Nr. 100 Der fcieftrner Anzeiaer mit ter Dienstagsbeilage .5p»rt Umschau- er- scheint täglich, aufjer Sonn- und jeiertaas. »tätliche y. uefwe ft Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Aernsprech-Anschlüsse: fürbie$d)rif1Ieüunq 112; für Druckerei. Verlag und (beschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anteiaerckietzen. Peftf<6tafonta: Frankfurt a. m. U686. Erster Blatt M- Jahrgang Samstag, 50. April 192t GietzenerAnzeign General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: Vrühl'sche Univ.-vuch- nnö Steinbruderei R. Lange. Schristleitnng, Sefchaftr^elle unb Druderei: Schulpratze 7. Annahme Ml Anzeiaen für die laqesnummet b .s tum Nachmittag vorher ebne jede Verbindlichkeit § reit tir 1 mm höhe fül njeigene 34 mm Breite örtlich 40 Pf. auerolrti 50 Pf.; für Beklame, Anzeigen von 70 mm Breite 180P« Bei Platz, vvrschrifl20" .Aufschlag. Hauplschrislleiter: Aug. tzoetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold 3enj; für den Anzeigenteil: Han»Beck, sämtlich in Bietzen. Wod)enrücfb!i(L Die Llussprache im Reichstag hat in Den Tagen schwerster Pein unserem Bolte nicht gerade etwas Erhebendes geboten. Es ist gewiss erklärlich: Kritik an der Haltung der ReichSregierung, überhaupt an der neuen schlimmen Wendung unseres Schicksals, kann unS jetzt gar nichts nützen, und die Reden, die daran verschrvendet werden, dringen nicht an die Herren. Wir achten und schätzen Geist und Temperament des Herrn Helsferich nicht gering, hoben uns an seinem Kanrpfeseifer, der den Reichsschädling Erzberger in den Sand gestreckt hat, oft erfreut — aber auch er konnte uns in der jetzigen Lage nichts aeben, weil in so tiefer Erniedrigung unserem Volke der parteipolitische Tagesstrei! das Herz mir noch schwerer macht. Man sehnt sich nach Menschen und Kämpfern, die über den Parteien stehen, die uns zu sagen wissen von ewiger Wahrheit und Weisheit, die uns etwas zu tun und zu glauben heißen im Angesichte haßerfüllter u'iw ungerechter Völker, von denen Deutschland mißhandelt und mißachtet wird. Nebenbei war es freilich eine traurige Notwendigkeit, auf die allen Staub der Vergangenheit, auch ums eigne Gesicht, aufwirbelnde Rede des ehemaligen Reichskanzlers Müller einzugehen, denn die Ruh- meskränze der sozmldemol^atischen Partei piehmen sich nicht eben herrlich an der xepubli- kämschen Bretterivand des heutigen Deutsche Hemds ans. Der Parlamentarismus und die Demokratie spielten in diesen kritischen Wochen der Vorbereitung für den 1. Mai, wie von alten Seiten offen zugestanden wurde, keine hervorragende Rolle. Rur ein Mann wußte die Hörer und Leser etwas tiefer zu fesseln, indem er von der »Vergangenheit in die Zukunft wies und seinen Glauben an die Kraft der Wahrheit bekannte. DaS war Dr. Simons, der wenig be- rnei denSwerte Minister, der, wie alle Deutschen, über ein nur ganz geringes Kapital an internationaler Geltung verfügt, und doch eigentlich Großes leisten soll. Der Ton seiner Rede war nüchtern, aber eindringlich, in ihr lag etwas, was die schwer mißhandelte boitfcfK Seele belebend durchdrang: neben etwas schwermütiger Abwehr kleinlichen Geranks, beinahe zu milder Zurückweisung reichssck-»Ä>lick>er Indiskretionen und ober» sachlicher Vorhaltungen eine Erinnerung an deutsche Charaktere. Ja, wo sind die Führer des Volkes^ die uns in Älterer deutscher Vergangenheit, and) in dunklen Zeiten, vorwärts führten? Dr. Simons sprack) vom Freiherrn vom Stein; er sei weit entfernt, sich mit ihm, einem der größten Männer, die die deutscl)e Gescknchte kennt, vergleichen wollen, aber in einein sei er sein unbedingter Schüler: er glaube wie sener an den Rechtsgedanken. In der Tat, die besd)N»erlid)e Umwelt oes Reicbsfreiherrn, die rücksichtslose Zwingherrschaft Napoleons, aber auch die Hellen Sterne der preußisd)en Geschichte, bedeutende, mitreißende Führerpersönlid)keiten, wie sie uns Treitschke fdjiflxrt, erscheinen unserem heutigen Elend als nahe Nachbarn. Der Weitkrieg hatte uns zrveisellos ebenfalls einen Reiclchum an hochragenden Führern, Helden und Geistgewaltigen — leider nur, wie meist in der deutschen 'beschichte, keine Staatsmänner — beschert, aber heute scheint es, als hätten wir keine überragenden Persönlichkeiten mehr. Dr. Simons ist kein Freiherr vom Stein, immerhin ein Mann von Charakter und gutem Schlage, den uns die hock>mütigen Redensarten Lloyd Georges Nicht entfremden konnten. Der es heute besser könnte als er, der werfe den ersten Stein auf chn! Uns frommt wahrlich lein Bramarbas und Eisenfresser; es ist auch Zwecklos, die Herrsch- und Schmähsucht der Gegner übertrumpfen ,zu wolteii durch überlaute Propaganda. Im Gegenteil, duldende Würde gepaart mit ruhiger Besonnen heit und abwehrender Vorsicht, steht jetzt dem deutsd)en Staatsmann besser an als herausfordernde Gebärden. Tief im Innern des deutschen Volkes aber soll die schaffende Gewalt uns allmählich wieoer zu Licht und Freiheit führen. Nur ein Drittel gibt es die Feinde zu besserer Erkenntnis zu bringen : Geschlossenheit und Entschlossenheit des Do.- kes, im Widerstand nicht zu erlahmen, fest zu vertrauen der eignen Kraft und dem Weck fei der Zeit, die den Winter des franzö fischen Mißvergnügens einstens überholen und den Glauben an den Rechtsgedanken rechtfertigen wird! . . -Die deutsche Note an Amerika offenbart in ihren Folgen bereits einen Fort schritt des Rechtsgedankens. Amerika nnre nach seinen eigenen Interessen Hanseln, aber feine Politik darf sich dabei stützen auf das in der Welt wachsende Bedürfnis nach Recht And Billigkeit und wirklichem Frieden. Der ^bekannte englische Politiker Mahn ar d Keynes schrieb iin „Manchester Guardian"! einen langen Artikel, in dem er feststellt, daß er keinen wichtigen Fall kenne, in dem' Deutschland „vorsätzlich" seinen Verpflid) hingen nicht nächkomme. Er erklärt dann wörtlich: „Schrecken und Verzweiflung mag die Deut schon wiederum zwingen, eine wertlose Zustimmung zu geben zu etwas, was sie nicht vollbringen können und wollen: dazu kommt die Erniedrigung vor sich selber und die Verachtung der Welt Oder Unordnung und Verwirrung kann folgen, ein Streik der Bergarbeiter, der Fall der Regierung und neue Gelegenheiten für die Rückkehr der miHtäriidKn Führer. Solch ein Akt führt Zerstörung und Armut herauf . . . Die Wahrheit ist, das; die Deutschen ein Volk sind, das über alles Maß erniedrigt wurde, das aus Verzweiflung bereit ist, jeden Weg zu geben, der aus seinen Sorgen herausiührcn (amt, und bis an die Grenze seiner 2eiftung5’" äljigCeit zu gehen, um sich ein ruhiges Leben und ein wenig Achtung Mi sichern." Es scheint, als machten sich auch in den führenden Kreisen der Entente, mit Ans nähme Frankreichs, Stimmen des Einlenkens gehend. Während wir dem amerikanischen Wasser noch nicht auf den Grund sehen können, ist doch so viel sicher, daß Präsident Harding und sein Staatssekretär Hughes die Anwendung neuer Gewaltmittel gerne verhindern möchten. Heute und morgen, oder, wie es heute beißt, morgen und Montag tagt die neue Konferenz der Gegner in London. Es scheint zwar, daß England im Bunde mit Italien und Amerika die Besetzung des Ruhrgebietes hintanhalten möchte, dafür droht uns jedoch ein neues Ultimatum. Wie die Dinge heute liegen, wird man die Hoffnung auf friedliche Zusammenkünfte am Konferenztisch begraben müssen. Das höchste und letzte, wozu die Gewalthaber sich verstehen werden, soll wiederum ein Diktat sein. Dr. Simons, mit seinem Glauben an den Rechtsgedanken, würde es aber fidterfid) nicht unterzeichnen. Die Entente würde irgeyd eine tvertlose Unterschrift, aber die Riesensummen zur „Wiederherstellung^' doch nicht erlangen. Was and) kommen mag — die bisherige deutsche Politik wird nicht zu tadeln fein. Auch bei der Anwendung neuer Zwangsmaßnahmen stärkt sie das deutsche Gewissen in allem künftigen Geschehen. Dem Minister Sinwns aber liegt immerhin noch ein wichtiges Stück Arbeit ob. Er muß bis ans Ende gehen auf dem Wege kühler Vernunft und stoischen Einsetzens der letzten warnenden Ueberzeugungsgründe. Dann beginnt eine neue Aera, die jeden Einzelnen unseres deutschen Volkes vor die höchsten Aufgaben und Leistungen stellt. TK—mn-- (Ein neuer englischer Vorschlag? Paris, 30. April. (WTB.^ Havas meldet aus London: Ter englische Kriegs Minister hat vorgeschlagen, an die teutscl-e Regierung die dringende dlusforderung zu richten, mit einer Woche Frist 4 2 Fahreszah- lungen von je zwei Goldmilliarden anzunehmen, sowie verzinsliche Jahreszahlungen in Höh: von 25 Proz. der deutschen Ausfuhr. L o u ch e u r bekämpfte diese Anregung. Seine Ausführungen beeinflußten die Engländer aufs lebhafteste Die Belgier ietzten sich für die Aufrecht- erhaltung der Pariser Beschlüsse ein. B r i a n d wird morgen die Notwendigkeit' unverzüglicher Maßnahmen verttcten. Erst bann könnten die Berbandsregicrungen einen letzten Schritt zur Versöhnung tun, indem sie das vorgeschlagene Ultimatum an Deutschland richten. Wahrscheinlich werde dieses Vorgehen bann auch zum Schluß angewandt. . Noch immer keine Entscheidung. London, 29. April. Reuter meldet aus Washington: Die Lage in der Reparation s- fnage scheint unverändert zu sein. Wie verlautet, haben der britische, französische und belgische Botschafter Staat?sekrrär Hughes gestern mitgeteilt, daß das beutftbe Aneroieien miannehm bar erscheine. Von der japanischen und italienifdxm Regierung sind noch keine Andeutungen gegeben worden. Zchädliche Gerüchte von einem Rücktrittzgesuch öcs Ministers Simons. 9er lin, 30. April. (Priv--Telear.) Tie „Bost. Ztg.'^ weiß von einem Rücktrrtts- g e s u ch des Außenministers Dr. Simons zu beruhten, das dieser am vergangenen Sonntag vor Abgang der Note an die ameriSaniW'e Rc- r.enmg b:m Reichs.anzier Fchre:rback überreicht '"ite. 2t S.mons bäte den Wunsch geäuyer-, aus Gesundheitsrücksichten von der schweren Bü'te der Führung der außenpolitischen Geschäire d s Recches entlastet zu werden. 2er Rcickskrnz e: tate Minister 2t. Simons iedoch ersucht, aur 'd e Erledigung seines Rücktritrsgeütee schauge zu ivarten, bis eine entkbeibmbc Antwort aus 3’mmtl etngetiof'en sei. Ta diesem Ersuchen Dr. Smwns willfahren habe, sei bis zur Stunde das Rücktritts gcsuch des Außenministers dem Äabir.ett noch nicht vorgelegt worden. Wie das Blatt zu wissen glaubt, fei 'aber damit zu rechnen, baß "ter Rücktritt Dr Simons von der Leitung des Auswärttgen Amt- in den allernächsten Tagen eine vollendete Tatsache weiden würde. Ta Reichskanzler Feineubach mi' Tr. Simons sich solidarisch erk.ärt hole, )ct. wie das Blatt aus in formierten parlamentarischen Streifen erfahren haben will, die Temisswn des Auten- ministers gleichbeteuiend mit ter des RcickSlain- lers. Tie „Bos,. Ztg." berichet bereits lon vcr- l indlichen Bespirchungen, die innerhalb d:c gierwigsparteien über die Umgestaltung des Rricl's. kabineits gepilogen warten seien. Tabei ict de» Wunsch nach umfasseuten Beränterun zen im Reiäskalinett, d e niindesteus noch zw t Sitten Reichsmiiiistcrien Letrcnen wü den, geäußert wo.- dcn. Tiefe Veränderungen wruten sich aber nur aut t>ie Persnien, nicht am die Zusammeuletzung der Regierungskoalition beziehen. Beratungen des Reichskabinetts. Bersin, 30. April. (Priv.-Tel.) Ta* R e i d; s ka b i n k t t beriet gestern über die Reparationen. Diesen Bisprechungen lag jedoch eine Antwo r t der amerikanischen Regierung nicht zugrunde. Den Hauptgegeilstand der Beratungen bilde len, der Boss. Ztg zufolge, Erläuterungen und Ergänzungen der deutschen Vorschläge, die auf evtl, amerikanische Rückfragen hin gemacht iDcrbcu können. Die französische Delegation vom Wiedcrherstcllungsausschnß überstimmt. Paris, 29. Apiit. (Wolff.) Wie die „Chicago Tribut mitteilt, stellte die Re- parationskommission fest, das; gegen Deutschland aus dem Grunde, weil es die bis zum 1. Mai fälligen 20 Milliarden Gold mark nicht vollkommen bezahlt, Sanktionen nicht angeivandt werden sännen. Racks dem Wortlaut des Verttagees können für die Rest schuld im Sinne des § 235 nebst Anhang nur verzinsbare Bons verlangt werden. Diese Feststellung der Reparationskommission wurde gegen den verzweifelten Widerstand der französischen Delegation gefaßt. Dos gleiche Blatt stellt fest, daß es auch dem britischen und italienischen Druck zu verdanken sei, daß die Gesamtschuld auf 132 Milliarden Goldmark statt wie vorgeschlagen auf 190 Milliarden Goldinark von der Reparationskommission festgesetzt wurde. Paris, 29. April. (Wolfs.) Havas meldet, daß der Wortlaut der Note der Retz a r a t i o n s ko m m i s s i o u au die deutsche Kriegslastenkommission über die Höhe des Schadenbetrags sich mit der be- metbeten mündlichen Bekanntgabe decke, aber außerdem noch einen Paragrchrhen ent halte, nach dem in den 132 Milliarden die Summe nicht einbegriffen sei, die Polen in seiner Eigenschaft als ehemaliger Bestandteil Des russischen Reiches zu verlangen habe. Einsetzung einer internationalen Kommission? London, 30. April (Wolff.) Die „Mor ning Post" sagt zu der bevorstehenden Kon ferenz, die Lage fei nicht nur dunkel, sondern auch gefährlich. In einigen politischen Greifen werde der Erklärung, Deutschland fei bereit, im voraus jeden Beschluß einer internationalen Kommission anzuerkennen, beträchtliche Bedeutung beigemefsen. Man sei der Ansicht, daß im Falle der Teilnahme der Vereinigten Staaten an einer soldien Kommission die Beseitigung gefährlicher Komplikationen als möglich angesehen werden könnte Die Haltung Belgiens sei dieselbe wie die Frankreichs. Was Italien anbetreffe, so sei eine deutliche Steigung bemerkbar, gegenüber Deutschland eine milde Politik zu verfolgen und es könne als sicher angenommen werden, daß Italien an einer militärischen Besetzung des Ruhrgebiets nicht teilnehmen werde. Verschiebung der Londoner Alliiertenkonferenr. London, 29. Aprll. (WB.) Blättermeldun- g-n zusvlg? verlautet, daß die Eröffnung der L o n* boner Al liiertenkonferenz vielleicht auf Sonntag oder Mcm rag verschoben wird, da Graf Sforza wohl nickt vor morgen spät abends in London eintreffen wird. Ein neuer Ausspruch Vriand». Nach einer Meldung der „Chicago Tribüne" sprach Briand in seiner Ansprache cm die amerikanischen Journalisten auch noch von den großen Gewinnen, die Deutsch- fanb infolge der besseren wirtschaftlicher. Lage, besonders des Wechselkurses mache. Das Problem der Besetzung des fRu^rgebiete-5 werde genau studiert. Sie werde einen ae rügenden Ertrag abwerfen? Man werde die Henne, die goldene Eier lege, nicht schlachten, ''andern die Henne so betreuen, daß sie bestens Eier legen werde. Es tonne nicht die Rede van einem Kriege sein, es handele sich nur darum, die gesetzlichen Rechte des Glaichigers anzuwenden! Das werde Frankreich mit Gendarmen in Soldatenuni form machen. Ein Husroan&trunasgcfud) der ehemaligen Kaisers? Paris, 29. April. (Wolff.) Hava? verbreitet eine Meldung, nach ter der ehemalige deutsche Kaiser die brasilianische Regierung um die Ermächtigung ersucht hatte, im S-'aate Motto Grosso seinen Wohnsitz nehmen m dürfen. Ein Dankschreiben de» Neich-prastventen. Berlin, 29. April -Wolffs Ter Reichspräsident n'cktete an den Vvrsitzenten brr „American Rlliei Administration, Eump an Ehil- drcns Fun^, Robert Hoover, am 9. April folgen des Dankschreiben: Mit Bebauen« Ixibe ick vernommen, daß bie Americcul Relief Adnlunstration ^schlossen hat. den Beriäus der Leben-mit^lgutscheine mit Ende April und die Anlieferung von Nahrungsmittel- Paketen mit Ende Juli d. I. rin Auf'eien. lamit geht ein Werk aufrichtigster Mensch-nliebe, das in Europa in schnirster Zeit ins Leben «e» mfen haben, seinem Absä-luß entgegen. ES ist mir ein Herzeiisbedürfnis. Ihnen bei dieser Gelegenheit den aufrichtigen Tank deS teulitten Volkes für dir Hilfe ausz-.ispreckxn. die Sie notleidenden Familien, Müttern und Kindern in Teutsch- land geleistet haben. Sie hoben es durch fJTjre mustergültige Organisation verstanden, ben Weg zu weisen, auf dem die Gefühle der Nächstenliebe, die in ter amerikanischen Nation ruhen, in die Tat limgesetzt werten können. ToS deutsche Volk wird das große, unter Ihrem Namen in der Welt bekannt geword-me Li^beswerk nicht per essen und das Band der Menschlichkeit, daS au# den Liebes- raten ter Völkei bi den Zeiten schnxrstcr Not ge-- ki üpft wurde, wird'sich immer se'.cr scksiingen und da".l beitragen, daS gegenseitig BerstäMmiS der Völker m föibem und her Welt die (tenefung und Geiuntemg w bringen, deren sie fc> bringend bedarf Indem Sie an dieser aufbauenden Tätigten rnit- wirkten, haben Sie sick ein Verdienst um die Menschheit erworben, das weit über Zeit und Tätigkeit ihrer Organisation hinauSreichen wird. Gern bereite ich diesen Anlaß, imt Ihnen die Versickerung mauer ausgezeichneten Hochachtung zum Ausdruck zu bringen. EluS dem Memelgebiet. Memel, 29. April Dem Memeler Dampfboot zufolge wird der Generalamv- vernour bc3 MemetgebietS, General Odry am 1 Mai aus feinem hiesigen Amte scheiben. Au? Sowjet-Rukland. Reval, 29. April. (WTB) Dierussischt Sowjetregierung hat zwecks Durchführung ihres neuen Transportplanes 21 öifen* bahnwersslätten militari'iett, darunter die Sjor- N:rnv>-Werte mit 12 000 Arbeitern und die Nyk- ionski Wecke mit 10 000 Arteckern in Nishnv Ncwigorod In Petersburg sind, wie Edmowit- sckeSlaia Shisn mitteilt, alle Fabriken außer 30 vorn 24 April bis 8. Mai weaen Brennstoff- -mangels geschlossen. Im April trafen 34 WagsanS englischer stöhle ein. Tie VollÄommissare für auswärtige Angelegen l>eiien Sowjetrußlante und bet 3orojctufraine antworteten auf die rumänische Erklärung vom 13, April mit einer SSiebertolung oe- Pw- tcstes gcaen bas feindselige Verhalten rumänischer Kriegsschiffe gegen russische und ukrainische Schiffe im Tnjestr-Liman und lehnten die Teilung te» Liman-GewösscnS zwischen den drei Staaten in *ro?t gleicke Teile ab. 2i? Volfsdmrmissare treohen die Beschießung russischer und irfrainiftter 3d*Fe mit Maßnahmen gegen die rumändeten Schisse imb Batterien zu erwidern uir ^octern die Einsetzung einer gemischten Äomm. ’wn. Evvnomitsctesraja Shien berichtet, daß in Sowietrußland vier chemische, rfne Streichholz-, zwott Glas- und dreizehn $abimabrifen weqen Bcenns,offmanaels ge'chlossen werden mußten. Tie Nahrungsmittelveriorgung der Arbeiter tes Toner-Loblenbeckms wird immer schlechter. Statt der für die dortigen Arbeiter, Angestellten und Eisenbahner mmatlich erßnckedicken »wei Millionen Pud ctetrete wurden rrn April nur 400000 Äib geliefert- Infolge des Äohten- und Materialmangels wurde das Proarannn für die R varvtur ter Lokomckiven für 1921 herabge'etzl, doch kann selbst dieses Programm nicht eingehalten werten. Au» frtm Reiche. Die Eisenbahnstchrkarlen. B e r l i n, 29. April. ^WTB.) Im Wo h- n u n g s a u s s ch u ß des Reichstages erklärte der Vertreter des Reichsverkehrsministeriums, die Berechnung der Monatskarten erfolge ab 1. Juni nach dem Preise der vierten Klasse, so daß der Preis der Monatskarten gegenüber dem Preise der übrigen Fahrkarten eine Ermäßigung um die Hälfte erfahre. Die Fahrkarten für weitere Strecken würden eine scharfe Verteuerung erfahren, es sollen jedoch Monats- und Zeitkarten auf Grund des 4. Klassetariss für regelmäßig fahrende Reisende ausgegeben werden. Schülerkarten wurden zum halben Preise der Monatskarten ab 1. Juni zur Ausgabe gelange». Schmalz-w?stz-rof. UTVmDnrg, 29. April. (Wolff.> .Wie wir ymt gut unterrichteter Sette Horen, beschlossen die Senate der drei Hansa st ädte schon vor mehreren Wochen, gemeinsam Im Reid>srat den «Antrag zu stellen, in Art. 3 der Reicksversassung die letzten Worte, die sich auf di- ReicyS fa rben in der oberen inneren Gxfe beziehen, zu streichen, h. h. die schwa rz-weiß-rote Flagge als Handelsflagge einzuführen. Die Hansastädte faßten Viesen Beschluß, weil sie von der unbestritten«.: Ännahmc auSgehen, dass die schwarz-weiß-rote ^Flagge noch wie vor als Wahrzeirl-cn beutCrfjec ^wirtschaftlicher Leistungen im AuSlande angesehen «wird und eine Aenüeruna nur zu überflüssigen. Schwierigkeiten beim Wiederaufbau des deutschen Ansehen- führen würde. Vom Pressekampf. Berlin, 29. April. Wie die „Deutsche Tageszeitung" hört, ist gegen die Schriftlci- itung der „Noten Fahn e" auf Grund des A 130 des Str.-G.-B. ein Verfahren wegen ZlufreizungzumKlassenkampf ein- geleitet worden. Oberpräsident D ö r s i n g Hat, den Blättern zufolge, als Regierungskommissar für Die Provinz Sachsen die „Dallesche Zeilt u n g" für die Dauer von 10 Tagen mit der Begründung verboten, daß sie im April in zahlreichen Artikeln durch Entstellung und unwahre Behauptungen systematisch die Staatsautorität untergraben und hierdurch die öffentliche Ruhe und Ordnung in derselben Weise geschädigt habe, wie die kommunistischen Presseerzeugnisse. -------- -jM.Mr. flus dem besetzten Gebiet. Trostlose Zustände im Güterverkehr. ma. Mainz, 28. April. Die Lage im Güterverkehr unter der Einwirkung der Zoll- Hren^e am Rhein hat sich zurzeit weiter verschärft und zu der Zwangsmaßnahme der Eisenbahnverwaltung geführt. Für die Stationen Bischofsheim und Worms wird der gesamte Güterverkehr, und zwar sowohl vom besetzten ins unbesetzte Gebiet wie auch umgekehrt, vollständig gesperrt werden. Die Ursache für diese trostlosen Zustände sind lediglich in der Langsamkeit derZoll- behandlung zu suchen. In welchem Maß diese auf die normale Güterzugsabfertigung einwirkt, geht aus dem Zahlenbeispiel hervor, daß in Bischofsheim vor der Zollgrenze täglich etwa 40 Güterzüge erledigt wurden, wäh- rmb es jetzt nur noch drei sind. Nieder- und Oderlahnstein. spd. Riederlahnstein, 29. Ap'rll. Die ÜLdnschen Körperschaften von Ober- und Nie- perlahnstein sowie die Vertreter aller Bür- aer-, Beamten -intb Arbeiterorganisationen sprachen sich in einer Zusammenkunft einmütig für die Vereinigung der beiden. Lahnstein auS. Eine „Volksabstimmung" , 5oll in Kürze üb« die Vereinigung ent* ffcheiden. . AttS StaM ttttö Catiö. G i e ßen, den 30. Aoril 1921. Der Raturkalender von Gießen. Der phünologische Kalender von Geh flfat Hoffmann hat vrelen unserer Les« An* !laß zu vergleichenden Beobachtungen ge* E" Wir wollen ihn dah« auch für Sie jeweils am Anfang des Monats begeben und bemerken nur nochmals, daß die erngcffammerten Ziffern die Zahl der Beobachtungen inn«halb fünfzig Beobachtungsjahren bedeutet. Im Mai sei nur einzelnes hervvrzw heben. Am 1. entfaltet die Eickre ihre erster Blätter (23), währerch am 3. d« Buchenwalt (ftfyan völlig grün ist (41). Am 6. gibt es bk ersten offenen Maiglöckchen (34), am 7. blüht die Roßkastanie (35) und 10. der Waldmeister loder baS Maikraut (11). Am 12 blüht die .Eiche (17) und «st am 14. ist d« Eicl)wald völlig grün (27). Am 12 ist auch die Blüte deS gefleckten Aron völlig entfaltet (17), am 17. stäubt die Kies« und in den letzten Tagen Höben u a. Korn (35), Kamille (11), Hol- Lrnt>« (35), Himbeere (8) und Koniblume ^6). Don Tieren zeigt sich am 11. die erste HauS- oder Mehlschwalbe (18), am 15. zirpt die erste Grille (12), am 17. Mögt die erste Wachtel (25), die leid« jetzt fast ganz ver- tchv-unden ist, und fliegt d« erste Schwalbenschwanz (5). Wettervoraussage für Sonntag: Wolkig bis bedeckt, meist trocken, kübl, östliche Winde. — Die Wetterlage hat sich noch nicht wesentlich verändert. Amtliche Personalnachr^ichten. Uebertragen rourte am 25. April der Schul Verwalterin Helene Reuß aus Hainaründau eine Lchrerinstelle an der Volksschule zu Äctern, Kreis Schotten. Am 23. April wurde der Gefancien' Wärter Georg Grieb an der ZellenstrafanitalL Butzbach zum Strafanstaltswachtmeister ernannt. ** Oberhessischer Kunstvcrein. X/y Ausstellung der Frankfurter MnsÜergesellskbüst, die voraussichtlich ivoch vor Pftngsten pach Hed- brvmi übersiedelt, wird nur noch bis einschnetzlich 11. Mui zugänglich bleiben. Siehe Besprechung in heutiger Zettuyg. — In der Gießener Kun st- sainmlung".m Neuen Schloß mürben Ra Vierungen tent Mlers Eltze, PH. Frank, Koene- Truntn, Müller-Schönfeldt, Schaffer, T-opel und Mentelsobn, sow e Zeichnungen von Koch neu ausgestellt. In Den Aquarien von fRÜgen wurden verschiedene Bilder auSgewechfelt. Diese Aus- stellung ist unentgeltlich von 11 bi- 1 Uhr geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsertep Zutritt. •• Euripides auf der Bühne in Altertum und Neuzeit. Der Lichtbildervor trag von Privatdozentin Frl. Dr. Bieber, der gestern Mend im großen Hörsaal der Universität stattfand, sollte als Einleitung zu der Aufführung von Euripides „Hippolytos" am nächsten Dienstag im Stabil h?at« dienen. Don Euripides aus könne man die Entwicklung des griechischem Dramas, vorwärts und rückwärts schonend, vollständig übersehen. Er steh' in ter von Aeschylus und Sophokles tzesclxrffenen Tradition und habe als letzter produktiver Tragödiendichter des Altertum- die folgenben Perioden beh.trscht, die hauptsächlich nur Umarbeitungen fein« Stücke brachten. An ter Hand von Lichtbildern wurde gezeigt, wie diese Stücke in den verschiedenen Perioden inszeniert märten sind und zuletzt die für Gießen gewählte Juszenierirng als Kulturdokument aus ter Zeit des Euripides gerechtfertigt. Ein Vergleich des Hippolytos des EuripideS mit modernen Bearbeitungen desselben Stpsses «- wies die große Ueterlegenbeit ter griechischen Ori- ninaldichtung. Die interessanten und geistreichen Ausführungen ter Rednerm wurden von den zahlreich «schienenen Zuhörern — ter Saal war überfüllt, so daß eine große Anzahl ter Anwesentenr stehen mußte — mit lebhaftem Beifall ausgenommen, eine spontane Kundgebung, die Herr Univ.- Professor Dr. Herzog im Namen ter Bereinigung ter Freunde des humanistischen Gymnasiums in herzliche Worte des Dankes kleidete. *♦ Anlagenmusik. Die Kapelle des l^Ba- taillons Jnf.-Regts. Nr. 15 spielt morgen vormittag von 8AH Uhr ab (bei gutem Wetter^ in der Sud-Anlage: Ambwsiamsck« Lobgesang (Groß« Gott wir loten dich) von Th. Kranast. — Ouvertüre zur komischen Op« »Leichte Kavallerie" von Frz. v. Supps. — Gwße Fantasie aus ter Oper „Rigoletw" von G. Verdi. — Morgenblätter. Walzer von Joh. Strauß. — Armeemarsch Nr. 118 von W. Vogt. ** Kleine Mitteilungen. In ter v«- mrngorten Nacht wurde auS einem Schaufenster im Seltersweg durch Zertrümmerung ein« Scheite eine weiße Opal Hemtenblnse und eine Crepe-Bluse mit römischen Streifen gestohlen. Vor Ankauf wird gewarnt. — Tie W a ren a u s g ab e tadel l e des LetenSmittellrmtes für die nächste Woche ist im heutigen Anzeigenteil enchalten. — Nach ein« Bekanntmachung des Brennsloffamtes nxtten die Kohl enkar ten für Kleingewerbetreibende am Montag und DieuStag ausgegeben. ** Tie Steuerbehörde muß ihre Zweifel nachweisen. Zur Anwendung der ReichSabgatenordnung hat der Rrichs.inanzhof verschiedene bemerkenswerte Entscheidungen getroffen. Tie Bilanzen einer Gesellschaft haben die Vermutung ter Richtigkeit für sich; wenn die Steuer- tehörte von ihnen abweichen will, muß sie ihre Unrichtigkeit nachweisen. D« Abgabepflichtige muß aber ter Steuerbehörde die nötigen Unterlagen liefern, insbesondere muß er die unter den einzelnen Konten zusammengesaßten Gegenstände, die Anschaffunc,s- und Herstellimgspreise, die Tauer und Att ihrer Benutzung und sonstige für die Bewertung wesentliche Umstände angeben. Eine Abschreibung ist auch auf lebendes Inventar zulässig. Läßt die Entscheiduno. nicht erkennen, daß die Prüfung vorgenommen ist, so liegt ein Mangel teS Verfahrens vor. ♦♦ D i e Mitteldeutsche Creditbank teilt im Anzeigenteil mit, daß ihr Umbau, nahezu vollendet ist und daß der Eingang zu den Kasienschaltern sich mietet Johannes- straße 17 befindet. ** Besitzwechsel. Zu ter Nachricht in uns«« DounecStay-Nunrnrer über ten Verkauf ter Free-fctei Universitätsbuchhandlung wird uns ergänzend mitgeteilt, daß die Airma erst am 1. Juli tn ten Besitz teS S)enn lDr. Wolfgang Mcy« übergeht. ** Unzulässige Druik sacken. Nacknahm^kavten, die lediglich auf o« Vorderseite die Aufschrift unü die erforderlichen Angaben für die Nachnahme enthalten, aber keinen gedruckten Inhalt aufweisen, sind zur Versendung als Drucksache uidjt zulässig. ♦♦ Beeren- und P i l^ef a mm ein — ein einträgliches Geschäft. Das preußische Landwirtschaftsministerium beabsichtigt, die Gebühren für das Sammeln von Beeren und Pilzen in diesem Jahre zu erhöhen. Die Preise für Beeren und Pilze sind derart gestiegen, daß Tagesverdienste von über 100 Mk. keine Seltenheit mehr sind. In einer Oberförsderei wurde von den Sammlern ein höherer Betrag aus den slaatlichen Forsten erzielt, als die Fvrstver- waltung selbst aus dem Holzschlage vereinnahmte. Bei vorsichtig« Schätzung kann man feststellen, daß im letzten Herbst an Beeren unb Pilzen Werte von über 350 Millionen Mark aus den Staatsforsten herausgeholt wurden. Bornotizen. — Ta g es ka lender für SaNista g: Hotel Großherzig, 8 Uhr, öffentlicher Vortrag über „Ter Frietensverlrag und die Angestellten". — Hotel Einhorn, 8 Uhr, Theater-BarietS. ,— Cafs Leib, 8 Uhr, Konznt ein« Köln« Truppe. — Lichtspieltheater, wie geftem. — Tageskalender für Sonn ta g: Hotel Einhorn, 8 Uhr, Tegernle« Bauerntheat«. — Cafö Leib, 8 Uhr, Kviczrnt einer Köln« Truppe. — Lichtspieltheater wie SaNrStag. — T ie Hagenbecksche Raubtierdressur schau wird, wie i*m Anzeigenteil an* gekürrdigt wird, am 10. Mai ihr erstes Gastspiel geben. — Int Hotel Einhorn gibt daS Tbeater- VarietSB'en en stein heute ate”h feine letzte Vorstellung Don Montag ab w'rddaS Negern» feer Ba uernthea ter, Tirellion Spath Bau- teeit« tägliche Gastspiele geben. — Die Bereinigung ehernaltger Kriegsgefangener Veranstalter morgen, vormittags 9V2 Uhr in der Wirtschaft Heckmann, Kais«->Mee 30, tint Versammlung, in ter wichtige Nennungen über Löhnung und Ersatzansprüche besprochen werten. Landkreis Gießen. f. Billingen, 28. April. Am Montag feierte man frier ten sog. „Br andta g". Hiermit hat eS folgende Bewandtnis. Am 25. April des Jahres 1595 brach in Billingen ein Feuer aus, frei tem ein Hirte und eine Ziege verbrannten. In einiaen ZeitrckstSnten entstand am 25. April regelnräßig dn Brand, so daß man darauf aufmerksam wurde und ten Tag heiligte. Unterdessen wuchs eine neue Generation heran, die dem Tag keine Beachtung mehr schenkte. Da brannte am 25. April jenes Jahres halb Villinaen ab. so daß viele Leute obdachlos wurden und die Hilfe ihrer Mitmenschen in Anspruch nehmen mußten. Seit dieser Zeit feiert 'man ten 25. April als heiligen Tag und man hat dies bis zum heutigen Tage beitehalten. Leiter ist die alte Dilling« Ehrvnik verloren gegangen, st> daß Einzelheiten nicht mehr vorhanden sind. Die wenigen Angaben stammen auS einem Auszug der Chronik. KrciS Büdingen * Salz ha ufen, 30. April. Im hiesigen Braunkohlenbergwerk roirb gegenwärtig in ein«Tiefe von etwa 62Med'r gearbeitet Während man im vergangenen Jahr meist Blätterk^hle förberte, wird jetzt Stammkoh^e geschlagen: mit- unt« nxrten Stämme von bedeutendem Umfange gefunden. Wie »«lautet, soll auch eine Anlage zur Anfertigung von Preßllötzen eirra-richtet nx-rten. # Aus der Wett erau, 30. April Während man früh« unzählige Wecker mit blühendem WinterrapS sehen konnte, hat sich ihre Zahl teuer bedeutend verringert. Vielfach ist ter Raps durch den Frost im November ausgewint-rt; die noch gebliebenen Pflanzen zeigen meist Keine verkümmerte Blüten, an denen auch noch ter in Menge ttuftrrtente Ravskäs« sein Zerstörungsw«k treibt. Durch das kalte würdige Wett« ist muh ten Bienen wenig Gelegen hat geboten, die Pflanzen zu te stiegen. Sehr besorgt ist ter Landwitt über ba schlechte Aussehen ter Wiesen, ba infolge ter Trockenheit die Botengräs« fehlen. Kreis Friedberg. V l Friedberg, 30. April. In ter gestrigen Stadtverordnete nsitzung gedaeiNe ter Bürgermeister vor Eiickritt in bteTages- oitnnmg ter ver stör benen Kaiserin: dre V«sammllrng ehrte das Andenken der itetfhrbc» nen durch Erheben von den Sitzen, abgesehen von bm Mitalietern ter USP. — Tas ArbeitS- unb Wirtscliattsamt Halle die (httfchetb-nig getroffen, daß ten No t stan dsa r be r'ter n ein Stuiitenlohn von 4,20 Mk in B«bindunq mit tem Prämionsnstem gezahlt werte Xie Versammlung beschloß, diesen Lohn zu bezahlen, jäxxt) Dv.rlest dagegen einzulegen, daß ter Stadt keine Friir walpurgir. ' Kulturgeschichtliche Sklkvie. Am 1. M a i. „wenn ter Kuckuck, ruft," sagten unsere Voreltern, ist Zomm«san^ang. Und seitlich wurde er dcmzuwlge ictesmal begangen. Tie Christenheit hat ibn nach ter Schwester Winfrieds benannt, seinerzeit atiterb: ob ihrer Darmberigkeit' die Sage ater weiß auch von einer heidnischen WalpurgiS, daß sie — nach späterer Anschauung — eme Unho'din war: wenn die Maipilze aut den Wiesen erscheinen, kommt sie in deren „Herenringen" auS der schwarzen Erde heraus: „in ter Walpurgisnacht reiten die Stegen gul ten BlockSterg". In Wahrheit war sie eine grüblingSgottbeit. Dafür batten freilich bte alten Deusichcn, in vielen Landschaften verstreut wvh- mnd, vrcle Namen:Nertbus, Hertba, Erba. VrJ G’. $ ft aIa- So wmmt es, daß rotr von tet tewnrimen WalpurgiS nicht viel wissen: nur in einigen R>imen. vor allem Oraleisprüchen, wird noch an sie erinnert. Am.WaltmrgiStage kam das Vieh zum ersten Male aus die (frfmetnberocix. aut ver eS öann bm Sanzcn Sommer lang graste. Natürlich mußten 'ich die Tiere erst aneinander geivöbnen Unter ve i Stieren ianben heftige Kämpfe starr, bi» einer schließlich die Führerstellung Ober alle errang DaS war dann der „Qkme inte bulle' und ganze Torf schaute mit gefpannler Aufmerk^ani. ►it diesem Streiten zu. unb ba das liete ^e' damals gewissermaßen mit zur F-amilie gehöttr, tat eS ihm dic Jugend nach. Taher wurden zu „WalpurgiS" allenthalben Kratt- unb GcjchickUchkusproten icter Art veranstaltet: Wettrennen *u Fuß unb zu Pferde, Rinaelrennen, Tonncn'khlageii, Sackoüp'en, Votel- schießen, ntchl zu vcrgesserr die Klett«bäurne. Der Sieger rourte „Mailönig" oter ähnlich genannt, und natürlich hatte er auch eine Braut, die er sich unter allen Mädchen bcS Dorfes auSwähleri durfte, in manchen aoer auch «fleigcm mußte. „Mailcl>cn" nannte man das, denn die „Mai- [önigiii" wurde nur „zu Lehen" au5gegeben. Mindesten- dis zur Heunnte teuerte teioer Herrschaft oft ater auch das ganze Jahr lang unb meist sogar lebenslang: Deut' zu Lehen, Morgen zur Ete. Ueter ein Hahr Zu einem Paar. Denn |u jedem Tanse mußte ter MaikSnig feine Maibraut führen. Begreiflicherweise beschäftigten sich aber auch alle jungen Mädchen lebQart mit tem Gedanken, iver sie wählen würde. Sie zogen einen Fadeii aus ihrem Tuche und stellten die SLicksalsfrage: Doaten, i zieh bi, Wolpurga. t bib bi, Zoag oen moi Marr Alle Seiten an D« sich nun ter Faten anfüfrür. weich oter Ixtrt, so mürte ter Mann lern, und reo zuerst ein Hund bellte, von dorther roürte tt kommen. In alledem «lcmu man Bewnung der Fruchstorkeit. ter 1. Mai war eben and) zugleich ter Hochzeitstag Odin- und FreiaS deshalb mürben bei dreien Festen auch die jungen i'iäbdru mit ter „Üetensrute" ge chlagen, wenn sie nämlich zu lange im Bett blieüen. Ja, wo schnitt man die? Von ter Birke, von ten „Maien". Tie Birke in ihvern lichten, glänzenden Kleid ist ein Sinnbild ter Ostara, die das Leuchtende, Schimmernde liebt. Sie prangt um diese Zeit in neuem Laub, Teshalb wurde ein „Maibaum" mitten inS Torf — auch wohl vor ter Liebsten Haus — gestellt, mit „Pfmgftb'lslten" schmückte man die Kirchr unb jedes £>aai3, die Brunnen unb jeden Weg und Steg. Xarnt Mieten die Quellen ergiebig unb ihr Wa'ser frisch, auch zwischen den FtachS wurde eine Birke gesteckt, damit er so hoch wie sie wachsen mvge. freilich — Aberglaube überall — in den häufigen Wucterungen ter Birkenzweige, „Hexennester" genannt, sollten Unhol- btxnen wohnen. Auf dem „Maifeld", ter Torfwiese, wo sich m ältester Zett alle- festliche Leben abspielte, termmmelten sich einst am „Mchteg" (Walpurgis) auch alle wasfensäbinen Männer zur Herren fahrt’ Eine teloiiters prunkvolle Tagung dies« Art teranftaltete im Jahve 1184 Kaiser 5rieb- rick der Rotbart zu Mainz, bei ter er seinen lohnen br Lxhwertlette erteilte. Die bie Sitte in hohem Ansehen stand, so wurden auch iteem Satte Wunderkräfte -uge- schrieben, vor allem tem früh« viel gettunionm xi.rtenrocnt Sxn ganzen Taa lang wurde unter tem „aJUribaurn" g'tanzt: alle mannbaren Mädchen, auch alle Witwen Unter fünfzig Iahten mußten dazu antreten, und da» Manns Volk suchte sich da seine ^ar^ren aus: wo aber eine nicht m(6t t°eu Mich, wurde ihr statt des Dteriduich) vor bet Tür eine Vogelscheuche auf- Tuch gesetzt. Uni> auch sonst gab es un salzen gegeben war, zu ter Entsck«terng Stellung a nehmen. — Es nm te ein zeim köpft ter Ausschuß für die Krieoerehrung gewählt, ter nxh aus der Bürgerschaft «gäntzt nxr.bcn soll. — Ve, der Kulturinstettion soll angewagt nvrten, ob sülz die Ernte tet Vers uchsbewäss erungs- a ii l a g e audi sesVtellen l eße. ronm d.e Fester ar Kl-'/ipöchter nergetet wn dm. — Es n*urbe bc* scklosfen, roefettd stird isen Handn>erkern zugute kommt. — Für den Landamtmairn iotten m der alten Post die nötigen Räume temtgeftelU werden. Bad-Nauheim, 29. April. Am Sonntag, den 8. Mai, wird das KurhauStheatev seine diesjährige Sommerspielzeit, die achtzehnte unt« Leitung von Hosrat Hermann 3tetn4 g o e 11 c i, eröffnen. Es sind für die fommenbo Spielzcft von ter Bühnen lei ttmg ganz besonder« Vorbereitungen getroffen worden, sowohl in Ergänzung des P«sonalS, als in Einsptdierung neu« Werke, wie mich in Erneuerung der Ausstattung. Als angenehme Neuerung wird begrüßt roerben. daß für die Vorstellungen im TheatersaaL ein Plafoiü» beschafft worden ist, ter auch bei Akustil yugiite kommt. — Ter Spielplan wich neben bewahrten älteren Werken eine Reih? Inter- essanter Neuheiten bringen. ES sind aleich für die «ste Zeit an Neuheiten vorgesehen: das Lustspiel „Tie Polarreise" von Alexander 3unt, die Komödie „Kameraden" von Strindtera, bte Lustspiele „Bunbuty" (Ernst) von O. Gilbe, „Im munter schönen Monat Mai" von Svamruth-Bo- bmftebt „Bettinas Verlobung" von Leo Lenz usw. Von Neueinstudierungen seien Molisres „Tar- tüffe" und Kotzebues „Deutsche ftleinftäMa;" füt die «sie Zett h«vorgehoben, Desskn-Nassau. Anarchistische Bmndsttfter verhaftet. fpd. Frankfurt a. M„ 29. April. In der Nacht vom 1. -um 2. Ostertag wurde auf daS Kulissenhaus des Op«nhauseS ein terbreckerisckter Anschlag verübt, indem an verschiedenen Stellen Brandherde gelegt waren. D« Anschlag wurde rechtAeittg durch die Ansm«ksamkeit eines Wächä«S vereitelt. Jetzt ist eS gelungen, die Täter in anarchisti, schen Kreisen Frankfurts zu ermitteln. Wie wir hären, wurden bereits sieben Personen sestgenvmmen, die ein teilweises GeständniS abgelegt haben. Waldbrand. [1 Marburg, 28. April. An ten Lahn? bergen hinter ten Schießstänten, auf dem so^. Bürgel« Gleichen, brach heute nachmittag ein Waldbrand aus, der ein Eingreifen cinefl Teiles der Freiwilligen Feuerwehr nötig machte. ES gelana bald, des Feuers Herr zu roerten. Aus dem hiesigen Güterbahnhos ging gestern abend ein Waggon Stwh in Flammen auf w mc. Frankfurt a. M., 29. April, tfaft täglich erscheinen vor den Frankfurter Gericht ten B ä ck e r m e i st e r, weil sie Weißbrot ohne Erlaubnis aeboaen haben, und es regnet schwere Strafen. So wurden gestern verurteilt die Bäcker Andreas Treidel zu zwei Wochen Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe, Heinrich Binder zu 7 Tagen Gefängnis unb 1000 Mk. Geldstrafe, und Heinrich Bader »u 3 Tagen Gefängnis und 800 Mk. Geldstrafe. • ** Kurze Nachrichten an- Dessen unb den Nachbar staa ten. In Rödgen feiert morgen das Ehepaar Peter QHxi und Frau Katharina, geb. Gilbert, da- ^eft ter si.ternen Hochzeit. — In seinem letzten Kirchenkonzert führte ter rührige Ki«l)enchor in L i ch »um ersten Male ein zusammenhingeirteS Oratoriernwerk, ,,D« 3üna- 1mg ju Nain" von Scltzvalm, mit großem Ersois auf 'Von den sonstigen Tarbietungen Teitn noch erwähnt die frif-djen Gelänge ter lugei h ichen Ehorsckule unb die „Stimmung-H brr" von Mal^ Intfl, die Lehrer Stein auf ter Orgel fhmmungi* voll roietergab. — Im K^uihaus zu B a d - N u- heirn hielt vor einer gtorci ZittHrerichaft Tr. Martin einen sehr interessanten Lichts tervortmg über da- Salinen- und Debaoesen in Miiteleuwp« von den ältesten Zeiten bi- zur Gegenwart. Ev zeigte dabei, daß dre Anfänlte ter Dcw-Nauhermer Saline biS in d.e prälttüorrscte Zeit zurückgehen. — MS einzige Gemeinte deS FinanzomtStezirkA Ndda war Oberschmitten im veroangenen Jahre in ter Lage, keine Gemeindesteuern (Gnmh, und Gewerbesteuern) zu erheben. — In N i k> ba und R t i die lsheim wu.ten von ber Gewertet schule 18«bereitu'tginnte für bte M.istechrüfung eingerichtet, die sich «nes guten Zuspruchs er* freuen. — Jrn Holzlag« ter Zellulosefabrik Kohl- Haus au Fulba brach in ter letzten Nacht Feuei aus, da- infolge Wassermangels sta'k am sich griff unb erft nach (angftü ibiger Tätig feit zahl- reicter Feuerwehren eingedämmt werten Lonnte. Torfe Lärm unb Ausgelassenheit genug — um böse Geister zu bannen. Mit Peitschenknallen und Ratschen würbe das ganze Torf ,-abgeklappertt), um von ten eingefammdten Gaben — als bte Festschmäuse aushörten — wenigstens das „Mai- bi«" zu bestreiten. Kein Wimder. daß die ®rü- lichfeit dieses Ireibat mit scheelen Auaen ansah, bis schließlich daS meiste von diesem heidnischen Walpurgistagokult im kirchlichm Pfingstf ste auf- ging. Schon im Jahre 1225 hieb der^Psarrrv Johannes zu Aachen ernm solchen tveftixtum um, ater er «regte dadurch einen solchen Aufruhr, daß ter Vogt Wilhelm einen noch höheren miruiritteen befahl. Unb Rührendes erzählt man sich in Soest AlS dic Stabt im Jahre 1446 mit dem Erzbischof von Köln in F-ehoc lag und von ihm hart bedrängt wurde, wollten ch« Burger gleichwobl ihre Maien baten. Sie zogen mit großer Kriegsmacht aus, rnnuxften einen fdunen Strauß und kamen mit Wunden. Sieg und Maien zurück Aus oen alten „Maisahrten" sind die fr*ute noch all beliebten Frühwanderungen am Dfmastsonntag heroorqcgangm, denen die Geist- (id)feit in Tors und Stabt entgegen tont mt, indem sie im Freien predigt. Viel von diesen alten Dollsteäuchen ist setzt emgeschlafen. Erfreulüterwetse hat man aber auch manches in jüngster Zett wieder belebt, so das alte „Winter aus tragen" in Heidelberg und in Eisenach, ten „Sommmgewinn", unschuldige, doch teteutungSreiche Frühlings feste vor allem ter Fugend, denen ater doch icter gerne zusieht, letzter Nachhall altgermamw»« Lebens- freute, Sorge unb yoffnunj ans der Unvalbtett fchtfnffMttfltcit wH zu entfalte auf den Zauns nkraz ui Pfahl Mundwasser-Zahn pasba wird. Ner gefal iefcimg, rgenma»regeln aufgriorbert Todes-Anzeige Familie Oießen, den 28. April 1921 5025D Heuchelheim, den 29. April 1921 5012V Die Beerdigung findet Sonntag den 1. Mai 1921, nachm. 2 Uhr, statt fretinblid) rndbL 1 bt< uibehn. fltöbqen b 500ID Gießen, den 30. April 1921 Äine »weite, weit fi in der zu scharfen innrrtitflt allerdings der ÄöntwOf bd kommmd rrenden brr alliierten Arntkcn. empfängt die Sxxt Turnsportler »um Für die vielen schwer betroffenen iw Ser- Pankraz Danksagung. Beweise herzlicher Teilnahme bd dem uns so schmerzlichen Verluste, sowie für die Kranz- zahlreiche Beteiligung von Seiten der Firma KLiserfiratze 32 -u übernach int begann mit Cbmalmuiik bitten um recht »atztretwe öeieuiiung. GteHen, 30. April 1E1. Ter Vorstand Turnen, Spiel und Sport. £>anbball. Auf dem V f V -Spvrt- „Trieb" findet morgen Nachmittag ein Handball Wettspiel »wischen den crfttlt Mannsdmftcn des Mürmer-TurnVereins Qhrb<« A. Zt. (ffrokberz o Hessen. Aidci solide Herren ludten ein dimmer mit zwei Betten. Tchriiil Anaeb. iinier<*RS3a. b. (Hieb. An,. Die Beerdigung findet Montag den 2. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt tetra fDefehle verlangt und daS weiteste Entgegen kommen bei freiwilliger tzafnabgabe -ugesaat wird Junger Kaufmann >ucht fofort mbbt Zimmer. SdjnhL Anaeb. unter 06317 «n-eiger Zum L 5. sucht rub- Dtub alt ecm- ■HL »Mer, cvtL seo-Etna. a. Lifart ob. 1. Lt. Nähe b. lonbro. amtitutl beoor». ^briftL Ana. u. «530 and. G An». Es lat bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten was man hat muß scheiden. teiligung und Kranzspenden, danken wir auf diesem Wege herzlichst. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Lina Sommerkom Witwe geb. Flick Karl Sommerkom, Polizeiwachtmeister, und Familie, Wi4 koche per sofort für bk Gesamt- dauer meines Studiums und bexü V s D. Äiehen sialt Gleich spannend wie daS Fuhballspiel und nur mit dein Unterschiebe, daß mit dem Fuhr der Ball nicht berührt werden dari. hat daS neue Spiel besonder» in Turner- kreisen groben Ankiana gefunben. — vorder liefern Landwirtschaft. Was der Landmann vom Mai sagt. Mnlregen auf die Saaten, dann regnet tu, Du.Qlen- — Bienenschwärme im Mal brinaen unS viel Heu. — Stuhle und Abend» minbeften» cn.60qm grob, nebst ArbettSraum von rheinticher Dein- und Soirituosen - Firma ver iofort tu mieten gesucht. SrfjriftL Angebote unter 49*24 an ben Gieh. An». fid) die erste Milttörmonnsihaft des 9tvhfln»r&r- ^lcgimentS 15 und dir yoeite des v s. B. ein drll'C'hsellschaitSsviel. — N.rch beiden Svteien ls des B. s. B die Marburger Wettspiel (Siebe Äntdge.) ICunft und Wissenschaft In dem Monftitt am Lcndescheater hat nunmehr auch der Darmstädter Musik- verein, der im Musikleben der Landeshauptstadt eine bedeutende Stellung ebmimmt, und der von Genevalmusikdirettor Balling geleitet rtnrb, gegen den Intendanten Hartung Stellung genommen. Eine funkentelegraphische Station im Taunus. Wie ans Koblenz gemelkt wird, wurde der Universität Frankmtt a M. durch Vermittlung deS ReichskommissarS für die beiefcten rlfriii eben Gebiet« von der interalliierten Rhemlandlrim- missron die Erlaubnis ertri t, aut dem kleinen Feldberg im Taunus eine fünfentclegra* wird, sand nicht die Mehrheit der Bersammluna. Es könnte, so tmirbe gesagt, für diese letzte Matz- nabme gegebencnsallS eine weitere Versammlung fiattsinden. Besser als bittereMandeln u.Zitronen dabei billiger, bequemer und uenündvr sind Dr. Reppins Backöle „Bittermandel und Zitrone“. Versuche'* Sie auch Dr. Rcoi-Ins Vanillin- nulter. Bnckpnlverund Hum-Aroma. < Generalvertreter1 Robert Völker. i — Kami, Fünffensterstraße 4. — Füntziger-Bereinigung 1865—1915. SirerHlÜenblermtibte traurige'tiflidtt, unsere Mliglieber von bem tobe unsere» lieben Alterdkollegen 06^5 Wilhelm keil kicher Weise >u begehen: fhtb doch an diesem Tage 400 Jahre verflossen, seit Luther auf seiner Rückreise von Worms hier eintraf, um im ©ame mc. Frankfurt a. M., 29. April. Aneschen dem FrankNlrterSvmphoni e-C r d> e ft e r und seinen bi-hrriqen ^irnnten imd entfte Hl- seren»rn an>gtt'rokbev bie beinahe zur Auslosung des Orchesters geführt bAttrn Run sind sämtliche Musiler aus ihrem dishr^igm Tiftift- wrWltnU ausgrsdncdcn und führen dos Lrchrste* seldsmndig weder. Zimmer mit ober ohne VenUon, nur tu besserem Hau y a L an bet Kühen- periuoerle b. Ttadt fing, erbitte Tb*oIssslovsky, Musteraellllnelhof Heinrich Sack IV Georg Kreiling Niel. Rink. WMv EmpsangUskntivn m errichten. Damit ist ein von der llmrer-itit iX'itr.f urt längst getagter Wwtsch erfüllt rooitten. bet e1 dem Inst tut crmögiiax, seine witstmsthallii de For- Todes-Anzeige. Freunden, Bekannten und Verwandten hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß es Oott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen innigstgeliebten, treusorgenden Gatten, unseren Vater, Bruder, Schwager und Schwiegervater Herrn Wilhelm Keil Bezirksschornsteinfegermeister nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 56 Jahren zu sich zu nehmen. Um stille Teilnahme bitten im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Keil und Kinder. tau mi Mai bringen Wein und vieles Heu. — Nasse Pfingsten, fette Weihnachten. — Der Mai ist selten so gut, er ' " nach einen öut - Ae stehen rote der Spatz __Urbanitag ohne Regen, verspreck)en reichen Segen. — Vor Nachtfrost bist du sicher pickst, bis daß herein Servatius deicht. Nach- vem der Urban pflegt &u sein, so glauDt man, daß gerat der Wein. — Regen im Mai, gibt fürs flanke Jahr Brot und Heu. —< Auf nassen Mai kommt trockener Juni herbei. — Maientau macht grüne Au; Maien- Kited?€ rrnd Schule Luche rfeier. □ Friedberg, 28. April. Wenn auch in unserer tetabt, wie wohl überall im evangelischen Deutschland, die Lutherfeier am 18. April in durchaus würdiger Weise durch JestgotteSdtenst und Festkon-ert begangen wurde, ließ es sich die hiesige „Eoang. Bereinigimg" unter der Leitung ihres rührigen Vorsitzenden, Professor LampaS, doch nicht nehmen, den für Friedberg so denkwürdigen 2 8 April in ganz besonders feier- Heute nacht entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden an den Folgen eines Unfalles mein lieber Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwager, Schwiegersohn und Onkel Ludwig Rinn I. im Alter von 46 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: niederlegung Poppe & Co., des Ruderklubs Hassia, des DeutschnaL Handlungs- gehilfen-Verbandes (Ortsgruppe Gießen) und der Gießener Polizeibeamten, insbesondere aber auch für die überaus zahlreiche Be- 6014B1 Tüchtiger Derwaltungs- gehilse • sofort oelncbt. Oriol- bung nach bem RelchSiett' tatib le nach Vfthungen bis iu Äruvoe HL ©cmerbunnenm. Zeug- nitabfcbrlhen ftnb um- aebenb einiurelchen. ttrosdors, 2«. Avril 1921. Ter Vürqrrmeifter. 9önOler, önnflerer. WleöenietlöDfer in Etadi u. X'anb. Giän- Acnbei Artikel b. täglichen Webraudi». tD. R W. W Holzer IkrbienfL Lchristl. Angebote unter OIL38 an ben (»lebener An»elyrr. sWWWk aesucht. OÜ'XÄ säzmttl ilbtilükti. (y-bemal. Voltjeibcamter ober Wilitäranroärter nli ErmlnlungSbeamter flehidn. 4917D (<'rfnft!,uo®obteHnna Nanbeim, lelebe- ■ ebitielnlsterlae 11L_ ‘•*1 Bntocrl. ^ubrrnoen, b auch 'anbwlrtsch. verii^ fom I Madchen-b melken konn. für bauetnb h doh. Voün n. guter Kerofl. oef. hat*.-Waas. Iivl l..la- aehlltaiL ■atterabale IL fröste, umnitze Aaste. — SteorguZ und MaiTPs bringen oftmals roaS «ry's, Philipp und Jakobi sind dann noch -Wei Grobi; Pansraz, Mamers, Servazi, daS sind erst drei Lum» pazi, oft Urban gar ist streng fürioahr, auch Peter und Paul sind manchmal faul. Eine Protestvrrfammlung gegen Strafbefthle. n Marburg, 28 AprU. Aus Beranlassuno deS SreiS-BauernverrinS sand früh’ tu den Dtadt- sälkn eine von über 1500 Canbroirtcn besucht« Denammlung statt, die sich mit der nachträglich anacortmetcn vaserumlaaeundden denNicht- obliesercrn -ugesandten Dttasbefeblen beschäftigte. Die nach der aufgebobenen Freigabe des Hafers im Dezember geforderte Menge betrug anfangs, wie mitgeleilt wurde, 15 OM Zentner, sie wurde später aus 7000 und schließlich auf 1500 Beniner ermäßigt. Aber auch diese Umlage ist nicht erfüllt worden, weil die Landwirte bei der Freigabe sich bcrtiM anders eingerichtet und in einigen Gemarkungen die Ernte verhagelt ist Alle Redner sprachen sich in sehr scharfen Worten gegen die angeordneten ZwangSmahnahmen, wie überhaupt gegen die ZwangZwirtschast aus und befürworteten eine freiwillige Abgabe des zu erübrigenden LaferS, aber nur ju Zwecken der menschlichen Erukinung und nicht als Futter für HeereS- und gewerblichie ?serde ES wurde schließlich eine Entschlie- u n g angenommen, in der die Zurücknahme der Luise Rinn geb. Nesseldreher Jobs. Nesseldreher II. Ww, - Heinrich Rinn X. der Galerie der StaMhrdx, um 9 Übt fanb ein FestaotteSdienst für die eoang Ächuliuge-rd flau, bei der Prvieisor Lamvas die Festiede hielt: bte Kirche war bis zum letzten Piützchen gefüllt,.viele Ä" en in ben Gängen stehen Nach Schluß der tthen Frier zog man unter bem FestgelLute aller Glocken nach bem ßu Iber baute, vor dem sich eine tausendköpn.ze Menge versammelt hatte. Nach einem von bem Posarmen chor üorgrtragenrn Cboralc und einem Geiangsvortraae bei Ueörer- seminarS und Männergesangvereins ergriff Prof. Dreher daS Wort, um der geschichtlicheil üe* bcutung deS Tages für unsere gerecht zu werden. Wie nachhaltig die Erinnerung an den Besuch LutberS wach brieb, dafür »eugt oie Sage, daß der Anttick der Burg F-nedberg mit bem mächtigen Adolfsturme Lutlier zu seinem Liede „Ein feste Burg" begriftert haben soll. Nach ScPus; her mit großem Beifall aufgenommatrn Festrede ertönte cuis tausend Kehlen mach'.voll bad alte Trutzlied „Ein feste Btrrg ist unser Gott". — Bund morgen abend slndet im Saal bau ein alt statt, bei dem Pws. Keller die An- < halten wird und ein von Frau Johanna Vambfch gedichtetes Festspiel „Lut der in F r i e d b e r g" aur Aufführung kommt , beide Ver- anftalhtngcn sind schon im Dorverkause vollstüitdig auSverkaust. e O Grünberg, 28. April. Am vergangenen Sonntag fanb in der hiesigen fthnfje eri Kirchenkonzert von drei sdriegsblinben statt. Es waren dies Fritz Jürgensen (Crget), Pmil Risch (Violine) und Emü Wiericfe (ÖriangV Tre drei Künstler boten gute Leistungen, besonders zu erwähnen sind die G-esangSdaroiciungeai. Tas Stouyert war sehr stark besucht, auch viele auSmärtige Besucher waren erschienen. acob Rinn XIX., Vater -amilie Jac. Renner II. „ Wilhelm Rinn VIII „ Friedrich Rinn I. „ Ludwig Kröck XIII *• Rodheim a. b. D., 30. April Die von ben V i eybesi tzer n des fihrile? Bi de - Vopf cingerrichte Eingabe gegen die griorberte Abgabe (ILachschutz von 43 Mk ptv Ltück R»r> v.ch zu der im Bonahre bereit* gezahlten autzeo- gewöhnlrch hoben Abgabe von 20 Mk pro Srück! ium RindoichentfchLbigunastor.'dö für 192U ist vom Landeshauptmann in WieSbiden abgelebut loorden. Giern aberb wu b nun in einer Bersammlung der Viehbesitzer 04K7 a b. (Mich flni Wer tauscht 3 oder mehr Jtmmer inCBirften gea. 3-3lmm.» BZobnnng in Frank» flirt a. SH. f _ t Lchttf'llche Angebote unter OßWa. b. 041B 'llitöiiiniidit Klinik Wrir "'^^""Knhn.ist abzugeben. 06552 steüe de^ Gießener Anzeigers einreichen. 3 gnterb. ^rack Anziiae sowie 2 Zahltaschen für .Meflner, 1 B. balblange Stiefel, Grös,e 4L sowie Arbeitdschube, GrönetL 1 Ncistzeug, 1 Milch- ausziebpumvevreiSwert Ht Tmd Hanklioner Gut erhaltenes Tiifelklavier IO Tauben sowie eine Anzahl Mille Umkisten lidj ttny de4 mitte Nckner 1 Lisrgchm ffttum pküts art Rfroltlaria. 5 zu C. 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Wer gegen 4 Uhr am Sel- terstor vorbei ging, blieb sichre erstaunt stehen- Saß doch neben dem OktroihäuSchm ein Feldgrauer auf einem Klapvstühl, vor sich ein winziges Harmonium, daneben ein Kamerad mit d» gegmrrtg mit ffriten versprochen Satte. cw— - - -tV.__rr_ „ e^n ."zr-m^-rrrr rTXTT. bekam er aui 'sein eigenes Ansuchen dm Nachmittag von El Äabir frei und stürzte sich tn dunklen Missionen in das Gewühl London-. In europäischer Kleidung und mü seinem alten Ehaus- ieurd plom vom königlichen 2lutvmobi.kl^b Koxer- hagen rn der Tasch: sehen wir ihn um vier Uhr tn eine Garage an der Btackfriars Bridge treten. Eine Snrtbc später kehrt er nach eiter Probefahrt im Auto durch die Lo bmer Straßen dorthin zurück. Eine weitere Viertel-tunde später verläßt er den Garagebesitzer, nachdem er seine letzten Dieriig Pfund dort deponiert hat, als Sicherheit für em Auto, das er — wahrscheinlich — nächsten Freitag mieten und ohne Chauffeur selbst lenken wird Tas zu besingen, was nun folgt, würde eine würdigere Feder verlangen als b:e meinige. Ge- iabe aus der Garage gekommen ging Philipp nachdenklich das Embanfment eitang, über ein ungelöstes, wichtiges Detail seines Plan es nach- grübelnd. Würde Baieson allein srin?'Lber würde fein Ehcmfteur mit sein? Und würde er u bi ’ ’ Falle seinen eigenen Plan andern müßen, ober würde besagter Chauf'eur mit sich reden la’'’en? Und während er noch darüber grübelte, erblickte er plötzlich vor Te 5teysers Hotel ein großes schwarzes Panhardauto mit tigerartig spornendem Motor und baneben, im Gespräch mit einem in Leder gekleideten Chauffeur, keinen orderen als Mr. Dateson. (Fortsetzung folatJ -Tenn so oft Philipp einen freien Moment dritte — das beißt, wenn das Wartezimmer leer unb Mr. Baieson nicht zu ertoarten war — schlüpfte er in Den kleinen ichon erwähnten Aus- nchtswinkel. Bon hier aus Miegte auch der Magier feine Kunden insgelteim zu beobachten, betwr er an Rendezvous gab Konnte er ihnen dabei nm genug von Interesse alstezen, um ihnen zu pro- _ was nicht so selten vor kam. denn El Kadirs Stellung war früher di-: anftnuchslo'e cincs Kellners ,rewZen —. wurde die ^.acke H1-- _ William Bat-s-ns v-md- Statten wurde ein RentezmmS wr nnm -mteren Snn be- ftimmt bis biefer burd) ferne saW.mlm «erta» bunqen in der unteren Well b ndX-gen .un-tiS in frrfabnmg gebra-br hatte. .i«rm trnirbe gangenheit u; i> Zukunft mit derfelbm -^$^^1. von dem großen El 'Kcwtr _ ^uiet. ein neuer Beweis seiner wunderbaren p'ychi’chen Kraftwurde zu den vielen anderen gelegt, und das Geichast gmg besser denn je. In diesem Raume stand Philipp jetzt, -Freitag, 19 Februar 1906. das Lhr an ein kleine- Xtod) in der Wand zum Privchzimmer gepreßt, den lend Ich habe nicht den geringsten Berus, den sozialdemokratischen Minister Seoering rn Schutz zu nehmen. Ader ich kalte es für gefährlich, itx*mt man ansängt, Beamte die in einer so schweren Zeit für das Wohl des ganzen Volkes oerantivortlich sind, in ihrer Tatkraft lähmen zu wollen, weil sie zufällig einer anderen Partei angehüven. Aba. Mehr Hof (U.S.): Die außervrdent lieben wridite erweisen sich -äxlid) als Klassenjustiz einrichtungen. Tic Kommunisten haben an die Stelle des proletanidKn Klassenkamp es den Put schismus g setzt. Anstelle bt Sonderg polemisiert sckzars gegen die Unabhängigen wegen ihrer Stellung nähme zu der Ausstandsbewegung. Er nxntbet sich ferner gegen die Borwürse des Ministers Koch und sagt: Wir rücken nickst von her Bewegung ab. Wir bekennen uns offen dazu, das mittcb- dentsch' Proletariat zum Kampfe gegen die Provokation der R:aklion aufg-rusen zu haben. Wenn >vir auch diesmal in Mittcldeutsckstand unterlegen sind, so sind »vir doch nickst besiegt und werdeit zur gegebenen Zeit von neuem zum Kampfe aufrufen. Damit schließt die Erörterung, da die Rednerliste erschöpft ist. Tas Haus vertagt sich auf Tienstag, den 3 Mai, nachmittags 2 Uhr. Anfragen, deutschnationale Interpellation betreffend die Zwangswirtschaft in dec Landwirtschaft, Anträge unb Interpellation betreffend die Aufhebung der Arbeitslosenunterstützung sotvic kleinere Vorlagen. Schluß 8 Uhr. Frühlingstag. — T«se An musikalischer anstaltung hat aber auch eine sehr anfte Ist fie doch bezeichnend für die Not und das Elend off 3eit, in der wir leben. Müssen uwert früheren Feldgrauen denn wirklich übergeben zu btefre musikalischen Bettelei? ES wäre sehr zu wünschen, daß die Organisationen uniereS Staats- unb Ge- sellschaftSlebens dafür sorgten, daß besonders den ehemaligen Kriegs teilneh ment eine mAnchende Eristen; verbürgt wird, und daß derlei südländische I Erscheinungen bei uns nickst zur Regel werden. uügenb bekannt sind. ES genügt jedoch nickst allein, den Di'geln Niststätten zu schaftm, Nester und Brut müssen wie vor rotten Menschen, so auch vor Raubvögeln geschützt werden ES liegt schon im Interesse der 3anbbcrc4tigtcn, daß sie besonders den Aus Stabt und Land. Gießen, den 30. April 1921. Schutz den Vögeln. Ter Älpril ist der Hauptnwnat für den Früh- jahrszug unserer Vögel. Bei dwr linden, sonnigen Wetter, das, abgesehen von den Fwstnächten der vorigen Woche, fast ben ganzen NLonat hindurch anhielt, tarnen die Vögel viel früher an, als sonst. Schwalben tarnen schon ftn März, H a u s - und Gartenrotschwänze, Grasmücken, Laubsänger, Finken, Würger und Tauben kamen im April. Lustig schallt nun der 93ögti Stimme im frischen, grüren Fiühttngswald! Sofort nach der Anftoift rüftete sich das kleine Volk zum Brntgei'chäft. Die überwinternden Vögel hatten bereits damit begonnen. Schon zu Anfang des .April wurden flügge Amseln beobachtet. 3febt brüten die Tannenmeisen in ihren Baumböhlen, die Lerchen, Ammern imb Baumläufer, der Buchfink rüstet unb die Grasmücken paaren. — Da jetzt schon die meisten der l-eimischen Vögel brüten, muß vor allem daraus Bedacht genommen werden, die Bruten vor Störungen und räuberischen lieber- fällen — namentlich auch der vagabondierenden Kotzen — zu schützen Auch vor den Menschen müssen die Vögel geschützt werden, und daher ist es sehr zweckmäßig, daß das Polizeiamt Gießen im Amtsverkündigungsblatt jetzt zur Brutzeit an ein Reichsgesetz erinnert, wonach das Zerstören und Aus heben von Nestern oder Brutstätten der Vögel, das Zerstören und Ausnehmen von Eiern, das ?lusnehmen und Töten von Jungen, sowie das Feilbievm ober ber Verkauf von Eiern und Jungen unterlagt ist Wer gegen dieses Gesetz verstößt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark ober mit Haft bestraft Diese Strafe trifft besonders auch Eltern und Erzieher, die es unterlassen, Kinder von solchen zerstörerischen Handlungen tchzuhalten. Das Aufsichtsversonal ist angewiesen, jeden Anschlag gegen Vögel und ihre Nester dem Gerichte anzuzeigen Tie Vögel hoben es so schon idruer jjenug. Um'onst fliegen manch' der gefieberten Sänger h7n und her imb finden nirgends eine dichte Dornenhecke ober einen hohlen Baum, wo sie nifticn können Tie Wobnhecke bes Vorjahres ist vom Landwirt ausgervdet oder, wenn sie am Feldrain stand, von bösen Buben verbrannt worden Viele Vögel, wie zum Beispiel Distel- und Buchfinken, sind es von Natur aus nicht gewohnt, ihre Nester hoch über den Boden zu bauen Auch den Höhlenbrütern fehlt es an Nist- gelegenchit, da manchr hoble Baum in Wald unb Feld gefällt worden ist. Das R o t s ch io ä n ; Berlin,^29. April. (Wolfs.) Dem Reichstag ging der Gmtrourf eines Gesetzes zu, betreffend die vorläufige Neu au f stell ung des Ortsklassen oe r ze i chn i s se s. Mit , Rücksicht aus die außerordentlich Eilbedürftigkeit ber An gelegen!^ it bittet der Finanzminister um möglichte Bescheimigung ber Beschlußfassung. che ii taim sich zwar mit einem Mauerloch behelfen, ebenso die Bachstelze, denn fie sind .„valb- höblenbrütei". Wenn es cm naises Jahr gibt, lucht sich auch das Meisenpärchen in der Gartenpumpe einen sicheren Wohnort Jedoch viele Vögel müssen m diesem Jahre auf die Cflteui- frrvben verzichten, nvnn sie ei nicht vorziedeu, abzuwandern Die Folge davon ist ein llrivrbanb* nehmen ber schädlichen Insekien An Behörden, Landwirte und Gartner kann man daher nicht dringend genug die Bitte richten: Schafft den kleinen Gängern Nist- gelegen he i te n? ES gibt selbst bei der verbesserten Feldwirtschaft noch genügend Stellen, nx> Hecken angelegt, vord«vwe!ie geduldet unb gepflegt werden können Für die Höhlenbrüter bange man N ist kästen aus Stare nisten be- lanntlitb auch in Kolonien Für sie kann man, da sic weit fliegen, um Nahrung zu suchen, eine ganze Anzahl ZI ästen nebencinanbei au Wangen. EO wirb uns von einem Jvrsthame in der Nähe cineS Waldes der Nachbarsckuft mflblt, bei dem sich ctiiM 30 bewohnte Starkästen bcfmbeii. Eine Zuschrift, die ivir erhielten pamt allerdings davor, die Starenkästen in wärt en an->i: bringen, da ber Star eine besondere Vorliebe für bie ersten reifen Erdbeeren, Äirsckten unb gc'ben Birnen, sowie für Wi-inNaiiven unb Zivetschen habe Tie Zuichiist emphfbtt. die StarenTäfien am Walde aufzuhängen. von wo aus ihre Be'.i'vbncr die an» arcuzenden F^-lder befrreidien können. Tie Preise I)at gewölmlick» ein ganz bestimmtes Jagdrevier, in ban sie Irin anderes Pärchen bulbct. Für sie müssen in großen Ab- fiänben .stästen mit kleinem ^iuaWr ausgehängt nvrben, bomit sie weder von Spatzen noch Staren bezogen werden können Um bie Schwalben zu schützen, rücke man den lästigen und schädlichen Spatzen zu Leibe, die als Schwalbennesträuber ge* •• Billige Ferienzüye. Die uwbrart Steigerung der Person.m'obrvreise macht ei vielen unmöglich, ibre Ferien wirllich -ur Erholung aus- zunuyen. Die Borstellungen, die deswegen k*im Reichsverkehrsministeriupi erhoben worden sind, scheinen nunmehr zu praktischen Erg-bnissen xu führen. Man hat im Reichsverkehrsministerium tn Aussicht genommen, billige Ferienzüge bt diesem Sommer fahren mi lassen. ES schwe'en zur Zeit Erörterungen über bte Art ber Durchführung^ Ein Beschluß ist zwar bis jetzt noch nicht gefaßt, boch bars mit Bestimmtheit bannt gerechnet werben, baß tatsäcklich biefe Ferienzüge ui diesem Jahre verkehren werden. "Straßenmusikanlen, bisher wohi nut in der Großstabt heimisch, konnte man geftern auch Jahre zu beantragen Unter Hinweis aut die Timamiwirentate weist ber Redner >ede Gemeinschaft mit den Attentätern van sich und erklärt, datz die Kommunisten den IiUiin.ma! lenvr Der* at-fdvuen. Höllein schließt seine brch'uiltalbftünbige Rede mit der Prophezeiung an die Mebrkeitssozi.- lvsten, datz'die Entwicklung der iinge sie doch einmal zwingen werbe, gemeinsam mit den Xonrnru- niften zu kämpfen, um die Orgefch und bic harter ihr stehende Regierung und den Kapitalismus zu stürzen. Reichsminifter Dr. Koch: Sie werden nicht erwarten, daß ich auf bie maßlosen Angriffe des Vorredners gegen die Justiz eingdx, und ebenioroenig, daß ich hier über die vorgebrachten Behauptungen über Aus ck.reitungen der Schutzpolizei nn Aufstandsgediete o^cr in Ber lin näher mich ein lasse. iALg. Höllein ruft: Hört, hört! Gegenruf: Sie haben dreieinhalb Stunden gesprochen. Seien Sic dock endlich sclll!) Es ist aber notwendig, daß endlich einmal stier vor dem Reichstag und vor bent deutsckren Volke die ge radezu unerhörte Manier festgenagelt wird, mit I dec eine Partei zu den Eroiguissen, die sie selbst hervorgerusen hat, sich nickst betauten will, foti bcni diese Ereignisse öffentlich abzulcugnen suckst. Das Urteil über ein solck^es Vorgel)en übedaffe ich ber Oefsentlichkeit. Wir wissen, daß ein hervorragender toinmunistischer Führer, 2t. Levi, in teiner Brosckstire rin großes Material dafür erbracht hat, daß die Zbommmtistische Partei den mittelbeutidtai Aufftand in Shene gesetzt bat. Wir wissen, wie von bei k!ommunistisck)en Presse und von der Tribüne des Reichstages mehrmals ein solcher Aufruhr angeCünbigt worden ist. Ich kann es nicht verstehen, wenn nachl)er behauptet wird, daß die Aktion in Mitteldeutschland durch das Verbrechertum hervvrgerufen worden' sei unb nicht durch die zstommunistiscbe Parte . Ter Minister kommt dmm auf die' verschiedenen Aufrufe in der „Roten Fahne" M spreck)en, in denen gesagt wurde, die Momnnntiitiftbe Pariei miisse zur 9utiun übergehen unb das Proletariat zeigen, daß sie bereit und willens fei, feine Kämpfe zu führen. Dieses letztere ist besonders interessant. Wir müssen den Kamps. führt der Minister fort, annehmen. Wir sind noch zu sehr in der Anschauung, als ob man diesen Kampf vergleichen könnte mit dem geistigen Kampfe, den die Sozialdemokratie jahrzehntelang geführt hat. Ter Kampf kann nicht anders geführt werden, als indem wir die Ordnungsmittel in den Dienst des >lamvfes stellen und jeden, dec sich des Hochverrats fduilbig macht, mit ber Scharfe des Gesetzes ansassen. (Sehr richtig! rechts.) Bon anderer Seite ist Kritik daran geübt ivordcn, daß die Regierung nicht rasch genug vorgegangen sei. Ta ist man nicht über die ungeheuren Schwierigkeiten einer heutigen Polizeiaktion unterrickstet. Wir können heute einem solchen Aufruhr besser begegnen wie vor einem Jahr, und wir haben die Sidjrrbeit, solche Putsche rasch niederzusdstagcn. Tie Schutzpolizei^ hat sich vortrefflich bewährt und verdient unser aller Tank. Wenn uns eine kleine MÄiderheit den Kampf gewaltsam aufbrängt unb den blutigen Umsturz predigt, so roiroc der Staat von sich selbst verlassen, wenn er sich nicht mit allen Kräften zur Wehr setzen wollte. Die außerordentlidstn Gerichte bi-rtm uns die Gewähr für rasche Arbeit. Solange ich für das Schicksal des Teuft dien Reiches mitverantwortlich bin, werde ich mich jedem Bersudj des verbrecherischen Umsturzes zur Wehr setzen. (Lebhafter Beifall.) 2lbg. Schwarzer (Bayer. Vpt ): Tie Ausnahmebestimmungen und die 'Sondergerichte wenden sich nidst gegen eine Klaffe oder Partei. Diese Bel-aupluiig ist eine bewußte Fälschung. Tie Kommunisten haben auch diesmal wieder eine Eigenschaft bewiesen, wie man sie oft bei Revolutionen beobachtet: bie Feigheit. Man sduckt bie Massen vor, die aus TuMrnheit oder Idealismus ihr Leben opfern. Nachher treten die Führer in den Vordergrund und stellen in den gesetzgebenden Korperlchaften die Vorgänge als von Spitzeln veranlaßt und sich selbst als durchaus unschuldig hin. Lärm bei der äufierften Linken.) Wer selbst mit Terror operiert, bat keinen Anlaß, auf die Son berge richte zu schimpfen. Abg. Hemeter cDntf): Den Antrag der Unabhängigen auf Aufhebung ber Sonbergerichte lehnen wir ab, imb aber mit Ausschußberatung der sozialdemokr afts chen Anträge auf lieber Weisung ber jugendlichen Aufrührer an die ordentlichen Gerichte rinverstanden. Die wirtschaftlid^n Schäden der Aufstandsbew-gung sind außerordentlich loch. Allein die Stadt Halle hat einen Schaden ton V Millionen erlitten, und durch die Stilllegung der Leunawerke ist bie Landwirt'chaft und damit die Lolllsernährung um weit m'fyr als 100 MUlionen geschädigi worden. Die großen Derer ber Schutzpolizei l'inb zurückzufüh.en aut das Nichl- einseven der Reichswehr. Tas Entwafsnunasgesetz ist nur dazu benutzt worden, den oiLnungÄiebenden Elemente' ^i' Wiklen afsurebmen Ter Auf- fta .d in Mitteldeutschland ist nick t niedergeschlacea lonbem nur aagedvoci>en Reichsminister Koch:,.Ter Vorwurr, daß nür I nicht vasch genug ein gegriffen Härten, ut unzutrci- Dcutfcbcr Ucicbstag. Berlin, 29. April Auf brr Tagesordnung stehen zunächst kleine Anfragen. Auf die Anfrage des Abg. Dr. Braun- Franken Ä) wegen der aufjerocbentlid^m Verteuerung ber Preise für Monats- unb Wochen karten der Re^d)srisenbahnen vom 1. Juni ab er- iü be t rin Rciiermigs'oertreter, daß man, um den Fehlbetrag bei den Cci ciibatmen au^ugleidicji, an km Mo aiS und Wod»entacten nicht l)ättc wr- übergehe-i können. Dem 3k dellcngsveckehr und dem Beruf-verehr würde icdoch nach wie vor Rechnung getragen. Auf eine Mfrage des Abg. Dr. Becker- Hesseii 'T. Vpt.). daß Steuerbeamte, die lediglich •in Erfüllmm ihrer Ticnsrpflicht Unrichtigkeiten in Steuererklärungen aufgedeckt hätten, belohnt mofben seien, erklärt Ministerialrat Dr. Löblich, daß on dem Grundfatz, baß für derartige Tienst- (ciftiingcn Belohnungen nicht gewährt to-rben türf- ten, sriigehalt n werde. Nur für ganz außerordentliche Xienideiftungai soll len Belohnungen genxil/rt werden. _ r Nach Erledigung weiterer kleinerer Anfragen begründet Abg. Leutheußer (D. Vpt.) den von lämb lichen Partetal mit Aisnahmr der Unabhängigen und der Monrrnimiftcn ring.brachten GesetzeMivnrf zur weiteren Ergänzung dcs Geetzes zur Verfolgung von riegsverbrecheii und Kriegsvergehen. Cs ist bie Ergäirzung des Gesetzes vom 24. März 1920 durch einen Paragraphen 1 a beantragt, der Mn Oberreilbsmiwalt die Befugnis gibt, Die An- beraifntimg einer Haupkvcrhand mig zu beantragen, auch wenn zu einer Anklageschrift rin genügender Artlasi nicht gegeben ist. In zweiter Beratung nimmt das Haus den beantragten Cfe.evenftvurf unverändert an. Die dritte ikrahmg kann nicht sofort stattfinden, da die Kommunisten widersprechen. Tarauf setzt dos Haus die Beratung dec Anträge der Sozialdeniokraten und Unabhängigen über die Außerkraftsetzung der Verordnungen des Reichspräsidenten- oojn 23. Juli 1920 und bom Mär^ 1921 wegen der Bildung der aufievordent- (i*m Gerichte fort. Abg. Höllein (Komm.l wendet sickz gegen bie Verleumdungen, be icn die Kommunisten von allen Seiten, einschließlid) b'r Unabhängigen, ans- nach der Ei inähme der Werke schuldig gemacht habe. Tie ganzen Tenorn Hatten täte seien van Aebtgio'chenjungen an- gezcttelt warben, um eine Vogromstimmung gegen die .Kommunisten beim deutschen Volke zu erzeugen. Wunderbar, fehr wunderbar, bau die Arbeiter immer au, der Flucht erschanen worden in b. Es ist ein Jrrglauve, wenn man meint. eine Jbee ?u toten, indem man den einen d.r anderen ihrer Betenner um die Ecke bringt. Man bat den Redafceur des „Ruhrecho" $u 2 Jahren Zucht- verurteilt, weil er zwei Auftme der Vereinigten Kammunistische nPartei veröftenfticht bat. 2er Staatsanwalt hatte bie Schamlasigleit, sieben tb.'v* bestes -rank es Likbk k» tifcrs. Siek £ff 0$ M ßarcnai Mch Kramm Sei»1 brot 6. »üh Mehl stelle^!' für 5 KerdÄ- W ßtttttZ ftfrr = « Oerfi t Für Btn»$ ß8?J Z-.dr «ta Jjktlnta Sj| LL 4. Aul marfe 2> tefaimte fltiali von 2.3 5. Hrcmm Lcbensn figtn tom 3- HSndler Süt»-Anl Ultimi 5a. Itanttn bet Pail bommifsarS für die nnrtidxxitlfcbe Temo' t madnnig tn btffen imirbc erneut m der Lvfrnl'eweaiingssache des otienbeffifrUen Braun tohlen- und fciicnftein» tergtrnies tortaiiteh, nadjbem in der Sitzung vom 15. April kein Sdnefr.^sprnch zuilande gekommen war. Den Parteien nntite wiederholt Qklcceit* freit gegeben, zu einer Einigung gu kommen. ITtn Landkreis Fletzen. u. Heuchelheim, 29 April. Beim Holzfahren geriet der Landwirt L. Rinn I. am Dienstag unter das Hinterrad seines schwer beladenen Wagens. Der Brustkorb wurde ihm eingedrückt und innere Organe schwer vorletzt, daß ec gestern abend starb. H- Aebnlich, wenn auch nicht mit so schlinr- mem Aus gang, verunglückte am Tage zuvor der Landwirt H. Vollmann VIII., dem die Räder seines ebenfalls mit Holz beladenen Wagens über die beiden Unterschenkel fuhren. Ob ouch hier innere Sckmoigungen vorsiegen, konnte noch nicht festgesteltt werden. Starkenburg und Rheinhessen. Raubmord. WorMS, 29. April. Ter 66 Jahre alte Landwirt Georg Schmitt auS AlS he i m wurde heute früh, an Händen und Beinen gefesselt, tot •nt seinem Zimmer auf gesunden Der Üvvf war in ein Tuch cing.'tvi (fielt, der Hals mit einem Tuch uMschnürt. Es muß in der Nacht ein furchtbarer Kampf zwischen dem Opfer und dem Mörder statt gefunden haben. Sämtliche Möbel- .stücke, Fenster und Türen waren yrtrü'mmert, die Schubladen erbrochen und ihres Inhaltes beraubt. Aer Polizeihund verfolgt die Spur des Mörders. Oberhessischer Nunstverein. Ausstellung Frankfurttr Kiinstler. Gießen, 29 April 1921. ES ist keine angenehme Ausgabe, sich zu dieser Ausstellung zu äußern, die rein wirtschaftliche Interessen verfolgt und zu diesem Zwecke die Be- »rehungen zwischen den Frankfurter Künstlern und iauffräftiaen Gießener Kunstliebhabern aufnehmen möchte. Ter Frankfurter Künstlergruppe sind die meisten dortigen Maler angeschlossen mit Ausnahme der fortschrittlich Gesinnten. Svlckze Zu- iammensassunaen mögen wirtschaftlich notwendig fein, geben aber selbst bei scharfer Jury durch die Ausstell enden fein Hareä Bild der eigentlich Wertschoffenden — deren in jeder Stadt nur wenige fern können — da die künstlerisch schwackjen VerbandSmitglieder vielfach auch die wirtschaftlich schwächeren stud. Selbst eine Jury, ine vorurteilsfrei urteilen will, wird sie von solchen Berkaufs- möalickknten nicht ausschließen fönnen. Außerdem wird die Zusammensasiung aller Maler einer Großstadt — in Frankfurt sind es etwa drei- frunbert — die unoeveinbaren Persönlichketten und Richtungen unter einen Hut bringen müssen. Tie allgemeinen Erwägungen findet man beim Durchwandern der Ausstellung in Gießen im einzelnen bestätigt. Eine gute Gruppierung der Bilder an den Wandfl ächm faßt nach Möglichkeit GleilchgearteteS Zusammen. Dennoch rtrtrfr man den Eindruck nicht loS, als hm freie es sich um eine retrospektive Ausstellung über zumindest die letzten fünf Jahrzehnte. Eine relativ künftertsche Hilhe kann man den Arbeiten nicht abspvechen, aber es ist kaum ein Bild vorhanden, das sich darüber frmaud'befrt. Wer sein Heim wohl e älltg fitmtücfen ■ will, findet reiche Auswahl von Gemälden, die geschmackvoll angelegt, mit sauberem Können gemalt, einen Wandsckmmck abgeben, den man nicht leid werden n>rrt>. Aus diesem Grunde mntz man den notleidenden Frankfurtern — sie haben heute schwer , um ihre Ertstenz »u ringen, wie alle Künstler — wvhl wünsch n. daß ihnen in Gießen ein besonders ergiebiger Verkaufserfolg bei drehen sein möge. Für eine kritische Ä^einanderfetzung ist die Ausstellung jedoch wenig fruchtbar. Wir sehen daher diesmal von einer eingehenden Besprechung der einzelnen Werke ab und verweisen, da bisher nur von den Gemälden die Rede war, auf eine ' Reihe reizender Kleinplastiken, da die Plastik bei unseren Ausstellungen im allgemeinen etwas zu kur» kommt. zz. vom SchlichtioigsausscLitz zunächst gemachter Bor- schlag fand nicht ihre ZuAmmung, so daß m rt’ie förmliche Vcchar.fr. ung einperteten roerben mußte Es wurde alsdann folger ter Schiedsspruch erlassen: „1. Für die Monate Februar und März hx fr eine Lohnerhöhung ober Beihilfe nicht gewährt II. Für die Zeit öont 1. Avlrtl ds. IS. soll bis aus weiteres eine wirtschaftliche Bechüfe wie folgt von den Werken g^zah t werden: a) für Skt bei ratet».*, Willver mit eigenem Hausstand und Lcfrige, die alleimge Ernährer einer Familie sind, für den Monat 50 Mk urb für jÄes Mnd unter 15 Johnen, soweit frtciet feinen selbständigen Verdienst hat, von 10 Mk. für den Monat; d) für Ledige über 18 Jähren im Monat 25 Mk., im Alter von 16—18 Jahren 15 Mk., unter 16 Jahren 10 Mk/' Ter SchlichtungSausschutz sah von einer Regelung für die Monate Februar und März ab, bi durch den am 16. März 1921 gefällten Schbd -- spruck) der damals tätig geiDJifrencn Schrü>sstcllL über diesen Teil des Antrags bereits rechtskr'äftrg entschieden worden war (von beifrm 'Ikirteien als binbenb anerkannter Spruch). Im übrigen nahm der SchlichtungsauSschui; an, datz von einer wesentlichen Verbilltgung der Lebensmittel noch fet te Rede fein. Tie Arbeitcrsen Bäeutung her Streitfragen wurde die Angeles>enheit in den Sitzungen tom 20. Dezember 1920 unb 6 Januar 1021 demZentralschliästungS auöschuß beim ReichSarbeitsmiui' erium -ur Ent scheidung überwiesen. Tiestr fällte für die Entlassungen bei allen Reicksvertnögens- und Reichs- verpfleaungsämtern einen allgemein gehaltenen Schiedsspruch, der Richtlinien für die Belvndlung der einzelnen ©treitfälfe gibt Aur Grund dieses Schiedsspntches wurde nunmehr die dem Angestellten Balser gegenüber ausgesprochene Kündigung für zum 31. T^ember 1920, die dem Angestellten ErbS."frrn gegenüber ausge Pivchene Kündigung für zum 31. März 1921 witksom erklärt. Für Erbsiorn, der Betriebsratsmit^lied war, kam ein früherer Kündigungstermin mcht in Frage, da erst am 6. Januar 1921 gemäß § 97 bed ®c triebsrätegesetzes die zur Kündigung erforderliche Zustimmung der B.-trielis^ertvetung tom Schlichtungsausschuß ersetzt worden mar unb ton diesem Tage an dann eine neue Kündigungsfrist lief. Ein Anspruch der beiden Angestellten auf Bewilligung einer Llbkehrgebühr (Entlastungsunterstützung) wurde nicht für gegeben erachtet, da die Abkehrgebühr nur für Entlassungen von Arbeitern und Angestellten infolge Verminderung des Reichs- Heeres torgesehen war. vermischteA. Hinrichtung durch giftige Gase. Ter Senat des Staates Utah nahm ein Gesetz an, das die Vollstreckung des Todesurteils durch Anwendung giftiger Gase vorsieht. Der Verurteilte wird in eine Zelle gebracht, die mit dem Gasbehälter in Verbindung sdeht: wenn er schläft, werden die Gashähne aufgedreht, so daß er vollständig schmerzlos ■ ins Jensetts befördert wird. * * Frankfurt a. M., 28. April. Seit einigen Tagen sind die Mannschaften der grünen Schutzpolizei in Frankfurt a. M. mit kurzen Vollgummiknüppeln ausgerüstet, wie sie die englischen Polizeibeamten besitzen. Die „Grünen" tragen sie nur, wenn sie Straßendienst haben, und zwar am Leibgurt hängend. Mit dieser „harmloseren" Waffe können die Beamten manchen Angriff abwehren. Spiclplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 1. Mai: ToSca. Montag, 2.: Tiefland. TienStag, 3.: Figaro- Hochzeit. Mittwoch, 4.: Madame Butterfly. Donnerstag, 5.: Tannhäuser. Freitag, 6.: Der Freischütz. Samstag, 7.: Ter Troubadour. Sonntag, 8.: Tie Zauberflöde. Montag, 9.: Volks- Vorstellung : Fioelio. Dienstag, 10.: Mignon. Mittwoch, 11.: Die toten Augen. — Schauspielhaus. Sonntaa, 1. Mai: Cäsar unb Cleopatra Montag, 2.: Vorstellung für die Theater- Gemeinde des Bühnenvolksbuiwes. Ter Glücks- toter. Tiens tag, 3.: Die große Katharina. Vorher: Tie sittliche Forderung. Mittwoch, 4.: Cäsar unb Cleopatra Donnerstag, 5.: Peer Gvnt. Freitag, 6.: Was ihr wollt! Samstag, 7.: Cäsar und Cleopatra. Sonntag, 8.: Vormittags 11 Uhr: Schiller-Matinee Abends: Rodert irnb Bertram. Montag, 9.: Alt-Heidelberg. Dienstag, 10.: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Mittwoch, 11.: Ernst --- Kircblidfc Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 1. Mai. Rvgate. In der Stadtkirche. Boim. 8 Uhr, zugl Christenlehre f. fr. NeuLmsirmiertrn a d Markus- gemeinte: Pft. Becker. 9Ve: Pll. Mckhr. 11: Kinder kirche f. b. Martbäusgemestd.: Psr. Mahr. — Tienstag, 3. Mai, alb:-. 8: Heliervertzimmlung b. Männer- u. Fraueitvereinigung d. Matkhäu-- gemeinte. --- In ter I ohann eS ki r che. Borm. 8 Uhr, zugl. Christenlehre f. d Neu sm firmierten a. d JohMlneS.iemei:'de: Pfr. Ausfe d 9y»: Psr. Dechtolsheimet. 11: .Anterkirche V ‘b. LukaS- gemernte: Pfr. Bechitolsteimer. Donnerstag, 5. Rtai. Himmelfahrtstag. In ter Siadtkirche. Vorn,. 91/?: Pfr Becker — Qm ter Johanne- kirche Storm. Waschstoffe weiße, farbige and bedruckte Voile Musseline in Wolle und Baumwolle Dirndlstoffe viele neue Muster bdenllanelle fürSporthemden u. Blusen in schönen Streifen Ein Posten Reste in Waschetoffen be- aonders billig! L. Bernard 6 Bismarckstraße 6. Dazimal- und Kettsnwaagen empfiehlt 00478 Karl Rehmldt, Neuemveg 42. 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Bergstraße 20, »ur Einstcht an^gebänat. (Mienen, den V. Avrilist-tz Helstichcs Ort-gericht. «7*8 Leo. 9i/9: Psr. Ausield. — In ter alten Fried- Hofs kapelle. Nachm. 2: Pfarvasslst. Ramge. 1. Mai. Wieseck. Vorm. 9: Bei^Le. 9M?: Gottesdienst; im Anschluß Feier d. h.. 3Hx*: fr» mäb 18. — Christi Himmelfahrt. Norm. 91/?: Gottesdienst. — Soitntag, 1. Mai, tonn. 10: Äirchbe ra. — Hl. Aboud.nahl f. d. um gen Leute von Mainzlar. — Nachnt. 1: Lollar. —, Nachm. 1: Taubringen. Katholische Gemeinde. Samstag, 30. April, nachm. 5 u. Tbfrs. 8 Ufrr: ttelegenh. z. hl. Beichtt. — Smrntag, 1. Mat. 5. Sonntag nach Ostern Vv7m. 6’4: Gelegenheit z. hl Beichte. 7: Hl. Messe Kommmtii>n fr. Männer u Jünglinge. 8: Au:t llung d bl. Kvmmmtivn. 9: Hochamt nt Pr. 1U öl. Mes|e m. Pr. Nachm. 2: Christenlehre; ter Andacht. 3: Jünglings-.^oitgregaiion. Altrs pün!t. 8V»: Versammltmg d Genie nte im öcrn sh mie mtl Vortrag d. Herrn TombtpitularS Lenhart über die wiämgsten Fragen der Gegenwart — Freuag, norm. 7: Segensmesse. Kathol. Gottesdienst 1. Mar. L r ck^ vorm. Vir8. —Laubach^vvrm. 10. —jungen, lUKbm. 5 Uhr. Briefkasten der Nedaktßon. 8- ®. in ll. Auch die im Nebenamt befintKtdfcn Genreindebeamten erhalten Teuerungszulagen. Cine ernste frage! Warum lassen Sie bei den teuren Xaffeepreisen so viele wertvolle Bestandteile der Bohne ungenutztt Sine 3u9ab* von Webeds CarlsbaderXaffeegewürz bringt das flüchtige jTroma der Kaffeebohne unter dem Einfluß kochenden Wassers voll zur Entwicklung, 3)ie starke Ausnutzung der Bohne erhöht den Wohlgeschmack und die färb kraft des Qet rankes, verursacht also eine sehr fühlbare Ersparnis. „Weber’s Carlsbader“ ist in der alten,praktischen Würfelpackung zum Preise von Jrf. 2M5 überall zu naben. Nachmltta<«tee: Mittwochs, Samstatrs u. Sonntag* mit Tana und Vorführungen. Tflgllch ahende: Heitere Krinetlerspiele und vorzügliche Konzerte der Hauskapelle. 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Sh., „ 5. fil., „ 6. SH., Kiefern-Etänime 2 SH ,, 3. fil., Aktiva Bn auSgellebenen Äapitalten nl gegen ÖbUgattonen b) gegen Bürgschakt c) gegen Wütttfauffltlber . - - dl gegen Merloaviere nach dem xut3 om 31. 12. 20......... e) Kassenoorrat f) Ausüänbe...... - - r) Mobilien nach 5*/0 Abschreibung • «Btanb am 1. Stannat 1921 185 Tat Ml,gN-dergutbab. betrügende 1919 47120 - Zugang 1920 .........■ • 81615 — Da-Mltgliedergutbab. betrug Ende 15^> Die Haftsumme betrug Ende 1919 " . 143 006.— Die Hafisu nme beträgt Ende 1930 . . 187OOft— 2 99 Mm. 10,39 12 68 13,37 17.43 2,50 7,56 3,74 Haben. .x Per Zinsen auS belegten Kapitalien . 360.46 3,49 20,20 2,68 0,23 0,54 0,54 1,8.5 Der Vorstand deS Sisenbabner-Heim stätten-Verein» Gießen e. «. m. b. H. Weber. Pauly. Landmann. Röbmig. Müller. Eijenbahner-heimstätten-verein e. G. m. b. h., Gießen. »ilWMZl.JezMtllM Bekanntmachung Betrifft: Holzversteigerung cri«t bflrrt-r1l*rr inig-a.’Möenötildi Sverftraße 6 Hirrfi n. Wirtschaft. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1919 . 116 Abgang in 1920 durch Tod und Aufkündigung 18 Zugang in 1920 ............ ~ Daher Stand End« 1930 ...... . W Holzsubmission. AuS den Waldiingen der (benmnbe Beuern kommt folgendes Holz auf dem Submission-wege zum Verkauf : . 148 . 44 Fichten-Stämme ((Sthnittbolj) 2. Kl., 1 S = 2,95 Fstm. sichten-Stamme (Schnittholz) 3. SSL, 8 Stück = 11,11 Fstm. Los I: Fichtrn-Slämme (Bauholz) 4. Kl., 4 Stück - 4,48 FstM. „ Fichten-Stämme (Bauholz) 5a-Kl., 39 St. = 26,47 Fstm. „ Fichten-Stämme (Bauliolz) 5b»SlX., 155 ©t. Vergebung von Bauarbeiten. Für den Schul-»«--Neubauru Gro- sien-Buseck sollen m(frtebenbe Arbeiten de- inneren Ausbaues im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden: Maurer-, nglersÄlo 11 cr-, Glaser-, Schreiner-, Wei ßbinder-und Tapezier Arbeiten, ferner Initalla- tionö-Arbeiten für bte Be- und Chu* Wässerungen^ und dre elektrische BelouhtungS- Aktiva. M Neubauten „ Baumaterialien . . . # Inventar ...... , Bank-Konto 78 7V.- 1 482.1? 32WM 1647 042 ffl 325 4M.11 161.20 TWnertf? -- 47,84 Fstm. Fichten-Stämme 4. Klasse, == 8,88 Fsdn. Fichten-Stämnv' '^-Klasse, - 18,82 Fstm. Fichten-Stämme 5d-Klasse, = 19,44 Fstm. Fichten-Stämme 4. fiürsse, = 10,93 Fstnt. Fichten-Stämme 5a*ftlafte, = 30,92 Fstm. Fichden-Stämnlc 5d-Klasse, = 61,16 Fstm. Angebote sind getrennt nach beginnend, im Stadthaus, g straße 20, Zimmer 6, Gewinn- enb Verlustrechnung. Doll. An Abschreib,«naen.......... „ G> schäst^uukasten „ Zinsen laus BeschLstbanteile) . . . . „ Reingewinn......... - 2 —4. Kl., 6,41 Fm. Fichte 4.—5. K) Derbstangen: Eicke 0,14 Fm. 1. 0,22 Fm. 2. SH., Fichte 6,30 Fm. 1. Kl., 19,75 Fm. 2. SH. Reisstangen: 0,65 Fm Fichte 1. SH. Nutzscheiter: Rm Eicho 6 1. SH., 6 2 SH. UM. Der obcce Baubcamtr der Kreis Verwaltung Gießen. CellariuS. Tas Hol» lagert in verschiedenen Distrikten und wird aus Verlangen vorher von Forstwatt Kock dahier vorgezeigt, spätere Einwendungen werden nicht mehr berücksichtigt. — Etwaige kleinere Abweichungen im Festychalt bleiben vor- behalten. 4976V Tie Gemeinde behält sich die Genehmigung im einzelnen wie im ganzen 8 Tage vor. Beuern, den 28. April 1921. Bürgermeisterei Beuern. Walther. bekannten (Mcbäftni 50 Okarnm frische, ungesalzene Molkereibutter zum Preise von 2.20 Mk. in Empfang genommen werden 5. Keks Eine Rolle Einheitskeks von 125 «ramm zu 1.80 Mk. gegen Vorlegung der LclrenSmittelauSweiSkatte. Ausgabe in die hiesigen fileinlxmdelSgeschäften, solange Vorrat reicht, vom 3.—7. Mai 1921. Abholung durch die Kleinhändler am Montag, 2 Mai 1921, am Lager Süd-Anlage 10 von 9—12 Uhr vorm. und 2 biS 4 Uhr nacht... 5a. Ausgabe von Zwieback. 1 Pack K^vankenzwicbock von 125 Gramm zu 1.95 Mk. Äer Pack gegen Borzeiginrg der Milchausweisbart« an Kinder von 1—6 Fahren und Kranke. Ausgabe durch die diesigen Kleinhandel Sgescktöfte, solange Vorrat reicht, vom 3.—7. Mai 1921 Abholung 1 Buchen stomm 2. Klaffe mit 0,5.5 Fstm. 10 Buchen stamme 3 Klasse mit 8,31 Fstm. 95 Buclrnstämme 4. Klasse mit 46Z6 Fstn und Klasse innerhalb der Lost, da keine Zusammenrechnung statt findet, pro Festmeter dis zum Freitag den 6. Mai l. ft, nachmittags 4 Uhr, an unterzeichnete Bürgermeisterei eirrzureichen, wo alsdann die (Eröffnung erfolgt. Tie Verkaussbedingungen, denen sich die KÄustr mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, können vorher bei uns eingesehen werden Am 1. Mai abends 8 Uhr Wmmaitt smutti- nno Botw-M 8—11 Uhr norm und l—4 Uhr nachm. Bezugscheine werben von 7l/r—12 Uhr norm und V»3—-51/, Ubr nachm im Brennstossamt. Stabt* hau§. Gattenstr. 2, Nebengebäude lft-uheres Orts- gettckt> ausgegeben Preist: Sbartbot», geschnitten 14 Mk für den Zentner, Michdol-,. geschnitten 12 Mk für den Zentner. Für kleingehacktes Hol» ttrirb ein Zusckloc» .von 1 Mk. für den Zentner 5’rechnet Bei Abnahme größerer Mengen, mindestens 50 Zentner, wird ein Preisnachlaß von 1 Mk. für den Zentner gewährt. 2. AuSgabe von Kohlenkarten für Kleingewerbetreibende. Montag den 2. und DrenStag den 3 Mai 1921 werden im Breirn- ftoffamt. Gattenstraße 2. Nebengebäude ''früheres • OttSgericht) die Kohl entarten für Klein^ewerbe- treibende an-gegeben. Ausgabezeit von 71/: biS 12 Uhr vorm. und 2Vf—5'/, Uhr nachm. Tie Verwrgungsberechiigten werden gebeten, die Kontrollabschnitte biS spätestens 7. Mai 1921 denjenigen Kvhlcnhandkung ak^ugeben, von der sic zu beziehen wün-chen. Die Koblenhandlunoen hoben die nn -*f atm amen Kvnlrollakffchnitte bi- 13. Mai 1921 bei dem Städtischen Brennstossamt einin reichen. 49968 Gießen, den 28 AprU 1921. Der Oberbürgermeister. (LebenSmittelamt und Vrerrnstossamt.) 6000 Bark aeatn pdmn Äicherbed * l*'f’en aef Angev. cklestAn>etger Ma'urum.^'.’.X bereltg. OberL Dr. Bneee, Wo",beffrahe 34. '4.tl1 Bau-, Werk- uni) 8i utooLwrforigenntfl der SttUtt Gießen. AuS beit Waldungen d-r Stadt Gstsien sollen Montag den 9. M ai 192 1, vormittag- 10 Uhr * 1 4 Buclivustümme 5. Klasst mit 1,20 Fstm. 1 Hainbuch-mstmnm 5. Klalst mit 0.32 Fstm. 147 Fichünckerbstangen 1. Klasse mit 15,75 Fstm. 27 Fichtenderbstangen 2. Klasst mit 139 Fstm. 27 Rm. Eichmnupknüvpel Tw Eich n und Buchenslämme sind auch zu Schwcllenlwlz geeignet Gegen austeichmbe Siciwrh-nt wird Zablungs- rist ln.; 11. Vkweinber 1921 gewährt. (^rudte Verzeichnisse über yvrstatte, Ausmaße bet Stämme usw., fittb an der unterzeich- neten Stelle (Stadthaus, Bcrastr. 20, Zimmer 18) vom 4 Mai 1921 ab g?gcn Erstattung der Selbstkosten erhältlich. Daselbst können auch Karten über die Waldungen der Stadt Gießen, auS denen die einzelnen WalobezirVe, Wege und Schneisen ersichtlich sind, bezogen werden durch die K"leinha7Ü>elSgeschäfte am Montag den 2. Mai 1921 am Lager Süd-Anlage 10 von 9—12 Ubr vorm und 2—4 Uhr nachm. Tie Kleinban del Satt chä sie wollen nut soviel Zwieback und Kek- abnc hm en. als sie zu verkaufen gedenken. Eine Rilcknahme nicht verkaufter Mengen, findet nicht statt. 6. Zucker: MonatSairteil für Mai 1921. 750 Gramm zum Preise von 4.10 Mk. das Pfund. LluSgabe in b.m SHeinhandelSgeschäsirn gegen Abgabe der Zuckermarken für Monat Mai 1921 bi- einschl. 31. Mai 1921. Die SNi-dthandel-geschäsi« haben die eingegangenen Zuckcrnmrken, gebündelt: |u 100 Stück, unter Angad' des noch vorhandenen Bestandes bis 8 Ami 1921 bem Leüensmittel- amt, Zimmer 8, einrirrnckwn. 7. So n be rauSg abe bes Lebens- Tnittelamtl: Leberwurst in 1-Kg.-Dosen 4.50 Mk. bte Dose, Kernseife < 30 XÄ ramm -St .M' 4 Mk ba-s Stück, Viktotta-Erken, pelbe, 1.80 Mk. das Pfund, Sveisebohnen. rociße, 1 Mk das Pfund, Kondem gezuckerte VollmUch! 8 Mk. die Dose, verkauf erfolg' bis aus weiteres von 8—12V» Uhr vorm. und 3—5 Uhr nachm. im Stadthaus, Gattenstraße 2, Nebengebäude (früheres Orts- gettcktt an jedermann SamStagS erfolgt Verkauf nur von 8—12 Uhr vorm. Stiidt. Brennstoffamt. Vasilva. Per Gelckäsisanthaben bet Mitglieder , Wrleroc’onbS......... , HiliSrelervelonb-....... „ Anleben-Konto „ Sonstige Dchulben ..... , Reingewinn....... . DM SfflfiGtogetteo Bellst Den geehrten Vereineit, Verbindungen und Familien empfehle ich für die Ausflüge am Oimmclsahrttage u. andere Gelegenheiten nach Wetzlar meinen schön gelegenen schattigen Garten, meinen kleinen und großen Saal. Für Speisen u. Getränke wird bestens gesorgt. Essen für größere Gesellfchaften. Bestellung einige Tage vorher erwünscht. wet H. Berndt. Wetzlar. Schützenyarten. Borsicigernng. Am Mittwoch den 4. Mai 1921, nachmittags 2 Uhr, bringe ich im Hofe bes Saswerlrs Atrborn nachstehende Gegenstände gegen gleich bare Zahlung zur öffentlichen Serftigerung: 9 echte Delgemölde in Rahmen (Werste berühmter Meister) 1 Gewehrschtank (eiche), 3 Iaodgewehre, 1 acht, edeiflet Tisch, 1 Wanduhr, 1 Figur (Vronee) mit Marrnsrlochel, 2 Deleuchtungskdrper für eleätr. Licht (Messing). 501 ID Herborn. Louis Stahl. ^g-bo'Stmterlag^ sowte Män- und gungen liegen von Montag. 2. Mai. «t betdem Unterzeichneten. RegrerungSgkbaudc, öandgraf- Philivv-Play 3, Zimmer 9K Angebote mit entsprechender Amlck-ritt sind verschloßen und postftei 'dnte'^tS b» Szum 18. Mat 1921, vormittags 10 Uhr, an den Unter-’:ebneten dnMrrctriicn. Tst Erüs nung der Ang'!ot<' erwl^t zum gfet- ‘ Ge^e.uixrtt etwa erlchrenener 49c2B eines am 12. U. 13. Iunid.J.stattstnden- den Festes soll auf dem Submissionswege einzeln oder im ganzen vergeben werden SckriNi. Anged. u 499RD an den Siebener Anzeip. Flachsanbau. ~tro(ifreien silachö, auch Siers und ®am taufebe folort um orten HanS« madjcrleinen, und Hand» tutb'ioff aeft. Ärbettslobn. Robert An t Non mnnn > K^wing ftftiff - Näbmaichinen, nm. arosteS Modell, tz Non mann Tkastrräber .TorUfbo*, n-u rrelSro-et ui nerfnulen oder netten MSb-l »u tm'lchen. SchrtOstcheAn- »rhote unter 00410 an ben rtifeh. Wn»einer erbeten Ernstaemeint! Handwerk-meister ootr Londe, mit elnmer Hof reite und Landwirtschaft, nutnebenbre welchäst. ev . 38^nbre alt, etwa» krieg-- beschädigt, stich» r>rä’'Irfn vom Lande C**»».a* .weck» •YKtrot kennen zu fernen. Au»- lübrkiche fdbrlhL Anaeb it. H04SR an ben mtefienet Wnxelflrt. ^»rengste Yer- schwiegen heil »unesichen. Here 6^ F.) roOnlrftt^te Beknnntlch. netter Dame »weck» Heirat. ®«br. ^ng. u. v-49t an den ltz. Anz. fi>er nimmt ein fliab sMädchew lm Alter von 9", Man. In ante n. l'->be- volle Vfle te? ?rftr. Rng. n affTW n d. Glest. An,eig. 5v-e ch edel denk Mensch schenkt ein-m armen gc- lähmten Tcann einen S »«elf Schm. Marie, firnem. 6 Uicfrnftämme 3. .Paffe mit 4,49 Fstm. 56 Eichttrslämme 4. Klaffe mit 26,59 Fstm. 31 Eichttstämme 5 Kia st- Bekanntmachung. Freitag den 6. Mai 1921. nackmittaa- um 2 Uhr, werden im hiesigen Gemcütdewald verschiedene Stämme an Ott und Stelle versteigert: 61 Eichenstärnrne mit 26,82 Fstm. 5 Buchenstärnme mit 7,46 Fstm. 14 Fichtenstämme mit 6,29 Fstm. 8 Rrn Eichennutzsckieit s.Küserholz), 5,M Fstm. Ter Ansomi ist im Distrikt Boden. 1. Abgabe von Brennholz Die — gäbe erfolgt in Michlgat Mengen von V* Ztr. an vorn Lager an den Bahnhöfen täglich von Wegen vorheriger 9kiid:timmg rvendc man sich an bte Förster Geisel zu Gießen, Lov zu Wies«! und Forstasviront Brück in Rödgen. Auskunft erteilt auch die Obersörsterei Gießen. 5044B Gießen, den 30. Avril 1921 Ter Oberbürgermeister. F. P : l)r. R v send er g.- Bekanntmachung. Betrifft: Leseboliznupung in den Waldungen der Stadt Gießen. Es wird auf die geseylickx Bestimmung auf* nittffant gemacht, wonach die Ausübung der Leso- hobznuvung m den Ddonaten Mai imb Juni verboten ist. 50438 Gießen, den 30. April 1921. Ter OberbürgermMer. I V.: vr. R v se n b e r g. Nutzholzverfteigeruug. Es werden versteigert: Dienstag den 3. Mai, vormittags 9 Ubr beginnend, auS den Distrikten „Auf dem Busch, Todtenberg, Zipfemvaü», Buchwald, Himberg, Alteunner, Hege und Hainbuch der Försterei Treis": Schnittholz: 11,80 Fm. Eiche 1.—4 SH., 5,24 Fm. Buche 2.-^4. Kl., 1L7 Fm. Fichte 3 SH. Sonstiges Stammholz: 15^9 Fm. Eiche 4 —8. Kl., 0.18 Fm. Buche 6. SH., 3,18Fm. Bekanntmachung. Mit Rücklicht auf die bei trockener Witterung bestehende (Mahr der Entstehung von Wald- bränden mache ich daraui aufmerksam, daß eS txrbotcn ist. mit utwerwabriem teuer oder Licht einen Wald zu Mrrten oder sick diesem zu «Lhern oder in der Nähe eines Waldes teuer anzuzünden. 46378 Gießen, den 15. April 1921. Der Oberbürgermeister. I. B : vr. R o se n b er a. ~$täbtr£eben$mittelamt Warenausgabe für die Docke vom 2.—8. Mai. Nicht rechtzeitig abgeholte Ware verfällt. 1 Brot 1850 Gramm Brot oder 1370 Gramm Mehl Kg 2.25 Mk Brötchen 15 Pf. Weizenbrotmehl Skg 2.90 Mk Krankenbrot 2.60 Mk — Krankenbrotbäcker: E. Hanke, Dreist raße 2, Ad. Neurath, Asterweg 26. Mehl für Kranke: Kg 3.30 Mk. (Verkaufsstelle siche unter Nr. 2.) 2. Mehl, Nährmittel und Zucker für Kranke: Adami, Gcbr., Mäusburg 14; Berdlir, Gebe, Bahnhofstraße 27: S. Ziegelstein, Landgraf-Pdilivo-Platt 8; I. MaternuS, Frank- futter Straße 22; H. Jung Nachf., Rütergaffe 11. 3 Kran ken zwieback: Preis für ein Paket — 125 Gramm 1.95 Mk. Verkaufs«» stellen: H. Müller, Neuenweg 2: L. fitoiten* berg, Lbwengaffe 23; K. Wißner, Steinstraße 33. 4. Vu tter: Gegen Albgabe der Lebensmittelmarke 20 können vom 2.-7. Mai 1921 In den 648 Theater Einhornsaal. Geh’n wir mal Oessentiicher Vortrag Z. |. H. HMM M am bett 3. mal, 8 Uhr, Im Solei Einhorn: _ ...... h.„ , Sonntag den 1. Mai, nachmittags 1'/, Ubt: C. Wörner 5084c Statt Karten! Großen.Duseck, den 30. April 1921. 41 6017 Holzheim flnnilelfietg 5 Sonnenfttflüe 28. April 1921 AMMeskWerl Statt Karten! Musik GksW Mike 06561 Duisburg (Lollar) Herford Gießen, April 1921. Ab 1. Mai 4994 Statt Karlen! Lichtspiele Seltersweg Außer dem grollen Doppel- Gießen (Diezstr. 8). den 30. April 1921. 'c Statt Karten! Neu! Neu! • Lichtspielhaus a Bahnhofstraße 34 Muschenheim Neu! Neu! Xur noch heute und morgen: Gießen, den 30. April 1921. m. <1 V'-l Marie Görlach Karl Artz Verlobte Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir herzlichen Dank Ernst Unverzagt und Frau geb. Horn Gießen (Nahrungsberg 3) 1. Mai. Lang-Göns eeui ür die uns anläßlich unserer Vermählung in so reichem Maße erwiesen« Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Hermann Siebert und Frau Käthe geb. Weber Ihre Vermählung geben bekannt Ludwig Hartmann und Frau Lina geb. Huber Otto Zimmermann Lulu Zimmermann geb. Geisse Vermählte Mieze Neumann Ernst Heibertshausen Verlobte Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Wilhelm Gerhard und Frau Elisabeth geb. Köhler 2 Herren H. Rusch I I. Zu unserer großen Freude wurde heute unser Wolfgang geboren. Dr. med. Rudolf Görlach Medizinalamtmann in Hannover und Frau Margot geb. Marschall von Bieberstein Freitag, 29.April 1921. z. Zt. Gießen (Weserstr. 3). ......................—*.........................wir Paul Schild Anna Schild geb. Sauer Vermählte Gießen (Stephanftr. 47 IL), April 1921. -.............................................RtL 6 Damen (Es ladet ein Eltern! deren Söhne u. Töchter eine wirklich gute Ausbildung für den kaufmännischen Beruf erhalten sollen, wenden sich am besten an den Fachmann u. erkundigen sich daher bei der Hansa- Schule Gießen Seliersweg73. Fernr.821 PrivJ-iandelslehranstali von J. Kunzeimann, Diplom‘Kaufmann und Diplom - Handelslehrer EinzigeSchuleamPlatze, deren InhaugLSchulleit., Lehrer u. Fachmann ist. Halbj.- u.jahresklassen. ßis2.Mai ---- ..-Aufnahme für das neue Schuljahr. Prospekt freu Ab Montag der große " Nenwatlonelle Mttenfilm Z Coiombine die Geliebte de* Apachen 6 Akte Heute und morgen das große Doppelprogramm! Unsere jetzige Zeit im Lichte der Bibel Referent: L. Zellmann, Berlin. ogö62 Eintritt frei. Jeder herzlich willlommen. zu Hagenbeck! Dis wird In den nächsten Tagen das geflügelte Wort in Gießen sein, llagenbcck kommt! Auf dein Viehmarktplatz wird schon in den nächsten Tagen seine Leinenstadt mit dem ungeheueren 6000 Personen fassenden Zuschauerzelt stehen u. schon am 10. Mai ist die Premiere! Wer die unstreitig reichhaltigste und gediegenste wandernde Tierschau, einen Zoologischen Garten auf Reisen sehen will, wer sich an der fremdartigen, wilden Raubtierschönheit von Hagenbecks Löwen, Tigern, Eisbären erfreuen will, wer die einsame Riesenmajestät seiner gigantischen Elefanten bewundern und sich an der possierlichen Drolerie seiner Bären, Büttel, Zwergponys ergötzen, wer sich durch den unvergleichlichen Reichtum der Tierschätze verblüffen und zugleich belehren lassen will, der geht selbstverständlich ‘Ihasehinen- sehreiben J mit allen Fingern unter Ausschaltung des Gesichtssinnes erlernen Sie gründlich in der TFogt ’ sehen Privat-Handelsschule, Gießen, Goethestraße 32. Tages- u. Abendkurse. 30 Unternchtsmasch. 15 verschied. Systeme. Beginn täglich. Ihre Verlobung geben bekannt Frieda Rather Fritz Eulmann Gießen Gießen Frankfurter Straße 75 Grabenstraße 8 1. Mai 1921. Theater-Cafe Ernst Ludwig Heute Samstag Abschieds-Abend des Herrn Kapellmeister C. Konrad AhLHalneueKapelle mit großem Notenrepertoir :: Programme liegen auf :: Spielzeit täglich von 4-6.20 und 8-11 nachm. Täglich frisches Speiseeis und Eisgetränke § Ihr letztes Opfer ~ • IGötzend Ammar nn gi Hervorragendes Film werk in 6 Akten. W Q Ab Montag: 497SC • Peter Vefl, der Millionendieb • D 5. Teil, betitelt M • „Der Haie mit TSnze Preise d Plätze: Sperrsitz 6 M., 1. Pl. 5 M., 2. Pl. 4 M., Stehplatz 2.50 M. Vorverkauf im Bureau des Hotels Einhorn oürnösSllhr leüenlog ohends 8116t GMlvie! Ses roeltheluHBfen legerafeet Banem-ioeaters Direktion: Spath,Baudrexler Sonntag, 1. Mat 1921, nachm.' ,4Uhr 's ISgerblut Dolksstück mit Gesang unb Tanz in fünf Bildernv. B.Bauscheneqger unb K Dreher. 3n den Zwischenakten Iithersolo v. Martin Sttauß. Gesangs-Einlagen von Cent Schneider unb Lote Ulrich. Sonntag, 1. Mai 1921, abenb 8Utzr: Der Possenschlager der Gegenwart 8-ioiel Schütz Sonntag den 1. Hai 1921 Famihenkonzer Anfang ‘/iS Uhr abend« Nr. 100 Dritter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen)Samstag, 50. April 1921 Sitzung der Kreisausfdiuffes. Gießen, 28. TEprif 1921. lutm. P B zu L. war her Antrag auf Tu'' »ahme m das Ortsbürgcruegiüer tnrrcb den Otts- ixirftcnb abflrfehrt worden, weil der Bader des B. bi» Ortsbürgerrecht in nicht in Anspruch vixmunrn dabe Laut O risbür gerrrg i fh*r wurde irbod? fpftfldtellt, daß der Batrr deS B. 1897 ht ,liefe» Register eingetragen worden war. Sonach üand fest, daß sein Sohn durch Geburt daS Orts bürgcrreckt rtlrrrbm Ixitte. Ter Beschluß des Gemein deratS toitrbc daher aufgehoben. B. sei mit Wirkung txmi 11. 3idi 1920 — Tag des ablehnenden Gemeinderatsbeschlusses — in das Orts- bürgerreaißei riirru tragen. St. D xu R batte gegen bic Gcknemde zu R. >ck^ Monate Gefängnis: der jugendliche Schm, fam mit fünf Monaten davon Aus Strafhaft vvrgesührt, hotte sich der Heinrich L von Friedberg wegen schweren Diebstahls zu verantworten: mitangefiagt war der ’Arbeiter Gustav H. von dort. Beide waren in eine lNrrtenhütte eingestiegen und hatten ein: Zeltplane 'gestohlen. Gegen L wurden zusätzlich zu seiner früheren Strafe weitere drei Monate Gefängnis -rkannt, H. mußte freigesprochen werden, da cr incgen Geistesschwäche für die Tat nicht verantwort lick gemacht werden kann. W-'g?n Kartoffeldiebstahls auf einem Acker war der Wilhelm B. zu Butzbach vorn Schöffengericht w drei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Seine Berufung wurde verworfen, da der Mibibeweis mißlang. Dasselbe Schicksal batte die Berufung seines Sohnes Jakov B : er war wegen Aeoiel Entwendung zu 75 Mk. verurteilt worden, hier bei blieb es auch in der zweiten Instanz. Der wegen .striocp? vergehen und Schleichhandels mehrfach vorbestrafte Otto L. von Alsfeld war am borhram Bahnhof mit 18 Pfund Butter ^bgefaßt worden, die angeblich seine Tochter nach Frankfurt $u Verwandten bringen wollte Das Zch-sfengereckt hatte ihn zu 50 Mk. verurteilt, weil es annahm, er habe seiner Tochter nur das Paket an die Batn tragen b Ifen. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde die Strafe auf 400 Mk. erhöht: die Strafkammer kam ;u dem Ergebnis, daß L. an dem Verbringen uflb Ab setzen der Butter in Frankfurt direkt beteiligt sei. Ein in Lindheim zugezogener Offizier bedurfte schleuniger Herstellung feiner Wohnung: er wandte fick an den Schreiner Wilhelm Friedrich H. II in Hainchen mit dem Auftrag, ihm eine Eickentüre und eine Kiesemtüre neu anzufertigen sowie einige Reparaturen vorzunehmen. Der Sckreiner sagte prompte und preiswerte Arbeit zu. Als er die Reck- tnmesundheitlichkeit immer darauf an, welcher Krankheit das Tier zum Opfer gefallen sei. Das Urteil lautete gegen den Metzger Weichkopf auf 1 Jahr Gefängnis unter Airrechnung von 4 Monaten Unter- suchnngshast, gegen die Helfershelfer desselben, den Schuhmacher Hammerstein und den Gartner Schäfer auf je 9 Monate, gegen die der Hehlerei schuldig befundene Frau Schneider auf 3 Mannte Gefängnis. i --------------------------- Aus dem Amtsverkündigungsblatt. ** TaS AnrtSverkLnblgungsblatt Nr. 62 vom 29 April enthält: Erhebung von Gebühren seitens der Provinzialausscküsse in krieg S- wrrtsckaftlichen Beschlußsacken. — Bereitung von Kuchen — FamÄrenumerstü tzmrgen — Berhütting von Waldbränden. — Flnickbechau. — Viehseuchen. — Feldbereinigungen Londorf u. RötbgeS. Zur Verhütung von Waldbränden bestimmt das strnsamt, daß das Rauchen und Feuermtwachen in Waldungen und auf Heiden, sowie im Umfrei# von 20 Metern von solchen, auf die Tauer von vorläufig 4 Wochen verboten ist. Tie Pferderäude in der Stallimg des Johann Germer II. zu Klein-Linden ist erloschen. Tie Sperrmaßtuchmen werden aufgehoben. Handel. Mainzer Warenbörse. M a i n 29. April. Die Geschaftstätigkrit war im allgemeinen recht lebhaft. Hülsen fr üchte notierten fester, besonders Linsen waren gesucht. Reis war vernachlässigt. Futtermittel und Rüben find steigend. Iw Saaten ist daS Geschäft nahezu beendet. Gute Sorten in Luzerne und Rotklee waren noch gesucht. Die Rauh- futterpreise sind änziehend. • Berlin, 29. April. Bö rsenstim- mungsbild. Nach wie vor zeigt sich an der Börse wegen der Unsicherheit über die weitere Entwickelung der Lage eine außerordentlich starke Zurückhaltung vom Geschäft. Bei der vorherrschenden Unlust bewirkten die Positionslösungen ein fast allgemeines Nachgeben des Kursstandes, wobei aber die Rückgänge sich im Rahmen von 5 bis vereinzelt 8 Prozent hielten. Nur bei wenigen Papieren, tote Buderus, Lothringer Hütte, Goldschmidt und Otaviminen gingen sie über 10 Prozent hinaus. Festverzinsliche Werte, bis auf Zprozen- tige Reichsanleihe, die über 7 Prozent anzogen, wenig verändert. Wahrend des ganzen späteren Verlaufes war die Haltung dec Börse im allgemeinen wenig verändert. Nur in einigen wnangebenden Papieren des Montanmarktes kam es hin und wieder bei schwankenden Kurien zu nennenStoerten Umsätzen. Devisenpreise hielten sich etwa auf dem gestrigen Stand. Frankfurt a. M., 29. April. Bör» sen st immun gsbild. Die Geschäftstätigkeit ßielt sich wieder in engsten Grenzen. Die Börse erwartet mit Ungeduld die Beseitigung des schweren Alpdrucks, den die politische Lage auf die Geschäftswelt geworfen hat. Immerhin wurden in einigen Spezialwerten Käufe vorgenommen, die zu mäßig anziehenden Notierungen Einfluß auf die Kursgestaltung ge- wannen. Valutawerte lagen infolge der festen Devisenpreise teilweise fester. Bevorzugt blieben wiederum Deutsch-Uebersee, 1140, 5proz. Goldmerikaner, 705, waren 6 Proz. höher. Chemische Werte lagen behauptet. Scheide- anstalt 556, Licht und Kraft leicht befestigt. Der Montanaktienmarkt verharrt in völliger Lustlosigkeit. Deutsch-Luxemburg verloren weiter 3 Prozent. Nordd. Lloyd angeboten 146Vi. Als fester seien Lüdenscheid erwähnt, welche mit 534 4 Prozent gewannen. PH. Holzmann 252. — Es notierten ferner Lokomotiosabrik Krauß 393, Mainkraft 181, Hindrichs Auffermann 313, Bleistifts. Faber 490. Die Börse schloß bei lustlosem Geschäft und behaupteter Tendenz. mc. F r a n k f u r t a. M., 29. April. In der ersten Gläubigerversammlung des Konkurses des Weingroßhändlers Ios 6 Poch aus Aschaffenburg wurde festgestellt, daß 20 Millionen Passiven 2Millionen Aktiva gegenüberstehen. Es wird also zu einer Verteilung von 10 Prozent kommen. An dem Konkurs besonders stark beteiligt ist die Dresdner Bank mit 8 Millionen, doch hat sie Sicherheiten von 3 Millionen in Händen. Ter Konkurs ist durch große Valutaspekulationen entstanden. — In dem Konkurs des Weinhändlers Bauer, der auch in die Millionen hehl, sollen 15 Prozent an die Gläubiger verteilt werden. Frankfurt a. M., 30 April, berliner Devisenmarkt. Geld Bries Geld Brief Datum: 28. 2tpriL 29. April. Amsterdam- Rofterd. 2307,65 2312,35 2395,15 2309,85 Brüssel.Antwerpvl . 494,50 495,50 501,45 502,55 Thristiania...... 1023,95 1026,05 1021,45 1023,55 Kopenhagen 1196,30 1198,701183,50 1191,20 Stoächolm 1515,95 1519,05 1520,95 1524,05 Helfingsors 139,85 140,15 1 39,85 140,15 Italien 314,65 315,35 314,65 315,35 London 260,20 260,80 259,95 260,55 Neunork 65,80 65,94 65,75 63,89 Pans 497,- 493,- 500,45 501,55 Schweiz 1145,851148,151147,35 1149,65 Spanien 916,55 918,45 914,05 915,95 Wien (altes). . . . . Denlfch-Oesterr. . . . 16,73 16,77 16,85 16,89 Prag 87,77 87,97 88,27 88,47 Budapest 25,22 25,28 26,72 26,78 Bulgarien Konstantinopel. . . . Börsenkurse. Datum: 5 * e Dssch terttgsanl. 4 •/« Dssch. Rkildsant. 3*/, Dtsch. Neichsanl. 4 •/, Preuß. Konsole Darmstädter Sank . Deutsche Dank . . . Disconto-Besellschaft Dresdner Dank. . . Nationaldank f. D. . Mitteld. Lreditbank. ff.-Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch.Gufsstatsswerk . D.-Luxemd. Serge.. Delsenkirch. Dergw. . ffarpener Bergbau . Oberschles. Eilend.»D Oberschles. Eisentnd. . Dstönir-Bergb -Akt . Bad. Anilin, u. Soda Höchster Farbwerke. Elektr.LE.G Schuckert-Werke. . . Feilen-Guilleaume. . Daimler Bub.« CEifenw.» Akt. . Adlerwerke 4*/<> Heff.Staatvanl. . Elektron Griesheim . Jrantnirt Berlin Abend- Abend- Schluß- Schluß, ffuri fttri fruri Kurs 28.4. 29 4. 28.4. 29.4. 77,50 77,50 77,50 77,50 68,60 68,60 70,- 70,50 68,- 68,60 180,- 180,- 292,50 293,50 247,50 246.50 212,- 211,- 189,50 189,- 179,75 170,50 180,- 179,50 177,- 176. — ,*T,— "9,50 148,- 146,- 1-,- -,- 439,12 430,- 295,- 304,50 296,- -,- 321,50 318,- 442,- -,- 446^0 434,75 291,- 289,- 286,- 266,- 261,12 -,- 639,- 633,50 -,- 509,- 520,- 510,- 434,- 427,50 435,- 433,- 283,- 280,50 -,- 242,- 239,75 -,- 628,50 529,75 195,50 194,50 192,75 665,- 545,- 280,- 230,- 230,- 73,- -,- 74,- 405,- 398,- 404,50 400,75 Züricher Devisenmarkt. 29. 4. 30. 4. Wechsel «ms: Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 200.90 200.25 Deutschland 100 SJlk. = 8.725 8.60 Wien 100 Är. = 1.50 1.49 Prag 100 Ar. = 7.70 7.70 pari» 100 Fr. = 43.65 44.20 London 1 Ä - 22.69 22.60 Italien 100 C. — 27.70 27.35 Brüssel 100 Fr. - 43.75 44 - Budapest 100 Ae — 2-25 245 DeuyorK 100 | = 573. - 571.- Agram 100 Ar. * 4.- 4 - Bukarest 100 L. = 9.25 9.20 Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahltr Datum: 1.7.14. 28.4. 29.4. Zürich Fr. 125, l0 8^2 8,75 Amsterdam %L 59,20 4,35 4,35 Kopenhagen Ar. 88,80 -, 8,60 Drau Ar. 117,80 114,25 112.75 Stockholm Ar. 88,80 -,— Wien Ar 117,88 1028,- London Sh. 97,80 7,56 7,35 Paris Fr 125,40 20,36 19,84 NeuyorK X 23,80 1,52 M7 Märkte. Yl AnS feem Ried, 29 April. Xtr FerkelmS rfte erfteuen sich wrigejetzt enu-4 f*r starken Äuftrvebs und eines ebenw guten Absatzes. In Gro ß-Gerau waren mit dem am letzten Montag abgebaitencn Markt 507 Tiere auf getrieben, btt säst sämtlich Abnehmer landen Tic Preise bewegten sich für Ferkel zwrschen 240 bis 350 Mk., für Springer ,wischen 360 bis 420 Mk On einem Dril bet Auslage «Heberbett) Noch feine Entscheidung In Washington. Paris, 29. April. iWTB.) Wie brr „Chi- garx> Tribüne" aus Wosinnqwu gekabelt wird, äußerte Staatssekretär Hughes gestern abend, daß er von den verbündeten Regierungen bi- jetzt noch keine endgültigen Erklärungen über ihre Stellungnahme M den deutschen Vorschlägen erhalten habe. Ter fr an»ö s i s che Bo t scha s ter lehne eine Aeußerung über die Nachricht ab, daß man in Paris die deutschen Vorschläge für unannehmbar halte. Ten britischen Botschafter habe HugheS gestern nicht gesehen: dieser habe auch keine Information aus London erhalten. Unter den unversöhnlichen Senatoren des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten bestehe eine gewisse Neigung zur Kritik an dem Vorgehen Hockings, da man neue Verwicklungen in die europäischen Anyelcgenbeiten befürchte, dadurch, daß die arncri- kantsche Politik sich mit der Reparation-ftage befasse. Die Ausarbeitung eine* Friedenspnoqmmms wecke für die lauer der ReparatvonÄierbanblungen aufgeschoben. Französische Tendenzmckdungen Paris, 29 April WTÄ.) Der „M atm" saßt btt Lage wie folgt zriammen: Tie AnMwri, btt Teutscktanb von den Vereinigten Staaten erhalten roerbc, sei mm mehr tnlgriebt Amerika mürbe sich roeige rn, da 4 Angebot an bic Alliierten ,« übermitteln. Tte Meinnno Englands habe sick feit gestern mit Festigkeit gezeigt. Nachdem btr englische Regierung durch ihren Botschafter in Berlin, Lord Abern^n, Aufklärung verlangt habe, habe bas englische Kähmen bit d-'.ttscken Borschlage als unannehmbar berechnet. Gestern habe Lloyd George im Unterbaute ösie,reiche 6rtfinnigen abgegeben, deren Festigkeit nichts u wünschen übrrg ließen. Nicht nur, datz er seine Zustimmung zur Besetzong des Ruhrgebiete- erneuert habe, habe er auch klar ?inn Ausdruck gebracht, daß England an jtfcer Handlung der HUiterten teilnehmen wecke AlS Lock Robert Ceril ihm sein Vertrauen nur bedingter Weise aussproch habe er über fernen Standpunkt tm Unterhaus abflimmen lassen. Nur 3b stimmen seien dagegen gewesen. T« Haltung Belgiens fei bekannt Wo- Jialien mbetrefie, so habe der Berrreter Italiens in den letzten Tagen bet der Llbschätzimg der Sckäden gehol en gegenüber den zu bescheidenen belgischen Bewrrmngrn Man könne st-1er sein, datz 'Gral Swrza Brimck kerne SxUrrrem- feiten bereiten werde Da bee Dmge nun so liegen, könne man kein Ereignis voraus sehen, drS tne Alliierten verhindern formte, in den ersten Tagen des Mai daS Ruhrgebiet zu umzingeln. Paris, 29. April ^WTD.) HavaS Nack einer Meldung aus Washington verlautet tn bw'o* matifchen ffreifen, daß die deutsche Nste an bic Bereinig ten Staaten einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht habe, be- sanders deshalb, weil sich btt deuffchen vorschlfige nur alS -nriache Anregungen gaben, nxi5 teilweise wohl khre Trrnlelheit ervfire. Wie man versichere, sei es möglich, bist Berlin vrelletcht wertergehende Erklärungen liefern iverde. ter britti<6e Standvun kt geiv da- dm, daß. lormi Teutsckland tanc nnxt-icb daich- fübrbarnt Borschifige über rngelmä'.ige Zahlungen rorbr.nqc, tue m vernünftiger Weise aui eme u n n» a b r > che i n l r ck bau bic dentscheu Vorschläge auch nur den Gegenstand einer Be ra tung bei bet nächsten S itzung de« Obersten Rate» bilden würden. Insi':gckessen wüide sick hc Au'- flabe deS Obersten Rates barxnn beschränken, über die Mapnabmen sich schlüssig yi nlochen, tue gegenüber Teutschland gettoffen Wecken. Die fran,zöftschen ReparationSfockeruttsten Paris, 29. Avril. (KTB.^,Petit Parisien" berichtet: Aus Grund befl neuen Schluiiels, den die Alllierten untereinander vereinbar! haben, entfallen von den 132 Mtllrarden Goldmark, bie die Revara- tionSkommission nl^ Vervflichfttna Deutschland» festgesetzt hat, 68 Milliarden 640 Millionen Otolb mark an Frankreich Fn Papiersranken soll Frankreich also 226 Milliarden 512 Millionen erhalten. Paris, 29. April lWTDDer Abgeordnete Tardieu hat in der ffammrr eine Intervellaiim, emoebractit, um zu fnabiBi, uv-sixub Franklrick eine Vernnnderung feiner Forderung auf 68 Milliarden Goldmark annehmen roolte. Alle früheren Erklärungen der verantwortlichen Minister hätten den Schaden höher angegeben. Tackieu verlangt, daß unmittelbar nach der Rückkehr Brianb» seine Jntervellation beraten werde. Ioffre in London. London, 28 Avril. Marschall Ioffre ist beute abend hier cingdroffen. Der Marschau wird dem Obersten Rat beiwohnen und auch an den vorbereitenden Besprechungen der nnlLtfirtidxm Sachverstöndtgen trilnthmen. Aus Fimnr. Fi il m e, 28. Apriu (Sttfani.) Gestern be* mächtigten sich Faszisten von Fiume des Rathauses und setzten em vo rläufiyes Direktorium unter Vorsitz des ehemaligen Bürgermeisters Gig ante als ReqierungS- gewalt ein. Gigante erklärte, daß der ftonv Mandant der Earabineri von Fiume alle Verantwortung übernehme. Es wurden drei an die Bevölkerung gerichtete Aufrufe veröffentlicht, worin insbesondere die Wahlen vom 24. April als nichtig erklärt wurden. Eftt eindrucksvoller Zug bewegte sich unter Hochrufen aus Italien, d'Annupzio, durch die Straßen Die Stadt ist ruhig. Nach Blättermeldungen wurde nachmittags der italienische Delegierte amtlich von der erfolgten Pcoklamatiou in Kenntnis gesetzt. Der hessische Landtag. cm. Darmstadt, 28. April. Der Hess Landtag wftd nach der beut« erfolgwn Einladung am Dienstag den 10. Mai zu kurzer Beratung lufanrmenterten Als erster Gegenstand der Tagesordnung, die etwa 40 jQeratunadgcgtn- fLänbe, darunter eine garr^e Reihe Um Regierungsvorlagen enthält, stecht die Beankten besot- dungSvorlage. — Die sämtlichen Fraktionei' werden bereits am Fveiton den 6. Mai b*to. tzarnS tag den 7. Mai ju bet Vorlage Stellung nehmen Versuche rind teuer, drum unterlaß sie Nimm gleich einen erprobten und im Gebrauch billigen Rei« fen, nur dann sparst Du. Es gibt keinen besseren als Sntinentai ” Pneumatik Sin BootSnnglück. Berlin, 29. Llpril. Priv.-Del.) Wider Berl. Lokalarr^eiger meldet, ereignete sich gestern abend bei xßannfee am Breiten Horn auf der Havel ein schweres Seglerunglück, bei dem zwei Personen ertranken. Der Bootsbesitzer Wolf, der mit einem Herrn und einer Dame eine Segel- parrie unternommen hatte, wurde von einer fdyrocren Gewitterboe überrascht. Das Boot renterte und alle drei Insassen stürmen in ba<- Wasser - Dem berbri^eilten Fährmeister Frankenberg, der bereits an 20 Personen das Leben gerettet hat, gelang eS, den mit den Wellen kämpfenden Bootsbesitzer m retten. Sine Hitzwelle. Berlin, 29. April. sPriv.-Tel^ Der Berliner Lokalanzeiger meldet auS Kristiania, daß eilte außerordentliche Hitzwelle über Nordeuropp geht. Gestern wurde in .ffriftianta eine Temperatur von 24 Grad Celsius gemessen, nur ein^ Grad weniger als die Höchsttemperatur im Sommer. BOHNtoWKHS Unterhaltung♦Erhebung ♦ Belehrung Treitfchke über nationale Erstattung. Lm 28. Avril 1896, vor einem Viertel- iohrhrrnLert, ist Heinrich von Treitschke dahingeschieden, der glänzendste Geschichtsschreiber der Entwicklung Deutschlairds im ! 9. Jahrhundert, überhaupt einer der gern elften Historiker. Wir ehren sein Andenfen am besten, indem wir ihn heute unter uns istehen lassen, um uns von der Not, der ctzefahr, aber auch der Größe jener Zeit zu erzählen, die wie die unserige eine Zeit der ^remdheir-schaft rn Deutschland war und doch große Männer zur Rettung des Vater lcmdeS emporhob. Ernes der schönsten Ka- oitel seiner Bücher ist jenes vom Freiherru vom Stein, der in eine Lage Deutschlands hineingestellt war, wie sie der heutigen ganz ähnlich ist. Napoleon hatte Deutschland in ferner Hand, der König war nach Memel geflüchtet, und der Reichsfreiherr wurde an die Ostgrenze zu seinem König gerufen, um diesem als Minister und Staatsmann zur Seite zu stehen. Treitschke schreibt: „Welch eine Lage * An seinem letzten Geburts tage hatte Friedrich Wilhelm, da die Räumung deS Landes gar nicht beginnen wollte, in einem eigenhändigen Briese dem Imperator geradezu bie Fraae gestellt, ob er Preußen zu vernichten teabsrchngc. Napoleon blieb stumm, die Taten gaben die Antwort. Mitten im Frieden standen 160 000 Franzosen in den Festungen und in großen Lagern über daS ganze Staatsgebiet verteilt, allem Ostpreußen ausgenommen. Der Kern der alten preußischen Armee, mehr als 15 000 Mann, lag noch kriegsgefangen bei Nancy, und woher ioute die ausgeplünderte Monarchie Mittel nehmen für die Bildung eines neuen Heeres? An verfügbarem jährlichem Einkommen verblieben dem Staate noch 13V, Mill. Tlr., kaum zwei Drittel ferner früheren Einnahmen. Ueberall wo Napoleons Truppen standen, wurden die Staatseinkünfte. als ob der Krieg noch fortwährtc, für Frankreich in BestUag genommen, so daß der König nahezu nichts erhielt, Hunderte der aus halben Sold entlassenen Offiziere unbezahlt darben mußten. Tie einst vielbeneidete Seehandlung hatte, wie die Bank, ihre Zahlungen eingestellt: ihre Obligattonen Jan tetr im Kurse bis auf 25. Tie Tresorscheme fielen bis auf 27, da an die Einlösung nicht inehr zu denken war und die französischen Behörden daS Papiergeld zu Wuchergeschäften mißbrauchten. Massen entwerteter Scheidemünzen strömten aus den abgetretenen Provinzen m das Land zurück, und die Franzosen ließen, um • Das Unheil zu vermehren, in der Berliner Münze noch für 3 Mill. Tlr. neues Kleingeld prägen. Ter Staatskredit war so gänzlich vernichtet, daß «pne Prämienanleihe von einer Million, in kleinen Scheinen zu 25 Tlr. auSgegeben, nach drei Jahren noch immer nicht vergriffen war. In der diplomatischen Welt galt Preußen kaum noch so viel wie eineS der König reiche des Rheinbundes- der holländische Gesandte, ein frarrzösischer Konsul und ein österreichischer Geschäftsträger bildeten im Jahre 1808 die gesamte Vertretung des Auslandes am Königsberger Hose. Die französische Militärverwaltung unter Darus brutaler Leitung hauste - im Frieden ärger als im Kriege und jeder ihrer Übergriffe erfolgte aus Napoleons ausdrücklichen Befehl: ernt- Kontribution drängte die andere, und nonatelang blieb es ein tiefes Geheimnis, wieviel der unersättliche Feind noch von dem erschöpften Lande fordern wolle. In Ost- und Westpreußen iDurbe zur Abtragung der Kriegslasten eine pw- aressive Einkommensteuer, die bis zu 20 v. H. ftieg, ausgeschrieben: ein keineswegs reicher Stcttt- «et Kaufmann mußte in dem Jahve nach dem Frieden für Kontribution und Einquartierung mehr als 15 000 Taler zahlen. Handel und Wandel stockten. .Der brittsche Kaufmanns neid hatte den letzten Krieg rücksichtslos benutzt, um die stärkste Handelsmarine der Ostteeküsten zu zerstören. Ms nachher der Krieg gegen Frankreich ausbrach, der Friede mit England noch nicht geschlossen war, sah sich die preußische Flagge gleichzeitig durch die britischen und die französischen Kreuzer bebrobt. Tann kam der Jammer der Kontinentalsperre. Tie Reederei der pommerschen Häfen verringerte sich in kurzer Zeit von 34 000 auf 20 000 Last Tie alten natürlichen Straßen deS Welthandels lagen verödet: die baltischen Provinzen verloren, da chnen gute Landstraßen noch fast gänzlich fehlten, Pen Absatzweg für ihren einzigen Exportartikel, das Getreide. Ein heilloser Schmuggel handel führte von Gothenburg nach Helgoland, dem neuen Klein-London, die Waren der Kolonien inS Land: andere Warenzüge kamen auS Malta und Korfu durch Bosnien und Ungarn. Ter preußische Mittelstand konnte die Preise der gewohnten Genußmittel nicht mehr erschwin- S: man trank Zichorienwasser, rauchte Huf- ich und Nußblätter. Bettel Haftes Elend in ledcm Haushalt, jedem Gewerb: die Königsberger Buchdmcker verlangten drei Wochen Frist, um ein »echs Bogen langes Gesetz zu drucken, weil sie nur für Zeinen Bogen Satz hatten. Schön, der ae- wregte §inanzmann, der sich gern seines alt- pveußifchen Mute» rühmte, fand die Zustände so hoffnungslos, daß er schon vier Monate nack bem (jwbat nt einer Denkschrift ausführte: man müsse den Sieger durch die Abtretung des Magdeburg )a*n.. veayt# tvr Elbe unb eines Teiles von Ober-» UWcnni befriedigen, sonst gehe das Land durch den Steuerdruck zugrunde. Alles erinnerte an jene jammervollen Zeiten, ^.^"stemer in den Marken häuften Wilhelm als ein Fürst ohne Land in Königsberg weilte." Vom Freiherrn vom Stein, dessen Re- wrm«r Treitschke m glänzend beredter Weise lchttdert,^ entwirft er auch das Bild einer Persmutchkcrt, auf das wir heute nur mit sehnsüchtigem Verlangen Hinblicken können' . „Tas schloß seiner Almen lag -.n a f - i >, Mitten im buntesten Lmwergem^.'c her Klein- ttaaterei; von der Lahnbrückc im mrheii Er-, bannte der Knabe ut die Gebiete von achr beutfdvi Fürsten und Herren zugleich hinein schauen t01- wuchs er auf, in der freien Luft, unter der strengen ^udX eines ftol^n, ftommen, ehrenfesten altritier Irchen Hauses, das sich allen Fürstm des Reich.- gleich dünkte. Standen doch bre Stmnmburaru der Häuser Stein und Nasiau dickt beieinnnbn- auf demselben Felsen: warum foUsc das alte Wapvenschild mit den Rosen und den Balken irwmiger gelten als der sach'ifche Rautenkran-. oder die württembergisrhen Hirschg-^weihe? Der Gedanke bei: deutschen Einheit, ;u dem die gebovenen Untertanen erst aus den weiten Umwegen der historischen Bildung gelangten, war bte’em stolzen richsfreien Herrn in die Wiege gebunoen. Er wußte es gar nickt anders: „ich hate r.ur ein Vaterland, das beißt Deutschland, und da ick nack alter Verfassung nur ihm und feinem teibnteven Teile desselben angehöre, so bin ich auch nur ihm imb nicht einem Teste desselben von ganzem Herzen ergeben." Wenig berührt von der ästhetischen Begeisterung der ^Zeitgenossen versenkte sich sein tatkräfttger, auf das Wirkliche gerichteter Geist früh in Die historischen Tinge. Alle diMWunder der vater ländischen Gescknclüe, von Wn Ko horten sturmem des Teutoburger Waldes bis herab zu Friedrichs Grenadieren standen lebendig vor fetnnr Blicken. Tem ganzen großeir Deutschland, soweit die deutsche Zunge klingt, galt seine fettige Liebe. Keinen, der nur jemals von der Kraft und Groß- heit deutschen Wesens Kunde gegeben, schloß er ton seinem Herzen aus; als er int Alter in seinem Nassau einen Turm erbaute zur Erinnerung an Deutschlands rithmvolle Taten, hing er die Bilder von Friedrich dem Großen und Diaria Theresia, von Scharnhorst und Wallenstein friedlich nebeneinander. Sein Ideal war das gewaltige deutsche Königtum der Sachsenkaijer: die neuen Teilstaaten. die sich seitdem übe« den Trümmern der Monarchie erhoben hatten, erschienen ihm samt und sonders nur als Gebilde der Willkür, heimischen Verrates, ausländischer Ränke, reif zur Vernichtung, sobald rrgtnbtoo und irgendwie die Majestät des alten rechtmäßigen Königtums wieder erstünde. Sein schonungsloser Freimut gegen die gefrönten Häupter entsprang nickt bloß der angeborenen Tapserkeit eines heldenhaften Gemütes, sondern auch dem Stolze des Reichsritters, der in allen diesen fürstlichen Herren nur pflichtvergessene allen diesen fürstlichen Herren nur pflichtvergessene, auf Kosten des Kaisertums bereicherte Ltandesgenossen sah und nicht begreifen wollte, warum man mit solchen Zaunkönigen so viel Umstände mache. Er hatte die rheinischen Feldzüge in der Nähe beobachtet und die Ueberzeugung gewonnen, die er einmal der Kaiserin von Rußland vor versammeltem Hofe aussprach: das Volk sei treu und tüchtig, nur die Erbärmlichkeit seiner Fürsten verschulde Teutschlarcks Verderben. Er haßte die Fremdherrsckast mit der ganzen. dämonischen Macht seiner naturwüchsigen Leidenschaft, die, einmal ausbrech.md, unbändig nne ein Bergstrom dahmbrauste: doch nicht von der Wiedercrufrich- tung der verlebten alten Staatsgewalten noch von den künstlichen Gleichge'.vichtslehren der alten Diplomatie erwartete er das Host Europas. Sein freier großer Sinn drang überall gradaus in den sittlichen Kern her Dinge. Mit dem Blick des Sehers erkannte er jetzt schon, wie Gneisen au, die Grundz üae eines dauerhaften Neubaues der Staaten^esellschait. Das unnatürliche Uebergewicht Frankreichs — so lautete sein Urteil — steht und fällt mit der Schwäche Deutschlands unb Italiens; ein neues Gleichgewicht der Mächte kann nur erstehen, wenn jedes der herben großen Völker Mitteleuropas zu einem kräfttgen Staate ver- enrigt wird. Stein war der erste Staatsmann, der die treibende Kraft des neuen Jahrhunderts, den Drang nack nationaler Sbaotenbildmrg ahnend erkannte; erst zwei Menschenalter später lollte der Gana der Geschichte die Weissagungen des Genius rechtfertigen. Noch war sein Traum vom einigen Deutschland mehr eine hochherzige Schwärmerei als ein llarer politischer Gedanke: er wußte noch nicht, wie fremd Oesterreich dem modernen Leben der Natton geworden war, wollte in den Kämpfen um Sckstesien nichts sehen als einen beklagen-- rvertcn Bürgerkrieg." Stein war politischer Reformator, nx- niger ein Staatsmann auswärtiger Politik. Es war, so sagt Treitschke, der Schatten seiner Tugenden, „daß er in den verschlungenen Wegen der auswärtigen Politik sich nicht zurechtfand und die unentbehrlichen Künste dip komorischer Verschlagenheit als Hiebettrad)tiged Finassieren verachtete". „Aber der zerrütteten Monarchie wieder die Richtung auf hohe sittliche Ziele zu geben, ihre schlummernden herrlichen Stätte durch ben Weckruf eines feurigen Willens zu beleben — das vermochte nur Stein, denn keiner besaß wie er die fort» reißende, überwältigende Macht der großen Persönlichkeit. Jede» unedle Wort verstummte, keine Beschönigung her Schlväche unb der Selbstsucht wagte sich mehr heraus, wemi er feine schwerwiegenden Gedanken in markigem, clltväterischem Deutsch auSsprach, ganz kunstlos, volkstümlich derb, in jener wuchtigen Kürze, die dem Gedankenreichtum, der verhaltenen Leidenschaft des echten Germanen natürlich ist. Die Gemeinheit zitterte vor der Unbarmherzigkeit seines stachligen Spottes, vor den zermalmenden Schlägen seines Zornes. Wer aber ein Mann war, ging immer leuchtenden Blicks und gehobenen Mutes von dem Glaubensstarken hinweg. Unauslöschlich prägte sick das Bild beö Reicbssreiterrn in die Herzen der besten Männer Deutschlands: die gedrungene Gestalt mit bem breiten Nacken, ben starken, wie für den Panzer geschaffenen Schultern: tiefe, funkelnde braune Augen unter dem mädstigen Gehäuse der Sttrn, eine Eulennaw über den schmalen, ausdrucksvoll belebten Lippen: jede Mwegimg der großen Hände iah, eckig, gebieterisch: ein Charakter ime au« dem hochgemuten sed^zchnten Jahrhundert, der unwillkürlich an Dürers Bild vom Ritter Fran; von Lickingen erinnerte — so geistvoll und so einfach, so tapfer unter ben Menschen unb so de- müttg vor Gatt — der ganze Mann eine rounber» bare .Verbindung ton Naturkran unb Bildung, Frei'i,m und Gerechttgkeit, von gtübr.iber Lriben- 'chatt unb billiger Erwägung — eine Natur, bic mtt lh«r UnMigkeit zu ieber selbstischen Be- recbnnng Für Napoleon unb die Genossen seine» Gluck« immer ein unbegreifliches Rattel blieb." Vie totcrinfcl. Von August Strindberg. >r>tTtnbb€*‘g hak in seinen späteren Jah- ren taaebuchatt^ge AufLeicknmngen und nrif- seiftchoft lickte Betrachtungen in seinen „Blaubüchern" gesammelt, von denen ,wei Bände bei seinen Üebzeuen in beuifdier Sprache erschienen. Das „Dritte Blau- buch" wird erst setzt von fernem lieber setzet Emil Schering im Rahmen der großen bei Georg Müller in München erscheinenden Gesamtausgabe heraus gegeben. „Mein Testament an die Menschen!" nennt es Strindberg in einem Brief vom 25. Juni 1908 an Scbc- rrng, unb wirklich ist in diesem durch zahlreiche Stücke aus dem Nachlaß vermehrten Wert ein Abbild der erstaunlichen Mseitig- keit und Beweglichkeit dieses dämonischen Geistes gegeben, der sich in diesen Blättern mit Ofott und der Welt, mit den tiefsten Rätselfragen des Daseins und den alltäglichsten Dingen auseinandersetzt. Unter dem Titel „Höhere Existenzformen: Die Toten - iusel" hat er an ben Schluß des dritten Blaubuches die Betrachtungen gestellt, die hier wieder gegeben seien: Man hat den Mißvergnügte,c oft gefragt, wie er sich einen besseren Zustand, ein seligeres Dasein denke. Swedenborg hat selige Zustände auf andern Erden gesch.lderi. und wenn ich daraus die nächste TaseinSform konstruieren sollte, würde es so fein: Ter Körper auS einer feineren Materie geschaffen, und die Nahrungsstvfse so subttl, aus Pflanzen allein, daß sie vollständig für ben Unterhalt des Körpers aufgebraucht werden, also keinen Rest lassen. Tie Verdauung mit ihren unschönen Umständen bliebe also aus, und die Absonderung geschähe nur durch Ausatmung ton Wasserdämpsen und reinen Gasen. Tas wäre ein reines Leben. Die Pflanzen, von denen man lebte, brauchten nicht gedüngt werden, unb Vieh wäre nicht vorhanden, da die Bäume Mllch, Früchte, Honig, Wein geben. Tie Luft würde natürlich eine andere Zusammensetzung haben, die Gesetze der Schwere andere sein, so daß man sich durch Atemholen, bas die Lust des Körpers verdünnt und sein eigentliches Gewicht vermindert, bewegen könnte. Ttt Tag hätte neun Sticnden^und das Leben reichte nur dreißig Jahre. Zwei Stunden Arbeit, eine Stunde Mahlzeit, zwei Stunden Unterricht und Vergnügen, vier Stunden Schlaf. Tie Menschen wohnten in reinen schönen Hütten, deren Dächer offen wären, damit die Menschen die Sterne wandern sehen könnten. Sie lebten in Paaren, Mann und Weib, und wären glücklich, einander nahe zu sein: aber sie erzeugten keine Kinder, denn dies wäre nur eine Station, die nächste nach dem Tode vom Erdenleben. Diese ganze Station bestände aus Inseln, die schwimmen in einem Etwas, das Luft ober Wasser sein könnte. Tie Berge beständen aus allen schönen Steinarten, wären aber nur Gleichnisse. Da bic Inseln umherschwimmen würden, änderte sich die Aussicht beständig: Reisen würden deshalb unnötig. Auf jeder Insel gäbe es eine Burg, auf der Wächter, Helfer unb Lehrer wohnten. Hier leben nun gute Menschen, bic das Erdenleben beenbigt unb die Prüfung bestanden. Sie haben es ftftroer im Leben gehabt, sind in Laster unb Verbrechen herabgezogen, haben aber einen solchen Abscheu vor bem Bösen bekommen, baß sie sich bem Guten zugewandt haben. Von dem menschlichen Tierkörper und von Bose und Unwahr befreit, sind sie schön und rein. Sie sind halbdurch» sichttg, so daß sie nichts verbergen noch lügen können. Hier ruhen sie au» nach den Schrecken des Lebens. Tie Arbeit mit dem Garten rst nur ein schönes Spiel, gesäneht bei Wanderungen am Strand, unter Laubgewölben, unter Blumen und singenden Vögeln von höherer Schönheit, al» wir uns denken tonnen. Sie werden jetzt von Lehrern darin unterrichtet, was der Sinn ihres vergangenen ErdenlebenS gewesen ist. Warum sie von diesen Eltern und unter diesen Bedingungen erzeugt worden? Sie erfahren die Ursachen, warum ihr Verkehr so gewesen, ihre Lehrer gerade diese. Tas ganze selttame Gewebe de» Lebens wird aufgetrennt, und sie sehen die Fäden in ihrem Schicksal. Warum sie diese Handlung, die sie mißbilligten, haben begehen müssen: warum andere sie ungerecht haben quälen dürfen. Mit jeder Erllärung löst sich ein Band der Bitterkeit: Licht und Versöhnung breitet einen stillen Schein Über die furchtbare Vergangenheit. Sie verzeihen in ihrem Herzen ihren Feinden, ja segnen sie zuweilen. Alles, auch das Entt'etzlichste, crfd)dnt in einem versöhnlichen Licht: und damit, nur damit werden ihre häßlichen Erinnerungen, von denen sie niemals glaubten frei werden zu können, auSgetilgt. Sie weinen vor Freude unb geraten in Ent zückung. Tas haben sie sich nicht denken können: daß eine Versöhnung mit der Vergangenheit möglich fei. Unb sie loben Gott bei Sonnenaufgang, daß er ihnen diese Gnade gewährt habe: denn früher haben sie nur gewünscht, ite könnten alle» vergessen, was sie erlebt. Hier sind keine Bösen imb keine Unwahr- hasten. Sobckld aber jemand die Neigung zeigt, zmn Alten zurückzukehren, wird er entfernt, entweder durch einen schmerzfreien Tod oder durck Zurück- lenbung nach Armageddon, wie sie die Erde neunen. Unterricht in ben sogenannten Welträtseln, der Kosmogonie, Tbeogonie, Philosophie oder den Wissenschaften können |ie hier nicht erhalten, denn dazu reicht ihr Verstand nicht aus. Aber eins dürfen fic wissen: alle«, was sie in Wissenschaft auf Erden flfltritt haben, ist falsch, aus Strafe, weil sie wie Gott wissend werden wollten. DaS ist die Ruhestation oder die Sommerferien oder der erste Tod: und die Tage sind ihnen so kurz wie ein Fest. Sie sehnen sich nach ben morgenben Tag, um mehr von ihrem Sckickfal »u erfahren unb dadurch sich mit der Vergangenheit auSzusöhnen: die mar doch der einzige Weg zu Friede und Seligkeit, um den Glauben an den guten Gott mib ine Hoffnung auf ein besseres Leben wieberzugewrnnen. Mit dreißra Jahren entfdftafen sie einesNachrs, ohne cs zu routen, um an andern Orten weiter erzogen »u werben, in Weisheit, Liebe, Glauben unb Hoffnuny! Ist es-Mchr sowohl rrizvoll wie befriedigend, sich „Die ^tenstttel" so zu denken ? «ifbrrbelrtnmg ves Meistertrunk-Fkstfyiels in Rochenburg o. T. An» bem weltberühmten fränkischen Rothenburg ob bei -tauber, das heute noch von der alten Stadtmauer mit vielen Tünnen, Basteien und Wehr gang umgeben ist, Xonnnt bic -runbe, oaß bas Rothenburger historische Festt pel „Der Meiftertxunt* am Pfing stm onl^i nack liebemiibu^cr Vause^zmn ersten Male wieber auf- geführt wird. Dies Fefttviel ist i.i dem roch immer im Tornrösdienüblaf versunkenen Städtchen sei' 1881 heimisch. Seine Handlung rührt in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges zurück. Mit anderen fränkischen Städten hatte fidi damals auch M- Wehrkräfte Rothenburg den '3d)roetv!r■ m;gefd)£oifeii und eine schwedische Be'atzimg rniter Rinkenberg in seine Mauern ausgenommen. Ende Cft-iber 1631 belagerte nmt der rat'erlief* Feldmarsä>a!' DzerklaS Graf von Dilin die Stadt und nahm ie nack bari uächgem Diderstande ein. Schon war über dir Stabt und Rat ein grausames Urteil gesprochen die Stadt sollte schonungslo'en Plünderungen preisgegeben wer den unb der Rat der Scccki bti Tod durch HenkerSIxrnd erleiden, da braditc hr*. Altbürgermeister der Stadt, Goorg 'Jhifd;, tv Rotheninrrgern durch einen wackeren ?ntnf Re' ttrng, indem er Dilins Fordermtg erfüMte uno b Ehren vokal der Stadt, der 12 batjeriidje Schoppen faßte, in einem Zuge au«tranf. Das bödjft wirk an re Festslstel wurde bis zum Kriegsausbruch alljährlich »u Pfingsten aufge führt. Es wird auch den Teilnehmern des Deut fchen BimdeS-Sän qe.-festes in Nstrnbera 1912 noch in freundlicher Erinnerung sein, die damals t*r Ausflug nach Rothenburg o. T. nritgemad’.t hoben und bei dieser ^legcnheit das Festspiel sahen. Da-. Festspiel ist bearbeitet von dem Ehrenbürger ixi Stadt Rothenburg, (Waferntetfter ?n>jni Hörber. ber den historischen Vorgang durch sickere scharfe Charakteri ierung der Hauptpersonen und geschict' tert fzenischen Aufbau zu einem sehr wirksame,- Drama verarbeitet hot. Die musibilischen Ein lagen und Begleitungen stammen von Oberlehrer I. Kvhler und Musikmeister W. Fürst, Regisseur des Feilspiels war bis -um Weltkriege der be kannte Münchener DraNrattrrg Professor L Stark Gesvielt wird es stets von Einwohnern her Stadt Es bat jedeSmal einen großen Fremdenzustvom m das rei'zvolle Tauberstädtcken gebracht, unb es Wirb seine große Anziehungskraft wohl auch in der Zukunft bewahren. Am Pfingstsonntag gelangt, ebenfalls nach siebenjähriger "Pause, auch der htttorische Sckäsertan» wieder zur Auf- führung. Die der Kuckuck Eier legt. Des Kuckucks Gewvbnheit, feine Eier in fremde Nester zu legen, ist ja sprichwörtlich geworden. Aber genaue Angaben über diese eigenartige Methode hatte bisher noch kein Naturfvrfcher gc-.nacht Nun ist es einem englischen Bogelkenner gelungen, end ltch dem Geheimnis der Fvau Kuckuck aus die Spur zu kommen, und er enthüllt die Änzclhrit-rn feiner Entdeckung, die man zu ben interessa.ttestcn öct ganzen Vogelkunde rechnen kann, in einem Aus 'atz tec „Daily Mail". „Während der letzten drei -Sommer," schreibt er, „habe ich die vorher nie erreichte Gelegenheit gehabt, das Legegeschäft des weiblichen Kuckucks genau zu beobachten. Tic und Weste ist so geheimnisvoll und geschieht io blitzschnell, daß es begreiflich ist, weshalb man diese Dinge früher nie genau sestgestelll hat. Der betreffende Kuckuck würbe zuerst 1908 üi einem klemen Gelände fcftgefteUt, und ich fand, daß er neun Eier legte. Im nächsten Jahr lehrte er wieder an Ort unb Stelle zurück, unb ich stellte 16 Eier test- die alle in Nester deS WiesSrpiepers gelegt waren. Damals kam ich zu der Erkenntnis, daß der Kuckuck jeden folgenden Tag ein Ei legte und unterbrachte, solange erreichbare Nester bei Pflegeeltern vorhin dm waren. ES wurde mir aud- klar, daß das Geheimnis des Eierlegen- beim Kuckuck darin lag, baß er vorher genau das Nest kennen mußte, dessen er sich für sein neugelegtes & bedienen wollte. Jftt nächsten JL 12ä0, 0.50 Sowie nne flütiqen Sorten nnö mifmnngri ju hiaigflrn pretfen Gberhesfisches S^menhaus Cln6emitoh LP1) Ao deo mncninnhen Schmierseife gelb und wein, 3ric den» Cuaiität Seifenpulver 10°, K. A. ' > 0fd.Paket M. 1.30 ©Irin. IDomplon. öfrtii it. Voll-Heringe LtÜck . 50 Pf. Effig-GurKen grob. Ltück 15—ÜO Pf. Essig-Gurken kleine Delikaten Pfund . 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