b Ingungen: Bezugspreis Trägerlohn Gießen, den 30.September 1921. Verlag unö Schriftleitung des Gießener Anzeigers Internationale Konferenz über Mast- und Gewichtsordnnng. Paris, 28. Sept. (Wolff.) Durch den französischen Handeldrninister ist gesteni bie sechste allgemeine internationale Konferenz über bie Maß - unb Dewicht S- orbnung, bie alle sechs Jahre in Paris stattfinbet. eröffnet worben. Auf ber Konferenz ist Deutschland vertreten. Deutscher Gesandtcnwechsel. AuS bem Haag. 28. Sept. (WTB.) Wie man hört, erwartet man in gutuntet* richteten Kreisen bie Ernennung beS bisherigen deutschen Gesandten in Stockholm von Lucius, zum Gesandten des Deutschen Reiches im Haag. Die Regierungsumbildung. Berlin, 29. Sept. Reichskanzler Dr. Wirth hatte gestern abend mit bem preußischen Ministerpräsidenten Sieger w a l d, den Führern der Koalitionsparteien, und dem Abgeordneten Stresemann Besprechungen über die RegterungSneubildung Im Reiche und Erlangt diese Vorlage Gesetzeskraft, so stehen wir vor der Tatsache der Entrechtung welcher Leistungen das Volk in Rot gerate. Lieber die Rede Churchills in Dundee drückte er seine Freude aus. besonders über den Plan, eine Kooperation der zivilisierten Völker in der Form eines Kongresses zu schaffen. Die Art der bisherigen vertraglichen Foi> mulierung bedinge auf feiten der Entente eine merkliche Enttäuschung. Man brauche dabei nur an unsere Reparationsfonds zu bemen, mit denen bie Entente nicht viel anfangen könne. Der neuerliche Sturz unserer Währung habe die Unmöglichkeit bewiesen, unsere Resxi- rationSverpflichtungen lediglich durch Devisen abzulösen. Das Problem sei der Ersatz von Geld- durch Sachleistung. Bei den Verhandlungen mit Frankreich über die Sachleistungen handele es sich um Leistungen m Hohe von sieben Milliarden im Laufe von viereinhalb ■ '■fahren Die Lieferungen sollen von privater -- - - e— die aber keine KriegS- ReparationSwirtschaft barstellen solle. Sogleich nach ber Ratifizierung ber Verträge durch Frankreich hoffe er bie notwendige Vigorn- ation auf die Beine ftefien zu können. Die Rede RaihenauS wurde von der Versammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Deutsch-dänische Lnstfahrtkonserenz. K*openhagen. 28. Sept. (Wolff.) Auf Schloß Ehristianborg ist gestern die deutsch- dänische Luftfahrtkonferenz eröffnet worden. Ein neues Fcrnsprechkabel zwischen Deutschland und Schweden. B e r I i n. 28. Sept. (WTB.) Heute wurde die von einem deutschen Hilfskabeldampfer vor einigen Tagen begonnene Legung des neuen FernsprechkabelS zwischen De uisch - land und Schweden vollendet, das einem dringenden DerkchrSbedürfviZ entspiickt. nach- dem Ende 1919 die erste Seekabelverbindung dieser Art in Betrieb genommen worden war. Der Verkehr auf der neuen, noch wesentlich leistungsfähigeren Linie wird eröffnet werden, sobald die anschließenden Landverbindungen auf deutscher und schwedischer Seite fertig- ’ gestellt sind. 50 Pf.; für ‘Reklame* Anzeigen von 70 mm $rnk ISO*P( Bei Platz. vorschr.fi 20 Auf chlag. Haup'.schristleiter: Aug. hZoetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil f D.:Aug.Goey; für den Anzeigenteil: Jnans kech, sämtlich In Gießen. An öle Leser öes Gießener Anzeigers. Hr. 228 Der Siegener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Monatliche vezug,preise: Mark 5.50 einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 6.50 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für "Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 61. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Zranksurt - 1 reDrTn achten der Kommission sich nur auf 3 unb nicht auf die Sache ^ehe. der bol^anr- schen Delegation, das Gesuch von der^g^ Mbnunfl ziLück-uziehen. Sie behalte sich aber daS des Steuerpflichtigen. An sich gilt das Recht, was burch Beschluß ber gesetzgebenben Faktoren bazu ae- stempelt ist. Niemand aber wirb ein Gesetz über eine bestimmte Materie als Recht anerkennen, wenn in ihm das Akoment, auf das allein eS ankommt unb im Vergleiche zu bem alles andere reine Ausführungstechnik betrifft, nicht festgelegt ist, - wenn daS Gesetz die Hauptsache dem Ermessen eines Ministers anheimstellt. DaS ist vielmehr Stabiltste- rung_derWillküraufeinemAnter- bau von Paragraphen. Mir kommt der erwähnte Satz aus dem Gesetzesentwurf vor, als gäbe es im Strafgesetz die Formel, daß Mord mit Todesstrafe l bedroht wird, die Frage „Was ist Mord? in Preußen. 3n einer Sitzung der Reichstagsftaktwn der D e u t s ch e n D o l k S p a r t e i. in Der gleichzeitig die Frage der Regierungsumbildung behandelt wurde, kam zum Ausdruck, daß die Fraktion dem Eintritt der Deutschen Volkspartei in die Reichsregierung gründ- sätzlich zustimme, daß jedoch kein Anlaß gegeben sei, auf eine schnelle Erledigung der! Frage zu drängen. ES sei daher nicht auSge- chlossen, daß die Regierungsumbildung im Reiche noch längere Zeit in Anspruch nehmen werde, dagegen dürfe man für Preußen auf eine schnellere Regelung der Angelegenheit rechnen. ES sei nicht ausgeschlossen, daß schon bi? nächsten Tage hier ein Resultat zeitigen würden. Rücktritt deS Münchener Polizeipräsidenten. München, 28. Sept. (TO) WtoWräfr. dent PSHner reichte lein ?!>tInUungs- ne,uch ein unb btgrünbcte 6«te3 der Sr- ttSrnn^ tab er sich nach Anch-bnng deS bay. ri'chen 2tnsnab>n«nstan!>eL au^erttnnd. (e e. we D-Inntwertung für bie 2Iu_fre.ettnltunfl ber ech- er rwn Mi- ’S des Annern - n n v r ° ch e n. ®te ©&• Säte des PolizeiprSsibenten führ, wrubergebenb PEzeidirelwr «nhmer. »,e emenmfng d-s neuen Poliretprüschenten steht bJ»r. Steuenoillkür. Von Dr. Kulenkampff, M. d. R. 3n dem demnächst dem Reichstage zugehenden Entwürfe eines Vermögenssteuer- gesetzes heißt es, daß — nach Anhörung des Reichsrates — der Finanzminister in Zukunft bie Bewertungsvorschriften erlassen soll, und zwar so, daß sie dem Wertstande der Mark Rechnung tragen und auf Gewinn und Umsatz Rücksicht nehmen, eine Einschränkung, die gar nichts besagt. Zwar sollen vorher die berufenen Vertreter der Wirtschaft gehört werden, aber der Minister kann chren Rat in den Wind schlagen, ohne gegen das Gesetz zu ver- stoßen. Eine Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industrie. "Berlin, 28. Sept. (Wolff.) Die Münchner Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industrie wurde heute morgen durch den Vorsitzenden Dr.-Ing. Sorge eröffnet. Sorge erklärte die Bereitwilligkeit ber Industrie, ihre ausländischen Kredite zugunsten des Reiches nutzbar zu machen unter der Voraussetzung, daß sich an der Aktion die Landwirtschaft, die Bankwelt und der Handel beteiligt und daß die Regierung ihrerseits alles tue, um das Risiko der Zerstörung des letzten Restes unserer Wirtschaft zu verringern. Rach Ansprachen des bayerischen Ministerpräsidenten Lerchenfeld und des Bürgermeisters von München, der besonders die Treue Bayerns zum Reiche hervvrhob, übermittelte der Wiederaufbauminister Ra- tHenau die Grüße der Reichregierung und mit ihnen eine Anerkennung des bisher von ber Industrie Geleisteten. Er hoffe, daß sich im Zusammenhang mit den schwebenden Verhandlungen über die Verbreiterung der Regierungsbasis eine intensivere Beteiligung aus Industriekreisen an der Führung ber Regierungsgeschäfte durchführen lasse. Rachenau erklärte dann mit Bezug auf unsere Reparationsleistungen, daß hier nicht nur eine ethische Grenze bestehe und zwar aus der Erwägung heraus, wieweit man es verantworten könne, daß durch die Zumutung irgend- monatlich 4.50 OHL !.— „ 5.50 Mk. vierteljährlich 13.50 Mk. 3."— ,, 16.50 Mk. gehalten würben, während die Einfnbr der glei-1 chen Artikel gestattet worden fei wenn sie von anderen Ländern kamen. Die Botlchafterkonfe- rens habe auf Grund dieser Reklamationen im Laufe des Jahres 1920 zwei Demarchen bei der deutschen Regierung unternommen, die jedoch kein praktisches Ergebnis gehabt hätten. Die Frage lei schließlich während ber letzten Tagung des Obersten Rates verhandelt worden, und es sei der Entschluß gesaßt worden, diesen wiederholten Verletzungen des Friedensvertraqes ein Ende >,u bereiten dadurch, daß map die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktion en ab- hängig mache von .geeigneten Maßnahmen. Das hätten die Alliierten w ihrer Resolution am 13. August zum Ausdruck gebracht. Die deutsche Regierung habe sich sofort bemüht, diese' Entscheidung zu beseitigen, indem sie sie diskutierte. In ihrer Rote vom 26 August habe sie sich mit der Schaffung des erwähnten Organismus einverstanden erllärt. aber ihre Annahme mit deutschen Reserven umgeben, so daß sie einer Ablehnung gleichgckommen fei. In den darauffolgenden Derhandlungen habe die deutsche Regierung ihre Absicht näher präzisiert und behauptet daß die Ueberwachung durch den zu schaffenden mteralllierten Organismus vor der Lizenzbewilligung durch die deutschen Behörden der deutschen Souveränität Abbruch tue und versichert, daß die Rachprüftinq der Alliierten nach erfofflter Genehmigung genügen würde. Die französische Regierung habe sich sogleich gegen eine derartige Interpretation der Resolution vom 13. August gewendet, deren Tert im Gegenteil besage, daß der interalliierte Organismus mit den zuständigen deutschen Behörden bei der 1 Prüfung und Verteilung der Lizenzen zusammen- . arbeiten solle, also präzisiert, daß diese . Zusammenarbeit vor der Genehmigung , erfolgen müsse. Die deutsche Interpretation hatte > auch dem Geiste der Resolution vom 13. August nicht entsprochen, weil diese den Zweck gehabt habe, einer unterschiedlichen Behandlung durch die deutschen Behörden tum Schaben der Alliierten und besonders zum Schaden Frankreichs ein Ende zu bereiten. Die deutsche Regierung habe versucht, eine Unterstützung bei den Alliierten Frankreichs, namentlich aber bei den Engländern, zu lindem Diese hätten aber nach einem Meinungsaustausch bie Wohlbegründetheit der französischen These anerkannt. Rachdem die deutsche Regierung dieses Einverständnis festgestellt habe, habe sie sich gebeugt und am 22. September die gestellten Bed n- gungen sowie die Interpretierung der Alliierten angenommen. Zu gleicher Zeit sei auch die Zusammenkunft alliierter Sachverständiger mit den deutschen Delegierten angenommen worden Die Arbeit der Sachverständigen sei, die Arbeit des äleberwachungsausschusses zu organisieren. werben. r Paris, 28. Sept. (WTB.) Lieber die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen wird, durch die 5, a v a s - A g e n t u r eure R o t e beroffent- lichi. die gewissermaßen die Geschichte dieser Maßnahmen toiebergibt Die ^te Sen Artikeln 264 dis 267 des Friedensvertrages wn Versailles es Deut'chland gellster Weise unterlagt sei. in seinem Handelsregime irgmd eine Differenzierung zum Schaden emes ber alliierten Staaten zur Anwendung zu bringen. Deutschland habe jedoch ein System des Em- und AusfZrverbots gebildet durch Abweichungen oder Lizenzen deren Bewilligung so organisiert sei, daß sie die Intere len mehrerer alliierten Lander, besonders aber Frankreichs schwer geschädigt hat-, Die Lieferungen sollen von pnpaier ten. Französische Kaufleute batten fiorig^t mit- Organisation ausgehen, bie aber keine Kriegs- I fcü^ÄWttoaft u* k-w- (Erftes Blatt M- Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrxck unö Verlag: vrühl'sche Um°,vuch- nnd Sleindracker.i N. Lange, rchriftleitnng. Selchäs.sitelle und vrnckerei: Schulftratzc DaS letzte Viertel beS Jahres 1921 wird in bem Kampf um ben Wieberaufbau unfern Vaterlandes eine der bedeutungsvollsten Zeitspannen werben. Richt nur in ber auswärtigen Politik bahnen sich Entwicklungen von höchster Bedeutung an, sondern auch für die innerpvlitischen Fragen soll eine neue Lösung versucht werden, die alte Begriffe und Doktrinen umftürjt und daS Liebermaß von Parteisucht und Haß in Deutschland auSjätet. Ehrlicher Arbeitsgemeinschaft soll i gen aufgreift und in der ^^^rstatwng über ^enn eine Vermögenssteuer auflegen die wesentlichen Ereignisse hohen ^Inforae» mich ich in dem Gesetze klipp und klar rungen und vielseitigen Interessen gerecht wer- ^gen, was ich unter dem Begriffe „Dermo-- den will. gen“ zu verstehen beabsichtige. Rein rnecha- Aber auch im unpolitischen Teil ist daS denn auch in dem Entwürfe ganz unseres Blattes wird es uns gelingen, langatmig ausgeführt. Run find aber die Zah- mancherlei Schwierigkeiten, die der Krieg und len, in denen das Vermögen auf dem Papiere neu ausgestaltet, dem F e u 11 le ton uno o 9 unb irgendwelche Auslands- Unterhaltungsteil soll mehr Platz ein- nicf)t. Solche BesitzeSarten müsgeräumt werden. Zu der für daS neue Deutsch- , na(b irgendeinem System bewertet werden, land hochwichtigen Pflege der Leibesübungen ein Finanzminister, wie z. B. Herr Helf- haben wir und entschlossen, an Stelle der biS- mürbe nun zweifellos eine ganz andere herigen Beilage „Sport-Umschau“, bie künf- Art ber Bewertung für richtig halten, aw tia in Fortfall kommen soll, eine neue Herr Wirth, Herr Breitscheid oder Herr Adolf regelmäßige Rubrik .^Turnen, Hoffmann eS täte. Würde diese Vorlage Ge- e hü n und Spie I“ in unserem Blatte ein- setz, so würde damit die personllche auf Sach- ho™ fihnrtfreunt) mit einer fenntnid oder durch keine Sachkenntmd ge- zurichtem, worin dem Sportfteuno mu e Temperament und Reagieren auf noch prompteren Berichterstattung unk'Aus '^ftereignisse und Zeitströmungen so oder so wähl des Interessantesten gedient werden ’ l[ig(, Qlnpcbt des jeweiligen kann. Unter möglichster Ausschaltung un- Finanzministers auch mit Gesetzeskraft auswesentlicher Vereinsveranstaltungen wird in gestattet werden. Ein unmöglicher Zustand! diesem Telle lückenloser Bericht über alles das 2luch der Steuerpflichtige hat Rechte, und geboten werden, was im Reiche und darüber sein Hauptrecht ist, daß er durch seinen Stimm- hinaus für die Pflege der Leibesübungen und zettel auf die Gesetzgebung einwirken kann, der dazu gehörigen Einrichtungen von Inter- Diese Möglichkeit der Einwirkung aber wird c, „TmXnninn ift gewaltig einge chränkt, wenn ein einschneidend unb Bedeutung >st. Lirlenbes Gesetz zustande kommt, in welchem * „ ber Hauptfaktor offen bleibt. Ein Reichstag, Trotz gewissenAefter Erfüllung aller einem solchen Gesetze der Willkür zu- Pflichten eines Heimatblattes bei immer mehr ^immte, würde nicht dasjenige Maß an gesteigerten Unkosten konnte der Bezugspreis Pflichtgefühl beweisen, das der Bürger von des Gießener Anzeigers im Verhältnis zu jhm erwartet und verlangen kann. WSÄ 3n! tungOLn^L^dDk wÄ £ K lagen an die Arbeiter- und Beamtenschaft tra^tDcrtcö bei allen den Werten, für die ein ausgezahlt werden, und eine Reuregelung von fanbläufiger Kurs nicht zu ermitteln ist. Per» Löhnen und Gehältern auf wesentlich erhöhter Anschauungen von Ministern sind auf Grundlage steht unmittelbar bevor. Dazu aIIe Fälle keine geeignete Grundlage für die kommt die Verteuerung des ZeitungspaplereS Wertfestsetzung. um 17.50 Mk. für 100 Kilo vom 1. Oktober ab Bei den dauernd einem Betriebe gewid- unb der Fortfall deS Reichszuschusses von meten Gegenständen dürfte eine schwankende o0 rmi für i QQ Kilo. Die Selbstkosten des Bewertung überhaupt nickt das Richtige lein. *Cr47950 Mk ^loO^Kllo^Wel^^ ^m^nbineUüb^^^^?nn um 47.50 Mk. für 100 ^iche Atey Hierüber wird der Reichstag entscheiden belastung daS bedeutet, erhellt aus dem Um- Esen. Seine Aufgabe wird (falls nicht der stände, daß wir jedem Leser monatlich bei- Aeichsrat ober der vorläufige Reichswlrt- nahe 1 Kilo Papier liefern und somit für schaftSrat vorher eingreift) es sein, flare For- 21 000 Leser rund je 50 Pf. mehr zu tragen meIn jn daS Gesetz hineinzuarbeiten, auf lei- haben. Bei dieser Sachlage ist eine weitere nen Fall aber sich auf Ministeranslchten als belckeidene DezugSprelserhöhung leider un- Bewertungsfaktor einzulassen und so ein Ge- umgänglich geworden. Dom 1. Oktober ab gel- setz gutzuheißen, das keinen RechtSzustand ten demgemäß die nachstehenden DezugSbe- schafft. xember burchgeftchrt. Auf eine Reihe von Son- f , ^trctjabrige Fohlen, Arbeits- verwünschen erwiderte das Reichsverkehrs- L?J °10 Xi des PH Schudt, 2on- miniftertum, daß Vie vorbereitenden Arbeiten I Li braune ©tute des W. Wagner II., zu deren Prüf/ng bereits ÄÄ* »es «• ^rrer, ®ie Heerscheu Schwarz-Weiß-Rot verboteu. Zucht st uten mit Saugfohlen oder Arbeits- Berlin. 28. Sept. (WTB.i Wie erst jeyt bekannt wird, ist der Philosoph Eugen Dühring am 2.September in seiner Wohnung in RowaweS bei Potsdam gestorben. Dühring, der seit vielen Jahren erblindet war. lebte in seiner stillen Behausung beinahe einsiedlerisch und hielt sich seit Jahren von jeder publizistischen Tätigkeit fern Schanttvrrtschaftsbetrieb hn Hause KaplansgasK *L — Klage des Bürgermeisters Ranft mi ^berg gegen bie Hessische Bersicherungsa-r- ''u"Sememdltche Beamte zu Darmstadt. 1 e .Volkshochschule beginnt am 6- Semester. Das Programm enthalt auch diesmal wieder eine reiche AuS- Oon Darbietungen aus allen Gebieten des Wissens. Räheres darüber sowie über Einschreibung und Gebühren enthält das BerzeichniS der Arbeitsgemeinschaften. Vortragsreihen und Ele-. mentarkurse des 6. Semesters, das soeben erschienen ist. Es enthält auch Leitsätze, die in kurzen Worten über Zweck und Ziele der Volkshochschule aufklären. Das Verzeichnis ist in allen Buchhandlungen zu haben. (S. Anzeige.) 'Backsteine aus Bauxitschlamm. nrlCf.^jittoerk A.-G. betreibt seit Juni im Anschluß an ihre Aufbereitungsanlage © a r - bentelch eine Ziegelei. Als Material rT1»? oic ßeim Waschen der BauLitsteino abfallende Schlämme in Betracht, die sich bei sachkundtger Behandlung hervorragend zum -örcnnen von Backsteinen eignet, 'soweit sie mcht infolge besonderer Eigenschaften für GaS- remigungszwecke verwendbar ist. Zurzeit ist der vierte Feldbranvofen mit einem Inhalt von 100 000 Steinen in Brand. Die Steinehaben sich gegenüber anderen Drcnnfteinen. ^burchcms gleichwertig erwiesen und finden reichlich Abnehmer. 3m Anschluß hieran wird von der Vereinigung hessischer Bauxitqruben beabsichtigt, auf ihrer AufbereilungSanftalt in Munster mit einer Ziegelei von weit grö- ;erem Rdhmen im Frühjahr zu beginnen. Zu diesem Zwecke steht die Gesellschaft seit einiger Zelt mit der Gemeinde Münster in Verhandlungen zum Erwerb von Gemeindegelände. das an die Wäscherei Münster grenzt. nrt.s*,..HTVeJ "Euer Roman, mit dessen Abdruck wir heute beginnen, wird von unseren Lesern zweifellos mit Spannung und gleich bleibendem Interesse gelesen werden. Horst Bodeiner entwirft in seinem .Schuß im -ölut em fesselndes und ergreifendes Bild von unausbleiblichen Konflikten, die der Zusammenschluß grundverschiedener Menschen- thpen in einer Familie Hervorrufen muß, ehe es zum Ausgleich und friedlichen Sichineinan- berfugen kommen kamt. Alter knorriger hessi- B^wernschlag sucht seiner natürlichen Schwerblütigkeit durch Mischung mit leichter '"Evendem rheinischen Künstlerblut einen „Schuß ins Blut" zuzuführen, wodurch für die neu zu erwartende Generation die glücklichste Vereinigung von Eharakterstärke und Intelligenz erreicht werden soll. Doch so leicht wie es der alte Rittergutsbesitzer erhofft und berechnet hatte, sollte sich dieser Mischungs- Prozeß nicht abspielen. — D i e Frauengruppe der Deutschen Volkspartei hält morgen nachmittag 6 llftr hn Gewerbebaus eine Sitzung ab, um nochmals über die Landtag 4kandidatu- r e n, besonders die Frauenkandidaturen, zu sprechen. ehe die Liste in der kommenden Landesaus- schußsihung endgültig feslgelegt wird. Landkreis Gießen. * Obbornhofen, 24. Sept. Auch hier soll eine Kriegergedenkstätte errichtet werden. In einer Dürgerversammlung war beschlossen, eine Haussammlung zu veranstalten. Diese ist nun nahezu abgeschlossen. Heber die Platzfrage ist man sich noch nicht einig. In Frage kommen Friedhof und Kirchenplay. tt. T r a i s a. Lda.. 26. Sept. Der hiesige Kiiegerverein beschloß in seiner gestrigen Sitzung die Errichtung eines Erinnerungsdenkmals für die im Weltkrieg gefallenen Söhne unferer Gemeinde in die Hand zu nehmen. Starkenburg und Rheinhessen. n. Offenbach a. M, 27. Sept. Die hiesig* Lederwarenindustrie ist zur Zeis derart stark beschäftigt, daß die eingehenden Aufträge Aus Stabt und Land. Dießen, den 29. Sept. 1921. ** Sine öffentlicheSihungdesPro- Vinzial-Ausschusses findet Samstag den 1. Oktober, vormittags 9 jUhr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes, Landgraf-Philipp-Plah 5 mit folgender Tagesordnung statt. Klage des Heinrich Ackermann in Ossenheim gegen den Polizeibefehl des Kreisamts Friedberg vom 13. Juli 1921. — Gesuch des Adolf Balser zu Gießen um Erteilung einer Legitimationskarte (Klage gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 11. August 1921). — Gesuch des Karl Jakob Hochscheid SU Dießen um Erteilung der Erlaubnis zum . Berlin, 28. Sept. (Wolff.) Der Poli- zetprasident von Berlin hat auf Grund der Reichspräsidenten vorn 29. August die für den 2. Oktober im Sportpalast geplante Heerschau Schwarz- Weiß-Rot verboten. Die Veranstalter der geplanten Heerschau gehören den gleichen Kreisen an, wie die Veranstalter des sogen Frontkämpfertages. Gießener Herbst-Pferdemarkt. , ,ri Dießen, 29. September. , f ®er L^bstmartt in der Regel schlechter besucht und beschickt at. .er Fruhiahrsmarkt. Der gelinge Markt war jedoch recht gut besucht. trt^ben ^ren etwa 244 Pferde und 37 Fohlen. Gute Arbeitspferde, besonders Zucht- material, erzielten recht hohe Preise, 25 bis 30 000 -ülarf wurden für gute Tiere angelegt. Der- Mittel- fchlag wurde mit 15 bis 20 000 Mark gehandelt Ehrend die geringeren Arbeitspferde, wofür keine sonderliche Nachfrage bestand im Preise etwas gesunken sind und mit 5 bis 10 000 Mark u-r^n-, ®^<>WerI)c wurden für 3 bis 4000 Marr verkauft. Das Geschäft war sehr belebt, es wurde viel gehandelt und der Aeber- groh' "Cr ia tct8 vorhanden ist, war nicht allzu . , Blit dem Markt war auch eine Pferde- lchau, Prämiierung und Preiswerte i- lung verbunden. Für die Prämiierung des vÄ^Llerdematerials wurden etwas mehr als -t00 Mark an Preisen vergeben, darunter 500 Blark aus Mitteln des hessischen Landes-Pferde- zuchtvereins. Die Prämiierung hatte folgendes iDrgevnis: mxnr??* lpaarweise): Braune Wallache von S. und I. Kaufmann, Riederweisel. 1. Preis: braune Stuten deS Anton Belten XVI Lang-GonS, 2 Preis. '* schwere Arbeitsschläge (^aarweifel • Rotschimmel-Stuten deS S. Michel, Gießen, 1. Pr.; Wettervoraussage für Sreitag. Wollig, trocfen, nachts Temveratur ftcHen- toepe um Rull Grad, tags milde, wechselnde Winde. Das mitteleuropäisch? Hoch hat (ich unter dem ©tnflufj des skandinavischen Tiefs bedeutend verflacht. Bon der Biskaya breitet sich ein Tiefdruckgebiet nordostwärts aus. Wir tocrboi daher mit wolkigem und trockenem Wetter rechnen können. Rachts wird die Temverattir stellenweise noch unter den Gefrierpunkt sinken. Auch heute Rächt war der Frost sehr bedeutend. Gießen hatte 2 Grad Kälte zu verzeichnen. In Lauterbach sank das Termometer auf 5 Grad unter Aull. Auch aus anderen Teilen des Kreises wird ein starker Temperaturfall während der Rächt gemeldet. BovuoLizcrr. den Ausgangspunkt der ersten kirchlichen Bauten seit der Klostergründung, den Anfang des Karolingischen Doms von 850 v. Chr. und fand dabei ein Trippelgrab von drei gut erhaltenen Steinsarkophagen. Der tote Inhalt des einen Sarkv- phags war noch unberührt. Rach Lage der Dinge scheint kein Zweifel zu bestehen, daß hier die Gräber der Jünger des Apostels der Deutschen, Lullus und Wigbert sowie ihres Gefährten Witta freigelegt worden sind! Durch diesen Fund ge- toimjen die Ausgrabungen in der Hersfelder Stiststirchen-Ruine eine weittragende Bedeutung! * — Heber b i c geistige R o t der pe -l t s ch e n Dichtung ließ sich kürzlich Heinrich L i l i e n f e i n, der Generalsekretär der Deutschen Schillerstiftung, im „ßit. Echo" aus: ..Scheuen wir das offene -Bekenntnis nicht: Unsere Literatur ist ein Chaos. Man malt uns häufig den Bankerott des Staates an die Wand. Der Bankerott unserer Literatur ist da, wir stehen mitten darin. Das fluge Wort von der „Qln- arebie im Drama" darf ohne Hebertretbung auf Den Bereich unserer ganzen Dichtung ausgedehnt merben. Es gibt ein untrügliches Symptom für £He Wahrheit dieses Hrteils: die kurze, rühm- lose Geschichte der jüngfi verstorbenen deutschen Kunstrichtung — des Expressionismus. Ich sehe vor mir eine ungeheuerliche Kluft: diesseits ein 3 uchtstuten mit Saugfvhlen oder PV Ar 6 r e n Aachkommen. Arbeits- lMlag e: Fuchsstute des PH. Schudt, Londorf Ehrenpreis: Fuchsstute des W. Laux, Holzheim, 1- Preis: Rotschimmclstute des W. Wagner II Kirchgöns, 2. Preis: Fuchsstute des I. Philipps, Faulbach v. d. H., 3. Preis: Braune Stute des L. Walb I., Steinbach, und Fuchsstute des A Petry, Hattenrod, 4. Preise. Zuchtftuten. tragend, Wagenschläge Braune Stute des A. Peil. Mölln. I. Preis- Braune Stute des H. W. Strasheim. Griedel. 2. Preis: Rappstute des L. C. Luh, Lang-Göns 3^. Preis: Braune Stute des H. S. Strasheim' Gnedel, 4. Preis. Englische Prefseftimmen znm fallen der Mark. Lv ndon. 28. Sept. Die fortschreitende (Sn t- «cr deutschen Mark beschäf- die Presse weiter in hohem Maße. „($ o e - n t n g Standar d" hebt hervor, daß die Mark jetz wemger als i's Penny weit sei, statt nor- malerwe'se 1 Shilling, und schreibt, in Anbetracht hn AthSe- daß die übrigen Wechsellurse ver- £ a ftct’9 ^i es nicht wunderlich, daß der Balutamarkt immer größere Rervosität un& Besorgnis an den Tag lege. Es sei vollkommen unei-llärlich, weshalb die deutsche Mark immer weiter falle. Es sei der Möglichkeit Ausdruck gegeben worden, daß hinter allem deutsche Machinationen zur Erreichung besonderer Ziele zu suchen sind. Bon zahlreichen Deutschen werde dies jedoch angezweifelt, denn es könne wohl vorteilhaft für die deutsche Industrie sein zur Eroberung der ausländischen Märkte eine entwerte'e Mark zu haben, es gäbe jedoch eine Grenze Jur die Entwertung. Wenn die Mark über diese grenze hinaus sinke, so könne die Wirkung in anderer Hinsicht für Deutschland schädlich fein Schwe r e A r b e i t s s ch l ä g e (ernzelnf- Brauner Wallach des 6. Michel. Gießen iXü d^S und Z. Kaufmann. Riedes \ mrCld: Botschimmelstute des S. Michel, iDletzen, 3. Preis. Bucht ft uten mit Saugfohlen oder e r e21 Aachkommen, Wagen- f cb läge: Braune Stute des H. C. Strasheim Grredel, 1. Preis: Rappstute des W. Dingel, Grumngen, 2. Preis: Fuchsstute des Karl Huhn, Gießen. 3. Preis. M>toaräe ©tute unö Fuchs-Wallach des S. und Diederweisel, 2. Preis: Fuchsstuten des S. Michel, Gießen, 3. Preis ~ e ijd) t c Arbeitsschläge (paarweise)- 2. Frensdorf. Gießen. 1. Pr.: ^Preis^" ** 2Irt^ir Leopold. Ridda. 3. und Deutschland könne fein Finanzprestige einbüßen -ZHan könne vermuten, daß Deutschland einer wirtschaftlichen Katastrophe zutreibe und das könne sehr ernste Folgen zei- drerde darauf hingewiesen, daß Deutschland Marken verkauft aus dem einzigen Grunde, weil es seiner vor einem Monat über- nonnnenen Verpflichtung bei dem Ankauf von notwendigen Einfuhrprvdukien. wie Lebensrnittel usw. nachkommen muß. In diesem Falle würde vielleicht eme jReaftion eintreten, die ebenso wenig heftig fern könne, wie der augenblickliche Sturm Aus leben Fall bleibe die deutsche Mark ein Mysterium. eslminster Gazette“ schreibt zu d.m raschen Fallen der Mark, keine Fulanzpolittt Deutschlands könne es in den Stand setzen, die Reparationen zu bezahlen, wenn es nicht eine un- gcbeuer.Kbe Ausdeh ung seines Ausfuh hindlls Leichte Arbeitsschläge (einzeln»- Brauner Wallach des S. und I. Kaufmann?Rie- derwesiel 1. Preis: braune Stute des A. FrenS- Suchsstute des 2L Frens- Dauner Wallach des S. Michel, Gießen, 4. Preis. in allen Tiefen aufgewühlte« Boll, nach Dichtung wie nach aller Schönheit heiß und sehnsüchtig verlangend, doch ebenso willig, weil ungeleitet. zur Kunst wie zur Hnfunft; jenseits eine hochnäsige, durch und durch unvolkstümliche "O^kra^nr", die in fremden Zungen lallt und in mystrschrn Verzückungen schmilzt — eine .Literatur . die sich anstellt just wie die Berge, die zu foetfen beginnen rmd lächerliche Mäuse ge- btercP ~ $jnc „Literatur", die überfließt von unendlicher Menschheitsbeglückung und im Grunde kem Herz hat für das dumme Volk, das da drüben steht, drüben und drunten. Hub ich sehe auch das muß ausgesprochen werden - in ratlosem Schweben über der Kluft eine Kritik, oie jedes sicheren Maßstabes bar, die Verwirklichung vollendet! . . ." Feuilleton. Hersfelder Reliquien. Entdeckung der Gräber dreier Apostel. r £ f e I b wird uns geschrieben: Die Badciladt H e r s f e l d in Hessen tritt immer mehr ui den Vordergrund historischer Bedeutung. Sie war fruper schon sehr berühmt. Gustav Freytag beginnt bekanntlich fein „Das Rest der Zaunkönige" mit folgenden Sähen. „Wo die Geisa das Wasser ihrer Quellen in die Fulda aicßt, lag zwischen Wiesen und fruchtbaren Feldern das Kloster Herolfsfeld. Hohe Fürsten des Himmels waren seine Beschützer, denn die Kloster- nrche umschloß die Reliquien zweier Apostel. das Gedeihen des Klosters batten zt^i Gefährde,i des heiligen Boni- ßvius bewiesen: Erzbischof Lullus, der die ersten Mnche auf das leere Feld führte, und Heiden- bckehrer Wigbert, desftn Gebeine erst viele Jahre nach seinem Tode.un Kloster niedergelegt wurden tosr aber seitdem durch zahllose Wunder den Ruhm der Statte erhöhte. Bon weiter Ferne her zogen die Leute zum Kloster und suchten dort Beistand. Wer vollends krank war der neigte sich flehend vor dem Arzte des Klosters und erhielt aus der Llpvtheke die Holzbüchse mit kräfttger Salbe und dem ruhmvollen Trank deS heiligen Wigbert. . Man rühmte von ßuJIut’ ?r den Krankheiten mit der Gottesgabe der Heilkunst entgegentrat und durch seine Wunderku^n Hersfeld zu hoher Blüte brachte. Ihm zu Ehren heißt auch die Heilquelle des heutigen Bades „Lullusbrunnen". 2ln der Stelle des ehemaligen Klosters ent- Hanb einer der berühmtesten deutschen Dome die Stiftskirche, an der Jahrhunderte hin- durch gearbeitet worden ist und die in der Ge- fjKbte der deutschen Architektur eine große Rolle IPielt Im siebenjährigen Kriege diente das Wunderbamverk, in dem der Kölner Dom bequem untergebracht werden könnte, als Heu- und Stroh- a(d öiG Franzosen eiligen Rückzug nach Süden an traten, steckten sie das Magazin Selbem steht die schönste der Kirc^n als schönste K,rchenruine Deutschlands da. Ihr freistehender Glockenturm birgt die älteste deutsche Glocke, vte Lullusglocke! In diesem Sommer haben nunmeyr unter der Leitung von Professor Vonderau und mit Hnterslützung der Regierung £ «^Ausgrabungen in den Ruinen öcr Stiftskirche begonnen, die jetzt, des Wetters wegen, etnen vorläufigen Abschluß für dieses Jahr gefunden haben. Die Ausgrabungen, die mehrere Jahre hin- durch fortgeführt werden sollen, haben in den §uud gezeitigt, der allge- memes Aufsehen erregen wird. Man stieß auf Ä könne. Ohne" diese MöglichkL^w^ Schwere' Ar bei t s s ck l ä n r • r . bie deutsche Mart immer weiter fallen Die Al- (Diele Ds^ • Vr? V ß c<-eutW). liierten würden früher oder später dieser Tal- Besitz bm P 6 Monate im fache ins Auge sehen und beschließen müssen bem Landes- ob ihre Forderungen erfüllbar sind und ob 'sie Be^irksv^e?» /n ^^^f^j^kttchen öiefe Forderungen auf die einzig mögliche We ft des Friedrick ^ohsiuchs erfüllt haben möchten, nämlich Lrch eine äleber- p^is Sc^Ar Aberstadt, Ehren- lutung der Märkte der Welt mit deutschen Waren 1 f6! 9 o^'r-^ein^ Riederweisel, In einem Leitartikel führt das liberale Blatt äug' 2. Preis' fuchsstute des Philipp Schudt, Londorf, fast alle Wirtschaftler sähen übereinstimmend eine 9eid)tc OlrhHfüfArs«« rx- r tl neue Reparationstrise für Deutschland im näch- / ß ’ 7 119 (dieselben "Be- flen Jahre voraus, die wahrscheinlich alle Ho ft- Stuft d^es Anton^^Delftn^^Cöraune nungen auf ein Wiederaufleben M euroWdÄ ÄÄ ft"?1 Handels zerstören werde Sie sagten, öah J r ??’ = ’ Preis: ben Handel seiner Rachbarn schädigen inerbe brefe Äe müff^r m,* 4m S 6 ^paarweise, „Westminster Gazelte" ist der 2LnHd>t tx \ 5, Besitz von Landwirten sussrÄttiÄSs rntis-e WO8®*«® iÄÄJ LZvMMsD" “"1 frage neu erwägen und den Weg zu einer ae- SShJ J Ä Braune und sunden europäischen Politik?girückfind^. 9 3^PE XIIL» Fauerbach, 2ngelegenheft wieder vor den r?”9^ ^f direkft Berhandlun- f- -it Chile könne Bolivien keine Hoffnungen SU. solchen Verhandlungen wreit fein. Edwards widersetzte sich grund'äh- rw? teil1 3?or[!|un9 bes Streitfalles ?ol2I.b^b' wahrend Arramaho das *’cinemfo[$en Vorgehen b-tont. CBal- aul die beiden Parteien Woge direkter Verhandlunaen sich einigen uls in Südamerika die Ä t fo aroß sind, wie in Europa ?ue tn, ^>er Dichtung eines Grenzver- I a u f s erfolgen werde, der sich der svaenannten S rLrma'.ßJn’c nähere. Indessen ?4| fe man Stetes Gerücht immer noch nur unter Äorbehalt M»fnehmen. Ebenso werde versichert, daß der RQt i meiner Grenzbestimmung in weitem Maße vvn dem Gutachten sich leiten lassen werde, die sowohl von den deutschen und polnischen örtlichen Arbeiftrv»rbänden als wm istr-n Vertretern in der Amsterdamer Gewerffchafts-Internationale abgegeben worden seien. Die Mitglieder der Ge- 5^Nufts-Internattonale in Amsterdam hätten deutschen Vertreters in einer Denkschrift Anregungen gegeben, die geeignet »Q’-en, den Völkerbundsrat aufzullären und die Losung vorzubereften, die die Zustimmung der deutschen und polnischen Arbeitermassen in Ober- schief ien haben würde. fiir . r Leichte A r b e i t s s ch l ä g e (dieselben Aus dem Rerche. ?1^9uugen wie vorstehend): Braune Stuten Durch die am i. Auguskh?hu'^ Ä’ÄÄntV der Gehalter und Löhne der Beam- Griedel, 3 Preise. 6tra^eim- n^tnUAb ^nr b-t 11 ?rr durch die Stet- Dreijährige Fohlen, Wagen- gerung der Prelse aller Materialien erwächst e: Braune Stuft des A. Peil Mölln der Reichseisenbahnverwaltung eine jährliche ™nb Stuft des A. Velten XVI., Lang-' Mehrausgabe von rund 7 Milliarden 1. Preise: Rappwallach des W. H. Fen° stimmte fern F...... Arbetts. SSnlUrB0?lUTfl b‘e,e‘' eine >°KtS ^ariferh^ung von 30 Prozenr vorzunehmen, gvns, 2. Preis. ' 27/ Erhöhung wird für den Güter- und , Zweijährige Fohlen Waaen- -^ierverkehr zum 1. Rovember, und für ^9e: Dunkelbraune ©tute des I. W. Ben- Gxpreßgut- und Personenverkehr zum 1. De- $Gr’ Dorf-Güll, l. Preis. .^^uchtstuten, tragend, Arbeits- (a fl e: Braune Stute des P. Ricbter, R:eder- Weftel, Ehrenpreis: Fuchsstute des I. A. Heinz, Rieder-Weisel, 1. Preis, Fuchsstuft des W. Laux I., Holzheim, 2. Preis: Such: stuft des Ph Schudt, Londorf, 3. Preis: Kohlfuchsstute des W. Langsdorf, Albach, 4. Preis. Außerdem wurden eine größere Anzahl „21 n- e r t e n n u n g e n“ ausgesprochen. pW" Ai-V ® i*( 11 ‘ AkB ' er fd.Aüsselsh ftirmung der Arbei bytea Mntag der nicht, fümmien 1803 unb 1200 dafür. Detliebsflllle^ W <2 noch" ' Dcrttf m berufens K-ri rhfturäumen- < KrÄnc für ijrL ft. ^-n Deichst gl» •jag janftaramflvcn.bte Ster der chvnM Mm und der Prov sat, hat eine gemcms AftrDenrtterdQ beschlossen «herverbandes Must tonMun.l über du «iverbandes zu ermr ßijto den Parteien ndlage fvrtgeseht. M. Hanau a. i ii itbvit von Sun' ' nngm ihre \«&W I fireil trilärl wer I ai/tag nicht die l£i erfolgt ist. Die Aej 1 rat (folgen der 2u: tnb soll vemittelnd Billige Kartoffel! [] Marburg, < Dertrauensniämerv« bauernvereins mit der Frage, die Teftlkerungzkreise tk dwch verbilligt bmsmilleln, besvndc zu erleichtern. Äach wir auch Hauptgesch Für Wie VchW ta .dekaii ‘etensmitieln r ss tb|.Ä“b'Siü 1 Oh„t n,nl* 1 d-n 27 t’äSeh d»r wo! b >“ ^"UNg. ^chstadtn: ' ^rei G-V1" 3., fö n,r^ble Vermischtes Brände. W Hühneraugen Hornhaut. Schwielen u Warzen U LU HNSv; Kernseife Behördliche Anzeigen M-irteH 10 10173c 4. und 5. Oktober 1921 Besichtigen Sie unser Spezial-Fenster mit Neu- afcfag\aicm‘ von 9 — 12 Uhr. 7. 11. 14. 1921 1921 1921 heilen in diesen Hand-Arbeiten nWint Wen» tilbe, toedfldnbe bat sch unter dm !s bedeutend vw sich ein Tiesdruck« treiben daher mit r rechnen tonnen, stellenweise noch 3. 6. 10. 13. 8. 12. 15. die alle ttile MM» i Kufasrol ScMrWMSjO » Apotheken. OrogenaediM DfOteVric Noll« BahnhoMraße 51. , Buchstaben: A - F am G-M „ N-S „ T-Z „ Schiedsspruches des Schlichtungsausschusses vom 8. März 1921 ein besonderer Tarif bestehe, der mir ihre Abteilung Sägewerk dem Sägertarif unterstelle: sie hätte also die beabsichtigte Stilllegung nach dec genannten Verordnung anmelden müssen. Die Alsfelder Möbelfabrik behauptete dagegen, als Mitglied des Arbeitgeberverbandes. Fachgruppe Holzindustrie, berechtigt und verpflichtet gewesen z,u sein, alle Arbeiter, auch die der Etuhlfabrikation aus-usprrren. Auf Deranlas- sung des Staatskvmmissars für die wirtschaftliche Demobilmachung versuchte der Schlichtungsaus- ftoft sehr heben* u verzeichnen. 3n aus 5 9rnb unter des Rreifei wird mb bet Dachl g* Die letzten NeobeileD in allen Arten: Buntstich-, Kreuzstich-, Loch-Stickereien Häkeleien, Oki-, Strick- und Häkel-Arbeiten sind eingetroffen! mutet Unvorsichtigkeit. la Dirlammen. 28 Sept, lieber den Brand in Dirlammen ist noch zu berichten, dal) neben den vier vollständig niedergebrannten Anwesen noch ein Wasch inen schuppen von Start Roth vernichtet wurde, der sich in unmittelbarer Rähe des Brandes befand und 6 kranke Schafe und landwirtschaftliche Maschinen barg: die Tiere ka- men um Dte FamMe Sriebrid) Hanfe! 0. Tonnte von ihrem Hab und ®ui nichts retten als das Bieh, da das Feuer blitzschnell um sich griff. Die übrigen Familien konnten noch einiges Hausgerät bergen. Etwa 1000 Zentner 5i"udM sind vernichtet Das Brandfeld ist etwa 500 Quadratmeter grob. Der Schaden beläuft sich aus 700000 bis 800 00? Mark Der Brand soll angeblich durch 5— 6,übrige Kinder entf an den sein, d.c in Dorten von Friedrich Hansel II. ein F.nter machten; dort stand die Frischbörner Drclchwafchtn.-. Der Drcsd-wagen uiti> die Dampfmaschine lind vollständig vernichtet. Das Anwesen von 2L ÄöItter blieb infolge des tatkräftigen Sing reisens der sechs anwesenden Feuerwehren verschont. Wassermangel beeinträchtigte anfangs die Löscharbeiten der anwesenden Feuerwehren außerordentlich, konnte aber abgestellt werden, indem das Wasser in Fässern von den umliegenden Dörfern heran- gefahren touebe. gn Eschweg e (Werra), 28. Sept. 3n b?n* benachbarten Dorfe Schwebda wurden gestern durch Drostfeuer zwei 'Bauerng-döfte mit Reber gebär desowie fürs argre -ende Scheunen. vollständig eingeäschert. Die gesamten Futter- und die noch nicht ausgedroschenen Srntevvrrats sind mitverkrannt. Der grobe Schaden ist nur zu einen: kleinen Teil durch Bersicherung gebetft. Die Entstehungsurlache ist noch unbekannt. gn Hersfeld. 28. Sept. Durch DroN- feuer wurde die hiesige Bierbrauerei Stein weg bis aus die Umfassungsmauern ver- nichtet Drohe Detreid^>ar:ä e sind mt e brannt Der Schaden beträgt viele Hunderitausende. Die Entstehungsursache ist noch nicht ermittelt zu Ztadtthealer-Abonnement. Die für die Spielzeit 1921 22 bestellten Abonnements können an der Theaterhaffe (vormittags von Haferstroh Roggen- und Weizenstroh Torsstreu und Torfmull liefert «r» stch. Müller jr., Nreder-Vreidenbach isircio Alsfeld). Telephon Romrod Str. 7. stöhlen. Kirchliche Nachrichten. Israel. Religions-Gesellschaft. Sabbatseier, 1. Olt Freitag add. 5.35. Samstag vorm 8.00 Rachm. 4.30. Sabbatausgang 6.50. Sonntag morg. 5.00. — Montag, 3' Ott.. Dienstag. 4. Olt. ReujahrSfest 1. Tag; Bcrabd 5.40. Predigt, morg. 6.00 Predigt. Rachm. 4 00. 2. Tag: Vorabd. 6,40, morg. 6.0?. Rachm 4.00. Fesiesausgang 6 40. — WochLllgoltasdienst. morg. 530, abds. 5.30. ♦ Berlin. 28. Sept. (WTB.i Wie dte »Vvssische Zeitung" aus Anfrage der S:rliner Staatsanwaltschaft erfährt, ist der Präsident der Berliner Handwerkskammer. Ehren obermetster Karl Ra Hardt, auf Anordnung der Berliner Staatsanwaltschaft in Elbing verhaftet worden. und zwar unter dem Verdacht des Meineides und des gemeinschaftlichen De- trug es. Zu gleicher Zeit wurden in Berlin der Handwerlskammersekretär Hoffmann unonod) einige andere Personen festgenommen. Rahardt war bereits in der vorigen Woche von seinem Posten als Präsident der Handwerks lammer zu- rüdgetreten. Bon der Wirtschaftspartei waren gegen ihn schwere Anschuldigungen erhoben worden, die die Staatsanwaltschaft zum Einschreiten jeaer eser Mischung-« ®ie er? %»s sLr it em- Kartoffeln, Gemüse, Stroh offeriert waaaonwetse Rauhfutterhaus Neuland, Fulda Liudenstrane 20. 10225 Televbo» TÄ Die Verluste von Oppau. Ludwigshafen, 28. Sept. (Dolfs.) Die Zahl der Toten ist nach den Ludwigshafener Blättern weiter g e st i e ge n. Rach der neuesten, vom Bürgermeisteramt Ludwigshafen herausgegebenen Liste betrug die Lotenzahl am Dienstag nachmittag 3 4 6; die Zahl der noch nicht bekannten Leichen beläuft sich auf 62. ist also etwas geringer geworden; dagegen stieg die Zahl der als vermiß t“ gemeldeten Personen von 160 auf 199. Danach muh also jetzt schon mit 5 45 Toten gerechnet werden. fp. L u d w i g s h a f e n, 38. Sept. 3n Oppau sind durch die Katastrophe anMaschinenund Dorräten Werte in Höhe von 500—600 Mill. Mark zerstört worben. Die Gebäudeschäden werden auf 203—300 Millionen Mark beziffert. Bei beiden Positionen wird eine auhergewöhnlich hohe Selbstversicherung zu berechnen sein, die jedenfalls 90 Proz. betragen wird. Der Schaben für die privaten Feuerversicherungsgesellschasien wird etwa 50 Millionen Mark betragen. Der Gebäudeschaden soll bei der Bayerischen Landes- brandlasse gedeckt fein. im. Darmstadt. 28. Sept. Die Landes- versicheru na sanft alt Hessen in Darmstadt hat ihr Kinderheim zu einer vorerst vierwöchigen Aufnahme von 35 Kindern aus Familien, die durch das Obbauer Unglück betroffen sind, zur Verfügung gestellt. bz. B u tz b a ch. 27. Sept. Der Buybacher Gemeinderat genehmigte in seiner gestrigen Sitzung 1000 Mk. als Spende der Stadt Butzbach für die Opfer in Oppau. Auherdem wurde noch eine HauSsammlung beschlossen. Billige Kartoffeln für Minderbemittelte. [] Marburg, 28. Sept. Sine stark besuchte Dertrauensmännerversammlung des K r e l s - bauernvereins beschäftigte sich hauptsächlich mit der Frage, die Lage der minderbemittelten Bevölkerung skreise teils durch unentgeltliche, teils durch verbilligte Belieferung mit Lebensmitteln, besonders Winterkartoffcln, zu erleichtern. Rachdem der Vorsitzende sowohl, wie auch Hauptgeschäftsführer Fürst unb Land- fh*eibank 30. Verkauf vonS Uhr ab Schlichtungsaiisschlitz der Provinz Oberhessen. Sitzung vom 27. September 1921. Die Alsfelder Möbelfabrik soll ihre gelernten Schreiner von Wiedereröffnung des Betriebes an nach Ortsklasse 5 des Dezirislohn abkommens der Hol^irbeitungsbetriebe entlohnen. Die angelernten Arbeiter der Stuhlfabrikativn erhalten gemäß dem Schiedsspruch vom 8. März 1921 die Stunde 20 Pf. weniger. Die Löhne der Hilfsarbeiter sind entsprechend zu staffeln. Als im April 1921 die Arbeiter einiger dem Arbeitgeberverband der Industrie in Oberhessen angeschlossenen Sägewerke wegen abgelehnter Loynforderungen in den Ausstand traten, sperrten die übrigen Sägewerke des Arbeitgeberverbandes ihre Arbeiter aus; dasselbe tat die Alsfelder Möbelfabrik. Gegen die Stillegung dieses I Betriebes erhob der Deutsche Holzarbeiterverband I Einspruch bei der Demobilmachungsbehörde auf Grund der Verordnung vom 8 Rovernber 1920 betreffend Maßnahmen gegenüber Betriebsstill- legungen und Abbrüchen und wandte ein. die Alsfelder Möbelfabrik hätte sich an der Aussperrung nicht beteiligen dürfen, weil für sie auf Grund des von beiden Parteien angenommenen rv berufenen Vertretern der Arbeiterick^ft Der- anbhingen statt. Die Beamten des Lohn- und herfonalburcouÄ erhielten von der Leitung der «»»gesperrten Passirr'chnne, so dah ste dte Arbeit bttbei aufnebmen konnten - 3n Frankfurt tagte cute eine Konserenz des Arbeitergeberverbandes ,t dänischen Industrie und der Verhandlungs- lmmisfion der Arbeitnehmer. Die Verhandlun- ici sanden in folgenden Erklärungen ihren Aus- Der Arbeitgeberverband erklärt ter grietzmästige Zustand in den Werken ist um- i>l-tnb wicdcr bcr/uf.ellen und den Werls'.eitun- tr die unumschränkte und alleinige Verfügung«- «rtoalt eiitzuräumen. Der Arbeitgeberverband er- fi.jrt, er erkenne für die in Betracht kommenden Leitungen den Reichstarif für die chemische 3nbu- -r.-fe an. Die Wiedereinstellung ber cntlafencn Ar- h'tter und Arbeiterinnen erfolge nach Maßgabe fet Bedarfs und nach freiem Ermessen der Werkskilungen Metier die Regelung der sich aus dem Pienftalter ergebenden Rechte sei ber Arbeitgeberverband nicht in ber Lage, schon jetzt eine (Srflä* tuiig abzugeben. Hebe Entschädigung für nicht geleistete Arbeit werde abgelehnt. Aus Antrag der rariskommission, die sich aus Vertretern ber Arbeiter der chemischen Industrie des Freistaatbs Hessen und ber Provinz Hessen-Rafsau zusarnmen- seyt, hat eine gemeinsame Sitzung des Arbeiterrats inb ber Vertreter des Fabrik- und Metallarbeiterderbandes beschlossen, der Erllärung des Arbeit- «cberüerbanbee zuzustimmen und so den Weg zur Verhandlung über die Erklärung deS Arbeitneh- metverbandes zu ermöglichen. Die Verhandlungen »wischen den Parteien werden nunmehr auf dieser Grundlage fortgesetzt. mc. H a n a u a. M„ 28. Sept. Die Gu m m i- |abvit von Dunlop hat wogen Lohnforde- mc. F r a n k f u r t a. M., 28. Sept. Die M n - sicherheit in Frankfurt nimmt tagtäglich zu, was schon die vielen Einbrüche beweisen. Weiter sieht sich der Polizeipräsident veranlaht. vor den zahlreichen Taschendieben zu warnen. Am gestrigen Dienstag kamen allein über 50 An- zeiaen über Perivnenberaubunaen, bei denen man natürlich meist die Diebe nicht erwischte. mc. Franks urt a. M, 28. Sepi._ Anfangs Dezember findet voraussichtlich im Römer eine grobe Ausstellung des Zugendringes stall, die unter dem Motto .Das schöne Herrn' steht. Zn dieser Ausstellung soll gezeigt werden, wie man sich mit einfachen Mitteln sein Heim gemütlich unb doch künstlerisch befriedigend aus- flalten kann, ohne dah der Geldbeutel zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. wrrrichaftÄchulbtreLor Schlicht nebst zwe'. 3er» tret em des RentnerbundeS die Lage ber in Betracht kommenden Kreise in den dustersten Farben geschildert hatten, wurde beschlossen, logen. Patenschaften zu empfehlen und auch in den einzelnen Ortschaften Listen für verbilligte Kartosfriabgabe. der Zentner zu 30 Mk. in Umlauf zu setzen. Es wurde gewünfch.. durch zahlreiche Beteiligung das Vorurteil gegen die , hartherzigen' Landwirte, so würde ja oft unberechtigterweise gesagt, beseitigen zu helfen. Ferner wurde gewünscht, dast die Landwirte, die Kar- tvsfeln verlausen können, die Aufkäufer des ®r- zeugerverdanbes, dieser ohne den Zwischenhandel die Stadtbevölkerung mit Kartoffeln beliefern wolle, kräftig zu unterstützen unb nicht an Schieber au verkaufen. Bei ber Berichterstattung über die Aeichslandbundtagung m Berlin würde daraus hingewiesen, da st dem Kurhessischen Landbund die Abhaltung der nächsten grosten deutschen Reichslandbunotagung übertragen worden sei und dah diese im Februar n. Zs. in Kassel stattfinde. schust EinigungSverhanblungen über den vom Hvl^cirbeiieroerbanb erhobenen Einspruch auf Entschädigung ber von der Alsfelder Möbelfabrik ausgelperrten Arbeiter, erklärte sich aber, als keine Einigung zustande kam. für unzuständig, über den Anspruch zu entscheiden, und gab den Parteien anheim, ihn auf dem ordentlichen Rechtsweg ou^au tragen. Lq* stärkster Vermehrung der Pvrtefeuillo-Ar- Kitfräfte wahrend der gesetzlich fcttge.egim acht- faxbigen Arbeitszeit unmöglich erledigt werden [rtnen. Aus diesem Grunde hat der Staatskom- Aistar für Demobilmachung in Darmstadt die ail- «Leine Genehmigung erteilt, nach Athöron des Ucheilsanilcs und ber Gewerbe in fpektion und mit «Xirfthmnung ber Erwerbslosenkommission, bah bic Äebcrfabriten die Erlaubnis bab?n sollen, ihre erwachsenen Arbeiter und Arbeiterinnen mit deren iKinyerständnis bis zum 30 Rovember d. 3- mU kört Ueberftunben zu beschäftigen. Hessen-Rasiau. aesuche in jedem Dlerteljahr zu erneuern. Gießen, den 26. September 1921. 104698 Der Oberbürgermeister. I. V.: Krenzien. Kreiwülige Versteigerung. Samstag, den 1. Oktober, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löw n", Neuenweg zirka 5 Nllllc Zigarre». yjg- Versteigerung bestimmt. l045, Stang, stellv Eerichtsvollzieder, Giesten Dammstratze 24- siisch eingetroffen: la AlUäner Llmborcer */< Pfd* 3.75 Hk. vorzütfl. Schwelzerk5*e ’/< « 8.50 vollfetter Tilsiter . . - ’/* . 45J . Dampfmolkerei Gießen Gehr. Grieb Schanxenatraße 4, BlninarcketraBe 11. Blockstraße 2, Llndenplate 8, Frankfurter Sira De (ticke Kllnikwtraße). i Dorchlöcherle Kochtöpfe Kannen, Eimer und Wannen iederArt u.Grüne, zerbrochenes Porzellan, tzsiav, Steingut ufro. reparieren Sie kinderleicht selbst unter Garantie der Haltbarkeit mit Laer s Gmaillekitt, L Beutel 1.50 M, Tovskiithanben Paar L50 'DL Zu haben: Victoria-Drogerie und Germania-Drogerie, Gieften. «KM rungen ihre sämtlichen Arbeiter ausgef perrt. Als Gegenmastregel soll in Hanau der G e n e r a l- II reit erklärt werden, wenn bis Donnerstag mittag nicht die Wiederrinstellung aller Arbeiter trfolgt ist Die Regierung wurde auf Pie schweren Folgen der Aussperrung aufmerksam gemacht unb loll vermittelnd eingreifen. sd. R ü s s e l s h e ; m. 23. Sept. Bei einer Ab- liimn.ung der Arbeiterschaft der Opelwerke. ob am letzten Montag der ©fielt beginnen sollte oder nicht, stimmten 1803 Arbeiter gegen den Streik und und 1200 dafür Infolgedessen findet keine Betriebs st illegung statt. ist jetzt wieder in den von früher bekannten Geschäften zu haben Für Wiederverkäufen ist LOHNS bei den bekannten Grossisten erhältlich Vertreten Ludwig Schäckt GieBen, Fernsprecher 1624.______________—- — — Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister 2ll»t A wurde eingetragen: Am 19. September 1921 die Firma Doemling L Funk, Gictzen. Gesellschafter sind die Kaufleute Trnst Doemling und Julius Funk beide zu Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 11. Sept. 1921 begonnen. Angegebener Geschäftszweig: Agentur und Handel in Lebens- und ©enufjmiitcl. Am 21. September 1921 die Firma (Emil Altstoff, Giehen. Inhaber ist der Kaufmann (Emil Heinrich Altstoff in Gießen. Angegebener Geschäftszweig: An- und Verkauf von Kraftfahrzeugen. Der (Emil Heinrich Altstoff Ehefrau, Adele geb. Halscheid, ist Prokura erteilt. Am 22. September 1921 bezüglich der Finna F. C Henzerling, Gießen: Die Firma ist erloschen. Desgle.chen in Abt. B. Am 20. September 1921 bezüglich der Spar, und Darlehnskaffe, Aktiengesellschaft zu Steinbach: An Stelle des durch Tod ausgeschiedenen Philipp Haas I. ist Johann Karl Horn zu Steinbach zum Vorstands. Mitglied bestellt. Gießen, den 27. September 1921. 10459B Hessisches Amtsgericht. He Ktdjbermng tn den Höchster Farbwerken. fd. H ö ch ft a TL, 28. öept Obwohl die Stra- | pjt eine ungewöhnliche Belebung zeigen, tft vte u h e bis bei noch nirgend- gestört worden. Heute -ltmtttaq sanden zwischen der Verwaltung und Bekanntmachung. Gemäß Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 23. September 1921 wird der Lichtstrom- preis im Stadtgebiet mit Wirkung vom 1. Oktober d. Fs. von M. 3.20 auf M. 3.50 für die Kwstd. erhöht. Gießen, den 28. September 1921. 10476B Elektrizitätswerke, Ueberlanbanlage und Straßenbahn der Stabt Gießen. Kartoffellieserung. Die Lieferung von zirka 4000 Zentner ausge- lesener Speisekartoffeln für die hiesige Anstalt soll öffentlich üergeben werden. Die Bedingungen liegen auf der Verwaltung offen. Angebote sind verschlosien mit der Aufschrift „Kartoffel-Lieferung" bis zum (Eröffnungstermin, Montag, den 10. Oktober 1.3s., vormittags 10 Uhr, einzureichen. 3n Öen Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen und die Kartoffelsorten zu benennen. Die Kartoffelproben sind getrennt von den Angeboten einzusenden. (Es bleibt Vorbehalten, die Lieferung zu teilen. Zuschlagsfrist: 5 Tage. 10451C Gießen, den 27. September 1921. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt. Die Gemeinde Wißmar hat einen schlachtreifen Simmentaler vollen ‘ju verkaufen. Schriftliche Angebote find zu richten an den Gemeindevorsteher. Derkaufstermin Montag, den 3. Oktober, nachmittags 4 Uhr. 10480 )e der Deut» orqen nachmittag Eitrung db, um zkandidatu» ibatur?n. ?u spre- nden Landesaus' vird. 'kll« pi. Auch hin lofl e emW vw ung »ar beM mftallcn. Siele ist bic ME in Frage kommen uht Ser W W-». erun^ Äc tfallenen Lohne u nehmen. itthcsien. apt Sie h'e'V mr Zeit derart Len Auftrage M^ach^.ö' heih und lehn' Ä « Infunft; jeng Ks Beka»«ntmarl»ung. Letr.: Die Versorgung von Kranken mit Iusatz- Icbcnsmitieln vom 20. September 1921. Das von dem Ministerium des Innern erlassene Ausschreiben vom 10. November 1916 mit den dazu erlassenen Nichtlinien über die Abgabe von Zusatz, harten für Lebensmittel auf Bescheinigung eines Arztes (veröffentlicht in der „Darmstädter Zeitung" Nr. 266) wird aufgehoben. Darmstadt, den 20. September 1921. Hessisches Landes-Ernährungsamt: Hebet Borstestende Bekanntmachung wird hiermit ortsüblich veröffentlicht mit dem 'Anfügen, daß vom 1, Oktober 1921 ab sämtliche Zusatzlebensmittel, wie Mehl, Zucker und Milch, zur Versorgung der Kranken sowie der werdenden und stillenden Mütter in Wegsoll kommen. 10468B Gießen, den 27. September 1921. Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt.) Bckanuintnchnng. 3ur Nachprüfung und eventuellen Ergänzung oder Berichtigung der Kartei des Wohnungsamts .micn alle Wohnungssuchenden, die ihre Gesuche nusrecht erhalten wollen, aufgefordert, ihre Anträge in der Feit rom 3. bis 15. Oktober d. Fs. bei dem städtischen Wohnungsamt, Afterweg 25, Zimmer 1, in erneuern. Die Meldungen find zu erstatten von den Wohnungssuchenden, deren Namen beginnen mit den ga Ettingshausen, 27. Sept. Das Wchnhaus des früheren Försters Hch. 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Septbr^ abends 8 Ahr, Restauration Decker, Crednerstraste. 104?3h Deutsche Volkspartei Frauengruppe Sitzung am Freitag b. 30. 9. 6 Ubr nachniittagS im Gewerbebaus. Tagesordnung: Landtagswnhl. 1Q471 v] Der Vorstand. ßg:8llschallsmiii Gißüßi (Klub) E. V Bei der heutigen Zle> hungfind folgendeSchuld- scheine der 1900er Anleihe Nr. s. 23, 2H, 33, 40, 97 mit ie 7,00 Vlk. auf den 1. Oktober 1921 zur Rückzahlung bei der Mitteldeutschen Credittrnnk, Filiale Giesten. auSacloft worden. Mit diesem Tage hört die Berzinfung auf. Giesten, 2s. Sevt. 192L (Sefenfcnaftsoorffanö: Dn 5 » Jj Darh "“Ä .iahme g U -u Sei Itßrf flb' 4 je««®6“6 dritte 2 SSt« ®g- Ste fläning Wj« * üsche Erhöhung tinc fühlbare 2 3n der EiwarNi Merunz der ftintmt feine Pa Wgeordnel ehre ähnlitz: lich eine Aegel ebenso die 2®i dagegen prolelll an Teucrungszi ^Beamten als &( gerechligkeil. crziett vvrden, i unter sei aber nr miniMM muffe < Abgeordnete klagt es, das) der rade dick Frage Mang dÄ Ct abermals mit Sie Dotpvche der Inder W um das löjach gegen mir um der ‘Beamten f acfunlen. Den fen, breche sie völlige Qleuorö regelung der S Redner verliest lemtr Partei Abgeordnete sich diesen Klage Aichtbefragung 1 liest eine Erklärt Partei in keiner sofortige llleurt wird. Ser übe ein Ende gemac besonderer Am der Geverkschas enlsprechende & Waeordnek metken dem Had falls endgültige Teuerungszulag« unter allen Um unten festgesetzt die Sisserecher Seuerun^utat Mg. Dai ten allein geta land, dem es der Prafts sei neten stets Hst hallen stets d Höhung des ( unteren und r Linie ausgebes Nl in dem , Wg. Da falls eine re Mfwge nx ^de machen . Der Entw vann in allen . S l°lgl 6| ^lSoz.) ü6e Kunden tuet im fchat 0^° öioanzi «Ä hS leises ^rttoQtcn tootbenT^ SÄ- vor B af Sgjh Donnerstag, 29. September 1921 Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) tMg h”u«benS «tiliL dein a.,1 NU ten Erscheinungen, die wir gegenwärtig 3n IM, alt an Jugend« Der Schuh im Blut. Aerausgedrückl Massenpsychosen im Wirtschaftsleben der Börse erleben, in der , Flucht vor der Mark", dem Empvrschnellen der ausländischen 3n dem alten Hainbuchengang seines grotzen Gartens ging Christoph Wärhahn auf und ab. Hier im schattigen Halbdunkel waren ihm in den letzten zwanzig (Zähren immer die besten Gedanken gekommen. Hier hatte er diese Gedanken durchgearbeitct und sie dann mit fester Hand in Laten umgeseht. Erfolg hatte sich an Erfolg gereiht, heute galt er als der tüchtigste Landwirt des Kreises Fritzlar, vielleicht des ganzen Regierungsbezirkes Kassel. Es war ein Leben t>oli Mühe und Arbeit gewesen, und harte Schicksals - schlage waren ihm auch nicht erspart geblieben. Aber gerade die hatten seine Willenskraft gestählt. An der Wiege war es chm nicht gesungen worden, dah er einst auf 1500 Morgen besten hessischen Rodens, fast schuldenfrei, als Rittergutsbesitzer sitzen würde. Aus vermögendem Bauern Hause stammte er. er war ein nachgeborener Sohn, abgefunden mit zehntausend Talern vor dreihig Jahren. Eine Hoferbin in einem DachbardvH hatte er geheiratet, bei der Geburt seines Jungen war sie gestorben. Gefreit hatte Christoph Wärhahn nicht wieder, das Erbe seines Sohnes, achtzig Morgen, mit grvher Umsicht bewirtschaftet, Geld zurückgelegt, — und als sich vor reichlich zwanzig Jahren die Gelegenheit bot. sein Gut, das er auf 110 Morgen vergröbert hatte, sehr gut zu verkaufen, war das Geschäft Roman von Horst Bodemer. (Rachdruck verboten.) die Arbeiter schon festgestellt, tab die Masse, die mit dem Pickel zerkleinert wurde, nicht rem weist, sondern gelbe Flecken aufwies, was ihnen aufsiel. Dazu kam eine Hitzeentwictelung von etwa 60 Grad, ohne dast irgendwelche Sicher heitsmah- nahmen getroffen worden wären. Es war den Arbeitern nur gestattet, dann und wann frische Luft zu schöpfen: es fehlte jedenfalls eine erfahrene Persönlichkeit für die Aufsicht. Es besteht die Befürchtung, dast Sprengungen vorgenommen worden find; jedenfalls hat ein Beamter einen anderen aufgefordert, noch nicht fortzugehen, da er ihm etwas vorfprengen wolle. Der Ab- transport der hartgewordenen Mafse war an eine fremde Firma in Akkord gegeben worden, die ein Interesse daran hatte, recht schnell das Material sortzu schassen. Akkord- und Prämien- shstem dürfen in solchen Betrieben, wo es sich um das Leben von Hunderten handelt, nicht angewandt werden. Jedenfalls müssen die Sprengungen sofort unterbrochen werden und die noch stehenden SiloS evtl, unter Wasser gesetzt werden. Den Anträgen auf Errich'ung eines Unter- suchungSausschusses stimmen wir zu. Reichsarbeitsminister Brann: nicht laut — stillvergnügt. 3n Wabern, kaum zehn Kilometer von ihm, an der Main-Weserbahn, war eine Zuckerfabrik errichtet worden. Sein guter Boden gab prächtige Rübenernten her. Schnitzel unb Blätter, die Schlempe dazu, waren das beste Mastfutter, sein Biehstall wurde immer gröster, keiner verstand zu mästen wie Christoph Wärhahn Und keiner verstand, so preiswert Wagervieh einzuhandeln wie er . . . Fünfzehn Kilometer von ihm lag das Bad Wildungen. Jahr für Jahr nahm, seit die Zweigbahn von Wadern dahin gebaut war, der Fremdenverkehr um Tausende zu. Reue Gartenanlagen schuf er, ichickte Gemüse und Obst nach Wildungen — das Bad liegt hoch, es ift dort kein ©artenbetrieb nutzbringend — und verkaufte seine Erzeugnisse für hohen Preis. Der Landhunger, der wahrend der Kampfjahre in Christoph Wärhahns Brust geschlagen hatte, erwachte wieder. Er tauft? zusammen, was ihm im Dorfe und in den Rachbargemarkungen ange- bvten wurde. Legte das Geld gleich dar auf den Tisch und bekam das Land dafür billiger. Und wenn Christoph Wärhahn einmal Kredit benötigte. brauchte er schon längst nicht mehr in zwei Haustüren hineinzulaufen . . . Alles aber, was er getan, seit er das Rittergut erworben, das war unter den schartigen Hainbuchen durch- gedachr worden . . Die Kampstähre hatten den Gedanken an eine traute Häuslichkeit in ihm nicht aufkommen lassen — später war ihm hm und wieder wohl der Einfall gekommen, sich 'm »er den Töchtern des Landes umzusehen. Aber schlietz- lich hatte er den Kopf geschüttelt. Sein Zunge war unterdessen aus den gröbsten Kinderjahren heraus, und eine Mamsell hatte er, die war eine Perle Hatte die 3nnenwirtschaft im Zuge, dast es ein Staat war, in den Kampfjahren die Zähne mit ihm aufeinandergebissen, ihm aber erklärt, als er eines Tages so ganz nebenbei davon geredet hatte, dah er vielleicht doch noch einmal betraten werde: „An dem Tage. Herr Wärhahn, wo Sie sich verloben, geh ich durchs Hoftor und komm nicht wieder!" ... Die Unterlippe hatte er vorgeschoben, das Kinn an den Hals gedrückt und stumm und erstaunt seine rundliche Mamsell, Die alles andere, nur keine Schönheit war, gemustert und es ganz richtig mit der Angst zu tun bekommen, ein Gefühl, das bisher Christoph Wärhahn in seinem ganzen Leben nicht gekannt hatte. Seinen Henner, so lauter der Kosename für Heinrich in Kurhessen, hatte die Mamsell bei aller Arbeit erzogen, wie es eine Mutter nicht besser konnte, und in bie Flegeljahre kam er damals auch gerade. Also da noch eine „Veränderung" vornehmen, rvn der man nicht wissen konnte, wie sie ausfiel, das unterlieh er dann wohl lieber; auherdern hatte er auf eine bestimmte noch gar kein Auge geworfen! Und'kam womöglich noch ein halbes Dutzend Kinder an --- ach nee, lieber nicht. Sein Heimer sollte es doch gut im Leben haben. Sein Land und sein Jung waren doch lms einzige, an dem sein Herz hing. Und die Wärhahns sollten durch ihn die erste Landwirisi.'.mllie des ehemaligen Kurhe'sens werden. Das war fein fester Wille, für ten hatte er den schweren Anfang gemacht. Und der Henner wurde ein ganzer Kerl, ein Landwirt, der M dieselbe Kerbe hieb wie fein Vater (Fortsetzung folgt.) binnen dreimal vierundzwarrzig Stunden erledigt Und bann hatte er die breite Brust ___________l und tief aufgeatmet. Der Landhunger war über ihn gekommen, bei jebem Morgen, den er zu fernem kleinen Gut hinzuerworben hatte, war er gröber geworden. Er wühle, warum er verkauft hatte. Drüben über dem Höhenrücken, nahe an der Bahn, sah ein verschul- tetcr, unverheirateter alter Junker; über achthundert Morgen war sein Rittergut grob und allerbester Boden, ein bitzchen verludert allerdings. em paar Jahre schwere Arbeit, und wenn der Himmel ein Einsehen hatte, leidliche Ernte- jcibre kamen, bann war er ein gemachter Mann... Ein Dierieljahr hatte er mit dem Gunter feilschen müssen, dann war Christoph Wärhahn Rittergutsbesitzer geworden mit einem Packen Schulden auf dem Rücken, der einen anderen m bie Knie gedrückt hätte. Wenn er damals wieder hätte heiraten wollen, eine vermögende Dauern- tochter hätte stch schwerlich für ihn gefunden, trotz seiner anerkannten Tüchtigkeit, trotzdem er ein hübscher, mittelgroßer Mann war. mit festen braunen Augen, einem forschen Schnurrbart über den Lippen und einem Kopfe voll Verstand. Aber wieder zu freien, daran dachte Christoph Wärhahn gar nicht Es galt zu kämpfen, schwer zu kämpfen, mit den Pfennigen^ zu rechnen, sein Zunge, der Heinrich, sollte e*, einmal gut im Leben haben Und der Himmel hatte ein Einsehen, es gab leidliche Ernten, im Viehstalle blieb er auch von schwereren Verlusten verschont, und als et erst em paar Tausend Taler zur Verfügung hatte, Hypotheken und Abtrag ihm keine Schwierigkeiten mehr machten, da hat er wieder lachen gelernt, M»z. Schwa rzer «Bayer Vv.l spricht ben Hinterbliebenen namenS feiner Partei seine Sympathie aus und schildert, was der Bayerische Landtag zu einer raschen Hilseleistung getan habe Ein Spettalgesetz für solche Unglückssälle verspreche keinen rechten 6.folg. Für Oppau selbst sei ja gesorgt. Trotzdem werde seine Partei an einem solchen Gesetz mitarbrite i Nachdem der Bayerische Landtag aber bereits einen parlamentarischen Unter! uchungsausschust g. bildet habe. Halle er einen Ausschutz des Reichstag nicht mehr für erforderlich, zumal ein eventuelles Gegen« einanterarbeiten zu befürchten stehe Sollte trotzdem ein solcher Uc-b rwachungs u svutz zustande kommen, so beantrage er, dast di fer Auslchuv mit dem bayerischen Ausschutz zusammenzuarbeiten habe 3n erster Linie werde dieser darauf zu achten haben, o.' alle Malmahmen g troffen feien, Leben und Gesundheit der Arbeiter zu schützen. Allordarbeit und Prömiensystcm seten unter allen Umständen verwerf! ch. Aba Remmele (Kom.s betont, angesichts bet Gräber der Opfer von Oppau hatte man die Pflicht, nach den Schuldigen zu fragen. Das System trage die Schuld, das nur ben Profit im Auge, nicht das Allgemeinwohl. Auch der Sprengmeister, der die neuen Sprengungen mit der beabsichtigten Wirkung nach unten vorgenommen habe war über bie Gefahr nicht genügend unterrichtet, obwohl die Oppauer Arbeiter wiederholt bei der sehr hohen Atmosphärenzahl von 3600, die zur Anwendung komme, um die Produktion zu steigern, vor einer Erplosion gewarnt hatten. Zu der Reichsregierung haben wir nicht das Vertrauen, das) sie eine sach- gemäbe Untersuchung der Frage führen wird. Deshalb muh die Arbeiterschaft an der Untersuchung beteiligt sein. Jedenfalls sei in den letzten Tagen vielfach darauf hingewiesen worden, daß die gefährliche Ratur des Ammonsulfats schon länger bekannt war. Das stehe im Widerspruch zu den Anschauungen des Ministers und der Wissenschaft, die sich natürlich in den Dienst des Kapitals stelle. Dauern und Arbeiter haben die Verunglückten ausgenommen. Die Nutznießer der Profitgier, die Anilinkönige. haben in ihren Villen oder Palästen niemand Einlaß gewährt. Damit schließt die Besprechung. Der Antrag auf Einsetzung eines parlamentarischen Untcr- suchungsaus chusses wird an enommen de A t ag Schwarzer (Bayr. Dp.) wird abgelehnt. Der Qlntrag auf gesetzgeberische Mabnahmen zur Hilfeleistung bei solchen elementaren Ereignissen geht an den sozialpolitischen Ausschub. Nr. 228 Zweite; Blatt WM reitaa, 30. Lcvtbk. obcnbS 8 llbr: Versammlung n Tamtnümmrr East Ernst Hudwia. Das Erscheinen iämil Jliifllieber örinaen J Mitwirken sollen. Eine Spezialgesetzgebung aber aus diesem Sinzelsall herzuletten, halte ich mchl für angebracht. Wir werben nichts unterlassen, die Ursache des Unglücks seftzustellen und den Opfern zu Helsen. (Beifall.) Das HauS tritt in die Besprechung ein. 2Lbg Hofmann - Ludwigshase r (Z'.r.l gibt eine Schilderung der gewaltigen Ereigniste m Oppau und zollt dem Heldenmut der Arbeiter alle Anerkennung, welche, die Gefahr nicht achtend, die Opfer und die Verwundeten aus den Trümmern zu bergen bemüht waren. Der Redner dankt den Hilfsmannschäften aus der Umgebung, aus Mannheim und Frankfurt für die geleistete Hilfe. 63 Prozent aller Baulichkeiten des Dorfes Oppau lasten sich gicht wieder Herstellen; nur 2—3 Prozent gelten als wenig beschädigt. Der Materialschaden beträgt etwa 50 Millionen Mart in Oppau allein. Dazu kommt der Schaden in Ludwigshafen und Mannheim Die Badische Anilin- und Sodafabrik war ein Musterbetrieb. Die Vermutungen in der ausländischen Prelle, 'dast es sich um einen neuen, geheim hergestellten Ecplos.vstori handelte, sind Gespenster. Wir sind bereit, zur Bewilligung neuer Mittel. Elend und Rot sind unsagbar. Die Erklärungen des Ministers haben uns befriedigt. Abg. Temler (Dtschntl): Wir fühlen uns elnS mit allen Dollsgenv.sen in der Trauer bei diesem Unglück; aber wir halten ben Reichstag nicht für zuständig über die Schuldfrage; diese kann heute noch von niemand entschieden werden; auch von der Wissenschaft nicht. Abgeordneter Moldenhauer (D. Dpt.) drückt ben Betroffenen das tiefe Mitgefühl seiner Partei aus. Hinsichtlich der Vorkehrungen, die eine Wiederholung solcher Katastrophen verhindern sollen, sind wir für restlose Aufklärung und stimmen dem Untersuchungsausschuß zu. 3nson- derheit müssen die Urteile der sachverständigen Arbeiter gehört werden. Wir sollten uns aber hüten, schon heute solche, vielleicht unter dem Druck der Explosion entstandenen Aeubcrungen, in die Oefsentlichkeit zu ziehen. Jedenfalls hat man vor der Katastrophe gerade Oppau mit seinen mustergültigen Sicherheitsmaßnahmen als absolut gesichert angesehen. Vor dem Urteil der Sachverständigen sollte man daher mit eigenem Urteil zurückhalten. Auch wir sind gegen Rotgesehe aus einem Einzelfall. Der 6. Ausschutz soll sich mit den Anträgen beschäftigen. Wir sind damit einverstanden. Freitag mittag 12 Uhr: Kleinere Vorlagen, Friedensvertrag mit Amerika, Interpellation Joe- gen der Durchkreuzung der Anordnungen des Reichspräsidenten durch Offiziere und Beamte. Anträge wegen des Schuhes der Republik u. a. Schluß 1/08 Uhr. Berlin, 28. Sept. (WTB.) Dem Reichstaist ein unabhängiger Eintrag zugegangen, der den Entwurf eines Gesetzes zum Schutze der Republik enthält. IW ein flpjnöV fiory «JL fiS Frauengruppe Sitzung *. ~,iu Leiben a LW l?Ä6inb nl|fraut -IgjLnn d. Winjm sWh äabnbntT.ti c ^djonentier.^jjjn q-i 1Dt.beln.id)1 jetntiu, Abg. Schwartz- Baden (Unabh.) bringt den Opfern ebenfalls tiefes Mitgesü l entgegen. Leider seien sie im Dienste des Kapitalismus, nicht im Dienste der Allgemeinheit umgelvmmen. Darum müsse das Gewissen der Kapitalisten der Welt auf- gerüttelt werden. Freilich könne nicht einem Einzelnen eine Schuld zugeschoben werden. Andererseits stehe es aber der Direktion der Werke schlecht an, so zu tun, als ob ihre Schuldlofigkeit schon erwiesen sei. Hübsch war es auch nicht, dah die Werke die Situation benutzten, um für sich Reklame zu machen. Blotz bon Raturgewalten zu reden, sei nicht angebracht; das gehe schon aus den Aeuhc- rangen des Abgeordneten Brey hervor. Jedenfalls sei die Arbeit der Räumung des Silos in überhasteter Weise vorgenommen worden. Der Unter- suchungsausfchuh werde dagegen festzustellen haben, ob bei den Sprengungen mit der nötigen Vorsicht versahren toorten fei. Desgleichen werde er darüber entscheiden müssen, ob der Betrieb im Zitteresse der Arbeiter fortgeführi werden soll. Wenn den Opfern und ihren Hinterbliebenen aber- wirklich geholfen werden soll, bedürfe es allerdings eines Spezialgesehes. Es sei doch eine Spezial- schande, in einem solchen Falle zu Wohltätigkeits- veranstallungen in Darietss und Kabarets zu greifen. Die Unternehmer, in deren Dienst die Opfer gcfdllen sind, mützten im 3ntercffe der Hinterbliebenen zu einer Sondersteuer herangezogen werden. Avq. Dietrich-Baden (Dem.) schilderi die ersten Eindrücke der Katastrophe in Karlsruhe und Mannheim und bedauert, dah es erst solcher Mittel bedürfte, um das deutsche Zusammengehörigkeitsgefühl wieder zum Leben zu erwecken. Angesichts der Gefahren, die nach ben Darlegungen des Abg. Brey die Lagerung weiterer Am- monsulphatvorräte in Ludwigshafen bedeuten sollen, stelle ich gemäß Mitteilungen deS Professors Haber, des Erfinders dieses Dersahrens, fest, dah der Produttivnsprvzch selbst völlig harmlos ist und mit dieser Explosion nichts zu tun hat. Die Explosion ist vielmehr durch die Sprengung verursacht worden, nachdem frühere Sprengungen ohne jede Folge geglückt waren. Die Wissenschaft steht hier noch vor einem Rätsel. Wir werden aber vor Ueberraschungen niemals völlig sicher sein. Was soll angesichts dieser Situation ein parlamentarischer Untersuchungsausschuh nützen? Höchstens kann eine wissenschaftliche Kommission etwas erreichen. Unterbunden darf die Stickst off Produktion nicht werden. Sie ist eine Lebensnotwendigkeit für die Landwirtschaft^__________________ figitt2 ,-rt $ $ i -en !-. t wo* alih'?" Cttd v si 10« gasjfe DSt ÄS KseS hängigen und Kommunisten zum gleichen Gegenstand. Abg. Brey (Soz.) gedenk: der ungeheuren Zahl der Opfer, 414 Tote und 160 Dermitzle, die aus Leben und Arbeit gerissen sind. Allein 40 Menschen haben ferner ba$ Augenlicht verloren. Die Zahl der sonstigen zum Teil Schwerverletzten kann überhaupt noch nicht genannt werden. Die Gebäude und Maschinen, die nun verwüstet sind, waren auS bestem Material und schienen für die Ewigkeit gebaut. Männer der Arbeit find der Explosion zum Opfer gefallen, Männer der Arbeit gedenken wir in Trauer und Mitgefühl. Wir alle hegen die Hoffnung, dah dieses Unglück die Menschen einander näher bringt. Don einem Verbrechen kann wohl nicht gut die Rede fein. Ein Attentäter würde sich wohl kaum diesen Ort ausgesucht haben; er hätte höchstens die Maschinenhäuser zum Ziele seiner Angriffe gewählt. Der in die Luft geflogene Silo wird jetzt durch einen Krater von 150 Meter Länge und 50 Meter Tiefe bezeichnet. Die Trümmer decken kilometerweit die Gärten zu. Der Inhalt, der bis dahin noch nicht als explosionsfähig erkannt wurde, ist explodiert. Es ist ja so viel Material, das zur Zeit für Explosivgeschosse bestimmt war, be: Kriegsende für wirtschaftliche ONahnahmen frei geworden und gerade Lu^w.gshafen war während des K ieges der Hauptsitz der chemischen Industrie. Run sind dort noch zwei solcher Sckos mit gleichem Inhalt erstanden und die Bevölkerung lebt in ständiger Furcht vor einer neuen Katastrophe. Wir verlangen Feststellung, ob hier noch eine Gefahr vcrliegt und rücksichtslose Auflläiung des Geschehenen unter Heranziehung der Arbeitervcr- treter. Die Theorie hat hier versagt; die Praxis der Arbeiter kann vielleicht heften, haben doch Devisen und der riesigen Steigerung aller Kurse für Industriewerie, erblickt ein Arzt, Dr. P. Kirchberg, in einem Aussatz, den er im neuesten Heft der ,Umschau" veröffentlicht, eine Massenpsychose, und er führt zum Vergleich aus früheren Jahrhunderten zwei ähnliche Beispiele wilder Spekulationswut an, bei denen unverkennbar suggestive Einflüsse im Spiele waren. Das erste Beispiel ist die „Tul ip o man ie" in den Riederlanden, die zu einer schweren wirtschaftlichen Erschütterung ganz Europas führte. Die Tulpe wurde im 16. Jahrhundert Gegenstand der Spekulation, die genau wie heute betrieben wurde. Man „fixte", d. h. man verkaufte die Zwiebel, die man zunächst gar nicht besah, für unerhörte Summen, um sie zu einem bestimmten Termin zu liefern. War dann die gehandelte Spielart nicht aus dem Wartte, so verkaufte man alles Hab und Gut, um die Differenz zu bezahlen. Eine einzige Zwiebel brachte einmal 13 000 Gulden. Lilles handelte mit solchen Zwiebeln, nicht nur die Kaufleute, sondern auch Adlige, Bauern, Knechte und Mägde. Den Höhepunkt erreichte der Tulpenschwindel in den Jahren 1634—1637. Es war eine Massensuggestion, gegen die dann eine Reaktion mit genau gleicher Stärke einsetzte. Tulpenzwiebel, die ihr Gewicht in Gold wert ge- wesen waren, wurden plötzlich zu wertlosen Singen Die Art, für die man 13 000 Gulden bezahlt hatte, kostete nun 50 Gulden und noch später 5 Gulden. Der Panik war nicht Einhalt zu tun, und als im April 1637 verordnet wurde, klagt eS, datz der 23. Ausschuh, dessen Aufgabe gerate diese Frage war, wiederum nicht bei ter Feststellung tes Etats hinzugezogen wurde. Es sei abermals nur etwas Halbes geschaffen worden. Die Rot poche jetzt an die Tür ter Beamtenschaft, der Intex zeige, dah die Kosten der Lebenshaltung um das 16fache gestiegen seien, die Gehälter da- ?egen nur um das fünffache. Die Lebenshaltung er Beamten fei schon unter die ter Proletarier gesunken. Wenn wir ter Beamtenschaft nicht helfen, breche sie zusammen. Deshalb müsse eine völlige Reuordnung erfolgen und zwar eine Reuregelung der Gehälter ohne Teuerungszulage. Der Redner- verliest eine hierauf bezügliche Erklärung seiner Partei. Abgeordneter Segler F (Seutschn.) schließt sich diesen Klagen an und bedauert ebenfalls die Richttesragung tes 23. Ausschusses. Auch er verliest eine Erklärung, terzufolge die Vorlage seiner Partei in keiner Weise genüge, und in ter eine sofortige Reuregelung der Gehälter gefordert wird. Ser übertriebenen Sifferenzierung müsse ein Ente gemacht werden. Don ter Einbringung besonderer Anregungen stehe seine Partei ab, weil ter Gewerkschaftsbund der Beamten schon selbst entsprechende Schritte eingeleitet habe. Abgeordneter Sr. Höfle (Ztr.) stimmt einft- ineilcn dem Rachtragsetat zu, wünscht aber ebenfalls endgültige Mahnahmen. Die Frage ter Teuerungszulage müsse so geregelt werten, datz unter allen Umständen eine Mindestgrenze nach unten fest gesetzt werte. 3m übrigen genüge aber die Disserenzierung bei den Ortsklassen. Bei den Teuerungszulagen sei sie nicht angebracht. Abg. Bartz (Komm.): Wenn es mit Worten allein getan wäre, gebe es keinen in Deutschland, dem es besser gehe, als den Beamten. In ter Praxis seien aber Die bürgerlichen Abgeordneten stets hinter ter Theorie zurückblieben und hätten stets versagt, wenn seine Partei die Erhöhung tes Grundgehalts verlangt hätte. Die unteren und mittleren Beamten mühten in erster Linie aufgebessert werten. Für die oberen sei das nicht in tem gleichen Mähe erforderlich. Abg. Dauer (Daher. Dpt.) erwartet ebenfalls eine recht baldige Neuregelung der Gehaltsfrage welche ter übergroben Spannung ein Ente machen solle. Der Entwurf deS Nachtragsetats wird alsdann in allen drei Gelungen angenommen. Es folgt die 3nterpellation Müller- Franken (Soz.) über das Unglück in Oppau. Damit verbunden werden einige Anträge der älnab- 5«M abends 8 fefsiM M- w 1811,11 vinioige her bereit» er wen Clnanflrlffnabnn iwootvöfliMleubauti Irb öq§ Abraden ui ben . Oft, nachm. 3 M trleßt. Die Spinn nieretTOitßliebetmüüfi 8 »nm 3. Cftober ge> inmi (ein. Der lei}ie Herren bend in ben alle unten finbei am MLüiHi'vnr LtrtL adenLS 8 Ahr, Im Rahmen ter Zuständigkeit des Reiches tourte das Arbeitsministerium mit der Aufklärung und der ersten Hilfeleistung beauftragt. Ich selbst habe mich dorihin begeben. Es ist aber bislang weder möglich gewesen, den Anlah aufzullären, noch die Zahl der Opfer festzustellen. Mit 400 Toten muh gerechnet werten. Die Zahl der Der- tounteten geht in die Hunderte, die meistens durch Glassplitter und Brandblasen gelitten haben. Die Gemeinde Oppau ist nicht völlig zerstört worden, sie hat nur sehr stark gelitten; man ist aber schon beim Wiederaufbau. Der Redner dankt den Arbeitern, die mit grober Geistesgegenwart die Feuer unter den Kesseln gelöscht haben. Explodiert ist das Ammonsulfat in einer Masse von 4500 Tonnen. Es ist vorher eingehend auf Gxplo- sionsmöglichkeiten untersucht worden. Wie die Explosion erfolgt ist, wird sich nicht feftftellen lassen, ba alle Anwesenden tot sind. Andere Sachverständige erklären ebenfalls, dah sie bislang keine Gefahr in ter Lagerung des Salzes gesehen hätten, datz aber andererseits bei der Anwendung von Sprengkapseln sich wohl eine Explosion des Salzes herteiführen lasse. Die weitere Herstellung dieses Präparates ist sofort eingestellt worden. Die Unten'uchung wird aber fortgesetzt werden und alle Anregungen dieser Debatte werden dabei beachtet werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dah durch Acnterungen in der Lagerung die Explosionsgefahr vermehrt wurde und dah die Dorbereitung ter Masse für den Transport die Schuld daran trug. Die Reichsregierung hat sofort 10 Millionen Mark für die erste Hilfeleistung bewilligt und der bayerischen Regierung zur Verfügung gestellt. Auch Sachsen und Baden haben sich tem angeschlossen. Es sollen einzelne ilntcr- stützungen an Familien gegeben und die Hinterbliebenen entschädigt werden. Die Dertellung der freiwillig aufgebrachten Mittel und der Reichsmittel sollen, sofern einzelne Spender nicht besondere Wünsche äuhern. einer einzelnen Stelle Vorbehalten bleiben, an der die Betroffenen selbst Deutscher Reichstag. 135. Sitzung. Berlin, 28 Sept. Präsitent Löbe eröffnet die Sitzung um 2' i Ubr nachmittags. Eine Beschwerde des kommunistischen Abg. Remmele wegen einer bei ihm ab gehaltenen Haussuchung wird tem GeschästS- süyrenden Ausschutz überwiesen, desgleichen ein Antrag Bartz chen° und Kinderhandcl in ei ten formellen :mmensentwurf abzuändern, den die da .u be- bevollmächtigten D l. gierten unte.z.ichnen en, während die nicht b vollmäch igten 'Serien später die Unterzeichnung vornehmen ten. Dieser Antrag war vor allem auf daS eiben der englifdjen Delegation zustande gelten und bedeutete einen Versuch, in einer Humanitären und untr>l:tifd)en <5rage die hen Gepflogenhellen de - V lkerbund«. versamm- , die sich im all icmeinen nur auf ule For- erung von Wünschen beschränkt, auf zu geben selbständig ein internationales Ablommen übereilen. Gegen diesen von der Mehrhell großem Rachdruck unterstützten Plan p r o - lertc der sranzöf tsche Delegierte der entschiedensten W eiste, so daß chst der Eindruck entstand, als ob die fran- che Delegation aus Rücksicht auf ihre So» ialbevölkerung die Grund ätze des Ab- nens abschwächen wolle. Di ser Ei druck cr- sich als falsch, wie von allen Delegierten tonnt wurde. Ebenso ging aus den ßrllärun- Hanotaux' hervor, daß es ihm nicht auf ein es Verschleppungsmanöver ankäme, als er Frist von 4 Monaten und eine etwaige Konferenz verlangte oder anregte, daß erst späterer Zustimmung von zwei Dritteln der gliedsstaaten das Protokoll eröffnet werden e. Tatsächlich fand sich Hanotaux in dieser je zu Konzessionen bereit. Sein Protest galt, er selbst erklärte, der Aeußerung, daß der ’.crbunb, bevor die Regierungen selbst ©felgen emmen haben, ii i Abkommen en Wersen darüber Beschlüsse fassen dürfe. Sein Standst ging klar aus folgender Erklärung her- Wlr ballen es nicht für klug, wenn wir i Präzedenzfall fchasten, der in allen en übereilte und vielleicht ungenügend über- Abstimmungen Hervorrufen ka in. Vergeblich bemühten sich Ader (Schweiz), de: chlerstatler Murray (Südafrika) und La- ilne (Schweiz), vor allem aber Balfour (Eng- ) mit <5d;ärfe die Einwände Hanotaux zu -äften. Balfour rir*. ohne die französische De- tlon überzeugen zu können, die Veriai'.mkung fürmischem Beifall hin, als er sagte: Wenn nicht unsere heutige Aufgabe ausführen kvn- so frage ich mich, was wir überhaupt hier en und wozu der Völkerbund fr.ent. Den wahren Sachverhalt und das eigentliche Problem, das zu diesen Meinungsverschiedenheiten führte, deckte Molta auf, als er fragte: Mollen wir. die wir der Völkerbund sind, uns dazu verurteilen, immer nur eine Versammlung zu sein, die Wünsche ausspricht, oder wollen wir, wenn wir es können, wenn das Material hinreichend geprüft und vorbereitet ist, eine Versammlung werden, die handelt? r . Vach einer längeren Debatte, in der sich der jugoslawische Vertreter Aoramowstsch dem französischen Standpunkt anschließt und der holländische Delegierte von Swinderen zu vermitteln sucht, lehnte die Versammlung einen Vermittlungsantrag des Delegierten von Panama ab, wie auch die gemilderten Gegenvorschläge Hano- taur und nahm mit 29 Stimmen bei 22 Stimmenthaltungen, worunter sich Frankreich. Polen und die Staaten der Heinen Entente befanden, die Anträge der Kommission an. Die Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industrie. M ü n ch e n. 29. Sept. (WTD ) Der D e i chs» verband der deutschen Industrie trat in die Erörterungen der gestrigen Ausführungen des Wiederaufbauministers Rathenau ein. Der Reichekommissar für den Wiederaufbau von Dato cki bemerkte u. a.: Die Sachleistungen müßten nach einheitlichen Gesichtspunkten im Sinne höchster Wirtschaftlichkeit geordnet werden. Er ver- breitete sich dann über die üblen Erscheinungen der Verschwendungssucht und des übermäßigen ausländischen Verbrauchs und meinte, wir mußten unsere Lebenshaltung auf baß bescheidene Maß der Zell vor etwa 40 Jahren zurückschrauben. Wenn der Massenkonsum und der Masien- lurus nicht eingedämmt würden, dann wurden uns alle unsere Sachleistungen nichts nutzen. A)ir seien in den Augen des Auslands le i t « * tige Dankerotteure, die schnell noch letzten Desitztümer verprassen. Em Doll wie wl^ müßte sich wenigstens- vorübergehend Einschränkungen auferlegen können. Unsere müßten möglichst schnell und prompt durchgeftchrt vast die kontraktlich fest gelegten Summen et lote andere Schulden eingetrieten werten l ten, war der Ruin der Zwiebelspekulation mehr aufzuhalten. Das Land hat sich viele 0 lang nicht von dem Schlag erholen können, die Manie hatte sich nicht nur auf Holland schränkt, sondern bis London und Paris erst Gin zweites Beispiel bietet die französ Finanzgeschichte in der ersten Zeit des 18. 3 hunderts. Der schottische Finanzkünstler > Law hatte eine bescheidene Privatbank in „Danque Royale" umgewandelt, aus der ! die „Compagnie d'Occident". eine Privileg Handelsgesellschaft für den unübersceischen 5 del entstand. Diese übernahm die Privile der ost indischen, chinesischen und afrikanischen sellschaften und tourte so zu ter riesigen „E c pagnie des Indes", die das ausschlieh Handelsrecht nach dem Kapland, Ostafrika, ( amerika, China, Hapan usw. und dazu noch Generalpacht des Münzregals erhielt. 2lls 1719 die Massen seiner Aktien auf ten M warf, begann eine wilde Hagd des Publik danach, die lebhaft an die heutige Zeit erini 300 000 Aktien mit einem Rominalwert von Millionen Livres tourten in drei Wochen < gegeben, die aber vom Markt zu Shirfen au nommen wurden, die ter Gesellschaft 1500 - lionen brachten Aach dem Zinsertrag fr kein Mensch mehr, in den letzten Monaten Hahres tourte £er Kurs von 11 000 Livres einigen Tagen auf 18 000 pro Aktie getrie und an den Tagen ter Aktienziehung war Gedränge vor den Kontoren ter Gesellschaft daß täglich mehrere Menschen erdrückt toui Wieder erfolgte die Reaktion mit derselben . tigkeit. Man begann zu realisieren, das Pi tum wurde ängstlich, einer steckte den and mit seinen Befürchtungen an, und trotz c Gewaltmahregeln, um die Kurse zu halten, w die Suggestion ter Massen unwiderstehlich, ten zeitweilig geschlossenen Bureaus wart viele Tauseirde die gany Aa«A, um die werteten Aktien in MetaNrnünze urnzutaus' wobei mehr als ein Dutzend Personen das L irn Gedränge t>erloren, und zehn Monate sp waren die Aktien nur noch 40 Livres wert Indem Dr. Kirchberg diese Erscheinunj Vergleich mit ten heutigen Vorgängen setzt, einen noch viel gewaltigeren Umfang angenom haben, betonte er, daß diese Bewegung sich durch die Beeinflußbarkeit ter Menschen erfL läßt, die in ihrer Angst vor der Gntwertung Geltes nach allem streben, was noch Goldi besitzt oder zu besitzen scheint. Schwurgericht. Gießen, 27. < Auch die heutige Verhandlung fand u Ausschluß der Oeffentlichkeit Angeklagt war der Schlosser Karl Schief stein, zuletzt in Aieder-Sschbach bei Vilbel, auS ter Strafhaft vorgesühri wurde. Er hab einem Zivilvrozeß, den eine Frau Dickhardt Rieter-Eschvach führte, die geschlechtlichen B Hungen zu ihr als Zeuge unter Eid in AL gestellt und stand heute wegen Meineids Gericht. Die Geschworenen befahlen die Schuldf und versagten dem Angeklagten Strafmildel Er wurde dem Antrag des Staatsanwalts sprechend zur 1 Jahr Zuchthaus verurteilt erhielt 10 Hahre Ehrverlust; außerdem w auf dauernde Unfähigkeit, als Zeuge oder L verständiger eidlich vernommen zu werden, kannt. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Kn die Verteidigung führte Rechtsanwalt Petert l • Gießen, 28. Sept. 195 ' In der Rächt vom 10. zum 11. Juli ds. fliegen drei Einbrecher bei einem Landwir Erbenhausen bei Hombera ain, um zu fiel Dabei gelangten sie in oas Schlafzimmer Hauseigentümers, in dem dieser mit seiner $ schlief. Der Landwirt erwachte und rief die bekannten an. Während einer an ter Tür st blieb, gingen die beiten anderen mit Stöcken toaffnet an das Bett, verhinderten ten Mann Aüfstehen und erfinden ihm, sie seien Spar kisten und Kommunisten aus Halle, ganze Ort sei von Kommunisten beseht, ter 9 missar habe befohlen, 100 000 Mark einzutrei er — ter Landwirt — stehe auch auf ter Liste, er solle sofort den Schlüssel zum Geldschrank herausgeben. andernfalls werte von ter Waffe Gebrauch gemacht, er werte erschossen, er sei sofort eine Leiche. Der Landwirt bestritt, daß er Geld im Haus habe, und versuchte mit den Einbrechern zu verhandeln, in ter Hoffnung, andere Hausbewohner würden wach werden, und zu Hilfe kommen. Gr empfahl den Leuten, den Schrank, der im Rebenzimmer stand, doch aufzubrechen, was sie aber ablehnten, da es zu viel Lärm gebe. Sie tourten nun immer dringender und Die Bedrohungen mit Erschießen nahmen in einem Maße zu, daß ter Landwirt ernstlich für fein Leben fürchtete, wozu er bei der Situation auch allen Grund hatte, und schließlich, zumal eS ihm auch feine kranke und naturgemäß in großer Aufregung befindliche Frau zur Erhaltung seines und ihres Lebens riet, den Schlüssel seines Geldschrankes hmauSgab. Während einer bei ihm als Wache blieb, gingen die zwei anderen ins Rebenzimmer, nahmen eine Kassette mit Geld und Papieren, und alle drei verschwanden, nachdem sie noch ter inzwischen wach gewordenen Tochter jugerufen hatten, sie solle sich beruhigen, es sei schon alles erledigt. Der sofort aufgenommenen umsichtigen und energischen Verfolgung durch die Gendarmerie in Kirtorf ist es zu danken, daß die Täter am nächsten Vormittag einige Stunden von dem Ort entfernt festgenommen und ihnen ihr Raub — fiter 6000 Mark — abgenommen wurde. Auch die Kasteite, die sie fortgewvrfen hatten, wurde wieder gefunden. Sie hatten sich heute wegen räuberischer Erpressung zu verantworten. Der Monteur Willi Wittig von Quedlinburg und der Arbeiter Erich Häger von Sunstedt, die zwei urc । vii i,i.