Erstes Blatt M- Jahrgang 5reitag, 28 Oktober 1921 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid »nd Dcrlgg: Unio. vuch- und Steintridtrd H. Lange. Schristleitong, Seschäslsftelle und Dmdtrti: Sd>nlftrefie 1. Annahme von Swj Hgei für hie Ingesnumma: Di» zum Nachm nag vorher ohnejeb<,üerbinMid)kftt Dreis tär l mm Höhe für vlporigen o 34mmDreit« örtlich 55 Pf, auswärts 65 Pf., für Reklame. Anzeigen von 70 mra Drene 250Pf. Bei Platz. Dorfchr.ft 20 Aufschlag. Haupifchriftleiter: '.'lug. Goetz Verantwortlich für Politzk: Äug. Goetz; für bcn übrigen Teil i. D: Aug.Goetz; für ben Anzeigen,erl: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. Nr. 253 Der O,etzener Anzeiaer erscheint täglich, außer Sonn- unb Feiertag». Monatliche tzetugspreife: Mk 5.50 einfchl. Träger- lohn, burch bie Post Mk. 6.50 einschl. Bestell- gelb, auch bei Blchterschei. urn einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Ferniprech-Anschlüsse: für die Schrift leitnng 112; für Druckerei, Der lag und De.chaftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten- Anzeiger •iefcen. poftfcheckkoot«: $rairt(ert a. DI. 11686. Die deutsche Note an die Botschafter-Konferenz. Die Dole, die ber deutsche Botschafter m Paris namens des neuen Äabtnetto über die oberschleslsche Entscheidung abgegeben hat. enthält In chrem Hauptteil eine geharnischte Verwahrung gegen die Verletzung des Der- lalller Vertrages und bringt zum Ausdruck, dah nur unter dem Druck von Drohungen die deutsche Regierung sich gezwungen sehe, die Delegierten für ein Wirtschaftsabkommen mit Polen zu ernennen. Die Note hat folgenden Wortlaut: „5>it deutsche Negierung hat mit tiefer Enttäuschung von der Note deS Obersten Nates vom 20. Oktober Kenntnis genommen. Sie erblickt in dem territorialen und wirtschaftlichen Diktat, das dadurch dem Deutschen Reich auserlegt wird, nicht allein eine Ungerechtigkeit gegen daS deutsche Volk, der sie wehrlos gogenüberstcht, sondern auch eine Verletzung des Versailler Vertrages, dem die In Genf getroffene und von den alliierten Hauptmächten angenommene Entscheidung wiberfpricht. Die deutsche Regierung legt daher gegen den hierdurch geschaffenen Zustand alS gegen eine Rechtsverletzung ausdrücklich Verwahrung ein. Lediglich unter dem Druck der in der Rote ausgesprochenen Drohungen und um der deutschen Bevölkerung des oberschlesi- fchen Industriegebietes die sonst bevorstehende Verelendung soweit wie möglich zu ersparen, lieht sich die deutsche Regierung gezwungen, dem Diktat der Mächte entsprechend, die darin vorgesehenen Delegierten zu ernennen. Die 'Samen der deutschen Delegierten werden unverzüglich mttgeteilt werben." Vielleicht hätte man in der ersten Zeile statt von tiefet Enttäuschung von tiefer „Entrüstung" sprechen sollen. Auch hätte man recht wohl mit dieser Mitteilung einen längeren warnenden Protest gegen die gesamte Willkür und Machtpolitik der Entente verbinden tonnen. Dann wäre der „Temps" wohl auch nicht in der Lage gewesen, die Lieberreichung der deutschen Note seinen Lesern nur in folgender Form mitzuteilen: .Die Dotschasterkonferenz hat heute Kennt- von einem Schreiben des deutschen Bvt- schafterS in Paris, Dr. Mayer, genommen, in bem offiziell mitgeteilt wird, dah die Reichs- Regierung die .Entscheidung des Obersten Rates über Oberschlefien angenommen hat und dah 'ie ohne Aufschub ihren Bevollmächtigten für die gemischte Kommission zum Abschluh eines Abkommens, .das die wirtschaftliche Kontinuität tut Industrierevier sichern soll, ernennen wird." Diese Art der Behandlung Deutschlands und der in seinem ganzen Volke kochenden Stimmung machte sich auch in den neuesten Regierungserklärungen geltend, die Driand selbst, der Ministerpräsident, gestern vor dem Senat abgegeben hat. Auch er sprach nur kurz ncn der Annahme Deutschlands, und er steckte ben neugewonnenen Vorteil mit der Miene eines Wucherers in die Tasche, der Über die Einlösung seines Scheines die Verzweiflung des Opfers Übersieht. And daß es nur ein „Schein" von Recht war. wird die Praxis erweisen, die von der Botschafterkvnferenz eingeschlagen wird, indem sie den gewichttgen deutschen Anklagen gegenüber kein Wort mehr über die Rechtslage vorzubringen scheint. Macht geht vor Recht! Die deutsche Wirtschaftskommission für Oberschlefien. Berlin, 27. Oft. (WTB.) Zum Bevollmächtigten der deutschen Regierung für die Wirtschaftsverhandlungen über 'jvberschlesien wurde Reichsminister a. D. Schiffer und zu seinem Stellvertreter StaatS- ükretär Dr. L e w a l d ernannt, der aus seiner bisherigen Stellung im Reichsministerium des Innern ausscheidet. Die Abstimmung im Reichstag. Berlin. 27. Oft Bei der gestrigen Ab- rl i m mu nq Im Reichstage haben laut dem .Vorwärts" für die Resolution Wels-Marx, bie dem Kabinett das Vertrauen ausspricht, und 235 Stimmen vereinigte, geschlossen gestimmt: das Zentrum, die Sozialdemokraten und die Tlnab- dängigen. ferner die Mehrheit der Demokraten, während ein Teil der Demokraten sich der Stimme mthrelt. Gegen das Vertrauen stimmten die Seutschnativnalen. die Deutsche Volkspartet die Bayerische Dolksvartei und die Kommunisten (132 Stimmen). Das Reichskabinett wird den Blättern luftige heute in der zweiten Sitzung die Er- •cimung der TInterh ändler für die Wiri- fchaftsverhandlungen mit Polen über Oberschlesien vornehmen. Der Derhandlungsort steht noch licht fest. Der Beginn der Besprechungen mit Polen dürste für Ende btr nächsten Woche zu erwarten sein. Eine Rede Rathenaus. Mannheim. 28. Oft (WTB.) In einer ton etwa 7003 Personen besuchten Versammlung des badischen Landesverbandes der Deutsch-De- aokratischen Jugend führte Dr. R a t h e n a u bezüglich der Entscheidung über Oberschle - lien unter anderem aus: Die Sinnlosigkeit des Lrteilsspruches ergibt sich von selbst. Diese aufgezwungene Wirtschaftsordnung ist nicht mir ge- $cn den Geist, sondern selbst gegen den Wortlaut des Versailler Vertrages. Alsdann wies der Redner auf daS neue Kabinett hin und sagte, nicht auhenpvlitische Gründe haben mich gegen den Eintritt in daS neue Kabinett bestimmt. sondern lediglich der Deschlust unserer Fraktion, ihre Mitglieder nicht von neuem in daS Kabinett eintreten zu lassen. Rathenau wies weiter darauf hin. dah dieMöglichkeitderEr- f ü 11 u n g der von Deutschland übernommenen Verpflichtungen sich durch den Verlust des oberschlesischen Landes verringere. Das sehen auch im Auslande diejenigen ein, die sich mit wirtschaftlichen Dingen befassen und etwas davon verstehen. Es wird nötig fein, sich dem AuSlande gegenüber nicht auf den Standpunkt zu stellen: .Wir werden es nicht mehr tun und wir erkennen den Vertrag von Versailles nur noch alS einen Fetzen Papier an". Aber ein Land dürfte dahin gedrängt werden, bah es unter der Last zusam- inenbricht. Der gröhte Teil unserer zukünftigen Politik werde Reparationspolitik fein müssen. Gegenüber der Ansicht, Deutschland solle seinen Bankrott erklären, verwies Rathenau auf §234 des Versailler Vertrages, in dem gesagt ist, dah die Leistungsfähigkeit Deutschlands von Zeit zu Zeit geprüft werden müsse. Es gebe nur einen Weg. nämlich unsere Zahlungen in Sachleistungen zu verwandeln. Wir können nur mit den anderen Staaten leben, wenn diese anderen Staaten verstehen, was bei uns vvrgeht. Die hauptsächlichste Voraussetzung für unsere Erhaltung als Volk und als Ganzes ist, dah wir unsere inneren Qualitäten retten und erhalten. Wir fühlen in uns Lebenswillen, wir fühlen Vertrauen in die deutsche Zukunft. Wir wollen leben, und wir werden auch leben. Briand vor dem Senat. Paris, 27. Ott (WTB.) In der heutigen Sitzung des Senates interpellierte Henri de Iouvenel über die augenbliÄich? Politik der Regierung und das Prvgratnm, das Frankreich auf der Konferenz von Washington unterstützen solle Der Senat dürfe Ministerprästdent Briand nicht abreifen lassen, wie Wilson 1918 Washington verlassen habe, ohne zu wissen, ob er das Land hinter sich habe. Der Senat mäste, wie die Kammer, der Politik der Regierung seine Billigung geben und ben Ministerpräsidenten zum wirklichen Wortführer Frankreichs machen. Die Frage der militärischen Abrüstung sei eng verknüpft mit dem Problem der Abrüstung zur See. Diese beiden Probleme bildeten ein Ganzes. Sie könnten nur durch eine Internationale Organisation geregelt werden, und er protestiere Segen den Gedanken, die Bereinigten Staaten > unten dem widersprechen. In dem augenbllck- lichen Zustande könne man nicht verweilen, denn sechzig Millionen Menschen richteten sich gegen Frankreich. Das sei nicht erwünscht. Ministerpräsident Driand beantwortet die Interpellation sofort und ferflärt, drei Fragen hätten die Regierung und das Parlament vor ben Ferien beunruhigt, 1. bie Sicherheit Frankreichs unb bie Entwaffnung Deutschlands: 2. bie oberschlesische Froge unb 3 bie Orientfrage. b. h. bie Frage von Syrien unb (Silieren. Hinsichtlich der ersten Frage wiederholt Briand den Bericht des Generals Rollet, den er in der Kammer erwähnte, und erklärt, imAugenblick sei also Frankreich a u her Kriegsgefahr. Die Frage der bayrischen Einwohnerwehren sei burch bie Autorität bes Reichskanzlers Wirth geregelt worben. Die Frage sei jedoch, ob er immer so handeln könne und deshalb unterstütze es Frankreich bei seinen Alliierten, dah ein Dru ck auf Deutschland notwendig fei. im Interesse der Deutschen, die guten Willens seien. Die Frage von Oberschlesien behandelt Drimd h storisch und lobt die llnparteilichleit des Schiedsspruches des Döllerbundes. Deutschland habe ihn angenommen; di e Angelegenheit sei geregelt Das sei der Erfolg der geduldigen unb arbeitsamen Anstrengung der französischen Beharrlichkeit. (Beifall.) Rach Erwähnung bes Abkommens mit ber Regierung von Angora weist Brianb auf die Vorteile des Wies- babener Abkommens hin. Wenn Deutsch- lanb seine leere Staatskasse xeige, mäste man ihm antworten, bas sei wohl möglich, aber ber Vertrag besage, bah nicht ber beutsche Staat svnbem bah Deutschland mit allen seinen mobilen unb nicht mobilen Reichtümern zahlen mäste, bah man also ein Recht habe auf ben Besitz ber Staatsbürger. Die Dolksparteiler mühten zahlen, beim alle Deutschen seien mit ihrer Regierung solibarisch. Senator Verenger tu ft, man mäste ihnen bie Hanb an ben Halskragen le-'en. Brianb sagt, er wolle oiefen Ausdruck nicht verleugnen, aber er habe ihn damals gegenüber einem Deutschland aebraucht, das nicht habe zahlen wollen. Schliebllch erklärte Briand. et habe nach der ersten Konferenz von London so gesprochen unb auf die Besetzung des Ruhrgebietes hingewiefen. Das habe er mit dem Ausspruch „bie Hand an den Kragen legen" gemeint. Er allein habe ds Ruhrgebiet nicht besetzen können. Solange Deutschland seine Verpflichtungen erfülle. werbe man nicht handeln. Frankreich sei mehr als jemals dem Frieden ergeben. Briand spricht schließlich von der Konferenz in Washington. Der Senat spricht ihm mit 301 gegen 9 Stimmen sein Vertrauen aus. Das Kabinett Wirth. Berlin, 27. Ott (Wolff.) Heute vormittag 11 Ubr trat ba$ Kabinett zur ersten Geschäft s s i tz u n g zusammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach der Reichskanzler den zur Sitzung geladenen auSscheidenden Mitgliedern der Aurücfgetretenen Regierung seinen Tant aus für bie aufvpse ungevolle unS t cue Mitarbeit. Der Reichskanzler stellte insbesondere fest, dah trotz ber ungünstigen Entscheibung über Oberschlesien die Führung des Auswärtigen Amtes nicht erfolglos blieb. RaMens der Kollegen gedachte Minister Schiffer der politisch frucht- baren unb menschlich erfreulichen Zusammenarbeit bes alten Kabinetts unter Führung des Reichskanzlers, in dem alle Mitglieder des Kabinetts den leitenden Staatsmann erkannten und achteten Rach der Verabschiedung ber auSfcheibenben Minister begiühte ber Reichskanzler das n e u e Kadi n e 11 unb sprach bie Hoffnung aus, dah es ihm, seinen bewährten Mitarbeitern, ben Staatssekretären unb ben ihnen Nachgeordneten Beamten, denen er für die aufopfernde Tätigkeit seinen Dank auSsprach, gelingen werbe, bas begonnene Ret- tungSwerk Deutschland« fortAusehen. Darauf trat baS Kabinett in bie Tagesordnung ein. ßonbon, 27. Ott. (WTB.) „Westminster Gazette" schreibt: Reichskanzler Dr. Wirth scheine seine bisherige Politik sortsetzen unb jeden Versuch unternehmen zu wollen, um ben Forberungen ber Alliierten entgegenzukommen. Er überlasse e« ber Welt und den Erfahrungen. bie Reuregelungen zu biktieren, die vielleicht notwenbia werben. Die beutsche Regierung hanbele Uug. wenn sie biefen Weg ein- schlage; bie Alliierten hätten selbst gesehen, was bie wirtschaftlichen Ergebnisse ihrer Reparations- Politik fein werben, unb weil es von ber grössten Bedeutung, dah bie Alliierten nicht so hanbelten. bah ein wirtschaftliches unb soziales Chaos in Europa entstehe, in dem jede deutsche Regierung, wie grob auch immer ihr guter Wille sei, zu Grunde gehen müsse. Ein Protest von 13 Millionen Arbeitnehmern. Berlin, 27. Ott (WTB.) Der Allgemeine deutsche Gewerstchaftsbund, ber Allgemeine freie Angeslelltenbund, bet Deutsche Gewerkschafts- bunb. ber Deutsche Gewerkschaftsring und der Deutsche Deamtenbund vcröffenllichen nachstehen- ben Protest gegen bie Vergewaltigung Ober- schlesienS: Ohne Rücksicht auf bie feierliche Willenserklärung ber Bevölkerung, ohne Beachtung zwingerrder Vorschriften des Versailler Vertrages und ohne jede Erwägung darüber, wir Deutschland die würgende Last der Reparationsverpflichtungen känsttg tragen kann, beschlossen der Völker- bundsrat und bie Hauptmächte ber Entente das Unrecht ber Teilung Oberschlesiens. Gegen die Entscheidung erhebt die Gesamtheit der deutschen Arbeitnehmer durch ihre Spitzenvrganisationen vor aller Welt schärfsten Protest. Sie erblicken in diesem, dem deutschen Volke ohne jede Anhörung aufgezwungenen Be- schluh eine Vergewaltigung und einen Rechtsbruch schlimmster Art und eine Handlung, bie außerdem jm schärfsten Widerspruch mit dem wiederholt feierlich verkündeten Zweck des Völkerbundes (friedliche Regelung internationaler Streitigkeiten) steht. Gegen ihren ausdrücklichen Willen, gegen den Geist und den Sinn des Gedankens vom Selbstbestimmungsrecht der Völker sollen Hunderttau sende deutscher Volksgenossen einem Staate überantwortet werden, der kulturell, sozial und wirtschaftlich rückständig ist. Das in Deutschland gepflegte gesetzlich festgelegte Koalitionsrecht der Arbeitnehmer ist in Polen nicht gewährleistet. Rechtlos und hilflos sind unsere Volksgenossen dem Mih- brauch ber politischen Gewalt burch bie Behörden preisgegeben. Während das deutsche Wirtschaftsleben schon nach ben ersten Versuchen zur Erfüllung ber Reparationslasten schweren Erschütterungen ausgesetzt ist, werden ihm wertvolle und unertbehrliche Teile zu Unrecht entrissen. Die deutsche Arbeiterschaft bekundete wiederholt bcn ehrlichen Willen zur Mitarbeit an ben Pflichten ber Reparation. Dieser Wille wirb durch die Genfer Entscheidung glatt zerschlagen. Es gewinnt ben Anschein. alS solle bie Reparation verhindert werben, um bann gegen Deutschland mit neuen Zwangsmahnahmen Vorgehen zu können. Dreizehn Millionen deutscher Arbeitnehmer sprechen hiermit den gegen ihren Willen uns entrissenen Oberschlesiern ihr innigstes Mitgefühl aus. Wir werden nie auf- hören. Euch als Volksgenossen zu betrachten unb werden nie erlahmen, zu betonen, dah wir die Zerreihung Oberschlesiens. die entgegen dem einwandfrei fest gestellten Mehrheitswillen der beteiligten Bevölkerung und entgegen der Vernunft uni) Gerechtigkeit entigt ist, als brennendes Unrecht zu betrachten. Wir appellieren an das Gewissen ber ganzen Kulturwelt in ber festen Zuversicht, bah mit Hilfe aller ehrlichen Menschen unb im Geiste ber Dölkerversöhnung auch bas Recht auf unsere oberschlesischen Volksgenossen Anwenbung findet. Vor bolschewistischen Unruhen in Obcrschlesien? K a 11 o w i h. 28. Okt. (WB ) Die sozialistische Kattowitzer „Gazette Roddnitza" berichtet in einer Korrespondenz aus Laurahätte, bah bie kommunistische Bewegung in Oberschlesien jÄen Tag zunehme. Alles warte nur darauf, dah die oberschlesische Frage endgültig gelöst werde, um ben Generalstreik zu beginnen. Beschlüsse der Botschafter- Konferenz. PariS, 27. Oki. (WTB.) Lieber bie heutige Sitzung berBo^schafterkonferenz wird folgendes offizielle Evmmunigue ver- bte*lei; Die Konferenz hat entschieden, dah Exkönig Karl auf das gegenwärtig vor Budapest liegende englische Kanonenboot gebracht und dort dem Beschluß der Mächte über den cndgüttigeu Ort seiner Internierung ab warten soll. Darauf hat die Konferenz das Protokoll von Venedig über das Burgenland gutgehei- hen. Die Konferenz hat schließlich Kenntnis genommen von dem Briefe des deutschen Botschafters Dr. M a y e r, in dem mitgeteilt wird, dah die deutsche Regierung unverzüglich ihren Vertreter zur Aufnahme der durch den De- schluh der Alliierten über Oberschlesien vorgesehenen wirtschaftlichen Verhandlungen mit Polen bestimmen werde. Lloyd Georges Jrenpolitik. London, 27. Oft (WTB.) 3m Unterhaus e teilte Lloyd George mit, bah bie Konferenz mit ben Sinnfeindelegierten weitcrgche. Er sagte, es sei Rar, bah eine Gruppe von Mitgliedern bes Unterbaufed ernste 'Befürchtungen wegen ber augenblicklich zwischen ben Vertretern ber britischen Regierung unb bcn Sinnseinern geführten Verhandlungen hegten unb bah baber bie Regierung wissen müsse, woran sie fei Keine Regierung könne berartige Verhanblungen führen, wenn sie nicht Wille, bah sie babel die Unterstützung bes Hautes hinter sich habe. Die Regierung beabsichtige baber, am Montag eine Erörterung über eine biesbezügliche Ent- schliehung sowie eine namentliche Abstimmung flattfinben zu lassen. Lloyb George erklärte auher- bem, bas Ergebnis ber augenblicklich mit ben Sinnfehlern flaitfinbenben Konferenzen werbe den Mitgliebem unterbreitet werben; bie Zustimmung bes Parlamentes zu bieser Regelung sei natürlich notwendig. Asquiths politischer Herbstseldzuq. London, 20. 0kt (WTB.) Afguith eröffnete gestern seinen politischen Herbst- f e l d z u g mit einer Rede in Turnbribge Wells, in der er die irische, russische unb mesopotamische Politik ber Regierung sowie bie Behandlung bes Arbeitslosenprvgramms einer scharfen Kritik unterzog. Asguith forbertc zur Behebung der Arbeitslosigkeit unb zur Förderung bei Handels Streichung ber interalliierten Schulden und vor allem eine Revision des gesamten Repara- ttonsplanes. Der griechische Ministerpräsident in London. London, 27. Oft (WTB ) Der griechische Ministerpräsident G u n a r i s. ber griechische Auhemninister Daltazzi unb ber griechische Gesanbte in London hatten heute eine längere Unterredung mit Lord Curzon im Fvreign Office. Italien und Russland. Berlin, 27. Oft (WTD.) Bie Moskauer Zeitung „Iswestija" meldet, dah in nächster Zeit zwischen R u h l a n d und Italien ein Handelsabkommen getroffen wird; ferner behauptet das Blatt, dah von englischer unb italienischer Seite baran gearbeitet werbe, einen Internationalen Kongreß zur Erörterung bet russischen Frage einzuberufen. Die Internattonale Arbeitskonferenz. Genf. 27. Oft. (WTB.) In ber heutigen Sitzung des „Internationalen Arbeit-- f o n f e r e n z" behanbelte man bie Kompetenz- unb Ovvortunitätsf ragen ber Versammlung auf bem Geb ete ber Landwirtschaft Die französische Regierung hatte ihren Delegierten genaue Instruktionen gegeben, womöglich cev Versammlung überhaupt bie Kompetenz auf biesem Gebiete abzusprechen. Ihr Vertreter Fontaine begründete bies einerseits mit ber Tatsache, bah im Versailler Frie - bensvertrag nirgends von landwirtschaft- lichen Arbeitern bie Rebe sei, anbererfeit« machte er geltend, dah es heute, wo ja Nords rankreich wieder aufgebaut werben müsse, unb wo bie landwirtschaftliche Produktion im Orient barnlebet* liege, die wirtschaftliche Lage auf ber ganzen Well so ist. bah überall mit Ausnahmezuständen gerechnet werben mässe, es unvorsichtig wäre, durch eine internationale Gesetzgebung bie Arbeit ber Lanbwirtschaft zu regeln. H o h a u x, ber Arbeitervertreter Frankreichs, entgegnete jedoch, bah, wenn auch bie landwirtschaftlichen Arbeiter im Versailler Friebensvertrag nicht genannt sind, es doch aus den Vorverhandlungen unb aus dem Briefwechsel Clemenceaus hervorgehe daß man auch an die Regulierung ihrer Arbeit Machte. Der Vertreter Chiles, Rivas-Ricuna, und der Vertreter von Columbien Restropo. traten dafür ein, bah bie Konferenz blei'» behandele, jedoch unter tzröhttnöglichster Birucksichtigung ber lokalen Verhältnisse unb unter Vermeidung einer unbrauchbaren theoretischen, einheitlichen Geschgebung. wie es bie Regelung ber A r- beitsstunbe sein würde. Der Regierungs- vertretet Englands. Sir Hall, unterstützte einige Begründungen, bie Iohaur anfährte unb erklärte, bah bie Versammlung sich kompetent er Hären müsse. _Nachdem Fontaine bie Kompetenzfrage zurückgezogen hatte, unb nur noch bie Opportu- nitätsfrage geltend machte, traten auch andere Delegierte, darunter M a h a i n kRegierungS- hertretet von Belgien) dafür ein, bah biefe Frage nach bem Wunsche ber Konferenz von Washington auf i>- 2», lorbnunc bleib» Salbest, der Ärbritervertreter Italiens, schloß sich dieser Meinung an, wünschte aber, daß unter allen ilmfiänben auf die Einsprache der französischen Legierung geantwortet werde. Der Arbeitervertreter von Südafrika, Craw- ford, unterstützte diesen Antrag. Schließlich wurde mit 74 gegen 20 Stimmen die Resolution Ma ha in angenommen, die wie folgt lautet: Da die Konferenz sich als kompetent betrachtet, hat sie über die Arbeitsbedingungen der Landwirtschaft zu verhandeln, und da die vom Bundesrat vorgeschlagene Resolution zugleich den von der Washingtoner Konferenz geäußerten Wünschen und den gerechten Forderungen der landwirtschaftlichen Kreise entspricht, beschließt sie, über jede einzelne Frage und die Zweckmäßigkeit der Beibehaltung der unter Rr. 2, 3 und 4 aufyeführten Fragen der Tagesordnung zu ent» scheiden. Es werden nun die einzelnen Abstimmungen zeigen, welche Gegenstände wir in der Sitzung zu behandeln haben. Ein Eisenbahn-Finanzgesetz. Berlin. 27. Oft (WB.) Unter dem Borsitz des Ministers Ordner ist heute der Sachverständigeübeirat des ReichsverkehrsministemumS zu einer Besprechung der Lage der Reichs- eisenbahnen zusammengetreten. Auf der Tagesordnung stand die Frage, die in letzter Zeit durch mehrere Presseartikel auch die breite Oef- sentlichkeit beschäftigte, ob die Reichseisenbahnen in den Privatbetrieb die ©elunbung der finanziellen Lage der Reichseifendahnen herbeizuführen geeignet wäre. Dieselbe Frage war bereits vor drei Wochen in der Präsidentenkonferenz in München erörtert worden. Rachdem auf dieser Konferenz gegen den Privatbetrieb eine allgemein ablehnende Haltung angenommen war. wurde auch in der heutigen Sitzung desSachverständigen- brirates von keiner Seite die Lieberführung der Reich-Seifenbahnen in Privathände in irgendetnrr Form empfohlen. Die ganz überwiegende Mehrheit war auch der Auffassung, daß die Heber- tragung der Verwaltung an eine privatrechtlichr Gesellschaft, selbst unter Wahrung des Eigentumsrechtes des Reiches, nicht zweckmäßig sei. Dagegen wurde die vielseitige Durchdringung des Staatsbetriebes mit kaufmännischem Gei st und möglichste Anwendung privatwirtschaftlicher Grundsätze innerhalb des Staatsbetriebes empfohlen. Der Beirat billigte die Absicht des Ministers. bei Gelegenheit der Einbringung des Eifenbahn-Finanzgesehes eine Reihe von Anwendungsmöglichleiten privatwirtschaftlicher Grundsätze durchzuführen. Dieses Eisenbahn- Finanzgesetz soll nach den Absichten des Ministers noch in dieser Tagung des Reichstages zur Derabschiedung gelangen. Reichseiseubahn ober Privatbahn? Berlin, 27. Okt. (Privattelegramm.) In der heutigen Vollsitzung des Sach- verständigenbeirats des ReichSver- kehrSministeriums sprach Eisenbahnfachmann Geheimrat Dr. Hermann Kirchhoff über das Thema: ReichSbabn oder Privatbahn? Kirchhoff war gegen Die Anwendung von Radikalmitteln, wie Veräußerung oder Verpachtung der Reichseisenbahn. Die künftigen Verbesserungen dürften nur im Rahmen der Reichsverfassung durch weitgehende Ausführung des Artikels 92 getroffen werden. Die Reichseisenbahn als solche müsse bestehen bleiben, aber p r i v a t w irisch a f t l i ch betrieben werden. Das Eisenbahnwesen müsse nach kaufmännischen Grund- . sätzen verwaltet werden. Es müsse losgelöst werden von den bureaukratischen Einrichtun- k gen der übrigen Reichsverwaltungen, unter Bildung von Reserve- und Erneuerungsfonds selbständig privatwirtschaftlich betrieben wer- '• den. Die Leiter hätten wie die Leiter der Privatwirtschaft Bilanz aufzustellen, stille Reserven zu legen, Besoldungen. Löhne und Tarife nach kaufmännischen Grundsätzen zu regeln. Aus Delegierten des Reichstages, des Reichswirtschaftsrates und des Reichsfinanzministeriums müsse ein Aufsichtsorgan geschaf- ’ fen werden. --------- Exkönig Karl. Paris, 27. Oft (WB) 'Rach einer Dlätter- melbung soll Exkönig Karl auf einem englischen Motorboot, das vor Budapest liegt, vorerst nach Galatz gebracht werden, bis die Alliierten über leinen endgültigen Wohnsitz entschieden haben. Bern, 27. Oft. (Wolff.) Die HeberBrtngung der Nachricht, daß die Erzherzogin und die K i n- ber der königlichen Familie demnächst die Schweiz zu verlassen Baben, hat in Herten st e i n wie die „Baseler Rachrichten" melden, einen katastrvpha'en Eindruck gemacht. Es wurde Kunst und Wissenschaft. Frankfurter Theater. 1t Frankfurt. 27. Oft 1921. Bei der Operette „Die Strohwitwe" Von August Reidhardt. die int Frankfurter Opernhause zum ersten Male gegeben wurde, ist die Musik Leo Blechs zweifellos dem textlichen Borwurf an Geist und Grazie überlegen. Während das Libretto, ganz nach dem herkömmlichen Schema, aus der Figur deS „SeremissimuS" komische Wirkungen zu ziehen sucht und in einer, gar geringfügigen, äußeren Handlung in der üblichen Weise einherplätschert erUingen doch aus der Partitur ein paar hübsche Weisen, und die liebenswürdige saubere Instrumentation verrat den Musiker von Bildung. Freilich mitreißend oder gar tiefer haftend ist auch die Dertonung nicht, und nach dem hübschen Gingangssah. der den SM des feineren musikalischen Lustspiels erhoffen läßt, nimmt auch da das Riveau ab. DaÄ Urteil des Publikums sprach sich in freundlichem Beifall für die flotte Darstellung aus. In Ferdinand Raimunds letztem Märchenspiel, dem „Verschwender", beging Aloys Großmann vom Reuen Theater sein 25jähriges Bühnenjubiläum. AIS Valentin tonnte der beliebte Künstler muntere Laune walken lassen und Dbenßrdn die schlichte Herzlichkeit, die dieser Verklärung der allen Hanswurstsigur inS rein Menschliche eignet, zum Ausdruck bringen. Herr Großmann wurde in ehrendster Weise gefeiert — Schade, daß die Aufführung nicht auch in der äußeren Ausstattung durchweg der holden Märchenwelt des Wiener Dichters gerecht wurde: eS geht aber nicht an, ein solches Stück ohne den fest gestellt, daß die Finanzen des Hofhaltes tn einem so prekären Zustande sind, daß die Familie nur von dem einen in den anderen Tag hineinlebe. Es ist wahrscheinlich, daß zur Besorgung der Zivilangelegenheit und der geschäftlichen Ordnung der Dinge eines der Mitglieder deS Zivil- kabinetts in Hertenstein bleiben muß, das zugleich die älnterschriftsberechtigung hat. Krieqsvorbcreitungen gegen Ungarn? ©raß, 28. Oft. (WTD.) Die .Tagespost" meldet aus Belgrad: Die von der Regierung gegen Ungarn getroffenen militärischen Vorbereitungen wurden fortgesetzt. Demselben Blatte zufolge wird aas Bukarest berichtet, daß General A v a r e I i n mit der vollständigen Mobllisierung der Infanterie und Kavallerie betraut worden sei. Drakonische Matzregeln der Tschechei. Prag, 27. Oft (WTD.) Durch Kundmachung des Ministeriums für Rationalverteidigung wird für den Bereich der Slowakei und K a r p a - thorußland das Standrecht gegen alle Personen, die der militärischen Strafgerichtsbarkeit unterliegen, wegen Vergehens der Gehorsamsverweigerung. Aufruhrs, Meuterei. Fahnenflucht, unbefugter Anwerbung, Verführung oder Beihilfe zur Verletzung der beeideten Militär- dicnstpflicht, Spionage und Plünderung verkündet. Diese Verbrechen werden mit dem Tode durch Erschießen ober den Strang bedroht. Verletzung der beeideten Militärdienstpslicht und Spionage unterliegen dem Standreckt auch Personen. die der bürgerlichen Strafordnung unterstehen. Das Ende des Streiks in Nordfrankreich. Paris, 27. Oft. (WB.) Rach einer Havas- meldung aus Lille haben die Fabriken in Roubaix in großem Umfange den Betrieb wiederaufgenommen. Heute morgen wurden 17 000 Arbeiter gezählt die wieder zur Arbeit erschienen. Im ganzen finb in 145 Fabriken zur Zeit 18 000 Personen tätig. Aus dem Reiche. Beschlüsse deS vorläufigen ReichSwirtschafts- rates. Berlin, 27. Okt. (Wolff.) In der .heuigen Sitzung des vorläufigen Reichswirtschaftsrates wurde das Lohnfteuer- statistikgeseh einstimmig angenommen. Ferner wurden die Leitsätze des Wohnungsausschusses zur Behebung der Wohnungsnot nach kurzer Debatte mit überwiegender Mehrheit angenommen, wonach das Wohnungswesen selbst die Mittel zum Reubau aufbringen soll. Das Mietesteuergesetz in seiner bisherigen Form wurde abgelehnt und verlangt, baß die Steuereingänge so hoch bemessen werden, daß sie die Baubeihilfen decken und nicht nur die Zinsen, wie es das Mietsteuergesetz vvrsieht. Morgen beginnen die Sozialberatungen der Steuergesetzgebung, während die Gesamtaussprache über die Steuerpolitik erst nächste Woche erfolgen soll. Die Demntenbesoldunq in Preußen. Berlin, 27. Okt. (WTD.) Im 'Beamten- auSschuß des Preußischen Landtages hat die Staatsregierung in Lllissicht gestellt, daß den nach dem 1. April 1920 pensionierten Beamten Aufrückungs- und Beförderungsstellen auf Grund des Desoidungsgesehes nach den gleichen Grundsätzen nachträglich verliehen werden sollen, die für die aktiven Beamten maßgebend sind. Hiernach werden die Pensions- und Desoldungs- sätze neu zu regeln sein. Die Schuldigen des Kapp-Putsches. Berlin, 27. Okt. Entgegen der Meldung der „München-Augsburger Abendzeitung", wonach Kapitän Ehrhardt, Oberst Bauer, Major P a b st und Schnitzler bereits vor einem halben Jahre der Reichsregierung ihre Selbstgestellung angeboten hätten, gibt der Oberreichsanwalt einer Blättermeldung aus Leipzig zufolge eine Erklärung ab. worin es heißt: Erst in allerletzter Zeit haben Ehrhardt, Bauer, Pabst und Schnitzler das Ersuchen um freies Geleit gestellt. Für den Oberreichsanwalt ergab sich dadurch die Möglichkeit, langwierige doppelte Verhandlungen zu vermeiden. Er hat dem Ersuchen darum stattgegeben, bisher allerdings noch keinen Bescheid zurück- bekommen. ob die Vier nun tatsächlich 'sich dem Reichsgericht stellen werden. Es hat noch kein genauer Termin festgesetzt werden können. Sollten die vier sich nicht bald bereit erklären, vor dem Reichsgericht zu erscheinen, so wird die Verhandlung gegen Iagow, Wangenheim und Schiele gesondert vorgenommen werden. Zauber und Prunk zu spielen, den eS nach seinen ästhetischen Gesehen gebieterisch verlangt. Hessische- Landeötheater. st. Darmstadt, 27. Oft. Die Erstaufführung der Komödie „Cäsar und Cleopatra" von Bernhard Shaw brachte dem Landestheater einen uneingeschränkten künstlerischen Erfolg und den Theaterbesuchern ein paar interessant- amüsante Stunden. Die geistvoll satirische Komödie hat lange Zell gebraucht, bis sie nach Darmstadt kam. aber dafür war die hiesige Erstaufführung eine bühnentechnische und darstellerische Leistung von Größe. In S^ene gesetzt von Eugen Keller verriet der Spielzettell aber man darf auch hier wie bei Richard dem Dritten hinzufügen, nach den Intentionen Gustav Hartungs. Die von Th. C. Pilar in seiner künstlerischen Gestaltungskraft erstellten Bühnenbilder, auf sinnlichschöne Bildwirkung and Umrahmung der Handlung berechnet, entsprachen wohl nicht dem festgelegten Willen des Autors, aber sie gaben der lebendigen und f[Affigen Darstellung ein Gewand, des Trägers würdig und ihn (der Darstellung und dem Inhalt) gut and höchst wirksam repräsentier renb. Wie immer große ruhige Flächen und einfache Formen in Farben getaucht, die ständig wechselnd stets aufs Reue fesseln. Das Schloß der Cleopatra einfach angedeutet durch eine Kette aneinandergereihter hoher schlanker Dogen, die frei von dem Rundhorizont standen, der Thron ein phantastischer goldener Stuhl. Impression! Aehnlich die Burgmauer am Meeresstrand mU dem getoal.i;cn Krahnen (Winde) Aehnlich das Gemach, in b:m Cleopatra den gefangenen und belagerten Cäsar bewirtet. In diese Impressionen hineingestellt, und Das Attentat auf Auer. München. 27. Okt. (WTB.) Die polizeilichen Erhebungen über das Revolverattentat auf Auer haben zu keinem Ergebnis geführt. Der Sozialdemokratische Verein hat für die Ausfindigmachung des Täters 5000 Mk. Belohnung ausgesetzt. Die Kartoffelnot und ihre Abhilfe. Die berechtigten Klagen über die mangelhafte Kartoffelversorgung und unerträgliche Preisentwicklung haben Veranlassung gegeben. Maßnahmen der Abhilfe in die Wege zu leiten. Es wird alles daran gesetzt. ausreichende Mengen Kartoffeln aus äleberschußgebieten in Bedarfs- bezirke zu leiten und. was nicht weniger wichtig ist. darauf hinzuwirken, daß die Preise für Kartoffeln sich in erträglichen Grenzen halten. Die wenig günstigen Ernteaussichten in West- und Süddeutschland hallen zur Folge, daß die von den großen Organisationen. Konzernen und Werken entsandten Auftäufer in den erwähnten Bezirken nicht genügend Kartoffeln aufbringen konnten und sich daher nach den östlichen Äeberschußgebieten wandten. Im Verein mit dem berufsmäßigen Handel überfluteten zahlreiche Aufkäufer aus dem Westen die östlichen Provinzen und begannen, die Preise in die Höhe zu treiben. Aus den überstürzten Aufkäufen und dem regellosen, nicht in die rechten Dahnen geleiteten Handel ergab sich als weitere unerwünschte Folge, daß die Kartoffeln allgemein knapp wurden. Die Schwierigkeiten des Trans- Ports erschwerten die Lage. Die hierdurch verursachte Verzögerung machte den Kartoffelhandel in erhöhtem Grade unruhig. Reue Preisüberbiellnmen waren zu verzeichnen und die Landwirtschaft nahm die gebotenen Preise mit. Weiter wurde die Versorgung dadurch erschwert, daß verschiedene Kommunalverbände, besonders in der Provinz Hannover, Ausfuhrsperren verhängten, und daß sogar einzelne Länder ähnliche Maßnahmen trafen. Derartige Ausfuhrsperren waren rechtsungültig, da ste der Zustimmung des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bedurften und diese in keinem Falle erteilt worden war. Das Reichsministerium hat in den ihm bekannt gewordenen Fällen unverzügliche Aufhebung solcher Sperren verlangt. DasReichsministerium fürErnährung und Landwirtschaft toirtte bereits seit Anfang Oktober gemeinschaftlich mit dem Reichsverkehrsministerium durch einschneidende Maßnahmen auf eine Besserung der Transportmöglichfeiten hin. Durch eine vermehrte Wagengestellung, die derjenigen des Vorjahres annähernd gleich kommt, ist nunmehr der Abllansport der Kartoffeln in die Dedarfsbezirke in einigermaßen normale Bahnen gelenkt worden. Ein kleiner Rückschlag ist allerdings in den letzten Tagen dadurch eingetreten, daß die Polen den westpreußischen Korridor gesperrt haben, wodurch der Verkehr vorübergehend etwas ins Stocken geraten ist. Diese Schwierigkeit dürste in kurzem behoben sein. Was die im Intereffe der Dolksernährung so tief bedauerliche Preisgestaltung betrifft, so wird seitens der zuständigen Stellen alles getan, um auch hier zu erlläglichen Zuständen zu kommen. Am 18. Oft. fanden Verhandlungen des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft mit Vertretern des Handels, der Landwirtschaft und des Dergbauvereins Esten stall. Der Minister wies nochmals eindringlich auf die Schwierigkeiten der Lage hin und ersuchte die 03 er tretet der Landwirtschaft und des Handels dringend, darauf hinzuwirken, daß die Erzeuger zu angemessenen Preisen lieferten, und daß der fortdauernden Erhöhung der Preise durch den Handel ein Ziel gesetzt würde. Die Vertreter der Landwirtschaft sagten zu. ihre Berufsgenosten durch Aufrufe in der lokalen Presse zur verstärkten Anlieferung von Kartoffeln zu veranlassen und in der Preisftage die Rotlage weiter Verbraucherschichten zu berücksichtigen', In dieser Sitzung stand auch die Einführung von Höchst- und Richtpreisen zur Debatte. Die Verlleter der Landwirtschaft und des Handels erklärten einhellig, daß. falls die Regierung zu dieser Maßnahme greifen sollte, mit Sicherheit eine Katastrophe in der Kartoffelversor« gung eintreten würde. Da erfahrungsgemäß die erste Folge der Festsetzung von Höchstpreisen das Verschminden der Ware vom Markt ist, wurde auf Grund gegenseitiger Vereinbarung von der Einführung einer derartigen Maßnahme Abstand genommen. Rach den Meldungen, die in den letzten Tagen an der zuständigen Stelle eingelaufen sind, steht zu erwarten, daß in diesem Jahre ungefähr die gleiche Menge Kartoffeln abtransportiert und den Verbrauchern zugeführt werden kann wie im Vorjahre. Bleibt die Witterung in den nächsten vierzehn Tagen so günstig wie bisher, so wird die Kartoffell>ersorgung in diesem Winter kaum etwas za wünschen übrig lassen. Die Verhältnisse bieten jedenfalls gegenwärtig feinen Anlaß zur Besorgnis oder gar za durch raffinierte Beleuchtung herausgehoben oder zurückgedrängt die Darsteller. Alles geeint durch straffen Regisseurwillen zu einheitlichem künstlerischen Ausdruck von bezwingender Gewalt. Die Darstellung mit Lemibelt (Cäsar), Grete WillelS (Cleopatra), Langheinz (Ruffia), Schneider (Drittanus), Ball (Pothimus), Westermann (Theo- dotus), Elisabeth Hom in den Hauptrollen war meisterlich und sonder Tadel. Das Publikum anerkannte ehrliche Leistung durch ehrlichen ‘Beifall. — Der unpünktliche Mond. Die jüngste Mondfinsternis hat zwar keine lebendigen Wesen aus dem treuen Gefährten unserer Erde enthüllt, wie dies der amerikanische Astronom Pickering behauptete, aber sie hat doch erstaunliche Tatsachen zum Dewußtsein gebracht, die auf die Pünktlichkeit und Ordnung dieses von uns für so zuverlässig gehaltenen Gestirns ein schlimmes S^cßt werfen. Beobachtungen, die der Astronom des englischen Greenwich-Observatoriums. Dr. A. C.D. Crommelin in englischen Blättern mitteilt, zeigen, daß der Mond sich weder in seiner Dahn noch in seiner Fvrtbewegungs- geschwindigkeit an die durch die Forschung erkannten Gesetze hält, sondern daß er sowohl etwas auf seiner Dahn abgewichen ist wie auch über zwölf Dogensekunden in der Zeit den Berechnungen gegenüber voraus ist. „Rechret man eine Dogen- sekunde mit einer engL Meile, so ist der Mond um 12 Mellen etwa von seiner 'Dahn abgewichen." sagt Crommelin. »Tatsächlich ist er noch etwas mehr voraus, und der Unterschied ist für Astronomen schon ziemlich beträchtlich." Der unpünktliche Erheller unserer Rächte richtet durch dtejeS Angstkäufen. Die Höhe der Kart oft elpreilc steh» zwar in engem Zusammenhang mit der allgemeinen ®dbenttoertung und den Teuerungsverhältnissen, die Landwirtschaft hat aber zu- gesagt, eine Hilfsaktion zu unternehmen, die den berechtigten Wünschen der minderbemittelten Verbraucherschichten, insbesondere bei Kleinrentner usw., hinsichtlich der Höhe der Kartoffelpresse entgegenkommen soll. Die Ver» tretet der Landwirtschaft haben sich bereit erklärt die landwirtschaftlichen Lokalverbände und Organisationen zu veranlassen. Kartoffeln an diest Kreise zum Tell unentgelllich, zum Teil für 25 bis 30 Mark je Zentner abzugeben — zu einem Preise, der geringer als die Produktionskosten ist Weiter soll versucht werden, einen engen Kontakt zwischen den landwirtschaftlichen Organisationen und ben Konsumentenoertretungen herzustellen mb bem Ziel, Kartoffeln zwar zu einem die Produktionskosten deckenden, aber erträglichen Preise zu liefern. Es steht zu erwarten, daß durch diese bereite in die Wege geleiteten Maßnahmen auch di, Preisgestaltung in geordnete Dahnen gelenkt werden wird. Aus Stabt und Land. Gießen, den 28. Ott 1981. Die Trockenheit in Hessen. Rachdem die Ergebnisse des August numneh» veröffentlicht sind, läßt sich eine Uebcrfidjt über die Riederschlagsverhältnisse der 'Wachs- Periode dieses Jahres geben, als deren “Beginn man füglich den März bezeichnet Die Septemberergebnisse sind zwar noch nicht bekannt, jedoch werden sie laut „Darmst. Ztg." das Dild einer f a st beispiellosen Trockenheit nur verstärken und auch der Oktober trug bis zum 21. den gleichen Charakter. In den genannten sechs Monaten betrug, um mit Rheinhessen au beginnen, in Worms die RiederschlagSmenge 214 Millimeter, mithin zwei Drlltel des langjährigen DurchschnlltS, während. Mainz mit 1£6 an letzter Stelle steht und nur 45 Prozent des Durchschnitts erreicht hat. Verhält-, nismäßig günstig steht Alzey mit 200 Millimeter (71 Prozent des Durchschnitts) da. In Starkenburg steht Waldmichelbach mit 314 Millimeter (60 Prozent) an Menge obenan, worauf Lindenfels mit 280 und Deerfcllden mit 276 folgen, während Groß-Gerau mit 124 (41 Prozent) an letzter Stelle steht. Gernsheim wies 127, Darmstadt 170 Millimeter auf. Verhältnismäßig am günstigsten schnitt Seligenstadt ab. das mit 237 Millimeter 66 Prozent des Durchschnitts erreichte. Am trockensten war ein Strich, der sich von Gernsheim über Groß-Gerau nach Langen erstreckte, während Darmstadt und Messeler Forst- Haus etwas begünstigter waren. Desser noch schnllt der südliche Teil der Provinz und der Odenwald ab, jedoch wurde auch da nirgends der Prozentsatz von 60 überschritten. In Oberhessen stehen die Stationen Bad Salzhausen und Rommelhausen (Kreis Düdingen) mit je 85 Prozent des Durchschnittsergebnisses bzw. 311 und 285 Millimeter obenan^ während Schlitz zwar nur 267 aufwies, jedoch damit 87 Prozent des Durchschnitts erreichte. Verhältnismäßig gut kamen auch Friedberg, Herbstein und Gießen weg mit Prozentsätzen von 84, 79 und 77. Am trockensten waren Homberg mit 1£5 Millimeter, dem Vilbel mit 156 folgt (Prozentsätze 68 und 61). Prozentual war Scho11enam trockensten (51). In allen drei Provinzen hing die Riederschlagsmenge hauptsächlich von den Gewitterregen ab. da Landregen so gut wie unbekannt waren. So lieferte beispielsweise der 6. Juni in Worms 42, Herbstein 54, Friedberg 56, Obergersprenz 69 und Wöllstein 69 Millimeter, der 19. Juni in Viernheim 23, Riederwiesen bei Alzey 27, Schlitz 38 Millimeter. “Am 13. August wurden in Drerfelden 30, Waldmichelbach 35 und Vi Ibrunn 38 Milliiretor gem.s en und zwei Tage später, wo Rheinhessen die gewünschte Erfrischung erhielt, in Worms 18, Alzey 19. Wöllstein 24 und Ober-Olm 28 Millimeter. Wettervoraussage für DamStag. Dunstig, wollig, trocken, etwas kühler, besonders nachts, Rorbwestwinde. Das britische Hoch hat an Intensität angenommen. Von der östlichen Ostsee zieht ein Ticsbruckgebiet südwestlich. Das Welter wird sich nicht wesentlich ändern. Rachts ist wieder mit Abkühlung und stellenweise mit Rach!frost zu rechnen. Bornotizen. — Tageskalender für Frettag Stadttheater. 7 Llhr: »Dettinas Verlobung". — Hotel Grvßherzog, 4 üßi: Frauenver arnrnlung der Deutschnationalen Volkspartei. — Hotel Einhorn. 8 llßr: Degrüßungsabend bet Deutsch- nationalen Vollspartei. — Cafs Leid, 8 Ubr: Vortrag. — Felsenkeller, 8 llhr: Vortrag beS Herrn P. Kreß. — Hindenburg^ 8'/.» DiS- kussionsabend der Deutschen Volkspartei. Abweichen von dem gewohnten Pfade auch allerlei Verwirrungen an, beim er macht eine Abänderung in den astronomischen und nautischen Almanachen für das Jahr 1923 notwendig. Die neuen Mvndtafeln. die Prof. Emst Drown von der Vale-^Iniversität ausgearbettet hat, zeigen deutlich, daß dieses ungewöhnliche “Benehmen des MondeS nicht von heute und gestern ist. sondern bereits vor etwa 30 Jahren begonnen hat; doch Haden diese Abweichungen seit 1915 mehr zu- genommen. Die Ursache dieser Mond-^lngenautg- leit ist in ein Geheimnis gehüllt. Rach der Ansicht CrommelinS sind es irgendwelche unbekannten Einflüsse, die auf ben Mond einwirren, und trotz jabrclargcr Anstrengungen ist es nld>t gelungen, sie aufzufinden. Vielleicht sind magnetisch» Kräfte dabei im Werk. Die Annahme einer unbekannten Macht, bie in dem Sonnensystem wirksam ist, würde zu seltsamen Möglichkeiten führen. Man hat diese Kraft mit den Erscheinungen, die wir Sonnenflecken nennen, in Verbindung bringen wollen, ohne aber dabei zu einem Ergebnis zu gelangen. Alles, was wir sagen können, ist, baß irgend etwas auf ben Mond in zweifacher Hinsicht einwirkt, indem eS ihn schneller vorwärts zieht und aus seiner Dahn drängt, und bah dies seit etwa 40 Jahren der Fall ist. Die Kraft, bie selbst einen so tletnen Himmelskörper wie den Mond, in seiner Dahn und In seiner Geschwindigkeit erhalten. Es wäre möglich» daß diese Kräfte auf der Erde ihren Mittelpunkt haben, aber bisher haben wir auf unsern Planeten noch nichts Derartiges feststellen können. die der IrT-m. gebeugten Elrern. 114430 Bieber, den 27. Oktober 1921. iMll-.Senell-MMMWe Klavierstimmen W ^,oniet= Reparaturen ßlrtiii* ftnrmtnan^tcabL » iiwpui wmm Vll. I (Br owe AormenauSwavl. ab Jedem Standort. 014188 P.G. Becht.Braunfels.Tel. 951 X Maler-X F Anstreicher- Veißbinder-Gesch A. Belitz k Liebigstraße 83 A X. Tel. 945 X W. Schlüter, Klaviermacher,61 *** 15 Schottelraße 15. Am 25. dS. MtS. starb mein lieber, langjäbriaer Mitarbeiter Carl vürbect, vuchhsndin. Er war der treueste der freuen und hing nicht nur mit ganzer Kraft, sondern mit ganzer Seele an seinem Berus, in dem er AnsterordentltcheS leisteie. Ich traure von Herzen mit den schwer- Vermischtes. Die Bautätigkeit in Oppau. dz. Oppau, 25. Ott- Don den Arbeiten, beim Wiederaufbau Oppaus durchzufuhren Frau Clara Schlesier fr. Inhaberin der Firma Augun FreeS. L-fx TageSfragen. Kreis Lauterbach. Dorbildlich« Kartvffeldersorgtmg. tt. Schlitz, 27. Oft Die Gemeinden -Kränze 97524 Schleier -Seide -Handschuhe -Wäsche Kaufs alte Maschinen, komplette Anlagen Dampfkessel, alte Gleisanlagen usw Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Vaters sowie für die tröstenden Worte am Grabe sagen innigen Dank Familien Jung und Lcherer. fpd. Köln, 27. Oft Sine Frauensperson bot hier einem Kaufmann einen Eisenbahnwaggon Kartoffeln an, der angeblich in Wiesbaden auf dem Bahnhof stehe und 80 000 Mk. koste. Der Kaufmann ließ sich den Frachtbrief geben und zahlte der Der- mittlerin 30 000 Mk. bar aus. Heber die übrigen 50 000 Mk. gab er der Frau einen Scheck, den diese sofort auf der Kreissparkasse einlöste. 2llS der Kaufmann die Kartoffeln in Wiesbaden in Empfang nehmen wollte, stellte es sich heraus, daß er einer Betrügerin zum Opfer gefallen war. Der Frachtbrief war gefälscht. fd. Mannheim, 27. Oft Der Oberst aatsanwalt aus Mannheint hat folgende Gerichtsfaeil. fd. Schlitz, 27. Oft Wegen Milchfäl- schung wurden einer hiesigen Landwirtin 1500 Mark Geldstrafe und drei Wochen Gefängnis auferlegt. fd. Neustadt, 27. Ott Wegen Preistreiberei stand vor dem Schöffengericht die Fischhändlerin Witwe Chevalllcr. Sie wurde zu einer Geldstrafe von 5000 Mark und zur Einziehung eines älebergewtnneS von 50 000 Mark verurteil! Hochwertig 3 0/o fellgehal/. V wohlriechend Zu haben in allen Colonialwaren-Handlungen Alleiniger Fabrikant: iunformciL Putzzulateu. Sicuc Hüte. < Danner, jcjt LMorßrijc 16. Solange Vorrat frisch gebrannter ttaffee Pfund 26, 28, 30, 34 Mk. U44K Roh-Kaffee: Pfund 26, 28, 30, 32 Mk. Tee, Souchong: Pfund 34, 40 Mk. Kakao, gar. rein: Pfund 18, 20, 24 Mk. §ämtI.Nolonialuuren in prima Qualität zu billigsten Preisen. Jakob Maternus Ecke Klinik- und Frankfurt« Str. Id. 1331- Kreitz Schotten. la. Helpershain, 27. Ok:. Infolge eines unglücklichen Smr^eS von der Speichert.epp« am Freitag abend starb am Sonntag morgen der Besitzer der Grundmühle, Ludwig Hohmann. Ltartenbura und Rheinhciien. rm. Dar mstabt 27. Ott. Der Provinzial- tag der Protnnz Starkenburg bewilligte gestern für die durch daS Oppau er Unglück Belchä- digten, besonders die in Ben-heim, Heppenheim. Darmstadt usw. Wohnenden, deren Schüben durch die Brandversicherungskaffen nicht gedeckt werden, den Betrag von 50 003 Mk. — Ein Eintrag des Mitglied» Galai-Osfenbuch, für die D o t l c i d e n- den in Autzland den Betrag von 20 000Mk. -u bewilligen, wird dem FinanzauSschutz überwiesen. — Hauptpunkt der Tagesordnung bildete bfc Borlage betr. die Aeckarkanalisa- 11 o n, über die Ober bau rat Prof. Dr. Knapp eingchetrd berichtete. ES wurde beschlossen, sich an dem Projekt, daS 2 Milliarden Mark kosten soll, mit einem Llktiencmtcil von 100 000 Ml. zu beteiligen, von denen auf Wunsch die Kreise Erbach und Heppenheim je 20 000 Mk. übernehmen Der Betrag soll durch Anleihe aufgebracht werden. DaS erste Kraftwerk soll bei Hirschhorn errichtet werden. Gestern entschlief nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Gatte, unser guter Vater, Bruder, Schwager, Schwiegervater, Großvater und Onkel Gerhard Kämpen im 60. Lebensjahre^ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Kämpen und Kinder. Gießen (Ludwigstraße 6 p), den 28. Oktober 1921. Die Beerdigung findet Montag, den 31.Oktober 1921, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. llt4eD sind, gewinnt man den rechten Eindruck, wenn man die Tatsache bedenkt, datz allein zur vorübergehenden Unterbringung von Familien biS zur Wiederherstellung ihrer Wohnhäuser sofort über 60 grobe Baracken aufgestellt werden müssen, die je für 5—8 Familien ausreichen müssen. Sin groster Teil dieser Baracken, über 30, ist, wie bereits gemeldet, schon aufgestellt und bezogen, ewa 20 sind im Bau, das Material für die weiteren wird in den nächsten Tagen eintreffen und unverzüglich an Ort und Stelle gebracht werden. Es handelt sich durchweg um doppelwandige Baracken, die mit elektrischem Licht und mit einer Wasserzapfstelle versehen sind. Die Wohnungen umfaffen, je nach der Kopfzahl der Familie, 2 bis 4 Bäume, für deren Heizung zumeist gesorgt ist. In allen Küchen find massive Kamine eingebaut. tnb. y Oft isg! essev. ^öüfi nun»* '"rr Mchz. sm? SeptZ«, S iedvch tne, einer f^ verG. 13 M 21. be l" Dvnnz bk T- lnilhin »6e W toabtenb W und tue 200 Ailfunetv Daldmichelbat n Wenge ob» ' Drerfdden us nü 124 (41)» 'beim wieS ft ertoMmäbij I ab, da- oÄ Strii), bc ^ach Laiua ff» Werfrfi» -rslernvh-^ der Otoü i der PriMi^ Ltalmsi2ad laufen ikriZ i Ämhfchnitt-» Himeler obenan, aufdiet, \M 1 erreichte. 2» Friedbet-, ül ProzeMha 1lvarvi Adr- mbelml'S 'mcntual tx oÜmdrüPc- hauPtlM i, da ßminya lieferte kiiM. 2, HEm M mb MM« iheim 25. W Mimeter. .30, DalbM' t:r gcm.s en wi i öie gewünscht M;ey 19, Döu- leier. ge Dai Mer. l» ; OnlenflÜt P Oftl« iW ° Wetter wird «4 I ist wieder 3ü it Ku ,lt btt nw ’ r^A» ■ £4 Nile< unö fv?- ton cm Ä SsS rZx Varrden Queck. KreuverSgrund und Schlitz st i f - i^tteu auf Devanlassung ihrer Pfarrer ge- vtsfam einen Waggon Kartoffeln und eitxrer Naturalien für daS Darmstädter Diako- -'''mhauS Slisabethenstift. — Die hiesige GräfL ^'Utzfche Purgaüterverwaltung stellte unserer labt die äut Dersorgung der Bevöllerung not- -> nMge Kartoffel menge zur Dersügung •jLri> zwar zum Preise von 48 Mark pro Zentner I Abholen an der Miete und zu 50 Mark frei HauS DaS Entgegen komm en der Gräflichen tSverwaltung bei Ansehung dieses Preises ver- •nt alle Anerkennung Auch die hiesigen grbtze- i Landwirte verkauften ihre Kartoffeln an ®in- ische und auswärts wohnende Dchliher zum l rtÄ von 50 Mark für den Zentner. Ein Streit um die Erfindung des Flugzeuges. Soviel befannt, ist den Brüdern Wilbur und Orbille Wright in der alten Welt niemals der Ruhm abgestritten worden, den ersten längeren Flua mit einem Flugzeua gemacht zu haben. 3n ihrem eigenen Vaterlands aber hat man Anstrengungen unternommen, ihnen diese Entdeckung streitig zu machen. CS verbreitete sich die Anschauung, dah die erste praktisch brauchbare Flugmaschine nicht die der Brüder Wright, sondern die des Professors Langley gewesen sei, und diese Behauptung trat immer häufiger auf. Da Wilbur Wright bereits tot ist und Orville, durch einen Flug- Unfall schwer leidend, nur seKen sein Laboratorium verläßt, wurde von den nächsten Beteiligten auf diese Behauptung nicht geantwortet. Jetzt aber hat ein englischer Flugtech- niker, Griffith Brewer , die ganze Angelegenheit, die für die Geschichte der Flugkunst nicht unwichtig ist, erforscht und darüber in einem Dortrag der Londoner Aeronautischen Gesellschaft berichtet. Schon einige Jahre vor 1903, während die WrightS an ihrer durch einen Mowr getriebenen Maschine arbeiteten, unternahm einige hundert Kilometer von ihnen entfernt der Sekretär des Smithsonian Institute in Washington, Prof. Samuel Pierpont Langley, ganz verschiedenartige Versuche, um eine Flugmaschine zu konstruieren. Seine Forschungen gipfelten schließlich in einem Tandem-Eindecker, der mit dem Zweidecker der WrightS nichts zu tun hatte. Fast zu derselben Zeit, in der die WrightS in Carolina ihre ersten Flüge unternahmen, schickte sich auch Prof. Langley in Washington zu fliegen an. ES war am 7. Oktober 1903, als die Langley- Maschine von einem Hausboot am Potomac- River aus vom Stapel gelassen wurde. Anstatt zu fliegen, fiel die Maschine aber ins Wasser, und bei einem zweiten Versuch am 8 Dezember 1903 war der Erfolg nicht besser. Am 17. Dezember desselben Jahres machten dann die WrightS chren ersten Flug, bei dem sie sich 29 Sekunden in der Luft hielten und eine Entfernung von 825 Fuß zurücklegten. Lang. I le HS Maschine hatte dann jahrelang eine ehrenvolle Ruhestätte im Smtthsvnian-Insti-1 tute. 1914 aber machte der Flieger Glenn (Sur- tttf mit der Maschine in HammondSport einen Flug, und diesmal glückte es. Man sagte nun, daß an den schlechten Resultaten 1903 nicht das Flugzeug, sondern der 2lpparat schuld sei, durch den eS vom Stapel gelassen wurde. Dun plötzlich sollte also die Flugmaschine Langleys das erste wirlliche Flugzeug sein, und als sichtbares Zeichen dieser Tatsache wurde die Langley-Maschine an einer Ehrenstelle des Dativ- nalmuscumS der Vereinigten Staaten zu Washington aufgestellt mit der offiziellen Unterschrift: „®ic erste Menschen tragende Flugmaschine in der Geschichte der Welt, die sich frei in der Luft dielt. Erfunden, gebaut und erprobt auf dem Dotomac-River von Samuel Pierpont Langsey 1903, glücklich geflogen zu HammondSport am 2. Juni 1914“. Die näheren Dachforschungen Brewers haben aber nun zu der überraschenden Erkenntnis geführt, daß die Ansprüche des Professors auf einem Schwindel beruhen. Brewer hat fest- gestellt, daß die Maschine, die im Jahre 1914 zu HammondSport flog, nicht der Originalapparat Langleys vom Jahre 1903 war, sondern ein Flugzeug. daS wichtige neue Teile enthielt, die sich die unterdessen gewonnenen Erfahrungen der Technik zunutze machten. n5)ie HammondSpvrt-Maschine,“ erklärt Brewer, „bestand ihre sog. Flugproben, nachdem sie vollkommen umgcändert war, und diese Flugproben wurden dann als von der originalen Langley-Maschine ausgeführt angegeben. DaS Smithsonian-Onstitut wurde fälschlich in dem Glauben erhalten, Langley habe schon 1903 eine brauchbare Maschine gebaut, während er tatsächlich damals kein nutzbares Flugzeug zustande gebracht hatte.“ Die Unterschrift unter dem Ausstellungsgegenstand des amerikanischen Nationalmuseums ist daher irreführ- rend, und der Anspruch Langleys darauf, der Erfinder des Flugzeuges zu sein, muh entschieden zurückgewiesen werden. — Set 3!abemitetbunb Oderhef - ■es macht auf Vie am Samstag nachmittag , llhr im groben Höriaal deS BvrlesungS- , bäudeS statcklndenbc Generalversamm- i g nochmals aufmerftam. D.e Beranllat.u. g > Oient dteSmal befonberrf Interesse, ba eS gc- ngen Ist. das Mitglied des Preußischen Land- t Dr. P i n k e r n e i l vvm ReichSau-schuß ata- i »rischer Berufsstände in Berlm. der an der N»he dieser aus engsten Zufammenschluy aller libemitcr adzfeienden Bewegung steht, zu einem ' rerat über .Die Ziele und öriolgc deSDeichs- , schusseS und die Stellung dieses Verbandes des Akadem iferbu ndes Ober dessen zu Or- •tfaitonen ähnlicher Art", sowie für einen Dor- ' :ag über daS Thema .Der Akademiker im neuen ritschlanb" zu gewinnen. •• Dantefeier. Die DolkShoch- u le bittet uns, darauf hinzuweifen, dahdie cfitrltMtarten zur morgigen Dantefeier ; an der Saaltür ausgegeben werden, sieh« Anzeige. Landkreis «letzen. Grvben-Duseck. 27. Oft Dächsten Sonn- findet In der hiesigen Kirche daS ekanatSmtsstonSsest für daS en statt. Die Festpredigten werben _____ _r Walther-Beuern und Dekan Guh- Kirchberg gehalten werden. ga Grün berg, 27. Cft Der GalluSmarkt .ih durch Diebst a hle eingebüht: 51 Messer (hobeln, 47 Teller. 24 vollständige Tassen, ßtmonabenglfller unö 85 Limonaden flaschen lurf) in Wirtschaften der Stadt ist Stz- und .l^rckgeschirr spurloS verschwanden. y Wleseck, 26. Okt. Eine Sitzung ihres iDelterten Vorstandes beschäftigte sich mit kommenden dritten Semester unserer ^wlfsbochschule. ES wird vom 9. Do- Jrnber viS 3. Mürz währen und vier Reihen erhalten, die alle 14 Tage mit dreiwöchent- jchnr Unterbrechung in den Weihnachtsferien r igeführt werden. Am 9. Dovember beginnt r Dr. Dein: Geschichte der Kunst an ird ihrer Hauptwerke (Fortsetzung): am I. Dovember Dr. S ch n a b e l-Giehen, Oberst der Kinderklinik: Pflege und Erziehung 8 Kinde« (für Frauen und Mädchen von Zabren an); am 16. November Pfarrer lattter:. Die Bibel und der moderne Mensch: am 18. November (im Aufttage der l'AL zum Schutz der deutschen Kultur) Nefe- rfl-bar M ö b u«-Gießen: Die deutsch« 5richSberfassung; darauf: DollSwirtschaft- Ul Dirlammen, 27 Oft Der Wieder- ku Ibau der vier abgebrannten Hofrei- tn wild nach Kräften gefördert Hiesige und ^Svärtige Landwirte helfen den Drandge- Lbigten durch Leistung freier Fuhren, Beisteuer t Getreide, Futtermittel, Stroh und Heu usw. la. Hvchwaldhaufen 27. Oft. 3n Dp chwaldhausen wird nächstes Zahr eine m« Bautätigkeit einseyen. Mehrere KriegSbe- ätbiqte von au-wärtS, die vorläufig zur Miete -3Ö>e#bauten wohnen, sind die Bauherrn. Die BilligeKleider und Blusen erhalten Sie durch Selbntmrben wie neu mit Wike-Haushaltfarben Waschechtes Schwarz auf wollene Strümpfe. Schönete Gardinen färben. Herrliche Eierfarben. 40jährige eigene Fach kenn* niete der Hersteller. Beete Güte. Verlangen Sie nur „Wi kl* und Sie werden zufrieden sein. Warnung eriafkn: Auf daS neuerliche Sinke« deS WarllurfeS haben manche Geschäftsleute bet Waren, welche noch zu den alten niedrigen Prosen erstanden wurden den PreiS bereits erhöht. 3d> habe die ÄnmmaU>Mct angewiesen, derartige Fälle der Wucherabteilung der Staatsanwaltschaft zu melden ^ur Einleitung eines Straf- verfahrens wegen Preistreiberei. ' Modern e Ersatzpelze. Pelz irt jeder Gestalt, vom langen Pelzmantel bis zum schmalen Pelzbesatz, ist dieses Jahr die grohe Mode. Aber echte Pelze können sich bei der ungeheuren Teuerung nur die .neuen Reichen" gestatten, während die Mehrzahl der Damen sich mit Ersatzpelzen begnügen mutz, llnd man findet dabei auch gar nichts Schlimmes mehr. Sine Dame, die noch vor wenigen Jahren nicht gern eingestanden hätte, datz ihr Seal- kragen nicht echt ist, gibt heute freimütig zu^ datz der Pelz ^Lapin Genre Sealskin- ist, also von einem braven Kaninchen flammt, das „auf Seal" gearbeitet ist. Besonders der so autzervrdentlich moderne Affenpelz ist zum grötzten Teil aus dem Fell heimischer Ziegen täuschend und geschmackvoll nachgeahmt. Da man Pelz auf alle Fülle haben mutz, so nimmt man gern mit Ersatzpelzen vorlieb, zumal ja die Furcht vor Ersatzstoffen durch die harte Erfahrung des Krieges gemildert ist. Das Haupttier, dessen Fell zu allen möglichen eleganten Pelzen verarbeitet wird, ist das Kaninchen, und Kaninchen wird so vorzüglich zu- rcchtgemacht, datz man eS ruhig zu pen elegantesten Kostümen tragen kann. Freilich vermeidet die elegante Frau eine allzu tetebe Entfaltung solcher Ersatzpelze, sondern beschränkt sich darauf, sie in der Garnierung anzubringen. Die schlechteren Omitattonen können, trenn sie für Kragen und Stulpen verwendet werden, ein Kostüm entstellen, dagegen die llmsäumung des Kleides und besonders des Rockes mit Pelz, die Verbindung schmaler Pelzstreifen mit Spitzen oder Ehtffon-Drape- rien ist auch mit Pelzersatz durchaus möglich, zumal die Toiletten sehr reich mit Pelz verbrämt werden und man daher ziemliche Mengen braucht. • Kultu rgeschenke Amerikas. Awal hat die Reue Welt von ver Alten an Kulturgütern unendlich mehr erhallen, alS ste zuruck- gegeben. Aber doch immerhin hat sie Europa mit einer Anzahl von Geschenken bedacht, die in .Ae- ciamS llniversum" zufammengestellt werden, öo verdanken wir Amerika den Mais und die Rar- riffel, die bei der Entdeckung der Reuen Welt dort bereits allgemein angebaut wurden. Der Mais kam zu Anfang deS 16. ZahrHunderts nach Italien und Spanien, und von dort in den Orient, von ton er wieder alS Wellchkvrn oder türkischer Weizen nach Deutschland gelangte. Die Kartoffel, die zuerst wahrscheinlich durch die Sklavenhändler HawkinS umS Fahr 1568 nach Irland gebracht wurde, fand durch Franz Drate weitere Derbreitung. Bon Haustieren ist der Truthahn 1520 au« Mittelamerika nach Spanien gekommen, und 1533 nach Deutschland, wo er aber ein Lususgeflügel blieb. Auch die Meerschweinchen hat und Amerika geschenkt: diese Tierchen waren zuerst 1554 In AugSburg zu sehen, wohin sie aus ihrer peruanischen Heimat gebracht wurden und haben erst jetzt alS Berluchstiere zu medizinischen Zwecken eine ungeahnte Bedeutung erlangt. Heute Nacht entschlief nach langem, schweren Leiden mein lieber Mann, der trrubesorgte Vater seiner zwei kleinen Kinder, mein lieber Sohn und unser lieber Bruder, der WetHnnler Philipp Bertil. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Luise Bernhardt geb. Kramer. Fellingshausen, den 28. Oktober 1921. Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. Oktober, nachmittags 3 Uhr statt. 014200 ür Derlch<_. S'Ä* lote auch all«' icht eine 2^ unb nantM notwendig- » Ist Movn y itd hat, R Benehmen y gönnen hat, 1915 "ith^ t AH ägy UZÄ SÄ 5 n’w« ti Büchertisch. — .Hyazinth und ISme". 5>ram»i* tisches EcÄcht von Fellr Braun. Musarion-Der- lag, München. ______________________________ Stimmen ans dem Publikum: „Ihr PALATOI> habe ich nlN wirkunnSvoll nit6nrobieTt bei Lcvuupien und Grivve. Schnupfen kenne ich nicht mehr. Ein (UrlppeonfalL »uerft in beiden Beinen, bann im Oberkörper und Hol», wurde durch lcigliche Einreibnna von Brust, Niicken und Beinen In 2 Tagen behoben. El« <9rlppe» ansall meiner ffrau war in 4 Tonen weg." Pliiatoi »u haben In Aootheken, Drogerien und Neformhäusern. Flasche M. 12.—. 1l4Wa ^MkrMWlk Gießen Geschäftsstelle: Löberstrahe 28 H. Samstag, dea 29. Oktober, abends 8 Ubr, im groben Höriaal der Universität Dantefeier anläßlich des 600. Tode-tageS des Dichters. Programm: 1 Begrünung. . 2. Ansvrache von Professor Dr. Franz-Greven: Dante und wir. t L Nezttation ausgewählter Stücke aus der Göttlichen Komödie durch Fräulein Meline M ü 11er- Wetzlar: Hölle: III; V; 97-142; XXVI, 106-142. Berg der Läuterung: X. 100—139; XI, 1—36. Paradies: XXX, 16-36; XXXI, 41-93. Eintritt 1 Mark. Karten am Saale,ngang. Saalöffuung 7'/, Ubr. Jedermann ist eingeladen. 11434v Ter Vorstand. Achtung Theater! Zu der Sonder-Dorstellung im Stadttheater am 31 d. Mts., abends 7 Uhr, „Die Lokalbahn" und „Erster Klaffe" können noch Karten zum Eintrittspreis von 4.50 Mk. im Gewerkschaftshaus von 8—12 und 2—8 Uhr auch von Nichtmitgliedern in Empfang genommen werden. 1H83 Behördliche Anzeigen Arbeitsvergebung. Zur Fertigstellung des Kreisstraßenneubaues Freienseen—Gonterskirchen II. Teil (von der Kreis- straße Laubach-Schotten bis Gonterskirchen) werden nachstehende Arbeiten und Lieferungen hiermit zur Vergebung ausgeschrieben: a) Thaussierungsarbeiten . . . . rd. 7500 qm b) Richten u. Setzen der Wandsteine ca. 4200 lfd. m c) Brechen, Anfahren und Aufsetzen der Grundbausteine.....„ 1750 cbm d) Lieferung der Decksteine . . . „ 600 „ e) „ von Grus . „ 100 „ Pläne, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen vom 1. November I. Fs. an vormittags von 8-12 Uhr auf dem Dienstzimmer des Oberbausekretärs Sommerborn in Laubach offen, der auch jede weitere Auskunft erteilt. Die Angebote sind verschloffen und portofrei, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Donnerstag, den 10. November 1921, norm. 11 Uhr, bei dem Unterzeichneten einzureichen, wo die Eröffnung im Beisein etwa erschienener Bieter erfolgt. Iuschlagsftist 14 Tage. Schotten, den 27. Oktober 1921. Der obere Baubeamte. _________________Plitt. 11437V Stadt. Arbeitsamt itztetzen Liebigftratze 16, Teleph. 2054. ES können etnaestellt werden: a. bei biesiaeu Arbeitgebern: 2 Maurer, ein älterer Elektromonteur, 1 älterer Schlosser, 2 ProvtsionSreisende, 1 selbständiger ält. Sattler und Polsterer, 1 Schuhmacher, 2 Weißbinder, 1 Schreiner. Lebrlinae: 1 Friseur, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Schlaffer, 1 Kaufmann, 1 Lackierer, 1 Buchbinder, 1 Uhrmacher, 1 Photograph, 1 Gärtner. b. bei anSwärtiaen Arbeitgebern: 2 Provinons' reisende, 1 Müller, 2 Kesselschmiede, 2 Weißbinder, 1 Uhrmacher, jüngere landwirtschaftliche Knechte, 1 Steinmetz, 5 Friseure, 6 Schreiner, 1 Spengler und Installateur, 1 Dreher. Lehrlinge: 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Schreiner, zwei Friseure, 1 Schlaffer. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, Kausiellte, Schreiber und ffteisende, Packer, HaiiSburscheu und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschloffer, Schuhmacher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler u. Polsterer, Bäcker u. Metzger, mehrere Kellner, 1 Former, 1 jung. Schmied, 1 'Buchbinder Mechaniker, 1 Koch, 1 Wagner, 1 Schäfer, 1 verheirateter Hofmeister, 2 Gärtner, 1 Handschuhmacher, Bergarbeiter, Autoschlosser, 1 Installateur, u. Spengler, 1 Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Heizer, 1 Konditor, 1 Zeichner, 1 Tiefbau- techniker, 1 Verwalter, 1 Photograph, 1 Polsterer und Tapezierer. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen- genommett. Lehrlinge: 2 Mechaniker, 1 Elektromonteur, ein Elektrotechniker, 1 Schuhmacher, 3 Autoschlosser, 1 Maschinenschlosser. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und -mädchen für einzelne Tage, nicht. Alleinmädchen, 2 Köchinnen, 1 Stütze, 1 Lehrmädchen in Blumengeschäft und in Schuhgeschäft, 1 Zimmermädchen, 1 Küchenmädchen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 landwirtschaftliche Dienstmädchen, 1 Dienstmädchen, Alleinmädchen, Zimmermädchen, 2 Küchenmädchen, eine Stütze, 1 Köchin. ES suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 1 Flickerin, 2 Waschfrauen, einige Laufsrauen, auch für Nach- mittagöbeschästigung, Mädchen für tagsüber, zwei Büglerinnen, 1 Fräulein erteilt iranzös. Unterricht, 2 Kontoristinnen, 1 Schneiderin als Beihilfe. Die Berufsberatung und Arbcits Vermittlung für Musiker findet werktags von 10 bis 12 Ubr statt. 1I43.SB ßiep,grtifä8 den 28.8fto6tr,o6(ni)68tlit, öffentlicher Vortrag Je SM«! io WM M A «Will. Mo" Seiner: Zugcuieur Alb. Betel, ZWjetbeoioier Lass Leib. Eintritt M. 1.00 Freie Aussprache! 11371 KWMIWW-MU in der Iohanneskirche. Montag, 31. Wei: Dos ist Men? Dienstag, 1. BouemBet: Die Eeöenshemmung. 311(1100®, 2. Booemöet: Befreites leben. Donnerstag, 3. Beo.: Das nene teilen und feine Wege. 3ititag,4.BooemBet: Detloö, Suinmmenöm® oder teiensooflenönng. Redner: Pfarrer Schäfer VereinSgeiftltcher für Innere Mission in Darmstadt. Beginn jedeSmal abends 8 Ubr. Alle Evangelischen werden hierzu bet freiem Eintritte eingeladen. 11436 Der Lvangel. Gesamtkirchenvorstand. Bester Absatz für Dentisten. im Hotel Schütz. Ankauf 9 bis 5 Uhr. 114,7A kaufe ich zu hohen Preisen nur Montag den 31. 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Meint. birrorgeruftr hast dtL Dt Schweiz eben Außerdem d rung auf 21 fahr einer 1 Höhen und i oaiger 5)o< eine solche! IrdftgelDinnu ien, die Jia icht dünschl, uagt ausbri der Annahn i3ür߀ sich einen gewa! ' icht erfüllt and allein hing der R sührbar. A Der' Rvir 3 Lvrtsetzn ®robM *ui)rto?rt gt ‘ihren soür« ^ie HO Mrenb 'ibjlten, A Teile - Ar ha 2" Mttoei ^univ auf ‘Jnö leid g WSch^ldi ec eu( fannf“ Daria ."ich 7^ über ^-anfba s, er l“r? s *s'elll. cj 1 Sf?1 Ä 1^* IM zeichnen sie doch dte Wasserkräfte beS seit 1919 internationalisierten Rheins als „einen Teil n ch Ä Fortsetzung. '«n Msen bisher überhaupt noch nicht beigebracht •Dorben. Die Franzosen bestehen deshalb so ilfrtg auf den Seitenkanal, weil er ihnen die Mglichkcit gewährt, große Wasserkräfte für ) ie elsässische Industrie zu gewinnen. Bc- K6 Reichtums des Elsaß"! Vielleicht aber .Dir!) sie doch die neue Feststellung, daß im tarn SaO brnd 7-i im (Rachdruck verboten.) 11. Icmalisierten Rhein 869 Millionen Kilowatt- tunben elektrischer Kraft mehr als im Sei- >•* rutschen Vorschlag als den einzig praktischen inerfcnnen müssen, wie dies das Mitglied der lraßburger Rhein-Kommission, Oberbaurat .upferschmid, in einem Vortrag nachgewiesen hoit. Der Dau eines Seitenkanals, den die löerfte Fachbehörde in Frankreich als die beste Lösung bezeichnet hat, ist technisch überhaupt i»xh nicht genügend erforscht: nur für eine der «hl vorgesehenen Schleusen liegen durch- 8arbeitete Pläne vor, während für die sieben rigen nur allgemeine oberflächliche Angaben k^»rhanden sind, die auf das sehr ungeeignete finge Gestein keine Rücksicht nehmen. Drauch- b ire Unterlagen für die voraussichtlichen Ko- Kr. 253 Zweiter Blatt Rätst» r,IN, L" Wijt tilmm ,!n V. . «t fttn dieses Kanalbaues sind von den Fran nbergef 11 Taunui ^Pen. Papier 'Produkte aten. rnfanal gewonnen werden können, eines beffeten belehren. Ebenso undurchführbar wie xr Dau eines Seitenkanals ist der Schweizer plan, beim Ausbau des Oberrheins als Grvß- c diffahrtSftraße für 2000-Tvnnen-Schiffe Den Grundsatz der Riederwasserregulierung zu verwirklichen und einen völlig unverbauten Rhein Mterhalb Dasel ohne alle Wehr- und Schleu- ’enanlagen zu erhalten. Die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der bisherigen SchiffahrtS- iraße ist nämlich ausgeschlossen, wenn man ilcht zur Kanalisierung übergeht. Eine Tieferbettung des Flusses ist an vielen Stellen unmöglich, wenn nicht dadurch eine bedenkliche ituStrocknung der oberrheinischen Tiefebene S icrDorgerufcn werden soll, und dies würde . Dt schwerwiegende Folgen für die Landwirt - chaft deS Gebietes haben, von der doch die Schweiz ebenso wie Deutschland abhängig ist. Luherdem dürfte eine durchgehende Regulie» ej Hing auf 2 Meter Tiefe stellenweise die Ge- laf)t einer Verschüttung des Strombettes er* .Ehen und die katastrophalen Wirkungen etwaiger Hochwasser bedenklich steigern. Durch (ine solche Regulierung würde die Wasser- IraftgetDinnung überhaupt auSgeschaltet ©er- en, die Frankreich verlangt und Deutschland ^hr wünscht, die überdies im Versailler Der- irage ausdrücklich zuchrstanden ist. Selbst bei er Annahme des Schweizer Vorschlages würde sich aber Basels Hoffnung, dadurch i ten gewaltigen Hafenverkehr zu bekommen, rDt erfüllen. Aus diesen Gründen ist einzig uciD allein der deutsche Plan der Kanalisie- «irg der Rheinstrecke Straßburg-Dasel durch» sAhrbar. Rur so wird das Problem einer fosfllit lt Samii > „i* kW aotaa. dn W. C fluj ii lannnenftiB r- ntqrunW $ LW* SÄ« Dcoßvaier hatte den Kindern ein Ponh- Iichrwert geschenkt, mit denen sie zur Schale 'ihren sollien. Bei seinem Detreidehändler a>ur- 'ei die hübschgezeichneten Schecke eingestellt, ochrend des Unterrichts. Gretel und Hänschen ixlten. Der Oekonomierat aber mach:e ein cified Gesicht „Ihr habt- gut! Die anderen Kinder- aus '.hule. kam zu Fuß wieder, es war ein schöner Avril tag. Der Henner war zu Hause geblieben mö hatte mit dem Vater im Bureau gearbeitet. 2Lif das Kommen 'einer Schwiegertochter hatte Xr; Oekonomierat gewartet. Sie wollte ihm er- ^ihlen. wie sich die Kinder in der Schule an- ^stellt. Er schnitt ihr aber die Worte mit einer hi73en Handbewegung ab. .Zetzt beginnt für die Kleinen der Emst des Jtbend. Pflichttreu zu sein, ist bei mir oberstes Met)! Ich hab gestern mit dem Leiter der Schule gesprochen, fest an der Kandare sollten die fcnbcr gehalten werden. Sie sind zu übermütig. Hänschen entwickelt sich anscheinend zu einem rerquäler. Da heißt es, befreiten Acht geben, Wer auch Grete! hat Mucken, die mir nicht ge- (elen. Sie hat sich einen Dcfchlswn angetpöbnt, der ihr schleunigst wieder ausgetrieben weiden Der Schutz im Blut Roman von Horst Dodemer. Der Kampf um die Rheinschiffahrl. Die Notwendigkeit einer Echiffbarmach- i2ng deS Oberrheins, die auch durch die De- Kimmungen des Versailler Vertrages zur Er- erterunfl gedrängt wird, beschäftigt die deutschen, schweizerischen und französischen Sachverständigen und hat zu starken Gegensätzen geführt, über die ein Aufsatz von Prof. Rich. Hennig in „OBerft und Reederei" unterrich- '?!. Deutschland fordert eine Kanalisierung deS Heins zwischen Straßburg und Dasel, die Schweiz eine verbesserte Regulierung und •ftanfreid) einen Seitenkanal. Run ist eS frei- : ch fraglich, ob diese wichtige Angelegenheit -richt mehr nach wirtschaftS- und machtpoli- : schen als nach sachlichen Gesichtspunkten ent- ' hieben werden wird. Stellt man sich aber auf 'en Doden der Tatsachen, dann wird man den Wkvcr.timii 89 Ter M« Ain: btn 29 t I, abends 8 l •jitairai :ageJotbnun geiL Antrag t. dSwabl; 5. w« lliciiiaeS M» igenberiorkrlit Gießener Anzeiger (Genaal-Anzeiger für Dberhefsen) Schiffbarmachung für 20EV-Tonnen-Seitserreger durch Anwendung der chemischen Mittel zu beseitigen suche, gehe die QIaturbeiberatung von dem Grundsätze aus, daß die Natur, der Organismus selbst und allein befähigt sei, durch Aus- scheikmi^g der Krankheitserreger die Krankheit zu beseitigen. Natürlich könne und müsse man diesen Prozeß durch sachgemäße Pflege des Kranken unterstützen. Führe die Krankheit nicht zum glücklichen Ausgang, so sei eben der Organismus nicht mehr kräftig genug gewesen, um die Krankheitserreger zu überwinden. Allein die Natur heile den Kranken, ohne Anwendung chemischer Mittel; und bei deren Gebrauch, trotzdem in manchen Fällen, wo der Organismus über besondere Widerstandsfähigkeit verfügte. Nach dieser Einleitung kam der Vortragende dann zum eigentlichen Thema und legte sehr ausführlich dar, daß, wie alle anderen Krankheiten, auch die G e - schlechtskrankheiten auf dem Wege des ^katurheilverfahrens heilbar seien. Alle chemischen Mittel, deren man immer wieder neue erfunden habe, hätten nach kurzer Zeit wieder enttäuscht, so auch das mit großer Reklame ange» kündigte Salvarsan. Die mit der Anwendung von chemischen Mitteln verbundene Hnterbrücfung des AusfcheidungsprvzesseS von Krankheitserregern hätte in der Salvarsan - Quecksilberbehandlung zu ernsten Erkrankungen des Nervensysteins geführt. — Sehr eingehend vües der Redner die älnsicherheit der „Wassermannschen Reaktion" nach. Sehr hitrderlich für die allgemeine Anerkennung und Befolgung der Nattlrheilmethode sei die dem Menschen innewohnende Bequemlichkeit. Bei Behandlung der Krankheit mit chemischen Mitteln werde immer verhältnismäßig schnelle Heilung in Aussicht gestellt, während die Heilkraft der Nattlr sich nur unter Erfüllung von Forderungen auswirken könne, die oft eine völlig andere Lebensweise verlangt. — An der Aussprache beteiligten sich Dr. St 0 ck, der im Gegensatz zu dem Referenten die Notwendigkeit der Auf- tlärung und überhaupt die Tätigkeit der D. G. B. G. verteidigte, und Geh. Rat G e r i ck e, wel- hörte, die ihre ersten Schulerlebnisse erzählten. „Immer gute Kameraden fein, Kinderchen, in den Stunden auspassen und gewissenhaft die Schularbeiten machen, so ftndet sich alles übrige von allein, was ihr tun und was ihr lallen mutzt Das hat der Herrgott guten Menschen inS Herz gelegt!" Solches Klugreden ging Maria über die Nerven. Großvater hatte doch nur eine Dorfschule besucht und entwickelte nun seine erzieherische Weisheit Ihrer Llllstcht nach war sie danach. Dabei redete er mit Vorliebe „vom leichten Hand- gtienF', in Erziehungsfragen aber hatte er eine stein harte Faust — und beklagte sich wohl im Stillen, daß Henner nicht denken konnte. Ms ob daS ein Wunder wäre! . . . Die Frühjahrsbestellung war gerade zu Ende. Da setzte der fruchtbare Landregen ein. Dem Oekonomierat war lange nicht wohl gewesen, er griff in seine beste Kiste und brannte sich eine Zigarre an. Sohn und Schwiegertochter muckten zwar noch ein bißchen, aber das nahm er nicht auf die schwere Schuller. Unb den Enkelkindern schien es recht gut in der Schule zu gefallen. Gerade kamen sie die Treppe herauf gehabt. Er rief sie in fein Arbeitszimmer, Netz sich erzählen. Lachte mit ihnen und fragte dumm, da5 machte Gretel und Hänschen ein Heidenspaß! Dabei musterte sie der Großvater scharf. Er such e in den Kirdergesichtern schon nach Zügen, die Willenskraft verrieten — und sand sie nicht. Ihre Empfindungen spielten sich noch auf glatter Oberfläche ab K ine ihrer B w g-.irgen ließen auch Schlußfolgerungen zu — nich: einmal aut Eigen» Timt. Er war enttäuscht, obgleich er sich ein- gestand, daß dieses Suchen wohl zu ftüh war. Ader hübsche Kerlchen mit bewglichen Gliedern waren die beiden. Eher ein wenig zu groß für ihr Aller, ilnb der Mutter waren f:e sehr ähnlich. Von den Wär Hahns aber war Gretels Kinn. Wenigstens von ihrem Gros; vater. Er sah in den Spiegel. Ach so, er trug ja schon längst Voll- bart. Aber dis Kinn f immte bei dem Mädel. Allo da war doch etwas, was aus den späteren Menschen schließen ließ. Schade, fcah der Junge nicht das Kcnn hatte, der würde es nötiger gebrauchen, nn, de- hatte wenigstens die großen Wär Hahn schen Hände. Unö das freute ihn doch Srcitag, 28. Ottobcr 1921 4*r zwar, wie Dr. Silber, daS Salvarsan unb di« Wasfermannsche Reaktion verwarf, aber an der Quecksilberperwendung iesthiell Er verfocht auch die These, daß die Syphilis keine Geschlechts-, sondern eine Inscktivnvkrankheit sei — Rach einigen Worten Dr. Spohrs der den Zusammenhang der beiden sich bekämpfenden Heillne« thoten mit Weltanfch.uungsfragen darlegte, erhielt Dr. Silber daS Schluhtvort. Hcsscn-Nanau. rm. Kelsterbach, 27. Oki. Gin schweres Explosionsunglück ereignete sich heute früh wieder einmal in den hiesigen Mu- nitionSwerken. Beim Ausladen von Scbwarz- Pulver aus einem Waggon explodierte eine Kiste und es wurden eine ganze Attzahl Arbeiter hierbei verletzt. Getötet wurde der 38 Jahre alte, ledige Kaspar Müller, Munitionsarbeiter auS Stangenrod in Bayern. Zwei Arbeiter wurden schwer, und drei derselben leicht verletzt. Die S6)werverleyten kamen in daS Frankfurter Krankenhaus. Ucber die Ursache ist noch nichts bekannt. Aus dem AmtsverkündigungHblatt. •• Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 152 vom 27. Oktober enthält: Die Reinhaltung dcr Ortsdurchfahrten. — Gewährung laufen- der Teuerungszuschüfse an Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. — Achtstunden-Arbeitstag in Gewerbebetrieben und kausmännischen Geschäften. Abhaltung einer Dersammluna der Fleischbeschauer des Kreises Gießen. — Fleischbeschau. Dienst Nachrichten. — Feldbereinigung Klein-Linden. Gewährunglausender Leu erungS- zuschüsse an Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Alle Empfänger lausender Versorgungsgebühmille erhalten mit Wirkung vom 1. August 1921 bis auf weiteres lausende Leuerungszuschüsse. Von der Gewährung dieser Teuerungszuschüfse sind ausgenommen: Personen, die unabhängig von Dienftbeschädi- gung lediglich auf Grund von mindestens acht- oder achtzehnjähriger Dienstzeit, Beschädigte, bereit Erwerbsfähigkeit um weniger als 50 v H. gemindert ist, Berufs-Offiziere, Deckoffiziere und Beamte sowie deren Hinterbliebene, die nach den vor dem R.-V.-G. ergangenen Mil.-Vers.-Ge- sctzen versorgt sind. Die Teuerungszuschüfse werden monatlich im voraus gezahlt und unterliegen nicht den Ruhensvorschristen. Ein Anspruch auf die Teuerungszuschüfse besteht nicht. ES erhält monatlich: jeder Veschädigte, dessen Erwerbsfähigkeit um mindestens 50 v. H. gemindert ist (Schwerbeschädigte) 30 Mk., und daneben wenn er für Kinder zu sorgen hat, für jedeS Kind 15 Mk., wenn er nicht im Erwerbsleben steht und feine Erwerbsfähigkeit gemindert ist um 70 oder 80 v. H. 20 Mk.. um 90 ober 100 v. H. 45 Mk, jede Witwe 25 Mk., unb daneben, wenn fte erwerbsunfähig oder einer erwerbsunfähigen Witwe gleichgestellt ist unb nicht im Erwerbsleben steht 15 Mk., jede Waise 15 Mk., jeder Elternteil 15 Mk. Die Fleischbeschauer des Streife« Gießen (Verein der verpflichteten Fleischbeschauer des Kreises Gießen) halten am Sonntag den 30. Oktober, 10 ülhr vormittags, im Hotel Hessischer Hof zu Gießen. Frankfurter Sttaße, die zweite Versammlung dieses Jahre- ab. Die Fleischbeschau für die Gemeinde Trohe übernimmt bis auf weitere- der Fleischbeschauer Gans in Grohen-Vuseck. Karl Bähr von A1 b a ch wurde zum Mitt glieb des WiesenvorstandeS bestellt und verpflichtet. Friedrich Zimmer VI. von 03 Ulin gen wurde zum stellvertretenden Wiegemeister der Gemeinde Villingen ernannt und verpflichtet Gerichlssaal. toa. Wetzlar, 26. Ott. Strafkammersitzung vom 19. Oktober Die Fabrikarbeiterin Emma B. und der Dreschmaschinenarbeiter Wllh. Karl W., beide aus Krofdorf, haben sich wegen Verbrechens gegen § 218 des Str.G.V. bezw. Belhllfe dazu und Verführung einer Minderjährigen zu verantworten. Die Verhandlung fand unter Aus- „Habt ihr denn schon gute Freunde?" fragte er die Enkelkinder. Gretels Mund stand nicht sttlle Erzählte von sich, ihren Lehrern und Lehrerinnen und vor allem von den Freundinnen. „Sie haben mich alle sehr gern, Großvater, Hänschen aber haben neulich ein paar Zungen tüchtig verkloppt, und sein Lehrer hat ihn auch schon in die Ecke gestellt!" Gl.ien Stoß in ble R ppen d kam die Schwester vom Bruder, er stampfte mit dem Fuße auf, zischte: „Na, warte!" Dem Oekonomierat schmeckte auf einmal feine Zigarre nicht mehr, er lehnte sie an den Aschenbecher. „Warum Haden die Zungen Hänschen denn verlloppt V‘ .Wenn er im Wagen sitzt, spuckt et auf sie hinunter! Unb der Lehrer hat ihn an die Wand gestellt, weil er einer Fliege die Flügel aus- gerissen hat!" Da hatte der Großvater den Sünder schon beim Kragen, schüttelte ihn ab. „Lümmel!" Sein dicker Knotenstock stand zufällig im Zimmer. Mit dem bekam HänSchen tüchtig ein paar hinten drauf. Er brüllte, als stäke er am Spieße. Deine Mutter kam angelaufen. „Um GvtteSwillen, was ist denn geschehen?" Hinter Maria flüchtete sich "ber Sünder, brüllte erst recht „Wohlverdiente Haue hat er bekommen! Denke nur . . ." Weiter kam der Oekonomierat nicht. Seine Schwiegertochter zitterte vor Erregung am ganzen Leibe. Die Sprache flog ihr vor Erregung von den Lippen. „Du hast meine Kinder nicht zu schlagen! Das ist Henners oder meine Dache! Unter deine harte Faust laß ich lie nicht kommen. Verstehst tni?" „Harte — Faust?'' Die beiden Wo-te wolllen ihm nicht in den Kopf, taten ihm Weh. So Weh, daß fie ihm die Ruhe nahmen. Er schrie seine Schwiegertochter an: „Himmelkreuzdonnerwetter — id) eine Hane - Faust?" (Fortsetzung folgt) der Ausbruch eines Krieges, so etwas ist wohl I für niedliche Seme ge noch nie dagewesen. Die Llriache dieser Lieber- aus meiner Verschämtheit und sah. dah dre Worte L. nam^ittich, da man noch nicht losschlagen die Prbi-esstn von Wales gesprochen hatte, roollte ist mir niemals klar geworden. Eine Erne Statte beutlet ©arten *PD“Ä? J.1 . ,ulr / . __»Xr n h t (Xrnp pinimnrtinp ©artcn- 27. DM. 26. DM. Datum: 28. 10. Schweizer Franken 100 Fl. 100 L bei nach Beginn einer 8,42 170,70 22,78 53,10 8,12 170,95 22,53 65,GO 100 100 100 100 1 100 100 100 100 100 173,57 173,93 1263,701266,30 8,08 170,55 22,47 55,40 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag .... Stockholm . Wien.... London.. . Paris. . . . Reuyork . . 187.50 2.90 0.25 5.50 39.20 21.25 21.25 38.40 0.70 542 - 1.75 3.70 Gegen Husten und kunst bedroht. Eine einzigartige ©arten- anlage, der Wriedtsche Park bei Blankenese, der so lange eine Stätte der Erholung und Ratur- freude war, soll jetzt, nach einer Mitteilung der Zeitschrift .Niedersachsen", zum Epekulationsob- jeft erniedrigt werden. Der Park, der int Jahre 1786 von 3. E. Godeffrvy in einer eigenarttgen Verbindung der französischen mit der englischen Gartenkunst angelegt wurde, war lange Zeit im Besitz der Familie Wriedt, die die prächtigen Anlagen der Oeffentlichkeit freigab. Nun soll dieses Juwel deutscher Gartenkunst unter den Hammer kommen. Ttze Erhaltung dieses Paradieses ist aber für Volk und Voltsgesundheit so wichtig, dah hoffentlich von Staats wegen diese Absicht vereitelt werden wird. 681,80 683,20 681,30 682,70 187.50 3.325 0.275 5.65 40.25 21.72 21.70 39.40 0.75 550.- 185 3.80 3381,- 3989, - 269,70 270,30 (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Vorläufiger Reichswirtschastsrat. 23. Vollsitzung, Mittwoch. Berlin, 26. Oft. 1921. Der vorläufige Reichswirtschaftsrat trat heute sehr knapper Besetzung zu seiner 23. Voll- Mk. = Kr- = Kr. = Fr. = £ '= L. = Fr. = Kr. ---- r = Kr. = . Fr. . Fl. . Kr. . Kr. . Kr. . Kr. . Sh. . Fr. . $ Märkte. Wechsel auf Holland Deutschland .... Wien........ Prag........ Paris........ London Italien....... Brüssel....... Budapest ..... Reuyork. ...... Agram....... Bukarest...... r Büchertisch. — .Immanuel Kant, Einführung in die Kritik der reinen JB e r n u n f t“, in neues reines Deutsch übertragen von ©ex i Dehcke, Lübeck 1921, Verlag von Charles Coleman, Lübeck. — Man darf sagen, das) es dem Verfasser gelungen ist, den Kantischen Gedanken fahliche Form zu geben, ohne die geistige und sprachliche Eigenheit des großen Denkers zu beeinträchtigen. Kirchliche Nachrichten. Israel.Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag. 29. Oft. Dorabd. 5.00. Morg. 9.00. Adds. 5,15 und 5.55 Uhr. Marknotierungen. Für 100 deutsche Mari wurden gezahlt Handel. Berlin, 27. Oft. Der Börsenvorstand be- schloh, morgen keine Wertpapierbörse stattfinden zu lassen, dagegen wird in nächster Woche am Montag und Donnerstag Vollbörse abgehalten werden. An den übrigen Tagen werden nur Devisen und Roten notiert. F r a n k f u r t a. M., 27. Oft. Der Dörsenvor- stand teilt mit. Von Montag, 31. Oktober ab, sind den Kursmaklern die Aufträge für die Ausführung zum ersten veränderlichen Kurs und zum Einheitskurs an den Tagen, an denen ein offizieller Effektenverkehr stattfindet, jeweils bis spätestens 11 Uhr vormittags einzureichen. Frankfurt a. M., 28. Oktober. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Der spätere Generalseldmarschall Graf Wal - dersee der bis zum Ausbruch des Krieges Militärattache in Paris war, gibt in seinen Auszeichnungen aus dieser Zeit, die von Heinrich Otto Meisner im neuesten Heft der „Deutschen Revue veröffentlicht werden, hochinteressante Mitteilun- §en über die damaligen Vorgänge. Rachdem er Infang Juli bei König Wilhelm in Ems gewesen war und dort bereits den Ernst der Lage erfahren hatte, kehrte er am 9. Juli nach Paris zurück. Sobald ich nach Frankreich hineinkam" schreibt er, „merfte ich, daß hier eine ganz besondere Luft wehte. Die Leute waren sämtlich unnatürlich aufgeregt, und diese Aufregung steigerte sich, je mehr man sich Paris näherte. . . . Alles, was ich sah und hörte, deutete darauf hin, dah in Frankreich der Krieg beschlossene Sache sei. Die ganze Presse war autzer Rand und Band und sagte uns die grössten Injurien und Llnverschömtheiten. Im Kriegs- und Marine-Ministerium sah schon ein Unbefangener ein fürchterliches Gelaufe und Getriebe. Die Truppen — die sonst überwiegend faulenzten — waren sehr tätig. Unaufhörlich ritten Ordonnanzen jn scharfem Trabe durch die Stadt. Französische Offiziere, die ich kannte, machten sehr ernste Gesichter. Die hier wohnenden Militärattaches glaubten alle an Krieg: jeder hatte Einiges erfahren." Die Stimmung der Pariser schildert Waldersee in der bekannten Weise: „Dazu kam das tolle Treiben der Franzosen. Die Bevölkerung war von einem förmlichen Kriegstaumel erfaßt und wurde darin von den Behörden bestärkt. Kolossale Menschenmassen durchzogen die ©traten und schrien ä Berlin au Rhin, ä bas Guillaume, ä bas Bismarck usw. Sehr viele Truppen marschierten durch die Stadt und zu den Bahnhöfen, von brüllenden und betrunkenen Menschenmassen begleitet. Dazu die jämmerlichen Renommagen mit Überschreiten des Rheins, falsche Gerüchte usw. Pis zum 16. ging ich noch täglich in meinen Klub. Die Franzosen zogen uns aber schon schreckliche Gesichter. . . Vom verrückten Taumel in Frankreich mutz ich die Armee ausnehmen. Sie benahm sich in all dem lyüsten Geschrei würdig und ruhig. Fast zu ruhig: die gehobene Stimmung einer in den Krieg ziehenden Truppe habe ich nur selten wahrgenommen. Mir bekannte Offiziere waren sogar recht ernst gestimmt, namentlich non dem Moment ab, als Bayern sich offen für uns erklärt hatte." Mit Olliviers Erklärung in der Kammer, dah schluh der Oeffentlichkeit statt und endete mit der Arisprechung der Angeklagten D. Der Angellagte W. wird wegen Beihilfe zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monaten verurteilt. Es wird ihm eine Bewährungsfrist von 3 Jahren bewilligt. — Der Handlanger Wilh. M. aus Haiger ist wegen versuchten Sittlichkeitsverbrechens an- geklagt. Die Verhandlung fand ebenfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt und endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu 1 Monat Gefängnis unter Bewilligung einer Bewährungsfrist von 3 Jahren. — Dem Hüttenarbeiter Karl M. aus Hohensolms, einem aus E l s a h - L o t y° ringen vertriebenen Deutschen, wird zur Last gelegt, bei der Anmeldung seiner Schaden, die ihm angeblich durch den Verlust von Möbelstücken usw. entstanden sind, dem Feststellungs- ausschuh in Homburg v. d. H. unrichtige Angaben gemacht und diese durch eine eidesstattliche Versicherung bekräftigt zu haben. Der Angellagte, ter in seiner Anmeldung angegeben hatte, dah er fein Mobiliar im Clsatz bei ter Flucht habe zunick- lasten müllen, hat von dem Ausschutz eine Enb- schädigung von 12 000 Mk. erhalten. Nachträglich stellte es sich jedoch heraus, dah er bereits vor dem Waffenstillstand den grötzten Teil seines Woblliars nach Deutschland geschafft hatte. Hierüber vernommen, gab der Angeklagte tee« ju, be- hauptete aber, dah ihm ein grober -Lei! feiner Sachen damals auf dem Eisenbahntransport gestohlen worden sei. Der Angellagte ist geständig. Er will sich zu seiner Tat haben überreden lassen da ihm in einer Versammlung angeblich gesagt worden sei, man solle eher zu viel als zu wenig anmelden, denn es wurde doch von dem Angemet- beten gestrichen. — Der Angeklagte erhalt wer Monate Gefängnis unter Bewilligung einer Bewährungsfrist von 3 Jahren. rm. Darmstadt. 27. Oft. Das Eisen- bahnunalück auf der Nebenbahnstrecke 'Bin- genau—Weinheim am 14. Mai d. I.. das den Tod deS Kutschers der Freiherr v. Wambvld- schen Fuhrwerke zur Folge hatte, brachte gestern den 45 Jahre alten Lokomotivführer Ioh. Peter S.eehaus aus Zwingenberg, wohnhaft in Weinheim, auf die Anklagebank. AuS der Beweisaufnahme ergab sich, datz S. im allgemeinen kein besonderes Verschulden trifft, da auch der Knecht hätte Vvrsichttger sein müssen. S. wird von ©träfe und den Kosten freigesprochen. f>o gckte l.iner Kraft, ausführen werte. Das Blatt spritzt auch vv' dem persönlichen Vertrauen, datz man Dr. Wirth cntgegenbiinge. Aber nicht mit ihm und |einen Mitarbeitern habe man es zu tun, sondern mit einem Deutschland, das heute eine andere Sprach als der Konzilianz und der Zusammenarbeit rete. und dessen Haltung der französische Regierung mehr denn je eine Politik tes beschränkten Vertrauens, ter Wachsamkeit und ter Energie auf- zwinge. — Der sozialdemokratische „PvPula i r e" sagt, das Verschwinden Rathenaut werte sicher nicht die 6t:llung tes neuen Kabinetts Wirth im Inneren verstärken, ebensowenig ater sein Prestige im Ausland erhöhen. — Der „Figaro" sagt, Dr. Wirth hate in den letzte« Tagen seitens Frankreichs und ter Alliierte« Lobsprüche auf seine Loyalität, seine Weisheit und seinen demokratischen Grit erhalten, so datz er glaube, sich nun alles erlauben zu können, er bäte deshalb eine Rete gehalten, die zwar nich» Unerwartetes enthalte, ater doch nichtsdesD- weniger vollkommen unzulässig fei. Er habe die Deutschen als unterdrückt bezeichnet, den Frie- tensverirag von Versailles ein Werk der Zerstörung genannt und erklärt, die Entziehung Oberschlesiens ändere alle Bercchnungen hinsichtlich der Leistungsfähigleit Deutsch ands. S in Programm bestehe nicht darin, auszüführen, sondern er wolle tem Gegner nur jeden Vorwand nehmen, Sank- Honen zu verhindern und Sicherheiten verlangen Zwischen Wirth und ter nationalen Rechten, öü sich für den entschiedensten Widerstand ausgesprochen habe, sei also ter «Unterschied nur gering. Ernennung der Delegierten für Oberschlefiev. B e r l i n, 27. Okt. Das Kabinett wird heute den Reichskommissar für die wirtschaftlichen Verhandlungen über Oberschlesien ernennen und ihn der „Voss. Ztg." zufolge am Nachmittag den alliierten Mächten namhaft machen. Willkür der Defahungükommission. P a r i S. 27. Okt. (WTB.) Wie die Ha- vasagentur aus Koblenz meldet, hat die inter* alliierte Oberkommission gegen die Ernennung des Direktors des ReichSbauamteS in Aachen, Menzel. Einspruch eingelegt, da er angeblich als ehemaliger w ü r 11 e md e r g t s cher Offizier nicht genügend Garantie für die Sicherheit und die Bedürfnisse der Besatzungsarmee biete. Ein Ultimatum der flehten an Ungarn. Wien. 21. Oft. (S'ZB.) Sie „Heue Stete Presse" meldet aus Belgrad: Gestern tourte ein Ultimatum an Ungarn überreicht, worm öle kleine Entente sofortige, unveränderte Durch fübrung tes Vertrages von A r i a no n fordert Das Mommen von Venedig ist nicht erwähnt. Umstur-beftrebungen in der Tschecho-Elowakei. Prag. 27. Okt. (WTB.) DaS tschechv- slowakische Pressebureau meldet aus Preß- bürg: Die Staatspolizei verhaftete bei einer nächtlich vvrgenommenen Durchsuchung den Professor der früheren madiarischen Universität. Dr. Bela Tuga, den Sekretär der madjarischen christlich-sozialen Partei, Nobler, und verschiedene andere Personen. Bet allen Verhafteten wurde eine Menge Ma- terial gefunden, aus dem hervorgeht, daß sie gegen die tschecho-slowakische Republik Umtriebe vorbereiteten, und in ständiger Berührung mit der irredentistischen tschechischen Propaganda standen. Lesart ist die, dah man tem altersschwachen, entschlich losen Kaiser dem ein Krieg höchst unsym- pathisch war, die Brücken zum Rückzüge abbrechen wollte und das scheint mir die wahrscheinlichste Lösung. Ruhige Leute, die die Verhältnisse kannten, waren mir gegenüber ter Ansicht, toenn Q55er- ther (der preußische Gesandte) direkt zum Kaiser gegangen wäre und energisch mit ihm gesprochen hätte, a>äre die ganze Sache wahrscheinlich m Ordnung, unbedingt aber in einen ruhigeren Verlauf zu bringen gewesen sein. Es herrschte nun aber in Paris eine ziemlich starke Pockenepitemie, und man war vor Ansteckung auherortentlich ängstlich. Werther hatte kurz vor seiner Reise nach Ems selbst die Pocken gehabt, auch lag rin Kanzlei- diener mit Familie noch krank daran. Der Botschafter glaubte, unter solchen Umständen, namentlich mit Rücksicht auf den kaiserlichen Prinzen sich nicht in St. Cloud zeigen zu dürfen und sah davon ab, sich beim Kaiser persönlich zu verabschieden, wie es sich ja eigentlich gehörte. Da nun damals gerate die spanische Thronfolge ella- tierte, so hätte er gleich mit tem Kaiser darüber sprechen formen, zweifellos wäre, namentlich, da ter Monarch ja ein sehr verständiger Mann i|t, die Behandlung der Frage eine ruhigere geworden. Der Kaiserin hat in jenen Tagen ihr spanisches Temperament wohl einen schlechten Gefallen getan. Sehr verständig soll die Prinzessin Mathilde gewesen sein. Nachdem sie von nichts ahnend den ganzen Emst ter Sache erfahren hatte, ist sie sofort zum Kaiser gefahren und hat ihm rund heraus erhärt, er renne Hals über Kopf ins Unglück. Sie begegnete ihm, als er wie gewöhnlich vom General Beville geführt, langsam spazieren ging und redete ihn etwa folgen termaben an: .Mit den Beinen wollen Sie Krieg gegen Preu- hen führen?" Waldersee hatte noch viel damit zu tun, die grotze Zahl ter in Paris wohnenden Deutschen, die nach Hause drängten und einen erhebenden Anblick nationalen Pflichtgefühls boten, fortzubring«. Am 20. Juli fuhr er selbst ab. sitzung zusammen Edle r von Braun gu» dachte in seiner Eröffnungsansprache ter schwerer wirtschaftlichen Folgen, die die Entscheidung üba Oterschlefien nicht nur für Deutschland, sondern für den ganzen Osten von Europa mit sich bring® werte. Der Entwurf einer Schlichtungsordnung, sowie der Gesetzentwurf über Lohnstatistik wich an ten sozialpolitischen Ausschuh verwiesen. Der Ausschub hat einen KomprvmihantroH angenommen, ter dafür eintritt, die erlassen», Bestimmungen über die Aufnahme einer Lohn- und Gehaltsstatistit und die Durchsüh. rung des Verfahrens mit einer vom Reichswin- schaftsrat zu bildenden Sachverständigenkvimnis. fion zu vereinbaren. Der Antrag ist jedoch mn mit geringer Mehrheit angenommen Worten, ba die meisten Arbeitnehmer dagegen stimmten, well durch einen solchen Beschlutz die Lohnstatistik sehr erschwert werte. Die Anträge tes sozialpolitischen Ausschusses auf Zustimmung zu tem Genueser Abkommen über Seemannsordnungen und Arbeitsbedingungen in Schifferei und Binnen- schiffahrt werten nach einem Bericht von Wern» durch die Arbeitgeber einstimmig tebattelos angenommen. Dr. Berthold. Vertreter der Heineren Land gemeinden, und Architekt Kröger begründen An. träge, in denen verlangt wird, dah ter Begriff ..Kleinwohnungen" in den Steuergesey« einheitlich gestaltet wird, dah die Steuer für Inhaber von Kleinwohnungen weilet ausgedehnt und datz für den Begriff des gemeinen Wertes eine Auslegungsvorschrift für die Liebergangszeit erlangt wird. — Die Anttäge Dr. Berthold und Kröger werden angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt: nächst» Sitzung: Donnerstag, 11 Hbr. Lohnstatistik, Hebung Ser Wohnungsnot. Schluh 2 Ähr ennahernd 4.0 ächte Sodener ____ >hren Mineral- Heiserkeit beiSt Pastillen Amsterdam-Rotterd. 5684,30 5695,70 5894,10 5905,90 Brüssel-Antwerpen. 118 .30 1188,70 1236,25 1233,75 Ehristiania 2197,80 2202,20 2282,70 2237,36 Kopenhagen 3206,75 3213,25 3331,653338,35 Stockholm 3846,15 3853,85 Helsingsors 257,70 258,30 Italien 652,30 653,70 London 655,80 657,20 Reuhork 165,83 165,67 Paris 1206,25 1208,75 Schweiz 3016,95 3023,05 3176,80 318.,20 Spanien 2202,75 2207,25 2307,65 23 i2,35 Wien (altes) .... -, - Deutsch-Oesterr.. . . 8,38 Prag.........170,30 Budapest 22,72 Buenos Aires . . . 52,90 Bulgarien — Konstantinopel ... Züricher Devisenmarkt.^ gleitete ihren Gemahl nach London und berichtet, datz sie bei ihrem ersten Erscheinen am englischen Hofe und bei tem ersten Staatsball sehr nervös gewesen fei. „Sobald wir ten Ballsaal betraten, teilte man mir mit, dah ter Prinz von Wales — ter spätere König Eduard — mich um einen Tanz bitten lasse. Ich erwiderte, dah ich die Ehre zu schätzen wüsste, aber sie nicht annehmen könne, da 'ch niemals gelangt hätte. Darauf lief) mir ter Prinz sagen, es sei nur ein Lancier und er wolle mir gern die Schritte zeigen. Ehe >.ch noch darau *trieg»auöuuiu,t:x>. ,,-cieun , antworten konnte, hörie ich eine angmehme diplomatischen Verwicklung schon j Stimme sagen: „Sieh mal, was die Mabarani 1.7.14. 26.10. 27.10. 125.40 3,35 3,10 59.20 1,74 1,66 88.80 3,21 3 15 117.80 —. — 58,50 88.80 2,75 2,70 117.80 «E _ — E 97.80 8*36 2,77 125.40 7,81 23.80 — ,61 -,57