Nr. {27 Erscheint täglich, anher Sonn, und Feiertag», mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche Vezug, preise: Mk 20.— und Mk. 2.— Trägerlohn,durch diePost M>.22 —, auch bei Nicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchiist» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anteioer Eiehen. poftscheclkonto: Frankfurt o. M. 11686. Erster Blatt {72. Zahrgang Donnerstag, {. Juni {922 SietzenerAn;eiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unlv.-Yuch- und Zteindruckerei H. Lange. Schriflleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagrsnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen» 34 mm Breite örtlich 150 Pf., auswärts 180 Vf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 500 Vi- Bei Platz- Vorschrift20" „Aufschlag. Haupsschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Karl Walther; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Abschaffung der Todesstrafe? Don Staatsanwalt Dr. Eckert. 3n seinen, an diese Stelle erschienenen, Ab- Handlungen über den neuen Entwurf zum Strafgesetzbuch wendet sich der Geheime Iustizrat Professor Dr. Mittermaier auch gegen die Todesstrafe, die der Entwurf bekanntlich beibehält. Gr erklärt, daß er sie bekämpfe; aus sittlichen und ganz nüchtern-praktischen Gründen: er halte sie für erfahrungsgemäß wertlos und für ein Hemmnis der Entwicklung. Sie werde sicher etnmal verschwinden und vielleicht höre sie allmählich schon deswegen auf, weil sie nicht mehr die alleinige Strafe dä Mordes sei. Gründe, die in ihrer Schärfe und Kürze den Eindruck auf manchen nicht verfehlen werden, an denen aber bei der hohen Allgemeinbedeutung der Frage gerade deshalb nicht stillschweigend vorbeigegangen werden kann. 3u der — wohl nur nebenbei geäußerten — Meinung, die Todesstrafe sei „ein Hemmnis d e r E n t w i ck l u n g", ist um so schwieriger etwas zu sagen, als man nicht sicher wissen kann, welche .,E n t w i ck l u n g" gemeint ist. Diese Art der Argumentation schöpft ihre Wirkung aus der stillschweigend vorausgelehten Anschauung, daß alle „Entwicklung", zumal die nach der negativen Richtung ..Fortschr tt" sei Eine ehemals weitverbreitete Ansicht, von der viele nach einem Blick auf die Entwicklung bei unfern östlichen Aachbarn mittlerweile zurückgekommen sind. Die Güte eines neuen Rechts hängt nicht ab von dem Grad der Entwicklung gegenüber dem alten, sie ist absolut zu bestimmen nach dem Gehalt des neuen Gesetzes anGerechtigkeit. Weisheit und Volks- t ü^n l i ch k e i t. Es ist durchaus möglich, daß nicht in „Entwicklung", sondern in entschlossener Rückkehr zum alten Recht der Fortschritt liegt. Schwerer wiegt, daß Professor Mittermaier angibt, er bekämpfe die Todesstrafe aus „sittlichen Gründen“. ohne indeß zu sagen, welches diese Gründe sind und auf welchen Erwägungen sie beruhen. Man weih nicht, ob es dieselben sind, die von Zeit zu Zeit aus den Schriften verschollener Philantropen wieder hervorgeholt werden, um die Rechtmähigkeit der Todesstrafe zu begründen und auf die Kant das Wort von der „teilnehmenden Emvfinoelei einer affektierten Humanität (comapassibllitas)" gemünzt hat. Jedenfalls wird sich über sie. wie über alles, streiten lasten. Aber es ist stets eine mihliche Sache, kurzweg zu erklären, man bekämpfe eine Einrichtung „aus sittlichen Gründen", denn gewollt oder ungewollt erwächst hieraus mit Suggestivkraft der Glaube, dah der Standpunkt der Gegner, gelinde ausgedrückt, der minder sittliche sei. 3n der Wirkung läuft dies auf ein argumentum ad hominem binar« s und ist um fp eindrucksvoller, wenn der Sprecher einen öffentlichen Lehrstnhl inne hat und Erbe eines berühmten Ramens ist. Es muh daher gestattet sein, der Qluto; ität des aus srtt- lichen Gründen die Abschabung der Todesstrafe fordernden Professors Mittermaier, andere Autoritäten gegenüberzustellen, die aus bekannten und nachprüfbaren sittlichen Gründen die Todesstrafe fordern. Man mag vorbeigehen an den doch wahrlich sittlichem Grund entwachsenen Worten der Bibel, dah der Obrigkeit das Schwert gegeben sei um zu richten, und dah wer Blut vergieht, besten Blut soll wieder vergossen werden. Aber es sind nicht Rühlichkeitserwä^ungen, es sind bis in die letzten Tiefen gehende Gründe sittlicher Art, die Immanuel Kant, den großen Sittenlehrer, zur unbedingten Forderung der Todesstrafe geführt, Gründe sittlicher Art, die Heinrich von T r e i t s ch k e s Ausführungen die überzeugende Kraft, Gründe sittlicher Ratür, die Bismarcks berühmter Reichstagsrede über die Anentbchrlich- keil der Todesstrafe den gewaltigen Rachdruck verliehen haben. Leber die Sittlichkeit oder Ansittlichkeit einer Einrichtung entscheidet aber letzten Endes nicht die Ansicht einiger hervorragender oder gelehrter Männer, sondern die Leberzeagung des D o l k e s. Gerade im Bollsstaat sollte jti>>3 Recht, auch das Strafrecht, Bolksrecht sein, sollte in seinen letzten Grundlagen beruhen auf dem Empfinden des Volkes. Wenn, wie Profestor M. mit Recht sagt, die Beibehaltung der Todesstrafe bei vielen, man darf wohl sagen bet der überwältigenden Mehrzahl ter nicht nach theoretischen Erwägungen, sondern aus ur prü g ichem Empfinden ar: eil n'ca Vo k gmrs e', evi „Got> feidank" aus löst, so kommt diese nachdrückliche Zustimmung weniger aus dem richtigen Gcfühl für die durch dir Todesstrafe gewüh leistete Erhöhung der Sicherheit, sie en'wächst sittlichem Boden. Es ist eine unbestreitbare Tatsache : in jedem unverbildeten Menschen lebt das eingeborene Bedürfnis n ach aus- gleichender Gerechtigkeit, nach Vergeltung mit Gleichem. Es ist, z u m m i n d e st en in allen Fällen des Mordes aas gemeinen Beweggründen, für das VollZ- empfinden er e empörende Vorstellung, wenn der Mörder geschützt urtb erhallen wird, während das Opfer unter der Erde liegt. Wer je vor dem Werk et ti Raubmörders gestanden und einen Blick in die gebrochenen Augen eines Opfers getan hat, der kennt dieses Gefühl in seiner Wucht. uni> nicht weniger kennen es die, vor denen sich im Schwurgerichtssaal das Bild einet gemeinen Mordtat abgerollt hat. Dieses heilige Gefühl zum Zweck der Di^keditterung armseliger (wenn auch, wie Pros. M. es we:nge Zellen später ausgedrückt hat. „verseinert") Rache gleich- zufetzen, geht nicht an. In ihm Wurzel» am mit Kant zu reden. Sie Gerechtigkeit als Idee I der richterlichen Gewalt nach allgemeinen, a priori begründeten Gesetzen. Prof. M. hat weiter ertlärt, er halte die Todesstrafe erfahrungsgemäs) für w e r t l o s. Eine eigentümliche und ungebräuchliche Sprechweise, die nut in einer geheimen Ansicherheit ihre Er- Ilärung finden kann. Was „erfahrungsgemäß ist", ist objektiv erwiesen, ist sicher, steht fest; was ich nur „für etwas halte", ist subjektiv, ist persönliche Meinung, ist nicht g^witz. Beide Möglichkeiten sind im gleichen Gedanken nicht zu vereinen. Tatsächlich ist die Wertlosigkeit der Todesstrafe erfahrungsgemäs) nicht zu belegen. Prof. M. hat seine Gründe zwar autoritativ ausgesprochen, sich der eigentlichen Begründung aber enthalten. Man darf hoffen, das) er nicht zu denen gehört, die die angebliche Wertlosigkeit der Todesstrafe aus der allerdings unbestreitbaren Tatsache a bleiten, das) trotz ihrer Anwendung gelegentlich immer wieder gemordll wird. Mit diesem Sophisma tonnte man die Wertlosigkeit des gesamten Rechts erweisen. Der Rechtsbrecher schöpft den Mut zu fdnem gesetzwidrigen Verhalten aus der leider nicht selten begründeten Hoffnung, der Entdeckung zr entgehen. Die (im einzelnen naturgemäß nicht nachweisbare) Wi ku -g der Todrs,träfe beruht un wesentlichen darauf, das) die Rachrtcht von ihrer Verhängung und Vollstreckung mit ungeheurer Gewalt das Bewußtsein von der Entsehlichkctt des Mordes und damit eine meist lebenslängliche Hemmung erzeugt. Durch Jahrhunderte hindurch haben alle groben Kulturstaaten den M 'tb mit dem Tode bestraft. So ward die Scheu vorder rechtswidrigen Vernichtung fremden Lebens eil allen Kulturmenschen innewohnendes Gefühl. Dank der Presse unb dem Rachrich enwZen ist der B w'uhtscrnszusammcn- hang der Völker aber weit gröber, als man gemeinhin glaubt; und so übt eine Kunde wie etwa die von dem Fall und der Hinrichtung des Mörders Landru. die jüngst durch alle Länder lief, ihre psychologische Wirkung auch in den wenigen kleineren Staaten, die seit einer vergleichsweise kurzen Zeit die Todesstrafe nicht angewandt haben. Es gibt aber Fälle, in denen sich die Heber- Beugung von der grundsätzlichen Rotwendigkeit der Todesstrafe eigenttid) auch dem theoretischen Gegner aufdrängen mühte. Vor wenigen Jahren haben wir einen solchen Fall hier in der Provinz schaudernd erlebt. Ein zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurteilter Schwerverbrecher, dem die im Zuchthaus von ihm verlangte, keineswegs zu schwere Arbeit, nur ein Bruchteil von dem, was freie Arbeiter zu leisten haben, nicht pahte, ermordete trotz aller Sicherheitsmah- regeln nach einem raffiniert ausgeklügelten Plan auf bestialische Weise einen Gesangenenwär 1er und entfloh in dessen Kleidern; in Dad-Rauheim brach er in ein Hotel ein und wollte, bewaffnet mit einem Beil, einen Kurgast ermorden, um sich Kleider und Geld zur Flucht über die Grenze zu verschaffen. Durch eine glückliche Fügung wurde er rechtzeitig entdeckt und festgenommen. Dieser Mensch erklärte mit zynischer Offenheit, wenn man ihn ins Zuchthaus zurückbringe, werde er immer wieder morden, bis er frei fei. Er wurde hingerichtet. Soll man angesichts solcher Fälle, die mututis mutandis keineswegs vereinzelt sind, wirklich leichthin von der „Wertlosigkeit" der Todesstrafe reden? Prof. M. meint, die Todesstrafe werde sicher einmal verschwinden. In die Zukunft zu schauen ist schwer. H. v. Treitschke behauptet das Gegenteil, und wer seine Gründe lieft, möchte ihnen beipfllchten. Wo immer man die Todesstrafe abgeschafft habe, sei es nur vorübergehend gewesen und man sei wieder zu ihr zurückgekehrt. Dah die Todesstrafe verschwinden möge, wäre als rein persönlicher Wunsch verständlich ' bei denen, die sie nach dem Gesetz anzuwenden haben, seien es ^Geschworene, Richter, Staatsanwälte. Sie zu verhängen und zu vollstrecken ist eine weniger leichte und dankbare Aufgabe, als gegen sie zu schreiben, und die damit verbundene Sorge und Seelenpein ist theoretisch nicht ohne weiteres zu e-messen. Aber höherals subjektives Befinden stehen Gerechtigkeit und öffentliche Sicherh.eit. Man mag die Todesstrafe, wie es, dem Dolksempfinden entsprechend, durch das Begnadigungsrecht schon geschehen ist, gesetzlich beschränken auf die Fälle des Mords aus gemeinen Beweggründen; entbehren können wird man sie nicht, am wenigsten in einer Zeit wachsender Verrohung. Die friedliche waffenlose Bevölkerung, die sich durch Mordtaten, wie wir sie erst jüngst erleben mußten, in ihrer Sicherheit bedroht fühlte, verlangt mit Recht von den Behörden wirksamen Schuh und hat für unangebrachte Mi-de kein Verständnis. In der Tat übt die Aussicht auf bloße Freiheitsentziehung auf zahlreiche rohe und zu Gewalttaten neigende Aaturen feine genügend bändigende Wirkung aus — zumal in einer politisch unsicheren und aufgewühlten Zeit, in der bei den meisten Verbrechern eingestandenermaßen die Hoffnung auf vorzeitige Befreiung lebt. Möge bei fortschreitender Gesittung die Todesstrafe von selbst verschwinden. Sie abzu- schaffen, liegt in per Hand derer, die eä am nächsten angeht. Als lange vor dem Krieg in der französischen Kammer ein Philantrop gegen die Todesstrafe tönte, traf ihn aus den Reihen der Abgeordneten der Ruf: „Que messieurs les a'lai» sins commencent — die Herren Mörder mögen beginnen!" Besprechungen über das Reparationsproblem. Berlin, 31. Mai. Wie das ..D. T." mitteilt, hielten die an der Reparationsfrage beteiligten Mitglieder des Reichskabi- n e 11 s gestern nachmittag eine Chefbe- s p r e ch u n g über das Reparationsproblem ab. Wann der Reichskanzler die Erklärung über die Reparations- und Anleiheverhandlungen im Reichstag abgeben wird, hängt dem Blatte zufolge von dem weiteren Verlaufe der Pariser Besprechung ab. Der Reichskanzler werde jedoch die Parteien über den Gang der Verhandlungen dadurch auf dem Laufenden halten, daß er die Parteiführer von Zeit zu Zeit zusammenberuft. Diese Besprechung werde auch auf die Deutsche Volkspartei und die Anabhängige Sozialdemokratische Partei ausgedehnt werden. Die Prüfung der deutschen Note. Paris, 31. Mai. (Wolsf.) Havas veröffentlicht folgende offenbar offiziöse Rote: Die Delegierten der verbündeten Mächte in der Reparationskommission seien heute vormittag offiziös zufammengetreten, um die gestern veröffentlichte deutsche Antwort zu prü- f e n. Obwohl die Beratungen vertraulich gewesen feien, scheine die Rote vom 28. Mai einen ziemlich günstigen Eindruck auf die Kommis- fionsmitglieder gemacht zu haben, da ihre Prüfung im Laufe des Vormittags nicht habe beendet werden können, würden die Delegierten heute nachmittag von neuem zusammentreten und vielleicht heute abend eine offizielle Sitzung abhalten, um sich über die Einzelheiten der nächsten an die deutsche Regierung zu richtenden Antwortnote zu besprechen. Dieses Schriftsttick, das den Eingang der letzten Mitteilung des Berliner Kabinetts bestätigen werde, werde i ') davon Kenntnis geben, ob das Deutsch - ■ für das Hahr 1922 gewährte Moratoriu m aufrecht erhalten werde oder nicht. In dein Schriftstücks würden vielleicht auch genauere Angaben über eine Anzahl von Punkten gefordert werden. Die Faffung dieser nächsten Rote der Reparationskommission werde vielleicht erst in einigen Tagen endgültig feststehen. Die französische Negierung hetzt. Paris, 1. Juni. (WTD.) Wie der „P e 111 Parisien" meldet, hat die französische Regierung gestern astend an ihren Delegierten in der Reparationskommission einen Brief gerichtet, in dem sie seine Ausmerffamkeit auf die Anbestimmtheit gewisser Derpflich-- tun gen Deutschlands lenkt, sowohl hin-1 sichtlrch der Form der Kontrolle als auch überj den Standpunkt zu anderen Reformen. Die fran-' zösische Regierung weist auch daraus hin, daß es' wünschenswert sei, daß Deutschland seine Reparationsausgaben auf dem ordentlichen Budget verzeichne anstatt in einem Anhang, also dadurch diese Ausgaben in die zweite Linie stelle. Das Blatt fügt hinzu, daß die französische Regierung trotz der Ausflellungen nicht zögern werde, sich vor der Entscheidung der Reparationskommission zu beugen. französische Finanzsorqen. Paris, 1. Juni (WTB) Der Finanzausschuß der Kammer hat beschlosen, den Finanzminister de Lasteyrie und den Ministerpräsidenten PotncarH zu ersuchen, vor dem Ausschuß zu erscheinen, um neue Vorschläge zur Herstellung des Gleichgewichts zwischen Einnahmen und Ausgaben ohne Erhöhung der öffentlichen Schulden zu machen. Der Antrag Dokanowsky auf Rückverweisung des Budgetentwurfes für 1923 ist also vorerst nicht angenommen worden. Eine bedeutsame Erklärung Lloyd Georges. London, 31. Mai. (WB.) Im Anterhaase sagte in einer kurzen Darlegung der R e p a r a - lionsfrage Lloyd George, man könne annehmen, daß die kritische Phase, in der sich die Reparalionsfrage vor kurzem befand, augenblicklich vorüber sei. Es bestehe kein Grund zu einem Zwist zwischen Fran krerch und England. Alle Mitt.iüngen, die ihm iugegangen seien, drückten die Hoffnung aus,, daß ein Abkommen zustande kommen wurde, das! nicht rur für die Schuldner-, sondern a ich für die Gläubigerstaaten annehmbar sein würde. (Sri freue sich, daß die deutsche Regierung fich wirklich bemühe, den Wünschen der' Reparattonik rnmiss o i ertg ge z k nnnm. Rach Erwägung der Schwierigkeiten der deutschen Regierung sagte Lloyd George weiter, die jetzige- deutsche Regierung habe sich verpflichtet, ihr' Befies zu tun, um den F-.i--densvert:ag auszuführen. Er glaube, daß sie sich ehrlich um leine Ausführung bem-'he. <^ie habe erh-blichen po-. Mischen Schwierigkeiten entgegenzutreten und wenn sie diesen Schwierigkeiten begegne, wie frei es tatsächlich tue, so habe sie Anspruch a ip jebe Rücksicht und jeden Respekt, den man gewähren könne. Eine Po'itik der Richt- erfüllung des Frie.-ensverträges würde würde Frankrcich b i Ausführung seiner Bestimmungen nicht allein gelassen, sondern England und Frankreich würden zusammen Vorgehen Groß-Britannien trete für eine Politik der Mäßigung, aber auch für eine Po1111» der Erfüllung des Vertrages ein. Jedes isolierte Vorgehen seitens eincö der Verbündeten würde Mrheilvoll sein für die zwischen ihnen bestehende Enteilte. Die Ncparationsdebatte im Nnterhansc. London, 31. Mai. (WTB.) Im Unter* Hause eröffnete die Reparationsdebatte der Arbeiterführer Clynes. Er sagte: „England ist der wahre Freund Frankreichs und wünsche von Herzen, dies dauernd zu bleiben. Die Arbeiterklasse bewundert Frankreich und wünscht, daß diese Freundschaft aufrecht erhalten wird. Diese Freundschaft mit Frankreich braucht jedoch nicht zu beruhen in Pakten und Verträgen und sie wird gerade deshalb schon um so hoher geschätzt, weil sie nicht aus irgend einer geheimen Vereinbarung erwächst. Clynes fragte, bis zu welchem Grade Frankreich danach strebe, bie Differenzen durch den Mechanismus des Völlerbundes beilegen zu lallen und bis zu welchem Grade England sich völlig des Völkerbundes bedienen wolle. Eine Sicherheit für Frankreich könne nur in Durchfühsrung dessen gefunden werden, was im Völkerbund vorgesehen sei. Man könneDcutsch- land vielleicht niederschmettern und zerstückeln, aber dadurch würde man es für Deutschland weniger möglich machen, die geforderten Reparationen innerhalb der von den Alliierten festgesetzten Zeit zu bezahlen. Clynes fragte weiter, für welche Zeit die Ruhrfrage aufge-- schvben worden sei und für wie lange diese Der- schiebung erfolgte durch die Vereinbarung, die in den letzten Tagen zwischen Frankreich und Deutschland durch die Reparationskommission erzielt worden sei. Die Drohung mit militärischer Gewalt zur Eintreibung der Reparationen sei eine dauernde Quelle der Ungewißheit. Sie biete ernstes Hindernis für das wirtschaftliche Wiederaufleben in Eng.- land. — Kenworthy erflärte, im Hinblick auf Rußland habe es keinen Zweck, zu versuchen, Rußland in die Gemeinschaft der Rationen zurückzubringen. Was Deutschland anbetreffe, fo müßten die Reparationen bis zu dem Maße der Durchführbarkeit bezahlt werden. Wenn man wirklich die Lage Europas beffem wolle, so müsse man «alles an wen den, um die Zurückziehung der Desahungsheere zu erreichen, da sich diefe Heere nicht als genügendes Mittel erwiesen hätten, um Deutschland zu zwingen, und da man stets mit einer neuen Okkupation drohen müßte. Gegen die Forderung der Botschafterkonfereni. Berlin, 1. Juni. (Prtv.-Tel.) Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat den BeschlutzderBotschafterkonfe- r e n z, von der deutschen Regierung die Einstellung, bzw. Zerstörung einer ganzen Reihe von Eisenbahnbauten des besetzten oder neutralen rheinischen Gebietes zu fordern, zum Gegenstand einer Interpellation an die Reichsregierung gemacht, in der e- heißt: Was hier unter dem Vorwande der Entmilitarisierung der Rheinlande gefordert wird, kennzeichnet sich tatsächlich als eine v ö l - ligsinnlofe Verschleuderungwirt- schaftlicherWerte, die überdies für das Reich eine neue schwere Belastung bedeuten und eine durch nichts gerechtfertigte Schädigung des deutschen, insbesondere des rheinischen Wirtschaftslebens. Zu einer derartigen brutalen Maßnahme liegt umso weniger ein Anlaß vor, als nach Durchführung der Entwaffnung Deutschlands den bedrohten Eisenbahnbauten keine militärische Bedeutung beigelegt werden kann. Wir fragen: Ist die Reichsregierung gewillt, alle ihr zu Gebote stehenden Mittel aufzubieten, um das dem rheinischen Verkehrswesen drohende Verhängnis abzuwenden. Dor der neuen Konferenz. Die Einladungen nach dem Haag. — Amerikas Stellung. Paris, 31. Wai. Die Einladung der italienischen Regierung zur Konferenz vorn Haag ist gestern der französischen Regierung amtlich übermittel^ worden. Der „Petit Parisien" schreibt, es sei 'wahrscheinlich daß die Antwort auf diese Einladung der französischen Regierung die Gelegenheit bi len werde, ih e Ansicht über die Bringungen, unter denen diese Konferenz sich vollziehen soll, kundzugeben. Es sei ferner wahrscheinlich, daß diese Ansichten sich nicht wesentlich von denen unterscheiden würden, die in den letzten Tagen die amerikanische Regierung zum Ausdruck gebracht habe. Man wisse, daß Amerika .erlläre, es könne sich solange nicht nach dem Haag begeben, wie Rußland nicht seine Denkschrift vom 11. Mai zurückgezogen habe. Selbst wenn die französische Regierung es nicht für angebracht erachte,, soweit zu gehen, sei es zweifelhaft, daß sie sich im Haag vertreten lasse, ohne vorher sicher zu fein,, daß die von der Konferenz anzunehmende Der- handlungsmethode sowie die Grundsätze vorher ihren Wünschen erttsprächen. London, 31. Mai. Havas berichtet: Der „Times" wird aus Washington gemeldet: Im' Laufe der letzten Sage hatte Staatssekretär Hughes mehrere Anterredungen ifiit dem französi- sHen Botschafter Zusferand. Es ist Grund zu Der Annahme vorhanden, daß die amerikanische Regierung das Pariser Kabinett davon unterrichtet hat, daß sie gegen die Ernennung einer Kommission, die beauftragt sei. die .russische Lage zu untersuchen, keinerlei Einwendung erhebe. und daß sie der Ansicht sei, daß eine solche Kommission den Stand der Landwirtschaft, der Industrie, der Transportmittel sowie der russischen Hilfsquellen in Rohstoffen vorteilhaft studieren könne. Was die amerikanische Teilnahme anbetreffe, so würde sie sich auf die Ernennung eines Sachverständigen, nicht eines politischen Vertreters beschränken. Dix Vereinigten Staaten wurden anderseits die Teilnahme der Russen an dieser Kommission nur annehmen, wenn Rutz- land die von seinen Delegierten am 11. Mai überreichte Denkschrift zurückziehe. Wenn die besagte Denkschrift nicht völlig zurückgezogen werde, so könne die Ernennung eines amerikanischen Sachverständigen nicht ins Auge gefaßt werden. Das Blatt fügt hinzu, es sei nicht zweifel- baft, daß diese Mitteilung den Vertretern der britischen, italienischen und belgischen Regierung in Washington übermittelt werde. Cs sei äußerst unwahrscheinlich, dah die Regierung der Vereinigten Staaten irgendeinen Schritt unternehme, bevor sie über die Antwort, die ihr auf die oben genannten Bedingungen gemacht werde, genau unterrichtet sei. Davon abgesehen halte man es für wahrscheinlich, dah Frankreich den von den Vereinigten Staaten vorgezeigten Weg beschreiten werde, was e i n Verlassen oder eine merkliche Ab- änderungdesHaagerProgrammszur Folge haben könnte. Die amerikanische Regierung glaube nicht an die unmittelbare Drohung eines deutsch-bolschewikischen Lieberfalles auf Europa Die internationale Anleihe. Paris, 30. Mai. (WTB.) Dem Berichterstatter der „Chicago Tribüne" soll ein ernfluh- reicher amerikanischer Dankmannn gestern erklärt haben, der Zinssatz der internationalen Anleihe wüde vechäll- nismähig niedrig fein, die Papiere würden keinerlei spekulativen Anreiz bieten. Die Frage ausreichender Sicherheiten würde schwierig |an. Trotzdem würden die g"vßen Ba t= und Ge- schäft. u rternehmu-g.-n in 21m: r ti, England, Frankreich, Italien, Belgien und den neutralen Ändern die Anleihe start unterstützen, well sie einsähen, dah ein Anreiz für den inter- . nationalen Handel geschaffen Werder müsse, und well sie wüßten, dah in dieser Beziehuig d:e . Anleihe wirksamer sein würde als irgend etwas anderes. Polenterror in Oberschlesien. Berlin, 31. Mai. Wie die »Voss. Ztg." aus Oberschlesien meldet, sind die polnischen LI n r u h e n in dem Polen zugesprvchrnen Teile Obärschlesiercs eine von langer Hand w o h l v o r - bereitete politische Aktion zu dem -Zwecke, noch vor der Lleberrrahme das Gebiet in radikaler Weise »deutschenrein" zu machen. Durch das passive Verhalten der interalliierten Kommission und der Polizei ist dieser Zweck bedauerlicher Weise zum Teil erreicht worden. Durch die Fluchllingsstellen sind gestern al.ern . 1500 Flüch liuge gegangen. Wie versichert wird, hat der Krciskontrolluur von Kattowitz auf em Ansuchen um Ei srhang von Trapprn abschläg'g geantwortet, mit dem Bemerken, dah die Truppen nicht zu Polizeizwecken zur Verfügung stün- 1 den. j Rach einer Meldung des ,Lok.-Anz." macht sich - im Kreise Hindenburg eine neueDanden- tz tätigtet! bumerkd.tr. Aus Myslowi , L'.pine, • Knarow und anderen Herden ber polnischen Bewegung liegen Berichte vor über eine beabsichtigte Berrieibung der deutschen Bevölkerung Vor allem sollen die Leu schen (Stube b amten durch Polen, Franzosen, Belgier und Tschechen ersetzt werden. Das neue Wiener Kabinett. Wien, 31. Mll Die Rationalversammlung wählte den Prclllm Seipel «Ehr. S z) -um Bu'drL'k nl r, Lb r'aatsarw lt Dr 5 ante lErohdeutscher) zum Viz Lvnzler ^ind Mi.i;ter des Innern, den Finanzreferenten in der nieder- österceihischsn Re-gwrung Gra en August 2e- g u r zum Fina:rzmr rister, den Gene.alrat Der Oesterreichisch-^tngarischen Bank Emil Kraft (Grohdeulscher) zum Zustizminister, den Real- schulprofes vc Einil Schneider (Eh istl. Dvz > zum Lanowirlschastsministec, den Direktor d^s Katholischen Voltsbundes Richard S ch m r h (Ehr. Soz.) zum Minister für soziale Verwaltung, den Hostat Ohdenal (Ehr. Soz.) zu.n Derkchrs- ininister und den bisherigen Hcrndelsminister, Set- tionschef Grünberger, zum Minister des Aeußeren. Die Wahl erfolgte mit den 101 Stimmen der sämtlichen bürgerlichen Abgeordneten. Die 48 Sozialdemokraten stimmten dagegen. Engerer Zusammenschluß in der „Kleinen Entente". London, 31. Mai. (Wolff.) Die „Mvr- ning Post" erfährt von zuverlässiger Seite, dah ein formeller Bündnispakt für eine beträchtliche Reihe von Fahren innerhalb der allernächsten Tage zwischen den Regierungen der Tschechoslowakei und Jugoslawien werde abgeschlossen werden. Dieser Pakt werde die Entente, die augenblicklich zwischen den beiden Ländern bestehe, in eine viel engere Union umwandeln, und es werde zuversichtlich erwartet, dah Rumänien sich diesem Pakt bald ans ch l i e ß e n werde. Dir Konsulderung der Kleinen Entente, soweit die beiden erstgenannten Mitglieder in Betracht kämen, sei das Ergebnis der Genueser Konferenz, denn die beiden Re-1 gierungen, die jetzt einen Patt abschllehen würden, hätten entdeckt, dah ihre Ansichten über internationale Probleme vollkommen idemttsth seien und dah ein engeres Zusammenwirken für beide Länder äuherst notwendig sei. Technisch gesprochen stehe der augenblickliche Patt außerhalb der Kleinen Entente und werde chr in keiner Weise in die Quere kommen- wenn jedoch Rumänien dem Patt beitrete, werde aus der Kleinen Entente ein Dreibund. Die Genurser Konferenz habe auch die Tatsache enthüllt, dah eine engere Interessengemeinschaft in internationalen (fragen zwischen der Kleinen Entente und Polen bestehe. Dieses sei bereit, eine entsprechende Vereinbarung zu treffen, und wenn der neue Dreibund in Kraft fei, werde er die Verpflichtungen der Kleinen Entente gegenüber Polen übernehmen« Aus dem fReidte. Neues DrutschbekeurttniL vom Rhein. K 5 l n, 31. Mai. (WTB) Die Hauptve samm- lung des katholischen Lehrervereins in der Provinz Rheinland beschloh angesichts der immer wieder hervortretenden Loslösungsbest rebungcn im Rheirlande folgende G.'klä- rung: Die im katholischen Lehrervereln organisierten katholischen Lehrer des Rheinlands stehen fest und unwandelbar zum deutschen Reiche Die uns anbertraute Fugend wollen wir in gut kathvllschem Geiste zur christlichen Nächsten* liebe und damit zur wahren Dölkerversöhnung erziehen. Wir wollen sie aber auch erziehen zu edler Hekmats- und Dateiclandslie'e; sie soll ihr Vaterland desto mehr lieben lernen, je gröber feine Rot ist. " ■l’—MM——1— Aus Stobt und Land. Gießen, den 1. Zani 1922. Amtliche Personalnachrichten. Ernannt Um den am 23. M^i der Lehrer Hak. L a m e l t zu Ober-Ohmen, derSchulamtsanwärter Wilhelm Pullmann aus Ob r-Ramstadt za Lehrern an der Volksschule zu Hühnlein, Kreis v^nsyerm. — Grnuniu wurde am 20. Mai der Oberbausekretär beim Hochbauamt Offenbach Ferdinand Fischer aus Offenbach zum Dauschätzer im Sfreiä Offenbach unter Belassung der Amts- bedti „r*b«‘rVv-’Tf '?retär“ "OberhesfischerKun st verein. Rach dem Geschäftsbericht über das Jahr 1921 nahm die .günstige Entwicklung, in welcher der Oberhessische Kunstverern seit mehreren Jahren, sich befindet auch im Jahre 1921 einen erfreulichen Fortgang. Im abgelaufenen Jahre waren folgende Ausstellungen veranstaltet- Im Januar fand eine Llusstellung von Werken des Vereins Münchener Aquarellisten statt. Dieser folgte eine Ausstellung der Künstlerinnen-Vereinigung „Der Kreis , München. Im März schloß sich eine Sonderaus- stellung der Kasseler Künst er an, an der sich sämtliche Akademie-Professoren mit ihren Arbeiten beteiligten. Im April konnte die Ausstellung der Frankfurter Künstlerschaft durch ihren Vorsitzenden Professor Körner eröffnet werden. Im Mai fand eine Sammelausstellung statt, worunter sich u. a. eine größere Kollektion von Professor H. von Volkmann, sowie von dem bekannten Dresdener Künstler I. Hegenbarth befanden. Der Zuni bis Juli brachte eine graphische Ausstellung von hessischen Künstlern, an 'der sich auch Professor PH. Frank, Berlin mit mehreren Werken beteiligte. Im Monat August war die Ausstellung geschlossen. In den Monaten September bis Oktober fand alsdann eine graphische Ausstellung bekannter Münchener Künstler statt, der sich während der Monate Rovember bis Dezember eine Ausstellung der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler und des Verbandes der bildenden Künstler in Hessen an» schloß. Diese Ausstellung wurde mit einer Ansprache von Professor Deher, Darmstadt eröffnet. — Der Mitgliederbestand des Vereins betrug Ende 1920 451, nach Ausscheiden von 21 und Reueintritt von 90 ergab sich Ende 1921 ein Mitgliederbestand von 520. ** Iu bilare der Arbeit. Heute vor 40 Zähren trat der Prokurist Heinrich Balser in die Firma S. Bock & Ev., Zigarrenfabriken, ein, die damals gerade auf 25 Jahre ihres Bestehens zurücksehen konnte. Die Verdienste, die sich der Jubilar in den letzten vier Zahrzehnten um die Entwicklung des Unternehmens erworben hat, wurden heute früh in einer schlichten «frier in Gegenwart der Inhaber und des gesamten Kon- to.pe.sona^s hervorgehoken. Dem allseits P liebten und wegen ferner Pflichttreue hochgeschätzten Beamten werden von feiten der Chefs und Berufskollegen mannigfache Ehrungen zuteil. — Sein 50jähriges Arbeitsjubiläum feiert am 5. Juni der Bearbeiter Heinrich Diehl, Wiesecker Weg 28. bei der Firma Em- melius, Zigarrenfabrik. Marburger Straße. ** Die Entschädigungsordnung vom 30. Huli 1921, welche die Festsetzung von Entschädigungen und Vergütungen für Schaden aus Anlaß des Krieges unddes Friedensschlusses zum Gegenstand hat, sieht in ihrem § 31 vor, daß der Vorsitzende einer Spruchkammer im Wege der Einigung mit dem Antragsteller die Entschädigung festsetzen kann. Diese Bestimmung fst in der Oeffentlichkeit nicht in dem Maße bekannt, wie dies im Interesse des Deichs und der Geschädigten liegt. Das Gini- gungsverfahren bedeutet eine wesentliche Entlastung der Spruchkammern und eine erhebliche Deschleunigung des Entschädigungsverfahrens. Es kann daher den Geschädigten nur dringend nahe gelegt werden, in möglichst großem Umfange von der Möglichkeit des Abschlusses von Einigungen Gebrauch zu machen. ** Deichsbanknoten zu 10000 Mk. Mit der Entwertung des Geldes steigt anderer- settS die Höhe der Danknotenwerte. Das Reichs- bankdirektorirun macht bekannt, dah in der nächsten Zeit neue Reichsbanknoten zu 10 000 Rll. ausgegeben werden. Sie sind nahezu 210x124- Millimeter groß und auf weißem Papier gedruckt. Auf der Vorderseite befindet sich links ein etwa 45 Millimeter breiter, nur mit einem länglichen olidgelben Linienmuster belegter Schaurand, der bei Der Durchsicht ein sehr ausgeprägtes, bandförmiges Wasserzeichen erkennen läßt. Das Wasserzeichen besteht aus weih umrandeten, nur durch einen dunklen Ballen voneinander getrennten, geschwungenen Rauten, die abwechselnd in Heller und dunkler Schrift die Wertzahl 10000 Mark zeigen. Das Wasserzeichen ist mit kupfer- braunen, auch in der Durchsicht gut erkennbaren Fasern durchsetzt. Das DruLüld der Vorderseite zeigt u. a. im rechten oberen Feld einen Dürer- schen Männerkopf ist grauer, durch olivgelben Schuh- und Ergänzungsdruck belebter Farbe. Die Rückseite bietet dem Beschauer zunächst einige sinnfällige Papiereigentümlichkeiten. Durch die Mitte des teilweise ftarf aufgehellten Druck- Hildes erstreckt sich ein orangeroter Faserstreisen. Der druckfreie, rechts befind.iche Schaurand zeigt eine graue, teilweise wolkige Papiertönung und zahlreiche, teils an der Oberfläche liegende, teils mehr oder weniger eingebettete bapferdraune Fasern über dem Wasserzeichen. •* Wohin mit den alten Musikalien? Wir werden um den Abdruck eines Aufrufes gebeten, in dem es heißt: Die ungeheure Teuerung hat auch den Musikalienhandel ergriffen, und die sogenannten billigen Ausgaben der Klassiker kosten heute weit mehr als das Zwanzigfache des Friedenspreises. Um so größere Bedeutung getoümen dadurch die öffentlichen Bibliotheken, fowett sie auch Musikalien sammeln, in Hessen por allem die Landesbibliothek in Darmstadt mit ihren bis jetzt schon weit über 20 000 musikalischen 'Werken aller Zeiten, welche ihre Bestände, soweit es nicht kostbare Handschriften und Prachtausgaben sind, innerhalb des Landes an alle vertrauenswürdigen Personen verleiht. In vielen hessischen Famillen sind seit Generationen reiche Rotensammlungen zusammengekommen. Vieles davon ist auch heute noch brauchbar und wertvoll, sollte daher der 2lll- gemeinheit durch Uebergabe an die Bibliothek zugänglich gemacht werden, anderes hat für das musizierende Publikum fein Interesse, also auch für die Musikalienantiquare keinerlei nennenswerten Geldwert, kann darum aber doch von größter kulturgeschichtlicher Bedeutung sein. Die ßan- desbibliothek (frühere Hofbibliothek) in Darmstadt ist dankbar für Schenkungen, will aber auch alle verfügbaren Mittel aufbringen, um da Entgelt zu geben, wo die Rot der Zeit unentgeltiche Ueber* gäbe unmöglich macht. ** Müllersche Badeanstalt. Wassev- wärme der Lahn am 1. Juni: 20 Grad R. Bornotizen. — Tageskalender für Donners^ tag. Postkeller, SVs Uhr: Vortrag der Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, ab heute: .Hasenlore", 2. Teil, und »Die Tänzerin auf dem Tugendpfad". Landkreis Gießen. e Grotzen-Linden, 31. Mai. Am Sonn» tag, den 11. Juni, soll der, auf dem neu angelegten Ehrens r.iedhvf errichtete Gedenkstein zum Gedächtnis der Gefallenen eingeweiht werden. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 30. Mai. Die Vorbereitung gen für die würdige Ausgestaltung der F e i e r des 700jährigen Stadt jubiläums schreiten rüstig fort. Den Zeitverhältnissen entsprechend soll die Veranstaltung keine rauschende Festlichkeit sein, sondern eine dem Ereignis entsprechende schlichte Feier. Gleichzeitig feiert der hiesige Geschichts - undAl- tertumsderein fein 25jähriges Bestehen. Die Jubiläumsfeier findet am 2 4. und 2 5. Juni statt. Einen Glanzpunkt dürfte der für Sonntag,den2 5. Juni geplante Festzug mit historischen Gruppen aus Alsfelds reicher, geschichtlicher Vergangenheit werden, den die hiesigen Vereine und Innungen stellen. Die zum Jubiläum zur Ausgabe gelangende Festschrift, an der erste Autoren mitwirken, wird ein bleibendes Andenken an die Feier bilden. Sie wird in geschmackvoller, künstlerischer Ausstattung erscheinen. Mit dem Stadtjubiläum findet eine Gewerbeausstellung statt, die 14 Tage dauert und Zeugnis ablegen soll vom Alsfelder Gewerbefleiß. Die Leitung der Ausstellung liegt in den Händen von Gewerbeschul- inspektvr Schindel und Architekt Rohr- b a ch. Zur Jubiläumsfeier wird eine größere Anzahl gebürtiger Deutsch-Amerikaner ein» treffen. Ein würdevoller Verlauf des Festes steht zu erhoffen. § Ermenrod, 30. Mat. Das Zeil» waldfest hat eine so starke Beteiligung gesunden, wie es in den letzten Zähren nicht der Fall war. Der erste Tell des Wald festes war gedacht als ein liturgischer Waldgot'eZdienst mit dem Kernpunkt einer Gustav Adolf »Feier. Unter der geschickten Führung von Piayrec Georgi- Ermenrod- hatte diese Feier die rechte Kürze ,und Würze. Die Pvsaunen-chöre von Boben- hausen 11 und Unter=©eibertcnrob, die vortrefflichen Chöre von Helpershain, Stumpertenrod, Kestrich, Elpenrod, Ermenrod und Vereine mit den Schülergefängen von Kestrich, Ermenrod und Ober-Ohmen gaben die rechte würdige Umrahmung zu den A smachen von Pfarrer Leih, einem aus Elsah-Lothri.igen vertriebenen Geistlichen. Kreis Schotten. § Aus dem Vogelsberg, 31. Mat. Unsere Zager tagen über die ungewöhnlich schle chte Fleischbeschaffe nheit des Rehbestandes. De die jährigen S iehböcke weisen eine JeÜene Magerkeit aus. Der sehr Dr. Jorge Fred. Fayet Am 31 März ds. Zs. verstarb in Porto Alegre (Brasilien) im Aller von 72 Zähren der praktische Arzt Dr. Zorge Fred. Faßet. Der Tod des treuen Freundes, des feingebtlbeten, liebenswürdigen Mannes, der längere Zahre, noch zu Anfang des Weltkrieges, in eigenem Hause in Gießen (Gartenstrohe 26) lebte, hat bei seinen zahlreichen Freunden und Bekannten lebhafte Teilnahme erweckt. So werden einige Mitteilunoen aus seinem Leben nicht unwillkommen sein. Die Familie Z.Fahet's war eine Waldenserfamilie. Sein Großvater wanderte in Oberhessen ein und begründete in Lich ein Uhrengeschäft. Dessen Sohn, verheiratet mit einer geb. Klingelhöfe r, wanderte nach San Gabriel (Brasilien) aus, erwarb ausgedehnte Plantagen und gelangte zu bedeutendem Wohlstand. Sein Sohn Zorge (geboren 1850) sollte eine deutsche Erziehung erhalten und bezog Mitte der 60er Zahre vorigen ZahrHunderts das Gymnasium zu Gießen. Er verlieh diese Lehranstalt 1869 und studierte Medizin in (Ziehen. Er wurde aktiv beim Korps Teutonia, wo er im Sommersemester 1872 E ster Charg'er e? wurde. Am Schlüsse dieses Semesters wurde er in ein Duell verwickelt, wodurch sein Studium unterbrochen wurde. Er hatte das Unglück, seinen Gegner zu töten. Rach Verbüßung seiner Festungshaft vollendete Faßet sein Studium in Marburg und Würzburg, wo er beim Korps Rhenania aktiv wurde. Hierauf verheiratete er sich mit einer Dame aus Gießen, ging nach Brasilien zurück und widmete sich dem ärztlichen Beruf. Er wollte seinen Söhnen ebenfalls eine deutsche Erziehung geben und ging, als diese schulpflichtig wurden, wieder nach Deutschland zurück. Seine Söhne besuchten deutsche Gymnasien und studierten auf deutschen Universitäten, zogen sodann aber zur Ausübung des ärztlichen Berufs nach Brasilien. Dr. Zorge Fayet wollte seinen Lebensabend in Gießen verbringen. Der Weltkrieg jedoch nötigte ihn zur Rückkehr in die süd- amerikanische Heimat, wo er vor acht Wochen noch fünftägigem Krankenlager an doppelseitiger Lungenentzündung verstarb. Die Veranlassung und der Verlauf des Duells, das die Studicnlaufbahn Fayet's vor nunmehr 50 Zähren jäh unterbrach, ist auf Grund Dyi authentischem Material bereits 1873 im »Reuen Pitaval" (Sammlung de? i.-iteveffan c'en Kri minalgeschichten aller Länder aus älterer und neuerer Zeit, Leipzig bei F A. Drockhaus, 8. Dd., erstes Heft, S. 101—112) eingehend behandelt worden. Aus Grund dieses Sammelwerks, das wir nach sicheren persönlichen Mitteilungen in einzelnen Punkten ergänzen, geben wir nachstehend eine gedrängte Darstellung jenes Ereignisses, das von der Fama im Lause der Zahrzehnte teilweise eine falsche Darstellung erfahren hat. Rach dem deuisch- sranzosischen Krieg brachen auf den deutschen Uni- versitäten die Feindseligkeiten zwischen Korpsstudenten und Durschenschastern, die während der äußeren Kämpfe des Vaterlandes geruht hatten, mit großer Heftigk-it wieder aus. Es fanden mich in Gießen verschiedene Pistolenduelle zwischen den e'bitterten Gegnern statt. Beim zehnjährigen Stistungsseste der Durschenschast Alemannia am Schlüsse des Sommersemesters 1872 grinste der Stud. pharm. Renting aus Mainz, ein Mitglied dieser Verbindung, beim Festzug vorn Waoen herab den Ersten Chargierten des Korps Hassia in heraussordernder Weise an. Dies gab Veranlassung zu einem Pistolenduell, das am 23.August stattfand und unblutig verlief. Der Student Reu- Ung war anscheinend durch den Ausgang übermütig geworden und ging auf neue Händel aus. Er verbrachte die Ferien in Gießen, well es doch daselbst, wie er sagte, hin und wieder ein Duell gebe. Am 29. August begegnete Stud. Reuling am Dahnhos dem Stud. Zorge Faßet, der in Gesellschaft seiner Verlobten und mehrerer jungen Damen von einem Ausflug zurückkehrte. Reuling „rempelte" den Teutonen von hinten an (stieß ihn mit dem Ellnbogen an, vorsätzlich, wie er später selbst zugab). Fayet drehte sich um und sagte: „Gehen Sie mir aus dem Wege!" Darauf R.: „Da hätte ich v'el zu tun, wenn ich jedem Sch ... k... aus dem Wege gehen sollte." F. sagte hierauf: „Morgen werden Sie von mir hören!" Hierauf entfernte sich Stud Reuling, indem er noch wiederholt dasselbe Schimpfwort dem T u tonen zurief. Vergebens hatten die Alemannen, die in Begleitung des Stud. R. sich befanden, versucht, diesen zu beruhigen. Am solgenden Tag lieh Fayet den Alemannen auf „15 Schritte Distanz" fordern. Reuling saß auf dem hohen Roß und sagte: „15 ©drille Distanz ist doch verdammt weit." Der Kartellträger entgegnete; .Ein Duell auf Pistolen ist kein Kinderspiel!" Man einigte sich schließlich dahin, dah das Duell auf 5 Schritt Barriere mit einmaligem Kugelwechsel ft.it fhCen ft Ille. Dienstag, 3. September, traten die Gegner am kleinen Teich auf der Rordostseite des Schiffenbergs an. Stud. Fayet hatte Dr. Baur, Stud. Reuling Dr. Felsing als Paukarzt mitgebracht. DaS Korps Slarkenburgia hatte die Pistolen (gezogen, mit Percusfionsschlössemr versehen) gestellt Gin Ver- söhnungsversuch, darin bestehend, dah der Llnpar- teiische, Angehöriger des Korps Starkenburgia. jeden der beiden Sekundanten auffvrderte. feine Partei zu fragen, ob sie geneigt sei, sich zu versöhnen, blieb erfolglos. Bride Teile antiporte‘en mit „Rein"; der Versöhnungsverfuch war eine bloße Formalität. Sodann teilte der Unparteiische die Bestimmungen des Komments mit: Die Paukanten hätten auf ihren Standorten zu verweilen, bis das Kommando „Los!" erschalle. Dann dürfe ein jeder 5 Schritt weit avancieren. Die Zielzeit, binnen welcher beide Schüsse abgegeben fein müßten, sei auf eine Minute bestimmt. Sodann wurden die Pistolen durch Büchsenmacher Dickvre geladen, während der Unpccrteiische die 15 Schritte Distanz ab maß und die Barriere von fünf Schritten absteckte. Hierauf verloste er die vier Pistolen und händigte je eine den beiden Paukanten und den beiden Sekundanten ein. Letztere hatten das Recht, im Falle einer Verletzung der Duellordnung auf den Verletzer des Komments zu schießen. Die Duellanten und die Settrndanten nahmen ihre Plätze ein. Sodann kommandierte der Unparteiische: „Gins, zwe,, drei, los!" Die beiden Gegner zielten einige Sekunden, dann feuerten beide von ihren Plätzen aus. Die Schüsse klangen, als hätten beide gleichzeitig abgedröckt. In Wirklichkeit hatte der Alemanne einen Augenblick früher abgefeuert, aber gefehlt. Dagegen traf der toaffengeübte Korpsstudent feinen Gegner mitten auf die Stirn. Reuling macht» einen Lustsprung nach vorwärts und stürzte lautlos nieder. Dr. Felsing ipachte aus dem nahen Teich einen kalten Aufschlag, der Puls und das Herz schlugen nur noch wenige Minuten, dann entfloh das Geben; Reuling war tot. Stud. Faßet stellte sich sofort dem Staatsanwalt. Am 18. Oktober schon war die Verhandlung vor dem Schwurgericht der Provinz Oberhessen in Dießen. Faßet trat bescheiden und vornehm vor den Schranken des Gerichts auf und machte durch seine anständige Haltung einen guten Eindruck auf ble| Richter und die Geschworenen. Wenn er auch fein Bedauern über den Ausgang des Kampfes nicht ausdrücklich aussprach, so konnte man doch herausfühlen, wie leid es ihm war. Im späteren Leben kam Faßet ungern aus das Ereignis zu sprechen. Tattlose Zahr (zu Darmstadt, im dortigen Gefängnis, dessen geräumiger Hof ihm zur freien Bewegung mit dem Recht, Besuch zu empfangen, zugewiesen wurde). Der Rest der Strafe wurde ihm auf dem Gnadenweg erlassen. In Betracht kam dabei vor allem,, daß er an der Veranlassung des tragischen Konflikts schuldlos war. A R. Grasshoppers BaselsWieseck Der Bundesmeister des Arbeiter-Turn- und Sport-Bundes der Schweiz gegen I. Mannschaft der Fr ien Turnerschaft Wieseck gestellte nist bisher noch lerne Wendung eingetreten, er dauert mit unoerminderer Schärfe fort. Am Montagabend traten die beiden Parteien unter dem Vorsitz des Demobilmachungs- kommissarS zu Verhandlungen zusammen. Die schlletzlich nach Itzstündtger, ununr erb rochen er Lauer Eiterten. Im Lause des Dienstagnach- miiiQfl unterbreitete der Demvbilmachnngskom- missar den Arbeitgebern sowohl als auch den wegen Dechilfe 1000 Mk. Geldstrafe; außer-. dem wurde der übermäßige Gewinn in Höhe von 1705 Mk. gerichtlich beschlagnahmt. fpd. Frankfurt a. M., 30. Mai Die ersten Erdbeeren, meistens Treibbaas- sröchle, sind zum Verkauf ausgestellt. Das Pfand Der leckeren roten Früchte tostet 100 Mark. Eine recht »bescheidene" Damme gegen die Koblenzer Preise, die die Höhe von 260 Mark für das Pfund z. 3t. betragen. Das macht einen Dollar in Koblenz für die Amerikaner. fpd. Frankfurt a. M., 31. Mai. In der vergangenen Aacht kletterte ein Dieb an Hotel» empvrl arveiren wurden dtSyer 3 Lore geborgen. Nähere Einzelheiten fehlen noch. KreiS Friedberg. ■X Bab-Aauheim. 30. Wai. Der Krieger- und Militärverein »Hassia" hielt gestern abend eine Mitgliederversammlung ab, wobei an 59 Kameraden die Kriegsdenk- Destrafte Kartoffelwmherer. mc. Frankfurt a. M.. 31. Mai. Der Landwirt Otto Högel und seine Tante, die Ehefrau Katharina Dettelbacher aus Münzenberg, die im Januar d. (Z. 31 Sack Karwffeln eigener Produktion, und 42 Sack von anderen Produzenten nach Frankfurt zum Verkauf brachten und 300 Mk. für den Zentner verlangten, mußten jetzt wegen Preiswuchers vor Gericht erscheinen. Der Landwirt erhielt 8000 M k. Geldstrafe, seine Verwandte lange und ftrengv Winter hat eine Unterem ä 6- nmfl des A-hvolkes nach sich gezogen, die sich jetzt noch stark bemerkbar macht. Die Nachkommen derer von Lampe scheinen nadibolen zu wollen, was sie durch das späte Frühjahr ver- fänmt haben, man trifft nicht selten junge Häschen im Felde an. Kreis Vüdinge«. ge. Veiß-Aidda, 30. Mai Der Sängerbund, Sängervereinigung Geiß- 2idda und Umgegend, hielt am Sonntag fxtrr wieder nach dem Kriege sein erste- Dundessest ab. Schon im Jahre 1909 harte sich der Bund mit 5 Vereinen gegründet und auch sofort eine rege Tätigkeit in der Pflege des Liedes entfaltet Durch Dirigenten lvnferenzen, Sachverständigeaberatung unb Wertungssingen kamen die Emzelver^ine auf beachtenswerte Hohe. Der Krieg zerstörte alles. Aach Heimkehr der Sänger und Kri.ger fing im Stlllen die Tätigkeit der Einzelvereine wieder an. bis sie einmütig die Wiedererrichtung des CBun- he< verlangten Dieser besieht nun aus den Gesangvereinen von Bellmuch, Dauemheirn. Fauer- pach Geih-Aidda, Oberwiddersheim, Aanstadt und Wallemhausen — Am Soiuttag trugen nach Arbeitnehmecorganisationen einen Einigungs- Vorschlag, den jedoch sämtliche Organisationen am Liens.agabend mit übergroßer Mehrheit ablehnten. Die Arbeitgeber erklärten, daß, toenn die Angestellten nicht die Arbeit sofort wieder aufnehmen, sie di e Betrieb e der Metall- b r a nche schließen müßten Dadurch würden im hiesigen Bezirk etwa 20 000 Metallarbeiter beschäftigungslos. Am Mittwoch-Vormittag bestand noch keine Aussicht auf Beilegung des Streikes. Zu einer Schließung der Firmen der Metallbranche ist eS bisher noch nicht gekommen. wd. Mainz, 31. Mai. Der Verein Mainzer Kaufleute nahm gegen die geplante städtische Gewerbesteuer von 31/3 Prozent in einer gut besuchten Versammlung eine Protestentschliehung an, in der die Steuer al- vernichtend für Gewerbe und Industrie bezeichnet wurde. — Aus Veranlassung münze 191418 des Kysshäuserbundes in feierlicher Weise überreicht werden konnte. Einen lehrreichen Vortrag hielt dann Studienrat Dr. Knie- rte m über »Die Entwicklung der englischen und deutschen Kolonie n". Daß die Ausführungen für den kolonialen Gedanken auch ein praktisches Ergebnis hatten, geht daraus hervor, daß sich eine stattliche Zahl der Anwesenden als Mitglieder bei der hiesigen Abteilung der Deutschen Kolvnialgesellschaft anmeldete. jährige Dienstmädchen eines Backers in Bretzenheim verhaflet, die well ihr nicht genügend Ausgang gewährt wurde, im Schlafzimmer ihrer Dienstherrin an dem Gaswandarm eine Verschraubung löste, wodurch die Bäckersfrau infolge von Gasvergiftung den Tod fand. Hessen-Nassau. SchlichtungsauSschutz der Provinz Lberhessen. Sitzung vom 30. Mai 1922. Dem Transportarbeiter-Verband und dem ArbeitgeberverbandfürHan- del u nd G ewer be sowie den Vereinigten Fuhrwer ksbesitzern in Gießen wurde die Erhöhung der Transportarbeiterlvhnsähc des Schiedsspruches vom 6. April um 25 Prozent ab 1 Juni bis Ende Juni vorgeschlagen. Es ergeben sich hiernach z. D. folgende Wochen löhne: Kraftfahrer 797 MI.. Fuhrleute über 21 Jahre 734 Mark, Lagerarbeiter über 23 Jahren 703 Mk. und Arbeiterinnen über 23 Jahren 469 Wk. Die Vereinigung Hess. Dau xit- gru ben soll den Arbeitern ihrer Aufbereitungsanlage in Münster statt bisher 9 Ml. ab l.Mai 12 Mk. und ab 16. Mai 12.50 Mk. Stundenlohn zahlen Die weitere Regelung, insbesondere die des Akkords, wurde zunächst den Parteien überlassen. In beiden Sachen erhielten Die Parteien Er- klärungssrist bis zum 2. Juni 6 älhr nachmittags. der Wand des Earlton-HotelS emporl und wollte gerade in das Zimmer eines GasteS eindringen, als dieser aufmerksam wurde und um | Hilfe rief. Der Dieb kletterte kahenschnell Die Wand wieder hinab. Unten nahm ihn das inzwischen an- gesammeite Publikum in Smpsang. Selbstverständlich bestritt der Mensch den beabsichtigten Diebstahl. — Die aus dem Spessart nach Frankfurt führend« Wasserleitung ist zwischen Geln- baufen und Hanau an zwei Stellen gebrochen. Der Wasserleitung gingen 33 000 Kubikmeter Wasser verloren. Die Wasserversorgung der Stadt muß bis zur Beseitigung Der Schäden erheblich eingeschränkt werden. Kirche unb Schule. • Freie Lehr erstell rn. Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer za besetzende Lehrerstelle an Der Volksschule zu Satter- dach, eine mit einem evangelischen Lehrer za besehende Schalstelle zu Grebenhain, Krcis Lauterbach, ei.e mit einem evangelischen Lehrer SA besehende Schulstelle zz Michelstadt, Kreis Erbach, eine mit einem evangelischen Lehrer 41 besehende Schllstelle zu Siefersheim, 5trei8 Alzey, eine mit einem evangelischen Lehrer z» besetzende Schalstelle zuAllertsdosen-Hox- hohl, Kreis Dieburg. Dermischter,. Grubenunglück. Essen, 1. Juni. (WTB.) Auf dem Schacht Amalie der Gewerkschaft Helene- Amalie ereignete sich gestern abend ein Gru- benunglück, das vermutlich auf eine Explosion zurückzusühren ist. Bei den VergungS- Homhaut. 5wrefen’-,uU/drzen Tn fioofheken u. besseren Drogenen malnkh 6eqen Fußschweiß und Wlmdldufen Kuklrob Fußbad Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51. (ll00A Starkenburg und Rheinhessen. wd. Offenbach, 31. Mai. Der Polizei gelang es, zwei Männer festzunehmen, die in einem Aucksack Wild nach Hause tragen wollten Es stellte sich heraus, daß sie im Walde Schlingen gelegt hatten und auf diese Weise ein 3teb erbeuteten. Bei einer Haussuchung wurde bet einem Der Wilderer ein weiteres Achsel! vor- gefunben. wd. Mainz, 31. Mai. 3m Streik der kaufmännischen und techn ischen An - * Der Iazz-VeitStanz. Eine besondere Zazz-Kiankheit bildete den Mittelpunkt einer Schadenersatzklage, die in Aeuyork zwischen einer Tänzerin Marie ChlcrS und einem Aeuhorker Theaterdirektor Ernie Vaung zum Austrag kam. Das Mädchen behauptete, daß sie infolge des beständigen Zazz- tanzens, das sie auf Grund eines Vertrages mit Doung ausführen mußte, eine Krankheit bekommen habe, die ihre Aerzte als „Diathro- sitiS" bezeichneten. Sie gab an, daß sie von dem Beklagten veranlaßt wurde, „viele Verdrehungen, Verrenkungen und Verkrümmungen im Zusammenhang mit den modernen Tänzen auszuführen, besonders Drehungen der Hüften und Zuckungen der Schultern". Infolge dieser Prozeduren, die sie mehrere Monate sortsetzen mußte, empfindet die Tänzerin, sobald sie Jazz-Musik hört, das unwiderstehliche Verlangen, mit ihren Gliedern hm und her zu schlenkern, und sie verliert jede Kontrolle über ihre Bewegungen. Besonders werden diese Krankheitserscheinungen hervorgerufen durch „die unregelmähtgen und lärmenden Töne der Jazz-Musik", die sie zwingen, „sich unbewußt zu drehen und zu verrenken". DaS Gericht erkannte auf Grund dieses „Iazz-VeitstanzeS" auf einen Schadenersatz von 10 000 Dollar. KirMiche Nachrichten. Israel-AcligionsgemernDe. Gottes- Dienst in Der Synagoge (©üDanlage). Freitag. Den 2. and Samstag, Den 3. Juni 1922: W 0 chenfest. Freitag, VorabD. 7.45. Morg. 8. Konfirmationsfete r. — Samstag, Vor- obenD 7.45. Morg. 8.30. Abds. 8.45 anD 9 25 Hbr. Israel. Religions - Gesellschaft. Freitag, Den 2., und SamStag, Den 3. Juni 1922. W 0 chenfest. 1. Tag: VorabD. 8.15. Morg. 8.00. Predigt. 2. Tag: VorabD. 7.30. Morg 8.00. Aachrn. 4.30. Festesausgang 9.25. — Wochen- gottesDienst: morg. 6.00, abDS. 7.30 ^Ihr. Verantwortlich für den politischen Teil: 3. V.: Karl Walther. Der Begrüßungsansprache Durch Den Bundespräsi- Denten Lehrer Lentz von hier Die Einzelvereine ______ _ ihre Lieber vor, zwei PflichtlieDer waren auf- I ber (5 t a a t d a n toa 11 f a ft tourDe Das 16- qegebcu — es wurden Deren mehr. Der im Freien von allen Vereinen gesungene Massenchor »Will- kommenaruß" von A Aeff kann als wvhlge- (ungen bezeichnet werden. Freudig überrascht war wohl jeder Gesanges kundige über Die guten Leistungen sämtlicher Vereine. Man hatte Den Eindruck: .Hier wird geschasst". Hausfrau Oetker' Kuchenbacken Ebenso empfehlenswert sind die bekannten Dr. Oetker's I »rtigea Backpulver verwendet. enn sie sich, um etwas zu sparen, der Gefahr ssetzt, einen mi6ratenen Kuchen zu erhalten MUhe u. Kosten umsonst aufgewandt zu haben. en Ist ein gutes, erprobtes Backpulver Igste! Deshalb spare sie nicht an Stelle, denn ein minderwertiges Backselbst geschenkt—noch viel zu teuer. iker*s Backpulver „Backtn“ ist Jede lut bedient, denn damit gelingt der Was Sie suchen bietet Ihnen dnS Nordseebad Röstrfngen 1.0. Auskunft: («eichäftssteUe. des Leebade- und Heimatveretn, '.Nüftrinacn G. V. 5.24c Bekanntmachung. Der für den 6. Juni l. Zs. Dahier vorgesehene Psingstmarkt muß infolge Ausbruchs der Maul- unb Klauenseuche in benachbarsen Gemeinden ausfallen. 53228 Lich. den 27. Mai 1922. Hessische Vürgermeisterei Lich. Völker. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Bersrod für 1922 Rj. liegt von Samstag, den 3. Juni 1922, bis einschl. Frellag, den 9. Juni 1922, auf rnferem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Es ist die Erhebung einet Llmlage befchloffen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Bersrod, den 3h Mai 1922. Bürgermeisterei Bersrod. Becker. 5327D [Verschied® ne» j Ein Primaner f. Nacdbilfc stran^ösischl eines l.uterieknndancrS de» GumnasiumS gesucht. Sduiftl Anneboie unter 05637 an den Gien Anz. Suche für ca 2 Tage für jede Woche Näherin ob. Flickerin »mnÄuSbeffern u. Wäsche n. Qleiöern für Sinber. Krau Preitt, Wetzlarer Wea 80. 5332 6ßßfl Ü’üf nufftuteeCb= 0UUV JXL jefi als 2 Hw vo bek anS^nleiben. HanSdenver-Bereiu. 30 000 Mk. S&Ä auSAuleibeu. ^ausdentzerBereiv. Teatfier ^äftrOinii zugelaufen 07-661 Kaiierallcc 120. Vereine 1—*X 2. VL 9 ühr: ^..0 si I Kränsches. Be- riefet feksr Gr»flC!iitsaa|. HQRDD Ihre Vermählung geben bekannt Dr. (Emil Schüz, Oberforstmeister Constanze Schüz geb. Helm Gießen (Bergstraße 9), Juni 1922 .........................................aitt. Statt Karten Felix gülzer Else Zülzer geb. 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Fritz Ehrenforch Preffereferent des Reichsausfchuffes der deutschen Landwirtschaft. Gießen Pfingsten 1922 Berlin ' u*o Die Verlobung ihrer Tochter Doris mit Herrn Franz Gustav Merck, Gerichtsreferendar, zeigen hierdurch an Dr. med. Th. Reinewald und Frau Else geb. Buchner. Meine Verlobung mit Fräulein Doris Reinewald zeige ich hierdurch an. Franz Gustav Merck Gerichtsreferendar. Gießen Darmstadt Frankfutter Straße 10 3m Juni 1922 Grüner Weg 21 , ................»»»> Statt statten Die Verlobung ihrer Kinder Ilse und Waller geben bekannt Studiendirektor Franz Stein u. Frau Emmy geb Honstein Fabrikant Volprecht Struth u. Frau Anna geb. Eckhard Ilse Stein Walter Struth I Verlobte i Lauterbach (Hessen) .............. _o»!0! Erstklassige gesunde tzMMü verschiedene Sorten billigst [5240 MerverDeMlokru Telephon 178. M Sreitag Kuttfeijd) Unnd Ä8 Mark zu verkaufen v. 8—11. 13,8 Tchützenstraße 3. Achtung! S. Scatgel eingetroffen. 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Tagen rage b. 7 Arb^ Tagen I II III IV V VI VII VIII IX X XI Di Dersich bis o.33 *AC von 3.34 - 6.66 JL „ 6.67-10.- „ „ 10.01 -16.66 „ „ 16.67-23.33 „ „ 23.34-30.- „ „ 30.01-40.- „ „ 40.01-50.- „ „ 50.01-60.- „ „ 60.01-70.- „ „ 70.01-80.- „ e Arbeitgeber werd« erten, die ejnen Ta« 6 „ 10 „ 16 „ 22 „ 30 „ 40 „ 50 „ 60 „ 70 „ 80 „ n aufg zelohn 1.62 JL 3.24 „ 5 40 „ 8.64 „ 11 88 ,, 16.20 „ 21.60 „ 27.- „ 32.40 „ 37.80 „ 43.20 „ efordert, oon über 1 89 3.78 „ 6.30 „ 10 08 „ 13.86 „ 18.90 „ 25.20 „ 31.50 n 37.80 „ 44.10 „ 50.40 „ für alle 60 Mk. verdienen, Lohnveränderungen auf oorgeschriebe- nem Formular innerhalb 3 Tagen einzureichen. Der Dorstand. Ad. Bolz, 1. Vorsitzender. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 M17o 6 Akte. Ferner: Erika Glässner in HäBriMltalHpipW Tolles Lustspiel in 3 Akten. Heute bis inkl. Sonntag: Der zweite u. letzte Teil des spannenden Sittenfilms Hafenlore seien ä Freilleb. HauS mit gr. Warten u. freiwerdender Wohnung, mit Möbeln foiort zu kaufen gesucht. 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Vorüber an dürftig begrünten Hügeln, auf denen grotze Findlingssteine mit halbverdorrten Wacholdersträuchen abwechselten. durch flaches Heideland, spärlich mU verkrüppelten Kiefern bestanden, an dem Ufer schilfumrahmter Seen entlang, bis endlich hinter einer Biegung des Weges das niedrige, weit- gestreckte Dach des Gutsbofes aufta achte, um das sich die verwitterten Wirtschaftsgebäude drängten. wie die jungen Rebhühner um den schützenden Flügel Der Mutter. Alles war wie sonst. Hm die Pfütze am Brunnen lagerte das Volk der Hühner und Enten, und aus seiner Hütte am Pferdestall kam belfernd und mit der Kette rasselnd der Hofhund gefahren. Rur die Bärme in dem verwilderten Hausgarten waren ein paar Futz in die Höhe geschossen, und auf der breiten Freitreppe da fehlte jemand, der sonst mich dort zu erwarten pflegte . . . Auf dem kleinen Friedhöfe, eine Strecke weit hinter dem Galten, wuchs dichtes Gestrüpp, und die wenigen Grabhügel waren eingesunken. Ich mußte eine Weile suchen, bis ich aif einem von ihnen, unter üppig wucherndem Rachlschatlen halb versteckt, ein vermorschtes schwarzes Holzkreuz fand. SS war am Faße abgebrochen, doch die Inschrift mit ihren gelben Oelsarbenb rchstabrn unter dem grünen Blättergewirr noch deutlich erkennbar: Hier ruhet in Gott der weiland Dr. juns und Gutsbesitzer Josua Daumlehnrr, * am 12. Ianuari 1846, f am 8. Octobris 1885... Ich setzte mich auf den Rand des Grabhügels und sann vergangenen Feiten nach, da der Starke, der jetzt s«hs Fuß tief in der Erde lag, hier in selbstgcwähller Einsamkeit und Freiheit hauste wie ein kleiner König. Ich sah seine Recken- gestatt über die Felder schrctten, der Wind zauste an seinem mächtigen Barte, und ich hörte seine Stimme, wie sie ernst und milde zu den Arbeitern sprach. All die Tage und Wochen stiegen mir auf, die wir hier draußen verlebt hatten, durch das dreifache Band der “Verwandtschaft, Zu- gehvrigkeit zu demselben Korps und Frr ind- schafl verbunden. Und eine große Traurigkeit überkam mich, wenn ich daran dachte, datz von all dem nichts Wetter übrig geblieben war, als eine Handvoll Erde, ein verwittertes Kreuz und das bißchen Erinnerung . . . Es begann zu dunkeln and die hohen Tannen an der Friedhofsmauer bewegten leise rauschend ihre Zweige im Abendwinde: es war Zeit zum Abschiednehmen, wenn ich vor Rächt noch za Haise sein wollte. Ich beugte mich hinab za dem Hügel und griff mit der Rechten tief durch das dichte Geflecht von Moos und Graswurzeln, bis ich die kühle Muttererde spürte, in der er ruhte: Schlaf wohl, mein alter Josua! Als ich die Rachricht von feinem Tode erhielt, war ich fern von der Heimat und konnte dem Gerüchte nicht auf den Grund gehen, das da be- 31. Mai. 30. Mai. Datum 2312,90 2307,10 4993 .5 13 Markuotierungen. 23.80 I . . Fr. 125.40 Lei Schweizer Franken 100 Fr. Spork- 100 Kr. 100 Kr. 100 100 100 100 100 100 100 100 Kr. 117.80 Sh. 97.80 Fr. Fl. Kr. Kr. Kr. L. Fr. SXx. r Fl. Mk. Kr. Kr. Bad.Anllin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elektr.-Ges. . selten & Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtfche. Vereinsbank 202.70 L905 0.04 10X5 47.675 29.26 27.375 44.10 0.64 522.- 1.88 0,13 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Stockholm . Wien.... Prag.... London. . . Reuyork . . Paris. . . . 81.6. L90 0,93 1,70 1,42 4070,- Brüstel-Antw. . Ehristiania . . . Kopenhagen .. Stockholm. . . . HelstngforL. . . Italien London Reuyork .... Paris Schweiz Spanien Deutsch-Oesterr. Prag Budapest.... Buenos AireS . Bulgarien . . . Japan Rio de Janeiro Kurs 31. 5. 77,50 106,- 130,- 85,- 378,- 283,50 300,- 292.- 550,- 418,- 310,- 253,- 293,- 924,56 783,75 867,- 900,- 1778,- 725,- 548,- 1039,- 695,- 605,- 615.- 715,- 565, — 465,- 381,- 77.50 670.- Kurs 30. 6. 77,50 100.50 128,- 89 - 365,- 284,- 295,- 292,- 540,- 416,- 306,- 253.- 290,- 700'- 860 - 885'- 203.10 L91 0.04 10.07 47.70 23.37 27.32 4*20 CM34 522.76 LS6 0,14 Gesetzentwurf über die Erhöhung der, Berwal- tungSkostenbetträge bei Tttgungsdarlehen werden in zweiter und dritter Lesung genehmigt. Das Reichsknappschaftsgesetz wttd ohne Aussprache dem Sozialpolitischen Ausschust überwiesen. Bon fcen Unabl)ängigen ist inzwischen eine Interpellation eingegangen, ureläe Auskunft über die ^ar f . R Par. tion-, v rhan lu ge.i verargt. Dem Aeltestenrat ist weiter ein Antrag der Hn- abhängigen zugegangen, die Reparationsfrage zu besprechen, toenn der Reichska:rzler zu weiteren Mitteilungen berett ist. Dieser Antrag wird unter großer Heiterkeit gegen die Parteien der Rechten angenommen. Dor der Abstimmung über daS deutsch-nationale Mißtrauensvotum erklärt der Abg. Eris Pi en (USP.), daß seine Partei den Antrag ablehne, weil er nur dem Agitalionsbeditt-fnis der Rechten entspringe. Abg Hergt (Dtschnail.) verliest eine längere Erklärung, in der ausgeführt wird, datz infolge der heute veröffenilich en Reparation» noie der deutschnationale Mi^urauensantrag eine 780,- 865,- 904,- 1770,- 715,- 5 0- 1045,- 680,- 614,- 620,- 710,- 656,- <95,— 390,- 8J,50 685,- 203.- 6122,50 719:,- 578/5 14,3,16 123s, 5 276,65 2524,30 526 .46 4344,05 2,43 533,30 33,55 100,25 204,70 13 i, - 3782,50 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief 1.22 -,36 3,93 Datum: 5°/,Dtsch.Kriegsanl. 4°/„ Dtsch. Aeichsanl. 3'ßDtsch. Aeichsanl. 4e/0 Preuß. KonsolS Hamburg-Pakets.. . Rorddeutscher Lloyd Eomm.u.Privatbank Darmstadter Bank . Deutsche Bank . . Lisconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Creditbank. Rationalbank f. D. . Doch. Gußstahlwerke Bud.-Eisenw.-Akt.. D.-Luxemb. Bergw.. 483 .65 597-‘,50 7.01,20 561,25 142 ,20 1203, 5 271,16 2 >8<,35 5193,50 4279,60 2,35 525,30 33,75 cj< 202^20 129,75 8745,- Wechsel auf Holland Deutschland .... Wien Prag Paris London Italien....... Brüssel Budapest Reuyork . Agram Warschau 4846,05 5987, >0 7018.80 56z, 75 1431,86 120,,55 271,84 2491,65 52 6,50 4290,40 2,39 626,70 3303 88,25 202,60 13o,25 37o5, Juni. Tagesordnung: Reparatiorsint-rp.flatton. Schluß 3 Uhr. Kurs 3 .5 77,50 100 40 128,- 85, 359,50 279,- 294,- 292,' 550,- 415,- 310,- 252,- 298,- 935,- 740,- 851,- 900,- 1750,- 695,- 540,- 1005,- 671,- 575,- (03,50 7u0,- 555,— 450,50 373, - 76,75 660,- 587,- 600,- 720,- 550,- 465,- 372,- 79,- 650,- 204.- Kurs 31.5. 77,50 109,- 132,50 86,- 386.- 237,- 294,- 290,- 550,- 412,- 311,— 251,— 290,- 1.7.14. 125.40 59.20 88.80 88.80 117.80 Handel. Berlin. 31. Mai. Börsen stim- mungsbild. Rachdem nunmehr die wahllosen Derkäufe aufgehört haben, reizt der stark ermäßigte Kursstand der meisten Llltien- werte das Publikum bereits wieder zu Käufen; weniger allerdings in der Hoffnung auf Kursgewinn als zu Anlagezwecken. Auch die Spekulation nahm deswegen, sowie auf mäßige Befestigung der Devisenpreise, weitere Deckungen, verschiedentlich auch Rückkäufe, vor. Bei der festen, dadurch geschaffenen Grundstimmung ergaben sich infolgedessen Kursgewinne von durchschnittlich 20 bis 40 Prozent, vereinzelt von 50 bis 70 Prozent. DaS Geschäft nahm leinen größeren Umfang an. Die Kurse veränderten sich weiterhin nur unwesentlich. Die GeschäftSstille ließ dccher den Bvrsenbesuchern ausgiebig -Zett zur Erörterung der Deutschland auS der Rote an die ReparationSkommission erwachsenden Verpflichtungen. Auch in der Kursbildung der zu Einheitsnotizen gehandelten Industriewertc spiegelten sich die eingangs erwähnten Darlegungen wieder. Cs kam hier zu mäßigen KurSerhöhungen. Am heimischen Rentenmarkt bestand lebhaftes Interesse für alte ReichS- anle'hen uni) Preußische KonsolS, weil von der in der Rote an die Reparationskommission zugesagten Einstellung der Ausgabe von unverzinslichen Schayanweisungen vermehrtes Interesse der deutschen.Kapitalistenwelt für diese bisher vernachlässigten Anleihegattun- gen erwartet wird. Ausländische Rentenwerte wurden bei ziemlich lebhaften Umsätzen erneut in die Höhe gesetzt; besonders Türkenlose und ungarische Werte. Frankfurt a. M, 31 Mai. Börsen- stimmungsbild. Es hatte bet Beginn her Börse den Anschein, alS ob die gestern cingetreten? Erholung standhalten werde. Der Dollar bewegte sich allerdings etwas unsicher. Er wurde 276, 273, 277 genannt. Im freien Berkehr hat sich das Geschäft etwas belebt, allerdings ist zu berücksichtigen, daß die in den letzten Tagen ein-- getretenen Kursverluste beträchtlich waren. Es wurden solgende Kurse genannt: Benz 435— 440, Deutsch? Petroleum 1925. Ufa 220, Inag 3 6, Gebr. ‘Fahr 525, Becker-Stahl 410, Hansa Lloyd 225. Am Mä kle der zu variablen KuZen gehandelten Papiere lagen die Anfangsnotierungen ast durchweg etwas höher als bte gestrigen Kurse. Man bemetk'.e Dcckangskäuse in Montanaklie.i, n-J2- eine Cjehöhuiig der Kurie z-ar Folge hatte. Am Markte der ^dusttiepapiere war rine leichte Erholung zu verzeichnen. Ci-emische Attirn lagen durchweg fester. Auch Elett-i^ättPapiere hat en Kurserhöhungen zu verzeichnen. Am Euihetts- martt konnte nach den Rückgängen der letzten Tage sich heute erstmalig eine freundlichere Stimmung durchsetzen. Die Börse schloß bei erhöhten Kursen in fester Stimmung. Privatdiskont 4Vs Prozent. Frankfurt a. HL, 1- Juni. Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schluß- Schluß- Schluß- Schluh- 30.5. 1,91 0,35 1.72 1,47 4295,- 19,25 1,20 4.06 6137 70 72 V- 580, zß 1446,8o 1239,05 2/7,35 2530,30 528 >,60 4353,25 2,47 534,70 33,65 100,55 2.5.30 132,- 8792,26 Züricher Devisenmarkt. 31. 5. 2lbg. Becker (D. Bp.) erklärt, seine FrU« tion werde nach KemttnisnaH:ne von der deutschen Reparationsnote für be.i derttschra ionalen Antrag stimmen. Aög .Hüllern (Komm.) stimmt für den deutschnationalen Antrag. Abg. Leicht lBayer. Bp.) lehnt tiy.i ab. Der deutschnalivnale Mihttauensanlrag anrb hieraus gegen die Stimmen der Deutschnaiionalen, der Deu.scheu Bollspartei und der Kommanistrn abgelehnt. Darauf vertagt sich das Haus art Dienstag, Gelsenkirch. Bergw.. Harpener Bergbau. 1745, Oberschl. Eifenb.-B. 680, Oberschles. ©ifeninö. 535, Phönir-Bergb.- Akt. 1010 - ~ ‘ 675, Büchcrlisch. Deutsches illustriertes Derniischres. * Das Schmuggelgut einer einzigen Rächt. Man schreibt uns: Die Schmuggler an derholländischenGrenze haben hohe Zett. In früher nie gekannten Umfange werden tagtäglich Waren aller Art in Mafsen über die Grenze zu schmuggeln versucht. Tag und Rächt sind unzählige Grenzoeamte Huben wie drüben angestrengt tätig, den Schmugglern auf die Finger zu sehen, und daß das Schmugglergewerbe nicht ohne Gefahr ist, zeigt die Tatsache, daß erst vor einigen Tagen an einem von jenen dunklen Elementen viel benutzten Grenzübergang ein Dauer nächtlicherwette beim Schmuggeln erschossen wurde. In derselben Rächt gelang es den Beamten an dieser UebergangsstÄle die folgende stattliche Anzahl von Gegenständen, die geschmuggett werden sollten, zu beschlagnahmen: 1 Brotschneidemaschine, 3 Damenhüte, 63 Paar Stiefel, 1 Posten künstliche Blumen. 1 Geldkassette, 2 Harmonikas, 4 Pakete Zimmermannsnägel, 1 Waschkessel, 1 Kaffeemühle und mehrere Dutzend Porzellanteller und Tassen. Diese Deutt^iste einer einzigen Rächt gibt gewiß einen anschaulichen Begriff von der beispiellosen Dreistigkeit, mit der die Schmuggler ihrem dunklen Handwerk ungeachtet der schärfsten Kontrolle ob- Turnen, Sport und Spiel. * ©eitle Glasgow gegen Preußen Berlin 1:1 (1: 1>. Bor zirka 20 000 Zuschauern sand am Dienstag abend im Deutschen Stadion ras T essen des icho tt d>?n Fnßballm.i'ters gegen Preußen Rorden-Rordwest lomd. statt, das einen ür die Berliner Vereine sehr erfreulichen Aus- gang nahm, denn der Kampf endete unentschieden 1: 1 Das Hauptverdienst an dem guten Abschneiden der Berliner hal der Torwächter Menzel ,Preußen), der mehrere Glanzleistungen vollbrachte. Die Schotten gingen in der sechsten Minute in Führung und führt en ein überlegenes, schönes Spiel vor, reich an Finessen. Alle Anstrengungen schetterten aber an der Aufmerksamkeit des Berliner Torhüters. In der 37. Minute fiel der Ausgleich. und zwar durch ein Selbsttor der Celtics. Der Celtic-Berieidiger schoß den Ball langsam dem eiginen Torwart zurück, dieser verfehlte und der Ball rollte langsam ins eigene Retz, dadurch Preußen den erhvssten Ausgleich bringend. Die Schotten legten wohl i)auptsächlich Werl darauf, ein vorbildliches Fußballspiel vorzuführen. Bei größerer Anstrengung hätten sie sicher gewinnen können. — Sübbeutfchlanbs Fuhballmann- fchaft für die Kampf spiele. Rachdem als erste Südostdeutschland und der Baltenverband ihre Fußballmannschaften für den Kampfspiel- Pokal gemeldet hatten, folgt nun auch der Süddeutsche F u h b a l l - B c r b a n d, der folgende Elf namhaft macht: Tor: Stuhlfaut (l.F. C. Aürn- berg). Verteidiger Kugler (l.F. C. Rürnberg), Müller (Spielvereinigung Sürth): Läufer: Hagen iSpielvergg Fu thKalb (l.F.E. Rümbe-gl. Riegel ll.F.C. 'Öiürnbergi, Stürmer: Retter (Spor:si. Stuttgart), Franz, Seiderer (Spielvergg. Fürth), Träg, Sutor lbeide l.F.E. Rürnberg). Erfah: Lang (Spi^vergg. Fürth) und Schmidt (l.F. C. Rürnberg). Da Kalb und Sulor in ihrem letzten Spiele erheblich verletzt wurden, so dürften an ihre Stelle sicher die Ersatzleute treten. Erwähnt sei noch, daß bereits über 1000 Eintrittskarten im Vorverkauf abgesetzt sind. - Das Englische Derby wurde gestern auf der klassischen Stätte zu E p s o m in Anwesenheit einer großen Zuschauermenge entheben. Wie uns ein eigener Drahlbericht meldet, sand sich für die mit 5000 Pfd. auSgestattete 24M-Meter-Prüfung ein Feld von etwa 20 Pferden am Start ein. Sieger blieb Lord Woolcrvrngtons Captain E u t t l e (T. BurnS) vor Vicomte Astors Tamar (F. Dullock) und M. Barclay Walkers Craigan- dower (Deary). •• I n dem Rett- und Fahrwettbewerb am letzten Sonntag wurde, wie uns mil- geteilt wird, das Pferd des Herrn Ludwig Fil- finget von Llnter-Schmitten von dessen 70jähr. Vater Carl F i l s i n g e r zum Siege gertiten. Amstd.-Rotterd. 10511.8010538^010711,55 10738,46 ------------- 2337,50 2 14-.95 4993,-5 5006.26 (In einem Seil der Auflage wiederholt.) DefriLbigung über die deutsche Antwort in Brüssel. London, 31. Mai (WTB.) Reuter beliebtet aus Brüssel, datz die Antwort der deutschen Regierung an die Reparations- kommission in Den dortigen alliierten Kreisen als befriedigend angesehen werde. Die englisch-irischen Verhandlungen ans einem loten Punkt. London, 31. Mai. (WTB.) Der polttisch» Berichterstatter des „Daily Chronicle" schreibt, dah die Berbandlungen zwischen der britischen Regierung und den Sinnsein e r n auf einem toten Punkt angdangi sind. Churchill werde in feiner Rede im Unter« Hause ein Bild der Sage geben und aif ihren Ernst Hinweisen. Die britische Regierung stütze sich aus den Vertrag, die Führer des ttischen Freistaates behaupteten, daß ter Vertrag durch ihren Kvalttionspatt nicht verletzt worden fei Lloyd George sott sich nn Unterhause über die Reparattonsfraae äußern. London. 31. Mai (WTB.) Der polttischt Berichterstatter der .Westmiaster Ga'ette" meldet, Lloyd George habe gestern kx.sHirsen, datz er heute hn Unterhause keine Rede über die deutschen Reparationen hallen werde. Als die Führer der Arbeiter hörten. dah Lloyd George nicht sprechen würde, fachten sie den Premierminister gestern abend im Unterhaase aus. Sie wurden durch feine Der- ficherangen bezüglich der Haltung Frankreichs gegenüber der neuen Regelung nicht b s iedigt und teiüen Lloyd George mit, dah sie die Reparationsfrage heute im Unter» Haase aufwerfen würden and erwarteten, dah der Premierminister auf ihre Kritik an!» toonen wurde. Taschenbuch 1922/23 mit Rekordlisten und Fuhballlalender. Don Sportlehrer W. Dörr, Franckhs Sportverlag, Dieck u. Co., Stuttgart — Weltrekorde und deutsche Rekorde sind Übersicht sich für die verschiedenen Sportarten und für die lebten Jahre geordnet, ausgezeichnete Dilder zei- qcn deutsche Meister von 1921 in ihrer Meister- lcistung, eigene Sporttagc und Sporlleistungea können in den auf bestes schreibsähiaes Papier gedruckten Kalender' eingetragen werden. Deutscher Reichstag. 224. Sitzung, vvrmtttags 11 Uhr. Berlin, den 31. Mai 1922. Der Vertrag zwischen Deutschland uno Dänemark zur Regelung der durch den Uevergang der Staats ho hcii in RordschleSwig auf Dänemark entstandenen Sage kommt zur zweiten -Beratu :g. Reichsia.izler Dr. Wirth: Dem Bestteden der Regierung, mit Dänemark zu einer günstigen Becfldnbigung zu kommen, stand ursprünglich der Gedanke eines dreiseitigen Dertrages entgegen. Dänemark selbst hat aber schließlich die direkte Verständigung vorgezogen. Der günstige Abschluß der De Handlungen ist nicht zuletzt iem sachlichen und weil sicht igen Sluftreten des dänischen Außen Ministers zuzusck-reiben. Der 2ieichskanzler dankt den Peis.nilichlelten. die die Dei-tragsberhand- lungen gjorberl haben. Er spricht die Hoffnung .ms, dah die zu Dänemark geschlagenen ehemaligen deulschen Staatsvarger auch unter ihrer neuen -Regierung die deutsche Kultur pflegen können. Dr. Wttch empfiehlt schliehlich de.i Bertiag zur Aanahme. der geeignet sei, die nationalen Gegen- 'ätze zu überbrücken. Abg. F r o hme lSoz.) stimmt in einer kurzen cflärung dem Vertrag zu Abg. Thomsen lD.R.) erkennt die unter dem Dimck des Versailler Gewattvertrages wlll- kürlich gezogene Grenze nicht an. Die Zustimmung seiner Partei zu dem Vertrag ändere nichts an ?-em Protest gegen bas Deutschland zugefügte ' Inrecht. 2Lbg. Runkel (D. Dpt.) stimmt dem 33er- :rag zu, hält aber den Schutz der Minderheiten durch den Widerstand der dänischen Regierung für nicht genügend gesichert. Unser Protest gegen die unter Mißachtung des Selbstbestimmungs- rechtes der Völker gezogene Grenze bleibt bestehen Abg. Dr. D r e i t s ch e i d (11.) bedauert eben- >allS. daß der Minderheitenschutz nicht ausreichend durchgcßühr-t ist, hofft aber, daß das freundschaftliche Verhältnis zwischen Deutschland und Däne- utarf verhüten werde, daß dieser Mangel pcak- 'ische Folgen habe. Er stimmt dem Vertrag zu. Abg Gothein (Dem.) schließt sich deni De- oauern über den Rkangel eines linderheiten- lchühes an, spricht aber gleichfalls sein Vertrauen ^ur dänischen Regierung aus, daß sie die deutschen Minderheiten nicht unterdrücken werde. Der Vertrag wird hierauf in zweiter und dritter Lesung fast einstimmig angenommen. Abg. Dr. Decker (D.Vpt.) beantragt, sofort oie Besprechung der deutschen Antwort an die Reparationskommission aus die Tagesordnung zu setzen, da hiervon die Haltung der Deutschen Bolks- vartei zum Mißtrauensvotum abhänge Abg. ^ittmann (11.) stimmt dem Anträge zu, fordert aber Verschiebung aus morgen. Rach kurzer weiterer Geschäftsordnungs Schatte wird die Angelegenheit beni Aeltesten- rat überwiesen, der im Lause der Sitzung seinen Vorschlag machen wird. Der Gesetzentwurf über die Erhöhung der -ulagen in der Unfallversicherung, wobei der Iahresarbe tZverdiensi dem gcsu-ke:en Geldwert entsprechend höher angerechne. werden soll, wird ohne Debatte bi der zweiten und dritten Lesung angenommen. — Der Entwurf über die Erhöhung der Dersicherungsps'icht in der Krankenversicherung, der eine Erhöhung der Beiirags- pflicht auf 72 000 Mark vorsieht, wird in zweiter und dritter Lesung angenommen, ebenso die Gesetze über die Wochenhilfe und Wochensürsorge, über die Qlenberung der Geldbeträge in der Sozialversicherung und über teilweise Umgestaltung der Angestelltenvcrsicherung, d. h. Ausdehnung der Deitragöpflichl auf 100 000 Mark. Auch das Soldatenvel-sicherungsgeseh und der hauptete, der Unfall auf der Jagd, der ihm das Leben gekostet, wäre von ihm selbst herbeigeführt worden. Aber es mochte etwas Wahres daran fein, denn mir gegenüber hatte er mehr als einmal geäußert, er warte mir daraif, bis zr an dem Hundeleben da unten an der riffischen Grenze genug abgebüßt habe von vergangenen Sünden, um bann selbst ein Ende zu machen . . . Und schließlich ist es auch wohl so gekommen. denn trist und einförmig genug war das Leben, das er in den letzten Hahren auf seinun kleinen Gats Hofe Sucholasken führte. Viel Silbe it, eintönige und kärglich lohnende Arbeit, ein bißchen 3ajb und an den langen Winterabenden ein Buch ober ein Glas Groy in Gesellschaft irgend eines Rachbavn samt einem wenig anregenden Gespräch über Viehschaden. Stallfütterung, künstlichen Dünger oder dergbichen. Die kurzen Serientage, die ich alljährlich bet ihm in Sucholasken verbrachte, waren ihm zedes- mal eine Art Erholung Er meinte, ich brächte doch wenigstens so etwas mit. wie eine .Witterung“ aus der Well, der er doch frriwilltg für immer den Rücken gekehrt hatte. Dann gingen wir zusammen auf die Hühnerjagd, zi der er die paar Völler in seinen Lupinen und Kartoffeln wie leibliche 'Kinder gehegt hatte, und des Abends saßen wir aus der Freitreppe vor der Haustür mit dem wetten Ausblick über öie kahlen Felder bis zu dem glitzernden 'Binde des Grenzflusses und'der dahinter antergehenden Sonne. Tranken Grog rauchten unsre Zigarre, simpellen Korps und Mensuren and erzählten ans alte Geschichten. An einem solchen Abende war es auch, datz ich erfuhr, wie er dazu gekommen war. sich mtt verhältnismäßig jungen Jahren hier unten za vergraben. Rach einer flotten Smßenlenzt-tt und einer Reihe von unRäten Wanderiahren fast um die halbe Erde . . . Cs war sonst nicht seine Art. von innerea Erlebnissen zu sprechen, selbst nicht zu denen, die ihm nahe standen. Datz er damals aus sich her- ausging, lag vielleicht daran, dah es das letzte Beisammensein war vor einer voraussichtlich Jahre dauernden Trennung . . . Wir hatten schon die ganze Weile schweigsam vor der mtt einem Tuche umwickelten Kanne mtt heißem Grog wasser einander gegenüber gz» 1 essen. Ich folgte mtt den Augen dem Flage eines hoch oben hinziehenden Reihers and überlegte eben, ob er wohl am Flusse einsallen mürbe, Iofua taute an seiner aisgegangenen Zigarre; ba sagte er plötzlich: .Ra. bann werbe ih das nächste Jahr auch in deiner Stube Getreide aif- fchütten lassen, wenn tu ja doch nicht wieder- kommst?! . . . Eigentlich infam, dies AaSdn- andergehen für längere Zett, man weiß nie, ob's nicht für immer iftl“ „Qta, na, Alter," erwiderte ich, .ich gehe ja nicht aus der Well! Und dann hast du es ja doch stets fdbft in der Hand, dir Abwechslung za fchassen. Brauchst ja nir einmal heraiS- zukriechen aus öd iem Dachsbr i . . lieber Josuas Gesicht zog ein dunkler Schatten, so datz ich rasch abbrach, aus Furcht, an eine wunde Stelle zu rühren . Er machte eine abweisende Handbewegang. stand auf ind ging tn das Haas hinein. Erst nach einer ganzen Weile kehrte er wieder zurück und legte ein verschnürtes kleines Paket vor mich auf den Tisch: .Da, moch'8 auf und sieh e8 bir an!“ (Forts, folgt.) Ms Mte MmsWm litt weit Stuttgart, im Ami 1922. Geriobtsnotar Home Dresse vÜRktHchft genau. Wohnort Stratze Postort 5345D M Derlagsgesellschast Deutsches Blatt m. b. H Feststellung und amtlich notarielle Beglaubigung. Sit Zählung der eingelaufenen Bestellscheine wird in Lberetnstinunnng des Zuvorgesagten In der Weise vorgenommen, daß bte Unterzeichneten, ebenso sechs Leser des Deutschen Blattes (die den Wunsch zur Teilnahme am Feststellungsvorgang schon heute einreichen können) sich am Endtermin auf dem RedakttonS- bureau des Deutschen Blattes einsinden werden, um die Gewtnnfeststellung bot* zunehmen. Sämtliche Scheine werden von notarieller Haud gezählt und sodann die Preisträger laut den festgesetzten Prämienstasfelungen festgestellt. DaS Ergebnis und der Feststellungsvorgang wird sodann amtlich zu Protokoll genommen und im „Deutschen Blatt" mit den Damen der Preisträger bekannt gegeben. Durch diese Art der Feststellung der Gewinner ist völlige Gewähr dafür gegeben, daß das Ergebnis jeglicher Deeinstuffung entzogen ist. für di« 23000. Einsendung: 10 tägiger bestbestellter Aufenthalt in Baden- Baden oder an der Aordsee oder eine Mercedes-, Stöver- oder Adler-Schreibmaschine ab Fabrik, iiiiiiiiiniuuiiniu«iiiuumtiUiimuinuiiHiuuiMiituiJuiuiujnniiMiuiiiiiiiuttiiimiiMUiiuuMniiiiiiiiuuiuuituiiitui Ungewünschtes ist durchzustreichen. 3m ungeschloffenen Kvuvert mit 50 Pfg. frankiert in den Schalter zu werfen. Der Umschlag muh unter allen Umständen die Aufschrift »Bücher-ettel" tragen. für die 100 000. Einsendung: Gin herrliches Einfamilienhaus in künstler. Architektonik, mit Garten in schönster Lage. für die 16000. Einsendung: Gin Fernrohr aus dem Hause Früngel A - Ulmer,Stuttgarts der einBrvckhauS-Lerikon. oder eine Künstler-Violine von dem bekannten Meister Kochendürfer, für di« 20000. Einsendung: Sin Aieschel's Patent Grudeherd ober ein künstlerisch ausgeführter Schreibtisch mit Ledersessel oder eine 10 tägige Gebirgsreise durch Tirol. für die 25 000. Einsendung: Eine 6 tägige Freireise durch Italien ober ein echter Leder- oder Dobelinklubsefsel ober ein wundervoller eichener Bücherschrank mit Schreibtisch und Sessel oder ein kostbares Silberservice aus dem HauseMenner. Stuttgart, für die 80 000. Einsendung: Eine komplette Wohnungseinrichtung für 3 Zimmer, Wohn-, Schlaf- und Herrenzimmer in feinster, nach hervorragendem Künstlerentwurf gefertigter Ausführung, ober eine Ferienreise und lOtägiger Aufenthalt in Rizzo, etzung) An Prämien haben wir weiterhin ausgesetzt Chriantenmg $ur Teilnahme am PretLnurschrEiben. (MoW bU •MHtbins de» „tXut|»«n Blatte,' durch Voreinsendung b« betrage», ,o ist We« be- ,ander« Veft-Vung. sondern lediglich entsprechender IahlLaMnvennerk und genaueste Adrestenana.^. auf der tRÜSUtt? notwendig. Wird Me Zusendung bes Dlatte» durch Postnachnahme gemünzt und dies« bei Darze.oung nicht ewaelSst, so Kitsch» jeglicher Gewinnanspru». Der Umschloa in welchen, der Bestellzettel an un, e,ngest>ndt wird, muh unbedingt mü der «ufschrist „-B ü d) c r $ e tt e l" veriehen sein. Bei Manael d,e er^»«'»nuna bann di« Idlnabm« am Prümtenw-Ubewrrb niebrrerburgt werden. Weiter bitten wir, bet der Unterschrift auf vein. Itchst. Deutlichkeit zu achten. Durch de» kolostal.n Arbeittanfall al, Folgeerscheinung unserer Propaganda kann di« Zusendung der ersten Ausgabe der Bezugszeit etwa» verzögert werden. Wir hüten, durch Reklamationen un|m Arbeit nicht unnLttg zu steigern und zu erschweren. für die 1500. Einsendung: 1000 der besten Havanna-Zigarren in reizender Packung oder ein prachtvoller Früchte- Feinkost- und Blumenkorb oder ein feinst ausgefuhrter Ruhekorbsessel mit künstlerischem Luhekisten, für bte 3000. Einsendung: Sin hochfeines Kaffeeservice für 6 Personen ober eine elektrische Teemaschine ober eine Schmucke Rauchjacke, für die 5000. Einsendung: Gin echt japanisches Teeservice fürSPersonen ober eine künUerisch wertvolle Schreibtisch- lampe ober ein Freischein zur Auswahl von 3 Paar Herren- ober Damenschuhen, für die 7000. Einsendung: Sine künstlerisch ausgeführte Ständerlampe mit Seidenschirm ober ein wertvoller Iung- hans Regulator mit wunbersch. Gongschlag, für di« 9000. Einsendung: Sine feinst auSgeführte Korbmöbelgarnitur, ober eine versenkbare Singer-Lähmaschine, feinste Ausführung, neuestes Modell, oder ein überaus wertvoll zusammen gestelltes Rauchservice a. d. Württ. Metallwarenfabrik, für die 11000. Einsendung: Sin Gasbackofen (Fabrikat Junker & Ruh) ober ein Mikroskop ober ein technisch tote optisch überaus wertvoller photographischer Apparat (Sontesta-Lettel). für Vie 13000. Einsendung: Sine Standuhr (erstes deutsches Fabrikat) Junghans) ober ein Speiseservice für 6 Per- tonen ober eine 10 tägige Bodenseesreireise, Ziele und Aufgaben. Die Monatsschrift »Deutsches Blatt" bietet allgemeinverständlich behandelt. Licht- liniengebende Orientierung in allen Gegenwatt und Zukunft bewegenden Wissens-, Kunst- und Lebensfragen aus den Bereichen der Philosophie. Naturwissenschaft, Technik. Erziehung, Häuslichkeit, Heim und Raumkunst, wie aus anderen Kunstgebieten und der Literatur. Ss behandelt in interessanter, praktikabler, unterhaltsamer Weise sämtliche Angelegenheiten der Kunst, des Wistens und des Lebens. Das „Deutsche Statt“ tritt eins für Ausbreitung, Qleubelebung, Erhaltung und Pflege unserer Kunst-, Wissens- und Bebend guter unter völliger Ausschaltung politischer Streitfragen. Es nimmt Stellung gegen Oberflächlichkeit, ungesunde, zersetzende Geistesstromungen, Kunstlosigkeit, Verflachung und Entattung unserer Zeit. GS hält kraftvoll Bestrebungen lebendig, die zur Verinnerlichung und zur künstlettschen Vertiefung des ursprüngllch ideal eingestellten deutschen Volkscharatters führen. Die Mitarbeiter des „Deutschen Blattes". Die Abhandlungen, welche das „Deutsche Blatt" seinen Lesern darbtetet, nehmen von den besten und hochgeschätzten deutschen Autotttäten aus Künstler-, Schriftsteller- und Gelehttenkreisen ihren Ursprung. Die PrSmienrechte für die Bezieher des „Deutschen Blattes". Das Grundpttnzip unserer Werbearbeit ist Rutzbarmachung derselben für den Leser: aus diesem Grunde sehen wir nachstehende Prämienrechte fest: Jeweils derjenige Einsender deS nebenstehenden Bestellformulars. auf welches bei Zählung durch den amtlichen Gerichtsnvtar Stellrecht. Dota- riatSamt Stuttgart, eine der unten verzeichneten Ziffern fällt, wird mit einem der nachstehenden Preise bedacht werden. Die Einsender jener Bestellscheine, auf welche bei der Zählung die Zahlen 1500, 3000, 5000, 7000, 9000, 11 000, 13 000, 16 000, 20 000, 23 000, 25 000, 80 000 u. 100 000 fallen, sind ohne weiteres berechtigt, einen der erwähnten Preise laut nebenstehender Einteilung innerhalb 14 Tagen in Anspruch zu nehmen. Wir ahnen wohl, dah der verehrl. Bettachter dieser Ankündigung gar zu gern: geneigt sein totrb, die verlockenden Aussichten mit dem Wort »Schwindel", Anmöglichkett" oder anderen Attttbuten der Verkennung in die Tiefe der gemeinüblichen Wettbewerbungen herabzuziehen. Hier müffen wir entaegenhalten, dah die Prämienrechte, welche das „Deutsche Blatt" unter strengster notarieller Reellität und Sicherstellung seinen Lesern bietet, keinesfalls mit Üblichen Machinationen dieser Att über einen Leisten geschlagen werden können. Die Aussichten an dem Wettbewerb sind, wie wir mit allem Buchdruck betonen, völlig unantastbar reell, dafür bürgt die seriöse Konstitution und moralische Grundlage unseres Verlages, wie die amtlich notarielle Teilnahme. Die Festsetzung der Prämien Ist lediglich freier Wille unseres Verlages und geschieht, um dem „Deutschen Blatt" eine weite Hermat zu schaffen. Mtt „Lotterie" oder uns gewinnbttngender „Ausspielung" hat drese Bekanntgabe, notattell völlig und evident nachweisbar, nichts gemein. Wir betonen ausdrücklich, dah die Erreichbarkeit der erwähnten Ziffern bei einem Zeitungsunter- nehmen durchaus nicht in weiter Ferne liegt, da wir diese Anzeige 2 Millionen Lesern Vor Augen fuhren. Die Möglichkett zum Erlang aller Preise ist also völlig freigegeben. Zur Bestellung des »Deutschen Blattes" mindestens auf Jahr können auch andere alS dis neben angegliederten Formulare Verwendung finben. Mtt dem l. Zuli 1922 nachts 12 ,Mr erlischt die Wettbewerbsgültigkeit jeder Einsendung. Wir möchten auck die An. Wendung des ensprechenden Geldpreisbetrages zu Zwecken der Wohltätigkeit empfehlen. Die Ramen der glücklichen Einsender werden in einer der nächsten Ausgaben des „Deutschen Blattes bekannt gegeben sein. Wir wünschen viel Glück. ° um geschätzten L'l«rn völlig genau n OHnblldt in £>!<■ Tauart öt$ von uns als Drämienvrets H fiatii Ser Sn, Xnrfc btt,< habc,‘ °uch 9 B [cgcntylt, >lch an öaiw Meier plant tin htrvorragtnd schone» Eigenheim zu erstellen. | Vücherzettel 20. Ich'bestelle hiermtt das .Deutsche Blatt" für Heim. Kunst und Wissen, Der. lag Stuttgart. Bismarcksttahe 75 und 79, auf */4 Jahr, zum Preise von Mk. 36.—, ober auf ein halbes Jahr zum Preise von Mk. 72.— inkl. santtlichen Zustellgebühren. Der Bettaa kann zum Voraus auf Postscheckkonto Rr. 7155 Amt Stuttgart überwiesen werden. Wenn die Erhebung deS Abonnementsbetrages durch Postnachnahme gewünscht wird, erhöht sich der Bezugspreis durch gesteigerte Portospesen auf Mk. 39.— für l/4 Jahr, auf Mk. 75.- für r/, Jahr. Dieses Einfamilienhaus*) erbauen wir völlig ohne Kosten für den Empfänger, mit sechs Zimmern, in wundervoller künstlerischer Architektonik und Stabilität, nach freier Orts-, Platz-, Raum-, Material- und Architektenbestimmung des Pramientragers, unter völlig amtlich notarieller Ueberprüfung und unantastbarer Sicherstellung dem 100OSO Einsender des unten angegliederten Bestellscheins. MG