Nr. 283 Erscheint täglich, «utzer Sonn» und Feiertag», mit derSamstagsbeilage: GießenerFa milien blätter Monatliche Betngipreife: 880 Mark und 20 Mark Trägerlohn,durch diePost tOO Mark,auch bei Nicht» erscheinen einzelner Num» mern infolge höherer Gemalt. - Fernsprech. Anschlüsse - fürdieSchrist» kitnng 112, für Verlag inb Geschäftsstelle 51. Nnschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sietzeit. poftschecttonlo: Krantfutt a. M. 11686. Erstes Blatt 172. Jahrgang Freitag, Dezember 1922 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Dme. chaftstvngreh richtete, schlägt eine verbesserte Ar . -wie-Unterstützung vor. Danach sollen die einzc. ... , Industrien für die in ihren Brreich fallenden Arbeitslosen verantworttich gemach,, werden. (Erklärungen Tschitscherins in Berlin. Berlin, 30. Dov (WTB.) Heute abend 7 llhr empfing Tschitscherin in der ru'si fchen Botschaft die internationalen Pressevertreter. Er gab in einer kurzen klaren englischen Ansprache die Ansichten der russischen Regierung wieder, besonders über di. Meerengenfrage und ihre Beöeutung für ba* Schwarze Meer. Die volle Souveränität b?v Türkenvolkes über das türkische Land und bic türkischen Gewässer und die Schließung der Meerengen für alle Kriegsschiffe mit Ausnahme der türkischen seien für die Wahrung des Frieden > durchaus notwendig. Sa8 türkische Volk würde a if die Dauer auch nicht erlauben, daß ihm di' souveränen Rechte über seine Gewässer weg Benommen würden und Konstantinopel für jeden Ingriff der Seemächte offen bliebe. Kein Ab kommen, das hierfür keine Garantien böte, könn von Dauer fein. Diese Garantie sei schon gegebm im Moskauer Vertrag zwischen Rußland und !>" Türkei. Jeder Versuch einer Einmischung in b’c türkischen Angelegenheiten wurde vor der tüuli scheu nationalen Bewegung weggescKoemmt werden. Tschitscherin fuhr fort, er wage nicht zu versichern, dah Lausanne eine endgültige Lösung bringen wurde. Wie aber auch dort die Ent scheidung falle, die nationale türkische Bewegung könne nicht aufgehaltcn werden. Das russische Programm sei genau dasselbe, was auch die Mächte in Lausanne beschließen möchten. Dann sprach Tschitscherin von der morgen beginnenden A«>- rüstu"gskonferenz von Moskau und gab Erklärungen Über den russischen Vorsch'ag ab, de darauf binausläuft, zwischen den Rachbarstaaten Kontrolkzonen zu schassen, in denen nur Grenz truppen in einer von den Rachbarn festgesetz en Stärke bleiben dürfen, worüber eine gemisch'- Kommission wachen sollte. Dieses System sei be reits in Ausführung Zwischen Rußland und Finn land. GS sei zu hoffen, baß es auch zwischen anderen Rationen eingerichtet werde. Berlin, 30. Rov. Der russische Dvlkskom missar des Aeußem Tschitscherin, der sich auf der Reise von Moskau nach Lausanne befindet, hält sich heute einige Stunden in Berlin auf. RachmittagS findet beim Leiter der Ost- ableilung deS Auswärtigen Amts Frhr. vo Malhan ein Essen statt, an dem außer Tschitscherin Reichskanzler Dr. Cuno und der Reichsminister des Aeuhern von Rosenberg teilnehmen. Die Erregung im Rheinlande. Köln, 1. Dez. (WTB.) Die „ftöln. Ztg. veröffentlicht eine Kundgebung der Kölner D e r e i n i g u n g a 11 c r Akademiker, i.i der diese erklärt, dah sie einig fei in der ernsten Zurückweisung aller gezen die Freiheit ber Rhein - lande i;nb auf ihre Absonderung vorn Deutschen Reiche gerichteten fremdländischen D-strelmngen Sie geloben mit allen Akademikern des Ahern landes dem Reiche aufs neue heilige Treue. Das Kölner sozialdemokratische Blatt, die »Rheinische Zeitung", schreibt u. a.: Wenn die Agenten Frankreichs nicht nur von ihnen gekaufte Meinungsäußerungen nach Paris berichten mühten, so konnten sie aus allen Be Völkern ngsschichten des Rheinlandes massenhaft Verwünschungen der imperialistischen französischen Rheinpolitik hören. Cs ist eine für bic europäische Friedenspolitik verhängnisvolle Saat, die von den französischen Rationalisten am Rhein ausgestreut wird. In der Abwehr gegen den französischen Imperialismus gibt es, wie wir zu unserer Freude feststellen, in der Arbeiterbewegung keine Richtungen. Die Kommunisten waren bic ersten, die bei uns eine gemeinsame Abwehrattion der Arbeiterklasse anregten. In den Betrieben, wo ohnehin die Stimmung infolge der wachsenden Hungersnot geloben ist, regt es sich mächtig gegen die Verdoppelung der Sklaverei, die von den französischen Kapitalisten angestrebt wird. Man empört sich gegen die dreiste, unerhörte Herausforderung, die in der Ankündigung liegt, daß man über bi Mi llionen Rhei nländer we über eine willenlose Herbe verfügen will rheinischen Arbeiter als ein Teil des brutschen Volles verbitten es sich, bah man über ihr: nationale Zugehörigkeit, ihre Ver'assun-, und i re Verwaltung am grünen Tisch der Diplomaten beschließt Diefenigen französischen Rl-einland^politiker sind heillos verblendet, die da glauben, in den Massen des rheinischen Volles auf Entgegenkommen stoßen zu können. A le Veranstaltungen der ftanzösisch finanzierten Sonderbündler verlau'en kläg ich. Lo brachte die sogenannte Rheinische Republikanische Volkspartei dieser Tage in Trier ganze achtzig Männlein zusammen, durchweg Ge chäft?l.ute zweifelhafter Art, einige verärgerte Landlcu:e und zwet katholische Geistliche. Eine in Bonn vorgesehene Veranstaltung, von der man unter dem Schutz der französischen Bajonette große Dinge erwartete, wurde kurzerhand vertagt. Sie haben im Rheinland nichts hinter sich, diese Frankenempfänger, desto mehr fteilich in Paräs." Aus dem weiteren Inhalt des Artllels geht rrach der F. Z. hervor, dah innerhalb der rheinischen Svzialbe77wkratie vielfach aus die Veranstaltung von Strahenkundgebungen hingedrängt worden ist, dah die Leitung bei Partei aber beschlossen hat, im Au^e:nblick von solchai Kundgebungen abzusehen. Sre hält sich inbeffen bereit Inzwischen hat sie sich an die französischen unb englischen Sozia- Liften getcanbt, um diese noch einmal zum äußersten CEiberftanb gegen die französischen Gewaltpläne aufzurufen. Die Nolle der amerikanischen Befatznugstrnppe». London, 30. Hot?. (WTB.) Der .Times" zufolge wird die Mitteilung, Dafe die amerikanische Reg ieruno ihre Besatzungs- truppen aus dem Rheinlande noch nicht z u - rückziehen Jonne, in Verbindung mit den aus Paris gemeldeten Planen über das Ruhrgebiet gebracht, die jedoch von der französischen Botschaft in Washington offiziell deme nt iert roerDen. Clemeneeau ans Reifen. Paris. 30. Rov. (WTB.) Rach einer Ha- vasmelduna bestellte Clemenceau auf dem Dampfer .Paris", der am 12. Dezember von Reu- york nach Le Havre abgeht, eine Kabine. Nitti Nobelpreisträger. 'Berlin 1. Dez. Die .Boss. Ztg." meldet aus Rom^ daß dem „Secolo" zufolge der R o b e l- preisfurden Frieden dem ehemaligen Ministerpräsidenten R i t t i zugesprvchen worden sei. Wie das Blatt schreibt, dürfte das Werk Rittis .Das friedlose Europa" die Verleihung des Robel- preises an Ritti veranlagt haben. Russische Flieger ans rumänischem Gebiet mißhandelt. Moskau., 29. Rod. (WTB.) Rach einer Mitteilung der russischen Telegraphenagentur gerieten anfangs Juni der Kommandeur der Flie- gerabteilung P o l a j e w und ein anderer Flieger auf einem Fluge in der Rich.ung nach der Stadt Perwomajsk, da sie die Orientierung verloren, nach Bessarabien hinein. Als sie den Irrtum bemerkten unb zu wenden beabsichtigten, versagte die Maschine und sie muhten landen. Sie steckten das Flugzeug in Brand und entfernten sich. Von Soldaten aufgegriffen, wurden sie nach Kischinew gebracht, bei den Verhören schwer mißhandelt und spater in einem Lager interniert. Rach der Darstellung rumänischer offizieller Kreise hätten die Flieger aggressive Absichten und Propagandaziele verfolgt. Offizielle Radiomeldungen der rumänischen Regierung stellten den Vorfall als einen Vertragsbruch der Sowjetregierung gegenüber des auf der Konferenz von Genua zustandegekommenen Abkommens dar. Auf das Verlangen des ukrainischen Volkskommissariats für auswärtige An- aelogenheiten, die Flieger freizulassen, antwortete Minister D u c a, daß er in dem älnglücksoll der Flieger die Tatsache eines Lleberfalls aus rumänisches Gebiet erblicke und dah die Internierung der Flieger erforderlich gewesen sei. Die Behauptung schwerer Misthandlungen wies Duca zurück. Die rumänische Regierung sei bereit, die russischen Flieger gegen die in Rußland zurück- gehaltenen rumanisc^n Staatsangehörigen aus- zutaufchL'n. Am 19. Rodember sandten nun die russische und die ukrainische Regierung eine Rotean die rumänische Regierung, in der sie unter nochmaliger Darstellung des Sachverhalts betonen, dah die beiden russischen Flieger, die nur durch höhere Gewalt gezwungen in Bessarabien gelandet seien, kein Verbrechen begangen hätten und deshalb sofort, ohne Austausch gegen rumänische Gefangene, freigelassen werden mühten. Die beiden Regierungen protestieren ferner gegen die Mißhandlungen. deren Opfer die Flieger geworden seien, und verlangen strengste Bestrafung der hierfür verantwortlicyen Personen. Die Rote ist von Tschitscherin und Rakowski unterzeichnet T -- t Aus dem Reiche. Empfange beim Reichskanzler. Berlin, 30. Rov. (WTB.) Der Reichskanzler hat gestern den groh- britannischen und den italienischen Botschafter sowie den englischen RechtS- aelehrten Sir Thomas Barclay, uHd heute den spanischen Bot sch aste r, den DolkSkommissar der Sowjetrepublik Tschitscherin, sowie den amerikanischen Senator Mac Cormick empfangen. Hessisches Landestheater. Strindbergs: „Karl XII.“ Erstausführung. Wenn mit Recht von den Berliner Bühnen aesagt wird, dah die Reuinszenierungen im Zeichen der Regie stehen, so gilt das auch für die bedeu- tenden Bühnen im Deich. Von diesen steht im Vordergründe des In'errsses, wenn auch stark umstritten, die Darmstädter Bühne unter Gustav Hartung. Es darf aber wohl einmal gesagt werden: die vielgeschmähte .Provinz" ist hier w e in manchem anderen Berlin um ein Stück voraus. Wer die Reimann-Inszenierung der „Nosbeth" im Schauspielhaus und die Darmstädter Aufführung „Sfari XII.“ sehen konnte, wird das bestätigen. Gustav Hartung, der seine Tätigkeit in Darmstadt ebenfalls mit der überragenden Herrschaft der Regie begann, ist heute einen Schritt weiter, und zwar einen bedeutsamen. »Karl XII." erwies, dah auch für Gustav Hartung die Regie nicht mehr das allein herrschende ist. In seltenem Gleichllang war hier die Regie, Die Inszenierung und die Darstellung zu einem Dühnenwerk von imponierender Gröhe, zu einer künstlerischen Tat von gröhter Bedeutung geeint. Selten wohl ist die gesamte Äritil mit dem verstehenden Publikum so einig wie in diesem Urteil. Zur Gestaltung der Bühnenbilder hatte sich Gustav Hartung den jetzt in Berlin tätigen T. C. Pilartz außgeliehen, der den Intensionen seiner bühnenkünstlerischen Eigenart am besten zu folgen versteht. Strindbergs balliges Schauspiel „Start XII.“ ist bekanntlich nicht ein umfassendes abgeschlossenes Drama, es gibt vielmehr nur eine Charakterisie- runa des grohen Schwedenkönigs von dem Augenblick an, da die Riederlage von Poltawa das Ende seiner Europa beherrschenden Laufbahn beginnen lieh. Für Strindberg ist „Karl XII." nicht nur der Held, auch nicht nur der Weiber Hasser, sondern eine ins Gigantische gesteigerte mystische Persönlichkeit. Wie Strindberg es verstand, diese mystische Figur zu zeich . LN, oh re sie allem Menschlichen zu ent; remde-r, so wußte Gustav Hartung die Gesamtaufführung so zu gestalten, dah der überragende Kriegsheld tm Vordergrund stand, dah aber daneben der an sich einsame Mensch in allen Schwächen und Stärken lebendig und überzeugend ward. Gleichwie auch bi Regie und Darstellung m einem Ginfühlen in Forderungen des Larrdvmrdes. Der l i n, 30. Rov. (Priv.-Tel.) Der Reichs- l a n d bu n d hat an den Reichsernährungs» Minister eine Reihe von Forderungen gerichtet. So verlangt Der Bund die sofortige Ern- berufung des Zwanziger-Ausschusses, um für das dritte Sechstel Getreideumlage einen Preis zu bestimmen, der den tatsächlichen Verhältnissen entspreche. Der Reichslandbund betont schliehlich, dah nur die volle wirtschaftliche Freiheit und die dadurch herbeigeführte Freiheit der Preisgestaltung die Ernährung des deutschen Volkes aus eigener Scholle stcherstelleir könne. Der bayerische Landtag gegen den Wacher. München, 30. Rod. (WTB.) Der Wirtschaftsausschuh des bayerischen Landtags hat folgenden Antrag angenommen: Die Staatsregierung wird neuerdings aufgefordert, der Verlängerung einheimischer Vorräte durch selbstsüchtige Warenzurückhaltung und Verschiebung mit Rachdruck ent- geaenzuwirken und ferner der unberechtigten Ausfuhr in gewinnsüchtiger Absicht mit schärfster Strenge entgegenzuwirken, auch durch Anwendung der Zuchthausstrafe und Vermögensentziehung. Arrs dem besetzten Gebiet. Ei« französisches Krregsgerichlsurlell. Wiesbaden, 30. Rov. (Wolff.) Das französische Kriegsgericht hat, wie die Blätter berichten, die drei Inhaber der hiesigen Arndt-Buchhandlung zu je einem Jahr Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe verurteilt, weil bei ihnen Broschüren und Bücher beschlagnahmt worden waren, die nach der Anklage die Sicherheit der Besatzungstruppen gefährden und deren Ansehen herabsetzen. Einer der Derurteilten ist Vorsitzender des Deutschvölkischen Schutz- und TruhbundeS. Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. Dezember 1922. Erne eindrucksvolle Ehrung der Rhöu-Segelfliegcr. Sin Aufhorchen der ganzen Welt, starke Verblüffung namenllich bei unseren Feinden im Westen — das war wohl die grotzte Anerkenn tng, die unsere deutschen Segelflieger durch ihre hervorragenden Leistungen im September in der Rhön sich erzwungen hatten. Rimmermüde Tatkraft, kühner Wagemut, freudige Hingabe an eine große Sache beseelt diese Männer, auf die wir stolz sein können. Steckt ihre Arbeit auch noch sehr in den Anfängen, fo haben wir doch allen Anlaß, mit Freude und Zuversicht das große Werk zu versorgen undzu unterstützen, dem diese wackere Schar Dient — An der wohlverdienten Ehrung dieser Pioniere wollte und konnte man es auch in Gießen, dem Sitze der Landesuniversität, nicht fehlen lassen: sind es doch rtamenllich auch hessische Flieger, die sich um die Sache des Se^lfluges hohe Verdienste erworben haben. Dieser Ehrung Diente eine Veranstaltung, zu der der Gießener Verein für Luftfahrt zu gestern abend in die Reue Aula ber Untoerfität geladen hatte, und zu der ein so zahlreiches Publikum erschienen, daß die Aula bis aus den letzten Platz gefüllt war. Der Rektor der Universität, Prof. Dr. Eger, beglückwünschte als erster die Vertreter der Darmstädter akademischen Fliegergruppe zu den hervorragenden Erfolgen ihrer Gruppe. Er führte in seiner Rede u. a. aus: Es ist uns eine große Freude, Vertreter unserer Darmstädter Schwester Hochschule hier begrüßen zu können. Mit frohem Staunen haben wir von den großartigen Leistungen gehört, die der Rhön- Segelflugwettbewerb im äeptember gezeitigt hat Die ganze Well hat ihr Auge daraus gelenkt. Besondere Freude und Stolz empfinden wir darüber, daß auh Angehörige unserer Darmstädter Schwesterhvchschule in so ganz hervorragendem Maße an den Erfolgen beteiligt gewesen sind. Die Bewunderung dafür wächst mehr und mehr, je Strindbergs Wollen die Charakterisierung der übrigen handelnden Personen scharf abgegrenzt wurde. Um nur eine herauszugreifen: Mit Recht verzichtet Hartung darauf, den bedeutenden Swedenborg, der in Strindbergs Dichtung nicht eine feiner Bedeutung entsprechende Verlebendigung findet, mehr als der Dichter es wollte, in den Vordergrund zu stellen. Gleichwie auch der Görtz eine Charakterisierung fand, die wohl nicht seiner historischen Rolle entsprach, in Den Rahmen zur Dichtung aber nicht anders sein durfte. So stellte die Regie jeden Darsteller in Die Beleuchtung (in des Wortes zwiefacher Bedeutung), die allein es ermöglichte, aus der zerrissenen und in den einzeln en Akten in Der Bühnenwirkung ungleichen Dichtung ein scharf umriffened, in sich geschlossenes Drama xu gestalten. Die Bühnenbilder waren ent- sprechend Dem Rahmen des Ganzen mystisch und phantastisch in Form und Farbe, dabei jedoch von scharfer Charakterisierung der gewaltigen Handlung. Die Darsteller, durch vielfarbige Lichtkegel aus verschwimmendem Dunkel gehoben wuchsen zu Menschen wie aus anderen Welten, ohne dadurch die Glaubhaftigkeit des Wirklichen zu beeinträchtigen. Bizarre Hintergründe durch Projektion auf den Rundhorizont geworfen, charakterisierten Die Seeküste, Gewittersturm, Parkszenen und schauerndes Dunkel der Feldschlachtnacht. Aus dem Dunkel des tiefen Orchesterraumes schlichen und stürmten Gestalten in Die Szene und verschwanden wieder tm Dunkel. So umrahmten Bild«: von bizarrer Schönheit die Handlung und so ward auch der dramatisch schwäche letzte Akt zu einem erschütternden Finis. Die künstlerische Vollendung der Ausführung wäre unmölgich gewesen, wenn, in der Darstellung der Titelrolle Fritz Falk nicht zur Verfügung gestanden hälle. Der Künstler war in Maske, Sprache und Darstellung schlechthin meisterhaft. Es liegt an Strindberg, wenn Die zahlreichen übrigen Darsteller Hinter Dem Träger der Titelrolle stark zurücktreten. Doch war hier jeder an seinem Platze. Das Publikum war nach Verwindung des ersten erschütternden Eindrucks begeistert und rief die Darsteller, sowie Hartung und Plllartz zahlreiche Male vor die Rampe. Max Streese. mehr man hört mit welchen Schwierigkeiten Sie (zu Den Darmstädter Gasten gewandt) kämpfen müssen, mll welchem eisernen Fleiß Sie trotzdem Ihrer Arbeit nachgehen, und welcher kühne Wagemut Sie beseelt. Hier glauben wir den leisen und zarten Flügrlsch'ag einer be seren Zukunft zu vernehmen. Der Wiederkehr einer Zeit wo Deutschstrnd draußen in der Well wieder in Ehren genannt werden wird. Diese Erfolge sind ein Zeichen für uns, dah wir die Hoffnung hegen können, daß auch Deutsch'.ands Weg wieder in Der Höhe und in der freien Luft enden wird. Welche praktischen Resultate Sie noch erzielen können, darüber zu sprechen überlasse ich Den Berufenen. Das aber haben wir erkannt, daß Ihre Taten Leistungen sind, die Die schlummernden Kräfte in unserem Volke zutage treten lallen, Die uns zum Wiederauf flieg führen werden. Deutsche Wissenschaft und deutsche Technik haben Großes getestet Die Theorie vermag ohne die ganzen Menschen Der T a t nur Kleines zu schaffen. Erst wenn Männer mit ihrer ganzen Person sich in Den Dienst der großen Sache stellen, kann Großes geschehen. Solche Männer haben sich namenllich in unserer akademischen Jugend gefunden. Wer die akademische Jugend kennt, ist dadurch nicht überrascht. Wir, Die wir unsere akademische Jugend kennen, wissen, daß sie noch nicht vom Materialismus zerfressen ist, daß nicht das Wort von ihr gilt: „Wenig Arbeit und viel Geld": daß es von Ihr vielmehr heißt: Schassen, schaffen, schaffen, daß sie auch Der kosten Bude noch von ^>hem Idealismus beseest ist. Als Vertreter dieser hochgemuten Hugend, auf die wir unser Hoffen in Deutschland setzen, begrüße ich (zu den Gästen gewandt) Sie. Mögen Sie dazu helfen, daß Deutschland wieder Den Weg zur Höhe gehen wird. Ich beglückwünsche Sie uno wünsche, daß Sie noch mehr Erfolge ernten, zur Ehre Ihrer Gruppe, zur Ehre des Hessenlandes und zur Ehre des deutschen Ramens. Rach dieser Ansprache, die mehrfach von Beifall begleitet war und namenllich am Schlüsse mit starkem Deifall ausgezeichnet wurde, sprach Studiosus Finger, Vorsitzender des Asta, der u. a. sagte: Es muß laut hinausgerufen werden: Cs handelt sich hier um Taten! Das ist ein gutes deutsches Wort. Wenn Taten vollbracht werden sollen, verlangen sie aber Voraussetzungen. Diese sind frisch-fre-udiger Iugendmut, überzeugtes Wollen, hingebender Opfermut. Stolz können Sie (zu Den Gästen) und mit I^nen das deutsche Volk fein. Llns allen mu6 Die Sveuöe ins Herz ein- Liehen, daß des deutschen Lebens Baum zum ersten Male nach so langer Zeit wieder ein tzrünes Reis getrieben hat. Ihre Tat wächst über Sie hinaus und wird rum Symbol. Trotz Der Fesseln des Versailles Vertrages haben Sie alle SchwierAkeiten überwunden unD sind Sieger in diesem Kampfe geblieben. Möge jeder Deutsche diese Tatsache erkennen und fühlen, dah der tiefe Gedanke, der daraus zu uns spricht, der einzig unserem armen Vaterlaick)e Gesundung Dringen kann, nur Der ist: die Tat, die uns jcietec emporführt und das deutsch: Volk wieder groß mach:. Ans erwächst die hohe Pf sicht, die Erkenntnis wckh. zu mrchrn, DaTj reu: durch die Tat die Wiederaufrtch^ung des deutsches Dolles möglich ist. Im Rainen der Studentenschaft heiße ich Sie in Gießen herzlich willkommen. Starker Q^ifall zeichnete auch diese trefflichen Worte c-s. Danach sprach Geh. Rot Prof. Dr. König für den Verein für Luftfahrt kurZe, herzliche Wort? der Begrüßung an die Gäste, Denen er Worte des Stolzes auf die Erfolge der Darmstädter Gruppe hinzugesellte. Herr slud. ing. Botsch - Darmstadt dankte sodann in kurzen schlichten Worten für die Fülle Der Ehrungen, die seiner Gruppe auch, hier in Gießen zuteil wurde. Sein Dank llang aus in dem schönen Satze: „Möge es uns gelingen, im nächsten Jahre ein gutes Stück weiter zu kommen zum Heile unseres Vaterlandes". Hierauf wandte er sich seinem Vorträge „lieber die Rhönsegelflüge" zu, der den Zuhörern einen auherordenllich fesselnden Einblick in die mühereiche, aber auch vpferfrohe Tätigkeit der Darmstädter Flieger gab. Man sah an Hand von Lichtbildern die Entstehung der einzelnen Flugzeugteile, bemerkte die Flieger bei ihrer Sätigteit auf der Wasserkuppe und manche heitere Episode aus dem Lagerleben dort oben, die der Vortragende mit schlichtem Eine Ibsen-Erinnerung. Die (gestalt Henrll Ibsens tritt immer mehr in jene geschichtliche Ferne, Die der Ruhm eines Klasiikers gewährt, und so ist es von hoher Wichtigkeit, daß die Erinnerungen solcher, Die ihn noch persönlich gekannt haben, uns aufbewahrt werden. Einen interessanten Beitrag zur Kenntnis seines Wesens liefert die Gattin des großen Philosophen Wilhelm Dilthey, Katharina Dilt- hcv, in „Westermanns Monatsheften". Sie weilte mit ihrem Mann in Gossensah am Brenner und wohnte mit Ibsen in demselben Hotel. Man lernte sich fermen und war öfters zusammen. „Ibsen war schweigsam," erzählt Frau Dilthey. „Man weiß, daß er oft ganze Aberll^ nicht sprach. Aber wenn ein Gegenstand ihn tackte, konnte er plötzlich in längerer Rede seine (Meinung darlegen — nicht leidenschaftlich und erregt, aber doch eindringlich —, um ebenso plötzlich wieher in tiefes Schweigen zu verfallen, doch stets von Aufmerksamkeit und wacher Beobachtung für alles, was um ihn geschah und gesprochen wurde. Die Gespräche drehten sich im wesentlichen um Literatur, in besonderem Maße beschäftigte ihn die französische. Bei politischen Gesprächen trat immer stark seine Abneigung gegen ten Staat hervor, vor allem gegen dessen schädliche Wirkung auf die Individualität des Menschen durch seinen alles uniformierenden Einfluß. Da fand er denn freilich in meinem Mann, Professor Wilhelm Dilt- heh, dem Schüler Rankes, einen scharfen Gegner. Zwei Weltanschauungen, die Deß Dichters und des Phllosophen und Historikers, die sich sonst so vielfach berühren, standen sich hier schroff gegenüber und zogen sich doch auch wieder gegenseitig an. Mir aber wurde bei diesen Diskussionen manche Gestalt in den Dichtungen Ibsens erst völlig klar, und ich lernte ihn dadurch tiefer verstehen. Später habe ich wohl bedauert, diese Gespräche nicht immer gleich nachher aufgeschrieben zu haben. Frau Ibsen, die mir stets als die wahre, ganz für ihren Mann passende ßebenS- gefährtin erschien — obwohl sie, völlig entgegen- geseht den Frauen seiner Dichtungen, fest auf der Erde stand und hausmütterlich für ihn sorgte —, war wie ich selbst, bei diesen Gesprächen immer nur Zuhörerin, auch wenn sie sich, was nicht selten vorkam, bis in den späten Abend ausdehnten." Bekannte Dilthehs feierten damals in Gossen- saß eine Hochzeit, und zwar hatte die Braut erst Humor zum besten gab, brachte Kunde von echter deutscher Kameradschaft in der Gruppe und lieh die Herzen der Hörer für diese vorbildliche Jugend noch wärmer schlagen. Die Vorführung zahlreicher Bilder im Film, die die verschiedensten Flugleistungen zeigten, bildete Den Schluß der interessanten Darlegungen des Redners. Auf Grund ihrer bisherigen Resultate glaubt die Darmstädter Fliegergruppe an noch schönere Erfolge im nächsten Jahre, denen zuzustreben ihr eifrigstes Bemühen sein wird. Sckh. Rat Prof. Dr. König sprach Den Darmstädter Herren im Ramen des Gießener Vereins für Luftfahrt Dank aus und appellierte in eindringlichen Worten an die Zuhörerschaft, dafür zu sorgen, daß das große Werk der Rhönsegelflieger auch materiell nach besten Kräften gefördert werde. Je reicher Die Zuwendung von Geldmitteln fei, desto mehr werde die Arbeit der Flieger, die im Interesse unseres Vaterlandes geleistet werde, erleichtert und gefördert! Geleitet von diesem ernsten MaHnwvrl gingen Die Zuhörer auseinander in Dem Bewußtsein, hier einen Blick auf ein gutes Werk getan zu haben. Möge aus dem Eindruck Der gestrigen Veranstaltung dem Werke auch aus Gießen reiche Förderung zuteil werden! ♦f Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater, 7 Ahr: „Wallensteins Tod." — Hörsal des Physikalischen Instituts, 8 Ahr: Lichtbildervortrag des V.H. C. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Weib des Pharao." — Einen Lichtbildervvrtrag hält der B. 5). C. heute abend 8 Mr im Physikalischen Institut ab. Näheres ist aus dem Anzeigenteil zu ersehen. Wettervoraussage Wollig, zeitweise Niederschlage, mild, west» liche Winde. Der neue TiefauSläuser ist schnell näher ge> zogen und liegt heute über der Nordsee. Sein Einfluß wird auch morgen noch geltend sein. ♦ C. 11. Von der Landesuniversltat. Dr. Phil. Julius Lewy, der sich für das Fach der semitischen Philologie an unserer Uninerfität zu habilitieren wünscht, wird morgen, Samstag, Den 2. Dezember, mittags 12 Uhr, in Der Kleinen Aula seine öffentliche Probevorlesung halten über das Thema: Grundlagen der Entwicklung Assyriens zur Hauptmacht Mesopotamiens. ** Fest genommen wurde eine Frauensperson aus Ri^er-Ohmen, die verschiedene Diebstähle in hiesiger Stadt aus geführt hatte. Weiter konnte ein steckbrieflich gesuchter Dieb in Sicherheit gebracht werden. ** Gest ohlen wurde aus einem unbewohnten Gebäude von einer Wascheinrichtung zwei Messingspindeln, etwa 25 Ztm. lang und 10 bis 12 Ztm Durchmesser, nebst zwei Schieberkasten aus Gußeisen. ** Abschiedsfeier beim Landgericht. Gestern vormittag versammelten sich auf der Kai^lei des Landgerichts sämlliche Beamter der Gerichtsschreiberei und Kanzlei des Landgerichts zu einer schlichten Abschiedsseier für Den in den Ruhestand tretenden Oberassistenten I o - sef Geck. Der Herr Landgerichtspräsident hob in kurzen Worten die hohe Gewissenhaftigkeit und Dienstfreudigteit des Scheidenden hervor und wünschte ihm, daß er seine weiteren Lebenstage in Ruhe und Gesundheit verleben möge. Don feiten der Beamten wurden dem scheidenden Kollegen Atoei hübsche Blumenkörbe überreicht. S)err Geck dankte in bewegten Worten für die ihm erwiesene Ehrung. ** Das Fest Der goldenen Hvchzrit feiern am nächsten Sonntag 3. Dezember, der Wiegemeister i. R. Wilhelm Wittich und Frau Emma geb. Dönsel. Heutiger Staub des Dollars 10 Llhr vormittags: Berlin Z600, Frankfurt a. M. 7650—7700. nach langem Widerstand ihres Vaters die Vermählung mit ihrem Erwählten, einem österreiM- sch^n Offizier, durchgesetzt. Da zwei männliche Trauzeugen fehlten, wurden Dilthey und Ibsen dazu gebeten. Am Vorabend der Trauung flocht Frau Dilthey den Hochzeitskranz, und die Gesellschaft war in fröhlicher Stimmung. „Ibsen aber neben, mir wurde stiller und nachdenklicher, blickte sinnend auf den Brautkranz und fragte Plötzlich mit gedämpfter Stimme: „Warum nur diese Heiterkeit?" „Aber, 's ist doch heute Polterabend und morgen Hochzeit, wie sollte man da nicht fröhlich fein?“ antwortete ich ihm. „3m Gegenteil," war seine Antwort, „ich meine, bei Hochzeiten sollte man weinen und bei Begräbnissen sollte man sich freuen.“ Die Blüten sanken mir aus Den Händen, und ich mußte mich einen Augenblick zusammen- nehmen, um mir die Stimmung zu wahren, so schwer legte sich mir bei diesen Worten eine angstvolle Ahnung auf die Seele. Niemand außer mir hatte diese Worte vernommen, aber sie prägten sich mir ein. älnd ach wie oft habe ich spater an sie denken müssen, und wie wahr hat in diesem Fall der Dichtermund gesprochen. Denn ein schweres Geschick sollte diesem jungen schönen Glück bald ein Ende setzen." Bei der Trauung „erschien Ibsen, in Frack und Zylinder, geschmückt mit allen Orden des In- und Auslandes. Als ich ihn andern Tags fragte, wie er denn so schnell zu diesen Dingen gekommen sei, antwortete er mir, daß er sie stets auf Reisen mit sich führe, weil man nie wissen könne, ob man sie nicht einmal nötig habe. Man hatte Ibsen gebeten, beim Hochzeitsmahl die Rede auf das Brautpaar zu halten. Doch er hatte sich energisch Dagegen verwahrt, er habe nie eine Tischrede gehalten und könne es auch nicht." Während des Festes wurde ein dringendes Telegramm abgegeben, das an Ibsen gerichtet war. „Zwei vollgeschriebene Blätter! Schweigend reichte er sie mir, die ich neben ihm sah, nachdem er sie gelesen hatte. „Aus Berlin. Freie Bühne. Soeben glarrzender Erfolg Ihrer „Gespenster". Heil Dem großen Dlchwr des Nordens!" und andere begeisterte Worte. UnD bann folgten wohl an hundert, zum Teil erlesene Namen. Heber die Züge des großen DichderS aber ging em stiller Glanz, ein Leuchten und Sich- freuen, wie ich's auf diesem ernsten Antlitz nicht wieder gesehen habe. Bekanntlich hatte Ibsen gerade mit der Ausführung dieses Stückes große Schwierigkeiten." * .Das 'JBetB de- Pharao* ffl unbe> fhrtfbcrr eine» der gewaltigsten Werke, welche die Filmkunst bisher hervorgebracht hat Be- tounberung6tDürbtfl ist eS. wie Trust Labitsch die ungeheuren Menschemnaffen dirigiert, das) in Bildern mm packender Wucht der Pulsfchlag eine# ganzen Volke- zu spüren ist. Aegyptifche Bauten von erdrückender Massivität und Landschaften, überoossen von dem eigenartigen Beiz deS Orient-, erstehen tn buntem Wechsel auf der Leinwand Unh (n diesem erhabenen Luderen Rahmen spielen sich nicht minder eindrucksvolle Menschenschicksale ab. Die ungemein zarte Liebe zweier pllenschemkrnder reiht ein finsteres Verhängnis auS glücklicher Verborgenheit heraus und läht Ne xum Anlah folgenschwerster (SreigrdTfe werden, in Seren llxld wachsenden Strudel Völker hinein- gerissen werden und die schließlich mit grausamer Logik da- unglückliche Paar vernichte» SS ist zu erwarten, daß der Besuch des Filmes, der bis etnschliestlich Dien-tag nächster Woche aus dem Spielplan deS Lichtspielhauses ftebt. an allen 2aflen kaum weniger stark fein wird al- gestern. Slrci» Büdingen. tz. Lindheim. 28 .Rov. Der Zweite Kurs^s der hiesigen Haushaitangsschule wurde gestern durch eine S ch l u h f e i e r beendigt, zu der Vertreter der Landwirlschaftskammer sowie de- Kreisamt- Büdingen erschienen waren. Der Vorsitzende der Ortrschulkommifsüm Pfarrer Vö r sprach von der Wichtigkeit der Anstalt für Haus und Familie. Die LHule wurde im abgclaufenen Kursus von 15 Schülern besucht. — Die Haus- haltungSschule zu Langen schlvh ihren Kur'us schon am 25. o. M. Dort betrug die Zahl der Teilnehmerinnen 18. Startenhnrg an® Shheiuveflc«. tüb. Mainz, 30. Rod. Am Dienstag wurden in dem Köln — Frankfurter- Mittags-D-Zug nicht weniger als f i e- oen schwere Diebstähle von goldenen ^lhren, Brieftaschen und Handgepäck erfolgreich durchgeführt. Kreis Wetzlar. dr. Dornholzhausen, 29 Rod. Am Totenfest fand die feierliche Einweihung deS Kriegerdenkmals statt, das die Gemeinde unseren 13 im Weltkriege gefallenen Helden errichtet hat. Der Enthüllung des Denkmals ging ein Festgottesdienst vorauf. Der hiesige Kirchenchor, die Schulkinder und der Hochelheimer Posaunenchor trugen zur Verschönerung der Feier bei, an der auch viele Leute aus bat Äachbar- dörsern tellnahmen. Da- Dentmal ist an» heimischem Material, Kalksteinen aus dem Kleebachtale bei Hieberfleen, erbaut worden und hat die Form einer abgestumpften Pyramide. Als Ab- schluh dient eine Platte, die eine Kugel mit einem eisernen Kreuze trägt Der Entwurf stammt von Bcmrat D e i t zu Wetzlar, die Bauarbeiten wurden von Maurermeister Schäfer hier auSgeführt. Husten mit Auswurf müssen Sie schnellsten- beseitigen. Wir raten Ihnen, aus 50 Gramm echtem Fagosot-Grtrakt durch Auf- kochen mit '/« Pfund Zucker und 1 . 1 Wasser eine prei-werte, prompt wirkende Hustenmedizin selbst herzustellen. Schier Fagosot-GNrakt ist sicher erhältlich: Universitäts-Apotheke zum goldenen Sngel. Marktplatz. 9521» HEROESTELLT ■ÄltiiiÄiüStiätitii Jr < ■ GEBRAUCHE " zur Wäsche das -l SUNLICMT SEIFE yT;;. IN DIESER gewaltigen ■ DEUTSCHEN FABRIK«-: ' ANLAGE IN MANNHEIM - RHEINAU-: WIRD DIE ALTBEWÄHRTE DOPPELSTÜCK. zur Körperpflege NIMM DAS W Hl H" Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. 3n unser Handel-register Abt. B wurde am 9. Oktober 1922 bezüglich der Deutschen Dereinsbank, Filiale (Sieben in Giehen, folgende- eingetragen: Den Kaufleuten Theodor Mayer |inb Albert Sommer, beide zu Frankfurt a. M, ist Prokura derart erteilt, dah jeder derselben in ®e» meinschast mit einem anderen Vertretungs- berechtigten zeichnung-berechtigt ist. Gießen, den 27. Dovember 1922. Hesstsches Amtsgericht. ,WMB Stööl AcüeilsWk Sietzea Liebigstrakc 16. Leleph. 2054. Kostenlose Arbeit-vermittelung und Berufsberatung für beiderlei Äescblechi, u. a. auch für firienerroaifeu und Krtegs- beidjabiflienfinber. SS können eingestellt werden: b. bei bicstaeu Arbeitgebern: 1 Schlosser. 1 Schneider. 1 Schreiner. Lehrlinge: 1 Rrifeur. 1 Böcker, 1 Maler unb Wetybinder, 1 Siukkaieur, Aiuei Lackierer, 1 lilnrnbmer, 2 Schmiede, 2 Gärtner. 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Metzger. b.bel auswärtige» Arbeitgebern: zwei lanbiu. Kncch.e, 1 ocrbeirnteier Knecht mit älteren Kindern, 1 Schneider, 1 Schmied, 5 Meiallformer, 1 Au'ogen- schweister, 3 Schreiner. 1 ProuisionS- reifenber, 1 Elektromonteur für Kraft- ström, 3 Dreher, 2 Schlosser, 1 Schuhmacher. Lehrlinge: 1 Schreiner, Bäcker. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, 1 Schreiner, Kaufleuie, Schreiber und Reisende, Packer, Hiu-burfchen und Au-läufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Schuhmacher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler, Bäcker und Metzger, Atrei Kellner. 1 Kraftfahrer, 1 Buchbinder, Mechaniker, 1 Heizer, 1 Dagner, 1 Koch mehrere Anstreicher, 1 Weitzbinder, 2 InnbiD. Dermalter. Lehrlinge: 1 Kaufmann, 2 «utoschloffer, 2 Schlosser. 1 Svengler, 1 Mechaniker. 1 Schneider, 3 Elekiromontenre, ein Schuhmacher mit Kost und Wohnung, 1 Schreiner deSgl. GelegenbeitSarbeiten werden ebenfalls entgegcngenommen. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: m. bei biestgen Arbeitgebern: Mädchen für tagsiiber, Dienstmädchen, Lauffrauen und -Mädchen für etr^elne Tage, tüchtige Lileinmäbchen, 2 einfache Stützen, eine Köchin, 3 Waschfrauen, 1 Verkäuferin. M. bei auswärtigen Arbeitgebern: 8 landw. Dienituiäbchen, Dienftmädchen. Hausmädchen. Zimmermädchen. Allein- mädchen, 1 Köchin, 1 Stütze. Es fachen Arbeit: 2 Büglerinnen, Kontoristinnen, 2 Flickerinnen. 3 Verkäuferinnen. 2 Haushälterinnen, einige Lauffrauen, auch für NachmlttagSbe- fchäiügung. Mädchen für tagsüber, 2 Waschfrauen, 3 Fabrikarbeiterinnen. Die Berufsberatung und Arbeitsvermittlung für Musiker findet Dienstag, TonncrStag und Samstag von 10 biS 12 Ubt statt. 10456B , Zu verkaufe» gegen Barzahlung folgende gebrauchte, fast neue auf Hos-Güll, Station Dutzbach- Lich, lagernde Rohre usw.. ca. 65 lfd. m 40 mm, 32 lfd. m 50 mm und 26 lfd. m 130 mm Mannesmann- Muffenrohre, dazu 5 B»6tüde 130 X 50 mm, 3 B - Stücke 50 x 50 mm, 5 verzinkte Filterrohre 130 mm mit Schlitzlochung, etwa 154 lsd. m 60mm, 120 lfd. m 50 mm asphaltierte, schwere gußeiserne Muffenrohre, dazu 1 B-Htück 50 X 50 mm, 2 K-Srücke 60 X 00 mm, 2 E-Ötüde 60 mm Dchm. 8 lfd. m 17«" und 45 lfd. m */,* verzinkte GaSrohre. 12 2 stgd. m neue Beton-Brunnen- ringe 1 m L CD. Angebote bis zum 12. n. M. erbeten. Braunfels, Kr. Wetzlar, 28. Rov. 1922. 1O414D VSei Fürstliche Baumeister. Bekanntmachung. lieber 1 Milliarde 256 Millionen Mark kommen in der wieder am 9. Januar beginnenden In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 23. November 1922. a) Die Firma Jost Lemmer, Lollar. Inhaber ist der Bautechniker Jost Lemmer in Dellnhausen. Angegebener Geschäftszweig: Kunstftein- fabrik. b) Bezüglich der Firma Georg Schultheis, Giehen: Der Heinrich Schultheis Ehefrau, Anna geb. Gail, in Giehen ist Prokura erteilt, c) Bezüglich der Firma Heinrich Vogel, Giehen: Das Geschäft ist unter Uebernahme der im Betriebe des Geschäfts seither begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf Friedrich Habenicht in Giehen übergegangen, der e« unter der seitherigen Firma als Ginzelkaufmann weiterführt. Die offene Handelsgesellschaft ist erloschen. Am 25. Aovember 1922. a) Bezüglich der Firma Otto Manns, Grohen-Buseck: DaS Geschäft ist mit Aktiven und Passiven auf Karl MannS in Grohen-Buseck als Alleininhaber Übergegangen. Die Firma ist geändert in Karl Manns, bi Bezüglich der Firma Franke &. Lo., Optische Werkstätten, Giehen: An Stelle eines aus- geschiedenen Kommanditisten ist ein anderer Kommanditist eingetreten. Gichen, den 28. Aovember 1922. ________Hessisches Amtsgericht. '-°B Holzsnbmiffion. Montag, den 4. Dezember, nachmittags 2 ilbr, soll das der Gemeinde Bersrod gehörige Fichtenstammholz auf dem Submissivnswege vergeben werden. 1. etwa 40 Fstm. 3. Klaffe 2. „ 30 . 4. „ 3. w 20 „ 5a e „ 10 , 5b . Bemerkt wird, dah da- Holz noch nicht gefällt und mit der Rinde gemessen ist. Zahlungsbedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. Genehmigung bleibt drei Tage Vorbehalten. Bersrod, den 27. Aovember 1922. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. 10425V Becker. Billiges Fleisch Verkaufe biS auf weiteres erftklasstgeS Rind- u.Ochsenfleisch 240 M. Prima Kuhfleisch . . 180 „ prima Kalbfleisch .. 240 ,, Hammelfleisch..... 240 ,, Fleischwurst...... 300 „ Leo Jacob, Grohen-Buseck Tclcvbou 31. 010305 tts mlrö «etzelen. vaoler nHönörtngra. ZI.PttißMöddMkil Kliijski-Lsttkrik zur AuSsoielnna. 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Düsseldorf Eine Milch- | Lichtspielhaus Bahnhofstr. 34 i Ql Bis Dienstag, 5. Dezember 1922i ~ MMHUMF B Große Jubiläums-Festvorstellung M auserwahltem Programm. - Zur Eret- and Allelnaufführunr gelangt der Weltprodaktion größter Film i Das Weib des Pharao V/. Das gigantischste Filmprachtwerk seit Bestehen der Kinematographie _ . .. _ in / gewaltigen Akten. Aelallelss hat Silin attk eie gesehenI - üeHrtrim alles bisher Dageweaena aa Spiel, Haailaag, Regle aal Aasstattaag I In den Hauptrollen Deutschlands größte, bekannteste und beste Schauspieler: Emil Janntnn all Amenei König von Aegypten. Albert Benermann als Sothis, des Königs Baumeister. Harry Liedtke als EUmpbia, »ein Sohn. Friedrich Kühne als Oberpriester. Paal h eeener als Sam’ak. König von Aethiopien. Lyda Salmonova als Königstochter Makeda. Dagny kervaes als Tbeoms, gnechuche Sklavin. Recrier Ernet Lubliech. 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Die Handelskammer Jamburg hat soeben in den Hamburger Tageszeitungen ein mehrspaltiges Inserat folgenden Inhalts erlassen: „DieDotderPresse fordert unbedingt, dah die gesamten wirtschaftlichen Kreise der Tages- und Fachpresse durch Zuwendung von 'Anzeigenaufträgen und Aufrechterhaltung des Bezugs Unterstützung zu- reil werden lassen. Im Hinblick auf die Bedeutung der Presse für die Allgemeinheit und insbesondere für unsere wirtschaftlichen Begehungen zum Auslands werden Hamburgs mduftrie und Handel aufgefordert, zur Erhaltung einer wirtschaftlich unabhängigen Presse Courtagen. Die Handelskammer Hamburg." Der Württembergische HandelS- ammertaa har bei seiner Tagung in Stuttgart am 8. und 9. Rovember eine E n 1 - ichliehung für die Presse einstimmig angenommen, in der eS u. a. heißt: „Die derzeitige wirtschaftliche Aotlagc der Presse bringt nicht nur zahlreiche kleinere und mittlere Leitungen zum Erliegen, sondern zwingt nach ährende Zeitungen zu empfindlichen Ein- Kränkungen sachlicher Aatur. Die vom Reichstag und von der Reichsregierung unter* iiommenen Schritte, wie die bisherigen unablässigen Selbsthilfemaßnahmen erwiesen sich vielfach als unzulänglich. Eine nachhaltige Kräftigung und Stütze könnte der Presse hin- .'egen dadurch gesichert werden, daß Industrie uno Handel sie gerade über die derzeitigen schwierigen Verhältnisse durch Aufträge mittelbar stützen. Die württembergischen Han- delokammern erachten es für ihre Pflicht, In- ustrie und Handel ihrer Bezirke nahezule- gen, der Rotlage der am wirtschaftlichen Rach- chtendienst beteiligten Presse durch Bezug der Zeitungen wie durch erweiterte Erteilung von Anzeigen und Propaganda-Aufträgen "uch ihrerseits nach Möglichkeit mit steuern zu helfen." Eine ähnliche Zkundgebung hat die H a n - "lökammer zu Goslar an die Dirt- schaftSkre'.se erlassen. In der Kundgebung heißt ve Die deutsche Wirtschaft muß der PressebeidemKampfe umsDasein Hilfe leisten. Aber auch die Regierung - ß helfend eingreifen. Sie muß die Presse Einrichtung des öffentlichen Lebens in teer geeigneten Weise unterstützen und ine* Mnnberc Sarge tragen für die Beschaffung tilgen Holzstoffes aus staatlichen Wäldern nid 'n Ermäßigung bzw. für Beseitigung der 'nze gensteuer. An Handel, Industrie und bewerbe richten wir die Aufforderung, der wer ringenden Presse, die das wichtigste r.dcglled im wirtschaftlichen Leben ist, jed- oede Förderung zuteil werden zu lassen, damit unsere Zeitungen lebensfähig und lebens- ' iftig bleiben, durch Mitarbeit, durch Bezug und durch Zuwendung von Anzeigen." Der „ZeitungS-Verlag", das Organ des Vereins Deutscher Zeitungsverleger, bemerkt zu diesen allgemein beherzigenswerten Handelskammer-Ermahnungen: Wir freuen uns, dah die Stimmen unserer führenden Wirtschaftsmänner, die sich für die Aufrechterhal- -ung der deutschen Presse erheben, immer zahlreicher werden! Sie geben der deutschen Presse neuen Mut zur Weiterarbeit und neues Der- -auen auf eine bessere Zukunft. Aus Stabt und Land. Gießen, den 1. Dezember 1922. Die (Siscnbahntarife ab I. Januar. WTB. Mit Wirkung vom 1. Ianuar cotrdcn die Fahrpreise für den allgemeinen Verkehr nach folgenden Einheitssätzen ^rechnet: Für den Kilometer 4. Klasse 4 Mk., 3. Klasse 6 Mk.. 2 Klasse 12 2HL und 1. Klasse 23 ML Die Fahrpreise bi» IOC 2EL werden auf volle 2 Mk. über 100—500 Ml. auf 10 Ml., über 500 biS 1000 aus 20 Wi. über 1000-2000 Ml. auf 50 Mk., über 2000 Ml. auf ICO Ml. abgerunbet An Lchnellzugszu schlagen werden in der Zone I (1—75 Km ). Zone I! (76—150 Km.), Zone III (über 150 Km.) erhoben für die 3. Klasse 100. 200 und 300 Mk . für die 2. Klasse 200. 400 und 600 Mk.. die 1. Klasse 400. 800 und 1200 OHL Die Geväckfracht ivirb vom 1. Ianuar ab auf 1 Wb. bisher 40 Pfennig für je 10 Kg •.mb einen Kilometer erhöbt Die Mindestfracht wltL auf 100 Mk.. bisher 40 Ml festgesetzt. Der Exprehgu ttaris entforichl dem jetixiti um 60 Prozent erhöhten Gilguttarif * ** Amtliche Persvnalnachrichten. Ernannt wurden: am 23. Rovember der Lehrer Heinrich Maus $u Rieder-odau zum ödgtter an der Volksschule zu Vilbel, Kreis Friedberg: am 25. Rovember der Kauzleigehilfe Georg Lampert zu Vod-Rauheim vom 1. Dezember d. I an zum Kanzlisten bei der Bade- und Kurverwaltung Vad-Raubeim; am 27. Rovember der Landmessei Heinrich Metzler zu Darmstadt vom 1. August d. I- ab »um Iberlandmesser. •• Sine 5. Serie der Reichsbank- noten zu 100 0 Mark bom 15. September wird demnächst ausgegeben weichen. Die neuen Scheine haben folgende Merkmale: Das Papier ist weiß und trägt ein fiber die ganze Fläch: sich wiederholendes, natürliches Wasserzeichen in Form eines Vierpasses von etwa 8 Millimeter Durchmesser. Die Rümmer in der linken oberen Ecke der Vorderseite ifl in violetter Farbe gedruckt •* Unversiegelte Wertpakete bei der P o st. Die 'Wertgrenze für unversiegelte Wertpakete wird mit Wirkung vom 1. Dezember von 1000 Mk. auf 10 003 Ml. erweitert. ** Unfall, Unfallverhütung und Unfallentschadigung. Im dritten Vortrag wurden vom Vortragenden zunächst Van und Verrichtung der menschlichen Gelenke erläutert und die Benignngen derjelben vvrgeführt. Daraus folgte eine Ucberiid)! über die am Skelett angreifenden Betriebsunfälle, durch die Bruch? der Schädel- und Gliedm. Lin dc » st ru t h, 30. Rcv. Gestern würbe durch Schwestern des (Sixnig. Schweitemaauses in Gießen unter Führung unseres Pfarrers M a r g u t H in hiesiger Gemeinde eine S a m m» lung von Lebensmitteln vor genommen. Das Ergebnis zeigte, welch hoher Opfersim in '.uifeier Bevölkerung wohnt, kamen doch in un» leiem nur 350 Einwohner zählenden Dönlein über 35 Ztr. Kartoffeln, mehrere Zentner jUpfel, große Mengen Gemüse, 70 Pfund Dörrobst, über 1 ,■ Ztr. Mehl unb noch verschiedene andere Lebensmittel zusammen. Heute brachten oier Wagen, die bereitwilligsl zur Verfügung gestellt aurben. die Gaben der Liebe nach Gießen. Äreis Lauterbach. Lauterbach. 30. Rov. Linser K ran- kenhaus hat einen schiveren Kampf um feinen Foitbcstand zu führen. Um der Verwaltung die Wirtschaftsführung zu erleichtern, hat jeht Fr' .. Aiedesel z n Eisenach cinfltocilca 10000 Mai t ,;ur Verfügung gestellt und außerdem noch 50 Jvaünimetn Btennbolz. die beute einen Wert von mindteftc.xd 250 000 Mari darftcllcn, unentgeltlich überwiesen. Kreis Friedberg. Bad-Rau beim. 30. Rov. Die jüngste Stadtverordnetensitzung hatte sich mit einer eigenartigen Hunde- undWohnungs fache beschäftigen. In verschiedenen städtischen Hausern halten die Mieter Hunde, obwohl c£ kontraktlich verboten ist. In einem Hause sollen sich sogar 18 Hunde befinden Einer Aufforderung, die Tiere abzuschaffen, ist bisk^r lein Mieter naebgetommen. und so haben sich nach Ansicht mehrerer Stadtverordneten in den Häusern ganz unhaltbare Zustände herausgebil det; cs sei darin «richt auszuhatten 'Das Stabt* Parlament mutz sich wohl von der Stichhaltigkeit der Klagen überzeugt haben, Demi es beschloß, ben Mietern btc Wohnung z n kündigen und eventuell sogar mit Räumungsklagen vvrzugehen. Bei der Hartnäckigkeit der Mieter scheint zunächst ein „ferner Tanz" vor den Gerichten bevvrzustehen. * 2Ku tz ba ch, 30. Rov. In der jüngsten Gemein de ratssitzung teilte der Bürgermeister mit, dah das Ministerium im Hinblick auf die großen Ausgaben, die der Stabt durch den Schulhausneubau entfielen, eine außerordentliche Holzfällung im Stadtwalde genehmigt habe. Es dürfen etwa 1000—1200 Festmeter in den älteren Beständen des Stadt» woldes abgeholzt werden. Der daraus zu erzie-> lenbe Erlös ist nur für den Schulhausneubau zu verwenden. In biefem Iahre will man zwei Drittel der genehmigten Menge fällen lassen. — Die Bürgermeisterei hat eine Einschränkung des Verbrauchs der elektrischen Energie angeorbnel. Der Kraststrvm darf nur in der Zeit von 8 Ähr vormittags bis 5 ä.lhr nachmittags bezogen werden. Die Wirtschaften und Vergnügungsstätten hat man auf die Rotor endigte'N einer Einschränkung des Lichtverbrauches hingewiesen. :: Pohl--Göns, 32. Rov. In unserer Gemeinde fanden in letzter Zeit drei Sammlungen von Raturalien statt, und znrar ja, ich erinnere mich, unb ich muß dir glauben, obwohl Herr Gimpel ariderer Ansicht war. Aber der ist fort und hoffentlich wird er nie wiederkommen. Schon aus diesem Grunde ist es gut. dah er über die Grenze ist. Es gibt kein ilnglüd. bas nicht auch seine gute Seite hätte . . . unb du hast recht, niemand hat bas Recht, sich zum Slltendexter aufzuspielen, denn feiner von uns ist ohne Schuld. Lassen wir das alles begraben fein.“ Er erhob sich und reichte dem Bruder die Hand. „Run geh . . . und grübe Mama." Lutz verabschiedete sich herzlich von dem Brüder. Ts ist wirllich ein idealer Mensch, dachte er, als er die lange Taunusstrahe nach der lichter- flimmernden Stadt, die aus dem leichten Rebel austauchte, herunteickchritt. Als Ernst allein war, stand er eine Welle sinnend da. Dann nahm er einen maigrünen Brief aus feiner Tcsiche und überlas die steilen kindlichen Schriftzüge, die das gerippte Papier bedeckten, „an ber alten Stelle, unter den Eichen, erwarte mich pünktlich um Drei. Ich nehme einen Wagen am BowlinggreLN, vielleicht fahren wir zusammen, das wäre noch netter. V. ist wieder in Eppenhausen und kommt erst gegen Abend zurück. Grete." Mehr braucht man eigentlich nicht, dachte er. Ein PeUchenduft, der aus dem Papier ausstieg, rief ihm die Erscheinung Gretes noch einmal lebendig in Erinnerung. Dann schüttelte er diese Gedanken mit Gewalt ab, zündete eine Kerze an unb verbrannte den Brief- Die Asche fiel auf den Tisch, nur ein Stückchen Papier blieb übrig, das nicht brennen wollte. „Grete“ stand darauf. Er schnippte es zum Fenster hinaus, und es flatterte in die dunkle Tiefe . . Es regnete in Strömen. Trotzdem stand am Morgen der Straf tammersitzuna die Strahe vor dem Landgericht schwarz voll Menschen. Sobald die Gerichtsdiener die Türen öffneten, wurde der Sitzungssaal gestürmt Herbert wurde der Hut vom Kopf und zwei Knöpfe vom tleberzieher ge= für das Erang. LchwestermxruS zu Diehen, für das Ivhanniterttantenhaus zu Ri er-W-eisel unb für die Anstalten zu Bethel. Iede Sammlung ergab tinen reichen Ertrag. Dtmerkt sei noch, daß die Konfirmanden au) Anregung aas Der Gemeinde 54 Zentner Karton ein fammdten bei Erlös für diese wurde dem Psarrer zur De- a h l u n g der G l v ck e n zur ^Verfügung gestelli Stttrfcnbnr« uno Rheinhessen. Mainz, 30. Rov. - WTB. i Die Vertreter der Freien Gewerkschaften unb bei Freien An gestellte »verbände des Mainzer W i i t s cha i t sg c b ie t es, die ca. 43 000 Mitglieder vertreten, beschäftigte., sich heute mit der gegenwärtigen Wirtschasts läge, die sich besonders durch die Zeida.igs- meldung über Befchlagnahnrung des besetzten Gc bicts unb andere Maßna'hmen von Tua zu Tag unsicherer gestaltet. Es wurde eine Entschllehang angenommen, in der unter Hinweis auf die unheilvolle Wirlung der von der franzosi schen Regierung geplanten Mahnahrnen, btc auch im Widerspruch mit dem Frie densvertrag stehen, betont wird, dah btc Lösung der schwebenden Fragen nur durch Der ft ä n b i g u n g, niemals aber durch Gewalt erfolgen tomie. Die Resolution besagt weiter, btc Ecw>eriichaften erachteten es nach wie vor, besonders aus moralischen Gründen, für ihre Pflicht, an dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete mit ruatbetten. Die ivrige'etzten Drohungen aber brächten die Völker immer mehr von dem Ziel, eine friedliche Menschheitsgemernde zu axrben ab unb ei zeugten auf beiden Seiten nur Hatz unb Ea b i 1 t c r ii n g. In der Entschließ tng wird besonders betont, daß alle CBcflrebungen an) Loslösung rheinischer Gebietstelle vorn Reich mit Entrüstung zurückgewiesen würden. Die Reichsregierung, der A. D. G. B., der Asa-Bund, sowie die Vorstände der politischen Parteien werden ersucht, alles zu t-m, um di. Einheit bei deutschen Republik zu sichern «Hefscn-Nassan. spd. Frankfurt a. M., 30. Rov In bet vergangenen Rocht drangen Diebe in ein» Wobwing am Dornbusch, und stahlen außer zahl reichen Kleidern auch eine Kassette, die Schmu ck st ü ck e im Wert von mehreren M i l l i o n c n Mark unb deutsches und ausländisches Geld im Betrage von gleichfalls meh.eren Millionen Marl enthielt. ' Bad-Ems, 30 Rot Hier wurden 1 9 Dutzend Herren- und Damenhand schuhe in verschiedenen Größen und Farben g e st o h l e n. * Dillenburg, 29. Rov. Die in unserer Volisschul' eingerichtet Iugendherberg.- ist in diesem I^hre von 362 Wanderern benutzt morden, unb Attxn von 28 Volksschülern, 16 Boi,"? schülerinnen, 184 höheren Schülern, 23 höbe r 'n Scbülerirtnen. 108 mämlllchen und 3 weibliche.! ebung entspann sich eine längere Aussprache mit dem Ergebnis, daß alle Vereine genau uird schnell berichten müssen. — Der Gaurumbrief soll dem Entwurf nach angefertigt und an verdienstvolle Mitglieder der Vereine verliehen werden. — Aus dem Bericht über das Gauturnfest in Wetzlar ist zu ersehen, dah das Fest mit einem lieberschuh von 60 000 Mk. abgeschlossen hat. Die nächsten Punkte der Tagesordnung brachten interne ®au- angelegenheiten, welche eine rege Aussprache zeitigten. Der Schluh der Tagesordnung brachte ein Referat über „Turner und Presse“. O h- Wald (Bad-Rauheim) gab ein Bild über das Verhältnis zur Presie unb betonte, dah man den Standpunkt der Presse anerkennen und ihr helfen müsse, zu bestehen. Turner ohne die Lokalpresse wären ein Sing der Unmöglichkeit. Allen Presie- öertretern müsse der Zutritt zu den Deranstaltun- Jen so leicht wie möglich gemacht werden. Auch muffen die Zeitungen mit Inseraten unterstützt tberben. Sin Sparen der Vereine an Anzeigen sei nicht der richtige Weg. Aachdem noch Vektor Bach (Grvhen-Linden) und G a h m a n n (Marburg) dazu gesprochen hatten, wurde den Vertretern der Vereins dringend ans Herz gelegt, bei allen Veranstaltungen den Anzeigenteil der Zeitung zu benutzen und die Lokalpresse nach allen Seiten hin zu unterstützen. — Damit hatte die Tagung ihr Ende erreicht. — (Obwohl in dem Referat des Herrn Ostwald und in der Empfehlung an die Vereine nur Richtlinien gegeben werden, die vom Standpunkt der Presse aus Selbst- verftändliHes sagen, begrüben wir diese Anregungen an die Seseme doch aufs wärmste 3m betberfettigen Interesse wäre zu wünschen, dah der erfreuliche Standpunkt des Herrn Ostwald sich überall voll und ganz durchsetzt. Die Schriftltg.) Vermischtes. Berlin 30. Rov. Die Berliner Vorkehrs- deputation hat beschlossen, den Stratzenbahrr- tarif von morgen ab auf 50 Mark für die billigste Fahrt zu erhöhen. Hamburg, 30. Aov. Der seit einiger Zeit steckbrieflich verfolgte Apostel H ä u st e r wurde gestern abend ht einer Versammlung feiner Anhängerschaft verha f tet Auherkem wurden acht seiner Anhänger feflgenommen, die der Verhaftung Wii^rsland entgegensetzten. * Der Richter als Henker. 3n Kanada besteht augenscheinlich ein groster Mangel an Henkern. So wurde vor kurzem berichtet, dah die Hinrichtung eines Dvppelmörders Benny Swim immer wieder verschoben werden muhte, weil sich niemand sand, der dieses Amt auSüben wollte. Der Richter, den man als den „Rächsten" dazu ansah. erklärte, er sei zu nervös Schließlich sanden sich einige „Amateure", die den Mörder feiner verdienten Strafe überlieferten. Kürzlich hat nun aber em Richter auch die Folgen seines llrteils- spruches auf sich genommen und selbst den Henker gemacht. Ein 70jährtger Trapper Omar Roberts, der ein junges Mädchen, das ihm nicht zu Willen sein wollte, verbrannt hatte, war zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Ein Henker sand sich nicht. Darauf erklärte der Richter Lewis von QZarrnouth in Aeu-Schottland, der das Urteil gesprochen hatte, er werde persönlich die Hinrich.uig vornehmen. Diese fand denn auch ganz im geheimen im Gefängnis statt. Anwesend waren nur der Richter selbst, der dem Gefangenen die Schlinge um den Hals legte, ein Gehilfe, der un- genaimt bleiben wollte, ein Arzt und ein Geistlicher. * Die neuesten Tricks der Opium- schmuggler. Die beunruhigende Zunahme des Optumgenusses in China, bie bereits zu verschiedenen Gegenmastnahmen des Völkerbundes geführt hat, hat auch den Schmuggel zu einer neuen Blüte gebracht. 3n einem soeben von der 3n cmationalen Anti-Opium-Ge'ellfchaft herausgegebenen Denkschrift „Der Krieg gegen das Opium" berietet der General-Inspektor der chinesischen Zölle Sir Francis Aglen: „Opium und- andere gefährliche Aarkotitv. findet man in Koh- lenstücken verborgen, die zu diesem Zwecke ausgehöhlt wurden. 3n den doppelten Wanden von Wageit, hinter den Hooverschalungen der Sifcn» bahitzüge, in den Ventilatoren. in den Wasserschläuchen der Wasserträger, zwischen den Fensterrahmen usw. Gin Reiferer, der mit einem Vogel in einem Käfig die Zollschranken Passierte, wurde als Schmuggler entlarvt, denn der Käfig hatte einen doppelten Boden Sine alte Bauersfrau, die einen Korb mit einer alten Katze und jungen Kätzchen trug, geriet in Verdacht, und man entdeckte, dast die Kätzchen tot und mit Opium auS- gestvpst waren." ^Ratten. dieeine3nselverwü st en. Wie furchtbar Ratten Hausen, wenn sie sich ungehindert auSbreiten können, beweist die Verwüstung der Lord-Howe-Insel, 300 Seemeilen östlich von Australien, von der in dev .Umschau" berichtet wird. Die 3nsel war bis vor vier Jahren vollkommen frei von Ratten: damals wurden mit der Ladung eines gestrandeten SchisseS einige Ratten an die Küste gespült. Da sie auf keinen Feind trafen, so vermehrten sie sich ungeheuer rasch, bevölkerten die ganze Insel and haben das Leben dort bereits auf das schwerste geschädigt. Sie haben fast alle Landvögel voll- ftänbig ausgervttet, denn sie sresien mit Vorliebe Vogeleier. Da sie sich aber auch von Palmensamen nähren, so vernichten sie das einzige Ausfuhrgut der Insel, die Palme Howea, und werden, wenn man nicht Äkahnahmen gegen diese Pest ergreift, binnen kurzem alles pflanzliche uitb tierische Leben auf dem Eiland zugrunde gerichtet haben. yiidirvtiid). — Walter von Molo, »Die Liebes- Symphonie". Verlag von Albert Langen in und lästig übereinandergeschlagenen Deinen her- umsatzen, waren mit Lutz in eine Klasse gegangen, ehemalige Verbindungsbrüder. Herbert war orientiert. Seinetwegen konnte der Vorhang nun aufgezogen werden. Als erste Zeugin wurde Witwe Rumpf vernommen. In einem fuchsigen Aepzmantel, in den sie ihre Leibesfülle eingepretzt hatte, einen Kapott- Hut mit wogenden lila Federn auf dem Haupt, betrat sie den Saal. Rachem sie unter Schwierig fetten ihren Eid abgelegt, bei besten Formel sich alles erhob unb die Richter die Barette abnahmen, begann das Verhör. Frau Rumpf setzte den Richtern auseinander, daß sie vor Jahren ihr Geld zu Herwegh gebracht habe, well ihr $err Kollto gesagt hatte, es wäre dort am besten auf gehoben. „Ich hatte mal ein Haus verkauft und wuhte nicht wohin mit meinem Geld," begann sie Aber sie wurde von dem Vorsitzenden unterbrochen.- „Das steht ja alles bereits fest. Sie hatten dem Angeklagten die vierziatausend Mark mit der Bedingung übergeben, bat; sie in einer Hypothek angelegt würden. Statt dessen wurden ste in Industrieaktien angelegt ohne Ihre Einwilligung, während Ihrer Abwesenheit, lind als Sie verlangten, dast man sie verkaufte, waren sie in Eppenhausens r Aktien festgelegt, die man nicht ohne groben Verlust verkaufen konnte. So wenigstens haben Sie damals ausgesagt." Der Verteidiger erbat sich das Wort: „lieber die Verwendung dieser vierzigtausend Mark war nichts weiter ausgemacht, als dah sie mehr als sechs Prozent bringen müßten, sie wurden in einer dritten Hypothek auf eht Haus angelegt, doch Frau Rumpf war nicht bannt zufrieden, weil sie dort nur sechs Prozent brachtLN." „lieht, weil das Haus Scha>amm hatte," sagte die Witwe, die eine hohe, kräftige Stimme besäst. „Deshalb hab' ich mein Geld heraus- $ogen unb lieh eö in Aktien verwandeln. Aber tch hab' ausdrücklich gefaßt, keine Berawerksattten sollen es sein, und al» ich von Rauheim zurück- kant, war alles in Gruben angelegt. Und an Gruben hab' ich nun mal Echten Späh, denn die körinen ersaufen, ober schlagende Wetter richten Zerstörungen darin an, und oft streiken sie auch unb dann sitzt man da mit seinen Papieren. Wenn es noch Bochumer ober Gelsenkirchener gewesen waren," fuhr sie aufgebracht fort, „die Gegend kennt man, aber Finster walder oder Edderitzer, für die er eine Vorliebe hatte — ich weih gar nicht wo das ist! Womöglich hinter Berlin, dort will ich nichts liegen haben. Ich bab’ immer gesagt, im Rheinland muh cs sein, da weih man. was man hat." „Bestanden denn über die Verwendung Ihrer Gelder sonst keine schriftlichen Abmachungen?" Run sprachen Verteidiger unb die Witwe zu gleicher Zeit. „Stint Rumpf kam immer persönlich auf das Bureau unb war von allem wohlunterrichtet, die München Ittrtei dem Titel „Die Lrebes-Sym- p ho nie" läht Molo die endgültige Ausgabe feiner kleinen modernen Romane erscheinen, die wie eine gewaltige viersätzigeShmphonie dahinbrausen. In der neuen Fassung hat der Dichter die Meisterschaft reifster, äuherster Konzentration für unsere Zeit erreicht. — Die Befreiung vom Erbe, der Lebensweg eines Fürsten, von Karl-Gerd Briese (Verlag von Fr. W. Grünow, Leipzig). — Aus märkischen Jagdgründen. Iagderzählungen von Maximilian Böttcher. (Verlag von Gretylein u. Co., Leipzig.) — Der Band vereinigt die von 3agbübermut unb gelegentlich auch von Iagdverdruh begleiteten, aber stets humorvoll geschilderten HeimctterlLb- niste .auf den Streifen und Fahrten durch Wälder, Felder unb Seen des märkischen Landes". — .Der Reiter unb die 8 rau“, Ro man von Walter von Rummel, illustriert fron Franz Taborski. iVerlag Parcus u. Co.. München.) — Der Roman führt in dieRokoko-Welt des 18. Jahrhunderts. Die Schweizer Landschaft um Bent unb Reuenburg gibt beit Rahmen ab für die sestelnd geschriebene Entwicklung bet Liebe eines ehemaligen preussischen Reiteroffiziers zu der Frau eines französischen Höflings. — Dämonen inuns. Rovellen von Paul Schulze- Berghof. (Verlag von Hugo Schmidt, München.) Schulze-Berghös erschsietzt mit diesem schönen Buch? das Reich des Dämonischen im Sinne Goethes. Aus allen Erzählungen spricht die seelische Eroberung durch die Kunst und die ästhetisch Beherrschung jenes dunkeln KräftereicheS durch das schöpferische Lebensgefühl. — Kurt Küchler, Die kleine Magd. Eine Legende aus Holstein. Mit reichem Buch- fcomud von Herbert unb Johanna Hauschild. (Verlag von Grethlein u. Eo., Leipzig.) Es ist die Geschichte einer zerstörten Ehe, in die ein kindhaft fühlendes, ahnungsvoll m kennendes Geschöpf Erlösung unb neue Reinheit bringt. Handel. * Evmmerz - und Privatbank A.G., Ham bürg-Berlin. Aachdem vor einigen Tagen die Aufnahme der Chemnitzer Bankvererns und der Löbauer Bank seitens der Commerz- unb Privatbank angekündigt worden ist, werden nunmehr auch die weiteren, dem Konzern angehören- den Provinzbanken, uib zwar die Vogtländische Credit-Anstatt, Falkenstein, die Thüringische Landesbank, Weimar, der Hessische Bankverein A. G., Kassel, der Bankverein Göttingen A. G., Göttingen, in dem genannten Institut auf- geben, so dah es alsdann an ca. 350 Plätzen durch Filialen vertreten sein wird. Die Generalversammlung. die Darüber xu beschliehen hat, stndet beim Hessischen Bankverein QL G. am 14. Dezember statt: es wird ihr vorgeschlagen, die Verschmelzung in der Weise durchzujühren, dah auf cOOOQEf. Hessifche-Bantverem-Qlltien 2003 QHf. Commerz- und Privatbank-Qlltien unb auherdem eine Dividende von 15 Proz. für das halbe Geschäftsjahr entfallen. Die Uebernahme dürfte zum 1. Januar 1923 erfolgen. Berlin, 30. Qlov. (Wolff.) In der nächsten Woche finden, wie kn der laufenden, Wertpapierbörsen nur am Montag, Mittwoch und Freitag statt. Frankfurt a. M., 30. Aov. Börfen- stimmungsbild. Der Dollar stylte sich in den ersten Morgenstunden auf 8030 und zog dann auf 8350 an. Diese Aufwärtsbewegung hielt jedoch nicht lange stand: es trat ein Rückgang auf 8250 und schliehlich bis 7750 ein. Man bringt die allgemeine Abschwächung der Devisen und Roten mit der besseren Auffassung der politischen Lage in Zusammenhang. Valutapapiere waren abge» schwächt. Für den Effektenverkehr war die Börse heute wieder geschlossen. Von Bureau zu Bureau werden einige Kurse genannt. Es herrschte im allgemeinen Zurückhaltung vor, zumal die Speku- latwn geringe Unternehmungslust zeigte. Für verschiedene Kassa-Papiere war feste Stimmung zu erfeimen. Montanpapieve wurden niedriger genannt. Märkte. Frankfurter Schweine- «ud Klemviehmarkt. Frankfurt a M., 30. Qlov. (Amtlich) QNarktverlauf: Kleiuviehmarkt zuerst lebhaft, spä- Quittungen über das angelegte Kapital wurden ihr stets zugeschickt." „3a, die hab' ich freilich bekommen, diese Quittungen," rief die Witwe, deren kupferrotes Gesicht wie eine verschrumpfte Orange aus der fliederfarbenen zerzausten Federboa hecausglühte, „aber was haben sie mir berat genützt? An allem ist der Vurcauvvrsleher schuld, Denn Herwegh hat mich immer gut beraten. Meine Kunstseide hat mir fünszebn Prozent gebracht, unb die süddeutschen Kabelwerke hat er mir mit Gewinn verkauft. Hält' ich sie nur heut noch." Sie zupfte die Federn am Halse. „Aber seit der verfluchte Gimpel . . »Ich bitte, sich nicht solcher Ausdrücke zu bebicnen,“ wurde sie ermahnt. „Sie sind vor Gericht. AuherLem ist hier niemanb taub." „Run ja, ich sag' cS, wie es ist. Der Gimpel hat mich übers Ohr gehauen, nach allen Richtungen. Als ich Ei'enbahnaltien Haber, wollte, ich dachte itatürlich an Mederwaldvccha oder Kre- seldei , da hat er mir Qtorihern Pazisie aunb Ra- gykikinda — Arader genommen, unb als es auskam, aus Kokosnüssen Butter zu machen . . ." „Qlber bas gehört doch wohl nicht hierher." „Doch es gehört hierher, beim diese Aktien hat et mir doch ausgehangen. Was weih ich von den Südseeinsela! Denn dort wtirde das doch gemacht. Aus Palmbäumen, glaube ich, eine Art Speisefett, es sollte eine grohe Zukunft haben. O bitte, das ist mir sehr wichtig, Herr Präsident, berat ich hatte dreihtgtansend Mark drin stecken. I und nachher brachtm sie kaum vier Prozent, und ter abflaueitb, geräumt Am »Schwewemarkt flraxbt wenig gehandeft und deshalb von einer PreiS- noticrung abgesehen Im emzelnen ist zu fxy inerten: Ausgettieber. toarclt .542 Kälber, 734 Schafe und 204 Schweine" An Preisen wurden angelegt per- Zentner Lebendgewicht: Kälber, beste Qualitäten 32 000 —34 006 Mk., mittlere Qualitäten 28000—31000 Ml., geringe Qualitäten 24 000—26 000 Mk.. germgftc Qualitäten 20 000 dis 23 000 Mk.; Schafe 14 000—25 000 Mk. Außerdem wurden 64 Rinder' ohne amtliche Preis Notierung gehandelt. Die Preise liegen um soviel übet den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste. Spesen und Händlergewinn in sich schließen. (In einem Teil der Qluflage wiederholt.) Die Haltmrg der AMierte« zur frsnzofischen Gewaltpolitik. Paris. 30. Otov. (WTD.) Heber die Stwi- mung nach der Erklärung im Elhsee berichtet die „Gre Rouvelle", man könne ohne lieber tieibung sagen, dah die englische Regierung im Einvernehmen mit ber öffentlichen Meinung in England nicht ohrre Widerstand die direkte Ausbeutung des linken RheinuferS und die Besetzung des Ruhrgebietes hur nehme Die Haltung von T h e u n i S und seinen Mitarbeitern sei nach wie vor rätselhaft. In amtlichen Kreisen in Brussel werde behauptet, aut Sen Pariser Besprechungen sei von Sanktionen oder ähnlichen Bestimmungen qicht die Rede ge> wesen, vielmehr habe man von einer internationalen Anleihe gesprochen in demselben Sinne wie das neutrale Drarkierkomitee Das Blatt toiH auch wissen, ohne dafür Beweisgründe anzugeben, dah Mussolini rftchts da^^gen haben würde, wenn Podncare das Ruhrgebiet besehe. London. 30. Rov. (WTB.) Im Unter- Hause verlangte Ramsey Macdonald eine Information bezüglich der Pläne der franzö- fifchrn Regierung für den Fall eines Mihersolges bei den Der Handlungen über ein Finanzabkommen mit der deutschen Regierung. Bonar Law erwiderte: „Ich erhielt keine Mitteilung über Vorschläge der französischen Qtegierung unter den angegebenen Bedingungen. Gegenwärtig findet eine Erörterung bezüglich einer Vorkonferenz unter den alliierten Premierministern statt." Macdonald fragte, ob diese Vorkonserenz in naher Zukunst abgehalten werden solle. Bonar Law erwiderte: „Ich glaube, ja. Ich habe Mitteilungen erhalten, aber gebeten, womöglichdieZu- fammenfunft zu verschieben, bis die Parlamentssaison abgeschlossen ist." Die mrhenpoliLischerr Folgen des griechischen Ministermordes. Paris, 30. Rov. (WTB.) Der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" berichtet au3 La u- sann e, dah die dort vorherrschende Meinung ziemlich streng gegen Veniselvs gerichtet sei, der, wie man annehme, den Gewalttätigkeiten der revolutionären Offiziere, die gegenwärtig Herren der griechischen Regierung sind, kein "genügend energisches Veto entgegengesetzt habe. Der Berichterstatter zieht folgenoe Schlußfolgerungen: 1. Der Tag sei ferner als je, selbst wenn man den Abschluß der Orientfriedcrnskonfe- reng als nahe bevorstehend betrachten Vnne, wo die Kleine Entente Griechenland den Eintritt Ir diese Gruppe gestatten und ihm territoriale Sicherheiten gewähren würde. 2. Zwischen der englischen Politik und D e n i s e l v S scheine jetzt der Brach vollständig zu sein. Paris, 30. Rov. (WTB.) Rach einer Meldung des „Petit Parisien" aus Rom verlautet dort gerüchtweise, dah der italienische Gesandte in Athen abberufen tootben fei. Die Ausland erfrage In Deutschland. London 29. Qlov. (Wolff.) „Satti) Telegraph" meldet, die brittsche Regierung habe sich den anderen alliierten Regierungen, einen formellen Protest in Berlin gegen die Verletzung des Vertrages von Versallles durch die doutschen Behörden einzulegen, angeschlossen. Gs drehe sich um die Ausnahmebehandlung der Qlusländer in Deutschland, wo diese in Hotels Kaufläden usw. viel 'höhere Preise bezahlen mufften als die Landesernwvhner. ich konnte keine Rächt mehr schlafen weil sie sagten, die Japaner wollten die Inseln haben, unb als ich in Schlangenbad Kur gebrauchte, hat er alles fix in eine Pinselfabrik gesteckt! In Südamerika! Immer, wenn ich verreist war. machte er das, dann hatte es solche Eile, und sonst hat er es wahrhaftig nicht eilig gehabt, jum Beispiel. wenn man seine Zinsen haben wollte —" „Sprechen Sie eigentlich von Herrn von Herwegh?" sagte der Vorsitzende. „Olein, ich spreche doch natürlich von dem Gimpel." Die Witwe knöpfte ihren Mantel auf. »Ein Herzleiden hab' ich gekriegt vor Aerger über diesen Kerl. Da war mir der andere jo noch lieber, der grobe (Banteimann, ber wegen dem Diebstahl mit dem Smaragden entlassen wurde." Der Verteidiger mischte sich wieder ein. Die Witwe ereiferte sich dazwischen. „Auf diesen an- geblichLN Smaragdeürdiebstahl werden wir noch zurückkommen," sagte der Richter. „Der Vantelmann hat einem wenigstens reinen Wein eingeschenkt," fuhr die Witwe fori „,Frau Rumpf, nur feine Ausländer/ sagte ei immer, „wenn's Krieg gibt, sind Sie lackiert." Run, bafüi gibt man fein Geld auch nicht her Ich hab' vierzig Jahre mein Papeteriegeschäft geführt, eh ich mir eine Villa kaufen konnte und nun, wenn man In Ruhe leben möchte, hat man nichts wie Aufregungen. Ei. da bezieht man ja besser eine Pension." (Fortsetzung folgt) IVO ?U MONN y ............... ■■■■■■■■ ■■■■■ „III II, w — A BATSCHAR/-^ /^^landffemaMe, CIGARETTEN