Kr. 205 . Erscheint täglich, «Her 'Sonn- tmi> Feiertags, mil berSamstagsbeilage: GießenerFamilieublätter N-natllchevezuasyreise: ,MK. 75.- und Mk.5.-> Trägerlohn,durch dicPost Mk. 7b.-,-uch bei Nicht, ^erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. ^Anschlüsse: für die Schrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietze«. UÄTnm. General-Anzeiger für Gberheffen druck mrd Verlag: Vrühfsche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. §chriftle!tnng, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchnlstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höh« für Anzeigend 27 mm Breite örtlich 300 Pf., auswärts 400 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Dreitel200Pf. Bei Platz. Vorschrift20 /.Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. ^72. Jahrgang / Freitag, f. September 192 SietzenerAnzeiger Die Entscheidung der ReparatronskommWon. Ablehnung des Moratoriums. Annahme eines Vermittlungsoorschlags. ' Pari», 31. Aug. (Wolff) Frankreich 4t n b Belgien haben in der Reparationskom- (miffton gegen di« Gewährung eines oratoriums an Deutschland gestunmt. ^England stimmte dafür; Stalienent- chielt srch der Ab st immun g. I Paris, 31. Aug. (WTD.) Aach dem gernel- Leten Beschluß über das Moratoriumsgesuch ^Deutschlands nahm die Reparationskommission fein stimmig folgende Entschließung |xm, in welcher es heißt: Die Reparationskvmmis- Lfion verschiebt den Beschluß über das ^Gesuch Deutschlands, bis der Plan feiner radikalen Finanzreform mit folgenden Hauptpunkten aufgestellt ist: 1. Gleichgewicht des Budgets; 2. Herab- jfehung der auswärtigen Schulden- ilast Deutschlands, falls vorher die in der ^Reparationskommission vertretenen Regierungen jihre Zustimmung erteilen; ferner Währungsreformen; Aufnahme äußerer und innerer Anleihen. ' Um als Vorbereitung zur Durchführung der 'angeführten Maßnahmen Zeit zu schaffen, wird sdie Repacationskommission als Begleichung für sdie bis zum 15. Dezember 1922 fällig werdenden deutschen Zahlungen sechs monatliche Schatz- b o n d s, zahlbar in Gold, und mit Garantien iausgestattet, annehmen. Falls eine Vereinbarung Lber die Garantien zwischen Deutschland und Belgien, für welches die Barzahlungen bestimmt sind, Acht zustande kommt, soll deutsches Gold [bet einer auswärtigen Dank deponiert werden, Au deren Wahl Belgien seine Zustimmung «eben soll. i Paris, 31. Aug. Die Agentur Havas der- ofsentlicht folgenden Kommentar zu dem heu- ttigen Beschluß der Reparationskommission: Die ^Entscheidung der Reparationskommissivn wird in »französischen politischen Kreisen im allgemeinen günstig beurteilt. Die Auffassung geht dahin, daß sie, wenn nicht in ,ihrer Gesamtheit, doch in den wesentlichen Punkten der vom Ministerpräsidenten Poincar4 ständig fvertretenen Tlxse entsprecht. Durch die Ablehnung des Antrages des britischen Delegierten und den darauf gefaßten Beschluß, die Entscheidung über das von Deutschland ausgesprochene Mvra- tvriumsersuchen aufzufchieben, hat die Kommission in zwei aufeinanderfolgenden Abstimmungen entsprechend den ständigen Erklärungen des Ministerpräsidenten Poincary anerkamtt, daß es unmöglich ist, dem Verlangen der deutschen Regierung zuzustimmen. Demnach ergibt sich unter Vorbehalt gewisser Modalitäten bezüglich der Zahlungen, über die die Reparatiorrskommission berechtigt wäre zu entscheiden, folgende Lage: Deutschland wird verpflichtet sein, die vorgesehenen Zahlungen binnen einer sehr kurzen Frist zu leisten. Wenn es sich dieser Pflicht entziehen ftollte, wird die Kommission genötigt sein, eine [absichtliche Aichterfüllung zu konstatieren, die den Alliierten das Recht geben wird, isoliert oder in ihrer Gesamtheit zu Zwangsmaßnahmen zu .schreiten. Somit erscheinen bei einer ersten Prü- ifung die Rechte Frankreichs und feine vollständige [Aktionssreiheit in der Zukunft gewahrt. Indessen swurden einige Vorbehalte bezüglich verschiedener »Punkte der von der Reparationskommission angenommenen Entschließung gemacht, die infolge [ihres Mangels an Deutlichkeit eine genaue Prü- »fung erfordern. Der Wortlaut des Beschlusses ift am Abend dem Ministerpräsidenten Poin- carö mitgeteilt worden. Dieser wird ihn morgen unter dem Vorsitz des Präsidenten Millerand ins Elisee einberufenen Mini st errat unterbreiten. Poincar6 hat es formell abgelehnt, seine Ansicht kundzugeben, bevor er sich nicht mit feinen Ministerkollegen besprochen und sich mit ihnen über die Richtlinien geeinigt hat, die angesichts der getroffenen Entscheidung der Repara- tionskommisswn zu befolgen sind. Heber diesen »Punkt wird also erst morgen Klarheit zu erlangen sein. i Paris, 31. Aug. Der Vorsitzende der Re- rarationskommission empfing nach Schluß der , heutigen Sitzung der Reparationskommission die ‘ ranzösischen Journalisten und erläuterte ihnen die Entscheidung der Kommission. Er wies zunächst darauf hin, daß Dradburh, der ursprünglich für die Gewährung eines bedingungslosen Moratoriums für das Jahr 1922 und für ein von Garantien begleitetes Moratorium für die Jahre 1923 und 1924 eintrat, nur noch den ersten Teil seines Antrages aufrechterhalten habe. Dieser wurde mit 3 gegen 1 Stimme abgelehnt insofern, als nach dem Wortlaut des Friedensvertrages die Slimmenthaltung des italienischen Delegierten einer Ablehnung entspricht. Aach [dieser Abstimmung habe der Vertreter Belgiens, das besonders an den deutschen Zah- • lungen interessiert sei, den Vorschlag gemacht, die Modalitäten festzusehen, nach denen Deutschland zu bezahlen habe. Danach soll Deutschland der Reparationskommission Schahbonds in Goldw ert und sechsmonatiger Laufzeit überweisen, die von wesentlichen Garantien zu stützen wären. Diese Bonds wären Belgien zu übergeben, das auf diese Weise einen [Teil seiner Prioritätsforderung befriedigen könne. ^Auf seine (Dubois') Anregung habe der belgische /Delegierte ausdrücklich erklärt, daß es sich um [effektive Zahlungen handele, und daß /Belgien von diesen Bonds Gebrauch machen ^werde. Belgien werde diese Bonds, die tmu^t durch ein Golddepot oder durch eine andere zwischen Belgien und Deutschland zutreffende Abmachung garantiert wurden, tatsächlich diskontieren können. Würde Deutschland die geforderten Garantien verweigern, so würde die Reparationskommissivn auf Grund des Friedensvertrages berechtigt sein, den alliierten Mächten eine absichtliche Verfehlung Deutschlands bekanntzugeben, und diese würden dann die notwendigen Zwangsmaßnahmen beschließen. Somit habe 1. die Reparationskommission das Moratorium abgelehnt und 2. einen Antrag angenommen, durch dessen Ausführung Belgien Geld erhalten werde. Außerdem habe sich die Kommission die Vorschläge der deutschen Regierung über die Garantierung der Kohlen- und Holzlieferungen zu eigen gemacht und die deutsche Regierung benachrichtigt, daß sie sich, falls die Aaturallieferungen nicht strikte innegehalten würden, das Recht Vorbehalte, die Inkraftsetzung ähnlicher Abmachungen zu fordern. Die Annahme des von ihm (Dubois) präzisierten belgischen Vorschlages sei darauf einstimmig erfolgt. Die Abmachungen, die somit nach langen, mühsamen Verhandlungen im Schoße der Kommission erreicht worden seien, seien um so mehr zu begrüßen, als sie, wie er mit Befriedigung seststelle, den von dem Urheber des belgischen Vorschlages kundgegebenen Wünschen entsprechen, die sich besonders um die Beseitigung der bisherigen Schwierigkeiten bemüht hätten, um den alliierten Mächten zu ermöglichen, für die nahe Zukunft und m aller Ruhe die allgemeine Regelung des Problemes der Reparationen und der interallierten Schulden vorzunehmen. Aach französischer Auffassung müsse die erreichte Lösung, durch die das Moratorium abgelehnt und die wichtige Frage der Pfänder und Garantien zurückgestellt worden sei, eine allgemeine Erleichterung Hervorrufen. Dubois sagte, er hoffe somit, daß die französische Regierung und die französische öffentliche Meinung sich zu dem heute abend erreichten Ergebnis beglückwünschen könne. Die Havasmeldung schließt: Bei oberflächlicher Prüfung der beiden Vorschläge, 1. das Moratorium abzulehnen und 2. eine Entscheidung aufzuschieben, könne man einen gewissen Widerspruch feststellen. Man könne sich aber unschwer Rechenschaft darüber ablegen, daß infolge der Deutschland auferlegten Zahlungsmodalitäten in der Weise, wie sie von dem Vorsitzenden Dubois erläutert worden seien, Deutschland die am 15.8. und die an den folgenden Terminen fälligen Raten Belgien zu bezahlen hat, sofern es nicht Gefahr laufen will, die im Falle einer Aichterfüllung vorgesehenen Sanktionen über sich ergehen zu lassen. In beiden Fällen handle es sich also um die Ablehnung des Moratoriums. Der Bescheid an die deutsche Regierung. Berlin, 31. Aug. (WTD.) Die Reparationskommission 'bat der Kriegslastenkommission heute abend über die von ihr in der Reparativnsfrage getroffenen Entscheidung folgende Aote übersandt: Die Reparationskommission beehrt sich anliegend der deutschen Regierung ihre Entscheidung Ar. 2119 als Erwiderung des Schreibens zu übersenden, welches der Reichskanzler an sie am 12. Juli gerichtet 'hatte. Da die Reparationskommission die von der deutschen Regierung beantragte Stundung nicht bewilligen zu sollen geglaubt hat, hat sie es nicht für angezeigt erachtet, sich im Augenblick über die von der deutschen Regierung in Betracht gezogenen Vorschläge zu äußern, welche die genaue Ausführung der von der Reparationskommission vorgeschriebenen Kohlen- und Holzlieferungen sichern foltert. Die Reparationskvmmiffion behält sich aber das Recht vor, die Inkraftsetzung ähnlicher 'Abmachungen wie die von der deutschen Regierung vorgeschlagenen zu fordern, wenn in Zukunft die Köhlen- und Holzlieferungen nicht in zufriedenstellender Weise ausgeführt werden. — Hierauf folgt die gemeldete Entscheidung. Berliner Pressestimmen. Berlin, 1. Sept. Zur Entscheidung der Reparationskommissivn schreibt die „Voss. Ztg.": Dieser Beschluß bedeutet einen Sieg des belgischen Vermittlungsgedankens und damit eine Niederlage Poincaräs, der sich gegen diesen belgischen Plan schon in den Vorverhandlungen heftig zur Wehr gesetzt hatte. Obwohl das Moratorium formell äögelehnt ist, kommt die gestellte Entscheidung tatsächlich einem Moratorium gleich Was sind aber Schahscheine eines Schuldners wert, von dem die Gläubiger selbst erklärt haben, daß er unfähig sei, seinen Verpflichtungen nachzukvmmen. Das „‘Ser I. Tagebl." hält es für bemerkenswert, daß von der etwaigen (Srmämg'ung der äußeren Lasten Deutschlands gesprochen wird. Strittig ist jedoch die Frage der Sicherheitsleistungen. Es drehe sich bei der Reparationsleistung in Schatzwechseln um eine gewaltige Summe. Ein Golddepot Deutschlands in einer ausländischen Bank würde letzten Endes nichts anderes bedeuten als die Barzahlungen, zu der sich Deutschland außerstand erklärt hatte. Der ,,'V o r w ä r t s" sieht einen nicht zu unterschätzenden Fortschritt darin, daß sich die deutsche Regierung direkt mit der belgischen auseinandersetzen soll. Es müsse jedoch im Auge be- halten werden, daß das Moratorium nicht ge- ajugvt worden ist, sondern daß es sich nur um eine veränderte Form der Zählungen handelt. Wenn der in Aussicht gestellte Umschwung nicht eintrete, würden wir die Schuldverschreibungen in sechs Monaten nicht einlosen können. Ungemein wertvoll für Deutschland sei es jedoch, daß nun» mehr die Reparationskommiffion einstimmig die absolute KreditunfähigkeitDeutsch- l a n d s beglaubigt habe. Im großen und ganzen könne man für den Augenblick von einer Entspannung sprechen. Aach Ansicht der „Germania" bedeutet die Entscheidung ohne Zweifel eine Zahlunas- erleichterung, wenn auch nicht die erhoffte. Im übrigen komme es auf die Garantien an, die Belgien fordere. Der Beschluß der Reparationskommi'sion bedeute, wie der „Lokalanzeiger" meint, insofern eine Erleichterung, als der deutschen Regierung ermöglicht werde, den Ankauf von Devisen während dieses Jahres zu vermeiden. Allerdings würden im nächsten Jahre, wenn bis dahin nicht das ganze Reparationsproblem geregelt sei, um so größere Summen für Devisen gebraucht werden. Ob Deutschland den Beschluß annehmen könne, werde im wesentlichen dvn den belgischen Garantieforderungen abhängen. Die „Deutsche Tagesztg.“ sieht den Kernpunkt darin, daß die Entente einen erheblichen Teil unseres Dankgoldes, der letzten Reserve des deutschen Volkes, in ihren Besitz bringen will. England habe Bedingungen zugestimmt, die von seinen eigenen Sachverständigen zweifellos als wir schäft icher Wahn inn bezeichnet würden. Wahr bleibe nur, daß unser Moratoriumsgesuch abgelehnt worden sei und daß wir zahlen sollen, allerdings nicht in Devisen, sondern in Goldbarren. D e Entscheidung der Reparativnskommission ist nach der „K r e u z z e i t u n g" für jeden ehrlichen Mann unannehmbar. Die Reichsbank könne als ehrlicher Bankier dem Ansinnen gar nicht Folge leisten. Die Hoffnung auf eine Lösung des Reparationsproblems bis zum Ablauf des Jahres erscheint dem Blatt eitel. Es bedangt, daß die deutsche Regierung fett bleibt und 'keinen Druck auf die autonome Rerchsbank ausübt. Besprechung des Reichskanzlers mit den Führern der Parteien. Berlin, 31. Aug. (WTD.) Der Reichskanzler hat heute nachmittag im Deisein der sämtlichen in Berlin anwesenden Reichsminister die Führer der Reichstagsfraktionen der Deutsch- nationalen Volkspartei, Deutschen Volkspartei, Demokraten, des Zentrums, der DayerischenVolls- Partei, Sozialdemokraten und Unabhängigen Sozialdemokraten empfangen, um sie über die auhen- polltische Lage, insbesondere die Verhandlungen zu unterrichten, die in Berlin zwischen der Reichsregierung und den Mitgliedern der Reparations- kommission geführt wurden. Im Anschluß an den Vortrag des Reichskanzlers machten die Minister Schmidt und Braun ergänzende Mitteilungen. Aach kurzer Aussprache wurde, da abschließende Ergebnisse aus Paris noch nicht Vorlagen, die Fortsetzung der Besprechung auf morgen vertagt. • Amerikas Mitwirkung. Paris, 31. Aug. (WTD.) Der „Intransi- geant“ bestätigt, daß der amerikanische offiziöse Vertreter bei der Reparations- kommission persönlich bei einzelnen Delegierten Schritte unternommen hat, um eine Einigung herbeizuführen. Es sei aber nicht richtig, daß der amerikanische Vertreter auch nur im mindesten Maße finanzielle Mitwirkung Amerikas in den europäischen Angelegenheiten habe erhoffen lassen. Die englische Freihandelsunion gegen den Versailler Vertrag. L o n d o n, 31. Aug. (Wolff.) Die Union fürFreihandelhat beschlossen, an D a l - fnur einen Dries über die Schulden- f rage zu richten. Darin wird der Beschluß der britischen Regierung, daß die Kriegsschulden en bloc behandelt werden mußten, gebilligt und erklärt, die öffentliche Meinung in England würde nicht damit einverstanden sein, daß Großbritannien auf alle Guthaben verzichte, während es zugleich seine eigenen Schulden bezahle. Endlich erhebt der Brief gegen die französische Regierung den Bvrwurf, die unglückseligen Bestimmungen des V ersailler Vertrages verschuldet zu haben, und tritt dafür ein, daß England, die Vereinigten Staaten, Italien, Belgien und die neutralen Länder Zusammenwirken müßten, um eine Revision des Vertrages und eine Herabsetzung der Rüstungen usw., zu erreichen. Eine tschechosiowakisch- jugoslawische Allianz. Prag, 31. Aug. (WTD.) Der tschechoslo- tväkische Ministerpräsident begab sich am Mittwoch abend nach Marienbad, wo er mit Ministerpräsident Paschitsch die letzten Punkte des tschechoslowakisch-jugoslawischen Allianzvertrages vereinbarte. Der Vertrag tnurbe Heute vvrmitag unterzeichnet, Denesch ist heute nachmittag nach Prag zurückgekehrt. Italien und Oesterreich. Rom, 31. Aug. (WTB.) Aach einer „Ste- fani"-Meldung ist bei der heutigen Unterredung beß italienischen Schahminisiers mit dem österreichischen Delegierten Dr. Schneller Wer die Ausführung des Gesetzes betreffs des italienischen Deitvages zu dem Oesterreich zu gewährenden Kredit eine grundsätzliche Einigung erzielt worden. Der Schatzminister vec- wies Schneller an den Generaldirektor des Schatzamtes, Conti Rossini, damit dieser die erforderlichen Maßnahmen ins Werk setze. 3m übrigen vervollständigte Schneller seine Darlegungen über die wirtschaftliche und finanzielle Lage Oesterreichs und gab die vom Schatzminister verlangten Aufklärungen. Dieser wird nun das ihm von Schneller unterbreitete Material mit /einen zuständigen Kollegen prüfen, um es dann bem Ministerrat vvrzulegen. Dor seiner Abreise wird Schneller mit dem Generaldirektor der Zölle, Lnciolli, und dem Generaldirektor des auswärtigen Handels, Dinola, eine Unterredung haben, um die durch die italienische Minrsterkrise unterbrochenen Handelsbesprechungen wieder anzuknüpfen. Ein Urteil des Wirtschaftspolitischen Ausschusses des ReichsWirtschastsrates. Berlin, 31. Ang. (WTB.) Der Wirb» schaftspolitische Ausschuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrates nahm eine Entschließung betreffend die Ursachen und Folgen des Verfalles der deutschen Währung und die zu seiner Bekämpfung anzuwendenden Mittel einstimmig an. Es heißt darin: Die Hauptursache des Zusammenbruches der Markwährung ist die immer wieder erneute Verzögerung der Zahlungsfähigkeit Deutschlands unb eine angemessene Regelung der Reparativnsfrage mit ihren wirtschaftlichen und politischen Folgen. Es ist für Deutschland unmöglich, mit feiner durch den Versailler Friedensvertrag so stark geschwächten Wirtschaftskraft die Passivität seiner .Zahlungsbilanz zu überwinden und gleichzeitig außerordentlich hohe Leistungen an das Mrsland auszuführen. Diese Auffassung wird gestützt durch den Beschluß der Konferenz von Genua über die Finanzfrage. Es wird außerdem an die Entschließung der Pariser Dankier- konferenz vom Juni 1922 erinnert, die ohne jeden Vorbehalt erklärte, daß eine Stabilisierung der Währung ohne endgültige Regelung der Reparationszahlungen und anderer öffentlichen Schulden unmöglich ist. Aachdrücklich und feierlich erhebt der Ausschuß, in dem alle Kreise der deutschen Wirtschaft, Unternehmer unb Arbeiter vertreten sind, gegen die Behauptung Einspruch, die Markentwertung sei durch Maßnahmen der Regierung oder ba8 Verhalten maßgebe..dec Wi t cha t.kreise bewußt Herl eigeführt worden. Hält der Währungsverfall an, so bedrohen Arbeitslosigkeit und Aahrungsmittelnöte in großem Maßstäbe das deutsche Voll. Das rapide Steigen der auswärtigen Wechselkurse macht die Versorgung Deutschlands mit den zur Aufrechterhaltung der industriellen Tätigkeit notwendigen Rohstoffen und der zur Befriedigung der städtischen Bevölkerung unbedingt erforderlichen Acchrungsmitteln immer schwieriger. Die Mittel zur Heilung der erkrankten deutschen Volkswirtschaft müssen den Krankheitsursachen entsprechen. Die Vorbedingung für das Gelingen aller Maßnahmen zur Festigung des Markkarses ist ein Aufschub der Barzahlungen und Anpassung von Menge und Act der Sachlieferungen an dre Bedürfnisse unb die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft sowie der deutschen Zahlungsbilanz. Gin Moratorium soll durch die Wiede h nstellung des deutsche nKredits eine internationale An leihe an Deutschland ermöglichen. 3m einzelnen scheinen folgende Maßnahmen geeignet, von Innen heraus die deutsche Währung zu fräftigen, wenn die äußer« Hilfeleistung damit Hand in Hand geht: Als Deckung des Bedarfs und zweckmäßigste Verwendung der Ernte fördernde Maßnahmen werden empfohlen: Tlnterstützung der Bestrebungen durch Lief erungs Verträge zwischen den Erzeugern unb unmittelbaren Verbrauchern sowie deren Organisationen die Kartoffelversorgung zu erleichtern und n verbilligen und das Fernhälten aller überflüssigen Zwische nglieder wie Aufkäufer von Gemeinden, Werken und Betriebsräten vom Kartoffelmarkt. Der Verbrauch ist so zu beeinflussen, daß weniger lebensnotwendige oder gar überflüssige Verwendungszwecke erft Berücksichtigung finden, wenn die elementaren Bedürfnisse befriedigt sind. Mit den schärfsten' Mitteln ist aller überflüssige Luxuskonsum zu unterdrücken. Der Ausschank von Schnaps und Champagner in öffentlichen Lokalen sollte sofort verboten werden. Die beschämend hohe Zahl der Likör st üben, Dars, Dielen und Schlemmergaflstuben ist durch zweckentsprechende Besteuerung und durch schärfere Handhabung der Konzessiolcserteilung und -Entziehung, gegebenenfalls auch durch Verbotsbestimmungen herabzudrücken. Wie der innere Verbrauch, so ist auch der Ein- unb Ausfuhrhandel unter den Grundsatz zu stellen, daß aller entbehrliche Konsum zu verhindern ist. Von her Steuergesetzgebung ist eine größere Einfachheit und TIebersichtlichkeit zu verlangen. Sie ist außerdem von der toten Last, der übertrieben hohen Verwaltungsausgaben zu befreien. Der Ausschuß weist daraus hin, daß Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 1200, Frankfurt a. M. 1350. Wihre damit yu rechnen. daß bereits heute endgültige Beschlüsse über die Maßregeln Preußens gefaßt werden. Dollar, de ÜleÖeerdl Auf Besu öchwl^gc Ein Brief des Reichskanzlers an den bayrischen Ministerpräsidenten. Berlin 31. Aug. (WTB.) Der Reichs- ranzler hat am 20. August an den bayrischen AnNlsterprasidenten Grafen Lerchenfeld folgendes Schreiben gerichtet: a Hochverehrter Herr Ministerpräsident! Bei den Besprechungen mit den Vertretern der bayerischen Regierung wurde eine Reihe Rück- fragen über den Sinn des Protokolls vom U. August.vorgetragen, das das Ergebnis der bei ihrer vorigen Anwesenheit gepflogenen Erörterungen enthalt. r, regten zunächst an, Last an di- Stelle des suddeutschen Senats ein bayerischer Senat treten solle, dessen Mitglieder nach Dor- schlag der Landesregierung vom Reichspräsidenten ernannt werden soll n. Dabei soll Vorbehalten blerben, als Laienrichter ausschließlich oder zum Teil Personen vorzuschlagen, die die Befähigung zum Richteramt besitzen. Der Wunsch nach Errichtung eines bayerischen Senats stellte sich schon bei den früheren Verhandlungen als für die Reichs- regierung unannehmbar heraus. Jedoch wieder- hole er gern die Zusage, daß die Ernennung der Mitglieder des für Süddeutschland bestimmten Senats nach Benehmen mit den beteiligten Landesregierungen erfolgen wird und daß ihm drei bayrische Laienrichter und eine entsprechende Zahl bayrischer Reichsgerichtsräte angehören werden Der letzte Satz des Wunsches wurde niemals in Frage gezogen. «äfft Sä «LanMt- _ 3m , D oiorge" A Sonntag, M dieser Ta? Saa ;i,glieberv' W des ftan ,aab<*S? SohnungWlM, *. • Kr rm. 2üw W die W MttiW am Mte^n e W. Etlichen h ist, den DetNi Ar b Schotten lachmlS derdi steifes Scho« irektors Doeckn tz 1920 tmicb? n Mehmigt, dem 1 Sie Km-fir orges mchen soziale ^riegßbeschädig'e Zugendsürsorge), kren firtrM Mpr 8) geschas^ sieses Ämteß mir Sandtoirifcha 10000 M Mei At die getocr' dststen der S ch: Armemixm und : Mel bereitgM red« Opfer bringt icrbell^rung .rgm, besonders t'.anteti Postauiol ’b (ßmiterbaii)- M. An 6 t ra M ssahke sind w M nach Tfleti AllpprNmvd, v Kirche, sMe ei Glashütten, Sie1 Aoiiierslirchen- ben. Den Kreiss kj Marburger rereinigter Stad Berücksichtigung Spotten ziigebissj lrll den Wärtern Hebung der Do ^reis Schotten toi durch den Kreis finden. Es soll Mnbgabe durch erhobenen M ^wndk X für 1921 DvraiMg der vom Kwstoq ai vuröe mit MAs [t *• Amtliche Perfvnalnachrichten 25. August 1922 würben bie Oberver- messilNgssekretats Georg Christoph Arzt zu WtCr *cc*er öu Nrb-RaLheiA Heinrich Falk zu Butzbach, Adam Masch- ^ann zu Alzey, Philipp Wenzel zu Ridda und Georg Wilhelm Schmitt zu Bensheim dvm 1. April 1922 ab zu Vermessungsinspektoren ernannt. Am gleichen Tage wurden die Vermessungspraktikanten Karl Appel zu Grün- Arss dem Reiche. MrtfchafLLnot und Wucher in Prsutzen. . . r?€rI^’ 11 Sept. Der preußische Minister- Präsident Braun hat für heute die preuhi-- chen Minister, die sich zum Teil auf Urlaub befinden. zu einer wichtigen Konferenz zu- ammenberusen. Bei diesen Beratungen will der Ministerpräsident seine Pläne zur Linderung der W l r t s ch a f t s n o t und insbesondere gegen den Wucher dem Kabinett Unterbreiten. Es ist Inszenierung gab in den Grenzen des technisch Möglichen einen befriedigenden Rahmen für die Darstellung. Was die letztere selbst anbetrifft. io läßt sich ebenfalls im ganzen ein künstlerischer Erfolg feststellen. Eine wahrhaft große Leistung bot ^rrl Lambert in als Orest. Wir haben dem Künstler bisher in Bonvivant-Rollen volle Anerkennung nicht versagen können, doch sein gestriges Auftreten übertraf alles bisher Gesehene und stellt feine große Befähigung für das AH des Heldendarstellers außer allen Zweifel. Orest hatte Fleisch und Blut. Das war ein Mensch, der von den fürchterlichsten Seelen- Sralen gemartert wird, und dessen grauenverzerrte W die Schreckensbilder seines geistigen Auges mit erschütternder Deutlichkeit Wiedergaben. Doch als der furchtbare Bann gebrochen ist, da wird aus Dem niedergeschmetterten Manne ein Held, ein Kbnigssohn, der in kraftvoller Männlichkeit keine Schwäche mehr kennt. Ein echter Pylades war Georg H e d i n g. Dieser lebensfrohe Jüngling mit dem weichen Herzen, das in hingebender Liebe für den Freund schlägt, und der listigen < ^ge zur Rettung findet, wuroe in seiner Darstellung in feinem Kontrast zu dem härteren und geradsinnigen Otest charak- Leider störte die etwas Unglücklich gewählte Haartracht die starke WirLng seines Spieles Die Verkörperung der Hauptperson blieb hinter den Erwartungen zurück. Wir vermögen nicht zu entscheiden, ob die Fähigkeiten Trude ^.andars auf anderem Gebiete liegen. Viel- leicht gab sie als Iphigenie das Höchste, was sie nach dieser Richtung hin zu erreichen vermag und „ultra possc Memo obligatur“. Allein die Enttäuschung läßt sich nicht verhehlen. Wandte sie bisweilen ein übertriebenes Mäh von Pathos und Pose an, so sprach sie verschiedentlich wieder viel zu Überstürzend, um verständlich zu bleiben Andererseits Überanstrengte bie Künstlern ihr Organ mehrfach derart, daß der Wohl- laut bet erhabenen Verse beeinträchtigt wurde Es fehlte ihr das volle Hineinversenken in diese unvergleichliche Frauenseele, der ein so wunderbarer Adel der Gesinnung innewohnt. Doll befriedigte sie dagegen im I. Akt in der Vermittler- rolle zwischen Thoas und Orest. Ob Übrigens wd. Gegen unehrliche Reisende. Das Elsenbahttbetriebsamt Frankfurt a. M. gibt durch Anschlag bekannt, daß das unbefugte De- nutzen von h ö h e r e n W a g e n a b I e i l e n in letzter Zeit derart Überhand genommen habe daß künftig gegen Personen, die höhere Abteile als auf ihren Karten angegeben benützen. Strafanzeige wegen Betruges erstattet wirb Per- sonen die in höheren Wagenabteilungen wiederholt , betroffen würden, seien auf der nächsten Station von der Weiterbeförderung au Sau- sch.ietzen, und wenn liePer ona ien nicht emwand- fC-6L ef,dti,el.le” flnb- sollen bie Betroffenen der ^Een Polizeibehörde zur Inhaftierung vorge- führt werden. 3 ff ?erEa“f an Ausländer.- Der Wwehrkampf gegen die massenhaften Waren- kaufe der valutastarken Ausländer zum Rachteil der deutschen Bevölkerung wird nun auch in un- i? 6tä)t nrehrfach energisch unterstützt. Seit einigen Tagen sind in verschiedenen Geschäften, namentlich am Seltersweg, Schilber zu bemerken bie m deutscher und fremder Sprache die Auf- : »^ln Verkauf an Ausländer." Hoffentlich findet das bisher noch etwas verein- ?^6ehen gegen die Waren hamsteret der Ausländer weitere Ausdehnung. " Die israelitische Religions- gemeinde G ie ßen begeht am nächsten Sonn- ^9 25jährige Dienstiubiläum ihres Rabbiners Dr. S a n d« r. Zu Ehren des Jubilars findet morgens 10V, Ahr eine Feier in der Synagoge statt, bei der Rabbiner Dr Diene- ^Offenbach die Festrede halten wirb nä?%?nt>emr tourbe am l3. Sept. 1867 ist Kurnik (Prov. Posen) geboren. Rachem ?r 7^? Johannes-Gymnasium zu Breslau ab- folviert hatte, bezog er die Llniversität und das Rabbinerseminar zu Breslau. Im Jahre 1894 erwarb er den philosophischen Doktorgrad und folgenden Jahre sein Rabbinatseramen ab. Rach kurzer Tätigkeit als stellvertretender ^bbiner in Karlsruhe wurde er im Sommer 189? als Provinzialrabbiner der Provinz Ober- Hessen mit dem Sitz in Gießen gewählt. △ Der neugeg rändele Kreis- v e r e i n h e s s i s ch e r K a n t n ch e n z u ch t e . im Kreise Gießen hielt bei Mitglied Felsing seine erste Kreisversammlung ab Es wurde schlossen, itn Winter ein? Krei auf el ung «b u> Preisverteilung zu verbinden. Die Iahresmitgliederbeiträge an lvm hessilchen Landesverband betragen drei Mark. Ä Zum Reichskriminalpolizei-Gesetz wird eine genaue Umschreibung der Begriffe ^Gefahr im Verzüge" und „dringendstes Interesse des ganzen Reiches" gewünscht. Dazu erkläre ich folgendes: Gefahr im Verzüge ist überall da vorhanden, wo ein Äuffchub der betreffenden Handlung deren Vornahme überhaupt vereiteln oder doch die Erreichung ihres Zieles irgendwie gefährden konnte. Dringendstes Interesse des ganzen Reiches ist gegeben, wenn es sich um strafbare Tatbestände von ganz besonderer Wichtigkeit handelt, wobei die Anstellung sofortiger Ermittlungen durch eigene Vollzugsbeamte für das ganze Reich von größter Bedeutung ist. Der bundesstaatliche Charakter des Reiches sowie die Staatspersönlichkeit und die Hoheitsrechte der Länder sind bereits in dem Protokoll vom 11. August 1922 anerkannt worden. In diesem Protokoll ist auch bereits die Zulage enthalten, daß das Reich die Hoheitsrechte derLänder nicht unter Abänderung der verfassungsmäßigen Zuständigkeiten des Reiches an sich ziehen will. Eine allgemeine Zusicherung dahin zu geben, daß die Reichsregierung auch von ihren in der Reichsverfassung bereits begründeten gesetzgeberischen Zuständigkeiten keinen Gebrauch machen wird, bin ich Nicht in der Lage. Doch glaubt die Reichsregierung in ihrer früheren Erklärung hinreichend zum Ausdruck gebracht zu haben, daß sie von den noch nicht aus- geschopten Zuständigkeiten nicht ohne Rot und so weit möglich, nicht ohne Zustimmung des Reiches Gebrauch machen wird, und nicht Willens ist die bisherigen Aufgaben der Länder in die Verwal- tung des Reiches durch neue Reichs-, Mittel- oder Unterbehörden zu übernehmen, Die außenpolitische Läge, Herr Minister- prasident nahm durch die Entsendung von Mit» gliedern der Reparationskommission nach Berlin eine besondere Gestalt an. Es wirb der Geschlossenheit der ganzen Ration bedürfen, wenn morgen in bie Besprechungen mit den Abgesandten der Re- parationskommisston eingetreten wird. Ich darf daher der Hoffnung Ausdruck geben, daß die zwischen dem Reich und Bayern schwebende Angelegenheit nunmehr auch , formell im Minifterrat durch Aufhebung der bayrischen Verordnung eine ab» chliehende Regelung findet, nachdem Ihre Herren Vertreter mir zugesagt haben, den obigen Erklärungen zuzustimmen und für ihre Annahme ein- treten zu wollen. Mit der Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung bin ich Ihr ergebener (gez.) Wirth. im ReichShnus- nwgsversall-S muff™ wirkungslos Bkiben wenn L ^^»energischen Anstrengungen des Uebel«, soweit dies innen- iten* ?n>?. lC&CL ^totuc ift, zu beseitigen, nämlich ben allzu geringen Betrag bet deutschen Vro- Kein°Vo^M^s^ Gebieten des WirtschAtsledns. Kem Borurteil kein Profitmleoesse, fein politischer w-rtschastlicher Glaubenssatz darf uns mte aCrVu4&!e Notwendigkeit, durch er- istungen das Volk und die Heimat vor dem Versinken in Elend äln° kultur unb Versklavung zu retten. Sinne des Gesetzes zuwiderlaufen. Die gewünschte Berücksichtigung der bayrischen Gesichtspunkte bei der Frage der Aburteilung durch den Staatsgerichtshof oder der äleberweifung an bie Länder fann schon durch Maßnahmen der bayrischen Regierung gewährleistet werden. Es beständen keine Bedenken, wenn bie bayrischen Staatsanwaltschaften von ber bayrischen Regierung angewiesen Würden, bei Bearbeitung der Sachen sich gegen- über dem Oberreichsanwalt darüber zu äußern, ob sich eine äleberweisung an die Landesbehörden enipfiehlt, ohne daß jedoch durch dieses Verfahren eine Verzögerung entstehen darf. Diese Aeuherungen toerben von dem Oberreichsanwalt bei Prüfung sachgemäß berücksichtigt. Dadurch wird das Recht der Landesregierung nicht berührt, von sich aus Bedenken gegen die Befassung des Staatsgerichts- hvfes mit der Sache bei Der Reichsregierung geltend gu machen. Was ben Wunsch ber Vermeibung eine Einwirkung auf bie Entscheidungen des Staatsgerichtshofes in Verwaltungssachen betrifft, stelle ich klar, daß auf solche Entscheidungen weder die Reichsregierung noch die beteiligte Landesregierung — fei es unmittelbar, sei es mittelbar durch ben Oberreichsanwalt — Einfluß nehmen können. Der Vortrag der Beteiligten vor dem Staatsgerichtshof ist ein ber selbstängigen Beurteilung 6es Gerichtshofes unterliegendes Parteivorbringx.'n wie jedes andere und wirb hierdurch nicht berührt. berg. Friedrich Wilhelm B ü ck n e r zu Bad-Rau- heim, Otto D i e f f e n b a ch zu Gießen, Heinrich £ r i eß zu Dieburg, Heinrich ©reiner zu Opp-Nhem, Georg Kottmayer zu Offenbach Hemria) L t n o zu Darmstadt, Heinrich Martin zu Hombevg, Heinrich Merz zu A zey, Jakob Muller zu Wollstein, Georg S ch l ö r b au Bu- bwgett, Gustav Schmidt zu Darmstadt, Theodor -U hl zu Duomgen und Gustav W e is m a n l el zu Mainz vom 1. April 1922 ab w Oberver- mesfungsseki-etären ernannt. — Ernannt wuiden August 1922 zu Polizeiwachtnieist^ Polizeiwachtmeister auf Probe bei dem Polizei- amt Damistadt Heinrich Würz aus Eckarts- hausen (Kreis Büdingen), Wilhelm Ebert aus Hilsbach (Kreis Heidelberg), Georg D ö l a e r aug Arheilgen (Kreis Darmstadt), Heinrich Schu- m a n n aus Beuthen i. O., Fnedrich Kern aus Rieder-Zlorstadt (Kreis Friedberg)^ ber Polizei- auf Probe bei dem'Polizeiaml Bens- yeim Martin D o r g e r aus Gronau (Kreis Dens- ^€tm Mirkung vorn 1. September 1922. h»» Sriebendpolfter in Den Elfenbahnwage n^5)Je Polster der neuen Personenwagen 1. und 2.'Klasse sollen von der Winterlieferung 1922/23 an wieder S l 9 lut ° bezogen werden. Oie 2. Klasse erhalt wieder den schwarz und 9^iIe4tCTkrb‘V‘ ^n dunkelroten d^>T-die Dorschrrsten für die Beschaffenheit und Guteprufung werden aber dahin abgean- öert, daß die Grundkettfäden cms langfaserigem Seinen oder auß kräftigem Daumwoll- dtoirn herzustellen sind. Der Flor soll bei ro- rS £ierr bei gestreiftem Plüsch aus gutem Schafwollgarn bestehen. Die Polsterung wird dadurch vereinfacht, daß statt des bisher üblichen teuren Moltonstoffes ein weicher, dichtgewebter Resselftvff zur Verhütung des Durchdringens der Roßhaare verwendet wird. Es wurde ferner ber Wunsch ausgesprochen, bah ber Senat in einer sübbeutschen Stabt tagen solle. Rach ben geltenben Bestimmungen Fann ber Senat beschließen, baß er AmtshanblUngen außerhalb seines Sitzes vornimmt. Die Möalichkeit, bah Sitzungen in einer sübbeutschen Stabt statt- finben, ist also gegeben. Es ist kein Zweifel, bah der Senat von dieser Möglichkeit schon aus Gründen ber Zugänglichkeit des Zeugenmaterials und der Kostenersparnis geeigneten Gebrauch machen wird. Die Herren Vertreter gaben weiter dem Wunsche Ausdruck, dah bas B e g n a d i g u n g s- recht in Fallen, in benen bie Zustänbigkeit des für Süddeutschland bestimmten Senats gegeben wirb, vom Reichspräsidenten im Benehmen mit ber Landesregierung ober auf deren 'Anregung ausgeübt werden foll. Der Reichspräsident hat, wie ich ausdrücklich feststelle, eine solche Fühlungnahme bereits bei der früheren Besprechung in Aussicht gestellt. Was ben Wunsch betrifft, dah die bayrischen Angelegenheiten bei ber Reichsanwaltschaft von bem bayrischen Staatsanwalt mit möglichst weitgehender Selbständigkeit behan- |belt werden sollen, besteht kein Bedenken, einen Bayrischen Beamten nach ber üblichen Fühlung Mit der bayrischen Regierung zur Reichsanwalt- schast einzuberufen und diesen als Referenten des Vberreichsanwalts für bayrische Sachen zu bestellen. Dah die Aeberweisung von Strafsachen an die ordentlichen Gerichte unb Cänber bie Regel bilden werde, wurde bereits bet den früheren Verhandlungen festgestellt. Darüber hinaus wurde gewünscht, dah mindestens alle Vergehen grundsätzlich an die ordentlichen Gerichte der Länder überwiesen werden sollen: und dah Ausnahmen von diesem Grundsatz nur von Fall zu Fall unb nur im gegenseitigen Benehmen ber Justizverwaltungen zulässig fein sollen. Ganze Gebiete und insbesondere grundsätzlich alle Vergehen von der Erledigung durch den Staatsgerichtshof auszuschliehen, würde dem Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. Sept. 1922. Kohlennot und Gasversorgung. Die überaus knappe und außerordentlich teure Kohlenversorgung Deutschland s ist eines der trübsten Kapitel der deutschen Rachkriegswirtschaft. Die Steinkvhlen- örderung ist seit Anfang dieses Jahres wieder ständig zurückgegangen, verursacht durch Abwanderung von Bergarbeitern aus dem Ruhrbezirk, Einstellung der äleberschichten im Ruhrbergbau und die Verkleinerung des Förderungsbezirks in Oberschlesien« Betrug die Fvrderungsziffer des gesamten deutschen Steinkohlenbergbaues abgesehen von dem des Saarbeckens und Bayerns — im März noch etwa 5Ö0 Ö00 Tonnen arbeitstäglich, so fiel 'in den folgenden Monaten die 'tägliche Förderziffer ständig, und im Juni konnte nur mit einer arbeitstäglichen Förderung von rund 406 000 Tonnen gerechnet werden, wobei allerdings erwähnt werden muß, daß seit dem Tage der Durchführung der ntzUen ober» schlesischen Grenze auch nur die Förderung aus Deutsch-Oberschlesien berücksichtigt ist. Am Betriebsstillegungen zu vermeiden, mußten die Industrie und viele kommunalwirtschaftliche Betriebe zu Kohlenkäufen im Auslande, namentlich in England, schreiten, W zum Rachteil der deutschen Volkswirtschaft. gierte 8088, Eichener Stadltheater. Iphigenie auf Tauris. . Gießen, 1. Sept. 1922. Goethes Geburtstag muß uns heute mehr a!S je ein Tag stolzer Erinnerung fein; denn S8 großen Vergangenheit allein können wir die Kratt schöpfen, bie in jeder Beziehung nleberbrücfenbe Gegenwart mit Fassung und CSürbe im Sinne jener großen geistigen Führer M ertragen, bie wir heute schmerzlich vermissen. Gerade bie Wahl der »Iphigenie" zur Feier des diesiahrigen 28. August scheint uns mit tiefem Verständnis für das, was not tut, ge= troffen zu sein. Goethe war bet seiner über- ragenden geistigen Gröhe doch stets Mensch im Würsten Sinne des Wortes. Auch ihm blieben Kampfe und Irrtümer nicht erspart. Das Ringen feiner Seele mit der menschlichen Aatur spiegelt sich in seinen Werken wieder, älnd indem diese Zeugnis geben von seinem eigenen Erleben, wer- öen fte zum verewigten Symbol für Menschen- fdjicffat und Menschenwert. Mit der „Iphigenie auf Tauris erreichte Goethe eine hohe 0>ufe feiner wneren Entwicklung. Aus dem Jüngling, ftürmenbe Leidenschaften durchtoben, gefestigte Mann, der den schönsten Sieg der Selbstüberwindung errungen bat. Die tiefe, reine Verehrung, die er nun für Wt’ U"det ihren Riederschlag m der Gestaltung der Iphigenie, der VerWrp^ rung edelster Weiblichkeit. Das Schauspiel als ^Eündigung des hohen Humani- große Männer jener 3eit erstrebten. Sie forderten mit Rousseau Rück- m tS? t2Latur und zur reinen Menschlichkeit, die sich frei macht von der gärenden llni-iite unb den Auswüchsen einer krankhaft^rfeinerten Kultur. Der Ruf nach Selbstbesinnung und Erkenntnis der wahren Menschheitsziele muß auch m unserer heutigen Zeit wieder der fteiaetiben Flut niederster Genußsucht, die alle Ideale au verschlingen droht, Einhalt gebieten. 6 Den Gesamteindruck der gestrigen Aufführung kann man dahin kennzeichnen, daß unter Leitung von Adolf Telekh eine tuürbige Wiedergabe des Schauspiels erreicht wurde. Die das Gewand ber Priesterin stilgerecht gewählt war, möge der Entscheidung kundiger Archäologen bfeiben. Paul Schubert führte sich Ä^envater fttr die kommende Winterspielzeit Sä ?oiu König Thoas war von imponieren- bet Würde die gelegentlich vielleicht etwas we- 3u toerwn brauchte, um es begreif* »ch trot) gk-u-n ■§aatÖ ^och sehnsüchtige Wünsche in seinem Herren regen. Der alte Skhthe ArkaS wurde in Adolf Tehekys Darstellung ein Mann voll Lebenserfahrung, der seine- weisen Ratschläge mit wohl» Meinender Dringlichkeit erteilt. Es ist erfreulich feststellen zu können, daß das außerordentlich gut besetzte Haus mit sicht- lieber Ergriffenheit lauschte. Diese Teilnahme hielt unvermindert bis zum Schlüsse an. Der Beifall war stark und ehrlich unb darf für die demnächst beginnende Spielzeit als ermutigendes Zeichen angesehen werden, daß den Klassikern im Spiel- Plan eine gebührende Rolle zugewiesen werden kann. So hat z. B. auch das st ä d t i s ch e G a s- werk, um nicht zu erliegen, im Laufe dieses Jahres englische Kohlen im Gesamtwerte von mehr als 2 Millionen Mark beziehen müssen. Weitere Kvhlenmengen hat es in Polnisch- Oberschlesien bestellt, da eS aus dem Ruhr- bezirk größtenteils nur noch minderwertige Kohlen (erhält, die ein Ausbringen an Gas und Koks erschweren und ein einigermaßen zufriedenstellendes Ergebnis nicht bringen können. Rach dem gegenwärtigen Stand unserer Valuta ist der weitere Kohlenbezug ans dem Auslande unmöglich, solange nicht die Geldmittel zur Verfügung stehen, die zur Bezahlung der ausländischen Preisansprüche erfor- oerlich sind. Bisher hat das Gaswerk dank der vor zwei Jahren erstellten Rebenanlagen zur Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak und Motorbenzol den G a s p r e i s noch mrmer verhältnismäßig niedrig halten können. Es stand damit erheblich hinter anderen Städten zurück, die bislang schon und auch heute wesentlich höhere Gaspreise berechnen. Die neue Situation in ber Kohlenversorauna hat aber die bisherige Berechnung über den Haufen geworfen und eine Heraufsetzung des Preises erforderlich gemacht, durch die Geldmittel zur weiteren Sicherung der Kohlenlieferung und damit zur Aufrechterhaltung der Gasversorgung unserer Stadt gewonnen werden sollen. Wettervoraussage für Samstag: Wolkig Ms heiter, nur noch vereinzelt Regen, mäßig warm. „ Ae^uckstörungen über Mitteleuropa lasten atlmahllch nach, doch ist noch nicht mit beftän- blgem Wetter zu rechnen. die zeigen, mie reich £ite iJ&tten Hochschulen ausstatteten, fülkn Äaß?ne^c graphischen Ab- ? Museums. Dann folgen in großer r Handschriften deutscher Ge- Irscher die Weltruhm erwarben. Thomaslus an über Kant, ?"d_ Nietzsche (von ihm bringt die öS9 Ctn drsher unbekanntes Bild aus i,nh Schulpforta), über Gauß Srfmm h n^9k Moritz Heyne und Jakob dem Konzept feines noch immer ffÄkvollendeten Wörterbuches vertreten ist, von Gottsched und Gellert über Schleiermacher. Hegel, St bis zu Wundt und Emil Vischer: reihen sich Bildnisse und Handschriften anein- anöer. Interessanter noch ist der Teil, ber dem Studenten gewidmet ist, und der in Bildern, Almanachen unb Stammbüchern das studentische Leben alter Zetten wieder wach werden läßt. Seltsame, kulturhistorisch äußerst wichtige Dokumente tote das sauber gemalte Göttinger Matrikel-, ouch, in das die adligen Göttinger Studenten ihre Wappen malen ließen, ällk- unb Scherz- bilber kuriose Stück tote ein Exemplar de« Holbelnschen Totentanzes, das ein Student mit paMcr durchschießen lieh unb als Almanach benutzte, sind zusammengetragen und lassen in die Mentalität der Stu'-entenschaft jener Zetten tiefer blicken als eine Geschichte des StudententUms es vermöchte. Altehrwürdige Ramen, fast vergesten oder doch als Hochschule verschollen, klingen an: 2llkdorf, Erfurt, Wittenberg.... Der Staat und die Stadt als Gründer und Förderer der Hochschule eröffnet die Ausstellung — der Student als Frondeur gegen den Staat beschließt sie: mit ewigen seltenen Stücken wie dem Amizisten-Orden und anderen Abzeichen geheimer Studentenverbindungen. Die Aussteslung ist nicht vollständig, nicht weil das Material fehlte, sondern weil es einfach unmöglich ist, der stolzen Geschichte der deutschen Hochschulen anschauungsmäßig gerecht werden. Was indessen zu leisten war, bid Hf geschehen. Magdeburg darf diese Aussiellum durchaus als Plus buchen. Feldhaus - Magdeburg. Sine Hochschulausstellung in Magdeburg. Aus Magdeburg wird uns geschriebrn: Dutzende von Kongressen neben der Miama und dazu nun auch noch zahlreiche Sonder- 9"sltelttingenl Magdeburg will durchaus wttt- Mitte werden I So gibt es hier jetzt eine Schulausstellung, und soeben Wurde eine Ausstellung zur Geschichte des deutschen Hochschulwesens eröffnet. DeUt r.Au»^etlIft9er äusstellungstechnisch xu Betodltigen, bietet säst unüberwindbare Schwierigkeiten. Rur mittelbar kann es gelingen: durch die -3eugmffc, an die sich der Glanz großer Ramen knuptt. Die Leitung des Magdeburger Kait^- ^^orich-Museums. Per di« Berliner Staatsbibliothek, die Universitäten Halle Leipzig Jena Göttingen, die Luiherhalle in Wittenberg u?a. m. ^^Zedeihen laffen, bewies sehr viel Geschick in der Ausmabl .9u- iltte^stolL-s^r^ bieser Zeug- beschichte. Wertvolle alle Urkunden, Privilegien an Universitäten u. Z., oKsesesten 8083V Lollar, den 31. August 1922. DieBeefdlg-unsflndetSamätag^.Bept.nachm. 51/« Uhr, in Lollar statt. e. <9. m. b* H. DER VORSTAND. 8068c -«d-bv» toetr der "Betrieb weniger als 20 StrDcttneTytner und somit feinen Betriebsrat hat und die Kündigung nicht ausgesprochen worden war, am die Arbeitnelhmerzachl zu vermindern. A Die Raubzüge der Totenkopfflieger Original amerik. Senaationsfllm in 6 Akten. Des anglanb'tehs’3 an msasthlleh. Leletnngea, was Sie je gesehen. Femen Der Meilenfresser Original amerik. Sportgroteske. Kirche und Schule. ei>. Eschenrod, 31. Aug. Am Sonntag abend veranstalteten Pfarrer Stumpf (Orgel) und sein hier zu Besuch weilender Bruder, Konzertmeister Stumpf- Essen (Violine) eine kirchenmusikalische Abendfeier zum Besten der Inneren Mission. Stücke von Bach, Tartini u. a. alteren Meistern wurden meisterhaft vorgetragen und hinterliehen einen tiefen Eindruck. Auf Besuch hier weilend entschlief heute nacht sanft unsere liebe Schwiegermütter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und 1 ante Frau Elisabeth Ludwig Witwe des ehern. Kurfürst!. Stallmeisters R. Lndwig. Im Namen der Hinterbliebenen: Fran Erna Röhn. geb. Höhmann Lehrer Karl Höhn. Theodor Schmidt Augendiagnose und Homöopathie Gießen, Lonystraße 2 Straßenbahnhaltestelle Bürgermeisterei Sprechstunden außer Sonntags von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachm. otno Eröffnung unserer 29.Vertelliuwsstelle Samstag, den ».September 1922 Kaiseraltee 50 (früher Metzgerei Weber) •btn u" Mi -xS otg aus W Turnen, Sport und Spiel. — Paulus, (Siebener 6. ®. v. 1900, Teilnehmer am Leichtathletik-Länderkampf Deutschlan d—S chweiz. Wieder einmal ist ein Vertreter Giehens an einem wichtigen sportlichen Ereignis beteiligt. Paulus, vorn Gießener Club 1900, ist aus Grund seiner diesjährigen Erfolge in der deutschen Ländervertretung (die 20 besten Deutschen) gegen die Schweif aufgestellt worden. P. bestreitet in dem Kampf, der am kommenden Sonntag nachmittag in Frankfurt a. M. beginnt, seine Spezialkonkurrenzen 110-Meter-Hürdenlauf und Diskuswerfen. -£- Giehener S. C. 1 9 0 0 — Reichs- wehr-Regt. 15. Der Club tritt mit seiner verstärkten Ligareserve morgen Samstag zu einem Gesellschaftsspiel gegen eine aus den Standorten Kassel, Eisenach, Marburg, Giehen zusammengestefttL Elf des R. 3. R. 15 an. Näheres ist aus dem Inserat unserer gestrigen Ausgab-- zu ersehen. Gastwirigverein Gießen o. Umpyend e. V. Rachdem die Verhandlungen mit den Brauereien keinerlei Ergebnis und Entgegenkommen gezeitigt haben, tritt für unsere Kollegen, welche auf Dlerbezug angewiesen sind, der auf der letzten Versammlung festgesetzte NttMÄWÄS löt ■/„tuet Biet mit ML 5- In Kraft. U,v) Der Vorstand. holzhandlungeu Kleine Möbelfabrik sucht 1W»88.NÄck-k.Mkllholz (Schnittware) zu kaufen. Als Sicherh. ■ werden Fabrikgebäude mit Maschinen- anlage gestellt. Schriftliche Angebote unt. 08366 an den Dich. Anz. erbeten. Vermischtes. * Luxusverbote in — Albanien. Wie die meisten europäischen Staaten, so muh auch die albanische Regierung sparen, und sie ist damit konsequenter als andere Obrigkeiten, indem sie durch strenge Verbote dem Luxus ihrer Untertanen zu steuern sucht. Die Albanesen treiben die gröhte Verschwendung in Essen und Trinken und sind von einer sprichwörtlichen Gastfreundlichkeit. Die Regierung hat daher Verbote erlassen, wie sie auch bei uns im Mittelalter üblich waren. Rach dem Bericht eines französischen Blattes kann man an den Mauern von Skutari und anderen albanischen Städten einen Erlaß des Polizeiministers Ahmed beg Zagoli lesen, der die folgenden Vorschriften enthält: „Niemand darf bei strengster Strafe mehr als 12 Personen zur Hochzeit einlaben. Die Hochzeitsfeier, lichkeit darf nicht länger als höchstens 24 Stunden dauern. Mer dieser Verordnung zuwiderhandelt, wird mit einer Mindeststrafe von mindestens 20 Napoleons d'or bestraft." * Die Verzweiflung des Tätowierten. Sin Tätowierter, der sich durch diese jetzt so beliebte Mode für sein Leben unglücklich gemacht zu haben glaubte, wurde durch einen gewiss eit M. Hvnors, der sich der „König des Gnttätowierens" nennt, gerettet. Wie Pariser Blätter melden, ist dieser Mann, der die em- tätowierten Zeichen auf der Haut vollständig zu entfernen versieht, gegenwärtig eine sehr begehrte Persönlichkeit. Der Fall, in dem er fetzt cils Erlöser austrat, war wirklich ein sehr schwieriger. Der junge Mann, der sich an ihn wendete, hatte sich als Soldat verschiedene schone Sähe selbst auftätowiert. Auf der Stirn trug er die markige Inschrift: „Tod der Bourgeoisie", wahrend auf der linken Hand die Worte: „Es lebe die Revolution" und auf der rechten ..Rieder mit den Unterdrückern" prangten. Rachdem er aus dem Heeresdienste entlassen war, suchte er Arbeit, doch sobald der Blick eines Arbeitgebers auf die in großen Buchstaben von der Stirn leuchtenden Worte fiel, wurde er abgewiesen. Seine Braut gab ihm den Abschied, und er war nahe daran, Selbstmord zu begehen, als er zu Honors gewiesen wurde, der ihn von seinen allzu sichtbaren Bekenntnissen befreite. Run ist er I glücklich verheiratet und hat eine gute Stellung. M Sie mM beim Berkans Ihrer Platin-, Gold- n. Silber Gegenstände, Brillanten, Zahngebiffe, Holzbrandstifte, Uhren. Sie erhalten bei mir stets die zur Zeit erreichbaren allerhöchsten Preise! Streng reelle fachmännische Bedienung Georg Koch Ubrmackerei und Ankaussitellc für Edelmetalle. Mül)lftraffe 2. 08414 steiges während des Winters überbringt. Die ahnungslosen Mädchen fallen fast ausnahmslos auf den Schwindel herein und bezahlen anstandslos den Mainkies, den der Kerl irgendwo gestohlen hat. Bis jetzt konnte der Bursche noch nicht ergriffen werden. Ein Dierkrieg. fpd. ©Ulenburg, 31. Aug. Der Wirteverein von Dillenburg und Umgebung beschloß einstimmig, den 1 VOProzentigen Aufschlag auf die bisherigen Dierpreise abzulehnen und solange kein Bier zu beziehen, bis die endgültige Regelung der Bierpreisfrage durch 5en Verband und die Behörde erfolgt ist. entstehenden Dedürtnisse des Kreises mit 616 713 Mark festgesetzt. An Umlagen werden von den Gemeinden für Rj. 1922 3150 000 RN. erhoben, eine hart drückende Last für die zum Teil sehr bedürftigen Gemeinden. Cs erscheint dringend an der Zeit, daß das Reich bzw. der hessische Staat eine anderweitige Regelung der finanziellen Beziehungen zwischen den öffentlichen Verbänden vornimmt und für Entlastung der Gemeinden sorgt. Starkenburg und Nheinhcffen. ) Großfeuer. fpd. Offenbach, 31. Aug. Heute abend brannten die auf einem gemeinsamen Anwesen der Strahlenbergstraße liegenden R a - sierapparatefabrik von Lohrber, die Schuhfab rik Klein, und die Metallwarenfabrik von Matthaei vo 11 stän - dig nieder. Der Brandschaden beläuft sich auf etwa 15 Millionen Mark. Hcsfcir-Nossau. Die Frankfurter sozialen Notstands- Maßnahmen. fpd. Frankfurt a. M., 31. Aug. Der Magistrat gab heute vormittag ben Pressevertretern Einzelheiten über die von ihm in Aussicht genommenen sozialen Rotstands Maßnahmen bekannt, die in erster Linie der Milderung der Brennstoff- und Lebensmittelnot steuern sollen. Mit einer größeren Firma wurdr ein Vertrag über die Lieferung von 300 000 Zentnern Braunkohlen abgeschlossen! hiervon erhalten 100 000 Zentner die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebcen. Die Armenunlerstühung wird um rund 50 Prozent erhöht. Es werden Milchzuschüsse bis zu 12 Mark für das Liter gewährt. Die Gesellschaft für Wohlfahrtseinr Achtungen soll täglich bis zu 30 000 Liter Mittagessen - abgeben. Die Ludendorfs-Spende hat U/s Millionen Mark für Kriegsbeschädigte. zur Verfügung gestellt, die städtischen Hilfskassen haben einen Kredit von 4—5 Millionen Mark zur Verfügung, der zur Anschaffung von Kleidungsstücken für Festangestellte Verwendung finden soll. Das Wohlfahrtsamt stellt 5000 Paar Schuhe für seine Schützlinge bereit. Für die Veteranen ist eine Chrenbei'hilfe von 300 Mark ins Auge gefaßt, ferner sollen ihnen 5 Zentner Braunkohlen geliefert werden. Die Gesamtkosten für diese Hilfsmaßnahmen belaufen sich auf rund 37 Vg Mill. Mk. Erhöhung der Frankfurter Otraßenbahntsrife. fpd. Frankfurt a. M., 31. Aug. Die Bahnverwaltung nimmt zum dritten Male innerhalb vier Wochen eine Erhöhung der Straßenbahntarife vor. Vom 1. September ab kostet die billigste Cinzelfahrt 7 Mark. Entsprechende Erhöhungen treten auch für die Monatsund Wochenkarten ein. Am den neuen Milchpreis. fpd. Frankfurt a. M., 31. Aug. Wiederholte Verhandlungen der Städtevertreter der landwirtschaftlichen Organisationen über die Festsetzung eines neuen Milchpre i- ses können als zunächst gescheitert angesehen werden. Am letzten Montag fand in Darmstadt eine Sitzung der beiden Parteien statt, in der die Landwirte-Vertreter einen Stallpreis von 20 Mk. forderten, der von den Städten abgelehnt wurde. Dm Dienstag tagten beide Kommissionen in Frankfurt. 3n der Sitzung der Städtevertreter wurde erklärt, daß die Bevölkerung nicht in der Lage sei, den geforderten Preis zu zahlen. Man bot den Landwirten einen Stallpreis von 17 Mk. mif der Maßgabe, daß die Städte weitere Förderungen unter allen Umständen ab lehnen müßten. Die Vertreter der Landwirte hielten das Angebot für unzureichend. Darauf wurden die Verhandlungen abgebrochen. Die Vertreter der Städte wollen an ihrem Beschluß, ab 1. September einen Stall- preis von 17 Mk. zu zahlen, festhalten. Ein Zentner Sand 100 Mark. fpd. Frankfurt a.M., 31. Aug. Diesen Preis fordert gegenwärtig ein Schwindler den Dienstmädchen ab, denen et im Auftrage der zur Zeit abwesenden Herrschaft den „bestellten" Sack für das Bestreuen des Bürger- S Drama in 5 Akten. Dieser, der Gegenwart entnom- M AA mene Film Zeigt In erschüttern- ®O 43^ der Weise, wie das unsinnige W Spekulatlonsfleber und diertick- M elchtslose Jagd n. Reichtümern Ä w die Moral untergräbt Und mit 2* M Selbstmord endet. Ein Film voll W spannender Handlung, wie er in ä W Gießen noch nichtgezeigt wurde. W Außerdem: M $ Der Herr Laodrat,L3nlÄne In d. Hauptrollei LeoPeukert. 3Z Große, mit ersten Kräften ’E n beselsie Künetierkapelle. W eeeeeieieieeeee nber ’olftp, . Ms.« £ W« tat« ' ön wieder GL*1» ^UhntDoU« !l°Ubeit0< flutem 6 biHn üh, Milcht. dez toenhet wird, weisende Mabe, faß .Stelle als M. Straß 1 toltb. Per» mgen wieder- nächsten r»Ny auszu. itjl emtoank etrossenen der ierung borge. uslünder." »alten Dare/r. zum Aachlckl ' auch In un>, terstühl. Seit n Geschäften, zu bmecken, ch« die Auf- Ausländer.'' illoas vereln. Ximfteret der lillitrlt 3iiioer gesucht. Offerten an 8094 Lichtspielhaus Vahnhofstratze. ®ei der dauernden Geldentwertung wird dieser «Betrog bald wieder erhöht werden müssen. 3m Kerbst soll in Gießen eine große Kaninchen- toau ftattflnben. Die Vorstandswahl hatte folgen* Ergebnis: 1. Vorsitzender L Kreiling- Meßen, Schriftführer Melius- Gießen, Rechner Mich. Merz- Lang-Göns. Jeder Verein hat ferner das Recht, einen Beisitzer in den Vorstand ,u wählen. Der Kreisverein zählt jetzt 13 Vereine mit 404 Mitgliedern. L^rnotizen. / — Tageskalender für Freitag. Ästoria-Lichtspiele: „Razzia im Reuhorker Scheu- ittnviertel", „Eddie Polos Abenteuer im wilden Westen", und abends um V28 Uhr h«ite noch einmal: „Die Bardame". - Lichtspielhaus Dahn- hosstraße: »Die Raubzüge des Totenkop sllegers und „Der Meilenfresser". — Palast-Lichtspiele, ab heute: „Die Flucht vor dem Leben und „Der Herr Landrat". — 3m Saf6 Ernst Ludwig spielt ab heute Geigenvirtuose Maletzky mit seinem Orchester. (Siehe Anzeige.) — E1 n Sommerfest veranstaltet der D. f. D. morgen abend im Philosophenwald. (Siehe Anzeige.) — Ein Delegiertentag des Verbandes der Hess.-nass. Haus- und Grundbesitzervereine findet am kommenden Sonntag, 3. September, in Giehen statt. Anläßlich dieser Tagung hält der Hausbesitzerverein im großen Saal des Gesellschaftsdereins eine Mitgliederversammlung ab. Der Syndikus des genannten Verbandes, Herr Lothar Raabe, Frankfurt a. M., wird hierbei über Wohnungspolitik und das Reichsmietengesetz sprechen. (Siehe Anzeige.) KrciS Büdingen. rm. Büdingen, 31. Aug. Wie verlaufet, besteht die Absicht, die hiesige h ö h e r e M ä d- chenschule auf nächste Ostern nach 40jabrigem Bestehen eingehen zu lassen, da es trotz der staatlichen Unterstützung finanziell nicht mehr möglich ist, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Kreis Schotten. b Schotten, 31. Aug. Gestern fand hier irrt Rathaus der diesjährige Kreistag des Kreises Schotten Unter Leitung bes Kreisdirektors Boeckmann statt. Hie Rechnung des Rj. 1920 wurde nebst den Kreditüberschreitungen genehmigt, dem Rechner Entlastung erteilt. §ür hie Kreiöfürsorgestelle, die immer mehr mit zahlreichen sozialen Aufgaben belastet wird IKriegsbeschädigfen-, Hinterdlfe e ien-, Rentner-, Jugendfürsorge), wurde die Stelle eines besonderen Kreiswohl ahrtsinspektors (Desoliu gs- gruppe 8) geschahen. Der größte Teil der Kosten dieses Amtes wird vom Reich getragen. Für die Landwirtschaftliche Schule wurden 10 000 Mk. ainterftühung bewilligt, deögl. auch für die gewerblichen Schulen. Für die Koststen der Schulzahnpflege, die zrischen Gemeinden und Kreis verteilt werden, wurden Mittel bereitestem. Großes Interesse'und fimachung in Hessen Unterm 12 7 1922 mit det ©treitigt'elt betraut worden. Sie Verhandlung war jedpch zunächst vertagt worden auf Antrag des Arbeitgeberverbandes der -Industrie in Oberhe.sseN Westen dessen Verbandlungen mit dem RllHsarbeitsmini fetium m der Frage der Zuständigkeit der Tatlfschieds- fietfe der chemischen Industrie für die Betriebe, die zwar der chemischen Verufsgenossenschaft, aber nicht dem Arbeitgeberverband der chcm.schen Indus! rte angeboren. Hieraus erklärt sia) d.e Rück- wi'.tung des Schiedsspruches auf ben 1. Aag. 1922. Sem eleltrotechnischen Geschäft Gebr. Li st- maten in Alsfeld wurde aufgeaeben ent» ft.7 2ck-rnd seinem Angebot, ab 15. August den ElektrvmontLuren neben voller Verköstigung und freier Wvhnung in der Spitze 30 Mk. Slundenlohn M zähleri Die Schlosserei Attgust Koch in Alsfeld soll vom 15 August an in der Spitze 32 Mk. Sttm- dQ-lvhn zahlen, d. h. dasselbe, was die anderen Schlossereien in Alsfeld seit dem 15. August zählen. In diesen drei Sachen erhielten die Stcert- tc-ile eine Woche Erllärungsfrist. Die Lohnregelung für September wurde zunächst ihrer Verständigung überlassen. Der Deutsche Derkckhrsbund, der Arbeitgeberverband für Handel und Gewerbe und die Vereinigten Fuhrwertsbesiher von Gießen verrtn- barfeh tth'ne öffentliche Verhandlung u. a. folgende Löhne. Kraftfahrer ab 1. September 1922 wöchentlich 2000 Mk, und ab 13. September 2270 Mk., Fuhrleute über 21 Zähre 1940 Mk. und 2190 Mk Lagerarbeiter über 23 Jahre 1900 Mk. und 2140 Mk., Arbeiterinnen über 23 Zähre 1260 Mk. und 1420 Mk. IN seiner Lohnftreitsache mit den 0 n -- merken Sich zog der SabdEarbeiterDeibanb feinen Antrag zurück, nachdem eine Betriebsvereinbarung zustande gekommen mar. Sem Einspruch eines Angestellten des usv» stallationsgeschäsfes Imhof u. Co. in Bad- Rauheim gegen Kündigung konnte meder aus Grund des Vetriebsrätegesetzes, noch> nach der DewobilmachUrgLverord.mng stattgcgeben werden, ellglon«. ichften Sonn« iftes Aaö- 'S Qubllari ier In bet t Äienr. heften wirk n 13. 8epi en. Nachdem Dreslau ab« Uät und das Jahre 1894 torgrad unb linaiseromen lverlretender im Sommer vvlnz Ober« Shit. Kreislich t e r Im leb Felsl-'g wurde dr- l ung ab u- ng zu ver« ;e an i n in grmer euischer m erwart*»- 1 über M ffl bringt ole >s 3116 auS 1 ?rS UNS volvv ! noch fmmtt ■den ist. t’7 «*rÄ mii «i1»® fften an«"' .,( der dem in’ Mldern« «E'S AS L Student« unb SchA femplar b» Student mv z Almanach «6 bei hohem Lohn gesucht. Zu erfr. wn Lndwigttr. 14 v. ■ bhuhi Zuverlässiges Mädchen gesucht. 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Er w. erÜ das Rad Nodbetm. Str. 34 p. abzultef. Gefunden auf meinem Hose 1 Hose nebst Bluse für kl. Jungen. Abzuholen gegen Jn- seratgebühr. 08416 K. Schalt, Sandg. LL StviaOlkiseli verloren. -wischen Karlsruhe u.Daubringen. Gea. Belohnung abzugeo. Marktstr. 10. [««» _____a BiiMUassia" Sonntag, 3. Sevt. Familien- Ausflug nach der ,°«» Der Vorstand. Biirger- gesellschafl Heute abend MNMNlllNsk im „Aauarinm". Sonntag, 3. Sevt. ArWMslW nach d. Neebmüble, Abmarsch */i3 Uhr Lahnbrücke. (««w PaP? noch c solch W-Ä xSZ Wger sirr e Kbteser- ernten;^ er den Herrn anerkannt habe ein 1° abgelegt, dav überspannten Götzendienst, c und dagegen fremden ®ot Auge in anderen - Völker. War butd) bbitit litten, vas Mttynum Katholiken rtbil- Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. Sept. 1922. heitsschädlichkeit ergab. Man setzt ie$t feine Hoffnungen auf den kommenden Winter. Wenn dieser, so sagt man, normal verlaufe und dem Boden die erforderliche Menge Feuchtigkeit zur Hebung des Grundwasserspiegels in unserer Gemarkung zuführe, glaube man die Kalamität überstanden zu haben. (Am zweckmäßigsten dürste es wohl sein, sich nach der Erschließung neuer Quellen umzusehen. D. Red.) Der 4. Dertrelertag der Deutschen Zuristeu- schaften fand in diesen Tagen in Halle a. S. statt. Sm Mittelpunkte der Tagung stand ein Vortrag von Prof. Dr. Kohlrausch über ..Grundstagen der jur. Vorbildung", und ein Referat von Dr. Wcmdersleb über den ..Stand der Arbeiten zur Besserung der Vorbildung und Ausbildung der Suristen und Verwaltungsbeamten". Von den Beschlüssen ist bemerkenswert, dah sich der Ver- tretertag für die Gestaltung des 1. Studien- 2 kg). b) Po st karten (Große nicht über 14: 9 cm) einfache — 3 Mk. 50 Pf., mit Antwortkarte — 7 Mk. c) Drucks ach en je 50 g — 1 Mk. 25 Pf. (Meistgewicht 2 k$). d) Geschäftspapiere je 50 g — 1 Mk. 25 Pf., mindestens = 6 Mk. (Meistgewicht 2 kg). e) Warenproben je 50 g — 1 Mk. 25 Pf., mindestens 3 Mk. (Meistgewicht 500 g). , * Amtlich e Personalnachrichten. Ernannt wurde am 23. Mai der Studienassessor Dr. Heinrich Jung aus Darmstadt zum Studien- rat an der Realschule und dem Proghmnasium in Alzey mit Wirkung vom 1. April 1922 ab. — Ernannt wurden am 23. August: der Zeichenoberlehrer an dem Realgymnasium in Darmstadt Johann Machemer zum Studienrat an dem H 8s g daM sind a-" »iiifl. S WlOWto tÄ. erckennen. Es k^ndelt sich um gewöhnliche Lichtpausen der echten Scheine. Das verwendete Papier ist rauher und weicher als dasjenige der echten Scheine, das sich glatt und fest anfühlt. Während auf den echten Roten die linke Hälfte der Druckseite einen ganz weihen Grund zeigt, weist dieser auf den falschen eine helle rötlich-bläuliche Tönung auf. Der Druck kommt durchweg, besonders bei dec Strafbestimmung am linken Rand und bei den Unterschriften des Reichsbankdirektoriums, scharf und verschwommen heraus. Das Wasserzeichen am linken Rand (500 Mark) fehlt entweder vollständig oder ist plump nachgeahmt. Die Rümmer wurde mit der Hand ausgezeichnet. Den Geschäftsleuten und Snhabern kleinerer Ladengeschäfte wird empfohlen. an den Kassen zur Vergleichung einen echten Schein bereitzuhalten und Einlieferer falscher Roten zur weiteren Rachprüfung unter allen Umständen der Polizei zu übergeben. mer brach, und der Garderobier sagte mit einem Schmu wein: „Die Gärtnerei Richter hat dies soeben für Herrn Güldewin abgegeben. Sn der Garderobe zu überreichen." _ D Heinz zog vorsichtig die Radel heraus, die das Papier zusammenhielt. Eine rote Rose lag barin, wie frisch von einem sommerlichen Stock geschnitten um den Bienen und Schmetterlinge gaukeln Richts Treibhausartiges — Leben. Dust. Warmei Ganz dunkel, fast samtschwarz. — Eine schmale, glatte Karte lag bei. auf die mit einem sehr spitzen Bleistift mehr gestochen als geschrieben war: ,.O. du süßer Kettenschmied . . . Rechts in der Ecke, winzig llein: „Lily". Heinz ließ die Hand mit der Karte sinken, sein ganzes Gesicht war ein Lächeln. Eine Stimme, die er nie gehört, die 9an8‘ern in weitgelegenen Wäldern von Wipfel zu Wipfel zog. bis sie sein Ohr erreichte, erfüllte ihn mit ihrem fremden, sühen Klang. „Hier an dem Herzen treu geborgen. Die Blume sieh von jenem Morgen — Unb es war doch seine Stimme. Er hörte sich selbst. Rein, den verliebten Sergeanten Hose, dessen Blut nun in seinen Adern floß . . - Der Garderobier hatte den Sekt einzefchenlt. Sn leise klirrenden Perlen drängte der Wunderwein zum Glas hinaus, zerknitternd webte der Schaum seine zarten Brüsseler Spihenkanten. seine Gebläse von feinstem Glasgespinst. Jemand hielt ihm die Schale hin. „Pwst! „Sch brauch' ihn ja nicht mehr sagte Heinz weich. Aber dann leerte er ihn doch: „Gib her! , und leerte das Glas fast andächtig. Die Rose steckte er in die Brusttasche feiner Uniform. . r . Alle Operngläser richteten sich auf Güldewin. Er war heute anders als sonst. Er war aufgeregt, sein Auge irrte von der Buhne ufcr bie ersten Parkettreihen, er verpaßte einen Einsatz. Der Direstor erhob sich lautlos in feiner Loge, ginp auf die Bühne und stellte sich in die erste U Auf Güldewin konnte man sich sonst verlassen. Gr verdarb nichts, war ein sogenanntes nützliches Mitglied, überall verwendbar. Er hatte keinen Dünkel, rannte nicht bei jeder Gelegenheit aufs Bureau, er war. wie gesagt, brav. BaalsfempeL Roman von Margarete v. Oertzen- F ü n f g e l d. 11. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Er wandte sich suchend nach dem Stuhl um. auf dem er vorher seinen Hut abgelegt hatte. Und nun entschuldigt ihr mich Wohl? Sch muß" ins Theater — eingereicht hab' ich für euch heute nicht." Er küßte die Lene flüchtig auf die Stirn, und der Tante machte er einen Diener, so von oben herab, als stünde er auf der Bühne vor einer Theatergräfin. , Die beiden Frauen sahen bedruckt da. „Ec hat nicht für uns eingereicht,' sagte die Lene scheu. „Vorschuß nimmt er!“ Der Lene drückte die Geschichte von der Dame mit dem schwarzen Hut fast das Herz ab. Ehe es 9 Uhr schlug, wußte die Tante alles. Ohne zu unterbrechen, immer nur mit dem Kops mckerw, als habe sie ein Uhrwerk im Racken, lauschte ft« der Erzählung von Anfang bis Ende. Dann drückte sie das Doppelkinn tief m die Halskrause und sagte mit spitzen Lippen: -Morgen muh er Hals geben, ob er will oder nicht. Du kannst den Postsekretär haben und den Eisen- bahnassistenten — und so — so einer vvm Theater besinnt sich noch!" „Um Gottes willen, Sant'!“ Die Lene sah sich entsetzt um. Aber niemand hatte es gehört. ... Sn der Garderobe herrschte Gewitterstimmung. Alfons Decker, der den Escamillo fang, war indisponiert und schluckte eine Mischung von Zitronensaft und Glyzerin. Heinz Güldewin lachte grimmig das Monstrum an, das friedlich an seiner Gummischnur über dem Schminkspiegel schaukelte. rv „Alter Freund! Heute werden wir uns blamieren! Heute hilft alles auf-den-Dai'ch- schlagen uns nichts! Und so wird es künftig immer sein. Wir haben eine Frau, liebes Monstrum und die wird uns immer hübsch ducken — sie bürd von Vorschuß sprechen, wenn das arzt Dr. Schmitt, Dampfschiff st r. 9 in Trier wohnhaft, der bereits eine Rede gehalten hatte, und erbat sich das Wort za einer neuen Ansprache. Darin führte er aas, er stelle mit großer Freude die Anwesenheit eines Vertreters der Hohen Snteralliierten Rheinlandkom- Mission fest: das fei eine hohe Ehre, die alle Anwesenden gewiß zu schätzen wüßten. Dann forderte er zu einem Hoch auf das in Straßburg liegende französische Eisenbahnregiment auf und verlangte, daß die Kapelle das Lied: „Zu Straßburg auf der Schanz" spiele. Eisiges Schweigen und eine tödliche Verlegenheit im ganzen Saal war die Antwort auf diese erbärmliche Taktlosigkeit eines offenbar nicht mehr ganz nüchternen Menschen. Zahlreiche Personen verliehen den Saal. Unten am Büfett kam es dann zu einem Rachspiel, als die ent- rüsteten Gäste dem deutschen Tierarzt energisch zu Leibe rückten. Erregte Auftritte waren die Folge, dabei hatte Dr. Schmitt die Frechheit, einem Gegner zuzurufen: „Wenn Sie den Mund nicht halten, sind Sie in vierundzwanzig Stunden, wo anders." Das ist der nackte Tatbestand. Die „Trierer Zeitung" fügt folgende erfreuliche Worte hinzu: Sm Satteresse der Wahrheit sei festgestellt, daß der französische Offizier sich durchaus korrekt verhielt: man merkte ihm die peinliche Verlegenheit an, in die er infolge des taktlosen Auftretens eines Deutschen geraten war, und er zog es । vor, sich zu entfernen. Ec mag an dem Abend einen netten Begriff von gewissen Deutschen gewonnen haben. Für uns Trierer ist damit die Sache erledigt. Mag unser Volk alles verloren haben, unsere nationale Würde, unfern nationalen Stolz lassen wir uns von niemand antaften, am allerwenigsten von einem Menschen, den wir mit Scham einen Volksgenossen nennen müssen. 2katürlich ist es eine Lüge, dah dir Snteralliiecte Rheinlandkommission einen Vertreter zu drr Festlichkeit entsandt habe: sie hat andere Sorgen als deutsche Hundeausstellungen. Der französische Offizier war lediglich als Gast erschienen. Aber heute . . . zuweilen gab es ein verwundertes Murmeln im Publikum, und jene ßeute, die alles sehen, jede aufgeplahte Raht am Kleid einer Sängerin, jede unter einer blonden Per- rücke sich ungezogen hervorstehlende dunlle Haarlocke — kurz alles, was nicht da sein sollte, jedes Heine und große Unglück — jene Elemente des Publikums, die eigens deshalb ins Theater gehen, um ein wenig in die Kulissen zu schnüffeln - die entdeckten dann auch mit Hilfe , ihrer Zwicker und Operngläser, dah dieser Zosv eine ganz andere Rose aus der Tasche zog als die, die Carmen ihm beim Beginn ihres Liebesspiels zu- geworfen hatte. Erstens war jene aus j)apier gefertigt gewesen. . , , „ « Und diese — es war, als dufte sie über den Lichtkreis der Rampe in das atemlose Parkett hinein und empor in die rotverkleideten Logen und über den goldenen Prunk des Proszeniums. .Hier an dem Herzen treu geborgen, « Die Blume sich von jenem Morgen — Die Gleichgültigen ermunterten sich, und die Wohlwollenden nickten mit geschlossenen Augen vor sich hin. . So hatte Güldewin noch me gesungen. Erne Art Verzückung schien ihn befallen zu haben. Die Kollegen in ihrer Loge berieten flüsternd die Wahrscheinlichkeit, „ob er Applaus haben würde oder nicht". Eine Weile hatte es den Anschein, als sei die Leistung wirkungslos verpufft. Dann brach ein gewaltiger Jubel los _____ Heinz Güldewin hielt die Rose noch immer tu der Hand. Er verbeugte sich nicht, dankte nicht — nur der seltsame, suchende Blick hob sich noch einmal zu dem in rötlicher Dämmerung versunkenen Balkon. X Der Direktor nahm Becker beiseite: „Wissen Sie, was mit Güldewin los ist?" Decker wuhte von nichts.-- Die Klohberg lauerte Heinz vor der Tür seiner Garderobe auf. „Kind! Kindchen! Run ist es ja mit einem Mal geworden I Das Herz lachte mir Im Gelbe! Zuerst war es ganz mies — aber dann — baS toar nicht mehr die hochanständige Mittelmäßigkeit Kindchen, ich muß Shnen einen Kuh geben! (Fortsetzung folgt) W. LaNg - GöNs, 31. Aug. Unsere Gemeinde hat schon seit längerer Zeit mit grv - henSchwierigkeiteninderWasser- versvrgung zu kämpfen. Die Wasserleitung, deren Quellen nicht reichlich genug fließen, muh täglich von morgens 8 bis nachmittags 6 Uhr gesperrt werden. Allein hierdurch ist es möglich, täglich einen gewissen Wasservorrat anzusammeln, der dann wieder einmal für einen Tag die gleichmäßige Wasserabgabe an alle Ortseinwvhner ermöglicht. Der Versuch, der Schwierigkeiten durch den Anschluß eines Gemeindebrunnens an die Wasserleitung Herr zu werden, ist mißlungen, da die Untersuchung des Wassers aus dem Gemeindebrunnen dessen Gesund- Orchester die Levnoren-Ouvertüre Rr. 3 intoniert, und von den Fleischpreisen, toeim wir den „Lohen- grtn" studieren. Sa, ja, liebes Monstrum!" „Verrückt, Güldewin!" bemerkte Astons Decker troden. Heinz lachte. „Mach' einen Witz daraus für die neueste Rümmer der „Puderquaste" I Sch lade dich auf meine Hochzeit ein!“ Decker wandte sich achselzuckend ab. Tvch Heinz wurde von einer nervösen Unruhe befallen. Ganze Teile seiner Partie versanken vor ihm in den Dunst einer plötzlichen Gedächtnisschwäche. Seine <5tim bedeckte sich mit Schweiß, er bohrte die Fingernägel in die Handflächen und wiederholte mechanisch ein paar leere Silben. Decker wurde aufmerksam. „Mensch, du scheinst wirllich krank zu sein! Geh zum Streiter!" Güldewin fuhr auf wie gepeitscht. „Rein, nein! Laß! Du siehst doch, ich bin ganz gesund — ganz vergnügt, als ob ich der dreihundertsten Aufführung der „Lustigen Witwe" beigewohnt hätte —“ „Reiß' dich zusammen, mein Sohn," sprach Becker emst. „Sch weiß ja nicht, was dir passiert ist, aber ich habe einmal den Wotan gesungen — den Rheingoldwotan — während meine Mutter todkrank lag — und just als ich die Drücke betrat — du weiht, die Regenbogenbrücke — da —" Er schwieg. Heinz blickte düster vor sich nieder. „Es war ein großer Schmerz. Der weiht. Aber das Kleine — das Klägliche — das wirkt wie Vitriol — ätzend — zersetzend —“ „Trink ’ne Pulle Sekt," rief Becker in verändertem Ton. Sn Heinz kam Geben. Er schlug das Monstrum auf den Bauch. „Richtig! Werd' ich tun! Eine Sbeel Sekt! Sekt!" Er jagte den Garderobier zum Theaterdiener und ließ Sekt holen. Der brachte eine geeiste Flasche aus dem benachbarten Wirtsbaas und eine feingeschliffene Schale, die wie die Flasche vereist und beschlagen war. Auf dem Glas lag eins Düw von dünnem, weißom S2idc.pavier, durch di? ü » mfa Schim- ■ rotgtf LEnbchv, ^ Beachiuiig. w wdjfttti Sonntag * 3n der Schluhversammlung des > Deutschen Katholikentages führte der Münchener Erzbischof Kardinal Faulhaber über „Die Friedensmacht der Kirche folgendes aus: Papst Benedikt habe einen Völkerbund gewollt: aber so, wie jetzt der Völkerbund beftepe, sei er ein Strick, um die Wirtschaft eines Volkes zu erwürgen, um die wirtschaftlich Schwachen noch mehr zu schwächen und die wirtschaftlich Starken noch mehr zu mästen. Der Völkerbund sei kerne Stütze des Weltfriedens, sondern Zündstoff für neue Weltkriege. Wenn wie in Genua ieder den Dolch oder den Revolver in der Tasche trage, könne kern Völkerbund zum Gedeihen des ärte- I bens zustandekommen. Das Unselige, was bem Völkerbünde anhafte, sei, dah er nicht dem Weltfrieden, sondern oer Wel tborfe diene, daß er eine Spielhölle des Groh kapitalismus sei. Es sei doch hrmmel- schreiend, daß im Gefolge aller Friedenskongresse bes Völkerbundes immer diese Börsenmanöver, bie wachsende Teuerung und der wachsende Hunger für einzelne Völker kämen. Ein Völkerbund 'dieser Art säe Sturm unb werde Sturm ernten; er werde feinen Weltfrieden schaffen, well er den Herrn der Völler als Schiedsrichter nicht anerkannt habe. Der Münchener Katholikentag habe ein so deutliches Bekenntnis zu seinem Volke abgelegt, daß er sagen dürfe, es könne auch einen überspannten Rationalismus geben, eine Art Götzendienst, eine Selbstvergötterung eines Volkes, und dagegen trete die Kirche auf wie gegen alle fremden Götter. Man müsse auch ein offenes Auge haben für die Lichtseiten und für das Gute rn anderen Völkern, auch für die Leiden anderer Volker. Man müsse verstehen, was die Armenier durch blutige Verfolgungen durch bie Türkei litten, was bie Katholiken in Srlanb für ein Martyrium durchmachten. Die 300 Millionen Katholiken auf der Welt sollten sich zu einem Weltentscheid zusammenschliehen, daß der Heilige Vater, diese sitlliche, religiöse und neutrale Großmacht der Welt, auch auf den Friedenskon - s erenz en der Völker dabei sei. Richt von Moskau, nicht von Versailles, nicht von Genua komme der Weltfrieden, I Dnrtoiätte für Serrdttttaen nach sondernvonRom.Es müsse jenes Wort aus ^1C dem Evangelium, dah alle eins sind, mit lauter Poltnsch-Oberschlesten. Stimme verkündet werden. Richt als Besiegte, Die Bestrmmungen über den Postverkehr mrt bie schweigen müßten, sondern als Katholiken Polnisch- Oberschlesien werden bei der Em- riefen die deutschen Katholiken den Glaubens- lieferung dahin gerichteter Postsendungen von genossen in Frankreich das zu. Wenn die Kirche den Absendern noch immer nicht ausreichend be- eine Weltmissivn des Friedens habe, bann mühten achtet. Besonders häufig Serben gewöhnliche an der Verwirklichung dieses Friedens in erster Driessendungen nach P vlm sch-Ober sch.e(ien nach Linie diejenigen arbeiten, die innerhalb der Kirche den Snlandssähen freigemacht, so daß für den ^tne besonders ragende Stelle einnehmen. Die Empfänger und den Absender unUebfame -verdeutschen Katholiken fragten ihre Glaubensbrüder terungen und Verzögerungen entstehen, da dre in Frankreich: Könnt ihr es uns nicht nachfühlen. Bezahlung der mit Rachtare belasteten Sendun- wie sich unser katholisches Herz umdreht, wenn gen für die Firmen in Polnisch-Ok^r schießen man gerade in die katholische Rheinprovinz eine nicht unerhebliche Belastung darstellt, wie Heiden und Mohammedaner geschickt hat? Gleich- andererseits die schon von den deutschen Om- viel ob man die erstgeborene Tochter der Kirche I lieferungspostanstalten zu versuchende Ergänzung oder eine spätgeborene sei: Wan könne nicht des unzureichenden Frankos durch den Absender dulden daß Heiden und Mohammedaner bei nicht nur eine unerwünschte Mehrarbeit t>er- Katholiken die Zivilisation hüten sollen. Der ursacht, sondern oft auch eine für den Absender Münchener Katholllentag trage einen strahlenden unliebsame Verzögerung Mr Folge hat. nationalen Cha ratter, er sei aber auch einen I Es find nach Polnisch-Oberschlesien frerzu- Schritt gegangen auf der internationalen Linie, machen: Mehr als sonst hätten Ausländer an dem Katho- 3) Briese bis 20 g -- 6 Mk., für wettere lifentage tellgenommen. Diese sollten in ihre | 20 g allgemein — 3 Mk. (Meistgewicht Heimat einen Gruh des Friedens und katholischen Friedenswillens mit Heimbringen. Mit einem Gebet für den Weltfrieden schloß der Erzbischof. vvm l . Mai 1922 an zum Leiter der quell- I * ■§ e r bo r n » 31-^9- technischen Abteilung der bäderkundlichen An- nerTageblatt erscheint ab 1. Oktober nur statt bei der Bade- und Kurverwaltung Bad- noch dreimal wöchentlich, lediglich als Folge Rauheim: der Vermessungsprattikant Philipp ber ungeheuerlichen Verteuerung des Druck- W iß mann zu Darmstadt vom 1. April 1922 pgvjers. ab Zum Oberfinanzsekretär bei dem Landesver- -------- messungsantt; die Oberbau'ekretäre Ferdinand Hansel, Paul Scheid, Ludwig S chwi nn und «ochschUlnachrichteN. Georg Wörtge zu Darmstadt zu Mmrsterial- J f oberreoiforen bei dem Ministerium der Finanzen I e darauf, daff der Studierende vorn Studiums an zu ernster Arbeit gezwungen tst, ungeeignete Personen auszuscheiden, das geltend^ insbesondere das öffentliche Recht porter zur Geltung kommt und die Prüfung wie öte Referendarzeit wissenschaftlich vertieft wird. @8 wurde entschieden abgelehnt, daff es an ein- gelnen Hochschulen möglich ist, die Dr. rer. pol.- «ruf Grund einer unzulänglichen Vorbildung zu erwerben. Für die Referendarzeit tinrrhe unbedingt allgemeine Gewährung auskömmlicher llnterhaltszuschüsse ohne „Armutszeugnis" und Rückzahlungsverpflichtung Bei Ausscheiden aus dem Staatsdienste gefordert. Jur D^strmidung der allgemeinen Zahlung der Zuschüsse ohne Einführung eines numerus clausus erklärte man sich im Interesse der Referendare unb des Staates bereit, lieber neben der eigentlichen Ausbildung im Justizdienste auch beruflich m Vertretung richterlicher Geschäfte und dergleichen tätig zu sein, als sich, wie jetzt üblich, einem anderen Rebenerwerbe zuwenden zu müffelt, der den Referendar tn seiner Ausbildung erheblich stört und ihn äufferlich und innerlich dem Staatsdienste entfremdet. Gegenwärtig erhält mir etwa ein Drittel aller Referendare widerrufliche sinter Haltszuschüsse. (3n einem TeU der Auflage wiederholt.) Ein gescheiterter Plan für die nächsten deutschen Barzahlungen. Paris. 31. Aug. (WTB.) Ss bestätigt sich, hah in nicht amtlichen Besprechungen der Versuch gemacht wurde, eine vorläufige Regelung der nächsten fälligen Barzahlungen dadurch zu ermöglichen, daff Deutschland an Belgien, Dem nach ben alliierten Vereinbarungen die näch- Jtan Barzahlungen zufallen -sollen, Sechs- Monate-Wechsel geben soll. Für diese WeHsel verlangte Belgien die Unterschrift der Reichsbank, welche durch Golddepots tn voraussichtlicher Höhe von 270 Millionen Goldmark .^u^cn?) garantiert werden sollen Die Reichsbank hat nicht geglaubt, diese Garantien übernehmen zu können. Die Entscheidung der ReparattouSkonnnisfion in der heutigen NachnrittagSsttzung. Paris, 31. Aug. (WTB.) Laut Havas wird di« Reparativnskommission heute nachmittag ihren endgültigen Entschluss fassen und gleichzeitig mit ihrer Entfchliehung den Text der deutschen Vorschläge veröffentlichen. Die Delegierten der Reparationskommission, die beim Verlassen der heutigen Sihungbefragt wurden, haben sich geweigert, irgendeine Meinung auszusprechen Sie haben nur erklärt, daff die Kommission den Staatssekretär Schröder angehort hat, ohne ihn zu unterbrechen und ohne eine ^iftimnumg oder eine Ablehnung erkennen zu lassen. Die Frage der (Rüstungsbeschränkungen vor dem Völkerbund. Gens, 31. Aug. (WTB.) Gestern trat die Völkerbundskvmmission für militärische Angeltenheiten unter dem Vorsitz des französischen Admirals Johenne zusammen, um Lord Eshers Vorschläge über die Rüstungsbeschränkungsfragen zu prüfen, zu welchem Zweck sie zunächst je eine älnterkommission für Heeres-, Flotten- und Luftschiffahrtfragen ernannte. Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten sowie dem Gesangverein „Frohsinn" unseren herzlichsten Dank Karl Enz und Frau Katharina geb. Meinhardt Gießen, 31. August 1922 Kirchliche Nachrichten. Jsrael-Religionsgemeifide. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 2. Sept. 1922. Vvrabd. 6.45. Morg. 8.30. Abds. 7.15 unb 7.55 Mr. Israel. Religions - Gesellschaft. Sabbatseier am 2. Sept. 1922. Freitag abd. 6.40. Samstag norm. 8.00. Rachmittag 4.30. Sabbat- auSgang 7.55. — Wvchengottesdienst. morg. 6.00 abds. 6.30 Mr. ein. NB. Geld Brief Geld Brief Datum: 30. August. 31. August. QlmflD -Rotterd 60»24 3b 60575 65 68414 35 68585,65 Brüssel-Antw. ' 11385,75 11414 25 12534,3012565,70 Ehriftiania . . ^576/ 75 25832,25 29363,25 29436,75 Kopenhagen 32459,35 32640,65 37453,10 37546,90 Stockholm. ... 39950,— 40050.— 46342, — 46458 — Helstngfors... 3295,85 3304,15 3695,35 3704,65 Italien 6841,40 6858,60 7-440,65 7459135 London 6916,30 6933,70 7840,15 7859,85 Reuyork 1548,06 1551,95 1722,84 1727,16 Paris 11985,- 12015,- 13183,50 13216,50 Schweiz 2961^90 29687,10 328o8,85 32941,15 Spanien 24119^0 24180,20 26766,50 26833,50 Deutsch. Oesterk» 1^8 2,02 5093^0 5106,40 in- Hl total e1 Juda s. UmeUes Zahle für Juwelen, Gold und Silber d. höchst. Tagespreisei Zahngebisse und einzelne Zähne Holzbranristifte Nur Freitags u. Samstags! Kirchenplatz23 ihr. (hinl.d.Kirche) Streng diskrete |Von9(JlirvoFm.| Evtl. Besuch reelle Bedienung bis 6 ührabds. Im Hanse Damenfrisieren, Shampoonieren (Kopfwäschen) 63S,D mit neuestem elehtr. WarmlRHstrom- Trockenepparataow. eloktr. Vibration»- ßlaflsaae empfiehlt Bernh. Dosch f Herfen- nnd Damen- 'X // Frlsenrgesebin ijVcaen littue 1 | Ecke Weldetitiagae '/Jf K | | Hakan! vonWlrrhaas Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis spätestens 12. September d. Js.» vorm. 11 Mr, postftei bei Unterzeichnetem, Seltersweg 89, einzureichen, wo sie in Gegenwart der erschienenen Bewerber geöffnet werden. Zuschlagsfrist 3 Wochen. 8075V Giessen, den 30. August 1922. Fischer, Architekt, B.D. A.______ VekanntmachMg?- Die Versteigerungen des Grummetgrases von den Domanialwiesen in den' Gemarkungen Gießen und Wi.seck sind genehmigt. Abgabe der Abfuhrscheine bei den betreffenden Hebestellen vom 5. l. Mts. ab. 8091D Giessen, den 31. August 1922. Hessische Oberförsterei Giessen. Die Gemeinde Hattenrod beabsichtigt, nächsten Montag, den 4. September, nachmittags um 3 Ahr, die Festhalle von zirka 72 laufend. Metern lang öffentlich zu versteigern. Dieselbe kann in einzelnen Teilen oder im Ganzen verkauft werden. Genehmigung bleibt Vorbehalten. ,Aeeb, Bürgermeister. 80901) 83,50 78,10 80,- Electron Griesheim 1230,— 1275,- 1050,— 1250,- Dtsche. Dereinsbank 227.- 227 - 30.8. 77,50 195,- 425,- 87,12 670,- 610,- 360,— 358,- 650,- 485, - 370,- 350,- Äationalbank f. D. . 355, - Boch. Gussstahlwerke 7^,0,^ Bud.-Eisenw.-Akt.. D.-Luxemb. Bergw.. 2400, Gelsenkirch. Bergw.. ^625,— 2575,— 2430, — 2460, Harpener Bergbau. 5650,— 5675,— 5500,— 5425, Oberschl. Eisenb-B. l 1240,- 1150,- 1188, Oberschles. Eisenind. 1120,- 1102,- 1050, - 1055, Bhönik-Bergb.-Akt. 2850,- 2800,- 27L0, - 2710, Mmd.Anilin-u. Soda 1520,- 1600,- 1525, 1200,- 1100, 890,- 880, 1220,- 1198, 1200,- 1176,- 1180,* 640,- 640, 100 Fl. =3 204.75 205.20 100 Mk. =3 0.365 0.31 100 Kr. =a 0.ÜU75 0.065 100 Kr. =t 11.25 17.25 IOC Fr. — 40.55 40, — 1 —* 23.46 23.46 ICO L. = 23.05 22.7-5 100 Fr. SS 38.55 37.90 100 Kr. = 0.275 0.25 100 r — 526 - ü26‘ - 100 Kr. — 1.35 1.40 100 Kr. *XÄ 0,06 0,06