Nr. 51 Der Liegener ttnzeiaer erschemt täglich, außer Sonn» und {Jeiertugs. Monatliche vezngrpreisr: Mk 11.50 6^1^1. Träger« lohn, durch bie Post Md 14. - em|d)L Seiten» geld, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Aer n sprech »Anschlüsse: füröieSd)riftIeitung 112; für Druckerei, Verlag und Eeichaftsstelle 51 Anschrift für Drahlnoch. richten Anzeiger Stehen. roftfcbedtontc: Frankfurt a. Ei. 11686. Erstes Blatt WL Jahrgang Mittwoch, V Marz 1922 GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen vnick und Verlag: vrühl'fche Univ.-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange. Zchnftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede DerbindlichKelt. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 34mmSrcite örtlich 90 Df, auswärts 120 Df-, für NeKlame- Anzeigen von 70 mm Breite3öODf Bei Platz» Vorschrift 20' ^Aufichlag Hauvtichrinleiter ■ Aug. Goetz Verantwortlich für PolittK Aug. Goetz; für den übrigen Teil, flarl Walther; für den Anzeigenteil Hans Beck, sämtlich in Dietzen. Neue Ausschreitungen des Militarismus in der französischen Kammer. Paris, 28. Febr. CDTD.) 3n der heutigen Kammersttzung wurde die Diskussion über den Gesetzentwurf, betreffend Rekrutie- rungdeS französischen Heeres eröffnet. 3n der Generaldebatte ergreift zuerst der Dericht- ctft alter Fabry das Dort zu einer eingehenden Begründung. Tille Kammer ritglieder seien Anhänger der kürzeslen Dienstzeit. Dir Herabsetzung der Dienstzeit auf 1 Hahr fei untergeordnet gewissen politischen Bedingungen^ die die Regierung und das Parlament stellen muhten, so u. a. die Organisation einer ständigen Kontrolle in Deutschland, die Schaffung eines neuen Schuhvertrages, die Vorbereitung von Intcrven- tionsmitteln für den Völkerbund. Der Heercsaus- schuh sei der Ansicht, dah die 18monatige Dienstzeit notwendig sei, eben wegen der politischen und technischen Bedingungen, die noch nicht erfüllt seien, der Ausschuh hofft jedoch, dah sie im Jahre 1925 Wirklichkeit geworden seien. Der Berichterstatter tritt alsdann den falschen Auslegungen e&gegen, die im Auslände den Worten „Sicherheit" und „Entwaffnung" gegeben werden. Diese Begrisfe seien nicht die gleichen in Frankreich, in England und in den Bereinigten Staaten. Frankreich bereite nicht den Krieg vor. Es treffe nur Borsichtsmahr e g e l n. Die Sicherheit eines Landes beruhe auf der Unverletzlichkeit seines Bodens. Zwischen der Lage vor 1914 und der heutigen Lage sei ein groher Unterschied. Bor dem Kriege habe Frankr-.ich niemals die gleiten Anstrengungen wie Deutschland machen können, jetzt aber feien die Bedingungen günstiger, fo da)') die deutsche Bedrohung nur in dem Mähe gefährlich werden könne, indem Frankreich sie gefährlich werden lasse. Die materielle Entwaffnung in bezug auf seine Kriegsmittel sei durch die Kommission Rollet in befriedigender Weise durch- geführt worden. Sie werde es bleiben, solange die interalliierte Kontrolle ständig ausgeführt werden könnte. Allerdings gebe es .roch viele nerfterfte Waffen in Deutschland Der Bericht- -rftatter spricht alsdann von der industrieel- l c n Mobilisierung Deutschlands, die nach seiner Ansicht organisiert bleibt. Die chemischen Fabriken bedeuten eine gefährliche Waffe, icöod) sei es gut, dah 30 Prozent dieser Industrie auf dem jinten Rheinufer gelegen seien. Man könnte also eine ständige direkte Kontrolle ans- nben. Es seien aber Airzeichen dafür vorhanden, dah die Deutschen sich bemühten, auf dem rechten ‘■Rbtlnufer Fabriken dieser Art zu schaffen. Die .deutsche F i v i l f l u g z e u g i >r d u st r i e rverde sich nun au's neue entwickeln tonnen. Hier sei die Verantwortlichkeit der Alliierten direkt engagiert und die Notwendigkeit einer ständigen strengen Ueberwachurig könne nicht abgLleugnet werden. Der Berichterstatter spricht alßbanr. von den deutschen Hochschulen, den deutschen Beamten, den deutschen Richtern und "on dem Deutschland, dem auch das Heer ange- i.üre. Dieses Deuischlandvn Berbindung mit der Schwerindustrie bilde Vas Deutschland, das denke und handle. Es predige den Hass ^egen Frankreich und d i e Revanche. wtinnes und Ludendorff seien seine offiziellen Vertreter. Es gebe auch ein anderes Deutschlaitd, von dem hauptsächlich in beit arbeitenden Klassen gesprochen werde. Aber diese Leute wurden selbst zugestehen, wenn man sie frage, dah sie gegenüber dein ersteren ohnmächtig bleiben. Der Bodner versucht alsdann zu beweisen, dah Deutschland alle Anstrengungen mache, um eine Organisation zur raschen Mobilisierung zu erhallen, also Reserven iMisrricller Mannschaften und eine Reserve en cadres. 3n Berbindung damit bespricht er die Organisation der R e i ch s w e hr, oci Schutzpolizei und der L e ch n i s ch e n A o th i l f e. Die letztere nennt er den organisierten Flügel der Benvaltungs-, Wirtschafts- und Industriemobilisierung. So verfüge Deutschland über wenigstens 250 000 Mann hervorragender Eadres, von denen 100 000 in der außerordentlich vervollkommneten Armee und 150 000 in Formationen Ungeteilt seien, die für eine rasche Mobilisation ausgerüstet würden. 'Diese Bedrohung entspreche Leineswegs der, die entstehen würde, wenn der Friedensvertrag nicht ausgeführt werde. Also müsse ständig kontrolliert werden und man müsse eine Politik auf lange Sicht betreiben. Der Adg. Fabry weist alsdann auf die unsichere Lage Polens hin, das zwischen Deutschland und Russland einer Gefahr ausgesetzt sei und das sich noch nicht an die Kleine Entente durch eine Militärkonvention gebunden habe. Das Gleichgewicht in Mitteleuropa jtönne nicht gestört werden, solange Frankreich am Rhein fte he;, solange Frankreich gegenüber Deutschland eine genügend starke Militärmacht besitze. Sv erscheine die Aotwendigteit eines starken Heeres auch in Friedenszeiten. Die Kammer müsse deshalb einmütig für die erforderliche Heeresstärke sorgen. Der Berichterstatter geht alsdann dazu über, sich im einzelnen über die Organisation, wie sie im Heeresausschuh vorgesehen sei, auszusprechen. Er betont vor allem die 'Bedeutung der industriellen Organisation und weist auch auf die Notwendigkeit einer Verbesserung des Kriegsmaterials hin. Die Sitzung dauert weiter an. Paris, 28. Febr. (WTB.) Der französische Gewerkschaftsführer I o u h a u r, der vor einiger Zeit an einer Studienreise durch Deutschland teilgenommen bat, die die Gewer^cbaftsintcriratio- nale veranstaltete, um sich über den Stand der Abrüstung in Deutschland zu unterrichten, hielt gestern abend in der französischen Bereinigung für den Völkerbund einen Vortrag über feine Feststellungen. Sein Urteil ist günstig. 3n den grossen Industriezentren habe eine rasche Umgeftaftung der Kriegs- in die Friedensfabrikation sich vollzogen. Es sei wünschenswert, dah die französischen Industriellen die e Fabriken besuchten, um sich über das in diesem Sinne Erzielte zu unterrichten. In Deutschland bestehe ein wahrhaft neuer Geisteszustand. F ar- zösilcherseits seien Fehler begangen worden. Die alliierte Lleberwachungskommission toi fe noch nicht den erforderlichen Unterschied zwischen Kriegsund Friedensindustrie zu machen. Gin kostspieliger Uebungsplatz für die BcfatzungStruppcn. Berlin, 28. Febr. Auf eine Anfrage der Abgeordneten Dr. Moldenhauerund Dr. -Zapf (D.D.P.) über die Anforderung eines Truppenübungsplatzesfürdie Besatzungsarmee erklärt das Reichs- fchatzministerium in seiner Antwort, dah für den von General Degoutte geforderten Divisionsübungsplatz das Ministerium einen in der Bayerischen Pfalz bei den Orten Eppenbrunn — Ludwigswinkel — Fischbach gelegenen, auf etwa 3000Hektarge- schätzten Wald st reifen hergeben will. Für den Truppenübungsplatz sind eine Reihe von Massivbauten zu liefern. Ausser- dem wird die Anlage einer Schmalspurbahn gefordert. Der Gesamtkostenbetrag für die Herstellung des Truppenübungsplatzes beläuft sich voraussichtlich auf 200 Millionen Mark. Am Schlüsse der Antwort wird bemerkt, daß es sich bei dieser Forderung um eine der vielen Vertragsverletzungen infolge per Besetzung des Rhrinlandes handelt. Hetzereien im englischen Unterhaus. London, 28. Febr. (Wolff.) 3m Unter» Haus fragte Sir John Butchler den Attorney- General, ob feine Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt worden sei, dah die stl-Boot-Offiziere Oberleutnant Boldt und Wittmar aus bem Gefängnis entwichen feien und ob die britische Regierung irgendwelche Erkundigungen bei der deutschen Regierung über die Umstände der Flucht eingezogen habe, sowie ob die Flüchtigen bis her- verhaftet worden seien. Der Attorney-General antwortete, die britische Regierung habe eine A n= frage mit n achdrücklichem Protest an Sie deutsche Regierung geächtet. Diese habe die Zusicherung gegeben, bat- sie irden möglichen Schritt getan habe, um die Wiederverhaf- turg der Offiziere zu sichern. Bisher sei keine Mitteilung erfolgt, dah die Offiziere wieder verhaftet worden seien. Sire Frederec Halt fragte, ob hr Anbetracht der Tatsache, dah Deutschland die Bestimmungen des Friedcnsver träges bezügliche der Zerstörung des Kriegsmaterials und de.' Einstellung der 'Fabrikation neuen Materials vorsätzlich umgehe, Schritte getan würden, am die alliierten Militä tcntrol t.mmif ionen zu siär'en und die .Untersuchungsvollmachten dieser Kommissionen seitens der Regierung za erweitern. Gin enbereä Parlamentsmitglied fragte, cb de Regierung sich Rechenschaft al).ege, das) Deutschland die Bestimmungen über die Abrüstung v.r fasslich und systematische umgehe unb ob die Regierung ihre Aufmertfamkeit sofort dieser ernsten Bedrohung des Weltfriedens zuwenden werde. Chamberlain erwiderte auf beide Anfragen. Er erklärte, es hätten von einzelnen Personen, darunter untergeordneten Beamten, in Deutschland Verstösse stattgefunden. Rach Ansicht der Regierung würde es jedoch nicht z u- t reffen, zu sagen, dah von der deutschen Regierung beständige und vorsätzliche ihn* gelungen stattfänden. Erschöpfende Berichte über den Fortschritt der Abrüstung würden regelmässig von der interalliierten Kontrollkommission dem alliierten Komitee in Versailles übermittelt, das solche Angelegenheiten der Botschafterkonferenz oder bem Obersten Rat zur Kenntnis bringe. Die Befugnisse seien im 'Friedensvertrag festgelegt und könnten nicht abgeändert werden. Der Reichskanzler Dr. Wirth über die Konferenz in Genua. Berlin. 28. Feer. Der Reichskanzler gewährte den Abendblättern zufolge, während ferner Anwesenheit in Karlsruhe dem Vertreter der badischen Zsttrumskorrdspoirdenz eine Unterredung, in deren Verlauf er über die Konferenz von Genua u. a. sagte: Gedanken und Anregungen werden auf deutscher Seite nicht fehlen. Die Vorbereitungen sind in allen Ministerien in vollem Gange, man muh aber eilte bedenken: Die Konferenz von Genua ist nicht zusammenberu^en, um lediglich über das Schicksal des deutschen Volkes zu beraten, fte beschäftigt sich auch mit der europäischen, ja noch mehr mit der Weltwirtschaft. Wenn man nicht raschestens beginnt, die europäische Wirtschaft als Ganzes zum Gegenstand eingehender Erwägungen zu machen, und danach zu handeln, so steht man vor dem Untergang des Abendlandes. Man mag über das englische Wort spenglerism denken tote man will, und es als Fehlgriff an- sehen: Europa ist durch und durch wirtschaftlich krank. Diktate und Sanktionen, wie die Besetzung deutscher Städte und Gewaltmassnahmen können I den europäischen Kontinent nicht seiner Gesundung entgegenfübren. Aber auch mit Guropa | allein ist es nicht getan. Die Katastrophe des Weltkrieges hat die Weltwirtschaft fo tief bc» einstusst, dass nur Klugheit und Mässigung auf allen Gebieten innerhalb der Grenzen menschlicher Vernunft der Weltwirtschaft zur Gesundung bringen können. Am Schluss der Unterredung erklärte der Reichskanzler zu den Gerüchten über Differenzen innerhalb der Z e n t r u m s p a r t e i, dass es wohl im Zentrum wie in allen politischen Parteien auch Mcinungsverschiedc beiten gegeben habe: die Hauptsache sei aber die Grundem st el- lung und daoei gäbe es nur eine Antwort: Einig und geschlossen wie kaum jemals! Ablieferung weiterer 31 Millionen Goldmark. Paris, 28. Febr. (WTB.) Wie der ,^Temps" mittellt, hat die deutsche Regierung die ReparativnSkvmmission von der Uebcr- wersung weiterer 31 Millionen G o l d m a r k an die dazu bestimmten Banken in Kenntnis gesetzt. ES handelt sich um die 5. Rate seit den Beschlüssen von Cannes. Schweizerische Kritik an den Beschlüssen von Boulognc. 'Bern, 28. Febr. (WTB.) Der .Bund" nimmt energisch Stellung gegen die Beschneidung der Konferenz von Genua und schreibt: Die Konferenz ist doch einberufen worden, um das europäische Wirtschaftsleben und Wirtschaftschaos zu heilen, um in gemeinsamer Arbeit aller europäischen Mächte das Beste für die Gesundung zu suchen. Wo der eigentliche Fieberherd steckt, weiss jedermann, der gesunden und nüchternen Sinnes in die Welt blickt. Jede Lösung der europäischen Krise, die nicht die Revision der Friedensverträge ernstlich in Angriff nimmt, ist von Anfang an zur Hoffnungslosigkeit verurteilt. Die „Baseler Aachrichten" sehen einen sehr wichtigen negativen Erfolg der Genueser Konferenz darin, dass sich die Erkenntnis von der Unfähigkeit der französischen Doktoren, heissen sie nun Briand ober Poincar^. zur Heilung Europas vor aller Welt herausstellt und dass nachher Amerika di.ese Doktoren selbst in bi e Kur nehmen wirb, da es die Mittel dazu besitzt. Die .Reue Schweizer Zeitung" betont, dah die von ^nglani) eingeleitete Politik des europäischen Wiederaufbaues und möglichst des Ausgleichs aller Gegensähe mir bet dem guten Willen Frankreichs möglich ist. Schanzer und Poincare. Paris, 28. Febr. (WB.) Der neue italienische Aussenminister Schanzer ist heute nachmittag aus Washington in Paris eingetros- fen und vom Ministerpräsidenten Potncarö empfangen worden. Paris, 1. März. (WTB.) Die Besprechungen zwischen dem italienischen Minister des Aeuheren Schanzer und Pvin - c a r e haben eine halbe Stunde gedauert. Es handelt sich lediglich um einen Höflichkeitsbesuch Schau zcrs und um ein erstes Kontaktnehmen, da der italienische Minister noch nicht vereidigt und sich noch nicht mit seinen Kollegen beraten hat. Schanzer ist gegen 10 Uhr abends nach Rom weiter gereist. Paris, 1. 2!kärz. Wie das „Journal" mit- tcilt, hat der italienische Minister des Aeussereu Schanzer erklärt, das Telegramm, durch bad ihm fcas Ministerium des Äusseren angeboten sei, sei ihm erst am Montag zugegangen und erst bann yabe er erklären können, dass er bas Amt annehme. Er wisse nichts von brr augenblicklichen Lage und könne beshalb also keine Entscheidung treffen, ohne vorher mit dem Ministerpräsidenten Facta und seinen Kollegen gesprochen zu haben. Argentinien und Brasilien wollen auch nach Genua. Paris, 1. März. (Havas.) Argentinien und Brasilien haben an Italien das Ersuchen gerichtet, zu der Teilnahme an der Konferenz von Genua zugelassrn zu werden. Italien habe die britische, französische, belgische und japanische Regierung verständigt. Die Förderung der amerikanischen Handelsmarine. Paris, 1. Marz. (WTB.) Havas berichtet aus Washington, Präsident H a r - ding habe gestern dem Kongress einen Gesetzentwurf über die Entwicklung der Handelsmarine vvrgelegt. Die jährliche Subvention beträgt 32 MMonen Dollar, die aufgebracht werden sollen durch eine lOprvzentige Abgabe von den Zolleinnahmen. Die Eisenbahntarife sollen herabgesetzt werden für Waren, die durch amerikanische Schisse transportiert werden. Präsident Harding fügte hinzu, die Amerikaner mühten es als Ehrensache ansehen, ihre Waren nach Möglichkeit durch amerikanische Schiffe befördern zu lassen. Ein deutschrr Dampfer in Santa (5r»z. Madrid, 28. Fedr. (Wolsi.i Die gesamte Presse bringt ausführliche Brrickite über die Fest - I li^tc iten, die in Santa Eruz de Teneriffa anlässlich des Eintreffens des auf der Fahrt | nach Südamerika befindlichen DampferS „Gar Po 1 onia" stattgefunden haben. Es ist dies bei erste grosse deutsche Passagierdampser. der sei Beendigung des Krieges Santa Cruz berührte Die Untersuchung des Unterganges der „Dnbantia". Berlin, 28. Febr. (Wolff.) Die auf Grund einer bereits während des Krieges getroffenen Vereinbarung zwischen der deutschen und- der niederländischen Regierung unter dem Vorsitz des Altbundesrats Hoffmann im Haag Anfang 1922 zusammengetretene internationale Unter« suchungstommission zur Feststellung der Ursache des am 6. März erfolgten Unterganges des niederländischen Dampfers u b a n t i a“ hat am 21. Januar den Spruch verkündet. Die Kvmmisiion hat die Ueberzeugung gewonnen, dass die „‘iubantia“ durch ein Torpedo, das durch ein deutsches U-Dvot lanciert war, gef unten ist. Ob die Torpedierung wissentlich oder infolge eines Irrtums geschehen ist, wurde als nicht entschieden erflärt. Wie das Wolffsche Bureau dazu bemertt, hatte die Antersuchungstommission lediglich die Ausgabe, den Tatbestand festzustellen. Mit der Entschäbigungsfrage war sie nicht befasst. Die Stellungnahme zu dieser Frage wird erst möglich sein, wenn der Spruch im Worllaut vorliegt. AuS Aegypten. Paris, 1. März. (WTB.) Rach einer Meldung aus Kairo kündigt eine Prvkla- mation des Marschalls Allenby die Aushebung des englischen Protektorates über Aegypten an und erklärt das Reich für souverän und unabhängig. Die Vermählung der Tochter des englischen Königspaares. London, 28. Febr. (WTB.) Heute hat in der Westminster-Abtei die Trauung der einzigen Tochter des englischen KönigSpaareS, Prinzessin Mary, mit dem Viscount Lascelles stattgefunden. Auf der Fahrt vom Buckinghampalast zur Abtei wurde die königliche Familie von einer vieltausendköpfige-n Menge begeistert begrüsst. — Bei der Trauung, die vom Erzbischof von Canterbury vollzogen wurde, waren anwesend die gesamte königliche Familie, das gesamte diplvmottschc Korps, darunter der deutsche Botschafter, Mitglieder der Regierung, hervorragende Politiker und zahlreiche Mitglieder des hohen Adels. Aus dem Reiche. Beschlüsse des Reichsrates. Berlin, 28. Febr. (WB.) Der Reichs- r a t nahm u. a. einen Gesetzentwurf über das Eingehen deutscher Festungen an der Wcst- grenze und oji bet Küste an. Der Gesetzentwurf ist eine Folge des Versailler Frted'.'nsvErtrages. Rach seinem Inkrafttreten gehen bi? Festungen Wesel, Köln, Koblenz, Rlainz, Germer^hüm, bie rechtsrheinischen Befestigungen von Strassburg, br Cberrbeihb f.'Higu gen sow e Friebr.ch^or —K> ktnb Helgoland ein. Iugleich hören auch die Rayonbeschränkungen auf, mit Ausnahme der nach Osten gerichteten Teile der Rhei st.'stuttgen, die auf Wunsch der Alliierten noch erhalten blep ten. — Staatsrat von Wolf berichtete über bas Ergebnis der Rachprüfung des Ortsklassen^ Verzeichnisses, mit bem sich nicht weniger als ach' Ausschüsse des Reichstages beschäsiigien. Insgesamt sind 3525 Höherstufungen erfolgt. Das Plenum des Reichsrats nahm die Vorlage nach den Beschlüssen der Ausschüsse an. Erhöhung der Bergarbeiterlöhne. Berlin, 1. März. Der vom Reichsarbeitsminister eingesetzte SchlichtungSauS- schuss zur Regelung der Löhne im Stein- und Braunkohlenbergbau hat den Blättern zufolge für das Ruhrgebiet und da.-' mitteldeutsche Braunkohlengebirt durch Schiedsspruch Erhöhungen der Schicht- und Gedinglöhne sowie des Kindergeldes festgesetzt. Die Arbeitgeber nahmen den Schieds- spruch an. Die Vertreter der Arbeitnehmer werden für die Annahme des Spruches seitens der Arbetterschaft eintreten. Deremsgründung eines ehrmaligen Königs- Hauses. Blättermeldungen aus Dresden zufolge ist in das Vereinsregister des Amtsgerichts Dresden unter dem Ramen „Verein 'Lettin“ ein Verein der Mitglieder des früheren sächsischen Königshauses eingetragen worden. Der Verein hat folgende Ziele: Pflege christlicher Anschauungen, Pflege der Liebe zum deutschen Doll und Land sowie zur sächsischen Heimat. — Den Vorsitz führt auf Lebenszeit der frühere König Friedrich August. Sedering und die Kommunisten. Berlin, 1. März. In der WilmerS- dvrfer Oberrealschule sprach gestern abend der preußische Minister des Innern Severing über das Thema ReichSpvlitll, Genua und Streik. Die Rede wurde jedoch durch fortwährende Zwischenrufe der Kom- tnuntsten unterbrochen, so dass die Versammlung schliesslich aufgelöst werden mußte. Aus dem desetzten Gebier. Neue Ausweisungen. Paris, 28. Febr. (WTB.) Nach einer HavaSmeldung ans Koblenz hat die interalliierte Obertommission in den Rheinlanden die Ausweisung des Notars Julius B u - denbendec in Landstuhl (Pfalz) aus dem besetzten Gebiet angeordnet. Budenbender wird als ehemaliger deutscher Offizier bezeichnet und soll in ständigen Beziehungen mit alldeutschen Kreisen des unbesetzten Gebietes gestanden haben, denen er alle erreichbaren Auskünfte über die Desatzungverhältnisse mitgeteilt hätte. Das Kriegsgericht in Landau habe ihn zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Meldung besagt ferner, daß die Oberkommission die Ausweisung von vier ungenannten Personen deutscher Nationalität verfügt habe, deren Führung die Sicherheit der Besatzungstruppen gefährdet haben soll. Berlin, 1. März. Der Kommandant der Düsseldorfer Besatzungstruppen hat, wie der „Lok.-Anzeiger" meldet, wegen angeblicher Beteiligung an verbotenen Organi- satwnen etwa 30 Personen, darunter mehrere Schüler höherer Lehranstalten, unter gleichzeitiger Verurteilung zu einem Monat Gefängnis ausgewiesen. Aus Stabt und Land. Die den. ben,l. März 1922. * Unfer neuer Roman, mit dessen Abdruck wir morgen beginnen, ist eine ermächtigte Aebersetzung eines Werkes der dänischen Schriftstellerin Zngeborg Doll- auartz und heißt: Die Pforte des Paradieses. Die Verfasserin schreibt ein hohes Lied der Frauenliebe, die mit Mut und Güte den Trübsinn überwindet, der den Mann in Fesseln schlagen will. Die frische, teilweise mit feinem Humor gewürzte Zeichnung der Nebenfiguren erhöht den Reiz des Werkes. * * * Die nationalen Arbeiter- und Berufsverbände haben hier für Gießen und Umgegend eine Geschäftsstelle eröffnet. Es wird uns darüber geschrieben: Der Arbeitsgemeinschaftsgedanke wird von den Verbänden beharrlich weiter vertreten und gepflegt, obwohl sie wegen des Terrors der drei Klassenkampfgewerkschaften nicht in der „Zentralarbeitsgemeinschaft" vertreten sind und obwohl diese selbst weit davon entfernt ist, als wirkliche Arbeitsgemeinschaft auf» gefaßt werden zu dürfen. Ihr gesunder Grundgedanke ist aber auch der der nationalen Derufs- verbände und wird von diesen nach wie vor als der Seitgebante angesehen, mit dessen Hilfe es allein möglich sein kann, die wirtschaftlichen und politischen Gegensätze zu überwinden, zur nationalen Einheit zu gelangen und gleichzeitig die Produktion unserer Wirtschaft und damit die Kaufkraft der Löhne und Gehälter zu steigern, also die Lebenshaltung, insbesondere der Arbeitnehmerschaft zu verbessern. Soziale Reformarbeit ist nur unter dem Zeichen deS Willens zu ehrlicher Aibeits» gemeinschaft möglich. Die im Interesse der Her- öeiführung der Werksgemeinschaft auf Betriebsgruppen aufgebauten nationalen Derufsverbände kultivieren programma.isch und praktisch den Willen zur Arbeitsgemeinschaft. Zhre Praxis als Znteressenvertretungsorgani- sationen der Arbeitnehmer und ihre planmäßige und großzügige volkswirtschaftliche und staatsbürgerliche Aufklärungs-(Kursus°)Arbeit unter der Arbeitnehmerschaft beweisen dies. Außerdem seht ihr Charakter an Stelle des klassenkämpfe i chen sozialpolitisch zwangswirt- schastlichen Gewerkschaftsgedankens, der die Persönlichkeit und den Bec-ufsgedanten durch den seelenlosen Arbeitnehmergedanken ertötet, wieder den sittlich höher stehenden Berufsverbandsgedanken, d. h. Bewußtsein und Wille, zu besonderen Diensten für das Gemeinwohl berufen zu fein. Angestelltenversicherungspflicht von Lehrlingen und Volontären. Handlungslehrlinge im Sinne der Paragraphen 76 ff. des Handelsgesetzbuches sind während der Dauer der Lehrzeit nicht versicherungspflichtig nach dem Dersicherungs- gesetz für Angestellte. Bureaulehrlinge, d. h. Lehrlinge, die nicht im Handelsgewerbe, sondern in Bureaus, z. B. bei Rechtsanwälten, Behörden usw. tätig sind, sind dann ver- Die Frankfurter Goethewoche. Eine akademische Feier. Frankfurt a. M.. 28. Febr. (Wolff.) 3n Anwesenheit des Reichspräsidenten Ebert, der Minister Dr. Doelih und Dr. Köster, des hessischen Staatspräsidenten Ulrich und vieler geladener Gäste, unter denen man Gerhart Hauptmann und Thomas Mann bemerkte, fand heute mittag in der überfüllten Aula der Universität die von der Studentenschaft veranstaltete akademische Goethe-Feier statt. Prorektor S ch 5 n f l e i h wies in Vertretung des am Erscheinen verhinderten Rektors darauf hin, daß zum erstenmal eine deutsche Universität die Ehre habe, den Reichspräsidenten zu bewillkommnen. Kultusminister Dr. Boelih dankte im Namen des Reichspräsidenten für den freundlichen Empfang. Er wies auf die hohe Bedeutung hin, die nach dem Verlust der Universität Straßburg der Frankfurter Universität zukomme und versicherte unter dem lebhaftem Beifall der Hörerschaft, daß er gleich seinen Amtsvvrgängern die Entwicklung der Universität mit aufrichtiger Freude verfolge und für ihr Wohl Sorge tragen wolle. Nach einer feinsinnigen Würdigung Thomas Manns durch Professor Schultz, den Germanisten der Universität Frankfurt a. M., ergriff Thomas Mann das Wort zu seinem Fe st vortrage über Tolstoi und Goethe, der mit stürmischem Beifall von der zahlreichen Zuhörerschaft pufge- nommen wurde. Die Feier wurde von Gesangs- vörträgen des Akademischen Chors umrahmt. Auch Gerhart Hauptmann wurden beim Verlassen des Universitätsgebaudes stürmische Kundgebungen bereitet. stcherungSpflichtig, wenn ihre Tätigkeit nicht bloß in niederen oder lediglich mechanischen Dienstleistungen besteht und wenn das gezahlte Entgelt die Hälfte des OrtSlohns für Angestellte desselben Geschlechts und desselben Alters übersteigt. Die Versicherungspflicht beginnt mit dem Tage, an dem der Angestellte 16 Jahre alt wird. Für Volontäre im Handelsgewerbe, für die ein regelrechtes Lehrlingsverhältnis (Lehrvertrag) besteht, gilt dasselbe tote für Handlungslehrlinge. * * Der Gaspreis wird von heute ab infolge weiterer Verteuerung der Kohlen und Betriebsmaterialien, Frachten usw. auf 2,75 Mk. für das Kubikmeter erhöht. * * Die Preise für Friedhof S- arbeiten find nach einer Bekanntmachung der im Dezirksverein Gießen bereinigten Gärtner im heutigen Anzeigenteil neu festgesetzt worden. * Treue Mieter. Die Familie Kinkel wohnt heute ununterbrochen feit fünfzig Jahren in Mösers Mühle zur Miete. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater 7 Uhr: „Schneider Wib- bel". — Cafe Leib, 8 Uhr: Lichtbildervortrag: „Die Fremdenlegion". — Pvstkeller, 8 Uhr: Versammlung der Deutschnationalen Frauen- aruppe. — Astvria-Lichtspiele: „Der Schatz der Azteken" und „Die Frau im Käfig". — AuS dem Stadttheaterbureau. Es sei auch an dieser Stelle auf die heutige erste Wiederholung der hübschen Komödie von Müller- Schlösser „Schneider Wibbel" hingewiesen, die bei der flotten hiesigen Aufführung am vergangenen Dienstag einen starken Erfolg erzielt hat. — Ober hessischer Kunst verein. Heute sind die zur Ausstellung angemeldeten Kollektionen des Süddeutschen Illustratoren- Bundes München eingetroffen und gelangen morgen zur Aufstellung, so daß die Eröffnung am nächsten Sonntag bestimmt erfolgt. — Lienhard-Abenb. Am Donnerstagabend veranstaltet der Goethe-Bund in dem Singsaal des Realgymnasiums einen Lienharb-Abend, an dem die dramatische Dichtung Wieland der Schmied in verteilten Rollen zur Vorlesung kommen wird. Frau Direktor Mendelssohn hat die Leitung und Einstudierung des Werkes übernommen, so daß ein stimmungsvoller literarischer Abend zu erwarten ist. Auch die Wahl gerade dieser dramatischen Dichtung Lienhards ist sehr glücklich getroffen. (Siehe Anzeige.) — Auf den heutigen Aufrif des Bühnenvolksbundes zweckd Gründung der Theatergemeinde weisen wir nochmals hin. Es ist deshalb so wichtig, daß sich solche, die Mitglieder werden wollen, noch in dieser Woche eintragen, weil bereits am 5. März dem Stadttheater mitgeteilt werden muß, ob genügend Teilnehmer vorhanden sind, um die 1. Vorstellung am 13. d. Mts. stattfinden zu lasten. Wettervoraussage für Donnerstag: Wolkig, strichweise Niederschläge, mild, Winde aus westlichen Richtungen. Von dem nordatlantischen Tiefdruckgebiet trennen sich flache Landwirbel ab und ziehen rasch nach Osten. Sie bringen uns auffrischende Winde und strichweise Niederschläge. Die bestehende Witterung wird morgen noch anhalten. Landkreis Gieften. △ Klein-Linden, 28. Febr. Dec hiesige Kriegerverein hielt auf der „Burg" seine Iahresvestammlung ab. Der Jahresbericht zeigte einen Aufschwung des Vereins, der um 14 Mitglieder zugenommen hat und jetzt 107 Mitglieder zählt. Die Weihnachtsfeier, verbunden mit dem 40jährigen Stiftungsfeste, die erste Vereinsfestlichkeit nach dem Kriege, zeitigte ein sehr günstiges Ergebnis. Der Zahresrechnung wurde ein Denkmalsfonds für die im Weltkrieg gefallenen Söhne der Gemeinde beigefügt. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Am Schluffe der Verhandlungen wurden an die Feldzugsteilnehmer aus dem Weltkriege die Kriegsdenstnün en des ReichskriegerbundeZ Kyff- häuser überreicht. Der Verein zählt 35 Kriegsteilnehmer. U Lang-GönS, 1. März. Die Maul- und Klauenseuche wurde bei dem Vieh in der Hofreite des Handelsmanns M. Bamberger festgestellt. * Steinbach, 28. Febr. Die hiesige Ortsgruppe des Hessischen Bauernbundes hatte auf Sonntag abend zu einem Vortrag von Dr. Köttgen (Lich) über .Die Steinbacher Doden- Ein Festmahl im Römer. Frankfurt a. M., 28. Febr. (Wolff.) Die Stadt Frankfurt hatte heute Nachmittag die zur Frankfurter Goethe-Woche erschienenen Vertreter der Reichs» und Landesregierung sowie die hier anwesenden Dichter, unter ihnen Gerhart Hauptmann und Thomas Mann, zu einem F e ft- mahl im Römer eingeladrn. — Bürgermeister Gräf gedachte zunächst in warmen Worten des am Vormittag plötzlich erkrankten Oberbürgermeisters Voigt, denen sich auch Reichspräsident E b e r t in herzlicher Weise anschloß. Bürgermeister Gräf brachte dann Begrüßangs Worte des Obelbürgermeisters zur Verlesung, in bin en die Hoffnung aasgesp ochen wird, daß das dankenswerte Wirken der zur Goethe-Woche erschienenen Gäste dazu beitragen werde, für viele Tausende ein Leben m Goethe zu entwickeln. Geschehe das, so bedeute das den Beginn der Erfüllung der großen Aufgabe, die der Reichspräsident tn dankenswertem Vertrauen zum alten Frankfurt dieser Stadt auch für die Zukunft z rgewiesen habe. Tie-durch die Not in allen Dingen erforderlich gewordene Zusammenarbeit der Bevölkerung mit einer verständnisvollen Regierung und mit den geistigen Führern im Reiche werde das Vertrauen aller Volksteile untereinander, und das Vertrauen zu Reich und Staat befestigen. Reichs- Präsident Ebert gedachte in s.nner Erw dcrung zunächst der- großzügigen Kommunalpolitik der Stadt Frankfurt, die sich gerade in den schweren Jahren der Nachkriegszeit glänzend bewährt habe. Tas Bewußtsein der hohen geistigen und kulturellen Werte urcseres Volkes geben uns auch den Mut und das Recht, der Zukunft Teutsch- lands zu vertrauen. Das deutsche Volk mache arten, ihre Bearbeitung und Düngung" sin- geladen. Es hatten sich viele Landwirte und sonstige Interessenten eingefunden. Die klaren Ausführungen des Redners ernteten reichen Beifall. Bei dem dem Vortrag vorausgegangenen Feldrundgang wurde festgestellt, daß die Wintersaaten bedenklich gelitten haben, doch kann man hoffen, daß eine günstige Witterung den Schaden zum größten Teil beheben wird; ein Teilschaden ist jedoch bei der diesjährigen Wintergetreideernte bei uns unausbleiblich. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 28. Febr. Auf der Straße von Stumpertenrod nach Kestrich ereignete sich ein schweres Fuhrunglück. Vor einer Lokomotive scheuten die Pferde eines mit schwerem Eisenbahnmaterial beladenen Wagens und liefen eine Böschung hinab. Dabei hat sich der Vorderwagen von dem Hinterwagen vollkommen gelöst, wodurch einer der auf dem Wagen befindlichen Arbeiter auf die Straße stürzte und von den Rädern des schwer beladenen Wagens vollkommen zerquetscht wurde. Der Mann war sofort tot. △ Vom Vogelsberg, 28. Febr. Die im ganzen Vogelsberg als Sandkathrine bekannte Frau K. B a u s ch e r aus Maar ist in ihrer Sandgrube verschüttet und getötet toorden. Infolge des Regentoetters gab der Sand plötzlich nach und verschüttete die Frau. Ehe Hilfe tarn, war sie erstickt. Seit mehr als 20 Jahren durchwanderte sie den Vogelsberg und versorgte die sandarmeu Orte mit Streu- und Putzsand. Kreis Schotten. 6 Ruppertsburg, 28. Febr. Die Fischerei in der Horloff ist in unserer Gemarkung von der Chem. Fabrik zu hohem Preis gepachtet worden, da es die Fabrik vermeiden will, daß sie für etwa durch Abwässer entstehenden Schaden von den Pächtern haftpflichtig gemacht wird. Kreis Friedberg. spd. Friedberg, 28. Febr. Tie bekannte Madonna im Hausteinschen Hause, deren Verkauf an ein Berliner Museum das lebhafte Bedauern aller Kreise erregt hatte, denen die Erhaltung wertvoller Kunstdenlmäler in unserem Heimatgebiet am Herzen liegt, scheint noch nicht ihren endgültigen Ruheplatz gefunden zu haben. Sie ist jetzt zum angeblichen Kostenpreis von 125 000 Marr aneinen FrankfurterKäa- ser übergegangen. Starkenburg und Rheinhessen. * M a i n z, 28. Febr. 3m August v. I. wurde im Museum in Donaueschingen ein g r o ß e r Gemäldediebstahl verübt. Der Kriminalpolizei in Mainz ist es nun gelungen, drei der gestohlenen wertvollen Bilder in einem benachbarten Orte ausfindig zu machen und zu beschlagnahmen. Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 28. Febr. Eine am Sonntag in der Steindorfer Gemarkung gelandete Leiche ist als diejenige des Heinrich Wagner aus Grohen- Duseck (Kreis Gießen) festgestellt worden. Wagner wurde schon seit November vermißt. Der Ertrunkene trug noch über 1000 Mk. in Papiergeld bei sich. Hessen-Nassau. * Wiesbaden, 28. Febr. 3m hiesigen Iustizpalast werden im ersten Stock, an dem Hauptaufgang zwei Ehrentafeln angebracht werden, die die Namen der 30 im CSJeltfrieg für das Vaterland gefallenen Richter und Zustizbeam- ten aufnehmen und dauernd der Nachwelt überliefern sollen. AuS dem AmtSverkündigungSblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 28 vom 28. Februar enthält: Die Unterbringung Schwerbeschädigter in Deamtenftellen. — Vergütung für die stundenweise beschäftigten Handarbeits-, Haushaltungs- und technischen Lehrerinnen. — Die Dienstbezüge der Staatsbeamten und Lehrer. — Dienstnachrichten. — Feldbereinigung Hausen. — Aenderung bet Ortssahung über den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Gemeinde Leihgestern. Kirche und Schule. B. Burkhards, 28. Febr. 3n der vergangenen Woche hielt der Missionar der Rheinischen Mission Phil. Schäfer, der nach seiner Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft in den Dienst der Voltsmission eingetreten ist, allabendlich Evangelisationsvorträge abwechselnd hier und im benachbarten Kaulstos. Auch für die Heidenmission wirkte der Missionar durch Wort unb Bild in der Gemeinde und in den Schulklassen beider Dörfer. wahrlich eine bittere Schule der Leiden und Prüfungen durch: aber wenn wir die feste Hoffnung haben, daß wir uns durchringen werden, so wüßten wir, daß wir in der Hauptsache doch auf unß gestellt seien und alle Kräfte zrsammen- fassen und uns anpassen müßten. Frankfurt habe oiefe Notwendigkeit stets verstanden, * — Neues vonTheodorKörnerund den Seinen. Eine Reihe wichtiger Handschriften, die sich auf Theodor Körner und seine Familie beziehen, kommt in der demnächst statt- sindenden Versteigerung bet Karl Ernst Henrici in Berlin zum Verkauf, und wir entnehmen den interessanten Angaben des soeben erschienenen Ka° taloges einiges 3ntereffante über diese Dokumente. Gin paar Briefe von der Mutter Theodor Körners zeigen ihre Liebe zu dem Sohne. So schreibt sie ihm, den sie zum Weihnachtsfest im Elternhause erwartet, am 16. Dezember 1808, er solle sich bet bet herrschenden großen Kälte nur ja mit recht warmer Kleidung versehen, da er die Reise von Freiburg nad), Dresden im Schlitten zurücklegen müsse. Eine Nachschrift schließt s,e mit der Beschwörung: „3d) bitte Dich um Gotteswillen, trink keinen Schnaps bet dieser Kälte!" Aus Körners dichterischen Anfängen stammen eine Anzahl von Gedichtentwürfen und einige Tagebuchblätter über die Weihnachtszeit 1806, in der der 17jährige Jüngling eine tiefe Liebe zu einer Ernestine gefaßt hatte, die er in schönen Versen anfingt. Aus einer späteren Epoche stammen mehrere Manuskrip ‘e, die dramatische Entwürfe enthalten, so z. D. die Skizzierung einer Szene, die während des Dreißigjährigen Krieges spielt, und der ersten Szene eines Theaterstückes, Entwürfe, die Körner beibe :: Pvhk-Göns. 28. Febr. Am Sonntag fand dahier ordentliche Kirchenvisitation durch den Superintendenten für Oberhessen, Dr. Petersen von Darmstadt, statt. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz besetzt, wodurch vor allem dem Geistlichen das Vertrauen und die Anerkennung der Gemeinde ausgedrückt werden sollte. Die Visitation verlies in bester Weise: besonders wurde der gute Kirchenbesuch hervorgehoben, der sich in unserer kleinen Gemeinde im Durchschnitt sonntäglich auf 175 Erwachsene stellt, der Abendmahlbesuch betrug in 1921 199 Proz. Ebenso wzirde richmend hervor- gehvben, daß die freiwilligen Gaben für kirchliche Zwecke in 1921 allein 10 339 Mk. betrugen. ra. Dillenburg, 28. Febr. Zu den Vorbedingungen einer etwaigen Umwandlung des hiesigen humanistischen Gymnasiums in ein Reformgymnasium oder eine Oberrealschule wurde eine gemischte Kommission gebildet aus Mitgliedern des Magistrats, des Lehrerkollegiums und^"des Elternbeirats. Auch die Stadtvertretungen von Haiger und Herborn sind um Mitwirkung gebeten, da aus beiden Städten viele Schüler die hiesigen Anstalten besuchen. eOssenbacha. M., 28. Febr. Aehnlich wie in den Städten Mainz und Darmstadt besteht die Absicht, auch die hiesige höhere Mädchenschule zu einer Studien an st alt auszubauen, damit den Mädchen auch ohne Besuch der Oberrealschule Gelegenheit gegeben ist, das Zeugnis der Reife zu erlangen. Eine stark besuchte Elternversammlung faßte eine dementsprechende Entschließung, aus deren eingehenden Begründung nachstehende Stelle entnommen ist: „Die Mehrzahl der Eltern kann ihre Töchter heutzutage aus pekuniären Gründen nicht mehr andervrts eine höhere Lehr anftalt besuchen lassen, trotzdem sie den Wunsch und schließlich auch die Pflicht haben, ihren Kindern eine volle Ausbildung angedeihen zu lassen, damit sie gegebenenfalls für eine künftige Lebensstellung vorbereitet sind. Denn zweifellos sind manche kinderreiche Eltern nicht mehr in der Lage unter den heutigen Verhältnissen den Töchtern für die Ehe eine Ausstattung zu beschaffen." Von dem Landesamt für Bildungswesen in Darmstadt erwartet man keine Schwierigkeiten, dagegen stand der hiesige Oberbürgermeister der Errichtung eine*- Studienanstalt bisher ablehnend gegenüber. Vermischtes. Erne neue Flugzeuglinie. Berlin, 1. März. Wie der Lokal-Anzeiger aus Stuttgart berichtet, wird ab 1. April die Flugzeuglinie Stuttgart — Furth — Leipzig — Berlin eröffnet werden. * Frankenhausen a. Kyffh., 26. Februar. (Wolff.) Die unter Staatsaufsicht stehende Studienan st alt für Luftfahrzeug b a u tim Khffhäuser Technikum in Frankenhaufen, welche als einziges derartiges Institut Deutschlands Luftfahrzeugingenieure ausbildet, gibt bekannt, daß die Nachricht, wonach ihre Absolventen von der Aktien-Gesellschaft Friedr. Krupp für Südamerika verpflichtet fein sollen, frei erfunden ist. Auch dahingehende Verhandlungen hätten nicht stattgefunden. Sämtliche Absolventen, die zur Zeit in Prüfung stehen, hätten in der deutschen Luftfahrzeugindustrie Anstellung gefunden. Keiner der Herren denke daran, deutsche Wissenschaft und deutsches Können ins Ausland zu tragen. * * Eine neue Rasse in der Südsee, Von einer neuen Rasse, die sich in der Südsea durch die Verbindung der aussterbenden polhnesi > schen Stämme mit den Chinesen gebildet hat, berichtet der englische Forschungsreisende Edward Salisbury, der mehr als 25 Zähre auf den Inseln des Stillen Ozeans geweilt hat. Nach seinen Mit teilungen waren die Eingeborenen der französischen Marquesas-3nseln, die vor 30 Zähren noch 80 000 zählten, nahe am Aussterben. Es gibt heute nur noch etwa 3000 Seelen. Salisbury schreibt diesen Untergang der Polynesier der Einführung europäischer Kleidung zu: diese begünstigt das Auftreten der Tuberkulose, an der die Eingeborenen meistens zwischen 17 und 21 Zähren sterben. Der einzige Ort, wo die Entvölkerung auf den 3nseln des Stillen Ozeans noch kein ernstes Problem bedeutet, ist Samoa, wo die Eingeborenen ermutigt werden, ihre alte Tracht beizubehalten. Die Franzosen siedelten nun auf ihren 3nfelrt chinesische Kulis an, von denen viele polynesische Frauen heirateten. Auf diese Weise ist nun eine eigenartige neue Rasse entstanden, die augenscheinlich gegen alle durch die Zivilisation hervorgerufenen Krankheiten sehr widerstandsfähig ist und die 3nseln neu bevölkert hat. nicht ausgeführt hat. Die satirische Lebensbeschreibung eines Bekannten begtr.nt mit den Worten: „3n Kahencllenb.gen an der W Neritz bei Potschappel wurde geboren der weltberühmte Trampelmann N.... Der Schulmeister Gänsestiel war der Lehrer feiner dummen Zagend und machte ihn mit vieler Bemühung endlich zu einem unbrauchbaren Stöpsel." Ein Schriftstück weist ein Verzeichnis der einzelnen von ihm verfaßten Gedichte auf und war vermutlich zar Herausgabe der „Knospen" aufgestellt. In die Stu- biensahre des Dichters an der Bergakademie in Fierberg führen einige Blätter au5 Kollegheften ein. Es finden sich hier Auszeichnungen über verschiedene Metalle und Fossilien, auch einige sehr schöne Zeichnungen, so eine mineralogische über die „Farbensuite des Diamants .mb Zirkons" und ein entzückendes Blatt mit einem Hundsveilchen. Von seinen studentischen Interessen erzählen verschiedene Entwürfe von Zirkeln für die Leipziger Landsmannschaft Thurmgia, deren erster Chargierter Körner war. Ein Manuskript enthält Aebersetzungen aus dem Drit- schen ins Griechische und ein anderes Auszüge aas den Schriften von Novalis, zu dem sich der fange Körner sehr hingezogen fühlte. Hatte doch auch Novalis in Freiberg unter Werner Bergbau studiert und das Bergmannsleben poetisch behandelt. — Ferdinand Wittenbauer t. In Graz starb, 65 Zahre alt, der o. Professor der Maschinenbaukande an der dortigen Technischen Hochschule Tr. ing. h. c. F e r d i n a n d W i.i t e n- b a u e r. Weitesten Kreisen wurde fern Name bekannt als Verfasser der akademischen Stücke „Filia hvspitalis" und „Ter Privatdozent". das selbsttätige Waschmittel von unerreichter Wasch- und Bleichkraft Macht die Wasche irisch und duftig, wie auf dem Ra&eo gebleicht Wäscht mühelos, schnell und billigI Alleinige Fabrikanten: HENKEL D CSE., DÜSSELDORF k audi der ■Henico”, Henkel s Watch- und blcUh-Soda. •'ÄT er von Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51. GieeA «Sichen Um baldmöglichst die notwendige Teilnehmerzahl zu erreichen, fordern wir alle Mitbürger, die für gute Dühnenkunst Interesse «'oben, auf, sich bei den unterzeichneten Vereinen oder Zahlstellen 8. Jede weil. Grabstätte innerh. einer Familiengrabes Ilbeshausen (Arris Lauterbach), Februar 1922. und Der vorbereitende Ausschuh Friedrich Aarl w. Moser, L. vecker, Fr. Geor, • M41 ।Goethe-Bund Gießen Donnerst*,, den 2. Uftrx. abends 81/« Uhr la Singeaal d. Realgymnasiums (Ledwlgatr.) Friedrich Lienhard-Abend Astoria-Lichtspiele i I. Der Dorstand. 2088V) J ® «“äÄ«W !is. । W A Der Direktor: Ludwig Luh JL Für die anläßlich ihrer Verlobung erwiesene Aufmerksamkeit sagen herzlichen Dank ISO 15 Der Rechner: Iohs. Textor IV. randw.ttonsumvereinl Leihgestern Bilanz vom Jahre 1921. voppelgrabftätte „ . . Einzelgrabstätte u. einmalige vepfianzung ..... voppelgrabftätte u. einmalige Bepflanzung..... Rnie. dn LvlabAn- wiid ab 1. April Stuttgart - eilin eröffne! I Ihre Vermählung zeigen an Pfarrer Karl Ramge und Frau Helene geb. Kauh. )n ^ptXTwNtn. Crooerien erhlUli findet nicht bei Aollege Tlges sondern bei Kollege Klingler, Hotel Schütz, t,« Mitgliederbewegung. Stand der Mitglieder Ende 1920 Wahrend 1921 schieden aus nachstehender Weise festzusetzen: 1. Unterhaltung einer Einzelgrabstätte (grünj gez. Studienrat Dr. Lenz öartöurfloeteln gez. W. Engels Einwohner an die Diederlande. Berühmt sind seine Museen, seine grohartigen Dassensammlungen, sein Demsteinmuseum, seine lostbare Gemäldegalerie mit niederländischen Meistern, sehenswert seine grohartigen Hasen- und Gchleusenanlagen, bedeutend seine HeringSstscherei (einst aus- schliehliche« Privilegium der Stadt), interessant seine einstige Dalfischfängerei, seine Geschichte während der Kontinentalsperre und zur Zeit des Ober-Breitenbach 26. Februar 1922 zeichnete gern zu Diensten. Wir nehmen an, dag diejenigen unserer Kunden, die bis zum 15. März 1922 keine Aenderung geltend machen, sich mit unserer Bekanntmachung einverstanden erklären. UUl-Ily uu| I vvs ' vz / I ilsbalb anzumelden. (Es wird zunächst ein Grundbetrag von Mk. 10 bezahlt, für welchen in den nächsten Wochen zwei Dor- ellungen im Stadttheater unentgeltlich geboten werden. In Aus- cht genommen sind: Deutsche Kleinstädter, Lustspiel von Kotzebue unb Turandot. Näheres durch die Flugblätter. FrL Rennert Frau Sam-Rat Schliephake Herr Professor Dr. Schien. Turnen, Sport und Spiel. — Die Deutschen Kampfspiel« rücken in greifbare Aähe. Bon den mahgebenden Stellen werden alle Vorbereitungen getroffen, um daS Fest zu einem Glanzpunkt der deutschen Sportbewegung zu machen. Eine besondere Anziehungskraft werden die vom Deutschen Fuhball- bund ausgeschriebenen Pokalkämpfe bilden. Das Fuhballprvgramm ist wie folgt aufgestellt worden: Montag, 19. Juni: Vorrunde Berlin gegen Vorddeutschland und Süd- gegen Eüüostdeutich- land: Westdeutschland ist In der Vorrunde spielfrei. Am Donnerstag, 22. Juni, folgt die Zwi- BaHonidet MWwmm gez. Frau Rechtsanwalt Peters faMWt 6efe«eaoeteln gez. Herr Schneider Die Preise für gärtnerische Artikel aller Art werden in den Gärtnereien durch Aushang bekanntgegeben. 206ir- Marie Märle Karl Schwenk. Lich, Februar 1922. m. 40 per Iaht •• 70 „ ,» aeltue: Frau Direktor etndelisoto-BarthoWy) Wiegand der Schmied in verteilten Rollen gelesen. 2016D Einlaßkarten zu Mk. 3 — bei Challier und an der Abendkasse. Mitglieder des Bundes Mk. 1.—- Außerdem nehmen Anmeldungen entgegen: Thallier, Musikalienhandlung, Ferber*sche Universitäts-Buchhandlung, Frees'sche Universitäts-Buchhandlung, Ricker'sche Universitäts-Buch- Handlung, Schneider'sche Buchhandlung. 1919D 3fl,l i1 ?*' L Versteigerung. Donnerstag, den 2. März, von 2 Uhr ab, ver» steigere ich Drandgaffe 3 Wegzugshalber 2 zwritür Aleiderschränke, 1 Divan, 1 alleres Sofa, 1 Bettstelle mll Patentmalratze, 2 Nachtschränkchen, 1 kleinen Waschtisch, 2 Bettstellen, 3 Tische, 6 Stühle, 1 Schüler- pull, 1 Kommode, 1 Gaslampe, 1 Aaffeeservis, 6 Aluminiumtöpfe, Löffel, Aaffeekeffel usw., 1 Tonnengarni- tur mit Gestell, neu, 1 Spiegel, 1 Rohrsessel, Gallerte' leisten, etwas Vorhänge, 1 Puppenstubeund -6üd)i mit Einrichtung, 1 Puppenwagen und versch. andere, ferner 1 Waschmaschine, 1 Schneidernähmaschine, ernt Ehinesenstatue (1,70 hoch), 1 kleines Oefchen 2 Ainder wagen, 1 neuen achteckigen Herrnznnmerttsch (eta)en) 1 elektt. Lüster, 1 neues LexiKongestell. 02830 y. yenner IL, Snttionator und tajator, Krofb. Str. 9. ^ukirol Mhnetlskhcrwdidvnmtoe Sanft 3. Dflese o.mafllu.£llerohn gez. cand. jur. Hemttng Soangeiume Siauenoetelne gez. Frau Alndt MDoNtDet ittmetroeteln gez. Frau Dr. Mue» matttnat* -A Q ** , fi aafe ßSnnftt 3°T NoLbenimdl. -g.. >*!*** •Irx Ao bab« tn Attm Opolbda. Lrog. |Brn wvv v , - tntb $atfüEMn» (/ ■ auch der ileEcrqanggort fü kehr nach Borlum, zum Teil auch nach Rordemeh. Selbe Kehlrnbi emofiehlt »um billigsten TaneSvreiS 20!t7 Gust. Rod), Weserstr.20. Hllre-Snnienoereln gez. Frau Stadtverordnete Aramer AlwieMlSer Meilerverrlv gez. H. Airchner Die Stadt, in deren Habe die holländische Grenze läuft, scheint sich wieder zu ihrer alten Hansageltung emporzuschwingen. Dies zeigt auch die Entwicklung ihrer bedeutenden Reederei und Industrie. fra N. «u t» «. «astehll «B 6mi|rtr.' Mttet iwe Unterhaltung bzw. Beschneiden pflanzlicher Umrahmungen dergl, Streuen von Sand oder Kies, sowie Decken der Grabstätte mit F'chtengrün, werden besonders berechnet. Für Berechnung bei reichlicherer Bepflanzung oder Vereinfachung derselben stehen Unter Während 1921 gingen zu ... 2 Mithin Stand der Mllglieder Ende 1921 10b Leihgestern, den 28. Februar 1922. 2073V lhffh.,26.Fe. StaatSmiM fürLuftfahr- Technikum in als einziges der- >s Lustfahtzeug- rkannt, daß die Renten von der ■upp für 6üb = illen, frei et- ende xMtl Lämilich: Prüfung stehen sahrzeuMLustck der 5>emn denkc t und deutsches gen. nber Südsee. ich in der Süds« erbenden polynesi- r gebildet de greifende Sdvard aus den Insel" Mch seinen M ther fran^üschen ihren noch oJW- s gibt heute nur rh schreibt diestn nsüdnma europa' igt MS AusMlen .ebvrenen Mfstens r6«. , 6«i 3* ” Problem bedeuiel, „ermutigt»*- SSÄt w. Moser, £. vecker, Zr. Geora, 21. Dönges, E. hubina, w. Gerhard, Zr. Noll, $r. vonarms, G. Wiltmann, C. Dolf, Ed Rieger, R. Schneider, v. pechtold, K. Schab, E vecker, M.Tipp mann, L. Lietz, $r. Schmitz, «ud. Weber, Giehen. £. Uambeitz, Bungen. C. Volz, Lich. b. Zützel, Lich. y. vecker Wroe., Lich. Ltto Müller, Lollar, v. Reil, Heuchelheim, h. Volt, Srotzen-Vuseck. zeldbahngleise (50 oder 60 Spurweite) eiserne Zeldbahnschwellen und eiserne Rippwagen cbm Inhalt) umgehenr» zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unter 2020 an den I Giestener Anzeiger erbeten. l ‘ihnen L° !«l iß 5» ble biefigm ’r- sehnlich tnie ^ädchmsch^ rKum, banm ^berrealschulr ff der Seife ^nnversamm. ■ ^^tschliehllna W bet Wim ,Qu8 belunwrö höher? Lehr- ■*e den Dunsch ft. ihren Sm- * -u lassen, künftige Lebens, zweifellos sind lnehr in der Lage den Töchernsür Kiffen.“ Don dem i Dormstadl er- ■ dagegen sland Errichtung einr gegenüber. Gvmpanh ein neues Habel ömben* Jjo« ren-Veuhvrk aufgelegt, baS im Herbst 1923 fertig sein soll und besten Kosten auf 10 Millionen Dollar geschätzt werden. Damit erhält Emden seine Bedeutung als Kabelstadt zurück. Auch die Emdener Schiffahrt hat bereits wieder erheblich zugenommen, besonders unter dem Einfluh des steigenden Verkehrs auf dem Sott« mund-Ems-Kanals. Bevor die Sturmfluten vor etwa 650 Zähren den Dollart in- friesisch« Küstengebiet einristen, floh die Ems unmittelbar an den Wällen der Stadt Ems vorüber, und die Seeschiffe konnten vor ihren Toren anfern. Heute liegt Emden 3—4 Kilometer von der Ems entfernt, ist aber durch eine fo vorzügliche, von der Ebbe nicht betroffenen Kanalanlage mit dem tiefen Dollart verbunden, dah es alle Vorteile einer Seestadt geniesst. Emdens Blütezeit fällt ins 16. und 17. Jahrhundert, bis feine Häfen durch das Zurück- weichen der Ems mehr und mehr verloren. Seit Emden am 22 Juni 1866 wieder in .preußische Hand kam, wurde es ununterbrochen für grohen Seeverkehr ausgebaut. Während seiner einstigen Blütezeit stand es unter den Hansaseestädten in erster Reihe, an ^lnternehmungsgeist übertraf eS Hamburg und Bremen. Aus jener Zeit stammt das 1574—76 nach dem Muster des Antwerpener in prunkvoller Renaissance erbaute Rathaus, daS zu den schönsten in Deutschland gehört. Damals hatte es auch eine sehr starke Zuwanderung aus den Riederlanden, Frankreich und Holland, was sich im Eharakter der Stadt und ihrer Bürgerschaft noch heute ausfallend zeigt. Emden erinnert mit feinen sauberen ©traben, den Häusern mit Giebel- fronten, seinen vielen Drücken und Kanälen (Dellten), selbst in der Sprache und den Sitten der ^ttuhnciauQcn -J Momhäwt. Schwidtn Grzen flrzHkh MilÄonenlech beweViri Ausruf! Item Der Menet Ueotetoemeinöe Del! (BilinenoollsöanD, Heateuflege in WUHeutWm Boilsgellt.) tauf gegen SiM n. Annit InlOenlern. Sinn Gießener tatamereio. Die Schneiderstube iet jeden Donnerstag nachmittag von 3 Uhr an geöffnet. Begiam Donnerstag, den 2, März 3 Lokal i WalltorstraBe 24, I Stock. < Groben Äurfürftcn, der Emden 1684 zurHaupt- station der preuhischen Flotte machte und zum Sitz der Brandenburgischen Admiralität sowie der Äfrikanischen Handels-Kompagnie, die Pillau hierher verlegte. Heute ist Emdetz t ^lebergangsort für den grossartigen Ver- schenrunde. Hier trifft der Sieger aus dem Spiel Berlin gegen Balten mit Westdeutschland zusammen, ferner die Sieger aus den beiden an* deren Vorrundenspielen Der darauffolgende Tag bringt die Entscheidung. — Fuhball-Länderkampf Italien — Tschechoslowakei 1:1 (0:0). Zn Turin trafen sich am Sonntag die Rationalmannfchaften von Italien und der Tschechoslowakei vor einer Rekordzuschauermenge. DaS Spiel ging bei tropischer Hitze vor sich und stellte hohe Aistorderun gen cm die Spieler. Dis zur Pause verlief der Kampf torlos. Rach Halbzeit erzielte jede Partei einen Treffer. — Die Lawn-Tennis-Weltmeistet schäften auf gedeckten Plätzen, die in Et. Moritz ausgetragen werden, brachten bereits einige Entscheidungen. Das Dameneinzelspicl g< wann die Französin Frl. Golding, die sich auch mit ihrem Landsmcmn Doratra das gemischt. Doppelspiel sicherte. Das Herrendoppellpiel fiel an Eochet-Doratra (Frankreich), die Simon-Martil. (Schweiz) 2—6, 6—0, 6—1, 6—4 schlugen. Für die Endspiele um die Weltmeisterschaft im Herren einzelfpiel haben sich Eochet und Doratra, sowie Larsen (Dänemark) und de Morpurgo (Italien) qualifiziert. vezirkzverein Giehen der Verbindung der felbftändigen Gärtner Hessens e. v. Bekanntmachung. Unterzeichnete gärtnerische Betriebe von Giehen und Umgegend bitten ihre verehrte Kundschaft, davon Kenntnis zu nehmen, dah sie infolge der stetig steigenden Preise für Rohmaterialien, Bedarfsartikel und Löhne sich genötigt sehen, die Preise füc Friedhofsarbeiten in LkfenLahmmglück tu TM en. Berlin, 1. März. Wie der Lokal -Anzeiger aus Wien meldet, konnte auf dem Deftdahnhvf ein Lokalzug infolge Versagens her Bremsvorrichtung nicht rechtzeitig zum Hallen gebracht werden. Der Zug überfuhr den Prellbock. 52 Personen wurden teils schwer, teils leicht vorletzt. Emden, die Kabelstadt. Aus Emden wird uns geschrieben: Emden, die alle Hauptstadt OstsrieSlands, bleibt auch künf» !tg Deutschlands Ueberseekabelstadt. Vor dem • Kriege gingen von hier auS die modernen beut= >chen Seekabel über Vigo nach Südamerika und »her die Azoren nach Rordamerika, sowie über Borkum nach England (Lowestoft). Hier pulste der rternaiümale Verkehr so bedeutsam wie an keiner orderen Stelle tn Deutschland. Eine grobe Anzahl non Telegraphenbeamten war hier bis Kriegsausbruch tätig, um die vielen tausende von Kabel- neveschen, die jährlich ein- und ausliefen, zu bett beiten. Ursprünglich war Emden im Kabel- vrkehr eine Station der Indo-Europäischen Tele- paphenkompagnie in London: dann erstand hier ein von bet deutschen Reichspost eingerichtetes • ?clegraphenamt zu einem der personalreichsten Temter dieser Art in ganz Deutschland. Mit Ausbruch des Weltkrieges wurden die Emdener tfabe! von den Engländern und Franzosen zer- chnitten und für ihre Zwecke dienstbar gemacht. | Infolge deS Friedens von Versailles muhte Deutschland seine beiden Amerika-Kabel (via Azv- tn) abtreten Hetzt wird nun zufolge Vereinbarung der Deutschen Atlantisch«! Kabel-Gesell- ichaft und der amerikanischen Eommercial Cable Statt Aarien Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Marie Hansel Gustav Trinkaus Chamottesabrik feuft oder beteilig sich an aufgeschlossenerDraunKohlengrube und feuerfester Ton- und Quarzttgrube. Lage, Gröhe, Schichtung, Gutachten und Preis usw. unter F. S. J. 816 an Rudolf Masse, Frankfurt am Main. 2041s» Passiva. Reservefonds .... 1 Betriebsrücklage . . . 3. Geschästsguthaben . . . V Reingewinn..... Trotz des Riesenerfolge heute letzter Tag: ..Der Schatz der Azteken Abenteurerfllm. 8 Akte. ,. Die Frau im Käfig Drama in 6 Akten. 2063c Siebern Sie eich zeitig Plätze. Yb morgen ble einechl. Sonntag; Oer Zirkuskönig sieii Die Schmugglerinsel, sowie das lustige Programm. Akttoa. Warenkonto..... Kostenkonto..... GeschäftsutenfiNen . . . 9 412.24 678.61 54.09 10 144.94 JC 3 254.20 2 206.42 1 050. - 3 654.32 10 144.94 Bekanntmachung, randwirtjchafil. Versammlung. Am Dienstag, den 7. März 1922, nachm. I1/. Uhr, findet zu (Sieben, im Hotel Grohherzog eine Serfamm« jung der Landwirte aus den Landwirtschaftskamme« Wahlbezirken Bietzen, Großen-Bufeck und Lich Hungen statt. In dieser Versammlung ist den Landwitten Ge. legenheit gegeben, Aufklärung über die Tätigkeit der Landwirtschaftskammer und die Maßnahmen zni Förderung der Landwirtschaft zu erhalten. Die Landwitte werden zum zahlreichen Besucl' der Versammlung eingeladen. Landwirtfchaftskammer für Hessen. ____________ Walter.____________[20901; Die für Donnerstag anberaumte BMiueuooirsDünö, öttsflt- (Bleien seM-Ml. Schutz- nnö üntzvnntz gez. Frau Mendelssohn-Bartholdy i T i'c.i» rsK ->4iLk ■ :t”c 3"- mit eo«rn ■ Ä-tt JJL ! «« ®=d: (7\ie glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an W. Schonebohm, Studienrat und Frau Elisabeth geb. Lehmann Bietzen, den 1. März 1922 ,,,, 11 ........................—-..... Beileidsbesuche und Blumenspenden dankend verbeten. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Auguste Atzbach geb. Opitz Gießen, den 1. März 1922. 02839 ff * Gießen, den 1. März W22. 02819 kaust stets zu höchsten Preisen [02846 Milch in Dosen Süskind, Neuenweg 29 03828 Kein Laden Telephon 1517, zu verkaufen 02822 Wir suchen zum sofortigen Eintritt mehrere tüchtig? und Wäsche. 074 ®ue"= Landauer zu verkaufen. 2067 Huhn, Rittergasse. Wir suchen per 1. April tüchtige 2082 zu verkaufen Vlcichstraffe 4. 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(Es wird zweckmähig sein, sich bei dem zuständigen Finanzamt vor Abgabe der Steuererklärung nach dem Bestehen solcher Pauschalsähe zu erkundigen.) 2. Zum Einkommen aus Arbeit. Beim Einkommen aus Arbeit ist in diesem Jahre unter Ziff. 4 des Formulars die besondere Frage nach dem Bezug von D i e n st a u s- wandsentschädigungen gestellt worden. Es hat sich für die Steuerbehörde als notwendig erwiesen, dentatsächlichen Betrag des Dienstaufwandes zu erfahren. Steuerpflichtig sind alle in Form von Dienstaufwand und ähnlichen Entschädigungen gewährten Bezüge, soweit sie den erforderlichen Aufwand übersteigen. Die Vachprüfung bleibt der Steuerbehörde auf Grund der von dem Steuerpflichtigen gemachten Angaben überlassen. Die Beantwortung der Frage nach den Spekulationsgewinnen (siehe Erläuterungen zu Ziffer 5 des Formulars) ist ein vielumstrittenes Gebiet. Heber das, was als „Speku- lationsgewinn" ätlszufassen ist, spricht sich das Gesetz selbst nicht so eindeutig aus, dah es nicht verschieden ausgelegt werden könnte. Aus jeden Fall müssen nach dem neuen Formular alle Verkäufe von Wertpapiere, Devisen, ausländischen Zahlungsmitteln einzeln angegeben werden unter Hinzufügung des Tages des Erwerbes, des Kaufpreises, und zwar auch dann, wenn die Gewinne von dem Steuerpflichtigen nicht für Spekulationsgewinne gehalten werden, sondern für K a p i t a l s a n l a g e n, die er mit eigenen OBfttteln und nicht unter Inanspruchnahme von Bankkredit durch Ankauf von Wertpapieren vorgenommen hat. Aus Stadl und Land. Gietzen, den 1. März 1922. •• Anlagenmusik findet am Donnerstag mittag um 12 Hhr am Liebigdenkmal statt (nur bei günstiger Witterung). Spielfolge: 1. Marsch der finnländifchen Reiterei aus dem 30jährigen Kriege bearbeitet von F. Wieprecht: 2. Ouvertüre zur komischen Oper „Cosi fan tut-“ von W. A. Mozart: 3. Fackeltanz aus der Over: .Die Meistersinger von Nürnberg" von Richard Wagner: 4. Grohe Fantasie aus der Oper .Mignon" von K. Thomas: 5. Armeemarsch Vr. 161 (Alexander- marsch) von Leonhardt. ♦♦ Oessentliche Bücherhalle. Im Februar wurden 1597 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzhählende Literatur 960, Zeitschriften 146, Zugendschriften 163, Literaturgeschichte 4, Gedichte und Dramen 17, Länderund Völkerkunde 41, Kulturgeschichte 17, Geschichte und Biographien 68, Kunstgeschichte 21, Vatur- wissenschast und Technologie 64, Heer- und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 17, Gesundheitslehre 2. Religion und Philosophie 22, Staatswissenschaft 11, Sprachwissenschaft 9, Fremdsprachliches 27 Bände. Vach auswärts kamen 43 Bände, -t- Infolge Kohlenmangels ist die Bücherhalle nur noch Mittwoch und Samstag abends geöffnet. ** Das Fest der silbernen Hochzeit feierte gestern das Ehepaar Anton Breuer und Frau Klara geb. Kuhl, Lindenplatz 5. Landkreis Gießen. • Bersrod. 27. Febr. Vachdem der Gesangverein in einer schlichten Feier seine vier im Well kriege gefallenen Mitglieder durch Enthüllung einer Gedenktafel g hrt ty tte, wobei Psr. Ma rgut h° Winnerod d.e Weiherede hielt und entsprechende Chöre gefangen wurden, hatten sich am Sonntagabend die Mitalieder des Kriegervereins mt ihrcm Familien im Saale des Gastwirts Ludwig ‘Beier versammelt, um ebenfalls eine Gedenkta el für ihre fünf gefallenen Kameraden zu enthüllen. Psr. M a r - g u t h weihte auch diesmal die Tafel, während Lehrer Wolf in seiner Ansprache ehrend der ©efti[lenen gedachte. Tie 1. Schulklasse umrahmte die 5 et er mit entsprechenden Gesängen und Gedichtvorträgen. Entwurf und Ausführung der Ehrentafel stammt von dem Dereinskameraden Roll. Demnächst will auch der Turnverein seine vier gefallenen Zumer tn derselben Wrise ehren. ' Lich, 27. Febr. Eine Überraschende Aufklärung hat der Heberfall gesunden, bei dem. wie wir berichteten, ein Mädchen aus Albach ihrer Angabe gernätz von zwei Strolchen überfallen und vergewaltigt worden sein sollte. Wie uns jetzt mitgeteilt wird, ist durch eingehende Hntrrsuchunaen und Vernehmungen festgestellt worden, bah die Aussagen der Hebersallenen nichtderWahrheitentsprechen Richtig ist, dah sie von zwei vorübergehenden Arbeitern aud Burkhardsfelden teilweise entkleidet und völlig erschöpft aufgefunden und nur mit Mühe nach Hause gebracht wurde. Vachdem sich bad Mädchen völlig erholt halte, wurde sie nach vvrhergegangener ärztlicher Hntersuchung, die kein Ergebnis hatte, nochmals vernommen, und gab nunmehr dem vernehmenden Gendarmeriebeamten an, den Hcbcrfali erfunden z u haben. Cs ist festgestellt worden, datz die Bedauernswerte seit einiger Zeit an hysterischen Anfällen leidet. Ein derartiger Anfall wird sie wahrscheinlich auch in den willens- und verantwortungslosen Zustand versetzt haben, in dem sie aufgefunden wurde. • Watzenborn-Steinberg, 23. Fcbr. Am kommenden Sonntag findet in Watzenborn im Gasthaus zum Löwen ein Vortrag statt über .Die Anwendung der Kunstdünger in heutiger Zeit" (Vortragender: Landwirtschaftsrat Dr. May). Im Anschlutz daran hält Bürgermeister Schäfer- Watzenborn einen Vortrag über „Steuerfragen". x Wieseck, 27. Febr. Die am Samstagabend vom hiesigen Ob st - und Gartenbauverein im Saale von Gastwirt Schneider veranstaltete Versamntlung war gut besucht und brachte dem Verein sieben neue Mitglieder. Der Vorsitzende, Lehrer Draunewell, berichtete über die ©iefjener Versammlung des Oberhessischen Vereins vom 22. ßanuar, in der die Verschmelzung des Landesvereins mit der Landwirtschaftskammer beschlossen wurde. Die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags auf 10 Mk. wurde als zeit- gcmäfj gern bingeirommei; soll doch dafür auch eine bedeutend reichhaltigere Monatsschrift gelle fei: t tTMT^cn. Ein sehr eingehender Vortrag des KreisobstbautcchniferS Heberer -Heuch Ibcim über „Sortenwahl. Sehen und Pflege der O b st b ä u me" wurde mit sich'.lichem Interesse und grobem Beifall aufgenommen. In der recht lebhaften Aussprach? konnte der Vortragende noch verschiedene Fragen beantworten. Beschlossen wurde, für kommenden Sommer eine Besichtigung der Heuchelheimer Obstbaumschulen und gemeinsame Spritzung der Stachelbeer- und Iohannis- beersträucher mit Kupferkalkbrühe. Den Schluß bildete eine Verlosung von Sämereien. Kreis Alsfeld. l. Alsfeld, 28. Febr. Hier fand am vergangenen Samstag im „Deutschen Kaiser" die t/ieSjädrige Kreisverfammlung deS „H e s- sischen Bauernbundes" unter Leitung des Kreisvv rsi.henden Bürgermeister Schröder» Elbenrod statt. Insbesondere wurde Stellung ge° frommen gegen den viel zu niedrigen Preis des Hrnlagegetreides. Vach SHlutz der Versammlung terregte sich, wie bereits gemeldet, ein Demon- strationszug von mehreren Hundert Bauern dirch die Strafen der Stadt nach dem Kreisamts-- gebäude, woselbst gegen die Abgabe des Hmlage- getreides zum jetzigen Spottpreise protestiert wurde. Später wurde noch vor dem Finanzamt Stellung gegen die Steuereirschähung genommen, — Am Abend veranstaltete die „Freie Bauernschule Alsfeld" hn „Deutschen Kaiser" eine wohlgelungene Abendunterhaltung Die vier Theaterstücke: „Wer lieben will, mutz leiden," „Ter feine Bräutigam", „Eckensteher Vante" und „Die gute Wirtschafterin" wurden von Tarnen und Herren aus Eudorf gespielt und waren seinerzeit von Lehrer G u n d r u m für eine Abendunterhaltung des dortigen Gesangvereins eingeübt worden. Bei guter Musik, Gesang und Tanz blieb man noch lange beisammen. Kreis Büdingen. X Usenborn, 28. Febr. Ein Opfer seines Berufes. Don einem Pferd erschlagen wurde gestern vormittag der Landwirt und Schmiedemeister Schnur von hier. Er war gerade dabei, einem Pferd ein Hufeisen aufzulegen, als dieses abrutschte und das Pferd ihm so gegen den Leib trat, daß Sch. getötet wurde. Die ganze Gemeinde und Umgegend nimmt herzlichen Anteil an dem tragischen Ende des tüchtigen Mannes und an dem Schicksal der Witwe mit ihren zum Teil noch kleinen Kindern. Kreis Lauterbach. £ Lauterbach. 27. Febr. Eine D^r- ammlung der Flcischbe schauer des Kreises fand gestern im „Johannesberg" statt, die Vertreter des Kreisveterinäramtes wohnten derselben bei. Der Vorsitzende Komp- Ilbeshausen erstattete bie Schlachtungsstatistik ür das Jahr 1921. Veterinärrat Dr. Kick hielt einen Vortrag über lebenswichtige Fragen der Fleischbeschau und deren Bedeutung Jur die Volksgesundheit. Daran schloh sich eine Vachprüfung für die Fleischbeschauer. Das Abdeckereiwesen des Kreises soll eine Neuregelung erfahren. — Im Saale des Gastwirts Kautzer wurde bei starker Beteiligung die Gründung eines Hausbesitzer- Vereins endgültig vollzogen. Kreis Schotten. B. Burkhards, 28. Febr. Auf dem Wege zur Kirche wollten Schulkinder im Mühlgrabai der sogenannten Obermühle, oberhalb des Dorfes, am Ausgang nach Kaulstos zu, die Leiche eines unbekleideten kleinen Kindes gesehen haben. Die Hntersuchung durch die Gendarmerie und die Nachforschungen an Ort und Stelle bestätigten die Rich isteit der Aussagen der Kinder. Die gerichtliche Hntersuchung stellte fest, dah es sich um eine nicht lebensfähige jrü&gcbuti handelte. Es ist möglich, dah die Leiche nicht In Burkhards in die Vidder geworfen wurde, sondern durch das infolge bei Schneeschmelze hoch- gehende Flühchen von einer höher gelegenen Stelle im oberen Viddertale hierher geschwemmt wurde Kreis Friedberg. "2$. Dad-Vauheim, 28. Febr. Die Kur- zeit, die seither aus Sommer« und Wrntrr-- saison bestand, findet von nun an eine andere Einteilung. Die Frühjahrskurzeit dauert vom 1. bis 31. März, cS schliefst sich als Hauptsaison die Sommerkurzeit vom 1. April bis 30. September an. Den Deschluh bildet die vom 1. Oktober bis 30. November währende Herb st kur zeit. Die Winterkurzeit, die in den letzten Jahren der Kurverwaltung nicht zu deckende Hnkosten verursachte, kommt künftig in Wegfall. Das Kurhaus wird also während der Monate Dezember, Januar und Februar geschlossen bleiben. Der Dadebetrieb wird in bescheidenem Umfange aber auch während des Winters aufrechterhalten. Morgen hält also das Frühjahr, hoffentlich auch von dem herrlichen Frühliugswetter der letzten Sage begleitet, feinen offiziellen Einzug in Bad-Nauheim. Das Bad öffnet wieder seine Pforten. Starkenburg und Rheinhessen. spd. N a u h e i m i. R., 28. Febr. Während dem ersten Turnwart gelegentlich seines Hoch- zeitsfestes am Samstag vom Verein ein Ständchen gebracht wurde, benutzten Diebe die Gelegenheit und stahlen den HochzeitS- kuchen und die Hochzeitszigaretten. * Offenbach, 28. Febr. Vorn Spiel in den Tod. Arn Sonntagabend kehrte eine Familie vom Spaziergang heim und scherzte im Hausflur noch mit Dem 6 Monate alten Kinde, das im Kinderwagen lag. Dabei fiel das Kleine aus dem Wagen und erlitt einen Schädelbruch, an dem gestern starb. — Gestern ging eine Frau mit ihrem 16 Monate alten Kinde nach der Dornst raste, wo ihre Mutter eine Mansarde bewohnt. Grostmutter, Mutter und Enkelkind befanden sich im Mansardenslur. Dort lief das Kind in einem unbewachten Augenblick an das Treppengeländer, dessen Stäbe unglücklicherweise weit ausrinanber stehen und fiel durch die Stäbe durch ins Treppenhaus. Es erlitt einen Schädelbruch so schwerer Art, dast der sofort herbel- geiufene Arzt nur noch den Tod feststellen konnte. tob. Mainz, 27. Febr. Während der Hochzeit bestohlen wurde am letzten Samstag ein junges Ehepaar von hier. Während die Brautleute in der EhristuSkirche weilten, wurde aus dem Auto, das vor der Tür hielt, der Heberzieher des Bräutigams mit einem größeren Geldbetrag gestohlen. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar, 28. Febr. Unsere Stadtverordneten haben auf Antrag dem Wie gebe ich meine Steuererklärung ab? Don amtlicher Seite wird uns geschrieben: Anfang Februar dieses Jahres haben die Finanzämter die öffentliche Aufforderung zur Einkommensteuer-Erklärung an alle diejenigen erlaf'en, die ein steuerbares Einkommen von mehr als 24 000 Mt. im Kalenderjahre 1921 gehabt haben Den meisten Steuerpflichtigen ist inzwischen das Steuererklärungslormular zugestelll worden. Wo eS bisher nicht geschehen fein sollte, tut der Steuerpflichtige (also auch der Festbesoldete, der im Kalenderjahr 1921 ein Gin- konnnen von mehr als 24 000 Mk. bezogen hat) gut, sich bei der zuständigen Steuerbehörde um bas Formular zu bemühen. Das Formular für b« Steuererklärung ist spätestens bis zum lö.Mär^ 1922 dem zuständigen Finanzamt ausgefüllt und eigenhändig unterschrieben wieder einzusenden. Auch die mündliche Abgabe der Steuererklärung vor dem Sinanyimt ist zulässig. In dem Formular ist, je nachdem, ob sich bas Einkommen aus Grundvermögen, ©etoerbe- betrieb, Kapitalvermögen, aus Arbeit ober sonstigen Einkommen zusammenseht (vgl. Ziffer 1 bis 5 beS Formulars), eine genaue (Srftärung barüber abzugeben, wie hoch sich bas steuerpflichtige ZaHreseinkommen einschliestlich bes Einkommens der zur Haushaltung zählenden minderjährigen Kinder und der in der Haushaltung lebenden Ehefrau aus diesen einzelnen Steuerarten i m Kalenderjahre 1921 belaufen hat, wobei zu bemerken ist, bah zum steuerbaren Einkommen alle Einkünfte aus Grundbesitz, Gewerbebetrieb, Kapitalvermögen, Arbeit und sonstigen Einnahmen ohne Rücksicht ba r au f gehören, ob e s s i ch um einmalige ober wieberkeh» rende Einkünfte handelt. Anzugeben ist das Einkommen, bas im ganzen Kalenberjahr 192 1 tatsächlich bezogen ist. Don dem baraus durch bie Steuerbehörde errechneten Zahresst euerbetrag werden nur brei Viertel- jahresbeträge (für die Zeit vom 1. 4. 1921 bis 31. 12. 1921) erhoben, weil bas bisher mit dem 31. März ablaufenbe Rechnungsjahr von Enbe 1921 ab mit bem Kalenberjahr zusammen- gelegt ist. Bei Abgabe der Einkommensteuererklärung für bas Kalenberjahr 1921 ist es für ben Steuerpflichtigen wichtig, zu wissen, bah nach Art. 11 des Gesetzes zur Aenberung bes Einkommensteuergesetzes vom 20. Dezember 1921 bie Einkommensteuer für das Rechnungsjahr 1921 noch nach ben bisherigen Vorschriften veranlagt wird: es kommt also noch der alte Steuertarif (vorn 24. 3. 1921) zur Anwendung. Die Bestimmungen der Novelle vom 20. Dezember 1921 und ihr Tarif treten erst für die Anfang 1923 vorzunehmende Veranlagung für das Kalenderjahr 1 92 2 in Kraft. Im einzelnen bedeutet diese Anwendung der bisherigen Bestimmungen, dah z. B. bei der dies- maligen Veranlagung Versicherungsprämien nur insoweit abzugsfähig sind, als sie ben Betrag von 1000 Mk. nicht übersteigen. Ferner färb noch bie bisherigen Vorschriften über bie Ermähigung ber Steuer wegen be -- sonberer wirtschaftlicher Verhältnisse (§26 des Gesetzes) mangdxmb. Als Verhältnisse dieser Art gelten insdes.auhergewöhnliche Belastung des Steuerpflichtigen durch Hnterhalt i. Erziehung ber Kinder/ burch Verpflichtung zum Unterhalt mittelloser Angehöriger, durch Krankheit, Körperverletzung, Verschuldung, Unglücks- fälle ober burch befonbere Aufwendungen im Haushalt infolge einer Erwerbstätigkeit der Ehefrau — kann also für 1921 nur bis zu einem Einkommen von nicht mehr als 30 000 Mk. gewährt werden. Die Anrechnung der im Kalenderjahre entrichteten Kapitalertrags» (teuer kann nur bis zu einem steuerbaren Einkommen von 14 000 Mk. erfolgen, und zwar nur, wenn der Steuerpflichtige über 60 Jahre all ober erwerbsunfähig ober nicht blotz vorübergehend behindert ist, seinen Lebensunterhalt durch eigenen Erwerb zu bestreiten. und wenn das steuerbare Einkommen hauptsächlich aus Kapital- einkommen und Wartegeldern, Ruhegehältern, Witwen- und Waisenpensionen, Deamtenpenfio- nen und ähnlichem besteht (§ 44 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes). Zu den Fragen des Steuererklärungs- fvrmularS nach der Zusammensetzung der Einkünfte ist als besonders wichtig hervor- zu heben : Die Blüchernichten. Roman von HannsvonZobeltih. (Nachdruck verboten.) (Schluh.) Ach . . . nun war das Glück fort, doch ber Stein auf dem Herzen blieb, die Angst und Sorge Aber gezeigt hat es Charlotte nicht. Hai sich gereckt, glutrot im Gesicht: „Ja, Frau Mutter, eS bleibt habet Tut mir weh, bie Frau Matter betrüben zu müssen — wir lassen nicht voneiw ander! Gute Nacht —“ Trinnen im Kämmerlein haben d e Schwestern noch lange aufgesessen. Ter Mond schien durch die beiden schrägen Fenster, mild und frub» llch. Und sanft und friedlich sprachen bie Schwestern Charlotte zu und ratschlagten mit ihr. Lore tat ihr Mäulchen am weitesten auf: „Mach's wie ich, fall' deinem Schatz auf offener ©träte um den Hals. Und wenn bas nich s nützt, lay dich entfuhren. Das hält' ich auch getan. ES findet sich schon ein warmherziger Pastor, ber Mitleid mit euch hat unb each 5ufamment.1t.“ Luise hat für Olbia ten gestimmt, tm No.falle wolle sie das Lottekinb nach Wien schicken za ihrer Schwiegermama, der Gräfin: bann käme b:t ber Matter schon bie Sehnsucht, day sie nachacde. — Julie riet bau, bie zierliche Frai zu H.lfe za rufen, and Fiekchen endlich hat gemeint: wenn bie anberen Schwiegersöhne heimgekehrt, sollten sie gemeinsam einen Ansturm auf bie M itter machen. Zu einem Entschllitz kamen sie nicht, mb Charlotte mu'jte unter dicken Tränen ci isch'afrn. Am Margen wurde ber Kornett ins Vertrauen gezogen. Der warf sich in die Brust: »LatzL mich nur machen!" Und er ging schnurstracks nach dem Prdais Blüchers, hatte auch Glück, wurde vorgelassen, nachdem er seinen Namen genannt unb brinnen beim Fürsten angefragt worden war. Im Bett Hal ihn der Herr Felbmarschall empfangen, war ober frischer als gestern, hatte die Piep Tobak zwischen ben Lippen unb das Patzglas Pontak neben sich auf bem Nachttischchrn. „Hallo, der Junker Giese: Na, mein Jung', alles in Ordnung? Wunde heil and rein? Freut mich. Bist ein braves Kerlchen, hast gu e Heilehaut. Und ... ja ... ber Doktor Hünswanger . . . das ist mal ein richtiger Medikus, nicht blotz solch Pslasterkasten. Mein alter Q3.e Sie lobt ihn auch über die Hutsch rar." „Wegen des Hünswanger grab komme ich, Euer Durchlaucht." Richtet sich ber Alte auf, pafft eine mächtige Wolke. „Wegen bes Hünswanger? Da bin ich doch neugierig. Darfst üb igens ruhig Onkel Blücher sagen, wo wir so alleine zu zweien sind. Also schietz los —" Diesmal hat's der Kurt gut gemacht, weil et keine diplomatischen Allüren arma^m, f t e Fisimatenten redete, sondern frisch von der Leb:r in einem Zuge, bis er, schsotz: „Jetzo mutzt du helfen . . . lieber gu‘er' Onkel Blücher . . .“ Der Greis hat sich wieder zurück^elehnt, dehnt sich behaglich, sinniert unb hat bald fein pfiff ges Husarenlächrin. Es dauert eire Weile, bis er antwortet: mutz erst seine Pfei'e ausklopfen and muh ben bunlelroten Pontat trinken. „Ja also, mein Junge, Habs eigentlich verschworen, mit ber Frau Mutter noch einmal an» zubänbeln. Ist fein S.a*" vergnügen. Ader, nun ja, das mit dem Bürgerlichen, das geht mir doch zu sehr gegen ben Strich — nun gar, wo sich's am solchen 'Mann wie ben Hünswanger handelt. Schnurrige Idee von der Muller — als ob vor Gott nicht alle Menschen gleich wären. Ja . . . ich denk' auch an euren gllen Da ter. Der hätt nicht anders über ben Kasus gedacht als ich, und versprochen hab' ich ihm, euch za Hel,en, wo ich nur kann. Ja . . . unb nun klingle mal — ba steht bie Schelle." Ter Diener hat die Schreibmappe bringen müssen unb Tinte unb Gänsekiel unb hat Durchlaucht im Rücken gestützt, während er schrieb: „Werte Frau Muhme mit Freud hab ich vernommen das nu alle ihre fünf liebe Medels an den man gekommen hab mir auch noch be- sohnders gefreit über die Lotte unb ben Doktor Hünswanger so ich sehr schützte und so ihrem Kurth ja datz junge Leben gerettet über- nem auch vor Lotte die Aussteier unb ich teil so es ber Frau Muhme genehm den fünfen b e Hochzeyi in Krieblowitz au rihchten fobalbe s e all gefunnt un behänder sind. Alsdann and toolln wihr auch meines alten Freundes Giesr gedehnten das er vom Himmel bie fangen Pah re segne. Blücher." Schried's, faltete ben Dogen, siegelte ihn mit dem fürstlichen Wappen unb gab’s bem Kornett: ^Das hier gibst du der Mutter, and ber Blücher lieft grüßen. Ich denk', es wirb helfen." Hat ter Kornett feine Revue'z gemacht, gedankt unb bie Sooren zusammeng.schlrgen, da ft sie Hinten, unb ist stolz von bannen gegangen. Wirklich ist im nächsten Frühahr, als ber Flieder hn Schlo'-parck blüh'e unb duftete, in ter Dorfkirche tu Krich'owitz die fünffache Hochzeit gewesen. Tenn ter Blücherbrief hat Wunder getan an ber Frau Mutter. Nachdem ber alte Pfarrer loa die Paare vor dem Altar des Herrn ?ufamiren^e‘an, fand im grosten Sch'otz'aal das Festmahl statt, wostei ter Feldmar chall bie Gräfin Mar incz u b des Bttomtes Vater die Frau von Gie'e, die vor Glück strahlle und ganz verjüngt gewesen, zur Tafel führte. Ter Marschall hat auch eine wunderschöne Rede auf die jung Vermählten gehalten, wie er denn überhaupt viel schöner feierlich sprechen. als schreiben gekonnt. Als die Hoch"a"e ver° riungen, aber hat er sich noch einmal erhaben und in tiefer Rührung gebeten, ein „stilles GlaS" auf seinen lieben Kameraden tm Himmel, ben Vater Giese, zu leeren, hat seines Heldentod- in schwere' Stunde gedacht unb erzählt, wie er dem Todwunden als Trostwort zugerafen: „Wir können fallen unb sterben . . . unser Vaterland, das bleibt 1“ Und wie sich das erfüllt Haber Tem Mar'chall Vorwärts sind bahei bie Tränen in die Augen gekommen, und selbst die beiden Franzosen an ber Tafelrunde sind erschüttert gewesen. Ter neugebackene Leutnant Kari von Gie'e hat mit der Frau Mutter geheult. Ader wie solch junges Voll ist, hat er sein Herzleid ertränken wollen und ist schliestllch, als er um die Tasel herumlief, um Onkel Blücher für alles Gute, waber an ben Gieses getan, zu bauten, nicht mehr ganz sicher auf den Beinchen gewesen. Tann haben die fünf jungen schönen Frauen antreten müssen, nach der „Ace nität“ in Rcih und Glied unb hinter jeb eihr Ehemann. Tenen hat Turchlaucht fest die Hand geschüttelt, ater die Frauen Haden jede ei en orce llichen dicken Kutz bekommen. CS ging gcwz glatt, der Herr Felbmarschall hatten seinen Rasiertag gehabt. Tie Frau Fürstin, die Gräfin Marti ez unb die zierliche Frau sahen lächelnd zu, wie der Alte sich nach jedem Schmay ben Husarenbart strich, datz man merkte, es schmeckte ihm. Als er aber die Lore absolv e tt, ist er zur Frau Muller getreten unb hat schmunzelnd gesagt: „Nun hätten wir sie ja alle säte unter die Haube. Frau Muhme, haben S,e ein Glückt" „Glück?" hat sie zurückgegeben und sich stolz ausgerichtet. „Hat sich was mit bem Gl ck' Glück alleine tut’S nicht. Wenn ich nicht getre'en wäre?! Wer hat beim bie guten Kinber zusammengebracht?!" Goetheverein leihweise 1ÖOÖOO Mk. at£ Vorschub zur Verfügung gestellt mit der Verpflichtung .auf zinslose Rückzahlung. 3m Sommer dieses Jahres werden 150 Jahre verflossen sein, seit Goethe in der Reichskammergerichtsstadt Wetzlar weilte. Die Stadt plant daher im Juni die Erinnerung an Goethes Aufenthalt in ihren Mauern festlich zu begehen und will zu diesem Zwecke das 6 o t t e h a u s und den Deutsch- vrdenshof wieder in würdigen Zustand setzen, die Sammlungen des ersteren vervollständigen und eine umfassende Werther-Ausstellung veranstalten. treffen fast auf die Minute voraus berechnen. Alm 5 soll er kommen. An der kleinen Poststativn steht eine dichte Schar mit der Alhr in der Hand. ,Roch nicht zu sehen? Jetzt ist nur noch eine Minute bis 5.“ „Hurra! Da ist er." Alnd atemlos stürmt ein schwarzer Geselle heran und wirft das Paket mit einem erleichterten Seufzer nieder. Schnell ist es aufgeschnürt, und nun beginnt die Verteilung. „Hier ein Vries für dich, Smith. Sie liebt dich noch." „Wahrhaftig, Jones, elf Pakete für dich!" So geht cs weiter. Die Post ist angekommen." Vermischtes- Der Mord auf dem Säntiä. Vern 1. März. (WTD.) Aach Erkundigungen der schweizerischen Depeschenagentur ist der Mörder Les Wetterwarts auf dem Santis noch nicht verhaftet worden. Die Polizeibehörden haben gegen den mutmaßlichen Vorder Kreuz- p v i n t n e r, nicht, wie geftern gemeldet. Klein- pointner, der früher Reichsdeutscher war. einen Steckbrief erlassen. Kreuzpointner genoh einen bedenklichen Leumund. Der Mörder nahm nach der Lat alles Geld und raubte auch die Schmuck- fachen der Ermordeten, die er in St. Gallen durch dritte Personen versetzen lassen wollte. Der Mörder trägt die Waffe wahrscheinlich noch bei sich. * * Briefträger als Schnelläufer. Der Grohstadtbriestrager bewegt sich nicht ge ade in sehr schnellem Tempo fort, dafür hat er sehr viele Treppen zu steigen. 3n jenen Ländern aber, in denen die Ansiedlungen weit entfernt von der Eisenbabn und voneinander im Innern unkultivierter Gebiete liegen, muh der Briefträger seine Beine gehörig in die Hand nehmen, wenn er nicht allzu spät zum Ziele gelangen teil!. 3n Südafrika werden deshalb nur Eingeborene zu Briefträgern erwählt, die als Schnelläufer Vorzügliches leisten. Wie sich in Aordrodhesien die Briefbestellung vollzieht, davon entwirft ein Reisender ein interessantes Bild' „Der Postzug ist in Brocken Hill angekommen, und der Postmeister nimmt die Briefbeutel in Empfang, in denen die Schreiben für die Ansiedler aus aller Herren Länder enthalten sind. Das Sortieren geht unter dem Beistand einiger Gehilfen ziemlich rasch vorwärts, und dann sind einzelne Packen zurechtgemacht, die nicht mehr als 50 Pfund wiegen dürfen, das Höchstgewicht für den eingeborenen Briefträger. Die Wege laufen nach allen Richtungen. Die Hauptroute geht von Broken Hill nach Kasanga am Tanganjika-See über die Stationen Serenje, Mpiba, Kasama und Abercorn, etwa 1000 Kilometer und von Kasanga noch mehrere 100 Kilometer nach dem südlichen Teil des Tanganjika- Gebietes zu den verschiedenen Beamten und Missionaren. Die Briefträger verlassen Broken Hill in einem sehr raschen Tempo, und jeder von ihnen legt etwa 50 Kilometer zurück. Dann wird das Paket einem anderen Schnelläufer übergeben, der es etwa dieselbe Strecke weiter trägt. Die Träger bleiben an den einzelnen Poststationen und ruhen sich hier aus. bis sie bei der nächsten Postbeförderung wieder ihren Schnellauf beginnen müssen. Bei Aacht macht der Briefträger an einem kleinen Feuer Halt, an dem er sich wärmt und durch das er nächtliche Besucher fernhält. Löwen find'nämlich immer in der Almgegend, und der Emgeborene muh sich sehr Vorleben, wenn er seine w^rwolle Last unversehrt der Ablösung übergeben tojlL Alngeduldig wartet alles auf die Post, die diese raschen Läufer bringen. Man kann ihr Ein- jgg JUMf Jaarri wi behördliche Anzeigen Gaspreise. Infolge weiterer Verteuerung der Kohlen und Detriebsmalerialien, Erhöhung der Frachten. Arbeiter- löhne usw., wird der (Baspreis von heute ab aus 2,75 Mark pro Kubikmeter erhöht. 20788 Bietzen, den 1. März 1922. Stadt. (Bas» und Wasserwerk Bietzen. ________________________Steding._________________________ Bekanntmachung. Die Lieferung der Särge für das Rechnungsjahr 1922 ist zu vergeben. Angebote sind verschlosien und mit entsprechender Aufschrift versehen bis spätestens 15. März 1922 bei dem Wohlfahrtsamt, Gartenstratze 2, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können, ein» zureichen. Bietzen, den 28. Februar 1922 . 20808 Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt). Bekanntmachung. 1. 2lus der Julius und Minna Koh- lermaun = 6tif tung find zu vergaben: Zwei Gaben von je 97,16 Mark an einen un- tefchvltenen, hil'sbeLürftigen, geborenen Gießener Burger (Witwer) und an die Witwe eines solchen (geborene Giehenerin bevorzugt). 2. Die Zinsen der Stiftung der Konrad Balthasar Lang Erben für 1922 mit 428,43 Mark sind an zwei bedürftige, evangelische, mindestens 60 Jahre alte Bewohner Gierens zu vergeben. Meldungen werden vom Städtischen Wohl- Gap.enstratze 2 (Zimmer 14), bis 15. Marz 1922 entgegengenvmmen. Dietzen, den 27. Februar 1922 2079B Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt). Arbeitsvergebung. ~ Die Arbeiten und Teillieferungen zum Bau emes Maschinenhauses und Hochbehälters, sowie Verlegung der Rohrleitungen für die Wasser- versorgungsanlageder GcmeindeG e i l s- hausen sollen öffentlich vergeben werden Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen können bei uns, Landgraf-Philipp, Platz 3, Zimmer 22, eingesehen werten. Angebote in Prozenten des Voranschlags, getrennt für Maschinenhaus, Hochbehälter und Rvhrlegarbeiten. stnd bis Dienstag, den 7. März d. Zs., vormittags 10 AIHr, Lei uns einzureichen. ZuschlagLsrist 2 Wochen. 1894V Gießen, den 23. Februar 1922. Kreisbauverwaltung Gießen. EellariuS, Regierilngsbaurak Sandel-, Essen, 28. Febr. (WTD.) Der Roheisen a u s s ch u tz des Eisenwirtschaftsbundes beschloß, die Verkaufspreise für sämtlich eöRoheisen einschließlich Temperrohreisen mit Wirkung ab 1. März um 765 Mk. pro Tonne zu erhöhen. Ferner wurde beschlossen, die Verkaufspreise für Ferro- Mangan, 80prozentig, um 680 Mark pro Tonne, Ferro-Mangan, 50prvzentig, um 795 Mark pro Tonne, und Ferro-Cilicum, IQpro- zentig, um 790 Mark pro Tonne zu erhöhen. Berlin, 28. Febr. D ö r s e n st i m m u n g s- b i l d. Die Börse bot wider Erwarten ein Bild großer Geschäflsunlust. Akter die weitere Gestaltung der außen- und innenpolitischen Lage konnten die Börsenkreise kein teftimmteS Alr'.eil gewinnen. Diese Alnsicherheft and die Befürchtungen von Streiks im Zusammenhang mit der jüngsten Teueregeweile schreckten die Kauft ist ab. Auch das Schwanken ter Devisenkurse wirkte auf die Spekulation entmutigend. Znsolgetessen erfuhren die Essektenkurse bei geringen Almsätzen überwiegend Abschläge, die sich allerdings in recht mäßigen Grenzen hielten. Eine Ausnahme machten nur wenige Papiere, so von Montanteerten Hohenlohe, von Elektrizitätspapieren Akkuma- latoren. die erheblich weiter stiegen, ferner A.E.G. und Elektrische Licht and Kraft. Auch Maschinenfabriken wiesen im allgemeinen'eine bessere Haltung auf. Augsbarg-Aürnterger teuren sogar mehr als 100 Prozent höher. Deutsche Waffen und Humboldt-Maschinen zogen gleichfalls te- rnerkensteert an. Textilwerte wurden höher bewertet. Der Schiffahrts- und Dankaküenmarkt war vorwiegend gut gehalten. Deutsch-Australisch: Dampfsch-iffahrt und Deutsche Bant teuren bemerkenswert gebessert. Tas Geschäft erfuhr im späteren Verlaufe bei mäßigen Schwankungen keine Belebung. Gute Meinung trat für Deutsche Petrvleuimaktien hervor, die sich ziemlich 80 Proz. höher stellten. Daftitcipap ere gaben etwas nach. Ter Anlugemarkt behielt feinen ruh'gen Charakter. Ausländische Zahlungsmittel fteLten sich nach ter Festigkeit am Vormittag niedriger. Die Börse gewann gegen Schluß eine entschieden feste Haltung infolge vielfacher namhaf er Kurs» erhöhungen bei den nur zu Einheitskrrsen gehandelten Fndustrieteerten. Köln-Rottweiler erzielten eine Steigerung von 100 Prozent. Anglo Guanoaktien büßten infolge der D.mientierur-.^-n ter Kap i^alserhöhurg jm> Fusionsgrrüchte eitoa 225 Prozent ein. Tie Erholung ter Devisenkurse gewährte ter Befestigung des Effektenmarktes eine Stütze. Frankfurt a. M., 28. Febr. Börsen- stimmungsbild. 3m heutigen Verkehr blieb die Geschäststätigleit ruhig. Die Tendenz gestaltete sich aber mit wenigen Ausnahmen fest. Die Haltung der Spekulation war anfänglich zurückhaltender ; im Verlaufe trat sie aber aus ihrer Reserve Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinte Lumda für Rj. 1922 liegt vom 2. März ab eine Woche auf dem Bureau ter unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht und Erhebung von Ginwendungen offen. Es wurde die Erhebung einer Almlage beschlossen, wozu auch die Ausmärker herangezogen werden sollen. Lumda, den 28. Februar 1922. 2084D Hessische Bürgermeisterei Lumda. ______________________Schultheitz.______________________ Holzverstcigerrmg. Versteigert werden Mittwoch, den 8. März, vormittags 9'/4 Uhr beginnend, aus den Distrikten Schlemperwald 23a, h und c, 25d, 26J, e und f, 19d und 2‘ia, Weitzedriesch 17, Reichholzberg 28, und Hupbach 29a u. 30i, des Markwalds Grünlngen- Dorf-Güll, Schnlttstümme: Fichte 2. Kl 1 Stück = 1,70 Fstm., 3. Kl. 1 St. = 0,65 Fstm; Danholz- flämme: Eiche 4. Kl. 15 St. = 9,62 Fstm., 5 Kl. 17 SL — 8,78 Fstm., 6. Kl. 21 St. --- 6,78 Fstm., Fichte 3. Kl 9 St. ---- 8,97 Fstm,4 KI. 15 St. = 10,45 Fstm., 5a-Kl. 42 St. = 20,80 Fstm., 5d»Kl 187 St. — 40,94 Fstm., Lärche 5. Kl. 1 St. = 0,17 Fstm.,- Derbstangen: Eiche 1. Ki 32 St. = 1,35 Fstm., Fichte 1. Kl. 159 St. = 14,13 Fstm., 2. Kl. 11 St. = 0,30 Fstm. Lärche 1 Kl. 2 St. --- 0,22 Fstm.,- Nutzscheiter: Eiche 8,9 Nm. (2,2 Mtr. lang); Nutzknüppel: Fichte 4,8 Rm. (3 Mtr. lang); Nutz- reifig: Fichte 71 Nm. (Schichthaufen); Scheuer: Buche 1. Kl. 29 Rm., 2. Kl 6,9 Rm, Kiefer 2. Kl. 7,8 Rm., Fichte 2. Kl. 12,3 Rm.; Knüppel: Buche 1. Kl 58,7 Nm., 2. Kl. 7,6 Nm., Eiche 1. Kl. 13,4 Nm., Kiefer 2. Kl. 13,6 Nm., Fichte 2. Kl. 15,2 Nm.; Durchforstungsreisig: Buche 6,1 Hdt Wellen, Eiche 3,9 Hdt. Wellen, Fichte 7,0 Hdt. Wellen; «streifig: Buche ",4 Hdt. Wellen, Eiche 2,15 Hdt. Wellen, Kiefer 0,12 Hdt. Wellen, Fichte 19,72 Hdt. Wellen; Stöcke: Buche 16 Rm., Eiche 11,6 Rm., Fichte 1. Kl 18,8 Rm., 2. Kl. 19,5 Rm. Vorgezeigt wird nur bas Holz im Distrikt Schlemperwald, woselbst auch die Zusammenkunft statt- findet. Das Holz mit blau unterstrichenen Nummern wird nicht versteigert. 3m Anschluß hieran wird das alte Pflanzgarten, Häuschen im Distrikt Reichholzberg auf Abbruch versteigert. Weitere Auskunft durch Herrn Forstwart Schäfer, Dorf-Büll und den Unterzeichneten. Bietzen, den 24. Februar 1922. Der Waldvorstand: 2070V Trautwein, Geh. Forstrat. Holzversteigernng. Die Fürstlich Svlmsische Oberförsterei Hohensolms versteigert am Mittwoch £>cn 8. Marz aus dem Distrikt Helf holz Stammholz Buche 1 St. 43/6 mit 0.87 Fstm, Derbstangen Fichte 1./3, Kl. 215 St.. Reisstangen 4. 6. ÄL 200 St., Rutzscheit Eiche 2 Rm. (Küfer- 2dm. Buche 100, Eiche 16, Knüppelholz Rm. Buche 230, Eiche 20, Kiefer 18 Rmsholz Wellen Buche 7000 0t, Siche 12006t. Anfang 10'/, Al h r an der Schieferkaute oberhalb ter Strubbach bei Ruhholz R r. 1 3. 2091D heraus. Die Kohlenpreiserhöhung vermochte die gewünschte Belebung auf dem Alontanaktienmarkte herbeizuführen. Die führenden Papiere fanden gute Aufnahme. Unter den chemischen Aktien bemerkte man Rachfrage nach Anilinwerten. 3n Elektrizitätspapieren trat Abgabe.eigung hervor. Schiffahrtsattien konnten ihren Kursstand gut behaupten. 3m freien Verkehr teuren stärker gesucht Mansfelder Kuxe 32 250, Deutsche Petroleum 2025, Becker-Stahl 615, Benz 715. Ehemische Rhenania 1110, Alfa 325. Julius Sichel 735. Valutapapiere lagen ruhig; eher schwächer infolge der unsicheren Preisentwicklung des Deoifenmart- tes. Der Dollar war sehr schwankend: 231 höchster Preis, bann 229—221, bei Abfassung des Berichtes 222,50. Höhere Kurse wurden für verschiedene 3ndustriepapiere genannt. Die Börse schlotz in gut behaupteter Stimmung. Kass a-3ndusl riepapiere vorwiegend höher bei regeren Umsätzen. Privat- diskont 41/2 Prozent. Frankfurt a M., 1. März Börsenkurse. Frankfurt Berlin Schlutz- Schluß- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: 27. 2. 5"/0 Disch. ÄriegäanL 77,50 4ft^Dtsch. Reichsanl. 87,60 3°/o Disch. Reichsanl. 110,25 4°/0 Preutz. Konsols 74,75 Hamburg-Paketf.. . 505.- Aordde»ttfcher Lloyd 403, - Comm.u.Privatbank 339,- Darnrstädter Bank . 32),- Deutsche Bank . . . 549,- Disconto-Gesellschas. 457,- Dresdner Bank. . . 370,- Mitteld. Creditbank. 317,- Aationalbank f. D.. 337,- Boch. Gußstahlwerke 1305,- Bud.-Eisenw.-Akt.. 1085,- D.-Luxemb. Bergw.. 1260,- Gelsenkirch. Bergw.. 1255,- Harpener Bergbau. 1832,- Oberschl. Eisenb.-B. 1310,- Ooerschles. Eisenind. 1095 - Hönix-Bergb.-Akt. 1300^- Bad Anilin-u. Soda 790,- Höchster Farbwerke. 763, - Allg. Glektr.-Ges. . . 918,- Felten & Guilleaume 1235 - Schuckeri-Werke. . . 815^- Adlerwerke 615,- Daimler....... 600,50 4° 0 Hess. Staatsanl. Electron Griesheim 950,- Dtsche. Dereinsbank 248,75 28.2. 27.2. 28.2. 77,50 77,50 77,50 87,50 83,- 88 50 110,25 111,- 112, - 74,70 73,90 74,50 514 - 507,- 520,- 409 75 402,- 399,75 310,- 339,50 34150 334,- 329,50 336,- 560,— 545, — — — 474,- 463,50 478 - 378,— 377,- 377,- 316,- 316,- 317- 349,50 341,- 348,- 1317 - 1305,- 1317,- H00 - 10b0,- 1080,- 1250 - 1250,- 1270,- 1267,- 1250,- 1269,- 1850 - 1ö5O,— 1865,- 1270,- 1319,- 126),- 1055,- 1099,75 iU60, - 1295 - 1295,- 12b5,- 785,- 795,- 798,- 760,- 780,- 779,- 940 - 940,- 946,- 1245,- 1250,- 1238,- 840,- 845, - 810,- 619,- 595.- 610,- 605,- 597.- 600,- 77,50 76,50 76.- 942,50 951,- 971,- 243,75 Berliner Devisenmarkt. Geld Bries Geld Brief Datum: 27. Febr. 28. Febr. Amsterdam-Rotterd. 8591,80 8703,70 8686,30 8683,70 Drüffel-Antwerpen. 1888, 1932 197 j,- 1977,- Christiania 3381,10 3889/0 3ddl 10 3898,90 Kopenhagen 4765 20 4774,80 4816 15 4^24,8o Stockholm 6003,^6 6J16 05 6053,90 6066 10 tzelsingfvrS 459,50 46j,50 451,50 452*50 Italien 119,, 30 1193,701211,25 1213,15 London . 1004,95 1007,051007,95 1910,05 Aeuyork 225,27 22Vd 227,27 227,73 Paris 2087 90 2.92,10 2087,90 2092,10 Schweiz 447CL50 4479,5'44 0,50 4499,50 Spanien 3641,36 3648,65 3686,30 3693,72 Deutsch-Oesterr.... 4,38 4,42 4,38 4,42 Prag 405,65 406,45 397,60 338,40 Budapest 32,60 32,69 32,41 32,49 Buenos Aires ... 84,15 84,35 84,40 84,60 Bulgarien 153,55 153.95 15 ,30 154,20 Züricher Devisenmarkt. 28. 2. 3f. X Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 196.- 195.90 Deutschland 100 Mk. --- 2,22 2.31 Wien 100 Kr. --- 0.10 0.10 Prag 100 Kr. = 9.15 9.05 Paris 100 Fr. --- 46.75 46.40 London 1 £ =■ 22.60 22.58 Italien 100 L. ™ 27.- 26.42 Druffel 100 Fr. = 44.45 44.15 Budapest 100 Kr. ----- 0.74 0.725 Aeuyork 100 $ --- 510.50 511.-. Agram 100 «r. — 155 1.55 Warschau 100 Kr. — 0,12 0,13 Marknotierungea. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 27.2. 28.2. Zürich Fr. 125.40 2,24 2,23 Amsterdam Fl. 59.20 1,14 1,13 Kopenhagen Kr. 88.80 2,15 2,12 Prag Kr. 11780 Stockholm Kr. 88.80 1,70 ' 1,72 Wien Kr. 117.80 2859,56 London DH. 97.80 10,16 Paris Fr. 125.40 4,78 4.75 Aeuyork $ 2LLV -,44 -,43 (3n einem Teil der Auslage wiederholt.) Tittoni Vorsitzender in Genna. Pari«, 28. Febr. (WTD.) Wie es heißt, ist Tittoni zum Vorsitzenden ter Konferenz von Genua ausersehen worden. Paris. 28. Febr. (WTD) Wie „Oeuorea mitteilt, ist Poincare ter Ansicht, seine Anwesenheit in Genua sei nur nötig während bet Diskussion der drei ersten Programmpunkte. Gr glaube, daß die anderen Regierungschefs den gleichen Standpunkt cinnehmen tourten und daß sie die Sachverständigen die technischen Fragen regeln liehen. Das (Blatt fügt hinzu, Poincare könne sich hierüber sehr täuschen. Franzos's^e Finanzsorgen. Paris, 28. Febr. (WTD) Ter französische Finanzminister hat eine Alntersachung an- geordnet über die Frage, welche Mittel angetoen» tet werten mutzten, um eine Stabilisierung des Frankenkurses herteizafuh en, damit normale finanzielle Operationen möglich seien. Ter „Petit P a r i f t e n“ sagt, welche Befriedigung man auch über das Steigen des Frankenkurses haben könne, es sei trohtem Beunruhigung in den Finanzkretsen entftanten über die gefährlichen Folgen etnes zu brüsken Steigens oder Fallens tes Franken. Amerikanische Al-Dovt-Dauten. ‘ Paris, 28. Febr. (WTD.) Rach einer Meldung der „C h i c a g o T r i b u n e" aus Washington haben die Schiffswerften der Vereinigten Staaten vom Flottendevartement Anweisungen erhalten, sofort mit dem Dau von 111 Al-Booten zu beginnen. Das Flotten- bepartement hat den Kongreß um die Bewilligung der Betrage für 6 grohe Al-Dooie ersucht, was bereits bewilligt ist. Die Regierung hofft, innerhalb der nächsten Jahre 1 20 AI-Boote neue® st en Typs und von ausreichender Gröhe zu besitzen, um sie der Flotte beizugeben. 30 Millionen Dollar für die amerikanisch« Handelsmarine. Paris, 28. Febr. (WTD.) Wie aus Washington xemeldet wir), wird Präsident Harding dem Kongreß Vorschläge.i, daß jedes 3abr 30 Millionen Dollar von ten Zoll» einfünften abgezogen und zur Alnterstühung der Handelsmarine verteilt werden sollen Detr.: Die Vergebung von Lieferungen für das Landge^ichtsgefängnis Gietzen, 1922. ^evnctiüttfu Für das Landge'.ichtsgefänznis zu Gietzen, soll für die Zeit vom 1. April 1 922 b i s 31. März 1 92 3 die Lieferung ter erforderlichen Verzehrung s» und Verbrauchs- gegenstände, als: Drot, Ochsenfleisch, Schweinefleisch, gemischte Wurst, Mn-ga^neE gebrannter Fruchtkaffee, Dohnen. Erb ei. Linsen. Gerste, Reis, Gries. Hafergrütze. Gemüsenudeln. Handkäse, Heringe, Salz, Lorbeerblätter, Pfeffer, Relken, Kümmel, Muskatnuß, Essig. Seife. Schmierseife, Soda. Wichse, ferner die Entleerung der Kehrichtgrube im Der- dingungswege vergeben werden. Versiegelte Angebote find kostenfrei bis zum Eröffnungstermine: Montag, den 13. März 1 922, vorm ittags 10 Alhr, auf dem Sekretariat der Hessischen Staatsanwaltschaft hier — Hustizgebäude, Zimmer 43 — niederzulegen. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerialerlah vom 16. Huni 1893, das Verdingungswesen tetr, enthaltenen allgemeinen und den von dem Alnterzeichneten aufgestellten besonderen Bedingungen, welche auf dem Sekretärin der Staatsanwaltschaft ein» gesehen und gegen Erstattung der Schreibgebühren bezogen werden können. Für die Margarine kann der Zuschlag erst nach stattgefundener Prüfung der vorzulegenden! Proben durch ten AnstaltZarzt erfolgen, im übrigen bleibt der Zuschlag 3 Tage Vorbehalten. ____________Hofmann._________2089 D Holzverfteigernng Samstag, den 4. März wird im Muschenheimer Markwald nachstehendes Bau» und Nutzholz ver« steigert: 12 Eichenstämme 4. Kl. «= 8 Fstm. 29 „ 5. , » 10,79 „ 98 „ 6. „ «= 20,59 , 1 Fichtenstamm 3. „ «* 1,06 „ 4 Fichtenstämme 4. „ =* 3,36 „ 22 „ 5a. „ = 12,43 „ 85 „ 5b. „ --- 26,70 „ 115 Fichtenderbstangen --- 4,50 „ 4 Kiesernstämme 3. Kl. = 4,50 „ 17 „ 4. „ « 12,20 51 „ 5. „ » 19,48 w Zusammenkunft vormittags 10 Uhr am Wetter- bergskopf. Muschenheim, den 27. Februar 1922. ________ Der Markmeister: Decker. 2068D Der Voranschlag der Gemeinde Reiskirchen für Rj. 1922 liegt von Donnerstag, den 2. März ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Einwendungen können wahrend dieser Zeit daselbst vorgebracht werden. (Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 2027D Reiskirchen, den 27. Februar 1922. Bürgermeisterei Reiskirchen. Launvpach w Kiefern« Hainbuchen. Dirken- tt tt n Lärchen» Buchen» 4. 5. 6. 3. 4. 5a 5b 3. 4. 5. 4. 5. 6. 5. 3. 4. 5. 6. mifstonswege verkauft werden: 10 Stück Eichen-Stämme 3. Klaffe Fichten- ti Holzsubmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Langsdorf soll nachstehend verzeichnetes Holz auf dem Sub- 56 54 81 5 13 45 406 2 7 65 2 1 15 1 2 1 2 3 838 „ Fichten-Derbstangen Außerdem kommen noch- --» 9,23 Festmet. = 37,85 „ -- 23,46 „ — 22,14 „ — 6,49 „ = 13,99 „ — 26,88 w =109,75 „ = 2,08 „ = 5,03 w = 27,41 , = 0,58 - = 0,19 , = 2,21 „ -- 0,15 « 2,01 fr = 0,51 , = 0,49 , -- 0,64 „ ■G 61f53 fr 15 Festmeter Fichten-Stämme 3. Klaffe ^6 ,, „ „ 4. „ 40 „ „ fr 5a fr 25 „ „ „ 5b „ welche bis jetzt noch nicht gefällt find, zum Verkauf. Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klaffen, verschloffen, bis zum 8 März ds Fs., nachmittags l1/, Uhr, an die unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen, woselbst alsdann in Gegenwart etwa erschienener Dieter die Eröffnung stattfindet. Mit der Einreichung der Angebote unterwerfen sich die Dieter den Verkaufsbedingungen, welche vor der Eröffnung bekanntgegeben werden. Wegen Besichtigung des Holzes wolle man sich an Forstwart Pauli wenden. Langsdorf, den 28. Februar 1922. 2085D Bürgermeisterei Langsdorf. Dender. Hofretteverkauf Freitag, den 8. März, mittags 12 Uhr, zu Borsdorf, Station der Dahnstrecke Gietzen-Gelnhausen. Auskunft erteilt (2069D Eduard Schneider, vorsdorf in der Roonstrerße zu verkaufen. Schriftliche Angebote unter 2077V an den Gießener Anzeiger erbeten.