Nr. 102 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derLamstogsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatliche Vezugrpreise: Md. 16.- und Mk. 1.50 Trägerlohn,durch diePost Mk. 17.50, auchbeiNicht- erscheinen einzelnerNum- mem infolge höherer Gewalt. — Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Liehen. postscheckionto: ßrantfurr a. M. 11686. Erstes Blatt Dienstag, 2. Mai 1922 172. Jahrgang SietzenerAmei General-Anzeiger für Oderheffen vnickund Verlag: vriihl'fche Univ.-Vuch- und Steinöruderei R. Lange. Zchriflleitung. Geschäftsstelle und Druckerei: Zchnlstratze 7. .Inna y,;< j. a Anzeigen für die Tagesnummer bis 311m Nachmittag vorher ohnejcbe Berbnidlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv 34mm'tiieitf örtlich 120 Pf , auswärts 150 Ps.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 450Ps. Bei Platz. Vorschrift 20 , Aufschlag Hauptschristleiter: Äug. Goetz Verantwortlich für Politik Slug. Goetz, für den iibtigtn Teil: ßar! Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beä«, sämtlich in Gießen Dor neuen Entscheidungen in Genua. Man darf nicht sagen, daß die Konferenz in Genua keine große Bedeutung habe, daß sie ausgehen werde wie das Hornberger Schießen. Dein, da ist doch ein gewaltiger Unterschied. 3n den großen Völkern, mit Ausnahme Frankreichs und seiner kleinen Trabanten, herrscht wirklich der Drang nach einer Weltklärung. Es ist darum naturgemäß, daß die große Wellkonferenz dazu auSersehen wurde, wie ein reinigendes Gewitter die bisherige Atmosphäre von Haß. Raubgier und Mißtrauen hinwegzuschwemmen. Erst dann kann ein heilsames Wachstum erfolgen. So ist auch der Friedensbrief des Papstes herzlich zu begrüßen als eine wirkliche Lat für die Wiederherstellung der. Ordnung in Europa. Man scheint in Genua langsam zu einer Einigung und — Mäßigung gegenüber den für Rußland zu treffenden Maßnahmen zu kommen, und die Räteregierung, die nach alter russ.scher List das Dreifache dessen verlangt, womit sie sich vielleicht zuletzt'begnügen wird, erläßt zwar noch pessimistische Ankündigungen. wird sich aber doch wohl auf die neuen BerhandlungSgrundlagen einstellen. Tschitscherin hat sowohl Frankreich wie auch Polen gegenüber in äußerst geschickter Weise das russische Recht vertreten und von Lloyd George in einer Ausschuhsitzung, an der die Russen freilich nicht teilnahmen, das Zeugnis erhalten, daß Rußland seinen guten Willen bekundet habe. Run komm« noch ein großes, sehr wichtiges Fragezeichen. Lloyd George scblägt Pvincarö eine Zusammenl-unft der Sieger- mächte in Genua oder in San Remo vor, und zwar vor dem 3l.Mai. Wird Pvincare darauf eingehen? Um diese Frage dreht sich jetzt alles. Wir wünschten, daß sie mit dem Ernst und dem Rächdruck gelöst würde, die Lloyd George bisher an den Tag gelegt hat! Lloyd Georges Vorschlag einer Zusammenkunft in Lau Nemo. London, 1. Mai. (WTD.) Der „Evening Standard" veröffentlicht folgende Depesche aus Genua: Lloyd George hat Vorschläge über die Regelung der östlichen Grenzen Europas versaht. Er hat Polinäre cinge- laden, sich mit ihm und den Signatarmäch'en des Versailler Vertrages in San Remo zu treffen. Das Schreiben des Papstes. R om, 1. Moi. (WTD) Das Schreiben, welches der P a p ft am 29 April an Kardinal- Staatsselretär Gasparri gerichtet bat, hat folgenden Wortlaut: Herr Kardinal! Von dem lebhaftesten Wunsche beseelt, in der Welt die Herrschaft eines neuen Friedens endlich '.nieder hergestcllt zu sehrn, welcher hauptsächlich in der Versöhnung der Geister und nicht nur hi der Einstellung der Feindseligkeiten bestehen müßte, verfolgen wir mit banger Erwartung, sogar mit heftiger ilnrufjc, den Gang der Konferenz von Genua. Aus diesem Grunde, Herr Kardinal, haben Wir schon das gläubige Christenvolk aufgefordert, mit inbrünstigem Gebet Gottes Segen für den Erfolg der Konferenz zu erflehen. Wir können unsere innigste Genugtuung darüber nicht verhehlen, daß, wie Wir hören, infolge allseitigen guten Willens die großen Hindernisse beseitigt werden, welche von Anfang an die Möglichkeit einer Einigung zu verhindern schienen. 3n der Tat kann niemand bezweifeln, daß eine so bedeutende Zusammen» lunft, an der sich die Vertreter beinahe aller Kulturvölker beteiligen, ein historisches Datum in der Geschichte der christlichen Kultur, besonders in Europa, darstellt. Die Völler, welche unter dem eben beendeten Konflikt und unter dessen sehr traurigen Folgen so schwer gelitten haben, wünschen mit Recht, daß durch die Konferenz soweit wie möglich die Gefahr neuer Kriege beseitigt und daß baldigst zum Wiederaufbau Europas geschritten werde. Durch die volle Verwirk- lichung dieser hohen, eng miteinander verknüpften Ziele oder wenigstens durch die Festlegung der Grundsätze zu deren künftiger nicht zu fernen Ver- wirllichung wird sich die Konferenz von Genua um die Menschheit große Verdienste erworben haben, indem sie eine neue Zeit des Friedens und Fortschritts vorbereitet haben wird. Barmherzigkeit wird dann einig gehen mit den Forderungen de r Gerechtigkeit. Eine solche Rückkehr zu normalen Zuständen menschlichen Zusammenlebens in seinen elementarsten Grundbedingungen gemäß den Vorschriften der g e r e ch - tenVernunft, welche auch göttlichen IIr - sprungs ist, wird für Sieger und Besiegte höchst vorteilhaft sein. Ganz besonders wird dieser Zustand aber der unglücklichen Bevölkerung des fernen Ostens zugute kommen, welche schon durch den Krieg, innere Kämpfe und religiöse Verfolgungen zur Verzweiflung getrieben und heute dazu noch von Hunger und Epidemien befallen ist. wo ihr Land doch große Quellen des Reichtums besitzt, die zum sozialen Wiederaufbau in, hohem Maße beitragen könnten. An diese Völler richten wir, obschon sie seit langem fe^-on unglücklicherweise aus unserer Gemeinschaft ausgeschieden sind, Linser und Unseres beweinten Vorgängers Wort des Mitleids und Trostes sowie auch Len glühenden Wunsch Unseres VaLerherzens, sie an den gleichen Wohltaten der Einigkeit und des Friedens beteiligt zu sehen, welche ihren Ausdruck sinden in der Teilnahme an den heiligen Mysterien. Falls zur. Krönung dos Unglücks auch in dieser Konferenz die Versuche zur aufrichtigen Vorsöhnung und dauerhaften Eintracht f e h l f ch l a g e n sollten, kann niemand, Herr Kardinal, ohne Schaudern ermessen, wie sehr die schon jetzt so unglücklichen und drohenden Zustände Europas noch verschlechtern würden mit der Aussicht auf immer größere Leiden und mit der Gefahr von Zusammenstößen, welche die gesamte ch.istliche Kultur bedrohen würden. Daher flehen wie kraft des uns vom Erlöser erteilten Amtes weltumfassender Barmherzigkeit alle emeyt an, auf daß sie sich in christlicher Gesinnung in dem sie beseelenden Geiste gegenseitigen Wohlwollens einigen mögen zur Terwirckichung des allgemeinen Wohles. Denn hieraus wird den einzelnen Rationen der größte und dauerhafteste Vorteil erwachsen. Da jedoch dieses Ziel nicht ohne die Gnade desjenigen (Lottes erreicht werben kann, welcher der erste -Urheber und höchste Lenker der Gesellschaft ist. ermahnen wir erneut das Christus liebende Volk aufs wärmste, sich im Gebet an ihn zu wenden zugunsten der Kulturgemeinschaft der Völler. Indem Wir Ihnen diese Wünsche betonat geben, auf daß sie durch unsere diplomatischen Vertreter den Regierungen der Völker übermittelt werden, erteilen Wir Ihnen, Herr Kardinal, aus ganzem Herzen den apostolischen Segen. Tschitscherin an Darthou. Genua. 1. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTB.) Der Brief Tschitscherin s a n B a r t h o u , der gleichfalls in Av- sch.ift LloydGeorge zugestellt wurde, hat folgenden Wortlaut: Herr Präsident! In den Kommentaren der französischen Presse wie auch in den Srllärungen der führenden Männer der französischen Regierung ist das Abkommen zwischen Rußland und Deutschland, über das bereits vor mehreren Monaten in Berlin verhandelt und das in Rapallo unterzeichnet wurde, als'un» miitelDar gegen die Interessen Frankreichs gerichtet ausgelegt worden. Es ist dabei wiederholt erklärt worden, daß der Vertrag von Rapallo Geheim klau seln militärischer und politischer Ratur enthalte, die aggressive Absichten Rußlands gegen Frankreich oder seine Verbündeten verbergen. Angesichts der Tatsache, daß trotz der wiederholten offiziellen Dementis der russischen und der deutschen Delegation und der Erklärung des deutschen Reichskanzlers vor der Presse die Verdächtigungen, hinsichtlich der Bedeutung und des Charakters das Rapallo-Abkommen treuer die öffentliche Meinung und die offiziellen Kreise in Frankreich beunruhigen, hält es die russische Abordnung für notwendig, im Interesse der Wahrheit und um irgendwelche Zweifel an der friedlichen P o l 11 i r der russischen Regierung zu zerstreuen. Ihnen diese Rote zuzusenden. Die russische Abordnung erklärt aufs Rachdrücklichste in Bestätigung ihrer halbamtlichen Darstellung, daß der Rapallo-Vertrag keinerlei mili är.sche oder wirtschaftliche Klauseln enthält wie überhaupt keine andere Klausel, und daß die russische Regierung sich zu keinem Vorgehen und keinem irgendwie gegen die französische Regierung oder einer an- Deren Ration gerichteten Handlung verpflichtet hat. Das Rapallo-Abkommen bezieht sich auf die Liguidation der schwebenden Fragen zwischen zwei Staaten, die miteinander im Kriege lagen und von denen beide die Rotwendigkeit empfinden, friedliche Beziehungen in ihrem eigenen Interesse und im Interesse der gesamten Menschheit wiederherzustellen. Weit dar on entfernt, gegen Frankreich oder irgendeine andere Macht gerichtet zu sein, soll nach Ansicht der russischen Regierung das Abkommen nur der Anfang einer Reih e von einzelnen Abkommen fein, die nach der Meinung der russischen Abordnung die Abkommen ergänzen sollen, auf die die in Genua versammelten Mächte hinzielen. Diese Abkommen sollen als Grundlage für den Frieden und das Gleichgewicht in der Welt dienen. Was Frankreich insbesondere betrifft, so ist die russische Regierung der Ansicht, koß es viele Berührungspunkte zwischen den Interessen der beiden Länder gibt, welch: eine Heber- civstimmung über alle zwischen ihnen schwebenden Fragen erleichtern werden. In dieser Hinsicht hat die russische Politik keine Wandlung erfahren trotz der feindlichen Haltung, welche Frankreich, seit mehr als vier Jahren gegen Rußland cinne^men zu müssen glaubt. Die russische Regierung kann der französischen Regierung nicht verhehlen, daß diese feindliche Politik einen heftigen Groll in der öffentlichen Meinung Rußlands gegen Fran kreich hervorgerufen hat, und daß. abgesehen von dieser Politik, kein Grund besteht, warum nicht freundschaftliche Beziehungen zwilchen Rußland und Frankreich und feinen Verbündeten hergestellt werden sollen. Die russisch? Regierung ist ebenfalls davon überzeugt, daß ein Wechselinder Haltung Frankreichs nicht nur no t wen - d i g. sondern auch hn Interesse Frankreichs und Rußlands ratsam ist, sowie im Interesse der Bevölkerung Ostpreußens und der wirtschaftlichen Wiederherstellung der Welt. • Seien Sie davon überzeugt. Herr Präsident, daß dieser Brief von dem aufrichttgen Wunsche diktiert wurde, diejenigen Mißverständnisse zu zerstreuen, die den normalen Verlauf der Konferenz zu' behindern geeignet sind. Genehmigen Sie, usw. Tschitscherin. Aus Barthons Antwort. 0 e n u a, 2. Mai. (WTB.) 3n dem A n t» toortbrief BarthouS anTschitschc - r i n heißt es: Ohne die Aufrichtigkeit der Absichten, die den Brief der russischen Delegation inspiererten, in Zweifel zu ziehen, muß ich einen Punkt erwähnen, den nämlich, der Frankreich eine feindselige Haltung gegenüber Rußland zuweist. Frankreich bewahrt im Gegenteil gegenüber der russischen Ration, die während dreier Jahre des Krieges sein Verbündeter gewesen ist, Gefühle treuer Freundschaft. Barthons aufgcfrfjobcitc Reise. Genua, 1. Mai. (Sonderbericht des Vertreters des WTB.) Infolge der russischen Schwierigkeiten hat Bart Hou seine Reise nach Paris abermals aufgeschoben. Man hält es für möglich, daß er, trenn die Stockung an dauert, erst in einigen Tagen fahren wird. <£inc Antwort Tschitscherins an Skirmnnt. G g n u a , 2. Mai. (WTD.) In der Antwortnote der russischen Delegation auf die Rote der polnischen Delegation vom 23. April heißt es, daß der Vertrag von Rapallo als eine gegenseitige Verzichtleistung auf alle Ansprüche begründet ist. Wenn Ansprüche dritter (Staaten gegenüber Rußland bestehen würden, die durch Vermittlung von Rußland verlangt werden tonnten, so hätten diese Rußland bekannt sein müssen. Indessen hätte bjc russische Delegation keine Kenntnis davon erhalten. Die russische Regierung könne daher ihre Existenz nicht anerkennen. Wenn indessen Deutschland irgendeine Vereinbarung mit einem dritten Staate durch ben Vertrag von Rapallo verletzt hätte, so wäre diesen Mächten der Weg diplornalischer Vorstellungen offen geblieben, während sich die (Signatarmäcntc in der Rote vom 18. und 23. April das Recht angemaßt hätten, ohne Rußland davon zu verständigen, Bedingungen über Verträge, die Rußland geschlossen habe, für null und nichtig zu erklären. Indern Polen daher der gegenseitigen Rie- derschlagung von Ansprüchen durch Rußland und andere Staaten Schwierigleiien bereite, verhindere es dadurch die Erholung Rußlands und versperre Rußland somit den einzigen Weg, der ihm offen stehe, um die augenblickliche Krisis zu überwinden. Ebensowenig könne Rußland zustimmen, daß Verpflichtungen ihre Gültigk it verlieren, wenn sie in die Form eines Schlußprotckolls gekleidet würben. Rußland sei gewohnt, alle Vereinbarungen, die seine Vertreter unterzeichnet hätten, als bindend zu betrachten und es erhoffe dasselbe von anderen Verträge schließenden Ländern. Die von den Mächten anRutzland zu richtenden Vorschläge. Genua, 1. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTD.) Ein amtliches Eom- m u n i q u e besagt. Die Vertreter der einladenden Mächte, Polens, Rumäniens und der Schweiz traten heute vormittag unter dem Vorsitz des Herrn d e Facta zusammen, um die Prüfung des Entwurfs für das an Rußland zu übersendende Memorandum fortzusetzen. Vor Eröffnung der Erörterung über die Tagesordnung machte Schanzer den Delegierten Mitteilung von der Rote Tschitscherins, die dieser am 28. April übersandt hat und die bereits veröffentlicht worden ist, und von der Antwort, die Ministerpräsident de Facta dem Vizepräsidenten der russischen Delegation am 29. April überfanbt hat. Barthou verlas seinerseits einen Brief, den Tschitscherin ihm am 30. April gesandt hat, und in dem er sich gegen die Beschuldigung verteidigt, daß das Abkommen von Rapallo eine gegen die Interessen Frankreich gerichtete Haltung fei, und daß es von geheimen militärischen und politischen Klauseln begleitet sei. Hierauf wurde Artikel 2 des Memorandums- entwurfes geprüft. Dieser Artikel, der sich auf die Kriegsschulden bezieht, wurde nach einem kurzen Meinungsaustausch angenommen. Bezüglich des Artikels 5, der das Privateigentum in Rußland zum Gegenstand hat, wurden von Zaspar-Delgien und Barthou- Frankreich Abänderungsanträge gestellt. Es wurde beschlossen, dem kleinen Redaktionskomitee, das in der Sitzung am Samstag gebildet worden ist, die Ausgabe anzuvertrauen, einen neuen Text dieses Artikels vorzubereiten. Hierauf wurde die Sitzung auf heute nachmittag 4 Uhr 30 Min. vertagt. Heber die Vormittagsslhang verlautet noch, daß Lloyd George über den Artikel 2 äußerte, er Hobe die neue Fassung sehr sorgfältig geprüft and. obgleich er mit dem gegenwärtigen Wortlaut nicht ganz zufrreden sei. nehm» er ihn unter der Bedingung an, daß die anderen ihm auch zustimmten. Minister Schanzer sprach seine Zustimmung zu dem neuen Entwurf aas. Dann ging man zur Prüfung des Art. 5 (Privateigentum) über. Iaspa r-Belgren erhob einige Elnwenudngen und verlangte eine präzisere Fassung des Artikels. Die Belgier hätten große Interessen in Rußland. Lloyd George sprach die Hoffnung aus, daß Iaspar den Entwurf in der vorliegenden Form crnnrh- nien werde. Der Artikel sei sehr wichtig. Heber die Resolution von Cannes dürfe man seines Erachtens nicht hinausgehen. Der englische Premierminister erinnerte Iaspar taran, daß Großbritannien fünfmal so viel Interessen in Rußland besitze als Belgien. Bart Hou erklärte seine Zustimmung zu dem (Sntirurj, er schlug aber im Hinblick auf Iaspars 'Bedenken vor. daß d< ' wirkliche Wortlaut der Resolution von Cannes in den Entwurf eingefügt werde. Rach einige/, weiteren (Störte, ungen wurd» der Entwurf wieder an einen Ausschuß von fünf Juristen zu- rückverwiesen, der um 3 Ill;r jufammengtreten ist Genua. 1. Akai < Spezialbericht des Bet' treters des WTD.) Der englisch- Entwurf für das Memorandum über die russische Fruge lautet in den beiden wichtigsten Artikeln 2 und 5 wie folgt: Artikel 2. Schulden zwischen den Regierungen. Die Sowjetregierung einerseits und die anderen Regierungen andererseits kommen überein. daß bestimmte Summen, die bezüglich jeden Landes festgesetzt werden sollen. a!S bestellende finanzielle Verbindlichkeiten der Sowjetpcgierung gegenüber jeder der anderen Regierungen jeder der anderen Regierungen gegenüber der Sowjetregierung dienen sollen. Um die Festsetzung dieser Summen zu ermöglichen,-soll die Frage, was für eine Verminderung an dem Betrage der Schuld und an den zu zahlenden Zinsen bezüglich der durch andere Regierungen während des Krieges der Sowjetregierung g-, währt, n Anleihen erfolgen soll, einem Schiedsspruch unterworfen werden. Ein Schiedst.nicht, bestehend aus drei Personen, das von dem Präsidenten des ständigen internationalen Gerichts hvfes oder von dem Oberft en Gerichtshof der Vereinigten Staaten oder von dem Völkerbundsrat ernannt werden soll, soll eingesetzt werden, um über obige Fragen zu entscheiden. Das Schiedsgericht soll vei einer Beschlußfassung berücksichtigen: die russischen Verluste wahrend des Krieges, die russischen Verluste infolg ? der inneren II n - rühen der Ruchlriegszeit Md die unvermeidliche Verzögerung de. wirtschaftlichen und finanziellen Gefun- d u n g Rußlands, die dadurch verursacht wird, daß Rußland, bevor feine Hilfsquellen entwickelt find, feine genügende Kraft hat. um sich wieder aus^urichten. Sie besinn inten Summen, die in ilebereinfltmmung mit diesem Artikel festzusehen sind, sollen alle anderen Ansprüche aufcr den in den Nachfolgen' en Fällen ausgezahllen auslöschr i. Indessen soll dieser Artikel keine Anwendung fi > den auf Ansprüche von Staatsangehörigen anderer Mächte wegen der Aktion ber russischen Regierung in Rußland oder auf Ansprüche russischer Staatsangehöriger wegen der Aktion anderer Regierungen in deren Ländern. Guthaben einer früheren russischen Regierung in irgend einer Bank in einem Lande, dessen Regierung einer früheren russischen Regierung Vorschüsse gefristet oder die Verantwortung für irgend eine in diesem Lande zwischen dem 1. August 1314 und 7. Rovember 1917 ausgegebene russische Regierungsanleihe übernommen hat. in'p ; unbest acet der Rechte dritter Parteien der Regierung, die die Vorschüsse gemacht hat. zugefuhrt werden. Die Verbindlichleiten der russisch n Sowjelrmi.'- rung sollen in entsprechendem Maße vermindert werden. Artikel 5: Privateigentum undPrivatschuld en. Um die Wiederaufnahme der Tätigleil ausländischer Geschäfte in Rußland zu cr- mutigen und fremde Länder in den Stand zu setzen, den in der Vorrede bezeichneten Bef ind zu gewähren, und dadurch die Wiederherstellung Rußlands zu erleichtern, nimm' die Sowj-..'- regietuna das nachstehende Abkommen bezüglich des Privateigentums und der Privat- schulden an: Die allgemeinen Grundsätze, die in der Resolution von Cannes bezüglich Der Eigentums- rechte und der Anerkennung der ausländischen Interessen niedergelegt sind, werden beobachtet werden. In Fällen» in denen der frühere Eigentümer nicht imstande ist, den ruffifchen Delitz in dcc früheren Weise zu übernehmen, soll es ihm frei- stehen, den Gebrauch seines Eigentums in Rußland unter Bedingungen, die nicht ungünstiger sind als die früher genoffenen Rechte, in For m einer Konzession wieder zu übernehmen. In Fällen indessen, in denen dies von der gemäß Artikel 7 zu'ernennenden Kommission für undurchführbar befunden wird, soll er entweder durch Gewährung des Genusses eines ähnlich-a Eigentums, über dessen Ratur und Betrag die Sowjetregierung und der Ersatzberechtigte sich einigen oder in Bonds entschädigt werden, deren Betrag von y.nem gemischten Schiedsgerichtshos festgesetzt wird, wie er in Artikel 7 vorgesehen ist. Bei der Regelung von Ansprüchen oder bei der Gewährung einer Entschädigung bezüglich dec Schulden oder des Privateigentums soll Vorwrge für den Schuh von Forderungen getroffen werden die dritte Parteien gegenüber dem Eigentum besessen haben. In Fällen, wo dem Eia"n»um infolge dec Aktion oder infolge der Vernachlässigung ourch d e Sowjetregierung Schaden zugeiügt ist. soll eine Entschädigung gezahlt werden entsprechend den Grundsätzen des internationalen Rechts, die von der Kommission seftzusetzen wäre. Der Ausdruck „Dormalige auswärtige Eigentümer" sott russische Finanz-, Industrie- und Handelsgesellschaften einschließen, die am 1. 11. 1917 von Staatsangehörigen anderer Mächte kontrolliert wurden oder in denen während des gleichen Datums »deren Staatsangehörige einer wesentlichen Anteil besaßen, wenn die Mehrheit der ausländischen Interessen (Inhaber von Airien und Bonds) dies wünscht. Er soll ebenfalls die Ausländer einschlieben, die die Rutznießimg atj X5ngentuni in Rußland besahen, das einem russischen Bevollmächtigten übertragen war. Genua. 2. Mai. (Spezialbericht des Vertreters des WTD.) Der ganze gestrige Tag war der Fortführung des Memorandums an Ruhland gewidmet, wobei in wesentlichen Punkten eine Liebereinstimmung erzielt wurde. Ms B a r t h o u den Brief Tschitscherins verlesen hatte, sagte er, die einzige Bemerkung, die er daran zu knüpfen hätte, sei, dah Frankreich niemals dem russischen Volke feindlich gesinnt gewesen sei, und dah es die Wiederaufnahme normaler Beziehungen zwischen Frankreich und den Alliierten einerseits und dem russischen Volke andererseits wünsche. Frankreich wende sich nur gegen die russische Regierung, die den Vertrag von Brest-Litowsk unterzeichnet habe. Lloyd George erwiderte, er habe eine "Abschrift des Briefes von Tschitscherin erhalten imb sehe in der Tatsache, dah diese ihm zugeschickt wurde, einen Deweisguten Willens. Hierauf begann die älntettommission die Prüfung des Artikels 2 (Russische Schulden), wie er vom Fünfer-Ausschuh aufgestellt worden war. Lloyd George bemerkte, er habe den Artikel genau studiert. Er nähme ihn an unter dem Vorbehalte, dah auch die anderen Staaten ihm zustimmen würden. S ch a n z e r sprach sich darauf ebenfalls für die Annahme aus. Bei der Prüfung des Artikels 6 (Privateigentum) erklärte der Vertreter Belgiens, er habe schwerwiegende Gründe gegen die vvrgeschlagene Fassung zu erheben: Die Interessen Belgiens in Ruhland bezifferten sich auf über eine Million Pfund Sterling. Lloyd George drückte die Hoffnung aus, die Belgier würden die Fassung annehmen. Groh- britannien habe fünfmal mehr Interessen in Rußland als Belgien. Der Artikel sei sehr wichtig. Die Alliierten mühten sich genau an die Resolution von Cannes halten. Diese Resolution besagt. Rußland solle das Privateigentum zurück- erstatten oder Kompensationen geben. Rach einer längeren Diskussion wurde beschlossen, die Artikel zur Reuredigierung zurückzuverweisen. Sn der Rachmittagssitzung wurde der ganze Rest des Memorandums endgültig redigiert. Es siiü» nur noch kleine Veränderungen vorzunehmen, zu welchem -Zwecke die Sachverständigen morgen vormittag zusammenkommen werden. Die gesunden englischen Finanzen. London, 1. Mcri. (WB.) Bei Einbringung des V u d g.e t s im Llnterhause hat der Schatz- ttanzler Sir Robert Hörne a usgefühtt, dah sich die gegenwärtigen Einnahmen trotz des dar- miederliegenden Handels -igni3 für die Gesundheit der englischen Finanzen. .Für das kommende Hahr würden die Ausgaben auf 91G Millionen veranschlagt, wovon 335 Müll ionen für den nationalen Schuldendienst bestimmt ifeien, einschl. 25 Millionen für die amerikanische.r ‘ Forderungen. Es siehe zu hoffen, daß eine weitere Verringerung der Ausgaben möglich sein werde. Die Regierung habe sich entschlossen. Etn- nahmen nur in einer Höhe aufzubringen, dir hinreichend sei, um die Ausgaben zu decken. Der Schatzkanzler kündigte sodann beträchtliche Herabs'ctzungenderPo st gebühren und beS Teezollcs, sowie eine beträchtliche Her- Lhsetzung der Einkommensteuer an. Bürgerkrieg in China. Peking, 29. April. (Wolff.) Reuter. General Egnyahsiang. der Militärgvu- verneur von Scheust, befehligt die Truppen von Tschili, welche Tschang-Tso-Hinan» greifen. Truppen von Fengtien kamen dem Angriff der Truppen von Tschili bei Tat- schang, wo erstere zusammengezogen waren, jdurch einen Angriff auf zwei Brigaden der 2. Division zuvor, welche sie dezimierten. Bei der Ankunft von Wu-Pei-Fus eigenen Trup- :fxn begann der heftige Kampf von neuem. :(5ine große Anzahl verwundeter Truppen von Fengtien kam heute durch Tentsin. An drei Fronten wüten jetzt Kämpfe mit einer bei den Chinesen ungewöhnlichen Heftigkeit. Zwei chinesische Kreuzer verliehen Tschifu am 27. April, nachdem sieangekündigt hatten, sie wollten die Eisenbahn von Peking nach Mukden, nördlich Schanheikwan, zerstören. Sollte dies gelingen, so würde es Fengtien bei den Kämpfen ernstliche Schwierigkeiten bereiten und im Falle einer Riederlage ihm den Rückzug abschneiden. Einem Reuyvrker Telegramm aus Peking zufolge wurde den ganzen Sonntag hindurch gekämpft. Tschang-Tso-Hin soll bei Tatschang siegreich gewesen sein. DieSakramentshex. Roman von Marie Kerschen st einer. 9. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Heute hatten sie sich lange tm übermütigsten Spiel getummelt, bis der Knabe, mitten in die Lust hinein, vom Schlaf übermannt, ins Gras gesunken war. Er Ihg auf dem Rücken und die Sonne bräunte sein bleiches Gesicht. Lene kauerte daneben, ermattet von Glück und doch zu heftig ergriffen von der neu erwachten Lebenslust, um Ruhe zu finden. Träumerisch brach sie Bl ime am Blume und fügte sie z i einem Kranz. Ihre Lippen summten dabei ein selbst erdachtes Lied. 3n dem klugen Gesicht malte sich das Suchen der Gedanken, die Lust am Fabulieren. Ülnd als der Kranz fertig war. sprang sie auf, löste ihre Flechten, schüttelte den Kopf, bis die rotschil- lernde Mähne sie wie ein Mantel umgab, und drückte sich die Blumenzier aufs Haar. Langsam, feierlich schritt sie so dahin von einem inneren Bild ganz erfaßt: Blumenkönigin ist sie! Ruht in einem solchen Rosenkelch von lichtblauen Faltern getragen, schwebt durch den Frühlingsblust, huldreich ohne gleichen! Ihr zu Füßen der Blumen Reich! Dort wimmelt's und lebt's tote in der größten Stadt! Käferlein stürzen durch schmälste Gassen, — braune, bunte, goldschim- mernde! Verkünden an allen Enden: Die Königin naht! Die Königin naht! Run hastet's und klnnmt's die Halme hinan, Samträupllin, pelzverbrämte, u'ib die flinken braunglänzenden Amcislein: Die Königin, Herbei! Herbei: Himmelschlüssel, schwing deine Fahne zum Gruß! IInb Die amerikanische Gesandtschaft ersuchte die Washingtoner Regierung, ein weiteres Kriegsschiff nach Tientsin zu schicken. London, 1. Mai. (WTB.) Rach einer Reutermeldung aus Peking ist das Artilleriefeuer um Mitternacht heftiger geworden. Ein kleiner Teil des Heeres von Tschang- Isv-Lin zog sich in der Richtung südwestlich der Mauern Pekings zurück. Wu-Pei-FuS' Heer führt eine Flankenbewegung aus, während Tschang-Iso-Lin die Marco-Polobrücke über den Fluh Hun und die ZusahrtSwege nach Peking verteidigt. Aus Dem Reiche. Die Maifeiern. Berlin. 2. Mai. Die „Deutsche Zeitung" meldet, daß in Ze na gestern vormittag zwischen kommunistischen Arbeitern und einer studentischen Verbindung eine schwere Schlägerei entstand, wobei das Verbindungs- Haus der Burschenschaft Germania von den Arbeitern gestürmt wurde. Einig; junge Fuchse dieser Verbindung hatten ein Schild mit der Aufschrift „ Freibier" zum Fenster des Houses herausgehängt. Die Kommunisten drangen in das Haus ein und schlugen auf die Studenten mit Stöcken ein, wobei zahlreiche Personen verletzt fein sollen. Schließlich wurde das Haus von der Polizei in Schuh genommen. Köln, 1. Mai. (WB.) Die Mairmzüge, an welchen sich zahlreiche männliche und weibliche Qlrbeiter beteiligt hoben, sind 'bei schönem cätetter ohne Zwischenfall verla isen. München, 1. Mai. (WD.i Die sozialistische Maifeier auf der Theresienwiese ist ruhig verlaufen. Die Straßenbahnen verkehrten wie an den übrigen Tagen. Am Vormittag marschierten die Züge von den Standquartieren nach der Theresienweife. Als Redner sprach der französische Sozialist Grumbach. Rach der Feier aus der Theresienweife zogen die Teilnehmer zum Ostfriedhof zur Enthüllung des Denkmals für die während der Revolution Gefallenen. Die Gesamtzahl der Teilnehmer betrag etwa 20 000. Aus Stabt und Land. Gießen, den 2. Mai 1922. ** Amtliche Personalnachrich- t e n. Am 27. April 1922 wurde der Baupra- tifant Philipp Fung zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. April 1922 an zum Oberbausekretär bei dem Kulturbauamt Darmstadt ernannt. — Ernannt wurden: die Oberzvllsekre- täre Fritz Walther beim Landessinanzamt Darmstadt, Oskar Schanz beim Hauptzollamt Darmstadt und Rikolaus Schmitt beim Hauptzollamt Dingen zu Zollinspektoren. — Am 26. April d. F. wurde dem Pfarrassistenten -Rene W a l l a u zu Buchschlag die evangelische Pfarrstelle zu Ober-Seemen übertragen. L. äl. Von der Landes-älniversität. Dem a. o. Prosesfor der Volkswirtschaftslehre an der Oanbedun iberf itä t Gießen Dr. W. F Bru ck ist an der Universität Marburg ein Lehrauftrag übertragen worden. Er wird im Sommer- Semester über: „Die Finanzierung der Industrie" lesen. *♦ Sinkende Preise. 3n letzter Zeit wurde aus verschiedenen Gegenden des Reiches über ein sich bemerkbar machendes Sinken der Preise für Lebensrnittel (u. a. für Margarine) berichtet. Daß es tatsächlich anderswo besser bestellt ist als bei uns, zeigt ein Angebot eineö Berliner Warenhauses, das beispielsweise Tafelmargarine für 29 Mk., Kalbskamm und -brüst für 24 Mk., Kalbsnierenbraten für 27 Mk., Zwiebelleberwurst für 28 Mk. und Eier für 3,50 Mk. ver- fauft; an Fischen werden Dorsche für 5.90 Mk. und Kabeljau für 6.90 Mk. für das Pfund angeboten. — Das sind erheblich billigere Preise, als wir sie bezahlen müssen. Hoffentlich macht sich der Preisrückgang recht bald auch bei uns bemerkbar. Von anderer Seite wird uns allerdings berichtet, daß die Margannepreise in den Fabriken schon wieder herwrfgesetzt seien. ** Diebstähle. 3n der Rächt zum 26. d. M. hat ein von Essen dahier zugereister Schlosser versucht, einen Schaufenster-Einbruch zu begehen. Zu diesem Zweck warf er zwischen 10 und 11 älhr mit einem Stein die Scheibe ein und entfernte sich, zigarettenrauchend, als wenn nichts geschehen wäre, um später die Tat auszuführen. Ilm das Geräusch des Einwerfens unbemerkt geschehen zu lassen, wählte er den Moment, als der elektrische Straßenbahnwagen an dem Hause vorbeifuhr. Er hatte jedoch nicht damit gerechnet, daß er beobachtet toorben war, denn ein in der Rachbarschaft wohnender Kaufmann hatte gesehen, wie er die Scheibe einwarf, verfolgte ihn, nahm sieh! Fetzt leuchtet's und slammt's von lauter Dlumengesichterlein! Fetzt blitzen viel tausend liebste Aeuglein! Anemone wmkt mit zartweißen Händen: Der Enzian blaut. In Trüppchen wispern die Blouveigelein. Was flüstern und nicken sie sich zu? Sie weiß! Denn was keinem Auge gegeben, sie, die Königin, kann's! Die hauchfeinen Seelchen erblickt sie unter demBlamen- kleid! Da drinnen steht's: wir sind dir gut! Ewig gut! Ewig gut! Da fühlte sie, wie's ihr zum Herzen strömt. Die beugt sich ins ©raS, schlingt den Arm liebend um ihre Kinderlein, stammelnd vor Liebsein: Ich auch! Ich auch! Unö die Sonne tut, was sie tarni! Wirft Gold übers Blumenland! Küßt heißen Atems die freudetrunkenen Häupterlein! ttnd Sandmännchen huscht durchs Gras, schließt leise ein Lid um das andre zu! Rur der Hc^elstrauch reckt noch den Arm und rührt die Königin an: Komm in mein kühles Schloß, ich wiege dich etnl ilni> die Königin, halb schon tm Traum, tut, wie er bat, streckt sich in seinem Geäst auf em Himmelbettlein mit grünem Baldachin! Hört nicht den Tritt, der sich naht, wie aus weiter Feme nur eine Stimme, die fragt: „Was raschelt denn da drin?" — „Die Elfenkönigin" haucht sie und entschläft. Der Weberhaimes setzte seinen Weg fort Das Pfarrmädel interessiert ihn heute nicht. Auch ihn hatte der allgemeine Frühlingstaumel gepackt und eine heillose Idee in fein Hirn gepflanzt Er stand im Begriff tn den meilen- fernen Marktflecken zu wandern, dort feine Ziegen an den Mcmn zu bringen. Für den Erlös wollte er Sauen kaufen und Setzlinge, beim solch ein Wunderjahr wollte genützt sein. 3n ein Sacktuch gebunden trug er den Tagesproviant, in ihn mit Hilfe eines Soldaten fest und lieferte ihn der Polizei ab. — In der Rächt zum verflossenen Freitag wurde ferner in einer Villa in der Hofmannstraße dahier ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt wobei den Dieben verschiedene silberne Körbchen, Tabletten, Teekannen, Milchkännchen, Zuckerdosen usw. und ein Herren-Regenschirm mit silbernem Griff in die Hände fielen und in der Rächt von Samstag zum Sonntag wurden aus einem Hühnerstall in der Westanlage zwei Hühner und ein Hahn gestohlen und am Tatorte abgeschlachtet. *f Straßensperrungen. Wegen Vornahme von Walzarbetten ist die Kreis- straße Gießen—Reiskirchen bis auf weiteres vom Bahnübergang im Gießener Wald bis zum Abzweig der Kreisstraße nach Annerod für jeden Auto- und Fuhrwerksverkehr gesperrt, ebenso die Kreisstraßenortsdurchfahrt Albach. Der Verkehr wird im ersten Falle über Rödgen, Grohen-Buseck und umgekehrt, im zweiten über Steinbach geleitet. ** E i n Promenadenkonzert findet am Donnerstag, den 4. Mai, mittags 12 Llhr, statt Musikfolge: 1. Krönungsmarsch aus der Oper „Der Prophet" von Meyer beer: 2. Fubel- Ouvertüre von Dach: 3. Fantasie aus der Oper „Carmen" von Bizet: 4. Walzer „Mondnacht auf der Alster" von Fetras: 5. Armeemarsch Rr. 163 von Graf von Redern. ** D i e Maifeier verlief in Gießen, in den Rachmtttagsstunden durch aufklärendes Wetter begünstigt, ruhig. Mehrere Züge von Feiernden bewegten sich unter Absingen von Liedern nach den Versammlungsplätzen und Festlvkalen. Am Vormittag fand im Gase Leib eine grshe Versammlung statt, in der der Vorsitzende Ottilie vom hiesigen Gewerkschaftskartell die Maiansprache hielt. ** Gießener Freiwillige Sanitätskolonne. 0m abgelaufenen Vierteljahr wurde die Kolonne in über 300 Fällen in Anspruch genommen. Davon bei 250 Krankentransporten. Für die Allgemeinheit dürfte von Interesse sein, zu wissen, dah an Sonn» und Feiertagen von 3 Mr nachmittags bis 8 Ahr abends eine Wache, bestehend aus drei Sanitätsleuten, Sonnenstrahe 2, zur Verfügung steht. Beim Anruf durch Telephon ist die Wache mib Rr. 1010 (Feuerwache) oder 1354 (Kolonnensührer) zu erreichen. Die Inanspruchnahme von Kolonnenmitgliedern zu anderen Zeiten kann durch die angeführten Telephonnummern, sowie bei den durch Schilder gekennzeichneten Verbandsstellen erfolgen. — Bei Bedarf von Gegenständen zur Krankenpflege aus der Verleihanstalt, die für eine geringe Leihgebühr abgegeben werden, wende man sich an den Kolonnenführer L. Kratz, Schulstr. 11. Die Verleihung erfolgt nur gegen Bescheinigung eines Arztes oder einer Pslegeperson. ** Der Wartburgverein veranstaltete am Sonntagabend seinen äußerst zahlreich erschienenen Gästen einen selten schönen Familienabend, der allen Anwesenden wohl noch lange Zeit in freundlicher (Srumerung bleiben wird. Den Abend, der zur Ehrung des Vereinsleitcrs von beiden Fugendabteilungen ins Leben gerufen worden war, füllte ein abwechslungsvolles Programm aus. Ein Theaterstückchen, das äußerst gewandt und lebendig gespielt wurde, verurteilte in humoristisch seinen Anspielungen den alten Erbfehler der Deutschen, den Patteihader, und erzielte mit feinem Bekenntnis zum Rationalen eine tiefe Wirtting. Lieder zur Laute, die zum Vortrag kamen, scherzhafte Gedichte in Wetterauer Mundart und schöne, musikalische Darbietungen liehen die Zeit nur allzu schnell verstreichen. Der Abend war erneut ein Beweis für das rege Leben, das in diesem Vereine herrscht, vor allem aber ?uch ein schönes Zeugnis für den in ihm lebendigen Geist herzlicher Gemeinschaft, an dem man nur seine Freude haben kann. Der Himmel im Mai. Wenn am 21. Mai die Sonne in das Zeichen der Zwillinge tritt hat sich die Tagesspanne, die am 1. Mai 14 Stunden 41 Minuten betrug, auf 15 Stunden und 43 Minuten erweitert. Am 4. Mai haben wir zunehmenden Mond, am 11. Vollmond, am 18. abnehmenden Mond und am 26. Mai Reu- mond. Von den Planeten ist zu erwähnen: Merkur ist mit Ausnahme der ersten Woche den ganzen Monat abends im Rordwesten sichtbar, um die Mitte des Monats herum 3/i Stunden. Die Sichtbarkeitsdauer der Venus nimmt auf eine bis 3/d Stunden zu. Mars ist vom 26. ds. Mts. an die ganze Rächt sichtbar. Fupiter geht von Mitte Mai an vor Sonnenaufgang unter und ist Ende Mai noch 5 Stunden lang sichtbar. Saturn kulminiert Mitte Mai bei Sonnenuntergang und ist bis dahin noch die ganze Rächt hindurch sichtbar. der Rechten einen Knüppel zur Stütze und Wehr. Eifttg schritt er fürbaß. Er fant an kleinen Aeckern vorbei, die in früheren Fahren kaum hundert armselige Stengel getragen. Fetzt drängten sich Halm an Halm die jungen Aeh-ren, roter Mohn und die blauen Kronen der Kornblumen dazwischen. Unb die Obstbäume, die auf der Heide nur mannshoch wuchsen, standen blütenbeladen, wie kleine, glückübergossen e Dräute. Der Weber Hannes hatte schon einen guten Teil Weges hinter sich, als er auf dem Gipfel des Weilerberges ein Glitzern and Flimmern bemertte, das er nicht zu deuten wußte. Sollte dott droben die Sonne ihr Spiel noch toller treiben als drunten auf der Heide? Aber nein: Mit einem Male schien es, als ob sie ein Schleierchen um das andre vor das gleißende Gesicht zöge, um mit dem Hannes zu kokettieren. Die Geißen fingen an tn die Luft zu schnuppern, statt im Vorbeigehen an Gras und Blatt zu naschen, älnd je mehr ihr Führer sich dem Gipfel des Berges näherte, um so weniger lenzlich wurde es ihm zumute. Auf einmal flatterten feine weiße Federn durch die Luft. Zärtlich legten sie sich dem Hannes auf die Rase. Aber der hätte für sein Leben nicht zugegeben, das; es Schneeflocken feiern Bald aber konnte er sich's nicht mehr verhehlen. Denn was dort die Dergkuppe zudeckte, erkannte er jetzt deutlich als Reuschnee. Sollte er um« lehren? Rein! Es konnte sich doch nur um einen verspäteten Aprilschauer handeln, und er war schon drei Stunden vom Dorf entfernt! Also vorwärts! Also vorwärts! Die Geißen meckerten mißvergnügt, er mußte sie mit dem Stecken zum Gehorsam aufmuntern. Inzwischen kamen die Flocken reichlicher. Zielsicher durchstrichm sie die Vornottzen. — LageSkalenderfürDienStag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Prinzessin von Toskana", und „Das zweite Leben". — Der Gleiberg-Verein hält am Samstag nachmittag 3Vs älhr auf der Burg Gleiberg seine djesjähttge Generalversammlung ab. Als geeignetste Bahnverbindung kommt der um 1.20 nachm. abgehende Zug der Diebertabbahn in Frage. Auf der Tagesordnung steht außer Rechnungsablage und Geschäftsbettcht die Feststellung des Voranschlages für 1922/23 und Reuwahl für den ausscheidenden 1. Vorsitzenden. Landkreis Gießen. = Hungen, 2. Mai. Bei einer gestern in hiesigen Waldungen stattgefundenen H o l z v e r- fteigerung wurden wieder unsinnig hohe Preise geboten. Dei allen Versteigerungen sind es die Steigerer selbst, die die Holzpreise in die Höhe treiben, sie müssen immer wieder von den VeZ'teigerungsleitern auf ihr überängstliches Gebühren auftnettsam gemacht werden. Es wurden geboten für 2 Meter Duchenscheiter 1300 bis 1400 Matt, 3 Meter Duchenprügel bis 1500 Mk.. 4 Meter Duchenstöcke bis 2100 Mk. Kreis Lauterbach. △ Herbstein, 28. April. Däe Meister- Prüflinge des östlichen Vogelsberges hielten hier eine statt besuchte Versammlung ab. Sie beschlossen einstimmig eine Eingabe an die Handwerkskammer mit dem Ersuchen, die Meisterprüfungen für die Vogelsberger Bezirke Lauterbach und Herbstein in einem dieser beiden Otte abzuhalten. Das Gesuch wurde mit den hohen Reisekosten bis Gießen und den durch den Krieg zahlreichen rückständigen Prüflingen begründet. Kreis Schotten. □ Freienfeen, 30. April. Gestern abend ertränkte sich eine hier wohnende Krieger-- witwe in dem Seenbach. Wie man hött, sollen Zwistigkeiten mit dem Manne, dem sie die Witt- schäft führte, die Selbstmördettn in den Tod getrieben haben. । We t terf eld bei Laubach, 30. April, ilnfere Gemeindeverwaltung gedenkt auch tn diesem Fahre den Steinbruch „am Rod" (zwischen Röthges und unserem Dorfe) wieder auszubeuten. Dieser Steinbruch liefert einen weit und breit geschätzten Baustoff, Unter prächtiges Ehrendenkmal am Dürgelkops liefert einen deutlichen Beweis dafür. I Vom oberen Wettertal, 30. April Gestern mittag tobte mehrere Stunden ein heftiger Gewitter sturm, teilweise mit Schneegestöber, über unserer Gegend. Heute ist nur wieder das schönste Frühlingswetter. Eine alte Bauernregel sagt: „Der April: Macht's wie er will," oder: „Der April ist nichts so gut, er schneit dem Bauer auf den Hut!" Kreis Friedberg. £ Butzbach, 1. Mai. Die hessische Regierung will fiskalisches Gelände mit der Stadt austauschen. Die Gemeindevettretung findet die Bedingungen derart schwer, dah sie den Tausch unter den angebotenen Vorschlägen ablehnt und den Beigeordneten Heil beauftragt, mit der Regierung mündlich zu verhandeln. — Das Gesuch des Vereins für Rasenspiele um Ueberlaffung der Festhalle zu dem S p o r t f e ft e am 29. und 30. Juli wurde genehmigt. A Ostheim bei Butzbach, 1. Mai. Der Gemeinderat streikt feit Samstag. Die Mehrzahl der Gemeinderatsmitgli^>er hat wegen Meinungsvettchiedenheit mit dem Bürgermeister ihr Amt niederg legt. Starkenburg und Rheinhesse«. rm. Darmstadt, 1. Mai. Einbrüche. Außer bei der Landwirtschaftlichen Zentral- genossenschaft ist in der Rächt zum Samstag auch in der benachbart liegenden Handwerkskammer ein Einbruch verübt worden. Auch hier suchten die Diebe nur nach Geld. Sie brachen verschiedene Pulte, Schränke, Tische usw. auf und es fielen ihnen etwa 1500 Mark an Bargeld in die Hände. Zweifellos hat man es hier mit denselben Tätern zu tun, wie bei dem Kreisamt und der Handwerkerzentralgenossenschaft. Bisher waren sie leider nicht zu ermitteln. c. Darmstadt, 30. April. Vor einigen Wochen hat eizi Dahnbeamter einen etwa achtjährigen Knaben in einem Zuge aus der Bahnstrecke Franksutt nach Darmstadt ohne Fahrkarte angetroffen. Er hat angegeben, seine Mutter sei unterwegs ausgestiegen und habe ihn sitzen lassen. Der Funge wurde dem Jugendamt zu Darmstadt zugeführt und befindet sich jetzt noch in feiner Fürsorge. Der vorliegende Fall gewinnt dadurch ein besonderes Interesse, als der an sich aufgeweckte Junge, der angibt, Josef Götz zu heißen und aus Mannheim zu sttn, den Wohnort seiner Eltern nicht Hüffen will. Da auch die Eltern offenbar kein Interesie für den Verbleib ihres Kindes zeigen, war es der Behörde bis jetzt nicht möglich, die Herkunft des Knaben festzustellen, da sich alle seine Angaben als falsch erwiesen haben. unbewegte Luft, rasteten auf Gras und Strauch, auf dem Fell Der Tiere, ober verirrten sich tn des Weberhaimes weitabstehenden Hemdkragen, von wo aus sie ihm über den Rücken riefelten, daß er bald jämmerlich zu frieren begann. Er steckte den Lebensvorrat in die Hosentaschen, band das Sacktuch um den Hals und stapfte eigensinnig weiter, obwohl der weihe Fußteppich dichter und dichter wurde. Endlich auf der Dergeshöhe an- gelangt, sah er die wette Tallandschast vor sich im tiefsten Winterlleid! Viele Stunden Wegs lagen noch vor ihm bis zum nächsten schützenden Obdach! Selbst dem Weberhannes begann es zu dämmern, daß die ttmkehr das Klügste seii Fluchend trat er den Heimweg an. So schnell als möglich wünschte er jetzt nach Hause zu kommen. Der Gedanke an seine Ofenecke und etwas Wärmendes für den Magen erfüllte ihn mit schmerzlicher Sehnsucht. Aber auch da gtngs ihm wider den Stttch. Der Schnee lag bereits so tief, dah man die Füße hoch heben mußte, um vom Fleck zu kommen. Die Wolken hingen tief und schwer, die Flocken fielen eiliger, und erfüllten, eng aneinander geschmiegt, die Lust. Rastlos, unbeirrbar sanken sie nieder und begruben den Frühling unter sich, älnd mehr und mehr stellte sich ein tolles Fagen eim In Fetzen warf es den Schnee vom Himmel, der sich auftürmte, als sollte die Welt in einem Schneebett ersticken: Dröhnend brachen die Bäume des Waldes unter der wasser- schweren Bürde, die stärker war, als ihre last- gewohnten Arme. Es war ein Krachen und Knattern tote in der Schlacht. (Fortsetzung folgt) am Sonn1 Fußballmeisterschaft von rufen durch Entfernung der Ri gemacht war, konnte die Äuni der angegangen: ,30 Mk. und «ns Internationales Prager Bergrennen Königssaal-Irlowischt am 30. April 1922 Sieger: wr m« 28/95 p$ Mlerceöes auf Peters Union Zahnradreifen WWWWWWWMMW^ TBLKQBAHHi 9107/30 praha autolndustrie präg 4320ss H ■ •r ■’S* t e rShilf e Crumbach 306 iftörer ein Ende bung fortgesetzt vystava automobllu. 19 36/37 30’4 1500 Mi. Sei mätag. Sie c Vit wegen MgenMer fische Legie* )e mit der ibehcrtidung ; baf) sie den lägen ablchnl ragt, mit bei -DoS Gesuch erlalsung der am 29. und weißer- W hielten rb- Sjrbe. : an die Men, die I” Dezirke ein beiden e mit den ' durch den simgen be. Hessen. Einbrüche, hen Zentral- um Samstag Handverks- :il Auch hier Sie brachen u|"tD. aus und werden. Als Redner war der durch den Reigen- prvzeß weiten Kreisen des Volkes bekannt gewordene Professor Brunner - Berlin gewonnen worden, der in einer etwa zweistündigen Rede gegen das Aufführrn unsittlicher Theaterstücke energisch Front machte. Schließlich wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die heute in der Paulskirche zu Tausenden versammelten Bürger und Bürgerinnen aller Stände und Konfessionen Frankfurts wenden sich mit Entrüstung gegen die Aufführung des Schau- spiels »Vatermora' und der Operneinakter „Mörder. Hoffnung der Frauen", »Rusch Ruschi" und „Santta Susunna" auf unseren groben städtischen Bühnen. Sie ersuchen die Bühnenleitung, diese und ähnliche, das sittliche und religiöse Gefühl weiter Volkskreise verletzenden Bühnenwerke vom Spielplan abzusehen." fvd. 5 r a n l f d r t a. 'M., 1. Mai. Ein neues, anscheinend recht lohnendes Gewerbe hat der 31jährige Buchhalter Kurt Oberemptwis Berlin ergriffen. Von Holland aus bereist er die westdeutschen Städte und verübt hier fortgesetzt Unterschlagungen und schwere U r - kundenfälschungen. Wenn ihm der Boden zu heiß wird, kehrt er aus kurze Zeit nach dmr sicheren Holland zurück. Bisher konnten die Spuren seiner Tätigkeit in Darmstadt, Mainz. Bingen und Wiesbaden festgestallt werden. ' Fulda, 1. Mai. BerbandStag und Fachausstellung der Schuhmacher. Anläßlich des 1. Derbandstages des Schuhmacher-ImmngsverbandeS für Kur- Hessen und Waldeck am 14. und 15. Mai wird hier eine Fachausstellung handwerksmäßiger Erzeugnisse, sowie eine solche von Maschinen, Leder und Bedarfsartikeln stattfinden. Zur Ausstellung werden die Lehrlinge des Handwerkskammerbezirks Kastel und alle Meister des Deutschen Reiches, deren Organisationen dem Bund deutscher Schuhmacher-Onnungen angehören, zugelasten. Auskunft erteilt die Gesc^ftSstelle I. Fleischer, Fulda, Severi- berg. >eim zu seH- t Men Interesic^ war es ott • Herkunft Turnen, Sport und Spiel. • (Siebener Ruder-Elud .Has- f ia“ 1 906 c. V. Am Sonntag fand durch den Ruder-Club .Hassia" die Einweihung seiner neien Boctshalle, Taufe eines Schalvierers sowie gleich- zeitig Aniadern für diese Saison statt Trotz des schlechten WetterS halten sich außer den Mitgliedern auch viele Hunderte von Freunden des Rudersports cingefunDen. Unter den Aiwefen- den befanden sich auch Abordnungen der .Gie- tzencr Ruder-Gesellschaft", des .Gießoner Ruder- Sport", des ,Kanu-Clubs" sowie aich des Wetzlarer „Ruder-Vereins 1919". Der 1. Vorsitz»nde Safte in hielt die Weiherin der er in kernigen Worten den Werdegang der .Hasfia" fett dem GründungS^chre 1906 darlegte. Rach der Ucbergabe der Bootshallenschlüssel an die Materialienverwalter ergriff der Ehrenvorsitzende Kreiling (Gießener Rudergesellschast) daS Wort und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das gute Einvernehmen des ältesten Gießener Rudervereins mit der .Hastia" stets zum Wohle beider Vereine auch weiter bestehen möge. Als ein äußeres Zeichen der Einigkeit übergab er einen Fahnen-Wimpel der Gießener Ruder-Gesellschast, der unter Der Zahne Der ,Hastia" angebracht werden soll. Der Vertreter des Gießener Ruder- Sport. Wagner, sowie Herr Heidel vom Wetzlarer Ruderverein 1919 und Herr Karl 3 oc D t vom hiesigen Kanu Club sprachen in gleichem Sinne. Es schlotz sich eine Besichtigung Der neuen Halle sowie die Taufe des Schtlbootcs an. Die Fritz Schüßler. Mitbegründer Der „Hastia". vomahm. Hungen, 1. Mai. Droh der regnerischen Witterung traf gestern nachmittag Die 2. Mannschaft des (Siebener Sp. - Cl. 1900 lLiga- Crsah) zu einem Gesellschaftsspiel hier ein, an der Bahn vom hiesigen Sportverein empfangen. Diesem Spiel mit unserer 1. Mannschaft sah man mit größter Spannung entgegen und es sand sich eine ziemlich große Zuschauermenge auf Dem Sportplatz .Allewiesen" ein. Das Spiel nahm gleich scharfe Formen an und das Gießener Tor war zu Beginn mehrmals stark gefährdet, ohne daß jedoch ein Ball inS Retz kam. Gießen raffte sich nun auf und konnte in der 23. Minute zum erstenmal einsenden. 2 Minuten später flog der Ball zum zweitenmal ins Tor. 3n der 32. und 35. Minute konnte Hungen Den Ausgleich Herstellen und in der 42. Minute daS 3. Tor für sich kreisanit und Wherwa- Jor einigen nen etwa m Zuge aw mstadt ohne cgeben. feme inb habe chn ■■■ ' - - estern abend de Ärieger- hört, sollen e die Dill- i de» Tod April. iud) in die- i v d" W. vieder an»- >en tont unb Prächtige- vpf Itefal l. N. April •en ein hes- it Schnee- eute ist mir itter. (Snt Macht's tote Mo gut, er j-Wtern in innig rdl. ”Ä S 1500X tn«tag Ä Sä sitzenden. FelNnashousen 528,50 Mk. — 3m südlichen Hm- terfanofrrifc sind Drei gewerbliche De» rufslchulbezirke durch den Zentralvorstand Des Gewerbe verzins für Rafsau eingerichtet worden, nämlich Raunheim. Rodheim und Fellingshausen. » |»IU! ck-n-fE chen-"" buchen. Halbzeit. Schon in Der 5. Minute nach Wiederbeginn schickt Gießen zum Drittenmal ein und in Der 23. Minute fällt sein 4. Tor. In 42. Minute gelingt es Hungen wiederum. Den Ausgleich zu schassen. Zum Schluß entwickelt sich auf beiden Seiten ein heftiger Kampf um Den B-all. um den Sieg zu erringen. Jedoch ohne Erfolg Gin in der letzten Minute verhängter Strafstoß wird von Hungen Deshalb zum 5. Tor verwandelt. well Giehtrns Tormann Das Tor versieh. Sclenverhältnis 5: 4. Rach Dem Spiel vereinigten sich beide Mannschaften zu geselligem Beisammen- wl»”6" Sc steckte D Ml-r cgt»W?; ! S |eii ' schnell ich jnZ> f° W ff ms • Vsthetm, 30. Tlprtl. Der Herr „®Tflf“ und seine „Frau-. Bor einigen Wochen stieg m einer hiesigen Gastwirtschaft ein Pärchen unter dem hochllmgenden Namen „Graf v. Pleß und Frau" ab. Der Herr Graf hatte es durch sein leutseliges Wesen bald verstanden, sich die Zuneigung und das Ber- t rauen führender Persönlic^eiten unseres DrteS Au erwerben und dadurch jeden Keim des Argwohns gegen sich und seine Begleiterin von vornherein ausgeschaltet. Der Herr Graf hatte nur den einen Fehler, daß er oftmals vergaß, seine Zechen sowohl wie die Kosten des Unterhalts für sich und seine ,,Fvau" zu begleichen. Als dann der Gastgeber des „gräflichen Paares" bescheiden einmal wegen Begleichung der nicht unerheblichen Rechnung anklvpfte, da stellte sich heraus, daß Geld bei dem Paar das Wenigste war. Run wurde die Polizei für den Fall mterestiert, die den Herrn Graf als einen gewöhnlich Sterblichen namens Heinz Schmidt rekognoszierte. rm. Rüsselsheim, 1. Mai. Bei der gestrigen Bürgermei st erwähl wurde für Den verstorbenen sozialdemokratischen Bürgermeister Jung in scharfeem Wahlkampfe, an dem sich etwa 92 Prozent aller Wahlberechtigten beteiligten, der von den bürgerlichen Parteien D. B. P.» Dem. u. Zentrum, ausaestellte, der D. B. P. angehörende Rektor M ü l l e r mit 2144 Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat, der Sozialdemokrat Harth, erhielt nur 979 Stimmen. rm. Biebrich, 1. Mai. Beim Wüschekochen verunglückt ist dahier ein in der Wiesbadener Allee bedienstetes Mädchen. Beim Llmrühren der Wäsche schlugen die Flammen aus dem Kessel und erfaßten die Kleider des Mädchens, das schreiend aus der Waschküche in den Hof lief. Bis die nötige Hllfe und der Arzt zur Stelle war, verbrannten die Kleider. Das Mädchen ist ihren schrecklichen Brandwunden erlegen. rm. Mainz, 1. Mai. Ein Demvn- stra^ionszug von etwa 200 Kriegsbeschädigten zog am Sonntag vormittag vor das Rathaus, um durch eine Abordnung dem Oberbürgermeister eine Bvrstellung überreichen zu lassen, in der sie unter Hinweis auf die Notlage um Aufbesserung der bisher gezahlten Unterstützungen ersuchten. Die Demonstration verlief ohne Zwischenfall. — Während andere Strahenbahnstrecken an verschiedenen Orten infolge Unrentabilität eingestellt wurden, hat man jetzt die Strahenbahn- strecke Mainz — Finthen, die aller- distgS von großer Bedeutung ist, eröffnet. Kreis Wetzlar. ra. Fellingshausen. 1. Mai. 3n Den Gemeinden unseres Bezirks sind für Die Al- Selbst starke Aufgüsse von Kaffee Hag, dem coffeinfreien Bohnenkaffee, verursachen keine Störung des Allgemeinbefindens oder der Herztätigkeit,weil dasCoffein fehlt Gutachten aus der 1. Medizinischen Klinik der Tharite in Berlin. tag in Augsburg vor sich, nad)Dem vorher jebe Partei ein Spiel gewonnen hatte. Wacker- München war Die glücklichere Partei Dem Spiel wvbnte eine große 3ufd>auermenge bet Bis zur Pause verlief Der .Kampf torlos. Rach Dem Seitenwechsel tarn Wacker zu 1 Tor, Denen Die Fürther lern# entgegensetzen tonnten. Mit 1:0 biteben Die 'Münchener Sieget. — Spielvereinigung Leipzig mt t • telDeu tscher Fußballmeister. Di- Spiele am Die Fußballmeisterschaft von Miltrl» Deutschland brachten am Sonntag DaS Sntschei- Dungsspiel zwischen Ring-Dresden und Spiel - Vereinigung Leipzig. Die Leipziger siegten in Der sächsischen Hauptstadt mit 3: 1 (1:0) und find dadurch Meister von MitteldeutfchlanD g.'tixir« Den. 3n bciDen anDercr. Meisterschaftöfpielen spielten Sportverein 93-Halle gegen (5l>.mnitzkr Ballspiel'K ab unentschi.Den 0:0, wädrenD Dii Spielverei.n,>mg Erfurt gegen Fortuna-MagDe- bürg mit 4:1 (3:1) überlegene Sieger Hieb. - Der 49. Länderfuhballkamps Oesterreich—Angarn, Der am Sonntag in BuDapest au-getragen wurde, endete unentschieden 1:1. 'Bei Der Pause führte Die österreichische Mannschaft, Die nach Der RieDcrlage gegen Deutschland vollkommen umgestelllt worben war. 1:0. Das Tor fiel in Der 44. Minute durch ZiSDa. Der Ungar Molnar stellte zehn Minuten nach Dem Seitenwechsel Den Ausgleich her. Bei Den Ungarn war Die Hintermannschaft nicht auf Der Höhe und so kam auch Der Sturm nicht zur Geltung, weil er nicht genügenD mit Bällen versorgt wurDe. 3n Der österreichischen Elf war Der Torwart Kernhäuser übetragenD. Er hielt Die unglaublichsten Bälle. Als Schiedsrichter fungierte Dr. Bauwens- Köln, mit dessen EntfcheiDungen Die Ungarn nicht restlos zufrieden waren, 35 000 Zuschauer wohillen Dem Kampfe bei. • 3 m 3nter nationalen Prager Benzrennen in Königssaal-Zilowitsch am 30. April wurde Salzer mit 2895 PS. Mercedes auf Peters Union Zahnradreifen mit Da kürzesten Fahrzeit Sieger. Salaer eohlägt jede Konknirenz beim heutigen Königeaal bergrennen erhält ersten Preis. Hat die kurseste Fahrzeit. Peters Union Zahnrad bei schlechtem terraln glänzend bewährt. Hcsscn-Raffau. * Srantfurto. M. 1. Mai. Gestern abend sand in Der hiesigen Paulskirche eine große Pro test Versammlung statt gegen Die Das sittliche und religiöse Empfinden Der christlichen Bevölkerung schwer kränkende Ausfübrung von Theaterstücken unsittlichen Inhalts. Die Versammlung, Die sich eines auherorDentlich starken Zuspruches erfreute, war vom Verein zur Hebung Der Sittlichkeit, Dem VerbanD Der katholischen Vereine Frankfurts, Der Deutsch-evangelischen Volksvereinigung. Dem Deutsch-erangelifchen FrauenbunD unb Degi Konservativ-jüdischen Gemeindeverein einberüfen worden. Zu Beginn der Sitzung kam es zu einer kleinen Ruhestörung, als während Der einkitcnDcn Worte DesLandgerichtS- direktors Servatius jugenDliche Elemente Zwischenrufe machten. RachDem Diesen Zwischen- 5od)fd)n!nachrid)ten. 1( Ma rburg. 30. Aprll DaS aus Straßburg an unsere Universität übergesieDellc Korps R h e n a n i a begeht gegenwärtig unter zahlreicher Beteiligung alter Herren fein 50. Stiftungsfest und zugleich die Weihe seines neuen Vereins Hauses sein, das bei Gelang und Ansprachen anregend verlies bi» zur Abfachrt der Gäste — Um die Norddeutsche Fußball- Meisterschaft fchlug am Sonntag in Han» nover Holstein—Kiel die Hannoversche Arminia mit 7:1 und in Hamburg war X B T. 6. Bremen gegen St. Georg Hamburg mit 4:2 siegreich — Wacker-München gewinnt di« Fußballmeisterschaft von Bayern. Tas dritte entscheidende Spiel zwischen Spiel- Vereinigung Fürty und Wuter-München um Die L Mahnehmen, Vv-k Zuschneider, und Unfertigen sämtl. Damengarderobe beginnt am 8. Mai 1922. 4055 Lina Petri, Roonstratze 30. Bsj Sonnteg den 7, Mal, abends 8 Uhr H einmaliges Gastspiel des wellberöhmf. groOruss. I Balalaika-Orchesters Dirigent: Alexander Michailowski. Hl Unter Mitwirkung der russ. Solotänzer I Kflnetler! Michail Orlofll Natalia Michailowa!KOI15tIerI reise: Numerierter Sperrsitz 11 Mk. Platz 10 Mk.. 2. Platz 7 Mk. u. Steuer. Java-Ümklatt3i.8eti46 Mk. Sun.* 3 Le. Vollblatt (reintarbio) 210 Mk. Rn™ n Sb1 lB- Stflekblatt Stun.-Gaad-Dacka 150 Hk. ,, . — . . ___ 3 lg. Vollhiatl hall 4„g ss (hel,ste Farlie) 395 ök- greife p Vikg verzollt gegen Nachn. oder Akkreditiv. Jede oem. Menge wird abgegeben. Zoll-Nr. angeben. Eblers A Co., Robtab., Eflln, Pfeil str. 25/27, Tel. B. 4002. BraaU-Fellx 2 a 43 Mk. DT Billige Rohtabake "VR Java*Einlage 83, 38,42 fflk. 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Ihr edler Sinn, ihr nur dem Höchsten zu gewandtes Streben werden uns unvergeßbar bleiben. Liter 60.00 Liter 64.00 in Flaschen AlOise WkWlm la Bollreis ©emüfenoöeln Frische Landeier zum billigsten Tagespreis Am 30. April starb nach kurzer schwerer Krankheit unsere liebe Kollegin, die Assistentin der Mediz. Klinik Frl. Dr. med. ErikaThaer. Die Einäscherung findet in aller Stille in Friedberg statt. Von Kranzspenden und Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Frau Susanna Weil geb. Jäger nebst Kindern und alle Angehörigen. Großen-Linden, Lang-Göns, Holzheim, den 30. April 1922. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Mai, nachmittags W Am 30. April starb nach kurzer Krankheit unsere g liebe Schwester Dr. med. Erika Thaer t im fast vollendeten 31. Lebensjahre. Namens der Hinterbliebenen: Pfarrer Albrecht Thaer Marie Thaer, geb. Weicker | Prof. Dr. Clemens Thaer Gertrud Thaer, geb. Pasch. | Gießen, den 1. Mai 1922. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. Mai, D nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Fried- Heute abend 8 Uhr entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Gatte, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Weil, Weichenwärter EnlziicWdHei' preiswert durch Favorit-Schnitte! Favorit- sl öden-Al bum f. Frauen. f. Kinder, f. Wäsche, Heute nacht starb plötzlich mein lieber, guter Mann, unser treuer Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Eisenbahnsekretär i. P. Ernst Franz im 65. Lebensjahre. In tiefem Schmerz im Namen der Hinterbliebenen; Emma Franz, geb.Froböse Gießen, Langendreer, den 1. Mai 1922. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Mai, 31/, Uhr nachm., von der Friedhofskapelle aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man M Mittwoch, 3. Mai, von 5 Uhr nachm. ab en unt. Leitg. d. Trainers. Donnerstag, 4. Mai, 7 Uhr abends MchtwalSIauf (Germania). Freitag, den 5. Mai, S‘/s Uhr abends ankerordentliche 8cneral»ttsmmlii!!ji (Pfälzer Hof». 4318v Der Vorstand. M I U L Herr Wolfs, Mainz, Dors, des Hess. Landesverbandes der Mieterschutzvereine. Wir bitten um recht zahlreiche Beteiligung, es soll eine dringend notwendige Aufklarungsversammiung für alle sein. Zur Deckung der Tageskosten werden 2 M. erhoben. Der Vorstand. Gestern morgen 101/* Uhr entschlief nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwägerin und Tante Frau Leonore Lieber geb. Scheid jrn Alter von 57 Jahren. Im Namen der trauernden Angehörigen: Wilhelm Lieber, Forstmeister a. D. Schade & Füllgrabe Filialen in allen Stadtteilen. Nidda, Rann 26. 4316c Schotten, Hauvtstrake 15. -isuffll la 1 Mm Wlöl Ä Wi) Wl Lagerraum zum Einlagern von technischen Deien und Fetten, wenn möglich mit Bureau, gesucht. 42820 M eigenes Fabrikat, prima Papier zu sehr vorteilhaften Preisen im Spezialgeschäft Z.P.Zam, Papierhandlung Bismarckstraße 10. 04527 Täglich Künstler - Konzert ausgeführt von neu engagierten Künstlern Eigene Konditorei! Besitzer: Karl Schneider .... 1865 - 1915 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Alterskollegen von dem Heimgänge unseres lieben Alierskollegen Herrn Eduard Fitzler geziemend in Kenntnis zu setzen. »«» Die Beisetzung findetMittwoch, denLMai, nachm. 2'/r Uhr statt. Der Vorstand. □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□DO MU jeder W BMaHS wer! Die örWMe UüiD.-Dnidecei. H. £qüq?. Gieren D□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ Ad Donnerstag, den 4. Mai 1922 findet im Gewerkschaftshaus in Gießen seitens der Firma K. W. Meißner, Hamburg ein Verkauf von MM-Ü.AWOW statt. (Es handelt sich hier um einen besonders günstigen Verkauf, und jedem ist Gelegenheit geboten, seinen Bedarf gut und preiswert zu decken. Der Preis beträgt trotz stetig zunehmender Teuerung w* 800 Mark für einen kompletten Anzug- resp. Kostümstoff Der Verkauf findet von 10 Uhr vormittags bis 6lA Uhr nachmittags statt. SwWISlOM MW 0. lllilO. I. A.: Otto Ottilie. (04488 250 Gramm- © *)E Stück 023 Paket 1.53 Neu eingefllhrl: S & F-Kafento extra mit 40°/o Bohnenkaisee, besonders geeigneter Ersatz für reinen 'M äa Bohnenkaffee, V,'Pfd.-Paket frl.Vu mit28°/oBohnenkaffee,'/^Pfd.- mit 10°/oBohnenkaffee, ^Pid° 10.50 Flasche 55.00 '/«'Flasche 31.50 WkS- hoch- Wle. MW.MRwO.Z.Msl. Beginn der K»rrse: Die Philosophie des 19. Fahrhuudertd und die sranzösiichc Nevo- lution (Prof, von Aster) von 8—9 Uhr in der Universität. Daö Matthäusevau- gelinm ((Gleichnisse) (Lic. Del I)von 8—10 Uhr in der Oberrealschule. Gymnastik (Fräulein Karbe), Vorbesorechnng, 8 Uhr in der Oberreal-, schule. 4302v Sliiintltoiitfn auch die in der Universität staitfindenden, abends vor Beginn in der Ober- realfchnle lEingang BIS» marckstraffe). PrMnm handlum gen, den durch Aushang bezeichneten Geschäften u. auf der Geschäilsstelle. (Löberstr.2611) kostenlos^ Trauringe fugenlos 333 — 585 gestempelt in großer Auswahl bei billigster Berechnung. G. Gü mb le in, Juwelier, “77c Bruchstraße 19 II. — Etagengeschäft — .....-7_ 7.: Verein Rudersport Gieflen1913 und akad. Ruderabfuilung. Freitag, 5. Mai, 8'/a U., Bootshaus: Moiidsvcrsmmllinii 1. Eingänge. 2. Neuaufnahme. 3. Trainingsver- vffichlg. 4. Verschiedenes. Vorstandssitzung 8 Uhr. 4308v Der Vorstand. 'V’V' Mittwoch8Ubr ZtA Berlchterstatlg. 'M Vereinigte Handeis- Lehranstalten GIESSEN Leiter: J. Kunzeimann Selters weg 73 Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. 2. Mai Beginn d. neuen Schuljahres. Auskunft u. Anmeldung täglich bei der Hansa-Schule Selters weg 73 Tel. 821 Oder 3568a Vogtschen Handelsschule Goethestr. 32 Tel. 2064 Prospekt frei. Von beute an frische Goldbarsche Schellfische Kabeljau Seelachs Ä Margarine empfiehlt 4329c GMg Wilenskis gegcnüb. d. Engelnvotheke | Vereins | Seid. Gießen Donnerstag, d. 4. Mai, abends 8'/zU., im Hörsaal des Min.-Geolog. Instituts, Borlesungsgebäude, Ludwigstrahe 231 Botlrng Oes Semi JJtof. K Mrofiomfö: „Wie der Rhein entsland“ (mit Lichtbildern). Eintritt frei. 4299v Gäste willkommen. Mieterverein. Donnerstag, 4. Mai, abends 8 Uhr, im Katholischen Vereinshaus ffck öMü* taniintaj. Tagesordnung: Reichsmietengesetz u. Mieterschutzgesetz «ze«eshkll.VeizkmiiMP,d40.00 (*- ------«« toWg satz )ür knavven Zucker vielfach verwendbar, n Krt 1-Pfund-Würfel 3JU HlßWe I-Pfund-Paket 10.50 ©erlieiilflfie? I-Pfund-Paket 9.25 Jfelll Ortsgroppe Gießen. Mittwoch 8 Ubr: fflonalsoetißmmlung. Wicht. Beivrechungen. Wahl der Stimmführer Gautag. 85v Zahlreiches Erscheinen erbittet der Vorstand. SanitSts- Derein. Wegen Erhöhung der Aerztehonorare beträgt der oor läufige Beitrag monailich 20 Mark ab 1. Mai d. I. 4310 Der Vorstand. Liebiattrasre 64 r» r. iod)'8 Ubr: MMMM. iern »<üi ittet man 04547 TZ Siebenen; 'roböse den. ow .denLMai 'Lorslaod. iden ager Mai’ 1922. Mittwoch, । von der $ mein -r Vater, id Onkel ir i. p, mr ) traurige von dem rStoüegen itzler v Srivrrkiiunaru. irLtimmiüdrcr Sautao. >'V eicheö Gridiemcn der Poritaud. nitäts- Derein. n Erhöhung der onorart betragt rfäunoe SfitrM H 20 Mark ab i 3' jer Boriiaad. Ms- B- t,di u °L Wil Ä lnasttk,Le-b'"',; für <}De «.LS"«" :ftr.2öA Nr. 102 Zwettes Blatt Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen)Dienstag, 2. Mm 1922 2337,- ■5>?r □Berlin 908, . Sh. 97.80 große 196.89 Dr. Schiffmann, der viele Jahre seines Lebens dem i r Fr. 100 Str. 100 Str. 90G 1038 1085' 1810' Fl. Ulf. Str. Str. Fr. Z L. Fr. Str. $ 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 1.825 0.06 9L5 47.30 22.80 27.50 4340 0.67 514.75 1.77 0,12 100 100 100 100 100 1 100 100 100 100 Fr. Fl. Str. Str. Str. Str. 5286,60 5977,55 7799,15 577,75 1501,90 1250,60 5323,30 60 2,45 733080 584,25 1498,10 1250,90 282,64 2616 70 5523,05 4404x5 1,25 -.35 3,81 23.80 12540 Brussel-Antw. . Ehristiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . Helsingfors. . . Italien London Ueuporf Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan...... Rio de Janeiro Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerte Daimler 4° 0 Hess. Staatennl. Electron Griesheim Dtsche. Bereinsbank 5273 40 5962,50 7280,85 576,25 1498,10 12*7,40 281,64 2596,75 5468,15 4367,- richt. den au, 1235,- 775,- 715,- 725,- 900,- 678, 530,- 504,50 78,75 890,- 1175- 760,- 710,— 712,- 870,- 678,- 540,- 495,- 81,- 880,- 234,- 340, - 312- 310,- 600,- 440,- 328 - 1 291,- 1 814, - 1130,- 914,- 1040,- 1089,- 1815,- 1005,- 794,- 1189,- 747,- 703,- ?25,- 850,- 660,- . 531,- 479,75 77,25 875,- 710,- 725, - 895,- 675,- 520,- 502,- 79,50 880,- 234,- 29. 4. 1,81 0,92 1,69 1,38 lieber die Wirkung des Desoldungssperrgesetzes war im Reichstag eine A n f r a g e der Abgeordneten Delius und Genossen eingegangen. Sic wurde vom R eichsm t n i st e rt u m wie folgt beantwortet: „Rach § 3 des Desoldungssperrgesetzes waren Meinungsverschiedenheiten in sehr scharfer Weise gegen die Pariser Politik Stellung. Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Aeuyork . . Paris. . . . Wechsel auf Holland Deutschland . . . . Wien Prag Paris London Italien....... Brüssel....... Budapest Reuyork....... Agram Warschau 6017,56 7349,20 385,75 1501,90 1254,10 283,36 262X30 5,36,95 4413,55 ' Heuchelheim, 30. April 25 Jahre sind es, seitdem Lehrer Wolf > chmidt als Lehrer in unserer Gemeinde tätig ist Der Jubilar, dem sein liebenswürdiges, humorvolles Wesen viel Freunde gewonnen Hai, wirkte während des rum vergangenen Bierteliahrhundcrts in treuester Pflichterfüllung als Erzieher. Kurs 1.5. '<7,50 96.- 140,- 87 50 448 - 340,- 312 - 310- 595,- 439,- 325 — 290 - 312 - mäh § 9 Befvldungssverrgesey vorgelegl haben. Bon einer Durchführung der Äeuregclung^ die — wie bemerkt an sich schon vor mehr als x-abred- frist hätte erledigt sein müssen, ist die Zuschuß- gewähcung des Reichs an die Länder nicht abhängig gemach'., doch sind die Länder angepal'en worden, die ihnen für die Gemeinden übermittelten Zuschüsse nur an solche Gemeinden weiterzugeben. deren Besvldungsordnungen mit dem Besoldungssperrgeseh in Einklang fiepen. Das Besoldungssperrgeseh gegenüber solchen Gemeinden nicht anzuwenden, die Zuschüsse nicht benötigen, ist niemals erwogen worden. Eine derartige Handhabung würde mit den Bestimmungen des Tesches nicht vereinbar sein Die angeblich in Kreisen der Gemeindebeamten herrschende gegenteilige Ansicht entbehrt jeder Grundlage." 3m Auftrage : v. S ch l i e b e n. 1015 - 1010, 795,50 80c, d i e französische und die britische An sicht. Die Ansicht derer, die nicht von dem Frie- Lcnsvertrag abweichen wollen, und die Ansicht. 282,361 hje dessen Abänderung, und zwar dessen mcif» 2603,25 gehende Abänderung, für den ersten Schritt Mim 5481^5 politischen Frieden und der kommerziellen Sicher 4378,- heit ansehen Alle britischen Wirt 3,62 schaftler und b i c meiften britischen 546,70 iStaatSmänner bereuten den Bei» 36»80 faHIer Beitrag und sähen, bah der vom 101,65 Kriege geschaffene Ruin nur vergröbert werde. 206,80 und bah die Bestimmungen des Versailler Der- R e i ch s s ch u l a u s s ch u h hat sich am dritten Tage seiner Beratungen in Sachen der mittleren Reife auf eine vorläufige Aussprache beschränkt. Das Reichsmimsterium des Innern wird nunmehr die weitere Erörterung dieser ür die Schulreform besonders wichtigen upb dringlichen Frage zwischen den Landesregierungen und den übrigen beteiligten Behörden, Organisationen und Berufsverbänden veranlassen. Zum Grundschulgesetz wurde eine Entschließung angenommen, nach welcher die Richtlinien über die Zielbestimmung und innere Gestaltung der Grundschule sowie einige AebergangSvorschriflen in Kraft treten sollen und gegen eine Umgehung der Grundschulpflicht energisch Stellung genommen wird. Da diese meistens auf einen Mißbrauch ärztlicher Gutachten zurückzuführen ist, sollen nach der Entschliehung künftig die Befreiungsgesuche besonders genau geprüft und gegebenenfalls durch Gutachten beamteter Aerzte nachgeprüft werden. Schließlich sprach der Reichsschulausschuß den Wunsch aus, daß alle Länder das Werkseminar in Leipzig, das für die Verwirklichung des ArbeitSschulgedaniens wertvolle Arbeit leistet, finanziell unterstützen. Gerichtssaal. Marburg, 30. April. Schwurge- Der Arbeiter Justus Arnold aus Rödder auf der Landstraße ein Rlädchen ß anbei. Berlin, 1. Mai. Bö rfen st imm ungs - bild An der Börse herrschte infolge der ungeklärten Loge über den weiteren Berlauf der Genueser Derhcurdlungen eine start abwartende Haltung und infolgedessen ausgesprochene ®e- schäftestille vor. so daß die Realifationen der Spekulation, die auch heute wieder staltfanden, bei mangelnder Aufnahmewst die 5tarfc mit wenig Ausnahmen zurückgehen ließen. Die Einbußen betrugen durchschnittlich 15 bis 30 Prozent am Montanmarkt und für einige Jndustriewerte 50 bis 80 Prozent, für Rhein stahl sogar 100. Dem standen auch einige wenige .Kursdesserungen g>- genüber. wie Bing und Rorddeutsche Wolle mit rund 50 Prozent. 3m weiteren Verlaufe unterlagen die Kurse nur geringen Veränderungen. Rennens werte Abschlüsse kamen außer o berschte- fischen Mont an werten, von denen Statt otoirjer ungefähr 100 höher waren, kaum zustande. Lediglich in Türken werten waren die Llmsätze bei steigenden Starfen für Zolltürven und Ba^udobli- gationen zeitweise beträchtlich. Sonst aber herrschte auch am Rentenmarkt Geschäfts stille. Heimische Anleihen bröckelten etwas ab. Orsterveichische und ungarische Renten uneinheitlich. Staatebahn- aktien aber setzten ihre steigende Bewegung über 100 fort. Auch in den zu Ein Heils kur sen gehandelten Fnduftriepapieren war die Geschäftstätigkeit infolge der gewissen Schwierigkeiten, die die Limiterneuerung am Monatsanfang regelmäßig mit sich bringt, unerheblich. Die Devisenpreife gaben mäßig nach "bei kleinen Umsätzen. Die einzige Möglichkeit: Herabsetzung der Reparationen. L.ondon, 1. Mai. (WTB.) Der diplomatische Berichterstatter der „Daily Rews" kommt zu der Feststellung, daß fast alle Finanz- männer in Genua, die er befragt hat, der Ansicht seien, daß Geld für Deutschland vollkommen unerhältlich sei, solange die Reparationen nicht herabgesetzt seien. Die einzige Hoffnung für Deutschland fei ein fünfjähriges Moratorium. Sin Uebereinkvmmen zwischen den baltischen Staaten. London. 1. Mai. (WTB) „Daily Mall" meldet aus Genua, es sei zwischen den baltischen Staaten ein friedliches Hebe re in kommen zustande gekommen, das zu einem größeren Einklang der gemeinsamen auswärtigen Beziehungen dieser Staaten führen würde. Wahrscheinlich werde dieses Hebereintommen die Betreffenden der neuen deutsch-bolschewistischen Koalition näher bringen und sie von dem Zusammenwirken mit Polen abbringen. Französischer Dotschafterwechsel in Washington. Vermischtes. Das Grubenunglück in Lupeni. Bukarest 1. Mai. (WTB.) Die Stars 28. 4. 77,50 96,25 141,50 87,25 443 - 344,- 314,- 310,- 596,- 438,- 322,50 292,- 312,- Grubenkatastrophe inLupeniist auf eine Kohlenstaubexplosion zurückzuführen. Etwa ISOGrubenarbeitersind um= gekommen und 54 fast vollkommen verkohlt; 28 sind schrecklich verstümmelt. 6 Grubenarbeiter schwer und 5 leicht verletzt. Die Truppen setzten die Rettungsarbeiten fort. Bei Feststellung der Leichen spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Kurs 28. 4. 77,50 98,90 141, - 86,90 438,50 340,25 296,- 312,50 600, - 440,50 328,- 292,- 315,- 1130,- 899,- 1054,- 1105,- 1820,- Paris, 1. Mai. (WTB.) Der Pariser De- 1 = richterstatter der „Associated Preß" meldet, daß 1.83 der jetzige französische Botschafter in Washington q'c® Jus serond demnächst erseht werde durch den 1'70 jetzigen politischen Direktor am Ministerium des 1'40 I Aeuhem Grafen Peretti de la Rocca I Folgenschwerer Blitzschlag. Kirche und Schule. Beratungen deS ReichSschulausschm'ses. Berlin, 1. Mai. (WTB.) Märkte. Frankfurter Setreidemarkt. Frankfurt a M, 1. Mai. Die Preisrück- 2387,- 2193,- 5336,70 134,501 traget und noch mehr der Geist, Der in ihm 3880, - stecke, verhängnisvoll für die europäischen Interessen gewesen sei, die die Wiederherstellung jedes politischen Gleichgewichts ver» hindern, an dem Groß-Britannien mehr alS ein anderes Land vital interesiiert sei. Der 2kr- D.-Lukemb. Bergw.. 1045, Gelsensirch. Bergw.. 1090, Harpener Bergbau. 1830, Oberfchl. Eisenb -B. 1000, Oberschlef. ©ifeninb. 800 Phönir-Bergb.-Akt. 1210, ------ “ * 778, Der Arbeitsmarkt in Hessen Hessen-Nassau und Waldeck im Monat März 1922. AuS dem Bericht des Landesamtes für Arbeitsnachweis in S r a n t f 4 r t a. M Das Anhalten des in den letzten Monaten beobachteten sehr guten Geschäftsgang ges in nahezu allen Erwerbszweigen lenn-rich- net auch im Monat März die allgemeine Lage neben teilweise sogar stark erhöhten Anforderungen an die aus dem Aibcitsmarlt noch verfügbaren Arbeitskräfte insbesondere in der Landwirtschaft, der Mctallindi- ft r i c anb dem Bange wer be a{£ ben zahlenmäßig gewichtigsten Zweigen. Die in fast allen Serufsgruppen in kürzeren Zeitabständen aufernanöcr folgenden Lohn beweg an gen führten vielfach zu Streiks von größerem Umfange und längerer Dauer, die aber ebensowenig wir einzelne größere Ent Ig,fangen im Lokomotivbau und bet der Eisen- ^abn, die allgemeine Entwicsiang der Arbnts- Tnarftkiye nar örtlich und unerheblich berührt haben. Bei 71 Arbeitsnachweisen (im Borrno.rat 73) wurden insgesamt 30 254 Arbeitsuchende g> zählt (gegen 28S62 im Vormonat), die Zahl Der offenen ötelleii betrag 37 213 (Dormonat 31 006), in Arbeit gebracht wurden 27 261 Personen (im Dormonat 22 463). Den 17 297 männlichen Arbeitsuchenden (im Monat Februar 16 207) standen 19 016 offene Stellen (14 914 im Dormonat > gegenüber, von denen 16 681 (Dorrnonai (13 411 j besetzt werden tonnten Auf 12 959 arbütsuchendc weibliche Personen (12 655 im Monat Februart lorranen 18197 (hn Bormonat 16 092) offene and 10580 (9052) besetzte Stellen. Auf 100 offen: Stellen für männliche Personen entfielen 91 (Februar 109) Arbeitsuchende und 88 (90) beseht r Stellen bei den weiblichen Mrsonen tarnen auf 100 offene Stellen 71 (Dormonat 79) Arbeit - suchende und 58 (56) besetzte Stellen. Auf 100 offene Stellen für Männer und Frauen insgesamt entfielen 81 (93) arbeitsuchende und 73 (72) befehle Stellen Die Zahl der unter st ühten Erwerbslosen (Houptunterstützungsempsänger) im Be- richtsgebiet ist von 3705 (3336 Männer, 369 Frauen) am l.März auf 1926 (1758 Männer, 221 Frauen) am 29. März oder um rund 46 Prozent, die Zahl der Rotstairdsarbeiter von 2180 auf 1875 zurückgegangen. Heber die Lage in den einzelnen Erwerbszweigen kann folgendes gesagt werden: 3n der Landwirtschaft konnte der Bedarf an Arbeitskräften nicht annähernd gedeckt werden. 3m Bergbau war die Rachfrage nach Arbeitskräften wie auch das Atrgebot im allgemeinen gering. Die Stanjunttur in der Stein- inbuftrie war gut. Cs fehlte an Facharbeitern. Im Metallgewerbe wird von einer außerordentlich günstigen Arbeitemarktlage berichtet: vielfach fehlt es an ausgebildeten Facharbeitern, besonders an Werkzeug und Schnittmachern, älteren Schlossern und Formern. Die Textilindustrie ist gut beschäftigt. Rach wie vor arbeitet die Lederwarenindustrie sehr gut Die Rachfrage nach Spezialarbeitem für Reisaortiktzl war nicht zu befriedigen. 3m H o l z - in unsittlicher Weise belästigt hatte, wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. — Ein junger Mann namens Schuhmann, der sich eines fahrlässigen Falscheids schuldig gemacht hatte,kam mit 5 Monaten Gefängnis davon. — Der Hüttenarbeiter Wilh. Speck aus Simmersbach und der Händler Krug aus Oberdieten wurden beschuldigt, in Biedenkopf bei einem Prozesse falsch geschworen zu haben. Sie erzielten Freisprechung. Dagegen wurde der Zimmergeselle Daniel Fleck aus Ren» gershausen, der in der letzten Reujahrsnacht eine Anzahl scharfe Schüsse in das Schlafzimmer des Försters Tauber abgefeuert hatte, wegen Mordversuchs zu 2 Jahren und 2 Monaten Zuchthaus verurteilt. fBörfenhrrje. Fransiurt Schluß» Schluß- Schluß- Schluß- * " ~ " Kurs Markuotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: digung des Gesetzes, also bis zum 24. März 1921, nach den Vorschriften dieses Gesetzes neu zu regeln. Diese Frist ist später durch Beschluß des Reichsrate um drei Monate, d. h. bis zum 24. Juni 1921, verlängert worden. Trotzdem hat bis m die neueste Zeit ein sehr großer Teil der Gemeinden eine Rachprüfung ihrer Besoldungsbestimmungen noch nicht vvrgenommen. Roch letzt gehen mir Überaus zahlreich? Eingaben von Reichs- und Landesbeamten. insbesondere der Eisenbahn-, Post-, Finanz- und Justizvernxlltang, von Beamtenorgontsativnen, von Mitgliedern kommunaler Bürgerschaften und von Stammunal- beamten selbst zu. in denen Vorstellungen wegen der unzulässigen günstigeren besoldungsrechtlichen Behandlung der Gemeindebeamten erhoben werden. Das Reich kann es nicht verantworten, seine beschränkten Mittel für die Durchführung von Maßnahmen zur Verfügung zu stellen, die mit den Reichsgesehen in Widerspruch stehen. Es ist deshalb bestimmt worden, daß den Ländern Vorschüsse für den durch die Besoldungserhöhungen entstandenen Mehrbedarf nur noch für diejenigen Gemeinden gewährt werden sollen, die bis zum 15. März ds. Js. ihre Besoldungsordnungen den zuständigen Landesbehörden zur Genehmigung ge- Studium des Asthma und ähnlicher Krankheiten gewidmet hat stellte ein Mittel her, das gewöhnlich sofortige Linderung auch in den schlimmsten Fällen von Asthma gewährt. Um da volle Vertrauen, das Dr. Schiffmann in die W irksamkeit seines Mittels setzt, zu beweisen, bittet er diese Zeitung, anzuzeigen, daß er ohne irgendein Entgelt ein reichliches Muster seines Mittels „Asthmador“ allen denjenigen zugehen läßt, welche ihm einfach auf einer Postkarte ihren Namen und die lesbare Adresse schriftlich einsenden (nichts anderes). Dr. Schiffmann nimmt an. daß eine positive Probe, die er anbietet, da» überzeugendste und einzige Mitte! ist. das natürliche Mißtrauen vieler Asthmatiker zu überwir.den. Wer einen Versuch mit diesem Arzneimittel machen will, schreibe daher umgehend, da nur innerhalb der nächsten vier Tage unentgeltliche Proben versendet werden können. Bestandteile: 34,90 Prozent Kaliumnitrat, ul,10 Prozent 1 oL DaturaArborea.l4ProzentSymplocarousFoetidus. Man schreibe nur den Namen und die Wohnung auf eine Postkarte, weiter nichts an Dn R. Schift mann’» Niederlage, Postfach 8., Berlin 6W 48. tung hmzuweisen. herrsch! bei einem iKbcutcnbcn Teil des Publikums die Ansicht. es vielleicht vorteilhafter sei. einen versöhnlichen Deist zeigen Der Sonderberichterstatter der >T i m e s" in Genua schreibt, die nächsten Tage müßten die Konferenz entweder töten oder heilen. Der deutsch-russische Verting könne eine Gesabi nur dann bringen, wenn Gcuua fedlschluge Der Beitrag müsse in em allgemeines Abkommen zwischen Rußland und Wesicnropa ausgenommen werden. Poincare sträube siä mit Händen und Füßen gegen die Behandlung der Reparationsfrage in Gemici Diese Fvag« muffe jedock vorgenommen werden. bevor irgendein wirklicher Forischritt bei dem Wiede,- aufbau gemach! werden tönnc. Poincare schwenke, den Friedensvertrag im Anblick des unter gehenden Europas, ebenso wie Roro fiedelte, als Rom unterging. Poincarö werde vielleich! den Deist rag von Derfailles bebaiten, wie Rero seine Fiedel behiell. Ein Her trag ohne Frieden le* jedoch wie eine Fiedel ohne "Bogen 3n einem । von .der ,.Sunday Time»" veröffentlichten Artikel heißt es 3n Genua streiten sich zwei fundamental cntgcgcngetchte A n - sichten über den euroväiichen Wiederaufbau. Datum: 50, .Dtsch.Kriegsanl. 4°^Dtfch. Reichsanl. 3° „Stieb. Reichsanl. 4e/0 Preuh. Konfols Hamburg-Pakets.. . Rorddeutfcher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutfche Bank . . . Sisconto-Gesellfchast Dresdner Bank. . . Mitteid. Creditbank. Rationalbank f. S. Boch. Gußstahlwerke Bud.-Eifenw.-Akt.. gute Ausnahme _______________ (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Englische Presiestimmen gegen die Pariser Politik. London. 1. Mai. (WTB.) Die Sonntag s p r e s s e hebt hervor, daß die nächsten Tage das Schicksal der Genueser Konferenz entscheiden werden. Ein Teil der Presie nimmt bei der Behandlung der englisch-französischen Züricher Devisenmarkt. 1. 5. . = 1 fasscr fragt: Können wir es uns feisten, Frank» 77 50 I reich noch langer aus unserem Rücken zu tragen. 9525 können wir cs uns leisten. Franfieich weiterhin bei BekanntAtachurrg. Infolge Erhöhung der Frachtsätze für Kohlen und Koks ab 1 . Mai 1922 werden die Höchst* preise durch Beschluß der Städtischen Drennftoff- beputation nom 27. April 1922 auf ©runb der Dorschriften des $ HZ der Ausführungsbestinr- nmngen zum Gesetz über Regelung der Kohlen- tvrrtschast vom 23. 3. 1919 mij Wirkung vom 3. Mai 1922 wie folgt festgesetzt: Fettstüawhlen 89.10 Ml. f. d. Ztr. Suhkohlen 90.70 w )hlen, meliert 78.40 „ hkohlen 98.10 „ Anthrazit 109.45 „ Eiform-"u Stcirrkohlenbriketts 99.50 „ „ Draunkohtenbritetts 49.10 „ Zechenkoks, grob 101.95 „ Zechenkoks, nutz 113.25 .. Vorstehende Preise oevstehen sich ab Eisenbahnwagen in Fuhren bis vor das Haus des Käufers oder frei Lagerplatz des Kohlenhändlers für den Zentner einschl. Warenumsaysteuer. Die Zuschläge für Lieferung frei Keller usw. bleiben bestehen. Diesten, den 1. Mai 1W2. 42933 Der Oberbürgermeister (Drennstoffanrt). WWOllbullgWlts.MWen Die Anmeldung der fortbildungsschulpflichtigen Mädchen hat Donnerstag, den 4. Mai, vormittags 11 Uhr im Schulhaus der Stadtmädchenfchule - Schiller- straße 8 - stattzufinden. Schulpflichtig sind alle in Gießen wohnhaften Mädchen, die zu Ostern ds. Zs. aus der Schule entlassen oder ausgetreten find, mit Ausnahme derjenigen, die eine zehnjährige Schulzeit an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Schule durchlaufen haben. 43113 Gießen, den 1. Mai 1922. Der Vorsitzende des Schulvorstandes: 3. D. Dr. Seid, Beigeordneter.__________ Bullen-Berkaus. Die Gemeinde Annero-d beabsichtigt einen fetten Dullen wegen DiLnstuntauglichkeit zu verkaufen. Schriftliche Angebote pro Ztr. Lebendgewicht sind bis .zum 4. Ma i d. Zs., nach m. 2 hr, bei der unterzeichneten Stelle etnzu- reichen. Gleichzeitig sucht die Gemeinde einen schönen sprungfähigen Simmentaler Dullen. Verkäufer solcher Tiere wollen Offerte mit Preisangabe umgehend an uns abgeben. Ann er od. den 1. Mai 1922. 4291D Bürgermeisterei Annerod. Horn. ©suche Student, Ausländer, jucht gut möbl. ^wohn- und Schlas zimmer Nähe der Klinik. Schr. Angeb. u. 04493 an den G. Anz. erbet. ^Zimmer zum Unterstellen von Möbeln gesucht. Schrift!. Ang, u. 04524 a. Gieß. Anz. Ausländer «Ehepaars suchen gut möbl. Wohn- und Schlafzimmer mit ob. ohne Kochgelegen' beit. Schriftl. Angeb. unt. 4300 an den Gieß. Anz. Gesucht möbl» Zimmer, nahe Kliniken. Schriftl. Angeb. u. 04540 a. G. Anz. 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