»Tb SÄr •etfen &tt[flfr, *■*• -LZ y»HB Jet au toitix, ot)n< eiM^ ««S8^ M । ^allsalz und । Thomasmehl l. Oktober M zu er. » Wft versehene August l. Is^i E 1922. 710,6 ^■: Or.Tvsenberg. feen M einen gut ge. mglichm er Bullen uff d. 36., vormittags fe öffentlich meiffbieteu- Z104D i Freienfeen. , Beigeordneter. 3: 1 Büfett, 1 Beckkv, nvdertifch, 1 Aufhänge- vollst. Bett, 2 BeMen tt, 1 Kinderwagen, einen je, 1 neueDringMfchine, ! MhbaM-Säulen mit rühr, 1 Gartentifch, sechs 4 Haarschneidemafchinen, ,ate Herrenhemden, Bett. Imboß (SSÄitp), 1 Schleis. Strümpfe, 2 Wafitjaden, idfchuhe, 1 HärrgüMoL, 07380 iMoiMWSM. Empfehlungen h Hili W. K. Schnnck ä Tel M BMbMr^ fütSpW®S$Pflefu<öt äSÄ "°KS- a«f»«^ii4jiÄuw mitt WW MB ßE S-« . !ZpW werden angefertigt GesteUe können gegeben werden- [®°a Nr. 178 Erscheint täglich, anher Eonn= und Feiertags, ttitberSamstagsbcilaqc: GießenerFainilienblättcr Monatliche Bezugspreise: Wk. 29.- und Mkr. I. - Lrägerlohn, durch diePost MK.32.-, auch bei Nicht- «scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech - Anschlüsse: für dieSchrist. leihing 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. voftschcctlouto: Frankfurt a. M. 11686. V Dienstag, August (922 172. Jahrgang GietzenerAnzeiger 1 General-Anzeiger für Oberhessen Druck un- Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei K. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchnlstratze 7. Annahme von An> . für die Tagesnummcr l>t3 jum Nachmittag vorher ohnejede Derbindlichfrcit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Pf.; für Reklame Anzeigen von 70 mm Breite 500 Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 °/0 Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für.Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil. Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen Die Antwort der ei im Ausgleiö Berlin, 31. Juli. (WTB.) Die heute eingegangene an den deutschen Botschafter in London gerichtete Antwort der englischen Regierung auf die deutsche Rote vom 14. Juli 1922 wegen der Barzahlungen im Ausgleichs- verfahren ist datiert vom 26. Juli und lautet feie folgt: „Ich beehre mich, den Empfang der Rote Euerer Exzellenz Rr. A 1454 vom 14. Juli zu bestätigen, welche sich auf die Zahlungen bezieht, zu denen Deutschland gegenüber den alliierten Ausgleichsämtern und nach Abschnitt 4 des Teiles 10 aus dem Vertrag von Versailles verpflichtet ist. Die Regierung Seiner Majestät nimmt an, daß eine gleiche Rote an die anderen beteiligten Legierungen gerichtet worden ist und beabsichtigt, die in Ihrer Rote aufgeworfenen Fragen baldigst mit den anderen beteiligten Llächtenzuerortern, um zu gegebener Zeit in Gemeinschaft mit den anderen alliierten Mächten der deutschen Regierung ihre Antwort zu er» teilen.' Keine Ablehnung Der französischen Forderungen. Berlin, 1. Aug. Rach Len Morgen blättern Hot das Reichskabinett gestrrn den Wortlaut der Antwortnote an Frankreich f e st g e st e l l t. Die Rote wird h.utt dem französischen Ministerpräsidenten überreicht und dann veröffentlicht werden. Die Reichsregierung nimmt in ihrenr Antwortschreiben keine positiv ablehnende Antwort ein, sondern erklärt vor allem, dah nach ihrer Auffassang die Frage der AaS- gleichszahlungerr von Len in Betracht kommenden CRegter ungen gemeinsam behandelt werden müsse und die Reparationsfrage von frei: Behandlung der Aasgleichs z a hla nge n nicht getrennt werden könne. । Im Zusammenhang mit der ablechnendsn Antwort der französischen Regierung a.'.s 'das Gesuch Deutschlands, die aus dein Clearing-Vorfahren erwachsenden Kosten h-erabzusetzen, stellt der „Vorwärts" fest Latz der Gesamtbedarf Deutschlands an Golddevisen auch ohne Reparationsleistungen, ohne Besatzungstoster. und die Kosten für das Ausgleichsverfahren dir, Einnahmen Deutschlands an Golddevisen übersteigt. Allein durch die Gestaltung Dfer Handelsbilanz ist die de rische Zah« lungsbilanz heute mit mindestens einer Milliarde Gwldmark passiv. Lloyd George und Poincars. London, 31. Juli. (WTB.) Reuter erfährt, dah Lloyd George Poincare eingeladen hat, sich mit ihm am 7. August in London zu treffen. Lloyd George schlage vor, die Beratungen auf die Reparationsfrage zu beschränken. Es heißt, dah auch Italien und Belgien eingeladen werden sollen, Vertreter zu entsenden. Paris, 31. Juli. (WTB.) Havas meldet aus London, dah der Zeitpunkt der Begegnung zwischen Poincars und Lloyd Peorge noch immer u n b e st i m m t fei und in hohem Grade davon abhänge, dah die italienische Mini st erkrise bald eine Losung finde. Man hält es für wahrscheinlich, dah die Besprechungen in der zweiten oder sogar in der dritten Augustwoche ausgenommen werden. — Gleichzeitig meldet die Agentur aus London, dah zwischen England und Frankreich eine Verständigung über die zum Schutze der Neutralität Konstantinopels einzunehmende Haltung erzielt worden sei. Man glaubt übrigens, ein weiteres Eingreifen der Alliierten vermeiden zu müssen. In der Downing Street sei man heute vormittag der Ansicht gewesen, dah eine militärische Demonstration der Griechen gegen Konstantinopel höchst unwahrfcheinllch fei. Der Bericht des Garautieausschusses. Paris, 31. Juli. (WTB.) Havas meldet offiziös, dah im Gegensatz zu den Blättermeldungen der letzten Tage das Garantie- k 0 m i t e e den Wortlaut seines Berichtes über die deutsche Finanzlage und zweckmäßige Ab- hllfsmahnahmen noch nicht endgülttg festgesetzt hatte. Das ziemlich umfangreiche Schriftstück werde also frühestens morgen, Dienstag, der Reparativnskommission übergeben werden. — Der „Temps" behauptet, dah der Bericht des Garantiekvmitees keinen Plan zur Sanierung der deutschen Finanzen enthalten werde. Der erwartete Bericht solle lediglich die bereits veröffentlichten Texte und besonders das Memorandum erläutern. Lord Grcy's Rede. London, 31. Juli. (Wolfs.) Den Blättern zufolge sagte Lord Grey in seiner gestrigen Rede in Newcastle noch, wenn der Friede in der Zukrnft gesichert "werden solle, könnte ein Patt geschlossen werden. Zunächst müsse Frankreich gegen euren deutschen Angriff Sicherheit g'geken werden, aber dies in einer Form, die anderen Aatio-nen die Teilnahme an dem Pakt» ermögliche. ($£ sei nicht genug, zu Frankreich za sagen, dah ihm gegen einen deutschen Angriff Sicherheit gegeben werde, auch De lischlano müsse ge- tdgt werden, wenn es seine vertragliche 1 Verpflichtungen erfülle, es gegen einen Angriff von außen her Sicherheit erhalte. Regierung „Gegen den Krieg". London, 31. Juli. (Wolff.) Der gestrige Tag stand im Zeichen der groben Kundgebungen gegen den Krieg, die in London, Birmingham,, Liverpool, Manchester und über hundert anderen Städten und Dörfern Großbritanniens veranstaltet wurden. In London bewegten sich nachmittags vierzig große Demonstrationszüge, bestehend aus religiösen und Arbeitervereinigungen, ehemaligen Kriegsteilnehmern, Frauenvereinen usw. mit Fahnen und Dannern unter Vorantritt von Musikkapellen von verschiedenen Punkten der Stadt nach dem Hydepark. Dort waren zwölf grohe Rednertribünen errichtet, von denen etwa sechzig Redner, darunter elf ausländische, Ansprachen hielten. Unter den Rednern befand sich der belgische Senator Lafontaine, der Präsident des in der letzten Woche in London abgehaltenen Friedenskongresses, ferner der Vorsitzende des ständigen Ausschusses des internationalen Friedenskongresses Fred Maddison, Llewilyn, Williams und Fräulein Snowden. Letztere trat in ihrer Rede besonders für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund em. Die Teilnehmer an der Äunhgebung nahmen schließlich eine Entschließung an, in der den in anderen Ländern veranstalteten ähnlichen Kundgebungen die Sympathie ausgesprochen und das Gelöbnis gegeben wird, mit allen zusammen- zuarbeiten und einen Zustand herbeizuführen, der einen neuen Krieg unmöglich mache. Ferner wird in der Entschließung die Verständigung der internationalen Organisationen zur Beseitigung der Kriegsursachen befürwortet und ein internationales Zusammenwirken und internationale Solidarität gefordert. Den Blättern zufolge handelt es sich um eine der größten je in London veranstalteten Kundgebungen. Das Sinken der ungarischen Krone. Budapest, 31. Juli. (WTB.) In der Nationalversammlung hat sich heute Finanzminister Kallah mit dem Kursrückgang der ungarischen Krone befaßt. Er sagte u. a.: Diese Erscheinung wird durch keinerlei innere Verhältnisse gerechtfertigt, und weder der Zustand des Staatshaushalts, noch die allgemeine Wirtschaftslage oder die Lage des Außenhandels und der Industrie würden hierfür eine annehmbare Erklärung liefern. Es muh daher angenommen werden, daß dies eine Folge des Kursrückganges der deutschen Mark ist, was wiederum auf die Reparativnspolitik der Entente zurückgeführt wttd. Das Re- parativnssystem, so wie es in den Friedens- verttägen niedergelegt wurde, brachte es zu Wege, daß der Kurs der deutschen Mark unter einen Centtme sank. Es ist jedoch ganz bestimmt, daß die Gesetze des Staatshaushaltes und der Bolkswtttschaft nicht ungestraft außer Acht gelassen werden können. Es ift auch gewiß, dah wir vollständig unfähig sind, Wiedergutmachung zu zahlen. Wieder ein Kabinett Faeta? Rom, 31. Juli. (Wolff.) Der König hat heute früh de Facta empfangen. Es wird versichert, daß er ihm die Bildung des Kabinetts angeboten habe. De Facta hat sich seine Antwort darauf Vorbehalten. In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß de Facta trotz geringer Neigung die Aufgabe nicht ablehnen wird, um die gegenwärtige Lage zu klären. Der Versuch Factas wird als sehr schwierig bezeichnet, da noch tiefe Gegensätze die politischen Parteien trennen. Aber er habe wenigstens die G e n u g t u u n g, aus den Ereignissen zu erkennen, daß die gegen ihn gerichtete Stimmung der Kammer und die gegenwärtige Krise gänzlich ungerechtfertigt war. Wenn es, wie man glaubt, zur Entscheidung kommen sollte, wird Facta, wie man als sicher annimmt, das Kabinett mit den Demokraten, der katholischen Volkspartei und der Rechten unter Beibehaltung mehrerer bisheriger Mitarbeiter und des früheren Programms bilden. Erörterungen des englischen Unterhauses über das Vorgehen Griechenlands. London, 31. Juli. (WB.) Im Nnter- Hause erklärte Lloyd George auf eine An-' frage, am 29. 7. habe der englische diplomatische Vertreter in Athen eine griechische Rote empfangen, die sich auf die Beseh rng Konstantinopels durch die griechischen Truppen beziehe. Am gleichen Tage habe der britische Vertreter in Athen entsprechend den aus London eingegangenen Instruktionen die griechische Regierung vor den ernsten Folgen gewarnt, die ein derartiger Schritt nach sich ziehen würde. Der griechische Minister des Auswärtigen gab darauf die bestimmte Versicherung ab, daß die griechischen Streitkräfte keinesfalls ohne Erlaubnis de» Alliierten in die neutrale Zone einrüden würden. Diese Zusicherung fet seither nochmals bestätigt worden. Die Ha.rdiuogs- weise der griechischen Regierung sei offenbar auf den Wunsch zurückznführen, die Regelung der Orientfrage zu beschleunigen. — Auf etne Anfrage, ob Aussicht dafür bestehe, daß alle Signatarmächte des Vertrages von Sevres baldmöglichst zu einer Konferenz zusa-mmenber r fen würden, erwiderte Lloyd George, eine derartige Konferenz sei gegenwärtig nicht in Aussicht genommen. Die britische Regierung habe im Augenblick nicht die Absicht, ehre Konferenz der an der Orientfrage interessierten Mächte cinzuberufen. Dagegen sei eine Zusammenkunft der interessierten Hauptmächte und der Regierung von Athen, Konstantinopel und Angora in Aussicht genommen. — Als Kenworthy fragte, ob die britische Regierung der griechischen Regierung deutlich gesagt habe, daß der Versuch, einen unabhängigen Staat im Bezirk von Smyrna zu errichten, von den Mächten nicht geduldet werden würde, erfolgte hierauf keine Antwort. London, 31. Juli. (WB.) Der Londoner Korrespondent des „Manchester ©uarbian“ meldet, daß die Erörterung der Reparationsfrage im ülnterhause am Donnerstag und nicht, wie der „Döily Telegraph" meldet, am Mittwoch stattfindet. Französische Stimmen. Paris, 31. Juli. (WTB.) Der „Temps" schreibt zur Lage im Rahen Orient, König Konstantin würde einem gemeinsamen Ersuchen oder einer gemeinsamen Aktion der Entente um so leichter folgen, als dieser Fall höherer Gewalt nach außen hin seine Verantwortung leichter machen werde. Wenn dagegen die Ententemächte nicht gleicherweise zum Handeln entschlossen wären, würden König Konstantin und seine .Umgebung versucht sein, ihnen die Spitze zu bieten, oder es dürfte doch ein Teil der öffentlichen Meinung ihnen vielleicht den Rat geben, Widerstand zu leisten. Der einfachste und wirksamst durchführbare Kollektivschritt wäre die Blockade der griechischen Häfen für den Fall, dah die griechische Regierung, sei es durch Verzicht auf ihre kleinasiatische Politik, sei es durch Herabsetzung ihrer Heeres- stärke in Thrazien und die Zurückziehung ihrer Truppen aus einer gewissen Entfernung von der neutralen Zone, ein Rachgeben ablehnen werde. Die Ententemächte haben nicht nur das Recht, man kann sagen, dah sie sogar die Pflicht hätten, die griechischen Häfen zu blockieren. Sie sind die Herren des Meeres, da sich unter ihnen England beimbet. Sie haben die Äeberwachung der Meerengen übernommen. Das schließt ein, daß sie in der Lage und gewillt sind, die Durchfahrt freizuhalten und hen Frieden im Orient zu wahren. Die Griechen formen nicht mehr in Kleinasien ober auch nur in Thrazien operieren, sobald man ihre Seeverbindungen bedroht. Das „Journal des Debats" stellt fest, daß alle in den letzten vier Monaten unter« nommenen Bemühungen um den Frieden einen Mißerfolg gehabt hätten. Das Blatt sagt weiter, man sei nicht gegen einen regelrechten Orientkrieg gesichert. Die Kema- listen würden nicht verfehlen, ihrerseits nach den Meerengen vorzustohen. In welche Versuchung aber würden die Bulgaren geraten! Es muh also jetzt unmittelbar gehandelt werden. Seit vier Jahren sind die verbündeten Regierungen noch immer zu spät dazwischen getreten auf allen Gebieten und bei allen Fragen, vor die sie gestellt wurden. Das ist die Hauptursache des allgemeinen Wirrwarrs. Wenn die Staatsmänner noch einmal in ihrer Schwäche beharren, werden sie eine schwere Verantwortung auf sich nehmen. Wir hoffen, dah die englische Regierung, auf deren Gefälligkeit Konstantin und seine Minister vielleicht gezählt haben, es sich angelegen sein läßt, durch die Tat zu beweisen, dah sie auch in passiver Form nicht eine unsinnige Politik begünstigt. Ihre Ehre steht auf dem Spiel. / Aeutzerungen des Generals Townshead. London, 31. Juli. (WTB.) Reuter meldet aus Konstantinopel: General Tow nS- h e a d hat Angora verlassen, um nach London zurückzukehren. Der General sprach der Nationalversammlung seine Dankbarkeit für den herzlichen Empfang aus und sagte, er habe gesehen, daß die Türkei stark und tatkräftig sei. Der Zweck seiner Peise sei gewesen, in privater Eigenschaft für die Wiederherstellung des Friedens zu wirken. Sein Besuch sei von Erfolg gekrönt. Der General bemerkte noch, er sei überzeugt, dah ein baldiger Friede möglich sei, wenn die Griechen unverzüglich Klein- asiest räumen und an die Türkei zurückgeben würden. Alle anderen Punkte würden leicht zu regeln sein, aber die Türkei wolle einen ehrenvollen Frieden. Wenn die Friedensverhandlungen fehlschlügen oder aufgegeben würden, so würde eine ernste Lage entstehen. Vanderlip über die Lähmung des britischen Aktionsgeiftes. Berlin, 31. Juli. Frank Vanderlip sandte, wie den Blättern aus München berichtet wird, zum Abschluß seiner Europafahrt einen ausführlichen Kabelbericht über seine Eindrücke an neunzehn der größten Zeitungen der Vereinigten Staaten. Es sei daraus folgendes wiedergegeben: Der Gewaltftiede wurde in Paris geschlossen. Dieser Friede entbehrt jedes Awms von Gerechttgkeit und jener Hoffnung auf Brüderlichkeit, von der Wllson träumte. Warum stellt England nicht ein Programm für den Wiederaufbau Europas auf und drückt es dann durch? Was ich für den wahren Grund der Halblähmung des britischen Aktivnsgeistes halte, das gab mir den größten Schlag von allem, was ich in Europa kennen lernte, nämlich: Bulldoggengland hat Angst vor den 2700 französischen Flugzeugen, Bulldoggengland hat 800 000 verschiedene Gründe für seine Furcht vor der ftanzösischen Heeresmacht. Bayern und das Reich. München, 31. Juli. (Wolff.) Wie die „Münchener Zeitung" hört, dürfte die Entscheidung über den Inhalt der Antwort der bayerischen Regierung auf den Brief des Reichspräsidenten heute noch nicht, sondern wahrscheinlich erst am Mittwoch fallen. An anderer Stelle schreibt das Blatt, dah die Frage der Erweiterung der Aegierungskoalitton in Bayern durch den Eintritt der deutschnationalen und der deutschen Volkspartei neuerdings in ein akutes Stadium zu treten scheine. Anzeichen dafür seien vorhanden, daß man sowohl bei der Mittelpartei, als auch bei der bayerischen Volkspartei wenigstens einem Teile der maßgebenden Kreise auf eine baldige Lösung dieser Frage lege Der badische Staatspräsident in München. München, 31. Juli. (WTB.) Die Kor- respvndenz Hoffmann meldet amttich: Der badischeStaatspräsidentDr.Hum- m e l ist heute vormittag in München einge- trvffen. Es handelt sich um einen privaten Besuch, der schon vor längerer Zeit angekündigt worden war und in keinem Zusammenhang mit der Ministerpräsidentenzusammenkunft in Bruchsal steht. Staatspräsident Hummel wird die Gewerbeschau besichtigen und sich zu privaten Zwecken auch nach dem bayerischen Oberland begeben. Aus dem Reiche. Die erste Verhandlung des StaatsgerichtShofS. Leipzig, 31. Juli. (WTB.) Die erste Verhandlung des Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republik findet unter dtzm Vorsitz des Senatspräsidenten Schmidt, des Leiters der KriegSbeschuldigten- prozesse, am 10. August statt. Als Richter nehmen tell: Die Reichsgerichtsräte Riedner und Dr. Baumgarten sowie außerdem der frühere Reichskanzler Fehrenbach und die Reichstagsmitglieder Hermann Zaeckel und Erkelenz. Verhandelt wird zunächst gegen den Archivar Karl Lamn -- Füssen und Genossen den Kaufmann Julius Mengert-Rürn- berg, Kapitän Eduard Geerken-Hamburg, den Kaufmann Georg Buehler-Oppurg den Studenten Manfied B a ch e r e r-Heidel- berg und Genossen und den LandwirtschaftS- eleven Rudolf Z i e p k e - Greifswald. Ein sozialdemokratischer Parteitag für Groß- Berlin. Berlin, 31. Juli. Gestern hat ein sozialdemokratischer Parteitag für Groß-Berlin stattgefunden. Es wurde eine Entschließung angenommen, in welcher die Bildung der zwischen den Frakttvnen der SPD. und ASP. zustandegekvmmenen Arbeitsgemeinschaft gebilligt und die Hoffnung ausgesprochen wird, daß es bald gelingen möge, die der organisatorischen Wiedervereinigung der beiden sozialistischen Parteien etwa noch im Wege stehenden Hindernisse hinwegzuräumen. Dagegen wttd jede Gemeinschaft mit der kommunistischen Partei abgelehnt uyd auf das Entschiedenste ein Zusammengehen mit einzelnen kleinen Bezirken und Gruppen verurteüt. Beschränkung deS Lnftfahrzeugbaues. Berlin, 1. Aug. Wie die Morgenblätter berichten, stimmte der Reichstag S- ausschuß für die Ausführung des Friedensvertrags gestern dem Entwurf der Besttmmungen zum Gesetz über die Beschränkung des Luftfahrzeugbaues zu. Diese bereits vom Reichsrat genehmigten Bestimmungen erreichen durch die Zustimmung des Ausschusses Gesetzeskraft. Die Leistungen sehen die Zahlung einer Summe von 150 Millionen Mark an den Verband Deutscher Luft- fahrzeug-Industtieller vor. Mit dieser Zahlung sollen alle Ansprüche gegen das Reich auf Grund des Gesetzes über die Beschränkung des Lnftfahrzeugbaues abgegolten sein. Zeitungsverbote. Berlin, 1. Aug. Das Oberpräsidium der Provinz Hannover hat den Blättern zufolge auf Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik das Erscheinen des „Bielefelder Kreisanzeigers" für die nächsten drei Nummern verboten. — Der „Ostfrie - fische Generalanzeiger" in Leer ist auf 14 Tage verboten worden. Aus Hessen. Aus dem Finanzausschuß. rm. Darmstadt, 31. Juli. Der Finanz- aus schuh des Landtages erledigte heute tn zwei Sitzungen am Vor- und Nachmittag zunäOk, etne ganze Reihe von Regiwrnasvorlasen, dtt aP ab. Dem Samilienftante nach waren 1 163 199 der Von Kreis Friedberg. Fril Sams,ags nachm I gekommen? Eben der mitd Pinkepinke. / Wer kam früher aller Rasen? Eben der wegens Pinkepinke. Eben den. aus späteren i. B. jugendliche Alter. Sv sind gefallen im Alter von 19—20 Jahren 109 294 oder 6,46 vom Hundert Der eine Die der So daS der An- Mot( Olymf Khima-Tang, die andere bei Karta und die dritte zwischen dieser! beiten Orten liegt. Von den steilen Graten einzelner Vorsprünge erhascht man gelegentlich einen Blick auf den schäumenden Strom, der tief unten sich zwischen den riesigen Klippe^ durchwindet, von denen manche bis zu 10 000 Fuß über das Flußbett an st eigen und in schneegekrönten Gipfeln enden. Wir machten eine große Anzahl von photographischen. Aufnahmen und stellten auch einige Films her, die die ganze Reise illustrieren." die noch der Erfüllung harren. Was da zwischen Athen und Sparta vvrgehl, das kriegerische Ringen, der Kampf um die Macht, die rohe Unter- wersung und älnterdrückung des geschlagenen Volkes durch den siegreichen Gegner, das alles hat sich ähnlich zwischen der Entente und den Mittel- nordischen Depression Gewitterbildung. Der Druck nimmt in Deutschland allgemein wieder zu. so Laß mit warmem, meist hellerem Wetter zu rechnen ist. Wettervoraussage für Mittwoch: Schwach bewölkt, warm, Gewitterneigung. Roch immer verursachen die Randw-irbel Kirche ui vg. Gedern, c der zur hiesigen Gew Schönhausen wird an christliches D ten. SS ist bestimmt^ näheren Umgebung. - Mi die Pfarrer von UevSeemen. Em P furt a. M, sowie di< tan und Ober-Seer Größe gebaut werden. — Trotz aller Schwierigkeiten, zu denen die starke städtische Besteuerung ohne entsprechende Einnahmen gehört, kommt das Gießener Liebigrnuseum vorwärts. Bornotrzen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater. 7 älhr: „Frauenkenner". — Zirkus Heppenheimer aus München beginnt morgen seine Darbietungen auf dem Oswaldsgarten mit der Eröffnungsvor- st e l l u n g. (Siehe Anzeige.) Aus Stabt und Land. Gießen, den 1. Aug. 1922. Unsere Kriegsgefallenen. Das Statistische Reichsamt veröffentlicht jetzt die Zahlen der im Weltkriege Gefallenen. In Sen Jahren von 1914 bis 1919 sind danach insgesamt gefallen: 1 691 841 Militärpersonen, davon im Jahre 1914: 241 343, 1915: 434 034, 1916: 340 468, 1917 : 281 905, 1918 . 379 777, 1919: 14 314. Am meisten beteiligt ist hierbei das Wem soll der Teufel holen? , Ra, und so weiter. Dieser der- Andreas Hemberger: Das Tor der Hoffnung. Uraufführung auf der Saalburg i.T. Frankfurt a. M.. 31. Juli 1922. Die furchtbaren Erlebnisse der jüngsten Vergangenheit haben in einem klugen und sein empfindenden Menschen, der als vorzüglicher Journalist die Ereignisse des Tckges zu überschauen gewohnt ist, den Keim einer dramatischen Dichtung reifen lassen. „Tragödie eines Volkes", so nennt Andreas Hemberger sein vieraktiges Drama „Das Tor der Hoffnung", das im Rahmen der Homburger Festspiele auf der Saal- burg mit gutem Erfolg dargestellt wurde. In ferne Vergangenheit führt die äußere Gewandung der Szenen, aber Inhalt und »ehören unterer Zeit an, oder 68.75 v. H. ledig, 518 351 oder 30,64 v. H. verheiratet. 7772 oder 0,46 v. H. verwitwet und 2192 oder 0.13 v. H. geschieden. Entschädigungsansprüche von Privat- und Kleinbahnen, sowie von den Privaten für ihre infolge des Krieges in Verlust geratenen Fahrzeuge werden geregelt: 1. Für Fahrzeuge, die während des Krieges im Milttärverkehr in das besetzte Gebiet oder in das Gebiet ehemals verbündeter Staaten abgerollt sind, vom Kommissar für Rechtsangelegenheiten aus dem Kriege in Berlin SW., Blücherstraße 47, 2. für Fahrzeuge, die vor dem Kriege oder während des Krieges sonst im Ausland in Verlust geraten sind, vom Reichsentschädigungsamt in Berlin W. oder von seinen auswärtigen Zweigstellen, 3. für Fahrzeuge, die zufolge Beschlagnahme ausschließlich in Deutschland Verwendung gefunden haben, vom Reichs- wirtschaftsgericht in Gharlottenburg5. Entschädigungsansprüche für die auf Grund des Waffenstillstandsvertrages abgegebenen Fahrzeuge von Privat -und Kleinbahnverwaltungen, sowie von Privaten regelt nach wie vor das Reichsmini st erium für Wiederaufbau in Berlin W. 8. Rur wenn für ein verloren gegangenes Fahrzeug keiner der vorerwähnten Fälle zutrifft, ist das Eisenbahn-Zentralamt zuständig. * Bad-Rau heim, 30. Zoll. Theatersaal des Kurhauses hat nun feste Bestuhlung (Klappsitze) erhallen. Besucher konnten am vergangenen Sonntag ymt ersten Male die Annehmlichkeiten der Reuerrng empfinden und würdigen. Ranmehr ist auch den in den Hinteren Reihen sitzenden Gästen durch ent» fprechende Erhöhung der Sitze ein freier Ausblick auf die Bühne ermöglicht. Wenn es die Verhältnisse zulassen, soll der Theatersaal eine ansteigende Empore erhalten, so daß die Aufführ uv- gen in Zukunft von 600—700 Personen besucht werden könnten. — Der D.H.D., Ortsgruppe Gießen, hält morgen abend im Kaufmännischen Vereins- Haus eine Mvnatsversammlung (Sickhe Anzeige.) fluchtige Kunde . . . Man ist und bleibt ein Kalb, plnd das ist nun das einzig Jugendliche, wo man hat." Der Dries ist mit einer Federzeichnung geschmückt, die Beethoven darstellt, wie er von seinem Thron aus wegen des ausgebliebenen Geldes Donner und Blitze sendet, so baf ein Soldat und drei Schilderhäuschen umsrnker Hochschu! 31. Al jttaiclft# Sm»*»“*1 — Klinger über sein Schaffen. (Aus neuen Briefen.) Aus unbefamtien Briefen Klingers an Frau Elsa Asenieff, die in den Besitz Efe* -— && durch SÄ’’ tt ü", lverdev ■ jj&***_ "Liebigmuseum. Oltan schreibt uns: Als Vertreter der Volkskammer wurde Herr Ministerialdirektor Llrstad t in den Vorstand gewählt. Als Vertreter des Gesamtministeriums gehört Herr Staatspräsident ällrich dem Vorstand an. Das Ministerium bewilligte 1921 eine Summe von 9000 Mk. zu baulichen Erhaltungsarbeiten. Die sinanzielle Lage der Gesellschaft ist infolge der Steigerung aller Ausgaben schwierig. Trotzdem wurden die gern besuchten naturwissenschaftlichen Dollsvorlesungen fortgeführt. Im Mai sprach Herr Prof. Brendel (Frankfurt a. M.) über „Mond und Erde" mit Projektionen, die lebhaft interessierten. Am 23. Juli hielt Herr Direktor S t e d i n g einen Vortrag über die Wasserversorgung von Gießen. Der Vortragende gab. ein klares Bild von dem Jahrhunderte langen Suchen nach brauchbaren Quellen, wobei man allmählich vom Seltersberg über die Höhe des Schissenberges weiter in den Vogelsberg nach Queckborn gelangte. Der Vortrag bildet einen wertvollen Beitrag zur Geschichte von Gießen und hat dabei allgemein- wirtschaftliches und technisches Interesse. Er verdient, auf Kosten dar Stadt gedruckt zu werden. Die Gesellschaft beschloß, im Anschluß daran eine Besichtigung der Quellen und Maschinenanlagen in Queckborn vorzunehmen. — Erfreulich ist, daß durch Herrn Carl Liebig in Valparaiso vier Deutsch-Chilenen als Mitglieder gewonnen wurden. — An einem Fenster des Museums wurden die Damen der Praktikanten vom W. S. 1866 67 entdeckt, darunter bekannte Ramen. z. D. Dr. Buff und Laubenheimer. — - Durch Vermittelung von Herrn Prof. Markert erhielt das Museum eine Anzahl interessanter alter Instrumente gespendet. — Für das Datsche Museum in Münck^n wurde eine Rachbildüng des in Gießen von Herrn Architekten Burg wieder hergestellten ältesten Herdes von Herrn Werkmeister Wulkau angefer- -ttgt. Rach diesem Modell soll im Deutschen Museum in München ein Herd in natürlicher Hessen-Nassau. Billiges Baue«. sp. Anspach im Taunus, 31. Juli. Die ©e* meindevertretung beschloß den Bau von 14 Wohnungen and verpflichtete dazu die Einwohnerschaft zur freiwilligen Mithilfe. Die Landwirtevereinigung stellt die Fuhren, die Handwerker errichten die Wirtschaftsgebäude, dir Richtfachleute, 400 organisierte Arbeiter, schachten Grund und Boden für die Gebäude aus. Gegen Einwohner, ,bie sich undiszipliniert zeigen, soll mit fünftem Druck vvrgegangen werden. Mil den Arbeiten wurde bereits begonnen. Aus biefe Weise werden «Summen gespart, die sich in die H^nderttausente belaufen. Die Gemeinde hofft, so ein Problem zu lösen auf eine Weise, die vorbildlich wirken soll. Konflikt im Baugewerbe. spd. Frankfurt a. M., 31. Juli. Die Arbeitgeber haben die von der Landeskonferenz der im Bunde der technischen Angestellten und Beamten organisierten Dautechniker aufgestellten Richtlinien für die Gehälter abgelehnt. Der Schlichtungsausschuh ist zur Entscheidung angerufen. Es besteht die ernste Gefahr, daß im Bezirk Hessen-Rasfau, Hessen und Waldeck es zu einem Konflikt zwischen den Dautech- nikern und den Arbeitgebern kommt. Streikabstimmung der kaufmännischen Angestellten. fpd. Frankfurt a. 1, 31. Juli. Heute begannen in allen Betrieben d°.e (21 b ft t m - mutigen unter Angestellten über den Streik. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, entschied sich die erdrückende Mehrheit für die Arbeitseinstellung. Die endgültige Entscheidung erfolgt voraussichtlich am Mittwoch in einer großen Versammlung im Hippodrom Am Dienstag wird noch abgestimmt. Falls nicht in letzter Stunde eine Einigung erfolgt, dürfte dann für Freitag mit dem Beging der Arbeitseinstellung begonnen werden. nzungen des Hauptvvramchlags anzusehen deshalb eilig smd. Als erster Punkt standen ie Anträge der Abg. Dingeldey und Ge- offen. bett, die Stteichung der Stelle eines .ressedirektors und der Ausgaben für ie Darmstadter Zeitung zur Beratung Berichterstatter Knoll (Ztr.) beantragt die Ablehnung beider Anträge. Der Ausschuß schließt sich nach kurzen Bemerkungen des Abg. Dr. Osann und des Staatspräsldenten mit allen gegen drei Stimmen dem Antrag Knoll an. Erledigt wurden dann die Vorlagen betr. die Schaffung weiterer De- amtenfleilen, die Vorlage über die Dienstbezuge ber Beamten und Lehrer, durch welche die Regierung ermächtigt ist, die vom Reich bewilligten erhöhten Sätze ohne weiteres auch den hessischen Beamten zugut kommen zu lassen, den Umbau des ehemaligen Gefängnisses bzw. Mobiliarbe- schaffung, die Abänderung der Ausführungsbe- strnnnungen zum ^andsteuergeseh, der Entwurf betr. die Gewährung von älnterstützungen an Empfänger von Ruhegehalten und Hinterbliebenen der Kasse für gemeindliche Beamte, die Vorlage zur Bewilligung von einer Million Mark zur Beschaffung von Reichs- nd Landesfahnen, die Vorlage, durch die die Regierung ermächtigt wird, zur Beseitigung der Raum- und Wohnungsnot vorteilhafte Ge° legenhett Aum Ankauf von Gebäuden rasch ausnützen zu können, die Vorlage, betr. den Umbau des alten Iustizgebäudes in Gießen, die Vorlage über die Rühegehalte der Hoch- schulprofessoren, die Vorlage über die Erweiterung des Physikalischen Instituts in Darmstadt. wofür der Betrag von 1 064 700 Mk. verlangt wird. Eine Anzahl von Anträgen, so der Antrag Reumann, betr. die VolLgesundheits- ipflege der Antrag Birnbaum zur Bewilligung eines Betrages aus dem Fonds für gemeinnützige Zwecke, der Antrag Hahn, betr. Zuschüsse zur Landwirtschaftskammer. sowie der Antrag Ruß und Hattemer, betr. älnterstühungszuschüsse der Staatsdi.nstanwärter, werden der'Regierung als Material zur Derücksichtigung ,für den nächsten Voranschlag überwiesen, soweit sie nicht durch die Regierungsantwort als ereldigt anzusehen sind. Dem Landtage sind wieder neu eine Anzahl Vorlagen zugegangen, darunter eine Vorlage betr. den Erwerb der wissenschaftlichen Bibliothek des verstorbenen Altertumsforschers D. A n t h e s zum Betrag von 50 000 Mk., eine Vorlage für eine Forderung von 52 000 Mk. zum Umbau bes Hauses Liebig ft raße 11 in Gie- ßen zu Zwecken des 3. Polizeibezirks. Eine weitere Vorlage fordert die Abänderuna des Ausführungsgesehes zum BGB. vom Juli 1899, durch welches die Bestimmungen über Schenkungen an juristische Personen in Art. 12 und Art. 13 umgeändert werden. Ein Antrag der > Abg. Hattemer, Birnbaum und Steinhäuser wünscht, daß die Leitung des Mädchenfvrtbil- ungsschulwesens an Frauen übertragen wird. Ein Antrag Kaul und Gen. fordert die S t r e i ch- ung der Staatszufchüssezu den höheren Bürgerschulen. Ein Antrag des Abg. Woff wünscht Abänderung des Fifck^reigesetzes. Die Abg. Kindtz und Gen. beantragen die Aufhebung des Verbotes der Regimentsfeiern. Der Abg. Lutz stellt die Anfrage, wie wett die Lehrmeister und Arbeitgeber das Recht haben, ben Lohn für die Zeit zum Besuch der • Fortbildungsschule den Schülern abzuziehen. Die Arbeitgeber begründen ihren Standpunkt mit der .Auffassung, daß der ßanbtag nicht berechtigt war durch Art. 25 den Zwang zur Lohnzahlung t durchzuführen, da § 323 des BGB. damit in Widerspruch stehe. F —. _______________ Kreis Alsfeld. § Aus dem Ohmtal, 30. Juli. Die ersten. Korn Haufen stehen im Felde, aber es fehlt das rechte Erntewetter. Kaum zwei Tage Sonnen- schein, dann treten wieder die Riederschläge ein. Aber über eigentliche Rässe darf man nicht Hagen. Sehr üppig sind die Kartoffelfelder: sie stehen in voller Blüte. Doch auch sie haben nun genügend Feuchtigkeit auf genommen. Dem Gru -- met kommt das allzeit feuchte Wetter sehr zu statten. Der Preis für gutes Sy&i beträgt 650 Mk. für den Zentner. Klug hat gehandelt, wer Som - in erraps gesät hat. Das.feuchte Wetter laßt ihn sehr gedeihen. Dadurch erhalten die Bienen doch etwas Ersah für den mageren Honigertrag des Dorsommers. Kreis Schotten. □ Meiches, 29. Juli. Die in der Rächt zum 4. Juni abgebrannte Hofreite des Bürgermeisters Rau wird gegenwärtig wieder aufgebaut. Schon stehen die aus einheimischem Basalt errichteten Grundmauern. Die Familie des Bürgermeisters hat bei Verwandten Wohnung genommen, während das Geschäftszimmer im ersten Stockwerk des hiesigen Pfarrhauses untergebracht wurde. Der Geistesgegenwart des Bürgermeisters Rau verdankt man die Rettung des größten Teils der amtlichenRegistratur, der wichtigsten Alten des Ortsgerichts und Standesamts. In dieser Woche besichtigte der Kreis-- älrkundenpfleger Prof. Dr. Roeschen (Laubach) die Registratur und das Gemeindearchiv von Meiches. Wie inan hört, hat dieser Beamte fest- gestellt, daß der Brandschaden am Bestände der alten Akten doch nicht so schlimm gewesen ist, als man allgemein annahm. Es soll der wichtigste Teil gerettet fein. Aus alten Archiven hat Prof. Dr. Roeschen mancherlei geschichtlich Bedeutsames, so 'über die alten Zehnten und Gerechtsamen, auf- gesunden. 12! flau bad), 30. Juli. Heute hielt der hies ige Gesangverein „S)ar m o n t e“ das Fest seiner Fah nen weihe ab. Die Stadt war mit Fahnen reich geschmückt; am Bahnhof und an den Toren waren geschmackvolle Triumphbogen errichtet. Morgens 9i/2 älhr sand in der Stadtkirche gemeinsamer Kirchgang statt. ■Heber 30 Vereine von nah und fern trafen nach und nach ein. zum Teil mit geradez u prächtigen Fahnen und Bannern. -Um 1 Uhr bewegte sich ein sehr stattlicher Festzug durch die Straßen der Stadt nach dem Festplatz (Halle). Rachdem der Bürgermeister namens der Stadt die Festgäste begrüßt hatte, hielt Herr Dekan Volp die Weiherede. Eingerahmt wurde der Festakt durch einen Prolog und stimmungsvolle Lieder der „Harmonie". Sodann entwickelte sich ein munteres Treiben auf der „Halle", das bis zum späten Abend dauerte. Von einer besonderen Bühne herab erfreuten Darbietungen der einzelnen Gesangvereine in reicher Abwechselung die Zuhörer. Begünstigt wurde die 5?ter durch herrliches Wetter. □ Ausdem südlichen Vogelsberg 30. Juli. Durch die Regengüsse der letzten Woche war die Heuernte unliebsam verzögert worden. Jetzt ist sie nahezu vollendet. Ebenso wurde die Bearbeitung der Hackfrüchte durch das Geographische Entdeckungen der Eperest-Expedition, Der Letter der Everest-E^pedttion General E. I. Druee, der bekannttich vorläufig die Bezwingung des Gipfels der Erde aufgegeben hat und nach Indien zurückkehrt, sendet Londoner Blättern ehren Bericht von der Rückreise, in dem er wichtige geographische Entdeckungen mit» teilt Er betont, daß die Erfahrungen der Expedition alle Teilnehmer jedenfalls viel hoffnungsfreudiger gemacht haben, das Ziel endlich doch zu erreichen, als sie vorher waren. Man kann jetzt als sicher annehmen, daß bei besserem Wetter eine gutgewählte Schar von Bergsteigern eine größere Höhe auch ohne künstliche Sauer- ftrffzufuhr erreichen kann, als sie diesmal erreicht wurde, nämlich 27 200 Fuß. Der Mensch , kann Rächte in Höhen von 25 000—25 500 Fuß ohne, Sauerstoffzufuhr aushalten, und Menschen in noch größeren Hohen, die plötzlich der Zufuhr von Sauerstoff beraubt werden, werden dadurch nicht geschädigt. Die Bergsteiger, die aber zunächst einmal eine große Höhe erreicht haben, sind dann für einen zweiten Versuch noch höher vorzudringen, nicht geeignet oder jedenfalls erst nach einer beträchtlichen Zeit. Auf dem Rückmarsch besuchte General Druce das Gebiet von Karta und das wundervolle Karma-Tal und beschloß, die Schluchten des Arun-Flusses zu erforschen. Die Gxpedttion bestand aus 46 Trägern, von denen keiner weniger als 100 Pfund trug; darunter befand sich auch eine Tibetanerin, die ein 160 Pfund schweres Zelt über den Chogla brachte. Der Ausgangspunkt von Saki-Tang war etwas über 11 000 Fuß über dem Meeresspiegel, und der steinige steile Weg, der etwa 5000 Zchh hoch über den Chogla führte, bevor man zu dem Lager von Chotorbo herabstieg, war sehr beschwerlich. Das Lager befand sich zwischen dem Chogla und dem Samohunla in etwa 14 000 Fuß Höhe. Der Photograph der Expedition Kapitän I. Roel erforschte mit einigen Männern die Schluchten des Arun. Der Arun, einer der Hauptnebenflüsse des Kvsi, entspringt hinter Marantoo, bewässert die Ebenen von Frngri und Kamba in Tibet und bricht sich dann seinen Weg durch die Haupttette des Himalaja, gerade zwischen den riesigen Berggruppe: des Everest auf der. einen und he« öes Leipziger Antiquariats Huschle übergeganges sind, werden im „Kunstwanderer" interessante Äußerungen des Meisters zur Geschichte seiner Denkmäler mitgeteitt So schreibt er über das Hamburger Brahms-Denkmal: „Eine erfreuliche Rachricht. Meine Brahms-Entwürfe sind mit einstimmiger Wahl akzeptiert worden — Bürgermeister, Senat und Komitee und Baumeister Allerdings wenig Geld." „BrahmS ist viel weiter," hecht es ein andermal. „Aber die Arbeit körperlich furchtbar anstrengend und für den Kopf auch." Schließlich schreibt er im Rückblick auf die Arbeit des verflossenen Jahres: „Ich darf stolz sein Heuer: Brahms fertig. Aula-Bild. Dom Tode fertig, und jetzt sehe ich den endlichen Abschluß der Sachen vor mir. Unb da bin ich Dir viel Dank schuldig." In drei Briefen beschäftigt er sich mit dem Richard-Wagner-Denk mal, das für Leipzig bestimmt war, von ihm aber nicht aus- geführt wurde. Klinger hatte für Wagner nicht die starke Begeisterung wie für Brahms; es fehlte ihm die eigentliche Schaffensfreude, und so zogen sich die oorberettenden Arbeiten durch Jahre hin. „Die Stimmung ist schauderhaft", schreibt er. „Wagner steht unberührt. Müßte eigentlich zur Sitzung. Aber da war Stadtrat D. wegen Wagner . . . Diese gottverdammte Musike." Den endgültigen Abbruch der Arbeiten die Wunde. Ich habe heute den Dagner-Mar- bezeichnet der Sah: „Ein kleines Pflaster auf mvr verkauft." Vom Beethoven-Denkmal, das bekannttich in ganz Deutschland gezeigt wurde, bevor es nach Leipzig kam, handelt ein Brief, in dem sich Klinger mit launigem Spott darüber beschwert, daß er für die 2llls- stellung des Denkmals von einem Berliner Kunsthändler kein Geld erhalten habe. In komischer Versen dichtet er: „Ra siehste — Wer ist nicht machten begeben, und der Anspielungen auf jüngste Ereignisse sind eine ganze Reihe. Trotzdem ist das Werk kein Tendenzdrama der Art, daß es mit stark aufgetragener eindeutiger Absichtlichkeit ein gewisses Dvgnia verfochten würde. Gewiß, der Ausgang spricht klar und zukunftsvertrauend von der Hoffnung, die auf dem Ewig- Weiblichen und ber Idee des Mütterlichen beruht, stellt symbolisch das Kind als Träger des Der- söhirungsgedankens hin: aber der Autor ist doch auch unparteiisch genug, anderen Anschauungen ihr Recht zu erteilen, den Verrat am eigenen Volk als gemeine Riedertracht zu geißeln und die elle Verquickung von Pazifismus und Selbstsucht. die gar nicht so feiten ist, zu entlarven. Es ist ein ernst gemeintes, ehrliches Werk — »ein himmelstürmendes! Dem Ideenkreis so vieler Dichtungen der Rachkriegszeit verwandt, teilt es mit ihnen weder den politischen Radikalismus noch die Maßlosigkeit der Form. Der Aufbau mutet mitunter etwas primitiv in technischer Beziehung an, Verwicklungen fehlen oder teerten gar zu einfach begrüntet; allerdings scheint es, daß überstarke Kürzungen (die die Freilichtaufführung bedingte), die innere Verbindung und Steigerungen der Kompositionen nicht genügend hervortreten ließen. Die Aufführung, von Arnold Reuweiler geleitet, war leider nicht ganz ausgeglichen und brachte das Shmbvlischs, Äeberzettliche nicht voll zur Geltung. Hem Kurt Gerdes (König) hatte gute QIü)mente, Frau Ada Mahr gab der Königin die milden Töne einer weitschauenden Huma- nitätskünterin, Eduard Heß war als Kleanthes ein glatter zungengewandter Demagog. — Das Stück wurde vom Publikum mit Aufmerksamkeit und Spanrmng angLhvrt, und ter Verfasser konnte zuletzt für starken Beifall und Hervorrufe danken. Dr. Georg Schott. MIT „m $ie. Wetter begünstigt. Auch ter Lein verspricht eine gute Ernte. Roch vor 20 Jahren war Engelrod die einzige Gemernte im Vogelsberg. wo noch etwas Lein gezogen wurde. Während des Krieges änderte sich dies. Man zog immer mehr Flachs, und auch das Spinnrad wurde nieder aus dem stillen Winkel hervorgeholt. Man lernte das selbstgefertigte Linnen wieder schätzen und erfuhr die Wahrhett des Sprichwortes: „Selbstgesponnen, selbstgemacht, ist die beste Dauerntracht." Leiter werden die Arbeitskräfte auf dem Lande immer teurer, Zug nach der Stadt hält immer noch an. bleibt dem Landvolk gar wenig Zett für Spinnrad, denn die vielfachen Arbeiten Landwirtschaft nehmen zuviel Kräfte in__ fpruch. Trotzdem bürgern sich die „Spinnstuben" ter guten alten Zett, wo das Spinnrad summte und man alten Sagen lauschte, wieder ein. 8-Aus dem Vogelsberg, 31. Juli. Ein richttges Pilzwetter herrschte zur Zeit, Die Pilze schießen wie aus dem 'Voten gezaubert hervor. Rur ter Fliegenpilz ist noch nicht zu sehen, er kommt erst im Herbste. Sein gifttgster Verwandter, ter- Knollen- blätterpllz, ist dagegen sehr häufig zu finden. Die besten Speisepilze, der Herren- oder Steinpilz, ter Pfifferling, das Rotkäppchen und ter Birkenpilz liefern reiche Deute. Sehr selten tritt in diesem Jahre ter Champignon aus. Das feuchtwarme Wetter gebietet doppelte Vorsicht; denn gar zu leicht verderben die Pttze. Die häufigen Pilzvergifturtgen, denen man liest, sind ernste Warner. Kmohonjunga auf der anderen Seite. ZwischLN EnttäuschungLn, die uns wurden, von Hoffnungen dem von der Expedttion aufgeschlogenen Lager “•JC * """ r ’ bei Karte und dem Dorfe Kyima-Tang, die etwa 30 Kilometer voneinander entfernt sind, stürzt ter Fluh eine senkrechte Höhe von 4000 Fuß herunter. Man war besonders gespannt, ob dieser Sturz in einer Reihe von gewaltigen Wasserfällen oder anders erfolge. „Bon Cbrttomv", so erzählt Kapitän Roel, „führt ein kleiner Hirtenpfad am linken Ufer des Flusses nach Khima-Tang. Wir kamen schließlich ermüdet zu ter Brücke, die zu dem Dörfchen Khima-Tang führte, wo ein friedliches Völkchen in kleinen Hutten lebt. Der Pfad steigt dann auf über Klippen, die die Aussicht auf den Fluhlauf in den Schluchten darunter verbergen. Aber beim Höhersteigen zeigte sich über dem Tal ter großartige Wasserfall von Tsanga, der einiige Tausend Fuß hoch ist. Der Arun hat keinen großen Wasserfall, sondern läuft durch drei tiefe Schluchten, von denen die eine bei 1 W __uv 20-21 21-22 • 158 265 „ 155 717 „ 9.35 9 20 22-23 137 995 „ 816 23-24 119616 „ 7.07 24-30 102 738 „ 6 07 30-31 w 60 569 „ 3,58 35—36 Jahren 36 247 oder 2.14 „ 40-41 ., 16 814 0 99 , 45—50 14510 0 86 „ 54-55 „ 1 292 0.08 „ 55—60 734 0.04 . über 60 Jahre 500 0.03 „ o^6hiT N Ldr üg N an. Qo en S> & wieder Ä2L “ä bm L qiJ? Herbste. Ja Mfiü. Ä* «ftfi ZL^°b°" «e. fe LiP^ $* £ eine **1 erhalten. 5^ len bei Aruer^no 'Tasten durch M« '°in fnier LrS- Denn es die 2«. -ntersaa! eine an- die AuffühiM, P^svnen besucht u. HL 31. Juli. Die 0t* Dau von 14 Lsh. Einwohner» Dithilse. Die Fuhren, dieHand- hostsgebäude, die - Arbeiter, schach, die TMude aus diszipliniert zeigen, ingen Verden. Ai! gönnen. Aus diese rt, die sich in die e Gemeinde hofft, nc Weise, die hot» ewcrbe. 31. Juli. Die Ar« irndeslonferenz der gestellten und Dc- liier ausgestellten abgetönt. Ser Entscheidung an« escchr. das) imDr» b Waldeck es ju den Dautech' ebern kommt. Mg lngrstellten. , 31. Juli. Heute Ti d-e Abstlm- !lten über den yt übersehen lä&L Mehrheit für r Die endgültig» )tlick> am Mttvoch iq im Hippodrom inj «ÄSft egmn i« Li-«' thoven lichte üdergegM jerer“ interessante r Geschichte seins rib, er über das (mal: M er° hmL^twürsesmd >rl worden - Dur ,e und W* LIS ÄS UZ« LE für |W*|5 ist!?T®üfitc s Lr M . bleibt? ist r^gyM; «r^rWTT&rT erSt G. von Dleichenbach war Aufkäufer der Meichenröder Einkaufsgenossenschaft. Als solcher hatte er auch die Verteilung des Ende Rovember 1921 angekommenen Ammoniaks zu besorgen. Er etoirete sich dabei drei Sack Ammoniak rechtswidrig zu und lieh sie durch den Zeugen Sch. in sein Haus fahren. Einen Eintrag in die Liste machte er nicht, so daß etwas mehr wie drei Zentner als Tteriuft gebucht werden muhten. Zur Verteidigung brachte der Angeklagte vor, der Eintrag in die Liste sei nur versehentlich nicht erfolgt; die drei Säcke feien nicht für ihn, sondern für seinen Schwager E. bestimmt gewesen. Auf diese Weise hatte er auch seinem Schwager eine Anklage wegen Hehlerei zugezogen. Das Schöffengericht Ortenberg hatte beide Angeklagte freigefprochen. Die Strafkammer verurteilte G. wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 1500 Mk. und bestätigte das freisprechcnde Urteil bezüglich des E.: dieser habe sich zwar einer Begünstigung schuldig gemacht, die aber straflos sei, weil sie einem Angehörigen zuteil geworden wäre. Hochschulnachrichten. Jena, 31. Juli. (WTD.) Der Geologe mib Kvlomalforscher Professor Dr. Karl Dove ist nach längerem Leiden gestorben. Kirche und Schule. wg. Gedern, 31. Juli. 3n der Nähe der zur hiesigen Gemeinde gehörigen Kolonie Schönhausen wird am Sonntag, 6.August, ein christliches Waldfest gefeiert werden. ES ist bestimmt für alle Gemeinden der näheren Umgebung. Ansprachen werden halten die Pfarrer von Wenings, Mittel- und Ober-Seemen. Sin Posaunenchor aus Frankfurt a. M., sowie die Kttchenchöre von Gedern und Ober-Seemen werden Mitwirken. Landwirtschaft. zi Aus dem Schliherland, 31. Juli. Die Kornernte hat auch hier in vergangener Woche begonnen, reichlich 14 Tage später als im Vorjahre. Der Ertrag ist eine gute Mittelernte, teilweise auch besser. Der Hafer, der nächst dem Korn hier am häufigsten ange> baut wird, ist noch weit zurück. Wenn es für unseren Sandboden auch noch nicht zuviel geregnet hat, so sehnt der Landmcmn doch Sonnenschein und beständiges Wetter herbei, damit die Fruchtreife schneller erfolgen und die Erntear- beiten ungestört voraerschretten können. Viel Sonne hat vor allem der Sommerweizen noch nötig, der durchweg schlecht steht, trotzdem ihm die ersten Sommerregen noch sehr zustatten kamen. 3m allgemeinen wird man mit der Ge° famtgetreibeemte zufrieden sein, wenn sie auch nicht an die CReforbemten der Vorjahre heran- reicht. Gut war das Wetter seither für die Ha ck f r ü ch t e, besonders in den sandigen Lagen der Gemarkungen. Wenn wir nicht einen zu nassen Rachsommer bekommen, darf mit einem reichen Kartoffel- und Gemüsesegen gerechnet werden. Auch eine reiche Ob st ernte reift heran. Aepfel, Birnen und Zwetschen hängen übervoll. Turnen. Sport und Spiel. Dundes-Schwimmfest des Hessenbundes e. Verband evang. Iugendvereiue in Hessen. Am Sonntag, den 6. August 1922 findet auf Einladung des Wartburgvereins und in Gemeinschaft mit der Iugendvereinigung der Matthäusgemeinde, die beide dem obengenannten Verbände angehören, das diesjährige Bundes-Schwimmfest des Hessen- bundes e. V. in Gießen statt. Zahlreiche auswärtige Meldungen sind bereits eingegangen, von denen besonders Offenbach und Worms genannt zu werden verdienen. Diese Veranstaltung soll zu gleicher Zeit das Interesse für den in Gießen noch wenig betriebenen Schwimmsport Wecken. Alles Aähere ist aus den Inseraten zu ersehen. Erfolge der AMetrkmannschaften des Gießener Sport-Mub von 1900 cm vergangenen Sonntag. Beteiligung an den westdeutschen Meisterschaften in Bochum, an den Wettkämpfen in Butzbach und Her s f e l d. Das- bedeutende Ereignis, die Westdeutschen Leichtathletik-Meisterschaften rn Bochum brachten den teilnehmenden Clublern Paulus und Fischer diesmal keine Meisterehren. Paulus, der vorjährige westdeutsche Hürdenmeister, mußte seinen Titel an den Kbkner Hr^fmarrn (BB.E.) abgeben. Daß er dies nicht ohne Kamps tat, beweist die bisher beste von ihm gelaufene Zeit — 16,3 Sekunden, nur Brustbreite zweiter hinter dem Sieger, der 16,2 Sel. benötigte. Beide liefen unter der bisherigen westdeutschen Rekordzeit (16,4 Sek. aufgestellt von Röhr, Dortmund, im Jahre 1914) ein erbittertes Rennen fast im Gleichschritt nebeneinander bis ins Ziel. — Fischer holte sich schon in den 200 Meter-Dorläufen eine Muskelzerrung, die ihn zwingt, bis auf weiteres auszusehen. Die 2. und 3. Rennmannschaft des Clubs 19 00 bestätigte ihre überlegene Form durch Erringung fast sämtlicher ersten Plätze bei den leichtathletischen Wettkämpfen des D. f. R. Butzbach. 100 Meter-Lauf: But- terow 12,2 Sek.; 300' Meter-Lauf: Kochern 41 Sek.; 1500 Meter-Lauf: Kochern in 5,04 Min.; 4 mal 100 Meter-Staffel: 1. 1900 I. Mannschaft in 48,1 Sek., 20 Meter zurück T. V. Heuchelheim, 3. 1900 zweite Mannschaft (außer Konkurrenz); Wettsprung: von Eicken. Des weiteren war die 1. I u g e n d Mannschaft unter Führung des Seniors Sammler in Hersfeld bei den leichtathletischen Wettkämpfen derSpvrtgemeinde „Hesfen“. Sammler gewann das Diskuswerfen mit 29,90 Meter. In den Iugendkonkurrenzen blieb Halt- mann im 400 Meter-Lauf in 61 Sek. erster Sieger. Hersfeld wies starke Beteiligung von Eisenach, Göttingen, Kassel, Fulda, Bebra auf, die den Gießneru das Siegen schwer machten. — Der Gießener Ruder-Club „H a f f i a" hatte zu der am 30. Juli vom Süd- därtschen Ruderverband abgehaltenen 40. Regatta in Flörsheim nur seinen »Senior-Einer", den jetzigen Süddeutschen Meisterskuller Hermann D e n z l e r entsandt. Es gelang diesem wiederum, den Altmeister Muhr^vvm Mainzer Ruder-Cl. 03 mit zwei Längen zu schlagen. — Gesellschaftsspiele zwischen Sportklub Riederwald und Sportklub Vorwärts-Gießen fanden am ver- gangenen Sonntag statt. Um 1 Uhr begann das Spiel der 2. Mannschaften, das mit 2:0 für Dvrwärts-Gießen entschieden wurde. Um 2Vs Uhr traten sich die 1. Mannschaften gegenüber. Wäh- renb der ersten 20 Minuten wurde das Tor der Gießener MaNitschaft hart bedrängt, barer aber riß „Vorwärts" die Führung an sich und entschied das Spiel mit 9:0 zu feinen Gunsten. — Fuß ballka mpf Rürnberg- Für th— Leipz ig 3:3. In Nürnberg trafen sich am Sonntag die Städtemannschaften von Leip- I zig und Nürnberg-Fürth zum Städtekampf, der unentschieden 3:3 endete. In der ersten Halbzett I hatten die Mitteldeutschen mehr vom Spiel, dann 'touren die Rümberger, die nicht in stärkster Drf- slellung angetreten waren, gut auf. 3m Verlaufe der zweiten Spielzeit wurden zwei Rürnberger Spieler verletzt und Popp trat als Ersatzmann ein. Trotz der nur 10 Rümn glich Rürnberg den Kampf, den bis dahin die Leidiger mit 3:1 geführt hatten, aus. — Das Fu ß ballturnier in Bad Kissingen, an dem vier Mannschaften aus Wien, Fürth, Berlin und Würzburg teilnahmen, endete mit dem Siege der Spielvereinigang Furch, die im Vorspiel Tennis Dorussia-Derlin mit 11: 0 und im Endspiel die Würzburger Kickers, die Bezwinger des Wiener Athl.-Club, der 'mit 2:6 unterlag, mit 7:1 abfertigte. — Handballwettspiel. Am vergangenen Sonntag trafen sich die l.Seminar- handballmannsckaften Wetzlar und die des M. T. D. G i e h e n zum fälligen Rückspiel Die Seminar-Mannschaft trat nicht vollzählig an. und so wurde nur mit 9 Mann gespielt. Der Spieleifer der Wetzlarer Mannschaft sandte das 1. Tor ein. Allein im weiteren Verlaufe gewann Gießen die Oberhand. Das Spiel wurde mit 8:2 zugunsten Gießens entschieden. Groß- Felda, 30. Juli. Ein grötz^ res Schauturnen, das mit einem Wetturnen verbunden war. veranstaltete der hiesige, sehr rührige Turnverein. An baS Dereinswett- turnen am Vormittag, das bei guter Beteiligung sehr gute Leistungen zeigte, schloß sich am Rach- mittag ein Riegenturnen der Gastvereine an. Dabei erhielten die Rote „sehr gut“ Tv. Alsfeld (Männerriege arm Darren), 118 Punkte; Td. Alsfeld (Schülerriege am Reck), 116 P; Tv. Alsfeld (aktive Turner am Barren), II51/2 P. Tv. Groß-Felda (Darren), 106y2 P. Mit bei Rote „gut“ wurden bewertet: Tv. Riedec-Ohmen (Darren), 99 P.; Tv. Storndorf (Stabübungen), 96V.. Punkte. Tv. Helpershain (Reck) erreichte mit 74 Punkten die Rote „genügend“. Del derSteger- verkündigung hielten der Vorsitzende Schäfer und Postverwalter Uf tnger echt turnerische Ansprachen. Der hiesige Turnverein ist einer der ältesten Landvereine im Gau Hessen Vermischtes. Schweres AutomobikmgLck. fpd. C 0 b l e n z, 31. Juli. Sonntag nachmittag fließ ein von Arenberg kommendes Personenautomobil in voller Fahrt gegen eine Straßenbahn. Der Kraftwagen überschlug sich, und die Insassen wurden herausgeschleudert. Zwei Personen wurden auf der Stelle getötet, eine dritte lebensgefährlich verletzt. Der vierte Mitreisende, der rechtzeitig aus dem Wage» sprang, blieb unverletzt. mm, ...... Motorradmeisterschaft von Preussen Olympiabahn Berlin i-s Sonntag den 30. Juli 1922 Fritz 7B8u V. Opel auf TELEORAItüM Olympia-Rennen Berlin Motorradmeisterschaft von Preussen! Blasse I bis 1,14 P.S. 15 Konkurrenten 1. Vorlauf : Sieger Frits von Opel, Endlauf2 Sieger Fritz von Opel. Klasse II bis 1,5 P.S. LS Konkurrenten 1. Vorlauf: Sieger Frits von Opel, Endlauf: Sieger Frits von Opel. Klasse III bis 2,28 P.S. 1. Vorlauf: Sieger Frits von Opel, Endlauf: Zweiter Fritz von Opel. Alles auf 1,14 P.S. Opel-Hilfsmotorrad und Peters Union l^sölllgen Serien-Fahrradreifen. Sämtliche Runden ohne Defekt trotz stark radierender Bahn. Durchschnittegeschwlndigkelt über 72 km. Herzliche Glückwünsche Fritz von Opel Peters Union-Reifen Dr.Stuhl praktiziert wieder Samstags nachm. keine Sprechstunde 7144 Eichener TurnerjW (T.-D. und M.-T.-V.) Heute Dienstag, abends V,8 Uhr, am Bahnhof Empfang der Sieger und Siegerinnen r.KrkiSturnseß in Aschaffenburg. Mit Musik. Die abholenden Turner und Turnerinnen marschieren um I Uhr geschloffen von ihren Turn- challen ab. 7146v Die Vorstände. Weißes emailliertes eisernes MWimerN mit ob. ohne Matratze aus gut. Hause gesucht. Schüft!. Angebote unt-7160 a- d.Gietz. Anzeiger. •• II II Pvezi osa -Büro -Ei nrichtunqjhaus Frankfurt am Main -2 Kaiserstrasse -- Osrvaldsgarten Zirkus Heppenheimer München Mittwoch den 2. August WiDMgs-Wßlliiiig mit einem Riesen-Spielplan An den folgenden Tagen täflL 81/» Ubr Vorstellung. Leitung: A. Hagenbeck. tapäirae werden angefertigt. Gestelle können zugegeben werden. [6300a ' Frische seesische heute und folgende 07432] Tage eintreffend. C.G.Kleinhenn Bahutzofftraße LS. M D. H.V. Ortsgruppe Gießen mittmofi, r.Mg..sv°W. im Sanfin.VmlnMvs Monatsversammlung. U. 2t.: „Die verleumderische Hetze des 3citireh verbandes der Angestellten gegen den D. H. D." 7158v Der Vorstand. Wohin gehen wir? Zu Süskinb, Neuenweg 29. Hier erzielt man die böchsten Preise für Wein- und Cognakflaschen [nM mSüskind, Nmmkg Lff, Achtung! Suche Hundeamme Raffe gleich, möglichst sofort, in liebevolle Pflege gegen gute Belohnung, evtl, auu Kauf Gastwirt Becker, Bersrod (Telephon Rr.»» trotzen BuseS). Gießen, Ostanlage 19. 07424 im Alter von 56 Jahren. gesucht. 07399 ME, Weil 07 «17 gesucht. 7125 7140 ELelmelall-Derroerlung. Mühlstratze 2. gesucht. 7022 Nla" Haasenstein & Vogler, Köln. 7112A Arbeit bei 07412 verknusen. 07410 Zeilstrane 25. 07428 abzugeben. 07427 Wohnung vorhanden! 7054 Tine große Auto- und Fahrradhandlung sucht per öfort einen tüchtigen möglichst technisch gebildeten Ftrma I. 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Gußstahlwerke 827,- 740,- 732,- 844,- 770,- 475,- 420, - 74,- 815, - Kurs 31.7. 77,50 114,- 200,- 79 oO 470 - 439 - 280 - 267, — 482,- 3ö8 — 284,- 240,- 270,- 2360, - 765,- 1265 - 720,- 740,- 815,- 760,- 485,- 422,- 76,10 797,- 179,— 1426,80 31,54 222,80 368,50 23.38 23.85 41.40 0.265 525.50 1.625 0,085 698,- 1475,- 845,- 752,- 752,- 855,- 763,- 489,- 439,- 73,- 835,* zu durchleben, tung hieraus Wertvolles. — Otto 100 Mk. 100 Kr. = 100 Kr. --- 100 Fr. » 1 £ ™ Prima alte und neue Leihgestern, den 31. Juli 1922. Bürgermeisterei. 1,40 1423,20 31,46 222,20 367.50 Krofdorf, den 26. Juli 1922. Der Bürgermeister. Kurs 23.7. 77,50 117, — 2j5,— 83,-» 457.— 334,— 278,- 270,- 466,- 388,75 288,- 238,- 268. - ilnmnnneftenen: MüllVIO 19 Liltzer Str. 20 kkleogllsse 15 (Werkstatt) B. Brüte (ieöigftr. 63. Drüssel-Anttv. . Christiania . . . Kopenhagen . . Stockholm. . . . HelstngforS. . . Italien . . . . . London Reuhork Paris . Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag . Budapest.... Buenos Aires . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro fest. Privatdiskvnt 5 Prvz. Frankfurt a. M., 1 August Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Distrikt 4e, 8d, 9b, 12a — 5 Stämme II. Kl. — 5,88 Fstm. Distrikt 4e, 8d, 9b, 10b, 11a, b, 12a, 13a, 15a, 16, 23c, 24d --- 65 Stämme III. Klasse = 40,70 Fstm. Marknotienmgeu. Für 100 deutsche Mark wurden 1,3a 1596,- 31,21 244,67 <13,45 307,- 9188,— lauteten höher. Roggen neue Ernte war am Markt und wurde ungefähr wie alte Ware be» zählt. Mais lag noch ruhig. Wintergerste anziehend, Hafer fest. Mehl war stark gesucht. Größere Nachfrage stellte sich für Futterstoffe ein. Begehrt waren ferner Hülsenfrüchte, Oelsaaten. Preise: Weizen alsbaldige Lieferung 3000 Mk., Roggen 2400 Mk., Sommergerste für Drauzwecke 2700—2800 Mk., Hafer 2800 Mk., Mais Laplata 2550—2600 Mk., Mais Mixed 2500 Mk., Weizen- Mehl südd. Spezial 0 3800—3850 Mk., bei Waggon bezug ab Mühlenstation, Roggenmehl 2850 bis 2900 Mk., Weizen- Und Doggenkleie 1550 bis 1575 Mk., Heu südd., gut gesund, trocken 1500 Mk. von 7100 bis 7300 Mk., Fettschweine über 150 Kilo von 7100 bis 7900 <1RL, Sauen und Eber von 6600 bis 7100 Mk. — Die Preise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Frankfurter Getreidemarkt. Frankfurt a. M., 31. Juli. Die Tendenz des Getreidernarktes ‘teer ausgesprochen fest, aber keineswegs lebhafter als in vergangener Woche. Troy der Devisenhausse halten Verkäufer wie Käufer es für ratsam, Zurückhaltung zu beobachten. Es wurden wirklich höhwe Preise für dringenden Bedarf bezählt. Die Umsätze im Bor- mittagsverkehr waren bescheiden. Für Weizen bestcmd größere Nachfrage und die Forderungen Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . . Felten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4% Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Dereinsbank Wechsel*auf Holland Deutschland . . . . Wien Prag Paris London Italien ...... Brüssel....... Budapest Reuyork....... Agram....... Warschau 31.7. -,79 -.40 -.72 -.,60 6500,- 8,10 Bnllenverkanf. Die Gemeinde Lang-Göns beabsichtigt die Abschaffung eines feiten, ca. 20 Zentner schweren Bullens. Preisangebote pro Zentner Lebendgewicht find verschlossen bis spätestens Freitag, den 4. August ds. Js., nachmittags I V« Ufjr, bei der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Bedingungen einzusehen sind. Zuschlagsfrist 3 Tage. Lang-Göns, den 31. Juli 1922. Bürgermeisterei Lang-Göns. Delten. Gießen, den 29. Juli 1922. Hessisches Amtsgericht. Hans Götz, Meur, Afterweg 1 Kilo 250.— Mark. 235, 275, 1360 790, 2270 1400, 29. 7. -.86 -.43 -.79 -,68 13zC, ~ 1374, 3000, - 3030, 854,- 880,. Los III Distrikt 8d, 9b, 15a = 157 Stämme IV. Klasse — 41,35 Fstm. Los IV 4e, 10b, 11a (Nr. 307-315), 12a, 13a, 19, 20, 23a = 170 St. IV. Klasse = 39,46 Fstm. Aus dem Gemeindewald soll auf dem Wege des schriftlichen Angebots abgegeben werden: Los 1: 6 Stämme 5a. Kl. = 2,85 Fstm. Los 2: 71 Stämme 5b. Kl. — 15,10 Fstm. Los 3: 10 Derbstangen 1. Kl. — 1,02 Fstm. abzugeben. 7130 M.d.We-tMWU Telephon 178. Die Gemeinde Krofdorf (Kreis Wetzlar) beab, sichttgt folgende Holzmengen im Wege des schriftlichen Angebots zu vergeben: Los I Handel. Berlin, 31. Juli. B ö rfen st im m u n gS- b i l d. Unter dem Eindruck des stcrrk rückgängigen Neuhorker Mcrrkschlußk-rrses vom Samstag setzte sich hier die Steigerung der Devisenpreise fort. Die Stimmung war zeitweise recht nervös. Die Geldkurse überstürzten sich Fast niemand wollte abgeben. Dieser Bewegung lagen mehr Angst- <>ls direkte Bedarfskäufe zugrunde und b ei kleinem verfügbaren Material waren die Abschlüsse nicht besonders groß. Auszahlung Neuhork setzte mit ungefähr 620 ein, und stteg dann m raschen Sprüngen biS annähernd 670, andere Notizen entsprechend ntit tn die Höhe ziehend. In ver- - stärttem Maße machte sich die Rückwirkung hiervon aus die Kursbildung der Wertpapiere geltend. Besonders interessant ist, festzustellen, daß Vie setther trotz der fortgesetzten Devisenpreis- . steigerung unbeachtet gebliebenen Jndustrieaktten heute von der Spekulation mit der Begründung zurückgeblieben im Kurse durchschnittlich um 20 bis 50 Prozent heraufgeseht wurden. Für » einige Papiere betrugen die Steigerungen auch 80 Proz., für Harpener, Kattowiher, Deutsche Kali und Theodor Gollsschmidt 100 bis 160 Proz. 8560,70 1,34 1600,- 31,29 245,32 414,55 310,- 9212,- Fraakfarter Schlachtdrehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Juli. (Amtlich.) Marktverlauf: Schweine langsamer Handel und etwas Ueberstond. Im übrigen flott geräumt. Im Einzelnen ^st zu bemerken: Aufgetrieben waren 1094 Rinder, darunter 152 Ochsen, 35 Bullen, 907 Färsen und Kühe. Ferner 302 Kälber, 100 Schafe, 1007 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Ochsen von 3000 bis 4400 Mk., Dullen von 3100 bis 3800 Mk, Färsen und Kühe von 2700 bis 4200 Mk. für beste Färsen, von 1800 bis 2800 Mk. für geringe Kühe und Färsen, Kälber (beste Qualitäten) von 4400 bis 4800 Mk., (mittlere) von 3800 bis 4300 Mk, (geringe) von 3200 bis 3700 Mk., Schafe von 1900 bis 3500 Mk., Schweine unter 80 Kilo Lebend- = 524*75 = 1.625 - 0,085 Angebote sind nach Losen getrennt pro Festmeter Zum 5. August, mittags 1 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst Oeffnung der Angebote erfolgt. Zuschlagsfrist 8 Tage. 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 117.80 97.80 23.80 799,- 509,50 460,- 76,- 850,- 179,50 Theodor Schmidt Augendiagnose und Homöopathie Gießen, Lonystraße 2 Straßenbahnhaltestelle Bürgermeisterei Sprechstunden außer Sonntags von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachm. gewicht von 6500 bis 6800 Mk., von 80 bis 100 Kilo von 6800 bis 7200 Mk., von 100 bis 120 Kilo von 7100 bis 7400 Mk. und für ö(e fett langem wieder einmal gehandelten Gebr. Boehler-Aktien 450 Prvz. Ausländische Rentenwerte und ausgesprochene Dal rta- papiere setzten angesichts der Markentwertung die Kurssteigerungen fort, so daß ungarische Gold- rente, Mexikaner, Rumänen, Griechrn und andere Dcrlkanrenten sowie Staatsbahn, Baltimore, Otavi und die übrigen Kolonialaktien sogar über 1000 Prozent fliegen. Die Steigerung der Bagdadbahn-Obligationen entsprach Wegeri der Zuspitzung der Dalkanlage durch das griechische Borgehen nicht ganz der Erwartung der Spekulation. Als später neue Käuferschichten cmsblieben, bröckelten die Kurse allenthalben teilweise wieder ab. Das anfangs lebhafte Geschäft lenkte in die bisher gewohnten ruhigen Bahnen ein. Für die zu Ei'.rhcitskursen gehandelten Jndustriepapiere ist überwiegend mit Kurssteigerungen zu rechnen. Frankfurt a. M., 31. Juli. Börsen-- st immungsbild. Im Gegensätz zu der ruhigen Haltung am Aktiemnarkt ging es auf dem Gebiete der ausländischen Renten lebhaft her. Unter dem Eindruck der Schwankungen des Dollars, der im Frühverkehr 630—622 genannt wurde, blieben die Umsätze noch bescheiden. Dorbörslich trat eine wesentliche Befestigung ein. Man handelte den Dollar mit 642—655. Im freien Verkehr war die Stimmung freundlicher und verschiedene Papiere wiesen Befestigungen auf. Benz 520—530, Becker- Stahl 535—545, Gebr. Fahr 580. Regere Umsätze fanden in Tiag statt. Hansa Lloyd 250 bis 290, Deutsche Petroleum 2275. In Montanaktien war der Verkehr lebhafter. Harpen er wurden zu den ersten Kursen 60 Prvz. höher ge- handelt. Mannesmann gewannen 55. Gelsenkirchener 100 Proz.. Elektrizitätspapiere lagen fester. Rückkäufe fanden in chemischen Aktien statt. Das Kursniveau hob sich auch bei den Maschinen- Auto- urrd ^llstoffaktien. doch blieben die Umsätze bescheiden. Der Einheitsmarkt hat sich wenig verändert. Das weitere Anziehen des Dollars auf 661—665 führte zu weiterem Anziehen in Kurs 28. 7. 77,50 117,— 207,- 80,90 449 - 323,- 281,- 268,50 465,- 3d5,50 283,- 240,- 279,- 13»5,- 745,- 1220,— 21m 25. Juli 1922 bezüglich der Firma Fritz Seebold, Hotel Einhorn, Gießen: Die Firma ist erloschen. Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Neuhork . . Paris. . . . Die Gemeinde Freienseen will einen gut genährten, zur Zucht nicht tauglichen Simmentaler Bullen Donnerstag, den 3. August d. Js., vormittags 11 Uhr, auf dem Rathause öffentlich meistbietend versteigern. 71040 Bürgermeisterei Freienseen. 3. 23.: Immelt, Beigeordneter. bin ich in der Lage Ernte decken in jeder Größe, prima Qualität, liefert billig [6958 MUMW SiM.SkikelZMgrz. Brief Datum: 27. Juli. 31. Juli. Amstd.-Rotterd. 23620,40 23679,66 25817.65 26882,35 4719 05 4730 95 5103.60 5116 40 10436,90 10463,10 1x384,75 1x414,25 13033,65 13066,- 14282,1014317,90 15830,15 15869 85 17403,20 17446,80 1258,40 126160 1368 25 1371 75 2771,50 2778,50 3096,15 3053,85 2706,60 2708,40 2971,25 2978,75 605,24 606,76 669,16 670.84 5013 70 5026,30 5398,20 5411,80 11610,45 11689,55 12684,10 12715,90 9*63.15 9486^85 3535,30 ------ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen: Am 20. Juli 1922 die Firma Maximilian H. Brand, Gießen. Inhaber ist Maximilian Hubert Brand in Gießen. Am 24. Juli 1922 a) die Firma Heinrich Baumann & Co., Gießen. Gesellschafter sind Heinrich Baumann in Gießen und Hermann von Trostorf in Rieder-Ingelheim. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Juni 1922 begonnen. Dem Schlosser August Baumann in Gießen ist Prokura erteilt, b) bezüglich der Firma Ludwig Kohlermann IV., Gießen: Die Inhaberin der Firma ist jetzt Ludwig Heiderich Eheftau, Emmy geb. Kohlermann in Gießen. Dem Ludwig Heiderich in Gießen ist Prokura erteilt. Kind. Eine Monographie. Verlag von Albert Langen in München. — Diese lange vergriffen gewesene Monographie erscheint jetzt in bedeutend erweiterter Qluftane. Otto Rühle hat sie völlig neubearbeitet. Er hat die Kriegs- und Nachkriegszeit in seine Untersuchungen embezogen und ihre unheilvollen Wirkungen erschütternd dargestellt. Das Buch ist nicht nur zeitgemäß wie bei seinem erstmaligen Erscheinen, — es hat heute eine erhöhte aktuelle Bedeutung. Drehstrom -Motore 1, 1 i/9, 3 P. 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Es kann sich soweit in den Weltenraum hinein von der Erde entfernen, daß diese mit Lichtgeschwindigkeit an jenem ruhenden Punkt vorübersaust und da- mit ttyvem Gravitator aufs ne je der Erdatmo- schwebenden Kabine aufgehoben ist. Sehr amüsant ist die Beschreibung der rein kommunistischen Staatsordnung, die das mutige Liebespaar bei seiner Erdlandung vvrfindet. Für die verwöhnten Spröhlinge des 20. Jahrhunderts sind diese Zwangseinrichtungen unerttäglich. Sie entfliehen mit ihrem Gravitator aufs neue der Erdatmosphäre. Schlemihls technischer Gewandtheit gelingt die Umstellung des Apparats, der jetzt, durch das Jahrtausend sausend, in die Vergangenheit zurücttehrt, um beim Landen zu explodieren. Schwer verletzt überleben die beiden Weltenwanderer das Unglück. Es ist das Jahr 1983 und die Blütezeit der aufs höchste ausgemitzten Technik. Die beiden Eindringlinge in die Zukunft aber müssen die Erfahrung machen, daß selbst die raffinierteste maschinelle Vollkommenheit die Menschheit ebensowenig beglücken kann wie öde Gleichmacherei. So überläßt denn Schlemihl seinen neu erbauten Gravitator unö den Ruhm, die Zett nach seinem Willen zu beherrschen, einem anderen Gelehrten, um selbst sein irdisches Glück nach irdischem Maß mit Frau und Kind in Leihfässern und Kannen liefern stets prompt und preiswert Großhandlung, Marburg Telephonanschlüffe Nr. 145 u. 754. 8MSD (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die deutsche Antwort an Poinearö. Berlin, 31. Juli. Wie der „Lokalanzeiger" meldet, fand am gestrigen Sonntag in der Reichskanzlei unter dem Vorsitze des Reichskanzlers eine zweite Besprechung mit dem Reichsfinanzminister Hermes und den verschiedenen Ressortchefs über die französische Note betreffend die Ausgleichszahlungen und über die deutsche Antwort statt, die bis zum 6. August erstattet sein muß. In der ersten Beratung der Ressortchefs am Samstag war Ausdruck gebracht worden, daß man keine Erfüllungsmöglichkeit der ultimativ gestellten Forderungen sehe, jedoch in eine sorgfältige Prüfung eintreten und das entsprechende Material für die deutsche Antwort vorlegen werde. Die gestrige Besprechung stand nun unter dem schweren Druck des am Samstag eingetretenen neuen Marksturzes, der die Möglichkeit eines nochmaligen Entgegenkommens, das vielleicht beabsichtigt war, nach Ansicht des Blattes völlig zerstörte. Der Entwurf der deutschen Antwort wird in der heutigen Kabinettssitzung formuliert werden. Es soll beabsichtigt sein, die deutsche Antwort etwa Mitte der Woche, d. h. noch vor Ablauf der zehntägigen Frist, abzusenden. Em deutsch-luxemburgischer Zwischenfall. Berlin, 31. Juli. Die „Morttagspost" erfährt aus Brüssel, daß di« bärtigen Blätter über einen schweren Zwischenfall an der deutsch - luxemburgischen Grenze berichten. Zwei Schmuggler, di« von deutschen Beamten verfolgt wurden, über- schrttten die Mosel und verschwanden nach Luxemburg. Die deutschen Zollbeamten schossen von der deutschen Sette auf die Flüchtlinge und töteten euren luxemburgischen Bauer. Der Zwischenfall soll in der dvrttgen Gegend starke Unruhe hervorgerufen haben. Die italienische Kabinettskrise. Rom, 30. Juli. (WTB.) Nachdem die Sozialisten den Vorschlag Orlandos ablehnten, mit den Fasziften oder der Rechten in ehr Kabinett einzutreten, hält man den Versuch Orlandos für gescheitert. Orlando begab sich abends zum König, um ihm über die Lage zu berichten. Nach diesem Besuche rief der König den Kammerpräsidenten zu sich. Dieser hatte dann eine lange Unterredung mit de Facta, dessen RücKehr man für möglich hält. Rom, 31. Juli. (WTB.) Orlando erklärte abends, daß er es ablehne, das Kabinett zu bilden. Russisch-japanische Verhandlimge«. London, 31. Juli. (WTB.) Die ,Times" melden aus Riga, daß Joffe, der am 27. Jull von Moskau nach Peking abreiste, Vollmachten habe, mit Japan zu verhandeln. la Wetteraaer große Früh-Kartoffeln Da« Holz ist geschält, aber mit der Rinde gemessen. Angebote, getrennt nach Losen, erbitte ich bis 7. August ds. Js., mittags 12 Uhr, mit der Aufschrift „Holzverkauf Krofdorf" an meine Adresse. Eröffnung der Offerten in Gegenwart etwa erschienener Bieter zu derselben Zeit. Bieter muß sich den hier geltenden Holzverkaufsbedingungen unterwerfen und dies bei Abgabe des Gebots schriftlich ausdrücken. Er bleibt 8 Tage vom (Eröffnungstermin an gerechnet an fein Gebot gebunden. Zahlung vor der Abfuhr und spätestens bis zum 1. September ds. Js. an die Gemeindekasse Krofdorf. Abfuhrftist bis 1. September ds. Js. Nähere Auskunft erteilt Forster Möller in Krofdorf, Kreis Wetzlar. Bud.» Eiseuw.» Akt.. D.-!Luremb. Bergw.. 1220, Gelsenkirch. Bergw.. 1301, r Harpeuer Bergbau . 3060, - 3050, Oberschl. Eisrnb.°B. 263,- 920, Oberschles. Eisenind. 68C,- 720, Phönir-Bergb.-Akt. 1430,- 1510 ~ ' 820,- 830, 756, 763, Frankfurt Berlin l-Uhr- 1-Uhr- Schluß- Ans, Rasiermesser , • AB usw. haarscharf zu schleifen. Teppiche aller Art und Größe, Möbelstoffe Tapesserien, Köesdungsstßcke, Felle reinigen und färben in bester, sachgemäßester Ausführung Bi^aybach & Fascber Neuenweg 4 Seltersweg 79a lei. 1553 Tel. 627 Gegr. 1848 -sprint fofl ceiertag rstzs * S iS' irtsü lm«» ‘-"Li, Die deuH NeReparationspc Wl' 9®%®; -M «sä Auhcr der wirM siäg deasvcämderbett anderer M DerspreM der Punkte!, bedeutet, hab- -ur Diedergutmachuug £en Schäden. M man enterer Meinung tägigen" 2-hadensersa Frankreichs. So Hai eine Äeparaüonsrechm Williarten Papier Summe, von der Keyw Revision des Frieden gerade eine pH an bung dessen, Ms m würde rechtfertigen fö' eine Reihe von St'chpi aus, daß selbst bei lib Läse die Forderung v für den Ersah der fier' ten Gebiet 3 V, fach die durchschnittliche Q festen Anlagen in de und Dergarbeite Aechming ein T^tm Goldmark ergibt! verlangt nämlich dafi Las macht zusammen Milliarden Franken! Keynes, dah im Durch reichs das 2 bis 3fc dens beträgt! In völlig gleiche ehemalige ilallenifche : ta Anssehen errege ’&’W «i dieser Frc deutsche bchadensersah licher Ententeschäden' El geschäht wissen ti harten dafür ein. Br ten fMizrjifchen Ach Ittorpensionen i Nutzungen, ter sich Itarnen Papierfranl W gerechtfertigt al Die man in Pa, umspringt, las * ®t«tag M Ianach hat füglich für ten Q toentä geforderte Su » um über io 8U &od) ermeiden und etwaige Bestellungen bei der Kleiderkasse rückgängig machen. Als Gründe für die Anordnung werden Rücksichten der Sparsamkeit genannt. Kreis Scholten. lug. Gedern, 31. Juli. Vom herrlichsten Welter begünstigt fand hier am Samstag und Sonntag das 30jährige Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr und der Kreisfeuerwehrtag für den Kreis Schotten statt. Am Samstag war B e g r ü - ßu ngsabend auf dem Festplah am Schloßpark. wobei Gefangsvvrträge durch den Männergesangverein „Liederkranz" und dem Arbeiter- gesangverein erfolgten, während die Damen- und Jugendriege des Turnvereins turnerisch? Darbietungen vorführten. In der Frühe des Sonntagmorgens versammelte man sich aus dem Friedhof zu einer eindrucksvollen Gedächtnisfeier für die verstorbenen und im Kriege gefallenen Mitglieder der Wehr. Unmittelbar hieran schloß sich der Festgottesdienst in der Kirche an dem eine ausgezeichnete Uebung der Wehr folgte. Vachmittags um 2 Uhr bewegte sich ein großer Fe st zu g unter Beteiligung der hiesigen Vereme und der auswärtigen 'Wehren zum Festplah. Ansprachen der Führer der Feuer- wehrverbände begrüßten die Festverfammlung und würdigten die hohe Bedeutung des Feuerwehrdienstes. Als Vertreter des Kreisamts Schotten sprach Regierungsrat Dr. R i n d f u ß der die Glückwünsche der Kreisbehörde überbrachte und mit warmen Worten für die Ziele der Freiwilligen Feuerwehr ward. Vicht unerwähnt bleibe, daß den Wehrleuten Karl O b e r h e i m IV., Karl Reichert, Karl S ch n e i d m ü l l e r und Max V o e h l Ehrenurkunden für 25jährige Mitgliedschaft verliehen wurden. Allgemeines Interesse erregte die den Buderusschen Cisenwerlen zu Hirzenhain gehörige Motvrfeuersprihe die bei der Vorsührung sehr zuverlässig arbeitete. E. 2au bad), 31. Juli. Am gestrigen Tage hielt bei herrlichstem Wetter der hiesige, seit 21 Jahren bestehende Gesangverein „H a r m o nie“ seine Fahnenweihe. Elwa 3) Gesangvereine der Umgegend waren hierzu erschienen. Um 2 Uhr bewegte sich ein Festzug mit drei Musikkapellen durch- die Stadt. Die Fahnenweihe vollzog Dekan V o l p mit dem Wunsche, die Fahne möge in Zukunft bessere und glücklichere Tage, als wir sie haben, erleben. Die Gesangvereine boten ihr Bestes. Danach herrschte ans dem Festplah, der „Helle", ein sehr belebtes, fröh- Die LMM« M Wm. Roman von Ernst Schertel. 23. Fortsetzung. (Vachdruck verböte».) Perzelius rüttelte mit aller Macht an den schweren metallenen Platten, aber diese rührten sich um feinem Zoll von der Stelle. Fast härmet sich schlossen sie anetnaniter. Auch der vereinigten Kraft der beiden Männer hielt das Tor stand. Run versuchte der Doktor irgend ein Mittel zu finden, am die 'Riegel selbst angreifen zu können aber diese schienen an der Außenseite der Torflügel angebracht zu sein denn es war nirgends eine Spur von einer Verfchliußvorrichtung zu gewahren. Also wandte sich der Doktor schweren Herzens von der Pforte ab, um auf die Suche nach einem andern Ausweg zu gehen. Eduard folgte ihm in der Finsternis. Es war vielleicht gut, daß die beiden Männer nicht sehen formten, bemm jedesmal, wenn eines der Zündhölzer aufgeflammt war, waren einander zwei Gesichter begegnet, die unkenntlich waren vor Angst. „Suchen Sie die linke Warcd ab, ich tue das gleiche an der rechten," sagte Perzelius zu Eduard, „wir müssen sehen, ob da Gänge abzweigrn. Alle zshn Schritte rufen Sie damit wir uns nicht vexieren. Ich werde Ihnen antworten. Und seien Die vorsichtig bei jedem Schritt, es sind osi Schächte in die Tiefe getrieben und nur mit einem beweglichen Stein verdeckt." Do begann die Suche. Zündhölzer wollte der Doktor möglichst sparen und sie hätten bet der Großes des Raumes auch wenig genützt. „Hier zweigt ein Gang ab," hörte er Eduard rufen. „Dann gehen Die langsam hinein," erwiderte der Doktor, „und vergessen Sie nicht, sich vernehmbar zu machen." Inzwischen hatte der Doktor selbst auch einen Seitengang entdeckt, der aber bald blind endigte Immer entfernter klang das Rufen Eduards, der mehr Glück zu haben schien. Aber der Doktor gab sich keinen verfrühten Hoffnu. gen hin, denn die Gänge drangen oft tiei in die Felsen, um dennoch plötzlich vor einer Wand aufzuhören Eduard kehrte auch nach geraume’ Zeit wieder zurück. Es war ein Irrgang gewesen Sechs solcher Gänge zweigten ab und die beiden Männer durchschritten sie gewissenhaft ind mit Todesverachtung, aber mühsam den Schmerz verbeißend ob der verlorenen Zeit. Am Ende des Hauptraumeö führte ein Gang weiter in eine zweite, etwas niedrigere Halle. Auch von dieser zweigten sechs Gänge nach den Selten ab und In der Mitte der Hinterwand führte wieder ein Stollen noch tiefer in den Felsen hinein. „Wir wollen zunächst geradeaus gehen und erst bann die Seitengänge untersuchen," ordnete der Doktor an. So gelangten sie in eine dritte Halte and in eine vierte und von feder der Hallen führten Gänge nach rechts und li s. Der Hauptgang, der von bei- Hinterwand der vierten Halle weiterlief, endigte blind. Es mußte also irgend einer der Seitengänge fein, der weiterführte. Aber tote den finden ohne erst alle andern abzuschreiten, was Stunden and Tage in Anspruch nehmen konnte, bevor die eigentliche Ausgabe nämlich die Durchführung des als richtig bef unbenen Ganges — begann ? Perzelius entzündete ein Streichholz und untersuchte in der letzten Halle, in der sie ftan- Öen, Boden und Wände Diese waren glatt, fast poliert, nur den Boden bedeckte eine tiefe Said- schicht. PerzeliuS überlegte. Eigentlich mußte die Menge des Sandes abnehmen, je weiter man in daS Innere des Felsens vordrang, am Eingang jedoch mußte sie am größten fein. Vun erinnerte sich der Doktor, daß er in der ersten Heilte überhaupt keinen Sand toaßr genommen hatte, was natürlich ertläibar war dadurch, daß jener Ra im möglichst dauernd verschlosien gehalten tonte. Aber wie tarn dann der Sand hierher'< Es gab nur eine Antworte hier lag er noch von den ältesten Zeiten her und niemand hatte es für nötig befunöen, ihn wegz uräumen, weil dieser Teil der Katakomben nie betreten wurde. Schnell kehrte der Dottor um und untersuchte die vorhergehende Halle. Auch diese war versandet. Erst der zweite Raum, in b?n man von außen gelangte, war soweit gefäubcit, daß an einigen Stellen der Stein zum Dorschien kam. Bon hier aus mußte es also tocitergeßen. Der Dottor ließ sich auf seine Hände nieder und froch am Boden entlang, immer den Stellen folgend wo der FelS am stärksten zutage trat. Auf diese Weise gelangte er vor die O ffnung eines der Deltengänge rnb trag nun Seine Bedenken, in diesen einzutreten. Eduard atmete auf. Man mußte eilen, denn die Ufjr zeigte, daß schon mehrere Stunden verflossen toaren Aber auch jetzt tarnten die Mi- lichcs Beisammensein, wobei der übliche Tanz eine große Rolle spielte. Hcftcn-Nasiau. Die Not der Presse. mc. Frankfurt a. M., 31. Juli. Ab 1. August kosten sämtliche Frankfurter Tageszeitungen ohne Träger lohn monatlich 40 Mark. Die seither täglich zweimal erscheinenden „Franlsurter Vachrichten" werden nur noch einmal täglich erjeßeinen. Anderthalb Millionen gestohlen. mc. Frankfurt a. M., 31. Juli. Ein Amerikaner lernte im Palmengarten ein bisher unbestraftes Fräulein Schw. kennen, mit dem er am Tage darauf rn den Hardtwakd bei Bad Homburg einen Ausflug machte. Dort wurde ihm seine Brieftasche mit allerlei Banknoten g e st v h l e n, insbesondere eine Tausendtollarnote, rumänische Leis, die einen Gesamtwert von Millionen dar stellten. Auf Grund seiner 'Beschreibung wurde die Schw. im Palmengarten festge> nommen. Nunmehr stand sie vor dem Schöffengericht, das sie zu 6 Monaten Gefängnis unter bedingter Begnadigung verurteilte, zu- mal sie l'/s Monate im Untersuchungsgefängnis gesessen hat. Aufblühender Handel. mc. granffurta. M., 31. Juli. Im zweiten Vierteljahr 1922 wurden hier in das Handelsregister neu eingetragen 31 Aktiengesellschaften, 85 G. m. b. H., 24 offene Handelsgesellschaften, 4 Kommanditgesellschaften, sowie 70 ®tn- zelkaufleute. Studenten als Erntearbeiter. mc. Frankfurt a. M., 31. Juli Zahlreiche Studenten der hiesigen Untocrfität, die mü Geldmitteln nicht gesegnet find, haben sich als ©rntearbeiter während ihrer Ferien zur Verfügung gestellt. Sie fanden auch nahezu sämtlich ilnterfunft auf den großen Gütern um Frankfurt. Kirche und Schule. **’ Werk- und Arbeits unter richt Man schreibt uns: Auf Veranlassung des Ärei8- schu-liats Prof. Dr. Alles wurde vom 17. bul 29. Juli in dei Turnhalle der Stadtrnädchenschulc zu Gießen ein Kursu8 über Werk- u nd Arbeits unterricht abgehalten. Leiter war der seit etwa 20 Jahren in der Arbeitsschulbewe- gung stehende Lehrer D rnzer aus Worms, der zur Zeit vorn Landesamt für das Bildungswesen beurlaubt ist, im in den verschiedensten Teilen Heftens Lehrgänge zu veranstalten rite so der Durchführung der Arbeitssch ilidee bt» Wege zu ebnen Man bezeichnet damit tm pä dagr gischen Geben unserer Zeit die Strömung, die an Stelle der rein gciftlgen, mehr verstandes- und gebächtnismäßigen Ausbildung des Kindes die Entfaltung sämtlicher Kräfte, auch der manuellen und künstlerischen, setzen will. 'Mehr als seither soll das Kind selbst in den Mittelpunkt des gesamten Llnterrichts treten und zur Deibst- tätigtett, zum „schassenden Lernen" erzogen werden. Der Gedanke ist nicht ganz neu, und ä wäre durchaus verfehlt — tote es eine Anzahl extremer Verfechter der Idee getan haben und noch hm der seitherigen „Lernschule" jeber Anspruch auf naturgemäßen Unterricht abzu- sprechen. Wie bei so vielen Dingen haben auch hier Zeit und Praxis die notwe.rdigen Korrek- tuten geübt: man hat gesiebt, gesichte! und endlich den guten Kern blank herausgeschält. Sytrt Denzer ist Vertreter der gemäßigten Richtung. Seine Auffass ung ist burdjau« geeignet, eine ruhige Weiterentwicklung des seith.'rigeil Plnterrichts- verfahrcns zu gewährleisten. Mit Eifer und innerer Antc-llnahme gingen die Teilnehmer des Liursrs aus seine Anregungen ein. Was da in 12 arbeitsreichen Tagen in Ton geformt, gemalt, in Buntpapier ausg fIjnitten und aufgctKbt, gefaltet und am Sandkasten modelliert wurde, Legt Zeugnis ab von dem gefunden und enttolcHungä- fä lügen Geist der Ärbeitsschnlbeweg ung. Den Lehrkörpern sämtlicher Gießener Schulen, den Do» ,-,0111011 der Universität, den Schulvorständen -mb Lehrern des Kreises hc-tte man Gelegenheit gegeben, die ausgestellten Arbeiten der Kurs isteil- rebner zu besichtigen und einen gr mMegenben Vortrag des Herrn Denzer- zu hören. A.m ist es Aufgabe bot maß gebe oben Körperschaften, turd) Bewilligung von Mitteln dos Gesehene utf> Gehörte nach und nach zur Tat reifen zu lasten zum Segen der he ran toa chsonden Jugend und unseres Vaterlands. "b" nuten und ichlonen sich zü St-onden ballen zu wollen und kein Ende toar abzusehen. Der Stollen den sie nun entdeckt ßatten, wurde schmal uno niedrig und sie mußten hintereinander gehen, um durchzukvmmen Er schien endlos weüerzuführen, ohne sich zu verzweigen, aber in vielfachen Krümmungen. Perzelius hatte noch ftrnf Zündhölzer, die er für den äußersten 'Rotfall au ffbaren wollte. Gr verließ sich also lediglich auf seinen Tastsinn. Er glitt mit den Fingern an den Wänden entlang, um eiterige Seitengänge zu bemerken. Eduard mußte di? Arme erhoben halten und die Decke ebtaften, beim es toimte ja fein, baß ein Weg nach oben toeilerführte. Von Zeit zu Zeit wechselten die beiden ab. Es mußte draußen auf der Welt schon hoher Tag sein, und Hunger und Erschöpfung begannen sich geltend zu machen. Eduard war nai)c daran, ohnmächtig zu werden. Das Blut pochte in seinen Schläfen und seine Kniec zitterten. Da fühlte Perzelius eine Höhlung in der Wand. Hier mußte ein Gang ab^toefgen. Sollte man ihn betreten ? War es ein Irrweg ober führte der Hauptgang ins Leere? Perzelru-S entschloß sich, boeß die neue Möglichkeit nicht unversucht zu lassen. Vielleicht führte sie rascher zum Ziel. Er bog also ein. Wieder gingen die beiden Männer hinter» einander. In unendlichen Windungen schlang sich der Weg durch den schmalen Hohlraum. Vach einer Ewigkeit atemlosen WandernS mündete er in ehren Quergang. Also ging mar in diesem weiter. s Fortsetzung folgt.)