m. 179 Erscheinl täglich, aufjer Sonn« und Feiertags, eii derSamstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter Monatliche Bezugspreise: INK. 29.- und Mk. 3.- Lrägerlohn,durch diePost Mk. 32.—, auch bei Nicht- Erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Lnschlüsse: fürdieSchrift- kitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. postschecltonlo: Zranksur. c. M. 11686. 172. Zahrgang Mittwoch, 2. August 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck unö Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Zchristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv. 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platzvorschrift 20 °/0 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil EmstBlumschein;fürdcn Anzeigenteil: Hans Bear, sämtlich in Gießen Die deutsche Antwortnote an Frankreich. | Die Reparationspolitik der Entente ist in eine Sackgasse geraten. Cs gibt praktischertoeise nur einen Ausweg: Die Herabsetzung der deutschen Reparationsschuld auf ein vernünftiges Maß. Ob durch Streichung oder Herabsetzung der an Amerika geschuldeten Beträge der Alliierten, ob durch Schuldennachlah unter den europäischen Ententemächten — in irgend welcher Form muh Deutschland entlastet werden, wenn es nicht wirtschaftlich zusammenbrechen und damit das Chaos in ganz Mitteleuropa herbeiführen soll. Außer der wirtschaftlichen hat aber auch die Frage der Herabsetzung der deutschen Schuld noch eine juristisch-moralische Seite. Aach dem Frie- densvertrag, der bekanntlich in dieser wie in anderer Hinsicht den Bruch eines feierlich gegebe'- nen Versprechens der Entente (Wilsons vierzehn Punkte!) bedeutet, haben wir uns nur verpflichtet zur Wiedergutmachung der tatsächlich erlittenen Schäden. Dah man auf der Gegenseite gänzlich anderer Meinung gewesen ist, zeigen die „groft- zügigen" Schadensersatzforderungen, namentlich F«lnkreichs. So hat die französische Regierung eine Refxurationsrechnung von insgesamt 218l/3 Milliarden Papierfranken präsentiert, eine Summe, von der Keynes in seinem Buch über die Revision des Friedensvertrages schreibt, sie sei geradezu eine phantastische Llebertrei- bu n g dessen, was man bei einem Kreuzverhör würde rechtfertigen können. Er beweist das durch eine Reihe von Stichproben. Dabei stellt sich heraus, daß selbst bei liberalster Schätzung beispielsweise die Forderung von 36,9 Milliarden Franken für den Ersah der zerstörten Häuser im verwüsteten Gebiet 31/3 fach zu hoch ist, daß sich für die durchschnittliche Bewertung der Möbel und festen Anlagen in dem Hause jedes Dauern und Bergarbeiters nach der französischen Rechnung ein Betrag von mehr als 1 6000 Gvldmark ergibt! Die französische Regierung verlangt nämlich dafür 25 Milliarden Franken. Das macht zusammen mit den Häuserschäden 6 2 Milliarden Franken! Alles in allem behauptet Keynes, datz im Durchschnitt der Anspruch Frankreichs das 2 bis 3 s a ch e des tatsächlichen Schadens beträgt! In völlig gleichem Sinne äuftert sich der ehemalige italienische Ministerpräsident Aitti in seinem Aufsehen erregenden Bache „Das friedlose Europas za dieser Frage. Währens Keynes die deutsche Schadensersatzsamme zar Deckung sämtlicher Ententeschäden auf 53 Milliarden Goldmark geschätzt wissen will, setzt Aitti nur 40 Milliarden dafür ein. Beide aber lehnen kategorisch Len französischen Anspruch aas Ersatz der M i - Litärpens ion en und Farnilien^an terst ü tz u n g e n, der sich aas insgesamt 7 3 M l l - iiarden Papierfranken beziffert, als rn keiner Weise gerechtfertigt ab. Wie man in Paris mit den Geldern der anderen umspringt, läftt sich auch aus der folgenden Mitteilung des „Journal des Debats" ersehen. Danach hat es sich gezeigt, dah die ursprünglich für den Ausbau des Aisne-Depar- tements geforderte Summe von 36 Milliarden Franken um über 10 Milliarden Papier- franken zu hoch angeseht war! Aber auch diese Abschätzung ist nach den Aachrichten, die über den französischen Wiederaufbau vorliegen, noch auherordentlich weitherzig. Wenn man auf der anderen Veite so warm für Völkerbünde und internationale Schiedsgerichte eintritt, so sollte man sich endlich entschliehen, auch einmal — an der Zeit dazu dürfte es wohl sein — die alliierten Schadenersatzrechnungen einer Kommission neutraler Schiedsrichter zur objektiven Durchprüfung vvrzulegen. Es dürfte sich dann einwandfrei die Tatsache ergeben, dah die nunmehr in Aussicht genommene Herabsetzung der deutschen Schuldverpflichtungen kein „Gnadengeschenk der Entente ist, sondern dah sie damit einfach die primitivsten Anforderungen an Recht und Moral erfüllt. Die deutsche Antwortnote. Berlin, 1. Aug. (WTB.) Die Antwortnote der deutschen Regierung auf die französische Aote vom 26. Juli hat folgenden Wortlaut: . „Herr Ministerpräsident I Ich beehre mich, den Empfang der Aote Gw. Exzellenz vom 26. Juli 1922 zu bestätigen. Das Abkommen über die Ausgleichszahlungen vom 10. Juni 1921 ist von Deutschland nicht mit einzelnen Mächten, sondern mit der Gesamtheit der beteiligten alliierten Regierungen abgeschlossen worden. Demgemäh ist die Aote der deutschen Regierung vom 14. Juli d. I., wie der französischen Regierung bekannt ist, gleichzeitig auch an die anderen beteiligten Mächte gerichtet worden. Die deutsche Regierung kann sich über ihre weitere Stellungnahme aus diesem Grunde erst schlüssig machen, wenn sich alle beteiligten Regierungen geäußert haben. Eine andere Haltung ist ihr auch angesichts der in u 11 i m a - tiver Form angedrohten, nicht näher bezeichneten Maßnahmen Frankreichs nicht möglich. Indem.sich die deutsche Regierung ein weiteres Eingehen auf die Sache selbst vorbehält, bemerkt sie schon jetzi: Die ZahlungLN. die Deutschland im Ausgleichsverfahren and aj£ Art. 297e leisten muh, können letzten Endes mr aas derselben Quelle geschöpft werden wie dieRepaia- t i o n s za h l u n ge n. Gleichviel, ob es sich am Schulden des Reiches oder am Privatschalden handelt: in beiden Fällen bleibt dir Aotwendig- teit der Herausnahme von Devisen aas der gesamten deutschen Volkswirtschaft die gleiche and für die Wirkung dieser Operation aas den Mark- Kurs ist es ohne Bedeutung, an welche Stelle und auf Grand welcher Paragraphen die Zahlung erfolgt. Wenn die deutsche Volkswirtschaft die Entziehung von monatlich 50 Millionen Goldmart für Reparationszahlungen nicht tragen kann, so wäre es eine Illusion, za glauben, dah dre Ausgleichszahlungen von fast 40 Millionen Goldmark monatlich weiterhin aufgebracht werden könnten. Alle diese Leistungen können nar als ein ein deutliches Ganzes betrachtet und in einem einheitlichen Plan behandelt werden. Der deutsche Antrag, der nicht eine Kürzung der Ausgleichszahlungen, sondern lediglich ihre Verteilung auf einen längeren Zeitraum bezweckt, beruht auf denselben Gründen, die für die deutsche Regierung bet ihrem Antrag aas Gewährung eines Moratoriums für die Reparationszahlungen maßgebend gewesen sind. nämlich der derzeitigen Erschöpfung der Fähigkeit Deutschlands za Zahlungen in ausländischer Währung. die in dem katastrophalen Riedergang der Mart deutlich zum Ausdruck kommt. Inzwischen ist nach dem Eingang der Aote Ew. Exellenz ein neu e r Sturz der deutschen Währung eingetreten und die Mark bis auf 1/160 ihres Friedenswertes gesunken. Deutschland macht alle Anstrengungen, seine aus dem Kriege entstandenen Verpflichtungen zu erfüllen. Hierzu ist aber vor allem die Gesundung seiner Volkswirtschaft notwendig. Diese wirtschaftliche Wiederherstellung wie die ganz Eur-vpas kann jedoch nur erfolgen durch die alsbaldige solidarische Zusammenarbeit aller beteiligten Mächte. Eine Politik der Drohungen wirft nicht wiederaufbauend, sondern zerstören d." Eine RückLuherrrng Poinear^s. Paris, 1. Aug. (WTB.) Poincare hat heute dem deutschen Geschäftsträger von Hoesch folgende Antwortnote übermittelt: Herr Geschäftsträger! Ich habe die Ehre. Ihnen den Empfang Ihres Brieses vom heutigen Tage zu bestätigen, der auf meine Mitteilung vom 26. Juli antwortet. Mit Bedauern muh ich feststellen, dah Ihre Antwort nicht die in meinem Brief geforderten Sicherungen enthält. Das Abkommen vom 10. Juni 1921 wurde damals zwischen Deutschland und den verschiedenen alliierten Mächten geschlossen. Seine Abänderung kann daher in der Tat nur aus einem einstimmigen jlebeteinlommen der vertragschliehenden Mächte hervorgehen. Die Regierung Frankreichs hat Ihnen bereits mitgeteilt, dah sie nicht daran denke, auf Grund der deutschen Aote vom 14. Juli Aenderungen vorzunehmen. Die ftanzösische Regierung hat daher das Recht zu verlangen, dah innerhalb der in dieser Aote vom 26. Huli gewährten Frist, d. h. vor dem 5. August, mittags, die Versicherung abgegeben wird, dah, bis die unerläßliche älebereinstimmung zu jener Abänderung gewährleistet ist, das Abkommen vom 10. Juni ganz und gar angewendet wird, und dah die Pflichtsumme von 2 Millionen Pfund Sterling am 15. August gezahlt wird. Wenn diese Zusicherung nicht gegeben wird, hat die französische Regierung das Recht, um die Anwendung des bestehenden Vertrages sicherzustellen, „Ausgleichsmahnahmen" zu ergreifen, die sie im Interesse so vieler eigenen Staatsangehörigen und derer der anderen alliierten Staaten, die das Ablommen unterschrieben haben, für notwendig erachtet. Diese Maftnahmen werden, wie ich bereits ausgeführt habe, vom 5. August ab in Kraft treten. Die französische Regierung glaubt jedoch, nicht heute schon ben vollständigen Plan, der hierfür gefaht wird, be- fanntgebcn zu formen. .Unter diesen Vorbehalten zu den Ausführungen der Aote vom 1. August bemerft die französische Regierung nur, dah die deutsche Regierung nicht die geringsten Anstrengungen macht, um die Zahlung der geschuldeten Summe an die alliierten Aemter durch die wirklichen Schuldner, d. h. durch die deutschen Privatleute, sicher zu stellen, die nach den letzten uns zugegangenen Meldungen durch ihre Ankäufe fremder Devisen za dem Markftarz beigetragen haben. Genehmigen Sie .... (gez.) Poincare. Poineares Neise nttd) London. London, 2. Aug. (WTB.) Die englische Regierung wurde amtlich benachrichtigt, dah Poincare am nächsten Montag in London eintreffen wird. Italien wird auf der Konferenz durch den italienischen Botschafter in London vertreten. (Bwfebtifmmten verlangt NüMzahlung der Schulden. L o n d o n, 2. Aug. (WTB.) G r o h b r i t a n- n ien richtete eine Aote an Frankre ich, Italien, Iugostawien, Griechenland, Rumänien und Portugal, in der es erklärt, dah es infolge des Verlangens der Vereinigten Staaten, dah Grobbritannien die von Amerika geliehene Summe von 850 Millionen Pfund Sterling zurückzahle, genötigt sei, die Rückzahlung der Schulden der Alliierten an Großbritannien in Höhevvnl098MillionenPfundSter- ling zu verlangen. Die AoteBetont, dah die britische Regierung mit großem Bedauern dieIdeeaufgibt, alleKriegsschulden und Reparationen zu streichen, aber die britische Regierung erklärt, dah sie Amerika nicht bezahlen und gleichzeitig den Alliierten ihre Schulden erlassen könne. Die Aote erllärt ferner, Groh- brikannten verlange nur, dah die Verbündeten die Summen bezahlten, die Grohbritannien in den Stand setzten, seine Schulden an Amerika zu begleichen. Das neue italienische Kabinett. Rom, 1. Aug. (WTB.) ©tefani. In den Wandelgängen der Kammer wird folgende Liste der Mitglieder des neuen Kabinetts mitgeteilt: Vorsitz: Facta: Inneres: Taddei: Aeuheres: Schanzer; Krieg: Soleri; Schatzamt: Paratoro: Marine: de Vito: Finanzen: Derioni: Ackerbau: Bertini: Unterricht: Anlle; Arbeit: Dellosbarba: Justiz: Alessio; Industrie: Teosllo Rossi; befreite Gebiete: Grassi: Post: Fulci: öffentliche Arbeiten: Riccio: Kolonien: Amendela. Rom, 1. Aug. (WTB.) D e Facta hat dem König heute nachmittag mitgeteilt, dah das neue Kabinett gebildet worden ist. Die bayrische Entscheidung verschoben. Berlin, 2. Aug. Wie die Morgenblätter aus München erfahren, ist der bayerische M i n i st e r r a t über die Antwort an den Reichspräsidenten auf Mittwoch verschoben worden, lieber den voraussichtlichen Wortlaut der Antwort wird Stillschweigen bewahrt. Zuverlässig kann jedoch über den Inhalt der Antwort gesagt werden, dah sie in der Sache den bisher von der bayerischen Regierung eingenommenen Standpunkt bewahrt, aber in der Form dem auch von der bayerischen Regierung geteilten Wunsche des Reichspräsidenten nach einem gütlichen Ausgleich des Gegensatzes Rechnung trägt. Bayern gedenkt dem Vernehmen nach die Errichtung eines auf Bayern beschränkten Staatsgerichtshofes anzuregen. Eine Lügenmeldung. Berlin, 1. Aug. 1WTB.) Eine Münchener Korrespondenz des „D e r l i n e r Lokalanzeigers" berichtet über angebliche Vorgänge in Berlin folgendes: Im Berliner Eewerkschaftshaus fand eine gehe i m e Sitzung der Aktionsausschüsse der ün a b hä n- g i g e n und Kommunisten statt, wobei auch zwei Vertreter Sowjetruhlands anwesend gewesen sein sollen. Die deutsche Revolution solle endlich weiter getrieben werden und zu diesem, Zwecke soll unter Mitwirkung der Reichsregierung vor Ausbruch des Kampfes die Rechte entwaffnet (!) werden. Ein Abgeordneter des Moskau- ischen Generalstabes sei bereits in Berlin in einer CifenbaHnL>mmisfion untergebracht. Von zuständiger Seite wird dem WTB. hierzu mitgeteilt: Es würde sich erübrigen, auf diese und ähnliche Phantasien einzugehen, wenn nicht durch folgende Sätze die politische Tendenz der Berichte klar würde: DieReichs- regierung habe sich dazu entschlossLN, an diesem Plane mitzuwirken. Das Gesetz zum Schutze der Republik sei eine siegreiche Etappe der vorwärts- schreitenden Weltrevolution. Es sei gelungen, den Reichskanzler Dr. Wirth davon zu überzeugen, dah nur die Bildung ettter reinen Arbeiterregierung den Ausbruch der Konterrevolution verhindern könne. Aur der Block Bayerns sei noch zu zerstören, dessen historische Wendung heute darin bestehe, die deutsche Einheit gegenüber der internationalen Verbundenheit der Sowjetleute und der Dörsenmagnaten zu bewahren. — Der Münchener Bericht des „Berl. Lokalanzeigers" will also durch diese f r e«. erfundenen Erzählungen aus Berlin einen Zusammen H ang zwischen der Reichsregierung und dem Gesetz zum Schutze der Rep.rblir einerseits und der Well- revclution andererseits behaupten, die Reichsregierung als Mitverschworenen der internationalen Revolution denunzieren and die bay- rffche Regierung als Wahrer der deutschen Einheit darstellen. Kaum sind die Mahnungen verklungen, die von allen anständig Denkenden nach dem Morde an Rathenau an die Presse gingen, sie möchte nicht durch grundlose Verdächtigung der Regierungen und Verantwortlichen Staatsmänner eine Atmosphäre begünstigen, in der dre politischen Morde gedeihen, so sehen wir die frivolen Giftmischer wieder wie zuvor am Werke. Auch die schärfsten Schutzgesetze können auf die Dauer eine Ges andung unseres vergifteten öffentlichen Lebens nicht herbeiführen, wenn nicht die Presse selbst die niederträchtigen Elemente endlich abschüttelt, die fortfahren, durch verlogene und dumme Behauptungen kritiklose, leichtgläubige Menschen zu Verbrechern aufzureizen. Der „Lokalanzeiller" auf drei Wochen verboten. Berlin, 1. Aug. (WTB) Von zuständiger Seite wird mitgeteilt: Der Minister des Innern hat gemäft Paragraph 21 des Gesetzes zum Schutze der Republik den „Berliner Lokal- anzeiger" auf drei Wochen verboten. Das Verbot stützt sich auf den in der Morgenausgabe vom 1. August auf Seite 2 unter der üleberschrift „Das kommende bayerische Kabinett" erschienenen Artikel, worin die erwähnten angeblichen Besprechungen erörtert werden. Aus dem Reiche. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung". Berlin, 1. Aug. Entgegen anders lautenden Dlatterrneldungen erklärt der Verlag der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" u. a„ datz Stinnes an den Verkauf des Blattes nicht denke. Ebensowenig sei eine politische Richtungsänderung des Blattes vollzogen oder beabsichtigt. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" bleibe, was sie seit ihrer Besitzwechselung gewesen sei, ein bewuftt über dem Streit der Pafteftem Beifall. tr. Abg. Kindt (Snt.): Selbstredend muh das Theater uns erhallen bleiben. Der Spielplan ober bedarf dringend der Aenderung. Ich bin der Ueberzeugung. daß nur Las von Wert ist, was uni wirklich. etwas von Ewigteitswert zu sagen hat. Ich teile in dieser Hinsicht den Stand- .Punkt des Kollegen Wünzer. Das Mahnwort das Kollege Sturmfels an die Ellern gerichtet hat möchte ich unterstreichen. Ich frage aber, ist bte Jugend überhaupt noch zu lenken. Mahn- wvrte fruchten da kaum mehr. Es ist erforderlich daß Las Theater vor allem die Jugend berücksichtigt und seinen Spielplan darauf ein- stellt Um die Zukunft unserer Oper habe ich schwere Sorge. Man hätte die Kün stier innen, bie fetzt gehen, mit allen Mitteln hallen müssen. Wir müssen unsere Kulturmstitute halten, auch ■ mit schweren Opfern. Abg. Wünzer (D. Dp.) polemisiert gegen E Sturmfelsschen Ausführungen und verwahrt -sich dagegen, daß er Unruhs „Stürme Kitsch grnmnnt haben solle. Dieses 'Wert sei von hohem Inhall, aber leider durchaus nicht geeignet für eine Dühnenaufsührung- das sei seine Meinung. T>er Redner ermahnt noch einmal zur Sparsamkeit Finanzminister Henrich tritt für die Itanftlerisch: Individualität Gustav Hartungs ein Der Minister legt die Rentabilität des Kleinen Hauses näher dar. Die Gagen Les Künstlerperso- mils seien nicht viel schlechter als anderswo. Die -SparsamkItsmastnahmen der Theater lei tung s)ll- ten anerkannt werden. Das Ballett ist ein über- Lommenes Institut und dadurch nicht iünacr ac- toorben. (Heiterieit.) ' s In der Abstimmung anrb der Ausschuhantrag Mls Genehmigung Ler Ausgaben mit 21 890 300 Mark und der Einnahmen mit 7142 000 Mark einstimmig genehmigt. Nach der Pause teilte der Präsident mit, daß heute nachmillag die Besichtigung der Kunstausstellung auf der Mathildenhöhe stattsinde. Morgen nachmittag findet Nachmittagssitzung statt Ka- pllel 9 (Lotterie), 10 (direkte Steuern) und 11 (ßanötagäauSgaoen) werden einstimmig angenommen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 2. Aug. 1922. Ausbau des Blitzfunktelegrammverkehrs. Vom 1. August ab wird der versuchsweise eingeführte Dlitzfunktele- grammverkehrweiterausgedehntCs lönnen dann Blihfunktelegramme zwischen Berlin, Bremen. Breslau, Darmstadt, Dortmund Dresden, Düsseldorf, Elbing, Frankfurt (Main), Friedrichshafen, Hamburg, Hannover, Königsberg (Pr.), Konstanz, Leipzig, München, (Stettin und ©tutt- Bornotizen. "7 A.^eskalender für Mittwoch Astvna-Lichtspiele: „Das Geheimnis des Lord Perseval' und ..Der Abenteurer". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Sas kleine Modisten- madel. Wettervoraussage für Donnerstag: Wechselnd bewölkt warm, Gewittergefahr. Der schmale Hochdruckrücken, der die Hochdruckgebiete über Frankreich und Rußland gestern noch verband, wurde gleichzeitig von einer Depression im Norden und einer über dem Adria- tifcben Meer liegenden angegriffen. Heute verbindet eine Furche tiefen Drucks diese beiden Depressionen. Die Gewittergefahr verstärkt sich. Kreis Büdingen. stOrtenberg, 1. Aug. Nachdem am gestrigen Nachmittag bereits mehrere schwere Gewitterregen gefallen waren, ging gestern abend um s/<8 Uf>r ein furchtbares 11 n to : 11 c r. verbunden mit schwerem Regen. Hagelschlag, orkanartigem Sturm über einzelne Teile unserer Gemarkung nieder, gelbschlammige Schmutzfluten kamen von den Bergen durch unsere Straßen geflossen, eine größere Anzahl O b st b ä u m e, besonders bei der Rumpelsburg, wurden wie Streichhölzer a b - geknickt besonders schweren Baum chaden richtete das Unwetter in der Nachbargemarkung Bergheim an. Derschiedene Landleute, die von dem Unwetter im Felde überrascht wurden, fonn- tan kaum Atem holen, kamen aber sonst mit dem Schrecken davon: dagegen soll sicherem Bernehmen nach bei Enzheim das Unwetter auch ein Menschenleben gefordert haben plan entsprochen Man sollte die Klassiker noch mehr pflegen, die englischen Stücke einschränken, uns mit den neuen französischen aber ganz verschonen. Das sollte man besonders beachten bei der nächstjährigen Verpachtung des Kleinen Hauses für die Sommerspielzeit. (Sehr richtig.) Jeden- falls müssen wir alles tun. dieses wichtige Kultur- !gut unseres Volkes, das Theater, zu erhalten, auch wenn wir arbeiten und sparen müssen überall. ®e; rabe weil die Franzosen uns auch noch dieses Kulturgut nehmen wollen, was wohl verständlich ist. wenn die Franzosen unsere Theater sehen und die ihrigen dagegen abschätzen Abg. Sturmfels (Soz.): Das flache Land sollte sich nicht sträuben, die Theaterzuschüsse za bewilligen. Die große Wichtigkeit des Theaters auch für daS flache Land ist nicht za verkennen. 8umal das Theater auch Worms mit versorgt bas für das besetzte Gebiet von besonderer Wirkung ist. In die inneren Verhältnisse sollte man sich nicht einmsichen. Man sollte dem Thcater- ieiter, dessen hervorragende Tüchtigkeit allgemein anerkannt wird, über lassen, nach seinen künstlerischen Gesichtspunllen za verfahren. Bei der Kritik des Spielplanes sollte nurn nicht zu weit Sehen. Es ist gesagt worden, man habe Stücke gegeben, die auf niedere Instinkte spekulieren. Es sind aber keine Namen genannt worden. Ich kann sagen, daß mir ein derartiges Stuck nicht bc- kannt ist. Man sollte dabei auch nicht immer nur an die Jagend denken. Das Theater ist nicht für die Jugend bo. sondern für das ganze Voll. Die Kritik sollte sich gegen die Ellern richten, die nicht wissen, in welche Stücke sie ihre Kinder schicken sollen. Die Kritik an Unruhs „Ötüxine" war unberechtigt. Za Stücken miinbcrcn Werlos kann man dieses sicher nicht rechnen. Zu Kapllel 12 und 12 a (Gesamtministerium, Staatsverlag. „Darmstädter Zeitung". Presseamt beim Staatsministerium) erstattet Abg. Knoll den zwecken Ausschuhbe richt. Der Ausschuß beantragt, die Anträge Dingeldev auf Streichung der Ausgaben für die »Darmstädter Zeitung" in der Mehrheck abzulehnen. Abg. Sing elfceb (S. Vpt) sieht keine Notwendigkeit zum Ausbau des Presseamtes und begründet damit den ersten seiner Anträge. Mit der Haltung der »Darmstädter Zeitung" sei seine Partei nicht einverstanden. Es sei das Beste, ein reines Ancksveikündigungsorgan aus ihr zu machen. Deshalb habe er QLntrag aus Ablehnung der Ausgaben gaben für die „Darmstädter Zeitung" gestellt. Der Redner spricht weiter zu der Frage der Kriegsschuld und seiner dazu gehörigen Anfrage bezüglich der Bekämpfung der Lüge von der Schuld Deuttchlands am Weltkriege. Abg. Kindt (D. N.) betont, daß das deutsche Voll in der Frage der Bekämpfung der Kricgs- schuldlüge einig sein müsse. Der Redner schildert die Zustände in Südwestafrika beim Kriegsausbruch. — Der Redner verneint die Notwcnbigkeit der „Darmstadter Zeitung". Abg. Kaul (Soz.) betont, daß die Sozial- benwkratie kein Interesse an der Krlegsschuld- froge insofern habe, als das deutsche englische ober französische Volk als Schulbige in Dttrachl komme. Das deutsche Volk sei nicht schuldig, aber manche Regierungen aas der Zeit vor dem Kriege seien schuldig. Die Schaldfrage maß restlos gellärt werden: die fra izösischen Archive muffen wie die deutschen geöffnet werden. Schuld am Kriege sei der 'internationale Kapitalismus. Abg^ Brauer (Dbds p lenisi rl gegen die „Darmstädter Zeitung" and hält dem Slaats- ptäfibenten „leichtfertige und oberflächlich: Beantwortung'^ vor. Ein Zaraf von der Tribüne wird vonr Vizepräsidenten Soherr gerügt und mit Räumang gedroht. ..Wir sind am Ende." sagte Perzelius nach zwei weiteren Stunden gepreßt und fast unhörbar, »hier führt kein Weg mehr weiter." Eduard tastete mechanisch in die Nacht hinein und seine Hänk>e sagten ihm. daß er vor einer Wand stand. »Also sind wir verloren?" erwiderte der Doktor. Und dieser entgegnete nichts darauf. Eduard zog sich wieder zurück, wobei er sich an dem Doktor vorbeidrängen mußte — aber da gellte ein entsetzlicher- Schrei aus seinem Munde and Perzelius gelang es gerade noch, ihn an der Jacke festzuhalten: Eduard hing mit Len Mützen im Leeren. Gang schien also hier an feinem Ende eine Ausbuchtung zu haben, von der aus ein Schacht in die Tiefe führte. Mit Hilfe des Doktors klomm Eduard unter Aufwand seiner letzten Kraft wieder heraaf 'und brach oben b.s'nnungZlos zusammrn. Perzelius war jetzt gänzlich aaf sich allein angewiesen. Er entzündet: s i t letztes Slleich- toy und leuchtete herum, denn ei wunderte sich bafi ihm jene Erweiterung des Raumes vorher entgangen war. Aber beim Schän deS verglimmenden Holzes bemerkte er. da' es eine niedrige Höhlung war. die in den gähnenden Abgrund leitete. Auch der Boden neigte sich fühlbar dorthin. Wahrscheinlich sollten die Ung lief ich n, d> nen es gelungen war. bis hierher vorzudringen dann hier unten am so sicherer ihr Ende finden.' Per-clius warf den Rost des Zündholzes in ven schwarzen Rachen und durch den Laftzag leuchtete eS noch ciunol auf und erhellte beim Hinabfallen die Wände. Ganz unten in der feranlassung, auf folgende Tehimm-ung-:n hio- zuwelsen: Der Reisende Lars beim Einsteigen für sich und jede mit ihm reifende Person je einen Platz belegen. Im Teil 2 des Eis-enbahi- Personen- und Gepäcktarifs ist zu § 19 die Aus- fuhnrngsbcstimmung getroffen: »In den Wagen 4. Klosse, die nur mit Banken für einen Seil Reisenden versehen sind, dürfen Plätze nicht be- fegt werden." Hieraus ist zu folgern. Laß in ^n Wagen^ 4. Kia sie neuer Bauar t, in Lenen Sitzplätze für alle Reikenden vorgesehen sind, Platze belegt werden dürfen, während Lies in cen Wagen 4. Kkasie älterer Bauart nicht gestattet ist. y . ** l agenkonzcrt findet Donnerstag den 3. L. Mts., mittags 12 Uhr. am Liebig-Denkmal statt. Musikfolge: 1. Armeemarsch Nr 9 (Her- Sog von Braunschweig): 2. Ouvertüre zur Oper: ..Rapmond" A Thomas: 3. Eriksgang und Krö° nungsmarsch a. d. Oper: „Sic Follunger" E 4r Fantasie o. d. Oper: „Sie Perlen- w ; 5. „Ein Jäger aus Kurpfalz' Marsch A Rohde. r« fljfr Se^'^ AeinA Sb Leils Ss'-' ßxeis Dieser SE“S (jn'üfli. Der Kreis .< ^riedber ^üßenoerem lull nut Ci L° !« fiäbtig L Sonntag, den am durch dle vtral A. bk mit grobem tx worauf Schutze 8- Banner m den M Hin DegnihungsHo Berger Sobjxlquart «Ott non jungen. WchMiger nügenbe AlnterW aerlichr Detter lock schrnmenge an. Mnc besonders für Die > lagen, toic Älcttcrb bildete den Abschluß Hesst Die D mt. Franlfu einer Umfrage bei itz durch die heute ane Absahvcrm vbachten getreten bc Frankfurter Ta 150—3.— Mk. pro in ben Auslandsbl Wg. baut die Par tat von nun an prt ic Meuhork Heral Schohmg spd. Frankfui skrat hat auf Antrag Erhöhung des s 15 Mar! zugestimmt, tritt, ist noch nicht 6 Sanbtieiftnbafy O- Sranlfut Lande- unta km Lorsch d> eisakhvbireltimi 'Fr, zu leiitr ersten Lift kurzen Miid des! üge llspriehliche Di 5^9 der neuen Jeirä ^irMNw der Mg/jebst *™8 Mgtfeet Zahlen M öMt.ßräiigen Ausscl S; Lanbescis. 2 ®b‘^rt Q -dtrstem ' o hat, Ä fr"8tn( ch^ten nn» rch ent (s ^lorot W der erl4 btn . Die . D tteirfret^g, 1 Äug Damm- ^eng für di« Altershitf e erbrachte in Mnferer Gemeinde über 2600 Wk. — 5m Sonn' log unternahm -atifer Kirche ngesang- >«rein einen Olußflig na , - Rio de Janeiro 9188,- 9212,- Züricher Devisenmarkt. 1. 8. 2. 8 Wechsel auf Schweizer Franker Holland 100 Fl. 203.25 203.65 Deutschland 100 OHL = 0.83 0,74 Wien 100 Kr. -- 0.012 0.01 Prag 100 Kr. --- 12.85 13.- Paffs ........ 100 Fr. -- 48. - 42.95 London 1 jß - 23.38 23.38 Italien 100 ß. = 23.85 23.77c Brüssel . . 100 Fr. --- 41.40 40-65 Budapest 100 Kr. --- 0.265 0.24 Reuyork. ...... 100 r — 525 50 526- - Agram 100 Kr. — 1.625 1.625 Warschau 100 Kr. — 0,085 0,085 (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Wiederaufnahme des Handels zwischen Australien und Deutschland. London, 1. Aug. (WTB.) Realer meldet aus MelbouiNie: Australien nimmt Heun amtlich den Handelsverkehr mit Deutschland wieder auf. Der Bericht deS Garantieausschuffes. Paris, 1. Aug. (WTD.) Der »Petit Parisi en" teilt mit, daß der ©arantie« «Ausschuß nunmehr den ersten Tell seines Berichtes der Reparationskommission übermittelt hat. Er enthält ein begründetes Expose über die getroffenen Bestimmungen, über die Finanzkontrolle und fügt zu den bereits veröffentlichten Dokumenten wenig hinzu. Efft im zweiten Teil seines Berichtes wird der Garantieausschuß ein Programm Vorschlägen, um mittels der Kontrolle die deutscher Finanzen zu sanieren, in der Hauptsache aber, nn. neue Einschränkungen in den Ausgaben hervorzu- rufen. Dieser zweite Teil werde aber nicht vor Ende der Woche fertig gestellt werden können. -Unter diesen Umftäniien sei es nicht unmöglich, daß die Reparationskommission ein sofortiges Urteil über den ersten Teil 7)es Berichtes fällen werde, damit bei der Zusammenkunft in London eine formelle Ansicht der Reparationskommission über die Organisation der Kontrolle dvrliege. Damit setzt sich ber „Petit Parisien" in Widerspruch mit dem „Temp s", der gestern abend er- klärte, der Garantieausschuß habe nicht die Aufgabe, einen neuen Plan auszuarbeiten. Mit dem „Petit Parisien" spffcht sich dis „Echo de Paris" dahin aus, daß tatsächlich der 2. Tell des Berichtes Maßnahmen enthalte, die von der deutschen Regierung verlangt werden sollen, damit diese Kontrolle wirkungsvoll werde. Auch dieses Blatt schreibt, daß es zweifelhaft sei. ob die Reparationskommission vor der Konferenz in London, die bekanntlich am Z. August beginnen soll, den Inhalt des 2. Teiles des Berichtes prüfen werde. Eine französisch-belgische Meinimgs- verschiedenheit. Paris, 1. Aug. (WTB.) Das „PetttIour- nal" spricht von einer Meinungsverschiedenheit zwischen der belgischen und der französischen Regierung wegen der Stellungnahme des französischen Premierministers P 0 i n c a r e zu der Frage der Herabsetzung der Ausgleichszahlungen. Die kategorische Zurückweisung Poincares habe bei der Regierung in Brüssel Befremden hervorgerufen, weil sie über den Inhalt der Note überhaupt nicht befragt worden sei. Die belgische Regierung vertrete den Standpunkt, daß, da die Ausgleichzahlungen den Gegenstand eines 2lb» kommens zwischen den Alliierten gebildet hatten, jetzt von einer Regierung allein die Frage des Zahlungsaufschubes nicht erledigt werden düffte. Die belgische Regierung sei auch der Ansicht, daß, wenn Frankreich die Fortsetzung dieser Gedanken in dem Augenblick verlange, in dem sich Deutschland in einem Finanzde- bacle befinde, dies dem Grundsatz der belgischen Priorität Abbruch tue. Die belgische Regierung vertrete den Standpunft, daß die Reparationskommission auf Grund des Friedensverttages ein erstes Hypothekrecht auf alle Einnahmequellen des deutschen Reiches besitzt und daß infolgedessen die Reparationszahlungen vor der Regelung jeder anderen Schuld erfolgen müssen. Auf alle Fälle könnten außerhalb der Reparationskommission Zahlungen nicht genehmigt werden, wenn Belgien sein Prioritätsrecht nicht aufgeben wolle. Die Absicht der belgischen Regierung sei nunmehr die, die Frage der Ausgleichzahlungen vor die Reparationskommission zu bringen und von ihr zu verlangen, daß sie eine Art Wider- spruch gegen die Note erhebe, die der französische Ministerpräsident an die deutsche Regierung gerichtet hat. Das „Petit Journal" fügt hinzu: Es ist bedauerlich, daß die Dinge eine solche Wendung genommen haben und daß hierdurch die Derhandlungen gewiß nicht erleichtert werden. Dom irischen Bürgerkrieg. London, 1. Aug. (WTB.) Die südtiäschen Truppen haben T>. pperarh nach mehrtägigen» Kampf genommen. ilnabhLugigkettserklaruug Kleinasiens ttir" Griechenland. London. 1. Aug. (WTB.) Realer meldet aus Smyrna unter dem 31. 7., Kleinasien werde von dem griechischen Oberkommandante:» als ein autonomer and anabhängiger Staat erllärt. Das Gebiet, auf das sich Zxe Verkündigung bezieht, umfaßt vermutlich den von der griechischen Armee besetzten Tell des Landes. Aliceschule. Die WM« Prüfungen finden statt: Donnerstag, 3 Uhr, in der Stern strahe 10; Freitag, 3 Uhr, Brand- vlatz 4 p. Die Ausstellung her Llhüleriuuen-Arbeiten Sonitcnstraße 2 ist gc« öffnet Freitag von 11—1 und 2—5 Uhr. Nene Kurse haltungs- und Kochschiile, für Weißnäh.,Schnetder«. Handarbeiten u. Bügeln am 19. September, für das Fröbelsche Kinder- nörtncrinnen - Seminar u. die Kindervffegerinnen schule am 4. Oktober. Anmeldung. im Schulbaus I. Steinstr. 10. Schriftlichen Anfragen ist Rückporto hcUuleaen. <71730 Statt Karten Gotha Gießen Trauung: 6. August, Dleichstraße 8II Beckum (Wests.) August 1922 Gießen 07464 | Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 der Liebling aller Versicherte W X in ihrem neuesten Gesellschaftsdrama in 5 Akten: per Zentner 9k. 550.—. 073M Tel. 2091 C.Schunck Bahnhofstr.76 71828 Der Oberbürgermeister. Z. 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Weißenberg Vermählte flnkajj^^^^ppkauf Brillanten (Gold-Si lberl& Plafinbruch B Zahnqebisse Grg.G?imblein U.TATEUTO WAMfeR- und DameuvereTD GMtiergfff Freitag, 4. Aug. 1922, abends 9 Ubr 717h im ^Pottkeller": Vereinsabend. Sonntag, 6. Aug. 1922, Wanderung. Wetzlar-Braunfele. Abfahrt 7" om. - E. R. 1 Ur. MlMlec zu verkaufen. Eignet sich gut als Wächterhund. Heuchelheim, Marktstrane 18. 7188 Siek. Mer- Sesell- sSosi 1877 e.B. KeiieraltiersiiimsWg Samstag, 6. August abends 8V2 Uhr Bootsbaus. Tagesordnung: 1. Eingänge, 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. 7194v Margarine ohne Salz Pfund Mk. 67.— u. 70.— Palmin . . . Pfund Mk. 80.- GoldeueS Kettenarmband verloren. Wiederbringer erhält gute Belohnung 07447 Schillerst,:. 15 p. Familie Ludwig Pfaff. Watzenborn, Steinberg u. Leihgestern, den 2. August 1922. Die Beerdigung findet Freitag, den 4. August, nachmittags um 4 Uhr, in Watzenborn statt. 07468 Bekanntmachung betr. Festsetzung des Ortslohns. Auf Grund der §§ 149 ff. der Reichsversicherungsordnung ist vom Oberversicherungsamt für die Stadt Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 der Ortslohn gewöhnlicher Tagearbeiter wie folgt, festgesetzt worden: Versicherte über 21 Jahre männlich: weiblich: Meo (E.VJ Der im Sommerpro- gramm angekündigle „Bunte Abend" mutz eingetretener Hindernisse wegen bis zum Winter verschoben werd. Gießen, den 29. Juli 1922. Dersicherungsamt der Stadt Gießen. Dr. Frey. Gebr. Berdux Bahnhofstraße 27. 7184a und ti. flnderaileilung. Sonntag, den 6. August 3*/a Uhr nachm SoiitStüufeiLSomilitn- ,pi|flmmcnfunft. Freitag, den 11.August 8V2 Uhr Bootsbaus kenmlvttsnimliW. 1. Eingänge, 2. Erhebung einer Umlage, 3. Verschiedenes. 7191v Der Vorstand. Versicherte von 16—21 Jahren münnlich weiblich Mk Mk. 13800.- 9600.- [ Kaufgccuche j Streichbaß auch reparaturbedürftig, zu kaufen ges. Schr. Ang. u. 7156 an den Gieß. Anz. WML von Beamten geg. monatliche Teilzahlungen und enisorechenden Zinsfuß zu leihen gesucht. Schrift!- Angeb. unter 7183 an den Gieß. Anz. Gießen, den 25. 3uli 1922. Der Kommissar: Schmidt, Regierungsassessor. Vorstehende Bekanntmachung wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 31. Juli 1922. Die in der Bekanntmachung vom 19.12.21 enthaltene Festsetzung tritt mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 außer Kraft. Gießen, den 29. Juli 1922. 71778 Versicherungsamt der Stadt Gießen. Dr. Frey. Heute letzter Tag des großen erfolgreichen Programms: Oas Geheimnis des Lord Peräval 1 Vorspiel, 6 Akte. (7172c 2. Michael Bahnen in Der Abenteurer 6 Akte! Ab morgen: 6 Akte! Oer stumme Simsen i „Fraaenopffer“ M Ferner in den Hauptrollen: ALBERT BAS SER HAN N. V/ Ferner: 'i Rettung aus dem Eis! M Das Linienschiff Hannover rettet 4 deutsche Dampfer aus dem Eise. Herrliche Naturaufnahmen in 2 Akten- 7169c f Ab 7. August: FRIDERICUS REX. Meine Verlobung mit Fräulein Tilde Bleckmann, Tochter des Fabrikbesitzers Herrn Arnold Bleckmann und seiner Frau Gemahlin Mathilde, geb. Dippe, beehre ich mich onzuzeigen. Eduard Sellheim. Lehrmädchen ver sofort gesucht. 7058 Otto Georg, Seltersweg 36. Verein Rudersport Giefien1913 <«. V.) Bekanntmachung Auf Grund des § 936 der Reichsverstcherungs- orduung hat das Oberversicherungsamt am 17. Juli d.F. den durchschnittlichen Iahresarbeitsverdienst land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter für die Stadt Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1922 folgendermaßen neu Bekanntmachung. Betr.: Errichtung einer Schneiderzwangsinnung für den Kreis Gießen. Aachdem Antrag auf Errichtung einer Schneiderzwangsinnung im Kreise Gießen gestellt worden ist, fordere ich alle selbständigen Gewerbetreibenden, , die in dem Kreise Gießen das Schneiderhandwerk 'Betreiben, auf, mir in der Zeit vom 1.—14. August 1922 mündlich oder schriftlich mitzuteilen, ob sie sich für oder gegen die Zwangsinnung aussprechen. Die Abgabe der mündlichen Erklärung kann während des angegebenen Zeitraums an Wochentagen von 9—12 Ähr vormittags in den Dienst- räumen des Kreisamts Gießen, Zimmer Ar. 1 erfolgen. Die Abgabe einer Aeuherung ist auch für die Handwerker erforderlich, die den Antrag auf Errichtung einer Zwangsinnung gestellt haben. Aach Ablauf des obigen Zeitraumes eingehende Aeußerungen sowie solche Erklärungen, die nicht erkennen lassen, ob der Errichtung einer Zwangsinnung zugestimmt wird oder nicht, bleiben unberücksichtigt. 1 Hypothek 2X100 000 Mk. auf Geschäftshaus gesucht. Schr. Angebote unter 7126 an den Gießener Anzeiger. 1—2 Kinder finden ab 20. August einige Wochen einfachen, aber guten ttmiWolt Geprüfte Kindervflegerin vorhanden. Alter gleich. Tag 50 Mk. Schriftliche Angebote unter 07443 an den Gießener Anzeiger. Todes-Anzeige. 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