Nr. 290 Der Athener mit her Di'nrtaqsbciloqe ^port-llmscha»" tr- 1che.nl tätlich, aufjer Sonn, und feiertags. Monatliche Sezuarvreise: STiark 5.- einlchliehlich Trägerlohn, durch die S)o|l bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Aerniprech.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Ließen. pvftschecllonto: granffurt a. DL 11686. Erster Blatt in: Jahrgang Samstag, 27. August 1921 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck nnö Verlag: vriihl'sche Univ.-Vuch- unö Stcinöruderei R. Lange. Zchriftleitnng, Geschäftsstelle und vruckerel: Zchulstratze 7. Annahme von AnzeigeR sür die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 34 mm Breite örtlich 40 Vf., auswärts 50 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz« Vorschrift20 „Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. 0'oetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: Han» Beck, sämtlich in Gießen. Wochenrückblick. Unter der Mitwirkung deS Reichskanzler« und der FraktionSführer ist in Berlin nach langen, schwierigen Verhandlungen eine vorläufige Einigung darüber zustande gekommen, n welcher Weife den Beamten, Ange» teilten und Arbeitern deS Reiches eine >en neuen Teuerungsverhältnissen angemef- eneDerbesserungihrerBezügezu- teil werden soll. Diese einstweilige Abmachung hat, wie alles, was der gegenwärtige Reichskanzler unternimmt, einen gewissen versöhnlichen Zug. Aber man gebe sich keiner Täuschung hin; das nachkommende dicke Ende wird den blassen Sonnenstrahl wieder verscheuchen, und die Berliner Festsetzungen werden wirken wie eine schlechte Einreibesalbe, die wohl ein Hebel kurze Zeit verteilt und vertreibt, aber keine Gesundung herbeiführt. Die neue, so rapid einsetzende Teuerungswelle und Lohnbewegung ist für alle Teile des DvlkS- aanzen ein Verhängnis. Die Reichsregierung hatte sich gesträubt, au« ihren Mitteln die Kosten der neuen Verteuerung deS Brotgetreides zu tragen, die ja bekanntlich als wesentlicher Faktor die allgemeinen Preissteigerungen einleitet. Run stellt sich heraus, daß das Reich für die Erhöhung von Löhnen und Gehältern Summen wird aufbringen müssen, die kaum in einem rechten Verhältnis stehen zu dem Betrag, den das Kabinett Wirth für die Vermeidung teurer Brotpreise nicht hereitstellen zu können vermeint hat. Man hat diesen Gegenstand der Sparsamkeitspolitik vom Tüchelchen ins Läppchen gewickelt, und eine Bewegung über unser Wirtschaftsleben her- eingeführt, die alle Zeichen von Planlosigkeit an sich trägt und die bisherigen Erfahrungen in den Wind schlägt. Die andere große Ursache der einsetzenden Teuerungswelle ist bekanntlich in den Steuerplänen der Regierung, dem sogenannten ErfüllungSpro- flramm, zu suchen, von dem jetzt auch die „Franks. Ztg." sagt, daß eS zweifelhaft sei, ob von einer Erfüllung überhaupt die Rede ifetn werde und könne. Der Herr Reichskanzler baute eben in der Hauptsache Fassaden auf, während er die notwendige Prüfung und Vorbereitung der Fundamentierung eines vernünftigen AusbauprvgrammS vernachlässigte. Heber wohllautenden Grundsätzen von Versöhnung und Gerechtigkeit im Völkerleben wie tm eigenen StaatSorganiSmuS verkannte er die Tatsachen und die Kräfte der Wirtschaftsbewegung, in der wir stehen. Das Schlagwort verdunkelt nur zu häufig die wahren Zusammenhänge. Sv klafft in dem uns vorgelegten Finanzprogramm der tiefe Gegensatz von Verbrauchssteuern und Besitzbelastungen. Dr. Wirth und seine Mitarbeiter suchen uns dabei in hergebrachten bureaukra- tifchen Begründungen die „steuerliche Gerechtigkeit" nachzuweisen, der sie ständig auf der Spur seien. Trotzdem hat das Programm weder auf der linken noch auf der rechten Seite irgendwie befriedigt. Man schlägt sich weiterhin um Verbrauch und Besitz, ohne dabei zu bedenken, daß ja auch gewisse Besitzsteuern, die das Wirtschaftsleben treffen, am guten oder schlechten Ende doch nur auch wieder auf die Verbraucher, und ganz besonders auf die Arbeiter, „abgewälzt" werden. Es ist das alte Lied: eine schlecht fundierte und locker organisierte Wirtschaft greift empfindlich und natur- notwendig in die Lebenshaltung der arbeitenden Stände ein. Es scheint aber leider, daß das Schlagwort auch weiterhin die politisierten Massen des deutschen Volkes durchziehen soll. Der „verbesserte" Entwurf eines neuen sozialdemokratischen Parteiprogramms, wie wir ihn heute den Lesern bekanntgeben, läßt zur Befriedigung der radikalen Worthelden auch den „Klassen- kampf" wieder zu Ehren kommen. Man merkt, wie die Retze auch in den Teich der Hnabhängigen ausgeworfen werden sollen. Dort sitzen noch eng aneinander gedrückt die Revolutionsbrutkästen, die das Erbe der verbrauchten Schlagworte und abgestandenen Theorien in Reinkultur zu erhalten trachten. Danach haben sich die sozialdemokratischen Verfertiger des neuen Parteiprogramms einzurichten gesucht, indem sie dem Bild der heutigen Wirtschaftslage die Farbstriche der Manschen Malweise aufpinselten. Agitatorisch ruft man in die Massen das aufpeitschende Wort von der sich weitenden Kluft zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Besitz und Richtbesiy, von der „neuen Bourgeoisie" ans Kriegslieferanten, Spekulanten und Wucherern. Die Sozialisierung der kapitalistischen Produktion wird uns als Allheilmittel vorgeführt, und auch hier findet man eine Abwendung von allen wirtschaftlichen Tatsachen und Erfahrungen, die sich in den letzten Zähren bei den sozialistischen Versuchen unseres eigenen Volkes, vor allem aber auch des russischen „kommunistischen" Rachbarreiches, ergeben haben. So arbeiten die radikalen Wortführer der Mehrheitssozialdemokratie den vernünftigen Bestrebungen bürgerlicher Politiker entgegen, die bei der Forderung einer großzügigen Kompromißpolitik auch die sozialdemokratische Partei mit ihrem Wollen und Streben nicht völlig auSzuschließen wünschen. 3n der „Köln. Zeitung" hat der bekannte deutsch-volkSpartei- liche Abg. v. Campe in den letzten Tagen Atoei hochinteressante Aufsätze veröffentlicht. Denen er die bezeichnende Aufforderung „Heraus aus demSumpf!" vvranstellte. Er wies darin überzeugend nach, daß die in der heutigen Zeit umlaufenden politischen Parteiideale, die unser Volk zerspalten, samt und sonders nicht von heute auf morgen, ja, nicht einmal in absehbarer Zeit, zu verwirklichen wären, indem sie lediglich den Streit der Meinungen schürten, aber keine erfolgreiche Einigung zu erzielen imstande seien. Abg. von Campe vertritt daher die Politik der mittleren Linie, die sich zur Gegenwartsarbeit entschließen müsse, statt in rückschauender Kritik den Rest unserer Kraft zu zerfleischen. Eine etwaige Wahlparole: „Hie sozialistisch — hie Besitzer von Goldwerten" bedeute geradezu die Gefahr deö Bürgerkrieges. Die Erwartungen, die Herr v. Campe in seinen Artikeln von dem neuen sozialdemokratischen Parteiprogramm noch hegte, sind, wie wir gesehen haben, enttäuscht worden. Trotzdem sind solche Stimmen, die zu vernünftiger Einigung aller Deutschen für positive politische Arbeit aufrufen, zu begrüßen. Versagt die Sozialdemokratie zu solcher gemeinsamen Arbeit, so mühte dies ihr auf ihrem Schuldkonto schwer angerechnet werden. Kommt eS über die Steuerfragen wirklich zu Reuwahlen — und die Wahrscheinlichkeit, daß es geschieht, ist groß — so hätten die deutschen Wähler die Pflicht, eine arbeitsfähige Gruppe der Mittelparteien bilden zu helfen und diejenigen Programme zu bevorzugen, die am wenigsten vom Geiste der Hnduldsamkeit und Verständnislosigkeit für eine gemeinsame Marschlinie angefressen sind. • Am Horizont der deutschen Zukunft zeigen sich nicht nur Hnwetterwvlken. ES kommt auf den politischen Wind an, der bei uns wehen wird, ob wir einer allmählichen Aufheiterung uns werden erfreuen dürfen. Der nunmehr unterzeichnete Friede zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika ist zwar alles andere als ein Freundschaftsvertrag, allein man spürt doch darin die Neigung des anderen Partners, von den Methoden des Versailler Diktats langsam, aber deutlich abzurücken. Der neue Friede ist durch anständige Verhandlungen zustande gekommen. Hnd bei der Hnterzeichnung in Berlin hat der amerikanische Geschäftsträger Dresel den Wunsch nach Erneuerung der früheren „freundschaftlichen Beziehungen" wiederholt. Ach, dieses Wort, das uns ehedem so ost als eine inhaltslose diplomatische Phrase vorgekommen war — heute quillt uns daraus ein sehr lebendiges, erlösendes Gefühl. Amerika, dessen Präsident einst so schroffe, beschimpfende und unversöhnliche Anklagen gegen uns hatte, rührt nicht mehr an der Frage von Schuld und Sühne. Freilich, es vertritt feine nackten Interessen und holt auch aus dem Versailler Vertrag die ihm gut dünkenden Rechte heraus. Es will indessen seine Vorteile so wahrnehmen, daß sie mit den Deutschland nach den Versailler Bestimmungen zustehenden Rechten im Einklang steheni! Will Herr Harding uns also auch z. B. in der obe r s chle sischen Frage Gerechtigkeit widerfahren lassen? Der Berliner Vertrag erschüttert diese Hoffnung wieder durch andere Paragraphen, die vom derzeitigen Völkerbund nichts wissen wollen und die Lösung der territorialen Fragen Europas ausdrücklich ablehnen. Auch die Washingtoner Abrüstungskonferenz, die nur scheinbar den Wilsonschen Völkerbundsgedanken wieder aufnimmt, in Wirklichkeit aber amerikanische Znteressenstagen zu lösen bestimmt ist, kann uns keine Illusionen erwecken. Von außen her werden wir eine Hnterstützung unserer nationalen Abwehr westlicher Willkür nur finden, wenn wir aus eigener Kraft wieder ein Faktor in der Weltpolitik geworden sind, der Wille und Wege aufweist und andern etwas zu bieten vermag. Erzberger ermordet! Offenburg i. Bad., 26. Aug. (WTD.) Der Reichstagsabgeordnete Erzberger ist heute mittag auf dem Badischen Kniebis bei Bad Griesbach ermordet aufgefunden worden. Der Leichnam wies 12 Revolverschüsse auf. Heber die Täter ist noch nichts bekannt. । Abg. Erzberger, der sich seit einigen Tagen mit seiner Familie zur Erholung in Bad ^Griesbach befand, von wo aus er täglich Spaziergänae zu machen pflegte, ist vermutlich auf einem derselben erschossen worden. Der Leichnam wurde gegen 12 Hhr mittags aufgefunden. * Die Schreckensnachricht wird überall in Deutschland mit Bestürzung ausgenommen. Auch von allen Politikern, einerlei welcher Partei sie angehören und wie sie sich zu der Tätigkeit ErzoergerS gestellt haben, wird die Tat mit Abscheu und tiefem Widerwillen verurteilt werden. Mord bleibt immer Mord, und wenn die Tat eines politischen Mörders von seinen Richtern manchmal in einem milderen Lichte gesehen wird, so geschieht eS höchstens in der Würdigung seiner geistigen und psychischen Minderwertigkeit. Hnd Herr Erzberger war zwar, als er noch in Amt und Würden stand, für das deutsche Volk ein politischer Schädling, aber ganz gewiß kein großer und allmächtiger Tyrann, dem nur mit der Mordwaffe beizulommen gewesen wäre. Darum mußte auch der Anschlag, der am 26. Januar 1920 auf ihn verübt wurde, tiefstes Bedauern erwecken, um so mehr als der unreife Täter d^r Gegnerschaft ErzbergerS damals nicht genützt, sondern höchstens in einer entscheidenden Stunde ihr zu ihrem Schaden in die Quere gekommen ist. Auch diese letzte Tat, die dem Leben des vielbeschäftigten Mannes ein Ende gemacht hat, wurde von zwei jungen Burschen vollbracht. Es ist sehr wahrscheinlich, daß diese Täter, deren Ermittelung und Festnahme mit Wahrscheinlichkeit bevorsteht, genau dasselbe Bild einer unreifen und verworrenen Geistesbeschaffung zeigen werden, wie der Abiturient von 1920. Bevor man sich weiter über diesen „politischen" Mord äußert, ist es nötig, weitere Rachrichten und Einzelheiten über die Täter abzuwarten. Jedenfalls ist es verfehlt, irgendeine Partei für das schwere Verbrechen verantwortlich zu machen. Leider ist man in einem gewissen Teil der Linkspresse sehr eilig dazu bereit. Das „Berliner Tageblatt" soll bereits erklärt haben, daß die Mordtat an den Rock» schößen der Deutschnationalen hängen bleibe. CS ist zwar richtig, daß au« der Gegnerschaft wider Erzberger auch manche übertriebene, haßerfüllte und unsachliche Aeuherung oder Hetze hervorgegangen ist, aber wer besitzt die Macht und Handhabe, um solche Auswüchse zu verhindern oder zu beseitigen? Wurde nicht gegen Ludendvrff von der Linkspresse mindestens ebenso scharf gewütet? Die amtliche „Darmstädter Zeitung" selbst durfte ja auf ihn als auf einen Massenmörder weisen! Hnd der frühere Kaiser selbst — hat sich nicht eine wahre Flut von leidenschaftlichen, aufreizenden Anwürfen über ihn ergossen, so daß es fein Wunder wäre, wenn auch ihm von unreifen Gesellen nach dem Leben getrachtet würde? Man sollte aus so grauenvollen Vorgängen lernen und immer wieder darauf dringen, daß eine gehässige und unsachliche Heberspannung der Ausdruckswelse gegenüber einem politischen Gegner als Torheit und Hnfähig- feit gebrandmarkt wird. Wenn die vom Reichskanzler in Aussicht gestellte Kundgebung einen solchen Inhalt hat, wird sich nichts dagegen einwenden lassen. » Mathias Erzberger wurde am 20. September 1875 als Sohn eines Vollsschullehrers in Dutten» Hausen (Württemberg) geboren. Er besuchte das Lehrerseminar in Saulgau und war dann zwei Jahre ebenfalls als Dvlksschullehrer tätig. Dann studierte er in Freiburg (Schweiz) Staatsrecht und Nationalökonomie. Don 1896—1903 lebte er als Schriftsteller und Redakteur in Stuttgart, wo er auch in der christlichen Gewerkschaftsbewegung tätig war. 3m Jahre 1903 wurde er dann zum erstenmal als Mitglied der Zentrumspartei von dem Wahlkreis Diberach-Leutfirch-Waldsee-Wan- gen in den Reichstag gewählt, dem er seither ununterbrochen angehörte. Seinen Wohnsitz verlegte er inzwischen nach Derlin, wo er Herausgeber einer Korrespondenz für die Zentrumspresse wurde. Als Mitglied der Zentrumsfraktion trat er bald in Dudgetfragen hervor. Er gehörte zu dem sogenannten demokratischen Flügel der Fraktion und erregte öfter Anstoß bei deren rechten Flügel. Jedoch verstand er, gestützt von seinem Landsmann Grober, sich erfolgreich durchzusehen. Während des Krieges nahm sein Einfluß immer mehr zu. Er wurde von der Reichsregierung mehrfach mit Aufträgen ins Ausland geschickt. Sein Auftreten gegen den H-Dootkrieg und fein Eintreten für einen Derständigungsfrieden machten ihn zu einem der umstrittensten Politiker Deutschlands. Einzelheiten der Tat. Bad Griesbach, 23. Aug. (WTB.) Zur Ermordung des Reichstagsabgeordneten Erzberger erfahren wir folgende Einzelheiten: Erzberger befand sich heule vormittag gegen 9 Hhr auf dem Wege von Bad Griesbach zur Alexanderschanze am Kniebis. In seiner Begleitung befand sich der ReichStagSabgeordne^e Diez. Es sollen zwei Personen im Alter von 25 Jahren als Täter in Betracht kommen, welche die beiden Abgeordneten von einander trennten und auf der Verfolgung den Abgeordneten Crzberger durch mehrere Schüsse in d i e Brust und den Kopf niederstreckten. Der Abgeordnete Diez wurde verwundet und liegt im Spital von Oppenau. Eine GerichtSkommission hat sich mit Polizeihunden an den Tatort begeben. Der Vorgang spielte sich in der zehnten Morgenstunde ab. Mit Sicherheit konnte bereits festgestellt werden, daß kein Rau mord vorliegt. D a d G r i e S b a ch, 26. Aug. (WTD.) Heute vormittag 11 Hhr war der Reich»tagsabgeoronete Erzberger mit dem ReichStagSabgeordnelen Dr. Diez auf einem Spaziergange nach dem Kniebis begriffen. Die beiden Herren wurden von zwei gutgekleideten Herren überholt, bk bald darauf an einer Wegkehre vor ihnen standen. Ohne ein Wort z u sagen, feuerten d i e jungen Leute aus kürzester Entfernung auf Erzberger und Dr. Diez eine große Anzahl Schüsse ab. Diez wurde in die Schulter getroffen und sank zu Doden. Crzberger suchte Schutz an einer Böschung, wurde aber von den Mördern verfolgt und durch einen Kopfschuß getötet Insgesamt sind 1 2 6 chüsseauf ihn abgefeuert worden. Don den Tätern, die mit großer Kaltblütigkeit zu Werke gingen und sich vorher mit einem Straßenwärterunterhalten halten, liegen genaue Beschreibungen vor, doch konnten sie bis jetzt nicht festgenommen werden. Gegen abend wurde die Leiche Erzberger«, nachdem die Gerichtsbehörde den Tatbestand ausgenommen hatte, nach Griesbach geführt und hier aufgebahri. Erzberger weilte mit feiner Frau und Tochter schon seit acht Tagen zur Erholung in Griesbach. Dr. Diez, den ein Kurgast nach Griesbach geleitet hatte, wurde im Krankenhau« Oppenau untergebracht. Die Mitteilung an die Reichsregierung. Berlin, 26. Aug (WB.) Del der Reichsregierung lief folgendes Telegramm des Amtsgerichtes Oberkirchbaden ein: ReichLsinanzmmister a D. Erzberger wurde laut telephonischer Meldung des Postamtes GrieSbach heute früh auf dem Wege zur Alexander schanze bei GrieSbach, Amt Oberkirchbaden, erschossen. Die Täter sind bis jetzt unbekannt. Dom badischen Staatsminl- sterium wird das Attentat bestätigt. Da ah touvb# Crzberger von zwei Burschen, die ihn offenbar auflauerten und sich ihm in den Weg stellten, angefallen und durch 12 Kopfschüße getötet. Der Abgeordnete Diez-Radolfzell, der Erzberger begleitete, wurde durch Schüsse an der Hand verwundet. Nach einer anderen Meldung soll auch Diez schwer verletzt sein. Auch nach der Mitteilung des badischen Slaatsministeriums sind die Täter noch nicht ermittelt. Der Reichskanzler an Ara» Erzberger. Berlin, 26. Aug. (WTB.) Anläßlich des Attentats auf den ehemaligen Reichsfinanzminister Erzberger richtete der Reichskanzler folgendes Telegramm an Frau Paula Erzberger in Griesbach (Baden): Ich erfahre soeben in tiefstem Schmerz den gewaltsamen Tod Ihres Herrn Gemahls. Zu dem grausam harten Schicksalsschlag, der Sie und Ihre Familie in dem verabscheuungswürdigen, feigen Meuchelmord an Ihrem Gatten betroffen hat, unterbreite ich Ihnen meine tnntgfte Teilnahme. Gott möge Ihnen die Kraft geben, diesen schweren Schlag zu überwinden, der einem arbeitsreichen, dem Dienste der Allgemeinheit unermüdlich gewidmeten Leben ein jähes Ende bereitete. An den Abgeordneten Dr. Diez in Oppenau telegraphierte der Reichskanzler: Die furchtbare Nachricht von dem fluchwürdigen Verbrechen, das ein feiger Meuchler an unserem Parieikollegen beging, hat mich tief erschüttert. Daß nicht auch Sie ein Opfer der Mordbuben wurden, dazu beglückwünsche ich Sie und wünsche Ihnen baldige Genesung. Ein Telegramm des Reichspräsidenten* Berlin, 26. Aug. (WTD.) Der Reichs- Präsident richtete an Frau Erzberger folgendes Beileidstelegramm: Tief erschüttert durch die Nachricht von dem Verbrechen, dem Ihr Gatte zum Opfer fiel, spreche ich Ihnen meine herzliche Teilnahme aus. Möge Sie das Bewußtsein trösten, daß in lebhafter Entrüstung über die abscheuliche Bluttat weite Kreise des deutschen Volles an Ihrer Trauer aufrichtigen Anteil nehmen. Sozialistische Kundgebungen in Bayern. München. 27. Aug. lWTD, Für gestern abend hatten die freien Gewerkschaften und die sozialistischen Betriebsräte unter der Parole ,Gegen den verbrecherischen Preis- wu che r und die passive Resistenz der baherischen Regierung" in mehreren Lokalen Massenversammlungen zusammenberufen, die sehr stark besucht waren. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der ausgedrückt wird, daß die Veteranen der Arr-ert, die Kricgswitwen und Waisen sowie die Hinterbliebenen dem Hntergang entgegensetzen, wenn stellte Entlastung der in Frage kommenden De-1 RenregrUmg der Sonntagsruhe im Handel»- I gewachsenen Menschen steht, geführt von Prkn- amten und jede etwa beabsichtigte Maßregelung qewerbe. ’eTftn LUiput, die sich uns in 65 Zentimeter Le- einzelner Kollegen als ungerechtfertigt an. Danzi Gegen den Raub der Danziger Eisenbahnen Berlin, 26. Aug. (Privattelegramm.) Wie die Deutsche Allgemeine Zeitung erfährt, plant das Reichsarbeitsministerium eine neue Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. Es erging eine unverbind- 26. Aug. Heute nachmittag fanden : Protest Versammlungen Aus dem Reiche Die Aufbesserung der Gehälter und Löhne. Berlin, 26. Aug. Laut „Berl. Tageblatt" wird sich das Reichskabinett heute nachmittag mit der Frage der Deckung der für die durch die Aufbesserung der Gehälter und Löhne entstandenen Mehrausgaben beschäftigen. Die aufzubringende Summe wird auf 10—11 Milliarden Mark geschätzt. Berlin, 26. Aug. (WD.) Rach Adschlutz der 4-tägigen Berhandlungen zwischen der Reichsregierung und der Berhandlungstommission der Beamten und Arbeiter beriefen die in Betracht kommenden Verbünde ihre zuständigen Körperschaften nach Berlin. Die Tagungen müsten bis 30. August abends 6 Hhr beendet sein, weil die neuen Bezüge mit größter Beschleunigung zur Auszahlung kommen sollen. Die Verhandlungskommisston erllärte sich ein- insgesamt über 20 000 Personen besucht waren, wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Die Entscheidung des Oberkommissars, die die Verwaltung aller Vollspur- bahnen der polnischen Eisenbahnverwaltung überträgt, bedeutet eine gröbliche Verletzung des Artikels 104 des Friedensvertrages und der Danzig-polnischen Konvention vom 9. Rovember 1920 sowie eine schwere Vergewaltigung der verfassungsmäßigen Rechte nationaler Selbständigkeit und der wirtschaftlichen Interessen des Freistaates. Es ist unmöglich und widerspricht auch völlig der Danzig-Polnischen Konvention, daß auch nur ein Teil der Freistaatbahnen der polnischen Verwaltung unterstellt werde, denn die Konvention gewährleistet die Beibehaltung der im Eisenbahndienste befindlichen Beamten Angestellten und Arbeiter und stellt ihre wohlerworbenen Rechte sicher. Vom Senat der freien Stadt Danzig erwarten wir, daß nur auf dieser Grundlage die Interessen der Danziger Bevölkerung mit allem Rachdruck und allen zu Gebote stehenden Mitteln gewahrt werden. Rur durch die Erfüllung dieser Forderungen wird ein ftiedliches Rebeneinanderleben der beiden Rationen zu erreichen sein. Ein Senatsappell an den Völkerbund. Danzig, 26. Aug. (WTD.) Der Senat beschloß in der heutigen Sitzung, gegen die Entscheidung des Oberkvmmissars des Vollerbundes vom 15. August 1921 in der Sisenbahnfrage gemäß Art. 39 der Danzig-Polnischen Konvention einen Appel an den Rat des Völkerbundes zu richten, nachdem die in den letzten Tagen geführten Verhandlungen zu einem befriedigenden Ergebnis nicht geführt haben. Zurückziehung der amerikanischen Truppen. Washington, 27. Aug. (WTB.) Aus hohen amtlichen Kreisen wird mitgeteilt, daß die Zurückziehung der amerikanischen Truppen vom Rhein ernstlich in Erwägung gezogen werde, soba'd Senat und Reichstag den Friedensvrrtrag ratifiziert haben. P a r i s, i27. Aug. (WTD.) Rach einer Meldung des Rewyork Herald" aus Washington wird die Frage der Rückberufung der amerikanischen Truppen am Rhein durch den amerikanisch-deutschen Friedensdertrag in keiner Weise berührt. Das Staatsdepartement erklärte, diese Ruckberufung werde mit den Al'ti- ierten besprochen werden, damit die amerikanische Regierung sicher sei, daß die Rückberufung ihrer Truppen die Alliierten nicht In Verlegenheit bringe. liche Rundfrage an die Länderregierungen, um zu erfahren, wie sie sich zu der beab- sichttgten Neuregelung stellen, die pro Mo- nateinenSonntagzudrei stündiger Arbeitszeit freigibt. Zu der Reuregelung sah sich das Arbeitsministerium hauptsächlich mit Rücksicht auf die Interessen der landwirtschaftlichen Bevölkerung veranlaßt. Die irische Frage. London, 26. Aug. (Wolff.) Dem »Daily Chrvnicle" zufolge, ist die gestern überreichte A n t- wort der Sinnfeiner auf das Angebot der britischen Regierung nicht beriebigend. Gestern nachmittag fand unter dem Vorsitz von Lloyd George eine zweistündige Kabinettssihung statt, um die Antwvtt der Sinnfeiner zu erörtern. Das' Kabinett tritt heute wieder zusammen, um über die Antwort weiter zu beraten, die den Sinnfeinern gegeben werden soll. Dem „Daily Chrvnicle" zufolge verwirft de Balera das Angebot der britischen Regierung, wünscht aber, daß die Verhandlungenweitergeführt werden. London, 26. Aug. (WTD.) Die britische Antwort auf bas Schreiben de Valera ist ziemlich lang. In der Hauptsache gibt sie ein Gefühl der Enttäuschung der britischen Regierung wieder und erklärt, daß die britische Regierung den Rotenwechsel nicht immer weiter forisehen könne, daß sie aber sehr gern mit de Valera weiter unterhandeln wolle. Die britische Regierung bemerkt ferner, daß sie bis zur äußersten Grenze ihrer Vollmacht angelangt sei. Dublin, 26. Aug. (WTD.) De Valera wurde wiederum zum Präsidentender Irischen Republik gewählt. Die Rationalversammlung nahm einen Antrag an. eine Anleihe von 20 Millionen Dollar in den Vereinigten Staaten a'^zulegen und eine weitere von einer halben Million Pfund Sterling in Irland. Die Geldprobleme der Zeit. Stockholm, 26. Aug. (WD.) Der Stockholmer Rationalökvnvm, Prof. Gustav Casser, wurde vom Völkerbund eingeladen, eine neue Denkschrift über die Geldprodieme der Welt auszuarbeiten. Die Denkschrift soll im September der Wirtschaftskommistion des Völkerbundes in Genf unterbreitet werden. Ein Teilanfftand in Indien. London, 26. Aug. (Wolff.) »Daily Chro- nicle" erllärt in einem Leitartikel über den T e i l- a u f st a n d in Indien, die Lage gebe zu ernsten Desorgnissen Anlaß. Die Zusammenziehung einer großen Truppenmacht sei notwendig, um die europäische Devölkerung zu schützen und die Ordnung wieder herzustellen. Eine Meuterei bei der Chemnitzer Landespolizei. Chemnitz, 26. Aug. (WTD.) Die „Allgemeine Zeitung" berichtet: Dei einer Hundertschaft der Chemnitzer Landespolizei brach vor einigen Tagen eine Meuterei aus. Als von der Hundertschaft verlangt wurde, zu einer angesetzten Hebung außerhalb der Stadt den Stahlhelm aufzusehen, trat sie mit Czako an. General Reichert (Dresden), der der Hebung beiwohnen wollte, erstattete eine Meldung an den Ministerpräsidenten Duck. Dieser verfügte die sofortige Entlassung der Leute. Inzwischen wurden an zuständigen Stellen Verhandlungen eingeleitet, um die Wiederindienststellung der Entlassenen herbeizuführen. C h e m n i h, 26. Aug. (WTD.) In einer Mitteilung des Chemnitzer LandeSpolizeikominandos an die Presse wird als Grund der Weigerung einer Hundertschaft, mit Stahlhelm auSzu- rüden, angegeben, daß der Stahlhelm bei der gesamten Deamtenschaft unbeliebt ist. weil er nach ihrer Ansicht aufreizend auf die Devölkerung wirke. Die D e a m t e n s ch a f t hat heute nach eingehender Aussprache über die Angelegenheit mit großer Mehrheit eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Das Ausrüden der Beamtenschaft im Stahlhelm zu Hebungen wird von der Beamtenschaft von jeher als eine Provozierung der Bevölkerung empfunden, deren 5ob,en die Beamten- vier grv„ , ____ gegen den Raub der Danziger Eisenbahnen statt. In allen Versammlungen, die von Rathenau und Loucheur. Wiesbaden, 26. Aua. (Wolff.) Die Verhandlungen zwischen Rathenau und Lou - ch e u r, von denen Rathenau heute früh hier an- kam und im Hotel Kaiserhof Wohnung genommen hat, während Loucheur gestern abend um 7 Hhr im Auto von Koblenz kommend, in Begleitung seiner Gattin und seines Sekretärs Petsche hier eintraf und im Hotel Rassauer Hof abstieg, haben heute vormittag IOV2 Hhr begonnen. An der Vormittagsverhandlung, die um 11 Hhr abgebrochen wurde, nahmen von deutscher Seite außer Rathenau und Duggenheimer noch der Staatssekretär a. D. Müller teil. In der Dormittagssitzung wurde nur die allgemeine Lage besprochen. In der um 3 Hhr nachmittags begonnenen zweiten Konferenz, an der deutscherseits außer den Obengenannten noch Staatssekretär Hirsch und der Direktor der Reichsbank Fischer teilnahmen, sollen die speziellen Fragen durchberaten werden. Die Verhandlungen sollen bis morgen abend zu Ende geführt werden. Wie verlautet, beurteilt man die Lage auf beiden Seiten nicht pessimistisch und gibt der Hoffnung Ausdrud, bis morgen abend ein E i n v e r st ä n d- n i S zu erzielen, das von den beiden Regierungen gutgeheißen werden könnte. bensgröße präsentiert, könnte man glauben, dies« Zwergenschar flamme aus dem sagenhaften Lande LUiput. Der riesenhafte Mensch, der da neben ihnen steht, könnte die ganze Heine Gesellschaft fast in seine Tasche sieden. Die Truppe führt anspruchslose Künste aus. Da wird getanzt und gesungen, geturnt und geboxt Wer sich im geheimen über die Echtheit des Püppchens Gedanken gemacht hat, kann sich von ihr überzeugen. — Stenographie. Der Gabelsberger Stenographen-Verein von 1861 und der Damen- Dem tollwütigen Verlangen der Bauernschaft nicht imtgegengearbeitet werde. Dem Verlangen der i Landwirtschaft nach Weltmarktpreisen iwerde die Forderung nach Weltmarktlöhnen entgegengestellt und die Regierung Kahr- Watzlhvfer-Pöhner an der erneuten Teuerung als mitschuldig bezeichnet, die alle Verbrechen am konsumierenden Volke noch fördere und unterstütze. Die Entschließung spricht fd lieh ich der bayerischen Regierung das schärfste Oliirjtrauen aus und gelobt, nicht eher zu rasten, bis den gerechten Forderungen Rechnung getragen sei. Die Versamm- ftrngsleiter ermahnten die Versammlung, ruhig nach Hause zu gehen. Darauf formierten sich die Teilnehmer zu einzelnen Gruppen und marschierten von den Lokalen ab. 5 0 0 0 b i s 6 0 0 0 Mann, Tafeln tragend und die Arbeit e r m a r s e i l l ai s e singend, zogen zur Stadt. Der Zug bewegte sich durch das Tal gegen den Marienplah der dicht mit Menschen angefüllt und von der Reuhäuserstraße durch ein Panzerauto abgesperrt war. Polizei und Schuhmannschaft trieben die Leute auseinander. Mehrere Personen wurden verletzt.. Aus der Menge fiel ein Schuß, der jedoch niemand verletzte. Es gelang schließlich, die Menge in die Seitenstraßen zu drängen. Sie sammelte sich jedoch wieder und zog zum Bahnhof. Hier wurde sie von der Landespolizei zerstreut. Ein bedauerlicher Vorfall ereignete sich in der Rähe der Lukaskirche. Dort gab ein unbekannter Zivilist sechs Revolverschüsse ab, die einen Mann töteten und einen schwer verletzten. Der Täter ist entkommen. Es hat bis jetzt den Anschein, als ob diese Demonstration keine weiteren Folgen.zeitigen werde. München, 26. Aug. (Wolff.) Der Polizeipräsident weist in öffentlichen Anschlägen darauf hin, daß im Anschluß an die heute statt- ftndende Teuerungskundgebung der Betriebsräte der freien Gewerkschaften Straßenkundgebungen vorgesehen seien, mit dem Zweck einer politischen Umwälzung. Er erllärt, er werde alle diese Strahenkundgebungen rück- ßichtSlos unterdrücken. Eine enalisch-ilalienische Entente? London, 26. Aug. (Wolff.) „Daily Telegraph" berichtet über die Verhandlungen zwischen Großbritannien und Italien bezüglich einer Entente derbeiden Länder. Danach empfing Lord Curzon gestern den italienischen Botschafter, der den Standpunkt der italienischen Regierung mit Bezug auf die besonderen Rechte Italien« in Albanien eingehend ouseinander- setzte. Dem Blatte zufolge hält man in Italien anscheinend ein enalllch-italienisches Hebereinkommen über gewisse Teile der albanischen Frage für einen ersten Fortschritt zu einem allgemeinen Einvernehmen zwischen den beiden, deren Zusammenwirken im Mittelmeere vor dem Kriege so gute Ergebnisse gezeitigt habe. In Italien fei man der Ansicht, daß ein solches Zusammengehen jetzt noch fruchtbarer sein würde. Sollten die augenblicklichen Verhandlungen zwischen London und Rom später auf diese Frage ausgedehnt werden, so könne, wie „Daily Telegraph" betont, in einem solchen Einvernehmen nichts enthalten sein, was Iber englisch-französischen Entente ^widerspreche, und nichts, was vor Frankreich ver- *borgen gehalten werden müsse. England, Frank- , reich und Italien könnten durch eine zweifache Entente dieser Art noch enger als bisher zusammengeführt werden. Aus Stabt und Land. Gießen, den 27. Aug. 1921. *• Amt!ich« Personalnachrichten. Ernannt wurden am 22. August: der Diener an der medizinischen Veterinärllinik der Landesuniversität Karl ©rüget zu Gießen, der Diener am veterinär-pathologischen Institut der LandeS- universität Heinrich Kalbfleisch zu Gießen, der Diener am pharmakologischen Institut der Landesuniversität Adolf M ü l l n zu Gießen, der Diener und Heizer an den Deterinäranstalten der Landesuniversität Karl Schwengber zu Gießen und der Diener am pathologischen Institut der Landesuniversität Martin Stroh zu Gießen, sämtlich mit Wirkung vom 1. April 19 21 an z u Amtsgehilfen an diesen Instituten. Oberhessisches Museum und Gailsche Sammlungen. Sonntag den 28. August, geöffnet von 11—1 Hhr. Altertumsmuseum im Alten Schloß, Eintritt für Erwachsene 1 Mk., für Kinder unter 14 Jahren 50 Pf., für Mitglieder des Oberhess. Geschichtsvereins ftei; desgl. Völker- und Kriegsmuseum im Landgraf - Philipp - Schloß. — Im laufenden Jahre wurden die Museen bisher von rund 10 000 Personen besucht; davon nahmen 1200 an Führungen teil, ole von der Direktion für Kongresse, Vereine und Schulen veranstaltet wurden. Demnächst werden die vor einiger Zeit begonnenen sonntäglichen Führungen wieder ausgenommen. •• Grvhftadtbilder aus Gießen. In der Rächt zum Freitag wurde ein auswärtiger Wirt und Händler um 6000 Mark leichter gemacht, weil er sich mit einem hiesigen, übclbeicu- munbeten Frauenzimmer eingelassen hatte. Bei einem freundlichen Tete-a-tete, wobei er ein» geschlafen war, wurde ihm der Betrag entwendet. Trotzdem hatte er bei dieser Sache noch Glück, da man durch die alsbaldige Festnahme der Person den Betrag bis auf einige hundert Mark xur Stelle bringen konnte. — Zwei aus Gießen stammende, bereits gerichtsbekannte Personen verschafften sich dadurch Geld, daß sie *bet einem hiesigen Klavierfabrikanten ein Klavier liehen, es alsbald mittels Autos nach Frankfurt a. M. verbrachten und verkauften. Rachdem sie das Geld dort in lirderlicher Gesellschaft verpraßt hatten, kehrten sie wieder zurück. — Gestern abend mußte ein hiesiger junger Mensch, der In gröblicher Weise gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung dadurch verstoßen hatte, daß er im Reuenweg die Passanten in rüpelhafter Weise in betrunkenem Zustande belästigte und anrempelte, festgenommen werden. Aus dem Wege nach dem Arrest Hause suchte seine Mutter ihn zu befreien, wobei sie „Feuer und Hilfe" schrie und die ganze Hmgegend m Aufregung versetzte. Der wiederholten Aufforderung von feiten der Beamten, sich ruhig zu verhalten und'nach Hause zu gehen, kam sie nicht nach. •* Pachtgeldrück stände bei der Stadt Gießen. Es wirb wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Frist zur Zahlung des Pachtgeldes von den städtischen Grundstücken, den Grundstücken der Armenkasse und der Plvck- schen Stiftung am 15. Juli d. Zs. abgelaufen ist. Die Beitreibung beginnt in den nächsten Tagen, wodurch Kosten entstehen. Wer dies vermeiden will, beeile sich, die Rückstände baldigst zu begleichen. Besondere Anforderungszettel werden nicht ausgegeben. ** Die Warenausgabetabelle des Lebensmittelamtes für die nächste Woche ist im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht; ebenso die übliche Bekanntmachung des städti- scheu Brenn st offamteS. ** Das Fest der silbernen Hochzeit feiern Montag, 29. August, die Eheleute Richard Frenzel und Frau, Sck)0ttsttaße 15. Bornotizen. Tageskalender f. SamStag: Ötabt- theater, 7 Hhr, „Der Dürgergeneral" und „Die Mitschuldigen". — Schöne Aussicht, Kaninchen- ai'sstellung. — Astorialichtspiele, „Mit Büchse und Lasso" 4. Teil, „3m Antlitz des Todes", „Zehn Milliarden Volt" und „Mesterwoche". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Die geschlossene Kette" und „Die Scheidungsehe". Tageskalender für Sonntag: Ab 3 Hbr Herbstruderregatta des Vereins Rudersport Gießen 1913. — Textors Terrasse auf der Hardt, 3 Hhr, Familientag des Evangelischen Arbeitervereins. — Oswaldsgarten, Volksfest des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten. — Schöne Aussicht, Kaninchenausstellung. — Lichtspieltheater, wie Samstag. -- In der Gießener Kunstsammlung im Reuen Schloß (Eingang Senckenberg- straße) wurde diese Woche wieder eine teilweise Aenderung vorgenommen. ES gelangten neu zur Ausstellung Arbeiten von Ritgen eine Anzahl Aquarelle: Motive auS Brügge. Palermo, Thur- nau, Runglstein und Interieurs. Von A. Hertel Aquarelle aus Goslar, Aquarelle japanischer Künstler, Radierungen von Eller«, Goetze, G. Fritz, Kuhnert, Müller-Schönfeld und Skarbina sowie neue Bleistiftzeichnungen von R Koch. Zu der seit Sonntag ausgestellten Kollektion Original-Radierungen des bekannten 'Malerradierers Ernst Hay- mann, sind noch einige Arbeiten neu hinzugekommen, die Liebhaber deS Hunde- und Pferdesports intereffieren werden. Die Gießener Kunstsammlung ist an Sonntagen von 11 b 18 1 Hhr bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. — Auf OSwaldsgarten sind zum erstenmal die Liliputaner, die winzigen, possierlichen Wesen, zusehen, von denen uns Gulliver auf seiner Reise nach märchenhaften Ländern erzählt. Wenn man bi« Truppe der kleinsten auS- verein „Gabelsberger" eröffnen am Montag den 5. September einen neuen Anfänger-Lehrgang. Da die Kurzschrift heute ein unerläßliches Hilfsmittel für alle schreibenden Berufe darstellt, möchten wir nicht verfehlen, auf die Anzeige in der heutigen Rümmer auch an dieser Stelle zu verweisen. Wettervoraussage für Sonntag: Vorwiegend wolkig, zeitweise örlliche Riederschläge, später aufflärenb, kühl nordwestlich« Winde. Hntet dem Einfluß der nördllchen Tiefdruck- Wirbel hat sich das Hoch über Frankreich verflacht. Das Tief über der Rordsee bringt südostwärts. Wir werden morgen auf feiner Rückseite liegen unb mit Riederschlägen rechnen müssen. Westlich Irlands^ erscheint ein neuer Tiesbruckwirbel, der uns vorübergehende Aufllärung bringen kann. Landkreis wichen. x Heuchelheim G. A. V. Wir verweisen auf die Einladungen »um Gustav- Ad 0 lsfest in Heuchelheim im Anzeigenteil un- unseres Blattes das am Svnntagnachmittag 2 Hhr In der Kirche beginnt. Außer dem Fest Prediger unb dem Sekretär des Gießener ZweigvereinS werden in der Rachversammlung noch weitere Redner sprechen. Der Klein-Lindener Posaunenchor unb der Heuchelheimer Kirchenchor werden Mitwirken. O © rünber g, 26. Aug. Der am Donnerstag abgehaltene V i e h m a r k t war mit 383 Ferkeln beschickt. Die Preise waren niedrig, 8—8 Wochen alte Ferkel konnte man schon zu 80, 100 und 120 Mark kaufen. Da den Verkäufern di« Preise nicht hoch genug waren, blieben viel« Tier« unverkauft. Kreis Büdingen. 0 Hirzenhain, 25. Aug. DaS 3. Konzert beS Kapellmeisters Ackermann von Ortenberg, das kürzlich hier stattfand, wickelte sich wieder In glanzender Weise ab. Die zahlreichen BeifallS- bezeugungen veranlaßten zu mehreren Einlagen. Auch Herr Aug. Ackermann jun. leistet« gute» als Künstler auf der Violine, ebenso dessen Bruder als Cellist. Kreis Schotten. Die Errichtung einer Försterschule in Schotten. Zu dem Plan der Errichtung einer Förster- schule in Schotten, über den wir bereits berichtet haben, liegt jetzt eine Regierungsvorlage vor, in der es heißt: An den Vorbedingungen der Volksschule unb Fortbildungsschule sesthaltend, svlfdie Einrichtung einer Försterschule die Vorbildung, wie sie einem Teil der hessischen Förster seither bei dem Heere zuteil wurde, vermitteln und durch eine gründliche theoretische und praktische Ausbildung In allen den GeschüftskreiS der Förster betreffenden Obliegenheiten den Förster befähigen, auch bei größeren Dlenstdezirken feinen Aufgaben gerecht zu werden. Die Schule selbst soll ihren Sih in Schotten erhalten. Durch die Wahl dieser Stadt wird auch den weniger Bemittelten der Besuch der Försterschule erleichtert werden. Dazu kommt, daß auch die Stadt Schotten großen Wert darauf legt, daß die Schule dort hinkommt und daß sie weitestgehendes Entgegenkommen bei Errichtung des Schulgebäudes zugesagt hat. Es ist beabsichtigt, die Schule am 1. April 1 922 zu eröffnen. Ihre Unterbringung war In der log. Dchützenhalle (in Schotten) geplant, in der durch Einbau zweier Schulsäle der nötige Raum gewonnen werden sollte. Dieses Vorhaben muf) jedoch aufgegeben werden, da vie bautechnische Hntersuchung der Schützenhalle eine völlig ungenügende Fundamentierung ergab, und außerdem in dem Gebäude in früherer Zeit der HauS- schwamm war. ES erscheint deshalb rötlicher, wenn die Försterschule in ein eigenS z u diesem Zweck errichtetes Gebäude untergebracht wird. Schwierigkeiten bereitete einem Reu bau bisher nur die Frage deS BauplayeS. Aber auch "biete Frage ist gelöst durch daS Entgegenkommen der Stadt Schotten. Der (Semetnberat hat beschlossen, am „Schießh 0 r st" einen etwa l—li/i Morgen großen Bauplatz in schöner Lage, an einem warmen Südhang, von einem Preis von nicht über 3 Mark je Deviertmeter >ur Verfügung zu stellen. Dieser Preis ist alÄ sehr niedrig zu bezeichnen. Der Demeinderat ha.' sich ferner bereit erklärt, die Herstellung der Zugangsstraße, die Zuführung deS WasscrS und des Lichtes, sowie die Kanalisationen bis zu dem Reubau auf Kosten der Stadt zu übernehmen. An Baulichkeiten sind notwendig 1. zwei Schulräum« mit einem Lehrmittel- unJ einem Lehrzimmer; 2. eine Dienstwohnung fö den ständigen zweiten forstlichen Lehrer (Forst» assessor); 3. eine Dienstwohnung für den Lehr förster. Die Baukosten dürften sich schähungs' weise auf etwa 400 000—600 000 Mark stellen, je nachdem alle Räumlichkeiten In einem Gebäude ober in zwei Gebäuden untergebrachi werden. BIS zur Fertigstellung und Deziehdarkell dieser Räume tarm die Försterschule, da sie zunächst nur eine Klasse umfassen wird, In den Räumen der landwirtschaftl. Winterschule, dl« nut Winterkurse abhält, untergebracht werden. Sine gemeinsame dauernde Unterbringung mit der Winterschule, wodurch ein Reubau sich erübrigen würde, ist jedoch unmöglich. Rachdem das Bedürfnis nach einer besseren Ausbildung deS FörsterstandeS und "damit auch die Errichtung einer Försterschule allseits anerkannt ist, sollte nach der Regierungsvorlage auch ein Werk geschaffen werden, das geeignet ist, für Jahrzehnte allen Anforderungen >zu genügen. • 0 Gedern, 25. Aug. Der am 23. August hier abgehaltene Schweinemarkt war zwar gut besucht doch ging der Handel nur schleppend vor sich, oa wenig Kauflust vorhanden war. 6 Wochen alte Ferkel kosteten 100—130 Mark das Stück, 8—9 Wochen alle 170 Mack, Springer 250—300 Mark. e Ulfa, 25. Aug. Auf der Ziegelei, bte zu dem in EichelSdvrf gelegenen Sägewerk von Himmels dach gehört, verunglückte der dort schäft nur selbst zu tragen hat. Die gespannte wirtschaftliche Lage und die drohenden Kämpfe zwischen dem Unternehmertum und der Arbeiterschaft lassen eS gerade gegenwärtig zweckmäßig erscheinen, jede unnütze Provozierung der Oeffentlichkeit zu vermeiden. Die Beamtenschaft versteht es daher,. wenn die Hundertschaft sich weigerte, im Stahl-. mütig bereit, den Mitgliedern ihrer Verbände bte Helm auszurucken. Sie sieht die in Aussicht ge- I Vereinbarung zur Annahme zu empfehlen. f 1 xyt,. ee pne 6öfce voo 6p«H*k •«trtatte ufe. (H*e pM Scrdtunfl Don Rempettta obtr pm dtn’od>tn Hfl Obst ef». Gichstoff Hrnxnbel StnMM - Mfllg - buli lieg« ft* >ft[lx rsdruÄvirbel, & Dringen kavn. len. L 2. Dk dv» M Tusiad» 1 Ndflentell un, ‘Mittag 2 Uh. Mtnölgei nct ÄVeigverrinS "ng noch D^y, ndener Posaunen- Menchor werLo, Dn am Donnert- tont mit M fe, iren niedrig, H nan schon zu 80 den Mülern dir blieben Dielt Tiere en. schule m Schotten, tung einer Mrster- vir bereit- derichlel MNgÄvvrlagr vor, der Bvllsschule und fod'ble Einrichtung düng, inte sie einem ther bei dm Heere durch eine gründ- fx Ausbildung In Förster btittftttt- !t besähigen, auch jitn ÄusgLden ge» ^ihinSchotteo dieser Stadt ®to en der Besuch der i Dazu lommt, bay oBen Dert daM fommt und dav B* TCn bei frrWMfi hat SS ist btob- Iprll 1922 au gung wr n da ?) geplant. In der .'der MV Bau« seS BvrMn rnud 4. Sie bautechnM !'S» «ff&S chiebd^ ’ .^ntr Wla°hon einen «KÄS 8<2±ä" vr Smeindcra r- TJ&ä S»5 .tile 5 000 in einen1 s.*-«-** fte*^ in fasten ^inte' AM ^ahrzev SS. W6^ ner 3ieS’ ut ’Jwff -K-" * Aach einer feiet- »mierStag abend in Wegen Diebstahls im Rü> leit die eine der von je 200 M freigesprvchrn. fpd. Fulda, 26. Au< llchen Schlußandacht am - Kirche und Schule. Das Ende der Dischofskonferenz. Wegen unbefugter Entfernung von Pfandmarken und wegen Widerstands gegen einen Gerichtsvollzieher wurde ein Glaser- m elfter von hier zu einer Geldstrafe von 15 0 Mark berurteftt. ra. Wa ldg itmes. 26. Qlug. DaS DekanatS- Gustav-Adolffest. daS am Sonntag in der vereinigten Kirchengemeinde Wetzlar-Aaunheim gefeiert wurde, ergab eine Gefamtkvllekte von 1650 dingShaufen erhielten wegen Aichtführung der vorgefehriebenen Kontrollbucher Geldstrafen vierter Angeklagter wurde mc Frankfurt a. M, 26. Lug. Der Magistrat hat beschlossen, den städtischen Arbeitern zur Anschaffung von Wintervorräten einen Dors chuß von 1500 Mark zu gewähren. Außerdem werden in den nächsten Tagen die Verhandlungen über die Neuregelung der Löhne beginnen, da die Arbeiter wesentliche Erhöhungen ihrer Bezüge gefordert haben. fd. S i n n, 26. Aug. Plötzlich kehrte auL langjähriger russischer Gefangenschaft der hiesige Bürger Theodor Kunz zurück. Seit drei fahren hatte er kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben, so dah seine Familie annahm, daß er nicht mehr am Leben sei. getragen. 3m lebten (Zähe verzeichnete man nach ] amtlichen Meldungen 10 000 Wohnungssuchende Wenn man auch zugibt, dah ein großer Teil davon nur feine Wohnung wechseln will, so bleibt doch 'Ne Zahl derjenigen, die gar keine Wohnung haben,ober in völlig ungenügenden Räumen Haufen, erschreckend hoch. Vermischtes. Droßsever. spd. Saarbrücken, 26. Aug. Aus den Besitzungen der Freiherr von Dtummschen Famt- lie in Balberg zerstörte ein Grohs euer sämtliche Wirtschaftsgebäude. DaS Schloß selbst konnte von den zahlreichen zur Hilfeleistung herbeigeeilten .Feuerwehren vor der Einäscherung bewahrt bleiben. Der Schaden ist außerordentlich grob, aber durch Versicherung gedeckt. Sin Riesrnbrand in Thüringen. fpd. Wasungem26. Aug. Eine gewaltige Feuersbrunst hat am Mittwochnachmittag einen ganzen Stadtteil in Asche aelcgt. Der Brand brach in der Scheune des Landwirts Droh auS, chehnte sich in Weingen Augenblicken über die ganze Hintergasse und sprang dann auf die Turm- gaffe über. Innerhalb drei Stunden lagen 25 Gehöfte in Asche. Rund 50 Familien sind obdachlos geworden. DaS Feuer konnte sich dadurch so rasend schnell verbreiten, dah die Häuser wie Schachteln aneinander klebten und durchweg recht alt waren. Die völlige Windstille verhütete die vollständige Einäscherung der Stadt. Der Schaden wird auf mindestens fünf MM Ionen Mark geschäht. Die meisten vom Brande betroffenen Leute waren nicht gegen Brandschaden versichert. Für sie wurde eine umfassende Hilfsaktion inS Leben gerufen. Die Cholera in Rußland. Kopenhagen, 26. Aug. (WTD.) »Der- lingske Tideiche" wird auS Helsingfors telegraphierte Das russische Desundheitskomitee veröffentlicht einen Bericht über die Ausbreitung der Cholera in Rußland vom 1. 1. bis 10. 8. beiden Dirnen 1 Hahr Gefängnis, während die andere, die erst einmal wegen Diebstahls bestraft ist, zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Jeder weiterer Kommentar zu dieser Sache ist überflüssig. Wegen schwererBeleidigung auS De- schäftSneid erhielt ein in dieser Hinsicht schon mit Gefängnis vorbestrafter O b st h Ü ndler von hier eine Gefängnisstrafe von 1 Monat. Eine Beleidigungsklage zwischen Bewohnern elneS Hauses in der verlängerten Frankfurter Straße, in der 21 Zeugen vernommen wurden, endete mit Verurteilung der Angeklagten zu 10 bzw. 5 0 Mark, während Siner der Privatkläger auf die Widerklage zwei Geldstrafen von je 3 0 Mark erhielt. Dazu kommen noch die erheblichen belberfeiligen Kosten. Zwei Landwirte aus Hochelheim waren angeklagt, mit ihren Kuhaespannen nach Lang-Göns gefahren zu sein, obwohl es infolge der Maul- und Klauenseuche zum DeobachtungSgebiet gehörte. Mangels ausreichenden Beweises wurden sie frelaefprochen. Sin Viehhändler aus T r e i s a. d. Lda. hatte ohne kreisamtliche Genehmigung, trotz vorhandener Maul- und Klauenseuche ein Stück Vieh elngeführt und verladen und erhielt deshalb drei Geldstrafen von je 3 0 0 M a r t Zwei andere Viehhändler auS TreiS und R ü d- Sod)f<5-3immerhaus unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. Otte Scheel, 9352 Müblstrahe 24. Owei gebr. Kessel w. d. irmaDeutschDarmstadt) in nur tadellosem Zustande sind zu verkaufen. Marktplatz 191. Lum Apotheker in Friedberg (rec. 1886) Autoreifen 50% unter Tagespreis, amerik.Gia,i.jed.Gröne. inrnnt. fehlerfr., z. B. 760X90 305 Mk. Neue nmerif. Reisen 20% unt. KistenvreiS. Versand überallhin. Nachnahme, b Nichtznsage Geld zur. 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Wilhelm Lindenßtrutb Wwe. Beuern, Groffen-Kinden, 26. August 1921. Schling-) Konserv.-Dosenöffner..Moment“ u. nimm IW.-Jack., Matroienm8ti. f.3i,lbl.K.-Maatelck.,ln. 8portkoaen.1P.wff.Bckal>. s. 5-6j. z.vk. VIlttelveg S I. fjudwigNplatz 9 I werden Montag, d. 29. Aug. zwischen 4 u. 6 Ubr nachmittags verschiedene Einrichtungsgegenstände, wie 1 Sofa, 1 Tisch, 1 vollständiges Bett, 1 Vertiko, eine Kommode, PorzeUan.Glas- warea u.eaderes, alles gut erhalten, verkauft. [9313 Empfehlungen! lezimal- u. Kellenwaaiien iiHiiiuiiiiiHuiiiiiiiHiiemiiiiiifiiiii Nr ssssrk auf länger? Beftiiäftigung (bis mindestens Frühjahr 1922) gesucht: Zimmerleute,Einschaler Kisten sowie Gießener freiw. Zeuerwehr. Montag, 29. August, abends 8 Uhr: SWlSbW vreschwagen 54zöllig, wie neu, bestes engt. Fabrikat, billig ab- äugeben. 9248 Wttchter shäamer Kirtzorf i. TS. Tel. 689. Gebr. Herren- und Damenratz, fast neu, zu verkaufen. Kang-GönS, 011817 Bahnbofstr. 11' Lnm 1. Oktober, evtl, iosort, suche tüchtige Btriöoitrio für mein Manufaktur- warengeschäst. Offenen mit Bild unb Zeugnisabschriften nn I. Eduflüiffr Nchs. V34«( (fliehen. Alte öleilöM sucht zu kaufen Brnöl’W Lnilkerei Schulstraffe 7. M1 Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Anna Büttner geb. Rühl. Maler Anstreicher- weißbmder-Gesch. A. Belitz LiebigstraBe 83 Tel. 345 Nr. 20? Zweites Matt Gießener Anzeiger (Gencral-Anzeiger für Gberhefien)Samstag, 27. August 1021 Aus Hessen. Freie Dahn dem — GesinnungStüchligea! Mainz. 26. Aug. Dei der Besetzung der Stelle der Leiterin der Frauenarbeits- f ch u l e war schließlich die Wahl zwischen Frt. Schiss macher - Mainz und Sri. Dr Olga CI g ■ Sranlfurt a. M. Don den Stadtvatern war rein sachlich die Frage zu beantworten: Mer von beiden ist am geeignetsten als Leiterin der Frauenarbeitsschule? Sie entchieden sich für Sri. Essig. Die »Mainzer Tageszeitung" knüpft hieran folgende Kritik: „TBir haben gar keine Deranlassung, an dieser Stelle für Sri. Schiffmacher, die parteipolitisch in der Oef^entlich- teil festgelegt ist (Zentrum), besonders einzutreten. Aber jedenfalls brachte sie für diese Stelle neben ihrer genauen Kenntnis der örtlichen Eigenarten auf diesem Gebiete — und die stick» von Wichtigkeit — an Dorbildung folgendes mit: Sie bcftanb die Prüfungen als Lehrerin für Volksschule und höhere Lehranstalten, war schon einmal Lehrerin einer Haushaltungsschule in Sachsen und hatte als Dorbereitung für die letztere Spezialarbcit eine Reih? von Räh-, Kinder- und Haushaltungskursen mit Erfolg mitgemacht. Fräulein Dr. Olga Essig- Svantfurt am Main hat an der Frankfurter Hntoerfität in Volkswirtschaft promoviert, war an einer HandclSlchranstalt tätig und Hal keinerlct praktische Dorbildung für den i n Frage stehenden Posten. Sie hat am rotem Dovcinbcrtag 1918 ihr sozialistisches Herzentdeckt, und steht seitdem in der sozialdemokratischen Parteibcwrgung. S.e gehör» ixm .berühmten" Bund der entschiedenen Schub resormer an. Man wird eS gutbürgerlichcn Familien nicht verargen können, wenn sie sich weigern, die berufliche Ausbildung ihrer Tochter einer Frau anzuvertrauen, die. in Frauenversamm- lungen sich als sozialistische Rednerin von einer derart herauSf order-nden Eigenart zeigte, daß Teilnehmerinnen empört die 'Versammlung verließen. ES ist eine Unterlassungssünde allerschwerster Art, daß man auch in diesem Falle wieder im Stadthaus nach allem anderen denn nach der Eignung der vorgeschlagenen Persönlichkeiten fpig. Maßgebend war auch in diesem Falle die parteipolitische Besinnungskraft, der leider die Demokraten, die sich immer noch so gerne bürgerliche nennen, aber wie auch hier wieder den wahren Interessen des Bürgertums schnürst raks entgegenarbciteten, zu einem mühelosen Siege.verholten haben. Dielleicht mußten sie eS tun als Gegenleistung für die sozialdemokratische Mithilfe im ebenso traurig-berühmten Falle Fuchs. Es lebe der Kuhhandel! Und diese Kreise wagen eS beute noch, von der Kliguen- und Klüngel- Wirtschaft deS alten Regimes zu reden!" • rm. Darmstadt, 26. Aug. Der Schu l- Ausschuß setzte heute nachmittag seine Beratungen über das Dolksschulgeseh unter Vorsitz des Abg. Kaul fort. Die schon gestern besprochenen Artikel wurden teilweise nochmals einer Aussprache unterzogen und dann in der von der Regierung vorgeschlagenen Fassung angenommen. Danach werden entspr. Art. 31 auf Kosten des Staates Lehrerbildungsanstalten (Aufbauschulen) errichtet. Die Aufnahme ist von der Ablegung einer Reifeprüfung einer höheren Lehranstalt abhängig. Die Lehrbefähigung wird nach Art. 32 durch erfolgreiche Abgangsprüfung erworben. Art. 33 bestimmt, daß der Schulamtsbewerber mindestens eine zweijährige Probezeit 'bestehen muß. er ist verpflichtet, sich weiter aus- aubilbcn. Rach Art. 34 hat der Bewerber nach der erfolgreichen Probezeit sich der staatlichen Behördliche Anzeigen Stöbt, tebensmittelamt. Warenausgabe für die Woche vom 29. August bis 3. Sept. 1921. Richt rechtzeitig abgeholte Ware verfällt. 1 Brot: Wochenmenge 1850 Gramm Brot ober 1370 Gramm Mehl. Preis für l-Dsund-Laib Ml. 1,70, Preis für 2-Psund-Laib Mk. 3,40, Preis für 3-Psund-Laib Mk. 5—, Preis für 4-Pfund-Laib Mk. 6,70, Brötchen zu 50 Gramm Mk. —,20. 2. Rährmittelu. Zucker für Kranke. Dg. Wallenfels, Marktplatz 21, C. G. Kleinhenn, Dahnhofstr. 59. D. Haas Rachfl., Bleichstr. 18, Gebr. Michel, Wallthorstr. 29. 3. Sonderausgabe des Lebens- mit telam t s: Trockenmilchpulver 90 Gramm 3,10 Mark, 120 Gramm 4,10 Mark. Das Trockenmilchpulver erseht nach Anrühren mit Wasser die beste Dollmilch und ist auch genau wie solche zu behandeln. Derkauf erfolgt bis auf weiteres von 8—12 älhr vormittags und 3—5 Ufjr nachmittags im Stadthaus, Gartenstrahe 2, Zimmer Rr. 8, an jedermann. SamstagS erfolgt Derkauf nur von 8 bis 12 Uhr vormittags. Anmerkung für die Kleinhändler. Die verausgabten hessischen Landesbezugsscheine Serie XII für den Monat Oktober sind bis spätestens 1. September d. 3s. an die Grossisten zur Weiterleitung abzugeben. Stadt. Brennstoffamt. 1. Ausgabe von Gaskoks für den Hausbrand und größere gewerbliche Betriebe. Gegen Abgabe der Marke 4 der Haushaltungskohlenkarte (blaue Karte) können bis zu 5 Ztr. Gaskoks bezogen werden. Die größeren gewerblichen Betriebe, denen Gaskoks zugeteilt ist. werden aufgefordert, die ihnen zugeteilte Menge umgehend zu beziehen. Gaskoks kann durch das Städt. Gaswerk und durch die Kohlenhandlungen bezogen werden. 2. Ausgabe von Braunkohlen. Gegen Abgabe der Marke 5 der Haushaltungs- whlenkarte (blaue Karte) können bis zu 3 Ztr. Braunkohlen oder Braunkohlenbriketts von den Kohlenhandlungen bezogen werden. 3. Derfall von auf gerufenen Kohlenmarken. Als Verfalltag für die Marken 1 und 4 ist der 1. September 1921 festgesetzt. Beide Marken werden nach diesem Zeitpunkt nicht mehr beliefert Schulprüfung zu unterziehen. Art 35 betr. die wissenschaftliche und technische Fachausbildung wird gestrichen. Nachklänge zum 116er-Tag Gießen. Don Herrn Oberst Krause, Hanau, wird uns geschrieben: Wie die Aufforderung kam, am ersten N6er-Tag in Gießen teilzu- nehmen, huschte mir der Gedanke durch den Kopf, wie wird es mit der Unterbringung. Da fiel mir ein,. wie ein „alter Mann" uns junge Rekruten 1883 instruierte „E gut Quartier, des iS im Man- neuvre die Hauptsach'". Och meinte, das wäre die Kaiserparade, woraus mich der altere Kamerad belehrte, die iS das, wie Sonntags die Kirch', aber sonst iS e gut Quartier die Hauptfach'! — Run für hervorragend gute Quartiere, für einen herzlichen Willkommengruh, für reichen Flaggenschmuck in historischen Farben hatte das schöne, prächtig entwickelte Gießen gesorgt. Mit Dankbarkeit denken wir alten 116er an Gießen, feine Bürger und an die erhebenden, feierlichen Stunden zurück. Dor allen Dingen die Leute deS Landsturms und des Landwehr-Onf.-RgtS. 116. von dem zwei Bataillone in Gießen mobilisiert wurden. Unvergeßlich sind diese Mobilmachungstage, unvergeßlich die Tage des ersten 116er-Tages. Dankbar sind wir den Gießener Bürgern, die uns in unserem Unglück Freunde geblieben sind. Die Taten deS Znf.-RgtS. Kaiser Wilhelm sind bewunderungswürdig gewesen, aber auch das Lcmdw.-Z.-R. 116 leistete heldenhaftes. Mir fällt ein Ausschnitt aus der Kölnischen Zeitung 1915 in die Hand, er lautet: Unsere tapfere Landwehr. Aus Hessen, 7. April 1915. Das Grohh. Hess. Landw.-Ins.-Regt. Rr. 116, das seit der Marneschlacht bauernd vor dem Feind gelegen hat, ist nun zur vorübergehenden Ruhe in eine Ortsunterkunft gegangen. Das Regiment, dessen Stammregiment Kaiser Wilhelm (2 Grohh. Hess.) Rr. 116 in Gießen den Deutschen Kaiser alS Chef hat und von diesem häufig durch Besuche ausgezeichnet worden ist (u. a. wurden die neuen 3n- fanterie-Grerzier-Reglrments in diesem Regiment zuerst ausgeprobt und dem Kaiser vorgesührt), hat sich in dem langen und nervenaufreibenden Stellungskampf besonders airsgezeichnet, wie dies schon am 12. März durch einen Korps- und einen Divisionsbefehl zum Ausdruck kam (vgl. Rr. 219 der Kölnischen Zeitung) und nunmehr durch ein Schreiben des Divisionärs und einen Tagesbefehl des Korpskvmmandeurs abermals von maßgebender Stelle anerkannt wird. General der 3nfanterie v. Bahrfeldt, der Kommandeur der 19. Res- Division, hat unterm 29. März an das Regiment folgendes Schreiben gerichtet: Mit dem heutigen Tage scheidet das Grohh. Hess. L.-3.-R. Rr. 116 aus dem Verbände der neunzehnten Reserve - Division aus. Volle 6 Monate hat eS in feiner Stellung vor dem Feinde ausgeharrt, ohne jemals abgelöst zu werden. DaS tägliche schwere Artilleriefeuer, die harten Anforderungen des Minen- und Sappenkrieges, die Unbilden der Wintermvnate hat das Regiment mit heldenhafter Ausdauer ertragen. Richt em Fuh breit Schützengraben ist verloren worden. DaS Regiment kann stolz zurückblicken auf die hier verlebten schweren Zeiten. Seine Leistungen können jedem aktiven Regiment als Beispiel dienen. Heute an dem Tage, an dem das Regiment aus dem Defehlsverbande ausscheidet, spreche ich dem Regiment meinen Dank und meine volle Anerkennung aus Der 3nbaü deS Schreibens ist allen Offizieren. Unter:fixieren, -Mannschaften und Kommandierten betanntzugeben. Der Tagesbefehl des VI11 Armeekorps vom 30. März enthält folgende Sähe: Die 1 Königl. Bayrische L -3 -Brigade und das Grohh. Hess. L.-3 -R. Rr. 116 scheiden aus dem Verbände des VIII. A -K. aus. Den ihm liebgewordenen Kameraden, die u ns in den langwierigen und ernsten Kämpfen treu zur Seite gestanden und nicht zuletzt dazu beigetragen haben, die unausgesetzten Angriffe eines überlegenen Feindes blutig abzuweisen, dankt das VIII. A.-K. für die treue Wafsenhilfe und Kameradschaft. Unsere Gedanken und Wünsche werden die 1. Bayr. L.-3.-Drigabe und das Hess. L.-3.-R. Rr. 116 begleiten Möge unsere Jugend der Heldentaten ihrer Väter gedenk sein. Möge sie ihnen nach- cifern. Kommende Zeiten werden ernst und hart, da brauchen wir ganze Männer, nicht im Reden, sondern im Taten. Wietzener Strafkammer. (Sieben, 18. Aug. 1921. Verurteilung einer Eisenbahnräuberbande. 3m vergangenen Zahre wurden in Ober- Hessen und in den preußischen Kreisen Fulda und Schlüchtern zahlreiche Einbrüche in Eisenbahnhöfen verübt. Die Diebe erbrachen meist die Güterschuppen Heiner Bahnhöfe, hie und da auch plombierte Eisenbahnwagen und raubten Lebensrnittel in erheblicher Menge, sowie Reisegepäck. 3n Burg- und R i e d e r g e m ü n d e n fielen ihnen für 25000 Mark, in Ortenberg für 13 000 Mark Werte in die Hände. Auf einem ihrer Diebeszüge in das obere R i d d e r t a l gelang es der verdienstvollen Aufmerksamkeit des Wachtmeisters Buchhammer in Ortenberg, vier Leute festzunehmen, die, wie die Untersuchung ergab, zu den Eisenbahnräubern gehörten. Es handelte sich um eine Bande von Frankfurt a. M., die systematisch Beutezüge nach Oberhessen unternahm, und zwar stets mit verschiedener Beteiligung. Rahezu 30 Einbrüche sind zur Anzeige gebracht worden, doch es gelang nur bei einem kleinen Teil die Täter einwandfrei nachzuweifen. Heute standen unter Anklage der Schlosser Heinrich M e i h aus Ramstadt, der Arbeiter Josef Schlinghoff aus Marjöß, der Maler Simon Reinhardt aus Frankfurt a. M., der Heizer Karl Griebel aus Reuheimsbach, der Dreher Wilhelm Kratz aus Oberrad und der Schlosser Christoph Gottenhof aus Flörsheim. Etwa 40 Zeugen waren geladen. Die An- aeflagten waren nur zum Teil geständig, in anderen Fällen mußten sie überfuhrt werden. t Es wurden verurteilt: Weiß zu 5 Jahren: Reinhardt und Gattenhof zu 4 Zähren; Schlinghoff zu 3 Zähren unb Griebel zu 2 Zähren 3 Monaten Zuchthaus, sowie 10 Zähren Ehrverlust. Kratz erhielt unter Zubilligung milde rnber Umstände ein Zahr Gefängnis. Ein weiterer Teck der Angellagten wurde mangels Beweises freigesprvchen. Der Verhandlung wohnte eine größere Zahl Frankfurter Burschen bei, von denen vermutlich ein Teil der Räuberbande angehört hat. Turnen, Spiel und Sport. Tennis-Turnier Dad-Nauhenn. Von gutem Wetter begünstigt, nahm heute das Tennisturnier seinen Fortgang. Die Ueberraschung des Tages bildete der Sieg des Ehepaares Stephanus über Alvarez-H. Kleinschrotb mit 6:4, 6: 4 Den Ausschlag in diesem Spiel gab das ganz hervorragende Spiel von Frau Stephanus, die die unglaublichsten Balle erlief und sicher und tätlich plazierte. — Das offene Herlei.-Eiivzel'piel konnte bereits zu Ende geführt werden. Erwartungsgemäß gewann Kreuzer gegen Floda die Schlußrunde leicht mit 6:0, 6:0, 3 ? zckgz, ohne daß ihm Floda nennenswerten Widerstand entgegen setzen konnte. Das Damen-Ein^el Piel gewann F.au Dr. Friedleben leicht gegen Frau Srcpvanus 6: 2. 6: 1. Auch daS Herren-Doppclspiel ist beendet unb zwar trugen Kreuzer-H Kleinschrott) über Büch- ting-Dessart in der Schlußrunde den überlegenen Sieg davon, 6:2, 6:1, 6:4. Büchling-Dessan zeigten gute Momente, ohne Kreuzer-Kleinschroth je gefährlich werden zu können Die wichtigsten Resultate waren folgende. Herren-Einzelspiel ohne Vorgabe um die Meisterschaft von Hessen: Floda DHpoolz 6:2, 6:1, Kreuzer— Fritz 7:5, 6:2 SchluMunde: Kreuzer— Floda 6:0, 6:0, 3:0 zckgz. — Damen-Einzelspiel ohne Vorgabe. Schlußrunde: Frau Friedleben Frau Stephanus 6:2, 6: 1. — Herren-Doppelspiel ohne Vorgabe. Schlußrunde Kreuzer-Kleinschroth gegen Büchling-Dessart 6 2, 6:1, 6: 4 Damen- unb Herren-Dovpclsptel ohne Vorgabe 2 Runde: Eh.paar Stephanus—Kleinschrvth-Alaarez 6 :4. 6:4. Frau Dr. Friedleben-Kreuzer—v. Borke-Dr. Esser 6:1, 6:2. 3. Runde: Frau Dr. Friedleben- Kreuzer—Dessart-Frl. Apolant 6:2, 6:2. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 28. August. 14. nach Trinitatis 3n der Stadtkirche. Torrn. 8 llhr: fällt aus. 9'..: Pfarrasfift. Ramge. 3n der Zo- h a n n e s k i rch e. Torrn. 8 llhr, zugl. Christen- lehre f. d. Reu konfirm. a. d. Zohannesgem.: Pft. Ausseid. 9ys: Pfarrassist. Müller. Abds. 8: Tibel- beiprechung im Zohannessaal: Pfarrassist. Ramge. — Die Kinderkirche beginnt wieder: für die Markus- u. Zohannesgcmeinde am 4. September: für die Matthäus- und Lukasgemeinde am 11. September. 28. August. Wieseck. Torrn. 9ya: Kandidat Brandau-Gießen. Rachm. 1: Christenlehre (lonf. männl. Zugend). — Sonntag, 28. August, norm. 10: Kirchberg. 11: Christenlehre s. d. tonf. toclbL Zugend. — Rachm. iy8: Mainzlar. Katholische Gemeinde. Samstag, 27. August, nachm. 5 u. abds. 8 LIHr. Gelegenh. z. hl. Beichte. — Sonntag, 28. August. 15. Sonntag nach Pfingsten. Torrn. 6>2: Gelegenheit z. hl. Beichte. 7: Hl. Messe. 8: AuS- teitung d. hl. Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Rachm. 2: Andacht. 2>/2: Züng- lings-Kongregation. Freitag, 7 llhr: Segensmesse Diaspora-Gottesdienst am 28. Aug Grünberg,,Dorrn. 9>/z, — Kathol. Gottesdienst. 28. August. Lich, Dorrn. 10, nachm. */>& — Hungen, Dorrn. 8 älhr. 8 dxe. beste JxLuuvr Jetzt ist die rittize Zeit, bringenden frlfdien Milch das erprobte und feit über 50 Jahren fietö bewährte Nrstle'sche Kinder- mehl zu reichen. Dasselbe hat den Vorzug, niemals Perdannngostörunnen zu verursachen, bnnenen aber bereits bestehende Magenbeschwerden zu beseiliaen. Die von einem berühmten Kinderarzt uerfnme Broschüre über diePsiege desKindes ucrfenbei araiiS und franko „Vinba" Gesellschaft m.b. H., Berlin W 57. 4. T e r l a u f von Brennholz. Die Abgabe erfolgt in beliebigen Mengen von Vs Zentner an vom Lager in der Gabelsbergerstrahe täglich von 8—11 Llhr vormittags und 1—4 Llhr nachmittags. Bezugsscheine werden täglich von 71/2—12 Ähr vormittags und 1/28—51/2 ilftr nachmittags im Brennstoff amt, Garten- straße 2, Rebengebäude (früheres Ortsgericht) ausgegeben. Preise: Hartholz, geschnitten, Zentner 14 Mk., Weichholz, geschnitten, Zentner 12 Mk. Für klein- gehacktes Holz wird ein Zuschlag von 1 Mk. für den Zentner berechnet. Bei Abnahme größerer Mengen, mindestens 50 Zentner, wird ein Preisnachlaß von 1 Mk. für den Zentner gewährt. Gießen, den 25. August 1921. 9320B Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt und Brennstoffamt.) Ärbeitsvergebunq. Für die Feldbereinigung Rabertshausen sollen Donnerstag den 8. September 1921, vormittags 10' . Uhr, auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei zu Rabertshausen Fuhrleistungen veranschlagt zu 870 Mk. Drainagearbeiten „ „ 11680 „ in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrci bis zum (Eröffnungstermin einzureichen sind. Zuschlagsfrist drei Wochen Gießen, den 24. August 1921. Hessische Kulturinspektion Gießen. _________ H. Stein bad), Baurat.______s92948 Arbeitsvergebung. Die zur Erbauung eines Doppelwohnhauses für 4 Farnllien für die Baugenossenschaft Klein- Linden ®. m. b. H. erforderlichen Rohbauarbeiten wie: Erd-, Maurer-, Zimmer-, Dachdecker-, Spengler-, Schmiede-Arbeiten und Trägerlieferung, Schreiner- und Anstreicherarbeiten, sollen im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Die Angebotsvordrucke, Bedingungen, Zeichnungen usw, können ab Dienstag den 30. d. Mts., in der Zeit zwischen 6-8 Uhr nachmittags, beim Schrift, führ er Herrn W. Fink, Frankfurter Straße 8, ein- gesehen bzw. dort in Empfang genommen werden. Die Angebote sind verschloßen mit entsprechender Aufschrift versehen, bis spätestens Samstag den 3. September d. Js., nachmittags 6 Uhr, beim Vorsitzenden Herrn Aug. Luh, Frankfurter Straße 76, einzureichen, woselbst auch die Eröffnung der eingegangenen Angebote im Beisein der erschienenen Bewerber erfolgen soll. Iuschlagsfrist 14 Tagen. Baugenossenschaft Klein-Linden G. m. b. H. A. Luh, W. Fink, 1. Vorsitzender. 1. Schriftführer. [9289 D Bekanntmachung. ©rummetgras-Serftcigcrung öcrSlaötSieften. Montag den 29. August und Dienstag den 30. August soll bas Grummetgras von den Wiesen auf Grund der vom Heff. Ministerium erlaßenen Verordnung vom 15. Mai 1920 meistbietend versteigert werden, und zwar: Montag den 29. August a) vormittags 9 Uhr Zusammenkunft am Schlacht. Hof von den Wiesen im Neustädter Feld, b) vormittags 10 , Uhr in der Restauration von Melchior Schäfer Witwe (jetzt Gg. Schrimpf), Kaiser-Allee 4, von den Wiesen im Heegsttauch, c) nachmittags 2 Uhr im Philosophenwald von den Wiesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal, von den Hospitalwiesen in der Gemarkung Wieseck. Dienstag den 30. August vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle an der Rödger Strafte von den Ochsenwiesen, von den Wiesen im Stolzenmorgen, am Utersbrunnen und Altentisch. Das Grummetgras von den Wiesen in der Gemarkung Großen-Buseck wird in den Ochsenwiesen versteigert. Reflektanten wollen sich dort einfinden. Steigliebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichttgen, wollen sich an den städtischen Wiesen- meister Dellof, Wolfsttafte 15, wenden. Die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden werden ersucht, vorstehendes in ihrer Gemeinde bt» kanntmachen zu lasten Gieften, den 22. August 1921. 91788 Der Oberbürgermeister. 3. T.: Dr. Selb. SimUlM-MsWerW. Mittwoch, 31. August l. 3 s., vormittags 7 Uhr, wird das Grummetgras von den fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Darbenteicb Leihgestern und Watzenborn, das Gras von Schneisen, Mähplatten und den Eisteichen in den Forstwar- teien Baumgarten und Leihgestern in der Wirtschaft des Gg. Sommer VI. z u Watzenborn versteigert. Es werden nur Personen aus Ortschaften zum Mitbieten zugelassen, auS denen seither schon regelmäßig eine Beteiligung stattgefunden hat, und die das Futter in der eigenen Wirtschaft verwenden. Der Zuschlag wird nur für eine den Terhältnifsen des Bietenden angemessenen Anzahl Lose erteilt. Weitere Auskunft erteilt Herr Förster Menges zu Forst haus Baumgarten. Gießen, den 26. August 1921. 9327V Oberförsterei Schiffenberg. Trautw ".in. 6rnmmc!iiro5=$tr|ki!itrun!i. Das Grummetgras von den Domanialwiesen in den Gemarkungen Gieften und Wieseck wird versteigert: 1. in der Gemarkung Wieseck Donnerstag den 1. September I. Js., vormittags 9 , Uhr, in der W. Ph. Bierau'schen Wirtschaft zu Wieseck; 2. in der Gemarkung Gieften an demselben Tage, nachmittags 2 Uhr, in der Harnickel'schen Wirtschaft im Philosophenwald bei Bietzen. Gieften, 26. August 1921. _________Oberförsterei Gießen: Dr. Schüz._________ Bekanntmachung. Aus der Landrichter Dr. Müllerschen (Stiftung zu Darmstadt sind durch uns 1. Sechs Unterstützung-Vermächtnisse von je 500 Mk. jährlich an bedürstigeeliernlose Studierende der Rechtswissenschaft aus den Provinzen Starkenburg und Oberhessen, 2. Ein LlnterslühungsverrnächtniS von 500 Mk. jährlich an eine bedürftige nicht kinderlose Witwe eines richterlichen Mitgliedes bei einem der Amtsgerichte oder Landgerichte der Provinz Starkenburg oder Oberhessen vorzugsweise als Beihilfe zur Erziehung minderjähriger Kinder zu vergeben. Bewerbungen um diese Termächtnisse sind binnen vier Wochen bei uns einzureichen. Darmstadt, den 25. Aug. 1921. 9325D Hessisches Ministerium der Finanzen. ____________3.T.: Balser.____________ 3. Nachtrag zur Satzung der Allgemeinen Ortskrankenkasse öes Landkreise; Gießen. (Ausschuftbeschluft vom 20. Juli 1921.) 8 34 erhält folgenden Zusatz: ,11. Die Kaffe gewährt ärztliche Behandlung, höchstens jedoch für 13 Wochen, an Ehefrauen versicherter männlicher Mitglieder und an Kinder unter 14 Jahren verheirateter männlicher, oder verwttweter weiblicher Mitglieder, die den Haushalt des Versicherten teilen und nicht anderweit nach den Besttmmungen der R« 'chsversicherungsordnung Anspruch auf ärztliche Behandlung laben. Der Anspruch auf Familienhilfe (Absatz II) endigt sofort mit dem Verluste der Mitgliedschaft des Dersichetten. Die Wartezeiten für Leistungen an Mitglieder gelten auch für die Familienhilfe." Dieser Nachttag tritt mit dem 1. September 1921 in Kraft. Genehmigt. Darmstadt, den 15. August 1921. Hessisches Oberversicherungsamt. I. D.: Krö11. &282c Gustav-Adolf-Fest in Heuchelheim Sonntag, den 28. August. Gottesdienst 2 Uhr in der Kirche. Festprediger PfarrerKnob oonGustavsburg Nach- versammlung 4 Uhr im Garten „IumSchwan". Alle freunde der Gustav-Adolf-Verein-fache sind herzlich eingeladen. 011563 HOTEL EINHORN modeqne EiNHORN Mittwoch den 31. August vorm. 11 Uhr werden aus d.Iungviehweide Lauterbach WeoÄitai) gegen Barzahlung meistbietend pro Ztr. LebendgewichtjUMSchlachtenversteigert. Gießen, den 27. August 1921. 9296D WioÄaffstmmtrnisW fit ötaljeiien. 8 Voranzeige Wir gestatten uns den am ® 24. Oktober in I Ireis 0. ö. £ös. ® im Saale des Gasthofes „Ium Bahnhof" stattfindenden s Siems-MM «4 hiermit anzuzeigen. [9337h V>. Das Komitee. Sonntag nachmittag 5—7 Uhr Fünf-U he1-Tee ™„ Neues Orchester. 06842 WM-WMWM Für Haushalt und Schneideret8m bei «rleirtzt. gohlungsbedingung. Monatsraten] lel.1250 OttoReitz,Giehen,Werweg44 •" ■' — Reparaturen - ■ = =Eilfix= Ist das Wort der Kreme, Welche Schuhe schmiert und wichst Rate, daß es jeder nehme, Urteil ist: Es geht doch Fix. BlUlswerk Teewtekel & Bergmann, chenu-techn. 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Der Vorstand des Mietervereins, insbesondere die Herren Bräutigam, Doeb, Hest, Weistdacker und Weder sowie Fräulein Fix sind besonders eingeladen. Wir sehen un» hierzu gezwungen, weil der Vorstand des Mieter- vereine die beantragte dringende Mitgliederversammlung adgelestnt hat. Nur Mieter Haden Zutritt. (9290] Die Einderuser. Dinit-Sill beit bewährtes Material. C. Rübsamen. Fernsprecher 1659. [^D Achtung! Achtung! WnMnWWHulsAiiW"! 3u der am Sonntag bett 28. und Montag bett 29. August ttattfindcndeu 1. 2. 3. 4. 5. Das Irrlicht ek^äpÄkl*M 6. Täglich Anfang 3l/„ 5, 7‘/, und 9 Uhr Sonntage stündlich. Schmidts Künstler - Marionettenspiele Die Künstlichen Menschen ’XMK* Ium ersten Male in Giehen die ge- diegenfte und vornehmste Wander- schau, die (Biegen je besucht hat. Ruth Reimond Lichttanzakt 3n jeder Vorstellung Auftreten der äaubertönigs Ruchay vellachini jun. ^U^wnn'L' 6aro größte !l. vmeWske MilienWu Konkurrenzlos in Aufmachung und Leistung. Pompöser Theaterbau, eigene eletttr. 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I 9318D Reinhold Die glückliche Geburt eines strammen Jungen zeigen hocherfreut an Walter Geilfus und Frau Irene geb. Krekel Gießen, 26. August 1921 z. Zt. Schillerstratze 13. •»10 Die Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen hocherfreut an Konrad Emmerich und Frau Gießen (Walltorstraße 23), den 27. August 1921. Hannelore Die glückliche Geburt eines kräftigen Mädels zeigen in dankbarer Freude an Theo Jacob und Frau Tlothilde geb. Blumenthal Gießen (Stephanstr. 28 I.), 26. August 1921. 8- Zt. Lvang. Schwesternhaus, ZohamiesfNaße. Für alle Aufmerksamkeiten anläßlich unsrer Vermählung sagen wir Herz, lichsten Dank. Lehrer Ernst Hörr und Frau Auguste geb. Düringer. Garbenteich, 27. August 1921. O11«M Für die uns zu unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir herzlichstenDank. i IPastor Ulrich Kulke und Frau Eugenie geb. Schäfer. 1 Welzow L Meber-Laufitz 9331 | Wimen lebet Sil SgS verl vir ErütiW llnto.-5rmtra L. caage. 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II F r t( W TCess/er & Comp., Qe/nhausen und Rn 270 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ivberheffen)Samstag, 27. August 1921 Das sozialdemokratische Programm. Die Programmkommifsion der Sozialdemokratischen Partei hat den vor einigen Wochen veröffentlichten Entwurf eines neuen Parteiprogramms einer eingehenden Durett- Beratung unterzogen und legt jetzt dem Parteitag einen neuen in wesentlichen Punkten a b« geänderten Entwurf vor. 3m allgemeinen Teile des neuen Entwurfs heißt eS »Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ist die Partei des arbeitenden Volkes Sie bat zur Grundlage ihres Wirkens den Klassen- kamps der Arbeiterklasse und der sich mit ihr solidarisch fühlenden Gesellschasisschichten für ihre wirtschafrl che Befreiung und kulturelle Hebung, die erstrebt die liebe:ü>inbung des kapitalistischen IDirlschaslsiystems durch eine die Wohlfahrt aller -LeleUsch^ftsmtlgliede: sichernden loziallstischen Gcmcinwirtschast und damit zugleich die dochsic Steigerung der geistigen und sittlichen Kultur des Volles. Die Sozialdemokratische Partei fubt als ihre ernste Verpflichtung an, bas Pro- letar»al reif zu machen für seine Aufgaben m der loziallstlschcm Gesellschaft Die kapitalistische Gesellichast bat sich als uhhit'it) erwiesen, den Kopf- und ^anbarbeitern die Befriedigung ihrer materiellen und geistigen Üebensan spräche zu sichern. Sie hat die wirtschaftliche Ilngleichheit gesteigert. Einer kleinen Minderheit, im lieber flut) lebender Kapitalisten, steht die grobe Mehrheit der mit Rot und Elend Kämpfenden gegenüber. Enorme volkswirtschaftliche Werte wurden durch den Krieg und seine Rachwirkungen zerstört. Zugleich wuchs eine neue Bourgeoisie aus Kriegslieferauten, Lebensmittelspekulanten und Geldwucherern empor. Diesem Ausstieg sozial wertloser, ja geselsschaftsschädiaender Elemente stehl gegenüber die HinunterdMckung zahlreicher üHifligen Arbeiter, weite: Schichten der Beamten, Gelehrten und Künstler, der Ingenieure und Kaufleute, der Kleinrentner und anderer früher selbständiger wirtschaftlichen Existenzen in proletarische Lebensbedingungen. In der kapitalistischen Welt, vor allem in den Sieger ff aalen, drängt diese Entwicklung des Wirtschaftslebens durch den Einsluv des Finanzkapitals auf die Politik der Regierungen zu imperialistischer Ausdehnung, zur Eroberung neuer Anlage- und Absatzmärkte Sie verstärkt die Gefahr neuer internationaler Konflikte und beschwort welterschütternde Kriege herauf. Diese unerträglichen Zustände können nur dadurch überwunden werden, daß die groben konzentrierten Wirtschaft-betriebe durch Sozialisierung der kapitalistischen Produktion in bie sozialistische Demeinwirtschast übergeführt und zugleich alle im Bolk vorhandenen Kräfte im planmässigen Auf- und Ausbau der Produktion zur höchsten technischen Vollkommenheit entwickelt und zu lebendiger Arbeitsfreudigkeit erzogen werden. Hierzu wirken geistig befruchtend, wirtschaftlich erziehend, die Kanrpfkraft gegen den Kapitalismus stärkend die wirtschaftlichen und politischen Organisationen der Arbeiterklasse. Ferner ist un- erlaßllch die Festigung der Deutschen Republik, die Demokratisierung aller staatlichen Einrichtungen, entschlossener Kampf gegen jeden Versuch der Wiederaufrichtung des alten ObrigteitS- staotes oder einer neuen MinderheitSherrschaft. Die LebenSrechle unseres Volkes wie die aller anderen Völker sind zu schützen durch eine internationale Rechtsordnung, die getragen ist von einem alle Völker als gleichberechtigte Mitglieder nmsvannenden wirklichen Völkerbund Die auf die Verwirklichung deS Sozialismus gerichtete Arbeit bleibt immer unvollständig, wenn ihr nicht zur Seite steht die internationale Verbindung und die internationale Aktion der werktätigen Bevölkerung aller Länder, die auS der Erkenntnis der Gemeinsamkeit ihrer Interessen erwächst Unter den wirtschaftlichen Forderungen wird verlangt, daß die Bodenschätze und Vaturkraftc der privaten Ausbeutung entzogen und in den Dienst der Allgemeinheit gestellt werden sollen, daß aller Privatbesitz an kapitalistischen Produktionsmitteln. vor allem die kapitalistischen Interessengemeinschaften. Kartelle und Trusts, solange sie noctt nicht in öffentliche Betriebe überae- führt sind, vom Reich zu kontrollieren, in Der Leistungsfähigkeit zu steigern und in ihrer Preisregelung zu beaufsichtigen sein. Im Agrarprogramm wird verlangt, daß bis zur Sozialisierung des Getreidehandels der Berkaus landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch Die Rothersteins. Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1919 by Greiner & Cvmp., Berlin W 30. 39. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Sie sprachen allo beinahe gleichzeitig ihre Meinung aus. dab hier unbedingt eine geschulte Krankenpflegerin hergehöre. Magelone erbot sich, sofort um eine wiche nach Wien zu telephonieren. Auch ein Profesfor ft>llte von dort gerufen weichen. Beide trafen am nächsten Morgen mit demselben ßuge ein. Rüdiger, der lehr bestürzt war über seines Vaters Erkrankung, empfing sie. Der Professor erklärte nach eingehender .Untersuchung, hab zwar keine momentane Gefahr bestände, der Instand des Patienten aber immerhin grobe Schonung und sorgfältige Pflege erfordere. Herz und Vieren leien nicht in Ordnung. dazu lägen Anzeichen von Aterienverialkung vor. Eine besondere Diät fei streng geboten, jede Aufregung muffe vermieden, die momentan oor- handene.Gemütsdepression durch heitere Eindrücke gehoben werden. In diesem Sinn wurde die neue Pflegerin, Schwester Gertrud, instruiert. Aber schon vierundzwanzig Stunden später lief) der Fürst durch Hampe Do zu sich rufen Er befand Tut) in grober Aufregung und rief ihr schon von weitem zu: „Willst denn auch du mich wie die anderen mit Gewalt ins Grab bringen, Dorothea, da du dich nicht um mich kümmerst und mich dieser Perlon überläßt?" Dv entschuldigte sich bestürzt. Sie habe die Genossenschaften organisiert werden soll, nötigenfalls durch Zwangsgenossenschaften. Weiter werden gefordert: Förderung der Siedlungen unter Wahrung der höheren Rechte der Allgemeinheit, die Intenfivierung der Landwirtschaft, Kontrolle der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung. Maßnahmen gegen Veräußerung von Grund und Boden, dcr dem Reiche oder anderen öffentlichen Körperschaften gehört, Sozialisierung des Großgrundbesitzes. Kirche und Schule. D a r m ft a b t, 26. Aug. Der Verband der evangelisch-kirchlichen Frauenvereine beabsichtigt für seine Mitglieder am Sonntag den 18. September in Worms am Lutherdenkmal eine Luther- feier zu veranstalten. Bei genügender Beteiligung soll wenigstens von Darmstadt aus ein (Srtra- Aug gefahren werden. Anmeldungen sollen bis zum 6. September bei der Geschäftsstelle. Darmstadt. Heidelberger Straße 22. geschehen. - Der Allgemeine evangelisch-protestantische Mission»' verein hält seine diesjährige IahreSversamm- lung vom 9. bis 11. Oktober hier ab. Bei einem mit dieser Versammlung verbundenen Missionskursus werden die Herrn Pfarrer D. Wilhelm über Ebina und Pfarrer Gundert über Japan sprechen Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wohnungsnot! Gießen, 26. Aug. 1921. Von leitender Stelle wurde geäußert, daß, um mehr Wohnungen für „ Familien" frei zu machen, einzelne Damen, die im Besitz größerer Wohnungen seien, veranlaßt werden mußten, sich „klein einzurichten", d. h. sich mit zwei, höchstens drei Zimmern und Küche zu begnügen — So naheliegend und natürlich diese Maßnahme erscheint, dürste sie doch auf große Schwierigkeiten stoßen. Es soll gerne zugegeben werden — so parabof eS /singt —, daß g u t situierte Damen, die neben Vermögen über gesicherte, und den Zettverhältnissen entsprechend, hinaufgefetzte Pensionen, verfügen, wohl in der Lage wären, auf daS plus an Wohnräumen, was für sie ein. aus der Vorkriegszeit übernommenes Luxusbebürfnis bedeutet, letzt zugunsten der wohnungSlosen und Wohnungssuchenden „Familien" zu verzichten. Aber w v sind diese 2-Zimmerwohnungen, die nur einigermaßen in Lage und Raumverhältnis dem Riveau des Mobiliars dieser Damen entsprechen würden!? Es unterstellen? In mangelhaften Unterkunstsräumen und auf Jahre hinaus würde rettungsloser Verfall der Gegenstände bedeuteni Es an Angehörige verteilen? Auch das ist in jetziger Zeit, wo fast jeder Haushalt der größten PlahauSnutzung durch freiwilliges Untervermieten unterworfen ist, undurchführbar. Bliebe also nur der Ausweg, eS zu veräußern! Kann man daS tatsächlich tn bei Zeit dieser grenzenlosen Geldentwertung. wo gediegenes alteS Mobiliar sicherer Besitz bedeutet, jemand zumuten? Diese Frage würden die Betreffenden in jedem Stnzelfalle, nach Lage der Verhältnisse, Einkommen und Opferwilligkeit, verschieden beantworten, bzw. entscheiden müssenI — Grundlegend für diese Entscheidung würde aber Wohl vor allem die ^Weisung der „geeigneten“ Kleinwohnung sein Wie aber, und das ist eS, was ich in den Vordergrund dieser Besprechung rücken möchte, verhält es sich mit den Sinzelinhaberinnen großer Wohnungen, welche diese, veranlaßt durch ihr reichhaltig vorhandenes Mobiliar, lediglich beibehalten, um sich durch Untervermieten eine Einnahmequelle zu sichern? Ich denke da an all die Kleinrenknerinnen, denen es mit Hilfe von Abgabe möblierter Zimmer in Friedenszeiten möglich war, ihr kleines Einkommen auf das erforderliche Existenzminimum heraufzuschrauben. Für sie bedeutet in der jetzigen Zeit der wahnwitzigsten Teuerung ihre große, voll ausmöblierte Wohnung das, was dem Handwerker sein Handwerkszeug bedeutet, die Erwerbsmöglichkeit, Und diese, auch jetzt nur noch in denkbarst verringerter Form! — Diese Damen in fkjnere Wohnungen zu verpflanzen, hieße ihnen diese GrwerbSmöglich» keit noch weiterhin beschneiden, in ganz kleinen Wohnungen, ihnen dagegen jeden 'Serbienft unmöglich machen! In den Häuslichkeiten derartig alleinstehender Damen fanben und finden zur Zeit Wohnungssuchende Ehepaare, selbst kleine Familien, dauerndes Unterkommen! Manches junge Paar ist dadurch für Jahre hinaus der Sorge um die zur Zeit kaum zu erschwingende Mobiliareinrichtung enthoben worden Auf alle Fälle aber muh man all diesen alten Kleinrentnerinnen die Ausnutzung ihrer großen Wohnungen durch Untervermieten zu erhalten suchen. DaS hieraus resultierende Heine Entgegenkommen bedeutet in einer Rot- standszeit tote der jetzigen allerdings auch nur für eine Einzelperson ein geringer Bruchteil dessen, was sie zum Lebensunterhalt bedarf, und es erfordert Anspannung aller psychischen und physischen Kräfte, um weitere Erwerbsquellen zu erschließen. E. d. R Handel. Berlin, 2. Aua. D ö r s e n st i rn m u n g s» bild. Die Börse eröffnete mit lebhafter Tendenz, da bei den Banken wieder große Anhäufungen von Aufträgen vorlagen unb Käufe überwogen, namentlich von Seiten des Privatpublikums. In- solgedeffen waren zum Teil sehr erhebliche Kursbesserungen zu verzeichnen 3m Vordergründe des Interesses standen Phönix, Rheinftahl und Thale- Eisenhütte, von Hpezialpapieren Gebr. Böhler, Hirsch-Kupser und Ludwig Löwe, ferner Th. Goldschmidt, die 40 bis 60 Proz. gewannen. Andererseits vollzogen sich auch Abschwächungen, aber meifl geringer Art, da das Schwanken der Devisenkurse und eine gewisse Enttäuschung über den Frie- densvertrag mit Amerika Realisierungen veranlaßten. Im allgemeinen Überwog aber die günstige (Beurteilung des Vertrages, was auch in dem lebhaften Interesse für DchifsahrtSaktien zu höheren Kursen und in Käufen von Baitimoraktien zum Ausdruck kam. Von Freiverkehrswerten wurden R Wolffaktien und Südseephosphai lebhasi zu bedeutend gesteigerten Kursen gelaust. Valutapapiere wie insbesondere Mexikaner fliegen im Zusammenhang mit dem Anziehen der Devisepreise. Am Anlagemarkt besserten sich preußische Anleihen etwas. Am Einheitömarkte herrschte nach wie vor lebhafte Kauflust deS Privatpublilums, die vielfach bedeutende Kurssteigerungen zur Folge hatte. Die Kursfeststellung erfuhr wieder sehr erhebliche Verzögerung. Frankfurt a. M., 26 Aug. Börlenst i m m u n g s b i l d. Die (Börje eröffnete den heutigen Verkehr in fester Haltung. DaS Geschäft gestaltete sich zemlich lebhaft, vor allem, weil der deutsch-amerikanische Friedensvertrag einen guten Eindruck hinterließ. Der Markt der unnotierten Werte stand im Zeichen lebhafter Kauflust. Montanpapiere lagen ruhiger, ließen aber eine festere Tendenz erkennen. Phönix, die im Angebot standen, büßten bei erster Rotiz 10 Prozent ein. Kali Westeregeln gesuchter und höher. Oberschlesische Werte besser bezahlt . Elektrowerte hatten regere Umsätze zu verzeichnen, wobei Lichtt u. Kraft, gelten u. Guilleaume bei erheblich höheren Kursen bevorzugt blieben. AEG. anziehend, bei Beginn plus 7 Prozent Adler Kleyer 5 Prozent gesteigert. Hirsch-Kupser ebenfalls gesteigert. Deutsche Van! erholt. Sehr gesucht waren Baltimore Ohio Zellstvsl (Berlin weiter anziehend. Waldhof pluS 7 Prozent. Im Verlaufe trat Hauptverkehr am SinheitSmarkt stärker hervor. In meyflanischen Anleihen zeigte sich größeres Geschäft. Die Börse schloß hi fester Haltung PrivatdiSkont 3’/* Prozent. F ran kf urt a. M., 27. Augast. Berliner Devisenmarkt. Geld (Brief Geld (Brief Datum: 25. August. 26. August. Amsterdam- Hotterb. 2607,35 2612,65 2672,30 2677,70 Brüssel-Antwerpen . 631,36 632,65 643,35 644,15 Lhriftiania 1112,85 1115,151146,35 1148,65 Kopenhagen 1419,551422,451473,50 1476,50 Stockholm 1813,15 1816,86 1855,601859,40 fitffingfors 123,10 123,tO 124,35 124,65 Italien........ 358,60 359,40 367,10 367,90 London 308,90 309,16 316,90 317,60 NeuvorK 83,78 83,96 85,91 86,09 Pans......... 652,30 653,70 666.80 668,20 Schwei, 1429,551432,451461. 1464,- Spanien 1088,90 1091,101118,85 1121,15 Wien (altes). —,- -,- -,- Deutsch-Oesterr. . . , | 9,78 9,82 10,08 10,12 Prag......... 101,15 101,45 101.55 101,85 Budapest 21,62 21,68 22,07 22,13 Bulgarien ..... —— Konstantinopel. ... Züricher Devisenmarkt. 26. 8. 27. 8. Wechsel aus Schweizer Franken Holland 100 SH. - 184.- 184.- Deutschland 100 SRk. =» 6^5 6.75 Wien 100 At. =■ 0.70 0.70 Prag 10V Kr. = 7.05 6.95 Daris 100 Fr. e 45 85 45.70 London 1 £ = 21.79 21.74 Italien 100 fi. * 22.20 25.15 Brüssel 100 Jr. - 44.50 44.56 Budapest 100 Ar. - 1.55 1.50 NeuyorK 100 $ = 588.- 590.- Agram...... 100 Ax. — 3.20 3 30 Bukarest 100 ß. = 7.10 7.05 Pflege ja so gern übernehmen wollen, aber man habe ihr gesagt „Ich weiß, ich weih," unterbrach sie der Fürst ruhiger, „Hampe hat eS mir eben vorhin erst erzählt, deshalb lleh ich dich rufen. Ich Halle es ja nicht aus mit dieser fremden Person, deren lalbaderisches Geschwätz mich umbringen würde! Auch behandelt sie mich wie einen Schwer- kranken. und ich bin gar nicht krank! Morgen stehe ich auf. Die Diät meinetwegen lasse ich gelten, aber sonst na, kurz und gut, wenn du bei mir bleiben willst, Mädel, so will ich dirS nie vergessen!" Do blieb mit Freuden. Sie fühlte sich ordentlich erlöst und geborgen bei dem alten Herrn. Er war der einzige, der es immer gut uni) ehrlich mit ihr jetzt gemeint hatte. Unb alle anderen flößten ihr jetzt nur angstvolle Scheu eilt. Selbst Hertha, bie fortwährend von Waldemar Ruhland sprach und sicher denselben Wunsch hatte wie Rüdiger . . Als Rüdiger am Abend kam, um sich von seines Vaters Befinden zu überzeugen, war Schwester Gertrud bereits abgereist. Der Fürst erzählte ihm freudestrahlend, daß Do nun leine pflege übernommen und ihm versprochen habe, den ganzen Tag in seiner Röhe zu bleiben. Sie habe zu diesem Zweck sogar ihr Zimmer neben Hertha aufgegeben und ein unbenutztes Gemach neben seinem Arbeitszimmer bezogen. .Sie hat das beste Herz der Welt!" schlotz er. „Und du wirst sehen, in vierzehn Tagen hat sie mich wieder ganz gesund gepflegt. Denn du machst dir keinen (Begriff, wie geduldig und erfinderisch sie ist als Krankenpflegerin." Rüdiger schwieg. Dv selbst war nicht sichtbar. Sie hatte sich bei seinem Kommen sofort m ihr Zimmer zurückgezogen. Ehe Rüdiger ging, suchte er sie dort aus. Seine Haltung war ganz ander- als bisher. Weder geringschätzig, wie zu Anfang ihres Verkehrs, noch herzlich, wie in den letzten Tagen Kühle, gemessene Höflichkeit sprach aus jedem Dort. Und genau so begegnete ihm auch Dv. Es war eltoaS Fremdes, fast Feindliches, was plötzlich zwischen ihnen stand. .Ich empfinde es als meine Pflicht," begann Rüdiger, „dich darauf aufmerksam zu machen, daß dein gutes Herz dich Papa gegenüber zu weit hinriß. Man kann nicht willen, wie lange er beständiger Pflege bedarf. Es wäre unnatürlich, daß bu bei deiner Zagend dich für längere Zeit einem allen Mann zuliebe von jedem Verkehr abschliehest.“ .Ich werde es trotzdem tun, denn ich versprach es ihm und tue es gern.“ .Hast du bedacht, daß es Leute geben könnte, die diesen Entschluß sehr bedauern würden?" Do wurde flanrmeirrot Sie erriet sofort, an toen er dachte, und ihr Herz zog flch schmerzhaft zusammen. So eilig war es ihm, sie los zu werden? Statt flch zu freuen, daß sie seinen (Batet pflegte, ärgerte er sich nur über die Verzögerung, die feine Wünsche in bezug auf Waldemar erfuhren' Ihre Stimme klang noch fremder, als sie abweisend sagte: „Daraus kann ich selbstverständlich keine Rücksicht nehmen. ilebrigeng brauchst bu nicht zu fürchten, daß ich darüber etwa auch meine Tätigkeit aus dem Wirtschaftshos vernachlässige! Dieselhss fällt in eine Zeit, wo Onkel Dörfenkurfe. Frankfurt Berlin 1-llbr- 1-llbr- Schluß- Ans - Kurs Kurs Kur» Kurs Datum: ,25.8. 26. "<•) 25.8. 6.8. 5 • , Dt|d) Aritgsanl. 77,50 77,50 -,- 77,50 4*/, Dlsch Reichsant ——, — —, — 78,60 3*/, Dtsch. Beichsani. —76,50 4*. Preutz Aonsols 69,- darmstü'irr Bank -,- —,- 194,- Deutfd)« Bank . . 354,50 369,- -,- 345. Disconto-Eefellfchast -,- 278,- Drtsbner Bank . . . —- Nationaldank f D. . - ,- —,— 205,05 Mitleid. Üreditbank. 184,50 H .Amrrik Pakets. . 186,- 196,- 195,- Aordbeulscher Lloi)d. 180,- 186,- 182,25 Bock Gußstahlwerk . 618,- 625, - D.-Luxenib Berge.. 512,- 517, - Gelsenkirch.Bergw. . 514,- 526,- 533, §arpener Bergbau . 7’2,- 752,- 750, - berschles. Eilend.-B. 465 - 487,— -463,- Oderschlcs. Etsenind. . 390,- 3j7,- 380,25 Phönir-Dergb -Akt . -,- Bad Anilin- u. Soda 484,- 487,50 Höchster Farbwerk« 413,- 415,25 Elektr.A.L G . . . 377,50 389,- 390,- 5d)u*ert-2Berhe. . . -,- —-,- 357,75 gelten-®uiD«aum« . 625, - 577,- -,- 637,- Daimler 277,75 280,- -,- 292, - Bud.-Est«nw.-Akt. , 72'375 Adlerwerk« 380,- 385,- 388,75 4°/.Hess.ötaatsanl. , 69, - Elektron Griesheim. 409,75 408,— ♦) Die Abendbörse fällt bis 26 Aug aus. Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.1t. 25.8. 26.8 Zürich . . . Fr 125,1) 7,07 6,87 Amsterdam Fl. 59,2) 3,85 3,74 Kopenhagen ...... Ar. 88,8) 7,15 -, - Prag Ar. 117,33 98,50 99,75 Stockholm Ar. 88,8) 6.55 Wien Ar. 117,88 1245,-1225,50 London Sh. 97,8) 6,32 -,- Paris Fr. 125,4) 15,36 15.12 N«uyorK I 23.8J 1,18 1,17 Märkte. Kelterobsllnarkt. sd. F r a n k s u r t a. M , 26. Aug. Rach achtjähriger Pause soll in diesem Jahre wieder ein Kelterobstmarkt abgehalten werden, der allerdings nur für Gespanne bestimmt ist. (In einem Teil brr Auflage wiederholt.) Die Gerichtsverhandlung zur Ermordung des Majors Montaleyre. Tarnowitz. 26. Aug. Vor dem besonderen GerichtShos deS außerordentlichen Kriegsgerichtes der Interalliierten Kommission sand heute bie Verhandlung gegen den 20jährigen Arbeiter Lev I e I ch k e auS Rottschitzlitz bet Veuthen statt, der angehagt war, am 4. Iuli in Veuthen den französischen Major Mvntaleyre ermordet zu haben Der Gerichtshof Bestand auS einem französischen Iuristen, einem Elsässer namens Meier alS Vorsitzenden, einem englischen Major und einem italienischen Profeflor. Die Verhandlungen'endeten mit diesem Beschluv: SS wird'dis Vornahme einer sofortigen Leichenschau durch zwei alliierte Sachverständige unb Aerzte, unter Hinzuziehung ejneS deutschen GerichtSarzteS, ange- ordnet zur Feststellung deS KallberS, der Art des rötlichen Schusses und der Entfernung, aus der er abgegeben war. Verkündigung deS Urteilt am Dienstag den 30. August vormittags. Die irische Frage. London, 26. Aug. (WTV.) Die irische Antwort auf das Angebot DroßbritaTmiens zu« Losung der irischen Frage wurde gestern nachmittag in bei Downing-Stteet abgegeben. Man erwartet, daß das Kabinett am Abend die Antwort beraten wird. Die englische Äommisfion für Rußland. London, 26 Aug. Die britische Abordnung zur Untersuchung der Hungersnot in Rußland wird am 28. August auS London abrttlen Unruhen in Indien. London, 26. Aug. AuS Indien ein- getroffene Telegramme besagen, daß die Lage tn Calicut kritisch fei. Srn Kriegsschiff rst nach dem Schauplatz abgesandt. Brandunglück am Bodensee. Freiburg, 26 Aug. Bei einem Brande in Hagenau am Bodensee, bei dem drei Häuser eingeäfchert wurden, fanden 5 Perfonen, die dort zur Erholung wellten, den Tod. Unter den Opfern des Brandes befindet flch eine hier- köpfige Familie. Ubald der Ruhe Pflegt unb meiner nicht bedarf —“ „Aber ich kann unter keinen Umständen zugeben, daß du dich so Überanstrengst durch eine Selbstaufopferung, die dir niemand je genügend vergelten könnte. Ich schulde dir bereits Danr genug dafür, daß du "Papa pflegen wlllft" Er verstummte. Dv hatte flch stvlz ausgerichtet und maß ihn mit einem kalten Blick. .Ich bitte dich, zu glauben, daß ich dies keineswegs dir zuliebe tue, sondern ausschließlich dem Kranken zuliebe. Auch meine Tätigkeit in der Wirtschaft hat nichts mit der Rücksicht auf Personen zu tun, sondern geschieht aus freier Wahl. Du bist mir also keinerlei Dank schuldig ' „Und wenn ich es nicht dulde — als dein Vormund —, daß du dir so viel aufbürdest T »DaS Recht der Selbstbestimmung über meine Person hat nichts mit der Vormundschaft zu tun. Du kannst mich svrtschicken von Grafenegg. wenn dir meine Handlungen mißfallen, du kannst mit MonrepvS nehmen, aber du kannst mir nie befehlen, was ich tun und lassen soll!' rief Do erregt. Rüdiger starrte sie stumm an. Sein Arem ging rasch und heftig. Eine wilde, törichte vehn- suchl stieg plötzlich in ihm auf, sie in die Arme zu nehmen und angstvoll zu fragen: „Was hast bu gegen mich? Warum bist du nicht mehr lieb und gut zu mir wie noch vor einigen Tagen, als ton zu zweit im Morgenlicht zwischen den Feldern hingingen? Wenn du den anderen liebst, mußt du mir deshalb feindlich begegnen?“ (Fortsetzung folgt) ' Unterhaltung ♦ Erhebung ♦ Selehrung > 80 Gespan yen ist nn — Die Aetherwellen Wirft man S.V, Ammerlcurd, 12.10. *9. einen Stein in einen die ganze Umgebung Leich, so der Sin- wird; eS schwingt. Und gelegentlich bleibt ein Unbehagen über den hartnäckigen, wenn auch siegreiche Kampf des Sprechers mit seiner Stimme in den Die Wunder des größten Fernrohres der Welt. Ein neues riesiges 1 0 0 z ö l l i g e s Fernrohr auf der Sternwarte des Mount Wilson in fieQI »crn, wie , _ wWßSstelle in Mitleidenschaft gezogen Kalifornien in einer Höhe von 5700 Fuß aufgestellt worden, und der Direktor deS Observatoriums, G. E. Hale, der zugleich Professor der Astronomie an der Universität Chicago ist, berichtet uns über dies Instrument und die Wunder, die es offenbart. »Das Fernrohr", schreibt er, „ähnelt einem großen Marinegeschütz, das sich auf einem Drehturm mit einer Kuppel von 100 Fuß Durchmesser befindet. Das Glas, daS für fernen größten Spiegel verwendet wurde, ist 13 Zoll bid und wiegt 4*/e Tonnen. Die beweglichen Teile wiegen 100 Tonnen und werden durch einen mächtigen Uhrmechanismus in Bewegung gesetzt, der der Sonne und den Sternen folgt. Im Vergleich mit dem 60-Zvll- Fernrohr schützt man daß das 100-Zvll-Fern rohr einige 100 Million« Sterne erreichen kann, die früher zu blaß erschienen, um mit dem kleineren Instrument Photo» graphiert zu werden. Wichtige Ergebnisse sind bereits mit diesem neuen Wer^eug der Himmels- bevbachtung erreicht worden. Feinste Einzelheiten der Oberfläche des Mondes, die vorher noch nicht photographiert werden konnten, sind jetzt aufgenommen worden. Entfernungen zwischen Doppel- (tarnen konnten trotz der ungeheuren Weite fest- gestellt werden, und es wird möglich sein, Sterne und Nebel weit über die Grenzen hinaus zu beobachten, die uns bisher geftedt waren." Wie Deutsche, Engländer und Franzosen sich im Bade benehmen. .Diesen Sommer hatte ich Gelegenhe beobachten, wie drei verschiedene Völker —___„ länder, Franzosen und Deutsche — ihre Ferien verbringen" so schreibt D. Ward Price in der -Daily Mail", und wenn wir Deutschen bei diesem völlerpshchologischen Vergleich auch nicht besonders gut wegkommen, so ist es doch interessant, zu erfahren, was einem Engländer an unserem Dadeleben merkwürdig vvrkommt .Mir scheint es", so führt Price aus, .daß Engländer in den Ferien vor allem Freiheit lieben: sie wollen Er ihren Hort sich nimmt zu leihnl Tritt in den Wald beim Sonnenschein. Erquicke dich am gvldnen Wein, Pirsch' nach dem Wilde wohlgemut. Verjüng' dich an der Liebe Glut: — Doch nenne mir nicht »Zeitvertreib" Den Wald, das Wild unb Wein und Weib. Wem Go «esgaben v»Lauf stieße», Der soll sie Gott gum Denk genj^en. leicht in ein kreischendes, oft beinahe komisch wirkendes Falsett umschlug. Man höre mir, um Ben Akibas Weisheit wieder einmal bestätigt zu finden, was Tied in seinem „Phantasus" über Iff- lands Spielweise sagt. Es könnte gestern auch über Bassermann geschrieben worden sein: „Iffland hat für seine Tonlosigkeit ganz eigene Modulationen erfinden müssen, woher jenes Zurüdsinken der Stimme, jenes Husten, die Pausen, das Stottern der Verlegenheit und, um Effekt zu machen, dies plötzliche Dufkreischen nebst anderen Auswegen entstanden sind: künstliche Behelfe, teils um den Mangel zu verdeden, teils um aus diesem Mangel eine Art von Schönheit zu bilden. Dies aber ist es gerade, waS an ihm bewundert, ja ihm nachgeahmt wird, und aus welchen Schwächen und Mängeln eine Kritik der Kunst und eine Schau- spielerschule sich zu verbreiten anfängt, die geradezu alles umkehrt und die Sachen auf den Kopf stellt." Es muh hervorgehvben werden: diese gedehnte Sprechweise schafft, wie es schon Tied angenehm auffiel, auch ihre eigenen Reize. Gewisse abgedroschene Sentenzen zeigen plötzlich wieder ihren höheren Sinn in solcher Klangart. Manches bekommt eine neue Beleuchtung, und oft werden dadurch Tiefen und Abgründe in einer Dichtung aufgerifsen, an denen wir, ohne daß die auseinander gezogene Stimme uns auf diese Klüfte wies, wie im Dunkeln borübergeglitten wären. Zuweilen kommen auf diese Weise, wenn das Organ, zurückgezogen, sich undeutlich hernach wieder Bahn bricht, auch herrliche Naturlaute heraus, die Kunstkenner bereits bei Iffland rühmten. Bei Bassermann fand ich sie besonders in seiner Wiedergabe des »Othello" gut Beispielsweise an der Stelle, wo dieser Sohn der Wildnis auf Zypern wieder seiner jungen Ehefrau Desdemona begegnet und nun seine Freude in rohen, aber erschütternden Tönen fast kannibalisch hervorsprudelt, bis sich mühsam die ersten Worte bilden: „O meine holde Kriegerin!" Jedenfalls ist dies Mittel der Dehnung der Worte, mag sie nun wie bei Iffland in hannoverscher oder wie bei Bassermann in mannheimischer Mundart erfolgen, zu billigen, wenn dadurch eine von Natur mangelhaft ausgerüstete Stimme überwunden wird. Auch dann kann freilich dieser Fehler nur ausgeglichen werden, wenn, wie bei den beiden genannten starken Schauspielern, der Reiz einer besonderen Persönlichkeit dahinter entstehen ringS um diese Stelle in konzentrischen Kreisen Erhöhungen und Vertiefungen oder Wellen. Fegt der Wlud über ein Aehrenjeld, so wev- Mbert Bassermann. Von Herbert Gulenberg.*) Wenige wissen wohl, daß dieser auf seiner Stimme wie auf einem struppigen Gaul herum- reitende große Schauspieler einen Vorgänger in Iffland gehabt hat. Auch dessen Organ hatte nach dem Urteil seiner Zeitgenossen wenig Klang-und mir geringen Umfang. Auch er mußte deshalb seine Betonungen mehr durch Dehnungen hervvr- bringen, wodurch sein Vortrag oft unnatürlich und schleppend wurde. Auch ihm widerfuhr es darum schon, wenn er im leidenschaftlichen Ausdruck höhere Lonstufen wagte, daß seine Sttmme dann •) Wir entnehmen diese Skizze einem äußerst Lebendigen und anregenden neuen Buche „D e r ® udlaften" (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart), in dem sich ötee Fülle gl< -chartiger De- fcatfctungen und Reminiszenzen aus der deutschen AÜHnenwnst finden. Doch dienen soll die Zeit dem Mc Nicht daß er sie »vertreiben" kann Nein — daß Dem Edelsten zu wcihn gelvnl hplitifdic Atm Dice schon lch erhitzt- M h? tnNWSa1 verdammen i|t, gerade in der Appell schmat Teil die daran jeder Weise nu Es ist jedoch be gewissenlos, to1 beraer, dessen helll sind, M Hegensätze plo vertiefen. Cs ’ dch von der' Mahnung ins von Taten ui und verderbe lanzler Dr. W sucht und einj nicht ohne Bei Kanzlers bei d noch einigemas er durfte mit Ä sehens und der so ist doch manc die Cemüter r MntagSauSgc bringt an ihre Dr. Wich ih futter Aufeni schreibt lvörtl ,Der Herr als sehr ernst, die Aufgabe i Staat zu schift Demagogie mii gegenzutreten. Das fäein (tiionelle Aus, Achtes von ( WchcheitSfvzia nunmehr, wie' gedungen gege so gießt der 1 Jener. Bei so! sich danach um berget in bet ausgenommen t sonst erweckt hc . 3on Berlin« w»tottt: Gras MchenDrch Eütatantz . Ä* ZLL r? ^ekauptu 1 °nrkem Qöj bie «4 geg, fon L^artei ö.§eute wvll deA'^chaft . 've mit stj Aeg rc fodten na