OniJ und Perlaj: vrLHI'sche Univ.-Vuch- und Steinöruierei R. fange. Schriftleltung, «eschSstsstelle und Druckerei: Schulitrahe?. laßt sich heute noch nicht übersehen, ob er wesent» I Abmachung, bar gemacht barmachung ;en in irgendeiner Form für uns trag« ström möglich, der die übrigen Ander, aus dem Herzen Deutschlands kommend, ernährt, so wäre das kein Glück für die Ander. Roch weniger aber wäre es für diese Ander erträglich, die gesamten Märkte der Welt mit einer krankhaften Heber» Produktion an deutschen Produkten überschwemmt zu sehen. Die Erkenntnis bricht sich Bahn, daß die Mangel 71 gutem Willen entschuldigen, sondern wenn wir davon ausgehen, Daß ein fester Wille mungen betrifft, nämlich den Index, so liegt es heute schon so, dah fast überall, wo volkswirtschaftliche Kräfte sich regen, auch die Einsicht durchgedrungen ist, daß mit diesem Index und mit Dons provisvires, die auf ihm beruhen, auherordentlich wenig anzufangen ist. Ich vertrete den Standpunkt, dah man jeden Versuch machen muh, die Leistungen, die uns auferlegt worden sind, tragbar zu machen, und ich bin weiterhin der Meinung, dah ,it werden müssen und dah ihre Trag- barmachung nicht mehr und nlcht weniger bedeut französische Preis bezieht sich auch nicht aus den dah wir dann einen entschiedenen Anspruch haben, freien, sondern aus den gebundenen Handel. Auch ! bic Aenderungen durchzusehen die möglich sind, läht sich heute noch nicht überleben ob er mefent. mir mtl einem Unerfüllbar nicht etwa einen Nr. 1Z5 Ter »ietzener Anzeiger mit der Tienstagsbeilage .Sperl Umschau» erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatliche Vezuarvreise: Mark 5.- .einschlieblich Trägerlohn, durch di« Polt bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Ferniprech-Anschlüsse: sürdieSchristleilung 112; für Druckerei, Verlag und Eeichäsisstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger S setzen. poßscheakonta: Sraeffnrt a. M. 11686. Die amtliche Antwortnote Englands. London, 28. Juli. (Reuter.) Das Kabine t t entwarf heute die Antwortnote auf die französische Mitteilung über Oberschlesien. Die Auffassung der britischen Regierung geht dahin, dah die gegenwärtigen Ueber- einkommen aufrecht erhalten oder den französischen Wünschen gemäh geändert werden sollten, unter der Voraussetzung, dah der Grundsatz des Zusammenwirkens der Alliierten unangetastet bleibt. Die französische Andeutung, der britische Botschafter in Berlin, Lord d'Abernon, hätte die deutsche Regierung ermutigt, eine Frankreich feindliche Haltung einzunehmen, wird widerlegt, London, 28. Juli. (WTD.) Reuter erfährt, dah das Kabinett heute vormittag die ober- schlesische Frage behandelt habe. Es sei kein Grund vorhanden, zu glaub, n, dah dte br.tische Regierung die gegenwärtige Lage als so ernst ansehe, wie man in einigen Teilen des Volkes glaube. Allerdings sei es sehr wahrscheinlich, dah die Zusammenkunft des Ober st en Rates wieder etwas hinausgeschoben werden wird. Lord Curzon hatte heute nachmittag eine Unter» redung mit dem französischen Botschafter. Der deutsche Ausschuß an die interalliierte ftonnniffion. Breslau, 28. Juli. (WB.) Der d e u t s ch e AuSichuh für Oberschlefien richete an die interalliierte Kommission ein Schreiben, in dem darauf hlngewiesen wird, dah die Polen an vielen Orten die gleiche Macht ausüben wie während des Aufstandes. Sodann wird auf die fortgesetzten Gewalttätigkeiten hingewielen und hervorgehoben, dah umfassende Vorbereitun- gen für einen neuen Aufstand getroffen seien. Der Empfang Korfanths durch den französischen Ministerpräsidenten habe in Verbindung mit den übrigen im einzelnen dargelegten Umständen bei der deutschen Bevölkerung grobe Unruhe und tiefes Mißtrauen hervorgeruftn. Sofortige Ad- hilfs tue Rot. Dazu gehöre vor allem eine rasche Entscheidung über das Schicksal Oberschlesiens. Auherdem lei der Schuh der öffentlichen Sicherheit durch moralisch einwandfreie, geschulte Polizeibeamte zu fordern, ferner die Bestrafung der Verbrechen, die Entfernung der an den Verbrechen beteiligten Personen aus allen Aemtern und Gerechtigkeit und Unparteilichkeit aller Organe der interalliierten Kommission. Der Aus- schub bittet, seine Vorschläge zu prüfen und stellt seine ganze Kraft in loyalster Weise zur Der- fügung zur Erfüllung ihrer Aufgabe, dem gesamten oberschlesischen Volke Ruhe und Ordnung wiederzugeben. Eine Rede Rathenaus. _ ,erl i n, 28. Juli. (WB ) In der gestrigen 9. Sitzung des Reparationsausschusses des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats führte Reichsminister Dr. Rat Henau u. a. aus' Die Verhandlungen sind seit meinem ersten Bericht ununterbrochen gefördert worden und wurden zum gröhten Teil in Paris, zum kleineren Teil in Derlin geführt. Einen ziemlich breiten Raum nahm die erste Gruppe der Rebenfragen ein. wobei es sich darum handelt, die Reparationen und Re- stitutionen. die durch den Versailler Vertrag uns vorgeschrieben sind, durch einmalige Lieferungen endgültig auszugleichen. Diese Gruppe von Rebenaufgaben bezieht sich auf V i e h l i e f e r u n- 8 en, Lieferungen an rollendem Material und Rücklieferungen von Maschinen und Einrichtungen. Von den Hauptfragen ist die eine die der F i - nanzierung. Für den Fall, dah die )ähr- lichen Sachleistungen, die wir an Frankreich zu machen haben, denjenigen Betrag überschreiten, den Frankreich bereit oder in der Age ist, sich auf das Reparationskonto anrechnen zu lassen, müssen Wege gefurrden werden, um Stundungen zu ermöglichen, die dahin zielen, dah solche über- chiehenden Beträge auf spätere Annuitätsleistungen angerechnet werden. Die zweite Frage ist die Frage des Preises. Es wird nötig sein, eine Preisgrundlage zu finden, die sich für einen be- tinunten Zeitpunkt genau übersehen läht, weicht der Wert der Ware ist, die geliefert und angerechnet werden soll. Dabei ist das Grundprinzip einzuhalten, dah Frankreich nicht die Waren von uns empfängt, die teurer sind, als sie in Frankreich selbst hergestellt werden können. Der Weg wird vermutlich der sein, dah eine gemischte Jude xkommission an die Arbeit gesetzt wird, die, ausgehend von den Dorkriegspreisen, vielleicht für den Zeitraum eines Vierteljahres diejenigen In- dexzuschläge ermittelt, die während dieser Periode in Geltung sind, so dah also durch eine Multiplikation des Index mit dem Gruridpreis der jeweilig geltende Wert sich ergibt. Mit Der Kampf um die französische Nationalehre. Die Lage ist noch nicht geklärt. Der französische Botschafter in London hat tatsächlich die Abmachungen für die Konferenz am 4. August in Frage gestellt, indem er zur Ueberraschung der Engländer zuerst die französische Nationalehre sichergestellt haben will. Briand drängt darauf. Es handelt sich darum, daß das Londoner Kabinett die französische Aufforderung wegen der Truppenbeförderung an die deutsche Reichs reg ierung nachträglich gutheißen soll. In London scheint man be dem Prinzip bleiben zu wollen, daß die Frage der Truppenverstärkungen in Ober- schlesten nur gemeinsam von den Alli- -ierten entschieden werden könne. Ob und wieweit nun nochmals Beratungen gepflogen werden, damit /ich bie Notwendigkeit militärischer ©d) ritte heraus stelle und die verschobene Kulisse wieder auf den rechten Platz gestellt werden kann, ist noch nicht zu übersehen. Die französischen Vorstellungen in London. Part«. 28. Juli. (Wolff.) Wie der Lon- ooner Korrespondent des „Petit Parisien" zu wissen glaubt, hat der französische Botschafter im Lause seiner gestrigen Unterredung mit Lord Eurzon die Aufmerksamkcit der englischen Regierung darauf gelenkt, erstens, dah die Frage der Sicherheit der französischen Truppen in Oberfchlesien durch ZTen Fried ensvertrag um so weniger habe vorgesehen werden können, als in dem Augenblick, in dem man sich zur Volksabstimmung entschieden habe, die Mächte einmütig die Anzahl der alliierten Truppen, die man zur Aufrechterhaltung der Ordnung der Kommission zur Verfügung stellen muhte, auf 60 000 Mann festgesetzt hatten. Einzig und allein Frankreich habe von den vier Machten seine Verpflichtungen unter Opfern gehalten und in fortgesetzter Sorge um die Verantwortlichkeit gelebt, die es übernommen habe. Man dürfe ihm also nicht seine ständige Besorgnis, Unruhen, die es für möglich halte, vvrzubeugen, vorwerfen, und man könne es heute umsoweniger, als seine Soldaten in Gefahr seien. Man sei also berechtigt, sich über den englischen Widerstand gegen die Entsendung einer Division Verstärkungen zu wundern. In zweiter Linie habe der Botschafter erklärt, dah nach der Veröffentlichung der Antwort der deutschen Regierung mit der kaum verhüllten Weigerung, die französische Division passieren zu lassen, der britische Widerstand einen noch ernsteren Charakter angenommen habe. Wenn die englische Regierung diesen Widerstand in der intransigenten Form, wie sich heute gezeigt habe, aufrechterhalte, so laufe sie Gefahr, die Hoffnungen des Alldeutsch- tums zu ermutigen, das. wie man wisse, feine Zukunftshoffnungen auf den Verfall der französisch-britischen Entente sehe. Deshalb hoffe die französische Regierung, dah das englische Kabinett nach einer nochmaligen Prüfung der Frage erkennen werde, dah das französische Verlangen aerechtfertigt sei. Auf alle Fälle sei sie der Ansicht, dah der Zeitpunkt des Zusammentritts des Ober» ften Rates nicht endgültig festgesetzt worden sei, so lange die Frage der Entsendung der Truppen nicht eine Lösung gefunden habe, die den berechtigten Sorgen Frankreichs Rechnung trage. Lord Curzon habe erflärt, die Frage werde von dem Ministsrrat geprüft werden. Der Berichterstatter glaubt, dah Lloyd George es für wünschenswert halten werde, den Streitfall zum zweiten Male der Reichskonferenz vorzulegen. Paris, 28. Juli. (Wolff.) Der .Matin" schreibt, die Kontreverse über die Entsendung der Truppenverstärkungen werde jederzeit von beiden Seiten fortgesetzt, doch scheine es. dah sie den Zusammentritt des Obersten Rates, der für den 1 August vorgesehen sei, nicht verhindern könne. Zwischen diesem Zusammentritt und der endgültigen Entscheidung über Oberschlesien wurden jedenfalls einige Wochen verstreich en. während deren die alliierten Regie- rjingen Zeit hätten, die für die Sicherheit der ^ ruppen in Oberschlesien getroffenen Mahnahmen brung zu bringen. Jedoch müsse diese Entscheidung, das heiht die Entscheidung über öle Sntfenbung von Truppen Verstärkungen, e Sitzung des Obersten Rates yinausgeschoben werden. ,,L Oeuvre schreibt, es scheine augenblicklich, dah man sich am Quai d'Orsay zu einer Heber- gangSlofung entscheiden wolle. Diese Lösung bestehe dann, einfach eine ProvisorischeDer- t e 11 u n g Oberschlesiens vorzunehmen, indem man sich auf den Plan Sforzas stütze. Man werde übrigens zwischen der polnischen und der deutschen Zone eine neutrale Zone aufrechterhalten, die von den alliierten Truppen beseht werde. Die britische Entgegnung. L v n d 0 n, 28. Juli. (Wolff.) Die „Mor° ning Post" schreibt: Wir erfahren von amtlicher Seite, daß die britische Regierung den von ihr in der oberschlesischen Frage eingenommenen Standpunkt für richtig hält. Das S o n d e r v 0 r^s e h e n einer einzelnen Macht Ui nicht jm Vertrage von Versailles borge» | iüh über ober wesentlich unter den deutschen Preisen liegen wird. Wir sprachen sodann über die Frage der Errichtung einer französisch-deutschen Organisation zur Aufnähme von Lieferungen überhaupt. Wir haben die entschiedene Ab- süht, den freien Handel gewähren zu lassen, ja ihn zu unterstützen. soweit wir eS können, auch dann zu unterstützen, wenn er nicht zu Barleistungen zwischen Besteller und Lieferant führt, sondern zu Gutschriften auf das Reparations- konto. Ich denke mir, dah die Lieferungen von Gütern, wobei es auf die Frage des Herstellers und der Konstruktion ganz besonders ankommt, soweit wie möglich dem freien Handel gehören müssen, dah dagegen dem Kollektivhandel Güter gehören werden, wie beispielsweise Baumaterialien. wenn sie in gröberem Umfange verlangt werden. Für diesen Kollektivhandel, wobei Besteller wie Hersteller zahlreich sein werden, gilt es, einfache Aufsaugungsformen in Frankreich zu finden. Es wurde daran gedacht, dah man nach Art der Zollstationen Riederlassungen an den verschiedenen Stellen etablieren soll, wobei der Geschädigte auf der einen Seite seinen Don der eigenen französischen Behörde präsentiert, ihn abgestempelt bekommt, dann auf die deutsche Seite übertritt und dort seine Bestellungen aufgibt, die von .da aus an die Zentralstelle in Deutschland weitergeleitet werden. Zurückgetreten ist während dieser Verhandlung das Gebiet derArbeitsleistung an Ort und Stelle. Ich hoffe, dah, sobald zwischen Frankreich und uns ein gewisses Hanoelsver- hältnis etabliert ist, auch diese Art der Zusammenarbeit sich ermöglichen läßt. Ob in sehr erheblichen Umfange, möchte ich schon deshalb bezweifeln, weil aus den französischen Berichten an Kammer und Senat hervorgebt, dah die Gesamtzahl der fremden Arbeiter, die Frankreich aus verschiedenen Rationen zusammengerufen und auf seinen geschädigten Territorien versammelt hat, nicht größer ist als 25 000. Die Verhandlungen gehen naturgemäß nicht mit grober Geschwindigkeit vorwärts. Es steht aber zu hoffen, hab wir in nicht allzu ferner Zeit zu einem Prinzip der grundlegenden Verständigung kommen. — Iowischen wurden die Verhandlungen in der deutschen Oeffentlichkeit vielfach erörtert Es wurden mehrere Einwendungen erhoben. In erster Linie machte man geltend, dah es sich doch wohl nur um ganz geringfügige Lieferungen handeln werde: denn man hat festgestellt, dah aus den groben Listenanforderungen Der alliierten Länder, die kurz nach dem Friedensschluh bet uns einliefen und etwa 18 000 Posten umfaßten, verhältnismäßig wenig Material von DeutschlanD aus geliefert wurde. Es wunderte mich, daß man diele Schlußfolgerung zog. denn diese Listen waren durch einen Zufall zulammengeweht. Es ist doch deswegen nicht bedauerlich, daß auf diesem Gebiet nur mäßige Lieferungen erfolgt sind, weil diese Leistungen unauSbleibllch in das grobe Loch der Vorlieferungen gefallen wären, die uns in Dem Londoner Ultimat im außerordentlich schwach angerechnet worden sind. Ich rechne nicht damit, daß man etwa aus besonderer Rücksicht für uns oder unsere Wirtschaftslage Die Absicht hat, uns enorme Lieferungen zu übergeben. Ich glaube aber, daß Die GeschäDigten selbst eine beschleunigte Lieferung wünschen. Das Wieperausbau- geschäft in Frankreich ist mit großen staatlichen Mitteln und entschiedener Eenergie gefördert worden. Aber zweifellos ist es auf verschiedenen Gebieten noch nicht soweit vorgeschritten, wie es den Wünschen der Geschädigten entspricht. Insbesondere ist von 600 000 Häusern, von Denen 300 000 beschädigt und 300 COD vernichtet wvrDen sind, nur ein verhältnismäßig kleiner Teil wieder aufgebaut worden. Wir können also wohl damit rechnen, daß auf den Umfang der Lieferungen das eigene Interesse der Geschädigten wirken wird Die französische Regierung hat ihrerseits den Wunsch, • das Wiederaufbaugeschäft in wenigen Jahren zu beendigen. Ich möchte mich jedes Optimismus enthalten. aber ich glaube, dah dieses ganze Derhandlungsge'chäft für Die deutsche Volkswirrtschaft von entschiedener De- Deutung ist: Denn einmal ist die Umwandlung von Goldleistungen in Sachleistungen für uns unentbehrlich, und ‘auf der anderen Seite ist es von Bedeutung, wenn wir neben den schweren Lasten, die wir in den nächsten Jahren zu tragen haben werden, nicht mit Beschäftigungslosigkeit zu kämp- fen haben. Ich komme dabei auf diejenigen grundsätzlichen Auffassungen, die sich hinsichtlich des ganzen Reparationsgeschäftes gegenüberstehen, und die sich im wesentlichen um den Begriff Der Erfüllung bewegen. Die eine geht davon aus. Die Vertragsbestimmungen seien etwas absolut Un- abänberliches unb etwas absolut Unerfüllbares. Sie stellt sich auf Diesen StcmDpunkt, noch bevor Der Dersuch entschieden ist, Aenderungen vorzunehmen, die uns die ßaft tragbar machen, und noch bevor der Anfang gemacht worden ist, an das eigentliche Wiederaufbau wesen heranzutreten. Und doch ist ist in Dem Ultimatum selbst ausdrücklich ausgesprochen, dah die Bestimmungen die Unabänoerlich- keit nicht in sich tragen; denn es ist uns frei- gestellt worden, Aenderungsvorschläge zu machen. Was Den dunkelsten Punkt Der ganzen Bestim- sehen. Aus diesem Grunde habe die britische I diesem ftanzosischen Preise ist nicht unbe- wachsende Erkenntnis auf der Gegenseite uns diese Regierung vorgeschlagen, die ganze Frage un- dingt der deutsche Lieferant gebunden. Dieser Arbeit erleichtern wird. Ich bin ferner der Ansichr. verzüglich dem Obersten Rat zu unterbreiten. ‘----1,ux- ....... * - ----- -- - — - Der französische Entschluß. weitereTrup- den anderen Mächten erfolgt, die für Ober- Pen zu entsenden, sei 0 h n e B e r a t u n g mit schlesien verantwortlich seien. Die britische Re- gierung sei der Meinung, daß die Forderung begründet sei, daß die Entscheidung über die Entsendung neuer Truppen aber nur durch sämtliche Alliierten getroffen werden könne. Es werde darauf hingewiesen, daß die Kosten für den Unterhalt der DesayungStruppen von den Deutschen und Polen getragen werden. Die britische Regierung sei Dafür, daß sie den Versailler Vertrag loyal ausführe, wenn sie darauf bestehe, daß jede Aktion in Oberschlesien gemeinsam sein müsse. in diesen Fragen ein ganz außerordentliches Aktivum ist, nicht nur bei un«. sondern vor allem im Verhältnis zur Gegenseite. Ich glaube also, dah man die Gegensätze hier Im Lande nicht so hoch zu spannen brauchte. Ich glaube, daß man Den Versuch mit großer Rach- haltigkeit machen sollte. Die Cettunjen dadurch tragbar zu machen, daß man sie In verständige Formen bringt, und daß man ferner nicht von vornherein daran verzweifelt, etwas Erhebliche« leisten zu ( nnen; denn gerade Dieje Leistung wird uns wieder zu Hilfe kommen, wenn eS sich Darum hanDelt, unerträgliche Bestimmungen in erträgliche zu verwanDeln. Das bedeutet nicht, Daß wir Die Schwierigkeiten irgendwie unterschätzen Dürfen. Sie finD außerorDentlich groß durch Die Materie selbst unb sie sind außerordentlich groß durch die Gegenwirkungen, Die sich In jedem Lande naturgemäß geltend machen, und sie sind weiterhin groß durch die allgemeine Wirtschaftslage, die in den verschiedenen Ländern Den Gedanken erschwert, große Leistungen vom Ausland zu beziehen. Rehmen wir an. daß unsere Sachleistungen zwar nicht phantastisch hoch seien, sich aber doch In sehr erheblichen Grenzen bewegen, nämlich in solchen Grenzen, die Der Gröhe des Aufbauproblems In Frankreich entsprechen. So wird ein Strom von Waren auS Deutschland nach Frankreich und ein Strom von Bestellungen von Frankreich nach Deutschland geleitet und aufgenommen werden müssen. Wir haben namentlich Den kollektiven Zustrom entsprechen!) im ßanDc zu verteilen. Dabei ist Die erste Ausgabe Die Der Sicherheit Der Erfüllung. Das, was wir übernehmen, ist eine Verpflichtung von CanD zu ßanD. ES Ist eine Verpflichtung, die nur übernommen werben kann, wenn sie Durch Den Willen unD Die Kraft Des ßanDc« Da« sich zu Den Leistungen verpflichtet hat, gemäht- leistet ist. Träger Der Verpflichtungen In Deutsch- lanD ist Der WieDeraufbaukommifsar. Er muß Durch Die Einrichtungen DeS Landes so gedeckt sein, Dah er unter allen UmftänDen erfüllen kann, waS er übernimmt. Das zweite Prinzip ist Das einer gerechten unD verständigen Verteilung. Die Leistungen, zu Denen wir und verpflichten, finD nicht freiwillige Leistungen von einzelnen, fonDem Leistunaen, Die aus Dem schweren FrieDensDiktat herrühren. Jede Dieser Leistungen toirD auS Den Einkünften De« Deutschen Reiches gezahlt, Die es von Den Steuerzahlern empfängt. Wir könnten es nicht rechtfertigen, wenn einzelne LanDesteile, einzelne Länder oder einzelne Berufsstände bei diesen Leistungen au kurz kämen, wenn beispielsweise nur die Großindustrie leistete, aber nicht das Handwerk dir Kleinindustrie und der Handel. ES muh ein« möglichst gleichmäßige Verteilung Der Leistungen nach Den Ländern sowohl wie nach Den BerufS- ftänDen erfolgen. Es toirD allo notwendig fein, die Leist ungsverbänDe zu einem Selbstverwaltungskörper zusammenzuschließen. Der alle LeistungsverbänDe sowohl Der Länder tote Die gewerblichen VerbänDe enthält. Der Ver- banD würbe selbst Aufträge übernehmen, bie ihm zufliehen und würbe selbst berjenige sein, ber bie Aufnahmeorganisatlonen in Frankreich schafft. Bei ihm würben bie Aufträge zusammenlaufen. Er würbe sie verteilen unb unter eigenem Recht unb unter eigener Sicherheit effeftuieren. Dann würbe ber Reichskommifsar nur noch eine Stelle Der Überwachung fein. Hiermit ist ungefähr Dasjenige umschrieben, was Die letzten Wochen unserer Arbeit erfüllte, soweit sie sich nämlich auf Frankreich erstreckt. WieDerholt tauchte In letzter Zeit in Der englischen Presse die Besorgnis auf, eS möchten Die Sonderverhanblungen zwischen Frankreich unD uns Das Ergebnis haben, Dah Die englischen Interessen oDer Die anderer alliierten Rationen zu kurz kommen. Soweit Hw VerhanDlungen bisher mit Frankreich flattfanoen, waren sie nicht Derartig, bah die Rechte irgenD einer Ration zu kurz kamen. Mer ich möchte wiederholen, wir in Deutschland haben ein großes Interesse an der allgemeinen Umwandlung von Goldleistungen in Sachleistungen, und zwar nicht nur Frankreich gegenüber. Wir haben Interesse Daran, daß wir auch mit Den übrigen LänDern zu analogen Abmachungen kommen. Bei jeder Wmachung Dieser Art haben wir es überDies mit ber Re- parationskommissivn zu tun, die als oberste Instanz bas Schuldenwesen verwaltet. Wir wünschen auch mit DerReparationskommilsion in engster Fühlung zu bleiben hinsichtlich allet Derjenigen Abmachungen, bie mit irgendeinem einzelnen Lande getroffen werben. Wir teilten dies auch ber Kommission selbst mit. Wir glauben, bah Die VerhanDlungen, Die auf Diesem Wege geführt werben, schließlich nicht allein zum Vorteile DeutschlanDs seien, benn zum Vorteile Deutschlanbs geschieht in Der Welt heute wenig. Wir werben aber Deswegen, wir ich hoffe, Aussicht auf Verwirklichung haben, weil sie zum Vorteile aller Dienen. Wäre Der GolD- Annahme von Anzeige* für die lagesnummtr bis zum Nachm Nag vorher ohne jede Berdindlichkeit. §rei$ für t mm höhe für nzeigenv 34 mm Breite örtlich 40 Vf. auswärts 50 Vf-.' für Reklame' Anzeigen von 70 mm Breite I80Vl Bei Platz- Vorschrift 20", Aufschlag Haupischristleiler Ang Goetz Verantwortlich für Voli'ik. Aug Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: Hon» Beck, sämtlich in Dietzen. Erstes Blatt UL Jahrgang Zreitag, 29. Juli 1921 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen tet, als Die MebertoinDung der gegenwärtigen Konsum- und Produktionskrise und die Ermöglichung eines gemeinschaftlichen wirtschaftlichen Aufbaues. • e » 3m Zusammenhang mit den Ausführungen des Diederaufbauministers Dr. Rathrnau gab Der Staatssekretär im Reichswirtschaftsministerium Dr. Hirsch einen llebcrblid über die Srörte- runaen bezüglich des sogenannten „LocheS im Westen" und die Gestaltung der deutsch-französischen Handelsbeziehungen. Er betonte die Schädigungen, welche der deutschen Wirtschaft durch die Unterstellung der deutschen Ein- und Ausfuhr tm Rheinland unter das von de^ Entente ein- aeführte Ein- und Ausfuhr-Regime zugefügt werden und hob hervor, das) die innere Berechtigung der meisten deutschen Beschwerden auch von der Gegenseite nicht verkannt wird. Der Wunsch der Gegenseite nach einer allgemeinen Kontingentierung derjenigen Einfuhr, die nicht ganz frei zu» aelassen werden könne, begegne von deutscher Sette keinen grundsätzlichen Bedenken, natürlich unter der Boraussetzung, Daß die wirtschaftliche Einheit wieder hergestellt wird und damit überhaupt eine Wirtschaftsregelung für Deutschland wieder möglich wird. Hierüber soll demnächst weiter verhandelt werden. Die Washingtoner Konferenz. Paris, 28. Juli. (WTB.) Das „Jour- ttaV' meldet, daß die gestrige Besprechung zwischen 23 r i an b und Herrick sich Haupt- sächlich mit der geplanten Konferenz Über den Stillen Ozean befaßte, die am 11. November in Washington stattfinden soll. Falls es bei diesem Zeitpunkte bleiben sollte, so würde es Briand unmöglich sein, Frankreich persönlich zu vertreten, wie. es seine Absicht gewesen sei. In diesem Falle würde er V i v i a n i beauftragen, auf dieser 'Konferenz im Namen Frankreichs zu sprechen. Der Kolonialminister S a r r a u t würde Bi- piani begleiten, denn da auf der Konferenz auch die Interessen der französischen Kolonien zur Sprache kommen würden, sei dieser tatsächlich unentbehrlich. Sarraut, der. die Absicht habe, im September und Oktober die Kolonien in West- und Südafrika zu besuchen, werde zeitig genug zurück sein, um Piviani nach den bereinigten Staaten begleiten zu können. Die griechisch-türkische Kriegslage. Konstantinopel. 28. Juli. (Havas.) Tel^ramme aus Angora melden, daß Fewzi Pascha, der Kommissar für die Can oeSverteidigung. am 23. Juli vor der . Nationalversammlung folgende E r - tlärung abgegeben hat: Seit vierzehn Tagen setzt der Feind seine Offensive fort mit dem Ziel, »unsere Flügel aufzurollen, um unsere Stellungen dann im Rücken angreifen zu können. Aber die * feindlichen Angriffe konnten aufgehalten werden. . Unfere Gegenangriffe auf der Linie Seid Ghazi- ' GSktrschehix hatten anfänglich befriedigende Er- , aebniffe. Aber Der feindliche Druck auf unseren linken Flügel zwang unsere Truppen, sich auf Stellungen östlich von Eskirschehir zurückzuziehen. Auf der Front von Diledjik und Afium Kara- hissar haben unsere Angriffe die feindlichen Abteilungen zum Stehen gebracht. Unser Heer bewahrte vollkommen feine Kampfkraft, Diese Erklärungen riefen in der Rationalversammlung einen beruhigenden Eindruck hervor und die Versammlung brachte ihr Vertrauen zum Heer und zur Regierung zum Ausdruck. Fewzi Pascha dementierte in aller Form Die griechischen Rachrichten von Der Gefangennahme von 30 000 Türken unD der Erbeutung von beträchtlichem Kriegsmaterial. Angora, 28. Juli. (Havas.) Mu st ap ha Kemal Pascha hat einen Aufruf an Die Bevölkerung gerichtet, in Dem er sich an ihre DaterlanDsliebe wenDet und jeDcn waffenfähigen Mann auflordert, zur Verteidigung des anatv- lischen Bodens herbeizueilen. Aus dem Reiche. Beratungen des Reichskabinetts. Berlin, 29. Hüll. Wie die Blätter erfahren, beschäftigte sich gestern das Reichs- f abinett wiederum mit der ok> erschle - fischen Frage. Heute wird das Kabinett Über die neuen Steuern beraten. Regierungskrise in Thüringen. Weimar, 28. Juli. (Wolff.) In der Sitzung des Thüringer Landtags erklärte nach Ablehnung des Drundsteuerge- setzeS durch die Rechtsparteien und der Kommunisten Staatsminister Dr. P a u l s s e n, die Staatsregierung sei gezwungen, zurückzu- treten. Hierauf stellten die Unabhängigen einen Antrag auf Auflösung des Landtages. Der Antrag wird am Samstag behandelt. Der bayerische Gesandte in Berlin. München, 28. Juli. (WTB.) Amtlich. Der bayrische G.e sandte in Berlin Dr. von Greger wurde nunmehr zur Vertretung Der bayerischen Regierung bei Der Aeichsregiecung bestimmt. In seiner bisherigen Stellung als bei Der preußischen Regierung be^l >uli ter außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister tritt eine Aenderung nicht ein. Bayerische Schulpolitik. Berlin, 28. Juli. Wie die Blätter aus München melden, erlitt im Berfassungöstteit über einen Berordnungsentwurf betreffend die Reuordnung der Schulpflege und Schulaufsicht die bayrische Regierung in der gestrigen Plenarsitzung des Landtages eine Niederlage. Mit 54 gegen 47 Stimmen der bayerischen Bolkspartei wurde beschlossen, daß der Entwurf, von dem der Kultusminister nur einige Teile dem Landtage zur Beurteilung übergeben wollte, in allen Teilen der Genehmigung des Landtages entsprechend Artikel 46 der Verfassung zu unterstellen sei. Die Frage wird nunmehr vor dem Staatsgerichtshof ausgetragen. Die Zusammenstöße in Stettin. Blättermeldungen aus Stettin zufolge wird eine neutrale Kommission, bestehend aus Mitgliedern des Reichsministeriums des Innern und des Reichswehr- ministeriumS, die Untersuchung über die Zusammenstöße zwischen Schutzpolizei und Reichswehr in Stettin führen. Derhaftung einer kommunistischen Landtagsabgeordneten. Rach einer Meldung der „Roten Fahne" aus Breslau wurde dort die kommunistische Landtagsabgeordnete Frau Rosa Wolff- st e i n verhaftet. Ein Aufruf der A. S. P. D. für Rußland. Berlin, 28. Juli. (Priv.-Tel.) Das Zentralkomitee der U. S. P. richtet in der „Freiheit"' an die werktätige Bevölkerung Deutschlands einen Aufruf zur .Hilfeleistung für Die hungernden russischen PolksteiIe. Ter Lohn eines Arbeits-- tages im Monat sollte für das russische Volk gespendet werden. Weiter werden die dcutscl>en Frauen aufgesordert, sich der Mw- der Rußlands anzunehmen. Ter Aufruf tritt für eine gemeinschaftliche Aktion aller sozialistischen Parteien und der Gewerkschaften ein. Gill Schwarzwaldort in Flammen. Freiburg i. Br., 28. Juli. (Wolff.) Der bei Neustadt im Schwarzwald gelegene Ort Löffingen steht seit heute mittag in Flammen. Ein Drittel des ganzen Städtchens ist dey Flammen bereits zum Opfer gefallen. Aus Stabt unb Land. Gießen, Den 29. Juli 1921. Wettervoraussage für Samstag: Wechselnd bewölkt, Regenschauer, kühlerRord- ostwind. Die Depression, Die sich vor Dem Golf von Biscaya zeigte, wandert nordöstlich und liegt mit ihrem Kern über Süd-England. Aus Der Rückseite dieses Tiefs ist morgen mit unbeständigem, kühlerem Wetter zu rechnen. ** Einer der heißesten Tage war gestern. Gießen wies ein Maximum von 35° Celsius und ein Minimum von 19° auf. In Darmstadt war es am Tage noch um 1 Grad wärmer, während es sich in der Nacht nur auf 23' abkühlte. Lauterbach hatte die gleiche Tagestemperatur wie Gießen. Nachts war es 1 Grad kühler. fd. Kassel, 28. Juli Eine hiesige Wettersäule zeigte am Mittwoch im Schatten 4 1 Grad Celsius an. Mit diesem Thermometerhochstand dürfte Kassel den Rekord geschlagen haben. Oder in welcher Stadt wurden noch höhere Wärmegrade gemessen? '* Die Zahl der Hess. Staatsbeamten und Lehrer. "Rach einer statisti'chen Liebersicht über den Bedarf Der heff. HauptstaatS- gur Hundertjahrfeier der Stadtkirche zu Bietzen 1821 — 29. Juli — 1921. Don Pfarrer Heinrich Bechtolsheimer. II. Am 2. Februar 1809 wurde mit dem Abbruch begonnen, Ende April war man Damit fertig. Mit Dem Neubau konnte Sonnemann nicht sofort beginnen, da fast kein Geld in der Baukafse war. Ein ganzes Jahr zog sich die Sache bin, erst im April 1810 fing man mit Der Maurerarbeit an. Die dem Maurermeister Schweihguth aus Obervsleiden übertragen worden war. Als der Dau in der Höhe eines Stockwerkes aus Der Erde herausgewachsen war, offenbarten sich solche Mängel, daß die Gießener Geistlichen im Einvernehmen mit vielen Einwohnern sich an den Kirchen- und Schulrat wenden mußten. Es wurde namentlich geltend gemacht, daß die neue Kirche zu wenig Licht habe, sie werde so dunkel sein, daß man nicht im Gesangbuch lesen könne, zudem sei der für die Kirchenbesucher in Betracht kommende Platz viel zu klein. Sonnemann hatte nicht weniger als 50 Säulen für das Innere vorgesehen. Die Folge war, daß der Oberbau rat Moller von Darmstadt berufen wurde, um über den Neubau ein ilrtcll abzugeben. Er erklärte, daß Der seitherige Kirchenplah ganz ungeeignet sei, und brachte den östlichen Teil des Brandes (jetzt Landgraf-Phllipp-Plah) als Bauplan in Vorschlag. RlollerS Idee war, die Kirche so zu stellen, daß sie hart an die heutige Ost-Anlage stoßen und auf beiden Seiten von Alleen umgeben fein solle. Das Hauptportal sollte in der Richtung nach dem Kanzleiberg angebracht werden. Sicher bekundete Diefer Plan künstlerischen Geschmack. Run gab es aber in Gießen heftige Erörterungen. Ein Tell der Einwohner stimmte Moller bei, die anderen machten geltend, daß man schon 15 000 Gulden in den Neubau gesteckt habe und daß der Brand von dem Zentrum Der Stadt zu weit entfernt sei. Der Vtadtmagistrat stand auf Der Seite derer, die Den alten Platz beibehalten wollten, er erbat sich eine Audienz bei dem Landesfürsten, und dieser entschied im Sinne des Magistrats. Zugleich aber wurde bestimmt, daß Sonnemanns Plan nach Den Angaben Mollers umgestaltet werden sollte. Die Folge war, daß Sonnemann sich gekränkt Aurüd- zog. So wurde Denn Der Bau Dem Cberbaurat Moller übertragen. Der mit Der eigentlichen Ausführung Den Hofkammerrat Hofmann aus Friedberg beauftragte. Heber diesen Verhandlungen batte naturgemäß der Dau ganz gestockt, erst im Sommer 1812 wurde die Arbeit wieder aufgenommen, ein großer Teil des bereits aufgeführten Mauerwerks mußte wieder niebergerlffea werden. Durch die kriegerischen Verwickelungen Der nächsten Jahre geriet das Werk, über Dem überhaupt ein Unstern zu walten schien, toieDer ins Stocken. Erst im Oktober 1815 würbe man mit der Ausführung des Mauerwerkes fertig. Den Neubau hatte man mit einem Rotdache versehen: Denn im März 1816 hören wir, baß man das Dach mit 5—630 Dielen gedeckt hatte. Auch bie weitere Ausführung beS Baues hat sich unglaublich verzögert, erst im September 1818 wurde oaS Dach mit Schiefer gedeckt. Die Ursachen lagen hauptsächlich an dem Mangel an Mitteln. Als man anfing zu bauen, standen hierzu 3743 fasse an Besoldungen mr Die Staatsbeamten, Volksschullehrer. Pe sionäre und HinterdUedenen derselben, wohnen zur Zeit im Voltsstaate Hesten 4193 Staatsbeamte, 1165 Deamtenanwärter, 3314 Volksschullehrer, 1050 Schulamtsanwärter. 1104 Ruhegehaltsempfänger. 1928 Witwen und Vollwaisen. •• Aus Anlaß Der Wasfenfunde in Frankfurt a. M. wurden auf Antrag Der Frankfurter Polizeibehörde auch zwei Gießener Studenten in Untersuchungshaft genommen, da sie in Verdacht standen, in die Angelegenheit verwickelt zu sein. Wie wir erfahren, konnte sich das Gericht von ihrer Schuld nicht überzeugen und hat die beiden Studenten wieder entlassen. '* Der Mieterverein hatte für Mittwochabend im ,,Postkeller" eine Versammlung anberaumt, au Der alle diejenigen eingeladen waren, die gewillt sind, sich aus eigener Kraft ein Eigentum zu schaffen. Die Derfammlung war überaus stark besucht, ein Zeichen dafür, welches Interesse dem Bau von Eigenheimen entgegengebracht wird. Die allgemeine Aussprache knüpfte an einen Artikel des Stadtv. Winn in der Dienstagnummer unseres Blattes an, zu dem ergänzende Ausführungen gemacht wurden. Die Aussprache war sehr rege. Allgemein wurde der Wunsch laut, daß gebaut werden möge. Während von einer Seite die Frage Der DoDenreform empfehlend angeschnitten wurde, betonte man hauptsächlich, daß auch Arbeitern, die über keine Barmittel verfügen, Der Bau von Eigenheimen ermöglicht werden sollte. Hierbei wurde besonders her- vorgehoben, daß Die Arbeiter einen großen Tell Der Bauarbeiten selbst mit kameradschaftlicher Hllse ausführen könnten. Als wichtigste Frage wurde von allen Rednern die Beschaffung von Baugelände erachtet und die Hilfe, die die Stadt Gießen bei Der Einrichtung Der städtischen Anlagen: Gas, Wasser, Kanäle, Straßen usw. gewähren könne. Eine erhebliche Anzahl Der An- wesenDen erklärte sich sofort bereit, einer zu gründenden Gesellschaft beizutreten. Man wählte eine Kommission, die die Vorarbeiten machen und sich mit der Stadt wegen der Beschaffung von Baugelände in Verbindung setzen soll. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadthaus 5 Uhr, Stadtverordnetenversammlung. — Schöne Aussicht, 8 Uhr, Konzert. — Lichtspielhaus, „Ich bin Du": „Großstadtmädels" (letzter Tell). ** Aus dem Stadttheaterbureau. Zur Aufführung Koller" am Sonntag lassen wir die Kritik der Düsseldorfer Zeitung folgen: Der Schwank schlug gestern ein wie eine Bombe: das ausverkaufte Haus lachte, quietschte, wälzte sich, jauchAte, brüllte vor Vergnügen. .... Ein schier unerschöpflicher llebersluß an witzigen Pointen, die so hageldicht niederpraffeln, daß Dem Zuschauer schier Hören und Sehen vergeht. Kreis Friedberg. BaD ° Rau heim, 29. Juli. Bis zum 28. Juli betrug Der Gesamtbesuch Des Bades 30 393 Personen. fd. R i e d e r w e i s e l, 28. Juli. Bei der Heimfahrt stürzte ein hiesiger Bäckermeister mit seinen beiden Töchtern von einem Fuhrwerk ab. Der Vater kam zu Tode, Die Töchter erlitten nur leichte Verletzungen. Kreis Lauterbach. Lauterbach, 23. Juli. Unter Bezugnahme auf Die am 29. Juni in Rr. 149 erschienene Rotiz aus Lauterbach teilt uns Die Elektrische UcberlanD -Einlage Der Provinz Oberhessen folgendes mit: Die Ermittlungen haben ergeben, daß der Artikel aus Dem „Dü- Dinger Allgemeinen Anzeiger" Rr. 76 vom 28. Juni D. Js. stammt. In Dem Artikel war angegeben, Daß eine Firma em Ortsnetz einer ©emeinDc im Kreise Lauterbach zuerst mit 350 000 Mart veranschlagt habe, im öffentlichen Wettbewerb aber Dann auf 160 000 Mark zuruckgegan- gen sei, wobei Die kluge ©emeinDc 193 030 Man gespart habe. Die Notiz des „BüDinger Allgem Anz." war vollständig frei erfunDen, Da ein solcher Wettbewerb überhaupt nicht stattgesunDen hat und Die angegebenen Zahlen Demgemäß auch auf Unwahrheit beruhen. Die Ermittlungen haben weiter ergeben, Daß Der Artikel von Herrn Installateur Enrico Marelli, Lindheim, an Den „Bü- Dingcr Allgem. Anz." toci ergegeben wurde. Herr Installateur ®. Marelli, Lindheim, schrieb uns aus unsere Vorhaltungen unter Dem 21. Juli d. Js. wörtlich: „In Erwiderung Obrer Zuschrift vom 15. d. Mts. habe ich den Artikel im Auftrage Des Verbandes veröffentl cht. Das Material wurce mir von Lauterbach zugesandt. Es lag nicht in meiner Absicht, die UeberlanD-Anlage zu schädigen. sondern es galt lediglich Den großen Firmen, welche in unverschämter Weise hier gegen uns vorgegangen sinD." Aus Dieser Erklärung ist ohne weiteres ersichtlich, Daß Der 'BtrbanD Der Eleltro-Jnstallateure für Die UeberlanD-Anlage Der Provinz Oberhessen Die großen Firmen zu schädigen beabsichtigte. Wir haben es zunächst auch diesen überladen, in Der ihnen geeignet erscheinenden Wcise Vorzug:hen, weisen aber i tzl schon Darauf hin. Daß Die Provinz im Wiederholungsfälle gegen Einsender Derartiger unwahrer Behauptungen klagenD vorgehen wird. Friedberg, Ende Juli 1921. Die Direktion Der Elektrischen UeberlanD-Anlage Der Provinz Oberhessen. Hessen-Nassau. Frankfurter Herbstmesse. Frankfurt a. M., 28. Juli. (Wolff.) Die Aussteller-AnmeldungenzurFrank- f u r t e r Herbstmesse, tont 25. Sep'e.nber bis 1. Oktober 1921, gingen, wie wir hören, beim Meßamt Frankfurt a. M. und bei seinen Vertretungen im In- und Ausland wiederum in so großer Zahl ein, daß auch diesmal nur ein Tell der Interessenten berücksichtigt werden kann. Neben Dem .Haus Werkbund", das beste deutsche Werkkunst in einer sorgsam gesiebten Qualitätsschau und die neu erstandene Frankfurter Buchmesse aufnehmen wird, nähern sich mehrere kleinere und größere Erweiterungsbauten Der Fertigstellung, die gleichfalls während der Herbstmesse erstmals bezogen werden können. Auch eine Modeschau wird mit der fünften Frankfurter Internationalen Messe wieder verbunden sein. • Frankfurt a. M, 28. Juli. (Wolfs.) Die Frankfurter Buchbinder sind In Den Streik getreten, well "die Arbeitgeber sich in keine Ver Handlungen mit ihnen eingelassen haben. Dic Buchbinder verlangen einen wöchentlichen Zuschlag von 30 Mk. bzw. 20 Mk. für weibliche Arbeiter. Gerichtssaal. Ein politischer Prozeß. Mannheim, 28. Juli. (Wolff.) Heute nachmittag kam vor dem hiesigen Schöffengericht dic Klage des Reichstagsabgeordneten Geck gegen den Schriftsteller Lederer zum Austrag, der Weihnachten 1920 im „Revolutionär" einen Brief Gecks veröffentlicht hatte. Der auch etwa in 70 Zeitungen na^-ged ruckt wurde, und in welchem ©eck das Verhalten Der Wehr- heitssozialdemokraten vor und während des Krieges verurteilte und sein Bedauern Darüber zum Ausdruck brachte. Trotzdem ©eck, sobald er von diesem Dries erfahren hatte, die Urheberschaft ableugnete, blieb Lederer in einer Zuschrift an den „Vorwärts" dabei, daß er das Original in Händen habe. Ei ie Klage wegen Urkunl e isälchung wurde von der Staatsanwaltschaft abgcleßnL In der heutigen Verhandlung wurde versucht, die Gutgläubigkeit Lederers Dem gefälschten Bries gegenüber nachzuweifen. Das Urteil lautet auf drei Wochen Gefängnis und Veröffentlichung des Urteils im „Revolutionär". Landwirtschaft. Die Folgen der Trockenheit. Die „Bossische Zeitung" meldet: Am Freitag findet in Berlin eine Beratung der Vertreter der Länder darüber statt, was gegen die Folgen der katastrophalen Trockenheit getan werden könne? ♦ )( Marburg, 28. Juli. Dom Lande Eout- men jetzt wieder Klagen über das nächtliche Ausdrefchen der Getreidegarben aus den Feldern: es ist auch vorgekommen. daß etwa 20 Garben über Rächt vom Acker verschwanden.' Die Bauern bemühen sich deshalb, daS Getreide so schnell wie angängig, heimzufahren. In einigen Gemarkungen ist man dazu übergegangen, Nacht- wachen auszustellen. Nus dem -lmtsverkündigungsblatt. Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 108 vom 28. Juli enthält: Verordnung über die Preise für da« Umlagegetreide auS der Ernte 1921. Bekanntmachung des Reichsministers für Wiederaufbau. — Pflegegeldsätze in Der Anstalt „Alicestist" bei Darmstadt. - Instandhaltung und Reinigung der Schulgebäude. — Viehseuchen Ausführungsbestimmungen au r Verordnung über Die Preise für das Umtagegetreibe aus Der Ernte 1921. Auf ®runD des H 3 der Verordnung über die Prelle für das Umlagegetreide aus der Ernte 1921 vom 4. Juli 1921 (Reichs-Gesetzblatt S. 804) wird bestimmt: Der Preis für zusammengewachsenes Gemenge richtet sich nach der Art des Getreide« und seiner Zusammensetzung. Als Getreide von mindestens mltüerer Art und Güte gilt ©etreibc nur, wenn Die Feuchtigkeit bei Lieferungen Dvr Dem 1. Oktober 1921 19 vorn Hundert und bei Lieferungen vom 1. Oktober 1921 ab = 17 vom Hundert nicht übersteigt, und wenn eS gut und gesund ist, auch hinsichtlich seiner sonstigen Eigen- schäften Der Durchschnittsbeschaffenheit Der betreffenden Getreideart in Der Abladegegend entspricht. Für die Bewertung des Getreides ist seine Beschaffenhell bei Der Ankunft an dem von Dem Erwerber bezeichneten Bestimmungsorte Gulden zur Verfügung Die Stadt hatte 500 Gulden bewilligt, Bürgerschaft und 3unft Folge davon ist die Vernichtung des herrlichsten und seltensten deutschen Sumpf- und WafservogelbestandeS. den wir noch haben. Die mecklenburgische Forst - Verwaltung hat uns mit gröhtem Aaturverständni» dieses Aaturschuygebiet bis jetzt erhalten. Alle Charaktertiere, die sonst in Deutschland schon aus- gerottet sind, oder die^daS Schicksal bald ereilen wird, sind dort noch vertreten: Seeadler. Schrei- und Fischadler, Kranich, Schwarzstorch. Grotz- trappe, Zwergrohrdommel, arohe Rohrdommel, alle Sumpffchnepfenvögel. auch die seltensten, nicht weniger als sieben verschiedene Arten dort brütender Wildenten. Trauerseeschwalben und vieles andere. Kein Wunder, dah die Lewitz von allen Ornithologen, Aatur- und Heimatfreunden als Heiligtum verehrt wird. Unb jetzt wird diesen Tieren als Tcichfcinden unterschiedslos der Krieg erklärt. Das Brüten wird ihnen einfach unmöglich gemacht. Mit Gift und Visen hat man die Adler und den Schwarzstorch soweit auSge- rottet und bei anderen Arten wird dieses Ziel in kurzer Zeit auch glücklich erreicht sein. Deshalb muh e s gelingen, dah die Verhinderung, die Jagd- und Fischereirechte an Private abzu- treten, erwirkt wird. In unseren Tagen ist la Aaturschuh niemand fremd- was für die Volks- ernährung in Frage fcmmt, wird den Volkswirtschaftlern hugestanoen. Es wird ja garnicht vom Fischereipachter verlangt, Graureiher oderTaucher zu schonen. Der Aaturschutz aber verlangt Vernunft: Leben und leben lassen« er Mecklenburgische Landtag wird es später zu verantworten haben. * Die Romantik des Eishandels. Es gibt wohl wenige Handelszweige, die so viel Risiko mit sich bringen, alS der Handel mit Cis, denn Gewinn und Verlust richten sich hier nach dem Thermometer, und das plötzliche Aufhören einer Hitzewelle kann dem Eisgrohhändler riesige Summen kosten. Bei der heißen Witterung, die gegenwärtig in England (mb Frankreich herrscht und auch bei uns eingesetzt hat, schnellt der Gisverb rauch gewaltig in die Höhe. London kühlt sich täglich mit 4000 Tonnen und Paris mit 1200 Tonnen Cis und Aeuyork hat noch einen viel gröberen Eiskonsum. Die außerordentlichen Ansprüche in groben Hitzeperioden kann das aufgespeicherte Aatureis und die Fabrikation des künstlichen EiseS nicht befriedigen. Man ist daher auf Einfuhr von Eis angewiesen, und diese erfolat aus Aorwegen. Wenn eine Hitzewelle einsehk, so teilt ein englischer Eisimporteur mit. „bann gehen augenblicklich Schiffe von Aorwegen ab, die Tausenbe von Tonnen gefrorener Blöcke heranbringen Aber wer steht dafür ein, dah nicht, wenn di« Ladung an Land gebracht wird, die Hitze vorbei ist unb das Vis iMerslüs'ig wird? Aun kann man allerdings solche- Vis lagern, unb es gibt Firmen, die 10 000 Tonnen Gis aufgespeichert haben, aber ehr warme Zeiten vermindern diese Menge von selbst Das Schmelzen von Vi- läßt sich auch bei vorzüglich eingerichteten Lagerhäusern nicht ganz vermeiden. Das EiS wird von Stoffen umgeben, wie Kork oder Wvllabsällen. die Hitze nicht leiten und so kann man in dem kalten Klima Aorwegen» Eisblöcke jahrelang aufbewahren, ohne dab sie viel an Gewicht verlieren Das Aut reiS wird in diesem Lande in starken hölzernen Schiffen befördert; In einem Stahl- ober Sisenfchiff würbe die Ladung sehr schnell zu Wasser werden. DaS norwegisch« Gis kommt von den hohen Bergseen. In jedem Frühling werden diese friftalUlarcn Eisfelder durch den Pflug von tiefen Furchen durchschnitten, so daß eine Art riesige- Schachbrett entsteht Dann kommen Arbeiter mit langzähniaen HandsSgen. heben die Blöcke heraus, legen sie in eine feste hölzerne Umra&mung und lassen sie zu Tal gleiten, von wo die Gismassen dann in die Schiffe gc bracht werden. Tausende von Tonnen finden icbcn Sommer ihren Weg nach England, Frankreich und Deutschland: eine geringere Zufuhr erfolgt auch von den Schweizer Gletschern. Das norwegische Seeis ist da- reinste und beste nach dem künstlichen Eis. Der Gefrierprozeb bei der künstlichen Visierst eilung nimmt etwa eine Woche in Anspruch, unb da die Hitzen sehr plötzlich einsetzen, so kann man nicht rasch genug genügende Mengen Künstel» zur Hand haben, so dah man auch aus diesem Grunde auf die Einfuhr des DatureiseS angewiesen ist." Hänsom und August der Starke die bevorzugten Zigaretten Ä292A Der Kern zur Gesundheit und Kraft must schon im zartesten KindeSnller im Menschen gepflanzt werden, deshalb verwende man bet uu zureichender Mutterbrust Nestle'S Klndermebl; bei Erfolg wird sich in kürzester Zeit zeigen unb von nachhaltigster Wirkung sein Erhältlich in allen Apotheken, Drogerien unb feineren Kolonialwaren Handlungen. SW MU SS Heute abend von 8 Uhr ab: Grotzes Konzert ausgeführt vom Wiesecker Orchester Leitung: Herr H. Topp, Musikmeister a. D. Eintritt 2 Mark. Karten im Vorverkauf zu 1.75 Mk im Zigarrengeschäft Brück & Ianz, Seltersweg. Ol04,e Konzert findet regelmäßig jede Woche statt Die weltberühmten) | Passlonsspieiej | Freiburg LBr7| [7808 D] Die Fewteplelleltong. 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[8320c Wolfgang Die glückliche Geburt eines Jungens r beehren sich anzuzeigen Professor von IaschKe und Frau. ; Gießen, den 28. Juli 1921. | Für die uns anläßlich unserer Der- j mählung erwiesenen Aufmerksamkeiten | danken wir herzlichst. I Konrad Nust und Frau Th ekla > geb. Dechert. Nen-Petershain (Niederlansttz), 28. Juli 1921. Bürgergesellschaft samstag den 30. Juli, 8 Ubr abends, aus der Ltebig-böbe: Sommernachts Ball 8908v ____________________Der Vorstand. Original* und für Hand- u. Sraft- oelrieb emvnehU in neuei't. Konstruktion zu btlligslen Preisen ö)yJUJlt|Ct|lClU,inafd)lnenfaö[it Lich lOberhessen). Sager aller landw. Maschinen u. Gerate. Reparaturen. ,«*c Griatzteillager. fit. z-r im Alter von 87 Jahren sanft entschlafen. Gießen, den 29. Juli 1921. 8325D Alsbach, den 28. Juli 1921. Die Einäscherung findet in der Stille statt 8314D Gießen (Ebelstraße 5), den 28. Juli 1921. •30tc des neuen Friedhofs aus statt. 8301D per sofort gesucht. 8225 ieb. 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Um 7y2 Uhr abends wird der Prozeß Freitag vertagt. heim kennen und es fand, ehe er in das Feld ab- rückte. eine Kriegstrauung statt. Als ein Kind zur Welt kam, war die junge Frau auch einige Wochen bei den Eltern ihres Mannes in Alsfeld, war ober bei der Erkrankung ihres Kindes mit der Vchandlung durch die Eltern nicht zufrieden und fuhr mit dem Kinde nach Hause zu ihrer Mutter nach Bensheim, wo sie jetzt in einer Fabrik ihren Unterhalt soweit verdient, während daS Kind tagsüber in Pslege und Obhut ihrer Mutter ist, die dafür jährlich 180 M. erhält. Diese werden von der Gemeinde DenSheim ausbezahlt und vom Ortsarmenverband Alsfeld ersetzt. Der Ehemann Winkelstern hat sich um seine Familie nicht mehr bekümmert und wurde auf Grund der von der Frau betriebenen Scheidung zur monatlichen Alimentation von 40 Mk. verurteilt. Er arbeitet in Därmen und kommt seinen Verpflichtungen schlecht nach. A l S- fe l d das im Prinzip das Recht des Untcr- stühungswohnsitzes der Frau anerkennt, verlangt aber nun, das) die Ehefrau nach Alsfeld zieht und will ihr dort Wohnung und Beschäftigung geben, um eine bessere Kontrolle über die Unter- 1 .ühungsberechtigung ausüben zu können. Auch I er Bären jetzt die Eltern des K. W.. daß sie bereit seien, für das Kind zu sorgen. Dürgermeister Völzing von Alsfeld erklärte als Vertreter des dortigen OrtSarmenverbandes der Einwand, daß diese Wohnsihänderung für Die Frau und das Kind eine erhebliche Härte bedeute, sei unberechtigt und komme außerdem nach den Entscheidungen des Dundesamtes nicht in Frage, d. h. verdiene keine Rücksicht. Der Provinzialausschuh entschied auf Grund des § 56 des Unterstühungs- im engeren Rahmen. An den sehr lebhaft geführten Besprechungen nahm auch der als Gast anwesende Vorsitzende deS KreiSverban- des Wetzlar regen Anteil. [ ] Kirchhain, 27. Juli. DaS Gesuch der Stadt um Errichtung eines Finanzamts ist ablehnend beschieden worden. — Dieser Tage entstand eine Störung im elektrischen Betrieb dadurch, dah bei Roßdorf ein Storch zwischen die LeitungS- drähte geriet und dort sein Leben auS- hauchte. rn. Dillenburg, 28. Juli. Unsere Stadtverordneten haben die Hunde st euer auf 150 Mk. erhöht. rn. Schönbach, 28. Juli. Diebe sind in das hiesige Stationsgebäude eingedrun« gen; ihre Deute war aber äußerst gering. Ihr gleichzeitig versuchter Einbruch in die hiesige Postagentur konnte nicht ausgeführt werden. )( Marburg, 27. (Zuli. Die Ferienstraf- kammer verurteilte 2 wegen Steuerhinterziehung angeklagte Geschäftsleute auS der Frielendorfer Gegend zu Geldstrafen in Höhe von 11 000 bis 12 000 Mark. Hefsen-NasfttU. ra. Rodheim a. d. Bieber, 28. Juli, dem Handwerker- und Gewerbeverband trupps, M.'G -Schützen, R dsahrer, Waffen» meister und Sanitälsmannscha ten cing?t 11. Ret» mann war als Adjutant vorgeschlagen. Der Dau- arbeitet Gustav Faustmann, der kurze Zett der K. O. angehörte, sollte Leiter der Pioniere werden, was er ablehnte. Der Zeuge Oster» m a n n »Reukölln hat am 8. Rovember zu Protokoll. unterschrieben: „Die Kompagme Rcukölli» untersteht der Rcichsleitung, die in den Händen Kunzes liegt." Er hat bann Kunze genau so beschrieben, wie der Angeklagte Kunze aussieht. Heute vor Gericht will er von gar nichts wissen. Oslermann wird nicht vereidigt, da er im Verdacht der Begünstigung steht. Der Dnreaugehilse Happach- Reuköln hebt hervor, dah die K. O. etwa 6 Wochen nach dem Kapp-Putsch wieder ausgelöst wurde. Havpach war mit Kunz eng befreundet und hat von diesem unter Deckadresle einen Dries er ballen, der aber in falsche Hände geraten ist. 3n dem Brief, in dem auch von der K. O. die Rede ist, beschwert sich Kunz bitter über den Unbanrber Partei. Wenn Gerichtssaal. Frankfurter Sondergericht. Frankfurt a. M, 27. (Zuli. Der dritte Verhandlungstag begann mit dem Aufruf von 50 Zeugen — insgesamt sind 73 Zeugen geladen. Hieraus wird in der Vernehmung der Angeklagten fortges:hren. Sch ihmacher Mark- l 0 f f gehört erst feit dem Dezember 1920 der K. A. P. D. an. 3n dem schwarzen Heftchen figuriert er als Gruppenführer; von einem Bestehen der 3. K. O. in Frankfurt will er nichts wissen. Auch der Mechaniker S u ch a n k e bestreitet jede zur Zeit unauffindbaren Schwager, dem Mitangeklagten Gillas, in Frankfurt gab. 9af) sie von diesem für kommunistische Zwecke Verwendung finden sollten, will er nicht gemuht Haven. Rach der Anklage soll daS bei Lehmann vzw. Frl. Sim- bol Vorgefundene Dtznamil aas Partenstein stammen und somit inbirdl von Weber verrühren Dir Beweisaufnahme b g nnl mit bi Vernehmung des Lachvcr madigen SanitatsrakS G e l v i n k, der über den Geisteszustand Lehmannein Gutachten abgibt. Darnach gilt Lehmann alS Psychopath und alS minderzur ch >> r.g fähig Staatsanwal.scha.tSral Ramin jrajt den Sachverständigen, ob — wie im Reichstag behauptet wurde - die Sehkraft Lehmanns durch die Untersuchungshaft gelitten hat. Der Sachverständige verneint diese Frage. Lehmann erUdrt ausdrücklich. dach er sich nicht für unzurechnungsfähig halte. Den Angeklagten För.sch hält der Sach» verständige für geistig minderwertig. Gerichtschemiker Prof. Dr. () e s e r i ch - Berlin hat verschiedene Uiiunben, die sich in der Kiste befanden, untersucht. Ein Abänderungs- antrag zur Tagesordnung deS Parteitages stammt von Kunz, was dieser auch zugibt. Das Zeugenverhör be atzte sich zunächst mit dein Aufsinden der Kiste am 17. September 1920 und der sich an die Beschlagnahme anschllc- henden polizeil.che.i Maßnahmen. K imi alwacht- meister Klonitzki fand i 1 ihr Sch >ftg,.cke und aus'dem Boden ein bZonders eingcwickeltes Päckchen, das das gesamte Belastungsmaterial enthielt, das auf die K. O. Bezug batte und Gegenstand des gegenmäitigen Proz s es bi'.dc t. Klonitzki bestreitet entschieden, das) dieses Pärchen — wie es von Armbrecht behauptet wird — von dritter Seite nachträglich in die Ki te hineinprakti-ieri worden ist. Das Verhallen Armbrechls in der Beschlagnahme der Kiste ist ziemlich ansf Jltg. Vor allem wollte er aus der Kiste etwas heraus» nehmen, das er angeblich für Abhaltung einet Versammlung brauchte. Eine zweite Zeugengruppe umfasste die Tätig» leit der K. O. in Berlin. Wie der Maier Reimann- Lichterfelde a >ssagte, machte er als Mitglied des Sportvereins der K O. einen Spaziergang nach dem Tempelhofer Selb mit. Rach Angabe Reimanns war bie K. O. damals in Stotz» Kreises Biedenkopf angeschlossenen Innungen hatten ihre Mitglieder des Rodhelmer Bezirks (9 Ortschaften) am Sonntag zu einer Versammlung eingeladen, die überaus gut besucht war. Vorsitzender Hosch-Bie- denkopf nahm nach kurzer Begrüßung das Wort zu längeren Ausführungen über Zweck und Ziele und vor allen gingen die Tätigkeit des Kreisverbandes und der Geschäftsstelle Aus Stadt und Land. G letzen, den 29. Zuli 1921. •• Oberschlesierspenden. Der Konsum- und Kreditverein W i n d h a u - s e n sandte gestern für unsere armen und hart bedrängten Mitmenschen in Oberschlesien 136 Kilogramm Mehl, 64 Kilogramm Erbsen und Graupen, und 8 Kilogramm geräucherten Speck. Diese hochherzige Tat verdient gebührende Nachahmung. Ferner laufen die Sammlungen aus den Gemeinden an Geld täglich ein. Es wäre jetzt auch an der Zeit, wenn mit der Ablieferung von getragenen Kleidern, Wäsche und S ch u h w e r k an die Bezirksgruppe begonnen würde. Es ist ganz selbstverständlich, daß in vielen Häusern noch ganze Mengen derartiger Sachen sich befinden, welche hier von niemandem getragen werden und für die arme Bevölkerung in Oberschlesien einen großen Wert darstellen. Im Ramen dieser armen Mitmenschen bittet die Bezirksgruppe helmattreuer Oberschlesier Gießen sehr, alles Entbehrliche umgehend an die Bezirksgruppe heimattreuer Oberschlesier, Liebigstr. 51, zur Weitersendung zu übergeben. Landkreis Gießen. § Li ch, 27. (Zuli. Unserer Stadtverwaltung gebührt Dank dafür, hab sie keine Mittel gescheut hat und unter erheblichem Kostenaufwand die völlig zerfallene und verunreinigte Badeanstalt an der Wetter wieder hergerichtet und in einen Zustand gebracht hat, der das Baden dah die Anstalt stets in Ordnung und sauber ist Hunderte von Kindern und Erwachsenen benutzten bisher täglich die vorhandene Badegelegenheit. Auch dem weiblichen Geschlecht ist letzt die Gelegenheit geboten, Im Fluh zu baden. Herr Langsdorf unterrichtete in diesem Sommer schon zahlreiche junge Leute Im Schwimmen. Auch die Schulklassen besuchten wiederholt unter Aufsicht ihrer Lehrer die Badeanstalt. — Von jungen Leuten wird vielfach auch an anderen Stellen der Wetter gebadet, die von früher her noch alö gefährlich bekannt sind, so z. B. an den „Sieben Eichen" in der Rähe von Kolnhausen. Wer des Schwimmens nicht ganz sicher ist, sollte diesen Stellen fern bleiben, zumal die städtische Badeanstalt doch jedermann zugänglich ist. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 27. (Zuli. Eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung traf heute der Provinzialausschuß der Provinz Starkenburg. Der Landwirt Karl Winkelstem aus Alsfeld lernte, als er hier zum Militär einrückte, im Iahre 1914 ein Mädchen aus Bens- wohnsitzgesetzeS, daß Alsfeld bis auf weiteres jährlich 180 Mk. für den Unterhalt des Kindes zu zahlen hat, zudem es ja in der Lage sei, sich auf Gründ der AlimentationSklage und an Großeltern des Kindes schadlos zu halten. gur (Siebener Ferienordnung. Gießen, 29. 3uli 1921. Die Ausführungen Herrn Rektor Fischers zur Gießener Ferienordnung haben. wie uns von verschiedenen Seiten mit- geteilt wurde, großen Anklang gefunden. Wie zu erwarten war, gibt es aber auch weite Kreise, deren Interessen einer Verlegung der Ferien entgegenstehen. Wir lassen nachstehend einen Vater von fünf Kindern zu Worte kommen, der mit guten Gründen für die Beibehaltung der bisherigen Ferienord- nung eintritt. Die Frage kann kurzer Hand nicht geklärt werden, es wird einer eingehenden Aussprache der Lehrer und Eltern bedürfen, um die verschiedenartigen Interessen in Einklang zu bringen. In Ar. 173 des Gießener Anzeigers 2. Blatt oeröffentlichl Herr Rektor Fischer eine Reihe von Ausführungen, die in letzter Linie auf nichts weiter hinauslaufen, alS die Gießener Schulferien tn den (Zull zu verlegen. Cs mögen alle die Gründe, die der Herr Rektor dort anführt, sachlich sehr wohl berechtigt sein, es möge ganz besonders auch in Leserkreisen der Wunsch beheben, Öen Hochsommermonat zur ErholungSfahrt zu benutzen, anstatt den Vorherbstmonat; doch sprechen gegen diesen Vorschlag auch sehr gewichtige Gründe, deren einer nur hier erwähnt werden soll. Gießen ist Universitätsstadt und mit Recht stolz auf diesen hohen Rang^ der es weit über das Riveau anderer Städte ähnlicher Größe hinaushebt. Allein, wo Rechte sind, da sind auch Pflichten, wo Vorzüge sind, da sind auch Lasten, und eine der Lasten, die Gießen alS Universitätsstadt zu tragen hat, ist die, daß die Mittelschulen zum mindesten in ihren Ferien Rücksicht nehmen auf die Hochschule. Rach einer alten Aufstellung vom Iahre 1902 waren an der Universität Gießen 106 Beamte und Dozenten, davon waren zirka 89 Prozent verheiratet, und es entfielen auf jede Che zirka 3 Kinder, so daß also in runden Zahlen 90 Beamte und Dozenten mit rund 300 Kindern vorhanden waren. Diese Zahlen sind nach dem Kriege bedeutend höher geworden, mögen aber einstweilen hier gelten. Rehmen wir an, daß von diesen 300 Ktndem 60 Prozent schulpflichtig find, so dürften auf die Universität rund 200 Kinder entfallen. Würden nun die Ferien nach den Wünschen des Herrn Rektors Fischer verlegt, so bedeute dieS. daß rund 200 Kindern von Uni- versitätsangehörigen jede Erholungsmögllchkeit während Der Sommers erien genommen wird. Denn bekanntlich beginnen die Universitätsferien im Augusts Fangen also die Schullerien im Iuli an, so ist es für die Unlversitätsangehörigen gang unmöglich, mit ihren Familien in den Ferien einen Land- oder Dadeaufenthalt, der heute, wie Herr Rektor Fischer ganz richtig betont, ter erholungsbedürftigen Iugend besonders vonnöten ist, aufzusuchen. Eine Unterbringung von Kindern in Ferienheimen und Sanatorien ohne elterliche Aufsicht ist bei kleineren Kindern ganz ausgeschlossen, bei vielen Familien aus finanziellen Gründen ganz unmöglich. — So hieße also eine Verlegung der Sommerferien für eine große Zahl Siebener Familien vollst 2 n d i g e Vernichtung jeder Sommererholung für die Kinder. Herr Rektor Fischer fordert zum Schlüsse die Clternverbände auf. sich für seinen Vorschlag einzusehen. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß es nur dieses Hinweises bedarf, um auch alle die Interessenten auf byt Plan zu rufen, die aus Sorge um die Erhaltung ihrer Kinder für die Beibehaltung der seitherigen Ferienordnung eintreten müssen. Schließlich möge noch darauf hingewiesen werden, daß das Hessische Landesamt für Bildungs- Wesen bisher in diesen Fragen eine durchaus geschickte Hand bewiesen hat und sie in durchaus befriedigender Weise gelöst hat. Hoffen wir, dah dies auch in Zukunft geschehen möge. (Sin Vater von fünf Kindern. Aus dem besetzten Gebiet. •Kette Unterdrückungen im besetzten Gebiet. fpd. Ludwigshafen, 28. Juli. Die BesatzungSbehörde geht in letzter Zeit sehr charf gegen die Vereine in der Pfalz vor. Besonders die Turnvereine haben unter i)iefer Bewachung stark zu leiden, weil die Franzosen in jeder Art von Leibesübungen eine militärische Vorbereitung erblicken und deshalb unter dem lächerlichen, wie gänzlich unbegründeten Vorwand, die Turnvereine seien verkappte Orgcsch-Organisationen, ihnen alle möglichen Schwierigkeiten zu bereiten suchen, um ihnen die Ausübung des Turnens zu erschweren. So sollten kürzlich von dem hiesigen Turnverein die Hanteln und Stemmgewichte beschlagnahmt werden unter der Begründung, dah diese Geräte für die Besatz- ungStruppen gebraucht werden. Das Gauturnfest des Speherschen Gaues, das in Jockgrim bei Landau abnebnlten werden sollte, wurde von der Interalliierten Rheinlandkommission I verboten. Teilnahme an einer IDegialcn Kamps elorgani- fatton. Er ist aus der 5t A P. D. wieder ausgetreten Der Handlungsgehilfe Faber weiß nicht, wie er überhaupt in bte Sache verwickelt ist Troybem figuriert er als Kurier in dem Rotiz- buch Walter H e l m b 0 l b t ist ebenfalls alS Kurier bezeichnet. Bergmann Weber entwendete feit Mitte vorigen Zahres nach unb nach 38 Dynamitpatrouen, von denen er über 33 feinem Die Rotherftems. Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin W 30. 19. Fortsetzung. (Rachbruck verboten.) Zu ihrem Erstaunen sagte ber Fürst nach einer kleinen Pause ganz ruhig: ,Run, bas ist ja ein ganz vernünftiges Lebensprograrnrn, bas bu bir ba zurecht gelegt hast! Ich fürchte nur, bu wirst aus Grafenegg tnentg Gelegenheit haben, es auszuführen . . . unb noch weniger Verstanbnis bafür finden bei unseren Damen, die ihren Pslichtenkreis nicht In ber Stille suchen, fonbern in einem Leben nach außen hin. Es würbe dir also nur Die Wahl bleiben, rnitzutun ober — dich gelegentlich mit mir altem Gichtbrüchigen zu beschäftigen, was ein schlechter Wirkungskreis für betnen Tätigkeiks- frieb wäre." .Unb bart ich bies nicht bennoch?" fragte Do weich, „barf ich nicht versuchen, bir ein wenig bte Zeit zu vertreiben, bamit bu beine Schmerzen weniger fühlst?" »Pah, dabei würde bir bie Zeit balb lang werben! (Za, wenn ich noch wie früher mit bem Diererzug hcrumkutschieren, ober als (Jäger die Wälder durchstreifen könnte, bann würde ich dich wohl Freuden gelehrt haben, von denen die andern heute gar keine Ahnung haben, bie dich aber gewiß entzückt hätten. Auch einen Pflichtenkreis hätte ich bir schaffen können aus Grasenegg, der dich beglückt hätte, wie er meine erste Frau beglückte. Denn bu hast was an dir, was mich an sie erinnert . . . so was Frisch-Fröhliches, das fürs Landleben taugt. Ich hab dir's gleich beim ^4 en Blick angemerkt. Aber bas ist nun alles müber hier . . . seit ich nur mehr ein gicht- brüchiger Greis bin, ber von schlimmen Launen gequält ist ... unb, die andern ben Karren überhaupt verfahren haben . . ." Er starrte trübe vor sich hin. Dann schloß er seufzend. Do hatte aus allem nur herausgehört, datz bet Fürst sich unzufrieden und vereinsamt fühlte Einem Impuls folgend, schmiegte sie sich plötzlich innig an ihn unb sagte »Ich will aber nicht! Run erst bitte ich dich, laß mich bei bir bleiben, so oft unb so lang als meine Gegenwart bir nicht lästig ist. Ich toili bich pflegen unb suchen, bir bie Zeit zu vertreiben, als wärst bu mein lieber Papa, den ich nie gekannt habe. Unb wenn bu mich bafür ein ganz klein wenig lieb gewinnst, bann will ich bir so schrecklich bankbar lein, Ontei’Ubalb.“ Der Fürst sagte nichts. Rur seine Hellen Augen ruhten unverwanbt auf Do, unb seine Hand streichelte leise bie ihre. Hertha machte große Augen, als sie Do, nachbem sie sie im ganzen Haus vergeblich gesucht hatte, endlich bei ihrem Vater fand. Der Fürst tag bequem auf einem Ruhebett, neben bem Do sah unb ihm vorlas. Die Schmerzen im Dein hatten wirklich nachgelassen, unb ein Ausbruck lang entbehrten Behagens lag aus seinen Zügen. Do erklärte, bah sie vorläufig nicht nach Fürstenhaus zurückkehren, sondern in bes Fürsten Rähe bleiben werbe, bis er sich toieber wohler fühle unb sein Zimmer verlassen tonne. .Dann schläfst bu bei mir in meinem Zimmer," tagte Hertha erfreut, .ich will gleich alles vorbereiten lassen. Rachher, wenn bu mit bem 'Beriefen, fertig bist, spielen wir Karten mit Papa. Du kannst bvch hoffentlich irgenb ein Spiel?" .Rur Tarock. Ich spielte es wöchentlich einmal mit unserem Pfarrer unb Fräulein Anber- matt." .Prächtig! Das ist gerade Papas Leibspiel. Der Rachmittag unb Abend vergingen tote im Fluge. Während vom Park zuweilen Gelachter unb Stimmengewirr herausdrang, sahen bte brei in traulicher Gemütlichkeit in des Fü-sten kl tnem Salon unb unterhielten sich königlich. Erst war eine Stunbe Tarock gespiell worben, bann hatten sie gemeinsam bas Mend«sten eingenommen, wobei Do, nun von aller Scheu befreit, sich ihrer angeborenen Fröhlichkeit überlieh unb dadurch auch bie ernste Hertha zu heiterem Geplauber hinrih. Rach Tisch muhte Hampe seinen Herrn im Lehnstuhl nach bem Salon rollen, wo Do ein paar Lieber fang, unb Hertha, die eine gute Pianistin war, Beethoven unb Mozart spielte. Die Fenster stauben babei offen, ber Mond schien herein, unb jeber Luftzug brachte bte Düfte blühender Rosen unb bes Iasmins herein. Der Fürst hatte seine Schmerzen fast vergessen. Seit vielen Iahren war ihm kein solcher Adenb beschieden gewesen. Wie burch Zauber hatte sich ein unsichtbares Banb um biele brei Menschen geschlungen, bie bisher jedes für sich gelebt hatten unb nun p ö.^iich ihre Familienzusammengchörig- leit empfanden. „Liebe kleine Zauberin!" Tagte Hertha am Abend, als sie im Dunkeln noch einmal an Dos Bett kam, um ihr einen letzten Gute-Racht-Kuh zu geben. .Ob bu denn weiht, was bu Papa unb mir heute geworden bist? Ich wollte, bu würdest nie, nie mehr von uns gehen! Aber das wird wohl leider doch balb ber Fall sein . . .“ .Glaubst du, daß Rüdiger mir erlaubt, nach Monrepos zurückzukehren?" sagte Do zögernd und wunderte sich über sich selbst, denn der Wunsch danach war bei weitem nicht mehr so brennend, wie noch am Morgen dieses Tages. .Vielleicht — wenn Papa, wie nun zu erwarten steht, deine D.tte befürwortet, Uebrigens dachte ich im Augenblick nicht gerade daran," antwortete Hertha unb wanble sich ab, um ihr eigenes Lager aufzusuchen. Eine Welle blieb es ftlli im Gemach. Man horte nur, wie Hertha sich auslleibete unb ins Bett schlüpfte. Dann sagte sie plötzllch: .Weiht bu, woran ich vorhin dachte? Dah vielleicht bald einer kommen würde, der dich lieb hak und von uns fortholen mochte . . .1 Unb dah . . . so hart es mich ankäme, dich nun wieder zu verlieren, ich doch dir unb ihm solch ein Glück wohl gönnen würde!" Don Dos Bett kam keine Antwort. .Do," "begann Hertha noch einmal, hast du gehört, was ich Tagte unb — verstanden, was ich meinte T‘ Aber es blieb mäuschenstill im Gemach. Rur der Mond wob filberne Schleier herein durchs offene Fenster und unten im Park zirpten die Grillen. '10. Kapitel. So fröhlich dieser Abend auSgellungen hatten so stürmisch unb verbrießlich fing ber nächste Morgen an. « Gräfin Carola war toütenb Tiber bie Entlastung der Mamsell, deren Gründe ihr nicht einmal recht flar waren; denn Fräulein MUIer hatte es für gut befunden, 4hr nicht nur bte beleibigenben Worte des Fürsten zu widerholen unb anzudeuten, dah sie selbst deshalb ihre sofortige Entlassung erbitte. Rakürlich fiel es ber Gräfin nicht ein, sie um weiteres Bleiben zu bitten. Aber sie sand es im hohen Grade rücksichtslos von ihrem Schwiegervater, bie Dinge so auf bte Spitze zu treiben. Auch Anneliese war wütend. Die Mamsell hatte sich natürlich um ihre Toilette nicht weiter gekümmert, und Carolas Kammerfrau muhte bi aller Eile herangezogen werben, um ben Kaffeetisch im Garten für bte erwarteten Gäste zu decken. Cs blieb Anneliese also nichts anderes übrig, als ein anderes Kleid zu wählen und sich allein anzulleiben. Die Mamsell hatte sich ihr Zeugnis geben lassen, die Schlüssel 'abgeliefert und war davon- gefahren, alles in ratloser Verwirrung zurück- laffenb. Es klappte denn auch nirgends, als bie Gäste kamen, bie unglücklicher Weise auch noch zum Abendbrot blieben. Unb heute morgen klappte erst recht nichts. Der Frühstückstisch auf der Terrasse war schlecht gedeckt, ber Tee zu stark, ber Toast zu braun, bie Oam vergessen. Auf bem Weg zum Frühstück hatte die Gräfin schon allerlei Klagen und 'Beschwerden Horen müssen. Die Köchin wußte nicht, was gekocht werden sollte. Der Meier aus dem Wirtschaftshof lieh sagen, es sei nicht seine Sache, die Frühmllch zum Verkauf abzuteilen. Er wisse nicht einmal genau wieviel und wohin geliefert werde, denn Die Mamsell habe baS allein besorgt. Auch bte Dukterwirtschaft lag ausschliehllch in ihren Händen. Aehnliches wurde aus der Gärtnerei ae- melbet, wo die Mamsell stets bestimmte, was für die Herrschaft gebraucht unb was verkauft werden dürfe. Das Silber von gestern abend tag auch noch im Speisesaal, da der Silberschrant abgeschlossen war unb bie Diener es nicht aufheben tonnten. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Der Neckar — ein HmnfcL fpd. Hirschhorn, 28. Juli. Der Neckar ist jetzt jo unglaublich seicht geworden, tat) aus ihm allerorten nie gesehene Steine und Sandbänke hervortrelen. Dir Schisfahrt ist längst sti igel gt. 2Ln zahlreichen Stellen kann man bereits zu Fay von einem Ufer aut das andere waten. Selbst die kleinsten Kähne können den Fluß nur mit Luderster Horsicht befahren. Del zahlreichen Otten stecken lange Schleppzüge fest und liegen größtenteils bereits buchstäblich auf dem Trockenen. Die Ladungen dieser Kähne werden, sofern sie ein längeres Liegen nicht vertragen können, gelöscht und mit Fuhrwerk oder der Dahn ihrem Bestimmungsort zugeführt. Die Kähne erleiden durch Den Sonnenbrand, dem sie auSgesetzt sind, erheblichen Schaden: sie dörren an ihren Holz- Wandungen aus und werden undicht. * • Lummensterben in derNordsee — eine Folge deS äl-Bootkrieges. Die unser hes Üchcr Ornithologe Werner S u n k c l- Marburg mitteilt, ist ein grobes Absterben der in der Deutschen Bucht üderwint r dm $r: Dummen und Tordalken eingetreten. Sie verunglücken nicht an Leuchttürmen, wo zur Zugzeit tausende tödlich anstürzen, oder an Starkstromleitungen, sondern ihr Gefieder wird durch feine, teerartige Massen verschmiert, die ihnen daS Tauchen und daher auch den Aahrungserwerv erschweren, sogar unmöglich machen. Der Leiter d.-r Bogel- Warte auf Helgoland, Dr. Hugo Weigold, beschreibt den schmierigen, klebri en Teerstoff eingehend. Er gibt an, daß er in Sodawasser leicht löSdar ist, und Das; er keinen starken Geruch besitzt. Seit Frühjahr 1919 schwimmt diese Masse, von wechselnden Winden getrieben, In der Nordsee und scheint durch Den Einfluß deS Salzwassers immer zäher zu werden. Heber die chemische Natur dieser Masse konnte biS jetzt noch nichts berichtet werden. GS handelt sich aber um eine auS dem Derkochungsverfahren der äl-Doote ausge- schiedeneS Produkt. Wodurch aber gerät der Bogel durch diesen .Seevogelleim" in Gefahr'« Dekannt- Nch halten sich Deevögel gerne an treibenden Stoffen auf. Sie faßen dort ein. tauchen und werden unabsichtlich beim Berühren von der Maste .geleimt". Die Lumme sucht den Stoff abzustretchen, verschmiert aber die Federn nur noch mehr mit dem Schnabel. Da das Gefieder zusammenklebt, verschwindet der deckende Mantel, der Hoger wird nah und kalt. Ferner wird ihm ein ziel- bewußteS Tauchen unmöglich gemacht, da der Klebstoff unsymmetrisch haftet. Der Högel ftirbt also an Kälte, an Entkräftung unb Hunger. Die Schmiere befindet sich schon lange in der Nordsee, eS handelt sich also um beträchtliche Mengen. Nicht nur für Lummen, auch für Nordsee- und Haubentaucher wird der .Bogelleim" gefährlich. Die Helgländer Brutseevögel hobeon weniger darunter gelitten, mehr aber die nordischen Gäste, die sich zur fraglichen Zeit In der Deutschen Bucht aufhielten. Trotzdem muh verlangt werden, bah die Sommerjagd auf den schon arg geschwächten Lummen bestand H^'golanbs unterbleibt, damit er nicht durch verständnislose .Kurgäste" noch weiter abnimmt. Kirchliche Nachrichten. I Israel. Religlonsaernetnde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). SamStag, *30. Juli. Boradd. 7.45. Morg. 8.30. Predigt, 2lbds 8.25 u. 9.05 Ubr. Israel. Religion- - Gesellschaft, öabbatfeler, 30. Juli. Freitag abt>. 720. Samstag norm. 8.00. Predigt. Nachm. 4.30. ©ab» bataii6gang 9.05. — WochengotteSdienst :morg. s.30, abdS. 7.00 Ahr. Büchcrtisch. — 160 Wanderungen inbenWester- walD, daS Siebengebirge, Rhein-, Lahn- und Siegtal. In der 3. Auflage ist in dem Berlage von Wilhelm S t o l l f u tz in Bonn dieses Wanderbuch in sauberem Druck erschienen. Die 3. A-f.age enthalt toi.be um die Beschreibung von 160 der schönsten Wa.cherungen, deren Durchsicht von den mahgebenden ©teilen erfolgt ist. ------------ Sandel. Berlin, 28 Zu i. Börsen st irnrnungs- b i l d. Entsprechend dem Rückgang des Marl» kurfeS sind oier die 5>emfenpüeije erneut stark in die Höhe gegangen. Dies gab der elementaren Hausseströmung, besonders zu Berkehrsbeginn, neuen Auftrieb, so bah in der Mehrzahl der zu schwankenden Kursen gehandelten Papieren bet groben Umsätzen weitere Kurssteigerungen von durchschnittlich 10—15 Prozent, für Laurahülte und Phönix solche von 20—25 Prozent ein traten. Auch in den unnotierten Werten hielt ein geräuschvolles Treiben bei weiteren Grhöhu gen für die bekannten begünstigten Papiere an. Glektrv- attien wurden stärker von der Aufwärtsbewegung mit nach oben getragen. Bon Balutawerten verhalf die Devifenfestigkeit besonders Mexikanern und Kanadas zu teilweise starken Kursbesserun- gen. Wenn auch in einzelnen Papieren leichte Kursrückgänge zu beobachten waren und das Geschäft später in etwas ruhigere Bahnen lenkten, tat dies doch der recht festen Grundstimmung keinen Abbruch. Mit einer stärkeren Einbuße, nämlich 40 Prozent, find lediglich Otavis zu erwähnen. Bei den Großbanken hat sich der Auftragseingang bei den zu Einheitskursen gehandelten Industriepapieren nicht vermindert, so bah die Schwierigkeiten der Kursübermittlung für diese infolge verspäteter Feststellung unverändert besteben bleiben. Für die Mehrzahl der Papiere ergaben sich infolge der einseitigen Kauflust natürlich weitere, td.tovi e w fe.uliche Ku s .e gerungen bei mannigfachen Repartierungen. Frankfurt a. M., 28. Juli. Börsen- stimmungsbild. Der Markt der unnotierten Werte war wieder sehr lebhaft. Ehern. Drokhuis standen im Mittelpunkt reger Nachfrage. Die Aktien fetzten 398 ein und stiegen auf zirka 408.—. Weiterhin bestand Interesse für Gummiwerke Neckar, 200 bis 210 genannt Hansa Lloyd 171.—, Ludwig Ganz 260.—, Benz 236.—, Deutsche Petroleum zirka 825.—. Maschinenfabrik Moenus, welche an der Abendbörse nicht zur Notierung kamen, wurden 410 bis 415, plus 15, im freien Her- kehr gehandelt Der Sinheitsrnarkt stand wieder im Zeichen einer Aufwärtsbewegung. In verschiedenen Fällen muhte wieder, um Kursfeststellungen zu ermöglichen, zu Rationierungen geschritten werden. Lokomotivf. Krauh wurden mit 495.— rat. Sehr gesucht waren Brauereiaktien, welche zum größten Teil mangels Hnce'otcd nicht rot ert werden konnten. Hindrichs-Auffermann lebhaft 460, Schuhfabrik Herz, Maschinenfabrik Karlsruhe stärker gefragt. Chemische Aktien gut behauptet Scheideanstalt 697 y2. Interesse bestand für Glek- trizitütsaktien unter Bevorzugung von A.E.G., Licht und Kraft sowie Bergmann. Bleistiftfabrik Faber 200, stellten sich 10 Proz. höher. Chamotte Ännawerk 690, plus 10 Proz. Der Schluß gestaltete sich fest, Montanaktien ruhiger. Phönix lebhafter 880.—, Mannesmann anziehend 695.—. 5 ran h f u r t a. M., 29. Iuü Züricher Devisenmarkt 28. 7. 29. 7. Wechsel auf Schweizer Franken Holland........100 Fl. — 189.- 189.- Deutschland 100 OHu =■ 7.75 7.55 Wien 100 flt. =■ 0.60 0.70 Prag 100 Är. =■ 7.65 7.70 Pari« 100 Fr. ■ 47.10 46.70 London 1 / = 21.80 21.80 Italien 100 ß. - 26.10 25.30 Brüssel 100 Fr. — 46.- 45.40 Budapest 100 Nr. — 1.70 1.65 Neuyork 100 $ — 610.- 610.- Agram 100 Kr. = 8.50 3.50 Bukarest 100 ß. = 7.90 7.75 DerNner Devksenmarrt Geld Brief Geld Brief Datum: 27. Zult 28. Zull. Smiierbam. Kotterd. 2437,55 2442,45 2477,50 248 >,50 Brüssel-Antwerpen . 589, 0 590,bO 607,35 6L8,^5 Christiania......1008,95 1010,05 1 '3%45 1 3\55 Kopenhagen 118\80 119',20 1228,75 1231,26 Stockholm 1583,40 1586,60 1652,30 1655 70 helsingfor« 124,45 124,75 119,66 120,15 Italien 340,65 341,35 338,65 3-9,3> London 279,95 280,55 289,70 290,30 Neuyork ..... 78,29 78,45 8 ,03 81,2! Varis......... 604.35 605,65 620,85 622,15 Schweiz 1283,701286,30 1321,151323,85 Spanien 995,- 997,- 1323,951026,05 Wien (altes)..,.. -,— — Deutsch.Oeslerr. . . . 9,23 9,27 9,13 9,17 Prag......... 99,95 100,S 5 101,25 101,55 Budapest 22,37 22,43 21,87 21,93 Bulgarien ——, — — Konstantinopel. . . . Dörsenknrse. Frankfurt Berlin Wend- Abend- Schluh- Schluh- KurS KurS Kurs Kurs Datum: 5 • e Disch. Kriegsant 4°/« Disch. Rrichsanl. 3e/„ Dtsch. Neichsanl. 4°/0 PreuH Konsols Darmstä ter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschast Dresdner Bank. . . Nationalbank f. D. . Mitteld. Creditbank. H.'Amerik. Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Boch Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Bergw.. Gelsenkirch. Bergw. . Zarpener Bergbau . Oberschlef. Eisenb.-B. vberschles. Eisenind. . Phönix-Bergb -Akt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerks. Elektr. 21.$.® Schuckert-Werke. . . Fellen.Guilleaume, . Daimler Bud.- $isenw.. Akt . Adlerwerke *70 Mf.Staatsanl . Elektron Griesheim. 27. 7. 28. 7. 77,50 77,50 -,- 77,- 282*75 622,- 388, — 412,- 421,- 654,- 282'1 880 - 403, - 406 - 340,50 339,50 325,- 333,- 265,'- 236*25 605,- 27. 28. 7. 77,50 77,50 79,- 79,50 76,10 77,- 70,60 7i,60 170,- 170,50 302,- 303, - 263, - 263.50 214,- 214,- 183,- . 183,- 165,- 164,- 174,75 175,- 151,50 151,75 526,- 525.- 389,- 399,- 407,- 417, — 654,- 643,- 317,25 328,- 276,- 279,- 849,84 8 0,- 402,- 409,75 340,- 341,- 324,- 324,- 294,75 293,50 550,- 554,- 261,75 266.- 579,- 589 50 282,— 285,25 67,25 67 25 350,- 350,- Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.1t, 27.7. 28.7. Zürich Fr. 125,4) 7,77 7,55 Amsterdam Fl. 59,2) 4,10 4,63 Kopenhagen ....... Kr 88,8) 8,55 8 70 Prag Är. 117,13 Stockholm Är. 88,8) 6,30 6 10 Wien............ Kr 117,88 London . ... Sh. 97,8) 6,26 6,05 Paris Fr. 125,40 16,50 16,12 Neuyork . . I 23,83 1,27 -,- Märkte. Frankfurter Schweine- unb Kleinviehmarkt. Frankfurt a. TL, 28. Juli. 3m Rinder-, Kälber- und Schasmarkt gedrückter Handel. Bei Rindern bleibt Ueberftanb. Schweine werden bei regem Handel auSverkauft. Ausgetneben waren: 860 Kälber, 253 Schafe und 181 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: für Kälber bester Qualität 650—750 Mk., für Kälber mittlerer Qualität 550—650 Mk., für Kälber geringerer Qualität 400—550 Mk., für Hämmel 350—550 Mk., für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 1100—1200 Mk., für schwerere Schweine 1250—1350 Mk. Außerdem wurden 259 Ränder ohne amtliche Prei-nclicru:g gehandelt. Die Markipreife liegen um fo ola über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste. Spesen undHundlergcwur» in sich schltehen. Müller'sche vadeanstalt. Wasserwarme der Lahn am 29. Juli. 21 Grad X ...... ' ---——T (In einem TeU der Auflage wiederholt.) Die Vorbereitung der Konferenz des Oberstes» Rates. London, 28. Juli. Das britische Mitglied deS Botschasterrates ist der .Daich News" zufolge angewiesen worden, den seinerzeit durch England und Italien gemachten Bor« schlag betr. Zuweisung der b e u 11 d) e n bzw polnischen Telle Oberschlesieni an Deutschland dzw. Polen dringend zu erneuern. Frankreich wünscht die Vermittlung Amerikas) Paris, 28. Juli. Der Pariser Berichterstatter des .Temps" meldet unt t allem Horbc^lt. er habe von gut unterrichteter Seite gehört, eine hohe Persönlichkeit Frankreichs habe mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten Ato schon den Alliierten eine Uebereinftl nmung ter?d u ü ren, d.n amerikanischen Botschafter in Pans gefragt, ob die Möglichkeit für die Hermittlung der Her» einigten Staaten bestehe. Frankreich und die Washingtoner Konferenz» Paris, 28. Juli. Das „Ooumar* meldet, das) die gestrige Besprech ing zwischen D r i a n Ö und Herv 6 sich hauptsächlich mit der geplanten Konferenz über den Stillen Ozean befaßt, die am 11. 11. in Washington stattfinden soll. Falls eS bei diesem Zeitpunkt bleiben sollte, würde es Briand unmöglich sein, Frankreich persönlich zu vertreten, was seine Absicht gewesen sei. In diesem Falle werde er Blvtanl beauftragen, auf dieser Konferenz im Namen Frankreichs zu sprechen. Verbot eine- italienischen Blatte- für die Nheinlande. Wie die „Deutsche Al'gemetne Zeitung" hört, haben die französischen Besatzungsbehörden im Rheinländer außer einer Reiye deutscher Blätter auch eine italienische Zeitung, nämlich den in Bologna erscheinenden .R e st 0 del ül Eisgetränke und Liköre. Mokkastube. RiaIp tonangebend. Gesellschaftliche Ver- uiüiü anslakungen. Woinctiihp Frühe'tlckskarte. *,*D 8w clllolUUc HervorragendeQualitflfswelne. Privat*Mo;ae«'m Eleg. Zimmer m. erst Fruh- Hotel gtttek. Autohnlle. Stallung. Stadt. Arbeitsamt Ziehen Liebigftraße 16, Teleph. 2054. ES können eingestellt werben: a. Bel biefineit Arbeitgebern: 1 Elektromonteur, 1 Stelnboh» und Terra^zoleger. 1 Kuvferschinled, 1 Silberschmied, 1 Wagner, 3 Glaser, 8 Schreiner, 1 Müller, 1 Schuhmacher. Lebrlinae: 1 Nutomonieur, 2Friseure, 1 Schreiber, 1 Schuhmacher. b. bei anSwärtiaen Arbeitaebeen: 2 Wickelmacher, 1 Müller, 1 Schuhmacher, 2 lLifenbetonarbeiler, 2 VrooistonSreifeitde, 5 Schlevver, 2 Soenalcr und Installateure, 1 Konditor, jüngere landwirtschaftliche «»echte und Arbeiter, 1 Polsterer und Tavezier, 2Ziaarrensortierer, 1 Dreher. 20 Bruchstein,naiirer, 2 Schneider, 2 Friseure, 9 Schreiner, 3 Anstreicher, 1 Küchenchef, 2 Kürschner. Lebrlinae: 1 Giater, 1 Schmied, 1 Schreiner, ein Friseur. ES Indien Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Neiseude, Packer, HauSbiirfcheu und Ausläufer, Mafchiuen- schiofser, 4iauschlosser, Schuhmacher, 1 Kranken- psteaer, 4 Sattler m Polsterer, Bäcker und Mehner, mehrere Kellner, 1 Kraftfahrer, 1 ftormer, 1 silna. Schmied, 2 ^luchblnder, Mechaniker, 1 Klavierspieler, 1 Heizer, 1 Wanner, 2 Dreher, 1 verh. Knecht, 1 verh. Schweizer, 1 oerb. Hofmeister, 1 Laoezierer, 2 Gärtner, 1 Drechsler, 1 Hand- schubinacher, Beraarbeiler, Auloschiosser, 1 Optiker, 1 Schmelzer. 1 Goidarbeiler, 1 Installateur und Svennler. ein Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Hetzer. GelencnhcitSarbelten werden ebenfalls entgegen» genommen. Lehrlinge: 2 Mechaniker, 1 Frifeur, 1 Elektromon« teur, 1 Schuhmacher, 1 Weiizbinder, 1 Gärtner, 8 Autoschlosser. Weibliche 9lbteU nttg: ES können eingestellt werden: a. bei liiestaen Arbeitgebern: Mädchen für tag4» über, Dienstmädchen, Lauffrauen und -mädchen für einzelne Tage, nichtige Alletninädchen. 2 eiinache Stützen, 2 Köchinnen, 1 Büfettfräulein, 1 Hotel- kächin. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 landwirt- schafliiche Dienumädchen, Dienstmädchen. Hau-- nirtbdjeu. Alleiumädcheu, 2 Slödiluneit 3 Stützen, 1 Büaierin, 1 landw. Hautz» älterin. ES Indien Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 2 Flickerinnen, 8 Waschfrauen, ein ine Laus,rauen, auch f. StachmittaaSbeichastiiiiina, Mädchen für tagrUtber, 1 Biiäieriu, 1 Büfettfräulein, t Arnuirln erteil' sranchüfcheu Unterricht, l (9efellfchai ertu, ein Kinderfräuiein, 1 Stütze, 1 Haushälterin. 8304 B Freibank t»o®5tiuwi Verkauf von 1 Uhr ab. Bekanntmachung. Der Nachtragsvoranschlag der Gemeinde Weickartshain für 1920 Rj. liegt vom 30. Juli bis 5. Auaust d. IS. auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Zu den Nachtragsumlagen werden auch die Ausmärker heran- gezogen. 83078 Weickartshain, den 28. Juli 1921. Bürgermeisterei Welckart.haln. K n ö ß. Bekanntmachung. Bntzbach—Licher Eisenbahn. Die Frachtsätze des Ausnahmetarifs 9 für ungewafchenen Bauxit find mit rückwirkender Kraft vom 1. April 1921 geändert worden. Nähere Auskunft erteilt bis zum Erscheinen eines Nachtrages die Bahnverwaltung in Butzbach (Oberhessen). 8310D Butzbach, den 27. Juli 1921. ________________Der Borstand.________________ Bei sprödem Barthaar unb empfindlicher Haut zeigt sich beim Masteren io recht die tuojliuenbe, daarerwcicheude Wirkung der neuen Masiericise „Leosira". lleberzeugen Sie sich von der Svarfainkeil unb praktischen Verwendbarkeit und üvobicren Sie eine Packung zu Mk. 3.— fiir monntelonaen Gebrauch. Wo Sie die bekannte Cblorodont-Kalmvaste kanten, erhalten Sie auch Eeosira-Nasterscife. Eventl. senden mir Ihnen eine Qrig-Packung btreft nenen Nachu. od. Doreittfenduna von 8)1 L 3,—. Laboratorium Leo, Dresden-N. 6. I' SklWWlIIlIf in neuen unb getragenen Herren- Anzügen, Gehrock- u. Smoking- Anzügen. Für Burschen Anzüge in allen Gröhen. Hochgeschlossene Joppen, leichte und schwere, in allen Großen. Gebrauchte Sakkos mit Westen. Auch einzelne Hosen i. all. Färb., versch. Damenkleider u. -Blusen auffall, billig zu verk. Leichte Drelljoppen und Hosen. L. Nosenzweig Herrengarderobehaus Vietzen, Seltersweg 58 l. ((Eingang Ecke Dollrsbad). 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