Nr.Z Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn- und Fciertaas. Monatliche Vez»rg5preise: Mk. 9.50 einschl. Trägerlohn. durch die Post Mk. 10.- einschl. Bestell- gelb, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech- Anschlüsse: fürdieSchriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geichäflsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siehe»», postschecllonto: Frankfurt a. M. 11686. Mittwoch, 4- Januar 192 172. Zahrgang Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachm »tag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 Pf., auswärts 90 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 3-^0 Pf. Bei Platz. Vorschrift20 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vrvck und Verlag: vrllhl'sche Unlv.-Vuch und Zteindruckerei R. Lange. Zchristleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Aus dem Reiche. Vom allrussischen Rätekongretz. Moskau, 3. San. (Wolff.) (Funkspruch.) Die „Pravda" veröffentlich vom 9. allrussischen Rätekongreh die auf Grund eines Berichtes Trotzkis angenommene Tagesordnung, worin es heißt: Der Kongreh betätigt den festen Willen der Räterepublik, mit allen Völkern in Frieden zu leben. Keine Grenzverschiebung könnte die Hungernden ernähren oder die wirtschaftlichen Die Aussichten der Konferenz in Cannes. Die Staatsmänner der Entente find in Cannes eingetrvffen. und noch immer dauert das Rätselraten über die dort zu zeitigenden Ergebnisse fort. Die Aussichten einer Einigung sind gering. Auffällig ist, daß die Ha- vaS-Agentur eine höchst pessimistische Auslassung der „Liberte- weiterverbreitet, in der ein Bruch zwischen London und Paris an die Wand gemalt wird. Es heiht darin nämlich. nach Ansicht der Ratgeber Lloyd Georges müsse Frankreich das englische Programm in vollem Umfange mit samt einem europäischen Kongreß, sowie das Zusammenwirken mit Deutschland und Rußland annehmen. andernfalls wäre der „Oberste Rat" von Cannes der letzte! Die Allianzen würden gebrochen, und wenn Frank-- -reich mit Belgien gege nDeutschland Vorgehen wollte, so würde Eng land eingreifen und sie daran hindern. Die „Liberte- und die Havas-Agentur mögen dies nicht recht glauben; wahrscheinlich werde doch alles wieder auf ein Kompromiß hinaus- laufen. Briand soll in einer Unterredung erklärt haben, ein französisch-englisches Bündnis sei am besten geeignet, die neu aufgeworfene U-Bvotfrage zu lösen; der springende Punkt bei allem sei die Sicherheit Frankreichs. Sn dieser Richtung werden denn auch wieder von Paris abenteuerliche Gerüchte in die Welt gesetzt, wonach Deutschland möglicherweise bei neuen U-Bovtsbauten in Skandinavien seine Hand im Spiele habe! Die Herren an der Spree lassen die von ihnen immer noch liebevoll gehegte Strohpuppe des deutschen Militarismus die seltsamsten Tänze aufführ-m! Ein amtliches Dementi ist solches Gerade natürlich nicht wert; weder die Engländer noch die Amerikaner werden darauf warten. Paris, 4. San. (WTB.) Briand und Ooucheur sind gestern nachmittag 5,35 Uhr nach Cannes abgefahren. Sn dm» Augenblick, wo sich ter Cannes erfahren die Blätter von zuständiger Stelle. dah sich Rat Henau in» offiziell nach Cannes begibt. Verhaftung eines Abteilungsdirelrlors der Reichstreuhandgesellschast. Berlin, 3. San. (WTB.) Don j u fl ä n • big er Seite wird mitgeleckt: Einige Rechtsblätter benutzen dieDerhaftungdesAbtei- lungsdirektors der Reichotreahand» g e s e l l I ch a f t Franz A o r v i l i u o, um allerlei Verdächtigungen gegen einen sehr hohen Reichsbeamten und das Reichsschatzininislerium zu erheben. Die „Freiheit", die diese Verdächtigungen übernommen hat, spricht sogar geschmackooll von einem Zuhälter in hoher Reichssieltung. Es wird behauptet, Rocvilius sei Anfang 1917 im Reichs- schahminislerium beschäftigt gewesen. Während dieser Zeit habe er seine jetzige Frau zu gewerbsmäßiger Unzucht ve leitet. Mehrere Herren, die das schändliche Treiben beobachtet hätten, hätten einen vorgesetzten Ministerialdirektor von diesen Dingen in Kenntnis gefetzt und Rorvilius der Zuhälterei beschuldigt. Trotzdem sei Rlnwi'ius weiterhin im Reichsschatzininislerium Verl lieben und auf Empfehlung die es Ministeriums später in das Reichsverwertungsamt übernommen worden. — Richtig ist, daß Rorvilius am 1. Dezember 1918 in das damals ins Leben gerufene Reichsver- wertungscrmt eintrat. Das Reichsschahministerium wurde erst bei der-Bildung der ersten konstitutionellen Regierung im Februar 19'9 Geschäften. Es ist also unsinnig, wenn behauptet wird, daß Rorvilius seit Anfang 1917 im Reichsschakministerium tätig gewesen sei. Seit dem 13. April 1915 hatte Rorvilius die Stellung eines praktischen Mitarbeiters und Durearrchefs bei einem angegebenen, Mobilisation in Rußland? Paris, 4 San. (WTB.) Rach einerWätter- melbung aus Moskau soll die Sowjnregrerung dieMobilisationvon 2 Sahreäklafsen für ganz Rußland angeordnet haben. Mißtrauen der Bereinigten Staaten gegen Frankreich. London, 4. San. (WTB.) Laut „Daily Telegraph" hat die Veröffentlichung des angeblichen Geheimabkommens zwischen Frankreich und Sa p an das Mißtrauen der Vereinigten Staaten, gegen Frankreich vermehrt. Amerika sei durch die Erklärungen der französischen und japanischen Delegierten, daß die veröffentlichten Dokumente Fälschungen seien, nicht überzeugt. Paris, 4. San. (WTB.) Rach einer vom „Petit Parisien" wiedergenebenen Meldung aus Washington iß im amerikanischen Repräsentantenhaus eine Entschließung eingebracht worden, die beantragt, daß Frankreich verpflichtet werden sollte, mit der Regelung der von ihm während des Krieges in Amerika aufgenommenen 6 A-u Iben zu beginnen. Sn der Begründung dieleS Antrages wird gesagt, daß Frank-toch auf brete Weise für seine Haltung in der Frage der Rüstungen bestraft werden solle. Es scheine jedoch wenig wahrscheinlich, daß der Antrag in der Kammer Annahme finden wird. abend der Abreise von Briand nach Cannes ausgesprochenes Unbehagen und Rie- dergeschlagepheit. Riemand scheine zu wissen, was eigentlich in Cannes geschehen soll. Sebermann frage sich ernstlich, womit Lloyd George auf der Konferenz Briand überraschen werde. Paris, 4. San. (WTB.) Der „Petit Pari- fien" macht darauf aufmerksam, dah Lord Curzon, der gestern nach Cannes abgereift ist, nicht zu den Mitgliedern des Obersten Rates gehört. Lloyd George habe ihn kommen lassen, um rhn evtl, über verschiedene Fragen der auswärtigen Politik zu Rate zu ziehen. Sn politischen Kreisen glaubt man, daß die Anwesenheit Lord Curzons ein Beweis dafür fei, daß auch die Probleme des nahen Ostens in Cannes und nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, in Paris zur Sprache kommen würden. London, 4. San. (WTB.) Die „Time s" schreibt in einem Leitartikel, die Anzeichen für Cannes seien nicht ganz hoffnungsvoll. Ein ffliirffritt d<»s amerikanischen Botschafters Dreses. Die „Zeit- erfährt aus unterrichteten Kreisen, daß demnächst der bisherige amerikanische Geschäftsträger in Berlin Dresel zurücktreten werde und durch Mr. Allan R. H a h q t v n ersetzt werden soll. Hayaton ist Mitglied des anterikanifchen Kongresses. Die schwache Stimme der französischen Pazifisten. ' Paris, 3. Jan. (WTB.) Mit dem neuen Jahr wird der „Erc RouveNe" zufolge in Paris unter dem Ramen Union Populaire pour l'Affaire Universelle eine neue pazifistische Gruppe ohne Parteizugehörigkeit gegründet. Vorsitzender ist der ehemalige Abgeordnete von Paris, Lucien le Foyer. Aus der Zahl der übrigen Gründer seien hervorgehoben G. Seailles, Abgeordneter Mistral, Longuet, Schriftsteller Victor Marguerite, Henry Barbusse. Sn dem Aufruf, den die Gruppe erläßt, wird auf die Unfähigkeit der Pariser Konferenz und der Friedensverträge, insbesondere desjenigen von Versailles, hingewiesen, den tatsächlichen Weltfrieden herbeizuführen. Der Friede müsse organisiert werden. Die Gruppe lehnt auch den Völkerbund in seiner jetzigen Gestalt ab. Sie will an seine Stelle einen allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Bund der Völker in Gestalt einer überstaatlichen Organisation mit legislativer, exekutiver und rechtsprechender Gewalt setzen. Der Aufruf legt allen die Verpflichtung auf bis zur Verwirklichung des Planes, den Widerstand gegen den Krieg und den imperialistischen Rationalismus zu stärken. welche zu dem Vertrauensbruch unb zur Zerschlagung des Planes einer Aussprache txn eng’ lischen und deutschen Parlamentariern Veranlassung gegeben haben. Es kommen aber noch persönlsche und parteitaktische hinzu: Daß die Anregung nicht, wie „Freiheit" and „Vorwärts" beh'.-upten, von «'nem, sondern von einer ganzen Anzahl mafcgobmber englischer Parlamentarier auiggargm ist and daß diese sich an den Fühler der D utfdjen Volks Partei mit dem Ersuchen gewandt haben, die Anregang an seine Kollegen im Deutschen Re chstag weite za geben, genügt für die Gegner, nicht nur ihre Mitwirkung zu versagen, sondern das Gelingen durch den Ver’ trauensbruch zu vereiteln. Es wäre für einen waschechten sozialistischen oder unabhängigen Politiker ein ganz unerträglicher Gedanke, daß es dem 2Tbg. Stresemann glücken E.nnte. auf dem angebeuteten Wege nicht nur England und Deutschland, sondern der ganzen Welt einen großen Dienst zu leisten. Snfv'gedessen verftck man auf eine Sringe, um zu v?rh iten, daß Dr. Stresemann bzw. die DeutscheVolkspartei einen Erfolg erzielten, der sich vielleicht auch Parteitag sch gültig ou’getoirEt hat e Delbst- verständlich hat jeder Hintergedanke Dr. S re e- mann und den wenigen von ihm ins Vertrauen gezogenen Fraktionsm tgliedern der Deutschen Volks Partei völlig fern gelegen. Denn ihnen Leit daran, ken deutschen Vaterland zu nchen. Es Bleibt das traurige Vorrecht der a-b’re*\ aas klein!'cher Part itaitik u b aas ebenso k einftchen persönlißen Granden ein ve dienstliches und r fc- lich«s Werk vereitelt zu haben." Das Ende der Washingtoner Konferenz. London, 4. San. (WTB.) Das Reuter- bureau veröffentlicht folgende Snformation: Obgleich die britischen Delegierten Vorbereitungen getroffen haben, am 14 Zrnuar von Reayork abzureifen, ist es noch nicht sicher, daß sie sich an diesem Datum einschifsen werdet!, v-un e3 könne jeden Augenblick geschehen, daß wichtige Fragen sich ergäben, die eine Verlängerung der Anwesenheit der britischer» Delegierten In Washington notwendig machen. Wenn unvorhergesehene Cr- eigniffe einträten, würden die Sntere sen Großbritanniens nach dem 14. Sanuar durch den brtti- schen Botschafter Geddes vertreten werden. Annahme der Resolution Root durch Frankreich. Vereitelte Aussprache deutsch- englischer Parlamentarier. Berlin. 3. San. Die „Freiheit" hatte vor einigen Tagen davon Mitteilung gemacht, daß Verhandlungen englischer Parlamentarier mit Dr. Stresemann geschwebt haben. um auf neutralem Boden eine direkte allgemeine Aussprache zwischen deutschen und englischen Parlamentariern herbeizuführen. Dom „Vorwärts" war die Angelegenheit mit deutlicher Spitze gegen die Deutsche Volkspartei auf- gegriffen worden. Seht nimmt der parteiamtliche „Deutsche Z.ntungsdenst" zu diesen Pre se- äufcerungen offiziell. Stellung, indem er schreibt: „Mit der hämischen Bekanntgabe durch die „Freiheit", und zwar im Wege eines Vertrauensbruches ist der ganze Plan ins Wasser gefallen. Die Form, in der die„F r e i- h e i t" die Dache preisgab u id ferner d e Form, in welcher der „Vorwärts" seku d erte, la sen deutlich erkennen, was für Beweggründe dabei mitgesprochen haben. Wer ein wenig hinter d e Kulissen zu blicken imstande ist, der weiß auch, daß in Kreisen der Sozialisten und der Unadhän- gigen immer noch trotz a ler Enttäuschungen die Hoffnung vorhanden ist, mit Hilfe der französischen Genosse»» einen völligen Umschwung in der französischen Politik Deutschland ce.entiber herbei- fübten zu können. Daß dieser Gedankengong völlig abäxg-g ist, und daß alle diese Hoffnungen nicht die leiseste Aussicht auf Verwirk ichu. g habe»», muß freilich ai.en Leuten klar sein, welche sich ein tre ig Wirklichkeitssinn für Fragen der große,» Polit.k bewahrt hade^, aber leider gehöre»» die Führer der Sozialisten und der Unabhängigen nicht zu diesen Leuten. .Daß bei der heutigen Stimmung in Frankreich uns höchstens von England eine gewisse Unterstützung zuteil werden kann, vermögen die er.eachte'.en Köpfe in den Redattivnen des „Vorwärts" und der „Freiheit" freilich nicht elnzusehen. Soweit wäre»» es immerhin sachliche Gründe, Paris, 4. San. (WTB.) Rach einer Ha- vasmeldung hat die französische Delegation in Washington nun mehr von i rer Regierung die offizielle Anweisung erhalten, der von Senator Root eingebrachten Entchlievung zuzu stimmen. Unter diesen Umftänöen nimmt man an, daß heute eine neue Sitzung der Konferenz statt findet, obwohl die Sapaner bisher noch, ohne Snftruitronen von ihrer Regierung sind. Es sei schwer voro.us^usehen, welche Rückwirkung die Annahme der R soluiivn Root auf den lvei- teren Gang der Verhandlungen haben werde. Programm sei nicht festgesetzt und der Finanz- plan, der das Hauptthema bilden sollte, schrumpfe immer mehr zusammen. Der Gedanke des Aufbaues ganz Osteuropas einschließlich Rußlands vermittels eines internationalen Konsortiums scheine noch nicht soweit gediehen zu sein, daß er der Kritik der Geschäftswelt standhafte»» könne. Der Versuch, Deutschland in den Plan hineinzubringen unter der Bedingung, dah es die Hälfte seines Gewinnes an Reparationen bezahle, fei ein wirkungsloser Ausgleich zwischen zwei einander entgegengesetzten Ansichten Wenn die alliierten Staatsmänner die . Absicht hätten, die europäische Lage wieder in Stand zu setzen, so mühten sie dam»t beginnen, dah sie die Rotwendigkeit der Wiederherstellung der Entente wirksam einsähen. London. 4. San. (WTB.) Briand erklärte in seiner Unterredung mit dem Pariser Berichterstatter der „Daily Mail" außer dem bereits Gemeldeten »wch, Frankreich müsse, wenn es auf sich selbst angewiesen sei, seine eigenen Mahnahmen treffen, um feine Sicherheit zu garantieren in Anbetracht der unsicheren Faktoren in der europäischen Lage, wie z. D. des russischen Heeres von 21/- Millionen und der neuen Kreuzer, die Deutschland unter dem Versailler Vwtrag bauen dürfe, von denen heute noch nichts bekannt sei. Der Berichterstatter des Blattes fügt hinzu, die französischen politischen Kreise seien ernstlich besorgt über die endgültigen Bestimmungen der Schiffsbauverträge, die jetzt in Skandinavien ausgesührt würde»» und, allgemein gesprochen, über die Möglichkeit, dah Deutschland in die Lage kommen könnte, im geheimen U-Voote zu bauen. Amerikanische und englische Quaker beim Reichspräsidenten. Berlin, 3. San. (WTB.) Anläßlich deS zweijährigen Gedenktages der Ankunft der amerikanischen Kinderhilfsmission unter gu)rung von Alfred Scattergood in Deutschland, empftn; der Reichspräsident gestern In G^gmwar t des Reichsministers Hermes eine A bordn ung der amerikanischen und englischen Oua k e r unter Führung des derzeitigen Leiters Mr Bacon zu einer Tasse Tee Der Reichspralldent gedachte in einer Ansprache der Verdienst'- der Quäker und der hinter ihnen stehenden amer - kanischen Spender um Leben unb Gesundheit von Millionen deutscher unterernährter K nder republik vor neuen Kriegen zu bewahren, gut und wünscht nur Frieden und Arbeit. Er billigt auch die Verminderung des Roten Heeres und weist mit Entrüstung die lügnerischen Erfindungen kapitalistischer Regierungen und Zeitungen zurück, dah Ruhland gegen feine Rachbarn, hauptsächlich gegen Polen. Kriegsabsichten hege. Leider hat die Sowjetregierung noch immer nicht die Möglichkeit, den Bestand der Republik gegen gegenrevolutionäre Versuche zu schützen. Die Weigerung Rumäniens, sich zur Reutralität zu verpflichten, und die unaufhörlichen Unternehmungen von Banden, die aus Polen. Rumänien und Finnland in Ruhland einfallen und der japanische Angriff im Osten, all dies zu einer Zeit, wo die Konferenz in Washington über die Entwaffnung berät, ohne Rußland zu befragen, sind feindliche Handlungen. Obwohl die Regierung dennoch in ihrer Friedenspolitik weiter beharrt muh sie trotzdem bereit sein, jeden Versuch, die Unabhängigkeit der Dundesräterepublik zu verletzen, mit den Waffen zurückweisen können. Gleichzeitig mit der Verminderung des Roten Heeres müsse daher seine materielle und technische Verbesserung erfolgen, um ihm die höchst erreichbare Kampfkraft zu sichern. Der Kongreß drückt Die Entschlossenheit der arbeitenden Massen aus. die nötigen Opfer für den Unterhalt des Roten Heeres auf sich zu nehmen. Der Kongreß hofft, dah die wirtschaftlichen Fortschritte es auch der Roten Flotte möglich machen werden, die Zugänge zu den Seehäfen der Republik zu sicher.r. Sn den Sitzungen des 9. allrussckchen Kongresses nahmen 1991 Vertreter teil, von denen 1522 Kommunisten waren. öffentlich angestellten. beeidigten Bücherrevisor zu Berlin inne. Sn dieser Stellung wurde Rorvilius als Vertreter seines Chefs als Revisor und Organisator in der Zentral-Einkaufs-Gesellschaft beleg: ert. wo er. tote die vorliegenden Bestätigungen ergeben haben, in jeder Beziehung Tüchtiges leistete und sich größtes Vertrauen zu gewinnen t>ermochte. Rorvilius wurde ferner während des Krieges mit Organifa- tions- und Revisionsaufträgen zu verschiedenen Reichsstellen entsandt, wo er ebe"falls laut vorliegender Bestätigung Hervorragendes leistete. Als das Reichsverwertungsamt gebildet wurde, um die gewaltigen Vorräte an Heeresgut zu erfassen und zu verwerten, bewarb sich RorviliuL um eine Stellung in diesem Amt und wurde vom damaligen Leiter eingestellt, weck er überaus günstige Zeugnisse und Empfehlungen auftoeifen konnte. Am 1. April 1920 übernahm die Reichstreuhand-Gesellschaft die Ausgaben des Reichsverwertungs- amtes, wobei der größte Teil des im Reichsverwertungsamte beschäftigten Personals übernommen wurde. Da über die Tätigkeit von Rorvilius im Reichsverwertungsamt vom 1. Dezember 1918 bis zum 31. März 1920 nur günstiges bekannt war. und da et mit allen Zweigen des komplizierten Rechnungswesens vertraut war, und als durchaus zuverlässig angesehen wurde, übernahm ihn die Reichstreuhand-Gesellschaft als Leiter des Rech- nungs- und Buchhaltungswesens. Eine Verfügung über die Warenbestände und Bargelder war mit seiner Stellung nicht verbunden; dagegen hatte Rorvilius die Mitunterschrift bei der Verfügung über die Bankguthaben. Rorvilius lieferte nach dem Bericht des Vorstandes der Reichstreuhand-Gesellschaft in seiner ganzen Tätigkeit stets den Beweis hoher Snteckiaenz und großer Arbeitsfreudigkeit. Ai seiner Gewissenhaft gke t it niemals ein Zweifel entstanden, um so weniger, als die fortlaufenden Kontrol en unb Re ifionrn bet Buchhalterei zu Beanstandungen ke nr> Anlaß gaben. Anläßlich der in den letzten Taae » durch die Presse gegangenen, das Privatleben von Rorvilius belastenden Mitteilungen sah iH der Vorstand der Rcich trmhandg-sell ch.ist er mW, ihn sofort vom Dienste zu fu D'nbieren und eine erneute gründliche Kontrolle feiner Ge chifts u')- rung zu veranlassen. Bisher ergab d e Reck ton nichts Belastendes. Ueber das Pn alle en von Rorvilius toar bislang der Direktion der R. T. G. nichts Rachteiliges bekannt. Snck,es7rde:e tat e sie keine Veranlassung, ettoa anzunehmen daß Rorvilius Aufwendungen machte dir im Widerspruche zu seinem Diensteinkommen geba :Den hätten. Angesichts dieses Tatbe wndrs u 'o _ bte Verdächtigungen gegen den vor ese ten JK» i e- lialbireftor als leichtfertig zu b^eichnm Der Ministerialdirektor, auf den sich d e e Anlchuldi- qungen beziehen können, ist spater als Rer »lius, nämlich erst im Februar 1919, in das R ichseer- wertungsamt eingetreten und hat Ror.uius zu diesem Zeitpunkt erst fennen gelernt. Diese Aufklärung läßt doch noch .nwncheS im Dunkeln, und man wird ein abschließendes Urteil zurückhalten müssen, bis weitere Einzelheiten bekannt sind. . Don .UlUilDnen vtuuwy Nütz- und hoffender und stillender Mutter und D uckte | den Dank der Reichs reg »erung und des deui schsn Volkes für das großzügige Liebes werk aus, das L o n d o»», 4. San. (WTB.) Die „Times' t berichtet aus Paris, es herrsche dort am Dor- London. 4. San. (WTB.) „Daily Tele- > Ruinen wieder aufrichten. Der Kongreß heißt die graph" zufolge ist die Meinungsverschiedenheit Be»nühungen der Regierung, die erste Räte- zwischen England und Frankreich wegen des An- goravertrages keineswegs beigelegt. Diese Frage werde, wenn nicht in Cannes, dann etwas später in Paris erörtert werden. zu- L 29. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Pause, dann sagte Mal sah, hatte er erinnere mich noch Spuren im Schnee Roman von Sven Eldestad. Ermächtigte Heberletjung. statt, an dem sich über 620 Landwirte beteiligten. Ter Vorsitzende der Landwirts afu-kamrner, Geh. Oekonomie at Walter- Lengfeld begrüßte die zahl, eich erschienenen Gäste, unter denen sich Vertreter des Ministeriums, der Provinzialdirektion für Oberhessen, des Kreisamtes und der Stadt Gießen, sowie Vertre'er der Handelskammer befanden. und wies auf die Bedeutung der Abhaltung regelmäßiger Dortragskurse für unsere p-attischen Landwirte hin. An Stelle des ersten Redners. Geh. Hofrat Prof. Dr. Wagner- Darmstadt. der plötzlich eiTranft war, sprach über das angesagte Thema „Neuere Dünaungssragen" Professor R ö h l e r - Darmstadt. In der Ein- Aus dem Amtsve»!ündignngsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblat' Nr. 2 vom 3. Januar enthalt: Hu.idesteuer-Ver- ybming. — Gebühren im Eichwesen. — Spend« Tur die Opfer von Oppau. — Fetdbereinigunger Grüningen, Lumda. Ober-Bessingen und Klein- • Linden. war et denn gekleidet?" Es entftanb eine lange der Kapitän: „Als ich ihn das letzte seinen Pelzmantel an. Ich „Das ist ein lebhafter Herr, den der Herr Kapitän da im Hause haben, ein umgänglicher und. liebenswürdiger Herr," sagte sie. „Denken Sie nur, er ist schon seit heute morgen um sieben ilf>r auf. Gr muh aus Frühaufstehen gewöhnt sein." „Wenn der Herr li-Hrnswürdlg gegen Sie gewesen ist, hat er etwas von Ihnen wissen wollen." behauptete der Kapitän, erstaunt übei die Mitteilung der Haushälterin. „Hat er Su irgend etwas gefragt?" „Nein, nicht gerade: er hat von allerlei geredet." .00“ „ilnö er muh ein guter Freund vom Herrn Kapitän sein, denn er spricht sehr freundlich von Ihnen, wi kl:ch herzlich." „Wirklich?" „Er sagt, es tue ihm so leid, daß der Herr Kapitän von Schlaflosig'ett geplagt seien, und das meine ich ja auch. Er ist auch der Ansicht, der Herr Kapitän dürsten nicht so viel im Stuhl schlafen, sondern sollten li:brr abends richtig zu Bett gehen. Ich bin überzeugt, der Herr Kapitän haben heute nacht im Bett gut geschlafen." „Ich habe sogar ausgezeichnet geschlafen Maria." bestätigte der Kapi an. „Herr T. meint, man bekomme böse Träume davon, wenn man im Stuhl schlafe." fuhr Maria fort. „Als ich ihm von der Schrecke.lsnacht erzählte. hat er sich ganz entsetzt." „Von welcher Nacht haben Sie ihm erzählt?" (Fortsetzung folgt) > ganz genau, der Mantel hatte einen grauen Pelzkragen. And auf dem Kops trug er einen hohen Hut mit einem Trauerflor. Seine Schwester war vor kurzer Zeit gestorben." T. stand auf. »Auf Wi versehen morgenI" fag‘e er. „Ich gehe fetzt aus in der Dunkelheit, um nach dem Mörder zu suchen, dein nur in der Dunkelheit kann dieser Mörder gesunden werden." SechzehntesKapitel. Als der Kap tän am nächsten Morgen erwachte, erstaunte er sehr, da er im Hause Stimmen vernahm. Er setzte sich Im Bett auf und horchte, Was gesagt tru de. konnte er nicht verliehen. er hörte nur die "Stimmen, und als er eudstch den Schlaf vollständig abgeschüttelt hatte, merkte er, das; die Stimmen aus dem Wohnzimmer tarnen. wird gezweifelt. Einzelne von ihnen sind buchstäblich mit Eisentellen gespickt Die verhafteten neun Burschen gaben an. daß sie einen Racheakt gegen die Polizei ausge- führt hätten, die einen der ihrigen tags' ddt verhaftet hatte. das) der Nockärmel bis beinahe an den Ellenbogen zurückglitt. Der Kapitän beeilte sich sehr, die Lampe anzuzünden, u>rd im aufflammenden Licht sah er plötzlich auffallend dlah aus. „Sie haben mich 'die ganze Fell über so sonderbar angesehen," bemerkte er. „Durchaus Nicht," erwiderte T. „Ich habe nur gedacht, ich möchte Sie gern etwas fragen." „Was denn? Fragen Sie nur," sagte der Kapitän. „ Falls ich einmal Doktor Flodin treffen sollte, so möchte ich gern wissen, wie er aussieyt, damit ich ihn gleich erte.me,“ sagte T. „Wie ob?r zurückgesandt werden können, wenn Rückporto beigefügt ist. Bornotizcn. — Lageskalender für Mittwoch: Stadttheater. 6’/., Ahr: ..Die Lanzgräfin". — Die Versammlung der kirchlichen Vereinigung der Iohannes- gemeinde mit Vortrag über die Menschwerdung Gottes am 5. Januar wird wegen der ausgebreiteten Grippeepidemie auf Donnerstag, 12. Januar, verschoben. Landkreis Gietzen. ^AusdemKreiseGießen,3. San. Die Grippe wütet fast in allen Orten des Kreises; mitunter liegen ganze Familien darnieder. Besonders stark tritt die Krankheit in der Gegend von Langsdorf, Hungen. Ettingshausen und Klein-Linden auf. Nicht selten treten Todesfälle ein. aeMtent>'rfi ite-ung r^ten f -t als" -h- Amt nicht durch P ragr pH", i f , ä f n l ss n ixlnetr durch au bL c te Arb it auch rter dm Rahmen der ur'pr g ich v rgst h- ei Aasg ben h n-us ihr Te es im I t reffe der A gestellten getan. Auch bei den Wa'llen am Sonntag ist die Frage, ob die Angestellten e ne For' ezun; d e er bi - dc g f.uchLbringe.rden Aroeit wollen, rnitza- ent scheiden. *’ Sämtliche städtischen Schulen bleiben, um einer weiteren Ausdehnung der Grippeepidemie nach Möglichkeit zu begegnen, bis auf weiteres geschlossen. Der Wiederbeginn des Auterrichts wird besonders belanntgegeben. •* lieber Z> t c Grippe in Gießen tellt uns das Kreisgesundheitsamt mit: Die in der ctabt (Sie «en herrsrpende Grippeepidemie hat wie auS Lern Beriet der Aerzte hervorgeht, ihren Höhepunkt noch nicht überschütten, und die bei ten Ae zten täglich eingehenden Bestellungen zu Krankenbesuchen ,Ub so zahl.eich, das; de en Erledigung am ieiben Tage zumeist unmöglich ist. Durchweg besteht der Eindruck, das) es sich im allgemeinen um gutartigen Verlauf der Erkran- kunren handelt. Anter manchmal recht hohem Sic. er treten Kopf- und Rückenschmerzen, sowie ein Gesü'l der Abgeschlagenheit in den Gliedern auf, aber schon ein kräftiger Schweihausbruch bringt Entfie e ung und S l,winden der. B schwer- ter und nur ein hartnäckiger Hustenreiz bleibt oft_ noch mehrere Tage bestehen und belästigt den Patienten und die Ihn- rer ui,g._ Korns likatio en (Lungen-, Rippen- frllentzündi'ngen, Mittelobrentzündung und Katarrhe der Nasennebenhöhlen) treten nur ganz selten in Erscheinung im Gegensatz zu der schweren Epidemie im Jahre 1918. — Ist ein Familien- Mitglied erkrankt, so bleiben die übrigen oft nicht verschont, was bei der leichten Aebertrag- barkeit erklärlich ist; der Krankheitserreger, der sich in dem Sekret der oberen Luftwege bei dem Erkrankten befindet, gelangt leicht in die. Umgebung, besonders durch Anbusten und Anniesen. Es muh daher immer wieder darauf hingewiesen werden, dah zu Zeiten einer Grippeepid mie gr"bere Menschenan ammlungen zu vermeide.: sind. Die Verlängerung der Schulferien ist anae- ordnet worden, nicht etwa, well die Grippe unter den Schuckindern besonders ver'-rei et wäre ober im schulpfli htigen 21 ter be ond rs gefährlich Verläufe, sondern d^mit nicht durch Vermittlung der S hulli der die Grippe noch weiter verbrei et we de. — Ein jeder Grippekranke gehört ins Bett, sobald sich die oben erwähnten Erscheinungen zeigen. Zur Hwbeiführung des erleich ernden Schweihes wird besonders Alkohol in heiher Form (Grog) als bewährtes Mittel gerühmt. Sollten schwerere Krankst tttserscheinunaen auftreten, wie anhaltendes Fieber oder Schwächezustände, dann ist unbedingt der Arzt zuzuziehen. Ss sei hier nochmals auf die bereits gestern erfolgte Bekanntmachung des ärztlichen Kreisverbankes hingewiesen, wonach Bestellungen zu Besuchen mindestens vor- Landwirtschaftlicher DortraIskurs. Am Dienstag fanb der erste Vortragstag der andwirtschaftskammer in Gießen Zuerst war er sich nicht im klaren darüber, warum er über diese Stimmen so erTtaunt war. Vielleicht deshalb, well so selten Stimmen in feinem Hause ertönten oder well di.se Stimmen in Beziehung zu etwas standen, das er ganz kürzlich erst erlebt hatte? Während des Erwachens hatte er das Gefühl, als werde plötzlich ein Decke vor ein Dasein gezogen, in dem er gelebt hatte, von dem ihm nun aber keine Erinnerung mehr geblieben war. And in dielen Stimmen, die er vernahm, meinte er einen Nachklang aus jenem Dasein zu hören, eine schwache, schwindende Erinnerung, — es war, als glitte ein fremdartiger Traum von ihm weg in immer weitere Ferne, und die letzten, Worte, die er in die)em Traume gehört hatte, verschmolzen mit den ersten Worten, die er nun In wachem Zustand hörte. Jin einem winzigen Bruchteil eines 2lugen- blicks wallte in seinem Anterbewutztsein eine schleierhafte, unbestimmte Erinnerung aus an das, was er in diesem Traume gesehen und gehört hatte, aber im nächsten Augenblick war sie wieder weg und sobald er die Stimmen brausten im Wohnzimmer erkannte, war alles wie verweht. 21ber dennoch blieb er zurückgelehnt im Bett sitzen mit weit offenen, ins Leere starrenden Augen und mit dem Gefühl, er sei ganz wo anders gewesen und habe Stimmen von Menschen gehört, an deren Namen und 2lussehen er sich jetzt nicht mehr erinnerte. Denn die Stimmen, die er nun hörte, klangen anders; das war ja Maria, die mit dem Detektiv redete. Er klingelte, und der Glockenton rist die Unterrebung brausten jäh ab; es trat S.ille ein Maria kam mit dem Kaffee ins Zimmer. hv»r feilte redseliger als gewöhnlich 2l us vvm 5a on ta1, 3. Jan. End» lich haben anhaltende Regengüsse und Schneegestöber die langersehnte Bodenfeuchtig- kett gebracht. Die Lahn, die bis vor vierzehn Tagen noch einen selten erreichten Tiefstand zeigte, ist in den letzten Lagen so gestiegen, das; ihr Bett zum lieberlaufen voll ist, ja an einzelnen Stellen ist sie über ihre Ufer getreten. Bei weiter anhaltenden Niederschlägen wird sie das Lahntal überfluten. Die Wassergräben und Flutgräben im Hehler zwischen Giehen, Klein-Linden und Heuchelheim, stehen voll Wasser, ebenso die tiefliegenden Wiesen und Aecker. Während die Gewässer den Landwirt und Viehzüchter mit neuen Hoffnungen erfüllen, bringen sie dem Ungeziefer, besonders den Scharen von Mäusen. die im Herbst so grohen Schaden anrichteten, Tod und Verderben. Im ^-Verein mit ihrem Todfeind, dem Wiesel, flüchten die Tiere auf die höher liegenden Grundstücke und werden hier eine Beute der Raben, die in grohen Scharen die Fluren absuchen. △ Hungen. 3. Ian. Der Personen- z u g, der heute früh 7 Uhr unsere Station in der Richtung nach Giehen durchfahren sollte, erlitt einen Maschinenschaden, so daß er auf der Strecke halten muhte und mir zweistündiger Verspätung eintraf. Kreis Lauterbach. △ Ober-Moos, 3. Jan. Der Zweigverein Movsergrund vom Vogelsberger Höhenkl ub hielt bei Gastwirt Lind seine Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende Tierarzt Dr. Lana- Nieder-MooS leitete die stark besuchte Versammlung. Es wurde ein Wanderplan für 1922 beraten und festgelegt. — Zur Errichtung eines Kriegerdenkmals sind 5000 Mk. gesammelt worden. △ Crainfeld, 3. Ian. Ende dieser Woche wird auch hier die elektrische Beleuchtung eröffnet worden. Zur Zell werden noch einige Masten am Bahnübergang aufgestellt. Kreis Friedberg. fpd. Friedberg, 3. Ian. Der frühere Bürger meister der Stadt Fr ed e.g, Daural Stahl, ist vor einigen Tugen Li Cannstadl bei Stuttgart, wo er seinen Lebensabend verbrachte, gestorben. Hessen-Nassau. * Frankfurt a. M.. 3. Jan. Zwei Jäger aus Eckenheim fanden am Samstag morgen die schon stark in Verwesung übergegangene Leiche des Arbeiters August Scheu aus Grvhenbaum im Rheinland in der Nidda bei Dvnames. Ob ein Anglücksfall oder ein Verbrechen vorliegt, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. * Biedenkopf, 3. Ian. Das abgelaufene Jahr hat der hiesigen Spar- und L e i h k a s s e wiederum einen gewaltigen Geschäftszuwachs gebracht. Die Spareinlagen haben sich um 1,4 Mill. Mk., die Zahl der Kunden um 330 vermehrt. Der Bestand ar Spareinlagen beläuft sich jetzt auf 9,8 Mill Mark. Im neueröffneten Scheckverkehr betragen die Gutschriften 2.65 Millionen, die Lastschriften 3 Millionen Mark. Zur 2lufbe^ Wahrung und Verwaltung waren noch 1,4 Mil ltonen Mark Effekten deponiert. Nun lag das ganze Zimmer im Dunkel, und um die beioen herrschte et.ie eigentümliche feier- lich« Stille. Don der Straße h riuf ertönte kein einziger Schritt, das Haus war wie ausgestorben keine Tür knarrte. K.in Schilt n zeigte sich auf den Fenstern, die Im letzten Sh ein des sterbenden Wftttrrtages noch matt erglänzten. Nur die Gesichter der beiden Menschen waren in dem geräumigen dunkeln Zimmer noch undeutlich zu unterscheiden, wie zw.i blase Flecken, die sich vom Du lei abho' en. Das Ges cht dcs K' p'ttöns bewegte fid) mit dem Schauk li res S.uhles auf und ab, wahrend das des Detttl vs unbeweglich ruhig blieb, beleuchtet von tem schwachen Tagrs- schimmer, der noch iurchs Feister bcrdnfieL Da erhob sich der Kap.tan. „Es ist Zeit, die Lampe a czustecken." sagte er Als er eben mit seinen Fingern den Glas- zhlinder umklammert hielt aaö das brennende Streichholz an ten Docht führte, ging T. v.m Fenster weg und setzte sich in einen der Lehnstühle am Tisch. Ter Kapi.än sah nicht nach ihm hin, aber der Zylinder fing plötzlich an, klirrend gegen das Mi'ch,las ?u fd)lagen. „Wa um starren Sie mich so an?" fragte der Kapitän. Der andere gab keine Antwort; er betrach te'e unablässig des Kapttins Handgelenk. Am d e hvchhängende Lampe anzünden zu können, mutzte der Kapitän den Arm so hoch in bie Höhe strecken. mittags > »10 Ahr aufgegeben werden müssen, wenn noch Erledigung am selben Tage erfolgen soll. Bei dem milden Charak'er des Krankheitsverlaufes und der verhältnismäßigen Sll.enheit der Komplikationen liegt keinerlei Anlaß zur Beunruhigung vor, und es darf damit gerechnet werden, dah der Höhepunkt der Verbreitung bald erreicht ist und die Epidemie in der Stadt dann rasch ihrem Ende zugeht. — Auch im Landkreis waren und sind noch einige Orte stark von der Grippe heimgesucht; aber auch dort verläuft die Erkrankung fast durchweg gutartig und verhältnismäßig rasch. ** Die Teuerungszahlen im Monat Dezember (November) in den 5 grössten hessischen Städten: Mainz 1595 (1325). Darmstadt 1526 (1340), Offenbach 1554 (1371), Worms 1480 (1325) und Giehen 1546 (1306). ** Hühnerdieb st ah l. In der Nacht zum 3. Januar wurden aus einem Hühnerhaus am Nahrungsberg mittels Einbruchs 1 schwarzer Hahn (Rheinländer), 1 schwarzes Huhn (Rhein!.) und 2 rebhuhnfarbige, am Halse hellbraune llalienische Hühner gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. ** Hnterf<#[agen wurde einem hiesigen Geschäftsmann eine Nußbaum-Reise-Kameca (13>J8 Zentimeter) mit Adapter und 6 Blech- raffelten (12x16 /_> Zentimeter) in grauer Segel» t/chlasche im Werte von 3500 Mk. An der Kamera befindet sich ein Objektiv in versenkter Fassung von Karl Zeih. Jena. (Brennweite 6,3 bis 15 Zentimeter), dazu ein dreiteiliges Stativ. Sachdienliche Mitteilungen ür'er den Verbleib des Apparates nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. ** Anlagenmusik Donnerstag mittag 12 Ahr am ßicbinbenfmaf l>'tr bei guter Witte- rurg\ 1. Fe'l-Rev i'.le über „Nun danket alle ®ott". I. Golde. — 2. Ouvertüre zur Oper ..Das Nachtlager in Granada". K. Kreutzer. — 3 Quintett aus der Oper „Die Meitzerfinger von Nürnberg". R. Wagner. — 4. Hüöns Zauberhorn. Große Fantasie aus der Oper „Oberon" (König der Elsen). K. M. v. Weber. — 5. Einigkeit und stark. Marsch von C. Friedemann. △ Die Vereinigung des ehemaligen Landwehr-Infanterie- Regiments Nr. 116 veranstaltete im „Felsenkeller" ihre Weihnachtsfeier, verbunden mit Kinderbescherung. Der Besuch war seitens ter Regimentskameraden und ihrer Angehörigen so stark, dah der Saal kaum die Gäste zu fassen vermochte. Für Anterhaltung war gut gesorgt, Vorträge von Weihnachts- gedicbten wechselten mit Zwiegesprächen, Kinderchören und Mu'llvorträgen. Drei nette Theaterstückchen wurden von Kindern aufgeführt und fanden bei den Zuhörern lebhaften Beifall. Es waren dies „Das fremde Kind". ,,Knecht Ruprecht kommt", und ..Sonnenwend» feier am Heidenstein". Den Gipfel der Freude erreichte die Feier, als die Bescherung der 110 Kinder statlfand; darunter befanden sich auch die Kinder der gefallenen Kameraden. In seiner eindrucksvollen Festrede gedachte Prof. Dr. Eger der Gefallenen, richtete tröstende Worte an die Hinterbliebenen und forderte alle Deutschen zu festem Zusammenhalten in den Zeiten der Not auf. △ Vorsicht i st der Tapferkeit besserer Teil. Viel belacht wird ein heileres Vorkommnis im Kreise Giehen. Die Frau eines Handelsmannes war mit ihrer Schwägerin und deren Verlobten allein zu Hause, als plötzlich sf'ät abends im oberen Stockwerke Knistern und Gepolter vernommen wurde. Schon fühlten die Hausbewohner Dolch und Revolver der Räuber und Mörder aus der Beust, und entsetzt stürzten sie aus dem Hause auf die Ortsstraße. „Hufe! Räuber! Einbrecher!" tönte es aus drei Kehlen durch das friedliche Dorf. Gleich waren Dauern- burschen Aur Stelle, die das Haus umstellten. Licht wurde herbeigeschafft, mit Knüppeln, Mistgabeln und Aexten ging es behutsam ins Haus und die Treppe hinauf. Zähn.kla.pernd bildeten die Hausbewohner den Schluß des.Stoßtrupps. Bald ertappte man auch den Einbrecher, der sich an aufgehängten Haseniellen zu scha,fen machte. Es war eine Katze, die mit Zähnen und Pfoten die ausgedörrten Hasenselle behandelte und dadurch das Krachen und Poltern verursacht hatte. ** Sur Beachtung. Infolge der starken Erhöhung des Briefportos vom 1. Januar ab machen wir erneut darauf aufmerksam, daß Zusendungen an die Redaktion nur bann beantwortet die Reichsregierung auch weiter auf jede Weise fördern werde. Im Anschluß daran fand eine schlichte 5cxr in den R u nen des De itschcn Zenlralausschustes für Auslandshibe statt, zu der auch Vertreter der in- und ausländischen Presse erschienen waren Aus sämtlichen 2ln- sprachcn kam die Dankbarkeit für die geistige und materielle Hilfe der Quakerspeisung und die vorbildliche, versöhnliche Arbell der Quäker aufs Herzlichste zum 2lusdruck. Neuwahl des Reichspräsidenten? Berlin. 4. Jan. Zur Frage der Neuwahl des Reichspräsidenten erfährt d e ..Deutsche Allg. x.tg“, daß de Reichs tags jra • tionen üvrläuf.g noch nicht beabsichtige werden, eine Entsche.duag i.i bi ser Frage za treffen, sw j lange wich: d.e Ge,e zesvirär,e über den Volksentscheid veradsch.edet worden ist. Heber rie Frage ci er gcme.nfamen Kandidatur Eonn <. trotz vielfacher Bemu u g:n b.sher noch feine Einigung getroffen werd.n, so bau vorlöufia kaum mit er.ee W-i d rwa.)l re3 Reichsprcks.de te. Ebert zu rechnen fein wird. Einberufung des Reichstagsausschusses für auöwätt'ge Angelegenheiten. ^Berlin, 4. Jan. W'e tie „Deutsche 2lllgem -Ztg." aas parlame ckachschen Kre.sen hört, wirb beabsichtigt, dem Reichstagsausschuß f u r auswärtige Angelegenheiten nach der Ko-nferenz von Cannes und "der Rückkehr von Dr IRat c au za ci er Llussp.ache über d.e autzcn politische Lage ci.^ubwafen. Strafgesetz und Derfassungsrecht. Berlin, 3. Jan. (WTB.) In den gestrigen Abendausgaben der Berliner Zeitungen erschien über den Inhalt des Gesetzentwurfes zur 2lnpas- fung des Strafgesetzbuchs an das Verfassungsrecht, der immer noch fälschlich als Gesetz zum Schutze der Republik bezeichnet wird, eine Llotiz, die dem tatsächlichen Inhalt des Entwurfs nicht entspricht. Am Irrt mem vor.ubcitgen, wird die Vorschrift, auf welche die Zeitungsmel- düng offenbar Bezug nimmt, nachstehend mitgeteilt: Wer die verfassungsmäßige Slaatsform oder die Reichs- oder die Landeofarben öffentlich beschimpft, wird mit Gefängnis bestraft. Daneben kann auf Geldstrafe bis 500 000 Mark sowie auf Verlust der bekleideten öffentlichen 2kmter erkannt werden. Ebenso wird betraft, wer öffentlich oder durch Verbreitung von Schriften, Abbildungen oder Darstellungen zu ©:tt>alttätig eiten g?gcn bic Person des Staatsoberhauptes oder eines 21iit- glieds der Reichsregierung oder Landesregierung auffortert ober anreizt. Das Dinkelsbühler Attentat ein Racheakt. Dinkelsbühl, 3. Ian. Wie nunmehr feftestellgt wurde, galt ter Bombenanschlag in ter NeujahrSnacht den Sicherheitsorganen der Stadt. Am Aufkommen vieler Verwundeter Aus und Land. r. Gießen, den 4. Ian. 1922. - - Alle Zuschriften in geschäftlichen Angelegenheiten (nsbesondere Aufträge über Inserate und diesbezügliche Anfragen) bitten wir nur an die Geschäftsstelle des „Gießener Anzeigers" zu richten. Die Redaktion (Schriftleitung) ist ausschließlich für den Textteil zuständig. "** Die Wahlen zur Angestelltenversicherung. Am S nnt ~g, 3. Januar finden fast in ganz Deutschland die Oleuwablen der Vertrauensmänner zur Angetzelltenversicherung statt. Nach dem Gesetz vom 20. De-ember 1911 haben die Vertrauensmänner die Aufgaben, die Beisitzer für den Rentenausschuß. für die Schiedsgerichte, das Oberschiedsgericht und für den Verwaltungsrat zu wählen. Der Verwal- tungsrat wählt dann wieder die Vertreter im Direktorium. Den Vertrauensmännern können vom Rentenausschuß bestimmte 2lufgaben übertragen werden. Sie sollen auch ohne Auftrag alle ihnen bekannt gewordenen Tatsachen mit» teilen, die nach ihrer Ansicht für den Renten- cnisschuh oder die Reichsversicherungsanstalt wich» tig find. Diese Tätigkeit haben die Vertrauensmänner in den neun Jahren seit Bestehen der Angestelltenversicherung in weitestem Maße ausgeübt. In Ortsausschüssen zusammengeschlossen, haben sie bei Heilverfahren die Versicherten beraten, Gutachten abgegeben und sich bei der Durchführung von Heilverfahren betätigt, bei der Gewährung von Renten Gutachten abgegeben und bei der Feststellung des Kreises der Versicherten und der Beitragszahlung mitgewirkt. Die Versicherten wandten sich vielfach in allen 23er- |id)crungef ragen an den Ortsausschuß und fanden bei diesem Rat und Vertretung ihrer Interessen. Von den Ortsausschüssen der Vertrauensmänner ging bald nach 1913 neues Leben aus. Sie beschräntten sich nicht auf ihre örtliche Tätigkeit, sondern erweiterten ihr Arbeitsfeld. ©nbc 1914 wurde vom Frankfurter Ortsausschuß eine Aenderung des Gesetzes verlangt, dahingehend, den Kriegsteilnehmern die Kriegsdienstzeit als B.'itragszeit anzu rechnen. Diese Bewegung hatte den Erfolg, daß durch Verordnung den Kriegsteilnehmern die Kriegs- btenfkeit in ter Klasse .autgeschrirben wurde, in der sie b?l Ci b ru u g zam He r sd enst versichert wa en. Mehrfach nahmen die Ortsausschüsse Stellung zu den vom Direktorium erlassenen Llnsführungsbestimmungen und erwirkten Ver- te'ferunaen. Im Besonderen war bi'8 bet Fall bei den Tuberkuloseerkrankten, b-i de" Verpflegung in den Sanato-ien ufro. b sh' igm Vertr u^ sm"n e- der rZn &»urd> 'S**! Banki @5' Ä* ‘öun jfl gnl t tat bet Snve U injl 5 5un(nin^®'ra? | fcfon&erS ans Viecher ,!vnsveranoeri fliegen sei 7'nGirsirma rvlksvirtschn) unserer Äartt In seiner « von geeignet Hessens befar tiflN * bk er auf ort gegen hoben IahrelaMqe saktur- und Sckuhwaren- Filiale Gießen Sofort lieferbar früh ein. 0108 Babnbosstr. 59, Tel. 66. | gegen Katarrh, timten utUk A Linoleum- Stückware -Teppiche, -Läufer Wachstuche Erfolge derjenigen Sorten mit Nachdruck zu foc- dern, die sich in einzelnen Gegenden für die gegebenen Verhältnisse als besonders wertvoll gezeigt haben. Gerade die Förderung des nebenbetrieblichen Obstbaues in der Landwirtschaft ist für unsere Dolksernährung von grober Bedeutung, um die bedeutende Obsteinfuhr im Volkswirtschaft» zu Verband ist nicht Sache der Betriebsräte; auch die Interessen der Bauarbeiter der Meguin 21. G. wurden in dec Sitzung vorn 15. 12. 1921 von einem Bcamten des Bauardeiterverbandes vertreten. Der Schlichtungsausschutz entschied endgültig nach § 93 Ziffer 4 des Detriebsrälegesetzes an Stelle eines Dez.rkswirtschastsrates. fonem sofort gegen hoben Lohn gesucht. 105 Lazarus, Afterweg o3 p. Vermischtes. Der Untergang des Dampfers „Fehmarn^. Blättermeldungen aus Hamburg zufolge berichten drei Mann der Besatzung, die gerettet worden waren und in Hamburg ein- H.Hockstätter Gieszen SpezialhausfürTapeten Teppiche unö Linoleum Branvplatz Tlr.l Für die vielen Aufmerksamkeiten anläszlich unserer Vermählung danken wir herzlich. Otto Neils und Frau Kätchen geb. Berg. 0112 Frische Seefische treffen Freitag Fiottweg das beslbewährte Motor-Fahrrad. 52D Plockstraße 10. getroffen sind, über den Untergang des Vamp* ers „Fehmarn", datz das Schiff auf der Fahrt von England nach Hamburg in der Nacht zum SamStag 125 Seemeilen nördlich von Helgoland in einen furchtbaren Nordwest-f türm geriet und schwere Schlagseite erhielt. Auf die Hilferufe des Dampfers eilten der deutsche Fischdampfer „Kärnten" und ein englischer Fischdampfer zur Rettung herbei. Da an ein AuSsetzen der Boote nicht zu denken war, war eS Den beiden Fischdampfern nicht möglich, die Besatzung der „Fehmarn" zu bergen. Als das Schiff kenterte, sprangen die 26 Köpfe der Besatzung ins Wasser. Drei Leute wurden von dem Dampfer „Kärnten", und acht von dem englischen Dampfer geret* tet. Der übrige Teil der Besatzung ist wahrscheinlich ertrunken. GießenerKonzertverein .....................................................................................Ilm Sonntag, 8. Januar 1922, naclini. 5 Uhr. in der Neuen Aula der Universität Fünftes Konzert G. Kulenkampff-Post (Violine) aus Berlin Walter Rehberg (Klavier) aus Mannheim Werke von Vitali, Beethoven, Reger, Brahms und R. Strauß. Eintrittskarten Mk. 9.—. 8.—. 6.— und 4.— bei Emst < ballier und abends an der Kasse. Studenten- karien Mk. 3— nur im Vorverkauf beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte. 43v ■ ChinesischeTeegeschichten. W-lch« Nolle der Teo, die eS 2?at o mlgetrurt der C.,i' nesen, in dem Reich, der 2Hitte sp.elt, dafür führt ein Ne.sender zwei be^ichaei d.' Vor äste an, die er innerhalb einer Woche erlebt hat. Zn Schesu in de.' nordch netischm P ovmz Echan uag war ein grobes F uer .n d:r Gin e -oreaenstadt aus- gcb rocken. Die freiwilligen Feuer rehrmännec beteilig len sich eifrig an d:m Geschäft des Löschens, und man war nahe daran, des Elementes Herr ,-;U werden. Da kam plötzlich ein Karren vorbei, und sofort l'.etzen die eifrigen Löschmann- schafle-.i Pumpe uhj Schlauche 1 e en un) liegen und stürzten sich auf den Karren. Was für eine zauberhafte A ziehurg b.satz das un'che.nbars Gefährt'«' Es war nicht mehr als ein kleiner Tcelarren, und was die Chinesen alle Gefahr und alle Not vergessen lietz, war ihr LieolingS- getränk, lec Tee. Nack.drm i der davon ein Tätz° chea genommen hatte, mach en sie sch wi der an die Arbeit, aber die Flammen t>at en unterdessen schon wieder Weiler um sich er itzen. D e zweite Teegeschilt' erzählt her B.cbatzter des chinesischen Volkslebrr.s aus einem Vorstadtch ater D.e grotze Lieb s ze.-e les St de? war Hera, g b m> men ®te S 'öne satz auf der e.nen ©eite der Bühne, sah sehr abweise d aus uno hatte ihrem Verehrer dc < Nü ex gck h.t. Cä sw, ein Mann in sangen falt g-evi Gewä.dem mit einem e' rwür- den weitzen Bart, d^r bL . fern Argenbl ck höchster dramat schor Spam u ig er ch en ein Kull aus der Düh e m t eMvin Teegefät) in der Hand. Er schritt zunächst zu dem k.i.e den Lieb.aber und reichte ihm ein Tä'-chen, und dann tat et das gleiche der spröden S.hören. Beide tränten ruhig ihren Teo aus un) fuhren dann in der Liobosszone fort, ohne datz das Publckum den geringsten Anstotz daran nahm.________________ Schilling, Fritz Gleiten. 82c gefrUtift ncr sofort einen Lehrling (Israelit) anS achtbarer Familie b. freier Sin ion StranO, 135 Lauback, Hessen. Sticke Aum 1. Februar, evtl, fpä.er, ein tiichtiycH mudehon« im-5 im Haushalt und int Kochen Erfabrung bat. 180 Frau Vcib, Seliersmen 87 II. .<5od)fd)ulnad)rirf)ten, ][ Marburg, 3. Han. Mit Beginn des neuen Jahres hat ein alter weitbekannter Marburger Gelehrter, der ordentliche Professor der systematischen Theologie, Geh. Konsistorialrat Dr. theost, jur. et Phil. Wilhelm Herrmann, nach kurzer Krankheit Abschied genommen. Geboren am 6. Dezember 1846 zu Melkow bei Magdeburg, habilitierte er sich 1874 an der üni- berfität Halle. Seit dem Hahre 1879 gehörte er der hiesigen Universität an und ist ihr trotz mehrfacher Berufungen, z. B. 1885 nach Heidelberg, 1897 nach Halle und 1902 nach Göttingen, auch stets treu geblieben. 3m Jahre 1917 trat er in den Nuhestand. 3n Anbetracht seiner hervorragenden Verdienste wurden dem Gelehrten viele Auszeichnungen und Ehrungen zuteil. So ist er Ehrendoktor der philosophischen Fakultät der hiesigen ilnioerfität, der juristischen Fakultät der Universität Chicago und der theologischen Fakultät der UniDerfität Christ iania. Von seinen vielen Werken sind folgende zu erwähnen: „Die Meta- phyllk in der Theologie" (1876), „Die Religion im Verhältnis zum Welterkennen und zur Sittlichkeit" (1879). „Die Bedeutung der Inspirationslehre" (1882), „Warum bedarf unser Glaube der geschichtlichen Tatsachen?" (183-1), „Der Verkehr des Christen mit Gott" (1836), „Die Gewissheit des Glaubens und die Freiheit der Theologie" und „Der Begriff der Offenbarung" (1887), „Der evangelische Glaube und die Theologie A. Riischls" (1890), „Worum handelt es sich in dem Streit um das Apostolikum?" (1893), ..Ethik" und „Römische und evangelische Sittlichkeit" (1901), „Die sittlichen Weisungen Iesu" (1903). Die meisten dieser Werke sind in wiederholten Auslagen erschienen. — Die theologische Fakultät hat Herrn William Draitwaite L i b b a aus Bandurh, der sich als Gelehrter und Forscher durch seine grundlegenden Arbeiten über „die Anfänge des Quäkertums" und „die zweite Periode des Quäkertums" um die Kirchengeschichte verdient machte, die Rechte, Titel und Würden eines Ehrendoktors verliehen. sucht. Kaution erfordert (x>n oroenaic Schrlktl. An geb. um. 063 i^co, tüchtiges an den Gietzener Anzeig. --- Ich habe mich in Londorf als prakt. Zahnarzt niedergelassen. Sprechstunden täglich. Behandlung von Kassenpatienten. R©b, HenkeBi prakt Zahnarzt Londorf bei Gießen. 170 tjotjes h. Hessin oder Süddeuische bevorz. Slngebote mit Phoioar., VebciKdnuf und Gehals- sor^ernug an Ernst Heinzerling* H-niburg *40, 182 Gefsckenstrahe 27. , Zu sofort tiidit. dRiiöditn nrfndit. । qm Konditorei Hettler. 'LliiibtlkS SaiifniöDrfien Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen. Sitzung vom 3. Januar 19 2 2. Die Mitglieder des Arbeitgeberverbandes für Handel und Gewerbe und die Vereinigten Fuhrwerksbesitzer in Gie- sten sollen vom 1. Hannar 1922 an die Transportarbeiterlöhne um 25 Proz. erhöhen. Die Parteien erhielten eine Woche Frist zur Stellungnahme. Die Hess. Zahnfabrit in Friedberg soll gemäß ihrer Zusage vom 1. Hanuar an dieselben Löhne zahlen, die Zahnsabrit Germania in Bad-Nou'-etm z. < t zahlt. Dem A trag d s Fa- bri'arbeckerverbandes c.uf rückwickende G e chst 1- Iu:tg der beiden Betriebe konnte nicht entfpro- chen werden. Auslagen und Lohnausfall, die 3 Betr'cbs- catSmilgl.^ern der Meguin A G. durch Te:r- nahme an der Sch^ i > ungd v rha d ung vom 15 Dezember 1921 in Suchen D utscher Melall- arbeitert>etbanb gegen A beitgeberverdand ter Metalli du'tr e le.t Butzbachs wegen Lohn- eröhu.rg e.ckstan^en sind, wurden n.chl als not- Zöno. ori). MaWcil tagsüber f. kleinen Haushalt gesucht. 0103 Sch inzenstrake 8 IL TiichtiaeL«. nur solides Mädchen bei gutem Vobn zu alt. Eliepaar gejuckt. 042 Bahnhofstraße 49 I. Laden oöer eilte Elege, evtl, auch Cafe oder Wirtschaftsräume, per sofort zu mieten gesucht. Schrift!. Angebote unter 075 an ven (Neuner Anzeiger. \ Wohnunnstausch 3 WühllimMilsch. Tausche meine sehr schöne, neu bergerichtttc 5-Zinr^Wohn.l.l. St. mit Bad, Balkon, elcktr. Vidlt u Gas gegen eine ebensolche 4—5-Zim.- Wohnung mit Bad. Sckrütl. Slngeb. unter 064 an den Gteh. Anz. Mehreren Herren ist ßlelegenlieit ged., durch leichte u. vorn. Tätigkeit im Perstcherungsfach (ama fernes Referates gab der Redner zunächst; ( 2€n kurzen Uejerbfid über die Düngernirtel- nieugung, den Verbrauch desseloen. und betonte Isonders, datz ter Staat die unbedingte Pflicht ’hobe, für den uns mangelnden Phosporsäure- Kinger durch Förderungsmo tz nahmen der Fabri- lation Sorge zu tragen. In feinen interessanten Misführungen kam er sodann auf die aktuelle ;§-age des Phosphorsäurebedürfnisses unserer r93ben nach dem Kriege zu sprechen und führte ,«ch dieser Richtung hin zahlretch ausgesuhr-te Ersuche auf hessischen Boden an Der Redner IH der Auffassung, datz wir im Kriege zuviel mit iali gedüngt und daher der Phosphorsaure- ; -ingung unter besonder es Augenmerk schenken Essen Interessante Versuch'e-gebnllse über Wiesendüngunt-en und Sticksioffdüngungsversuche -wie ü^er Re ckabil'ätsfragen der Kunstdünger- ? iwendung. wo^ei der Redner gegen die hohe ■r'unnermitfelbreire Front machte. Es ist not- cr^big datz unre e Refchsstellen darüber wachen, !>ütz die Düngerpreise nicht mehr Weiler fo steigen wie seither, da sonst die ^'irbtoi-te af-g-bcLen werden, in diese steigende ; unaerverwendung ein’utrcton. da die Rentabili- ',3t der Anwendung unter Umständen in Frage ,„stellt ist und eine Produktionssteigeruna bier- d«rch nicht gefördert wird. Als zweiter Redner 'drach 5>r. Bur? (Dietzen) über ..Sorten- und ^slngungsfraaen beim Kartosselbau". Er führte besonders ans. datz nach dem Kriege durch unsere wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Produkts onsveränderungen der Kartoffelkonsum stark gestiegen sei und wir daher durch geeignete 5>'>n- aeleaenhett von innnem tinberlo’em Ehevaar vor b üb ob. sväter ges. Sckr. ^lna. li.0100a. b.Gtetz. Anz. Junae Vebrcrin sucht in rubincr Vage. Sckr. i?lngeb. unter 086 an den Gien. ?lnv erbet. Caail.med. fudjt.s. 15 1ein- iach möbl. hekb. Zimmer, mögt i. b.Näbe o Kliniken. 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Auf ie. 2K Stück Gulden-Aktien von je nom. 250 Gulden können diei neue Inhaber-Aktien von je nom. M- 1000.— und auf je 4 Stuck Mark- Aktien von je nom. M. 1000.— kann eine neue Inhaber-Aktie von nom. ).[. lüÖO.— in derZeit vom 5. Januar bis einschließlich 19. Januar 1922 ^eZ Boindiesor Gelegenheit werden die Inhaber von Gulden-Aktien der Bank für Hand -1 und Industrie erneut aufgefordert, den Umtausch von Gulden-Aktien in Mark-Stü.ke in der früher bekanntgegebenen Weise varzuuehmen, wo..?ei die Uu tauschstellen die erforderliche Reichsstempel- selbst übernehmen werden. ..... , Uber die nä leron Bedingungen geben die bei den Niederlassungen der Bank er!iäl liehen Bekanntmachungen Auskunft. Berlin und Darmstadt, im Januar 1922. Bank für Handel und Industrie v. Simson. Andrea®. _________ »65D Sthdil MRWkl bnöfocücn kann, in fmben loicn Hansbalt von zwei Per'onen. Borzustellen zwischen 2 u. 4 Uhr nachmittags. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Kinzenbach Luise Georg geb. Kinzenbach Anmeldungen erbeten Prospekte frei. Aktiengesellschaft Butzbach. Ü0000 MM gegen hohe Zinsen, Sicherheit und Bürg' fdjnft sofort zu leihen Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Cost Wrve nebst Kindern. Offert, u. 2026 an Herso, M. Ann.-Exv., Plockstr. 5. i^rünlein unabhängig, fllUUlllll, im Hauöhalt verfett, sucht Stelle in frauenlosem Haush. tauch woKind.s.Schristl.Angeb. unter 071 an d. Gieft. Anz. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. Januar, nachm. 3 Uhr, vom Sterbehause Steinstraße 27 aus statt ^>1861 und Damenvereln Gabelsberger. Freitag, den 6. Januar, Bcrcinsabend im „Postkeller" Sifltiiiörrofliint^r6^ kaufen gesucht. Schr.Ang. u. 067 an den Gieft. Sina. Die Direktion und Beamten der Dresdner Bank, Filiale Eisenach Fran ob. Mädchen für abends 1 Stunde zum 2-einigen eines Bureau- raumes ges. Vorzull. ziv. 3u.5Uhr3isaiarcl['ilr. 42p. Mädchen in allen Zweigen d. 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Januar, nachmittags 2 Uhr, statt. 076 Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dal; meine liebe Frau, unsere gute Tochter, Schwester. Schwiegertochter, Schwägerin, Tante und Gore Frau MarieRodenhrrusen geb. Seibert im 40. Lebensjahre nach kurzem schweren Leiden sanft entschlafen ist. Im Namen der kiestrauernden Hinterbliebenen: Stad Nodenbauseu III. Wieseck, den 3. Januar 1922. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 5. Januar, nachm. 1 Uhr, utim Sterbe- bans Nabenauer Strane 27 anö statt. Badeofen rn.Fencrbeizung gesucht 0107 Slirchenvlatz 5. Montag, den 9. Jan., abends 7 Uhr, eröffnen wir in der Bezirköfchulc (West-Anlage! einen AnsSilßtt-LchrWg für Damen u. Herren. Unrerrrchtsgeld 60 3)tf. Anmeldungen an Herrn Franz Han*teln, 233(1= belmstr. 6, oder zu 'Beginn des Unterrichts. Gabclöb. Steuoaravb. Verein von isGt und Damcnverein „Gabcls- 39v bergcr". 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Wir werden dem Verstorbenen stets ein treues und ehrendes Andenken bewahren. Eisenach, den 31. Dezember 1921. Ganz plötzlich und unerwartet verschied infolge eines Herzschlages unser lieber, guter, ältester Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Vetter Herr Bankdirektor Ludwig Isenberg Direktor der Dresdner Bank, Filiale in Eisenach im Alter von 35 Jahren. gneK^Nur der »a' Fachmann kann Vollwertig, leisten. Wer daher eine wirklich gute Ausbildung für den kaufmännisch. Beruf erstrebt, wende sich an die Hansa- Schule Gießen Selters weg 73. Fernr.821 Pri v.'Handelslehranstalt von J. Kunzeimann, Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. EinzigeSchuleamPlatze, deren Inhaber Schulleit., Lehrer u. Fachmann ist. 9.Januar Bezinn —— - neuer Kurse. Anmeldungtägl . Prospekt frei. . Der stetig wachsende Ausbau unserer Berufsorganisation erfordert sofortige Anstellung einiger M- MS SMWkMM gegen höchste Bezahlung, Reisevergütung, Provisionen und Beteiligung am Gesamtgeschäft. 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Ebert eröffnete den schroff und überlegen, das; demokratische Partei gierung beteiligen wollten und wie sie sich zu der etwaigen ‘Beteiligung weiterer Parteien an der Regierung stellen wurden. Die Herren wiesen ziemlich fieinlaut darauf hin, daß sie ohne Rücksprache mit ihren Freunden überhaupt keine Erklärung abgeben können, lehnten aber nicht grundsätzlich ab. Es wurde dann über die Voraussetzungen ihres etwaigen Eintritts und Über die eventuelle Deiziehung von Angehörigen der Fortschrittlichen DolkSparlei in ihrer Eigenschaft als Fachleute, nicht als Parteivertreter einerseits und von Liebknecht andererseits hin und her gesprochen, ohne daß sich ein Teil nach irgendeiner Richtung gebunden hätte. Ebert entlieh dann die Herren mit einer sehr kurzen Frist für die Abgabe ihrer E ll rrurg, und fuhr in das Reichs ag '° gebaute, wo tee sozialdemokratische Parteileitung zusammengetreten war. sei. die Regierung zu übernehmen. Er forderte als Reichskanzler die Unabhängigen zur Erklärung auf, ob sie sich an der Re- mung im Landtag. Der Landtag beschließt die Erneuerung ter Akkumulatorenbatterie in ter UniversttätS- klinik (Sieben. Kammerstenograph Reinhold Fehl 38 Jahre alt gestorben. Reichsminister Koch weilte^ in Darmstadt und besuchte den Staatspräsidenten. schlossen. Die Desoldungsvorlage ter Staatsbeamten und das Lehrerbesoldungsgeseh Forstmeister Adolf Keil starb in Schotten. 8. 7. Der Landtag besichtigt die staatlichen Werke Wölfersheim, Dad-Rauheim und die Universität Gießen. Rach 3wöchiger Beratung wird ter Staats- Voranschlag 1921 genehmigt, Reichsschahminister Tauer in Mainz. Hess. Freiw. Feuerwehr halt in Bensheim ten 23. Lantesfeuerwehrtag ab. °gt* Schult Gießen ethestraße32 ^Januar beginnen ’eue Kurse n hohe M rrheit unb d»lg' '** «* "I 13.12. 2m Männerheim ter Heilsarmee in Mainz werten 7 Männer infolge Gasvergiftung tot aufgefunten. 15.12. Eröffnung des neugewählten Landtages. 21.12. Rach tagelangen Besprechungen wird die Hess. Regierung neu gebildet, die alte Koalition kehrt wieder. 23.12. Einige in Avignon zurückgehaltene Kriegsgefangene wurden begnadigt und ter Heimat wiedergegeben. St. (Rachdruck verboten.) 6. Die ehemaligen Kriegsgefangenen protestieren in allen Teilen Deutschlands, so auch in Hessen, gegen die Zurückhaltung ter Gefangenen in Frankreich. 6. Zusammentritt des Landtages. 6. Minister des Innern Dr. Fulda tritt wegen Differenzen innerhalb feiner Partei von seinem Amt zurück. ® Die Sozialdemokratie und der 9. November. Das „Berliner Tageblatt" hat i-jun Jahreswechsel aus Anlaß des Tages, an dem vor 50 Jahren das Mossesche „Weltblatt" zum ersten Male die Fülle seiner Weisheiten dem staunenden deutschen Volke erschloß, eine Iubiläumsnummer erscheinen lassen, in der es verschiedene Größen des neuen Deutschland zu Worte kommen läßt. Besonders interessiert hat uns von diesen Beiträgen ein Bericht des schwäbischen Demo- kraten und einstigen Vizelanzlers v. Payer, in dem er recht indiskrete Mitteilungen über den Verlauf des 9. November in der Wil Helmstraße zu Berlin macht. Nicht etwa darum sind seine Erinnerungen beachtenswert, ivell er grundlegend Neues brächte, sondern weil sie geeignet sind, ein für allemal mit dem schönen Märchen aufzuräumen, das die Herren Sozialisten so gern erzählen, wenn sie über die Ereignisse in jenen Tagen sprechen müssen. Gern tuen sie eS sicher nicht; denn wenigstens die Einsichtigeren unter ihnen haben doch inzwischen erkannt, welch verheerende Folgen ein Umsturz im Innern angesichts der drohenden Gefahr von außen unausbleiblich haben muhte, so daß sie also lieber nicht an die Nodembertage von 1918 erinnert sein wollen. Wenn sie eS aber nicht vermeiden können, auf die Nolle, die sie damals gespielt haben, einzugehen, so behaupten sie, die Sozialdemo- kratie sei 1918 inmitten eines allgemeinen Zusammenbruchs, durch die Geschehnisse gezwungen, in die Bresche gesprungen und habe sich opferwillig, vom damaligen Reichskanzler Max von Baden förmlich dazu gedrängt zur Derfügung gestellt. Wie schon gesagt, mit dieser Legende räumt Herr v. Payer gründlich auf, wenn er jetzt im B. T. über die Ereignisse am 9. November folgendes erzählt: Etwa um 12 Uhr ließen sich Scheide- m a n n, ter au8 dem Kriegekabinett ausgetreten war, Ebert und ein Dritter, ich meine Wels, melden. Sie erklärten, von der Sozialdemokratischen Partei beauftragt tzu sein, die Regierung bis auf weiteres zu übernehmen, Ebert solle Reichskanzler werten, sie wollten für Ruhe und Ordnung sorgen und waren überzeugt, dazu auch imstande zu sein. Zur definitiven Regelung der Verhältnisse solle sofort eine Nationalversammlung gewählt und ohne Verzug einberufen werten. Die provisorische Regierung stellten sie sich als auf ter Grundlage und im Rahmen der geltenden Reichsvecfassung möglich vor. Wir waren, jeglichen Machtmittels entblößt, nicht in der Lage, Widerstand zu leisten. In aller Kürze wurde gesagt, was beiderseits zu erklären und zu bereden war. Irgendwelche Beeinflussung von der Straße her war nicht zu bemerken. Der Zusammenbruch des alten Regiments war in den denkbar einfachsten Formen eine Tatsache geworden. Mittlerweile hatte Ebert die Führer der gestorben. 27.11. Landtagswahl in Hessen. 2.12. Der neuernannte Ministerpräsident Bayern übergibt seinem Nachfolger David die Reichsgeschäfte für Hessen. 12.12. Konferenz der Wirtschaftsminister Reichspvstminister Giesberts weilte in Darmstadt. Finanzminifler Henrich begibt sich nach Berlin, um an den Reichssteuerprojekten mitzuarbeiten. Der indische Dichter Rabindranach Tagore traf in Darmstadt ein. sein Amt nieder. 1—10. 10. Schristseherstreik in Darmstadt. Die Hessischer RückbliSr auf das Jahr 1921. 8. 1. Ucbergabe des Instituts für Cellulosechemie durch die Ernst Ludwig-Hochschulgesellschaft Darmstadt an die Hess Regierung 11. 2. In allen Teilen Hessens fanden Proteste gegen die Pariser Beschlüsse statt. 17. 2. Dm: neu ernannte Disch f Dr. Ludwig Maria werden angenommen. 13. 5. Errichtung eines Tierseucheninstituts an der Universität Gießen beschlossen. Entschließung gegen den Gewaltakt von Oberschlesien im Landtag. 5. „Kean"-Schauspiel in 5 Akten von Kasimir Edschmid (Darmstadt) gelangt zur llrauf- Aus Stadt und Land. Gießen, ten 4.'Ian. 1922. ** Die Wahl der Vertrauensmänner zur Angestelltenversiche- r u n g findet am 8. Januar, vormittags von 10—12 Uhr und nachmittags von 2—5 Uhr im Stadthaus an der Süd-Anlage, Gartenstraße 2, Obergeschoß, Zimmer Nr. 16, statt (nicht in der neuen Bürgermeisterei an der Bergstraße, auch nicht im Stadwerordneten- faali. •* Privat-Fernsprech gebühren, Bis Ende Septemver v. I. bestand die Bestimmung, daß ein Fernsprechteilnehmer, der seinen Anschluß einem Dritten für Gespräche überläßt, sich dafür keine höheren Beträge erstatten lassen dürfe, als er selbst an die Post zu entrichten hatte. Diese ist jetzt aufgehoben worden. Mit der Einführung des Einzelgesprächstarifs überläßt die Post die Regelung der Frage, wieviel sich der Dn- schlußinhaber von Dritten für die Benutzung seines Anschlusses erstatten lassen darf, der freien Vereinbarung. •* Die Million derSparprämie. Die „B. Z." meldet: Bei der Gewinnverlosung für die Sparprämienanleihe wurde der Hauptgewinn von 1 Million Mark gezogen. Er fiel auf Gruppe 2475 Nr. 23. ** Bezeichnung der Bezirkskulturbehörden. Die Kulturinspektivnen in Darmstadt, Friedberg, Gießen und Mainz wurden in Kulturbauämter umgetauft. ** Die Gebühren für Arbeiten der KreiSvermessungsämter sind ab 1. Januar erhöht: für Feld- und Zimmerarbeiten für die Arbeitsstunde 18 Mk., für Feldarbeiten außerdem ein Zuschlag für Arbeitsstunde von 10 Mk.; hierzu tritt ein veränderlicher Teuerungszuschlag, bis auf weiteres von 20 v. H. Landkreis Gieren. 13.11. Landschaftsmaler Eugen Bracht in Darmstadt gestorben. 22.11. P' vf. Dr. Franz Staudinger in Darmstadt 8. Reichsernährungsminister Hermes besucht das belebte Gebiet (Worms, Oppenheim, Mainz). In ter Rheinebene werden 38 Grad Hitze im ©chatten festgestellt. Der Süddeutsche Fußvallverband tagt in Darmstadt. 8. Die blaue und grüne Polizei bekennt sich zur republikanischen Regierung. 9. Die Zentrums Partei re anftaltet eine Stauer feier für ihre verstorbenen Führer Hintze, Trimborn, Tu tage und Erzlager. Die Regierung ordnet die Beseitigung ter Hoheitszeichen an. 9 Explosionsunglück in Oppau, durch das auch Hessen sehr in Mitleidenschaft geraten ist. 9. Der Präsident des Lantes-Dildungsamts tritt zur Sozialdemokratie über und legt Unabhängigen zu sich entbieten lassen, und es fanden sich, wie sie eben anzutrefsen waren Cohn (Rordhausen), Sittmann und Dogtherr ein. Ich blieb auf Wunsch Eberts noch über diese Besprechung anwesend, ohne mich ater an derselben zu beteiligen. Die Bein freundschaft-- Zeitungen erscheinen nicht. Zusammentritt des Landtages. Studienrat Prof. Otto Urstadt wird für ten Rest der Landtagsperiote zum Nachfolger Dr. Streckers ernannt. Kundgebung des Landtages für Oberschlesien. Pa' lamentarischer Abend beim Staatspräsidenten. Die Sch'ilgesehnovelle wird nach monatelanger Berat im g angenommen. Der KreisauSschuß Da'-mstadt fällt eine Entscheidung, wonach die außerhessischen Studenten wahlberechtigt sind. So also steht es nach Aussage eines unmittelbar Beteiligten in Wahrheit um die „zur Uebernahme der Regierung gedrängte" Sozialdemokratie. Nur von ihren Partei- in ter essen ließen sich ihre Führer leiten und stellten sich, statt in ihren Aemtern zu bleiben und für die damals doppelt nötige Ruhe und Ordnung zu sorgen, andieSpitze Umsturzbewegung. -r. Neue Briese Richard Wagners aus dem „tollen Jahr". Richard Wagners Stellung zu ter Revolution tes „tollen Jahres" von 1818 und seine Verwicklung in ten Dresdener Maiaufstand von 1819 wird durch eine Reihe hochbeteutsamer Briese neu beleuchtet, die ter Komponist in dieser Zeit an ten späteren Geschichtsschreiber ter deutschen Schauspielkunst Eduard Devrient richtete und die von Geh. Rat Karl Obser in der „Deutschen Revue" mitgeteilt werten. Die Briefe, die seinerzeit von Devrient dem Großherzog von Baden geschenkt wurden, und sich heute im Groß- herzoglichen Familienarchiv zu Karlsruhe befinden, zeigen, wie rasch Wagner das Unkluge und Unbesonnene seiner Beteiligung an ter Revolution einsah und wie schnell er alles Interesse an den politischen Wirren verlor. Wagner hatte durch ein revolutionäres Manifest unliebsames Aussehen erregt, war heftig angegriffen und bei Hofe verklagt worden. Ec schreibt daraufhin am 19. Juni 1848 an Devrient: „Werter Freund, ich bereue herzlich die Hitze,»durch die ich mich verleiten lieh, für meinen Aufsatz von letzthin mit meiner Person öffentlich einzutreten. Ich scheine furchtbar mißverstanden Worten zu sein, und aus vielen Anzeichen erfahre ich, daß man mir beim Könige ernstlich zu Leite will. Nun übertrage ich Ihnen ein rechtes Freundesamt: mit Ihrer hierin so ungemein geeigneten Persönlichkeit und Ihrem Wort treten Sie beim Hofe, beim Könige für mich ein! Sachen Sie, was mit den Waffen tes Geistes und ter unbefleckten Tugend irgend möglich ist, um die Betreffenden über meine gute Absicht aufzuklären und sie womöglich von Schritten abzuhalten, die mir jedenfalls — sehr möglich aber auch ihnen nachteilig werten können. Was soll ich Ihnen Wetter sagen; ich bitte um Ihre Freundeshilfe! Sie werden mir sie nicht versagen!" r. In einem Schreiben aus Wien vom 18. Juli 1848 wendet sich dann Wagner an seinen Freund in einer noch viel persönlicheren Angelegenheit und bittet um Hilfe in seinen damals bereits sehr traurigen Eheverhältnissen. „Ich habe großen unb mannigfachen Kummer erlebt, in ten hoffnungsloseste i Lagen anhaltend geschmachtet: entscheidende Einwirkungen eines Freundes auf die Wechselfälle meines Lebens habe ich noch nicht kennen gelernt", bekennt er. „Mein trotziges, hitziges Wesen hat mir da, wo es sich in die hartnäckige Verfolgung eines Zweckes einlieh, zu dem wenigen Erfreulichen verholfen, das mir wider- Iahre alt gestorben. Zusammentritt tes Landtages. Entschließung des Landtages gegen die Sanktionen. 16. 3. Annahme tes Wahlgesetzes sowie des Gesetzes über Volksbegehren und Volksabstim- UL-7" -Mk »-6 ober m'V'mnert'rt"-,. Dahn, die ich eingeschlagen habe; ter Wunden würde ich nicht achten, aber der Zerbröckelung meiner ganzen künstlerischen Natur kann ich endlich nicht mehr gleichgültig zusehen. Das Grauen an meiner amtlichen Stellung, ter Druck, unter dem ich in ihr schmachte, das Nichtswürdige alles Beginnens in dem Kreise dieses amtlichen Wesens — hat mich schon seit Jahren in den tiefsten Mißmut gebracht, ter von Jahr zu 3abr nur wachsen konnte. Das einzige, was mich wahrhaft lebendig erhält, war — allerdings ter Zweck meines Lebens — mein künstlerisches Produzieren: auch dies haben mir nun die Zett und die Umstände verladet, feit zwei Jahren bin ich mit einer neuen Oper fertig; nirgends her erhalte ich die Aufmunterung, sie an den Tag treten zu lassen, und seit zwei Jahren zersplittere ich denn meine künstlerischen Kräfte ohne Lust und Freute. So bin ich denn endlich revolutionär geworden — wenn nicht mit ter Tat, doch mit der Gesinnung und kann zu keiner Freude am Schaffen mehr kommen." Er will daher ins Ausland und schreibt denn auch am 9. Juli 1849 an Devrient auS Zürich, er hoffe sich hier für immer nieder- zulasscn: „Meine einzige Beschäftigung wird Opeimkomponieren sein." — Der Vater der „geflügelten Wort e". (Zu Büchmanns 100. Geburtstag, 4 Januar.) Georg Düchmanns „Geflügelte Worte" sind eins ter bekanntesten Bücher unseres Schrifttums; sein Name ist selbst ein „geflügeltes Wort" geworden, nachdem er diese glückliche Bezeichnung in unsere Sprache eingeführt hat. Am 4. Januar sind 100 Jahre verflossen, seit Georg Düchmann zu Berlin geboren wurde. Schon während seines Studiums zeigte er eine besondere Begabung für die Erlernung und die Erforschung der Sprachen. Als er dann als Oberlehrer an der Friedrich Wer- derschen Gewerbeschule in Berlin wirkte, widmete er sich in den Mußestunden weiter seinen Sprachstudien. Nachdem er sich in seiner Jugend mit den alten Sprachen, dem Griechischen, Hebräischen und Lateinischen. tef hatte er "bte ba^e Welt zum Mitarbeiter", so daß weite Kreise tes Volkes an dem Ausbau dieses SiebltngStoerfdl mitgearbeitet haben. Er selbst suhlte iwer 600 Korrespondenten auf, die ihn untersuchten. De „Geflügelten Worte" wurden m die meiste Sprachen ter Welt überseht wurden nachgeahmt und auch nach Düchmanns Tote im Jahre 188« von berufenen Kennern weiter ergänzt, so daß ß» heute wirllich den Mittel- und SammUpunkt ter seitdem reich erblühten Schlagwort- und Reden-- artenforsc^rng bilden. fahren, ungleich mehr Ditteres hat es mir in einer nackten Dlöße zugezogen: ich habe für alles einen treuen Gefährten gehabt, meine gute Frau, mit ter ich nun 12 Jahre verheiratet bin. Sie hat mit unerhörter Ausdauer und Mut, ja mit Stolz den bittersten Teil meiner Leiden getragen, an meinem wenigen Glück nur matten Anteil genommen, weil sie ihm nie ganz traute, denn sie kannte meine Natur. Diese Frau, die ich in ten kummervollsten Lagen (z. D. während eines fast 3jährigen Aufenthaltes in Paris ohne alle gewöhnlichen Substanzmittel) von ungemeiner Stärke erfunden habe, droht mir jetzt zu erliegen. Ich trage die große Schuld, ihre Teilnahme an meinem Schicksal zu oft aus ten Augen gelassen zu haben. Mein persönlicher Mut hat mich zu sehr vereinsamt, intern er mich dahin trieb, wo ich an ter äußersten Frage angefommen, auch zu dem Aeußersten schnell entschlossen war: für mich hat es nichts Llbschreckendes, einen mir fruchtlos gebliebenen bürgerlichen Verband zu verlassen, nackt und bloß noch einmal von vom anzufangen: es beruht dies auf meinem unabweislichen Gefühl tiefer Unzufriedenheit mtt unfern Verhältnissen. Nun sage ich Ihnen, jetzt ist's mit mir so weit. Wäre ich allein, so erklärte ich mich für vogelfrei und flöge, wohin mich eben ter Wind trieb und wo ich meinem Streben aufs neue ein Nest zu bauen versuchen dürfte. Da sehe ich auf mein Weib, das mir schnell seine Jugend geopfert hat, die ich innig liebe, mit ter ich bei allem Widerstreben unserer gänzlich verschiedenen Naturen schon bei ter geringsten Trennung mich so verwachsen fühle, dah ich eine längere Trennung gar nicht ertragen würde." Er bittet Devrient, zwischen ihm und seiner Frau zu vermitteln und gelobt, sich unbedingt seinem Rat zu unterwerfen. In einem großen Brief vom Himmelfahrtstag 1849 auS Weimar seht Wagner Devrient seine ganze Beteiligung an dem Dresdener Mai- aufftcrab auseinander und saht seine Darstellung so zusammen: „Mit voller Sympathie war ich anfänglich bei ter Erhebung, mit Erbitterung die zwei mittelsten Tage, mit höchst aufgeregter Spannung und Neugierde die beiten letzten Tage. Nirgends bin ich aber tätig gewesen, weder mit den Waffen noch mit öffentlicher Rete; nie habe ich zu ter provisorischen Regierung irgendeine offizielle Stellung eingenommen.“ Obgleich er glaubt, dah ihm durch Devrients Beistand eine spätere Rückkehr nach Dresden möglich fein werte, will er doch vorläufig ins Ausland, und dazu drängen Um auch noch andere Rücksichten: „Sie kennen das dornenvolle Wesen der künstlerischen 400jähriges Lutherjubiläum in Worms. Das Telegraphentechnische Reichsamt trat zum ersten Male mit drahtlosen Tele- phonieversuchen in die Ocf enllichlett. In Hcssen nahmen an den drei Empfangsstellen Darmstadt, Giehen und Offenbach die Vertreter ter Postbehörten und ter Presse teil. 26. 4. Eröffnung des Studentenheims ter Technischen Hochschule in Darmstadt. ft 10. 5. Zusammentritt tes Landtages. 12. 5. Die Aufbauschulen werten im Landtage be° es dem andern, ,7 9Januar int die Privat-Hiui' deisschuie !W'c imacBahnhofstr V Md Teleph. 1097, ie Handelskurse in Buchführung, Stenograph e. ischinenscbreiben, höusebreiben usw. sp. frei. Äurneld.tigL MM = Hungen, 3. Jan Die seit mehreren Jahren au" er Drtr'.eb befind i he Gastwirt» s ch a f t „Z u r T r a u d e' ( eitler im D sitz teS Inhabers deS „Solmser Hv.es", Gustav Kohl- Heyer, hier), ging zum P eise von 95 000 Ml. in ten B s h d s Wci b nd rrneisters Ä. Ri^el (bsheriger Besitzer tes Gasthauses „Zum Taunus") von hier über. Kreis Schotten. b. Schotten, 3. Jan. Der langersehnte, durchweichende Landregen hat eingesetzt, ter die Grundlage für eine gute Heuernte auf ten zahl-eichen Wässerungswiesen schafft. Die Wasserleitung, die seither noch ständig abgestellt werten mußte kann wieder dauernd laufen. Die Stadt hat Wassermesser für alle gewerblichen und tandwirtschaftlichen Betriebe. Gattenbesitzer usw einbauen lassen (1 Mk pro ÄubihneterX auch eine größere Quelle wird noch gefaßt und in die Leitung eingeführt werden, so daß bei einigermaßen feuchtem Winter die Wassernot als behoben angesehen werten kann. Kreis Friedberg. Bad-Nauheim, 3. Ian. Wie die „Bad-Nauh. Ztg." erfährt, bestätigt sich die auch von uns in unserem gesttigen längeren Bericht über das G r o ß s e u e r am Silvesterabend geäußerte Vermutung, wonach s a h r - lässigeBrandstistung als Ursache des Feuers anzusehen ist. Kinder aus der Nachbarschaft der vom Unglück betroffenen Hvf- reite sollen mit Feuerwerkskörpern gespielt und dadurch den Brand fahrlässig veranlaßt haben. ES ist das von neuem ein Beweis dafür, welche Gefahren der Allgemeinheit in der Neujahrsnacht stets drohen, wenn — „■..— »„Ml IIW»IIWIMI Illi «WI»»I VereJli. Züricher Devisenmarkt. 4.L 31- Datum: Berlin Marknotierungen. behördliche Anzeigen Arbeitsvcrgeburrg en 9. Januar 1838 dem Städtischen 1818 995. 770. 840 850, 1255. 6982, 1454, 636, 666, 514, 6,72 276,70 30,71 62,90 132,85 31,74 62,85 135,65 100 100 100 100 100 1 100 100 100 . Fr. . Fl. . Kr. . Kr. . Kr. . Kr. . Sh. . Fr. . r Zufchlagsfrift 14 Tage. Gies) en, den 31. Dezember 1921. Hessisches Kulturbauamt Gießen. H. S t e i n b a ch, Reg.-Daurat. 1.7.14. 125 40 59.20 88 80 117 80 88.80 685,- 674,- 775,- 1100,- 665,- 719,- 598,50 72,50 830,- 100 r 100 Kr. 100 Kr. 730, 227, 62,65 135,35 Adlerwerke...... Daimler....... 4e o Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Dereinsbank Alk. = Kr. = Kr- - Fr. = £ a L. = Fr. = Kr. — Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag .... Stockholm . Wien.... London. . . Paris. . . . Aeuvork . . Schweizer Franken 18>.oO uo.- Kopenhagen. . Stockholm . . . Helsingsors . . Italien..... London . . . . Aeuyork . . . . Paris..... Schweiz . . . . Spanien . . . . Wien (alte-) . Deutsch-Oesterr. Prag...... Budapest. . . . Buenos Aires Bulgarien. . . Konstantinopel 616,- 733,- S94, - 615,- 650,- 549,75 75,- 770,- 117.80 3172,50 97.80 125.40 23-80 3. 1. 2,72 1,44 2,75 85 37 2,20 796 6 55 — ,53 Börsenkurse. Frankfurt 2,725 0.18 7.95 41.30 21.20 21.66 39.35 0.876 515.50 1.90 0,17 6,82 277,30 30,79 63,10 132,15 30.12. 77,50 87 75 103,25 69.10 437,50 455 — 332.- 303,- 507,- 420 - 398,- 303. - Für die Feldbereinigung Ettingshausen sollen Montag 6t.. 2. ~______ 1922, vorm. 1 O1/« LIhr. auf dem Rathaus zu Ettingshausen Fuhrleistungen, veranschlagt zu Derschleifungsarbeiten. veranschlagt Verlegen von Zementröhren, veranschlagt zu Grabenarbetten Liefern von Zementröhren, veranschlagt zu Phönix-Bergb.- Akt. 1020, Bad.Anilin-u. Soda 625, Höchster Farbwerke. 615 2 440 Mt., zu 1 300 1780 „ 18 254 „ Llhu-Zucht. Lebende Uhus erzielen heule sehr hohe Preise, da sie zu Zagdzwecken gebraucht werden, und deshalb ist versucht worden, diese Tiere in der Gefangenschaft zu züchten. Wie nn „St. 5)ub.-rtu6" m t eteilt wird, macht man mit diesen Uhu-Zu:' i>.i gite Erfahrungen. Die giwste A passu gs ähiake t dlcfes Bogels an di? Gefangeirsa.iaft, s -ine 2lusdauer and Lebenszäh g- keit sow e die v^rhältn.srnäßige A iforuchsl )ftg- keit in bc^Ug aus Aufenthalt und Aahrung las en ihn für Züchtungen sehr geeignet erscheinen. Die Tiere müssen in einem nicht zu dunkeln Raum gehalten werden, der möglichst genau der Ratur nachgebldet ist, also eine kühn, aber etnsiurz- sicher au g-baute F lep rt e für d e A luge dcs Horstes, eiirige üb?reinandergetürmie Wurzeln und Baunrteile enthält, sowie 'Badegelegenheit. Die Hauptsache ist, da!) man ein passendes Pärchen frndet. Der Altersuntersched sollte nrcht allzu groß sein, und es wird mehrerer Versuche bedürfen, ehe srch das richtige Lll>u-Männchen und -Weibchen züsanunengrfunden haben. Man darf bei der Uhu-Zucht keine za empsurdliche Rachbarschaft haben, denn der die ganze Rächt hindurch erstönende Balz.uf d.s Vogels klingt n ch: gerade melodisch, dafür aber s) kräftig, da» man ihn in der weiten Umgebung hort. Bei der Fütterung find nicht lebendige Tiere vonnöten, doch empfiehlt es sich, den T.eren während der Brutzeit einige lebendige Kaninchen oder junge Katzen zur Abwechslu g voiz stz n Im übrigen verwendet man am beiten Fullwi d oder rohes Fleisch, das mit Federn. Haaren usw. vermücht sefi muh. De Uhu-Zucht kann beträchtlich.' Gewinne einbringen, denn wenn man ein eigenes Revier ober diuf-gere Iagdgelegenheit hat. dann kostet die Erhaltung sehr wenig. Die Nachfrage rrach lebenden Uhus ist aber sehr grol) und das Angebot gering D^ meisten Exemplare stammen aus dem heutigen Iugoslaw.en und mästen der Valuta wogen unIxrhältuiSmähig hoch bezahlt werden: es werden b.s zu 3003 jugoslawische Kronen gefordert. Das Uhuwe.bchen bratet meist alle vier Eier, die es legt, ohne Zwischenfall aus Datum: 5% Dtfch. KriegSanl. 4'„Dtsch. Reichsanl. 3°/. Dtfch. ReichSanl. 4°/o Preuh. Konsols Hamburg-Paketf.. . Rorddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Discvnto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitleid. Ereditbank. RFkionalbank f. D. . Boch. Gußstahlwerke Bud.-Gisenw.-Akt.. D.-Luxemb. Bergw.. hat auS Wien eine Reihe von Unterschriften erhalten. Das Gestüt Bukvwica nannte: Gyurka Roka, Mlright, Allaud und Aqua viva. 30. 12. 77,60 87,— 103,- 68 50 438.- 480,- 29?,- 300,- 490,- 420,- 390,- 300,— 300,- dOO,- 790,- 845- 876 - Geld Brief Geld Brief 2. Ian. 3. Ian. Wechsel auf Holland....... Deutschland .... Wien........ Prag........ Paris........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Reuyork....... Agram........ Warschau....... ' Die Bank für Handel und Industrie bietet ihren Aktionären 55 000 Stück neuer Inhaberaktien von je nvm. 1000 Mk Sum Kurse von 200 Proz. zum Bezüge an. (Näheres siehe Anzeigenteil.) Frankfurt a. M. 4. Januar. Berliner Devisenmarkt. 2.1. 2,75 1,45 2 80 36,62 2,20 Bekanntmachung. Es sind in der nächsten Zeit zu vergeben die Zinsen aus: 1. der Stiftung der Frau Hofgerichtsrat v. K r u g und ihre« Sohnes des Hofgerichtsrats Dr, Karl v. Krug, Gaben mit je 23 Mk. an 12 Arme d r S^adt (Stehen; 2. der Friedrich - Lony - Stiftung. Gaben mit je 20 Mk. an 8 Arme der Stadt Gießen. Meldungen nimmt das Wohlfahrtsamt, Gartens! rahe 2, Zimmer Rr. 10, bis zum 15. Januar 1922 entgegen. 167B Gießen, den 31. Dezember 1921. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt.) Dr. Fr eh. Gelsenkirch. Bergw. Harpener Bergbau. 1275* Oberschl. Eisenb.-B. 800, Ooerschles. Gisenind. 812 2997, - 3003 - 2992, - 2998.- 3761,20 3768,80 3776,20 3783 80 4695,30 4704,70 4695,30 4704 70 343,65 344.35 355,10 35580 814,15 816,85 789,20 790,80 791,20 793,'30 186,56 186,94 187,81 188,19 1508,45 1611,55 1518,45 1521,56 3ö3?,85 3541,15 3661,30 3658,70 2772,20 2777,80 2797,20 2802,80 Kurs 3.1. 77.50 84,75 102 50 69,- 499 — 510- 320,- 320,- 624,75 450, — Handel. Berlin. 3. Januar. Börsen st im- m u n g 6 b i l d. Die erste Dollbörse im neuen Jahr enttäuschte in der Erwartung einer starken Aufwärtöbewegung am Effektenmärkte nicht. Der bestehende Geldüberfluh regte das Privatpublikum zu Käufen an und infolge äußerst umfangreicher zum Tell unlimitierter Aufträge stellten sich Industriewerte aller Art vielfach bis 100 Prvz. und teilweise erheblich darüber höher. Anglv Continental gewannen 230, Oberschlesische Kokswerte 220, Th. Goldschmidt 150 Proz. Neben chemischen Werten und Montanaktien waren besonders Waggvnfabri'en und Kaliwerle belicbt. Auch Kvlonialaktien wurden rege gehandelt. Schiff- fahrtSaktien schlossen sich meist der Aufwärtsbewegung kräftig an, nur Argo büßten unter Realisierungen 100 Prvz. ein. Bankaktien zogen einen verhältnismäßig geringeren Nutzen. Nach Erledigung der ersten Aufträge machte sich eine Erlahmung des Geschäfts und leichte Abschwächung infolge Gewinnrealisierungen bemerkbar, die aber bald über- 2.76 0.16 7.70 41.46 21.64 22 - 39.60 0.85 515.- 1.90 0,17 Allg. Elektr.-Gef. . . 7D, Felten & Guilleaume 1050, Schuckeri-Werke. . . Amsterdam-Rotterd. 6868,106881 90 - Brüssel-Antwerpen. 144 ,55 1446*45 1451’ Christiania - **— ----' Bekanntmachnng Detr.: Handel mit Kartoffeln. 406, 310, 325. 1014, 800, 920, 940, 1322, 820,- 874, 849,75 960, 1020,- 1065 649, Hervels auf Hie Verordnung des Hesslfchen Landesernahrungsarntes vorn 5 Dez 1921 über den Handel mit Kartoffeln und das dazu gehörige Ausschreiben des Kreisamts Gießen vom 12^ Dezember 1921 - abgedruckt im Amts- verkundigungsblatt Rr. 180 vom 15. Dezember 1921 toirb darauf aufmerksam (gemacht, daß Sa o?U^ft6 un9 ber Ankaufserlaubnis unb des bts 20 Januar 1922 geltenden behörd- llchen Ausweises bet dem 6 t ä b f i r* » n . 3.1. I 77,50 87,26 102,- I 6v 50 481'- 520 - 300'- 310,- 513 — 430'- 395'- 305,'- 1030 — 1040'- 940 - 935*- 1365'- : 855 - 950'- 1110 - 1 665,- 650 - 760 - 1160,- 365, - 749,- 580,- 76,50 795,- 234,75 ®em- iiod Simififliüen l'aust gegen sofortige Kasse zu ungeahnten Preisen, die keine Konkurrenz zahlen kann, (MW Ankaufsstelle für Gießen: 091 Wilh.Haas, Bleichstrahe18 1-Uhr- 1-Uhr- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs L^bensmittelami. Gartenstr. 2, zu stellen Dem Anträge muß das Lichtbild deS Inhabers beigefugt sein. Gießen, den 3. Januar 1922. 175B Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. ©eib. WM«-MM über abgelieferte Eittkommenstener für Arbeimeber, die vom Markenkleben befreit sind- Valber Zoac« -80 Pf., bei 10 Ltiick - 75 Pf. (für 49 SUbci neunter ausreichend) GanzerVogen^l20Ps., bei lo Stuck -110 Pf. •für 11/ Slrbelmebiner ausreichend). Zu beziehen dttrch BrßhlHe llnivetfitW-Bu!!!-ii.Stci»!>riiikeM Cchulstraße 7. Vermischtes. Neuerwerbungen deSMünche- ner Nationalmuseums. Die neuen Erwerbungen des Bayerischen Nationalmuseums zu München, die jetzt ausgestellt sind, enthalten, wie H. Rupe in der „Kunstchronik" ausführt, eine Reihe sehr wertvoller und interessanter Dinge. Ein Unikum ist die Pvr- zellangruppe der Nhmphenburger Frühzeit „Ein Chinese zu Pferd wird von einem Panther angegriffen". Sodann ist besonders bedeutend die spätgotische, bayerisch-schwäbische Holzgruppe eines Engels. Aus antiker Zeit flammt, eins großer, bei Moosburg auögearabener römischer Bronzekessel, ein seltenes Schmuckstück, von dem nur ein Seitenstück in Speyer bekannt ist. Die Spätgotik ist noch durch einige charakteristische Holzskulpturen vertreten. Bor- trefflich sind die zahlreichen neuerworbenen Plastiken der Rvkokozeit, und eine sehr gute Bereicherung erhielt das Museum auch auf dem Gebiet der Elfenbeinplastik. Die Fach- sammlungen konnten wesentlich erweitert werden; vor allem ist die gute Sammlung süddeutschen Gebrauchszinnes aus dem Vermächtnis Sickinger ein willkommener Zuwachs. wunden wurde und einer erneuten Festigkeit Platz machte, ohne daß jedoch die Lebhaftigkeit bestehen blieb. Das Anziehen der Devisenkurse förderte die Hausseströmung. Frankfurt a_ OH., 3. Ian. Dörsen- stlmmung sbild. Die Börse begrüßte den ersten Geschaftstag Im neuen Iahre mit einer festen Tendenz. Auf den meisten Gebieten vollzogen sich Kursbefestigungen. Es lagen ziemlich Kaufaufträge vor, und da es an Material mangelt, so waren vielfach stärkere Kursaufbesferungen festzustellen Reben Montanwerten, die vorwiegend höher einsetzten, trat besondere Rachfrage nach chemischen Aktien ein, auch Anilinwerte lagen hoher. In Elektrizitätsaktien entwickelte sich ebenfalls regerer Verkehr. Das Geschäft in unnotierten Werten war lebhaft; auch hier ist die Haltung fest. Großes Geschäft war in Deutsch. Petroleum, 1900—1925 Benz 770, 760; Ehern. Rhenania 1025; Hansa Lloyd 420; Ufa 290; Mansfelder Kuxe 21 800 bis 22 000. Höher stellten sich Kaliwerte, besonders Westeregeln. In Bankaktien überwog ebenfalls die feste Tendenz. Auslandswerte lagen im Anschluß des Devisenmarktes ruhiger. Der Dollar wird mit 186—188 genannt. — Die Kurssteigerung bewegte slch zwischen 50—100, teilweise bis 150 Prozent Die Börse schloß bei vorwiegend lebhaften Umsätzen fest; namentlich waren vindustriepapiere bevorzugt. Privatdiskont 4'/s Prozent. Der Feuerwerksunfug nicht ein für allemal energisch unterbunden wird. — Bei der N e u- i a h r s f e i e r des Gesangvereins „Frohsinn" kam der Schwank „Die Großstadtluft" bei guter Besetzung, mit starkem Erfolg zur Darstellung. — Neu belebt hat sich nach langen Zähren tiefen Schlafes wieder der 1892 gegründete Zitherklub. Nicht nur eine Zitherabteilung wurde gegründet, auch ein Sängerchor, der unter Leitung von Musiklehrer W. B ö ck e l (Friedberg-Fauerbach) steht, hat sich gebildet und legte bei der Abcndunter- haltung des Vereins am Neujahrstage bereits Proben seines Könnens ab. 1560 qm Ehausslerungsarbeiten in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin einzureichen sind. — Der Verband Mitteldeutscher Ballspiel vereine gibt bekannt, daß der für den b\ Za; uar vorgesehene Kamps Mittel- deutschiand — Tschechoslowakei vorläufig nichi zum Ab,chluß gekommen ist, da die ^d-e^en t.legraphische A str igen unbeantwortet gelaßen haben. Der Norddeutsche Faß- 5aLL= n um ein Spiel der mitteldeutschen Mannschaft gelten, das im Mörz in Hamburg ftattfi ib?n soll. Aach der Baltische Rasen- und Wintersport-Ver- da n d wünsch! di Sp el mit Mitteid ullchland Uetzer das Greifen Mitteldeutschland — Berlin s.nd die Verhand.ungen ncch nicht ab- geschloßen. . — internationale Fußballspiele in Subdeutschland und der Schweiz Reben den Begegnungen Spielvg. Fürth—Slavia Prag F. C. Prag-München 1860 fanden ^uddeutschland noch weitere internationale xußballtreffen statt. U. T. E. Budapest schlug den Freiburger F. C. mit 2:1 und den Sp. C. 1900 ^Stuttgart mit 3:0, und hat somit alle vier in Deutschland ausgetragenen Spiele gewonnen. Der F C. Teplitz, der Weihnachten gegen B. f R. Mannheim nur unentschieden 0:0 spielen konnte erzielte auch diesmal gegen Eintracht Frankfurt am Main nur ein 1.1 Resultat, schlug aber in der Zwischenzeit Kickers Würzburg mit 4:3. In Mainz spielte der Fuhballverein gegen Zeunesse Esch ebenfalls unentschieden 3:3. Die drei suddeutschen Vereine, die in der Schweiz weilten wurden sämtlich geschlagen. Karlsruher F D unterlag mit 1:3 gegen F C. Diel, F. C. Hanau 93 tour&e von Old Boys Bafel mit 6.1 besiegt und mit 5 o Olten schlug den Sp. 6. Freiburg hoch n- dr®t?AtcfänV>fc im Kunstturnen, biefem Jahre werden eine ganze Anzahl von Stadtekampfen im Kunstturnen durchgefuhrt wer- Den, die als gute Vorbereitung für das Deutsche Tu rillest 1923 in München dienen. Der Kamps Hamburg-Leipzig—Berlin geht am 14. April in Hamburg vor sich. Der im Vorjahre in Halle burdjg führte Stadtekampf Leipzig-Halle-Erfurt findet in diesem Zähre in Erfurt feine Wiederholung. Ein Wettumen zwischen den besten Ver- bretern zweier sächsischer Großstädte ist weiter in Vorbereitung. Ein Städtewettkampf Fürstenwalde Frankfurt a. O—Tegel findet bereits am 22 Ianuar in Fürstenwalde statt. - Städtekampf Wien- Berlin im Jo? en. Dem Beispiele der Leichtathleten und Schwimmer folgend haben nun auch die Amateur- Borverbände von Oesterreich und Deutschland einen Stadtekampf Wien-Berlin im Boren Der- einhcrt, der erstmalig in Derlin stattfindet. Als Termin ist der 23. Zanuar festgesetzt worden. Die Berliner Mannschaft tritt in folgender Besetzung S/’^ng'toiJt: Kohler (Heros). 'Bantam- Funke (Heros), Leicht- Roack (D.st L. Charlotten bürg). Welter: Kaube 1 Hoppe (Heros), Halbschwer: । (Lichtenberg), Schwer: Goßmann - - Das neue 100 oov-Mark-Trab- < rennen der Große Preis von Bayern, der im Rahmen ber Zuli-Veranstaltung in München- 1 «ing rur 3-10jährige Pferde aller Län- ' der als Vorlaussrennen zur Entscheidung kommt I 6,78 6,82 284,70 28?,30 31,66 - - Turnen, Sport und Spiel. — CBom Gau Hessen. Am nächsten Sonntag sindet in der Turnhalle am Oswaldsgarlen zu ®!c e i e.iw Zusammentunft der Bez r sspielwa te soull-r san.tl cher Schi?dZrichter in Schiag-, Faust- u Ha..dbull des Gaues statt Der Zweck der 3ufjmm -.Ijirft s [( ie: Del.h unz der eirz Inen ^p^e.e dee. Eit Sch e>srichterde ehru. g^sprei fi.ch^t au, lCn Oswaldsg^rten zw.faien Turn- und Sparwer.in Bu.^bach und Mto. Gesten statt. — Iii Fuldaer Tur: ert-eisen besteht starke Retgung, aus dem 7. Kreis zum 9. Kreis der Deurscheii Tur.ierfchaft unb zwar zum Gau Hesten über-.utreten, aus geographischen G.ündeti s)wohl als auch aus tur leychsche.i Uebe lieg engen. F r den Gau Hessen würde der Uebertritt eine Be° ra TU g b tur ..r f ..e i Leb ns b b ut n. be- sonpers für de i i:n Vo^elsberggeb.et ganz abgelegenen 4 Bezirk. Bekanntmachung. Detr.: Verlängerung der Weihnachtsferien an den Schulen. Um einer weiteren Ausdehnung der Grippe- nach Möglichkeit zu begegnen, bleiben dte städtischen Schulen bis auf weiteres noch geschlossen. Der Wiederbeginn deö Unterrichts wird besonders bekanntgegeben. Gießen, den 3. Zanuar 1922. 1746 ®er Vorsitzende des Schulvorstandes: _______ I. V: Dr. Selb.__________ Arbeitsvergebnng. Für die Feldbereinigung Treis an der Lumda sollen Mittwoch den 11. Ianuar 1922. vormittags 10V8 Ubr, auf dem Rathaus zu Treis a. d. Lda. (3n einem Teil der Qb-Hnnp wiederholt.) Das Attentat in Dinkelsbühl. Dinkelsbühl. 3. Ian. (WTB.) Zu dem Bombenattentat wird noch gemeldet: Mit dem Attentat in Verbindung steht eine am'Tage vorder borgenommene Verhaftung eines betrunkenen sungen Mannes, dessen Befreiung sich eine Rotte lunger Burschen zum Ziel gesetzt hotte, wobei Ne von der Polizeiwache die Fenstergitter Ivs- rissen. Es wurde festgestellt, daß von den jungen Leuten die Redensart gebraucht wurde: ,DaS neue Iahr soll für die Schutzleute schlecht angeben. Daß das Attentat schon län- gere Zeit vorbereitet war, geht auch aus dem Umstande hervor, daß die Ansertiguna einer solchen Bombe mehrere Tage in Anspruch nimmt. Dis jetzt wurden neun Verhaftungen vorgenommen und aufrechterhalten. Von ben1 Schwerverletzten ist her Schuhmann Dleringer am stärksten verstümmelt. Roch heute weilt in Dinkelsbühl die Staatsanwaltschaft, um voll-, fommene Klarheit in die Sache zu bringen. Die Untersuchung soll sich auch dahin erstrecken, ob' es sich nicht um einen rein kommunistischen Anschlag handelt. Gerüchtweise verlautet, daß auch ein Stadtrat in die Angelegenheit verwickelt sei. Beknnntmnchnng. Die hier ansässigen Ehepaare, die im Lause des Zahres 1922 das Fest der goldenen Hochzeit begehen und Anspruch auf Zuwendung der Gabe aus der im Iahre 1879 anläßlich der goldenen Hochzeit des damaligen Deutschen Kaiserpaares errichteten Stiftung erheben wollen werden aufgefordert, sich alsbald im Stadthaus' Bergstraße, Zimmer Rr. 24, zu melden. Gießen, den 2. Ianuar 1922. 1778 Der Oberbürgermeister: Keller. Bolfcheloistische Offensive gegen die Karelier. Dr8- 3. Ian. (WTB.) 'Xoti&r wisnsche Truppen, die über Artillerie und Kw- ballerie verfügen und den Kareliern an Anzahl bedeutend überlegen sind, haben eine große Offensive gegen Porajarvi eingeleitet. Pariser Kongreß russischer Industrieller. Paris, 3. Ian. (WTB.) In Paris findet heute ein Kongreß der in Frankreich ansässigen ehemaligen russischenIndustriellen statt. Die Versammlung wird sich in erster Linie mit dem englisch-französischen Plane zur Wiederherstellung des russischen Wirt- scha ft siebens befassen. Sie wird ferner über die Rechtslage russischer Flüchtlinge im Ausland« beraten. Militär-Amnestie in Frankreich. P a r i S, 3. Ian. (WTB.) Rach dem „Oeuvre' sotten die im gestrigen Marinerat durchgesehten allgemeinen Bestimmungen über eine Militär- 21 m n e st i e sich auch auf die Mitglieder der Schwarzen Meer-Flotte erstrecken, und damit die^ beiden kürzlich zu Municipalraten ernannten Marth und Badina umfassen. Neuwahlen in England. Lon don, 3 Ian. (WTB.) „Daily Mail and Globe glaubt die Nachricht, daß im Februar Neuwahlen stattfinden werden, bestätigen zu können. Lloyd George werde nach seiner Rückkehr aus Cannes dem König raten, das Parlament vor dem 30. Ianuar, an welchem Tage die Kammer einberufen werden sollte, aufzulosen. Lloyd George werde gleichzeitig die Bildung einer neuen nationalen Partei ankündigen. Am das englisch-irische Abkommen. London, 3. Ian. (WTB.) In Dublin wer^ den heute die Verhandlungen über das englisch-irische Abkommen von dem Dall Cireann wieder aufgenommen. Ein beträchtlicher Teil des irischen Volkes scheint der Ratifikation des Abkommens günstig gegenüberzustehen. Die Grasschaftsräte, 20 Distriktsrate, 14 Sinnfeinklubs 14 Vereinigungen von Landleuten, sowie fünf Gruppen von Arbeitervereinigungen und verschiedene andere Organisationen haben sich öffentlich für dieAnnahme desAbkommens ausgesprochen. Rücktritt des portugiesischen Kabinetts. Paris, 3. Ian. (WTB.) Rach einer Diät» termelbung aus Vigo verlautet aus Lissabon, dad der portugiesische Ministerpräsident Cunhu Leal dem Präsidenten der Republik den Rücktritt des Kabinetts angeboten habe. vergeben werden. Die Vergebung der Arbeiten und Fuhrleistungen soll durch öffentliches Aus- gebot, die Lieferung der Zementrohren auf dem Submisswnsweg erfolgen. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote über 3ementrol)r[ieferung verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postsrei bis zum Er- ossnungstermin einzureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 2 Ianuar 1922. i Hessisches Kulturbauamt Gießen. v H. Steinbach, Reg.-Vauvat.