Nr. 2)3 Anzeiger mit der Dtenslagsbeilage „Sport-Umschau" er. scheint täglich, anher Sonn- und Feiertags. Monatliche Veinarvre'se: Mari, 5. - einschließlich TrSgerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschliehlich Bestellgeld. Ferniprech-Anschlüsse: für bie Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geichaslsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Sranffurt a. M. U686. Erster Blatt M. Jahrgang Mittwoch, 31. August 1921 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Zchriftleltung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7. Annahme oo>i Auzciacn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejcde Verbindlichkeit. Preis für l mm Höhe für Anzeigen v 34 mm 'Breite örtlich 40 Pf , auswärts 50 Pf.: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz- Vorschrift20 ..Auf chlag. Hauptfchriftleiter: Aug. N.oetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil i 13.: Aug. Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehe«. Die neuen Ausnahmebestimmungen. Die Verordnungen der Reichsregierung zur Sicherung der Republik find insofern bereits in die Tat umgesetzt worden, als eine: Reihe bekannter Organe der äußersten Rechten, die in den letzten Tagen in ihren Spalten entsprechende Ausschreitungen begangen haben sollen, auf 14 Tage verboten worden find. Die Bemühungen des Kabinetts Wirth werden im übrigen von den rechtsstehenden Parteien tm allgemeinen mit Ruhe und Zurückhaltung ausgenommen. Man wartet ab, ob die Unparteilichkeit der Regierung gegenüber rechts und links durchgesührt wird oder nicht. In der Tat wird ja alles auf die Ausführungsbestimmungen und die obrigkeitliche Praxis anlommen. Wer zur gewaltsamen Beseitigung der jetzigen Verfassung und zu anderen Gewalttaten auffordert, der gilt auch in weiten Kreisen, die das Kabinett Wirth' nicht nerliili, als Verbrecher. Gehen die Re- aierungsoxgane in ihren neuen Befugnissen dazu über, das Recht der freien Meinung zu unterdrücken oder zu beeinträchtigen, so werden die „gestrengen Herren" auch in solchem Falle ganz gewiß nicht lange regieren. Demokratische Blätter weisen selbst darauf hin, daß eS mißlich sei, wenn gerade ein demokratisches Staatswesen die Pressefreiheit einschrän- fen müsse. Die Blätter der deutschnationalen Vnlfspartei betonen allgemein den Ausnahmecharakter der neuen Verordnung, die in erster Linie gegen die Rechte gerichtet sei, und unterstreichen, daß von den Rechtsparteien weder ein Umsturz geplant, noch für einen solchen agitiert wurde. Die jetzt verbotene e u t s ch e Z e l t u n g" erklärt, sie werde bis zur fest umgrenzten Auslegung des Begriffs „Verächtlich" in der Verordnung auf jede kritische Behandlung der Regierungsmaßnahmen verzichten. Die Leser könnten sich umso leichter ihre Meinung bilden, als die Regierung nun ohne Widerspruch nach Herzenslust schalten und walten könne, wenigstens bis der Reichstag zusammentrete. In der „Deutschen Tageszeitung" heißt eS: „Ein Rumpfkabinett, in dem gerade die bürgerlichen Mitglieder fehlten, habe unter sozialdemokratischen Einfluß den geistigen Belagerungszustand beschlossen." Der „T a g" erklärt, die Regierung hätte lieber den moras lischen Mut haben sollen, die radikale Vorzensur über die gesamte nationale Presse zu diktieren. Die „Ratl. Korrefp." schreibt: ..Die Hetze, die von der linken Seite bis einschließlich Mehrheitssozialisten und sogar ^Germania" gegen das gesamte Bürgertum getrieben wird, übersteigt in ihrer Maßlosigkeit alle Grenzen. Die Sprache, die von der gesamten Presse jener Richtung geführt wird, ist schlimmer, als in den schlimmsten Tagen seit der Revolution, worin die hauptstädtische anscheinend von der Provinzpresse noch Überboten wird. Wo soll es hinführen, wenn sogar große Parteien, wie die mehrheitssozialistische, die selbst in der Regierung maßgebend vertreten ist, zusammen mit Gewerkschaften Schritte bei der Regierung tun, die sie als gegen den „Weißen Terror", gegen die Reaktion. gegen den Militarismus, gegen die Konterrevolution gerichtet erklären? Reichstagspräsident Lobe selbst beteiligt sich an diesem duichaus gesetzlosen Vorgehen, die Herrschaften führen große Worte im Munde, daß sic die Republik retten wollten. Vielleicht kommt ihnen einmal in einer stillen Stunde des Rachdenkens die Erleuchtung, daß man einen Staat oder eine Staatssorm. gleichgültig welcher Art sie sein mag. nicht rettet, sondern vernichtet, wenn man die Massen auf die Straße ruft und auffordert, selbst die Iustiz in die Hand zu nehmen, ^Ind zum Schluß noch eine Bemerkung: Die Verfassung, für deren Schutz die Sozialisten besonders so eifrig einzutreten vorgeben, sieht genau vor, was für Organe die Regierung des Deutschen Reiches verantwortlich führen. Das sind Reistag, Kabinett und Reichspräsident. Gewerkschaften und Parteiorganisationen gehören nicht zu diesen Organen. Wer die heutigen Zustände sieht, muß zu der Ansicht kommen, daß nicht die verfassungsmäßigen Organe, sondern unverantwortliche Organisationen das Heft in der Hand haben. Die Losung, die Verfassung zu retten, ist nichts als eine bodenlose Heuchelei. Die Ermordung Erzbcrgcrs liefert den Leuten die längst herbeigesehnte Gelegenheit, die Verfassung zu stürzen und Pläne auszuführen, die schon einmal, nach dem Kapp-Putsch ans Tageslicht traten, aber vereitelt wurden." Die „Köln. Ztg." äußert sich wie folgt: „Mißlich sind stets gesetzliche Maßnahmn, die sich unmittelbar auf einen einzelnen Fall stützen und dem Druck und der Erregung bestimmter politischer Parteirichtungen ihren Ursprung verdanken. Daß aber die Rotwendigkc? besteht, gegen eine Verhetzung in Wort und Schrift und Bild, die, wenn ihr noch weiter freier Lauf gelassen würde, dir Stimmung zu einer Siedehitze treiben könnte, an der sich früher oder später der Bürgerkrieg entzünden müßte, werden alle die anerkennen. die sich bemühen, in diesem Hexensabbat ihr ruhiges Urteil zu bewahren. Voraussetzung dabei ist freilich, daß auch demjenigen Deutschen das in Artikel 118 verbürgte Recht der freien Meinungsäußerung nicht beschränkt wird, der mit der bestehenden Staatseinrichtung nicht einverstanden und bestrebt ist, sie zu ändern, falls er dabei die sachlichen Grenzen nicht überschreitet, die jeder politischen Erörterung aus Gründen des öffentlichen Anstandes und der öffentlichen Sicherheit auch ohne Gesetz gezogen sind." Die „Dossische Zeitung" schreibt: „Richt durch Strahenlärm und Einzelaktionen kann die Sicherung der Republik erreicht werden, nicht durch die Macht der Fäuste, sondern nur durch die geistig-politische Macht aller jener Parteien, die sich zur Verfassung bekennen und auf ihrem Boden stehen. Auf dem Wege der Gesetzgebung oder der Verordnung müssen jene Maßnahmen getroffen werden, die Ausschreitungen der nationalistischen Agitation entgegen treten und sie für die Zukunft eindämmen. Wenn die Arbeiter und die Gewerkschaften durch die häufigen „Kontrvllversammlungen" des ra-ionalistischen Heerbannes in der letzten Zeit beunruhigt, von der Regierung energische Maßregeln zur Bekämpfung der Sabotage der Republik fordern, so ist zu sagen, daß die Wirksamkeit dieser Maßregeln abhängig sind und bleiben von der Kraft und Macht, die hinter ihnen steht. Ie geschlossener die Phalanx der Verfassungstreuen in Deutschland ist, um so größer wird diese innere Kraft der Reichsregierung sein. Leider aber zeigt sich in der Arbeiterschaft und innerhalb der sozialistischen Parteien gerade jetzt die R e i g u n g, eigens Wege zu gehen und die Verbindungsbrücken zu den bürgerlichen Parteien abzubrechen. Richts aber wäre in diesem Augenblick abträglicher und gefährlicher als eine solche Eigenbrötelei." Aus dem „B e r l. T a g e b l." wären folgende Sähe hervorzuheben: „Rein, die deulschnalionalcn Haßpropbeten und diejenigen Schreiber und Redner der Deutschen Volkspartei, die vom gleichen Geiste sind, haben kein Recht, zu protestieren, wenn man sie die geistigen Erzeuger der schmachvollen Mordtaten nennt. Die klar denkenden und moralisch empfindenden Menschen haben ihnen diese Anklage zugerufen, und es geschah wie in einem instinktiven Bedürfnis, sich von einer Last zu befreien. Man würde hoffen, daß der allgemeine Aufschrei der Entrüstung, der nichts mit dem Schrei radikaler Saboteure zu tun hat, wenigstens die vorhandenen Gewissen aufrütteln werde, wenn man nicht wüßte, wie betäubt diese Gewissen sind. Aber neben der Anklage steht die Forderung, daß nun endlich die Regierung mit harter Energie einem Treiben angeblicher Patrioten ein Ende machen müsse, das ein stetiges Wiederaufblühen Deutschlands und jede erfolgreiche Arbeit des neuen Staates verhindern möchte, Komplott und Aufruhr anzettelt und zum Verbrechen führt." Dir „MünchenerReueftenRachrich- t e n" meinen, daß „der Tlmstand, daß die äußerste Linke bereits die Teuerungsverhältnisse zum Anlaß für Kundgebungen genommen habe, die zu schwersten Verwicklungen bis zum Tlmsturz führen könnten", ernste Warnungen auch nach links wohl gerechtfertigt hätte. Weitere Aufrufe unb Kundgebungen. Berlin, 30. Aug. iPrivatlel.) Die Abendblätter bringen eine Kundgebung der Leitung der Deutschen Demokratischen Partei, in der es heißt: Die verbrecherische Hetze, die seit anderthalb Iahren gegen die deutsche Republik und die deutsche Demokratie von rechts und links betrieben wird, hat $u furchtbaren Folgen geführt, die jeder verantwortungsbewußte Politiker voraussah. Die politische Kurzsichtig? il weiter Kreise erleichterte den Desperado-Politikern ihre Geschäfte. Die Deutsche Demokratische Partei ist berufen, alle Volksmassen in Treue zur Republik, zur Demokratie und zur Verfassung zusammenzuführen. Davon hängt die Gesundung Deutschlands ab. Eine geschlossene Front aller Verfassungsfreunde ist im ganzen Lande mit den beiden anderen Regierungsparteien zu bilden. Wir treten mit voller Kraft hinter die verfassungsmäßige Regierung. Der „Vorwärts" bringt einen Aufruf des Vorstandes des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes gegen die Beschimpfungen und Angriffe auf die republikanische Demokratie, die bis zur offenen Aufpeit- schung zum politischen Mord gegangen seien. Die Leitung des Reiches muß von der überzeugten Mitarbeit der republikanisch gesinnten Bevölkerung unterstützt werden Die Reaktion müsse erkennen, daß sie einem geschlossenen Block des arbeitenden deutschen Volles gegenübersteht. Erfreulicherweise haben sich die Vertretungen der po- litischenÖrganisationen der arbeitendeirKlasse und die Parteileitungen der SPD. und der ASPD. zu gemeinsamer Mwehr zusammengefunden. An unsere Mitglieder richten wir die Aufforderung, sich an den Protestaktionen vollzählig zu beteiligen. Berlin, 31. Aug. Der Af abund, Ortsgruppe Berlin, und der Ausschuß der G e w e r f - schaf tskommission für Groh-D erlin veröffentlicht in den linksstehenden Blättern einen Aufruf zur Massendemonstration im Lustgarten, in dem gesagt wird, daß mit dem Schluß der Versammlung im Lustgarten die Demonstration als beendet gilt. Rachdemonstrationen dürfen nicht stattfinden. Ferner teilt die Gewerkschaftskommission mit, daß von unlauteren Elementen beabsichtigt werde, bei der heutigen Dem nstrtion Zusammenstoß emit der Schutzpolizei herbeizuführen. Dies müf’e unter allen Tlmständen vermieden werden. Die ersten geitungsverbote. Berlin, 30. Aug. (WTB. ) Auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. Aug verbot der Reichsmini st er deü Innern das Erscheinen folgender Zei- tußgen auf 14 Tage: Das „Deutsche Abendblatt" (8-älhr-Ausgabe des „Deutschen Tageblat- tes"j, Berlin: das „Deutsche Tageblatt", Berlin: die „Deutsche Zeitung", Berlin: das „Deutsche Wochenblatt", Berlin-Friedenau: das „Spandauer Tageblatt", Spandau: „Miesbacher Anzeiger", Miesbach (Ob.-Bayern), „Völkischer Beobachter", „Völkisches Tageblatt". Spandau: „MünchenerBc- obachter", München: „Süddeutsche Zeitung".Stuttgart: „Hamburger Warte", Hamburg (Sin Erlast bed Reichspräsidenten über daS Tragen von Militärnniform. Berlin, 30. Aug. (WB.) Aus Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung ordnete der Reichspräsident zur Wt d rh.r cellung d r öffentlichen Sicherheit und Ordnung für das Reichsgebiet an: Zum unbeschränkten 2ra- gen von Militäruniform sind nur die Angehörigen der Wehrmacht berechtigt. Ehemalige Angehörige der bewaffneten Macht, denen die Berechtigung zum Tragen der Militärunisorm verliehen wurde, dürfen hiervon bis aus weiteres nur aus besonderen Anlässen Gebrauch machen, die der Reichskanzler bestimmen wird. Zuwiderhandlungen werden mit einer Geldstrafe von 50C bis 1000 Mark bestraft und Haden den Verlust der Berechtigung des Tragens der Uniform zur Folge. Wer Militäruniform trägt, ohne daß ihm die Berechtigung hierfür verliehen ist oder nachdem er dieser Berechtigung gemäß Absatz 1 verlustig gegangen ist, wird mit Gefängnis nicht unter einem Monat bestraft. Umbildung der preußischen Regierung? Berlin, 31. Aug. In preußischen Parlamentskreisen wird nach dm Vorgängen der letzten Tage, wie das „Berk. Tagebl." berichtet, mit besonderem Rach-tuck auf die Erklärung des Ministerpräsidenten S t eg e r w a l d im Hauptausschuh des preußischen Landtags hingewiesen, daß er einer Verbreiterung der Regierungsbasis durchaus sympathisch gegenüberstehe. Stegerwald hatte in Frankfurt eine eingehende Aussprache mit dem Reichskanzler Dr. Wirth und anderen führenden Politikern des linken Zentrumsflügels über die Regierungskrise in Preußen. ES sei daher nicht unwahrscheinlich, daß noch vor Zusammentritt deS Landtags am 28. September die Frage der Umbildung des preußischen Kabinetts durch Hinzuziehung der sozialistischen Parteien akut werde. Der Ausnahmezustand über Mitteldeutschland aufgehoben. Berlin, 30. Aug. (WTB.) Durch eine Verordnung des Reichspräsidenten vom heutigen Tage ist der Ausnahmezustand in Mitteldeutschland, soweit er noch besteht, mit Wirkung vom 1. September aufgehoben (Sitte Feststellung des RcichswehrruinifterinntS. Berlin, 30. Aug. (Privattel.) Den Abendblättern zufolge wird seitens des Reichswehr- ministeriums mitgeteilt, daß am Sonntag in Potsdam die Reichswehrsoldaten keine rote Fahne niedergerissen oder vernichtet hätten. Dagegen seien von der Menge 10 Soldaten, die zur Hälfte dem Reiterregiment 4, zur Hälfte dem Reiterregiment 9 angehörten und einzeln in den Straßen Potsdams spazieren gegangen seien, mißhandelt worden. Die Suche nach Erzbergers Mördern. Berlin, 30. Aug. (Wolff.) In der Mordsache Crzberger nahm die Abteilung la des Berliner Polizeipräsidiums wegen des Verdachts der Täterschaft zwei junge Leute fest, namens T. und W. Rach der bestimmten Bekundung einer Zeugin soll W. am Samstag nach der Tat in einem Berliner Kino sichtlich zusammengeschreckt sein, als durch die Presse irrtümlich die Rachricht von der Festnahme der Mörder Erzbergers bekanntgegeben wurde. Auf die Frage der 3eugin, ob W. denn den Mörder kenne, habe dieser feinen Freund T. als einen der Schuldigen genannt. Rach den sofort vorgenommenen polizeilichen Srmittelungen war T. in der für die Ausführung der Tat in Betracht kommenden Zeit, nämlich vom 19. bis zum 23. August, von Berlin abwesend. Auch W. weilte vom 25. bis zum 27. August fern von Berlin. Beide Personen traten einen Alibibeweis an, der zur Zeit der Rachprüsung unterliegt. Das Aeuhere der beiden Fest genommenen trifft im allgemeinen auf die bekanntgegebene Personalbeschreibung der Gries- bacher Täter zu. Bemerkenswert ist. daß der festgenommene T. nach eigenen Angaben in Berlin den politischen Rachrichtendienst für die Organisation „Oberland" unterhielt, deren Zentrale sich noch jetzt in Breslau befindet. Bis zur Revolution gehörten T. und W. der Kadettenanstalt Lichterfelde an und zwar zuletzt als Fähnriche. B e r I i n, 30. Aug. (Privattel.) Mehrere Blatter berichten aus Oppenau, daß die Spur der Mörder Erzbergers gesunden ist. Im Gasthaus „Zum Hirschen" in Oppenau seien zwei Tage, nachdem Crzberger in Griesbach angekommen sei, zwei junge Leute im blauen Anzuge cingctrrffen, die dann täglich Ausflüge in den beschriebenen englischen Sporlanzügen gemacht haben. Sie sind am Mordtage früh um sieben Mf>i fortgegangen und um vier Mbr nachmittag- zu- rückgckehrt. Dann haben sie ihre blauen Anzüge wieder angelegt und sind abgereist. Der größere Blonde soll ein verkrüppeltes Ohr gehabt haben Auf den gefundenen Papierschniheln stehen Worte der Zentrumspartei aus Beuron. In Kloster Beuron hat Erzberger einige Zeit gewohnt. Hirschfeld wieder der Täter? Berlin, 30. Aug. (WB.) Zu den Ermittelungen des Berliner Polizeipräsidiums wird mitgeteilt: Die am 29 August f e ft g c n o m m c - n e n T. und W. sind gestern w i c de r entlassen worden, da ihnen der angetretene AlidibeweiS gelungen ist. Der ehemalige Fähnrich Ortwig von Hirschfeld hat sich im t'aufe des gestrigen Tages auf dem Polizeipräsidium eingefunden und ist hier sofort eingehend zur Mordsache Erzberger gehört worden. Rach seiner Beurlaubung aus dem Strasg^fänanis am 27. April 1921 hielt sich von Hirschield seit Ende Iuni in Calmbach an der Enz auf. Am Tage der Mordtat will sich von Hirfchseld ununterbrochen in Calmbach aufgehalten haben und von dort am 29. August nach Weimar abgefahren sein. Ealm- b a d> Hegt nur etwa 35 Kilometer vom Tatort entfernt. Die Beschreibung, die von den Augenzeugen über einen in Griesbach erkannten Täter gegeben wird, trifft auf von Hirschfeld zu. ilnter diesen Llmständen ist Ortwig von Hirschfeld vorläufig in Haft behalten worden, umsomehr, als auch oie auswärtige Polizeibehörde den Verdacht der Täterschaft des Genannten geäußert hat. Ter Reichskanzler bei der Beisetzung. Berlin, 30. Aug. (WTB.) Reichskanzler Dr. Wirth hat sich zur Beisetzung Crzberger s nach Biberach begeben.. Der Papst an Fran Erzberger. Stuttgart, 30. Aug. (WB.) Kardinal- ftaatdfefretär Gas pari sandte im Auftrage des Papstes folgendes Telegramm an Frau Erzberger: Der Hl. Vater nimmt ob des ruchlosen Mordes an dem vortrefflicher Manne, der von so herzlicher Liede für die katholische Kirche erglühte, herzlichen Anteil unk bittet Gott inständig, daß dessen Seele das ewige Licht aufleuchten lassen möge. Er erteilt Dir lind Deinem Töchterchen in Liebe den apostolischer Segen, welcher Dir und Deine— Leid ein unendlicher Trost sein möge. Die Tagung des Völkerbundrales. Genf, 30. Aug. (Wolff.) Der Völkerbund r a t trat heute zu feiner ersten ordentlichen Sitzung zusammen. Den Vorsitz führte der chinesische Gesandte in London Wellington K o e. 6er in feiner Eröffnungsrede die Hoffnung aussprach. daß die Verhandlungen der außerordentlichen Session über Oberschlesien von Erfolg gefrönt fein mögen. Der Rat faßte darauf verschiedene das Saargebiet betreffende Beschlüsse. Er erneuerte auf ein Jahr bis zum 20. September 1922 die Vollmachten des Saaibrücker Delegierten der Regierungskommis- sion Dr. Hektor aus Saarlouis, der am 20. September 1920 nach dem Rücktritt des Herrn von Boch emannt worden war. Der Rat bestätigte bann die Ernennung des Kommissronsnntgliedes Lambert zum vorläufigen Vertreter des Kommissionspräsidenten Rault, der sich auf Urlaub befindet Der Generalsekretär der Regierungs- lommiffion Maurice wurde zum vorläufigen Vertreter des Herrn Rault in feiner Eigenschaft als französisches Mitglied der Regierungskommission bestellt In der Sitzung des Dölkerbundrates am kommenden Freitag sollen Beschlüsse über die Frage der Eisenbahntransporte von und In das Saargebiet gefaßt werden. Gens, 30 Aug. (WB.) Die vorläufige Tagesordnung der am 5. September zusammen- tretenden Völkerbunds Versammlung steht die Beratung zahlreicher Berichte der Ausschüsse fror, die auf Grund der Anträge der ersten Völker- bundsverlammlung von 1920 eingesetzt worden waren und die der Rat in diesem 3at>r der 23 er- sammlung zu unterbreiten hat. Dazu gehören die Berichte über die Abänderung desVölker- bvndspaktes, des Artikels 18, Rüstungs- beschränkung, Blockade, technische Organisation, der Ausschuhbericht für Wohlfahrt, Hygiene und humanitäre Fragen, Or- ganilation des Sekretariats und ^es internationalen Arbeitsamtes, geistige Arbeit, die Verteilung der Ausgaben, Aufstellung des Haushaltes für 1922 usw Besonderes Interesse dürfte der Bericht über den Internationalen Gerichtshof, die Ratifikation des Protokolls und die Wahl der Richter Hervorrufen, für die bereits 90 Bors chläge von verschiedenen Staaten vorliegen. In das Aufgabengebiet der Versammlung gehört auch die Wahl Der vier nichtständigen Mitglieder des Völkerbundes, die Aufnahmegesuche neuer Staaten, wie Estland, Litauen. Lettland. Ungarn, ferner ein polnischer Abänderungsantrag betr. Artikel 6 § 3 (Verwendung be& Personals des Sekretariats), et11 holländischer Antrag auf Regelung der internationalen Statistik. Verschiedene nationale Streitigkeiten sollen ebenfalls der Versammlung unterbreitet werden Einladung Deutschlands zur Konferenz über die Alandsinseln. Berlin, 30. Aug. (WTB.) Der Generalsekretär des Völkerbundes lud die deutsche Regierung ein, an der Konferenz über die Neutralisierung und Entfestigung der Alands- Inseln teilzunehmen. Eine gleiche Einladung ist auch an Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Lettland, Polen und Schweden gerichtet. Die Einberufung der Konferenz entspricht einer im Juni ds. Is. ergangenen Entscheidung des Völkerbundrates, worin die Souveränität über die Alandsinseln Finnland zugesprvchen wird, zugleich aber eine internationale Konferenz aller beteiligten Staaten über die Entfestigung und Neutralisierung der Inseln vorgesehen wurde. Wie wir Horen, hat die deutsche Regierung die Einladung angenommen. Ort und Zeit der Konferenz stehen noch nicht endgültig fest. Die fällige Goldmiltiarde bezahlt! Verl i n , 30. Aua. (WTB.) In der heutigen Sitzung des Ientralausschusses der Reichsbant berichtete der Vorsitzende, Vizepräsident Glasenapp, über die Entwicklung der Vank während der letzten vier Wochen. Er teilte mit, baß die am 31. August fällige Milliarde Goldmark bezahlt sei. Er bemerkte dazu, es habe sich als notwendig erwiesen, aus den Goldbeständen der Reichsbank einen Betrag von 68 Millionen Mark in GolddollarS und anderen ausländischen Goldmünzen herzugeben, der sich auf dem Wege nach Aeuyork befinde. Die Zurückziehung der amerikanischen Truppen. Reu hort, 30. Aug. (WV.) Der „New Bort Herald" meldet aus Washington daß schon Besprechungen zwischen den Vereinigten Staaten und den Alliierten über die Zurückziehung der amerikanischen Truppen vom Rheine statt- gesunden haben. Das Urteil gegen Jofchke. Berlin, 30. Aug. (Privattel.) Die „Vossi- sche Zeitung" meldet aus Breslau: Im Prozeß wegen der Ermordung des Majors Montaldgre ist der Angeklagte I o s ch k e zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Die Schuldfrage auf Mord wurde verneint. Es wurde Totschlag angenommen. Der griechisch-türkische Krieg. Paris, 30. Aug. (WTB.) Amtlicher griechischer Heeresbericht vom 28. August 1921: Die Schlacht am Sakharia dauert mit voller Wucht an. Ncnch einer HavaS-Meldung aus Konstantinopel tobt die Schlacht am Sakharia an der ganzen Front in voller Wucht weiter. Beide Teile meldeten den Sieg. Es sei daher klug, zu wgrten, bevor man das entgültige Ergebnis des Kampfes meldet. Die militärischen Operationen Bellen zwei Phasen dar: 1. Während die griechische Armee auf der Linie Eski—Dchehin-—Abiun 2-Karrahissar und der Gegend von Ifirhisfar operierte, zogen sich die nationalistischen Truppen tauf daS rechte Ufer deS Sakharia zurück, wo sie sich auf einen ernsten Widerstand vorbereiteten. Am 19. August erhielten die griechischen Truppen Ben Befehl zum Vormarsch und erreichten ohne großen Widerstand das linke Ufer des Sakharia. 2 Die nationalistische Armee verstärkte ihren Druck aus die beiden Flügel des griechischen Heeres südlich von Bilodjtk und südlich von Asiun—Kara- chissar und Tschebalar, was von einem griechischen Bericht vom 24. August bestätigt wurde. Das Gros der türkischen Armee markierte sich auf dem rechten Ufer des Sakharia und eines Nebenflusses des Ghökfö. Die griechischen Truppen unternahmen eine doppelte Einkreisungsbewegung im Norden in der Nähe von Gordium und im Süden durck die Salzwüste. So ist die gegenwärtige Lage. Nach den letzten Nachrichten ist die griechische GiTrkreisungsabteilung, die durch -die Ebene von Haymana vorrückte, in der Nhhe von Dasdagh auf türkische Kräfte gestoßen und konnte ihre Bewegung nicht auSsühren. Die griechische Armee ist also gezwungen, die Schlacht in zwei verschiedenen Gruppen anzunehmen, die durch die Massiv des Bosdagh getrennt sind. Ein Erfolg der kemalistischen Armee über eine dieser Gruppen könnte den Rückzug der anderen Gruppen nach sich ziehen. Oesterreich und Ungarn. Wien, 30. Aug. (WTB.) Wie die ..Polit. Korresp." meldet, erschien der ungarischeGe- sandte Masirovich heute beim Bundeskanzler, um dem Bedauern der ungarischen Regierung über die Vorgänge in Westungarn und der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß es möglich sein werde, diese nach der Meinung der ungarischen Regierung teilweise tendenziösen Nachrichten Über die Vorgänge aufzuklären, um die Bemühungen zur Herstellung eines freundschaftlichen Verhältnisses zwischen den beiden Staaten erfolgreich fortsetzen zu können. Aus dem Reiche. Em braunschweigischer Minister durch Kommunisten mißhandelt. Braunschweig, 30. Aug. (WTB.) Mit Rücksicht auf die Unruhen unter der Arbeiterschaft sollten in der Waggonfabrik in Delligsen die Arbeiter entlassen werden. Die braunschweigischen Minister Steinbrecher, Antrick und Oerter begaben sich zu den Werken, um eine Einigung mit den FabriNeitern und den Arbeitern berbeizusühren. Die Versammlung wurde jedoch durch Kommunisten gewaltsam unterbrochen. Darauf begaben sich die Minister nach Delligsen, um in der Wirtschaft Mittagessen einzunehmen. Als es vor der Wirtschaft erneut zu Unruhen kam, versuchte Minister Oerter durch eine Ansprache die Menge zu beruhigen. Darauf erhielt er mit einem Stock einen Schlag über den Kopf, so daß er eine stark blutende Wunde davvntrug. Infolgedessen muhte er sich in ärztliche Behandlung begeben. Die Lohnbewegung im'Bergbau. Berlin, 30. Aug. (WTB.) In Verfolg der Verhandlungen über die Lohnbewegung im Bergbau vom 2. August erklärten sich die Arbeitgeber des Kohlenbergbaues gelegentlich der heutigen Beratungen des Reichskohlenverbandes mit den Arbeitnehmern bereit, am 1. September zu zentralen Beratungen über die Lohnfrage zusammenzutreten. Es besteht die grundsätzliche Bereitwilligkeit, der eingetretenen Teuerung im Rahmen der Wirtschaftlichen Möglichkeit durch entsprechende Lohnerhöhungen gerecht zu werden. Im Anschluß an die Besprechungen sollen die Verhandlungen in den einzelnen Revieren unverzüglich aufgenommen werden. Aus Hessen. Beileidstelegramme Ulrichs. Darmstadt, 30. Aug. (Wolff.) Der Staatspräsident hat für das Gesamtministerium an Frau Erzberger (Biberach) folgendes Telegramm gesandt: „Das hessische Ge- samtministerium verfehlt nicht, Ihnen seine aufrichtige Anteilnahme an dem unendlich schweren Verlust zu übermitteln, der Sie durch das verabscheuungswürdige Verbrechen an Ihrem Gemahl betroffen hat. gez. Ulrich, Staatspräsident." An die Zentrumsfraktion des Reichstags sandte Präsident Ulrich folgendes Telegramm: „Aus Anlaß des tragischen Ablebens des Reichs- tagSabgevrdneten Erzberger, der einem verabscheuungswürdigen Verbrechen zum Opfer gefallen ist, spricht das hessische Gesamtministerium der Zentrumsfraktion des Reichstages aufrichtige Teilnahnte aus." Aus dem besetzten Gebiet. Auslieferung Deutscher an französische Kriegsgerichte. Köln, 30. Aug. (Grz.) Nach einer Mitteilung der „Köln. Ztg." sind in letzter Zeit verschiedene Deutsche an französische Kriegsgerichte durch die deutsche Regierung ausgeliefert worden. Das Kölner Blatt weist darauf hin, daß diese Auslieferungen aufgrund der Bestimmungen des Art. 4 des Rheinlandabkommens erfolgt sind, welche Deutschland verpflichten, deutsche Staatsangehörige auszuliefern, die sich eines Vergehens gegen Personen der Verbands- mächte schuldig gemacht haben. Die „Kölnische Ztg." weist darauf hin, daß diese Bestimmungen zu den Rechtsanschauungen aller zivilisierten Staaten in schroffem Gegensatz stehen, die einhellig den Standpunkt vertreten, es könne keinem Lande zugemutet werden, seine eigenen Angehörigen dem heimischen Richter zu entziehen und einer anderen Regierung auszuliefern. Die neue deutsche Reichsverfassung habe selbstverständlich sich diese allgemeine europäische Rechtsanschauung zu eigen gemacht. Sie bleibe aber wirkungslos gegenüber den Bestimmungen des Friedensvertrages. Das Blatt wirft die Frage auf, ob die deutsche Regierung nicht beabsichtige, gegen dieses Auslieferungsverlangen Stellung zu nehmen, das besonders von französischer Seite erfolgt. 61. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands. Frankfurt a. M. 30. August. Auch die dritte und letzte geschlossene Mitgliederversammlung war wieder bis ins letzte Eckchen gefüllt. Universitätsprofesfor Dr. Georg Briefe- Freiburg sprach über „Wirtschafts- und Sittengeseh". Die katholische Sitkenlebre und Sozialphilosophie habe keinen Augenblick Zweifel daran gelassen, daß sie schwerste Einwendungen gegen die individualistische Staats- und Wirt- schaftSversassung zu erheben hat. Der Redner schloß mit den Gedanken: Weil unser Schicksal mit dem Aufwachen des Gerechtigkeitssinnes und des Hermann von Helmholtz. Zur 100jährigen Wiederkehr seines Geburtstages. Bei dem heutigen Stande von Wissenschaft und Technik ist e8 unmöglich, daß jemand auf allen Gebieten deS Wissens und Könnens beschlagen ist. In alten Zeiten waren Llniverlal- menschcm keine Seltenheit. Nichtsdestoweniger gibt es biS zu einem gewissen Grade Ausnahmen, und eine solche bildet Helmholtz. Zwar fällt seine Jugend noch in eine weniger entwickelte Zeit als die Gegenwart, in eine Zeit, in der es schließlich noch möglich war, auf mehr als einem Gebiet Fachmann zu sein, aber sein Leben, welches 73 Jahre lang dauerte, reicht bis in die moderne Zeit, und Helmholtz ist trotzdem Beherrscher faß aller Gebiete der Wissenschaft gewesen, der Physik, der Phvsiologie, der Medizin, der Mathematik' der Meteorologie. der Philosophie und der Aesthe- tik. Deine Bedeutung ist denn auch schon recht früb ertannt worden, und er hat Früchte feiner Arbeit und Ehrungen aller Art, darunter die Verleihung des persönlichen Adels, erlebt und ,sie stets als Ansporn "für neue Werke empfunden. Hermann von Helmholtz wurde am 31. August 1821 alS Sohn eines Gymnasiallehrers zu Potsdam geboren; eS war ein schwächliches und stilles Kind, und es ist zu verwundern, daß sich daraus ein Mann von gewaltiger äußerer Erscheinung entwickelte, mit einer unverwüstlichen Gesundheit und Schaffenskraft. Sein Ruf führte ihn als Meister an eine Reihe berühmter Bildungsstätten: noch als Greis von 67 Jahren nahm er das Amt eines Direktors der damals gegründeten Physikalisch-technischen Reichsanstalt zu Charlottenburg an. nachdem er fast zwei Jahrzehnte lang an der ■Unioeifität Berlin sein Lieblingsfach, die Physik, vertreten hatte. Helmholtz besaß eine ganz hervorragende Begabung für Mathematik, in deren Disziplinen er sich meist durch Selbststudium eingearbeitet hatte. Er war so imstande, alle Fragen, besonders die physikalischen, von einer Höhe herab zu behandeln. die seinen Arbeiten von vornherein den Stempel der Klarbeit und Ucbcrlegenbett aufdrückte. Das gilt schon gleich von seinem ersten Hauptwerk, der Schrift: „Lieber die Erhaltung der Kraft", die im Jahre 1847 erschien; in die heutige Ausdrucksweise übersetzt, müßte der Titel der Schrift lauten: „Heber die Erhaltung der Energie". Energie ist ArbeitSvvrrat, und Helm- bolh zeigte, daß bet all den Formen, in denen die Weltenergie auftritt (mechanische. Wärme-, elektrische Energie usw.) die Summe der vor- Demeinschastsgedankens tn der ganzen Well eifern verknüpft ist, darum sehen die Katholiken ihre prvvidentielle Mission darin, diesem Gedanken wieder ein weites Tor bei uns und in der ganzen Welt zu öffnen. Die Versammlung nahm nunmehr eine Anzahl Anträge einstimmig an. Zu den Kultur- fr a g e n fordert die Versammlung zur Gesundung der deutschen Familie und zur Erhaltung einer zahlreichen Nachkommenschaft gesetzlichen Schutz für das Geben des noch angeborenen Kindes und entschiedene Stellungnahme der staatlichen Behörden gegenüber den Auswüchsen des Kulturlebens, die die Verwilderung des geschlechtlichen Lebens gestatten, wie Prostitution, Schmutzliteratur, unsittliche Kino- und Theateraufführungen und Anpreisungen von Mitteln, die den Zweck der Ehe vereiteln. Die Dcrsa.mmlung begrüßt alle Bestrebungen xur Bekämpfung des Schundsilmes und fordert die Katholiken Deutschlands auf, sich an einer Organisation zu beteiligen, die die Kinoreform durchführt. In Bezug auf die Schulfrage fordert die Versammlung katholische Schulen, in denen Llnterricht und Erziehung vom Geist katholischen Leben erfüllt find. Der Religionsunterricht soll nach der Lehre der Kirche unter ihrer Aufsicht und Leitung erteilt werden. Auch für die Fortbildungsschule wird eine religiöse Grundlage gefordert. Gleichzeitig trat die Versammlung für das Weiterbestehen der katholischen Privatschulen ein. — Das Zentralkomitee wurde in feiner alten Form wiedergewählt. Zum Ort der nächstjährigen Tagung wählte man auf Einladung des Kar- oinals Faulhaber einstimmig München. In zwei öffentlichen Versammlungen im Schumanntheater und im Hippodrom klang heute in später Nachmittagsstunde die 61. Generalversammlung aus. Es sprachen in den Versammlungen Pfarrer Adolf Rvsch - Andernach und Dr. Joseph Eberle über „bie katho- lische Presse", Weihbischof S p rv l l - Rottenburg und Bischof Ottokar Prohaszka -Stuhlweihenburg über „Freiheit, Autorität und Kirche", und Dr. Karl Gröber unb Pfarrer Dr. Piontek- Köslin über „Stärkung der Wankenden, Sammlung der Entfremdeten". Aus Stabt unb Laub. Gießen, den 31. Aug. 1921. Die neuen Fernsprechgebühren. Die auf Grund des § 12 des Fernsprechgebüh- ren-Gesehes vom Reichspostminister mit Zustimmung des Reichsrats zu erlassende Fernsprechordnung. die die Bedingungen für die Benutzung der Fernsprecheinrichtungen und die Gebühren für den Fernsprechverkehr mit Wirkung vom 1. Oktober ab sestseht, ist am 25. August vom Reichsrat verabschiedet worden. Die Fernsprechteilnehmer sind danach berechtigt, Einrichtungen, deren Gebühren durch die Fernsprechordnung erhöht werden, bis zum 15. September 1921 zum 30. September 1921 zu kündigen. Hinsichtlich der Hauptanschlüsse endigt diese Kündigungsfrist nach dem feiner Zeit verkündeten Fernsprechgebühren-Gefetz am 1. September 1921. Die wichtigsten Gebühren der neuen Fernsprechordnung sind: Einmalige Gebühren : Die Einrichtungsgebühr beträgt: Für einen Hauptanschluß 200 Mk. Für einen Nebenanschluß im Gebäude des Hauptanschlusses 100 Mk. Für einen Nebenanschluß in einem anderen Gebäude 300 Mk. Laufende Zahresgebühren. Zuschlag bei Anschlüssen, die mehr als 5 Kilometer von der Vermittlungsstelle entfernt sind, für jede vollen ober angefangenen nach ber Luftlinie gemessenen 100 Meter Doppelleitung außerhalb bes 5 Kilometer Kreises 36 Mk. Gebühr für einen reichseigenen Nebenanschluß mit gewöhnlichem Apparat 126 Mk. Dazu für jede vollen ober angefangenen nach ber Luftlinie gemessenen 100 Meter Doppelleitung zwischen ber Hatipt- unb ber Nebenstelle 36 Mk. Gebühr für einen nichtreichseigenen Nebenanschluß 60 Mk. Zuschlag für jebe Nebenstelle, bie sich in den Wohn- ober Geschäftsräumen eines Dritten befinbet 40 Mk. Gebühr für eine Ouerocrbinbung zwischen betriebenen Grundstücken 804 Mk. (720 Mk. Pauschbetrag unb 42 Mk. für jebes bei ben beiden Hauptstellen durch bie Querverbindung belegte Anschluhorgan). Dazu für je 100 Meter Doppelleitung 36 Mk. Gebühr für Anschlußdosenanlagen, für jede Anschlußdose 12 Mk. Für jeden außer dem Hauptapparat gewünschten tragbaren Apparat 84 Mk. Für jeden mit der Anschlußdosenanlage verbundenen Heinen Wecker 24 Mk. Für je 100 Meter Anschlußdosenlinie (Luftlinienentfernung) 36 Mk. Gesprächsgebühren, Telegrammaufnahmegebühren usw. Gebühren für ein Ortsgespräch von einer öffentlichen Sprechstelle aus 50 Pf. Für ein Gespräch im Vororts- und Be- zirksverkchr 75 Pf. Für bie vorherige Liebermittlung bes Namens der Person, mit ber ein Ferngespräch geführt werden soll 2 Mk. Gebühr für eine Dauerverbinbung zwischen zwei Teilnehmersprechstellen besselben Ortsnetzes während einer Dienstpause der Vermittlungsstelle 1 Mk. Gebühr für bie Aufnahme eines Telegramms burch Fernsprecher für bas Wort 10 Pf., minbestens 2 Mk. Das Zusprechen angekommener Telegramme durch ben Fernsprecher an Teilnehmer geschieht auf Antrag kostenfrei. Auswüchse des Reklamewesens. In letzter Zeit find wiederholt Nachahmungen von Reichsbanknoten (sogenannte Blüten) zu Reklamezwecken verbreitet worden. Trotz ber vorhandenen Abweichungen zeigen biefe Blüten, besonders, wenn sie zu- fammengefaltet sind, eine gewisse Aehnlichkeit mit den echten Noten, so daß es in einer ganzen Reihe von Fällen bereits Betrügern gelungen ist, fu zu Zahlungen zu verwenden. ES erscheint angebracht, das Publikum, inebefonikre die gewerblichen Kreise darauf hinzuweisen, daß nach tz 360, Ziffer 6, StGB, die Anfertigung und Verbreitung von Warenempfehlungskarten, Ankündigungen oder anderen Drucksachen ober Abbildungen, welche in Form oder Verzierung dem Papiergelde ähnlich sind, strafbar ist. DaS Reichsbank- Direktorium warnt daher vor Anfertigung, Verbreitung und gleichzeitig auch vor Annahme derartiger Blüten. Wettervoraussage für Donnerstag: Frühnebel, heiter, trocken, tags warm, nacht- kühl, wechselnde Winde. Dem nach Norden abgezogenem Tief ist hoher Druck gefolgt. Das Hochdruckgebiet erstreckt sich heute über Mitteleuropa unb hat unS heitere- Wetter gebracht. Die Witterung wird auch morgen noch anhalten. * • • DaS Volksfest auf QSwaldS- garten zugunsten ber Kriegsbeschädigten unb Hinterbliebenen erfreut sich eines sehr guten Besuchs aus Gießen unb ben Nachbarorten. Am Sonntag waren, wie uns mitgeteilt wirb, 10000 Menschen bort anwesenb. Besondere Beachtung berbient Schmidts Marionettentheater mit Bella- chini bem Zauberkünstler an ber Spitze. Sehenswert ist auch bas Llliputanertheater mit bem Riesen; bie kleinen Künstler zeigen staunenswerte Stiftungen. Das „Teufelsrad" findet ebenfalls viel Zuspruch. Auch bas Glücksrad wirb stark umringt, denn etz ist ja möglich, ein richtiges Schweinchen zu gewinnen. Die Hallen werden auch gut besucht, hier spielt eine beliebte Tirolertruppe. • • D i e Mieterversammlung, die gestern abend im Dass Leib ftattfanb, war von einzelnen Mitgliedern des Gießener Mietervereins einberufen worden, bie mit der Geschäftsführung ihres derzeitigen Vorstandes unzufrieden sind Herr und Frau Dr. Riemann, bie frühere» Leiter des Mietervereins, hielten eine Aechtserto gungsrede. während mehrere andere Herren für den jetzigen Vorstand eintraten. Zum Schlüsse wurde eine Entschließung angenommen, die der Rücktritt des gegenwärtigen Vorstandes fordert Bornotizen. — TageSkalender für Mittwoch: OSwaldsgarten, Volksfest des Reichsbunde- btr Kriegsbeschädigten. — Astorialichtspiele, Selters- Weg, „Sllaven des 20. Jahrhunderts" unb „Karl- chens nächtliche Verirrung". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße, „Der Börsenkönig" und .Richte nicht". — Die vberhefsis chen Gemeinschaften, bie am Sonntag auf der Walbbühne ihr Jugend- unb Posaunenfest feiern, finb, wie uns geschrieben wirb, keine politische Körperschaft, fonbcrn ein religiöser Verbanb innerhalb ber evangelischen Kirche, ber bie Ausgabe hat, religiöses Leben zu wecken unb zu pflegen. 21 Prebiger unb 5 Schwestern stehen im Dienste dieser Dolksmission, bie nun feit mehr als 40 Jahren in unserem Lanbe in Iugenbpflege und Evangelisation unserem Volle bie oft verschütteten Quellen unserer Freiheit unb Freude zeigen will. Näheres siehe Anzeige. Landkreis GMef$cn. • Langd, 31. Aug. Am Sonntagnachmittag findet bei Gastwirt Ronthaler ein Vortrag statt über „Anwendung ber künstlichen Düngemi11e l". Referent ist LandwirtschastS- lehrer Dr. May von ber landwirtschaftlichen Schule in Sich. Kreis Lauterbach. eb. Aus dem Vogelsberg. 30. Aug. In den meist noch sehr heckenreichen Gemarkungen deS Vogelsberges gibt es tn diesem Jahre trotz der anhaltenden Trockenheit sehr viele Brombeeren, die von zahlreichen einheimi- schen und auswärtigen Sammlern eifrig gesucht werden. Da das Pfund mit 3 Mk. bezahlt wird, bietet das Brombeer sammeln lohnenden Verdienst. Viele mit Viehhüten beschäftigte Personen verdienen nebenher noch täglich 40—50 Mk. durch Brornbeerpslücken. banbcnen Energie konstant bleibt, baß bei jebem Vorgang zwar eine Energieform in bie anbere übergeht, baß biefe Llmwanblung aber nach strengen. zahlenmäßigen Gesehen sich vollzieht, unb zwar so, baß hierbei Energie Weber verloren geht noch gewonnen wirb Der Heilbronner Arzt Julius Robert Mayer unb ber Englänber Joule hatten einige Jahre vorher schon, unabhängig voneinander, bas Prinzip von ber Erhaltung der Energie rechnerisch unb experimentell erkannt unb feine Gültigkeit ausgesprochen, doch gebührt Helmholtz bas Verbienst, dieses Naturgesetz in genauester und allgemeinster Form nachgewiesen zu haben, und auch er fand es ohne Hilfe eines andern. — Aus der Fülle seiner Arbeiten ging sein zweites Hauptwe^ hervor das war die Erfindung des Augenspiegels, bie ihn zu einem Wohltäter ber Menschheit machte Der Augenspiegel besteht im wesentlichen aus einer Glasplatte. bie unter 45 Grab gegen bie Achse des Auges aufgestellt unb von einer seitlich ausgestellten Lichtquelle beleuchtet wirb (ber moberne Augenspiegel besitzt praktischere Ausführung): das reflektierte Licht geht durch bie Pupille m daS Auge unb erhellt bie Netzhaut, so baß ein vor ber Glasplatte befinblicher Beobachter bie Netzhaut betrachten kann unb sie wegen ber optischen Beschaffenheit beS Auges auch vergrößert sieht. — Als britter Markstein In ber Reihe ber Forschungen bes großen Meisters sei sein .Hanbbuch der physiologischen Optik" hervorgehoben: darin findet sich seine wertvolle, heutzutage allerdings umstrittene, Farbentheorie unb bie Erklärung deS Anpassungsvermögens unseres Auges für ver- schiebene Entfernungen. — Seine „Lehre von ben Tvnempfindungen" stellt ein viertes Meisterwerk dar. sowohl hinsichtlich beS Stils als auch ber Fülle bes Neugeschasfenen unb beS Gefühls für Aeslhetik. Er gibt hier Antworten auf bie ver- schiebensten Fragen der Akustik, bekannt sind bie von ihm erfunbenen Resonatoren zur Klangana- lyfe. — Zahllose anbere Arbeiten von Helmholtz finb weniger populär geworden, aber deswegen nicht weniger von Bedeutung und unentbehrlich für den Physiker. — Helmholtz gehört auch zu den Männern, bie nicht nur für bie Gelehrtenwelt geschrieben haben, fonbem sich eifrig bemühten, ihre Werke in volkstümlichen Vorträgen und Schriften einer breiteren Oeffentlich- feit zugänglich zu machen. Sein Wirken ist ferner mit bem Werden einer Anzahl anderer großen deutschen Physiker verknüpft, die feine Schüler waren, unb bie Früchte, welche biefe auS ihren Arbeiten geerntet haben, find zum großen Teil ber Anregung seines Geistes zu verdanken. Ch. RreiS Schotten. ID. Llnter-Seiberlenrvd, 30. Aug. On unserem mit Wasser sehr schlecht versorgten Dorfe war man lange Zeit im Zweifel, ob man sich für den Anschluß an die elektrische Üeberlandanlage der Provinz Oberhessen oder den Dau einer Wasserleitung entscheiden solle. Nun ist der Dau einer Wasserleitung beschlossen. Da die Quellen sehr weit vom Dorfe liegen und noch Wasser von Stumpertenrod zugeführt werden muß, ist mit mindestens 400 000 Mark Baukosten zu rechnen. Die Ouellsassung wurde schon früher heraestellt, die Fertigstellung der Leitung aber damals als unausführbar unterlassen. ed. AuS dem Vogelsberg, 30. Aug Wenn auch die Regenfälle der letzten Zeit keineswegs neue- Grün auf den fonnverbrannlen Hutw^den unO 'El fen h-rvorzu zaubern vermochten, so haben sie doch genügt, den Ehamplg - non in groben Wengen zum Wachstum zu dringen Di« Bauersleute haben fast allgemein die Scheu vor den .giftigen Schwämmen" abgelegt und genießen, mellt dem Beispiele der bei ihnen Vcschä t gt gewesenen französischen St l grg fange- nen folgend, den Champignon. Andere, schwerer ertennbare eßbare Pilze werden kaum gesammelt. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 31. Aug. Eine grobe Protest Versammlung wesen dr Ermordung SrzbergerS wird heute nachmlttern, MlssionSinspektvr Müller- Basel, Dekan Gußmann - Dießen und der Ortsgeistliche. Die Posaunenchöre von Mockstadt und die Gesangvereine deS Kirchspiels wirkten mit, die Kollekte ergab fast 1100 Mk. Vermischtes. Autounfälle. fd. Frankfurt a. M., 30. Aug. Sonntagabend fuhr bei Hattersheim bad Auto des Frankfurter Automobilbesitzers Sturm, als eS in schnellster Fahrt einem entgegenkommenden Wagen auSbiegen wollte, gegen eine« Telegraphenstange. Der Wagen wurde dabei eingedrückt. Frau Sturm wurde hierbei so schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit starb. fd. G r o h - A m st a d t, 30. Aug. In dntr scharfen Strahenkurve kurz vor dem nahen Richen ereignete sich gestern abend ein Autounfall, indem zwei sich entgegenkommende Personenautos zusammenstießen. Glücklicherweise kamen keine Menschenleben zu Schaden. Das eine Fahrzeug konnte leicht beschädigt seine Fahrt fortseyen, während das andere schwer beschädigt vom Platz geschafft werden mußte. X D e b r a, 31. Aug. Auf der Landstraße zwischen BebraundRotenburg fuhr ein auf der Fahrt nach Kassel befindliches Automobil gegen einen Baum und wurde ret- trümmer t. Die Insassen — Apotheker Wölrn und Frau auS Spangenberg — erlitten schwere innere und äußere Verletzungen. Großfeuer. * Eschwege, 31. Aug. 3n dem Dorfe Heuthen bei Eschwege wurden durch Groy- feuer sieben Dauerngehöfte nebst Scheunen und Stallungen eingeäschert. Die Erntevorräte sind mitverbrannt. Die Entstehungsursache Ist unbekannt. * GernSheim, 30. Aug. Ein Grovseuer legte in der Nacht zum Sonntag mehrere Scheunen und Wohnhäuser in Asche. Die Feuerwehren tonnten mit aller Anstrengung eine weitere Aus- behnung verhüten. Der Schaden ist bedeutend, die Ursache unbekannt. Sie Entwöhnung der Kinder recht fdnuierlge, weil blefclben die oft schwer verdauliche Kuhmilch namentlich In den Sommermonaten nicht vertragen können. Eine große Erleichterung bietet hierbei da« 9MtIe’fcbe Kindermedl, entweder allein mit Wasser geforfJt oder als dünnere Suppe der Milch zugesetzt. Erhältlich in allen Slvotheken, Drogerien usw. («*68 Von der Reise zurück Dr. Wolf VertreterinderWohnungzuerfragen 011769 zum Ausgebot. 9454 Stang, sw. Gerichtsvollzieher. Hu Woogs-Bor we über 1 abgelieferte Einkommensteuer für Arbeitgeber, die vom Markenkleben befreit ünd: pult, 1 Kleiderschrank usw. Versteigerung bestimmt B.Benner IL, Monster n. Taiator, Morler Straße 9. N"i°kNMs-Lii^ u.rtrindrn!kerki Dr. med. Kockerbeck verreist bis Mitte September Hansa- Schule Gießen Seltersweg73. Ferne.821 PrivJdandelslehranstalt von J. Kunzeimann, Diplom - Kaufmann und Diplom - Handelsichrer. Einzigeschule am Pta tze, deren I nh.zugl. S chulleit Lehrer tu Fachmann ist. Tages- and Abendkurse in allen kaufmännischen Fächern. Auskunft täglich. Prospekt freL Vertreter In dringenden Pillen: Zahnarzt Gonter, Zahnarzt Haubach Versteigerung. Donnerstag den 1. September, von S Nbr ab versteigere ich Brandgasse 3: 1 Lola mit 2 Lessein (grüner Plüsch», iWei^engschrank. Waschtisch (poliert) mit Marmor, 1 Ausziehtisch. 2 Spiegel, 1 Schlafzimmer (dunkel Eiche fournlcrt) mit 3te.l. Spiegel Nachtah-Perfteigernng. 3m Auftrag des Herrn Testamentsvollstreckers versteigere leb i>rritng den 2. September, von 2 Ubr ab, in der Billa Wilbelmftrahe 25: einen Sammeifchrauk. 1 votierte Staffelei, 2 Oelgetnalde, 5 Bitter, 2 Ofenschirme, 1 groben Weinkühler, zwei Brou;eleuchter, 3 Kronleuchter, 2 Trinkhörner, eine Backhaube. 2 Ienstertritte (3 Meter lang mit Parkettbodens, 1 Pol terwaud, 2 grobe llleideraestelle, eine sehr gro^e und schöne Palme, fffeuitdefe, 1 Küchen- tifch, 4 Stühle, 2 große Eardineusvanuer, 3 Icn'ter» trl;te, 1 Stifte Korkrinden für Gärtner, Verauda- Blumengeftetle, eis. u. dölr. Blumenbäume u. > fev ' zwei Steil. Seegrasmairaven (neu), mehr, vollüänd- ^etten, 2 Plüsch-Tischdecken, 7 Platt Portieren, eine . Tifchmang-l, 1 Hausapotheke. 3 Lchme'.terllngSkasten in. Jnha t, 2 Prachtbibeln. 1 Fifchkocher, 1 Klavier lamve, Borlagen f. Brandmalereien, 1 Kaffeeservice, 1 Lüster, 1 Gaslamve, 1 Notenständer, ferner 1 Eis- , . schrank, 1 Blumentisch, 1 Marmor-Waschtisch (groni' nb(ICllCfCVTC für Hotel ob. Gerate, 1 Konsole m. ölnnr, 1 flüdxn- ,n, M. schrank mit Aullatz, 1 Kommode. 2 Wafchschranfe, Tische, Stühle meu u. gebraucht», 1 grahe Menge HauS- haltung-gegenstände aller Art, 1 Phoiogr. Aovarat, Kleidungsstücke. Schudzeug, l Bücherregal, 1 Vrriton. 1 Partie Bücher, Bilder, Niupesiachen, 1 Schreib- Bon 10 Ubr ab Besichtigung und Abgabe »nm । TaralionSprels. J011779 L' Torfstreu ä 22 Mk. und „u Torfmull ä 28 Mk. frei Waggon Empfangstatton. Otto 5dM UlOQIMe 24. BI. 2181. □□OODDDDDaDDOOOODDaDDOOaDDODDDD Strickwolle in nur besten Qualitäten Sport- und Fichus -Wollen alle modernen Farben Handschuh-Wolle Alle Arten Stick- und Häkel-Wollen zu billigsten Preisen J.H.Fuhr Sonnenstr. 25 | Kalk Weißstück Graustück erstklassige Ringofenware von größter Ergiebigkeit stets zu haben Carl Haasjr.,Gießens.’"” stir Hand' u. Kraft- ' betrieb emvnehlt In neueü. Konstruktion zu billigsten Preisen Lich fOberh-sfen). Lager aller la-bw. Maschinen n. Geräte. Reparaturen. ,«*c ErfavteiNager. Original- „wie"- ZeaMsea und K.-C.-iVSoftor i ’ Nudolf Masse, Hannover 9449ss von per Pfund 65 Pfennig. Lieferung frei ins Haus. 9453 W" NB- Bestellungen für Winterkartoffeln bitte frühzeitig per Pfund M. 1.80 3 Sluck M. 8.50 Seltersweg 50 011679 Baieik. 011785 au vermieten 011789 oder Gienen. 9445 3teilige bald gesucht. Alte Bäuel2 leitcru z» verk. Wild. gesucht. Platz vorhanden. Mevcr. Alten - Buscck, I Sckrifil. Angeboie unter Gr.-Buiecker Str. 21. 0l17«19419 an den Giek. 8Uu. Ein selbständ., auverläss. Schreineraeeello aus der Umgegend für bessere Möbelarbeit für dauernde Beschäftigung sofort gef. Lertei Krimer, Schreinermeister. Alte«- Mager Bleich Nervös Unreine Hant 1 Leben - Unfall - Haftpflicht - Heuer Einbruch - Diebstahl - Transport 1 prima MEM au verkauf. <9orbcntei*, Gieffener Str. 21. 011778 GrofreS Industriewerk in Cassel sucht zum baldigen Eintritt 9410ss Bewerbungen mit Lebenslauf, Angabe der Ansprüche mit Bild unter I C. 4804 an Kudolf Mossc, Cassel, erbeten. Gebr. Baer Gieffen, Marktstraffe 29. JlciffigeS, ehrliche- Dienstmädchen für sof. gesucht. Seniler, Franlduter Str. 30. ki» Grotzes Einkommen! Eine gesicherte Existenz bietet sich strebsamer Persönlichkeit durch Uebernahme der Generalvertretung einer bedeutenden Firma für den dortigen Bezirk, auch für frühere Beamte und Militärs geeignet. Erforderlich 10—20 000 Mk. für Lagerhaltung. Näh Donnerstag, den 1. September von 9-5 Uhr, Hotel Schütz. 9425 A Tribolo-Werke. l Wfl 1 NWliü für IPliiniiiofturiDürrn bet hohem Gehalt ver lTüchtiges, zuverlässiges Mädchen daskochen kann, bei hohem Lohn gesucht. Beihilfe ist vorhanden. 011788 Frau M. Hochsiatter, Brandplatz 1. Kaufe | getragene Herren- und Danienkleider, Schuhe Wäsche. L. Rosenzweig Gießen,Seltersweg58I p[iüot-6anöel5-5®ule /->< Unnmnn« Wegen Berheiraumg meines jetzigen Mädchens suche für 1. Oft. gut emvf. Mädchens das auch kochen kann. Frau L Scharmann, Donnerstag abend in Postkeller i17iM Jttgend-Abend Wahl d. stellv. Jugendleit. ro(j. artige Wirkung v Tausenden bestätigt In ollen Vpolhek. Drogerien, Parfümerie- u. Friseurgeschüstea erhältlich vUt (Dienen in der Trog. Winterboss, Kreuzvlatz 9 10, Löwen Drogerie und Pictoria-Drogerie. Mk M! Heute und morgen eintreffend: Frische Bralschellfische NepräseniationSfähtger, intelligenter Herr als Jnjerateiv Atquisiteur in Gießen gegen hohe Provision zur alsbaldig. Arbeitsausnahme gesucht. Schriftl. Angebote unter 9387 a d. Gieff. Anz. erbet. Zum sofortigen Ein« tritt werden Mi tüchtige, jiiniikn Dawütlfli t. Alter von 18—22fahren, die schreibmaschinen- und stenogravhiekttndiz fein müffen, für einen einigeren Betrieb gesucht. Die Bezahlung erfolgt nach Taris. Schriftl. Angebote mit Beifügung von Zeugnisabschriften und Lebenslauf unter 9443B an den Gies;. Anzeiger erbeten. Kolonialwaren-Groff- baudlung sucht zum Eintritt per 1. Oktober d. I. tüchtigen jungen Mann welcher mit sämtlichen Kontorarbeiten einschl. Buchhaltung vollständig vertraut ist. Derselbe muh die in Jrage koiw wende Kundschaft Ober- hoffen8 zwecks kleinerer Meise - Unteruehinungen kennen. Schriftl. .'Inge- bote unter 9441 an den Gieff. Anzeiger erbeten. I V6k-mi6lungsn | Pension Brandl i fit ■m.ZlMura.TwiiH. 2 ent möbl. Zimmer 3. Stock, eleftr. Licht, mit l Verpflegung sof. zu uerm. t «h« SelterSweg 52JI. f Gut möbl. Zimmer mit Pension z. verm. omu » Wetzlarer Weg 77 v. Sehr gut möbl. Zimmer mit voller Pens. sof. zu verm. »^Wetzlarer Weg 17. Möbliertes Zimmer ist täglich von morgens 8 bis abends 7 Uhr. - Frühkartoffeln (Kaiserkrone), Mittelfrühe (Ella) Einf. HiiuNer von 80000M. an, s. n. Clabr bez., z. verk. Schr. Angeb. unt. 011753 a. d. Gieff. Anz. 1 . Wagen mit Ernte- B Wtt M längere BeföisHigang (bis mindestens Frühjahr 1922) gesucht: Zimmerleute,Einschaler (auch Schreiner) go?2id Srmeir.facharbeiter Ort der Beschäftigung: Cassel. Wohnbaracken vorhanden. Zu melden bei Beton.® ierößuM.Ä Bncftette »ertmtttclfeio, tzenschel & 50611. Kinäer-Strümofe schwarz Baumwolle Paar M. 4.90 KinderSöckchen weiß und bunt mit buntem Rand Paar M. 4.25 Herren - Socken ^rau Wolle, jede Größe Paar M. 6.50 Damen- Flor-Strümpfe schwarz, weiß u. braun Doppelsohle,Hochf.rse Paar M. 9.95 Samen- Flor-Strümpfe schwarz, weiß u. braun, verstärkte Spitze und Ferse Paar M. 6.95 Strick-Wolle schwarz und grau Lot 85 Pf. Ludwig Feige GIESSENU SonnenstraBe 20. Obftversteigerung. Montag den 5. September soll das'Obst der Gemeinde Bettenhausen bestehend in Aepfeln, Birnen und Iwetschen versteigert werden. Anfang nachm. 1 Uhr am Friedhof. 9439V Bettenhausen, am 29. August 1921. Bürgermeisterei Bettenhausen. Roth. Zum alsbaldigen Eintritt 2 bitf 3 tüchtige filtere, selbständige 9446c Reparatur- Schlosser für landwirtschaftliche Maschinen gesucht. Nur Bewerber, die selbständig als Hionteure arbeiten können, werd, berücksickt. OeorKSchlefcrstein Landwirtsch. Maschinen, Lich i. Oberbeifen. Junger, lücht. Friicnr- ocbilic ver so'ort gesucht. Kost und Logis im Haine. Iran; Scherer Nachs., Fnsenrgeschaft, Butzbach K at'ernenitrane. . Ordern!. Mddclicn- s. kleinen Haushalt, evtl, tagsüber, gesucht. OH7U Nord Anlage 13 LL Prima Nordsee-Schellfische 1',',—Zpfündig. per Pfd. M. 3.50 ff. Seelachs ohne Kopf im AuSschmtl, per Pfund M. 3.50 Prima Nordsee-Cabliau 0. Kopf, 4—8vfünd-, Pfd. M. 3.50 im Ausschnitt, per Pfund M. 4.00 Frische Fisch-Koteletts per Pfund.....M. 4.50 AO neue grosse Bollhcringe Beste Qiilltitei Kaffee frisch gebrannt, Pfund 30, 28 u. 24 Mk. Kakao sehr fein, Pfd. 17 Mk. Tee 943ic Orange - Pecco Pfd. 30 Mk. Reis Bruchreis, Pfd. 3.20 Mk. Tafelreis Pfd. 4, 4.50 u. 5 Mk. Kaltschlag - Rüböl Liter 18 Mk. Tafel-Salatöl Liter 20 Mk. Weizenmehl 0 ohne Mark., Pfd. 4.25 Mk. ReueVoll-Heringe Stück 80 Pf. AIM W6 Seltersweg 70 Bitte! Ein alleinftehender bir* figer Sdtreinermeiiter, 71 Jahre alt, der sich gern rechtschaffen und ehrlich durchschlagen und feine öffentliche Unterstützung in Anspruch nehmen mochte, bittet edel denkende Leute um gütige Unterstützung burd) Zu- weimng leichter Schrei« nerarbeiten. Er befahl sich insbesondere mit dem Ansarbeiten u Aufpolier, von 'Dlöbeln sowie ?Re> varaturen an Juffdödeu ii. sonstigen baulichen Arbeiten. Prompte u. ge- wiffenhaste Ausführung bei au Herst mässiger Berechnung wird zuaetichert e»4 Neuenweg 42 H. p. nrmrq Junge, frischmelkende 3i oho mit Lamm, 14 rage alt. zu verk. ob. aus Schlacht zieae au vertauschen 011765] Steinstrane 69. [ Vereine | PlatinGold- u. Silber- Gegenstände MMMMW in selbständige Stellung zum Eintritt per 1. Oktober gesucht. Max Birinier, herrenmodeattikel Zick 28 3kl. 9en au verkaufen. 011782 INäberes 2lltc Klinik Hinterbaus 12. Fallobst gibt ab (<. Räbsamen. ivernfvrecher 1G~)9. »»-rr | Kauggesuche | 1 IrtÄiiß <4 Zimmer) mit 1 yHlW Garten in der Nähe von (Sieben zu kauf, gesucht. Off. m. Preis an Jak.Bla|enhelmer, Haina Bastel, Zehnthofttr. 20."" welche perfekt in Stenographie und Maschinenschrift sein mutz. 9380 Offert, erbet, an Firma J. Himmelsbach, Werk Nidda, Oberb. Wir suchen zum sofortigen Eintritt tüchtige, bereit- tätig gewesene Stenotypistin und flotte MaWtMkibttin. Schriftl. Angeb. unter 9292L) an den Gien. Anz. Suche ver sofort ein ordentliche-, ehrliche- Dienstmädchen bei guter Kost u hob. Lohn. s>rau Hanna Steiniger, Ap>ld>, Delikatetf.-Gefch. Putzfrau gesucht. 011786 Selterswcg 25. Anständige-, fleissiges SU? ädchert gesucht für d. Kaffeeküche. 9447c C»fö AeCorla. Frische Kieler Bückinge ver Pfund.....M. 4.80 Geräucherte Schellfische per Pfund.....M. 3.00 Gebr. Berdux Glichen, Babnbofftrafre 27 9IMc Der Kortoffdoerfauf Ed. Weisel, Sandgasse 22 SA Mllblftrake 20 II. } Mietflesuche | Sdiö't! Ml. Zimmer (mögt, mit Schreibtisch», sauber, ruhig, ab 31. Ang. auf längere Zeit von Schriftsteller gesucht. Schriftl. Angeb. unter 8785 an den Gieff. Anz. Junges Ebev. sticht leeres od. möbl. Zimmer. Hausarbeit k. übern, werden. Schr. Ang, n. 011750 a.G.A. Ruhiger Student stickt zu Mitte Okt. schön möbl. beizbareS Zimmer mit Licht. Sckr. Angeb. mit Preisangabe unter 011759 an den Gietz. Anzeiger. Beamter sucht Müh niübl. flimmer in bess. Hause, mögl. mit elektr. Lickt. Schr. Angeb. unt. 011797 a. d. Gies;. Anz. Dauermieter sttcht nettes möbl. Zimmer 1. od. 2. Stock. Schriftl. Ang.u.011798 wd^Auz. Junge, berufstätige Dame sucht gntiliöhi.Zimintr in nur befferem Hause. Schriftl. Angebote unter 011775 an den Gies;. Anz. [ Wohnungstausch | Tausche meine schöne 3 Zimm.!- B)obn. gegen gleichgroffe. Schr. Angeb. unter 0117*7 an d. G. Auz. ProvtsiottS-Reifende für laitdw. ii. verwandte Artikel gesucht. Nur rede- gewandte,arbeitsfreudige Personen tvoll sich meld. Schriftl. Angebote unter 011655 an den Gieff. 2luz. Reisende, Hausierer, Hausiererinnen gesucht für leicht verkänsl. Artikel. Unentbehrlich für jede Hausfrau. Au, wilden bei A äst er, ^5anunftr 4, bis aböv. 5 Uhr u. v. 5-8 Uhr Trednerstr 46 II. »,,77« Suche für bald cnen zuverlässigen, an selbständ. Ai beiten gewöhutt') 9435 Lüche Möst zu lausen mit oder ohne 60115- granöfffltt, in angenehmer tage her Stadt oder autft gutes Ms. Anzahlung 50-60 Ulltie. Sthriftl. Ange» u. 9436 on 0. Oleh. Anz. erdet. Gut erhalt. Kinderbett (ohne Matratze), nur aus besserem Hause zu tauf, gesucht. Schr- An geb. u. 011763 an den Gieff Anz. Irischer Rundofen für 400—500 cbm Heizkraft zu tauf, gesucht. Schr. Ang. ti. 011772 an d. Gieff. Anz. Gebr. Reihzeug zu kaufen gef. Pbilivvi, Gr. Steinweg 16 I. g,,7« sucht zu Kaufen Ulügl'We Uralerei Sch ul straffe 7. «m | Empfehlungen! Muni mit Kapital für SiedlllWWM Mä-chen gesucht tagsüber zur Aushilfe. 9458 Lieoiastraffe 76 I. | Stellengesuche) Junges, besseres Mätzchen sticht zwecks weiterer Ausbildung in der Küche und sonstigen Hausarbeiten möglichst bald Unterkunst in gutem Hause, mögl. mit Jamilienanschluff, jedoch nicht Bedingung. Schriftl. Angev. unter 93621) >n den Gieff. Anz. Stenotypist suckt zum 1.10., evtl. 15.10. passende Stelle. Schriftl. Ang, u. 011764 a. d. G.Anz. Irl., 27 I., sucht Stelle zur J-übrung eiues Haushalts od. auch i. Geschäfts- haushalt als Stütze für HauS u. Geschäft. Offert, an E. Ii», Bad - Xau- k«Ini. Kurstraffe9. [9460 Mäiehea v. Lande, w sich in Küche- u. Hausarbeiten ansbild. m., f. Stellg. per 1 Okt. Sckrisll. Ang. unt. 011784 g. den Gieff. Anz. { Verkaufe | DU Auftra-gebrr kleiner verkauf». Anzeigen werben gebe en, unter allen ver» ert ,en Angeboten ihre Nvreste iStrast«, Ha venummerunv Steck» Merk),uveröfle iltichen. Sellbie librtfir oerbf*l bttibei, fo wollt mau ^christliche Angebote unter ber 2lbxeloayn, künstliche Felle, Pe zr. Waren auS Elfenbein. Perlmutter, Korallen, Schildpatt, Horn, Knochen und KLi.ien, f ine Holz waren einschließlich Rahmen, Dilderleistcn. Spielzeug auS Holz, feine Möbel und Teile, Waren aus Papier und Pappe, Waren aus Edelmetallen, auch in Verbindung mit Edel- und H^ll edelsteinen. auch gezogen, gewalzt, gehämmert ufto, frinc Porzellanwaren, Schleif- und LuxuSwaren, Automobile, belichtete kinematographische Filme, Uhren. Uhren aus Gold und andere Uhren. Wand-, Turm- und Standuhren ufto., Uhrgehäuse und Teile, Iagd- und Preßluftgewehre, kurze Pistolen. Teile für Handfeuerwaffen, Klaviere. Klavierteile, Teerfarbstoffe, Mineralfarben, natürlich und künsllich oder sonstwie zubereitete Farben, Kurzwaren, gewöhnliche und feine aus allen Stoffen außer Holz einschließlich Kinderspiel-rüge, '«rechte Bijouteriewaren. Kanzleiwaren, Bier, Hopfen. Kakao-Erzeugnisse. Zuckerrübensamen. Wein in Fässern und Gebinden. Wein in Flaschen. Spirituosen. Liste B. Verzeichnis derjenigen Waren, deren Einfuhr aus Italien nach Deutschland in Frage kommt: Marsala in Fässern und Gebinden. Wermuth in Fässern und Gebinden, Wein in Fässern oder Zisternen, Olivenöl, Sulphuröl, Pflanzenöl und anderes, Efsenzen aus Südfrüchten. Essenzenöle und andere, Tabak verarbeitet. Borsäure, Glyzerin, zitronensaurer Kall. Lorbeer blätter, getrocknete und frische Schalen von Süosrüchlen. Lakritzensaft, Hanfgespinste von Rr. 1 vis 10, Hanfgespinste von Rr. 10 aufwärts. Tülle und Leinen und Hanf, Baumwoll Gespinste, Baumwollgewebe. Rohseide einfach. Rohseide gedoppelt oder gezwirnt. Seide gefärbt, gesponnene Seidenabfälle roh. seidene Bänder, rohe Wurzeln für Dürsten, rohe Pfeifenkdpfe unangebvhrt, neue Möbel und Teile davon, Steinnußknöpfe, Geflecht auS Stroh, Bast und dergleichen, Lederhandschuhe aller Art, Fußbelleidungen, Automobile, Marmor, Alabaster roh, gesägt und bearbeitet, Bimstein. Graphit. GlaSwaren, GlaSschmelz. Laufdccken, Vollreifen für .Kraftwagen, Kartoffeln einschließlich Frühkartoffeln, Weizengries, Teigwarm ausWeizenmehl, frisches Gemüse, frische Tomaten, Orangen, Zitronen, Mandarinen, frische Taseltrauben. frisches Obst, getrocknetes Obst, Mandeln, Korinthen, Rosinen, Feigen, Haselnüsse, anderes Obst, getrocknet oder gedörrt, Tomaienlonserven und andere landwirtfchastliche Erzeugnisse, Stroh, Heu und dergleichen. Wachhold er beer en. Weichkäse, Hartkäse, Bettsedern roh oder gewaschen, bearbeitete ober unbearbeitete Haare. Schwämme roh und verarbeitet, Korallen bearbeitet. Elfenbein. Perlmutter. Schildpatt roh. und Arbeiten daraus, Arbeiten aus Horn, Dein, belichtete fine- matographische Filme. Musikinstrumente. Zupf- inftrumente. Hüte aus Haar. Wolle. Filz, fertige Stumpen. Hüte au« Stroh, Asbestarbeiten. Liste C. Verzeichnis derjenigen Waren, deren Einfuhr im Transit über Triest in Frage kommt: Kaffee, Tee, Gewürze, gewöhnliche Ware, getrocknetes Obst für Industriezwecke, ReiS, Rohtabak, Kakaobohnen. Liste D. Verzeichnis derjenigen Waren, deren Einfuhr aus Deutschland von Italien gewünscht wird. Ungebrauchte Maschinen, Zellulose. Thornas- fchlacke. künstlicher Dünger, Zeitungspapi^r. Französische Stimmen zum Wiesbadener Abkommen. Paris, 29. August. Im Vordergründe des Interesies steht das Wiesbadener Abkommen. Heber seinen Inhall werden allerhand Einzelheiten gemeldet, die sich vollständig mit der Samstagsveröffentlichung des „Temps" decken. Aus dem „Petit Journal" erfahrt man noch, daß Loucheur bis zum Jahre 1937 die 5pro- zentige einfache Verzinsung der Summe, die Frank" reich schuldig bleibt, durchgesetzt hat und daß Frank- reich dieDestellungen inHöhe von sieben Milliarden Goldmark vom 1. Oktober 1921 bis 1. Mai 1926 nicht, wie ursprünglich im Entwurf in Aussicht genommen war, bis 1. Mai 1925 an Deutschland zu erledigen hat. Heber den Zweck des Abkommens äußerte sich Loucheur den in Wiesbaden oertretenen französischen Zeitungen gegenüber folgendermaßen: „3um Wiederaufbau der verwüsteten Gegenden, der möglichst rasch vor sich gehen muß, sind zwei Dinge notwendig, Arbeit und Materialien. Die Verwendung deutscher Arbeit in größerem Maßstabe war aus den bekannten Gründen unmöglich. (Es wolle nicht, daß man efc in unfertigem Zustand sehe ufto. Magelones Reugier wurde durch diese ziemlich ungeschickt vorgebrachten Ausreden nur verstärkt. ©re war nun fest überzeugt, daß es eine besondere Bewandtnis mit diesem Bilde haben müsse. Ihr spähender Blick hatte gleich beim Eintritt eine Staffelei entdeckt, vor der ein grüner Samtvorhang hing, hinter dem stch der Rahmen eines mittelgroßen Bildes deutlich bemerkbar machte. Mit übermütig funkelnden Augen ging sie nun rasch darauf zu unb zog, ehe sie Waldemar daran hindern konnte, den Vorhang mit den Worten weg: .Ach. machen Sie doch keine Ausreden. Herr Rußland! Damen schlägt man keine Bitte ab. ES liegt ja nichts daran, wenn —" Sie verstummte einen Augenblick und rief dann überrascht: .Aber das ist ja herrlich. Und das schlafende Mädchen hier ist ja — Dorothea. Sehen Sie an — darum taten sie so geheimnisvoll?" Sie lachte und drohte Waldemar, der dunkel» rot vor Aerger daneben stand, mit dem Finger' .Sie haben sie also schon in MonrepoS gekannt — und in ihrem .Luginsland" gemalt. Denn das kann nur d-e Mau er dresche sein, von der sie mir einmal so begeistert erzählte, nicht wahr? Die Heckenrosen ringsum, die alten Ulmen dahinter und das verwitterte Gemäuer, nicht wahr, es ist Monrepvs?" Waldemar nickte stumm. .Und Sie haben es nach der Ratur genölt. Wenigstens die Skizze." Wieder nickte er stumm. Immer dunkler wurde die Glut auf seinen Wangen. Sein Blick glitt scheu zu Hertha und Rüdiger, die beide schweigend auf kxis Bill» blickten, während peinliches Erstaunen sich in ihren Zügen ausdrückte. DaS Bild war zweifellos ein Kunstwerk. Mit großer Meisterschaft war die poetische Romanttt deS Ortes herauSgearbeitet. Ebenso der Farbenzauber dieser Rosen, die zu buften, dieses lieblichen schlafenden Mäbchenkopfes, der leise zu atmen schien. Aber daran dachten jetzt weder Hertha noch Rüdiger. Für beide existierte nur die schmerzliche Tatsache, dah Do ihnen ihre Bekanntschaft mit Waldemar verschwiegen hatte. .Wie falsch ist fie!" bachte Hertha. .Wenn sie sich 'so von ihm malen ließ, muß sie ihn doch auch lieben! Und doch tut sie vor mir so gleichgültig und bringt den armen Menschen durch ihre berechnende Kälte ganz auS Rand unb Band . . DaS Bild machte in der Tat den Eindruck einer unendlich zarten Liedesszene. Ruhland'hatte die schlafende Do genau so gemalt, wie seine Skizze ihr Bild festgehalten hatte: mit einem süßen Traum lächelnd und die Lippen in hingebend weicher Stellung. Aber er hatte diesem unbewußten Lächeln eine besondere Deutung gegeben durch Hinzufügung einer männlichen Gestalt in mittelalterlichem Iägergewand. die sich entzückt über die schlafende beugte und im Begriff stand, sie durch einen Kuh zu erwecken. Freilich hatte er alles ins Gebiet des Märchens verlegt. Aus Dos seidigem, braunem Haar schimmerte ein Krönlein, und der prächtige Anzug des Jägers sollte unverkennbar auf einen Königs- lohn hindeuten. Auch war unten am Rahmen deS Bildes ein Täfelchen angebracht, auf 'dem in Metallbuchstaben deutlich zu lesen stand: „Dornröschen". Aber die jetzt vor dem Bilde standen, wußten, daß dieses Dornröschen Dos meisterhaft getroffenes Porträt war und dah die Skizze nach der Wirklichkeit entworfen worden war. Rüdiger wandte sich plötzlich an den Maler. Keine Spur der alten herzlichen Freundschaft, die sie von Kindesbeinen an verbunden hatte, zitterte in dem Ton seiner Stimme nach, als er nun scharf frag: „Und du hast dieses Bill) — aus stellen wollen T „Ja. Selbstverständlich nur, wenn Komtefle Dorothea nichts dagegen einzuwenden gefabt hätte. Sie weiß noch nicht, daß ich es gemalt habe . . ich erwarte ihren Besuch von Woche zu Woche . . von ihr soll es dann abhängen, ob . . . .Ich verbiete es dir als Dorotheas Tormunb dieses Bild ausrustellenl" unterbrach ihn Rüdiger heftig. »Die Abenteuer einer Komtesse Rotherstein sind nicht dazu da, gemalt und den Augen jedes Laflen zur Schau gestellt zu werden. Traurig genug, ba ; du nicht selbst so viel 'Anstandsgesühl hattest!" Waldemar war blaß geworden. Dann wallt- es auch in ihm heiß empor. „5>u schlägst einen sehr merkwürdigen Ton an, Rüdiger. Erstens hängt die Entscheidung nicht von dir, sondern von deiner Kusine ab. und zweitens müßtest du doch auch den rein fünftlerifdjen Standpunkt in Betracht ziehen." (Fortsetzung folgt) Amsterdam - tRofterb. 2709,75 2715,25 2672,30 2677,70 • ' t 370,10 370,90 667,20 Frankfurt ‘Berlin 1-Ülhr- 1-Ahr- Schluß- Ans Kurs 77 80 355 G40 50 405 827,50 380 578 31.8. Schweizer Franken " -15 Handes 5.40 6 06 14,75 1,14 649,35 650,65 641,85 643,15 1166,30 1168,701166,30 1168,70 86,71 674,50 124,90 369,40 316,85 519 530 762 471 387 780 500 400 100 31 100 OTk. 524 790 444 383 8. 50 86,53 673,30 30 77 100 100 100 1 100 100 100 100 100 100 Kurs 29.8. 10,32 102,35 22,08 6,21 15, - 1,18 Kurs 30.8. Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag. . . . Stockholm. Wien.... London . . Pari, . . . Nruyork. . 30.8. 6,90 3,72 6.85 69,75 420,- gezahlt: 2J. x. 6,75 3,7G 6,80 98 75 5,40 124,60 368,60 316,15 85,16 665.80 Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden 10,85 10,62 10,28 102,35 102,65 102,05 22,37 22,43 22,02 1476, - 1479,- 1453.501456,50 1125,85 1128,15 1110,851131,15 - 18 .50 = 6.775 = 0.70 = 6.95 = 45.70 = 21.75 — 25.20 - 44.35 = 1-512 = 588.50 = 3 25 = 6.95 Gietzener Strafkammer. Gießen, 26. Äug. 1921. 2lm 29. März 1921 war in der hiesigen Frauenklinik ein Mädchen von Dutenhofen an eiteriger Bauchfellentzündung gestorben. Die Leichenöffnung ergab, das; es schwanger gewesen und daß bei ihm ein unerlaubter Eingrif, vorgenommen worden war. Heute wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen die Frau Elisabeth Rohrbach von hier wegen Abtreibung (§ 218 Abs. 3 StGB.) verhandelt. Rach längerer B'weisauf- nahme verwies die Strafkammer die Sache an das Schwurgericht, da die Angeklagte dringend der Lohnabtreibung verdächtig sei, und ordnete ihre sofortige Verhaftung an. Ein junger Mann von Aieder-Eschbach war angeklagt, im 3uli 1919 es unternommen zu haben. zwei von Dort stammende Soldaten in einer Alimentationssache zum Meineid z u verleiten. Aach Ansicht des Gerichts genügte das Ergebnis der Beweisaufnahme nicht zur Verurteilung des Angeklagten; er wurde sonach frei- gesprrÄen. Die übrigen Dachen waren ohne Interesse für die Allgemeinheit. Kurs 29.8. 77,50 78 50 76,10 69.20 193,- 346,- 279,- 224,50 206,- 187,- Wechsel auf goCanb ....... Deutschland Wien Prag Pari»........ London Italien Brüssel Budapest Neuyork . . Agram. ..... Bukarest...... 9 Frankfurt a. M., 30. Äug. Börsen- Jttmmung«bllb. Die Haltung blieb auch Heute fest, wenn auch In einzelnen in der lebten Zeit lebhafter gehandelten und im Kurse erhöhten Papiere Glattstclllingen stattfanden. Im freien Verkehr war wieder ziemlich reges Geschäft. Unter dem Einfluß der Zurückhaltung der Spekulation blieb die Tendenz auf diesem Gebiete schwankend. Benz konnten ihren ansänglichen Stand nicht 6e- hanpten, 309 Hansa Lloyd 220. Chemische Rhe- nania 615. Deutsche Petroleum schtvächer, da sich die Gerüchte über finanzielle Transaktionen nicht 631,- 516,- 525,— 750,- 460,25 373,- 798,- 495,- 418,75 400,- Drüssel. Antwerpen . Ehristiania Kopenhagen Stockholm ....•• Selsingfors Italien........ London Neuoork Paris . . . Schweiz........ Spanien Wien (altes). . . , . Deuifch-Oesterr. . . . Prag......... Budapest..... e Bulgarien Konstantinopel. . . . Sahtm: 6*/0 Disch. flriegsanL 4"/0 Dlsch. Reichsanl. 3e/0 Dtsch. Beichsanl. 4 °/0 Preuß Konsol» Darmstädter Bank . Deutsche Dank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Dann. . . Nationalbank f. D. . Mitteld. (Kreditbank. H.-Amerik. Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Bergw.. Gelsenkirch.Dergw. . Harpener Bergbau . Oberschles. Eisenb.-B. Oberjchles. Eisenind. , Phönix-Bergb -Akt.. Bad. Anilin, u. Soda Höchster Farbwerke. Eleklr. A.E.G Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaum», . Daimler Dud.« Eisenw.- Akt. , Adlerwerke 4°/° Hess.Staatsanl. , (Elektron Griesheim. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief 29. August. 30. August. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) „Westminster Gazette" über Deutschland und die deutsche Politik. London, 29. Aug. (WB.) Die ,W e st - m i n ft e r Gazette" schreibt in einem Leitartikel ^über die kritische Lage in Deutschland, dah man in den letzten Wochen Bericht darüber erhalten habe, dah sich Deutschland beruhige, dah es anfange zu arbeiten, das) die Arbeiter niedrigere Löhne und Heberffunben an- nehrnen und dah sich ein patriotisches Gefühl zeige, die Entschädigungen abzuzahlen. Jetzt kämen Berichte aus Berlin, worin es heiht, das) die innere Lage in Deutschland voller Gefahren und Schwierigkeiten sei. Das liberale Blatt glaubt, das) sich Wirth der Lage gewachsen zeigen werde, sieht jedoch die Schwierigkeiten des Reichskanzlers ein, da er notgedrungen der Exponent seiner Politik sei, die vollkommen unvolkstümlich sein müsse. Wirth habe die Reparativnsbedingu ngen der Alliierten angenommen und sei gerade daran, allen Kreisen Deutschlands schwerbe^astende Steuern aufzuerlegen. Dies werde von den Reaktionären und den Demagogen skrupellos aus- genutzt, die die Regierung beschuldigen, sie den Alliierten ausgeliefert zu haben und den endgültigen Ruin des deutschen Volkes zu verursachen. Die Reparationszahlungen hätten den Sturz der Mark herbeigeführt. Die Preise in Deutschland würden dadurch hochgetrieben. Dies führe zu neuen Arbeiterunruhen und zu Forderungen nach höheren Löhnen. Rur eine sehr geschickte, fähige Regierung könne sich unter all diesen Umständen behaupten. Die Alliierten wurden von Anfang an gewarnt, dah, wenn fie die deutsche Regierung zu hart treffen, fie in ihren Händen zusammenbrechen könne. Sie müßten diese Mahnung, wenn auch spät, s i ch jetzt z u Herzen nehmen. Eine gemäßigte Politik der Alliierten, die sich zum Ziele gesetzt haben würde, die demokratischen Kreise in Deutschland zu konsolidieren und den Militaristen allen Grund für die Erneuerung ihrer Tätigkeit zu nehmen, würde sich den Alliierten in denmächslen drei Jahren reichlichbesah l t machen und ihnen Bürgschaften für ein friedliches Europa verschaffen. Die lange Ver- zogerung^edoch, das Bestehen aus' unmöglich e n Forderungen und die unmög- lichenRadelstichewährendderletzten Jahre hätten die an und für sich schon groben Schwierigkeiten der republikanischen deutschen Regierung ungeheuer vermehrt und den Feuerfres- sern genügend Grund zu der Behauptung gegeben, das) ein entwaffnetes, nichtmillti asiertes Deutschland von seinen Rachbarn keine Gnade erwarten könne. Leider sei es zu spät, um alle Schäden, die angerichlet worden seien, wieder gut zu machen. Die Alliierten würden jedoch hoffent - lichieyt erkennen, das) sie die Pflicht hätten, alles zu tun, was in ihrer Macht stehe, um den Schaden nicht noch größer werden zu lassen. Wirth Züricher Devisenmarkt. 30. 8. 1.7 11. . . Fr. 125,1) . . Fl. 59,2) . . Kr 89,8) . . Kr. N7.1) . . flr. 8),3) . . Kr 117,33 . . Sh. 97,3) . . Fr 125,1) . - - 23,8) Kr. Kr. Fr. £ ß. Fr- Kr. $ Kr. 2. befförrgen sollen: der Kurs stellte sich auf 1060. Reuguinea wurden zu wesentlich höheren Kursen gesucht.Daltimore Ohio schwächer.ülnter den Montanpapieren lagen Harpener fest. Auch Rheinstahl und Oberbedarf anfänglich hoher. Der Elektro- martt unterlag später einer ungleichmähigen Tendenz. Während sich für A.E.G., Lahmeyer und Felten u. Guilleaume Kaufinteresse zeigte, schwächten sich Bergmann erheblich ab. Goldschmidt standen vorübergehend in lebhaftem Verkehr. Scheideanstalt gaben bei erster Rotiz 15 Prozent nach. Hirsch-Kupfer schwächer. Der Einheitsmarkt behielt sein festes Aussehen. Gesucht waren u. a. Maschinenfabrik Karlsruhe, Frankfurter Gummifabrik, Zellstoff Berlin und Badische Uhrenfabrik. Das Geschäft war in der zweiten Börsenstunde ruhig. Unter den chemischen Werten bemerkte man Abgabeneigung. Schantungbahn gut behauptet. Bankaktien, wie Berliner Handelsgesellschaft und Deutsche Dank lagen schwächer. Die Börse schloß nicht ganz einheitlich. Privatdiskvnt 3s/< Prozent. F ran kfvrt a. M., 31. August. Börsenkurse. 185. 6.185 0.70 7.- 45 85 21.79 25.50 44.40 1.50 587. 3.25 6.95 Schlichtungsausschuft der Provinz Obcrheften. Sitzung vom 25. August 1921. Der Dauarbeiterverband erstrebte für die Arbeiter der Zementwarenfabrik Jean Dem u. Co. in Gießen die wöchentliche Auszahlung des Stundenlohnes als Abschlagszahlung auf die Allord- leistungen, sowie eine kurzfristige Abrechnung über den verdienten Akkordlohn. Der Schlichtungsaus- schuß kam noch zu keinem Schiedsspruch, weil über die besonderen Verhältnisse zunächst eine weitere Aufklärung nötig schien. Die fristlose Entlassung des Detriebsobmannes desselben Betriebes wurde für ungerechtfertigt erklärt. Der Antrag eines Arbeiters der Gummiwarenfabrik Poppe & Eo. in (Sieben auf Weiterbeschäftigung muhte zurückgewiesen werden, da der Antragsteller mit einer Reihe anderer Arbeiter nur zu einem vorübergehenden Zweck — Erledigung eines dringenden ausländischen Auftrages — angenommen worden war und der Schutz des 812 der Verordnung vom 12. Februar 1920 über die Einstellung und Entlassung von Arbeitern und Angestellten für diesen Fall nicht gegeben ist. 3n zwei weiteren Sachen verständigten sich die Parteien. Bei den Tonwerken Abendstem ist ein "Betriebsrat neu zu wählen, da mit der Entlassung der Belegschaft bei dem Streik der alte Betriebsrat zu bestehen aufgeh ort hat und die "Bereit* erflärung der Firma, anläßlich der Wiedereinstellung von Arbeitern mit dem Rest des früheren Betriebsrates zu verhandeln, ihn nicht ohne weiteres in feine alten Funktionen wieder einfetzen kann. Der Vorteil der Arbeitnehmer selbst wie auch die ordnungsmäßige Geschäftsführung lassen es als geboten erschein eir alZbald einen Betriebsrat neu zu wählen und hierbei auch nach Möglichkeit die vei-fchiedenen Berufsgruppen gemäß §22 des Det iebsrätegesetzes zu berücksichtigen Diese Entscheidung traf der Schlichtungsausschuh an Stelle eines Dezirkswirtschaftsrates. Sie ist endgültig. 1486,- 1489,- 147^,501481,50 1870,60 1874,401853,101856,90 125,19 125,40 ----- ----- 1 Fahr-ad-rflitel x ?rima Qnalilll I extra Qnal.lät. Ben etntm ptößlirfjCt! PajonceK, Herborn. Hie Astoria-Lichtspiele Seltersweg 81 Telephon 2166 5 Akte. 9440c Ab Montag: G u n n ar Toln&a. 45 M. 65 M. C6 DL MllMniWi versende gegen Nachn 91 ni Donnerstag, t.Tepteniber verkaufe ich a is Dem killiutbahuhof einen Waggon reife mehlige Kartoffeln (Kaiserkrone) per Zentner Mark 02.00 • Lichtspielhaus • a Bahnhofstraße 34. vereiingung der wohnungslosen und wohnungsuchenden der StaN Gietzen 3u der am Donnerstag den 1. September 1921, abends 81/, Uhr, im „Postkeller" stattfindenden on77l Versammlung werden unsere Mitglieder sowie alle Wohnungsuchenden dringend eingeladen. Tagesordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit der Bereinigung,- 2. Ergänzung des Vorstandes: 3 Verschiedenes. Im Interesse der Sache wird um zahlr. Erscheinen gebet. Der Vorstand. k irde k8 dvrch Schonmavftatz« von Odermeyer-4 SRfbletn-» Heate letzter Tag: Sklaven des 20. Jahrhunderts 6 Akte. Ferner: Karlchens nächtl. Verirrung! Lustspiel in 3 Akten. Ab morgen: Mit Büchse und Lasso 5.Teil. Durch NotundTod 6 Akte. Ferner: Die schwarze Rose von Cruska la ye.alilSl, 1 Fahr j Wnrnntlc 78 M. Ceblrgsmdntel 75, 89 ‘UL la Gleitsch-tx-Ceb rgg- ] flecke 83 Di. ? Schlln ds.......13111. prima Qualität 10.5) PI. estra prima 20 M. ", la Qna'ilät, 1 Zatir Warnntte.....82 M. extra pr ma, rot 26 DL Hari htan, Cassel Opernetraüe 3. Morgen Donneretagr Ä Urnnnuhriing des gewa'tlgen Monumeutal-Films in 7 Akten I „Schieber“ o „Frau Mimis Vergangenheit“ d In den Hauptrollen: D Manja Tzertschewa A und Albert Steinrück. • In Vorbereitung: 9452c Riet PaHon11 v°n Gerhard d nOUvIl Hauptmann, eeeeeeeieieeeee» Ql'TM willkommen, jedermann. freuen will, ist uns Der Eintritt ist der oberhessischen Gemeinschaften Sonntag den 4. Sept., Waldbühne Gießen. Die Waldbühne liegt direkt hinter den neuen Kolonien, links an der Straße nach Lich. Mil der Elektrischen fährt man rote Linie bis auf die Höhe der Licher Straße. Festprogramme sind im Vorverkauf in der Buchhandlung der Pilgermission, Plack- strahe 4, zum Preise von 50 Pf. zu haben. Etwa 16 Gesangvereine und 14 Posaunenchöre werden mitwirken. Einige auswärligePrediger werden kurze Ansprachen halten. Wer sich mit uns in dem schönen Tempel der Natur (Bottes und seines Wortes jEimncb und Pofauncnfcft Eia S«M 30.Nua.8Ubr 30 Mi«, früh Telenramm aus Dresden in Amerika konnte nicht soviel Aussehen erregen, wie die aus dem Volksfest auf Oswalds- garten zugunsten der Kriegsbeschädigten aus- gestellte Boa Python oder Abgottschlange, die größte und gewaltigste Schlange der Welt nebst ihrem Begleiter. WO Mark Belohnung zahle ich jedem, der mir nachweist, daß diese zwei Weltwunder nicht auf Wahrheit beruhen, und lade ergebens! ein 011754 (Dsfar Seifert, Schausteller, Dresden. rauensper Gießen Gießen, Frauenklinik. „ . rme und Hände sich befanden. Die fehlenden Leichentelle waren ganz kurzer Zeit getöteten F1 s 0 n gefunden, an dem noch die A Saulgau (Wllrttbg.) 31. August 1921 Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen zeigen an Dr. Burk und Frau Annemarie geb. von Mülmann. Sas tigtn M fpntme Deröffen gesAbko tot seine Charakle an, dien eines Ha den Mr eine Fifi bisherige gen Han Italien I kehr blei großen ' bunten ßchrgen Für hi( beöingu eines II: gen, die Italien 1 fuhr aus kommen, gefügten an dem Segen Aenderu nut im treten k fehunq vorgesel Wc gen Rt zwischen er doch weil er Ende m jeden Sicher Derke. Seh' dm schon d weiche und 6d rufSaus Derkehi Qtaatta tionen ü lediglich künftige schaffen s Dah dens mit wen mit dieses A derben k, für, dah lands toii Dandel Mahnen Dertrcw svitz der Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen August Münz Drogeriebesitzer Maria Münz geb. Nonnenbroich lll.2 ,sp»n; schrill I' 5on*'j* N N 5re(I » S^i » Uh Li-b fei, wie allgemein anerkannt werde, ein ehrlich« fähiger Mann, der unter unglaublich schwierigen Hmflänben sein Bestes tue. Wenn die Regierung Wirth gehen würde, werde wahrscheinlich eine neue lange Periode der Verwirrung für Deutschland und die Alliierten anbrcd>cn. — Die .Westminster Gazette" erklärt, es fei im 3nteref)e der Alliierten wie im 3ntereffe Deutschlands zu wünschen, daß die Sanktionen sobald a 1 s möglich aufgehoben werden. Kein vernünftiger Mann könne daran zweifeln, dah Friede und geregelte Verhältnisse in Deutschland für ganz Europa notwendig seien. Die Schaffung eines stabilen Deutschlands und die Hilfeleistung in Rußland müßten jetzt die Hauptziele der europäischen «Politik sein. Unterzeichnung des deutsch-italienischen Handelsabkommens. Berlin, 30. Qlug. Laut .Lokalanzeiger" wurde geflern im Arbeitszimmer des Staatssekretärs von Haniel das d e u t s ch - i t a l i e- Nische Handelsabkommen unterzeichnet. Deutscherseits nahmen außer dem Staatssekretär ©efanöter von Mutlus und Konsul Immelen, italienischerseits Botschafter Frassati und Botschaftsrat ©uarnaro teil. Neue polnische Untat in Oberschlesien. Berlin, 30. Aug Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Kattowitz gemeldet. Eine neue Kette von polnischen Untaten scheint in Oberschlesien beginnen zu wollen. Am Montag früh ist eine schon lange ausgesprochene Drohung gegen den deutschen Bürgermeister von Lipine (Kreis Deuthen) Dr. Rosner zur Tat geworden. Dr Rosner wurde, als er in den frühen Morgenstunden in seine Wohnung heimkehren wollte von brei Männern angehalten, die ihn um Steuer baten. Er wurde von den drei Männern andauernd verfolgt und, als er im Begriffe war, feine Wohnung zu offnen, durch mehrere Schüsse niedergestreckt. Die Kämpfe in Marokko. P a rl s, 30. Aug. (WTB ) Wie dem .Journal" aus Madrid gemeldet wird, haben die Eingeborenen In der Gegend von Larrasch drei spanische Stellungen angegriffen. Die spanischen Truppen wurden gezwungen, zwei davon auszugeben. Einzelheiten fehlen noch aber man fürchtet ein neues ülnglück. Bedenklich sei die Ausdehnung des Aufstandes auf das bisher unberührt gebliebene Gebiet von Larrasch. Blutige Unruhen in Belgrad. Paris, 30. Qlug. (WTB) Rach einer „Ma- tin"-Meldung aus Belgrad ist eS dort gestern zu Unruhen gekommen, bei denen zwei Personen getötet und mehrere verletzt wurden. Von den Aufständischen wurden mehrere Bomben geworfen. Die Polizei und die Truppen konnten die Ordnung nur mit Hilfe von PanzerautoS wieder Herstellen. Ein Arzt als Mörder. Hamburg, 29 Aug. (Priv.-Tel.) Die Ermittelungen der Staatsanwaltschaft in Altona bezüglich der Leichenfunde in Rienstedten hatten folgendes Ergebnis: Am Morgen des 26. August wurde am Elbstrand in Rienßedten bei Hamburg-Altona der Rumpf einer offenbar vor Nr.27-30 M.67.50, Nr.31-35 M. 82.50 nur erprobte Qualitäten. Turnschuhe -ZmScliiilafcg- biete ich an: Schuistiefel Sommersprossen oarch /U Leiflonsirenosson gebe kostenlos Auskunft **• Frau EI. Poloal, Hannover E. 257, Schlieüfach 106. lcltnri$[|it dkS Stntidien NMtS