M.M Erscheint täglich, außer Sonn, uftb Feiertags, mit derSamstaqsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche Bezugspreise: Mi, 18.— und Mk. 2 — TrSgerlohn,durch diePost Mk. 20. —, auch bei Nicht, erscheinen einzelnerNum- mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: für bieSd)rift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift fiir Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn? poftschecttonto: Zrankfutt a. M. 11686. _ Erstes Blatt 172. Jahrgang Mwvoch, 3. Mai 1922 GletzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmcf und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steinöruderei R. Lange. Schnftleitung, Sefchäftssteke und Druckerei: Zchulstrahe 7. Lnnaymr von Anzeigen für bie Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher ohnejebe Derdiudlichkeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34mm Breite örtlich 120 Pf., swärt» 150 Pf - für Neklanue- Anzeigen von 70 mm Breite 450'Vf. Bei Platz. Vorschrift 20" „Aufschlag. 6auptschristleil2lug. Goetz. 'Bcranroortlid) für Politik: Slug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in (Bieben. Neuer Widerstand der Franzosen. Genua, 2. Mal'. (WTB.) Darrere bat tn der Rackpnittagssihung der ersten »ilnterfom- miffion ertlärt, bah er am Vormittag von Paris Instruktionen erhalten habe, die ihm die Unterzeichnung des Memorandums in der russischen Frage unmöglich machten. Er müsse neue Instruktionen abwarten. Die Sitzung -dauerte 7.30 Tlhr noch an. Paris, 2. Mai. Havas meldet: Der französische Ministerpräsident drahtete heute vormittag an die französische Delegation tn Genua und ersuchte sie, die alliierten Vertreter bei der Konferenz zu bitten, die im Unterausschuß für russische Angelegenheiten ausgearbeitete Denkschrift den S o wj e t s b e v o l l m ä ch- tigten nicht zu übermitteln, bevor bas französische Ministerium davon Kenntnis genommen hätte. Falls das e Telegramm erst bei der Allreise Darthous ein» treffen sollte, sollen die in Genua verbliebenen Mitglieder die verlangten Schritte tun. Sollte dem Ersuchen nicht stattgegeben werden, so sollen sie alle nötigen Vorbehalte bezüglich -der in der Denkschrift enthaltenen Vorschläge machen, besonders hinsichtlich des Artikels 6. Die Havasmeldung erinnert daran, dah der Vertreter Belgiens, Iaspar, den in diesem Artikel enthaltenen Klauseln nicht zugestimmt habe und sagt Wetter, dah der französische Ministerpräsident der Ansicht fei, datz sich die französische Regierung über diesen Punkt ihre Ansicht vorbehalten müsse, bis weitere Aachrichten eingegangen sind. Der Ministerpräsident habe bis jetzt noch keine offizielle Kenntnis von dem Entwurf der Denkschrift erhalten, unb er wünsche, erst nach Kenntnisnahme des Wortlautes eine Entscheidung zu' treffen. Havas yölt es übrigens für wahrscheinlich, dah das Schriftstück morgen vormittag von Barthvu dem Ministerpräsidenten überbracht wird. Die * Havasmaldung erklärt weiter, dah Iaspar auf formelle Weisung der belgischen Regierung gehandelt habe, als er die Zustimmung zu Artikel 6 verweigerte. Wenn Barihvu nicht die gleiche Haltung habe einnehmen wollen, so sei es zweifelns geschehen, well er glauite, in gewissen Konferenzkreisen unüberwindlichem Widerstand zu begegnen, und well er sich nicht mit dem Quai d'Orsay tn Verbindung sehen konnte. Jedenfalls sei der französische Ministerpräsident entschlossen, diese Angelegenheit persönlich zu entscheiden, weil er jede Meinungsverschiedenheit mit der belgischen Regierung als besonders unangenehm betrachte. Rach Havas wird heute abend sogar versichert, das) Poincarö an die französische Delegation weitere Instruktionen senden wird, den von Iaspar vertretenen Standpunkt vollständig einzunehmen. Poincarö hat, wie die Havasmcldung weiter berichtet, noch immer keine offizielle Einladung zur Teilnahme am Obersten Rat erhalten. Er sei auch weiterhin der Ansicht, dah eine derartige Zusammenkunft gegenwärtig nicht angebracht wäre. Man müsse den Verfalltag vom 31. Mai abwarten und die Entscheidung, die die Reparationskommission im Falle der Aststellung einer absichtlichen Verfehlung Deutschlands treffen werde. Er sei auher- dem der Ansicht, dah jederMeinungsaus- tausch über die eventuell zu ergreifenden Sanktionen unter den gegenwärtigen Umflänben zwecklos sei. Eine Debatte über ben deutsch- russischen Vertrag von Rapallo und seine politischen, wirtschaftlichen ober sogar militärischen Folgen erscheine dem ftanzösischen Ministerpräsidenten verirüht. Gr sei der Ansicht, dah es besser fei, das vollständige und endgültige Ergebnis der Konferenz von Genua abzuwarten. • Genua, 3. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTB.) Bei dem Zusammentritt der politischen ^Interkommlsston am 4 Tlhr nachmittags waren die D e I g i e r nicht anwesend. Die Franzosen kanten eine halbe Stande zu spät. Darrere teilte den Wortlaut eines Tele - grammsderfranzösischenRegierung mit, wonach er den Bedingungen des Memoran- dutns an die Russen nicht zustimmen sollte, bevor Barthvu Paris erreicht und seinen Kollegen berichtet habe. Alsdann würden Instruktionen ergehen. Lloyd George sagte, diese Lage komm/e völlig unerwartet. Tar- thou habe bei seiner letzten ilntcrrebung mit ihm nichts derartiges erwähnt. Barre re erwiderte, das Telegramm sei erst kurz vor der Sitzung aus Paris emgegangen. Auf Vorschlag Lloyd Georges wurde darauf e i n Artikel neu entworfen, erörtert und erledigt. Lloyd George richtete einen Appell an die französische Delegation, indem er sagte, der Miherfolg des ülebereinkommens wäre ein Mih- erfvlg der Pazifierung Osteuropas. Darrere erwiderte, er werde sein Aeuherstes tun, um eine Verzögerung zu vermeiden. Das Memorandum den Russen Übersicht! Genua, 2. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTB.) Das M-morandum wurde heute abend den Russen übersandt unter Vorbehalt der nachträglichen Zustimmung der frattzösischen und belgischen Regierung. Blättermeldungen aus Genua zufolge enthält das den Russen übergebene Memorandum im wesenllichen folgende Bestimmungen: Die russische Regierung verpflichtet sich, die revolutionären Bewegungen in.anderen Starten nicht zu unterstützen. Sie erkennt die öffentlichen Schulden an die verschiedenen Regierungen an. Die Mächte gewähren ein Moratorium auf Kapital und Zinsen. Die Alliierten übernehmen Ikeine Haftung für Schäden der Degen- Irevol u t i o n. Sic Herabminderung verruss i s chen Kriegsschulden soll innerhalb eines allgemeinen Abkommens der Alliierten über die interalliierten'Schulden erfolgen. Die Sowjet- icflienmg erkennt die Schulden der verschiedenen russischen Regierungen gegenüber Ausländern an. Sie verpflichtet sich, mit den Vertretern der Inhaber russischer Papiere ein Abkommen über die Wiederaufnahme des Anleihedienstes zu treffen. Wenn dieses Abkommen nicht zustande kommt, wird die Entscheidung einem gemischten Schiedsgericht von Vertretern der ausländischen Inhaber russischer Papiere, der russischen Regierung und einem vom Obersten Gerichtshof Amerikas eingesetzten Vorsitzenden übertragen. Die russische Regierung verpflichtet sich zur Rückgabe des ausländischen Kapitals oder zur Kompensation. Heber die Form der Kompensation hak ein Schiedsgericht zu entscheiden, das aus einem Vertreter der russischen Regierung und derjenigen Ration besteht, der der betreffende Eigentümer angehört. Schliehlich bestimmt das Memorandum, dah die russische Regierung Anordnungen zum Schuhe der Ausländer 'treffen muh. Den Russen ist zur Beantwortung des Memorandums keine bestimmte Frist gesetzt worden. Ein neuer Reparationsvorschlag Lloyd Georges. London, 3. Mai. (WTB.) „Daily Ehro- nicle" berichtet aus Genua, dah auf der Konferenz wegen der Haltung Belgiens und Frankreichs eine ernste Krise entstanden sei. Poincare unternehme den endgültigen Versuch, die Konferenz zum Scheitern zu bringen. Der Brennpunkt der Aufmerksamkeit fei durch die Abreise Dar/Hous nach Paris verlegt worden. Di? Ansichten der in Genua anwesenden französischen Journalisten seien geteilt darüber, ob Darthou als Sieger oder überhaupt aus Haris zurückkehren werde. Andererseits befürchteten die Italiener, Reutralen und Deutschen, dah Darthou mit einer vitalen Konzession Lloyd Georges in der Tasche abgereist sei. Während er nach Ansicht des „Daily Chronicle" mit dem Wortlaut des .russischen Memorandums nach Paris abgefahren ist, berichtet der diplomatische Korrespondent des „Dally Rews" aus Genua, dah Darthou Poincare einen neuen Plan LlohdGeorgesfüreineRegelungder interalliierten Kriegsschulden und der Reparationen überbringe. Dieser Plan, den Lloyd George Poincare endgültig unterbreite, sei in der Hauptsache von Basil Blackett entworfen und sehe vor, dah der Reparationsbetrag zunächst auf 1 1 0 Milliarden festge - s e-tz t wurde (wobei die Herabsetzung auf die bisher schon geleisteten Zahlungen zurückzusühren ist) — und dann in zwei Kategorien geteilt werden, die eine von 35 und die andere von 45 Milliarden. Die erste Zahl stelle die gesamte Summe der interalliierten Kriegsschulden dar und würde vorläufig vollkommen beiseite gestellt werden und von Deutschland 'würde nicht verlangt werden, dah es irgendwelche Zahlungen bezüglich dieser Summe leiste. Die übrigen 45 Milliarden würden bas unmittelbare Reparationsproblem bilden. Bei einer solchen Herabsetzung der Reparationssumme könne Deutschland eine internationale Anleihe auflegen, die zum Beispiele die Zahlungen für die nächsten 5 Jahre decken könne. Die Annahme dieses Planes würde das Reparationsproblem auf eine ganz neue Gr rnd- lage stellen. Der Berichterstatter des „Daily Rews" fragt: Welches sind die Aussichten dafür, dah eine so vernünftige Entscheidung von Frankreich angenommen wird? Das Blatt stellt eine Reihe von Erwägungen auf, die bie Lage wahrscheinlich nicht beeinflussen würden. 1. ülnmittel- bar vor Genua warne Groh-Britannien, dah die Vereinbarungen bezüglich der Erlassung der Zinsen für den von Frankreich Groh-Britannien geschuldetcnTetrag jederzeft zu Ende gehen können. 2. Frankreich braucht dringend Geldmittel. Wenn die unmittelbarenVerpflichtungenDeulschlands auf 45 Milliarden herabgesetzt würden, so würde es möglich sein, eine internationale Anleihe auf» zunehmen, von der der gröhte T:il an Frankreich gehen würde. 3. Während Frankreichs Rr- parationsanteil 52 Prozent betrage, besteh« Grund zu der Annnahme, dah, wenn der neue Plan angenommen werde, Groh-Britannien, das eine Stabilität Europas für einträglicher halte als Reparationen, einer Vergröberung des französischen Anteils auf Kosten Großbritanniens zustimmen würde. Dies seien im groben und ganzen die Bedingungen, die Darthou Poincare unterbreiten werde. Die Unterbreitung dieser VorscUäge eröffne ben Weg für eine Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Poincarö in Genua oder anderswo. Darihou werde Poincare auch über die Verhandlungen bezüglich des Durgfriedenspaktes Bericht erstatten, die nicht sehr günstig fortgeschritten seien infolge der Meinungsverschiedenheit darüber, ob der Pakt- gebrauch: werden solle, um bestehende Verträge zu stärken oder zu schwächen. Die Ansicht scheine Boden zu gewinnen, dab weit wichtigere Ergebnisse als sie durch einen Pa ft möglich seien, erzielt werden könnten, durch die Ausnahme Deutschlands und Rublands in den Völkerbund. E-s bestehen zahlreiche Gründe, weshalb ter Völkerbund Staaten nicht einladen sollte, dem Bunde beizutreten, und die Aussichten, dah Deutschlqnd auf diese Weise ein Mitglied des Bundes werde, seien gering. Genua bilde jedoch eine Gelegenheit, die nicht ball? wiederkehren werde. Es würde gut möglich sein, in einer Vollsitzung der Konferenz eine Entschliebung vorzuschlagen, und zwar würde dies am besten durch Lloyd George geschehen, der von allen in Genua anwesenden Mitgliedern des Bundes die Verpflichtung verlangen solle, auf der Versammlung des Bundes im nächsten September einen Antrag von feiten Deutschlands und Rublands um Aufnahme in den Bund zu unterstützen. In den rnast- gebenden "Kreisen werde diese Entwicklung ernstlich in Betracht gezogen. Peinliche Verwaltungen Tschitscherins. Genua, 2. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTD.) Die russisch? Delegation veröffentlicht einen Brief Tschitscherins vom 30. April an den Präsidenten der ersten Kommission. Minister Schanzer: Darin bestätigt Tschitscherin den Empfang eines Brieses Schan- zers vom 27. April, worin er von dem Meinungsaustausch Kenntnis erhalten habe, der auf Veranlassung der Delegierten Schwedens und der Schweiz in einer offiziösen Versammlung der Delegierten Belgiens, Frankreichs, Japans, Grobbritanniens, Italiens, Polens und Rumäniens stattgefunden habe. In Zusammenhang mit dem Telegramm des Herrn Iordania, der als Präsident der nationalen Regierung von Georgien sich bezeichnet, und über angeblich? militärische Operationen der Sowjettruppcn gegen ausstänbisch? Georgier berichtet habe. Tschitscherin fährt fort, die Frage der Kompetenz der erwähnten Versammlung zur Prüfung einer solchen Angelegenheit solle beiseite gelassen werden. Als Information wolle er Herrn Schanzer zur Kenntnis bringen, dab kein Ausstand in dem genannten Gebiet ftattgefunben habe, und dab es somit auch nicht zu militärischen Operationen gekommen sei. In Europa gebe es unter den _ ehemaligen Monarchen und Mitgliedern gestürzter Regierungen viele Leute, die aus persönlichen Interesse keinerlei Gelegenheit vorübergehen lieben, ohne nach Möglichkeit bie Herstellung friedlicher Zustände in Europa zu verhindern. Diese Bemühungen vervielfältigten sich naturgemäb angesichts der internationalen Konferenz, die eine Einigung unter den Rationen und die Beseitigung der bestehenden Konflitte erstrebe. Erstaunlich sei es aber, dab die einladenden Mächte einen Vorschlag geprüft hätten, der von einer Privatperson stamme und auf die Republik von Georgien Bezug habe, ohne dab die rechtmäßige Regierung dieser Republik nämlich die Sowjetregierung, vertreten war. Die russische Delegation stelle indessen mit Befriedigung fest, welches Interesse die genannten Regierungen daran nehmen, Mittel ausfindig zu machen, um jedes Dlutvergießen in Europa und anderswo zu verhindern. Eie halte es dafür für nötig, diesen Delegierten -zu empfehlen, ihre ernsteste Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu richten, dab in verschiedenen Gegenden ter Welt tatsächlich Blut vergossen werde, und auf die Gründe, auf die dieser Umstand zurückzuführen sei. Zuerst wolle die russische Delegation auf die militärischen Operationen der Japaner in de' Republik des Fernen Ostens Hinweisen. Diese Operationen hatten im Fernen Osten die Bildung antirevolulionärer Banden ermöglicht, die von der Republik mit bewaffneter Macht zerstreut worden feien. Darauf hielten bieIapaner die Besetzung aufrecht und schickten neue Truppen, so dab wieder neue militärische Operationen unvermeidlich würden. Ferner wünsche die russisch? Delegation, daran zu erinnern, das) in Europa selbst die militärisch? Besetzung ausländischer Gebiete und die Vernichtung d?r Rechte der nationalen Minderhei'en Aufstände und blutige Feindseligkeiten mit sich bringe oder in der Zukunft unvermeidlich mache. Man brauche nur an die Folgen der Besetzung des Gebiets von Wilna durch den polnischen General Zeli- g o w s k i zu bcnlen, der di? Bevölkerung dieses Gebiets hindere, ihren Willen kund zu tun und frei über jf;r Schicksal zu entscheiden. Dasselbe sei in Ostgalizien der Fall. In Südost-- e u r o p a hatten die Rumänen gewaltsam Deh- arabicn bcfetzt und führen fort, die Bevölkerung dcs Landes zu bedrücken. Dieselbe Erscheinung sei in Zug oslawien in bezug auf dicxMontc- negriner. Kroaten und Mazedonier zu finden. In gleicher Weise würden die Rechte der Bevölkerung Thraziens und in Mitteleuropa die der Einwohner des Saarbeckens mit güten getreten. ©5 fei wohl kaum möglich, noch an alle Ülmstände ähnlichen Charakters zu erinnern, die in Indien, Aegypten, Tunis, Tripolis, Korea usw. sich zeigten. Ferner könne die russische Delegation die zuverlässigen Rachrichten über die jüngst zwischen General Wranqel und den rumänischen und jugoslawaischen Vertretern abgeschlossenen Verträge nicht unerwähnt lassen. Diele Verträge hätten zum Ziel, ein? Offensive gegen bie ukrainische Republik vorzubereiten und blutige Kämpfe herbeizuführen. Das Schreiben schließt, die russische Delegation halte es um sp wehr für angebracht, an die erwähnten Tatsachen zu erinnern, als €5 gänzlich I von den Regierungen, deren Delegierte den oben I erwähnten Brief veranlasst hätten, abhänge, bent Dlutvergieben ein Ende zu machen und weiteres zu verhindern. Die russische Delegation ihrerseits sei bereit, aus der Konferenz von Genua an einer Prüfung der Frage tellzunehmen, in welcher Weise allen unterdrückten Rationalitäten die Möglichkeit gegeben werden könnte, frei über i h r Schicksal zu entscheiden, und welches die geeignetsten Mittel zum Schuhe der Interessen bei nationalen Minderheiten in Ländern mit gemifdy ter Bevölkerung seien. Auf jeden Fall bitte er, die obigen Ausführungen den intereffierten Regierungen zur Kenntnis zu bringen. Die weitere Regelung der Beamtengehälter. Berlin, 2. Mai. (WTB.) Die von der Reichsregierung am 1. Mai begonnenen Verhandlungen mit "ben Spihenvrganifa- t tonen über die Reuregelung der^eamten- g e h ä l t e r wurden gestern abend beendet. In den beiderseitigen Auffassungen wurde eine voll», ständige Ülebereinstimmung nicht erreicht. 3m Lause der Verhandlungen näherten sich die Vorschläge soweit, dah zwischen dein Angebot der Regierung und den Forderungen bei Organisationen nur noch ein ülnterschied von 1000 Mark für das Jahr und jeden Beamten aller Besol dungsgruppen vorhanden war. Das letzte Angebot der Regierung ging dahin, den allge - meinen Teuerungszusch lag von 30 auf 65 Prozent und ben bestehenben Son- berteuerungszuschlag von 3000 auf 5500 Mark zu erhöhen, während die Organisationen den letzten Betrag aus 6500 Mark erhöht wissen wollten. Die Zugeständnisse der Regierung hatten einen jährlichen Mehraufwand vonMilliarden Mark betragen, nachdem erst am 1. April für ben gleichen Zweck 50 Milliarde Mark bewilligt worden sind Die Regierung glaubte damit den gegenwärtigen Teuerungsver- hältnifsen in dem erforderlichen Umfang1? Rechnung getragen zu haben. Weiter glaubte bk Regierung * bei der. schwierigen Finanzlage und den sonst zu übenden Rücksichten nicht gehen zu können. Welche' Wirkungen ba< Angebot der Regierung auf das Gehalt deS eir zelnen Beamten gehabt hätte, ist daraus zu ersehen, dah sich deisvielsweise di? Gehaltsve^ zöge eines Postschaffners in der 3. Gehaltsstufe etwa im Alter von 32 Jahren in Berlin um folgende Beträge erhöht hätten: als Lediger von 33 520 auf 43 160 Ml., also um 8840 Mk., als Verheirateter mit zwei Kindern (durchschnittliche Kinderzahl) von 43 820 auf 55 560 Rkk., also um 11 740 Mk. Gemessen an diesem Gesamteinkommen bedeutet der von den Organisationen geforderte * Mehrbetrag von jährlich 1000 Mk. für txy einzelnen Beamten eine verhältnismäßig geringe Summe, während bie finanzielle Auswtllusg mit über 4 Milliarden Mk. angesichts der g-genwär- tigen Lage des Reiches unerträgliche Folgewir- lvngen auslösen könnte. Die Regierung, die die Rotlage der Beamten in vollem Maste anerkannt hat, wird mit grösster Beschleunigung die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die Entscheidung ter zuständigen gesetzgebenden Faktoren herbeizu- • führen. Das Reichstabinett wird sich zu diesem Zwecke schon heute mit der Angelegenheit befassen. Gras Lercyenfeld in Karlsruhe. Karlsruhe, 2. Mai. (WTD.) Der bayerische Ministerpräsident Graf Lerchen- seid ist gestern abend zum Besuch der badischen Regierung hier eingerrosfen. Bei der Tafel, die heute nachmittag 2 rlhi im ctaatdmmlftcnum stattfand, wies Staats- Präsident Dr. Hummel aus die Gemeinschaft wirtschaftlicher uno politischer Interessen yin, die Bayern un£ ganz Süddeutschlanv mitelnanoer verbinden. Süddeutschland sei vielleicht besonders geeignet, in der deutschen Politik der GegMvart eine führende Rolle zu spielen wegen der leidenschaftslosen Art der Betrachtung inner- und außenpolitischer Dinge. Bezüglich Genua haben wir den Eindruck, daß die Träger der deutschen Politik in Genua es verstau- den haben, die Interessen Deutschlands und seine Ehre in Genua in beherzter Weise zu vertreten. Graf Lerchenfeld betonte in seiner Erwiderung, dah die süddeutschen Staaten in unserem großen deutschen Vaterlande und darüber hinaus überall da, wo Deutsche wohnen, eine besondere politische Mission zu erfüllen haben, denn es bestehe nun einmal eine Mainlinie kleiner. Unterschiede zwischen unseren einzelnen Stämmen, zwischen Süden und Rvrden. ülnsere Aufgabe hier in Süddeutschland muh es sein, diese Mainliniezuver- wischen und nicht zu dulden, daß eine Mainlinie sich politisch geltend machen kann. In Bezug auf Genua hob der Redner hervor, daß ganz Deutschland hinter unseren Unterhändlern in Genua stehen tnüsse. Heute handele es sich um nichts weniger als darum, das Erbe unserer Bäter, das einige Deutsche Reich, zu erhalten. Es sei notwendig, in diesen. Tagen alle Gegensätze zu verwischen und dafür zu sorgen, dah ein gegcnseiti? Verständnis unter den einzelnen Volks,.:, len Platz greife und daß durch Parteiunterschiede keine Spaltung und keine Risse im deutschen Volke entstehen. Ein Rathaussturm in Berlin. Berlin, 2. Mai. (CBVE.) Heute nachmittag toben die städtischen Arbeiter gegen die .QDjlebniing des.letzten Schiedsspruchs durch die StadtverorLnetenverfranunluirg vor dem 2l a t- chou S demonstriert, nachdem sie sich an verschiedenen Plätzen g.- frömmelt hatten und von dort geschlossen abmarschiert waren. Obgleich die istädlifr-Bv Arbeiter te.n Pol zeipsrss.den en zu- Hesichert hatten, nur einen älnrzug um das „^ote ^aus" zu veranstalten, sammelten sie sich bereits 41,., äIHr in dichten Massen vor dem Rathause. -Es wurden Reden geleiten. Schließlich versuchten die Demonstranten gegen 1 \-> ^lhr, d i e Postenkette zu durchbrechen und in das Rathaus gewaltsam ein zu dringen. :5)ie Schutzpolizei, die in Stärke einer Hundert- ssHafrt zu Sui; und einer berittenen H rndertschaft -zur Stelle war, mutzte, da alle Auffrotdet rngen, chen Platz zu räumen, erfolglos blieben, m i t «ufgepflanztem Da jo nett und gezogenen Säbeln eingreifen. Cs wurden hierbei 'etwa 10 Personen verletzt. Der Polizeipräsident, dem von den Vorgängen Mitteilung gemacht wurde, eilte herbei, hielt mit einer Anzahl von Ordnern Besprechungen ab und forderte sie, ebenso wie der Abg. Zubeil, auf, jetzt nach Hause zu gehen, da der Schieds- ifpruch voraussichtlich erst spät nachts gefällt werde. Morgen früh könne dann das Resultat 'im Verbandsbuceau in der Webetsttaße mit- geteilt werden. Ein Straßenbahner forderte dann die Massen auf, sofort in den Streu zu treten. Auch sonst mochten sich überall ge- > wisse Elemente bemerkbar, die zum Streik hetzten. Die Derwnudeten wurden in das Rathaus getragen! einige mußten den Krankenhäusern^ zugeführt werden. Sie siird teils durch Säbel- 'hiebe, teils durch Fußtritte verletzt worden. Degen 1/2IO äkhr zogen die Demonstranten ab. und allmählich zeigten die Straßen am Rathaus und Alexanderplah wieder das gewohnte Pi d. Es wurden insgesamt 10 Personen festgenommen. die teils den Straßenbahnern die Kurbeln weggenommen hatten, teils die Polrzeibeamten beschimpften. Berlin, 3. Mai. (WTB.) In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung wurde die neue Magistratsvorlage über die Lohnerhöhung und die Erhöhung der Gas-, Elektrizitäts- und der Fahrpreise für die elektrische Straßenbahn beraten. Die Vertreter der äl.S.P. erhoben Beschwerde das) die Zugänge zum Rathaus durch Polizeiaufgebote besetzt worden seien. Der Oberbürgermeister B 0 eh erklärte, daß der Magistrat um polizeiliche Hilfe gebeten habe, um den Stadtverordneten den freien Zutritt zum Rat- hause zu ermöglichen. Als die gemeldeten Zusammenstöße im Rathause bekannt wurden, bemächtigte sich der Linken eine ungeheure Erregung. Sie rief der Rechten und der M.S.P. zu: „Ihr RKrder, Ihr Verbrecher I" Ein Kommunist entriß dem Vorsteher die Präsidentenglocke. Darauf unterbrach dieser die Sitzung. Rach 2Vrstündiger äln- terbrechung wurde die Sitzung um 1/411 älhr nachts wieder eröffnet. Rachdem der Mehrheitssozialist Heitmann für sämtliche Fraktionen bis auf die US.P. und die Kommunisten die Erklärung abgegeben hatte, worin die Vorgänge in der heutigen S^>tvervrdnetenversammlung bedauert und verurteilt werden, erklärte der unabhängige Abgeordnete D i 11 m a n n, neben den Vorgängen in bet Stadtverordnetenversammlung freien die Ereignisse vor dem Rathause weit wichtiger und gingen die ganze Bevölkerung an. Arbeiterblut sei geflossen. Rachdem auch Vertreter der anderen Fraktionen Erklärungen abgegeben hatten, wurde die Beratung fortgesetzt. Schließlich wurde die Magi- stratsvorlage gegen 11V? älhr nachts mit 101 gegen 92 Stimmen angenommen. Die Unabhängigen und Kommunisten drohten, morgen die Arbeiter wegen der Vorgänge zum Generalstreik aufzurufen. Dee Münchener Fälschungs- prozetz. München, 2. Mai. (Wolff.) (Fechen- b a ch - P r 0 z e ß.) Dr. Eugen Fischer, Sekretär im Untersuchungsausschuß, als Sachverständiger vernommen, erklärte u. a.:'Streng wissenschaftlich genommen waren auch schon die Sperrungen, die Eisner vvrgenommen habe, eine Fälschung. Eisner habe geflissentlich mit ungeheuerer Geschicklichkeit alles, was geeignet war, den Willen der deutschen Regierung zur Erhaltung des Friedens zu beweisen, weggelassen. Der überleitende Text Eisners gehörte nach dem Urteil des Sachverständigen zu dem Verräterischsten, was in seiner Ausgabe des Berichtes vorhanden ist. Die Gisnersche Veröffentlichung muh als Fälschung bezeichnet werden, der sogenannte gute Wille Eisners sei nicht viel mehr als gute Einbildung. Aus dem Reichs. Der Gesetzentwurf über die Zwangsanleihe. Heber den Inhalt des Gesetzentwurfes über die Zwangs anleihe, der in allernächster Zeit dem Reichsrat zugeht, weiß die „Deutsche Allgemeine Zeitung" mitzutei- len, daß es sich um einen Anleihebetrag von 60 Milliarden handelt. Soweit bisher in Aussicht genommen sei, seien von dem Anleihezwang befreit Vermögen bis 100 000 Mark und Einkommen etwa bis 40 000 Mk. Gegen Menne und Scharffchwerdt. W. Berlin, 29. April. Hier ist gestern der Verband Deutscher Lokomotivfü h r e r von rund 60 Vertretern der bisher zur Reichs- gewerkschast Deutscher Eisenbahnbeamten und Anwärter gehörenden Lokomotivfrührergruppe gegründet wotd-n. Dem neuen Verband, dessen Aemter nur von sich im Dienst befindlichen Mitgliedern ausgeübt werden dürfen, sollen nur technisch vorgebildete Lokomotivführer angehören. Der Verband wird seinen Anschluß an den Deutschen Beamtenbund nachsuchen. Der Reichsverkehrsminister hat laut D. A. Z. gestern abend zugesagt, dem Ersuch m als Interessenvertretung ihrer Mitglieder berücksichtigt zu werden, zu entsprechen. — Rach einer weiteren Meldung hat der Vorsitzende ber Fachgewerkschaft II das Verbleiben ferner, die Schaffner. Oberschaffner und Zugführer umfassenden Vereinigung, bei der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten davon abhängig genkacht, daß die beiden Führer Menne und Scharfschwerdt von ihrem Posten zurücktreten. Bundestag für Kriegsgräbersürsorge. Berlin, 2. Mai. Die „Deutsche Zeitung", die einzige heute früh in Berlin erscheinende Zeitung meldet, daß in Leipzig am Samstag der 6. Bundestag für Kriegsgräberfürsvrge abgehalten wurde. Am Sonntag wurde die Absendung eines Telegramms an diedenueser Konferenz zu Händen- des Ministerpräsidenten Facta beschlossen, in dem der Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsvrge den in Genua versammelten Vertretern jener Regierungen, die den Versailler Vertrag unterzeichnet haben, die dringende Ditte unterbreitet, zu einem entsprechenden Zeitpunkt der Kon- feretkg der Millionen Toten des Weltkrieges zu gedenken und in Durchführung der Artikel 225 und 226 des Versailler Vertrages für die dauernde Erhaltung der Ruhestätten aller Gefallenen eine feierliche Proklamation zu erlassen. In einem Telegramm an Reichskanzler Dr. Wirth wird der deutschen Abordnung Mitteilung von diesem Telegramm gemacht. Wie auf dem Bundestag mitgeteilt wurde, sind die Vorbereitungen für den allgemeinen Vvlkstrauertag soweit gediehen, daß 70 große politische Körperschaften sich bereit erklärten, die Durchführung des VvlkstrauertageS im Sinne des Volksbundes zu unterstützen. Das ReichS- kabinett befaßt sich augenblicklich mit dieser Frage. Ein Gesetzentwurf für einen allgemeinen Volkstrauertag dürfte in nächster Zeit dem Reichstag zugehen. Äus Stadt und Lnnd. Gießen, den 3. Mai 1922. •* Amtliche Pers 0 nabnachtich,ten. Studienrat Dr. Werner (Abgeordneter der Hessischen Volkspartei) wurde von Butzbach nach Darmstadt an das Ludwig-Geotgs-Gymnasium verseht. — Ernannt wurde am 26. April 1922 der Polizeiamtmann Regierungsrat Dr. Karl Ahl zu Darmstadt zum - ständigen Hilfsarbeiter beim Ministerium des Innern mit der Amtsbezeichnung „Regierungsrat" mit Wirkung vom 1. April 1922 an. — Ernannt wurden am 26. April die Schulamtsanwärter Wilhelm Ackermann aus Offenbach zum Lehrer an der Volksschule in Hainhausen, Kreis Offenbach, Friedrich B 0 n t n aus Wembach zum Lehrer an der Volksschule zu Rordheim, Kreis Bensheim, die Schulamtsanwärterin Katharina Sax aus Viernheim zur Lehrerin an bei Volksschule zu Viernheim, Kreis Heppenheim. ** Vom städtischen G aswerkwird uns auf eine Anfrage mitgeteilt, daß bereits seit einiger Zeit der Gasdruck in der Zeit von IOV2 Hhr vormittags bis V/2 Ahr nachmittags um 15 Millimeter W. S. erhöht worden ist, daß somit in der Mittagszeit der Friedensdruck wieder erreicht ist. Die Druckerhöhung konnte vorgenommen werden, weil das Monatskohlenkorttingent erhöht worden ist und die Zufuhr der Kohlen in den letzten Wochen sich gebessert hat. Wenn das vom Reichskohlenkommissar zugesagte Kontingent voll geliefert wird, kann die Erhöhung des Druckes auch beibehalten werden. ** Die Enthüllung der Gedenktafel am Wohn- und Sterbehause von Professor Dr. B u ch h e i m (Ludwigstr. 12) findet am Freitag, 5. Mai, 12 Ahr, statt. ** Wern gehört der Leiterwagen? Bei einer Haussuchung in einer Wohnung hiesiger Stadt wurde ein Handleiterwagen vorgefunden, der offenbar von einem Diebstahl herrührt. Der Eigentümer wird aufgefordert, sich mit der Kriminalpolizei ins Benehmen zu setzen. ” Oes s entliche Bücher halle. Im April wurden 1683 Bände ousgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1028, Zeitschriften 143, Iugendschristen 162, Literaturgeschichte 5, Gedichte und Dramen 15, Länder- and Völkerkunde 55, Kulturgeschichte 25, Geschichte and Biographien 89, Kunstgeschichte 15, Raturwissenschast und Technologie 79, Heer- und Seewesen 7, Haus- und Landwirtschaft 9, Ges and- heitslehre 2, Religion und Philosophie 16, Stoats- wissenschost 12, Sprachwissenschaft 10, Fremdsprachliches 11 Bände. Rach auswärts tarnen 23 Bände. — Die Bucherhallr ist jetzt wieder an vier Abenden wöchentlich geöffnet. * König Oedipus im Stad11heater. Zu den Auflichtungen am 6. unh 7. Mai (siehe Anzeige und Rotiz in der letzten Camstagnum-- mer!) wird uns noch geschrieben: Da die ergreifende Wirkung des Dramas nicht zunr mindesten auf 'den Gegensatz zwischen dem ahnungslosen Helden und dem wissenden Zuschauer, den der Dichter voraussctzt, beruht, sei hier seine Vorgeschichte gebracht. Dem König Laios von Theben offenbarte Apollo, er werde mit seiner Gattin Iokaste einen Sohn zeugen, der ihn erschlagen werde. Der Sohn ward geboren, und die Eltern ließen ihn mit durchbohrten Fessejgelenken- auf dem Kithairon aussehen. Jahre vergingen, da fuf c cinstmals Laivs mit wenigen Dienern nach Delphi, aber es kehrte nur ein D:ener zurück, derselbe zuverlässige Knecht, der einst das Kind ausgesetzt hatte, unb berichtete, der König und die übrigen seien von Räubern an einem Kreuzweg erschlagen worden. In Theben war man nicht in der Lage, sich viel um den Mord zu bekümmern: Die Sphinr war erschienen und raubte sich täglich thebanische Jünglinge, solange niemand ihr Rätsel löste. In ber. Rot ward die Witwe des Laios und seine Herrschaft dem Bezwinger der Sphinx ausgesetzt. Ein fremder Jüngling trat auf, löste das Rätsel und nahm von dem Thron und Iokaste Besitz. Er nannte sich Oidipus, Sohn des Königs von Korinth. Von feiner Vorgeschichte schwieg er; ihm hatte das delphische Orakel Valer- morb und Mutterehe in Aussicht gestellt, drum hatte er das vermeintliche Elternhaus verlassen. Er war es, der an dem Kreuzweg den allen König, ohne ihn zu kennen, und seine Begleiter erschlagen hatte. — Wieder vergkngen Iahte. Iokaste hatte ihm zwei Söhne und zwei Töchter geboren, da brach Mihwachs und Pest aus. Wie das zu der Entdeckung der Wahrheit, zum Selbstmord der Iokaste und der Selbstblendung des Oidipus führte, stellt das Drama dar. ** Im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ist heute noch ein Film zu sehen, dem ein interessantes psychologisches Problem zu Grunde gelegt ist. Ein seelisch aufs äußerste erregtes junges Mädchen gerät durch einen plötzlichen Schrecken in einen solchen Zustand der Verwirrung, daß es Wachen"und Traum miteinander verwechselt und sich zu einer Tat bekennt, die sie nur im Traum beging. Sehr geschickt läßt ber Aufbau des Films bis zum Schluß hin den Zuschauer felbff im Zweifel, ob er wirkliche Geschehnisse ober nur die Traumerlebnisse, das „zweite Leben", der Kranken sich abspielen sieht. Rur der mit feinem Kunstverständnis gewählte Rahmen in expressionistischem Stil beutet die Traumgebilde an. Bornotizcn. — TageskalenderfürMittlvoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Prinzessin von Toskana", und „Das zweite Leben". — Oes fentliche Versammlung des M i e t e r v e r e i n s. Man schreibt ans: Das Reichsmietengeseh greift tief in die wirtschaftlichen Verhältnisse eines jeden ein. Deshalb sollte niemand versäumen, sich genau darin zu Herrichten, gleichviel ob er Mieter, Hausbesitzer oder Inhaber einer Dienstwohnung ist. Der hiesige Mietetfrchutzverein hat deshalb zu einem aus- klärenden Vortrag den Vorsitzenden des Hessischen Landesverbandes der Mieterschuhvereine gewonnen. Herrn Wolff geht als Redner ein guter Ruf voraus, da er es versteht, die Wohnungsund Mieterfragen von hoher Warte aus zii behandeln. Deshalb sei hier nochmals auf bie. Versammlung aufmerksam gemacht. Landkreis Gießen. * Lollar, 2. Mai.,Eine außergewöhnliche Sonderveranstaltung findet hier statt. Das groß-russische Balalaika-Orchester, Dirigent Alexander Michailowski, wird unter Mitwirkung der Solotänzer Michail Orloft, Wera Stephanofs — im ganzen 25 Künstler — hier gastieren. Die Gesellschaft befindet sich zur Zeit auf einer Welttournee, und nur durch Zufall ergab sich die Möglichkeit zu einem hiesigen Gastspiel. Der Kartenvorverkauf beginnt heut^ im Germania-Restaurant. Kreis Lauterbach. Reuters, 29. April. Das Ehren- m a l für die im Weltkriege gefallenen Söhne unseres Dorfes wird auf dem Friedhof errichtet. Ein Bildhauer aus Lauterbach hat die Arbeiten, nahezu vollendet, so daß um Pfingsten bie Weihe erfolgen kann. Die Herstellungskosten wurden größtenteils durch freiwillige Spenden unb Sammlungen aufgebracht. Kreis Schotten. □ La ubach, 30. April. Heute abend (7 V?. plhr Beginn) wurde durch bie Hessische Landes-Wanderbühne — Theater ber Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Iugendpflege in Hessen in Verbindung mit dem Landestheater Darmstadt — im Saale des „Solmser Hofs" ber hiesigen Bevölkerung ein Gastspiel geboten. Zur Aufführung gelangte bas Diercttigc Lustspiel von August v. Kotzebue: „Dir deutschen Kleinstädter". Die Vorstü- lung befriedigte in hohem Maße nach feder Seite. Bewunderswert war bas Gesamtspiel. Erfreulich war der gute Besuch ber Aufführung aus Stadt und ilmgegenb. — Als Termin für die Wohl des neuen Bürgermeisters (cm Stelle des am 15. März verstorbenen Bürgermeisters Ritter) ist der 14. Mai festgesetzt. Richt weniger als (echs Kandidaten bewarben sich um das Amt. Die Wahlagitation bewegte sich indessen in ruhigen Bahnen, -lieber die Aussichten der Bewerber läßt sich bis jetzt i^chts Bestimm^s Voraussagen. KreiS Büdingen. )( O r t 0 n b e r g, 1. Mai. Auf 8 Tagen hat hier ein Kursus ber Wanderhaushal^ t.un g ss ch ule des Kreises Büdingen unter Leitung von Frau Friedmann begonnen. Der Kursus wird im Hirzelsch^en Saale abgehalten unb vor: 26 Schülerinnen befrucht. Das Haus eines hiesigen Schreinermeisters ging zum Preise von 80 000 Mark in andere Hände über. tz. Ortenbe.rg, 2. Mai. Der hiesige Gesangverein feiert am 16. unb 17. Iuli ds. Is. sein 8 0 j ä h r i g e s Bestehen. Die Vorbereitungen zu der Feier sind bereits im Gange. Der Verein wird zur Zeit von Kapellmeister Ackermann geleitet. tz. Orten berg, 2. Mai. Der Z w e i g» verein Ortenderg des V.H.C. hielt dieser Tage im Gasthaus zur Post feine Hauptversammlung ab. Der Verein zählt 170 Mitglieder, die Iagendgruppe 50; der Kassenbericht zeigte em günstiges Bild. Der seitherige Vorstand, an dessen Spitze Rechnungsrat Haas wurde wiederge- wählt. Die Ortsgruppen Lißberg und Doben- hausen, die dem Verein angegliedert sind, sowie die Iugendgruppe erhielten je einen Sih und Stimme im Gesamtvorstand. *)( Stockheim, 1. Mai. Ein bedauerlicher Pinglücksfall ereignete sich im Zuge Bübingen—Stockheim. Ein Schüler des Büdmger Gymnasiums wollte auf ber Rückfahrt kurz vor der Station Stockheim aus dem Fenster sehen unb fiel da die Tür offenbar nicht recht geschlossen war aus dem Zuge. Wunderbarerweise kam er mit 'leichten Verletzungen davon. Der Vorgang kann jedoch Eltern und Erziehern, Schülern und Eisenbahnbeamten eine ernste Mahnung fein. Kreis Friedberg. 2). Friedberg, 29. Aprit. Der Kreis- ziegenzuchtverein Friedberg hielt hier dieser Tage unter dem Vorsitz von Direktor Spieß seine Hauptversammlung ab, die DieSakramentshex. Roman von Marie Kerschenfrteiner. 10. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Der Hannes 'mußte die Geißen bet den Hörnern lassen und durch den nassen Schnee zerren, der ihnen bis an den Rücken reichte, denn sie kamen nicht mehr mit. Unb als er endlich, endlich! das Heidedorf erreicht hatte, wo waren da die gesegneten Felder, die Blüten unb Blumen, die ganze vorzeitige Sommerpracht? Alles zu- gedeckt. Alles hingerafst. Der Reisighaufen da, der die nackten Arme wehklagend gegen Himmel streckte, war das wirklich derselbe Hol>e''basch, der heute früh iroch unter tausend hvnigschweren Dolden die Hütte des Küsterpaares fast verdeckt hielt? Als ob ein Wahnwitziger, die Art m Oer Hand, das Land durchstürmt unb in rafenber Zer- störangslust das Wert 'des Frühlings kurz unb klein geschlagen hätte, so sah es im Dors aus 1 Die , gemeinsame Rot hatte die Dörfler ms Schulhaus ßUfammengetrieben. Dort lagen sie, stumpf vor Angst, auf den Knien mit Singen und Beten. Sie glaubten sich dem Untergang der Welt nahe. Keiner, die Waldsackersleate ausgenommen, brachte so viel Besinnung auf, lieber za Hause zu bleiben und die anteilige Schneelast von den Bäumen zu schütteln. Keine Handvoll Schneid hatten sie dem Unglück entgrgenzuseheni Das war ihre Art. Der Weberhannes trat auf den Wegen lein lebendes Wesen. Friedhofstill woc's. Wie erstarrt lag das Dorf im Licht her Dämmerung. Es tarn ihm darüber das Gruseln an. Als er wdoch, den Waldsackerhof zur Rechten lassend, umbog bot' sich ihnr ein seltsamer Anblick. Hinter ber Pfarrburg türmte sich ein SchneeVitbel hoch in die Lutt Und in dem Wirbel war cm lebendes Etwas zu erblicken, das ein ungewöhnliches Spiel trieb. Es drehte sich wie em Kreisel, duckte sich nieder, schnellte wieder empor, tanzte mb kreischte in toilber List, daß es dem entsetzten Hannes die Haare z i Berge trieb. Wie gebannt hing sein Blick an der Erscheinung. Und als sich die wirbelnden Flocken zerteilten, erkannte er des Pfarrmädels rötlichen Schopf, der wild and zerzaust über sein Gesicht hing. Iauchzend streckte es die Arme empor, wie um die Schireelast des Himmels, toller noch als er selbst tat, über seinen Scheitel zusammenzutaff en. Der Weberhannes ließ bie Geißen tm ^tich und brachte sich m Sicherheit. Ins Dorf zurüa unb dem Schulhaus zu! Das Schneetreiben hatte inzwischen nachgelassen, gemächlicher fielen bie Flocken, — sie hatten das ihrige getan! Im Schulhaus ließen im gleichen Maße die Litanien nach. Man kehrte sich wieder der Erde zu. die noch feftftanb. In ohnmächtiger Wut sahen sie durch die Fenster auf die Verheerung. Der Groll schwoll ihnen und suchte nach Mitteln, sich auszugeben. Daß man den Herrgott nicht zur Rechenschaft ziehen konnte! Irgendwie aber mußte man sich Lust machen, — sie waren brauj und dran, unter sich Händel anzu sangen. Da sahen sie den Weberhannes, daherkommen. „Mar'nd Ioseph!" schrie sein Eheweib. „Hannes, wie siehst du aus!" Er war totenblich. Die Angst war mittlerweile bei ihm i i Wut umgeschlagen, er machte ein Gesicht, daß keinem Gutes schwante. Sie hatten nicht nötig, erst lange zu fragen. Der Hannes packte allein auS! i _ „Alleweil weiß ich's," fing er mit bebender Stimme an, „wer das ist, der uns das Pech siedet im Dorf I Wer das anstellt, daß lern Segen nit ist, was wir auch tun!" Mit offenen Mäulern starrten sie ihn an, wußten nicht recht, wo das hinaus wollte. Aber sie ahnten, es gab einen Tanz! Der Hannes ballte die Fäuste mit einem furchtbaren Schwur: „Der Sach wird alleweil ein End' gemacht!" schrie er, „so wahr ich Hannes heiß: Das Maul dürft ihr mir verhauen, wenn's nit wahr ist! . . . Der will ich's weisen, wo der Barthel den Most holt!" Die Aufregung raubt ihm die Stimme. Die Bauern sahen ihn verdutzt an. „Ich glaub’ beim Hannes rappelt's!" meinte einer. ,Raus mit der Sprach!" rempelte ihn em Pingeduldiger an, „nach Rätselraten juckt's uns nit!" „Rätsel!?" fuhr die Schlupfline herum. Sie stemmte die Arme in die Seite und maß den Burschen mit verächtlichem Blick. /Rätsel!" fuhr sie los. „Pankraz, dir sitzt die Rase für Gotfs Lohn im Gesicht! Wer braucht einem da noch ein Licht aufzustecken? — Raus, Hannes! Hab' ich recht oder nit: den Pfairbalg hast du gemeint!" Ein paar junge Burschen, die der Schlupfline Steckenpferd kannten, lachten aus vollem Halse. Giftig wandte sie sich ihnen zu: „Wenn einer noch nit trocken is hinterm Ohr —" wollte sie beginnen. Aber der Weberhannes überschrie sie noch. „Wer da lacht, der kriegt's mit mir zu tum Ein ehrlicher Mann bin ich und was ich sag', daS gilt! Das sag' ich euch! — Aber so wahr, als ich vor euch steh', der Balg hat mir's beut’ früh im Schlaf verraten, daß er ein Elb äst." „Was du nit sagst!" kreischte die Weberin erblassend. „Verzqbl, Hannes, verzähl!" Der holte tief Atem und erzählte: „Mit die Geißen hab' ich heut früh ins Städtle gewollt und wie ich an die Haselbüsch' komm', da hör ich euch ein Gemach', wie ich's meiner Tag noch nit erlebt hab'! plmdrehen und nachsehen ist eins! Aber wie ich auch den Kopf in den Busch steck, ich seh' halt nix und reiß doch die Augen auf als wie ein Scheunentor. Ich schrei: wer bat — und was meint ihr, daß ich m mein Ohr hinein vernehm?" — Einem um den andern sah er in das gespannte Gesicht. „Die Clbenkönigin!" . „Iawohl, die Eibenkönigin.' — Bei meiner Seel! UnÖ tote ich recht hinseh, was hängt da in die Stauden drin, zusamm'geknüllt, als wie eine Missiel?" — „Der Pfrarrbalg!" schmetterte die Schlupflin» in die atemlose Stille. Die Kinder weinten laut auf vor Angst. „Leibhaftig und wirklich!" bekräftigte der Ham-es. „Im Schlaf hat er sich betraten! ilnb gar nicht, als ob er gruslig und fürchtig hätf hergesehn! Beileib nit!" Als tot> ein Engel so schön. Plnd' Haar, so goldig, daß man hätt sagen mögen, die Sonne is ein Hutzel dagegen!" „Ei du! Ei du!" mischte sich da die Kolath ein. „Ietzt stimmt's! Weil das ein Schwarz- clb is! Die zeigen sich so besonderlich schön, damit leinet kein Arg nit haben soll! Aber hernach, da hafs geschellt! Damit verblenden sie die ßc-ut’, daß sie ihnen besser beikvmmen tonnen! Das ist ein Schwärzest; gewest!" Die Iungset Kolath mußte es wissen! Ein rauflustiger Barsch fuhr den Hannes art! „Wär' ich der Hannes, ich hätt dem Ding gleich den T.^i.ius gemacht! Aber so ein Weber, der hat halt lein Bihele Schneid nit!" I Fortsetzung folgt.) bon nahrffa 100 'Bötgßrbem behr$i war Der ÖHnÖÄ,:rtJ^aft4ftnnrnt r*Ausfd>uf) für Oberhessen war durch den ®eneralte{retiir Oefononrierat Dagntr* Gießen nertrelen. In seinem umfang- rei«tzen Geschäftsbericht erörterte der Vorsitzende nuch ausführlich die Frage der Bockhaltung. «Antes Material sei nur dann zu züchten, wenn den Dvckhaltem eine ausreichende Bezahlung zuteil weide. Der Bericht des Rechner- konnte einen Bermögensbesland von 5300 Mark verzeichnen Die Mitgliederbeiträge müssen von 2 aus 5 Mark erhöht werden. An Veranstaltungen sür die nächste Zeit sind vorgesehen eine von der Land- wtrtschaftSkammer veranstaltete Etallschau im Bezirk Reichelsheim-Friedberg, ferner eine gröbere Ziegenschau mit Prämiierung, die der Verein aus dec Gehspitz für die Orte Durggräfenrode, 'Okarben, Groh-Karben, Rendel,»Kloppenheim und Klein-Karben in die Wege leitet. Auch sür Ober- Dosbach ist eine Prämiierung vorgesehen. • Friedberg. 1. Mai. Die We 1 - 1 crau e r MuseumSgese.llschaft zählt beute, sechs Monate nach ihrer Gründung, hundert ordentliche Mitglieder, darunter 13 mit einmaligen Beiträgen von 1000 Mk. und mehr und 87 mit* jährlichen Beiträgen von 100 Mk. und mehr. Der „WMG" ist es bereits in zahlreichen Fällen gelungen, wertvolle Wetterauer Altertümer. Archivalien und Durcke durch Ankauf vor Verschleuderung nach auswärts zu retten und dem Wetterauer Museum nebst Stadtarchiv und Stadtbibliothek in Friedberg zuzuführen. fpd. Münzenbcrg (Oberhess.s, 2. Mai. Bei einem schweren Schneegewltter, das vor einigen Tagen über der Gemarkung niederging und die Fluren in einen dichten Schneemantel hüllte, traf ein Dlitzstrahl eine auf einem Acker arbeitende Landwirtsfrau und verletzte sie am ganzen Körper in lebensgefährlicher Weise. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 2. Mai. Zwanzigtausend Mark Belohnung hat das hessische Ministerium sür die Gr Mittelung der Mörder des Voli^eiwacbtmeislers Günther ausgeschrieben. Vis jetzt haben die Dachsorschun- gen keine Anhaltspunkte über den Mörder ergeben. Vermutet wird, das) die Tat mit den verschiedenen Einbrüchen der letzten Tage und in der gleichen Dacht zusammenhängt, bi? wahrichcialich der vor kurzem aus der Strafanstalt Butzbach aus- gebrvchene Philipp Riedel, Schreiner, 25 Jahre alt. der bekannte Löffelschlucker, ausgeführt hat. Unter ganz außerordentlicher Beteiligung fand heute auf dem Waldfriedhos die Beisetzung der sterblichen Leberreste Gunrhei-s statt. Pfarrer Marx hielt die zu Herzen gehende Gedächtnis- Käte. woraus Oberwachtmeister Stumps als Vertreter des Landesvereins für die Polizeibeamten mit einem warmen Dachrus eine Kranzspende widmete. Weiter legten mit entsprechenden Begleit- Worten Kränze nieder: Polizeikommissar Olefs für das Revier, Oberstleutnant Schröder für die grüne Polizei, Vertreter der Gendarmerie, des Kriegervereins und viele andere. ' Mainz. 1. Mai. ©in „nobler Dieb". Ein auswärtiger Fobrikdirekwr büßte im v-Zug nach Köln seine Brieftasche ein. Er wurde vermutlich das Opfer eines B-Zug- DiebeS. Dach einigen Tagen wurde ihm die Brieftasche mit den Papieren zurückgesandc. 3n einem beiliegenden Zettel erklärte der Dieb, das Geld habe er herauSgenvmmen, er stelle ihm das Geld aber zur Verfügung, wenn in einem (Inserat der „Kölnischen Zeitung" seine Bedürftigkeit nachweisen und den An- spntch auf das Geld begründen könne. Kreis Wetzlar. cl. Wetzlar. 2. Mai. Am Sonntag versammelte sich nachmittags eine stattliche Menge in der Hausergasse vor dem Museum, um der Feier beizuwohnen, die von der Sozialdemokratischen Partei zur Einweihung einer Gedenktafel sürAugust Bebel veranstaltet wurde. Vereine aus benachbarten Ortschaften und Abgesandte der Arbeiterjugend rückten mit ihren Bannern, Fähnchen und Plakaten zum Teil unter Gesang an. Die mit dem Bildnis Bebels geschmückte Tafel ist in die den Platz abschliehende Mauer eingelassen: sie war von Palmen und Lorbeerbäumen imtgebcn, daneben wurden von der Arbeiterjugend und von dem Wetzlarer Dezirksverein Kränze aufgehängt. Ilm 2 Ühr übergab Stadtverordneter Michaeli als Vertreter der S. P. D. Wetzlars das Denkmal. Parteisekretär Rothe überbrachte die Grütze und Wünsche des Bezirksvorstandes dec Partei für Hessen-Rassau. Di« Festrede hielt der bekannte Parteiführer Eduard Bern- ft e in. Der Redner würdigte in beredten Worten die Bedeutung August Bebel-, der seine Zugend »on seinem 6. bis zum 19. Lebensjahre in Weylar verlebte, in Dresden Sozialdemokrat und bald einer der Führer der Partei wurde. Sein Dame ist eng verbunden mit der Geschichte der Partei, für die er immer ein Dorbild sein wird. Der Gesang eines Männerchor» beendigte die schlichte Feier, die nur durch bte llngunfi des Wettergottes etwas beeinträchtigt wurde. Z Wetzlar, 1. Mai. 3m hoben Alter von fast 80 Zähren starb der Werkmeister Ludwig Seibert, der in dem Mechanischen Institut W. und H. Seibert seit 59 Zähren tätig war Am Grabe legten die Arbeiter und Angestellten einen Kranz nieder. Der Bruder des Verstorbenen, der Ches der Firma, arbeitet trotz feiner 82 Zahre noch tätig in dem Werke. Hcsscn-Rassau. Mord auS Eifersucht. fpd. Eassel, 2. Mai. Zn einer Gastwirtschaft der Holländischen Straße tötete nach reichlichem Alkoholgenuh in einem Anfall von Eifersucht ein junger Mann namens Drude seine Braut, die 20jährige Frieda Schröder, durch zwei Revolverschüsse in Brust und Hals. Verhaftung eine- Raubmörders. fpd. F r a n k f u r t a. M., 2. Mai. Der berüchtigte Geldschrankknacker und Ausbrecher Karl S p a n g aus Ufingen hatte kürzlich einen Raubmord verübt. Sp., der seitdem steckbrief- lief) verfolgt wird, wurde am Montag in Berlin verhaftet. * mc. Frankfurt a M., 2. Mai. Eine hiesige angesehene Versicherungsgesellschaft beschäftigte einen Inspektor, der früher 3iege(eiQrbeit er war. Dieser Mann bot jetzt ferne Stelle als D^rsicherungsinspck. tor aufgegeben und ist zu seinem früheren 'Veras zurückgelchit, wo er 3000—3500 Mk. monatlich verdient, gegen 1600 Qltt., die er von der Versicherung bezahlt bekam. — 3m städtischen Äran- lenhaus weiden augenblicklich über 70 Kinder behandelt. die an chronischem Haarausfall. chervorgerufen durch einen Pilz, leiden. Die Krankheit, die in vielen Fällen die Haarwurzeln völlig zerstört, ist noch tm Umsichgreifen begriffen. Kirche und Schule. * Klein-Linden, 2. Mai. Das 25jährige Dien st j ubiläum des Lehrers L. Keil Mirde in der Schule gefeiert. Der Saal war bon den Schülern feiner Klasse festlich geschmückt. Um 10 Uhr fand die Feier statt. Es waren anwesend das Lehrerkollegium. Vectteter des Schulvorstandes. der Kirchen- und politischen Gemeinde, sowie tii Schulklasse des Ztzbilars. Lehrer Boßler sprach im Damen deS Lehrerkollegiums und des Schulvorstandes und überreichte ein Dlummge- schenl. Psai^rer Ackermann und Beigeordneter L u h überbrachten die Glückwünsche der Kirchen- und politischen Gemeinde. Auch die Kinder standen mit ihren Glückwünschen und Geschenken nicht zurück. Einige passende Kinderchöre trugen zur Verschönerung der Feier bei. Der Zubilar hat in seiner 25jährigen Tätigkeit überaus segensreich in unserer Gemeinde gewirkt. , ( W i e s e ck, 1. Mai. 3n unsere Schule tourtten im neuen Schuljahr nur 3 4 Kinder ausgenommen, 15 Knaben und 19 Mädchen. Trotz Sturm und Regen waren die mit Blumen geschmückten Kleinen zu der schnell eingebürgerten kirchlichen Feier dieses Ereignisses am Sonntag nachmittag erschienen, wo in Anwesenheit auch, zahlreicher anderer Gemeindeglieder der Ortsgeistliche u. a. den Wert eines verständnisvollen Zusammenwirkens von Kirche, Schule und HauS betorW. Zur Erinnerung an die Stunde erhielten me Kinder passende Lesezeichen. — Eine anschließende Trauung war für die Gemeinde ein besonderes Ereignis durch die Mitwirkung des Gesangvereins „Viktoria" aus Garbenteich, dessen zwei prächtige Ehöre einen tiefen Eindruck hinterließen. □ Odenhausen b. Londorf, 1. Mai. Gestern wurde in hiesiger Kirch» durch den evangelischen Dekan Roeschen (aus Freienseen) der Pfarrverwalter K n e l l, gebürtig aus Darmstadt, in feierlichem Gottesdienst ordiniert. Mit dieser kirchlichen Handlung wird ein kirchliches Verhältnis gelöst, das nachweislich schon sieben Jahrhunderte bestand und erst vor zwei Zähren eine Aendeming erlitt Bis dahin gehörten alle Orte der früheren Cent Londorf (Londorf, Äcftel- bach, Elimbach. Allertshausen, Oben häufen, Gails- Haufen, Rüdingshaufen, Weiters Hain) auch zur Pfarrei Londorf. Der Pfarrer- zu Londorf hatte einen Psarrgehilsen, wohnhaft in Londorf, der abwechselnd in je zwei Filialen predigte. Dun- mehr bildet Odenhausen eine eigene Psarrei. wo her Geistliche wohnt, die Orte des oberen Lumda- tals. die zur .Rabenau" gehören (Gailshausen usw.). sind hier eingepfarrt. Londorf erscheint als eigene Cent dem geographischen Umfang nach um das Zahr 1230, ziemlich gleichzeitig auch schon als „sedes“. als Sih eines „pastore“, der seine .Plebane" (Gehilfen) selbst besoldete. Doch im 16. Zahrhunden stand oct Pastor von Lonbors unmittelbar (ohne Dekan) unter dem Superintendenten von Gießen. ri. L i ch. 2. Mai. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres sind an unserer Stadtschule zwei neue Klassen ins Leden getreten, eine et«- weitert c Klasse, die in neun Schuljahren den Kindern eine weitere Bildung ermöglicht und in die befähigte Kinder ausgenommen werden, und eine Hilssklasse, die den Kindern, welche das Ziel nicht erreichen, zu einem Abschluß verhelfen will. Für die Leitung der erweiterten Klasse, in der 5 Zungen und 15 Mädchen Aufnahme gefunden haben und die aus Raummangel vorläufig im Hinteren Zimmer des evangelischen Gemeinde- sals in bei Kirchgasse untergeb rächt ist, ist in Herrn Fries eine neue Lehrkraft gewonnen worben. Die Leitung der Hillstlasse hat Lehrer Erb übernommen. Auch ist hier eine Pflichtfort - bildungsschule für Mädchen errichtet worden. Dachdem in der vergangenen Woche BundeStekretär Meyer vom Dunb für christlich- evangelische Erziehung in Haus unb Schule vor einer kleinen Versammlung über christlicheEr- ziehungsfragen gesprochen hatte, hirlt am Cvnntagnachmittag Pfarrer Ausfelb von (Sie* f?en in der MarienstiftSkirche einen Vortrag über bas gleiche Thema vor einer größeren Zuhörerschaft. Daraufhin bildete sich eine Ortsgruppe des Bundes, zu der sich bis jetzt 30 Mitglieder gemeldet haben. ri. O b e r b e s s i n g e n. 2. Mai. Unser Kirchlein hat drei neue Glocken bekommen. 3m Krieg war uns nur eine Glocke geblieben, die im Frost im letzten Winter zersprang. Zetzt ertönt von unserer Heinen Kirche wieder ein harmonisches Geläute ins Wettertal hinunter. ri. Diederbessingen. 2 Mai. Am Sonntag sand hier die Konfirmation statt. CS toucoen 5 Zungen und 2 Mädchen konfirmiert. Aus dem Amtsvcrkündigungsblatt. *• Das Amtsverkündigungsblatt vom 2. Mai enthält.- Maßnahmen zur Sicherung der Fleischverforgung in ter Uebergongszeit nach Aufhebung der Zwangswirtfdxtft. Listen für die Ouittungötnrtcn. - Ges ich zur Anlage einer Baunlwäscherci in der Oenuulung Odenhaasen. Straßensperre. Viehseuchen. - Dirnst- nachrichten. - Feldverein igungen Heuchettnim inb Treis an der Lumda. — StraßensperreAufhebung. 3n der Gemeinde Dieder-V reiden- bad) (Kreis Alsfeld) ist die Maul- unb Kla ien- sLuche ausgebrochen. Ort und (ScmatLing Dieder- Breidenbacb wurden zum Spercb-zirk und die Orte und Gemarkungen' Ober-Breidenbach, Stre- benborf unb Romrod zum Deobachtungsgebiet erklärt. — 3n der Gemeinde Ruppertenrod (Kreis Alsfeld/ ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Ruppertenrod sind zum Sperrgebiet und die Gemarkungen 313- dvrf, Ermenrod, Ober-Ohmen und Wettsaasen zum Veobachlungjgcbiet erklärt worden. — 3n der Gemeinde AlSfeld ist die Moul- und Klouerfcuche ausgebrochen. Ort und Gemark mg Alsfeld wurden zum Sperrgebiet mnb die Orte unb die Gemarkungen Altei bürg, (Lisa, Eudorf, Schwabenrod, Münch-Leusel und Reibertenrob zum Beobachkungsgebict erklärt. — 3n der Gemeinde Ohmes (Kreis Alsfeld) ist die Mcuil- und Klauenseuche amtlich sestgestellt worden. Ort und Gomarlung Ohmes wurden zum Sperrgebiet und die Orte und Gemarkungen Angenrod, Biller tshaufen, Heimertshausen, Ober-(Steen und Seibelsdors zum Beobachtungsgedict crtTärt. 3n der Gemeinde Romrod (Zdrcis Alsfeld) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. Ort und Gemarkung Romrod wurden zum Sperrgebiet und die Orte und Gemarkungen Alsseld, Liedcrbach, Zell und Leusel zum Beodachtungs- gebiei erklärt. - Unter dem Viehbestände in Mellnau (Kreis Marburg) ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen. — Die Meral- und Klauenseuche in der Gemeinde Ahbach (Kreis Wetzlar) ist erloschen. Dte vperrmaßnuym.'N sind aufgehoben. Feuilleton. Frankfurter Theater. Frankfurt a. W., 30. April 1922. Merkwürdige Laune, die den fchaisen und cielalten Satiriker bau« trieb, die empfinbsame Meislernovelle des Abbö Prevet von „Manon Lescaat" zu dramatisieren. Carl Stern heim übernahm seine Situationen unb den Faden der Begebnisse getreu aus dem bunten Dovellenschatz des Franzosen, und bas Interesse, bas sein Schauspiel erregt, ist zunächst stosslicher Art. Eine bra- matisch bewegte Handlung mit Steigerungen und Sntwicklunasstuscn bat er nicht zu gestalten vermocht: es sind und bleiben Episoden und Ginzel- szenen aus dem Leben des berühmten Liebespaares, bereichert durch Schilderungen von Sitten unb Unsitten, wie sie heute noch genau so aktuell anmuten als zur Zeit des Vorläuser» Rousseau» und der Ausklärung. Mit ber Aenderung des Schlußbildes bat Sternheim sein Original noch an Sentimentalität zu übertmmpsen versucht, gerade kiese Szene, die dcn LiebeStoo Manons unb ihres allzeit getreuen Chevaliers bringt, ist aber mehr lanronant als ergreifCnb, eher theatralisch als dramatisch zwingend geraten. Der Autor müßte nicht er selbst sein, wenn in seinem Stücke heftige Angrifse auf den „Bürger"typus fehlten. Die prächtige Erstaufführung im Frankfurter Schauspielbause, von W e i ch e r t in jeder Hinsicht: reich und sehenswert auSgestattet, batte sehr starten Beifall. Fritta Brod war eine Liebhaberin von viel Grazie und gab ber Manow triebhafte, fast naive, Verderbtheit. Zakob Feld- Hammer lo-mtc mit seiner Verkörperung den Chevalier als ein Opser jugendlicher Leidenschaft glaubhaft.barstellen. Auch ber Verfasser ward zu letz I mehrfach hervoraerusen: baß er für bieten Erfolg neben der Quelle/der trefflichen Wider- gäbe am meisten zu Dam verpflichtet ist. dürfte nicht zweifelhaft sein. ®- 64). Turnen, Sport und Spiel. Mercedeösieg im Dergronneu Äönigfaal* Zilowischt. Prag, 2. Mai. Vei ausgezeichnetem Wettev und guten Straßen Verhältnis en nahm daS all* jährliche Antomobil-Dergrennen (nicht wie gestern . irrtümlich angegeben Benz rennen) König* soal—Zilowischt einen glatten Verkauf. Von 53 Meldungen wurden 43 erfüllt. Die Veranstaltung begann um 9 Uhr vormittags unb war int i/22 Uhr glatt abgewickelt. In der Rennwagen- klasse tt iederholte Salzer auf Mercedes aus Peters Union-Zahnvabieijen seinen Erfolg vom Vor- johie, indem er mit einem 28/95 PS. Sechszylinder von ber Type Targa Florio die beste Zeit des Tages erzielte. Er siegte in 3:30 95 100, ohne damit die bisher beste Zeit des Benzfohrers Hörner zu unterbieten. Anders dagegen bei den Motorrädern. Der Indianfahrer Chlad durchfuhr die 5,3 km lange Strecke mit einem 750 c cm »Rad in der neuen Rekordzeit von 3:51. In ber Tourenwogen klasse bis 5,6 Ltr. war Mercedes (Zunel) in 3:56 90/100 siegreich, bei den Tvarenwagen von 5,3 Ltr. der Tatra- Fahrer Erus in 3:50 30/100. » — Deutsche Fußballer in Prag. Union 9 2 - Berlin spielte am Sonntag ebenso wie der Dürnberger Fußballverein In Prag Erstere trafen. in Union Z iz ko w auf einen überlegenen Gegner und muhten sich glatt mit 5:0 geschlagen bekennen. Alle fünf Tore fielen erst in ber zweiten Halbzeit. Der Dürnberger Futzballverein Dagegen behielt über den Dculschcn FutzbaU-Club Prag mit 4:3 (3: 3) die Oberhand. 3m Meisterschaftsspiel fertigte Sparta mit 3:0 Slavia ab. — Eine Herausforderung um die Skuller-Weltmeisterschaft. Der neue Ruder-Weltmeister Paddon hat eine Heraus- fordrrung zum Kampf um den Titel erhalten, und zwar von seinem Landsmann E. Arn st, ber 1914 Von Erneste Barry geschlagen wurde. Die Begegnung soll im Zull ds. Zs. vor sich gehen. sd>nctl.3kher und schmerz lo» Jn Momheut. Schwickn >lDOfhekenu ^TwÄrzen. Arzllich «m*hkn UH Drooer*en erMlllkri W MilMonefVecn txwAhH Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51. (lieoA Rnnf wird iaminetroeid), zart, rosig in OpiUUe DUUI daftifd) bei täglichem Gebrauch der an Milde unb Dein» TT1 urrfinfin- ^PiFp beit unübenroffenen 4MiA 1119111101111-58116 Bekanntmachung. Betrifft: Feldbereinigung Heuchelheim: hier: die Arbeiten des dritten Abschnitts. Auf die Bekanntmachung des Hest. Feldbereini- gungskommisfars vom 22. April 1922, Amtsverkündigungsblatt Dr. 57, wird hiermit hingewiesen. Gießen, den 27. April 1922. 4347B Der Oberbürgermeister. 3.(3.: I)r. R 0 s e n b e rg. Besnnntmnrhnng. 3n unser Handelsregister Abt. B wurde heute bezüglich ber Firma Georg Philipp Gail, Altien- gescllschaft, (Sieben eingetragen: Durch Beschluß der (Senerafocrfammhing vom 27. April 1922 finb die 68 3. 6, 7, 8, 9, 10. 11. 12, 13, 14, 15, 16, 16a, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24-27, 28-32 der Satzungen geändert. Abschnitt V (Uebergangs- beUimmungen) ist gestrichen. Die Bekanntmachungen ber Gesellschaft erfolgen rechtsgültig burch Veröffentlichung im Deutschen Reichsanzeigei. Del Vorstand besteht je nach Bestimmung ber Generalversammlung aus einem Mitglieb ober aus mehreren Mitgliedern. Die Vorstandsmitglieder unb deren etwaige Stellvertreter werden durch ben Vorsitzenden des 2lufsichtsrats in gemeinschaftlicher Hanblung mit seinem Stellvertreter bestellt. Don diesen können sie auch abberufen oder einstweilen vom Amte enthoben werden. Die Anstellungsverträge mit den Mitgliebern des Vorstands schließt ber Vorsitzende des Aufsichtsrctts ab. Dre Bestellung der Prokuristen und die Erteilung von Zeichnungsbefugnissen an Vertreter unb Beamte von 3tDcignieberlafhingen barf vom Vorstand nur mit Genehmigung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats unter Zustimmung seines Stellvertreters erfolgen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats kann in Gemeinschaft mit seinem Stellvertreter cin- zelnen Mitgliedern des Vorstandes die Befugnis erteilen die Gesellschaft allein zu vertreten. (Sieben, den 28. April 1922. 4369B Hessisches Amtsgericht Bekanntmachung. 3n unser Handelrecnster Abt. B wurde heute bezüglich ber Firma Wilhelm Gail'sche Tonwerke. Aktiengesellsähnft, Giehen, eingetragen: Durch Dr- schluh ber Generalversammlung vom 27. April 1922 sind die §§ 3, 6—16, 16a. 17—32 der Satzungen geändert, Mschnitt V < Uebergangsbestimmungen gestrichen. — Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen rechtsgültig durch Veröffentlichung im Deutschen Reichsanzeiger. Der Vorstand besteht je nach Bestimmung der Generalversammlung aus einem Mitglied' oder aus mehreren Mitgliedern. Die Vorstandsmitglieder und deren etwaige Stellvertreter werden durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats in gemeinschaftlicher Handlung mit seinem Stellvertreter bestellt. Von diesen können sie auch aöberufen oder einstweilen vom Amte enthoben werden. Die Anstellungsverträge mit den Mitgliedern des Vorstandes schlieht der Vorsitzende des Aufsichtsrats ab. Die Ve- stellung von Prokuristen und die Erteilung von Zcichnungsbefugnissen an Vertreter und an Beamte der Zweigniederlassungen darf von dem Vorstand nur mit Genehmigung des Vorsitzenden des Aufsichtsrats unter Zustimmung seines Stellvertreters erfolgen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats kann in Gemeinschaft mit seinem Stellvertreter einzelnen Mitgliedern des Vorstands die Befugnis erteilen, die Gesellschaft allein zu vertreten. (Sieben, den 28. April 1922. 4370B Hessisches Amtsgericht. Bekanurnmchnng. In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich ber Firma Z. Schmücker Dachs., Gießen eingetragen: Die Prokura des Heinrich Böhringer zu Gießen ist erloschen. 4368 B Gießen, den 27. April 1922. Hessisches AmtSgericht- Ausgabe von Limburger Käse. Don (Donnerstag, den 4. bis Samstag, den 6. ds. Mts. wird in den Kleinhandels- und Molkereigeschäften sowie in den Verkaufsstellen des Konsum- Vereins Limburger Käse ausgegeben. Ausgabe erfolgt gegen Abgabe der Lebensmittelmarke 19. Anteil 125 Gramm zum Preise von 10.20 Mark. Die Geschäfte haben die eingegangenen Marken am 12. ds. Mts. abzuliefern. Die Ausgabe an die Kleinhandelsgeschäfte erfolgt durch die Firma Gebr Grieb am Mittwoch, den 3. ds. Mts., nachm. von 2 Uhr ab, gegen Barzahlung. . Gießen, den 2. Mai 1922. 4335B Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt.) Erstklassige gesunde Saatkartoffeln verschiedene Sorten, billigst. 4342D Hinter der Westanlage 11, Teleph. 178. " ' Sür 43rä Wein- und Kopktata zahle die höchsten Prelle. Nur noch kurze Zelt. Süskind, Neuenweg 29. Architekt oder Bauunternehmer zum Umbau eines Land'- baute», Nähe Grünberg, gesucht. Schr. Angeb. unt 4334 an den Gieß- Anz. erbeten. heiratsgesuch. Tüchtiger Geschäftsmann, Witwer vöm Lande, lucht mit älterem Fräulein ob. Witwe ohne Anhang in Briefwechsel zu treten <Ä Heirat. Schrift!. Angebote unter 04577 an den Gieß. Anz. Umtauschstelle fite Schafwolle gegen prima Kammgarn o*4M bei Rrofborfer Straße 7. Mk Mk Donnerstag stütz elntcefienö Schellfische o.K. per Pfd. Mk. 13.- Kabeljau o.K. ver Pfd. Mk. 12.— Dollheringe vcr Stück Mk. 2.8V Vollmilch 0.3. 4*-'cJ ver Dose Mr. 18.— hch. Ualbfleisch Liebigstraße 71. Tel. 1685. —ftPerfekteWeiKzeug-, tnus n. ttiuderkleider chneiderin hnt noch Tage frei. Tag 20 Mk. Sonuenstraße 9 II. litt feit 3 3at>itn err gelollchem vuSichlag eilt furch! latent-Mcdizinal-Scife tjobe Ich da- Übel völlig beteiligt Id. S, Pollz.^öerg Dazu Zackooh Crcmc( nid)Hellenb u. fetlhaliig)Pnoll Apothct. Drogerien u. Parfümerien. Zn Micken in der Trog. Winterbost, Kreuzplay 9/10, Löwen -Drogerie und Victoria Drogerie, Hcrm. Plank Witwe nud P. Ioi. Möbs. HMn w vkllülls Heparoturen StetS GelegenheitS- käuse in neuen u. gebrauchten Maschinen. Lehmann $ Richartz, Bad‘Homburg v. *. E., 3852ss Bureau: Kafser'Frtedrich Bro- menabe 18. Tel. 37t Im Namen aller Hinterbliebenen 4294 D Londorf. 04611 Gießen, den 29. April 1922. 04489 a Die Beerdigung fand in aller Stille im Erbbegräbnis zu Büdingen statt. Gießen, den 2. Mai 1922. 04560 Gartenbaubetrieb 4846 Wiesecker Weg 19, Marburger Str. 84 4322id in engl.u.franz.Damenmoden eröffnet haben Großen-Buseck, den 1. Mai 1922. [04514D Frankfurt am Grünberg, den 2. Mai 1922. 4314V [IlHKlolle das mit diesen Stoffen! Für alle Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter dankenwir herzlichst. Lieferbar sofort ab Lager. Vertreter gesucht. "W Kätchen Schott geb. von Bashuisen Elisabethe Schott geb. Zwick Karl Schott Mariechen Schott. Für die vielen Beweise der Teilnahme bei unserem schweren Verluste und die Zeichen der Anhänglichkeit an unseren teueren Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank. Besichtigen Sie Fenster Dem verehrten Publikum von Gießen u. Umgegend zur gefl.Kenntnisnahme,daß wirein Atelier für elegante Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers beim Hinscheiden unseres lieben Söhnchens sagen wir allen unfern herzlichsten Dank. Zamille Aar! Kraus, Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir innigen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emma Weber geb. Schäfer. Dagmar Hollmann geb. Ostermann Gustav Ostermann. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter, sowie für die Kranz- und Blumenspenden, für die liebevolle Pflege der Krankenschwestern und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Schneider und Angehörige. I ! B I Habe mich nach mehrjähriger Ausbildung an der Universitätsklinik und Poliklinik Für Haut-und Geschlechtskrankheiten, sowie an der Lupusheilstätte in Gießen (Direktor der Institute: Prof. Dr. Jesionek), sowie nach längerer Tätigkeit in Mainz an der Entbindungsanstalt von Medizinalrat Dr. Kupferberg als praktischer Arzt hier niedergelassen. Dr. med. Willy Metz, Nidda, Bahnhofstraße 54. Sprechstunden: Werktags 3 bis 5 Uhr nachm., Sonntags 9 bis 10 Uhr vorm. 4192D 3flr öle EanömirfiUaft: «N Siet 30t öen ©artenbau: Ille Gemüse- und Blumen-Sämereien Dahlienknollen Esdragonpflanzen Gartendünger Saal - Niemaod Mllstnirgir. leieoli.1488 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben unvergeßlichen Bruders Wilhelm Fix, Oberlehrer sowie für die liebevolle Pflege der kathol. Schwestern sprechen wir hiermit unseren verbindlichsten Dank aus. Geschwister Fix. CJflbdebaus Qalomon. ......... r* Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 *sao Danksagung. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des HiRscheidens unseres guten Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders und Onkels SM» M." sprechen wir hiermit unseren tiefgefühltesten Dank aus. 3m Namen der trauernden Hinterbliebenen: Richard Waldschmidt, Major a. D. Wetzlar, den 1. Mai 1922. 4319D Bon ein- grälMch. wurde di durch Schaum» auflaat von t>enneyer'S Medizinal- /i a __ . >rfrdt. W. Brückner in ,>r Äur CÄ7 _ F 'TS9 Nachdebandlunq ifi Lerva-Sreme ' bei. ,u tmpf. Zu hahen n allen zfi XrH rfr \J Irrffgp' Äpolheten Drogerien an» Parfüm. Gießener Konzertverein Donnerstag. 11. Mai 1922. abends 7l/4 Uhr, mit ein. Hauptprobe Mittwoch, 1Ö. Mai, abends 7Uhr, in der Stadtkirche Anton Bruckner’s Große Messe in F-moll. Für gemischten Chor, Soli u. Orchester. Eintrittspreise einschl. Steuer Mk. 24.—, 20.—, 15.—, 10.—; Studentonkarten Mk. 8.—. Für die Hauptprobe Mk. 10.—, Abonnenten erhalten für jedes Abonnement eine Karte zum ermäßigten Preise von Mk. 8.—; Studenten u. Schüler Mk. 5.—. Karten zu haben bei Ernst Challler, für Studenten nur beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte. Die Abonnementskarten sind gegen Zuzahlung von Mk. 12.—, 10.— und 8.— einschl. 'Steuer bis zum 8. 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Heute letzter Tag: M Die Prinzessin von Toskana 'M Ab morgen bis inkL Sonntag: Der Welt schönster Film 8 Oes Mm n. iler liefe Hellen der schönste Zirkusfibn seit Bestehen '-M der Lichtspielkunst In der Hauptrolle: FERN ODRA [ff unt. Mitwirkung des gesamt. Balletts der Staatsoper. Ferner: LEO PEUKERT | in seinem neuesten Lustspiel M Der Herr Impresario S BKK ■ | Ifr. P3 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Eeneral-Anzeiger für Gberhefjen) Mittwoch, 3. Moi 1922 Die künftige Kartoffel- Versorgung. Unter dem Druck von Ernährungsschwie- 7,50 77,50 77,50 77,50 4 ,Dtsch. Reichüanl. 96.- 95,- 95 25 9t,- 3' ,Dtsch. Rcichoanl HO,- 138,50 139,40 138,75 4° . Preuh. KonsolS 67 50 83,- 86,99 86,90 Hamburg-Paketf. . . 448,— 425.- 435,25 425,— Norddeutscher Lloyd ^40,— 335,50 340, — 335,— Connn. u.Privatbank 312,- 310,- 312,- 313,- Darmstädter Dank . 310,— 310,— 310,- 309,— Deutsche Dank 595, — 595, — 600, — 600, — Disconto-Desellfchaft 439,- 438,- 440,- 491,- Dresdnet Dank 325,— 322,- 328,— 328,— Mitteld. Creditbank. 290 - 290,- 291,- 291,- Rationalbank f D 312,- 312,- 814,- 313,- Doch. Gußstahlwerke 1130,- 1100,- Dud.-Eisenw.-Att.. 906,- 900,- 914,- 935,- D.»Luxemb. Dergw. 1638,— 1025, — 1040,— 1015,— Gelsenkirch. Dergw.. 1085,— 1065, — 1089, — 1075,— Harpener Dergbau. 1810,— 1815,- 1815,— 1810,— Oberschl. Eisenb.-D. 1015,— 994,— 1005,— 985, — Obetschles. Eisenind. 795,50 754 - 794,— 785,— Phönix.Dcrgb.Akt. 1175,- 1183,- 1189,- 1190,- Bad.Anilin-u. Soda 760,- 760,- 747,- 76c,- Höchstet Farbwerte. 710,— 700,— 703,— 700,- Allg. Elektr.-Gef. . 712,- 715,- 725,- 713,50 Felten L Guilleaume 870,- 825,- 850,- 830,- Schuckert-Werke. . . 678,- 650,- 660, - 660, Adlerwerke 540,- 539,- 531,- 530,- Daimlet 495,- 482, - 479,75 461,50 4" ° Hess. Stoatsanl. 81,- 79,75 77,25 78,40 Electron Griesheim 880, — 878,— 875,— 875,— Dtsche. Deteinsbank 234,— 234,- — Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 1. Mai. 2. Mai. Amstd.-Rotterd. Brüssel-Antw. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelstngforS. . . Italien London Reuyork Paris Schweiz Spanien Deutsch. Oesterr. Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro 0736.55 10763.45 11036.15 11063.85 2337 - 2393,- 5273,40 5286,60 5962,5 ) 5977,55 7280,85 7799,15 576,25 577,75 1498,10 1501,90 1247,40 1250,60 281,64 282,36 2596,75 2603,25 5468,15 5481,85 4367,- 4378,- 3,48 3,52 544,30 545,70 36,70 36»80 101,35 101,65 2466,90 2173,10 5383,25 5396.75 6152,30 6167,70 7530,55 7549,45 692,25 593,75 1553,05 1556,95 12 »3,35 12 U 1,65 291,13 291,78 2686 60 2693,40 5642,90 5657,10 -,- 3,48 3,52 558,30 569,70 36,85 36,95 104,85 106,15 206,20 206,80 210,70 211,30 133,50 134,50 137,75 138,75 3870,- 3880,- 3957,50 3967,50 Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahll: Datum: Zürich Fr. Amsterdam Fl. Kopenhagen Kr. Stockholm Kr. Wien Kr. Prag Kr. London Sh. Reuyork........I Paris. Fr. 1.7.14. 1.5. 2.5. 125.40 1,83 1,77 59.20 0,93 0,89 88.80 1,70 1,62 88.80 1,40 1,38 117.80 117.80 18,- 97.80 1,22 1,29 23.80 0,35 -,34 125.40 3,84 3,75 Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. mc. F r a n k f u r t a. M, 2. Mai. Wir hatten heute einen recht schwachen Markt. Spinat war wenig eingetroffen und stand hoch im Preis. Frühpiodukte waren sehr gefragt. Kartoffeln (reichlich im Angebot) kosteten 270—300 Mk. der Zentner. Rhabarber tonnte zum Preise von 200 bis 220 Mk. der Zentner gekauft werden. Zwiebeln hatten den Preis von 900—1000 Mk. per Zentner. Spargel wurden zu 25 Mk. das Pfund abgegeben. Butter kostete 64—66 Mk. das Pfund. Eier 3,70—3,80 Mk. das Stück. (In einem Teil ber Auflage wieberholt.) Poincars über feine Nede in Dar-le-Duc. London, 2. Mai. (WTD.) Der Sonderberichterstatter des „Daily Chro - nie le“ in Paris teilt mit, daß Poincare vor den Vertretern der britischen Presse auf dem Quai d'Orsay erschienen sei und hinsichtlich seiner von der englischen Presse kritisierten Rede in Bar-le-Duc und hinsichtlich seiner angeblichen Feindschaft gegenüber der Konferenz von Genua erklärte, das Zusammenwirken sei notwendig zwischen den Aliierten, die Unterzeichner des Friedensvertrages von Versailles seien. Seine Rede in Dar-le-Duc sei von England mißver- st a n d e n worden, wenn man ihn beschuldige, mit dem Säbel zu rasseln. Seine Rede bedeute keineswegs eine Drohung eines Alliierten gegen den anderen. Frankreich wünsche loyal mit seinen Alliierten bei der Durchführung des Versailler Vertrages mitzuwirken. Wenn Deutschland seinen Verpflichtungen nicht Nachkomme, so würden die Alliierten gemeinsam beraten, welche Sanktionen oder Maßnahmen gegen es ergriffen werden müßten. Dies sei das Recht der Alliierten und auch Frankreichs, das den Friedensvertrag nicht allein durchzuführen beabsichtige. Dor Darthous Abreise nach Paris. Paris, 2. Mai. (WTD.) Rach einer Ha- vasmelbu ng aus Senia wirb Barthoi t^dte vormittag wegen bes Friebenspaktes noch eine Ünterrebung mit Llohb George haben unb alsdann die Reise nach Paris antreten. Man erwartet, bah er am Samstag wieber in Genua eintreffen wirb. P a r i s, 2. Mai. (W^D.) Anläßlich ber Anwesenheit Barthous werben sowohl ber Kamme rausschu^ a's auch ber Senats- ausschuß für auswärtige Angelegenheiten sich versammeln: zweifelsohne, um in Anwesenheit des ersten französischen Delegierten in Gema über bie Lage zu beraten. Was Havas aus Berlin wissen will. Berlin, 2. Mai (WTD.) Die Havas- agentur veröffentlicht folgenbes Telegramm aas Berlin: In beutschen politischen Kreisen sei nun skeptisch geworben wegen ber Ergebnisse ber Konferenz von Genua. Der beutsch-rusiische Vertrag, ber anfangs günstig ausgenommen würbe, werbe iet>t lebhaft frittiert «mb als ungeschickt bezeichnet. In Abwesenheit bes Reichskanzlers unb Dr Rat Henau» sei bie Campagne gegen bas Ministerium seit einiger Zeii ziemlich lebhaft, wenn auch heimtückisch, wieber a-itgcnommen worden. Die Zer» fangen sprächen Davon, schienen aber dem Le» fehl, die Regierung nichl oajugrei.en, Folge z» leisten Trotzdem fasse man bie Möglichteil eines Sturzes Des Ministeriums nach der Rückkehr aus Genua ins Alge. Als Nachfolger Dr. Wirths komme Hermes in Frage, Der sich auf die Koalitionspolitik unter Cinschl ih ber Deutschen Volks porter stützen werbe — (An» merkung bes WTD : Augenscheinlich hanbelt es sich hier um eine neue Pl>ase des fraiizösifchen Kampfes mit neuen 'Waffen. Während Poin- care dis jetzt mit Beschimpfungen unb Droh in- gen versuchte, Deutschland von Vertrag von Rapallo aba ab ringen, soll dies jetzt auf diese Art versucht werden. Dor einer neuen Aufforderung der Repa- rationskommiffion. Paris. 2. Mai. (WTD.) Der .Matm" glaubt annebmen zu müssen, die Reparationskommission werbe sich heute mit oen Berpflichtungen beschäftigen, bie bie deutsche Re» gierung noch Dem Wortlaut der Rot? der Re- parationskvmmission vom 31 März bis zum 30. April dirchfiihren sollte. Cs banDelt sich um Maß na hmen gegen Die Kapitalsflucht unb am Den Entwirf eines Gesetzes zu Deckung des Budget Defizits. Die Re» parationskommission ü>irD wahrscheinlich an b« b 04600 macher 04550 ihr 1032922652 03 114047396 92 Wndlfvruch Semper Idem' 109 500000- 2413 748 964 40 71511754 83 3 093 066 55 19322081 27 11999315 10 Für den provinonsweisen Berkaus meines J. Wohlgeruch, 15 Neuen Baue 15. „ 31.Dez.1921 Mithin weniger Sen 5n der t alliierten stempel oder dem Namen des Einreichenden zu versehen. Frankfurt a. M., den 2. Mai 1922. Mitgliederbestand am 1. Januar 1921 eingetreten ausgeschieden durch Tod Jt 170000000 Der Ausfichtsrat: W. Wittich, H. Günther, . H. Hörr, K. Stork. Der Dorstand: A. Kiel, N. Andreas, A. (Buntrum. 24 321.23 6 520.81 101 556.74 3 290.- 18 963.25 13 830.01 3 132.75 1 855.06 1000.- 6 874.90 92 860.40 26 903.89 57 428.60 31.50 Der Vorstand der Mitteldeutschen Creditbank. Dr. Katzenellenbogen. Mommsen. Reinhart. Wolfensperger. ZWiW IWösen für Gartenarbeit sofort Suche zum 1. Juni fahrenes, ehrliches Müdchen für Küche und HauS Leihqcsterner West 24. Schreibmaschinentisch 2 Waschbütten Photogr.Apparat7,5xio Rollfilm Laufgitter 1 Paar D.-Stiefcl (38) Die Geschäftsanteile betrugen 1920 . II II n 1921 . Mithin weniger Die Haftsumme betrug am l.Ian. 1921 50.- 113 Sichere, vornehme Existenz! Die selbständige Leitung der Geschäslsstelle für den dortigen Bezirk einer eritfL Gesellschaft, verbunden mit hohem Jahreseinkommen,ist an solv. Herren ob. Firmen zu vergeben. Erfordert. Betriebskapital en. 2500 ML Offert, nnl. Q. N. 1913 an G. Beerbens, Aun.-Bzp., Hagen (West!.). 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DleEinlösung der Dividendenscheine erfolgt von heute ab: in Frankfurt u. BL. Berlin, Augsburg, Baden-Baden, Essen, Fürth, Gießen, Göttingen, Hamburg, Hanau, Hannover, Hildesheim, Karlsruhe, Köln, Königsberg 1. Pr., Leipzig, Magdeburg, Mainz, Marburg a. d. L., Memmingen, München, Nürnberg und Wiesbaden bei unseren Niederlassungen, sowie bei unseren L'epositenkassen und Wechselstuben in Alsfeld i. H., Biebrich u. Rh., Büdingen, Butzbach i. H., Friedberg i. H., Höchst a. 31.3 Lauterbach i. H., Limburg a. d. L., Xeu-Isen- bnrg i. H., Xlenburg a. W., Offenbach a. M., Schotten 1. II., Colzen (Prov. Hannover) und Wetzlar an unseren Kassen während der üblichen Geschäftsstunden, in Coblenz und Köln bei der Firma Leopold Seligmann, in Meiningen bei der Bank für Thüringen vormals B. M. Strupp Aktiengesellschaft, in München bei den Firmen Moritz Schulmann und H. Aufhiiuser, in Stuttgart bei der Firma Doertenbach & Cie. G. m. b. H., in Tübingen, Hechingen, Sigmaringen und Metzingen bei der Bankcom- mandite Siegmund Weil. Die bividenaenscheine sind auf der Rückseite mit dem Firmen- Fräulein aus guter Familie sucht passende Stellung in Haushalt, wo Mädchen Vorhand., auch frauenlos. Schriftl. Llngeb. unt. 4287 an den Gieß.Anzeig.erbet. | Verkäufe | Jagdhund Rüde, kurzhaarig, guter Gebrauchsbund für Wald und r)eld, auch wachsam, sofort zu verkaufen. 4220 SelterSweg 79 Junger Jagdhund 1 Jahr alt, schwarz, vreiS- wert zu verkaufen wegen JnttermangelS. 4354 W- Loft.Gontcrökircken ______bei Lauback.______ Pinscher mitflWock altemJungen, weil zu scharf, billig zu verkaufen. Näheres C4S78 Creduerstr. 16, Laden. Ziegenlamm zur Zuckt zu verk. MM» Steinback, Hauptstr. 40. Ans mit 1 Sannen 14 Tage alt, sowie schöne 10 Monate alte Hündin zu verkaufen. 04592 Krofdorf Nr. 80. Metzgereien, Wirtscbatten, Geschäfts-11. Wohnhäuser zu verk. Näheres 04589 moltkestr. 9 p. Tel. 633. Wohn- n. SeschäftshanBer in bester Lage zu oert ow. 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