierzu bestimmten früheren Präsidenten der Schweizer Eidgeno'senschaft. Dr. Felix Colo n d e r. dem eS in erster Linie zu danken ist, daß die Forderung Deutschlands, den Haupt- teil der Verhandlungen in Oberschlesien selbst abzuhalten und dadurch in täglicher engster Fühlung mit den Rächstbeteiligten zu bleiben, verwirklicht wurde. Rach zweimonatigen, überaus mühevollen und anstrengenden Verhandlungen, die teils in Beruhen, teils in Kattowitz, Hindenburg und Oppeln stattfanden, nahm der Abschluß des großen Vertragswerts, der bestimmungsgemäß in Genf, am Sitz des Völkerbundes. erfolgen sollte, noch volle drei Monate in Anspruch, während deren die deutschen und die polnischen Anterhändler, wirkungsvoll und fast immer objektiv durch die leitenden 'Beamten des Generalsekretariats des Völkerbunds unterstützt, die Bestimmungen über die Minderheiten und über die zur Durchführung des Abkommens vorgesehenen internationalen Instanzen vereinbarten, und dem Vertrag, der französisch abgefaßt werden muhte, seine endgültige Fassung gaben. Der Vertrag zerfällt in sechs Teile: die allgemeinen Bestimmungen, Staatsangehörigkeit und Wohnsitz. Schuh der Minderheiten, soziale Angelegenheiten, wirtschaftliche Angelegenheiten, Organisation und Befugnisse der Gemischten Kommission und des Schiedsgerichts für Oberschlesien. 606 Artikel, von denen manche bis zu 10 Paragraphen enthalten, dazu ein Schluhprotokoll mit 25 einzelnen Punkten zeugen von der Schwierigkeit der Aufgabe und dem Bemühen, durch klare, einwandfreie Bestimmungen die rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Fortbestand des oberschlesischen Wirtschafslebens zu schaffen. Betrachten wir das Abkommen int einzelnen, so sieht es in seinem Teil 1 vor, daß in Polnisch- Oberschlesien die jetzt dort geltenden materiell rechtlichen Bestimmungen, soweit der Wechsel der Staatshrheit Line Abweichungen notwendig macht, für 15 Jahre in Kraft bleiben sollen. Dies gilt insbesondere für alle Bestimmungen, die sich aus das Bergwesen, das Gewerbe, den Hand-'l oder das Arbeitsrecht, einschließlich dec Vorschriften über die Aeberwachurig beziehen. Zum Arbeitsrecht gehören die Bestimmungen, die den A r - beitsnachweis, das Arbeitsverhält- n i s oder die A r b e i t s 0 e r f a s s u n g regeln, die Bestimmungen über die Beteiligung Schwerbeschädigter, über die Fürsorge für die arbeitende Bevölkerung, einschließlich Erwerbs t0 sen fü r so rg e. Polen darf diese Bestimmungen nur bann ändern, wenn es für sein gesamtes Staatsgebiet neue Gesetze erläßt. Dabei müssen aber die Gesetze, die sich auf das Arbeitsrecht und die Verteilung des Bodens beziehen, den deutschen gesetzlichen Bestimmungen gleichwertig sein. Im Streitfall über diese Gleichwertigkeit kann die deutsche Regierung die Entscheidung des im Völler- bundLakte vorgesehenen ständigen i n t e r n a t i 0- n a le n Gerichtshofs anrufen. Alle erworbenen Rechte bleiben in Kraft, insbesondere alle Konzessionen für Anlagen, Betriebe, Anstalten, Unternehmungen, also beispielsweise Konzessionen für Kleinbahnen, Apothekenkonzessionen, Rechte aus der Verleihung des Bergwerkeigen- tums, ferner die Approbationen der Aerzte, Zahnärzte und Tierärzte, die Betätigung der Hebammen, Landmesser, Markscheider, usw. Die deutschen Versicherungsgesellschaften dürfen den Ge- schäftLbetrieb in Polnisch-Oberschlesien so lange fortsetzen, bis eine besondere vertragliche Regelung zwischen Deutschland und Polen hierüber getrosten, oder ein Schiedsspruch, den Präsident Calvndor zu fällen haben würde, ergangen ist. Besondere Schwierigkeiten bot die Regelung der Frage, ob Polen ebenso wie dies ihm für Posen und Westpceußen im Versailler Vertrag zugestanden ist, deutsches Eigentum enteignen, oder, wie dies schamhaft ausgedrückt wird, liquidieren dürfte. Es ist gelungen, die Liquidation soweit einzuschränken, daß sie weder für die Industrie,! nod: für den Grundbesitz Gesahcen enthält, und alle anderen Güter, Rechte und Interesten Dcut- sch Ze den Aoi^dnten v Oetbänbi , 3et,N< UvNtzi Ä •Tfi* I w°» Berlin. - ^gehenden EM Berliner M$e Aufklärung c« A dem Znsch nommencn l amten Der- iqOO der Ober! mann Dal l ° 21.2lpnl IM. W mit einem Kops Hardeis ' Schmiere stand, gen zu sichM- die beiden §mei tzntschlut; ausge! dem Attentat » geheimen Oi den. Mer-es kc werden, um den föhrden. Anlern •Mi) den bisherig Berlin aufhält, t 1,65—1 JO Mete mittelblondes A einem Anflug vo zeichen: mehrere Ajimseite. B-klr dec Lot mit dn irihigen Jacketts gebogenen Ecker Selbstbinder und - Mitteilungen Berliner Pcltzei anrus 75 oder 3 Polizeipräsident manns eine Bel gesetzt. Eine en machung an den zester Zeit. Das G 772# • 890, L Juli. 3. Juli. Datum: Rio de Janeiro . Fr. 125.40 Frankfurter Getreidemarkt. Errlwer- Mk.! Biertreber (getrocknet) bis 1200 Mk. 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Buenos Aires 208. 1.21 0.025 10.10 43.95 23.30 24.65 41.60 0.475 526.60 12,25 1,85 —,23 2.77 Kurs 30. 6. 77.50 104,- 150 - 81,75 4 0,- 293,- 292,- 281,- 490,- 409,- 306,- 248.50 281.- . 100 . 100 . 100 . 100 . 1 . 100 . 100 . 100 . 100 . 100 3n Gleiwitz fand der Flaggenwechsel in schlichter Weise statt. Interalliierte Truppen waren nicht aufgeboten. An der Feier nahmen nur die Bertreter der städtischen Behörden teil. Die Mitglieder der interalliierten Kontrollkommission und die letzten Besahungstruvpen verliehen nach der Hebergabe der Regierungsgewalt an die deutschen Behörden die Stadt. Unter der Bevölkerung herrscht Jubel. beschränkte sich auf einige Liedervorträge, ebenso war auch der Festzug verboten. Bor dem Aushang schwarz-weist-roter Fahnen habe gestern die 1982,20 1927,45 420,53 3551,55 8039,05 6533,20 2,09 831,05 39,30 153,?0 287,40 200,50 6708,- 610,- 1029,- 1060,- 1870,- 860,- 595 - 1225^- 770,- 705,- 710,- 780,- 665,- 472,- 418,— 77,25 860,- 170- des neuen polnischen Staatswesens die gehoffte Stärkung zu verschaffen. An diesem traurigen Ergebnis haben die Erfolge, die die deutsche Delegation in dem engen Rahmen, der für ihre Tätigkeit gezogen war, nichts ändern können, wenn auch die schwersten und härtesten Belastungen des Deutschtums, wie sie in einer rücksichtslosen Liquidation deutschen Besitzes und in einem ungenügenden Schutz der Minoritäten gelegen wären, glücklicherweise abgewendet sind. Für ganz Deutschland aber erwächst die Pflicht, sich der von ihm loSgerissenen deutschen Stammes- genossen in Oberschlesien mit ihren wirtschaftlichen und kulturellen Röten tatkräftig anzunehmen, die gemeinsamen Bande des BvltstumS aufrechtzuerhalten und die deutsch verbliebenen Grenzstädte Beuchen und Glewitz zu wahren Burgen eines starken, selbstbewußten Deutschtums auszubauen. Flaggenwechsel, 1837.60 1767,75 401,49 3395,(5 7740130 6343,05 ys 764,- 36,85 144,55 238.65 194,50 5568,- Krrrs 30. 6. 77,60 105 50 151,- 83,- 396 - 288,- 294,- 283,- 500,- 410,- 310,- 249,50 283,- ’U55, 525,- 945, - 847,- 578,- 123c,- 805,- 720,- 695,- 775,— 684,- 460,- 410,- 78,75 fP/uIuer. Büchertisch. — G und W Schlipköter. Schmücket daS Fest! Band III: Geburtstagsgedichte, Aufführun gen u. a. (QIgenhir des Rauhen HaufeS. Hamburg 26.) — D r. Ulrich Molsen. Wahrheit 995,- 1084, 1784,- 1890, 829, ‘ 554, 1130, 724, 645, 624, 700, 635, 425, 398, 79, Berliner Devisenmarkt. Geld Dries Geld Brief 1,41 -.69 1,27 1,08 32,H 1,65 -.26 3,20 Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. Kr. Sh. r 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 Kurs 3.7. 77,50 104,- 160,75 83,- 4u4,— 301,- 296,- 224,- 505, 410,- 309.- 248,- 284,- 1148,- 596,- 1025,- Wechsel auf Holland....... Deutschland . . . . Wien........ Prag........ Paris........ London...... . Italien....... Brüssel....... Budapest...... Reuyork....... L. Fr. Kr. $ Kr. Datum: Z'/,Dtsch. Krieasanl. 4VoDtsch. Reichsanl. 3°/»Dtsch. Reichsanl. 4°/0 Preutz. KvnsolS Hamburg-Paketf.. . Dorddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Davmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto»Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Creditbank. Aationalbank f. D.. Doch. Gußstahlwerke Bud.- Eisenw.-Akt.. D.-Luxemb. Bergw.. Gelsenkirch. Bergw.. Harpener Bergbau. 1780, Oberschl. Eisenb.-B. 840, Oberschles. Eisenind. 570, Phönir-Bergb.-Akt. 116', Bad.Anilin-u. Soda 725, Frankfurt a. M.. 3. Hali. Die _____ hing der Mart und die Dollarbetocgjng geben, Wie nicht anders zu erwarten war, Anlaß zur Zurückhaltung der Käufer. Das Angebot ist bescheiden, die Forderungen aber tu den meisten Artikeln ecchoht. Das Geschäft war in den ersten Bonnil tagsstunden für Brotgetreide belebter. Hafer, auch Gerste, werden höt^r genannt. Weizen, Aoggen und Mais lagen fest. Für Mehl herrscht weitere Rachfc-a^e. Hülfenfrüchte waren weniger beachtet. Futterstoffe, welche gesucht sind, liegen feft. Sämereien, besonders Kleefaalen, wesentlich höher, die Umsätze siiÄ> aber bescheiden. — Preise: Weizen 2150—2175 ORL; Roggen 1775 biÄ 1800 Mk.: Sommergerste für Braizwecke 1975 bis 2000 Mk.: Hafer 1850—1875 Mk.: Mais (La Plata) 1550-1600 ML, Mixed 1525 bis 1550 ML: Weizenmehl (füdd. Speziat 0) 2725 bis 2950 ML: Weizenmehl (norpd. 70»» Ausmahlang) — — Mi. : Rvggenmehl 2000—2100 Mk; W.izen- und Roggenkleie 1100—1125 Mk.: Erbsen je Qualität —Mk.: Diertteder (getrocknet) fpd. Frankfurt a. M., 3. Juki. Die Schweinepreise gingen auf dem heutigen Markt ruckartig in die Hohe, so daß die Metzger sich entschlossen, in einen Protest st reik einzutreten, der etwa H/2 Stunden dauerte. Erst als die Händler ihre Preise, die zunächst 74 M. für das Pfund Lebendgewicht betragen hatten, auf 65—68 ML herabsehten, entschloß man sich zum Ankauf. Die Händler ertiären, daß sie billiger nicht nach Frankfurt liefern könnten, da die Landwirte zu hohe Preise forderten. — Aber auch die Preise für Ochsen, Dullen und Kühe zogen um etwa 200 bis 300 Mar? an. — Der Fleischverbrauch hat in der Stadt sehr erheblich nachgelassen. Frankfurter Pferdemarkt. spd. Frankfurt a. M, 3. Juli. Der heute nachmittad eröffnete mehrtägige Pferdemarkt auf dem Gelände des landwirtschaftlichen Bersins weist einen Auftrieb von etwa 600 Tieren auf. Die Preise sind sehr hoch, doch kamen feste Dotierungen noch nicht zustande. erheblich ftieg, weil sich jedermann bemühte, seine Güter noch vor Inkrafttreten der höheren Frachten auf den Weg zu bringen. Dadurch traten Schwierigketten in der rechtzeitigen Zuführung der Wagen ein, so daß es nicht immer möglich war, den Wagenbedarf sofort in vollem Umfang zu decken. Schon aus der Zahl der nicht rechtzeitig gestellten Wagen, die gegenüber der Gcstellungs- [eiftung von arbeitstäglich etwa 100 000 offenen Kohlenwagen und etwa 60 000 Wagen anderer Gattungen nur verhältrtt^mäßig gering war, geht hervor, daß eine absichtliche Zurückhaltung nicht vorliegt. Es wirft ein eigentümliches Licht auf die beteiligten Kreise, der Reichseisenbahnverwaltung ein derartig unlauteres Dorgehen zuzu- trauen. Auch vor der MeemaLigen Tariferhöhung wird es der Reichsbahn beftimnit gelingen, den erhöhten Bedarf an Wagen voll decken zu Binnen, * wenn es auch bei der gewaltigen Anforderung unausbleiblich ist, daß vereinzelte Wagen nicht Aus Stabt und Land. Gießen, den 4. Juli 1922. * Der Hausbesitzer-Verein hielt am letzten Freitag Abend im großen Saale des Katholischen Dereinshauses eine Mitglieder- Bersammlung ab, die sich eines überaus starken Besuchs erfreute. Rach einigen einleitenden Worten des Vorsitzerrden Herrn Launsbach hielt Herr Dr. Spohr einen eingehenden klaren Bor- trag über das Reichsmietengesetz. Er führte aus, daß der Gesetzgeber auf dem einmal eingeschlagenen Wege des Zwanges weitergeschritten sei, statt endlich das Verkehrte dieses Weges einzusehen uni> da einzuhaken, von wo aus einzig und allem eine Besserung der jetzigen unhaltbaren ^stände im Wohnungswesen zu erwarten ist, r. nämlich am Interesse des Besitzers an seinem Be- •ntjtum. Hier fet der Kernpunkt der ganzen Frage: F®o lange map das ltzigentumsrecht immer mehr , verwisch und beseitige, so lange man dem Be- '' sitzer nicht wemgstens halbwegs das gebe, was . ihm von Gottes- und Rechtswegen gehöre und so lange man jede Freude des Besitzers an feinem Anwesen durch verkehrte gesetzliche Maßnahmen ertöte, so lange würden alle anderen Mtttel und Mittelchen nichts helfen und seien sie noch so llug ausgedacht. Es sei nun Einmal so: Rüttele man an dem Begriff des Eigentums, fo rüttele man damit an der Grundlage aller Kultur, an dem Fundament jeglichen gefellfchaftllchen Zusammenlebens innerhalb des Staates. Zu welchen letzten Konseguerrzen das führe, dafür könnten die gegenwärtigen schrecklichen Zustände in Rußland als warnendes Beispiel genannt werden. Deshalb müsse die Losung heißen: Beseitigung der Zwangswirtschaft, natürlich nicht auf einmal (das werde nach Lage der Dinge kein Vernünftiger verlangen), aber doch Schritt für Schritt. Trotz dieser grundsählichen Bedenken müsse anerkannt werden, daß infolge des neuen Gesetzes ein gewisser Fortschritt insofern zu verzeichnen fei, als die Mieter zu wesentlich höheren Leistungen als bisher heran- gezogen werden formten. Mache doch das Gesetz zum erstenmal mit dem Gedanken ernst, daß alle Reparatur- und Instandsetzungskosten — sowohl die ümeren, als auch die äußeren — ferner alle behördlichen Gefälle u. dgl. mehr von den Mietsparteien anteilmäßig aufzubringen seien. Herr Dr. Spohr sprach barm noch über das Inkrafttreten des Gesetzes (1. Juli 1922), über die vielen Ausnahmen, die es zuläht, über den umständlichen behördlichen Apparat, den es erfordert, über das sog. Hauskontv und über den Mieterrat, der nach der Ansicht des Redners zweifellos zu einer Quelle aller möglichen Streitigkeiten führen werde, setzte dann eingehend auseinander, wie die gesetzliche Miete zu berechnen ist, und empfahl zum Schluffe den Hausbesitzern, fortan nur noch auf Grund des ReichsmietengefeheS zu vermieten. — GS wurde fobarm noch über ben Entwurf zum neuen Mieterschuhaeseh gesprochen. Die Der- sammlung nahm hierzu folgende Entschlietzrmg an: „Während die Zwangswirtschaft auf allen wirtschaftlichen Gebieten abgebaut wird, legt der Gesetzentwurf über Mieterschutz fte im Wohnungswesen gesetzlich unbefristet fest und übertragt ohne Rücksicht auf örtliche Bedürfnisse die bisher im allgemeinen nur für Groß- und Mittelstädte ge= troffenen Maßnahmen auf Kleinstädte und das Land. Der Entwurf nimmt im Mietrecht dem Eigentümer die Rechte der freien Berfügung über sein Grundstück und schenkt auf seine Kosten dem Mieter ein vererbliches, gegen jedermann wirksames Recht auf den Besitz der Wohnung. Der Mieter erhält dieses Recht ohne Opfer. Eine derartige Regelung erscheint vom Standpunkt des Eigentümers als Hohn auf alle Verheißungen der Verfassung über Freiheit des Vertrags und des Äitums. Für den Mieter erscheint die Regelung r gerechtfertigt, noch notwendig. Aus die private Bautätigkeit, die allein der Wohnungsnot wirksam begegnen kann, muß sie weiter abschreckend wirken Wenn auch im Entwurf das Bestreben Höchster Farbwerke. Allg. Eiettr.-Ges. . . Selten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank rechtzeitig gestellt werden." Hcffen-Nasscru. J[ Marburg, 2 Juli. Gegenwärtig ftnhci jier d«S 2 4. Gauverdandsschieven Hessen-Rossau und gleichzeitrz tas tO.äh- rige Stiftungsfest des hiesigen Schützenvereins tackt. Bei der für heute frich angesehten Weihe eines Gedenksteines für die im Kriege gefallenen Schützen fiel die Gedächtnisa'.spräche aus. man Amstd -Rvtterd 15330,80 15369,2016729.05 16770,95 319b - 3204 - 3370,75 3379,25 6613,70 663 . 30 7290,85 7309,15 8539,30 8560'70 9338,95 9361,70 102j7,10 10322 90 11215,30 11244,05 878.99 881,10 94 ,80 946,20 IE,40------ ------ Deuthen, 3. Juli. (WTD.) Heute vormittag 10 ilfci hoben die Engländer die drei Fahnen der Alliierten niedergeholt, wobei eine englische Kompagnie präsentierte. Darauf wurde die schwarz-rot-goldene Reichsflagge gehißt. Auch hierbei präsentierten die Engländer, während die ausländischen Offiziere Ehrenbezeugungen erwiesen. Die nach vielen Tausenden zählende Menge brach in begeisterte Hochrufe aus. Oberbürgermeister Dr. Stephan richtete an die Bevölkerung eine kurze Ansprache, die in ein Hoch auf baä deutsche Vaterland ausklang. Rach dem Gesang des Liedes „Deutschland, Deutschland über alles" grüßte der Vertreter des Landkreises Deu- then die Fahne und brachte ein dreifaches Hoch auf die oberschlesische Heimat und das deutsche Vaterland aus. Rach der Feier verliehen die Vertreter der interalliierten Kontrollkommission und der Rest der englischen Desatzungstruppen die Stadt. Die Bevölkerung ist in gehobener Stimmung: die Häuser tragen reichen Flaggenschmuck. hang schwarz-weiß^roter Fahnen habe gestern Die 1 Bulgarien Polizei gewarnt, weil dadurch Ilnairnehmlichkeften s befürchtet wurden. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Rede Poincares. Paris, 3. Juli. (WTD.) Die „8re Rou- belle' schreibt: Je weniger Ministerpräsident Poincare handelt, desto mehr ftndet er das Bedürfnis, zu reden. Seine Rede vom Samstag abend würde em Modell für einen Schriftsteller ein, der über die Kunst zu sprechen und nichts zu ogen, eine Dissertation schreiben will. Der „Temps" habe geschrieben, diejenigen, die Frankreich nicht in vollem Kriegstaumel hatten ermorden können, wollten ihm jetzt an der Brust Plakate anbringen, das zwei Fälschungen enthalte: Frankreich sei auch und ebenfalls für den Krieg verantwortlich und Deutschland könne nicht zahlen. Die „Ere Rouvelle" sagt: Es liegt sonst nicht in der Gewohnheit des „Temps", seinen Lesern derartige Behauptungen aufzutischen, die perfid sein sollen, die aber nur beleidigend sind. Wenn man diejenigen des "Sadismus anklagt, die wie wir behaupten, daß Deutschland nicht allein alle-, was die diplomatischen Litten auf seine Last gesetzt haben, bezahlen könne, dann klagt man auch nicht nur alle vernünftigen Franzosen, sondern auch klarblickende Freunde Frankreichs, wie sie jüngst im Dankierausfchuh faßen, beispielsweise Pierpont Morgan und den ehemaligen belgischen Ministerpräsidenten Delacroix, an. Der „Temps" könnte ich vielleicht die Frage stellen, ob der Defaitismus nicht darin bestehe, die augenblicklichen Rotwendigkeiten nicht zu begreifen, Frankreich durch trügerische Behauptungen einzulullen und die öf- entliche Meinung durch Drohreden und blohes Reden einzuschläfern und immer auf morgen auf- zuschieben, was heute zu sagen wäre. Ein französisches Propagandageschwader. PariS, 3. Juli. (WTD.) Die beiden französischen Kreuzer „Victor Hugo" und ,^Iules Ferrh" sollen unter dem Befehl des Admirals Dillh einem fliegenden Geschwader des Atlantischen Ozeans angehören, das eine Kreuzfahrt, die einen wirtschaftlichen, Handels-, kulturellen sowie diplomatischen Charakter trägt, unternehmen wird. Dieses Geschwader wird Australien, Neuseeland, Japan und China besuchen und auf dem Rückwege Kalkutta, Bombay, Dschrkouti und den Suezkanal anlaufen. Die Ausreise ist, dem „Matin" zufolge, für Ende Oktober vorgesehen. Die Rückgabe der deutschen chemischen Patentrechte in Amerika. Paris, 3. Juli. (WTB.) „ChicagoTribüne" meldet aus Washingwn, Präsident Harding habe den Treuhänder für fremdes Eigentum, Miller, angewiesen, die R ü ck - gäbe der deutschen chemischen Patentrechte zu verlangen, die von der vorigen Regierung für eine nominelle Summe an die Chemical-Foundation vermietet worden seien. Die Patente sollen mehrere Millionen Dollars wert sein. Der Schritt des Präsidenten erregt großes Aufsehen. In interessierten Kreisen wird erklärt, daß die Maßnahme der Regierung, die nur den Deutschen hülfe, die Zerstörung der chemischen Industrie der Che- mical-Foundation der Bereinigten Staaten bedeuten würde. Die Chemical-Foundatton werde gegen diesen Entscheid bei den Gerichten appellieren. Eine neue Schlacht in Dublin. London, 3. Juli. (WTD) „Daily Chro- nicte“ meldet aus Dublin, daß dort gestern abend eine neue Schlacht begonnen habe. Die Freistaatstruppen unternahmen kurz nach fünf Ähr mit Unterstützung von Maschinenge- wehrfeuer einen Angriff auf die Stützpunkte der Rebellen im Bezirk der Sackvilllestrahe und nahmen die gesteckten Ziele ein. Die verteidigenden Rebellen ergaben sich Ein Hotel wurde von den Freistaatstruppen unter Geschützfeuer genommen. Aach zwei bis drei Schüssen erschien auf dem Hotel die weihe Fahne und die Besatzung ergab sich. Die Freistaatstruppen haben auch eine Straße, in der zahlreiche Hotels von den Aufständigen beseht gehalten werden, umzingelt. De Valera soll sich bei dieser Gruppe befinden. Die Verluste sind seither leicht. Das Zentral- Telegraphenamt befindet sich unter Feuer. Es wurden mehrere hundert Gefangene gemacht. Eine heute morgen 1 Uhr aus Dublin abgegangene Meldung besagt, daß in der Connellstraße heftig gekämpft wird. 30 Rebellen wurden gefangen- genommen. Krassin über den deutsch-russischen Vertrag. London. 1. Juli. (WTD.) „Daily Expreß" meldet aus Riga, daß Krassin auf der Fahrt nach dem Haag hier eingetroffen ift Auf die Frage des Berichterstatters, ob es wahr sei. daß seit dem Derttag twn Rapallo die Deutschen eine Vorzugsbehandlung im Handel mit Rußland erhielten, erwiderte Krassin, Deutschland allein könne Rußland nicht helfen. Es sei nicht mehr das Vorkriegs-Deutschland. und ihm fehlten nicht nur die Mittel, sondern auch der Mui. Bezüglich der Aussichten in Deutschland und bezüglich des Wiederaufbaus äußerte sich Krassin Pessimistisch. Er erklärte, es seien ausnahmsweise Konzessionen angeboten worden. Die Deutschen verkauften den Missen nut gegen bar. Selbst Stinnes und große deutsche Werke zögerten, Abkommen zu unterzeichren. In einer Unterredung mit dem „Times"°Dericht- erftatter in Riga erklärte Krassin, die Sowjetregierung werde Ausländern nur Prvduktions- unb Hanbelskonzesfionen gewähren. Gemischte iuss sck^aus!ändische Handelskompagnien, in denen Ausländer bis zu 60 Prozent Anteile besäßen, würden jedoch zugelafsen werden. Kredite feien unbedingt notwendig für Sowjetruhland, und die sofortige Anerkennung fei nur von sekundärer Bedeutung. Dem „Times"-Berichterstatter zufolge ist Krassin der Ansicht, daß Deutschland die großen Probleme nicht allein in Angriff nehmen fennte. Der Mut der großen deutschen Firmen, wie Stinnes und Krupp, die versuchten, die Möglichkeiten in Rußland auszubeuten, sei tx>r den großen ihnen von der Sowjettegierung unterbreiteten Projekten zurückgeschreckt. fpd. Frankfurt a. M., 3. I heutigen Viehmarkt waren zugetriebc... ____ Ochsen, 34 Dullen, 866 Färsen und Kühe, 344 Kälber, 17 Schafe und 865 (gegen 1480 beim letzten Markt) Schweine. Es wurden bL>ahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen 200j—3600, Dullen 2500—3400, Kalber bester Qualität 3600 bis 3800, mittlerer Qualität 3000—3400, geringerer Qualität 2700—2900, Schweine unter 80 Kg. 6000—6400, von 80—100 Kg. 6400—6500, von 100—120 Kg. 6500—6800, über 120 Kg. 6400 bis 6600 Mark Der Markt wurde bei lebhaftem Handel ausverkauft. ersichtlich ist, an Stelle des freien Ermessens der । Agram . MieteiniaungSämter bestimmte Aufhebungsgrund-1 Warschau Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 20.6. Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . . sähe für das Mietverhältnis zu sehen, so sind doch diese Grundsätze völlig eir^ettig im Interesse deS Mieters und Untermietern ausgebildet und geeignet, leistungsfähige Vermieter zu vernichten und den Realtredit empfindlich zu schädigen. Der Gesetzentwurs ist daher für den deutschen Haus- befih unerträglich und unannehmbar" ** Die Güterwagengestellung vor Tariferhöhungen. Von halbamtlicher Seite wird mitgeteitt: „Schon wiederhott ist aus Kreisen, denen offenbar jede nähere Kenntnis des Eisenbahnwesens mangelt, die .Behauptung aufgestellt worden, daß die Cisenbahnverwattung vor Tariferhöhungen Wagen absichllich nicht stelle, um für die auf diese Weise zurückbleibenden Güter kurze Zett später die höheren Frachten zu erhalten. Diese Dechauptung muß die Eisenbahn? Verwaltung entschieden zuruckweisen. Wenn die Anforderungen an Güterwagen gegen Ende der den lehten Tariferhöhungen voraufgegangenen Monate nicht voll haben befriedigt werben können, so ist bies darauf zurüctzuführen, Daß bei Bekanntwerden der Tariferhöhungen der Wagenbedarf Landes Berlin. 3. Juli. Börsen st immungs- bild. Die Furcht, daß innerpolttische Wirren die Mark weiter beträchllich entwerten und die Aussichten für ein baldiges Zustandekommen der internationalen Anleihe völllig vernichten dürften, veranlaßte am Devisenmarkt einen allseitigen nervösen Kaufandrang, unter dessen Einfluß in gewaltigen Sprüngen die Kurse äu bedeutender Höhe anstiegen. Während bei Einsetzen des Verkehrs am Vormittag der Dollar noch mit 401,50 genannt wurde, stieg er In einer Stunde auf 412 und an der Mittagsbörse setzte er dann über 420 ein, um unter gewaltigen Sprüngen nach vorübergehenden leichten Schwankungen in der ersten offiziellen Dörsenstunde 435 zu erreichen. Der Effektenmarkt reagierte mit einer festen Haltung, das Geschäft bewegte sich aber wegen der ungeklärten Konjunkturaussichten der Industrie in engeren Grenzen. Den erheblichen Ruhen zogen aus der Haussetendenz Montanwerte, wozu die Kohlen- und Eisenpreiserhöhungen beitrugen. Diese Werte erzielten eine bis zu 100 Prozent betragende Steigerung. Andere Wertgattungen erfuhren Aufbesserungen im Ausmaße von etwa 20—60 Prozent. Vorübergehend machte sich ein kleiner Rückschlag insolge Gewinnrealisierungen bemerkbar: die AufwärtLbewegung setzte sich jedoch mit der wetteren Höherbewertung des Dollars durch Stark gefragt waren valutarifche Papiere und besonders Kolonialwerte. Salttrera, Pomona und deutsche Kvlonialwerte wurden zu bedeutend gesteigerten Preisen aus dem Markt genommen. SchifsahrtSaktien prosttierten nur wenig. Bankaktien blieben behauptet. Deutsche Anlechen fest bei geringen Besserungen, 3prozentige Reichsanleihe 5 Prozent höher. Der Dollar gab später auf 432 nach. Gegen Schluß erfuhr unter bedeutenden Realisierungen der Spekulation der DollarkurS einen Rückgang von 435 auf 420, angeblich auf die Rachricht hin, daß die unabhängigen Sozialdemokraten sich bereit erklärt haben, in die Regierung einzutreten. Man erhofft von diesem Schritt eine wesentliche Erleichterung der innerpolttischen Lage. Berlin, 3. Juli. Morgen bleibt die Börse für jeden Verkehr geschlossen. Frankfurt a. M, 3. Juli. Börsen- ftimmungsbild. Im Einklang mit der Devisenbewegung trat auf den meisten Marktgebieten eine wesentliche Befestigung ein. Der Dollar, der im Frühverkehr noch 398 genannt wurde, stellte sich im Verlaufe der Börse auf 420. Dementsprechend wurden Auslandswerte erhebllch höher genannt. Der Montanaktienmarkt verkehrte in fester Haltung. Autoaktien lagen fest. Metallund Maschinenfabrikaktien zogen an. Elektrizitäts- Papiere schlossen sich der allgemeinen Aufwärtsbewegung an. Von dxemifeßen Werten erregten besonders Anilinwerte unter Bevorzugung von Höchster, Bad. Anllin- und Elberselder Farben großes Interesse. Auch der Verkehr der unnotter» ten Werte war lebhafter. Deutsche Petroleum 2225, Benz 450. Das rege Geschäft hielt im weiteren Verlaufe an und dehnte sich auch auf den Kassa-Markt aus. Schiffahrtsaktien wurden lebhaft gehandelL Der Dollar wurde bei Sckluß der Börse um 420 genannt. Privatdiskont 43/4%. 3ranlf utt a. OH., 4. Juli. 1.625 ] U II V uuge LH VKl -T\ l H U