KM Der Siebener Anzetaer erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatliche vezugrpreise: Mk. 9.50 einschl. Träger- ohn, durch die Post Mk. 10. - einschl. Bestellgeld, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: ftirdieSchriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Gejchäflsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Siehrn. Wedfonto: i. M. 11686. Erster Blatt 172. Zahrgang Montag, 2. Januar 1922 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Drud un- Verlag: Vrühl'fche Univ. Buch- und Steln-ruckerei R. Lange. Schristleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 70 Pf., auswärts 90 'Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 300Ps. Bei Platz. Vorschrift 20 u/0 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goch. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen Einigung mit den Eisenbahnern. 3n den Verhandlungen zwischen der Reichsverkehrsverwaltung und den Spitzenorganisationen der Eisenbahnangestellten und -Arbeitern istj es bei den Besprechungen», die im Laufe des Nachmittags am 31. Dezember stattfanden, zu einer Verständigung gekommen. ES ist dringend zu wünschen, daß nunmehr die Organisationen ihren ganzen Einfluß geltend machen, um die Gefahr des Verkehrsstreikes völlig abzuwenden und die schon im Ausstande befindlichen Eisenbahner zur Wiederaufnahme der Arbeit zu veranlassen. Heber die Verhandlungen in Berlin liegen folgende Meldungen vor: Berlin, 31. Dez. Nachdem das Kabinett heute vormittag beschlossen hatte, auf dem Standpunkte bezüglich der Ablehnung einer einmaligen Wirtschaftsbeihilfe zu verharren, machten die Vertreter des Verkehrsministeriums in der Nachmitlagsverhandlung zunächst den Vorschlag, für das besetzte Gebiet in den nächsten Tagen besondere Verhandlungen zu führen. Die Orte im besetzten Gebiet sollten einen Heber- teuerungszuschuh erhalten, wie er bereits im unbesetzten Gebiet bezahlt wird. Die Zahlung dieses TleberteuerungSzuschusses ist neben der DesetzungSzulage rückwirkend vom 1. Oktober an mit 50 Pf. für die Stunde gedacht. Sofort sollten 300 Mk. zahlbar sein. Das Derkehrsministerium erklärte, daß diese vorläufige Maßnahme die allgemeinen Verhandlungen keineswegs aufhalten noch beeinträchtigen sollte, sondern daß es sich hier um eine Nvtstandsaktivn handele. Die Verhandlungen über die allgemeine Zulage für Beamte, Arbeiter und Angestellte sollen am 5. Januar beginnen und mit größter Beschleunigung durchgeführt werden. Von .der Vertretung des Deutschen Eiscn- bahnerverbandes wurden diese Vorschläge zunächst abgelehnt, zum Schlüsse wurde aber dvch eine Einigung aus ähnlicher Grundlage erzielt. 0m weiteren Verlaus der Verhandlungen ist dann folgendes Hebereinkommen erzielt worden: Berlin, 31. Dez. Das Ergebnis der Verhandlungen im Reichsverkehrsministerium über die Beilegung des Eisenbahner st r e i k s läßt sich in der Hauptsache in folgenden Sätzen zusammenfassen: 1. An die Stelle des bisherigen Ortsklassenverzeichnisses des Lohntarifvertrags tritt das vom Reichstag beschlossene Orts- k l a s s e n v e r z e i ch n i s für die Reichsbeamten, dessen Verkündigung im ReichSgesehblatt unmittelbar bevorsteht, mit den Aenderungen, die bis zum 1. März 1922 durch einen Reichsrat- und Reichstagsausschuß, noch getroffen werden sollen. Soweit in einzelnen Orten das bisherige Ortsklassenverzeichnis des Lohn- tarifverttages eine höherse Einstufung als das nunmehr übernommene Verzeichnis vorsieht, wird den Arbeitern, solange sie an einem solchen Orte beschäftigt bleiben, für die Dauer der Gültigkeit des Tarifvertrages der Unter» schiedsbettag als persönliche Zulage svrtgewährt. 2. An allen Orten, an denen bisher im ßohntarifverttag Heberteuerungszuschüsse vereinbart worden waren, werden diese mit Rückwirkung vom 1. Oktober um eine Mark pro Stunde erhöht. 3. Om besetzten Gebiet werden vorläufig mit rückwirkender Kraft ab 1. Oktober an den Orten, die sowohl nach dem Bisherigen Ortsklassenverzeichnis des Lohntarifs, als auch nach dem nunmehr übernommenen Deamten- OrtSklassenverzeichnis zur Ortsklasse A gehören. die Heberteuerungszuschüsse um eine Mark pro Stunde erhöht. 4. Weitere Verhandlungen über die Ortsklassen und allgemeine Verhandlungen werden für den 5. Januar 1922 zugesagt. 5. 0m Anschluß an die Verhandlungen zu Ziffer 4 werden mit größter Beschleunigung die Heberteuerungszuschüsse mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 zwischen den vertragschließenden Parteien endgültig geregelt. 6. Die Streiktage werden nicht bezahlt. Maßregelungen wegen Arbeitsniederlegung finden nicht statt, Vorbehalten bleibt jedoch die Verfolgung von gewalttätigen Eingriffen in Verwaltungsbettieb und Verkehr. 7. Die Ausführungsvereinbarungen zwischen den vertragschließenden Parteien folgen. 8. Die vertragschließenden Vereinigvngen verpflichten sich, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln auf sofortige, Wiederaufnahme der Arbeit b*n>nc virken. Eine Erklärung des Reichsverkehrsministeriums. Berlin, 1. 0km. Zu dem Abkommen, das zwischen der Regierung und den Eisenbahnerorganisattonen zur Beilegung des Eisenbahnerstreiks vereinbart wurde, wird vom Reichsverkehrsmini st erium ergänzend mitgeteilt: Die nunmehr getroffenen Vereinbarungen bewegen sich genau in der seinerzeit von der Regierung eingefdüageneh Richtung; sie stellen die Angleichung der Löhne der Cisenbahnarbeiter an die Industrielöhne, wenn auch nur zum Teil in den Orten her, wo zwischen beiden ein Mißverhältnis besteht. Die gleichmäßige Festlegung der Erhöhung auf 1 Mark pro Stunde ist nur vorläufig und soll in den weiteren Besprechungen auf das für den Eiirzelfall zutreffende Maß gebracht werden. Auch die Hebertragung des Ortsklassenver- zeichnisses der Beamten auf die Arbeiter ist eine Maßnahme, die in den Vorschlägen des Reichsverkehrsministeriums bereits enthalten gewesen ist. Wesentlich ist, daß eine Rückwirkung der Maßnahmen auf den 1. Oktober statt- findet, so daß alle von dem Abkommen betroffenen Arbeiter in kürzester Zeit in den Besitz besonderer Geldmittel kommen. Daß Streiktage nicht vergütet werden, ist schon deswegen eine Selbstverständlichkeit, weil der Tarifbruch den Anspruch auf die Gegenleistung ohne weiteres beendet. Man kann andererseits verstehen, daß sich Maßregelungen aus Anlaß des Streiks auf die Verfolgung von gewalttätigen Eingriffen in Verwaltung, Betrieb und Verkehr beschränken; denn, abgesehen von den Handlungen gewalttätiger Personen, mit denen Mitleid nicht am Platze ist, sind erfahrungsgemäß bei derartigen wilden Streiks unverantwortliche Elemente die Hauptschuldigen, während das Personal in starkem Maße der Verführung zum Opfer zu fallen pflegt. Die Verpflichtung der Organisationen, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln a u f eine sofortige Wiederaufnahme der Arbeit hinzuwirken, ist nach dem Zustandekommen der Vereinbarungen eine Selbstverständlichkeit Es muh erwartet werden, daß das Personal der Aufforderung nunmehr auch Folge leistet Wie weit im übrigen der regelmäßige Verkehr bereits in den nächsten Tagen einfehen kann, ist zur Stunde natürlich noch nicht zu übersehen, jedoch ist mit Rückschlägen, nam-mtlich in der Kohlenversorgung, jedenfalls für mehrere Tage zu rechnen, da sich erfahrungsgemäß derartige Verkehrs- und Betriebsstörungen erst in einiger Zeit auswirken. • Berlin, 1. Jan. (WTB.) Die Ober- zugleitung der Eisenbahndirektivn teilt mit, daß im Berliner Zugverkehr die Lage die gleiche wie gestern ist, und daß der Betrieb nur mit großen Hnregelmäßigkeiten aufrechterhalten wird. Die Stadtb ahnzüge fahren durchschnittlich alle 20—30 Minuten. Auf den vom Stettiner Bahnhof ausgehenden Vorortsstrecken ruht der Verkehr vollständig. Aus den anderen Dorortstrecken wird er leidlich durchgeführt. Der Berliner Personen- und Fernverkehr wird fast durchweg bewältigt. Der Güterverkehr ruht fast vollständig bis auf einige Milch- und geschlossene Kohlenzüge. Köln, 1. Ian. (WTB.) Die Streikleitung im Eisenbahnerstreik erklärt, an ihre Organe sofort einen Aufruf erlassen zu wollen mit der Aufforderung, am Montag früh 6 Hhr die Arbeit in vollem Umfange wieder aufzunehmen. Dor der Konferenz in Cannes. Die Pariser Finanz- und Wirtfchaftskonfercnz. Daris, 31. Dez. (Wolff.) Die Havas- Agentur veröffentlicht folgende Mitteilung: Die industriellen und finanziellen Delegierten Frankreichs, Englands, Italiens, Ia- p a n s und Belgiens hielten unter Minister Loucheur mehrere Sitzungen am Quai d'Orsay ab. Die Beratungen führten zu der A b f a f f um g eines Planes, der dem Obersten Rat in Cannes vorgelegt wird. Eine autorisierte Persönlichkeit aus der Hingebung Lvucheurs gab dem diplomatischen Vertreter von Havas folgende Erklärung Über die Konferenz ab: Die Delegierten der alliierten Staaten beschäftigten sich keineswegs mit der Frage der Reparationen, noch weniger behandelten sie die Probleme, die von der internationalen Wirtschaftskonferenz erörtert werden sollen Über deren Einberufung der Oberste Rat in Cannes auf Vorschlag der britischen und französischen Regierung zu entscheiden hat. Bisher ist übrigens noch keine Macht, insbesondere weder Deutschland noch Rußland zu dieser künftigen Konferenz eingetaben. D e Industtäe- und Finan-delegier: en faßten die Notwendigkeit einer internationalen Aktion ins Auge, um das Wirtschafts- regime in Europa zu verbessern. Sie überzeugten sich von der Solidarität, die nach dieser Richtung die verschiedenen Staaten miteinander verbindet. Das sei die französische These, die seit zwei Oahren von Frankreich verteidigt werde. Heute allgemein anerkannt würde die Handelskr ise, die in Europa infolge des Krieges herrsche. Sie würde wesentlich verstärkt durch das Versagen des russischen Marktes. Andere Staaten sähen ihren Wechselkurs in verhängnisvoller Weise finken. Ihnen müsse man zu Hilfe kommen. Es sei aber unerläßlich, von diesen Ländern formelle I Garantien zu erhalten, um den Respekt des Pri- vatbesihes im Freihandelsverkehr und die Schaffung einer legalen Währung zu erlangen. Alle diese Bedingungen seien in einer einstimmig von der Wirtschaftskonferenz angenommenen Erklärung formuliert. Ein internationales Konsortium mit französischem und englischem Kapital unter der Mitwirkung Amerikas und Deutschlands werde gebildet. Auch die # Beteiligung Italiens und Japans, wenn auch in geringem Maße, sei hierfür gesichert. Es sei auch mit der Beteiligung Belgiens und Hollands zu rechnen. Zu bestimmen bleibe noch die Währung und wann die Mission des internationalen Konsortiums erfolgen soll. Diese Frage werde noch von den Finanzfachverständigen geprüft und sicher in einigen Tagen geregelt. Der vollständige Plan für das internationale Hnter- nehmen würde alsdann dem Obersten Rat zur Genehmigung vorgelegt. Paris, 31. Dez. (Wolff.) Dem „Matin" wird aus London berichtet, in gut unterrichteten Kreisen erkläre man, Lloyd George werde schon am 14. Oanuar wieder in London sein. Nach einzelnen Meldungen aus London, wird Lord Curzon am kommenden Dienstag nach Cannes reifen, um an den Verhandlungen des Obersten Rates teilzunehmen. Der internationale Finanzplan' Heber das internationale Finanzkonforti u m, das von der zurzeit in Paris tagenden wirtschaftlichen Sachverständigenlonserenz zur Wiederherstellung deS internationalen Kredites in Europa empfohlen wird, wird noch folgendes Nähere bekannt: Paris, 31. Dez. Die Hauptaufgabe des neuen Finanzkonsortiums, das geschaffen werden soll, wird zunächst darin bestehen, die Eisenbahnlinien, Wasserstraßen und Häfen, die nicht mehr in Betrieb sind, zu übernehmen und ihre frühere Tä.i^kttt wieder herzustellen. Auch alle anderen notwendigen industriellen und kommerziellen Aufgaben sollen von diesem Konsortium gelöst werden. Das Kapital des Konsortiums ist auf 20 Millionen Pfund Sterling feft- gesehtt Die Aktien sollen zu gleichen Teilen England, Frankreich, Italien, Amerika Deutschland übergeben werden. Eine scywächereDeteiligung ist für Belgien und Holland vorgesehen. Hrsprünglich sollte sich b.L Sitz dieser neuen Gesellschaft in England befinden, weil dieses den valutarischen Schwierigkeiten der anderen Länder nicht ausgesetzt ist, doch hat man diesen Gedanken aufgegeben. Nicht die Regierungen selbst sollen die iw.wendigen Kapitalien liefern, sondern Banken und Privatbankiers. Für Deutschland ist jedoch die Bedingung vorgesehen, daß die Hälfte des zu zeichnenden Kapitals dem Reichrschatz entnommen werden soll. Ein Teil der Gewinne, die Deutschland aus diesem Unternehmen erzielen wird, soll der Reparationskvmmißion übergeben werden. Die deutsche Regierung hat zwar als Regierung keine Stimme im Verwaltungsrat, doch würde sich ihr Einfluß insofern geltend machen können, als sie ja die Hälfte des von Deutschland aufzubringenden Kapitals zu zeichnen hätte. 3m Verwaltungsrat selbst werden die Länder gemäß der Höhe der von ihnen gezeichneten Beträge vertreten sein. Die Rolle der „Financial Corporatton" bestünde darin, in jedem Lande 3toeigen ft a 11 e n zu schaffen, wenn die Kapitalien der einzelnen Länder in Anspruch genommen werden sollten. Ursprünglich hatte man die Absicht, das Pfund Sterling a u r offiziellen Fi - nanzeinhe i t des Unternehmens zu machen, so daß alle Geschäfte in Pfund hätten abgeschlossen werden müssen. Dieser Vorschlag wurde jedoch nicht angenommen, da die einzelnen Länder so zur Spekulation in Pfund Sterling gezwungen worden wären und gegen ihre eigene Valuta hätten Sturm laufen müssen. Bezüglich der Staaten, denen Hilfe gebracht werden soll, sind gewisse Garantien, Die von ihnen zu stellen sind, vorgesehen. Für die Garantien, die Rußland anbieten würde, würde dessen offizielle Anerkennung in Aussicht genommen werden. Die englische Abordnung in Paris gab der Ansicht Ausdruck, daß zunächst eine engttsch-fran- zösifche Kommission die ganzen Angelegenheiten in ib-en Einzelheiten regeln solle, während die Belgier und Italiener später an der Debatte teil» nehmen sollten. Dieses Programm wurde eingehalten. Man sprach namentlich über zwei Punkte: Wie man die Zeichnungen anderer Länder außer England zustande bringen formte, und wie die Kapitalien heran gezogen werden konnten. Diese Probleme studierten die Engländer und Franzosen gestern noch. Heute soll ihr Bericht vorgelegt werden, und die Konferenz hofft, heute mittag noch mit ihren Beratungen zu Ende zu kommen, und das endgültige Projekt au3gearbeitet zu haben, das der Konferenz von Cannes vorgelegt werden soll. Dieser Mitteilung sei noch hinzugefügt, was der „Petit Paris ien" zu melden w.itz. Danach würde die Vorrede des Dokuments über das eben geschilderte Projekt erklären, Dat> verschiedene Vorbedingungen erfüllt werden müßten. D'.e Länder, denen Hilfe gebracht werden solle, müßten gesetzgeberische Garantien für S cher- heit der Person und des Eigentums geben, ferner finanzielle Garantien, die sich 'besonders aus 'den Danknoteirumlauf beziehen. Privatleute können natürlich solche Garant en nicht gch.n. H er müssen die Regierungen einspringen. Darüber wird die große internationale WirtschaftskonserenK noch Näl^res zu entscheiden haben. Nicht nur die Neutralen, sondern" auch Deutschland und Rußland sollen an dieser Konferenz teilnebmen. Ein ständiges französisch-englisches Komitee. Paris, 1. Jan. (WTB.) Das „Journal des Debats" tellt mit: Die Dlldung eines ständigen französischen Komitees ist ins Auge gefaßt, das aus je einem Finanzier der beiden Mächte bestehen soll und mit Industriellen die verschiedenen Fragen zu prüfen habe, die gestellt werden könnten. Inanspruchnahme der auswärtigen deutschen Guthaben? Paris 31. Dez. „New Bork Herold" erklärt, daß Deutschland feine nächsten Verpflichtungen dadurch erledigen wolle, daß die deutschen Kapitalien im Auslande behoben werden sollen. Dr. Rathenau habe selbst zugegeben, daß sich bebeutfame Summen, die Deutschen gehören, im Aus lande befinden. Es wird deshalb vorgeschlagen, von diesem Guthaben 5 0 0 Millionen Gvldmark abzuheben. Würde Deutschland dies tun, so würde darüber in Frankreich große Befriedigung herrschen, und weitere Ultimata würden an Deutschland nicht abgesandt werden. Die Zahlung der Reparationsrate vom 15. Januar im Betrage von 500 Millionen würde für Deutschland den großen Nach eil haben, daß die deutschen Industriellen nicht imstande wären, sich Rohmaterialien zu beschaffen. Das könnte zum Zusammenbruch des gegenwärtigen industriellen Gedeihens Deutschlands führen, zur Zunahme der Arbeitslosigkeit und zur weiteren Ausdehnung des Ruins. Man müsse sich fragen, warum Deutschland dennoch selbst ein solches Angebot mache. Dies geschah deshalb, weil die deutschen Industriellen von ®ng[anb bereits unterrichtet wurden, daß zwar die offizielle Ditte um* Gewährung einer abgelehnt wurde, daß aber die englischen Bankiers den deutsche^.Industriellen solche Beträge kreditieren wollen, die diese benötigen, um sich Rohmaterialien zu beschaffen. Großbri.annien bereitet sich bereits darauf vor, den Industriellen diese Anleihe eventuell selbst zu geben. Daraus erklärt sich das Angebot von Walter Rathenau und der anderen Industriellen, der Regierung die notwendigen Kredite geben zu wollen, da sie bereits wissen, daß sie von englischer Seite eine Anleihe erwarten können. Entfchädignnqsabkommen mit der Entente. Berlin, 31. Dez. Mit der englischen und französischen Regierung sind zwei Abkommen über die Bezahlung der in großem Hmfange erhobenen Schadensersatzansprüche von englischen und französischen Staatsangehörigen aus der Anordnung außerordentlicher Kriegsmahnahmen in Deutschland während des Krieges geschlossen worden. Die englische und französische Regierung haben sich bereit erklärt, die von Deutschland anerkannten oder von den gemischten Schieds- gerichtshöfen festgesetzten Beträge aus dem Erlöse der Liquidation des deutschen Eigentums an ihre Staatsangehörigen zu bezahlen. Hierdurch ist ermöglicht, die Schadensersahansprüche der Engländer und Franzosen aus Artikel 297 des Versailler Vertrages ohne große, neben den Reparationsleistungen laufende Barzahlungen abzudecken. Die Beratungen in Washington Paris, 1. Ian. (Wolff.) Havas meldet aus Washington: Die maritime Kommis-, sion beendete ihre Arbeiten, nachdem gestern eine Einigung über die Tonnage der Schiffe, die Luftfahrzeuge befördern, erfolgt ist. Der Ausschuß erwartet nur noch die Antwort Frankreichs und Japans über die Resolution Root, die Angriffe von H-Dooten auf Handelsschiffe vollkommen verbietet. Heute beschäftigt sich der Hnterausschuß mit lern Vorschlag Root, betreffend die Regelung des H-Boot-Krieges. Washington, 1. Ian. (Wolff.) Laut „Evening Star" soll die britische Konferenzdelegation angekündigt haben, daß Großbritannien auch weiter feinen Widerstand gegen Hnterseebootsangriffe auf Handelsschiffe aufrechterhalten werde, ohne Rücksicht darauf, ob die Entschließung Root angenommen wird oder nicht. Washington, 31. Dez. (Wolff.) Der Marineausschuß hat sich gestern nachmittag• für mehrere Tage vertagt, um den Abordnungen Frankreichs Italiens und Japans Zeit zu lassen, auf die Antworten ihrer Regierungen bezüglich der Frage, ob iegliche Aktion von Hnter* eebooten auf Handels ~‘fe verboten fei, zu warten. Die Marinesachvx. ..änbigen werden inzwischen die französische Forderung, nach der Frankreich gestattet werden soll, 1927 bereits mit dem Dau von Ersahschiffen zu beginnen, beraten. Hughes und Harding. Paris, 31. Dez. Präsident Harding veröffentlicht eine Erklärung, worin er die Gerüchte von einer Abkühlung seiner Beziehungen zum Staatssekretär Hughes wegen der Auslegung des Viermächteabkommens bezüglich des Pazifischen Ozeans als Phantasie bezeichnet. Die U Voot-Debatte. Washington, 31. Dez. Heber die gestrige Sitzung der Marinekommission werden nunmehr die von Lord Lee, Admiral Le Bon und S a r r a u t gehaltenen Reden ausführlicher bekannt. Lord Lee erklärte, daß die Defu chtungen der englischen Admiralität und des englischen Pu-' SU Das Orchester unter Leitung von Kapell-1 des Gemütsverhältnisses zwshen den ffinxelncn t€r_/a^ K n u b e l tat gleichfalls vollauf I und der Gesamtheit. Giese ihre lebendige Wir" ■ Schuldigkeit: ein Sonderlob verdient der kung ward gesichert und erhöht durch die Art >r Ti t-1\r nur - deswa d rb h e ih en Ei zug ge hatten: konnte der Betrieb vor Weihnachten mit größter Anstrengung noch aufrechterhalten werden, so häuften sich in den letzten Tagen die Erkrankungen derart, Latz alle Ausf'chrungen zwischen Weihnachten und Aeujahr zum Op;er fallen ntuftten. Tie Vorstellungen b-ginnen wieder am 2. -Januar in Lauterbach in Oberbelsen. Die au g?sal einen Thmterad.nde werden felb lredmd nachgeholt. $il^ttor Haisinger, d-r Leiter der Hes- itschen Lai ideswan derb ahne, an ihren A beiten teilnahm. Lleberall wo Dorstellu gen in Rhein- hefsen stattfanden, schickte er einführende Ansprachen voraus, die nicht nur die volksbildnerische Bedeutung des Thea'ers behandelten, sondern vor allem das Menschliche, das Persönliche in der Arbeit der Bühne zur Geltung brach- ten und alle Einzelnen zu tätiger Teilnahme und doller Bereitschaft des Gemüts aufriefen. Tas ist denn auch in Rheinhessen, wie gesagt, gelungen.- gelungen in einem Made, bah man lagen kann, es sei da nationale Kulturarbeit grotzen Stiles geleistet worden, die innerlich Frieden bringend, nach auben (man irn!e an ore französische Kulturpropaganda) befestigend wirkt. — Ein^nstitutfürParasitologie. Das erste englische Universitätsinstitut zur Grfor- schung des Lebens der Schmarotzer ist kürzlich in Eambridge eröffnet und der Leitung von Professor G. Sx F. Nuttall unterstellt worden. Es ist mit den Wachsender deutscher Anteil an der norwegischen Schiffahrt. C h r i st i a n i a. l. Januar. (WTB.) Das statistische Zentralbureau veröffentlicht eine Statistik über die norwegische Schiff- f a h^t 1920. Der Anteil Deutschlands an der Schiffahrt Norwegens stieg 1919/20 von 6,3 auf 12,4 gegen 4,31 Prozent im Jahre 1913. Der britische Anteil sank von 8,8 auf 6,1 gegen 11,4 Prozent im Jahre 1913. Der amerikanische Anteil an der Schiffahrt Norwegens im Jahre 1920 war viermal so groß als 1919. 1913 hatte Amerika keine Norwegen- fahrt. Deutsch-österreichischer Telegramm- Wechsel. (Berlin, 31. Dez. (WTB.) Der österreichische Bundespräsident Hai ni sch Hal an den Reichspräsidenten folgendes Telegramm gesandt: Anläh- Spaunung zwischen Finnland und Rußland. London, 31. Dez. Laut „E'vening Standard" hat die Spannung zwilchen Rußland und Finnland durchs die letzte Note Tschitscherins Uren Höhepunkt erreicht. 3n H ls ngfors betrachte man i ie Lage als autzerordent- l i ch e r n ft._ Man, spreche bereits davon, den Oberbefehl über die f.nnische Armee im Falle eines bolschew.st schen Argrisfes kern betann cn Ge'.eral Mannerhe im zu übertragen. De bolschewist sHe Del gnt on in HeJ.nafors wurde nach Moskau zurüaberufen. Sie leite mit, daß auf Grund der gespannten Verhältnisse zwischen Finnland und Ruhland alle Einkäufe eingestelllt werden. Es waren Unternehmungen im Gange zum Ankauf von Papier und Zellstoff. ähnlich dem zwischen Oesterreich und der Tschechoslowakei getroffenen, zwischen Iugo- flawien und Oesterreich zum Abschluß bringen. Nrotze Aussprache im italienischen Senat. Rom, 31. Dez. 3m Senat gab Handels- miniper Delotti Erläuterungen über das der 'Bar.ca 3ta[iana di ©conto gewährte. Mora- tLriurn. Darauf ging der Senat zur Weiterberatung der vorläufigen Dudgetzwölftel über. Der Minister des Aeutzern führte in Erwiderung auf die Reden mehrerer Senatoren über die letzte Jurarnmentunft zwischen Lloy) George und Briand in London aus, es habe sich nicht um eine Konferenz gehandelt. Um d e Regierung in Rom in Kenntnis zu letzen, schickte Lloyd George einen hohen Beamten des englischen Schatzamtes. Als Folge der Vorbrip echungen wurde fcbie Konferenz in Cannes beschlossen. . Der Schahmini st er erklär e. die Haupt- Dgrund'ätze der Finanzpo-litck der Reg e ung feen, das Defizit zu bekämpfen und eine Vermehrung des Pap ergeldumlaufes zu verhindern. — Mi- nifterbccf be tt Bonomi besp ach die Krise der Banca Italia di ©conto. Er Jagte, es handle sich nicht um eine allgemeine Krise für alle Kreditinstitute, sondern nur um eine Bank, d e infolge übermäßiger Festlegungen in eine ziemlich schwierige Lage geraten sei. Briand im Scnalsausschuß. Paris, 1. Jan. (Wolff) Briand erschien vor dem Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten und erflärte zur Frage der deutschen Schuld, auf keinen Fall dürften die von Frankreich zu fordernden Summen in Geld oder die Sachlieferungen hrabgesetzt werden. In Sachen beä Wiederaufbaus Europas sei die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit Deutschland besprochen worden, aber nicht unter den Regie- rungen. Auch unter den Finanz-, Handels- und o£ilrte en Unternehmungen der verschiedenen Wnder solle diese gemeinsame Tätigkeit erfolgen. Briand erklärte nach dem „Petit Parisien" ferner, toenn C^utjchland nicht zahle, würden automatisch die Sanktionen in Kraft treten. Wenn eine Heräb- feßung der deutschen Schuld - die Zahl von 500 -uituionen Goldmark sei in die Debatte geworfen ,T 2luge gefaßt werde, sei formell zwischen ihm und Llvhd George abgemacht worden, daß der Anteil Frankreichs für 1922 keine Aus Stabt und Land. Gießen, den 2. Jan. 1922. Vornotizen. — Tageslalender für Montag. Astoria-Lichtspiele, ab heute: „Goliath Armstrong. der Herkules der schwarzen- O^erge" und „Charley Chaplin". — Lichtspielhaus. Bahnhof? st raße, ab heute bis einschließlich Donnerstag" ..Das große Radiumgeheimnis". 3. Teil und „Die Geheimnisse der 3. Novemberwoche". - Aus dem Stadttheaterbureau. Wegen Grippeerkrankungen im Personal muß die Vorstellung von „Tur an do t" am Dienstag, den 3. Januar, aussallen. Das Theater bleibt an diesem Abend geschlossen: nur die Kasse ist vormittags von 10—1 Uhr geöffnet " Amtliche Persvnalnachrich- t e n. Am 28. Dezember 1921 wurde der Schreibgehilfe Emil Müller zu 'Bad-Nauheim vom 1. Januar 1922 an zum Kanz- lien bei der Dad- und Kurverwaltung Bad- Nauheim ernannt. — In den Ruhestand verseht wurde am 27. Dezember der Studienrat an dem Gymnasium zu Bensheim Dr. Bernhard Biel auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staat geleisteten Dienste vom 1. Januar 1922 ab. 2.U. Von der Landes-Universität. Die medizinische Fakultät hat den Professor Dr. Phil. Arthur L o o ß in Gießen ehrenhalber zum Dr. med., die philosophische Fakultät den Verlag ibuchhimdler Theodor Oswald Weigel ehrenhalber zum Dr. Phil. Promoviert. ** Beschleunigte Personenzüge mit vierter Klasse. Halbamtlich wird mitgeteilt: Die Reichsbahn, die zum 1. Februar. um der allgemeinen Preissteigerung zu folgen, die Personentarife um 75 v. H. erhöhen muß. wird zum Ausgleich für diese unvermeidliche Härte beschleunigte Personenzüge mit 4. Klasse einführen, die auf weite Entfernungen durchgehen und für die Hauptver- kehrSplätze günstige BerlehrSzeiten aufweisen. Diese Züge werden mit der bei Personenzügen üblichen Geschwindigkeit verkehren, aber erheblich weniger Zeit als die heute fahrenden Personenzüge brauchen, da sie nur an den wichtigsten Stationen Aufenthalt nehmen sollen. Die Einführung der Züge ist mit dem Inkrafttreten des neuen Fahrplanes zum 1. Juni 1922 geplant. " Für jedes Telegramm mit un- genügender Anschrift werden nach der vom 1. Januar 1922 geltenden Aenderung der Telegraphenordnung 4Mk. erhoben, wenn Nachforschungen in Adreßbüchern, Handelsregistern, Merkbüchern usw. Ergänzung der Anschrift oder besondere Anweisungen an die Besteller erforderlich sind, um das Telegramm bestellbar zu machen. Eine Telegramman- chrift muß, um hinreichend zu sein — namentlich für die großen Städte —, die Straße und die Hausnummer enthalten. Cs wird sich empfehlen, also schon bei der Aufgabe der Telegramme dies zu beachten. ** Oberhessisches Museum und Gailsche Sammlungen. Ende Dezember waren 3 0 Jahre vergangen, seitdem Herr Adam Ohr in den Dienst des Museums und des Oberhessischen Geschichtsvereins getreten ist: er hat die gesamte Entwicklung der Sammlungen miterlebt von den bescheidenen Anfängen im Alten Rathaus am Marktplatz an bis heute, wo die Räume des Alten und des Neuen Schlosses schien * zu eng werden für die reichen Bestände. Namens des Museums und der Gesellschafter sprach bec5tn' ®8 wurde mitgeteilt, 6erke sind, die jetzt gemeinhin unter rft/ainnrnJC9/!n: abgesehen von einigen rühmlichen Ausnahmen, für die wir doppelt dankbar sein wollen. Wäre gestern nicht so vortrefflich gespielt worden, hätte man sich gründlich gelangweilt. So gelang es jedoch vor allem dem Trio Kate Otte, Richard Hellborn undHer'.n Falken, der in dankenswertester Weise für Rudolf Goll eingefbrungen war, den Abend zu retten. Käte Otte namentlich zeigte gestern in gelungenster Weise, was sie kann. Ih:e Etelka war ein allerliebster Gamin, mit spitzbübischen Humor köstlich gezeichnet. Ilse W i s s e n d o r s und Kurt Richter holten aus ihren Rollen heraus, was rmr irgend möglich war: Karl Volck bemühte sich um den Marquis. Minderung erfahren könne. Der älnterschied werde durch Ermäßigungen, die die Alliierten auf ihren Anteil nehmen, oder mit ihrem Einverständnis durch eine Verstärkung der Lieferungen in natura gedeckt werden, die Deutschland leiste.! 'ol e. Bezüglich der interalliierten Verhandlungen erklärte Briand, daß die Wechselkurse stabilisiert werden sollten. Was Cannes anbetreffe, so sei ein feft- umrissenes Programm, hervorgegangen aus der genauen Kenntnis der Sachlage, noch nicht ausgestellt. Paris, l.Ian. (WTB.) Nach dem ..Echo de Paris" ertlärte Briand im Senatsausschuß weiter, dieSchuld. die durch die Verträge festgesetzt sei, könne weder ausgelöscht, noch in irgend einer Form vermindert werden, ohne Einverständnis aller Unterzeichner, besonders aber der Gläubiger und der Länder, die von den Zahlungen Nutzen zu ziehen hätten. In der Debatte gab Ribot seiner Verwunderung Ausdruck, daß die Regierungen die Möglichkeit eines Moratoriums für Deutschland ins Auge fassen, während die Reparativnskommission noch keine Entscheidung darüber getroffen hat. Unter keinen Umständen dürfe die belgische Priorität in Frage gestellt werden. Auf Anfragen sagte Briand, die Repara- tivnssrage solle auf der europäischen Wirtschafts- Konferenz nicht behandelt werden. Ernste Schwierigkeiten zwischen England und Frankreich hätten wegen Anawlien nicht bestanden. Das französische Bndget beschlossen. Paris. 1. Ian. (WTB.) Kammer und Senat haben in Nachtsiyungen. die bis 11 Uhr vormittags dauerten, das Budget für 1 92 2 zur Erledigung gebracht. Hierauf wurde die außerordentliche Session durch ein Dekret geschlossen. Die Kammer hält ihre nächste Sitzung am 10. Januar ab. Ansprachen in Paris. Paris, 1. Ian. (Wolff.) Bei dem heutigen Neujahrsempfang des diplomatischen Korps durch den Präsidenten der Republll Millerand hielt Nuntius Ceretti als Doyen des diplomatischen Korps eine Ansprache, in der er sagte: „Daß das gesamte diplomatische Korps an einem solchen Tage sich um Sie versammelt, ist ein Pfand, ja mehr noch, ein Beweis der Eintracht, die unter allen Nationen der großen menschlichen Familie herrschen muß. Und der Wille, die ernsten Probleme, die im letzten Jahre gelöst und diejenigen, die in seinem Verlaufe angeschnitten worden sind, zu lösen, bedeutet schon einen großen Fortschritt zum Weltfrieden, der die Frucht dieser Eintracht sein soll. Möge das neue Jahr dieses Werk der Pazifizierung baldigst beendet sehen. Um dies zu vollbringen, können Sie, Herr Präsident, auf die vollkommene und loyale Wttarbeit aller Mitglieder des diplomatischen Korps zählen, die stolz auf die hohe Mission sind, die ihnen ihre Regierung anvertraut hat. Sie werden zu gleicher Zeit auch glücklich sein, zum 'Besten der Menschheit an der Friedensaktion in der Welt teilzunehmen." Millerand erwiderte: „Zu Beginn des neuen Jahres ist derselbe Wunsch auf allerLippen, daß es den vollkommenen Weltfrieden bringen, daß es das Upbel wieder gut mache und daß eS selbst die Spüren eines langen und grausamen Krieges befestigen möge. Dieser Wunsch der die Herzen aller Völler b feelt, ihr übereinstimmender Wille ist unerläßlich um den Frieden z u verwirklichen. Niemand mehr als der Botschafter der Hohen moralischen Macht, deren Vertreter Euere Exzellenz ist. ist geeignet zum Dolmetscher di ses W liens und dieses Wunsches des diplomatischen Koips. Beiden Wünschen schließ sich die Regierung der RcpW.st Frankreich rückhaltlos an.“ tunb 10 500 Personen, davon entfielen auf die eintrittsfreien Sonntage 5500, auf die übrigen Sonntage (einschließlich der Mitglieder des Ober- hessischen Geschichtsvereins) 2300 und auf Einzel- besuch an Wochentagen 250; für 42 Schulklassen und 17 Gruppen von Vereinen und Kongrehteilnehmern mit zusammen etwa 2300 Personen wurden insgesamt 65 Führungen veranstaltet; zu Studienzwecken mit besonderen Zielen nahmen etwa 60 Personen (ausschließlich der Teilnehmer an der Pfingsttagung des Südwestdeutschen und des Nordwestdeutschen Verbandes für römischgermanische Altertumsforschung) das Museum, insbesondere die vor- und frühgeschichtliche Abteilung, in Anspruch; außerdem konnten vielfach» wissenschaftliche Anfragen und Wünsch? brieflich erledigt werden; Zeichenilassen verschiedener Lehranstalten, insbesondere der Gewerbe- und der Aliceschul«, benutzten die Bestände der Sammlungen regelmäßig zu ihren Hebungen. — Hebet die seit dem letzten Berichte zahlreich e.ingegan- genen Geschenke und über verschiedene finanzielle Zuwendungen, die im Laufe des Jahres für die Ausgrabungen gemacht wurden, soll demnächst Mitteilung erfolgen. — Soweit es die Witterung irgend gestattet, wird wenigstens das Altertumsmuseum im Alten Schloß auch während der Wintermonate an den Sonntagen von 11 bis 1 Hhr dem öffentlichen Besuch zugänglich gemacht. Führungen können jedoch erst wieder mit Eintritt der wärmeren Jahreszeit stattfinden. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 31. Dez. Der Deutsch-Amerikaner Wilhelm Gerecht in Baltimore, ein gebürtiger Schützer, übermittelte u. a. zur Weihnachtsbescherung jedem Kind in der Kleinlinderschule je 25 Mark und jedem Pftündnee im Gräflichen Hospital je 50 Mark. — Dir Nachbar- gemeinde H u tz d o r f hat jetzt auch an Stelle der seinerzeit abgelieferten Kirchenglocke eine neue erhalten, die am Äeujahrstag in feierlichem Gottesdienst ihrer Bestimmung übergeben wird. Nunmehr sind wieder sämtliche Schliherländer Gemeinden im Besitze völliger Geläute. Nur die Gemeinde Frau-Rombach, die bis zur Ablieferung einer Glocke deren drei besessen hatte, will sich vorläufig mit den beiden noch vorhandenen begnügen. Kreis Schotten. A Eichelsachsen, 31. Dez. Ein hier geborener Deutsch-Amerikaner ist nach 31jähriger Abwesenheit zu Besuch in sein Heimatdorf zurückgekehrt. Er war 1890 als Wagnergeselle crusgewandert und hat es in Ohio zu großem Wohlstand gebracht. □ Q a u b a (f>, 31. Dez. Der Zweigverein des VogelsbergerHöhenklubs hält auch in diesem Winter Monatsversammlungen ab, in denen wissenschaftliche Vorträge, vornehmlich aus dem Gebiete der Heimatgeschichte, gehalten werden. Diese Versammlungen finden regelmäßig am ersten Freitag des Monats im besonderen Klublokal im Solmser Hof statt. Kreis Friedberg. S. Da d-Nau he im. 31. Dez. Herr Bich. Ma t t ie feiert mcrgestaurateur am h'es'gen Bahnhof. Der Verband der Eiienbahnwirte Deutschlands ehrte aus bi'.fern Anlaß den Jubilar durchs Stiftung einer Ehrenurkunde. z? Butzbach, 31. Dez. Der Ausklang des Stadtjubiläums. Als wir im Juli d. Js. in einer größeren Artikelfolge über das 600jährige Jubiläum ter allen hessischen Stadt und die damit verbundenen größeren Veranstaltungen ausführlich berichteten, haben wir auch auf die Vortragsreihe hingLwiesen, die der rührige Volksbildungs verein aus Anlaß des Jubiläums veranstaltet hat. Prof. Dr. D. Diehl (Friedberg), der gründliche Kenner hessischer Schul- und Kirchengeschichte, war für die Vorträge gewonnen. Im Laufe der Monate hat er bereits u. a. über die Geschichte des Butzbacher Kugel- hcruies und über die Blütezeit der Butzbacher Lateinschule gesprochen. Die letzte Vortrags- Veranstaltung gestalt.te sich nun dieser Tage zu einer erhebenden Schlußfeier in der Etadtlirche. Nach einer von Heimat liebe erfüllten Ansprache des Nektors Storch hielt Pros. Diehl seinen Schlußvortrag über „Berühmte Butzbacher Männer des 16. und 17. Jahrhunderts". Einleitend sprach der Redner über Kepler, der am Hofe des Landgrafen Philipp von Butzbach, des großen Förderers von Kunst und Wissenschaft, mehrmals weilte, und schilderte dann tadt Weiierstädterstr. öt^ Tele- Stühle W MW werden noch äuge- Für Gießen rühriger Anzeigen werber bei hoher Derdienst- möglichkeit per sofort gesucht. Eilmeldnngcn erbeten unter 107 an den Gießener Anzeiger. Smbmslüe 18-20 Jahre alt, ae- Wärter iur Aushilfe gesucht. 1038 gflnlt Iflr 9aull?onte. Hund braun mit schwarzem Rücken, Silvesterabend entlausen. Karl Hab«, Gesucht zum 1. Februar 1922 oder früher in herrschaftlichen Haushalt auf dem Vanbe IWW Söfliin oder einfache Stütze ble selbstänbig kochen und etnmntüen kann. Zweit- mäbchen und Putzfrau vorhanden. An geb. mit Zeugnissen und Gehaltö- ansprüchen erbeten an Frau Major a. D. Wichert, Büdingen (Dberbefien), 91 Jagdhan- Tiergarten. Angestellte! KlMkMWlW in dem G. d. A. Dienstag, den 3. d. M., abends V28 Uhr pünktlich, im Hotel Hopfeld spricht Gewerkschafts-Sekretär Lehn über Bttfillikriin^Billit, KnaWchMnsse nfio. Allen Kollegen ist der Besuch dringend zu empfehlen. Führende, angesehene deutsche Versicherungsgesellschaft, die sämtliche Sparten großzügig betreibt, sucht zum weiteren Ausbau ihrer Organisation Wannte Vertreter und stille Vermittler. Auch Innenbeamten, die in den Außendienst übertreten wollen, ist Gelegenheit geboten, sich eine dauernde, ent- wicklungsfähige und angenehme Position zu schaffen. Nichtfachleute (pensionierte Beamte und Offiziere a. D.) können berücksichtigt bezw. rasch und sicher eingearbeitet werden. Angebote unter J. V. 2515 an Invalidendank, Frankfurt a. Ul. In tiefer Trauer geben wir hiermit Kenntnis von dem am 30. Dezember 1921 erfolgten Hinscheiden unseres unvergeßlichen Mitgliedes und treuen Freundes Herrn Hans Bette. Wir bitten alle Mitglieder, sich an der Beerdigung und an dem Seelenamte zu bet iligen. Verein für kath. Kaufleute und Beamte Gießen. Todes-Anzeige Sonntag morgen 9 Uhr entscnlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden, im Alter von 73 Jahren, unsere liehe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Anna Ellsahethe Benner Wwe. geb. Hahn. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Benner nebst allen Angehörigen. Heuchelheim, Gießen, Allendorf a. d. Lahn, Dutenhofen, Aichenbeamte unter günstigen Bedingungen. Mietgesuche | Für 2 Herren und 2 Damen 016876 MI. MM (evtLm.Pens.)z.8.Ian. gesucht. Off. mit Preis an Emanuel, G. m. b. H., Schuhwarcn, Frankfurt a. M., GewcrlschaftSbauS. Solider, fleißiger, strebsamer junger Mann möglichst aus der Branche, der vorwärts kommen will, zum sofortigen Eintritt auf das Kontor einer größeren hiesigen Zigarrenfabrik gesucht. Schrift!. Angeb. unter 96 an den Gießener Anzeiger erbeten. föfflltflf »um 1. Februar ®v,ua|l ein tüchtiges MInMW das kochen kann, in kinderlosen Haushalt von zwei Personen. Vorzustellen zwischen 2 u. 4 Uhr nachmittag-. Meldungen ohne gute Empfehlungen sind zwecklos. 016773 Frau Regierungsrat Hemmerd j Schtssenberger Weg 47. Zum sofortigen Eintritt werden gesucht: ZMeng- für Schnitt- und Stanzwerk- zeuge,möglichst unverheiratet, I Vertag- Her für Hinterdrehbank, ZVertag- setar für allgemeinen Werkzeugbau, I er- E Kleines gutgehendes vsWkmÄÄ wegen Eröffnung eines «räßeren sofort zw ver- ausen. Schr. Ang. u. Oil an d. Gieß. Anz. erbeten. 1 Paar derbe Mädchenstiefel Mt.Mädchenmau tcl u. Dameuvelourbut z. vk. 07 Asterweg 20 il. Strickjacke^,« zu verkaufen 016859 Sonncnstrntze ß p. LazaruS. Asterweg 53 p. Suche für bald ein srdkntl.1W.MWcn für kinberU Haushalt. Restaurant 01 Bur schönen ÄluSsicht". Mädchen — nicht über 17 Jahre — für Hausarbeit in kleinen Haushalt täglich vonUbiS 3 Uhr gesucht. 04 Lonnenstratze 8 1IL Vnprfsche Handelsschule Gießen Goethestraße 32 11. Januar beginnen neue Kurse in Buchführung Stenographie Maschinenschreiben Anmeldungen erbeten! 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Von den ägyptischen Anruhen. Kairo, 31. Dez. (WTB.) Gestern wurde ein britischer Eisenbahnbcamier durch einen Revolverschuß getötet. Der Mörder ist entkommen. Ein neuer Weltrekord bet (Amerikaner in der Flugdauer. Paris, 31. Dez. (WTB.) Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Mineola (Bereinigte Staaten) haben die beiden amerikanischen Flieger S t i m | e n und Berdaud einen neuen Weltrekord ausgestellt durch einen ununterbrochenen Flug von 26 Stunden 19 Minuten Dauer. 31a qMCoBINERo " Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. betr.: Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner zur Angesii-ll «»«Versicherung. 3n der Wahlbekanntm.uy-rng (vergl. Gießener Anzeiger Nr. 265 vom 11. 'Rniw-mber und Ober- hessische Volkszeitung Nr 264 vom 12. November 1921) ist die Wahlzeit festgesetzt auf Sonntag den 8. Hanuar 1922 von 10 bis 12 Hhr vormittags und von 2 bis 5 Hhr nachmittags. Ss haben nur die versicherten Angestellten zu wählen (vergl. meine heutige Bekanntmachung, in welcher die Dorschlagslisten veröffentlicht sind). Zu beachten ist folgendes: Wah b.-rechtigt sind volljährige Deutsche männlichen und weiblichen Geschlechts, soweit sie nicht nach § 147 Abs. II des A. V. G. vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Der Stinnnberechtigte darf sein Wahlrecht nur in dem Stimmbezirk, in welchem er wohnt, ausüben. Es dürfen alfo nurinGießen wohnende stimmberechtigte Ange st ellteab stimmen. Die Wähler haben sich über ihre Wahlberechtigung auszuweisen. Als Ausweis dient die Bersic^rungskarte. in welcher für die vorausgegangenen 12 Monate mindestens ein Monatsbeitrag nachgewiesen sein muß. Das Wahlrecht kann nur in Person und durch Abgabe eines Stimmzettels ausgeübt werden. Die Siimmzettel dürfen keinen Protest oder Vorbehalt enthalten und nicht unterschrieben sein. Es kann nur für unveränderte Vorschlagslisten gestimmt werden. Als verändert gelten auch die Listen, in denen die Reihenfolge der Vor- geschlagenen geändert worden ist. Hede Abweichung von tzxr Vorschlagsliste macht diese ungültig Hedoch genügt es, daß der Wähler die Bezeichnung der Liste angibt, für die er sich entscheidet (z. B. Vorschlagsliste A). Danach empfiehlt es sich, die Stimmzettel in dieser vereinfachten Weise herzustellen und da übet ihre äußere Gestalt nichts vorgeschrieben ist, der Gleichmäßigkeit wegen dazu weißes Papier in der Größe von % Bogen (Reichsformat) zu verwenden. 26 B Gießen, den 30. Dezember 1921. Der Wahlleiter: Dr Frey, Beigeordneter. Bekanntmachung. betr.: Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner (§§ 145 ff. des Dersicherungs- gesetzes für Angestellte). Für die auf Sonntag, den 8. Hanuar 1922 anberaumte Wahl der Vertrauensmänner und Ersatzmänner (nach dem Dersicherungs- gesetz für Angestellte — §§ 145|f. des B. G. f. A. —) sind für den Wahlbezirk Gießen-Stadt die nachstehend aufgeführten gültigen Vorschlagslisten rechtzeitig eingereicht worden: I. Für die Vertrauensmänner und Ersatzmänner au6 den Arbeitgebern. Vorschlagsliste der „Freien Arbeitgebervereinigung", bevollmächtigter Vertreter Geschäftsführer Hak. Günderoth in Gießen: 1. Hakob Günderoth, Geschäftsführer in Gießen, 2. Richard Andreä, Geschäftsführer in Gießen, 3. Karl Drömer, Geschäftsführer in Gießen, 4. Richard Strvhwig, Geschäftsführer in Gießen, 5. Paul Hornberger, Rechtsanwalt in Gießen, 6. Adam Volz, Vorsitzender der Ortskrankenkasse in Gießen, 7. Dr. Albert Aaron, Rechtsanwalt in Gießen, 8. Levi Sondheim, Kaufmann in Gießen, 9. Franz Diener, Geschäftsführer in Gießen. II. Für die Vertrauensmänner und Ersatzmänner aus den versicherten Angestellten. Liste A eingereicht vom Deutschnationalen Handlungsgehilsen-Derband, Ortsgruppe Gießen, bevollmächtigter Vertreter Handlungsgehilfe Emil Reuter in Gießen, Seltersweg 85: 1. Heinrich Friedrich, Buchhalter in Gießen, Keplerstraße 5, 2. Friedrich Hirsch, Buchhalter in Gießen, Mühlstraße 20, 3. Heinrich Wahl, Buchhalter in Gießen, Schillerstraße 9, 4. August Hauck, Buchhalter in Gießen, Wühlst raße 5, 5. Wilhelm Bonarius, Handlungsgehilfe, Gießen, Bruchstraße 16, 6. Karl Dräbing, Handlungsgehilfe, Gießen, Dammstraße 50, 7. Heinrich Barsch, Handlungsgehilfe, Gießen, Dammstraße 35, 8. Heinrich Decker, Handlungsgehilfe, Gießen, Steinstraße 33, 9. Emil Reuter, Handlungsgehilfe, Gießen, Selters weg 85. vielmehr in der Reihenfolge des Vorschlag- als gewählt. 27 B Gießen, den 30. Dezember 1921. Der Wahlleiter: Dr. Frey, Beigeordneter. Bekauurmachung. 3n unser Genossenschaftsregister wurde heute bezüglich der Spar- und Darlehnskasse, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht, zu Watzenborn-Steinberg eingetragen: Balthaser Hirz V. und Balthaser Damasky sind aus dem Vorstand ausgeschieden; an ihre Stelle sind Balthaser Maid und Wilhelm Pfaff getreten. Hohannes Hirz IX. ist zum Direktor gewählt. 115B Gießen, den 25. Dezember 1921., Hessisches Amtsgericht. Betr.: Landzuteilungsverfahren für die Gemeinden Albach und Steinbach. Bekannrmachung. Der Plan zur Durchführung des Verfahrens liegt in der Zeit vom 5. bis einschl. 12. Hanuar 1922 auf den Bürgermeistereien Albach und Steinbach offen. Plantag zur Erläuterung und Erörterung deS Plans vor dem Landausschuß wird anberaumt auf Freitag, den 13. Hanuar 1922, vorm. 11 Hhr, im Rathause z u Steinbach. Ich bringe dies zur Kenntnis mit dem Hinweis darauf, daß von den am Verfahren Beteiligten Einwendungen gegen den Plan erhoben werden können, unb zwar während der Offen» legungssrist schriftlich bei den Bürgermeistereien Albach und Steinbach sowie im Plan tag selbst mündlich in der Zeit zwischen 12 und 1 Hhr. Bad Salzhausen, den 31. Dez. 1921. Der Landamtmann zu Bad Salzhausen. Drill. 9OB Liste B eingereicht vom Gewerkschaftsbund der Angestellten, Or.sgruppe Gießen, bevollmächtigter Vertreter Duchhaller Ernst Klotz in Gießen, Krof- dorfer Straße 15: 1. Franz Funk, Buchhalter in Gießen, Wilson- ft raße 10, 2. Ernst Klotz, Buchhalter in Gießen, Krofdorfer Straße 15, 3. Karl Wießner, Steiger in Gießen, Leih- gefterner Weg 42, 4. Lina Drasch, Buchhalterin in Wetzlar, Ste- phanstraße 27. 5. Willi Schuhmacher, Angestellter in Gießen, Cbelstraße 11 a, 6. Heinrich Hanitsch, Angestellter in Gießen, Schiffenberger Weg 64, 7. Anna Krauskopf, Verkäuferin in Gießen, Bruchstraße 11, 8. Franz Höhne, Buchhalter in Gießen, Mühlstraße 29, 9. Eugen Hörg, Filialleiter in Gießen, Goethe- st raße 48. Liste C eingereicht vom Allgemeinen Freien Angestellten-Dund (Afabund), bevollmächtigter Vertreter Gefchäftssührer E. Frischmann in Gießen, Nord-Anlage 39: 1. Heinrich Stimmer, Werkmeister in Gießen. Nord-Anlage 18, 2. Georg ©rünig, Techniker, Gießen, Bahnhofstraße 66, 3. Robert Wetter, Dureauangestellter, Gießen, Steinstraße 72. 4. Mathilde Zeidter. Verkäuferin, Gießen, Buddestraße 7, 5. Gustav Puppe, Werkmeister, Gießen, Riegel- Pfad 39, 6. Hellwig, Franz, Lagerhalter, Gießen, Steinst raße 40, 7. Anna Bender, Filialleiterin, Gießen, Liebig- flraße 72, 8. Heinrich Pages, Lagerist, Gießen, Schiffenberger Weg 64, 9. Heinrich Jsheim, Techniker, Gießen, Schifffenberger Weg 64. Die Listen A und B der Angestellten find als verbundene Listen gemäß § 14 der Wahlordnung erklärt worden, so baß sie gegenüber der Vorschlagsliste C (eingereicht vom Afabund) als eine einzige Vorschlagsliste gelten. Von den Arbeitgebern ist nur eine Vorschlagsliste eingereicht worden. Es hat daher bei dieser Gruppe gemäß § 16 der Wahlordnung keine Wahl stattzufinden. Die Vorgeschlagenen gelten Bekauurmachung. Der Nachtragsvoranschlag für die tfraeL Religionsgemeinde Gießen für 1921, der II. Nach» tragsvoranschlag für die Landjudenschaft der Provinz Oberhessen für 1921 und der Voranschlag für die tfraeL Religionsgemeinde Gießen für 1922 liegt zur Einsicht der Beteiligten acht Tage lang in der Wohnung des Hnterzeichneten offen. Gießen, 30. Dezember 1921. 890 Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. Moritz Strauß.