Nr. 252 Der Siebener Anzeiger «scheint täglich, außer Sonn» und Feiertags »onaillchevetoy,preise: Mk. 5.50 einschl. Tröger- lohn, durch die Post Ulk 6.50 einschl. Bestell- gelb, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern «folge höherer Gewalt. K- e r n I p r e ch - Anschlüsse. für die Schrift leituna 112; für Druckerei, Bering uni) Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. postscheäkonlo: Frankfurt a. M. U686. Erster Slatt UL Jahrgang Donnerstag, 27 Oktober 1921 & jGhte "XUT Q Annahme von Anzrige» HÖ ▼ für die Taqesnumm« dir GietzenerAnzeiger«« . i.l-r/t'.c-.ler Aug. General-Anzeiger für Oberhessen MW «. a * ii । w , Anzeigenteil: Han»Beck, vrua utto Verlag: vrühl sche Univ.-Vach- and Steinbruderei B. Lange. Schnftleitnng, Geschäftrstelle unb Druckerei: Schulstnche 7. sämtlich in Dießen Berlin. 26. Oft. (Dvlff.) 3n der heutigen Sitzung des Reichstags gab der Reichskanzler Dr. Wirth folgende neue Minister l l st e bekannt: 1. Reichskanzler und Aeu- ßereS: Dr. W i r t h, 2. Vizekanzler und Schatzminister: Dauer, 3. Inneres: Dr. Äoefter, 4. Wehrminister: Dr. Gehler, 5. Wiederaufbau: unbesetzt, 6. Wirtschaftsminister: Robert Schmidt, 7. SrnährungS- minister und vorläufiger Reichsfinanzminister: Dr. HermeS, 8. Poftminister: G i e S b e r t S, 9. ArbeitSministSr: Braun, 10. DerkehrS- minister: Grüner, 11. Iustizminister: Dr. Radbruch. ES ist ein rechtes Verleaenheitskabinett, das Herr Dr. Wirth sich gebildet hat, und wenn ihm in der gestrigen ReicbStagSsitzung ein Vertrauensvotum erteilt wurde, so besitzt es doch für irgendeine Dauer keine parlamentarische Festigkeit. Außer den beiden Rechts, Parteien hält auch die Demokratische Partei sich abseits. Die Art. wie dieses Kabinett zustande kam,,'muh auch im Auslande Eindruck macken. Herr Dr. Wirth will an der Rechtsauffassung deS deutschen Volkes unseren Bedrückern gegenüber keinen Zweifel walten lassen. Auch daS Kabinett Wirth will den Rechtsanspruch Deutschlands an den Besitz des ober- schlesischen Gebietes, das uns jetzt genommen wird, nicht fahren lassen. Wir entsenden den Vertteter zu den wirtschaftlichen Verhandlungen, aber wir behalten uns alle Ansprüche für die Zukunft vor. Die volkSparteiliche Abwehr sozialdemokratischer Vorwürfe. Berlin. 26. Oft. (Wolff.) Die ..Rationalliberale Korrespondenz" erhärt die Behauptung der sozialdemokratischen Abgeordneten Hermann Müller, Scheidemann und WelS. die Vertreter der Deutschen Volkspartei hätten der Presse Mitteilungen über die vertraulichen interfraktionellen Besprechungen am Montagnachmittag gemacht und hatten dadurch aus rein parteitaktischen Erwägungen heraus einen die Interessen des Reiches schädigenden Vertrauensbruch begangen, für vollkommen unwahr Die .Nationa'l berale Kor--e» fpondenz" hab? ledigl-'ch »inen Bricht üB?r de 6thunq /-e^raebt in der d e ReichZtagsfraktion der Deutschen Volkspartei zu den vorausgcgan- genen Verhandlungen beim Reichspräsidenten Stellung nahm und in der sie zur Ablehnung der gepla tm Re i imngskvalition rera-gte In bezug auf die Der^andlun-e' bim Reichspräsidenten sei in diesem Bericht l<ä>iglich gesagt, daß die Fraktion zu ihnen Stellung nahm und dah sich bei diesen Verhandlungen weitgehende Meinungsverschiedenheiten in be?.ug auf die Haltung der Parteien zur oberschlesischcn Frage gezeigt hätten. 3m übrigen sei lediglich der Standpunkt der Fraktion dargelegt worden, daß eine Grundlage für die grobe Koalition zur Zeit nicht gegeben sei, weil die von der Deutschen Volkspartei vertretene Auffassung nicht von allen zur Regierungsbildung berufenen Parteien gebilligt werde Alarmnachrichteu aus Qberfchlefien- K a 11 v w i tz, 27. Oft. (WTB.) In verschiedenen Zeitungen wird gemeldet, dah am Montag bereits 12 600 Flüchtlinge aus dem Abstimmungsgebiet in dem nicht besetzten Schlesien einaetroffen seien. Die Nachricht ist fasch. Sie erklärt sich dadurch, dah aus der Putschzelt noch eine Anzahl Flüchtlinge sich in Diederschlesien aufhält, wovon aber täglich eine größere Zahl zu ihrem früheren Wohnsitz in Oberschlcsien zurückkehrt. Dach Bekanntwerden der Entscheidung sind neue Flüchtlinge in nennenswerter Menge nicht eingettvffen: nur aus Königshütte sind mehrere Deutschgesinnte geflüchtet, und zwar auf Grund der in der Presse verbreiteten Nachricht, dah die deutsche Apo aus Konigshütte abgezogen sei. Auch diese Nachricht ist falsch. Tatsächlich wurden aus Königshütte 70 deutsche Apvbeamte nach einem anderen Teil des Abstimmungsgebietes aus inneren Gründen versetzt. Bis heute sind schon 35 von diesen durch andere, deutsch« gesinnte Beamte ersetzt worden. Es liegt also für die deutsche Bevölkerung weder in Kö° nigShütte noch anderswo kein Grund vor. den Wohnsitz zu verlassen. Die Grenzrequliernngs-Kommifsion. Oppeln, 27. Oft (WTB > W'e gemeldet wird, entspricht die in der Presse tellweise verleitete Mitteilung, dast bereits die am Blontag zur Führung der oberschlesischea wirtschaftlichen Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen bestimmten polnischen Delegierten unter Führung von Plucinsky in Oppeln eingetrosfen seien, nicht den Tatsachen. Es handelt sich bei der in Oppeln nicht am Montag, sondern am Dienstag ein- getroffenen Kommission um die Mitglieder der Grenzregulierungskommisston. die gemäß Abs. 3 Das neue Kabinett Wirth. deS Artikels 1 der Anlage zur oberschlesischen Entscheidung beauftragt ist, ihre Arbeit unverzüglich zu beginnen. Sie ist von der interalliierten Regierungskommission völlig unabhängig und befindet sich seit 2 Tagen in Kattowitz. Vorsitzender ist General Dupont Der polnische Delegierte in der Grenzregulierungskommission ist Graf Szenbek aus Posen. General Dupont sprach beute bei Le Rond vor. Polnische Uebergriffe in Danzig. Danzig, 26. Oft. (WTB.) DerVolkstag beschäftigte sich heute mit einer groben Anfrage der .Deutschen Partei für Fortschritt und Wirtschaft" betreffend den Besuch skandinavischer Iour- nalisten tn Danzig und deren Empfang durch die Vertreter der polnischen Regierung. Anlab zu dieser Anfrage gab der Besuch einiger norwegischer Iournalisten. die von der polnischen Regierung zu einer Fahrt durch Posen eingeladen worden waren. Bei Ankunft in Danzig wurden die Skandinavier von der polnischen Regierung offiziell empfangen, letztere zeigte ihnen — laut Berichten in der polnischen Presse — die „Wahrzeichen Polens in D a n z i g". Der polnische Generalkommissar Plucinski sagte in seiner Ansprache: „Danzig sei für Polen heute leider noch Ausland. Dach dem Inkrafttreten der Danzig-Polnischen Wirtschaftskonvention ab 1. April werde sich dies jedoch radikal andern.“ Diese Aeuberung war von der deutschen Presse in Danzig aufgegriffen und scharf kritisiert worden. Der Danziger Senat wandte sich daraufhin in einem Schreiben an den Generalkommissar Plucinski und bat um eine Aufklärung in dieser Angelegenheit Plucinski stellte jedoch in seiner Antwort in Abrede, die angeführten Worte in seiner Ansprache gebraucht zu haben. — In der heutigen Sitzung sprachen sich die Vertreter der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen Partei und des Zentrums scharf geaen die polnischen Bestrebungen auS, sich in Danzig als Besitzer dieses Freistaates zu fühlen. Durch derartige Empfänge und Aeuhe- rungen würde hn Auslands der Anschein erweckt, als ob Danzig zu Polen gehöre. Zwei Führer der polnischen Frattion stellten sich auf den gegenteiligen Standpunkt und erflärten, dah die deutsche Presse durch das Aufgreifen dieser Angelegenheit nur Hab zwischen beide Nationalitäten gesät habe. Solche Empfänge seien auch in anderen Staaten üblich und die polnische Regierung habe nichts getan, was gegen die guten Sitten verstoße. Demgegenüber wies ein Vertreter des Senats darauf hin, dah bei den letzten Danzig-Polnischen Verhandlungen in Warschau von der polnischen Regierung zugegeben worden sei, dah in dieser Angelegenheit polnischerseits ein Fehler begangen wurde: die Danziger Regierung erhielt die Zusicherung, dah sich derartige Vorkommnisse nicht wiederholen sollten. Der frühere englische Schatzkanzler Mc. Kenna über die Reparationszahlungen. London, 26. Oft (Reuter.) Im Commer- cial Cl"b in Ehikago hielt Rennald Mc. K e n n a, der frühere englische Schahkanzler, eine Rede, worin er erklärte, Deutschlands Reparationszahlungen an England und die Rückzahlung der Kriegsanleihen der Verbündeten an England könne sich eher alsFluch. dem als Segen erweisen. Der Redner fügte hinzu, England verliere durch die Existenz von zwei Millionen Arbeitslosen mehr, als es je in 30 Jahren von Deutschland an Reparationszahlungen erhalten würde. Er möchte lieber sehen, dah das arbeitslose Voll Reichtum schaffe, als dah es um den Preis der Arbeitslosigkeit tropfenweise den Reichtum von Deutschland erhalte. Was er von England sage, so fuhr der Redner fort, gelte auch in geringerem Mähe von den Vereinigten Staaten. Angesichts dieser Dinge könne man wirklich bezweifeln, ob es für Grohoritannien von Nutzen sei, dah die Reparationen bezahlt werden und ob die Rückzahlung der Kriegsanleihen durch die Verbündeten sich nicht mehr als Fluch, denn als Segen Herausstellen werde. Der Deutsche unterbiete England und Amerika auf dem Weltmärkte: er bezahle Reparationen, aber um welchen Preis? England habe zwei Millionen Beschäftigungslose, Amerika ebensoviele: man könne diese Arbeiter nicht wieder beschäftigen, bis man nicht für die Waren den erforderlichen Absatzmarkt finde. Mc. Kenna sagte weiter, die Kriegsschulden, welche an England zu bezahlen seien, beliefen sich genau auf dieselbe Summe wie diejenigen, welche England den Vereinigten Staaten schulde. Was nun die dem vereinigten Königreich geschuldete Summe betreffe, so sei Mc. Kenna nicht nur nicht sanguinisch darüber, ob sie bezahlt werde, er würde sie, wenn es in feiner Macht liege, auch streichen. Die ^raqe Kenworthys über die deutschen Zahlungen. London, 26. Oft. (Wolff.) Havas meldet: Im Unterhaus erklärte auf eine Anfrage Kenworthys, ob Chamberlain wisse, daß Deutschland am kommenden 15. Januar eine weitere Milliarde Gvldmarf zahlen müsse und datz fein europäischer Finanzmann glaube, daß Deutschland diese Summe zahlen könne, der Sprecher, daß dieser Anttag heute noch nicht Gegenstand einer Debatte sei Die Washingtoner Konferenz. L o n d o n, 26. Okt. (Wolff.) Die Meldung der „New Dork Times", daß das Programm der Washingtoner Ko n f e r e n z die Erörterung der internationalen Finanzfragen einschließe, wird von maßgebender amerikanischer Seite in Abrede gestellt. ES wird erklärt, die internationale Finanzfrage müßte einer besonderen Konferenz Vorbehalten werden, zu der die Finanzsachverständigen der Welt eingeladen würden. Aus der französischen Kammer. Paris, 26. Oft (WTB.» Die heutige Kammersitzung beginnt mit der Fortsetzung der Diskussion über die allgemeine Politik der Regierung. Alsdann ergreift baü Wort Abg. Herriot, der in der Hauptsache gegen Tordieu polemisiert der seiner Partei, den Radikalen, vvr- gewvrfen habe, sie seien Mitbegründer der Begünstigungen der Präsekten. Es kommt im Laufe seiner Rede, die sich nur mit innerpolitischen Fragen beschäftigt, zu lärmendenZwischen- fällen, als er vom Prvzeh Malvy spricht und behauptet, ein Parlamentarier habe im Stants- ge ichtshof, a s, im Senat, im Augenblick des Verdiktes eine neue Beschuldigung vorgebracht: cinkje Tage später sei er dafür durch ein hohes «Staare- amt belohnt worden. Gemeint ist Senator F r a n- d i n, ehemaliger Generalrevident von Tunis. Dessen Sohn, der Abgeordnete F r a n d i n, protestiert heftig und wirft Herriot vor, er habe sich ausländischen Regierungen verkauft. Es entstand ein ungeheuerer Tumult: um eine Schlägerei zu vermeiden, unterbricht der Präsident Per 4 t die Sitzung und läßt die Tribünen räumen. Die Sozialisten brüllen nach bekannter Melodie: .Auslösung!" Paris, 2ö. Oft (WB.) Rach Wiederaufnahme der Kammersihung tauschten die Abgeordneten Frandin und Herriot gegenseitig Er« Höningen aus, wodurch der Zwischenfall beigelegt wurde. Rach Beendigung der Rede des Abg. Herriot besteigt Ministerpräsident Briand die Rednertribüne. Er seht sich mit Tardieu auseinander und sagt es sei Zeit, zu einem Entschlüsse zu gelangen. Wenn das Schiff für Amerika bereit sei, so könne es auch einen anderen als ihn (Driano) mitführen, und wenn er den Reisekoffer schon gepackt habe, so könne er ihn ebensogut dazu benutzen, nach Hause zu fahren, als das; er sich nach Washington begebe. Er habe das Recht zu sagen, welches die republikanische Mehrheit fei, mit der die Regierung arbeiten wolle: wenn in der Gruppe, die er meine. Männer vorhanden feien, die die Gesetze der Republik nicht annehmen, dann müsse sich die Mehrheit von dielen trennen, aber die Mehrheit, die er verlange, müsse grob sein, denn nur dann sei die Unabbängiglelt gesichert. Briand geht alsdann zur Außenpolitik über und lagt, als Tardieu der Regierung angehört habe, hätte Frankreich den Sieg davongetragen; sein Prestige sei ungeheuer gewesen. Trotzdem habe diese Regierung Konzessionen machen müssen, weil Frankreich nicht allein gewesen sei, Konzessionen hinsichtlich der Sicherheit des Landes und hinsichtlich der Grenzen. Die Regierung habe auch nachgeben müssen in bezug auf die Einheit Deutschlands, in der Frage Palästinas und in der Frage Mossul. Außerdem habe sie die Entscheidung über Oberschlesien, das vollkommen Polen zugeteilt worden sei, aufgeben müssen: Frankreich im Glanze seines Sieges habe also nachgeben müssen und fetzt, zwei Jahre nachher, in einem pulverierten Europa, das in ständiger Gefahr sei. mache er unnötige Konzessionen? Rein, weil jeten Tag Brände entstünden, und well er die Einigkeit mit den Alliierten aufrecht erhalten wolle. Briand fragt, wenn er eine deutsche Regierung zwinge, zu demissionieren, damit Deutschland nachgebe, wenn er dies durch Ruhrort und Düsseldorf bezwecke, sei das etwa, wie Tardieu gesagt habe, eine nachgiebige Politll? Briand erinnert auch daran, datz er es gewesen sei, der verhindert habe, daß die ReichÄoehr die Grenze von Oberschlesien überschritten habe. Das Vertrauensvotum. Paris, 26. Oft (WB.) Ministerpräsident Briand nimmt namens der Regierung die Tagesordnung M a n a u t an, in der gesagt wird, die Kammer, die die Erllärungen der Regierung billigt, habe Vertrauen zu ihrer Festigkeit, um im Einverständnis mit Frankreichs Alliie trn die Realisierung der Rechte sicherzuslellen, die Fraickreich zu erkannt wurden. Sie vertraue darauf, daß die Regierung fortfahre, das P r e- fiige Frankreichs im Auslande zu verteidigen, den Frieden nach außen und die Ordnung im Innern aufrechtzuerhalten, dadurch, daß sie eine weitgehende Politik republi'anllcher Union durchführt. Die Kammer lehnte jeben weiteren Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über. Paris, 26 Oft (WB.) Die Tagesordnung Xanaut, in der der Regierung das Vertrauen ausgesprochen wurde, wurde in ihrer Gesamtheit mit 338 gegen 172 Stimmen angenommen. Der DerbannnngSort deS (Exkaisers Karl. London, 27. Okt. (WTB.) Nach eine, Meldung der „Associated Preß" hat der Vorschlag, Kaiser Karl und seine Gemahlin nach einer entfernten Insel (in diesem Zusammenhang wird die Insel Ascension genannt) zu deportieren, von einigen namhaften Diplomaten der Alliierten linterftügung gesunden. (Die Insel Ascension gehört zu der früher deutschen Inselgruppe der Karolinen im Stillen Ozean.) Verhaftung der Helfershelfer Karls. Budapest, 27. Okt. (WTB.) Rakows« ky, Andrassy, Gray, sowie die Führer der Aufständischen Major Ostenburg unb Oberstleutnant Kurz wurden nach Budapest gebracht und in gerichtlichen Gewahrsam genommen. Die Abgeordneten Ben iczky und Szrner- c s a n y i, die ebenfalls der Urheberschaft deS Handstreichversuches beschuldigt werden, haben sich freiwillig gestellt und sind in Polizeihaft genommen worden. AnSlandreisc des Prinzen von WaleS. London, 26. Okt. (Wolff.) Der Prinz v o n W a l e S tritt heute seine Reise nach Indien und Japan an. Er wird nicht vor Juni nächsten Jahres zurückerwartet. Aus dem Reiche. Ausschreitungen streifender Kellner. Berlin, 26. Oft. Heute mittag kam es zu schweren Ausschreitungen der streifenden Berliner Kellner auf dem Potsdamer Platz, wo das (Safe Bellevue seinen Betrieb mit Arbeitswilligen wieder eröffnen wollte. Mehrere hundert Streifende hatten sich vor dem Lasö angesammelt, verhin- betten jeden Verkehr und mißhandelten die Arbeitswilligen schwer. Diet Schutzpolizisten mußten vor der Menge in ein Lokal flüchten. Erst einer Abteilung von 30 Polizeibeamten, die in Automobilen herbeigeeilt waren, gelang es, die Menge zurückzudrängen, nachdem sie sich zum Schuß fertiggemacht und die Hauptbetelltgten verhaftet hatte. Hessische Volkskammer. 120. Sitzung. Darmstadt, 26. Oktober. Am Regierungstisch: Finanzminister Hen- r t ch. Iustizminister v. Brentano. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung nm 9.30 llhr. Die Regierungsvorlage, betreffend Entwurf eines Gesetzes über die Aenderung des Gesetzes vom 6. August 1932, die Handelskammern betreffend, dahingehend: Der Schlußsatz deS Ar- ,1ikels 3 in der Fassung des Gesetzes vom 31. März 1913 (Reg.-Dl. S. 105) wird wie folgt geändert: Der nach Absatz 2 zu zahlende Beitrag zu den Kosten der Handelskammer wird auf wenigstens 5 Mark festgesetzt, wird angenommen. Ebenso die Regierungsvorlage: .ES wird der Regierung ein Kredit von 500 003 Mark zur Bildung eines Hllfsfonds bereitgestellt, über den daS Gesamtministerium im Einvernehmen mit dem Finanzausschuß verfügt." Desgleichen die Regierungsvorlage, betreffend Gesetz, die Verfügung über Brennholz, dessen Artikel 1 lautet: Zur Versorgung bedürftiger Haushaltungen ist den Gemeinden nach Maßgabe der Verordnungen vom 10. Oktober 1919 und vom 26. November 1919, sowie der hierzu erlassenen AuSlührungsbestimmungen aufbcreitetes Brennholz aus den InhreSsällungen in den Staats- und Gemeindewaldungen zu ermäßigten Preisen zur Verfügung zu stellen. Die Art und Menge des zur Verfügung zu stellenden Brennholzes, sowie die Empfangsgemeinden werden von der oberen Forstbehörde bestimmt. Den gleichen Verpflichtungen unterliegen Eigentümer von Privatwald mit mehr als 40 H^tar Fläche. Desgleichen werden angenommen die Regierungsvorlagen betreffend Ergänzung der Pachtschutzordnung vom 25. Juli 1921. die Aufhebung der Bestimmungen über Eidesleistungen durch Geistliche betreffend, deren einziger Artikel lautet: Die Bestimmungen, wonach Geistliche an einer staatlichen Behörde einen Amts- oder Derfassungseid zu leisten haben, werden aufgehoben. Desg'e chen Regerungevor'age Eetr dieBezug e der Beamten. 3m Einverständnis mit dem Gesamtministerium ersuchen wir ergeben ft, au dem nachstehenden Beschluß die Zustimmung des Landtags gefälligst einholen zu wollen: .Die Regierung wird ermächtigt, die TeuerungSzu- schläge zu den Bezügen der Beamten usw. oder sonstige Erhöhungen ihrer Dienstbeiügc den Beamten usw. bis zum Wiederzusammentritt des Canbtaga in der gleichen Höhe vorläusig auszahlen zu lassen, wie sie inzwilcben für die Reichsbeamten etwa beschlossen werden sollte." Dergleichen Regierungsvor age, betreffend Bauausführungen in Dad-Rauheim. Hierzu werden 610 000 Mark bewilligt. Desglei- «Herr Regierungsvorlage, betreffend Riederschla- flung eines Strafverfahrens gegen den Forstmeister 12t Dornemann in Dad-Rauheim. Eine Anzahl lleinerer Vorlagen wird ge- mäh Artikel 32 der Geschäftsordnung zur Kenntnis des Hauses gebracht. lieber den Antrag der Abgg. Widmann und ©en., Beseitigung der Lu xus steuer betrefsend, erstattet Abg. Eihnert (Soz.) Be- richt. Der Ausschuhantrag wird angenommen. Zu dem Antrag der Abgg. 21 u 6 und Gen., Simultanzulassung der bei den hessischen Amtsgerichten zugelassenen Rechtsanwälte bei den zuständigen Landgerichten, beantragt der Ausschuh, den Antrag anzunehmen mit dem Gesetz, dah die Zulassung erfolgt, wenn der betreffende Rechtsanwalt einen Antrag stellt. Aba. Dr. Wünzer (D. Vpt.) weist darauf hin, bau die Kompetenz der Amtsgerichte und Schöffengerichte ungeheuer erweitert ist und dem- entsprec^nd die Tätigkeit der Amtsgerichtsanwälte sehr erheblich zugenommen hat, während die Praxis der Landgerichtsanwälte sehr zurückgegangen ist und nach Annahme des Antrages völlig vernichtet wird. Außerdem wird die Rechtspflege außerordentlich verteuert. Ich bin darum der Auffassung, es bei dem bisherigen Zustarrd zu belassen. Zustizminister von Brentano: Ich beklage, daß eine so wichtige Sache vor so schlecht besetztem Hause erledigt werden soll dah nicht einmal die Antragsteller anwesend sind. Ich kann mich der warnenden Stimme des Herrn Kollegen Wünzer nur anschließen. 2luherdem sind wir auch hier an Rcichsgesetze gebunden. Eine gewisse Erweiterung kann wohl eintreten, aber den Antrag anzunehmen, muß ich dringend warnen. Der Ausschuhantrag wird angenommen. Die Losholz-Anträge und -Anfragen, die besonders für Oberhessen wichtig sind, haben den Landtag bereits eingehend beschäftigt. Die Vorlagen waren seinerzeit an den Ausschuß zurückverwiesen worden. Der 2lbq. Reh beantragt, die Regierung zu ersuchen, das Regulativ für die Losholz-abgabe aus Domanial- waldungen bcn neuzeitlichen Verhältnissen entsprechend ab^uändern. — Der Ausschuß schließt sich neuerdings dem an und beantragt Annahme dieses Antrages und Ablehnung bzw. Erlä>igterklärung aller sonst vorliegenden Anträge und VorsteUungen. — Das Haus stimmt zu. । Der Antrag Herbert, den ‘Beamten das Gehalt vierteljährlich vorauszuzahlen, wird für erledigt erklärt. Ebenso eine Reihe weiterer Anträge. Ein Antrag der Abgg. Dornemann u. Gen., betreffend die Vergesellschaftung der Standesherrschaften usw. legt einen Gesetzentwurf vor, nach dem zum Zwecke der Bewirtschaftung für die Allgemeinheit (Vergesellschaftung) mit sofortiger Wirkung hiermit enteignet werden, die im Gebiet der Republik Hessen noch b'fklrnben ehemaligen Standesherrschaften, Fideikommisse, alle sonstigen landwirtschaftlich nutzbaren Liegenschaften über 200 Morgen Land, alle weiteren landwirtschaftlich nutzbaren Liegenschaften über 20 Morgen Land, die von ihrem derzeitigen Besitzer im Hauptberuf nicht selbst bewirtschaftet Herden. — Das Eigentum geht mit Wirkung vom 9. Rovember 1918 ab, soweit es in der Republik Hessen liegt, in vollem Umfang auf den hessischen Freistaat über. Die seit 9 D.vcmb r 1918 vorg n.mnunen Te äuße.ungen find nichtig. Abg. Knoll erstattet Bericht. Der Ausschuß beantragt, den Antrag abzulehnen, gibt aber dem Wunsche Ausdruck, daß die Fideikommißfrage usw. geregelt wird und zwar auf Grund der • Rrichsverfassung. Abg. Dornemann (Soz.) bemängelt die ungenügende Berichterstattung und wirft der ^Rechten des Hauses vor, daß sie draußen im t Lande schamlose Agitation betreibe. — Präsident Adelung fragt, ob er mit schamlos ein Mit- F glich des Hauses treffen wollte. — Abg. Dorne- mann: Ich habe nur von bet Agitation draußen » im Lande gesprochen. — Er begründet dann eingehend seinen Antrag. (3m Hause herrscht allgemein Privatunterhaltung.) Abg. Köhler (D. Vp): Rach der Reichsverfassung kann nur gegen angemessene Entschädigung enteignet werden. Diese Summen, selbst zum Friedenswert, kann der Staat unmöglich aufbringen. Enteignung ohne Entschädigung wäre aber völlige Entrechtung. Redner bittet, den Antrag des Ausschusses anzunehmen. Abg. Wünzer (D. Vp.) tritt den Ausführungen Dornemanns entgegen, soweit sie die Ausschi'ßbehandlung kritisieren. 2Lbg. Schildbach (Sozi: Um den Landhunger zu stillen, muß man endlich der Frage der Fideikommisse näher treten. Der Ausschußantrag geht uns nicht weit genug. Wir beantragen Annahme des Antrages Bornemann. Finanzminister Henrich: Die Regrerung hat ihren Standpunkt zu diesem Antrag im Mai Lundgegeben. Die Sache ist nicht so einfach zu regeln, sondern fte erfordert enfe Reihe von Ettrzelgesetzen. Gegen Sie Absicht, den Antrag Domemann als Gesetz hier anzunchmen, muß ich mich entschieden wenden, well das 2anb dadurch zu Verpflichtungen gezwungen wird, die es nie erfüllen kann. Der Ausschußantrag larai angenommen werden. Abg. v. Dr. Diehl (Hess. Vpt.): WaS Herr Domemann vorlegt, kann unmöglich als Gesetz angenommen werden, weder nach Inhall noch nach Form. Die Regierung möge ein Gesetz ausarbeiten lassen, und wir werden bann herüber entscheiden, ob es angenommen werden kann oder nicht. QTbg. Reiber (Sem.'i: Der Grundgedanke des Antrags Dornemann ist gut Gerade darum stimmen wir für den Ausschuhantrag. Der Antrag Dornemann selbst ist unannehmbar. Sicher ist daß der Grohherzog selbst in Hessen schlechter gestellt ist, als die Mehrzahl der Standes Herren. Es tritt bann um 1 Uhr 20 Minuten eine zweite Pause ein. Rach j/42 llhr werben bie Verhandlungen wieder aufgenommen. Abg. Dornemann bittet schließlich, den Antrag wenigstens dahin anzunehmen, daß die Regierung beauftragt wirb, schnellstens einen Gesetzentwurf vorzulegen, der bie Fideikommisse auflöst Iustizminister v. Brentano: Auch im 2Iuf- trage meines Kollegen Henrich habe ich zu erklären, bie ‘Regierung läßt sich nicht beauftragen. (Lebh. Oho! links.) Trotz Ihres „Obo!" erkläre ich wiederholt, baß bie Regierung sich nicht beauftragen läßt, baß sie höchstens einem Ersuchen entsprechen wirb. (Lebhafte Unruhe. OhvI-Rufe.) Präsident Adelung stellt fest, daß die Auffassung deS Herrn Hustizministers die richtige ist, daß es sich höchstens um ein Ersuchen handeln kann. — Abg. Dingeldey (D. Dpt.) spricht sich in gleichem Sinne aus. Die Abstimmung ergibt Annahme des neuen Antrages Dornemann in folgender Fassung: „Sie Regierung wird ersucht, dem Landtag alsbald ein Gesetz vorzulegen, durch bas die Auflösung der Fideikommisse gemäß Artikel 158 der Reichsverfassung geregelt wird mit dem Ziel, den gebundenen Großgrundbesitz in Staatsverwaltung zu übernehmen und ihn im Sinne des Landgesetzes an Lanbbewerber zu vergeben." — Damit ist der Ausschuhantrag erledigt. Ein Antrag der Abgeordneten H a 11 e m e r und Knoll, der Landtag wolle beschlichen, die Regierung möge bei der Reichsregierung darauf hinwirken, daß kleineRentner, die erwerbs- Wrfäbtg sind, von Kapitalertragssteuer und Einkommensteuer befreit werden, sofern ihr Gesamt- Einkommen eine bestimmte Grenze (etwa 5000 Mark, bei kinderreichen Familien entsprechend mehr) nicht übersteigt, wirb gemeinsam behandelt mit dem Antrag der 2Ibgeorbneten Balser und Genossen, die Regierung wolle Mittel zu einer durchgreifenden Hilfsaktion für Kleinrentner und Ttotleibenbe des Mittelstandes alsbald bereitstellen. — Aba. Bauer (Soz.) erstattet Bericht. Der Ausschuß beantragt, nach den Darlegungen der Regierung die Anträge für erledigt zu erklären bzw. der Regierung das Material zu überweisen, und ferner die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierüng dahin vorstellig zu werden daß diese Mittel für die Kleinrentner zur 2krfugung stellt. - Abg. Dr. Osann (D.Dpt.): Es ist unbedingt notwendig, dah hier etwas geschieht. Es ist in erster Linie Angelegenheit des Reiches. Die Gemeinden können nur helfen, wenn der Staat und das Reich sich dahinter stellen. Abg. Delp (Soz.): Es muh unterschiede werden zwischen arbeitsfähigen unb arbeitsunfähigen Rentnern. Die ersteren kämen höchstens für Erwerbslosenunterstühung in Frage. Die ganze Frage ist so kompliziert, bah wir sie hier nicht mehr genügcnb regeln können. In erster Linie kommt bas Reich in Frage. Präsident Raab möchte warnen, hier Beschlüsse au fassen, bie vielleicht nicht burchzuführen finb, ui*> teilt mit, baß das Reich zur Zeit einen Entwurf bearbeitet, ber bie Rotlage ber Sozialrentner beheben soll. — Der Ausschuhantrag wirb angenommen. Der Regierung überwiesen wirb ber Antrag Ruß, bie Errichtung einer Zollschule betr., besgleichen ber Antrag des Abgeordneten Lux, Erhöhung ber Stempelgebühren für Zagdwaffenpässe betreffend Antrag des 2lbg. Bornemann, Abänderung des Artikel 3 des Gesetzes vom 23. Oktober 1830 über die Feststellung unb Erhaltung ber inneren Gemarkungsgrenzen, Antrag der 2lbgg. Wünzer unb Gen., Erhöhung ber Gebühren der Schöffen unb Geschworenen betreffenb, unb Vorstellung bes Bundes Deutscher Frauenvereine S)i> beiberg* Mannheim, Zulassung ber Frauen zum CJJmt der Schöffen und Geschworenen betreffend. Eine Reihe weiterer Positionen wird in einem solchen Eilzugstempo gemäß den Ausschuß- anträgen erledigt, daß es unmöglich ist, sie auch Gastspiel des Neuen Theaters in Frankfurt. „Die Koralle." Schauspiri von Georg Kaiser. Gießen, 27. Ott. 1921. .Die Koralle" ist der erste Teil einer Tri- togie, deren Mittelstück. „Gas', wir ja im Frühjahr von eigenen Kräften so vorzüglich auf geführt sahen. Daher fand das gestrige Gastspiel des Frankfurter Reuen Theaters besonderes Interesse und zahlreichen Besuch. Der Milliardär, der aus dem finstersten Elend hochgestiegen ist, bekennt, dah ihn nicht der Wille zur 2Had>t, sondern die eigene Schwäche so groß gemacht habe. Wie ein gehetztes Zier fei er vor ber grauenvollen Armut des Proletariats geflohen, aus Feigheit, um immer mehr Abstand zu gewinnen von dem Entseylichrn, das er hinter sich ließ. Aus Furcht vor diesem Glend meidet er die geringste Berührung mit ihm Rur einmal im Monat, am .offenen Donnerstag", ist er zu sprechen. An diesem Tage wird den 2Itüb- seligen und Beladenen icgliche Bitte erfüllt. Er empfängt jedoch die Bittenden nicht selbst. Ein Doppelgänger, ihm zum Verwechseln ähnlich, vertritt ihn. Eine rote Koralle an der Uhrketle deS Sekretärs ist daö einzige Er'emiungszeichcn. Seinem Sohne will der Milliardär ein stürmeloses Leben sichern. In ihm sieht er den eigenen Anfang. 3m Sohne will er die eigene, ungenossene und verlorene Kindheit erstehen lassen zu lichter, unschuldfroher Unbekümmertheit. Abei' „es mutet wie ein Gesetz an: Vater und Sohn streben voneinander weg, zwischen ihnen ist ;flimer ein Kampf auf Leben und Tod". Ser Sohn wendet sich gegen den Vater, macht ihm Vorwürfe, daß er ihn solange vom Leben fern- gehalten. Die Luxuskadine der weißen Verinü- gungsjacht vertauscht er mit dem Heizerposten auf dem schwarzen Kohlenschisf. Der Sohn will die Menschheit vom Elend erlösen, alles gleich machen. Sein Ziel liegt in der Zukunft, des Vaters Ziel im Anfang: werdet wie die Kinder. Um das Elend an der Wurzel fassen und ausrotten zu können, läuft der Sohn geradeswegs zurück ins Proletariertum. Dies bedeutet dem Milliardär bie Vernichtung seines Lebenswerks. Und als der Sekretär von feinen glücklichen, unschuldigen Kinderjahren erzählt, knallt ihn der Mllliardär nieder und raubt ihm die Koralle, das Symbol seiner Sehnsucht: die rote Koralle, bie nur im Wasser geheimnisvoll wächst, umspült, umrauscht und genährt von den Fluten der Tiefe. „Was wird das Beste? Richt aufzutauchen und in den Sturm verschleppt zu werden, der an den Küsten fährt. Da brüllt Tumult und zerrt unS in die 2ia,crei des LebenS. AuSgetriebene find wir alle — aus- getiteben von unserem Paradies der Stille. LoS- g obre ebene Stücke vom dämmernden Kvrallen- baum — mit einer Wunde vom ersten Tag an." Im Besitz der Koralle glaubt der Milliardär das Paradies erreicht zu haben. Mit einem Gewaltstreich habe er seine Pforten geöffnet unb fei hineingeschritten in eine glückliche Kindheit unb den Anfang. Mit der Koralle steigt er freud.g zum Schafott, um zum Anfang zurückzukehren. Hier tritt Georg Kaiser in die Bezirke des Buddhismus. Wenn ei seinen Milliardär erst im Sohn, bann im Sekretär weiterleben lasten will, so ist das nichts anderes als ei»e Seelenwanderung, nur zu verzeichnen. Die Tagesordnung wird so erschöpft. LandtagSschluh. Präs dent Adelung ha t ein» Schluß- ansprache, in ber er auf die bedeutsamen Arbeiten hinweist, die im Plenum und in den Ausschüssen erledigt wurden und über die er eine Uebersicht verliest. 3m ganzen wurden 1823 Gegenstände erledigt. Der Präsident hofft, daß der Landtag mit seiner Arbeit vor der Geschichte bestehen wird. Run hat das hessische Volt das Wort. Redner richtet zum Schluste das Ersuchen an die Parteien, den Wahlkampf sachlich unb nicht persönlich zu führen unb bankt den Abgeordneten, den Ausschüssen, den Beamten der Kammer, den Vertretern ber Presse unb den Kollegen im Präsidium für die treue Mitarbeit. Abg. Brauer (Hest. Vp.) spricht als ältester Abgeordneter dem Präsidenten Adelung und dem Präsidium den Dank des HauseS für seine liebenswürdige wohlwollende und gerechte Geschäftsführung aus. (Bravo?) Um(3 Uhr wird die Sitzung geschlossen. Abg. Bornemann bringt noch ein Hoch auf die Vcllsrepublik Hessen auS, in das die Linke ernst immt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 27. Olt. 1921. Gießener Konzertverein. Das nächste Konzert des KonzertvereinS, Sonntag, den 30. Oktober 1921, wirb bei den Gießener Musikfreunden wohl ein besonderes Interesse Hervorrufen. Der als Interpret unserer mcbernflen Musikliteratur überall mit phänomenalem Erfolg auftretende „Walter Gieseking" wird an seinem Klavierabend nur Werke ganz moderner Komponisten bringen. Das übliche Kon- xertbrogramm bietet ja nur selten Gelegenheit, die neueste Entwicklung der Musik kennen zu lernen unb Herr Gieseking ist einer ber wenigen, bie sich ganz in ben Geist biefer „Moderne" hineingelevt haben. Er beginnt mit ben großen „Dach-Variatio- nen von Max Reger", bet, auf Bach-Brahms fußend, doch ein ganz Eigener wurde. Leben bei ihm bie Formen früherer Meister arieber auf, wenngleich in freierer Gestaltung, so belebt sie doch ein ganz anderer Geist. Von der „Riemann- Schule", seinerzeit als der „neue Dach" ange» kündigt, wurde er von seinen damaligen Anhängern. durch die Betätigung seiner Eigenart, bald als Abtrünniger angesehen. Run hätte nichts näher gelegen, als zu ber Gegenpartei, den „Reu- deutschen" überzugehen. Aber auch hier bewies Reger seine selbstsichere Eigenwilligkeit unb als Strauß, gelegentlich der Uraufführung des „Prologs" ihm zurief: „Roch einen Schritt unb Sie sind bei uns", erklärte Reger: „ben Schritt tu’ ich nicht". Unb er hat die Erweiterung unserer Auffassung des Tonalen, bie Kunst ber polyphonen Schreibweise, die weitgehendste Ausnutzung der von Wagner und Liszt übertommenen Chromatik unb Enharmonik nur bis an die Grenzen geführt, die heute von den Anhängern Schönbergs, Schreckers, Debussys überschritten werden. Rach „Reger" kommen nun am Sonntag die „Reudeutschen^ zu Wort unb bie typischsten Vertreter ber modernen französischen unb englischen Musik. Der musikalische Impressionismus ist eine französische Kunstblüte. Mit Recht nennt man ihn eine „malerische Musik". In Deutschland aber erscheint dieser malerische Zug charakteristischer-- üxife mehr in „Gefühl unb Stimmung", bei den Franzosen in „Klang unb Stimmung4 ausgeprägt. Es ist unleugbar, dah in ber sehr starken Detonung bes Romantischen, Stimmungsvollen unb Intimen zugleich bie unmittelbare Folge einer außerordentlichen Verfeinerung der Musik nach Seiten des Seelischen unb Klanglichen liegt. Diesem Vorzug stehen aber ebenso viele Gefahren für ihre gesunde Weiterentwicklung entgegen. Mit den zur Unbestimmtheit neigenden Begriffen der Romantik, Stimmung und Intimität bedroht zugleich etne wachsende Vieldeutigkeit und Auflösung aller Formen die notgedrungen form- vollste aller Künste. Die „alten geheiligten" Formen verlieren in der Moderne jede festere Gestalt und begriffsmäßigere Fixierung. Als Hauptvertreter des französischen Impressionismus gilt „Claude Debussy", geb. 1862 in St. Germain. Man hat versucht, gewisse musikalische stilistische unb technische Eigentümlich- teilen seines Ausdrucks auf eine Formel zu bringen; man ist mit solchen Versuchen nicht weit gefemmen. Seine Harmonik ist äußerst fubtil, raffiniert unb reizvoll, ihre Stimmung seltsam exotisch. Wollte man von dem elementaren Grundmaterial reden, so mühte man seine Musik als form- unb konturlos als melobiearm unb rhythmisch verkümmert bezeichnen. Will man seiner Kunst aber musikalisch gerecht werben^ so muh man sie einzig vom malerisch-impressionistischen Standpunkt aus betrachten. Der, durch deutsche, rheinische Schule gegangene „Cyrill Scott", geb. 18<9 in Oxton, ist ein träumerischer, pvesievvller Lyriker. Deine ersten Werke tragen vorüderhu schende Züge Grieg scher 2laturpoesie. Mit ben mittleren Werken beginnt der Debussi>anische Unterton unb in seinen späteren ist ber rabilalfte Impressionismus fertig, der sogar Debussy übertrumpfen will. Als deutsch-österreichische Vertreter des Im- pressioniSmus werben wir ben Grazer „Josef Marx" und den Brünner „Erich Komgold" kennen lernen. Der Erstere, vielleicht noch au wenig bekannt, zeigt neben Debussy'schen auch Reger- sche und Wolf'sche Einflüsse. Der Rame „Erich Korngold", wohl am meisten durch seine Opern bekannt, bedeutet zugleich Typus und Programm für bie Wiener Moberne. Zeichnen sich feine Orchesterwerke burch eine seltene dramatische Gestaltungskraft auS, so lieg! in feinen Klavier- Werken und Liedern ein eigenartiger Klangzauber. Stilistisch zeigen feine Werke eine durchaus Korn- gvld'sche Miichung aus Reuromantik, Imprefsio-. nismus und Roman Ismus. W. Bcacktenswcrte Regeln für den Verkehr an den Postschaltern. Wähle für deine Postgeschäfte möglichst mcht bie Hauptverkehrsstunden. Klebe auf alle freizumachenden Sendungen bie Marken vor ber Einlieferung au], wozu ba bei Driessendungen und Postanweisungen nach der Postordnung verpflichtet bist. Schreibe zu Wert- und Sinschreibsenbungen einen Einlieferungsschein mit Tinte vorher au* Halte baS Geld abgezählt bereit Ueberglh größere Mengen Papiergeld stets geordnet Lege bet gleichzeitiger Ein- oder Auszahlung von öret ober mehr verschiedenen Sorten von Wertzeichen ün Betrage von mehr als 5 Mark eine aufgerechnete Zusammenstellung der zu zahlenden Beträge vor. Benutze bei eigenem stärkeren Verkehr diL besonderen Einrichtungen (Dosteinlieferungsbücher und -Verzeichnisse, Selbstvorbereitung von Paketen und Einschreibbriefen). Bornotizcrr. — Tageskalender für Donnerstag. Postkeller, k'/i Uhr: Monatsverfammlulig des Kriegervereins. — Lichtspielhaus, heute: „Eine Schreckensnacht in der Menagerie". Ad morgen bis einschl. Montag: „Die Spieler", sowie „Das große Auwrennen im Grünewald bei Berlin": ber letztere Film wird auch in den Asioria-Lichtspielen gezeigt. — Kun st turnen. Auch ber am nächsten Sonntag, vormittags 10 Uhr, im hiesigen Stabt» theater flattfinienben Wieberholung des Kunstturnens wird in weiten Kreisen ber hiesigen unb auswärtigen Bevölkerung ein reges Interesse entgegengebracht. Es sei darum nochmals darauf hingewiesen, dah die Eintrittskarten nur bn Herrn E. C h a 11 i e r, Reuenweg 9, zu Haden sind und schon jetzt abgeholt werden können. — Die Deutsche VolkSpartet veranstaltet morgen, Freitag, 8V3 Uhr abends, im Hindenburg ihren ersten D i S k u s s i o n S- abend. Einer Besprechung der mit der Landtagswahl zusammenhängenden Fragen wird die Aussprache über die politische Lage folgen unter besonderer Berücksichtigung der durch den Genfer Spruch hervorgerufenen Krise. KVettervoraussage für Freitag: Dunstig, wollig, trocken, etwa« milder, wechselnde ÖBinbe. Die Wetterlage hat sich nicht wesentlich verändert. Bon den britischen Inseln erstreckt sich ein Hochbruckrücken nach Mitteleuropa unb verursacht wolkigeS, i och meist trockenes Wetter. In den nächsten Tagen kann nach Mitteilung der Frankfurter Wetterstationen die Frostgefahr für beseitigt gelten, so dah die unterbrochenen Kartoffeltransporte möglich sind, e *♦ Amtliche Perfvnalnachrich- ten. Am 1. Oktober wurden der Oberland- mefser im Kreisvermessungsdienst Wilhelm Hofmann, in Bad-Rauheim zum Oberlandmesser im Katastervermessungsdienst, der Landmesser beim LandeSvermessungSamt, Ludwig Linkmann, in Darmstadt zum Oberlandmesser im KreiSvermessungSdienst ernannt. •• Die beiden Lichtspielhäuser, Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, und Asto- ria-LichtsPiele, Selterswea. bitten uns mitzuteilen, bah bas Große Automobil- Rennen im Grünewald bei Berlin wegen ber enormen Anschaffungskosten in beiden Theatern zugleich neben dem Programm zur Vorführung gelangt. Die Aufnahme-Lizenz, bie nur bex Universum Mm A. G. erteilt würbe, kostete allein 325 000 Mk. RähereS siehe Anzeige. unb wenn er glaubt, burch den Tob zum „Anfang" zurücllehren zu können, so ist das nichts anderes als ein Rirwana-Ziel. Auch in ber „Koralle" ist Kaiser ber eiskalte, raffinierte Rechner, ber bie theatralischen Möglichkeiten bis zum Aeußersten ausnuht. Die letzte Knappheit des Wortes eint sich mit einer Fülle von Geschehen, Einfällen und Gedanken, die das Interesse des Zuschauers nicht erlahmen lassen. Interesse, das ist aber auch alles, was da- staunenswert gezimmerte Stück auslöst. Das Herz, die ergriffene Teilnahme, vermag es sich nicht zu erkämpfen. Es sind ja auch keine Menschen, die kämpfen, siegen, leiben ober Überwinden, sondern nur Ideen, in bas Gewanb menschlicher Typen gesteckt. Richt lebensvolle Einzelmenschen treten > Hiesige Bank sucht alsbald lOWei Schriftl. Angebote m. Gehaltsansprüchen unter 014119 an den Gießener Anzeiger. 3um sofort. Antritt wird von hies. Firma ein jüngerer Herr oder Fräulein durchaus vertraut mit Stenographie und Schreibmaschine, gesucht. Kenntnisse in der Buchhaltung erwünscht. Angebote mit genauer Angabe der bisherigen Tätigkeit, Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen unter 11406 c an den Giehener Anzeiger erbeten. Besseres 3uiifltrllliinn3Ä„ als Bureaugehilfe, war zuletzt iuLohubuchhaltung tnttn. Schriül. An geb. u. 014134 a. d. Gien. Anz. erb. listiger MMelM für furnierte bessere Arbeiten gesucht. 11350 Möbelfabrik Karl Hahn, Gießen. [stellenge§uebel Junger Mann bewand. in Stenographie und Schreibm., sucht Beschäftigung gleich welcher Ari,eviL auch halbe Tage. Schriftl. Angebote unter 014109 an den Gien. Anz. Tüchtigen Bierbrauer stellen sofort ein 014050 Gerlach Sf Euler, Wetzlar. Mädchen auS achtbarer Familie, das im Rechnen und Schreiben bewandert ist, für hiesiges Lebensmittelgeschäft gesucht. Schriftl. 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' 114140 Gestern entschlief nach langem, schwerem Leiden meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Mühl geb. Werner im 39. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Hugo Möhl und Kind. Gießen, den 27. Oktober 1921. Die Beerdigung findet am 28. Oktober, nachmittags 3*/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 0l4150 I. d. N.: Wilhelm Leichtweis. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir Allen herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 26. Oktober 1921. 014121 Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Oktober, nachmittags 2 Uhr, in Rödgen bei Gießen statt. Gießen, den 27. Oktober 1921. 114UD Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. • Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Louise Appel geb. Seitz. 11428 Die trauernden Hinterbliebenen: H. Lepper Familie H. Freund II. Daübringen, Alten-Buseck, den 26. Oktober 1921. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Okt., nachm. 2 Uhr, statt. Plötzlich und unerwartet entschlief gestern abend meine liebe gute Frau, die liebe Mutter ihres einzigen, neugeborenen Söhnchens, unsere unvergeßliche liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Schwiegertochter Marie Lepper geb. Freund im blühenden Alter von 27 Jahren. L 2. 3. 4. 014053 gesucht. | Verschiedene» | Wie neu Kaufgesuche | Zeder- pritschenwageii 40—50 Ztr. Tragf., gut erhalten, eu kaufen Haus mit Stegen- oö. 31- gotten-©eföjöft in ©lesen, Mglar oö. limgeonng in oet- Wsreiüm Enge in laufen gefntöl. 9ff. n.F.T.imanMi- Ooafenftein&Bogler Saattitüffea. msa dividendenberechiigt find). d) H 31 Absatz 2. In der Anwesenheitsliste der Generalversammlung ist nicht mehr die Zahl der geführten Stimmen, sondern der Betrag der vertretenen Aktien anzugeben. c) § 33 Absatz 1. An die Stelle der Vorschrift, das; jede Aktie von Pik. 300.— eine Stimme und von Mk. 1200.— vier Stimmen gewährt, tritt die Bestimmung: In der Generalversammlung gewährt jede Aktie das Stimmrecht. Das Stimmrecht wird nach den Altienbeträgen ausgeübk. Inhaber: TH.Weinert Gegr. 1858 Gießen Telefon 1378 Brandplatz, gegenüber dem alten Schloß empfiehlt Schlaf-,Speise-,Wohn-,Herren-Zimmer,Küchen etc. in jeder Holz- und Stilart. preiswert * reell * coulant. Besichtigung der vielen Musterzimmer lohnend. Für einen Schüler der U 111 des Real-Gvmnaf wird eine energische Nachhilfe namentlich inSvrachen, gesucht. Zu erfragen in b. GeschftSit.d.G.A. 11348 (Atudentin übernimmt Nachhilfestunden und Beaufsichtigung d. bäuSl. Arbeiten. Schr Augeb. u.014113 an den Gieff. Anz. evtl, mit Sckeuer 'lull zu vero. Näh. ek‘m Benner, Pulvermühle. sammlung eingeladen. Gegenstände der Verhandlung nnd: Beschlußfassung über die Erhöhung des GrundkavitalS um 50 Millionen Mark durch Ausgabe von sünsztgtausend auf den Inhaber lautenden und vom 1. Januar 11*22 ab dividendenberechligten Aktien zu je lausend Mark. Beschlutzfaffung über die Begebung der neuen Aktien. Den Beschlüssen zu 1 enlsvrechende Aenderung des § 5 des Statut- (Grunbkavttalsztffer und Aktieneinteilung). Aenderung folgender Paragravhen deS Statut-: a) § 7 (Einfügung der Borschrift, baff bei Kavlkalerhöhungen die General Versammlung bestimmt, von welchem Zeitpunkt ab die neuen Aktien Mitteldeutsche Creditbank. Die Aktionäre unserer Bank werden hierdurch zu einer am Areitag, dem 18. November d. IS., vormittags 11 Ubr, in unserem Bankgebäude, Neue Mainzerftrahe 32, dahier, siatlfindenden außerordentlichen (Seueral-Ver fchcn Creditbank, ferner bei sämtlichen Zweigniederlassungen der Mittel deutschen Creditbank und aunerdem: in Berlin bei der Bank des Berliner Kassen-Vereins, in Koblenz und Köln bei der Iirma Leovold Seligmann, in Leipzig bei der Allgemeinen Deutschen Credit-Anüalt «Abt. Becker & Co.' in Meiningen bei der Bank für Thüringen vormals B. 9)L Siruvv Aktien gesellschast, in München bei der sZirma A. Anshäufer, in Stuttgart bet der Firma Toerienbach & Cie., 63. m. o. H., in Tübingen und Hechingen bei der Bankcommandiie Siegmund Weil. Bel diesen Stellen find auch die Eintritts- karren in Empfang zu nehmen. Im übrigen wird auf die §§ 28 und 30 des Statuts Bezug genommen. Frankfurt a. M., den 24. Oktober 192L Der Anffichtörat der Mitteldeutschen Creditbank. R i ch a r d v. P a s s a v a n t - G o n l a r d. Dr. v. S t e inmei ft e r. 15000 litt. 1. Hvvotbek, auf grohes Haus in (9teffen, 4Vt °/0 verzinslich, abzutreten. Schriftl. Angebote unter 11425 an den Gteh. Anz. Stadttheater Leitung: H. Stelnqoetter. Freitag. 28. Oktober: 4 Freilag-Aboun..Borsl. Beilinas Berloöang. Aus. 7, Ende 9'/. Uhr. ««c W fitzt Modell zum Erlernen deö TamenfrisierenS gegen Berglltung? Anmeld. nimmt enigeg. E. Koch, Seltersweg 75. der Sn benen ' fdjcibuT sitz dir DitzS mit b i sie bi 5orm llnglü Acktr ptäside Svnitz sche 2< Regier urteilui mchtso abtDtify rarng um bah durc Drutschla harte rang.) Die die Hau) dieser P Lat des und augi dieses ® für sie bi Mutig, 6 ibenttid) Iragung i sLcbhah düng m 9ftnn f gguteSicher- dllvU i I. beit u. hohe Zinsen v. Selditgeber fof. zu leiben ges. Schr. Ang. u. 014153 an den Anz. d) § 34 Absatz 1 wird dahin ergänzt, dah Kavttalerhöhungen und sonstige Statutenänderungen mangels entgegenstehender zwingender Bor- fchrifien deS Gesetzes oder Statuts mit einfacher Mehrheit des bei der Beschluhfasfung ncrtreienen Grundkapitals beschlosien werden. Ermächtigung des Ausnchtsrats zur Vornnbme von Aenderungen, die nur die Fassung der Beschlüsse zu 1 bis 3 beireffen. Die Aktionäre, welche an der°Beschius;fassung in der Generalverfamm lung teilnehmen wollen, haben ihre Aktien spätestens am 12. November d. Js. bei einer der nachstehend verzeichneten Stellen oder bei ekiem deutschen Notar zu hinterlegen: in^ranisurt a. M. und Berlin bei der Mitte.deut Jurist, üicpttitorien werden erteilt. Schr. Ang. unt. 11311 a. d. Gieh. Anz. frür die Fortbildung seines 14j. Sohnes sucht Vntibroirt für mehrere Stunden wöcheml. Oberlehrer od. cand. phll. Schriftl. Angeb u. 014094 an den Gietz. Anz. erbet. wird Ihr Kleid, wenn Sie es mit A rtt- Stossarben fävben. 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Begabte Kinder schlagen leicht über öie Stränge! 3ch hör es doch oft, wie Großvater schimpft, wenn die Knechte junge Dlutpferde zu scharf an die Zügel nehmen, oder gar schlagen Ratürlich, Strafe müssen sie haben, wenn sie nicht folgen oder gah die Deutschland nach den vorausgegangenen Verstümmelungen seines Territoriums und nach den Verheerungen der Rachkriegszeit verbleibende Wirtschaftskraft durch die Entscheidung über Cber- schlesicn eine weitere Verminderung erfahren hat, die alle Berechnungen hinsichtlich der Ersüllung ''er deutschen Reparationsleistungen aufs neue stark in Zweifel zieht. Rach den Berechnungen des Statistischen Reichsamtes betrug die Bevölke- rungSzahl im Abstimmungsgebiet 1 950 000 Ein- wrhner, von denen wir 965 000 Einwohner, oder 49 Prozent, verlieren sollen. Setzt man diese Zahl in Vergleich zu dem Abstimmungsergebnis: 62 gegen 38 Prozent, so werden nach der Entscheidung 11 Prozent mehr von der Bevölkerung von uns abgetrennt, als für Polen gestimmt haben. (Hört, Hört!) Hierbei ist noch nicht berücksichtigt, daß das Ergebnis der Abstimmung ein sehr viel günstigeres für Deutschland gewesen wäre, wenn die Abstimmung in voller Ruhe und unter wirksamem Schuhe sich abgespielt hatte (Sehr richtig) und nicht, wie in großen Teilen verschiedener Kreise es geschehen ist, unter furchtbarem polnischen Terror. (Sehr wahr.) Mit dem abzu- tretenden Gebiet gehen uns große und blühende deutsche Städte verloren, die als die Zentren deutscher Kultur in Oberschlesien anzusehen sind. Ich erwähne insbesondere die Städte Kattowih und Königshütte, die mit 81 bzw. 78 Prozent aller abgegebenen Stimmen ihre Zugehörigkeit zum Deutschtum und hiermit zum deutschen Q3aterlaube bekundet haben. Die Grundlage, der Oberschlesien seine Blüte verdankt bilden seine Bodenschätze, unter denen die Kohle den ersten Platz einnimmt. Don 61 Betrieben, die Steinkohlen fördern, fallen 49'/. an Polen, so daß nur ll’/2 deutsch bleiben. Don den 61 Gruben wurde eine Iahresförderung von 31,76 Mill. Tonnen erzielt; davon fallen 24,6 Mill. Tonnen an Polen und 7,1 Mill. Tonnen verbleiben bei Deutschland. In anderen Worten erhält Polen 75,5 Prozent der wberschlesischen Kohlenförderung. Bedenkt man, daß die Kohlenvorkommen bis tausend Meter Tiefe führen, so verbleiben Deutschland von 60 Milliarden Sonnen nur etwa 5,5 Milliarden Tonnen, so daß 90 Prozent der Kohlenvorkommen an Polen fallen. Der Kanzler schilderte sodann des weiteren ausführlich, was wir in Oberschlesien an Werten verlieren, legte gegen den hierdurch geschaffenen Zustand als gegen eine Rechtsverletzung feier- lichst Derwahrung ein und fährt fort: Lediglich durch die in der Rote ausgesprochene Drohung und um die der deutschen 'Bevölkerung des ober» schlesischen Industriegebietes sonst bevorstehende Verelendung soweit wie möglich zu vermeiden, sieht sich die Regierung gezwungen, dem Diktat der Mächte entsprechend, die darin t>orgefebene Delegation ohne damit ihre Rech saufsasfung zu ändern, zu ernennen. (Lebhafter Beifall.) Abg. Müller- Franken (Soz.» dankt den oberschlesischen Märtyrern für ihre Haltung, um so mchr. als gerade die deutschen Gewerkschaften dort die stärksten Träger des deutschen Gedanlens gewesen seien Wir möchten den Oberschlesiern praktische Hilfe leisten Der Idee deS Völkerbundes habe der Spruch jedenfalls bei uns keinen Dienst erwiesen. Der Spruch hätte von einem unabhängigen Gerichtshof gefällt werden müssen, nicht von den Beiriligten selbst. Lloyd George habe selbst auf anderem Standpunkte gestanden, fei aber doch schließlich umgefallen Der Vertust I Ober sch les ienS erschüttere die Er,ütlung, mög.ich- keil: daran ändere and) das lojabrige Intereg- uum nichts. Die Entscheidung w.d.rsp .chr dem Friedensvertrag und schasse für Obrrschleiien eine gan^e Reihe for währender E reitpunkte Der wirtschaftliche Gedanke müsse üb:r den nationalistischen liegen. Darum müßten die wirtfchif- lichen Verhandlungen mit Polen im Sinne dcr Verständigung geführt werden. Der Redner dankt dem Reichslanzler im Ramen feiner Partei für lein« Opfer Willigkeit in schwerster Stunde Falle die Enttcheidung heute gegen der Reichskanzler auS, habe die Mehrheit auch die Pflicht, die Regierung zu bilden. Abg. Ulitzka (Z): Die Hoffnung auf den Gerechtigkeitssinn der Entente war verfehlt. Epe- Aiell Lloyd Georges Worte waren eine Enttäuschung. Jede Rücksicht auf den Willen der Ober- fchlesier ist fallen gelassen worden. Städte mit über 85 Prozent deutscher Stimmen sind zu Polen geschlagen worden. Würde jetzt die Frage zur Ab- ftimmurtjg gestellti Ganz zu Deutschland oder geteilt zu Polen, so würden die meisten Oberschlesier, die damals für Polen fiimmten, heute für Deutschland stimmen. (Sehr richtig!) Das uns diktierte Wirtschaftsabkommen mit Polen enthält unerhörte Zumutungen für Deutschland, die weit über den SiicbendDcitrag hinausgehen. Der Reichskanzler hat alles getan, um Oberschlesien zu retten. Der von uns ersehnte Frieden mit Polen ist durch die Genfer Entscheidung unmöglich gemacht. Deutschland wird nie den Verlust dieses Landes vergessen könne.i. Das Wirtschaftsabkommen mit Pölert kann Oberschlesien nicht Helsen. Wir verstehen es. wenn die Regierung unter dem Zwang der Lage dennoch einen Kommissar entsendet. Wir müffen aber verlangen, dah der deutsche Vertreter wirklich Gleichberechtigung erhält. Durch die Entsendung unseres Vertreters wird unser feierlicher Protest nicht berührt. Wir hoffen auf die Gerechtigkeit der Weltgeschichte. Deutsche und Oberschlesier bleiben trotz aller Grenzen zusamrneit. (Lebhafter Beifall.) Abg. Hergt (Dntl.): Es ist sehr bedauerlich, dah die Leiter der deutschen Politik sich nicht , u einer rühmlichen Abwehr haben aufschwingen können. Der Reichstag hat sich der Situation nicht gewachsen gezeigt. Wir haben ein klares Recht aus das ungeteilte Oberschlesien (Beifall). Das Genfer Diktat ist schlimmer als das Londoner Ultimatum. Wir erheben den schärssten Protest gegen seine Annahme Wir entgehen damit auch nicht dem Konflikt, der einmal ausgetragen werden muh. Wir müffen den Gegnern beweisen, dah wir entschlossen find, die letzten Konsequenzen aus unserer eigenen Lage zu ziehen Datum müssen wir nicht nur das Genfer Diktat ablehnen, sondern auch die Entsendung eines derltfchen Delegierten für daS Wirtfchastsabkom- men (Don der Zuhörertribüne wird gerufen: Annektieret: und Protestierer herrscht! Präsident Lobe verwarnt den Rufer.) Wir müssen jetzt endlich übergehen von der passiven Duldungspolitik zu einer positiven Politik des Willens. Wir müssen Irredenta treiben, ob wir wollen oder nicht (Beifall rechts). Wir werden nicht ruhen und rasten, bis die Wiedervereinigung mit Ober- fchlesien da ist. Wir bedauern, dah die Garantie für diese große Politik nicht in der Zusammensetzung der neuen Regierung gegeben ist. Es scheint, als ob es bei der alten Politik bleiben soll. Der Erfüllungsfanatismus muh verschwinden. Unser Trost ist, daß das neue Kabinett nur eine Episode, nur eine Eintagsfliege sein wird. (Bravo, rechts.) Abg. Malt zahn (Komm.) erhalt wegert des Zwischenrufes: Ihr Verbrecher seid die Schuldigen! einen Ordnungsruf. Abg. Kahl (D. Vpt.) bedauert, daß das Interesse an der Kabinettsbildung die Gefahr ür Oberschlesien ganz zurückgedrängt hat. Wir teilten die Forderung, alles andere vor dem Rechtsbruch zurücktreten zu lassen. Wir sind nicht durchgedrungen damit. Wir wollten' die brutale Gewalt gezwungen über unS ergeben lassen und keinen Zweifel darüber lassen, daß wir das Unrecht nicht als Recht anerkennen formen, daß Oberschlesien deutsch ist und von uns als deutsch auch fürderhin betrachtet werden soll. Auf diesem Standpunkt stehen wir noch heute. Auch die Sanktionen widersprechen schon dem Versailler Vertrag und dem Völkerrecht. Das Wirtschaftsabkommen ist aber geradezu ein Hohn. Kein Wort davon steht im Friedensvertrag. Es ist erzwun- aen und ein RcchtSfpruch im schwersten Sinne. Man will uns damit nur den Vorwand nehmen zu sagen, daß wir durch den Verlust Oberschle-» sicns an der Erfüllung unserer Belragspttichten behindert feien. Daß unsere Leistungsfähigkeit auf daS ernsteste gefährdet ist. stehl außer allem Zweifel Wir haben nicht die Sicherheit, daß die Entsendung eine» deutschen Delegierten nicht als Anerlennung de» Diktat aufgelegt wird. Die Richtcnticndung ist die einzige klar- Form der -Jblebnung. Darum find wir gegen die Entsendung. Die Genfer Entscheidung muß unfer schwä- Ikrtrai c *. um Völkerbund vollends erschüttern. (Lebhafter Beifall.) Präsident Lobe teilt mit, daß von den Parteien der Rech en und Linken ' amenttiche Abstimmung über einen VertrauenSantrag bei* Zentrums und der Sozialdemokraten beantrag! worden ist Abg Dreitfcheid iUSP.» bei lagt auch für feine Partei den Verlust O! erschleßenS. Die Entscheidung Über Cbcridii t ;fi dir ’o qcr.drigc Entwicklung bet im-eriali,tischen Politik. Dir internatio'ale Arbeite isch.ifi wehrt sich $,e.icn bie- fen Imperialismus, aber sie kann dabei nicht hie von Herrn SSrat empfohlenen Mit! I uituxnben. DaS oberscdlefifche Problem ist tn Wirklichkeit em fcziales. Die Arbeiter wurden poinisch. weil deutsche Unternehmer sie unterdrückten In der e Freunde njch: mit dem R.ich tunzler überein DaS fcvmclle Recht des Fn iedensve, liages würde eine Teilung Obersä le'iens zulasten. D.e CnLcb -ibung entspricht aber nicht den wirtschaftlichen und geographischen Verhältnissen des Landes und nicht der Abstiniiming der Bevölkerung. Wir bebau em die \jerrei " iig deS einheitlichen Wirtschaftsgebiets. Dem neuen Kabinett lagt der Redner m gewißem Sinne Unterstützung zu, ohne sich indessen zu binden. Abg. S ch ü ck i n g (Dem.) verliest folgende Erklärung feiner Fraktion: Die Fraktion stimmt im Interesse OberschlesienS der Entsendung eines Kommissars zur Abwicklung der sich auS dem Diktat ergebenden Fragen zu unter der Voraussetzung, dah sich daraus keine Anerkennung der dem Frie- densveitrag widersprechenden Entscheidung ergibt. Sie muh erwarten, dah sich die Regierung von diesem Standpunkt nicht abbringen läßt und macht ihre künftige Stellung zur Regierung davon abhängig. Da sie hierüber nach den Verhandlungen bei dec Regierungsbildung die nötige Sicherheit nicht erlangen konnte, -vermag sie sich an der Regierungsbildung nicht zu beteiligen. Rur im Hinblick auf die Eigenart des WttlungökreifeS des Reichswehrministers hat sie sich damit einverstanden erklärt, dah Herr Gehler dem diingen- den Ersuchen des Reichskanzlers auf weitere Geschäftsführung dieses Ministeriums entsprochen bat. in der Hoffnung, daß dieses wichtige Ministerium auch in Zukunft dem Wechsel der politischen Konstellationen entzogen wird. Redner weist den Vorwurf zurück, dah seine Fraktion sich un- demokratisch benommen habe. Wenn eine Regierung die Ueberzeugung gewinnt dah ihre Außenpolitik nicht den erwarteten Erfolg gehabt hat, dann hat sie die Pflicht, zurückzutreten. Die Los- reihung Oberfchlesiens trägt die Tendenz des un- verhüllten LandesraubeS. (Lebhafte Zustimmung.) Für politische Konflikte müsse endlich ein unabhängiges Tribunal geschaffen werden. Deutschland habe nach dieser Entscheidung ein Recht auf Herabsetzung der Reparationsleistungen. Aba. Emminger (Bayer. Vpt.) verllest eine Erklärung seiner Fraktion, die fchäi-fsten Einspruch gegen das Genfer Diktat erhebt und sich gegen die Entsendung eines deutschen Delegierten ausspricht. Inzwischen ist ein Antrag der Deutschen Dolkspartei, der Deutschnationalen VolkSparlei, der Bayerischen Volkspartei und des Bayerischen Bauernbundes eingegangen, der gegen den Genfer S.iruch Einspruch erhebt und betont, daß daS deutsche Volk niemals diese neue Gewalt als Recht anerkenne, vielmehr stets in dem deutschen Oberschlesien feinen Bruder und in der ober- schlesischen Erde deutsches Land sehen wirb. Abg. Heidemann lKomm.): Der Völkerbund erweist sich immer mehr als ein Blutbund und Mörderbund zur Riederhaltung des internationalen Proletariats. Schuld an dieser Politik sind aber die Vertreter deS alten Kurses und die Mehrheitssozialisten. Abg Dr. Levi (Komm. Arbeitsgemeinschaft) sichert der Regierung die Unterstützung feiner Partei zu, wenn die Regierung ernstlich den Kamps gegen die Reaktion führen wolle. Rachdem die Abgg. Marx (Z), Müller- Franken (S.) und Ledebour (USP.) die Erklärung abgegeben haben, dah ihre Fraktion nui für den VertrauenSantrag stimmen werde, kommt eS zur namentlichen Abstimmuna, in der bat Zentrum, die Sozialdemokraten, die Demokraten und die Unabhängigen für den VertrauenSan- .vo—o. meinst du? Ich glaube die Sache liegt anders, wir bekommen'S mit der Angst zu tun um unser Lebenswerk I In ein paar Zehren wird das freilich nicht zum Teufel gehen!" Die Mamsell faltete die Hände, sah zur Decke hinauf. Herrgott, ich danke dir!" .Ja, für was denn eigentllch in diesem Augenblick, du verdrehtes Haus?.' Derbe Worte ihres Herrn nahm die Duste nie übel, sie wußte, wie sie gemeint waren. Dann .war ihm das Herz übervoll. ..Für die Erkenntnis! Daß nämlich .der Schuh im Blut" auch seine Rachtelle hat. Mitunter will der befehlen, wo er froh fein kann, daß er weich gebettet liegt. Und was die Enkel- ttnber anbetrifft, Herr Oekonomierat, ich glaube, die bringen Ihnen die sorgenvollen Spaziergänge unter den Hainbuchen wirklich auf Ihre alten Tage wieder bei!" .Das grüne Gemüsei Diesen Winter feh ich mir die Wirtschaft noch an, zu Ostern kommen sie in die Schule nach Fritzlar, und wenn die Eltern nicht für Zug in der Kolonne sorgen, sorgt der Großvater dafür. Himmelkreuzdvnnerwctier, ich bin ein gemütliches Haus, aber ich kann den Leuten auch höllisch den Damnen auf die Aase drücken!" .Da wird Ihnen der Aerger noch manchmal höchsteigen, denn der Henner geht doch immer noch am ‘Harrenfeile! Ach Gott, was sag ich: jetzt geht er nicht dran, jetzt tanzt er, wie bte Frau es haben will!" .Guste, Jugend und Alter sind Gegensätze! Dann heißt es, es fei eine andere Zeit. Ich aber ?a5 Leben ist ein Kamps, und es kommt nur darauf an, wer sich unterbuttem läßt! Ich bin ja soweit noch recht gesund, denn das bißchen Rheumatismus in der linken Schulter zählt bei mir nicht! Mögen sie versuchen, mit mir fertig zu werden! Und wenn du benFl. ich bereue daß ich den Schuß ins Wärhahnsche Blut gebracht habe, so irrst du! Meine Schwiegertochter die hat nicht den Halt am Bauernblut, das geb ich M — und hcck's immer gewußt! Die Kinder aber haben ihn, und so sehr ich leichtes Blut wünschte, so wenig will ich. daß er das gesunde, hessische Dauemdlut niederkämpfen wttd. Ergänzen sollen sie sich und werden es, - wenn nämlich eine feste Hand, wenn es sein muß, eine starke Faust auf den Kindern liegt. Und der Henner hat weder eine feste Hand, noch kann er die Faust ballen! Also muß ich eS!" Da kam die brave Guste nicht mit. Stumm sah sie ihren Herrn an. Unter dessen Augen hingen dicke Tränensäcke, dem fraß die Sorge um die Enkelkinder am Herzen, — aber in dem flat noch Kraft, fester WUle. Der ließ sich die Herrschaft hier nicht aus den Händen ringen! 5>ie Mamsell erhob sich, stellte den Stuhl wieder m die Ecke und ging. Der alte Wärhahn WJw geduckt an seinem Schreibtisch sitzen. 2Lm liebsten wäre er unter die Hainbuchen gegan- fl^n. aber das hätte die brave Guste herauS- betemmen. Und die sollte nicht wissen, daß ihm doch Zweifel gekommen waren, ob er mit .dem Dch"ß im Blute" nicht auf den Holzweg geraten war, (Fortsetzung folgt) mKmFkrtenöe MwröicÄaßk , Men, in her ÄöcrseugMLK^aM-en^erm» -cn unserer anerkanntere tzuMWA-SLgaMterr den ße^enDienjkzu envdjen.-SSir Bitten hiervon Kenntnis zu nehmen und öemerLen ausdrücküch^aßwir nach ivie vor nur hie chcfj?cru prien f-Safraftc verwenden. ''kstSalRwaqf 26. Dkt 25. Okt. Saturn: KurS Kur« 27. 10. Schweizer Franken Vetr.: Für 100 deutsch« Mark wurden gezahlt: 1 unter WreU. 10030 8.42 170,70 22,78 53,10 445, 495, 8,28 169,30 22,97 52,90 26.10. 3,35 1,74 3,21 2,75 186.25 3.325 0.28 5.65 40.05 21.65 21.65 39.50 0.75 706, 650, 600, 63, 799, 1040,- 945,— 975,- 1400,- 964, — 949,75 1175,- 825,- 820,- 1000,- Kurs 26 10. 77,50 70 40 81,10 65.- 460,- 485,- 510,- 540.- 640,- 565,- 815, 900, 706, ß. - Fr. *= 485,- 500,- 460,- 505,- 610,- 612,— 550,- 500,- 485 - •■4 100 Fl. - ioo aut = 100 Kr. ” 100 Kr. = 100 Fr. — Maqer Bleich Nervös Unreine Haut Kurs 24. 10. 77,50 70,30 80,90 64,40 400,- 415,- 420,- 426,- 570,- 488,- 425.— 418,- 430,- 1085, - 960,- 890,- 920,- 1293,- 955,- 966,- 1090,- 780,- 790,- 750,- Schuckert-Werke. . . Adlerwerke Daimler 4e e Hesi. Staatsanl. Electron Griesheim Dtsche. Vereinsbank 8,38 170,30 22,72 52,90 100 100 100 100 100 6,- 8,36 -.61 1025,- 1020 - 1400 - 957,- 960,- 1350,- 825,- 8l0,- 970,- 1100,- 840,-*. 900,- 789,- 65, — 805,- 380,- wird Der Ausschuß beantragt SrledigterLLrung, da der Antrag inzwischen gegenstandslos gewor- Anf legre - üatra'aen in Mio Umn.Stnpot Wolle und Alo> nqraS. in Vetter eiflener Virbelt, bei billig- jter Berechnung. Kran» W5or. med. KnorA Spezialarxt L B^ochloi'* trag stinnnen. Die Abstimmung ergibt die An- 1 fuhr von Flafchsrwein vom befetzt^ tnS uTches^e nähme des Vertrauensvowms mit 230 gegen Gebiet betreffend, erstattet 2log Hahn (D^Vp.) INArmmen, bei neun Stimmenthaltungen Auch Demcht.^a^auf T^une n.cht ve st Hessische DoMskammer. 119. Sitzung (Rachmittagssitzung). St. Darmstadt, 25. Oft Die Rachmittagssitzung wird um 31/t Uhr eröffnet. <3rfter Gegenstand ist eine Regierungsvorlage, betreffend das Volksschulgeseh. Abg. Schorn (Ztr.) fuhrt aus, daß d:e Einstellung eines juristischen Referenten Im 2an- deSamt für das Dildungswesen nach Gruppe XII und die Einstellung eines Vorstandes des Sekretariats des Land^samts nach Gruppe X no üxntig geworden sei. Der Ausschuß beantragt Annahme der Vorlage. Das Haus stimmt zu. . Es folgt bie ^Beratung des Antrags Kiel lLlSP), den Lehrer Jos Hlllebrandt auS der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen zu entfalten. Der Landtag hat sich bereits im vorigen Jahr mit dieser Angelegenheit beschäftigt und nach dem Referat deS Geh. Obermedizinalrats Herrn Dr. Dalser die Entlassung abgelehnt, es wurde aber beschlossen, H. mehr Freiheit zu gewähren als bis- her, auSgesührt wurde dieser Deschluß allerdings erst sechs Monate danach Ausfall:« erscheint dem Antragsteller nach Angaben des Herrn Hillebrand eine Aeuherung des Herrn Geh. Obermedizinalrats Dr. Valser, die er am 25. Oktober 1920 auf eine Anfrage des H, warum er nicht au« der Anstalt entlassen wurde, getan haben soll. Herr Oberarzt Dr. Scriba war bei dieser Unterrebung zugegen. Als Gründe der Ablehnung wurden von Herrn Dr. Balser drei angegeben: 1. Man fürchte einen peinlichen Prozeß. 2. ES sei von H. in der Anstalt Philipps- hospital im Oanuar 1920 an seinen Vormund eine gewisse Postkarte und an Abg. Scherer ein Brief geschmuggelt worden. 3. H. sei bemüht seine Vormundschaft in die Hände seiner preußischen Der- sd’ SS = 549 - -- 185 100 s = 3 95 Marknotiemngen. I*ntrun'. bk «nqiqen । ’Wtrib n 7)t » Dc Rationalbank f. D.. Boch. Gußstahlwerke 1020,- 1400, Bud^Slsenw^Att.. 999,- 1079. D.-Luremb. Bergzo.. 900, Gelsenklrch. Bergw.. 920, Sarp euer Bergbau . 1235, Oberschl. Sisenb^B. 895, Oberschlef. Sisenlnd. 995, Phönlr-Bergb>Att. 1200, Bad.Anilin-u. Soda 775, Höchster Farbwerke. 768, Allg. Slettr.-Des. . . 722, Selten Ä Guilleaume 1060, Handel. Berlin, 26. Oft Börsenstimmungs- dild. Am heutigen sogenannten tletnen Börsen- tage, wo nur die zu GinheitSkursen gehandetten Dividenden werte nicht notiert wurden, setzten variable Indufl riepapiere unter gewaltigem Kaufandrang des Privatpublikums ihre Aufwärtsbewegung In scharfem Tempo fort. Vielfach stnd mehrere hundert Prozent betragende Grhöhungen zu verzeichnen, and trotzdem konnte die Rach- frxige In einer Reihe von Papieren nicht befriedigt werden. Dte Gründe für die wilde Raufluft sind lediglich in der Flucht vor der Mart zu suchen. Besonders begehrt waren chemische Papiere, @let- trizUätsaktlen, Waggonfabriken, Maschinenfabriken und RletallaMen. Die Haussebewegung ergriff in verstärktem Maße auch Bankattlen und in minderen Grade Schiffahrtswerte. Gs gewannen Bochumer Guß 145, Harpener 90, Mannesmannröhren 100, Chemische Heyden 216, Goldschmidt 115. Köln-Rottweiler 215, Rütgerswerke 400, AEG. 179, Cl.ttr Lieferungen 150, Adi er werke 214 Deutsche Maschinen 307, Hacketal 200, Lorenz 260, Julius Pintfch 300, Hugo Schneider 140, Vogel Telegraph 200, Deuttch-Allantische 200, Gebr ZunghauS 190, Berliner Handelsgefeffschast 150 Prozent. Rach der Feststellung der ersten Kurse war es zeitweilig ruhiger bei kleinen Abschwächungen auf Gewinnsicherungen der Spekulation. Späterhin wurden die Verluste meist wieder ausgeglichen: nur wenige, letzthin besonders gestiegene Werte stellten stch auf Realisierungen niedriger, so Schultheiß um 150 Prozent. Don cberschlesischen Werten wurden Laurahütte um mehr als 300 Prozent höher genannt, während andere Papiere unregelmäßige Kursbewegung hatten. Am Devisenmärkte hoben sich die Kurse nach der gestrigen nachmittägigen Abschwächung etwas, blieben aber immer noch hinter der gestri- angenommen. Zur Regelung deS Kr e i s b la 11 wes e n S hat der Abg. Schreiber (Dem.) beantragt: Die Regierung wird aufgefordert, baldigst eine Vorlage einzubringen, durch die die Monopolstellung einzelner Zeitungen als offizielle Publikationsorgane der KreiSämter ausgehoben und eine den jetzigen Verhältnissen entsprechende anderweittge Regelung des KreiSblattwesenS veranlaßt wird. , Abg. Herbert (Ztr.) erstattet denAuSschuh- > bericht. Der Ausschuhantrag (Annahme) wird unter gewissen Bedingungen angenommen. Der Antraa des Abg. Schildbach (Soz.), die Dampffesselverordnung betreffend, wird für erledigt erflärt. Ebenso eine Reihe weiterer Anträge: darunter auch der Antrag Eißnert u. Gen., betreffend Federführung von Privatbesitz in Gemeindeeigentum. Nachdem der nächste Punkt der Tagesordnung aufgerufen, erfiären die Abag. Schildbach und Bornemann (Soz.), die Abstinnnung überhört zu Haden. Es ergibt sich eine längere Geschäftsordnungsdebatte, doch erhebt fiq) Widerspruch gegen die Wiederaufnahme einer erneuten Beratung. Darauf tritt Vertagung ein. — Nächste Sitzung Mittwoch 979 älhr. — Schluß 5V4 Uhr. insbesondere ihre Vertreter in den Parlamenten auf, auf eine Polittk zu bringen, bie 1. Volksabstimmungen beachtet, 2. Minderheiten schützt und 3. bie wirtschaftlichen Bedingungen des Versailler Friedensvertrages ganz adändert, damit nicht unter dem Namen von Reparationen Zahlungen stattfänden, die zur Versllavung der Arbeiterklassen der geschlagenen Rationen führen und Millionen von Arbeitern der siegreichen Länder erwerbslos auf die Straße werfe. Beschluß des österreichischen RativnalrateS. Wien, 26. Ott. (WB.) Der Rational- rat nahm einstimmig einen Antrag an, in dem bie Mitteilungen des Bundeskanzlers Schober zur Kenntnis genommen und die von der Regierung getroffenen Maßnahmen gebilligt werden. Ferner wird an die Reglerring das Ersuchen gerichtet, die Wehrmacht auszugestatten, die Intervention des Völkerbundes wegen der Einführung- des Wilizsystems anzurusen und in Verhandlungen mit den Mächten der Heber- gäbe des Burgenlandes sowie die eheste Durchführung der Entwaffnung Ungarn- zu erwirken. Der Antrag verlangt Wetter die Einleitung einer genauen Unterludjung gegen bie österreichischen Bürger, bie an dem RestauratlonS- versuch in Ungarn beteiligt sind und die Ausweisung bzw. Internierung ungarischer Staatsbürger, die an dem Putsch in Ungarn mit gewirkt haben. Am Schluß der Sitzung unterbreitete der Finanzminisier eine Vorlage, in der die Ermächtigung zur Aufnahme eines weiteren Kredits im Betrage von 20 Milliarden Kronen ersucht wird. Qlttentat auf den Sozialdemokraten Duer. F r a n k f u r t a. M., 26. Oki. (WTB.) Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus München: Auf den Führer der bayerischen Sozialdemokraten Auer wurden, als er gestern Abend auf dem Heimweg vom GewerkschaftS- hause in Begleitung einiger Freunde den StePhanSplatz überschritt, auS der Richtung des südlichen Friedhofes zwei Schüsse abgegeben. Auer, der eine Waffe bei sich führte, feuerte in der Dunkelheit mehrere Male in der Richtung, auS der die ©d)üffe gekommen waren. Eine sofort aufgenommene polizeiliche Streife ergab keine Spur von dem Täter, doch wurde festgestellt, daß Auer schon auf dem Wege zum GewerkschaftShause ein Mann In auffälliger Weise gefolgt war. Auer hatte in letzter Zett wiederum fortgesetzt Drohbriefe von deutsch-völkischer Seite erhalten. Hansa- Schüfe Gießen Seltersweg73. femr.821 Priv.-t landelslehrunstali von J. Kunzeimann, > Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. Bis 7. No V. A uf.nähme ' -■ für die Wintcrkurse. Anmeldg. täglich. Prosp.fr ei. den. Das Haus stimmt zu. . Heber den Antrag der Abgg. S ch i l d b a ch u. Gen., bie Neugestaltung der StrafanstaltSorb- nungen betreffend, referiert Abg Schreib.er, der beantragt, dem Anträge stattzugeben. Iusttzminister v. Brentano hielt es für besser, zunächst bie Resultate der mit der Neubearbeitung bet Strafanftaltdorbnungen beschäf- tigtenKommi sion ab>uwarten. Selbstredend!ön en nicht alle Wünsche der Strafgefangenen berücksichtigt werben, denn eine Strafanstalt ist feine Sommerfrische. — Der AuSschußantrag wird angenommen. Ueber den Antrag des Abg. Knoll (Ztr.), Derufungsmöglichkeit zu schaffen für die Gntschei- bungen berWieteinigungSämter, berichtet Abg. Dlngelbey (D. Dp.): Die Regierung hat sich dazu geäußert und zugesagt, eine Beschwerdestelle zu schaffen, wenn es sich um Rechtsirrtümer ober -Verstöße hanbelt. Der Ausschuß ist ber Ansicht, daß eine Berufungsinstanz notwendig ist, und beantragt Annahme deS Antrages. — Der •fahren und den Antrag Kiel für erledigt zu erklären. Wg. Damm (Dertt.) stellt fest, daß er mehr al8 sechsmal mit dem Hlllebrandt gesprochen habe und einen durchaus normalen Eindruck von ihm gehabt habe. Abg. Vetters (Soz.) spricht sich ähnlich ie dem Kabinett das Vertrauen ausspricht, und 220 Stimmen vereinigte, geschlossen gestimmt: das Zentrum, die Sozialdemokraten und die Unab- Ixngigen, ferner die Mehrheit der Demofraten, i^äb^enb ein Teil der Demokraten sich der Stimme entbleit. Gegen das Vertrauen stimmten die Seutschnativnalen, die Deutsche Dollspartei, die Bayerische Vollspartei und die Kommunisten (132 Stimmen). Das Reichskabinett wird den Blättern sufolge heute in der zweiten Sitzung die Ernennung der Unterb änbler für die Wirt- Ichaftsverhandlungen mit Polen über Oberschle- ften vornehmen. Der Ver Handlungsart stehl noch nicht fest. Der Deainn der Besprechungen mit S3?Ien dürfte für Ende btrr nächsten Woche zu erwarten sein. Eine Rede Rathenaus. Mannheim, 28. Oft (WTB.) In einer ton etwa 7000 Personen besuchten Versammlung badischen Landesverbandes der Deutfch-De- rwkratischen Jugend führte Dr. R a t h e n a u füglich der Entscheidung über 0 b e r s ch l e - I3l i e n unter anderem aus: Die Sinnlosigkeit des Urteilsspruches ergibt sich von selbst. Diese auf- l^wungene Wirtschaftsordnung ist nicht mir ge- jen den Geist, sondern selbst gegen den Wortlaut es sranrreuy bet feinen Alliierten, dah ein Dru ck aus Deutschland notwendig fei, im Interesse der Deutschen, die guten Willens seien. Die Frage von Oberschlesien behandelt Drimd h storisch und lobt die Unparteilichkeit des Schiedsspruches des DöllerbundeS. Deutschland habe ihn angenommen; di e Angeleaenheit sei geregelt DaS sei der Erfolg der geduldigen und arbeit)amen Anstrengung der französischen Beharrlichkeit (Beifall.) Aach Erwähnung des AbkornrneTis mit der Regierung von Angora weist Driand auf die Vorteile des Wiesbadener Abkommens hin. Wenn Deutschland seine leere Staatskasse zeige, müsse man ihm antworten, daS sei wohl möglich, aber der Dertraq besage, dah nicht der deutsche Staat, sondern dah Deutschland mit allen seinen mobilen und nicht mobilen Reichtümern zahlen müsse, dah man also ein Recht habe au f den Besitz der Staatsbürger. Die Volksparteiler mühten zahlen, denn alle Deutschen seien mit ihrer Regierung solidarisch. Senator Berenger ruft, man müsse ihnen die Hand an den Halskraqen Ie~en. Bria nd sagt, er wolle bie'en Ausdruck nicht verleugnen, aber er habe ihn damals gegenüber einem Deutschland gebraucht, ba3 nicht habe zahlen wollen. Schließlich erklärte Briand, er habe nach der ersten Konferenz von London so gesprochen und auf die Besetzung desRuhrgebietes hingewielen. Das habe er mit dem Ausspruch .die Hand an kxn Kragen legen" gemeint Er allein habe dS Ruhrgebiet nicht besehen können. Solange Deutschland seine Verpflichtungen erfülle, werbe man nicht handeln. Frankreich sei mehr als jemals dem Frieden ergeben. Driand spricht schließlich von der Konferenz in Washington. Der Senat spricht ihm mit 301 gegen 9 Stimmen sein Vertrauen aus. Das Kabinett Wirth. Berlin, 27. Oft (Wolff.) Heute vormittag 11 Uhr trat baä Kabinett zur ersten Geschäft s s i tz u n g zusammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung sprach der Reichskanzler den zur prelSgegeben. WZhrend das deutsche Wirtschafts, leben schon nach den ersten Versuchen zur Erfüllung der Reparationslasten schweren Erschütterungen ausgesetzt ist, werden ihm werwolle unb unentbehrliche Teile zu Unrecht entrissen. Die deutsche Arbeiterschaft bekundete wiederholt den ehrlichen Willen zur Mitarbeit an den Pflichten der Reparation. Dieser Wille wird durch die Genfer Entscheidung glatt zerschlagen. Cs gewinnt den Anschein, alS solle die Reparation verhindert werden, um dann gegen Deutschland mit neuen Zwan^mahnahmen Vorgehen zu können. Dreizehn Millionen deutscher Arbeitnehmer sprechen hiermit den gegen ihren Willen uns entrissenen Oberschlesiern ihr innigstes Mitgefühl aus. Wir werden nie auf- hören. Euch als Vollsgenossen zu betrachten und werden nie erlahmen, zu betonen, dah wir die Zerreihung Oberschlesiens, die entgegen dem einwandfrei festgestellten MehrheitSwillen der beteiligten Bevölkerung und entgegen der Vernunft unb Gerechtigkeit erlolgt ist, als brennenbes Unrecht zu betrachten. Wir appellieren an das Ge- wissen ber ganzen Kulturwelt in ber festen Zuversicht, dah mit Hilfe aller ehrlichen Menschen und im Geiste der Dölkerversöhnung auch das Recht auf unsere oberschlesifchen Vollsgenossen Anwendung findet. Vor bolschrwiftischen Unruhen in Obcrschlrsicn? Kattowih, 28. Oft (WB) Die sozialistische Kattowitzer .Gazette Robdnitza" berichtet in einer Korrespondenz aus Laurahütte, dah die kommunistische Bewegung in Oberschlesien jeden Tag zunehme. Alles warte nur darauf, dah die oderschlesische Frage endgültig gelöst werde, um den Generalstreik zu beginnen. Beschlüsse der Botschafter- Konferenz. P a r i S, 27. Oft (WTB.) Ueber die heutige Sitzung der BvNchafterkonferenz wird folgendes offizielle Eonnnunigue ver- bre'tet: Die Internationale Arbeitslronferenz. Genf, 27. Oft. (WTB.) In ber heutigen Sitzung des .Internationalen Arbeit S» k o n f e r e n z" behandelte man die Kompetenz- und OpvortunitätSfragen der Versammlung auf dem Geb etc der Landwirtschaft. Die französische Regierung hatte ihren Delegierten genaue Instruktionen gegeben, womöglich cer Versammlung überhaupt die Kompetenz auf diesem Gebiete aozusvrechen. Ihr Vertreter Fontaine begründete dieS einerseits mit ber Tatsache, dah im Versailler Frie - densvertrag nirgends von landwirtschaftlichen Arbeitern die Rede sei, andererseits machte er geltend, dah es heute, wo ja Rordsrankreich wieder auf gebaut werden müsse, und wo die landwirtschaftliche Produktion im Orient damieber- liege. die wirtschaftliche Lage auf ber ganzen Well so ist, bah überall mit Dusnahmezustanben gerechnet werben müsse, es unvorsichtig wäre, buvch eine internationale Gesetzgebung bie Arbeit der Landwirtschaft zu regeln. I o h a u x. der Arbertervertreter Frankreichs, entgegnete jedoch, dah. wenn auch die landwirtschastlichen Arbeiter im Versailler Friedensvertrag nicht genannt sind, es doch aus den Vorverhandlungen unb aus bem Briefwechsel Elemenceaus hervorgehe, bah man auch an die Regulierung ihrer Arbeit dachte. Der Vertreter Ehiles. Rivas-Ricuna, und der Vertreter von Eolumbien Restrovo. traten dafür ein, dah die Konferenz dies-» fatne behandele, jedoch unter gröhtmöglichster Berücksichtigung ber lokalen Verhältnisse unb unter Vermeidung einer unbrauchbaren theoretischen, einheitlichen Gesetzgebung, wie es die Regelung der Arbeitsstunde sein würde. Der Regierungs- Vertreter Englands. Cir Hall, unterstützte einige Begründungen, die Iohaux ansührte und erklärte, dah die Versammlung sich kompetent erklären müsse. Rachdem Fontaine die Kompetenz frag» zurückgezogen hatte, und nur noch die Opportu- niiätsfrage geltend machte, traten auch andere Delegierte, darunter M a h a i n ^RegierungS- vertreter von Belgien) dafür ein, dah diese Frage nach dem Wunsche der Konferenz von Washington auf t>- <2*r_ e4>ri>nunp bleibe trag ptrmnen. Die Abstimmung ergibt die Annahme des Vertrauensvotums mit 230 gegen 132 Stimmen, bei neun Stimmenthaltungen. Auch Lber den Antrag Emminger erfolgt namentliche Abstimmung. Der Antrag Wird mit 213 gegen 15> Stimme.! ghgelehnt. Vier Abgeordnete enthalten sich der Stimme. Das Ergebnis wird von feiten der Rochien mit Pfuirufen ausgenommen. Nächste Sitzung Donnerstag, den 3. November nachmittags 3 Ähr. Tagesordnung Snter- Dellationen. Schluß: 12 Ähr nachts. Hessische Volkskammer. 119. Sitzung (Nachmittagssitzung). St. D a r m st a d t, 25. Oft Die Nachmittagssitzung wird um 31/t Ähr eröffnet. Erster Gegenstand ist eine Negierungsvorlage. betreffend das Vollsschulgesetz. Abg. Schorn (Ztr.) führt aus, daß die Einstellung eines juristischen Referenten im Landesamt für das Vildungswesen nach Gruppe XII und die Einstellung eines Vorstandes des Sekretariats des Land?samts nach Gruppe X no öxntig geworden sei. Der Ausschuß beantragt Annahme der Vorlage. Das Haus stimmt -u. Es folgt d.e 'Beratung des Antrags Kiel (ÄSP ), den Lehrer Jos. Hillebrandt aus der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen zu entfallen. Der Landtag hat sich bereit- im vorigen Hahr mit dieser Angelegenheit beschäftigt und nach dem Referat des Geh. Obermedizinalrats Herrn Dr. Balser die Entlassung abgelehnt, es wurde aber beschlossen, H. mehr Freiheit zu gewähren als bisher, ausgesührt wurde dieser Beschluß allerdings erst sechs Monate danach. Ausfällig erscheint dem Antragsteller nach Angaben des Herrn Hillebrand eine Aeuherung des Herrn Geh. Obermedizinalrats Dr. Balser, die er am 25. Oktober 1920 auf eine Anfrage des Sy, warum er nicht au« der Anstalt entlassen wurde, getan haben soll. Herr Oberarzt Dr. Scriba war bei dieser Unterredung zugegen. Als Gründe der Ablehnung wurden von Herrn Dr. Balser drei angegeben: 1. Man fürchte einen peinlichen Prozeß. 2. Es sei von H. in der Anstalt Philipps- Hospital im Januar 1920 an seinen Vormund eine gewisse Postkarte und an Abg. Scherer ein Brief geschmuggelt worden. 3. H. sei bemüht, seine Vormundschaft in die Hände seiner preußischen Verwandten zu bringen. Abg. H o s m a n n (Ztr.) begründet den Aus» schußantragZehr eingehend. Die Sachverständigengutachten gehen auseinander. Redner hat sich sehr eingehend mit dem Mann unterhalten und hat .feststellen können, daß er ganz vernünftig sprach, nur sei er eben Wohl Quäculant. Die Familie bangt davor, daß der Mann wieder nach Hause kommt. Doch wurde festgestellt, daß auch die Frau stark hysterisch sei. Hillebrandt verlangt von einem außerhessischen Psychiater untersucht zu werden, und zwar, ohne daß diesem die Akten übergeben werden. Der Ausschuß beantragt, dem zu willfahren und den Arttrag Kiel für erledigt zu erklären. Abg. Damm (Dem.) stellt fest, daß er mehr als serAmal mit dem Hillebrandt gesprochen habe und einen durchaus normalen Eindruck von ihm gehabt habe. Abg. Vetter« (Soz.) spricht sich ähnlich aus. Der Mann ist vielleicht Qu&rulant, aber wenn man alle Querulanten In« Irrenhaus steckt, würden diese bald nicht mehr ausreichen. Abg. Kiel (ÄSP.) möchte bi« Ausführungen des Berichterstatters noch ergänzen und erinnert Iba ran, daß der Staat-präs ck>eni Älrich, als er noch Abgeordneter war, sich sehr warm für Hillebrandt eingesetzt habe. Alle, die mit Hillebrandt in Verkehr kamen, hatten von ihm nicht den Eindruck eines Geisteskranken. Redner verliest einen Beschwerdebrief des H. .Geh. Obermedizinalrat Dr. Balser: Ich wäre der letzte, der einen gesunden Menschen in Pner Irrenanstalt zurückhalten würde. So ein- facb, wie die Vorredner meinen, ist die Psychiatrie feer nicht. Ich erinnere an die verschiedenen Tragödien, u. a. deS Müllers Thomas, bei dem es stch um die gleichen Krankheitserscheinungen handelt. Äm die Sache zu Ende zu bringen, habe ich Anordnungen getroffen, daß H. in Marburg unteilucbt wird, ohne jede Beeinflussung von Irgendeiner Seite. Das Gutachten, das dort ergeht, wird dann auch für uns bindend fein. Einiges in den Ausführungen der Vorredner bedarf der Richtigstellung. H. ist nie als Quärulant bezeichnet worden, sondern als unter Wahnvorstellungen leidend. Das bestätigen auch die Feststellungen des Abg. Kiel. Ich bitte dem Ausschußantrag zuzu- ftimmen. — Der Ausschußantrag wird angenommen. Heber einen Antrag des Abg. S o h e r r (Ztr.), die Aufhebung der Zollerhöhung bei Aus- Krtegerwitwen aus den Orten Albach, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Steinbach und Watzenborn-Steinberg. 3. Für Donnerstag, den 3. November 1921, nachmittags 2 Ähr, nach Grünberg. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Hattenrod, Lauter, Queckborn, Saasen, Stangenrod, Stockhausen und Weickartshain. 4. Für Freitag, den 4. November 1921, nachmittags 2 Ähr, nach Grohen-Linden. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Grohen-Linden und Leihgestern. * 5. Für Samstag, den 5. November 1921, vormittags 9 Ähr, nach Heuchelheim. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Allendorf a. d. Lahn, Heuchelheim und Klein-Linden. 6. Für Montag, den 7. November 1921, nachmittags 2'/,. Ähr, nach Hungen. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Obbornhofen, Rabertshausen, Nodheim, Steinheim, Trais-Horloff, Ätphe und Villingen. 7. Für Dienstag, den 8. November 1921, nachmittags 2 Ähr, nach Lang-Göns. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Holzheim und Lang-Göns. 8. Für Mittwoch, den 9. November 1921, nachmittags 2 Ähr, nach Lollar. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Daubringen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen und Staufenberg. 9. Für Donnerstag, den 10. Novemberl921, nachmittags 21 । Ähr. nach L i ch. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Birklar, Dorf-Güll, Cberstadt, Lich, Muschenheim und Ober-Hörgern. 10. Für Freitag, den 11. November 192 1, nachmittags 2 Ähr, nach Londorf. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Allendorf a. d. Lumda, Allertshausen, Climbach, Kesfelbach, Londorf, Odenhausen. Rüd- dingshausen und Treis a. d. Lumda. 11. Für Samstag, den 12. November 19 2 1, vormittags 8 Ähr, nach Lumda. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Beltershain, Geilshausen, Lumda, Reinhardshain und Weitershain. 12. Für Montag, den 14. November 1921, vormittags 10 Ähr, nach Ober-Bessingen. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Ettingshausen, Münster, Nieder-Bessingen, Nonnenroth, Ober-Bessingen und Röthges. 13: Für Dienstag, den 15. November 1921, nachmittags 2 Ähr, nach W i e s e ck. Hier haben zu erscheinen die gleichen Personen wie vorher aus den Orten Alten-Bufeck, Trohe und Wieseck. Alle erscheinenden Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen haben ihre neuesten Rentenbescheide, eventuell auch die Militärpässe sowie die Stammkartennummer mitzubringen. Als im Erwerbsleben stehend wird im allgemeinen anzusehen sein, wer durch regelmäßige — also nicht nur Gelegenheits- — Arbeit einen Arbeitsverdienst hat, der mindestens denSähen der Erwerbslosen Unterstützung entspricht, oder wer Erwerbslosen Unterstützung oder auf Grund versicherungsPflichtigerBeschäftigungeinhin- t e r den Beträgen der Erwerbslosenunter st üt- zung nicht wesentlich zurückbleibendes Krankengeld erhält. Personen in selbständigen Berufen werden die erhöhte Teuerung im Regelfall ohne besondere Zuschüsse auszugleichen vermögen. Für erwerbstätige Schwerbeschädigte und erwerbstätige Witwen, die nach Ziffer II (oben) den erwerbsunfähigen Witwen gleichstehen, besteht hiernach die Möglichkeit der Bewilligung der besonderen Teuerungszuschüsse, und zwar von 20 Mk. bzw. 45 Mk. für mehr als 70 Prozent erwerbsunfähige Schwerbeschädigte und 15 Mk. für erwerbsunfähige und diesen gleichgestellte Witwen. Die erwerbstätigen Schwerbeschädigten, deren Erwerbsbeschränkung mehr als 70 Prozent beträgt, und die Anspruch auf den genannten Teuerungszuschuß glauben erheben zu könn.n, haben neben den bereits obenerwähnten Papieren eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers über den täglichen Arbeitsverdienst im Termin vorzulegen. Das gleiche gilt für die erwerbstätigen Witwen, die den erwerbsunfähigen Witwen gleichgestellt sind (s. v.). Die Schwerbeschädigten werden darauf aufmerksam gemacht, daß sie über die Geburtstage ihrer Kinder genaue Auskunft geben müssen. Kriegerwitwen, die eine Invalidenrente oder eine Änfallrente von mehr als 662Prozent beziehen, haben ihre diesbezüglichen Rentenbescheide vorzulegen. Gießen, den 25. Oktober 1921. Kreisamt Gießen. (Amtliche Kreisfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene.) I. B.: Dr. Heß. Beto.: Wie oben. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Vorstehende Bekanntmachung wollen Sie ortsüblich veröffentlichen. Die Bürgermeistereien Garbenteich, Grohen-Buseck, Großen- Linden, Grünberg, Heuchelheim, Hungen, Lang-Göns, Lich, Lollar, Londorf, Lumda, Obec-Bessingen und Wieseck axrfcen aufgefordert, an den bezeichneten Tagen einen geheizten Raum zur Verfügung zu stellen. Gießen, den 25. Oktober 1921. Kreisamt Gießen. (Amtliche Kreisfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene.) I. D.: Dr. Heß. B e t r.: Den Achtstunden-Arbeitstag in Gewerbebetrieben und kaufmännischen Geschäften. An das Polizeiamt Gießen und die Gendarmeriestationen des Kreises. Wir empfehlen Ihnen, in den Gewerbebetrieben und kaufmännischen Geschäften Ihres Diensl^zirkes festzustellen, ob gemäß Ziffer VIII der „Anordnung über die Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter", vom 23. November 1918, Reichs- Gesetzblatt S. 1334, und gemäß § 3 der „Verordnung über die Regelung der Arbeitszeit der Angestellten während der Zeit der wirschaftlichen Demobilmachung" vom 18. März 1919, Reichs- Gesetzblatt Seite 315, Beginn und Ende der Arbeitszeiten und Pausen festgelegt und durch Aushang bekanntgemacht worden sind. Bis zum 15 Dezember 1921 ist anher unter Namhaftmachung der rückständigen Betriebe zu berichten. Gießen, den 24. Ottober 1921. _____________Kreisamt Gießen. I. V.: W e l ck e r._____________ Bekanntmachung. Betr.: Abhaltung einer Versammlung der Fleischbeschauer des Kreises Gießen. Die Fleischbeschauer des Kreises Gießen (Verein der verpflichteten Fleischbeschauer des Kreises Gießen) halten am Sonntag den 30. Oktober, 10 Ähr vormittags, im Hotel Hessischer Hof zu Gießen, Frankfurter Straße, die zweite Versammlung dieses Jahres mit folgender Tagesordnung ab: 1. Organisation der Fleischbeschauer. Res.: Fleischbeschauer Römer, Wieseck: 2. Führung der Tagebücher, Statistik. Res.: Amtsveterinärarzt Dr. Stein; 3. Notschlachtungen. Ref.: Fleischbeschauer Leun, Grohen- Linden; 4. Tuberkulose. Res.: Fleischbeschauer Weller. 5. Lieferung des Amtsverkündigungsblattes. 6. Verschiedenes. Die Fleischbeschauer wollen ihre Auslagen für die Bahnfahrt III. Klasse seinerzeit mit der Verrechnung der Beschaugebühren vorlegen. Die Gemeinden sind hiermit zur Auszahlung angewiesen. Vollzähligkeit der Versammlung wird erwartet. Die Bürgermeistereien wollen vorstehende Bekanntmachung den Fleischbeschauern mitteilen. Gießen, den 24. Oktober 1921. _____________Kreisamt Gießen. I. V.: W e l ck e r._____________ Bekanntmachung. Betr.: Fleischbeschau. Die Fleischbeschau für die Gemeinde Trohe übernimmt bis auf weiteres der Fleischbeschauer Gans in Grohen-Buseck. G i e h e n, den 24. Oktober 1921. Kreisamt Giehen. 3. B.: Welcker. Dienstnachrichten des Kreisamtes. Karl Bähr von Albach wurde zum Mitglied des Wiesenvorstands bestellt und verpflichtet. Friedrich Zimmer VI. von B i l l i n g e n wurde zum stellvertretenden Wiegemeister der Gemeinde Billingen ernannt und verpflichtet.______________________________________________________ Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung Klein-Linden; hier: den allgemeinen Meliorationsplan. In der Zeit vom 1. bis einschließlich 14. November 1921 liegt auf dem Amtszimmer der Hessischen Bürgermeisterei Klein-Linden der allgemeine Meliorationsplan nebst Erläuterungsbericht und Prüfungsprotokoll zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet daselbst statt Dienstag, den 15. November 19 21, vormittags 9—10 Ähr, wozu ich die Beteiligten mit der Androhung einlade, dah die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. • Die Einwendungen sind schriftlich und mit Gründen versehen einzureichen. Friedberg, den 17. Oktober 1921. Der Hessische Feldbereinigungskommissär: Dr. Hann, Regierungsrat. Druck her B r üh l'schen Uniofrlitäts-fiurf)- unb 5t»inbru*erci R 0 a n q # Qhtfoen unvtic uiuiyvuuuuiijt ^luivMuayuiiy hatten. Am Devisenmärkte hüben sich die Kurse nach der gestrigen nachmittägigen Abschwächung etwas, blieben aber immer noch hinter der gestri- Schweinemarkt. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 758 Stück Großvieh, davon 89 Ochsen, 24 Dullen, 645 Färsen und auffälliger Weise gefolgt war. Auer hatte in letzter Zeit wiederum fortgesetzt Drohbriefe von deutsch-völkischer seile erhalten. Hansa Schule Gießen Seltersweg73. Femr.821 Priv.-Handelslehranstolt von J. Kunzeimann, \ Diplom-Kaufmann und Diplom-Ha ndelslehrer. Bis 7. No V. A ufnähme ' ===== für die Wintcrkurse. Anmeldg. . täglich. Prosp.frei. . an tA/ococ Mager Bleich Nervös Unreine Hant innchen frisch, jung, gesund und schnssen jugend- frisches 8ln6ieben. In Avoltzeken u. Drogerien. Prospekte durch Dr. Kremer & Co., G. m. b. Frankfurt a. Hl. 183. Gienen: Bebr. fliehet, Kronen Drogerie, S^all» tovftraüe 29. Durch -ic am Wftfcfcr irrKmst tretende KMckise Äena'erlMMwr dieHahl verringern o’kr dieHeräMßpncheIu erhöhen, ha- in der Mei^eugunsdaontdcnFrerM' den unserer anertonnfert den ßc Ecn Dienst zu erwchen.-Löir bitten hiervon Kenntnissu nehmen und bemeßen ausdrücküch^aßwir nach wie vor nur die edelsten.. verwenden. Aufleee - fle trafoen in No danr.Kaoob Wolle und Alo.ngraS, in Vetter eigener Sir Veit, bei billig» |ter Berechnung. Sran» Vock, xa rettet, Vlebigftrahe 98. Einige einzelne Betreten unb Kledenaetretsea wett unter Prei». 10030 Vogtes. Handelsschule Oießen Goethestraße 32 Teilnahme an den neu begonnenen Tages-Kursen noch bis Anfang November möglich. Prospekte frei. Brnchkranke können ohne Operation u. Berufsetörung gehellt’ werden. Sprechstunde In GteBea, Eahnäate-Het'l Lene, em 3 I. Oktober von 9 die 1 Uhr [H408 Dr. med. KnorA SpezialA.rKt t Bruchloi*4