Ar. 252 Erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags, mit derSamstagsbeilage. ViehenerFamili en blätter Monatliche vezugspreise: Ml, 102 - und Mi,. 8- Trägerlohn,durch dieDost MK.125. - .auch beiNlcht- «scheinen einzelner Nummern infolge höherer (Bemalt- Fernsprech- Lnschlüsse: für dieSchrift« leitung 112; für Verlag and (öeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. poftschecttonto: frerffnd a. M. 11686. Dienstag. 3. Moder 1922 1Z2. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und vruckerei: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzetae« für die lagesnummer Die zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höbe für Anzeigenv. 27 mm Breite örtlich 400 Pf., auswärts 500 Pf.; für Neklame - Anzeigen von 70 mm BreitelSOOPf. Bei Platz. Vorschrift 20 */e Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beas Betriebsjahr 1922/23: 1. Zur Sicherung des Verbrauchs der Bevölkerung an Mundzucker je Kopf und Monat 2V- Pfund, und an Einmachzucker sechs Pfund einmalig aus der Inlandserzeugung den Ländern zur Verfügung zu stellen; 2. an Zucker für Imker und zur Her- stellung von Kunsthonig, Marmela- den und Obstkonserven die nach näherer Bestimmung des Reichsministers für die Ernährung der Landwirtschaft notwendigen Mengen an die öffentliche Hand abzuliefern. Die Detreidrumlage. Berlin, 2. Oft. Die Fraktion öcr'X Vereinigten Svzialdemokr rti- schen Partei beschloß gestern in ihrer ersten gemeinsamen Sitzung mit großer Mehrheit, jede Erhöhung des Amlagegetrei- d e p r e i s e S, wie er für das erste Drittel des Amlagegetreides vorgesehen ist, abzulebnen. Laut „Vorwärts" wird sich das Reichskaoinett voraussichtlich am Dienstag mit der Erhöhung des Preises für Amlagegetreide erneut be-' fassen. Dem gleichen Blatte zufolge hat Reichsernährungsminister Fehr dem Reichs - kabinett eine Vorlage zugehen lassen, in der eine rückwirkende Erhöhung des Rvggenprei- seö für das erste Drittel auf 20 700 Mark, also genau das Dreifache des ursprünglichen Preises. vorgesehen ist. Von den nach dem Umlage» satz abzuliefernden zwei Millionen Tonnen sind bis jetzt, wie das Blatt mitteilt, bisher erst 125 000 Tonnen §ur Ablieferung gelangt gegenüber 400 000 Tonnen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Di« Deutschnationale Dolkspartei und die völkisch« Bewegung. Berlin. 2. Ott. (WTB.) Wie der Parteivorstand der Deutschnationalen Volks- vartei mitteilt, hat dieser sich der in einer am 29. September in Berlin abgehaltenen Sitzung mit der Bildung der deutschvölkischen Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Partei beschäftigt. Es kam einstimmig bei zwei Stimmenthaltungen folgender Beschluß zustande: Der Bestand einer deutschvöllischen Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Deutschnationalen Volk ^Partei, die eigene Organisationen im Lande unterhält, ist mit den Lebensinteressen der Partei unvereinbar, weil sie deren Einheit und Geschlossenheit zersetzen würde. Es ist unter ben gegebenen Verhältnissen um so bedenklicher, als dadurch der Eindruck der Ausweisung einer grundsätzlichen völkischen Streitfrage innerhalb der Partei erweckt wird. Der völlische Standpunkt der Partei steht fest, verschiedene Auffassungen über seine praktische und taktische Durchführung können nur im Rahmen der allgemeinen Parteigliederung geklärt werden Für die grundsätzliche Ausarbeitung und Vertiefung des völkischen Gedankens ist ein völkischer Ausschuß bei dem Parteivorstand gemäh Absatz 12 der Satzungen der Partei zu bilden. Aus Hessen. Darmstadt, 1. Oft. Der etwa 30 Jahre m der Leitung des ^Darmstädter Tageblattes" tätige Chefredakteur Dr 0. Waldaestel ist mit dem 1. Oktober ausgeschieden, um in den wohlverdienten Ruhestand zu treten. Aus Stabt und Land. Giehen, den 3. Oft. 1922. Die Kartoffel Versorgung. Zur Frage dec K a r t o f f e l v e r s o i g u n g teilen Die .,P. P. R." mit: Die Kartoffclversorgung Deutschlands wird von amtlicher Seite als ausreichend bezeichnet. Von einem Stocken der Ablieferung durch die Lanbwirtschaft kann zur Zeit leine Rede sein. Aufgabe der Verbraucherkreise ist es, sich von jetzt an fürdenWintrrein- z u d e cl c n Zu irgendwelcher Beunruhigung oder zu einer Aeberstürzung beim Kartoffeleinkauf, die höchstens ein Anziehen der Preise verursachen könnte, liegt kein Grund vor. Seitens der Landesregierungen sind Marktnotierungskommissionen zur Votierung der Kartoffelpreise entsprechend den Weisungen des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter Hinzuziehung von Vertretern dec Verbraucher gebildet worden. Um zu verhindern, dast in einzelnen Bezirken nach verschiedenen Grrtndsähen Preise notiert werden, hat im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Besprechung mit den Vertretern der wichtigsten Ro- tierungsbezirie stattgefunden, in der für die IGrundsätze der Rotterungen Richtlinien vereinbart wurden. Die Rotierungskommissionen haben danach die Erzeugerpreise zu notieren, d h. Diejenigen Preise, die dem Erzeuger frei Verlade- 'station (Vollbahnstation) zu zahlen sind. In den- . jenigen Bezirken, in denen bisher nur Groh- Handelspreise, d. h. die Preise, die be- . stimmt smd, auher den Erzeugerkosteir auch die Kosten des Grosthandels und der Fracht zu decken, soll darauf hingewirkt werden, dast zur Vertneidung von Verwirrungen derartige Preis- Notierungen bis auf weiteres unterbleiben. Die Rotierungen sollen überall gesondert erfolgen für weihe, rote und gelbfleischige Kartoffeln. Eine besondere Notierung für Lieferungsvertragskartoffeln darf nicht stattfinden. Die notierten Preise gelten von Tag und Stunde der Rotierung ab bis zur Vornahme neuer Rotierungen durch die Rotierungskommissionen. 3n Preuhen sind Rotte- rungskommisswnen gebildet in Königsberg, Allen- stein, Stettin, Berlin, Breslau. Magdeburg, Erfurt, Hannover, Köln, Frankfurt a. M. und Kassel. Außerdem sind Notierungskommissio- nen gebildet in Schwerin, Hamburg, Dresden, München und (Stuttgart. Das Schulgeld für den Besuch der Landwirtschaftlichen Schulen. Mit Rücksicht auf die fortschreitende Geldentwertung hat das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft. Abt. für Ernährung und Landwirtschaft, das Schulgeld für den 0r» deutlichen Lehrgang an den hessischen Landwirtschaftlichen Schulen mit Wirkung vom Beginn des Schuljahres 1922/23 an auf 1 20 0 Mark für Hessen, und 1500 Mark für Nichthessen festgesetzt. Neue Reichsbanknotcn zu 1OOO Mark. 3n der nächsten Zeit werden neue Reichsbanknoten zu 1 000 Mark auS- gegebeu werden. Sie sind 160 x 85 Millimeter groß und auf weißem Papier mit hell- und dunkelwirkendem Wasserzeichen gedruckt. Das Wasserzeichen besteht aus einem Muster, welches aus geradlinigen Figuren in Form eines „Z“, und aus sechseckigen Sternen gebildet wird, innerhalb welcher hell auf dunklem Grunde die Buchstaben „G“ und „D“ abwechselnd wiederkehren. Die Vorderseite zeigt einen 7 Millimeter breiten, unbedruckten Papierrand. Das rechteckige Druckbild der Vorderseite ist von einer dunkelgrünen Zierleiste mit griechischem Palmetten-Ornament eingefaßt und enthält die ebenfalls in dunkelgrüner Farbe gedruckte Beschriftung. Der Untergrund derselben besteht aus einem Muster, das aus wellenförmigen, untereinander verschlungenen Bändern mit der sich wiederholenden Inschrift „1000 Mark" gebildet wird und in verlaufenden Farben: rechts und links grün, in der Mitte violett, ausgeführt ist. Meder diesem Muster liegt ein zartes, aus diagonal laufenden, geraden Linien gebildetes Retz in graubrauner Farbe, aus dem sich, in der Mitte der darüber gelegten Schrift, die große Wertzahl „1000“ mit einer ornamentalen Mmrahmung dunkel hervorhebt. Der in deutscher Schrift gehaltene Text hat den üblichen Wortlaut, außerdem noch die Bemerkung: „Vom 1. Januar 1 923 ab kann diese Banknote aufgerufen und unterMmtauschge- gen andere gesetzliche Zahlungsmittel eingezogen werde n.“ Zu beiden Seiten der Unterschriften stehen die ebenfalls dunkelgrünen Konttollstempel mit dem Reichsadler und der Umschrift „REICHS- B/VNKDIREKTORIUM“, links vom Text befindet sich eine große ornamentierte Wertzahl „1000“, oberhalb derselben die Rümmer mit dem Reihenbuchstaben, und unterhalb, in fünf Zeilen, der in deutscher Schrift gehaltene Strafsatz. 3n der rechten oberen Ecke sind zwei Kennbuchstaben angebracht. Sowohl die große Wertzahl als auch die Nummer mit Dem Reihenbuchstaben, der Strafsatz und die Kennbuchstaben sind ebenfalls in dunkelgrüner Farbe gedruckt. Die Rückseite, die gleichfalls einen 7 Millimeter breiten, weihen Papierrand besitzt, zeigt in der Mitte eine große, reich ornamentierte Vignette In grüner Farbe, die von einem zart gemusterten Liniennetz von grauer Farbe und rechteckiger Form überdeckt wird. 3n dieses Liniennetz eingearbeitet erscheint in der Mitte der Vignette eine große, dunkel umrandete Wertzahl „1000“ in Heller, und zu beiden Seiten derselben die Worte „Mark“ in dunkler Wirkung. ** Amtliche Person alnachrich- te n. Am 28. September wurde der Vermessungsinspektor Karl Metzger zu Darmstadt vom 1. Oktober lfd. Zs. ab zum Vermessungsoberinspektor beim LandesvermessungSamt ernannt. — 3n den Ruhestand versetzt wurde am 22. September der Lehrer an der Volksschule zu Traisa (Kreis Darmstadt) Peter W o l f auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staat geleisteten Dienste mit Wirkung vorn 1. Oktober 1922 ab. — Zum Vorsitzenden des Tumultschadenausschusses für die Provinz Rheinhessen ist an Stelle des Oberregierungsrates Schön der OberregierungSrat Herberg in Mainz, und zum stellverttetenden Vorsitzenden an Stelle des Regierungsassessors See der Regierungsassessor Dr. Walther in Mainz bestellt worden. ** Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und die Post erfolgt in der Woche vom 2. bis 8. Oktober unverändert wie in der Vorwoche zum Preise von 5000 Mk. für ein Zwanzigmarkstück, 2500 Mark für ein Zehnmarkstück. Für die ausländischen Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. "* Neue Z u g v e r b i n d u n g zwischen Grün berg und Reiskirchen. Vom 2. Oktober 1922 an wird der Güterzug 8904, G r ü n b e r g (Hessen) ab 5.33 Uhr nachmittags, für die P e r s v n e n b e f ö r d e ° rung bis Reiskirchen versuchsweise bis auf weiteres freigegeben. Sollten sich betriebliche Schwierigkeiten ergeben, dann muß diese Anordnung wieder aufgehoben werden. ** Ueber die Gewährung von Unterstützungen an die Empfänger vonRuhegehaltenundHinterblie- benenbezügen der Hessischen Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte gibt eine Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil Auskunft. ** Erhöhung der Theater- Abonnementspreise. Durch die wesentliche Steigerung der Kosten aller Lebensbedürfnisse, die auch eine bessere Bezahlung der Theaterkräfte bedingte, ist, wie man uns mitteilt, eine Erhöhung der bekanntgegebenen Theater-Abonnementspreise um 50 Prozent unumgänglich nötig geworden. Eine Bekanntmachung über die Ausgabe der Abonnements- blvcks wird in unserer morgigen Nummer erscheinen. ** Verunglückte Paketpost. Amtlich wird mitgetcilt: Am 26. Sept., abends 11 Uhr, ist der Eilgüterzug 6063 Köln — Holzminden — Berlin auf dem Bahnhofe Burg (Bz. Magdeburg) durch Auffahren eines Bedarfsguterzuges verunglückt. Ze ein Postpäckereibeiwagen aus Köln und Kassel, mit Paketen für Berlin und das östliche Deutschland befrachtet, sind völlig zertrümmert worden. Hierbei hat auch zweifellos eine Beschädigung der Pvstladung stattgefunden. Nähere Nachrichten liegen hierüber noch nicht vor. Weitere Mitteilung bleibt Vorbehalten. ** Der Hessische Landesforstver- ein und der Hessische Oberförsterverband hielten vor einigen Tagen in Alzey ihre Tagungen ab, die sich eines sckhr guten Besuchs erfreuten. Die Leitung lag in den Händen des Oberforsttnersters Heyer: Finanzminister Henrich und Landforstrnc-ister Dr. Weber ivohnten den Veranstaltungen bei. Ter erste Tag war den Verhandlungen des OberförsterverbanÄ^s gewidmet: die reiäühaltige Tagesordnung brachte ernste und anstrengende Arbeit. Mit der Tagung des Landcsforstvereinö. in deren Mittelpunkt ein Vortrag über die „Überführung und Hochwaldwirt- schäft in der Oberförsterei Alzey" stand, war eine Lehrwanderung in den Staatswald Dorholz bei Morschhttm verbunden. Schöne, lehrreiche Wald- bilder wurden gezeigt, die bewiesen, daß die Waldwirtschaft auf dec Höhe steht und in guten Händen liegt. 'Bei der Rast im Hollahaus wurden die VereinsangelcgenHeiten erledigt. Für 1924 wurde Eichelsdorf (Oberhsfsen) als Tagungsort gewählt. ** „Luise Mi llerin", ein Film nach Schillers „Kabale und Liebe", wird feit gestern bis einschl. Donnerstag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße gezeigt Prächtige Bilder ziehen in diesem sechsakttgen Film an oem Auge des Besuches vorüber, tief führt die Handlung m das Reich der Historie hinein, in eine Zeit, deren Sitten und Gebräuche uns so weit entfernt liegen, und die doch einen starken Eindruck bei denen auslöst, die mit warm empfindenden Herzen einer solchen Aufführung folgen. Von besten Filmdarstellern gespielt, unter denen man Personen von hoher künstlerischer Geltung findet, und in technischer Hinsicht meisterhaft gestattet, ist dieser Film eine vortreffliche Tat auf dem Gebiete der Kinokunst. Zeder Besucher wird von diesem Film in hohem Maße profitieren. — Eine recht gelungene Filmgrvteske sorgt dafür, daß auch dem Erheiterungsbedürfnis volle Befriedigung wird. Wettervoraussage für Mittwoch: Wolkig bis heiter, Frühnebel, schwache Winde, W Unser Beobachtungsgebiet kommt wieder unter den Einfluß hohen Drucks. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Luise Millerin" und „Gr, der Pechkavalier". — Freiwillige S a n i tä t s ko l o n n e vom Roten Kreuz Gießen. Ein Ausbildungskursus in der ersten Hilfeleistung beginnt am 10. Oktober. (Siehe Anzeige.) Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 2. Oft. Am 1. Oktober waren 25 Za hre verflossen, seit die beiden Bahnlinien Friedberg — Hungen und Friedberg — Nidda eröffnet und damit einem langgehegten Wunsche eines großen Teiles unserer Provinz Rechnung getragen würde. Von Die Herweghs. Erne rechtsrheinische Geschichte von Liesbet Dill. 6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Za, so kommt man zu einem Schwiegersohn," Kollin strich seinen schwarzen Knebelbart. „Din zwar nie für Gymnasiastengeschichten gewesen, nichts für ungut, meine Damen. Zch halte nämlich nicht viel von Zugendlieben, denn man verändert seinen Geschmack mit den Zähren, man sott sich nicht zu früh verankern." „Da muh ich Ihnen widersprechen," nahm Fräulein Schmidt das Wort, „denn mein Bräutigam und ich hatten uns auch schon in der Schule gefaimt.“ „Na ja. aber die Geschichte ist doch nicht zum Klappen gekommen," sagte der gemütliche Schwiegervater, der ihr mit seiner Mokkatasse auf dem viel zu kleinen X-Stuhl gegenüber sah. „Za, aber nur, weil mein Bräutigam an der Rose starb," sagte Fräulein Schmidt und sah Herrn Kollin strafend an. „3m allgemeinen ist es. wie ich sage," fuhr der hartnäckige Kollin fort, „und wir wollen hoffen, daß es hier eine Ausnahme wird. Bin mehr für Liebe in reiferen Zähren, in unseren Zähren, Frau Major, da kennt man sich wenigstens," er llopfte der schönen Frau auf den weißen dollen Arm. „Wir kennen uns alle in der Mainzer Straße. Mein Haus ist zwar das einzige, in dem Fräulein Schmidt nichts zu sagen hat, hahaha." „3a, Gott fei Dank," sagte diese, welche diese Bemerkung überflüssig sand. „Behalten Sie es nur, mein Bedarf an Häusern ist gedeckt." „Und wir beide kennen uns auch." wandte sich Herr Kollin an den Lümmel, der an die Wand gelehnt dastand und sich zurückhaltend verhielt, denn er wußte, daß jetzt die Siourgeschichte kam. Und sie kam. „Zch gehe eines Mittags nach Tisch einmal vor das Haus," fing Kollin behaglich an, „will meinen Verdauungsspaziergang machen, und denke an nichts Böses, da fährt mir auf einmal von hinten eine Gabel In den Hals, eine rostige Küchengabel I Die sticht mich daß ich denke, meine letzte Stunde ist gekommen, und ich sehe in einem Hausgang eine Rotte Buben verschwinden, von denen mir der eine bekannt vorkam Zch — nicht faul — gleich hinter ihnen her." „Immer mit der Gabel im Halse?" fragte die Generalin entsetzt. „Ree. die hatt' ich 'rausgenornmen. aber ich wollte doch den Kerl kriegen, und ich fing auch einen, aber es war dec falsche, denn dieser junge Mann," er wies auf Herbert, „war schleunigst über den Gartenzaun in ein fremdes Haus entwischt." Dann hatte er einen wochenlangen Kamps geführt mit der Siouxbande. Er hatte sie in der Schule angezeigt. „Ordnung muß sein, meine Damen, die Bengels wurden bestraft. Dafür rächten sie sich nun, indem sie bei mir schellten und dann fortliefen oder mich antelephonierten und mich „in wichtigen geschäftlichen Angelegenheiten" irgendwohin bestellten „Reisender Müller", nicht wahr? Und dann war keiner da. Eine Wut hatte ich auf die Gesellschaft und triegte doch keinen zu packen. Ra, das ist also jetzt begraben unj) vergessen, wie des Sängers Auch." Er schüttelte dem Lümmel die Hand. „Es hätte Sie ja auch in die Schlagader treffen können, Herr Kollin," meinte die Generalin. „Bei Ihnen erlebt man wenigstens noch etwas," sagte Fräulein Schmidt zu Frau von Her- wegh. „Einmal verlobt sich einer, dann wird Ihnen das Geld aus dem Schreibttsch gestohlen. Haben Sie das auch gehört, Frau Kollin? Natürlich hatte es Frau Kollin gehört, von den Hertveghs sprach ja die ganze Straße. Und der Schreibtischoiebstahl, der noch bis heute unaufgeklärt war, machte noch einmal die Runde. Die Generalin war gerade an der spannenden Stelle: „Und mitten in der Rächt hörte Frau von Herwegh Plötzlich nebenan etwas rascheln und sie machte Licht," als Lutz, der auffallend bleich geworden war. sich rasch erhob und hinausstürmte, so rasch, wie Ernst vorhin seine Braut holen lief, aber er lief nur zu Trina in die Küche. Die anderen hatten kaum darauf geachtet, denn die Generalin trug die Geschichte vortrefflich vor. wobei ihr Fräulein Schmidt sekundierte: „Es war halb zwölf, Frau General, ich weih es ganz genau, denn ich hatt' grab' mei' Uhr aufzvge, da kam die Trina herauf und rief: Fräulein Schmidt, uns sind zweitausend Mack aus dem Schreibttsch gestohle worbe'!" Unb Kollins wunderten sich, wie sich alle Leute gewundert hatten, bah einem so etwas passieren kann. „Und nie ist es herausgekommen, denke' Sie, Herr Kollin." „Trotz der Polizei, die sich so bemühte . . . sogar ein Kriminalist war dabei." „Ha, die Blase," sagte Kollin mit tiefer Verachtung, seine Kaffeetasse von sich schiebend. Und er gab nun seinerseits ein Erlebnis zum welch hoher Bedeutung dieses Ereignis für die Erschließung dec Wetterau und die Hebung des Verkehrs gewesen ist. braucht Wohl kaum näher aus- aeführt zu werden: man kann ruhig behaupten, daß die Erwartungen, die man an die Eröffnung dieser beiden Strecken knüpfte, nicht nur erfüllt, sondern bei weitem übertroffen wurden, so daß sie zu den be st rentieren den Bahnanlagen Hessens gehören. Ganz besondere Bedeutung erlangte die Dahn dadurch, daß ohne sie die Anlage der großen elektrischen Zentrale, die den weitaus größten Teil unserer Provinz mit elektrischer^ Kraft und Licht versorgt, unmöglich gewesen wäre. Von den Beamten, die damals an die Strecke verseht wurden, versehen noch eine Anzahl jetzt ihren Dienst z. B. die Stationsvorsteher Bender in Melbach Volzendorf in Wöllersheim-Södel, W e h - ganb in Derstadt-Wohnbach: die Genannten haben es verstanden, sich bei ber Bevölkerung durch ihr entgegenkommendes Wesen allgemeine Beliebtheit zu erwerben. Starkenburg und Rheinhessen. NN. Darmstadt, 2. Oft. Die „Hessische Lan d es ze i tu n g" wird mit dem heutigen Jage vorläufig in der Druckerei des „T ä g l i ch en Anzeigers" hergestellt. Lokale, wirtschaftliche und allgemeine Nachrichten werden beide Blätter gemeinsam bringen, während die Politik in getrennten Redaktionen bearbeitet und entsprechend in den Blättern geführt wird. wd. MaiNz, 2. Oft. Für die Erneuerung des im 15. und 16. Zahrhundert erbauten K u r f ü r st l i ch e n S ch l o s s e S hat die Stadt Mainz seit Jahren große Opfer gebracht. Nunmehr ist die Stadt gezwungen, die W i e - derherstellungsarbeiten einzustellen, weil eSanGeldkehlt. Die letzten zwei Millionen Mark wurden jetzt von den Stadtverordneten bewilligt, um die Gerüste und die Reste der Dautättgkeit wieder zu entfernen. Die Arbeiten bleiben im Rohzustand liegen und nur das Notwendigste soll ganz primitiv fertiggestellt werden, damit die wertvollen Sammlungen so untergebracht werden können, daß sie nicht verderben. Es wird eine Tafel angebracht werden, die künftigen Geschlechtern zeigen soll, unter welcher Kulturnot die heuttge Generation litt. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 2. Oft. Für heute nachmittag hatten die Kommunisten auf den Römerberg eingeladen. Der Erfolg entsprach nicht den Erwartungen. Unter den etlichen hundert Anwesenden befanden sich mindestens 75 Prozent Neugierige. Die Veranstaltung, die sich gegen den Wucher richten sollte, war im Grunde aber nur ein Vorwand, denn die Redner bekämpften in ihren Reden lediglich die sozialdemokratische Partei. Ein Demonstrationszug bewegte sich unter Beteiligung von knapp 150 Personen durch die Sttaßen. Während der Veranstaltung drangen halbwüchsige Burschen-und Mädchen in die am Römerberg stehende alte Nikvlaikirche und trieben von der Galerie aus allerlei Unfug; u. a. versuchten sie auch die Glocken zu läuten, wurden aber schließlich aus dem GotteS- hause verttieben. fpd. Limburg, 2. Oft. Die Werksanlagen ber Grube Rassau bei Schönberg wurden am Sonntag infolge Brandstiftung v ollst ä n b i g eingeaschert. Das ist bas dritte Mal innerhalb dreier Zahre. Die Verwaltung hat auf die Ermittlung ber Brandstifter eine Belohnung von 50 000 Mk. ausgesetzt. * Marburg, 2. Oft. Die Verbrauch e r des Kreises Marburg in Stadt und Land haben sich zu einer Genossenschaft zu- sammengeschlvssen, deren Mitglieder sich durch direkteVerbi ndungmit den Erze u- g e r n mit allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen unmittelbar versorgen wollen. Als nächste, unverzüglich zu lösende Aufgabe hat man die Versorgung der Haushalte mit Kartoffeln ins Auge gefaßt. Die Beschaffung der Kartoffeln ist so gedacht, daß der Erzeugerverband, Kreis Marburg, die ihm von den Verbrauchern bestellten Kartoffeln bei den Landwirten durch sofortigen Kauf zum Preise am Tage der Lieferung sicherstellt und abnimmt. Der den Landwirten zu zahlende Tagespreis soll durch eine Kommission, bestehend aus Vertretern der Erzeuger und Verbrau- Heutiger Staub des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 1890, Frankfurt 1870—1880. besten, das ebenso aufregend begann unb ebenso ergebnislos verlaufen war, da ihm ber Kriminalbeamte, dem er mitgeteilt, baß jede Nacht ihm jemanb ferne Kohlen in einem Handwagen aus dem Keller entführte, erwidert hatte: „Za, da kann ich doch nichts dafür!" Wie aber Kollin ber hiesigen Polizei auf bie Deine geholfen hatte unb zuletzt bte Diebe dadurch entdeckt hatte, indem er einfach seinen Hausmann um Vorlegung seiner Kohlenrechnung des letzten Winters ersuchte. Und ein allgemeines „Sehen Sie mall" der Bewunderung zollte der Klugheit des reichen Weinhändlers Lichtung. Man unterhielt sich so lebhaft, daß man weder die Klagetone hörte, die aus ber Küche drangen, noch bemerkte, baß sich bas Brautpaar in ben Salon zurückgezogen hatte. Nur Fräulein Schmidt schob still bie Flügeltüren hinter ihnen zu, dem Lümmel ben Eintritt verwehrend, Der behauptete, er habe seine Taschenlaterne dort gelaffen. „Gin Brautpaar muß einmal allein sein." Die Wogen allgemeiner Fröhlichkeit hoben sich aber noch, als ber Kollinsche Hausbursche mit einem Korb Wein eintraf und ber Koch aus dem „Mainzer Hof“ endlich das Abendessen schickte, auf das Frau von Herwegh schon mit Ungebufö gewartet hatte, beim Trina konnte man „es nicht mehr zumuten". Darüber waren sich alle Hausfrauen einig. Fräulein Schmidt hatte sich erboten, draußen mitzuhelfen, sie stand mit aufgesteckter Schleppe am Küchentisch unb spülte die Tassen. „Wir vom Rhein sind nit so, gelt, Frau Kollin?" Sie handhabte energisch das Spülburst chen. „Wir greifen zu!" Frau Kollin, die aus Unkel war. nickte dazu, während sie den Neptun 'ber Meißener Konsektschale sorgsältigst abtrocknete. (Fortsetzung folgt) Löwer-Gießen: net ter 2. Oktober 30. September Dollars 33566,40 336:13'60 34965,' $uddlng-$uüz£r -1880, Licht OSRAM NITRA Datum: Antw-Briissel Holland Voubnn Baris Schweiz Spanien .... Italien Visinbon-Oporto Dänemark . . . Wortuencn • . . Schtveden . . . HelsinniorS. . . Neunork Denlsch-Oesterr. Budapest.... Prag Sonn Geld 117.sk, 30 63936,- 7205,20 12475,- 30819,10 24950,- 7030,40 Bries 11811,70 64034,- 7219,80 12500,- 30880,90 25000,— 7041.60 Olt. Mr tunlften )ec Erfolg Unter den inden sich Die Der- »errichten Dorwand, ren Aeden irttl Ein itei Detei« durch die ig drangen i in die am iirche und lei Unfug; en zu täu« :m TotteS- vom 1. April bis 30. September, die Ausgaben um 56 469 548 Pfund Sterling, während in der gleichen Zeit des Vorjahres ein Defizit von 41 150 689 Pfund zu verzeichnen war. Eine revolutionäre Bewegung in Portugal. Madrid, 2. Oft. (MTV.) Wie die Blätter aus Vigo melden, erhielt das portugiesische Kabinett abends Kenntnis von einer revolutionären Bewegung und lieh eine Anzahl Punkte von bewaffneter Polizei besetzen. Die Nacht verlief ohne Zwischenfall, doch wurden die Vorsichtsmaßregeln aufrecht erhalten. Ein Havastelegramm aus Lissabon bestätigt, daß die Regierung Vorsichtsmaßnahmen getroffen hat. * worden. Die englischen Finanzen. L o n d o n , 2. Oft. (WTB.) Wie die Blät Werks- ’ Schönberg Mtz X)tM- bas dritte jxilhing hat t eine Jetzt von den ie Derbste xrzu ent. WM fju ganz ote wert, t werden wird eine gen Se- Kulturnot erbrau« t und Land chaft zu- t sich durck nCrzeu- m Erzeug- fien. Als nfgabe hat mit Kar- eschaffung »er Erzeu- gr von den i bei den M Preise und ab* HlendeTa. t, bestehend । Lerbrau- Gruppel. Nr. 8. Ze eine ertragreiche Tafel- Apfel- und -Dirnsorte, 10 Pfund in 1. Sorti«ung verpackt. Ehrenpreise: Pfarrer Böchner-Trei- a. d. Lumda, Ferdinand Löber-Heuchrlheim: 1 Pr Georg Löwer-Gießen: 2. Preis. Karl Sang- Wieseck: 3. Preis: Gustav Weller III.»Wieseck Gruppe I. Rr. 9. Ze eine ertragreiche Wirtschasts-Apsel» und -Dirnsorte, 10 Pfund in l. Sortierung, verpackt. 2 P r e i s c: Georg Löwer- lÄeßen, Pfarrer Döchner-Treis a. d. Lumda Gruppe II. dir 10. Deste Gesamtleistung in Obs! von Zwergobstbäumen. Ehrenpreise: Hofgärtnerei Lich, Schasstädt-Gießen, Zoch. Schä- er III.-Gießen: 1. Preise: Steinnagel-Großen- Linden, W. Krauß-Lich: 2. Preise: Friedrich Zöckel-Ärünberg, Friedr. W. Kreiling°Heuch.'l- heim, Otto Ratschlag-Gießen: 3. Preise: Valentin Gonter-Gießen, Zustus Wenzel-Gießen, Rektor Köhlec-Wahenborn-SteinLe.g. Gruppe 111. Rr. 11. Gin Sortiment Steinobst von Hochstämmen oder Formbäumen. 2. Preis: Georg Löwer-Gießen. Gruppe IV. Rr. 12. Ze ein Sortiment Trauben, Nüsse, Quitten. 2. Preis: Schwerin- Friedelhausen. Gruppe V. Nr. 13 Für den besten Apfelwein. 1. Preis: Schwedin-Friedelhausen, außerdem einen Ehrenpreis: 2. Preis. Georg Löwer- Gießen, außerdem einen Ehrenpreis. G r u p p e V. Nr. 14 Für den besten Beeren - wein. 1. Preise: Schwerin- Friedelhausen, Gg. Löwer-Gießen. Vermischtes. Starke Schneefälle im Riesengebirge. Derlin, 3. Oft. (WTB.) Dlättermeldungen aus Hirschberg zufolge sind im Riesen- gebirge starke Schneefälle eingetretcn. Der Schnee liegt auf den Bergen mehrere Zentimeter hoch. Berlin, 2. Oft. Wie dem „B. T." aus Paris gemeldet wird, fuhr gestern bei dem Landwirtschaft. bs. Aus der mittleren Wetterau, 1. Oft. Die Grummeternte geht ihrem Ende entgegen. Große Quantitäten, geringe Qualität ist das Ergebnis. Wochenlang hat der Bauersmann daran zu tun gehabt. Schon stehen wir in der Kartoffelernte. Leider läßt die Gesundheit der Knollen zu wünschen übrig Besonders in schwerem Boden gibt es viel faule Kartoffeln. Wegen des vielen Schmutzes läßt sich die Krankheit kaum erkennen. — Allenthalben findet man jetzt auch Rapsäcker. Infolge der hohen Oelpreise kommt man wieder zu diesem Anbau zurück, um so mehr, als man mit Mohn in diesem Zahr nicht die besten Erfahrungen machte. zuzustimmen. Paris, 2. Oft. (WTB.) Der Minister für auswärtige Angelegenheiten der Rationalver- fammlung von Angora hat am 29. September dem Ministerpräsidenten P o i n c a r 6 eine Note zugehcn lassen, in der er mitteilt, daß die Note der Alliierten der Nationalversammlung in einigen Tagen übermittelt wn^e und daß infolge der Versicherung, die Franklin Bouillon gegeben habe, der Befehl erteilt worden sei, sofort die militärischen Operationen, die sich in der Richtung aus Konstantinopel zur Verfolgung des griechischen Heeres entwickelt hatten, einzustellen. Die von Franklin Bouillon abgegebenen Erklärungen hätten die Gerechtigkeitsgefühle, von denen die Vorschläge der Entente erfüllt seien, um die Rechte der Türkei sicherzustellen, dargetan. Cs sei jedoch unmöglich, Thrazien auch nur einen Tag länger unter der Verwaltung und Besetzung des griechischen Heeres zu lassen angesichts des Schmerzes der türkischen Bevöllerung. Die sofortige Räumung und die A e b e r t r a - gung von Thrazien bis westlich der Ma- ritza, einschließlich Adrianopels an die Regierung der Nationalversammlung sei unerläßlich. Eine K o n f e r e n z der alliierten Generale in Modania zwecks Erledigung der schwebenden Fragen wolle er für den 3. Oktober Vorschlägen. General Usmai Pascha sei al« Vertreter bezeich- melden, überstiegen die Einnahmen des Schatzamtes während der sechs Monate des laufenden Finanzjahres, das heißt 30069,90 45754,20 1758/20 2,27 lN,93 5444,50 28371,60 43356,60 1655/30 2,14 63,90 5082,40 Gew 12637,30 67981,90 7654,80 13174,30 32367,60 26173,80 7355,10 sendu ng - Thrazien während der Verhandlungsperiode Paris, 2. Oft. (WB.) Havas berichtet aus Konstantinopel: Man erfährt aus autorisierter Quelle, daß die Türken bereit seien, dec E n t - alliierter Truppen nach unb eben!» : Kriminal' Jacht w" ib« wX. ft hatte, m ( Lorleglwg Mters ev reu . des rei^n N «2 Kr •J5I* Ä-x Ar? keine Frau kennt ihre Hauk wieder, wenn Ne durch den Gebrauch von Aok.Seesand.Mandelktete rein von Mil- essern, «Pickeln, Pufteln geworden ist. Aok - Seesond - Mandelkleie, Vas Laut. pfleaemtNel der Srlerikulkur • stolberg, schafft blumenzarten, rosigen Teint. In einschlägigen Geschäften erhältlich. ch«, an Hand der in der Zeit vvm 1. 10. bis 15. 11. gezahlten Marktpreise zwischen den Orten Gasse! und Frankfurt a. M. ermittelt und daraus der gezahlte Durchschnittspreis errechnet und bezahlt werden. Beauftragte des Srzeugerverbandes sind zur Zeit mit dem Aufkauf beschäftigt. Die Verbraucher-Denos fenschaft, der Erzeuger-Verband, der Hess! sche Bauernverein und die Landräte der Kreise Warburg und Kirchhain fordern die Land wirte im Kreise Marburg und Kirchhain aus, alle verfügbaren Speisekartvffeln durch Verkauf an den Erzeugerverband Kreis Marburg herzugeben und dadurch die Kartoffelversor- gung der Verbraucher in Stadt und Land unter allen Umständen zu sichern. Kirche und Schule. nd. Nidda, 1. Ott. Die feierliche Ein- Weihung der dreineuenDlocken unserer Kirche fand heute statt. Die Einwohner des Kirchspiels Nidda hatten sich zu der Feier in so großer Zahl eingefunden, daß das Gottesk^ruS bis auf den letzten Platz besetzt war. Der gemischte Ehor und der Männergesangverein ..Sängerkranz" trugen zur Verherrlichung der Feier durch den Gesang von je zwei Ehören erheblich bei. Mehrere Schul- kinoer trugen an dem Altar sinnvolle Gedichte vor. Ein von Geh. Iustizrat Römheld verfaßtes Glvckenlied nach der Melodie: „Wachet auf, ruft uns die Stimme", wurde als Hauptlied von der ganzen Gemeinde gesungen. Zn der Predigt legte Pfarrer Laut die drei Zuschriften der Glocken (Glaube, Liebe, Hoffnung) in vortrefflicher Weise aus und weihte dann die Glocken zum Dienste der christlichen Gemeinde. Kirchenrat i. R. W e r n e r, der 31 Zähre in unserem Kirchspiel in großem Segen gewirkt hat und den abgelieferten Glocken die Abschiedspredigt gehalten hatte, war trotz feines hohen Alters zur heutigen Feier erschienen. Die würdige Glvckeneinweihung machte auf alle Teilnehmer einen tiefen Eindruck. — Zur heute anberaumten Wahl der Kirchengemeindevertreter war nur ein Wahlvorschlag eingegangen; eöerübrigte sich daher eine Wahl. Die Vorgeschlagenen gelten als gewählt und haben nun bald die Wahl des Kirchenvvrstandes vorzunehmen. Gießen. Gruppe VI. Nr. 16. Gemüse aus Kleingarten und Landwirtschaft. Ehrenpreise: Schwerin - Friedelhausen. Hofgärtnerei Lich. 1. Preis: Heinrich Hahn und Zoh. Schäfer UI.- Gießen. Gruppe VI. Nr. 17 Gemüsekonserven. 1. Preis: Marg. Löwer-Gießen: 2. Preis: C. Kerber-Gießen. Gruppe VII. Nr. 18. Geräte. Ehrenpreis: Heinrich Hahn-Gießen. Für geschmackvolle Ausstellung von Gemüsedüngungsvrrsuchen des Agrikultur-chemischen Instituts: ein Ehrenpreis. Im Zusammenhang mit der Kreis-Obstaus- stellung fand am Sonntag eine Versammlung des Landes-Ob st da u- ve rbandes für Hessen statt. Der Geschäftsbericht des Vorsitzenden über das verflossene Vereinsjahr, sowie die Rech- nungsablage für den Verband und die Monatsschrift wurden einstimmig gutgeheißen und dem Vorstand Entlastung erteilt. Direktor Dr. Hamann referierte sodann über die infolge der allgemeinen Geldentwertung notwendige Erhöhung des Abonnementspreises der Fachzeitschrift, deren Gestehungspreis auf den Betrag von ungefähr 34 Ml. für das 1. Halbjabr 1923 angesetzt werden könne. Kreisobstbauinspektor Heyden- Oppenheim hielt sodann einen sehr lehrreichen Vortrag über Sortenwahl bei der Obstbaumpflanzung. Im Anschluß an die Obstausstellung besprach er die verschiedenen Aepsel- und Dirnsorten nach ihrer Anbauwürdigkeit. Seine Ausführungen gipfelten in dem Urteil: Eine allgemeine Anleitung über die für eine Gegend besten Sorten läßt sich schwer geben. Hierbei ist die Erfahrung die beste Lehrmeisterin. Wird man aber unter Berücksichtigung von Lage, klimatischen Verhältnissen und Boden den Baum dahin sehen, wo er hingehort, so wird der Ertrag und dementsprechende Rentabilität nicht ausbleiben. Seine sehr klaren Aasführungen wurden durch vorgezeigte Obstsorten wesentlich unterstützt. Kreis-Obst- und Gartenbau- verein Gießen. Gießen, den 3. Oft. 1922. Dem gestrigen Bericht über die Obst- und Gartenbau-Ausstellung in der Turnhalle sei nachstehend das Ergebnis der P re i s Verteilung angefügt: Gruppe 1. Nr. 1. Deste Gesamtleistung in Obst von Hochstämmen. Ehrenpreise: Franz Rorth-Gießen. Karl Prvescher-Gießen, Ortsgruppe Heuchelheim, Zustus Wrn-el-Gichen: 1. Preise: Ortsgruppe Wieseck, Rektor Köhler- Langsdorf. Ge.neindeeinnchmer Dender-Langsdorf: 2. Preise: Wild. Walter Vll.-Daubttn- gen, Heinrich Earlß-Daubringen, H Hettche- Gießen: 3. Preise: Karl Schäfer-Daubringen, Geschwister Helfenbein-Gießen. Gruppe 1. Nr. 2. Deste Leistung der drei Reichssorten. Ehrenpreis: Ortsgruppe Wieseck. Gruppe I. Nr. 3. Sammlung der in unserem Kreise als best anerfamrten 10 Sorten Aepsel und Dirnen. Ehrenpreis: Lehrer Hosmann-Lang-Göns. Gruppe I. Nr. 4. Ze fünf Sorten Aepsel und Birnen für Formobst Ehrenpreis: Fr. Germer-Klein-Linden: 1. Preis: H. ^Schafstädt- Gießen: 2. Preis: Bürgermeister Fendt-Hungen: 3. Preis: Karl Proescher-Dießen. Gruppe I. Nr. 5. Ze fünf Sorten Aepsel und Dirnen für Buschbäume. Ehrenpreis: Lehrer Bender-Watzenborn: 1. P r e i s e: Friedr. Eermer-Klein-Linden. Frau Kanzleirat Zager» Gießen: 2. Preis: Karl Proeschrr-Giehen. Gruppe I. Nr. 6. Ze fünf Sorten für die betrefsende Gemarkung wertvolle Aepsel und Birnen. Ehrenpreise: Philipp Rinn-Heuchelheim, Ortsgruppe Alten-Buseck, Ortsgruppe Wieseck, Karl Spieß-Lang-Göns: 1. Preise: Gemeinde Hungen, Karl Evel-Lang-Göns. Gemeinde Lang- Göns D, Heinrich Zeiß-Lana-Göns. W. Sauer- wein-Hungen: 2. Preise: Polizeidiener Weil- Lang-Göns, Gemeinde Lang-Göns A., K. Wenzel- Lang-Göns, Anton Müller XXXII.-Lang°Göns, Phil. Keßler-Lang-Göns, Wilh. Drückel-Lang- Göns; 3. Preis: R. Lüh-Lang-Göns. Gruppe I. Nr. 7. Ein Tafelapfel und eine Tafelblrne, verpackt, 1. und 2. Sortierung, je 25 Pfund. 1. Preis: Heinrich Gruber°Alten- Daseck: 3 Preis: Steinnagel-Großen-Linden. Gruppe V. Nr. 15. Obstkonserven. 1. Preis: E. Kerber-Gießen; 2. Preis: Marg. 3. Preis: Elise Proescher- F>Pr «ui. »len, lQn9k Jk Wen jcir ft8** 1 butbtn. "Dienst ! Elbach SnnUn Arning fische teuiiner ** Alauei .Politik ir » mtsdrr Neuerung erbauten me Stadt Macht, die Die. elnzn. Handel. Frankfurt a. M., 2. Oft. Börsen- stimmungSbild. Wegen der Limiterneuerung war heute die Börse in Franffurt wie auch in B e r l i n geschlossen. Die Devisen verzeichneten eine festere Tendenz. Der Dollar, der sich im VormittagSverkehr auf 1650 stellte, zog später auf 1700 an und wurde an der Börse mit 1750 genannt. Das Geschäft war sehr bescheiden, der Besuch sehr gering. Arn Effektenmarkt hielt die zuversichtliche Stimmung an. Sehr fest lagen Mvntanpapiere. Für die morgige Börse sollen große Kaufordres vorliegen, zumal der Ultimo glatt vonstatten ging. Ausländische Renten lagen still. Deutsche Petroleum 1700, Deutsch-Luxemburg 2975 und 3000, Rheinstahl 3000, Oberbedarf 1600. Höher nannte man Mexikaner. 3m freien Verkehr stellte sich Benz 1815, 1820, Gebrüder Fahr 825. Der Effektenmarkt schließt bei fester Tendenz. Der Dollar wurde gegen 1 Uhr 1750 genannt. Frankfurter Devisenmarkt. 28428,40 43443,40 1658,70 2,20 64,10 5092,60 Bries 12662,70 68118,10 7670,20 13200,70 32432,40 26226,20 7369,30 35035'— 30130,10 45845,80 1761A0 2,33 69.07 5455,5 Automobilbergrennen in ® a 111 o n einer der am Rennen beteiligten Wagen in die Zuschauermenge hinein. Fünf Per sonen wurden schwer verletzt. Das Rennen wurde abgebrochen. Das sonnenk/ape Buchcrtnm. Deutsche Landschaft Was uns eine Landschaft lebendig macht, ist immer eine Geschichte, die sie uns erzählt: Geschichten, biejieffte, geistigste Liebe zur Heimat wecken. Diese 47 deutschen Landschaftsbilder, die von der Reichszentrale für deutsche Derkehrswerbung als 2. Reihe der Deutschen Bilder herausgegeben sind, preisen eindringlicher, als das Wort es vermag, den wundervollen, unerschöpflichen Reichtum der deutschen Heimat und ihrer Geschichte. (Verlegt bei Carl Gerber in München.) Klingsor und Morgane von Otto Hauser. Verlag von Adolf Bonz L Co., Stuttgart. — Es ist ein Wagnis, heute ein Epos zu verlegen, wo alles auf leichte Unterhaltung gerichtet ist. Das Buch ist nur für reife Menschen. In farbigen Bildern steigert sich das Leben KlingSors aus Ungerland von der Kindheit bis zum Tode zu höchster innerer Gröhe. Gr betritt die Heimat, das Deutsche Reich, und folgt, wie jeder von uns, sehnend dem ungekannten Idealbild, seiner Morgane von Stufe zu Stufe. Ueberall Enttäuschung, in der Kirche, den, Weibe, dem Vaterlande, selbst in der Kunst. Der sagenhafte Sauberer wird hier zu einem Menschen von Fleisch und Blut, zu einem Helfer und Führer aus dem Leidenswege der Deutschen. — Gertrud Lent-Besold: „Der Wels". Verlag Emst Keils Nachf. (August Scherl) G. m. b. H. in Leipzig. Durch ihr chinesisches Milieu erhält diese Liebesgeschichte einen ganz eigenen Reiz, der noch dadurch erhöht wird, daß die Verfasserin das zopfige und abergläubische Ehinesentum in einer großartig anschaulichen, lebensvollen Weise zu schildern weih. Der erotische Stoff und seine bald liebliche, bald düster-grausige Ausgestaltung fesseln bis zum Schluß. — Käufer der Ehre Roman von Otto Sohka. Verlag Ernst Keils Nachf. (August Scherl), G. m. b. H., in Leipzig. — Die Geschichte eines Mannes, dem man schon in feiner Kindheit den Begriff „Ehre" entweihte, und dem man als Jüngling seine erste tiefe Herzensneigung zerstörte. Wie durch diese Zugenderlebnisse das Schicksal eines ganzen Lebens gestaltet wird, zeigt Sohla mit unerbittlicher Folgerichtigkeit. — D i e Mutter. Von.Grazia De - ledda (deutsch von Frida Schanz. Verlag Ernst Keils Nachf. (August Scherl) G. m. b. H. in Leipzig. — Es sind keine äußerlichen Geschehnisse, die den Gang der Erzählung beleben, alle Bewegung vollzieht sich in der Seele weniger Menschen. Es ist kaum möglich, mehr Entwicklung und konzentrierte Spannung in so wenig Personen und in einem Zeitraum von so wenig Tagen zusammenzudrängen. Es ist das Werk einer echten Dichterin. Berliner Produktemirarckt Berlin. Oft 2 . Am Prvduktenmarki herrschte wegen der erneut anziehenden Devisenpreise eine um jo größere Zurückhaltung des chon bisher unbedeutend gewesenen Provinzangebotes r-or, so daß bet dem sehr geringen Besuch der Börse nur vereinzelt Umsätze zustande kamen. In Weizen uxxr das Geschäft unbedeutend. Für Roggen bewilligte man höhere Preise als am Samstag Auch für Gerste und Hafer hielt die feste Tendenz vor, so daß durchweg Auch für Gerste und höhere Preise erzielt wurden Dasselbe gilt für Mais Von den übrigen Artikeln ist nichts von Bedeutung zu sagen Weizen, pommerscher. 3450—3500 Mk.. Weizen, mecklenburgischer. 3450 bis 3500 Mk., fest: Roggen, märkischer. 3100 bis 3150 Mk., fest: Sommergerste 3150—3450 Mk: Wintergerste 2850— 3050 Mk., fest: Hafer, märkischer. 3450-3525 Mk.. fest: Mais, ohne Prov., loco Berlin. 3500-3550 Mk.. sehr fest: Weizen- mehl (100 Älg.) 9550—10 200 Mk.. fest: Roggen- mehl (100 Klg) 8000-8600 Mk., fest: Weizen- fiele (ab Abladestation) 1950 Ml.: Roggenkleie (ab Abladestation) 1950—2000 Mk., fest: Diktoria- etbfen 5800—6000 Mk.: Weizen- und Roggen- stroh, drahtgeb. 925—975 Mk.: Haferstroh, draht gepreßt, 925 975 Mk.: Stroh, strohseilgebündelt. 925—975 Mk.: Wiesen Heu, gut, gesund und trocken, Vormahd, 620—675 Mk.: Wiesenheu, Nachmahd. 550-620 Mk. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Verhandlungen mit den Türken. 3 8981D j Mietgesuche Alleinherst.eller: 8607 Josef Ermel, Griesheim am Main. Roggen Stadt) 09307 und 8991 Behördliche Anzeigen Stellenangebote SWMWU wie: Friskurgehilse 09317 gesucht. Mühlslratze 2. Gegründet 1894. 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Oktober, nachmittags 2 Uhr, im Wege öffentlicher Versteigerung einen zum Dienst untauglichen Eber. Die Bedingungen werden bei der Versteigerung bekanntgegeben. Auch soll ein junger Eber an* geschafft werden. Besitzer solcher sprungfähigen Tiere wollen uns mit Preisangabe Nachricht zugehen lasten. Ettingshausen, den 2. Oktober 1922. Bürgermeisterei Ettingshausen. Keil. 8986D Bekanntmachung. Betr: Gewährung von Unterstützungen an die Empfänger von Ruhegehalten und Hinterbliebenenbezügen der hessischen Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte. Rach dem Hessischen Gesetz vom 24. August 1922 steht den in den Ruhestand versetzten, ehemaligen beitrittspflich- ligen und beitrittsberechtigten Mitgliedern der Versicherungsanstalt sowie deren Hinterbliebenen, soweit ihre Versorgungsbezüge vor dem 1. April 1920 festgesetzt wurden, über die nach dem Gesetz die Gewährung von Teuerungszulagen an die Empfänger von Ruhegehalten und Hinterbliebenenbezüge der hessischen Der- ^sicherungsanstalt für gemeindliche Beamte ^betreffend vom 20. Mai 1921 zu zahlenden Teuerungszulagen hinaus auf An- vtrag eine älnterstühung zu, die unter bestimmten Voraussetzungen und unter Anrechnung von sonstigen Einkünften im Höchstbetrage so zu bemeffen ist, dah das Gesamtjahreseinkommen eines Ruhegehaltsempfängers den Betrag von 7200M.. eines Witwenrentenempfängers den Betrag von 5700 M., eines Waisengeldempfängers den Betrag von 3200 M. erreicht. Rähere Auskünfte wegen der Unterstützung werden beim Wohlfahrtsamt — Rentnerfürsorge —, Gartenstr. 2, Zimmer Rr. 14, erteilt. # Giehen, den 29. September 1922. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). Dr. Frey. 8978B Weizen Kaufen zu höchsten Tagespreisen Ed. Klinke! & Söhne Kunstmühle, Giehen. Lichtspielhaus Bahnhofstraße [S06oc Bekanntmachung. Es sind zu vergeben: 1. Aus der Elisabeth Schmidt- Stiftung: 238.— Mk. Jahreszinsen an unbescholtene, ledige, bedürftige Dienstmädchen im Alter von über 50 Zähren und an arme Witwen. Verteilungstermin: Dezember 1922. 2. Aus der Louis Scheid-Stiftung: 70.— Mk. Zinsen an Witwen und Waisen armer Kaufleute oder an diese selbst, sofern sie unverschuldet in Rot gekommen sind (ohne Unterschied der Konfession). Vetteilungstermin: 11. Dezember 1922. Meldungen werden bei dem Wohlfahrtsamt, Abtlg. Stiftungsamt, ©arten» straste 2, Zimmer Rr. 8, bis einschließlich 20. Oktober d. Zs. entgegengenommen. Gießen, den 29. September 1922. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). 2 OHt Will. Stornier in gutem Hause (mogl. Mitte der ___ —luvnuuuc oiuenuim: aas Stralienmädchen MAI das gut kocht und alle Hausarbeit ver- stehk, zum 15. Oktob. oder später gesucht. Fran Dr. Lotterhos, Bad Hombnrg, Gym- nasiumstr. 9. (8982A wollen Sie? reell bedient werden beim Verkauf Ihrer Stein Boos mit M I zu verkaufen. 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