klr.ir§ Der 6irficntr 2n;ei,er mit her Dien»ta- er- scheint täglich, anher Sonn« und Feiertags. «o»otlicheve;ua«vrelfe: Dledi 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Poft bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernlprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und (Sejchäflsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Lietzen. poftschecklonlo: ZraaNurt a. M. 11616. Erster Blatt M. Iahrgang Donnerstag. 28. Juli 1921 MhenerAMger General-Anzeiger für Gberheffen Vrvck und Verlag: vrShl'sch« Univ. Such- und Steindrutferei «. Lange, rchristleitnng, Seschäsirstelle und Druckerei: Schulftratze 1. Annahme von Anzeige, für die Tagesnummer di» zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 40 Pf., aufwärts 50 Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 180Ps Bei Platz« Vorschrift 20 e.'f Aufschlag. Haupischristleiter: Aua. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Retnhold Ienz; für den Anzeigenteil: ?>ans Veck, sämtlich in Gießen. Gefährliche Gleichgültigkeit. Man schreibt uns: 3m Herbst dieses Jahres wird der Reichs- ffnanzminister dem deutschen Volke ein Steuer- Programm bescheren, das den bisherigen Ankündigungen nach zu urteilen als eine der einschneidendsten Finanzreformen anzusehen ist. die bisher das deutsche Volk über sich ergehen lassen mußte. Alle sozialen und wirtschaftlichen Gegensätze, die im deutschen Volke während der letzten Jahre aufgeveitscht worden sind, werden aufs neue und nielleicht heftiger denn zuvor auf- einander prallen. Gin parlamentarischer Stampf wird sich an diesem Finanzprogramm entzünden und bas deutsche Voll bis in seine Tiefen auf- wühlen Denn voraussichtlich wird in diesem Kampf die Entscheidung darüber fallen, ob die wirtschaftlichen Gedanken, die man als Kapitalismus zusammenfaht, oder ob die Ideen des Sozialismus die Grundlage der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands bilden sollen. 3n den Reichsämtern, die berufen sind, das Steuerprvgramm vorzubereiten, wird zur Zeit fieberhaft gearbeitet. Niemand wird daran zweifeln können, daß dort unter der Leitung des Reichsfinanzministers Dr. Wirth Steuergesehe vorbereitet werden, die ihrer Grundrichtung nach den 3deen des Sozialismus nicht feindlich gegenüberstehen. Um so erstaunlicher ist es daher, daß diejenigen wirtschaftlichen und politischen Gruppen, die eine andere Grundauffassung vertreten, bisher soweit sich die- für die Öffentlichkeit bemerkbar macht, so gut wie nichts getan haben, um ihre Auffassung vor dem Volke zur Geltung zu bringen Gewiß sind eine Reihe von Zeitungsartikeln erschienen, die sich mit der Frage der bevorstehenden Steuergesetzgebung befassen. Rach Form und Inhalt sind diese Artikel jedoch so stark philosophisch angehaucht gewesen, daß es auch einem gewiegten Finanz- und Steuerpraktiker schwer sein wird, handgreifliche- Material daraus zu schöpfen. Wieder andere Artikel beschränken sich darauf, die bisher vom Reichsfinanzmini- ster und anderen Persönlichkeiten der Reichsregierung geäußerten Pläne kritisch unter die Luche zu nehmen. Ein eigenes Steuerprogra mm aber enthält keiner dieser Artikel, und darauf kommt es doch einzig uni allein an. Denn nichts wäre verkehrter, als wenn z. V. die Oppositionsparteien sagen wollten. diejenigen Parteien, die das Ultimatum angenommen hätten, müßten sehen, wie sie es nun auSführterk. Darüber müssen sich doch alle llar sein, daß der politische Kamps um die Reparationsgesetze unausbleiblich ist und daß es daher Pflicht einer jeden Partei und Gruppe ist, sich mit eigenen Waffen zum Kampf zu stellen. Lassen jedoch die Parteien die kurze, ihnen noch zur Verfügung stehende Zeit verstreichen, dann werden die Steuervorlagen der Regierung sie in ihrer Bewegungsfreiheit von vornherein so beengen, daß ihnen nur noch die Möglichkeit offen steht, durch Anträge im Parlament eine Aenderung oder Abschwächung in verschiedenen Punkten herbeizuführen. Zu einer solchen Rolle des Rebenherlaufens werden sich aber jene Gruppen wohl selber nicht verurteilen lallen wollen. Sie müssen dann aber beizeiten ein eigenes Programm zur Lösung der Reparationsfrage aufttellen und mit diesem Programm schon jetzt vor die Oeffent- ltchkeit hinireten. Sie gewännen dadurch die Möglichkeit, auf das Programm der Regierung, das zur Zeit in Arbeit ist, einen Einfluß auszuüben und einer von dort her drohenden Einseitigkeit in der Grundrichtung des Steuerprogramms vvrzubeugen. Erkennen diese Parteien und Gruppen diese ihre Gegenwarts- aufaabe nicht, bann werden die parlamentarischen Mehrheitsbeschlüsse über sie hinweggehen und die Wucht der zum Gesetz erhobenen Steuervorlagen wird sie erdrücken. Frankreich besteht auf Truppenentsendungen. Ueberraschende und beruhigende Meldungen kommen aus Paris. Herr Driand soll nach seiner Rückkehr den engllschen Botschafter in London beauftragt haben, darauf zu bestehen, daß die Frage der Truppensendung nach Oberschlesien entschieden werde, bevor der Oberste Rat am 4. August zusammen- kvmme. Auf der anderen Seite hieß es gestern, Lloyd George wolle der Konferenz, weil er in London nicht abkömmlich sei, überhaupt fern bleiben. Die Häupter der beiden verbündeten Regierungen sind offenbar mit Groll gegeneinander geladen, und eine Londoner yalbamt- llche Stimme deutete bereits an, die Konferenz werde wahrscheinlich ergebnislos verlau- fen und mit einem großen Mißklang enden. Ob Herr Driand nun die Konferenz überhaupt in Frage stellen wlll? Es ist ihm offensichtlich in der Hauptsache darum zu tun, nach außen hin die diplomatische Schlappe zu bemänteln, die zweifellos darin liegt, daß der deutsche Bescheid des Ministers Rosen in der Frage der Truppenentsendung richtig und unanfechtbar war. Lloyd George will Herrn Driand diesmal den Schild nicht halten. Vielleicht aber einigt man sich am 4. August dahin. daß bezüglich der Truppenvcrstärku igen Frankreich ein vielleicht bloß frrmales Zugeständnis erhält, während die Zukunft Oberschlesiens der alsbaldigen Entscheidung unter- llegen soll. Auf jeden Fall wird das englisch-1 französische Bündnis wieder einer erheblichen ^Lelastungsprobe ausgesetzt sein! I London. 28. Juli. (WTB.) Das Reuter- sche Bureau erfährt aus französischer Quelle: Der französische Botschafter hat Lord (Sur« zon mitgeteilt, daß die französische Regieruna es für unmöglich halle, eine Sitzung des Ober st en Rates einzuberufen, bevor die Frage der Truppenentsendung nach 06er- schlesien geregelt sei. Lord Eurzon nahm diese Erklärung zur Kenntnis, die dem Kabinett vorgelegt werden wird. Tagung des Sachverständigen- ausschusscs. Paris, 28. Juli. (WTB.) Heute nachmittag 4 älhr tritt der Sachverständigen-Aus- schuh. dessen Aufgabe darin besteht, Vorschläge über die deutsch-polnische Grenze zu machen, zu seiner ersten Sitzung zusammen. Ein Dementi von General Höfer. Berlin, 27. Juli. (Wolff.) Rach einer von ,.D z i e n n i k GdanSki" (Danziger Polenblatt) wiedergegebenen Havasmeldung soll General Hofer in einer Offiziersversammlung eine Rede gehalten haben, in der er u. a. folgendes sagte: .Wenn der Oberste Rat in Paris eine Entscheidung treffen wird, die im Gegensatz zu den deutschen Interessen stehen, sp werde ich mit allen meinen Truppen in Oberschlesien einmarschieren, die Franzosen vertreiben und das Land von den Polen säubern. Oberschlesien, von dem seinerzeit eine Bewegung ausgegangen ist. die zum Sturze Rapoleons führte, wird zum zweiten Male der Ausgangspunkt zur Wiederherstellung der deutschen Ordnung und der Wiederherstellung der deutschen Macht werden. Auf diese Meldung bezog sich die französische Aufzeichnung vom 16. Juli und die Antwortnote bed Reichsministers Dr. Rosen. Höfer erklärt, daß diese Havasmeldung von Anfang bis zu Ende erfunden ist. Höfer hat niemals eine derartige Rede gehalten. • Amerika und der Versailler Vertrag. L o n d o n, 27. Juli. (Wolff.) Die „Daily Mail" berichtet, daß der Washingtoner Berichterstatter der „Rew Bork Sun" erfahren habe, daß der Plan des Staatssekretärs Hughes, dieAnnahmeterabgeändetten Fassung- des Versailler Vertrages zu sichern, gescheitert sei, und daß ein neuer Vertrag mit Deutschland, der sich genau an die einwandfteien Teile des Versailler VerttageS halte, in Bearbeitung begriffen sei. Diese Mitteilung will der Korrespondent von einem der Regierung nahestehenden (Senator erfahren haben, dem posittv erklärt worden sei, der Versailler Vertrag sei vollständig fallen gelasien worden. Es werde erwartet, daß die Mitteilung über den mit Deutschland abzuschließenden Vertrag binnen kurzem erfolgen werde. Die Wiederaufbau- Verhandlungen. Berlin, 27. Juli. (Wolff.) In der Sitzung des Reparationsausfchusses des vorläufigen Retchswirtschaftsrates machte Reichsminister R a t h e n a u vertrauliche Mitteilungen über den Gang und den Stand der Wiederaufbauverhandlungen, sowie über die Verordnung betreffend Leistungsverbände und den in Aussicht genommenen Zusammenschluß der Leistungsverbände zu selbstverwaltenden Wirtschaftskör- pern. Den Kem der Wiederaufbauverhandlungen bildeten die Finanzierung und die Bewertung der Reparationslieferungen. Die Verhandlungen nehmen einen ungestörten Fortgang. 3m Anschluß an die Ausführungen Rathenaus sprach Staatssekretär Hirsch über die Gestaltung der deuffch-französischen Handelsbeziehungen. Aus dem englischen Unterhaus. London, 27. Juli. (WTB.) 3m Unterhause sagte der Generalstaatsanwalt in Erwiderung auf eine Anfrage wegen der Leip- zigerProzefse, er höre, daß in dieser Frage von den französischen Geschäftsträgern der englischen und der belgischen Regierung eine mündliche Mitteilung gemacht worden sei. Welche Haltung eingenommen werden solle, werde nach Beratung Der Alliierten untereinander entschieden werden. Er hoffe, daß die älebersetzung der Leipziger Urteile binnen zwei oder drei Tagen den Mitgliedern des Unterhauses zugehen werde. Chamberlain erllärte, die Großmächte würden die Gelegenheit, den Frieden im Orient herbeizuführen, mit Freuden begrüßen. Solange aber die beiden Hauptparteien mitten im Kampfe ständen, erscheine der Augmblick für den Versuch nicht günstig. Harmsworth sagte in Erwiderung auf eine Anfrage, daß sich ungefähr 25000 französische Kolonialsoldaten aus Afrika und Asien im besetzten Gebiete Deutschlands befänden. Von ihnen stammten 15 500 aus Rordafrika, 2500 aus Madagaskar, der Rest seien Anamiten, die im Transportwesen Verwendung fänden. Bezüglich einer Zurückziehung sei nichts bekannt. Lloyd George. London, 27. Juli. (Wolff.) „Dally Rews" meldet, Lloyd George beabsichttge, sechs Wochen Urlaub in Schottland zuzubringen und dann persönlich mit Balfour nach der Washingtoner Konferenz zu reisen. Der griechisch-türkische Krieg. A n g o r a, 27. Juli. (Havas.) Offizieller türkis cher Kriegsbericht. Unsere Truppen von Biledjik haben die rückwärtigen Verbindungen der feindlichen Armee angegriffen. Eskir- schehir-Abschnitl: Die erbitterte Schlacht an dieser Front wurde zu Gunsten der Türken beendet. Die Griechen wurden mit ernsten Verlusten zurückgeworfen und liehen ungefähr 800 Tote auf dem Schlachtfelde zurück. Die griechische Offensive ist aus dieser Front vollkommen zum Stillstand gekommen. — Seib-Ghazi-Ab- schnitt: Eine erbitterte Schlacht an dieser Front entwickelt sich zu Gunsten der Türken. — Uschat-Abschnitt: Eine fliegende Kolonne von 1500 tv “Hieben Reitern kam bis Kara Hissar und bemächtigte sich einer gr B>n Men e Munition. Sie idm mit 400 griechischen Gefangenen zurück. Konstantinopel, 21. Zu i (Havas ) Die letzten Rachrichten von der Front bestätigen, dah die Griechen im Abschnitt von Seid-Ghazi eine Rieder läge erlitten haben. Die Griechen sollen mit dem Rückzüge begonnen haben. Athen, 27. Juli. (Wolff.) Eine amtliche Mitteilung erllärt die türkischen Berichte vom 25. und 26. Juli über die Lage auf dem Kriegsschauplatz und alle anderen im gleichen Sinne gehaltenen Darstellungen für gänzlich unbegründet und bezeichnet insbesondere die Angabe, daß Dlledschik und Afium-Karahissar von Den Türken zurückerobert worden seien, als vollkommen falsch. Athen, 27. Juli. (Wolff.) Havas. Rach allen Meldungen ist der Widerstand des Feindes vollkommen gebrochen. Seine Verluste an Toten, Verwundeten und Gefangenen werden auf 60 000 Mann geschätzt. Die griechische Vorhut stößt auf Pie Spitze der Straße von Angora und soll weit bis Gordion gekommen sein. Der Große Kriegsrat wird über die weitere Entwicklung der Operationen beschließen. Auf dem ganzen Rückzugswege steckt der Feind seine Materiallager in Brand, die er infolge der eiligen Flucht nicht mitnehmen kann. Der Hilferuf aus Sowjetrußland. Berlin, 27. Juli. Run wendet sich auch die Auslandsvertretung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands mit einem Aufruf an alle Arbeiterorganisationen und an den Internationalen Gewerllchaftsbund, um eine Hilfsaktion für Rußland anzuregen. Die Vertretung schlägt vor, zu diesem Zwecke ein Arbeite rkomitee aus Vertretern aller sozialistischen Richtungen zu wählen. Die ^Freiheit", die diesen Aufruf wiedergibt, stellt fest, daß dieselbe Anregung bereits in der Aufforderung des Exekutivkomitees der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Parteien gegeben und, soweit die Unabhängige Sozialdemokratie in Frage komme, auch schon erfüllt Wochen sei. Entgegen der Stellungnahme des Zentralvorstandes der Mehrheitssozialdemokratie wird sich die Unabhängige sozialdemokratische Partei an der gemeinsamen Hilfsaktion der Gewerllchasten und der sozialistischen Parteien Deutschlands, die von der sozialistischen Partei- zentrale gefordert worden war, beteiligen. In Berlin ist gestern die Gattin Maxim Gorkis eingetroffen und hat in einer Unterredung mit dem Berliner Korrespondenten der „Chicago Tribüne" ausdrücklich festgestellt, daß in Rußland Bolschewisten lyxb Richtoolschewisten das Menschenmögliche täten, um das russische Volk vor denk Untergange zu retten. Rachdem die Erkenntnis, dah eine Hilfe für Rußland nur noch vorn Auslande kommen könne, durchge- drungen sei, habe ihr Mann nach langen Verhandlungen Lenins Zustimmung dazu erwirken können, daß nichtbolschewistische Russen, deren Won in der ganzen Welt als glaubwürdig hin- genommen wird, sich an die Spitze des Hilfswerks stellen dürfen. Maxim Gorki beabsichtigt, mit seiner Frau auch in Amerika persönlich für eine Hilfsaktion zu wirken. Wie Frau Gorki weiter mitteilte, hat die Massenflucht aus dem Wolgagebiet bereits eingesetzt. Sechs Millionen Menschen seien im Begriff, von dort zu flüchten. In über 18 Provinzen des europäischen Rußlands herrsche Hungersnot. Sie habe etwa 20 Millionen Menschen betroffen. (Frkf. Ztg.) Eine Wirtfchaftskonferenz der russischen Randstaaten. Kowno, 27. Juli. (WTB.) Littauische Telegraphenagentur. Am 21. und 22. Juli wurde die Wirtschaftskonferenz des Bundes der drei Randstaaten in Reval abgehalten. Mehrere Resoluttonen bezüglich der wirtschaftlichen Annäherung und der Angleichung der wirtschaftlichen, namentlich der handelstechnischen, handelspolitischen und inneren Angelegenheiten dieser drei Staaten, sowie bezüglich ihrer Beziehungen zu den dem Bunde nicht angehörigen Staaten wurden gefaßt. Ferner wurde die Frage der Beseittgung der Zollgrenzen Mischen den drei Bundesstaaten erörtert. Man kam dabei zu dem Ergebnis, dah der litauische Dertteter erflärte, daß es zwar die Zollgrenzen Mischen Estland und Lettland sofort beseittgt werden könnten, während sehr wünschenswert wäre, dazu zu gelangen, dah es aber wegen der großen Verschiedenheit der wirtschaftlichen Lage Litauens zur Zeit nicht in vollem Umfange möglich wäre. Litauen schlage deshalb vor, zur Regelung der' Handelsbeziehungen zwischen Litauen einerseits und Lettland und Eslland andererseits besondere Abkommen zu treffen, wodurch eine * Annäherung zum Freihandel Mischen diesen drei Staaten erzielt werde. Zu diesem Zwecke wurde eine Angleichung der indirekten Steuern, StaatSmonpole, Maße, Gewichte, bet Konzessionsetteilungen, des Münzsystems und der Eisenbahnverwaltungen beschlossen. Außerdem wurde eine Zusammenkunft der Vertreter Litauens, Lettlands, Estlands und Finnlands in Reval bis spätestens September zwecks Beratung über die Ausbeutung der Wälder, ferner eine Zusammenkunft von Vertretern Litauens, Lettlands und Estlands in Riga zur Beratung von Handelsfragen beschlossen. Aus dem Reiche. Dorten und Hue. Der 2I5g. Hu 6 veröffentlicht im .Vorwärts" über den kürzlich berichteten Hereinfall Dorten s, soweit seine Person hineingezogen war, folgendes: »Vor etlichen Monaten suchte mich ein Herr auf, der sich, wenn ich mich nicht in dem Hamen irre, als Der frühere katholische Arbeitersekretär Krämer aus Wiesbaden vofftellte. Er war mir bislang unbekannt. Der Herr trug mich, ob ich einen Herrn Worms (ober Wurms) kenne, was ich verneinen mußte. Darauf entpuppte sich Der Herr Krämer als einen Abge- fanDten Des .Präsidenten Der rheinischen Republik", Herrn Staatsanwalt a. S. Dorten, unD teilte mir mit: Worms sei zu Sorten mit Schriftstücken gekommen, aus Denen hervorgehen solle, daß bekannte Mehrheitssozialisten im Rheinland geneigt seien, Die Bestrebungen Dortens zu unterstützen. Die Schriftstücke trügen Die Unterschriften von Hu6 unD Sollmann-Köln. Mein Ersuchen, mir diese interessanten Schriftstücke vorzulegen, konnte Herr Krämer nicht erfüllen sie wären, wie er sagte, in HänDen von Sorten. Ich erklärte Dem Herrn, sein Chef Sorten sei einem ausgekoch- ten Schwindler auf den Leim gegangen. Wenn Sorten auch nur einigermaßen politischen Instinkt besäße, würde er den Schwindel sofort erkannt haben. Ich sei doch genügend bekannt als Feind der Zerschlagung Seutschlands In wer weiß wie vielen Kleinstaaten, wenn sie sich auch als Republiken aufmachten. Ich sei und bleibe Anhänger des deutschen Einheitsstaates mit republikanischer Verfassung und wünsche von Sorten und seinesgleichen nicht behelligt zu werden. Für den Genossen Sollmann Dürfe ich getrost dasselbe erflären, ohne mit ihm vorher Darüber gesprochen zu haben. Ser sehr bestürzte Herr Krämer erklärte mir nun, WormS habe von Sorten bereits etwa 25 000 Mark erhalten zur weiteren Fruktifizierung seiner »Verbindungen". Als ich Herrn Krämer erklärte, ich würde die Wv“ms-Sorten-Afsäre fofort Der Presse mitteilen, bat er mich, Davon Abstand zu nehmen, bis er mir Rachricht über Den weiteren Verlaus des Schwindels gäbe. Eine sofortige Veröffentlichung würde den Worms, der oer-< sprachen habe, recht bald Sorten nähere Mitteilungen zu machen, warnen und seine Festnahme verhindern. Seitdem hörte ich nichts mehr von der Geschichte, bis ich nun in der Presse lese, daß Sorten Die Fälschung der erwähnten Schrift- stücke festgestellt habe und so die Seifenblase geplatzt sei. Weder Worms noch Sorten sind mir persönlich bekannt geworden, noch habe ich iemalS die ominöfen Schriftstücke gesehen. Gewisse Erfahrungen veranlassen mich, dies noch ausdrücklich öffentlich festzustellen. Aus Ostpreußen. Königsberg, 27. Juli. (WV.) Ser P r o- vinziallanDta g der Provinz Ostpreußen nahm bei der Begutachtung Des Gesetzentwurfes über Die Erweiterung Der Selbständig keilsrechte Der Provinzen folgenden Antrag an: 1. Ser Pro- vinziallanDtag lehnt jeDe Lockerung Der staatsrechtlichen Beziehu ngen Ostpreußens zum Reiche entschieden ab. Er erkennt D(e Aeichseinheit alS berechtigt unD erwünscht an, kann Diese aber in Der Zerschlagung Preußens nicht erblicken. 2. Ser vorliegenDe Gesetzentwurf ist ein Schritt zur Zerschlagung Preußens und deshalb abzulehnen. 3. Jede Erweiterung Der Selbständigteitsrechte Der Provinzen ist abzulehnen, solange nicht Die gesamte Selbstverwaltung in Den Provinzen, Kreisen unD Gemeinden neu geregelt, sowie Die Steuerrechte Des Reiches, Dec Länder, Provinzen, Kreise und Gemeinden in einer die Leistungsfähigkeit Der Gemeinden unD Gemeindeverbände sicherstell enden Weise gegeneinander abgegrenzt wird. Ein Soldatenaufruhr in Stettin. Stettin, 27. Juli. (Wolff.) Sas Polizeipräsidium teilt mit: Rachdem bereits am Montagabend durch Angehörige des hiesigen Reichs- pionierbataillons2 die öffentliche Ruhe und Ordnung in den Grabower Parkanlagen erheblich gestött worden war und Reichrwehrange- hörige sich Der Feststellung ihrer Persönlichkeit mit der blanken Waffe widersetzten, machten am Dienstagabend gegen 10 Ahr Angehörige des obengenannten Truppenteils mit rabauluftigen Zivilpersonen in der Rähe deS Parkhauses einen Angriff auf die im Dienst befindlichen ft ä b t i - chen Polizeibeamten. Letztere sahen sich plötzlich einer größeren Menge gegenüber, anderen Mitte etwa 15 scharfe Schüsse fielen. Gleichzeitig Drangen Soldaten mit gezogenem Seitengewehr auf die Beamten ein, woraus letztere zur Abwehr des Angriffs von der blanken Waffe Gebrauch machten. Sie Ruhe und die Ordnung konnten bald darauf wieder hergestellt werden. Eine Anzahl Ruhestörer wurde verhaftet. Mehrere Verletzte wurden nach Anlegung von Rot- verbänden ins Lazarett bzw. zu ihrem Truppen», teil beto cbert Aus Stadl und Land. Drehen, den 28. Juli 1921. Die Gedenkmünze für unsere Gefallenen, fcrit deren Verkauf die Mittel gewonnen werden (ollen, um das unvollendete Werk der Anlage und Sicherung unserer Kriegergräber zu Ende zu führen, ist eine Schöpfung von der Hand des bekannten Berliner Bildhauers Professor Hermann Hvsaeus. Einfach und volkstümlich wie die Stimmung eines Soldatenliedes, wirkt die Art der Darstellung, die der Künstler t^ltc. Auf der ans \ /^SCHMUCK DEFV\ fRUHESTAETTEN> rUN5ERLR TAPE ERN HALF-WER DIE5EÖ EISENZEICHEN , r. o NAHM Doröerseite em Soldat, der sich Zweige für ein Kränzlein pflückt zum Schmuck des Kameraden- grabes und darüoer die Aufschrift i „Ich hatt' einen Kameraden". Auf der Rückseite die Inschrift: „Am Schmuck der Ruhestätten unserer Lapferen half, wer dieses Eisenzeichen nahm". Das kleine volkstümliche Kunstwerr ist in Eisen gegossen und nicht geprägt, ein Verfahren, Lurch das sein Besitzer ein Original erhält, weil für jedes Stück eine eigene Form gemacht werden muß. Da die Münze auch als Schmuck verwertet werden kann, so ist der Preis von 5 Mk. auch ohne Hinblick auf den edlen Zweck sehr mäßig zu nennen. Die Münze ist von der Staatlichen Beratungsstelle für Kriegerehrungen, Abteilung Denkmünze, Berlin AW. 7, Dorotheenstr. 48, zu beziehen. Wassersperre in Gießen. $on der Bürgermeisterei wird mitgeteilt: Aun istdieWassersperredochein- getreten. Die wiederholten Mahnungen des Wasserwerks sind von einem großen Teil der Bevölkerung nicht befolgt worden. Während im Mai durchschnittlich täglich 7472 Kubikmeter, und im Juni 8209 Kubikmeter Wasser abgegeben worden sind, betrug die durchschnittliche Tagesabgabe im Juli 9093 Kubikmeter. Die Sperrstunden werden selbstverständlich sofort aufgehoben, wenn der Wasserverbrauch der geförderten Wassermenge sich angepaht hat. fpd. Wetzlar. 27. Juli. Infolge des ^mangelnden Zuflusses von Wasser aus der Dill haben die Buderus-Werke im Dillkreis einen Hocyofen ausblasen müs- Sn". Die Gefahr, daß auch die übrigen Höchen ausgeblasen werden müssen, besteht un- sryittelbar. Die Stillegung dieser Oefen würde k6er auch die der Sttomversorgung größerer ^Gebiete des von Hessen und des Regierungsbe- glrfö Wiesbaden zur Folge haben. Um dieser !E>efahr zu begegnen, ordnete das DMenbur- •get Landratsamt eine zeitweilige Einstel- 'I u n g der Wiesenbewässerung aus Len Wassern der Dill an. Wettervoraussage für Freitag. Vorwiegend bedeckt, Gewitterregen, kühler Güdwestwino. Dor dem Kanal hat sich eine Depression entwickelt, die weitere Gewittertätigkeit in unserem Bezirk zur Folge haben wird. * Zweimal geregnet hat eS heute morgen, einmal kurz vor 7 Uhr und das andere Mal gegen 9 Uhr. Beide Male war es allerdings so, als ob man einige Tropfen Wasser auf einen glühenden Stein fallen liehe. Der Regen reichte kaum hin, den Staub der Straßen zu binden. Aach wenigen Minuten war es überall wieder so trocken wie vorher. Immerhin scheint mit dem Regen eine geringe Hoffnung auf einen Witterungsumschlag berechtigt. Die Airderschlagsmenge betrug 0,1. Gestern betrug in Gießen das Maximum 33°, das Minimum 15°. Das Temperatur-Maximum zeigte tn Frankfurt gestern mittag gegen 3 Uhr im Schatten 3 7 Grad. Es blieb gegen den höchsten bisher in Frankfurt a. M. beobachteten Stand nur um 0.5° zurück. Das war im Jahre 1911, als das Thermometer 37,5° zeigte. — Infolge der anhaltenden tropischen Hitze machen sich Krankheiten der 03er- üauungsorgane und Firbererschci.ru ngen in steigendem Maße bemerkbar. Hitzschläge kommen in zahlreichen Fällen vor. ** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 21. Juli der ordentliche Honorar-Professor an der Technischen Hochschule in Karlsruhe und Leiter der Hauptstelle für Wärmewirtschaft in Berlin Christoph Eberle zu Berlin mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 an zum ordentlichen Professor für Wärmetechnik und Wärmewirtschaft an der Technischen Hochschule zu Darmstadt. •• Das Preisschießen des am Sonntag und Montag stattgefundenen Schützenfestes zeitigte folgende Ergebnisse, bei denen wir nur die ersten fünf Preisträger aufführen. I. Fest - scheibe „Gieße n", 175 Meter: 1. Ph. Aico- laus, Gießen, 2. Liepmannsohn, Offenbach, 3. A. Kilbinger, Gießen, 4. Gg. Guth, Wetzlar, 5. Aug. Pascoe, Gießen (Dutenhofen). II. Festscheibe „Hesse n", 100 Meter: 1. K. Doller, Gießen, 2. L. Sühel, Schotten, 3. Fr. Döll, Laubach, 4. Müller, Schotten, 5. Wenzel, Wetzlar. HI. Feldmeister, 300 Meter: 1. A. Finke, Kassel, 55 Rg., 2. O. Scharps, Offenbach, 50 Rg_, 3. Liepmannsohn, Offenbach, 50 Rg., 4. Th. Wei° nert, Gießen, 49 Rg., 5. Hch. Schmidt, Gießen, 48 Rg. IV. Standmeister, 175 Meter: 1. A. Finke, Kassel, 56 Rg., 2. Aug. Pascoe, Gießen, 52 Rg., 3. Liepmannsohn, Ostenbach, 52 Rg., 4. K. Pirr, Gießen, 51 Rg., 5. K. Wigandt, 51 Rg. V. Iagdmeister: 1. PH. Aicvlaus, Gießen, 31 Rg., 2. Aug. Pascoe, Gießen, 31 Rg., 3. Schott, Grünberg, 28 Rg., 4. Friedr. Pascoe, Gießen, 28 Rg., 5. Aeumann, Schotten, 23 Rg. VI. 100-Meter-Auflegestand: 1. Enders, Laubach, 36 Rg., 2. Aeumann, Schotten, 35 Rg., 3. A. Finke, Kassel, 34 Rg., 4. Schott, Grünberg, 34 Rg., 5. Mangelsdorf, Gießen, 34 Rg. VII. Den ausgesetzten Preis für die höchste Gesamtleistung auf den Meisterscheiben erhielt Aug. Pascoe, Gießen (Dutenhofen). An den Wett- schießen beteiligten sich Schützen aus Kassel, Offenbach, Laasphe, Dad-Aauheim, Wetzlar, Laubach, Schotten, Alsfeld, Grünberg u. a. m. Vornotizen. — Tageskalender für Donners- t ag. Phys. Institut, 81/» Uhr, Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde, Worringer: Antike und moderne Plastik. — Lichtspielhaus: Ich bin du. Fata morgana. — Lichtspiele: Hyänen auf dem Schlachtfeloe des Lebens. — Aus dem Stadttheaterbureau. Der kommende Sonntag bringt den neuesten Schwank-Schlager der deutschen Bühnen „§§- Koller" von Hoffmann. Der Schwank, von Rudolf Goll einstudiert, löste, wie an allen Bühnen, auch bei seiner Erstausführung in Dad- Aauheim schallende Heiterkeit aus. Der Vorverkauf Beginnt am Freitag. — Ein großes Konzert findet Freitag, den 29. Juli, von abenhfs 8 Uhr ab auf der Schönen Aussicht statt. Dasselbe wird ausgeführt vom Wiesecker Orchester. — Eine Dariets-Kun st-Arena (mit 15 Meter hohem Turmseil) ist auf Oswalds- garten eingetroffen. gur Hundertjahrfeier der Stadtkirche zu Metzen 1821 — 29. Juli — 1921. Don Pfarrer Heinrich Dechtolsheimer. I. An der Stelle, wo die heutige Stadtkirche steht, befand sich schon im frühen Mittelalter ein Gotteshaus, das anfangs Pankratiuskapelle bann PankratiuSkirche, schließlich Stadtkirche genannt wurde. Diese alte Stadtkirche wurde im Jahre 1809 niedergelegt, lieber die Zeit ihrer Entstehung sind wir ganz im Ungewissen. Der Stadtkirchturm. der 1809 stehen geblieben ist, trägt über seinem östlichen, jetzt zugemauerten Eingang die Jahreszahl 1482, scheint also Ende des 15. Jahrhunderts erbaut worden zu fein. Dagegen scheint die Kirche selbst, wenigstens in ihrer Grundform, aus einer viel früheren Zeit zu flammen; denn sie wird schon im Jahre 1612 als baufällig bezeichnet. Im Museum des Ober- hessischen Geschichtsvereins befindet sich ein Bild her alten Stadtkirche. Aach diesem Bilde wieS bas Chor gotische Formen auf, gehört also wohl in das Mittelalter. Die alte Stadtkirche hatte eine andere Lage als die heutige. Während diese sich in der Richtung von der Kirchstrahe nach dem Hotel Einhorn erstreckt, war die alte Stadtkirche unmittelbar mit dem Turm verbunden und zog sich in ihrer Längsrichtung parallel der heutigen Kirchstrahe, so daß das Chor hart an die Stelle herankam, wo die Schloßgasse mit dem Kirchenplatz r>uTammentrifft, infolgedessen war dort die Straße sehr schmal. Die Begründung der Universität im Jahre 1607 brachte der Stadt Gießen einen Bevölkerungszuwachs. Das hatte zur Folge, daß die Kirche nicht mehr ausreichte, und so setzten denn die Bestrebungen, einen Umbau oder Aeubau herbeizuführen, mit dem Jahre 1612 ein, um erst nach einem Zeitraum von 209 Jahren zum Ziele zu kommen. Am 9. Aovember 1612 berichteten .Superintendent Johannes Winckelmann, Prediger Kaspar Finck und Diakvnus Philipp Mhlius an den Landgrafen, „daß die Kirch all- hie für so viel Leute alzu eng und klein worden, dermaßen, daß die Bürgerschaft von Studiosis und diese wiederumb von 03outen eingedrungen und auch Derbrungen werden. Ingleichen nemen die Studiosi der Weiber Stül ein, also daß sie mit den Töchtern nicht zu sitzen ober zu stehen lammen können An allen Thüren wird der eingong von Studenten und andern so von fremb- ten orten anherv kommen, versperret, zudem wann man die heilige Communion halten will, ist umb den Altar so eng und ein solch gedreng, daß keins vom andern ab oder zugehen kann, voran, wenn die Communion ziemlich groß und toeitleufftig ist. So ist one das alles die Kirch unansehnlich, bawfällig und das "Gemäuer sehr zerbrechlich, wie wir im auaenschein gesehen, daß, alh man zu einem Fenster brechen wöllen, da ein Stein loß zu machen, zehn oder zwanzig nicht on Gefahr des Maurers hernach gefallen. Darneben bann auch bieh beschwerlich, daß weil bic Kirch an einem orth an offnem Weg ober strahen flößet, die Werktag sodann auch die Sonntag nach Mittag von wegen des vielen vorüber- farens und gerhelplazens auch anderm gedoh den Leuten, deren Oren das gehör und ver- standt der Predig zum guten Theil genommen wird." Die Berichterstatter kamen zum Schlüsse, daß eine große und ansehnliche Kirche neuerrichtet werden müsse. Der Landgraf ging auf diese Anregung ein und beauftragte den Hauptmann Johann Wolfgang von Weitolshausen genannt Schrautenbach, mit dem Rate zu verhandeln. Es scheint, daß damals in Gießen die Aeigung bestanden hat, einen Aeubau auszuführen; denn Schrautenbach fügte seinem dem Landarafen erstatteten Berichte einen .Zettul" bei, nach dem in Gießen an freiwilligen Beiträgen für den gedachten Zweck 5309 Gulden gezeichnet worden waren. Die Stadt selber war dabei mit 4000 Gulden beteiligt, die Zünfte hatten namhafte Summen gezeichnet, das gleiche war von einzelnen Bürgern geschehen, Johannes Ebe! zum Hirsch steht mit 20. Melchior Stohr mit 10 Gulden auf der Liste. Da jedoch ein Baufonds nicht vorhanden war. so hoffte man, von Fürsten und freien Reichsstädten Augsburgischer Konfession unterstützt zu werden. So war diese Sache anscheinend im besten Gange, aber nun geschah, was sich später öfters wiederholte, Bürgermeister und Rat setzten trotz ihrer Bewilligung den hvchfliegenden Plänen der Geistlichen einen Dämpfer auf. Am 14. Februar 1613 sandten sie an den Landgrafen ein Schriftstück, baä heute noch wegen der darin zutage tretenden Schlauheit stille Heiterkeit weckt Wir lesen da. „6tP Fstl Gn. genedige und christllche Wolmeinung, den neuen Kirchenbaw alhie be- neben Copien eines offenen Patents die er Hebung der Collecten betreffenbt haben wir in unter- hängiger, gebärender Revereirz empfangen. Ob nun, gn. F. und Herr, wir nichts Lieberes aus- fuhren möchten, wenn eS in unferm vermögen Landkreis Gießen. * Lollar. 26. Juli. Das Andenken von 23 im Kriege gefallenen Mitgliedern ehrte die Sängervereinigung Lollar durch Errichten einer Ehrentafel, welche am Sonntag eingeweiht wurde. Aachrnittags wurden Kränze an den Gräbern der auf dem Friedhof ruhenden Krieger niedergelegt. Den Schluß bildete eine schlichte Feier im Saal „Zur Linde", wo die Ehrentafel und die Bllder der Gefallenen geschmückt mit Blumen und Waldesgrün aufgebaut waren. Die Rede hielt Dekan G u h m a n n. Das Schlußwort sprach Herr Bürgermeister Schmitt. Kreis Lauterbach. Beim Baden ertrunken. 0 Schlitz, 27. Juli. Beim Baden in der Schlitz ist gestern nachmittag ein bei dem hiesigen Post Vorsteher zu Besuch aus Groß-Gerau weilendes 17jähriges Mädchen ertrunken. Da das Mädc^n eine gewandte Schwimmerin war, ist anzunehmen, daß ein Herzschlag oder Krampfanfall die Urfache des Ertrinkens gewesen ist. Zur Stelle war nur noch eine Freundin des Mädchens, die auch schwamm und sich vergeblich alle Mühe gab, die Ertrinkende zu retten. Die Leiche konnte erst einige Stunden nach dem Unfall geborgen werden. Die Schlitz ist an der Stelle sehr tief und hat fast stillstehendes im Verhältnis zur Umgebung sehr kühles Wasser. Das Baden erfolgte zudem in den heißesten Mittagsstunden, so daß die unvermittelte starke Abkühlung den Tod verursacht haben dürfte. Kreis Friedberg. Butzbacher Gewerbeausstellung. Butzbach 27. Juli. Butzbach, das altertümlich Heslenstadtchen, feierte kürzlich sein 6 0 0. Stadtjubiläumsfest. Arden der offiziellen Feier, die unter Teilnahme der Staatsbehörden bereits Mitte Juli stattgefunden hat, wird von den Gewerbetreibenden Butzbachs eine Jubiläumsausstellung veranstaltet, die ein Bild von der wirtfchasllichen Entwicklung des betriebsamen Butzbach, des „Essen von Oberhessen" geben soll. Wenn auch die altberühmte Butzbacher Lederindustrie nicht in der Sage zu sein glaubte, sich an der Veranstaltung, für deren Vorbereitung nur kurze Zeit zur Verfügung stand, zu beteiligen, so haben doch alle übrigen Gewerbe ihr Bestes getan, um würdig vertreten zu sein; und auch die Butzbacher Großindustrie, in erster Linie die Meguinwerke, lieh sich die Gelegenheit nicht entgehen, aus Lokalpatriotismus die Ausstellung zu beschicken. So wird in intimem Rahmen und in trefflichen Ausstellungsräumen ein guter Einblick in die hessischen Ge- werbeverhältnisse geboten werden, so daß die Hoffnung der fleißigen Butzbacher Gewerbetreibenden, in den Tagen der Ausstellung von 30. Juli bis 15. August aus den Aachbarstädten recht zahlreiche Gäste in dem sehenswerten alten Städtchen begrüßen zu können, wohl in Erfüllung gehen wird. Für Unterhaltung durch Konzerte, gesangliche Darbietungen und turnerische Vorführungen. einen gutbesehten Vergnügungspark, Tanzbelustigungen usw. ist reichlich gesorgt. An einigen Tagen soll auch das Trachtenspiä „Die Hüttenberger", daS seinerzett bei der Erstaufführung einen wirklich berechtigten großen Erfolg hatte, während der Ausstellung gegeben werden. bz. Butzbach, 27. Juli. Gegen 1 Uhr wurde gestern mittag der hiesigen Feuerwehr ein W a I d- ranb gemeldet. Aach sofortiger Benachrichtigung der hiesigen Hundertschaften der hessischen Schutzpolizei rückte sofort ein Kommando mit Kraftwagen an die Brandstelle an der Schützen- Halle, wo eine große etwa 10 Morgen umfassende Grasfläche in Flammen stand. Durch energisches und sachgemäßes Eingreifen wurde ein Wald- brand von vielleicht gewaltiger Ausdehnung verhütet. Außer dem dürren Gras fielen einige Obst bäume dem Brand zum Opfer. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 26. Juli. Dem Fabrikbesitzer Ingenieur Karl S t e i n m ü 11 e r in Gummersbach wurde auf einstimmigen Beschluß von Rektor und Senat auf Antrag der Abteilung were, den ganzen Verlag zu diesem christlichen hochnötigen Kirchenbaw zu thun wie auch die Collecten gebürendermahen durch qualifizierte Personen einzusammeln erbotig, wann wir aber in Dorsorg stehen, daß wenn zuvorahn E. Fstl. Gn. nicht, sondern wir als die Baw- und Zahlherrn solches costsamen baues sollten angeben werden, das der Zuschuß, so E. Fstl. Gn. genebig versprochen, wie auch unsere verwilligte 4000 Gulden beneben ben Collecten solches nicht ertragen möchten, were uns ohnmöglich, solchen Kirchbaw auszushüren, welches bann hochbedenk- lieh, -lieber das vermöchten wir nicht in diesen geschwindten teuren Zeiten fhurleuth, so hier Holz, stein, kalck und andere notturfft zufhürten, zu überkommen, denn wir schwerlich Ackerleuthe zu unfern geringen Cenberei unb feltboben bekommen mögen. Demnach E. F. G. unbterthenig bitten, biefelben wöllen .genebig geruhen unb als ein Vatter bes Datterlanbes ben Kirchenbaw uf sich nehmen, finbt wir schuldig und willig nicht allein die versprochenen 4000 .gulben, sondern fo wir was mehr vermöchten, beneben ben Collecten zu- -uschießen unb alle mögliche Hülff und Vorschuß zu thun. Solches gereicht E. F. G. zu immer- wehrendem hohen Preih, Lob' und ehrn unb wirbt es auch Gott berfelbigen hier zeitlich unb Dort ewiglich reichlich belohnen." Aaiver konnte man dem Landgrafen nicht anfinnen, .als ein Datier deS Datterlands den Kirchenbaw uf sich zu nehmen." Der Dreißigjährige Krieg trat allen Plänen dieser Art hindernd entgegen. Aber schon 1653 tauchte wieder der Plan auf, einen Umbau vvr- zunehrnen. Die Ausführung erfolgte in den Jahren 1657 58. Der "Voranschlag über die auS- zuführende „Mäwrer Arbeytt" ist noch erhalten, man gewinnt daraus jedoch kein rechtes Bild. Im wesentlichen scheint es sich darum gehanbett zu haben, das Chor zu erweitern und bic Ckifriftci aus ber Kirche hinaus zu verlegen. Damit toartn die Mißstänbe aber nicht behoben, 1676 wirb geklagt, bafi bie Schüler bes PäbagogiumS auf ber Orgelempore keinen ausreichenden Platz hätten. 1714 wollte man durch eine Lotterie bie Mittel zu einem Aeubau beschaffen, auch btefer Plan kam nicht zur Ausführung. Abermals ruhte bic Sache nahezu 70 Jahre, bis sie auf daS Drängen deS Gießener Konsistoriums unb ber Geistlichen toieber in Fluß kam. Am 11. Dezember 1781 richtete bas Konsistorium an bie beiden Pfarrer Dietz und Müller ein Schreiben, in dem lebhaft über ben Kirchengesang geffagt wurde. Dietz und Müller bestäligten diese für Maschinenbau ber techn. Hochschule in Aner» Ecnnung seiner großen Verdienste um bic Entwicklung ber Äeffelinbuflric in Deutsch- lanb insbesondere um die Einführung der Wasser- rohrkessel die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen. Kirche und Schule. Heimatkundliche Studiensahrt deutscher Lehrer in Hessen. Gießen, 27. Juli. Der letzte Tag, ben Uic beutschen Lehrer in Gießens gastlichen Mauern zubringen, ist angebrochen. Der sonnige Morgen ist für eine photographische Aufnahme günstig, die auf ber Treppe bes alten Schlosses erfolgte Mit warmen Worten begrüßte hierauf Direktor Baur vom Gymnasium bic in ber QTMa versammelten Kursteilnehmer, und Prof. Helmke, ein bewährter Altertumsforscher hiesiger Gegend, sprach in fesselnder Weise über bic in die Wetterau vvrgedrungenen Römer und über die Anlage des Limes, im DolkSmunde Psahlgraben oder Heiden - graben genannt. Am Aachmittag wurde ber noch gut erhaltene Pfahlgraben mit seinen Der- teibigungswerken, soweit sie noch nachweisbar sind, auf dem Gang nach dem Kloster Arnsburg besucht. Diese herrliche, ihresgleichen suchende Klosterruine löste allgemeines Erstaunen unb hohe Achtung aus vor ber überwältigenden Kraft unb Schönheit bieses Baues. Zu Ehren ber scheibenben Gäste hatte ber Gießener Lehrerverein einen gemeinsamen Abenb veranstattet, dessen vornehmes, fast allzureiches Programm allgemeine Zustimmung fanb unb, um ber Iugenb zu ihrem Rechte zu verhelfen, schließlich noch gekürzt werden mußte. Alle Mitwirkenden gaben ihr Bestes, doch seien besonders hervvrgehoben bie mit Gefühl unb gutem Dortrag bargebotenen Lieder der Frau Müller-Bangert und bie formvoll■ enbeten Rezitationen des Herrn Fran! Dir Lieber bes neugegrünbeten gemilchten ChvrS bet Gießener Lehrervereins gefielen gut, fo bah mar sich zu einer Zugabe verstehen mußte. Auf bii Begrühungsworte deS Vorsitzenden antwortete in launiger Weise Herr Inihki - Berlin. Gin flotter Tanz hielt bie Mitglieber noch einige Stun» ben zusammen. Die Teilnehmer ber Heimatkunblichen Stu- bienfahrt, bie ihr Weg über Bübingen unb Gelnhausen zunächst nach Darmstabt führt, schaiben Hausen zunächst nach Darmstabt führt, scheiben von ber ilniOerfitätdftabt Gießen mit bem Gefühl, nicht bloß Anregungen ber verschiedensten Art, sonbern auch köstliche Stunben hier verlebt zu haben, insbesondere wirb auch dieser letzte Abend noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. ♦ + Gedern, 27. Juli. Aachdem bei bem hiesigen Iugendfeste zur Oberschlesierhilfe noch 100 Mark gesammelt werben konnten unb bie Gemeinbe 200 Mark bewilligte, beläuft sich bas Gesamtergebnis ber Sammlung auf 1276,96 Mark. Landwirtschaft. Die Ernteaussichten. Heber bie Wirkungen der anhaltenden Dürre der letzten Wochen auf bie Ernteaussichten erfährt bas „Bert Taaebl." auS bem Reichsernährungs- minifterium, bah trotz ber Trockenheit beim Brotgetreide eine gute Mittelernte zu erwarten fei. Dagegen seien erhebliche Schädigungen bei ber Gerste unb beim Hafer zu verzeichnen. Sollte bt< Dürre weiter anhalten, so ist ein ungünstiger Ausfall ber Gerste- unb Haferernte zu befürchten. Sehr schlecht sind bie Aussichten für bie Kartoffelernte Aus fast allen Teilen deS Reiches wird gemeldet, dah die Kartoffelpflanzen vielfach abflerben. Weiter hat die Dürre auch verheerend auf die Futter- ernte eingewirkt. Briefkasten der Redaktion. $. S. Unseres Wissens kann der Hausherr den Wohnungstausch nicht verbieten. Wir raten Ihnen jedoch, sich an das Wohnungsamt zu wenden. Wahrnehmung und sagten, die Ursache liege in der ganz und gar abgängigen Orgel, die zudem an einem Orte stehe, wo sie die „verbauten Gegenden der Kirche" nicht ausfülle. Man solle eine neue Orgel beschaffen und die ganze Kirche ausbessern. Der Ingenieurhauptmann Müller wurde beauftragt, über Den Zustand ber Kirche ein Urteil abzugeben, er riet zu einem Aeubau unb lieferte hierzu im Jahre 1785 einen Plan. Wie man sieht, nahm man es auch damals mit ber Sache nicht eilig, und halb war alles wieder im Sande verlaufen. Im Jahre 1801 machten bie Pfarrer abermals auf ben jämmerlichen Zustand des Bauwerks aufmerksam, und ber Stabtpräzeplor unb Organist Rinck erklärte, auf der Orgel fast nicht mehr spielen zu können. Wieder zogen sich die Verhandlungen jahrelang resuttalloS hin, da machte im Jahre 1808 ber Kirchen- und Schulrat zu Gießen, eine im Jahre 1803 neugeschaffene Dehörbe, bem setthcr geübten dilatorischen Verfahren ein Ende unb trug beim Ministerium darauf an, bah bie Ausbesserung der Kirche ungesäumt in Angriff genommen werde. Dieser Antrag wurde genehmigt Da zu jener Zeit von einer Selbstverwaltung der Städte nicht die Rede war, so setzt eS nicht weiter in Erstaunen, baß eine Behörde, bie nicht ber eigentliche Bauherr war, kurzer Hanb einen Umbau betret iert Aach ben heutigen Begriffen hätte bie evangelische Kirchengemeinde Greßen daS Recht unb bic Pflicht gehabt, bauliche Veränderungen vorzunehmen, eine Kirchengemeinde im heutigen Sinne gab eS aber damals nicht Wie nötig eine Reparatur war, geht auS einer Bekundung des DachdeckermeisterS Pimper vom April 1803 hervor, wonach es an allen Orten durch das Dach regnete. Die Sparren waren verfault, der Rost hatte bie Aägel vernichtet, und wenn man eine Schiefer festnageln wollte, so lösten sich durch die Erschütterung zehn andere los. Bauverwalter Spahr und Maurermeister Schenck, beide auS Lich. untersuchten daS Mauerwerk, und fanden, daß die Mauern nicht mehr lotrecht standen. Aach mehrfachem hin und her entschied ber Grvhherzog, dessen Wille damals in solchen Sachen ausschlaggebend war, bah ein Aeubau vvrgcnommen werben solle. Der Major unb Lanbbaumeister Sonnemann würbe beauftragt einen Plan zu entwerfen, was auch geschah, die Baull>sten wurden auf 60 000 Gulden geschäht Das Wichtigste an diesem Plane war. daß er ber neuen Kirche die Lage gab, die die Stadtkirche heute hat Behördliche Anzeigen Mein bei de» hsesierhilft ben tonnten unb ügte, beläuft sich hing auf 1276,96 idaktton. IM der Hausherr W Dir Wien Wohnungsamt ju ten. nholtenden Surrt Msichten erfährt eichscrnährungs- iljeit beim 3rof- iii ertparten fei. jungen bei der ihnen. 6oUie bi( ungtaWger ÄuS- ii befurchten. Sehr )ie Kartoffelernte ,eS wird gemeldet i absterben. ®ei* ib auf die Futter- BL 3"«c- . Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie an der OrtSstrahe in Staufenberg liegt bei dem Postamt in Lollar von heute ab 4 Wochen aus. 8259D Dietzen, den 28. Juli 1921. Telegraphen-Bauantt. ’ Ursache^"' Orgel, die-ude" herbautcn @c9cn '®an solle eme uw ®* “£ awjö Ä* Äq rium dar- rrde- non i Mer o ^cbe ite nicht o» j delret^M cht und DVV & Zinne ga° -Al aus tr vE/-iinper s®5 S-S5 rÄff* tS** VimWefiMfljelfi? , altert zuerst daS Gesicht und erst viel spater Arme, Schullern und Haden usw? Um diese Frage zu beantworten, muh man toettcr fragen: Wirb bad Gesicht anders behandelt 5* die übrigen Körperteile? Und da haben wir die Losung sofort: Das Gesicht wird HLufiger und auch stärker mit Wasser und Seife behandelt. Der Organismus bildet Fell und sondert durch die Haut Fell ab. Dicht um diesen wertvollen Stoff zu verschwenden, denn der Organismus verschwendet nichts, sondern um die Haut yx schützen Die Seife aber löst Fett auf, verwandelt eS ebenfalls in Seife. Gerichtsfaal. Frankfurter Sondergericht. Frankfurt a. M-, 26. Juli Bei der Der- nehmung der Angeklagten gibt der Schriftsteller Kunz an, eine Rote Armee habe nie bestanden. Dei dem Kapp-Putsch habe er sich allerdings offen dazu bekannt, bah man der Spanbauer Arbeiterschaft Waffen geben solle, um die Kapptruppen zu entwaffnen 3m Juli beS vorigen Jahres sei der Parteibeschluv zur Auflösung der Organisation erfolgt. Gr sei damals als Dericht- ersiatter zu einer Konferenz nach Aiga gesandt worden und mit den Führern der russischen Bc- wegung in Berührung gekommen. Bei der Ruck- kehr nach Berlin habe er auS Plakaten ersehen, bah er verfolgt wurde. Da fei er nach Eüd- beutfchland, zunächst nach Heidelberg gegangen, wo er sich unter dem Damen Schmidt aufhielt. Gr sei bann mehrmals nach Frankfurt gekommen unb habe hier rein politisch gearbeitet. AuS einem Dokument, das dann verlesen wird, geht hervor, bah an die Exekutive leiten« bes Dritten Bezirks bet Antrag gestellt wurde, bah alle mit den Waffen ausgebildete Genossen den Kampf für die 3d een des Kommunismus aufnehrnen und sich auS diesem Grunde zum Beitritt des Sportvereins der K. 2L P D. verpflichten sollten. Der Angellagte Lehmann wird über Schriftstücke und Bücher vernommen, die gefunden wurden. Das sogenannte schwarze Heft, in dem von Gruppeneinteilung, einem Tribunal usw. die Rede ist, habe seinem gesamten Inhalt nach sich nur auf ein EinladungSshstem für Versammlungen bezogen. Die Gintragungen, so sagt Lehmann, hätten sich nur auf Vorgänge beim Kapp-Putsch bezogen. Als der Kapp-Putsch in die Brüche ging, habe er das Buch mit nach Haus genommen. .Vereidigt wurde bei uns niemand, das machen nur Idioten." Vors: .Wir haben aus anderen Prozessen fcftgefteUt. dav doch eine Art Vereidigung stattfand, wenn auch nicht auf Tott." Zu den Munition s- undWaffensunden erklärt Lehmann, bah bei ihm bcr flüchtige Meyer- Heinz gewohnt habe, den er für einen Spitzel halte, und dem die Sachen gehörten. Als die Polizei die Lehmannsche Wohnung durchsuchte, sah Frau Lehmann auf einem Holzstuhl, unter dessen S i tz die Dynamitpatronen usw. verborgen gefunden wurden. Dors.: .Wie erllären Sie sich, bah sich unter bem Stuhl, auf bcm Ihre Gemahlin in so sinnvoller Weife Platz genommen hatte, bie Gegenstände fanden?'' Angell.: .Ich vermute ,dav mich Meyer- Heinz verdächtigen wollte." Mehrfach wurde bann in ber Verhanblung erwähnt, bah bie Bezeichnung I. K. 6. Internationale Kommunistisste Partei bedeuten sollte Der Angellagte Schwarz, der sich als Anarchist- Kommunist bezeichnet, will Gründer dieser internationalen kommunistischen Organisation gewesen sein. Die Vernehmung der Angellagten B aride l m e e s und F o r t s ch ergibt nichts Besonderes. Frankfurt, 27. Juli. Bei bcr Vernehmung ber Arbeiterin Simbol wirb erwähnt bah in einem Paket, das an der Innenseite der Dückwand chrer Waschkommode gefunden wurde u- Meter Zündschnur. 20 Rollen Dynamit, 13 Zündkapseln und Schriftstücke enthalten waren. Dlan fand es erst bei einer zweiten Durchsuchung. Don dem Inhalt des Pakets will die Angellagte nichts gemuht haben. Der Schuhmacher Leopold Herz st ein aus Warschau bestreitet eine Teilnahme an einer beutschnat tonalen Versammlung, die von Kommunisten in Frankfurt gesprengt wurde. Die -Polizei soll aber festgestellt haben, bah er sich am 7. Dezember v. I in einer solchen Versammlung befand. Der Angellagte Herwegh will vor dem Krieg einer anarchistisch-kommunistischen Föde- ration angehört haben. Als er von feiner Teilnahme am Krieg berichtet, erzählt er. bah er nutzer eines Felbwebels hinter ber Front ge- toefen fei und das Gifeme Kreuz bekommen habe, well er dem Feldwebel eine Ehaiselongue und eiu.Patentbett aufgearbeitet habe. (Heiter- teit) Vors.: „Reden Sie nicht zum Fenster Hf. rt deutsch« • fijlj den Sie llui)en Xaurn. DlUligt MÄflen Ole Xpx tourfie der noch ? seinen 2er, Heisbar sind, .^knsburg suchet ton« unb hohe ^ Straft unb drr scheidenden herbertin M helfen vor- mm ungemeine Md zu ihrem ? Mrzi werden ihr bestes, in die mit ©t- »itn Lieder der 5 die formvoll. ' Sunl Di« i)ten Thor- bet jut, so bah mar muhte. 'Lus bu en anttDortite i» i* "Berlin. §in noch einige ©tun- itkundlichen 6hi- >ingen unb Dein- ' fühtt, schaiden 1 führt, scheiden mit dem Tesühl, chiedensten Art, hier verlebt zu fei letzte Abend trung bleiben. Bekanntmachung. J^ro- ,^*er wiederhollen Mahnung ist der Wassewerbrauch nicht zurückgegangen, sondern hat sich in den letzten Tagen noch erhöht. Wir find daher gezwungen, die Wasserleitung abends abzusperren, ^alls dennoch der Wasserverbrauch nicht zurück- geht, werden die Sperrstunden noch Wetter au s - ,gedehnt Um lebenswichtige Betriebe nicht füll zu [egen, werden einige Strahenzüge nicht abge- , schallet. Die Anwohner dieser Strahen werden ersuchl, bie Zapfhähne während der Sperrzeit ^geschlossen zu halten. 82786 1 Giehen. den 27. Juli 1921. Städt. Gas- und Wasserwerk. Sie ding. Freibank «ZÄH» Verkauf von 1 Uhr ab. | 28. 7. Wechsel auf Schweizer Franken L. 82530 erlauot. wendet, so erhält man kostenlos eine interessant geschriebene Broschüre, in welcher das alles vieil ausführlicher llargelegt wird, als es der Raum, der mir für diesen Artikel zur Verfügung steht. 100 100 100 100 100 1 100 Fk. w flr. Ar. Fr. Holland. . Deutschland Wien . . . Prag . . . Pari» . . . London . . Italien . . Brüssel . . Budapest . Neuyorn. . Agram. . . Bukarest . Miiller'sche Badeanstalt. Wasserwärrne ber Lahn am 28. Iuli: 20° R. 189.- 7.75 7.65 47.10 21.80 26.10 46.- 1.70 610.- 3.50 7.90 Vergessen Sie nickt flr die Keine 1 Tube Zahnpasta „Hu. Zu (Dr. Bahra berühmtes Zahnpulver „Nr. 23 "'m Pasten1- form) elnsnfcnnlen. In dcnvelb.Verkanfsstell.vorrÜL Frankfurter Obst- unb Demüsemarkl. Frankfurt a. M.. 27 Juli Auch beute waren die Hallen, weil ausländische Zufuhren ausgeblieben waren, fast leer. Dur auf bem Börneplatz waren von Griesheim unb Blombach geringe Zufuhren eingetroffen unb wurden zu hohen Preisen schnell geräumt Auch die Zufuhren an Obst waren sehr gcrinq. Prei'e föst. 3m Drohhandel wurde bezahlt: Birnen 2 50 bis 4.50 Mk., Aepfel 2.80—3.50 Mk., Falläpfel '0.60 Mark, Pllaurnen 3.50—4.00 Mk., Aprikosen 9.00 di» 10.00 Mk.. Pfirsiche 7.50—9.00 Mk, Mirabellen 7.00-9.00 Mk., Reineclauden 4.50—7.00 Mark, Heidelbeeren 3.20—4.00 Mk, Tomaten 1 8) biS 2.50 Mk.. Tomaten, deutsche, 3.50—4.00 Mk.. Salatgurken 3.50—7.00 Mk., Senfgurken 080 bis 1.00 Mk., Salzgurken 0.25—0.35 Mk. kleine 0.20 bis 0.25 Mk.. Wirsing 1.50—2.50 Mk., Rotkraut 2.50 Mk., Römisch Kohl 1.20—1.50 Mk.. Salat 0.50—1.20 Mk., Endivien 1.20—2.00 Ml.. Gelbe Rüben 1.50—1.80 Mk., Kohlrabi 0.80—1 2? Mk , Zwiebeln 1.00—1.50 Mk., Kartoffeln 1.00—1.20 Mark, Erbsen 2.20—3.00 Mk., Bohnen 2.50 bi« 3.00 Mk., Rettiche 0.80—1.20 Mk. per Stück. 7.35 0.70 7.65 47.05 21.80 24UX) 45.90 1.675 608.- 3.40 7.80 . 100 $t. . 100 Ar . 100 | . 100 flr. . ioo e. - Märkte. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Beilegung des rheinischen Milchstreiks. Mainz, 27. Iuli. (WTB ) In einer im Regierungsgebäude unter dem Vorsitz des Präsidenten oeS Hessischen LandesernährungsamteS. II c b c l, stattfindenden Sitzung ber süddeutschen Behörden unb ber rheinisch-hessischen Landwirte einigte man sich nach vierstündiger Beratung auf einen M i l ch st a l l p r e i s von 2,60 Mk. daS Liter Der rheinische Milchstreik wird damit beendet fein. Der Reiseverkehr nach Kärnten. Klagenfurth, 27. Iuli. (WTB) Durch Verordnung der kärntnischen Regierung ttrerben die bisher geltenden Vorschriften für den Reise- verkehr nach Kärnten und für den Aufenthalt dort aufgehoben. Ein politisches Attentat in Konstantinopel. London, 27. 3uIL (WTB.) Reuter meldet, bah der Führer der kürzlich in Konstantinopel eingetroffenen Handelsdelegation von Asabeid- schan, der ehemalige Minister deS Innern B e b u b de War schid, beim Verlassendes Theaters erschossen wurde. Der Täter konnte verhaftet werden. Hungersnot und Lepraepidemie in Amerika. London, 27. Iuli. Reuter weist auf die aus Washington kommenden Meldungen hin, wonach weite Gebiete ber Daumwollbezirke so gut wie von einer Hungersnot und gleichzeitig einer Art Lepraepidemie stehen Der Präsident Harding ersuchte die Behörden unb die Vertretung des Roten Kreuzes, sofort eine Unter- suchung anzustellen, um Mittet zur Linderung bet Dot ausfindig zu machen. Man erhält sogar, wenn man darum ersucht, kostenlos eine kleine Probe ber .Marylan-Ereme" und kann sich durch den Versuch, der in bcr Broschüre näher beschrieben ist, überzeugen, bah es keine blohe Theorie ist, wenn ich sage, bah Seife bie Schönheit verdirbt, Marylan aber sie erhält und toieberbringt Besonders möchte ich diesen Versuch auch allen denen empfehlen, die an Hautunreinig- feiten leiden, zu denen ich nicht nur Mitesser unb grauen Teint, sondern auch andere Schönheit^ fehler rechne. Ich empfehle sofort zu schreiben, da die Firma diese Gratisproben nur kurze Zeit abgeben wird. Die genaue Adresse ist: Marylan - Vertrieb, Berlin Dr. 248, Friedrichstr. 18. („SID Gebr. Flaschen 15 000 ganze Literflaschen billig zu verkaufen, -Ltr.-v o xbeutelfla sch en, '/.»Ltr^Schlegelflaschen zu kaufen gesucht. 3» ©Utfteitl, Flaschengroßhandlung, Frankfurt cu 3JL, Kiesstratze 13. 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Der Spekulationswut des Publikums geben die sich in einzelnen Papieren abspielenden Majoritätskämpfe, wertvolle Bezugsrechte, Gratisattien sowie Gerüchte von der Gewährung solcher täglich neue Anregung. Heute war das Geschäft wiederum in den zu Einheitskursen gehandelten In- dustrieattien und unnotierten Werten ganz besonders umfangreich, so bah für die Mehrzahl weitere, teilweise ansehnliche Kurssteigerungen eintraten. Die Kursfeststellung hat sich erneut erheblich verzögert Die Kauflust richtete sich vornehmlich auf Textil-, Bau-, Porzellan- und Ma- schmenfabrikaktien. Von unnonerlen Papieren wurden Meyer-Kaufmann, Halbach und Wolff erneut in die Höhe getrieben. In den zu schwankenden Kursen gehandcllen Papieren war das Geschäft gleichfalls umfangreich, so dah für die Mehrzahl ber führenden Spekulationspapiere Kursaufschläge von 10—15 Proz. unb für Goldschmidt, Harpener, Augsburg-Dürnberger. in denen sich neben Orenftein u. Koppel, Deutschen Waffen und Sachsenwerk die Hauptumsähe ab- spielten, solche von 25—35 Proz. sich ergaben, bie sich bei Augsburg-Dürnberger in raschen Sprüngen schliehlich auf 60 Proz. erhöhten. Die übrigen Marktgebiete einschliehlich der Devisen waren wenig verändert. Frankfurt a. M., 27. 3uIL Börsen- st i m m u ng s b i l d. Zu den bevorzugten Werten an der Abendbörse gehörten Gebrüder Fahr, welche mit 450—452 urngesetzt wurden. Man nannte ferner Ernag bei groben älrnsätzen 430, ferner Hansa Lloyd 163, Benz-Motoren 236, Rastatter Waggons. 426. Dach Ph. Holzmann machte sich stürmische Dachfrage geltend. Fest lagen besonders Frankfurter Hof, Löhnberger Mühle. Lo- komotivf.. Krauh, Brauerei Eichbaum, Brauerei Rettenmeyer-Tivoli. Angeboten waren Spiegel und Spiegelglas. Harpener konnten sich behaupten, Gelsenkirchen, besonders Rheinstahl fest, 593, Lahmeyer, welche wieder stärker gefragt sind, stellten sich auf 272, Licht und Kraft auf 243,75, AEG sehr fest, 324, Chemische Werte waren wenig verändert, nur Elberfelder Farben schwächten sich etwas ab, 357. Ausländische Werte still. 5proz. Goldmexikaner 805, Deutsche Petroleum &35. Es notierten ferner Chem. Holzverkohlung 499 rationiert, ferner Hanfwerke Füssen 510 plus 10 Prozent, Maschinenfabrik Karlsruhe 650, Schleuhner Frankfurt lebhaft, 261. Die Börse schloh lebhaft bei fester Tendenz. , 5 ran ft f u r t a.. UL, 28. Full Börsenkurse. Frankfurt Berlin Abend- Abend- Schluh- Schluh- hrnaus “ Angell „DaS tue ich nicht.' Bors.. „Doch, das war nicht für das Gericht bestimmt." Herwegh will noch Mitglied der I. K O. sein. Bei dem Angellagten ^aschttristen H i 11 e r wurden Waffen gefunden, fein Dame erscheint in dein schwarzen Heft als Mitglied des Tribunals. Davon will Httter keine Kenntnis besessen haben. Lehmann erläutert, bah in .bem Duch alle Damen ber Genossen standen. Das Tribunal sei bas gewählte Erekutivkomitee gewesen, bas über Anträge über den Ausschluh aus der Partei zu entscheiden hatte. Während ber Mittagspause bekam der Angellagte Lehmann zwei eplleptische Krampfanfälle. Zur Erörterung gelangt in der Dach- mittagssihung. bah nach der angeblichen Auflösung ber K O. noch strategische Aufgaben gestellt würben. Armbrecht und Kunz wollen hiervon keine Kenntnis besessen haben. Die weiteren Erörterungen beziehen sich ebensalls auf die Frage, ob nach dem 4. August in Berlin noch eine militärische Organisation der Kommunisten bestand. Der Vorsitzende bringt dann einen Öitua- tionsbericht ber Reichsleitung aus den gefundenen Schriften zur Kenntnis. Da heiht es u. a.: Es sind im Reich verschiedene Bewegungen ausgelöst, ohne unsere Parole abzuwarten. Dadurch ist für uns eine sehr kritische Situation geschaffen. Solche Aufstände sind im Ruhrgebiet, in Mittel- und Westdeutschland zu verzeichnen. Wir müssen in nächster Zeit die politischen Parteien zur Aktion zwingen. Die AbtellungSleiter sollen ermächtigt werden, die Waffenlager der Reaktion, insbesondere der Orgesch aufzuheben. — Dann werden die weiteren Angellagten Schreiner Rudolf Schwarz und Schreiner Iosef Dufrain vernommen, womit ber -weite Verhandlungstag schloh- Dermtfdites. • Gleiwitz, 27. Iuli. (Wolff.) Zu ber Efiplosionskatastrophe der Pulverfabrik Kriewald wird noch gemeldet: Man sprengte am Montag einen Wagen Salpeter, ohne bah sich Zwischenfälle ereigneten. Am Dienstag vormittag um ’/210 älhr erfolgte abermals eine Sprengung. Hierbei müssen Sprengstücke in das Hauptwerk geraten sein, die bie Katastrophe hervorgerusen haben. Die Zahl der Toten beträgt 18, zwei Personen werden noch bermlht Unter den Toten befindet sich auch der leitende DetriebSingenieur Dr. Ponsdorf. Kunst und Wissenschaft. — Die Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte E. V., der bekannte, seit 1904 in Leipzig bestehende bedeutendste genealogische Fachverein, ist kürzlich in die Deutsche Bücherei Leipzig übergesiedelt. Die damit begründete enge Arbeitsgemeinschaft wird einerseits den Zielen der Zentralstelle, die familiengeschichtlichen Arbeiten der Mitglieder zu fördern unb im Dienste ber Wissenschaft als Sammel- unb Dermittlungsstätte aller familiengeschichtlichen Bestrebungen auf beutschem Boben tätig zu sein, anbererseits ber Deutschen Bücherei bei Erfassung ber umfangreichen, häufig nur als Privatbrucke hergestellten famlliengeschicht- lichen Literatur zugute kommen. Datum: 5 *18 Dtsch. flriegsanL 4 7» Dtsch. Reichsanl. 37. Dtsch. ReichsanL 4 7» Preutz flonsols Darmstädter Dank . Deutsche Dank . . . Dtsconto-löesellschast Dresdner Dank. . . Nationalbank f. D. . Mark wurden gezahlt: 1.7.11 23.7. 25. 7. . . Fr. 125,49 7,77 7,70 , . Fl. 59,23 4,10 4,11 8833 8,55 8,60 . . flr. 117,80 «■» . — . flr. 88,83 6,30 6.30 . flr. 117,88 -.-1169,50 - Sh. 97,83 6,26 6,22 - 'Fr. 125,40 16,50 16,36 - r 23,83 1,27 Hätte bie Datur die Poren der Haut durch Seife schützen wollen, statt durch einen feinen Fetthauch, so wäre ihr bas ein leichtes gewesen. Sie wollte aber Fett, und der Mensch verwandelt es in Seife. Die Völler des Altertums kannten keine Seife, sondern reinigten den Körper durch Salben. Damen, welche alle Geheimnisse ber Schönheitspflege kennen, tun es heute noch. Wer barin Erfahrung hat, kennt sie unter Tausenden heraus: Sie altern nicht! An eine solche Dame, Dinon de Lenclos, krmpft sich eine ttagische DegebenheiL Ihr eigener Sohn, der feine Mutter nicht kannte, verliebte sich in sie, als sie schon eine Greisin, aber dem Aeutzeren nach ein junges Mädchen war, unbser- fchoh sich, als er bie Wahrheit erfuhr Die vor noch nicht langer Zett auf Schloh Löbichau in Thüringen im Alter von über 90 Iahren verstorbene Acarenca Pignatelli, Herzogin von Kurland, bezauberte nodj im Alter von 60—70 Iahren die Herzen ber Männer. Auch heute noch gibt es Damen, denen man ihr Alter nicht im entferntesten anfieht. Wir sind nicht so ungalant, bad wahre Alter einer bekannten Dühnenschönhett $u verraten, aber ihr Toilettegeheimnis wollen totr enthüllen, es heiht »Marhlan-Creme". VorschriftSrnähig angewandt, was täglich nur einige Minuten mehr Zeit erfordert als das Waschen mit Seife, kräftigt die Haut- und Gesichtsmuskeln, die herabgesunkenen Partien bekommen wieder Halt, die Runzeln gleichen sich wieder aus. Richt jahrelange Behandlung ist dazu nötig, sondern ber Erfolg zeigt sich halb. Wenn man sich unter Berufung auf diese Zeitung an den .Marylan-Vertrieo". Berlin, Billiges Angebot H-leinen-We guter Lederboden mit braunem [8M5 Absatz 36/42 65 WL Weiß-Leinen-Stiefel 27/30 . . 56 M. Weiß-Leinen-Stiefel 31/35 . . 63 M. Schuhhaus Süss o□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ SnukWeu lebet AN MsstalEmi^üll°oce§ vecl tie BtflOlW llnw.-Lmdecei. E. LEL, flitiea DDnaaDnDanDDDDDQOaDDDDQOnDDDODQ Pa. Nordsee - Tabliau fiaranL blutfr., Psd. M. 2.00 u. SW. 2.50 Bratschellfische Pfund M. 1.50, 3 Pfund M. 4.00 Neue Kartoffeln 10 Pfund M. 9.50 Neue Zwiebeln 3 Pfund M. 4.00 Gebr. Berdux Bahnhofstraße 27. 8282c MWWimmUlIll ist von heute ab für jedermann von morgens 8 Uhr ab geöffnet. Preise: für Erwachsene 1.00 Mark . Studierende 0.50 . Kinder 0.50 „ Maus SWuimlenW roirö erlern Erteile gründlichen MMMcnuutttM. tiefte. 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Das ganze Leben in Krankensälen zu verbringen, stelle ich mir ,ckhr traurig vor — ebenso traurig, wie jedes andere Leben fern von Freiheit und Freute." Der Fürst betrachtete sie schmunzelnd. „Wir sind allo "sehr lebenslustig — he '< Wir möchten das Leben in vollen Zügen genießen und lieben Lärm und Zerstreuungen?" „Das gerate nicht. Viel sieter als Lärm und Zerstreuungen wäre mir ein Leben In ter Still« mit einem festen Pflichtenkreis, in dem ich drr (tenugtuung hatte, etwas leisten zu können. Ater es müßten selbsterwählte Pflichten sein, die meinem Wesen entsprächen, und nicht auf gezwungene." Do begriff selbst nicht, woher sie den Mui nahm, dies so energisch auszusprechen Run würde die Freundlichkeit des alten Herrn sich wohl gleich wieder ins Gegenteil verkehren. Beim daß er verstanden hatte, was sie meinte, las sie m seinen lebhaft arbeitenden Zügen. (Fortsetzung folgt) SW MW lim (Sorten1 Freitag, den 29. 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Rehmen wir an. daß e Sachleistungen zwar nicht vhantastisch hoch sich aber doch in sehr erheblichen Grenzen gen, nämlich in solchen Grenzen, die der e des Aufbauproblems in Frankreich ent» ien. So wird ein Strom von Waren auS schland nach Frankreich und ein Strom von Hungen von Frankreich nach Deutschland et und aufgenommen werden müssen. Wir i namentlich den kollektiven Zustrom ent- >end im Lande zu verteilen. Dabei ist die Ausgabe die der Sicherheit ber Erfüllung, was wir übernehmen, ist eine Verpflichtung Land zu Land. ES ist eine Verpflichtung, nur übernommen werden kann, wenn sie den Willen und die Kraft des Lande« das tu ben Leistungen verpflichtet hat, gewähr- : ist. Träger ber Verpflichtungen in Deutsch- ist der Wieberaufbaukommissar. Er muß die Einrichtungen des Landes so gedeckt daß er unter allen Umständen erfüllen was er übernimmt Das zweite Prinzip as einer gerechten und verständigen Ver- tg. Die Leistungen, zu denen wir UNS Gerten, sind nicht freiwillige Leistungen von lnen, sondern Leistungen, die aus dem schwe- Friedensdiktat herrühren. Hede dieser Leien wird auS den Einkünften deS Deutschen ^es 'gezahlt, die es von den Steuerzahlern ingt. Wir könnten es nicht rechtfertigen, einzelne Landesteile, einzelne Länder oder (ne Berufsstände bei diesen Leistungen zu kämen, wenn beispielsweise nur die Groß- trle leistete, aber nicht das Handwerk die Industrie und der Handel. Es muß eint lchst gleichmäßige Verteilung der Leistungen den Ländern sowohl wie nach den VerufS- en erfolgen. Ss wird allo notwendig sein, die ßet* gsverbände zu einem Selbstver- tungskörper zusammenzuschließen, der Leistungsverbände sowohl der Länder wie jewerblichen Verbände enthält. Der Ver- würde selbst Aufträge übernehmen, die ihm ßen und würde selbst derjenige sein, der die ahmeorganisationen in Frankreich schafft -oei ihm würden die Aufträge zusammenlaufen. Er würde sie verteilen und unter eigenem Recht und unter eigener Sicherheit effeftuieren. Dann würde der Reichskommissar nur noch eine Stelle der Überwachung sein. Hiermit ist ungefähr dasjenige umschrieben, was die letzten Wochen unserer Arbeit erfüllte, soweit sie sich nämlich auf Frankreich erstreckt Wiederholt tauchte In (Eine Rede Rathenaus. _ Berlin, 28. Juli. (WB) In ber gestrigen 9_. Sitzung des Reparationsausschusses des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats führte Retchsminister Dr. Rat Henau u. a. aus. Die Verhandlungen sind seit meinem ersten Bericht ununterbrochen gefördert worden und wurden zum Sößten Teil in Paris, zum kleineren Test in -rlin geführt. Einen ziemlich brciien Raum nahm die erste Gruppe der Rebenfragen ein, wobei es sich darum handelt, die Reparationen und Restitutionen, die durch den Versailler Vertrag uns vorgeschrieben sind, durch einmalige Lieferungen endgültig auszugleichen. Diese Gruppe von Rebenaufgaben bezieht sich auf V i e h l i e f e r u n- gen, Lieferungen an rollendem Material unb Rücklieferungen von Maschinen und Einrichtungen Von ben Hauptfragen ist bie eine die der Finanzierung. Für den Fall, daß bie jährlichen Sachleistungen, bie wir an Frankreich zu machen haben, benjenigen Betrag überschreiten, den Frankreich bereit ober in ber Lage ist, sich auf bas Reparationskonto anrechnen zu lassen, müssen Wege gefunden werden, um Stundungen zu ermöglichen, die dahin zielen, daß solche überschießenden Beträge auf spätere Annuitätsleistungen angerechnet werben. Die zweite Frage ist die Frage des Preises. Es wird nötig sein, eine Preisgrundlage zu finben, die sich für einen bestimmten Zeitpunkt genau übersehen läßt, welches ber Wert ber Ware ist, die geliefert und angerechnet werden soll. Dabei ist das Grundprinzip einzuhalten, daß Frankreich nicht die Waren von anderer alliierten Rationen zu kurz kommen. Soweit ksiss Verhandlungen bisher mit Frankreich ftattfanoen, waren sie nicht derartig, daß die Rechte irgend einer Ration zu kurz kamen. Aber ich möchte wiederholen, wir in Deutschland haben ein großes Interesse an ber allgemeinen Umwandlung von Goldlei st ungen in Sachleistungen, unb zwar nicht nur Frankreich gegenüber. Wir haben Interesse daran, daß wir auch mit den übrigen Ländern zu analogen Abmachungen kommen. Bei jeder Abmachung dieser Art haben wir es überdies mit der Re- parationskommission zu tun, bie als oberste Instanz das Schuldenwesen verwaltet. Wir wünschen auch mit derReparasionskvmmifsion in engster Fühlung zu bleiben hinsichtlich aller derjenigen Abmachungen, die mit irgendeinem einzelnen Lande getroffen werden. Wir teilten dies auch der Komrniffion selbst mit. Wir glauben, daß die Verhandlungen, bie auf diesem Wege geführt werden, schließlich nicht allein zum Vorteile Deutschlands seien, denn zum Vorteile Deutschlands geschieht in der Welt heute wenig. Wir werden aber deswegen, wik ich hoffe, Aussicht auf Verwirklichung haben, well sie zum Vorteile aller dienen. Wäre der Gold- ström möglich, der die übrigen Länder, aus dem Herzen Deutschlands kommend, ernährt, so wäre das kein Glück für die Länder. Roch weniger aber wäre es für diese Länder erträglich, die gesamten Märkte der Welt mit einer krankhaften Hebet- Produktion an deutschen Produkten überschwemmt zu sehen. Die Erkenntnis bricht sich Bahn, daß die Abmachungen in irgendeiner Form für uns tragbar gemacht werden müssen und baß ihre Srag» barm ach ung nicht mehr unb nlcht weniger bebey- Bekanntmachung die Pflegegelder in der Anstalt für Schwach- und Blödsinnige „Alicestift" bei Darmstadt betreffend. Wir bringen zur öffentlichen Kenntnis, daß das in der Anstalt für Schwach- und Blödsinnige „Alicestist" bei Darmstadt zu entrichtende Pflegegeld mit Wirkung vom 1. Juli 1921 an wie folgt festgesetzt worden ist: Für jedes in die Anstalt aufgenommene Kind ist je nach den Vermögensverhältnissen des Zahlungspflichtigen und den Bedürfnissen des Kindes regelmäßig ein tägliches Pflegegeld von 6—8 Mark zu entrichten. Erfolgt die Aufnahme auf Kosten einer öffentlichen Kasse, so beträgt das Pflegegeld in jedem Falle 8 Mark täglich. Für besondere Fälle ist der Abschluß besonderer Vereinbarungen zulässig. Für solche Kinder, für die ein den Mindestsatz übersteigendes Pflegegeld erlegt wird und die Kleider auf Grund besonderer Vereinbarung nicht von den Angehörigen gestellt werden, ist von letzteren ein im Einzelfall festzusehendes Kleidergeld zu zahlen. Darmstadt, den 13. Juli 1921. Hessisches Ministerium des Innern. I. V.: Matthias. Betr.: Instandhaltung und Reinigung der Schulgebäude. An die Schulvorstände und Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Soweit unserer übergedruckten Verfügung vom 2. April 1921 noch nicht entsprochen ist, wird deren Erledigung mit Frist von 8 Tagen hiermit erinnert. Gießen, den 22. Juli 1921. Kreisschulkommission Gießen. I. D.: H e m m e r b e. Freitag, 29. Zu» 1921 Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bi« jfik ▲ jum Rachm trag vorher ► ohne jede Verbindlichkeit. I ■ ■ ▼ Dreis für 1 mm für ■ Anzeigen v 34 mm Breite I MT ■ örtlich 40 Ps, auswärt« ■ 50 Ps.; für Reklame- K Anzeigen oon 70 mm V ” Steile 180*Pl Bei Platz. ▼ Vorschrift 20', Anschlag Hauo Schriftleiter A»g Goetz. Verantwortlich für Politik: Auq Goetz; für den übrigen leil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil, hon» ‘Be*, : Tchulstl'ahe 7. sämtlich in Dietzen. berühmte daß jeder Be- 1 mit größter i wird. - Zu idet ergebend n: W. Delle. sitz 5 M, 1 PI hplatz 1J0 M. ’n auf allen i assen öffn ung r Vorstellung. «L *-'< nit ^^__8l72e t-taa Tunnsel) öelie Erstellungen, littöe 1 gediegenen I onen auf dem I SDaniBcben I ingseil mg Abbmnen iaerwerk, Vorstellung: bende8 Uhr Tage. 2 bendi 8 Uhr Weinen 11 Jnli*' t- Konzert en> Tan, Wesier-HiKei Mr Koester. *<•»• 7 U6t Men >1921 •- w Hi M •"8 «“1501 JJEl .&s| oA iDO1 I w 00 ■■*30 ft24 50 >1 I Prima weißes Kolonialhanf-Bindegarn, prima helles Langhanf-Binde- gam in bekannt. Oute, prima Frucht- und Kartoffel sacke, prima reinleinene Erntedecken empfiehlt zum billigsten Tagespreis, prompt lieferbar Ludwig Lazarus - Asterweg 53 Femspr. 1505 SW MM Freitag, den 29. Juli, von i » Wes S( ausgeführt vom Wiese« Leitung: Herr H. Topp, M Eintritt 2 Mark. 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