Erstes Blatt Ul. Jahrgang Krettag, 26. August 1921 klasse A auf 200 Prvz., der Ortsklassen B und C »u Prozentsatz der Erhöhung hinauszugehen. Eine Einigung. Die Verhandlungen über die Lohnfragen Die ge- mit 175 Prvz. und der Ortsklassen D und E auf Prvz. festgesetzt. auf 150 Der deutsch-amerikanische Vor- friedensvertrag unterzeichnet. Berlin. 25. Aug. (WTD.) Der D o r - frtedensvertrag zwischen dem Deutschen Reich und den Vereinigten Staaten von Amerika ist heute nachmittag 5 Uhr von dem Reichsminister deS Auswärtigen Dr. Rosen und dem amerikanischen Botschafter Dresel unterzeichnet worden. Zu dem heute veröffentlichten Tert deS deutsch-amerikanischen Friedensvelt.areZ wird von zuständiger deutscher Seite bemerkt: Der vorstehend abgedruckte deutsch-ame- nkanische Vertrag ist das Ergebnis der Verhandlungen, die auf die Initiative der Deutsche Vorstellungen in Prag. Prag, 25. Aug. «WTB.) Die Rachrichtenabteilung des Ministeriums des Aeuheren teilt mit: Wegen des letzten Ereignisses in Auslig Berlin, 26. Aug. (WTB.) Amtlich, unter dem Vorsitz des Reichskanzlers führten Verhandlungen der Reichsregierung ..... den Vertretern der Spihenorganisatio- n e n der Beamten, Angestellten und Arbeiter haben gestern in den späten Abendstunden zu einer Einigung geführt. Das Reichskabinett wird mit größter Beschleunigung zu dieser Vereinbarung Stellung nehmen. Mit ihrer Annahme darf heute gerechnet werden. Rach Verabredung mit den Führern der Reichstagsfraktionen sollen die erhöhten Bezüge alsbald nach -Zustimmung des Reichsrates angewiesen werden Die Zustimmung des Reichstages wird nachträglich eingeholt werden. Annahme »o* Anzeigen für die lagcsnummer bi« zum Nachmittag vorher ohne jede Derbindlichdeit. Preis für 1 mm Höhe f ür Anzeigen v 34 mm Breil« örtlich 40 Pf. auswärts 50 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite I80Pf Bei Platz. Vorschrift 20'.Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Remhold Ienz; für den Anzeigenteil: fians'Be*, sämtlich in Dietzen. Der Eisenbahnerftreik in Posen. Berlin, 25. Aug. (Priv.-Tel.) Der Eisenbahner streik in Posen und Po - m e r e l l e n verschärfte sich, Blättermeldunqen aus Warschau zufolge, weiter. 3m ganzen Gebiet der ehemaligen preußischen Provinzen Posen und Westpreuhen ist der Verkehr stillgelegt. ES kommen vielfach Sabotageakte der Streikenden geoen die von Militär geführten Rotzüge vor. Der Minister für das frühere preußische Gebiet und der Arbeitsminister, die in Posen mit den Eisenbahnern verhandelten, sind unverrichteter Dinge wieder nach Warschau zurückgekehrt. Der ursprünglich aus wirtschaftuchen Gründen geführte Streik wird immer mehr sowohl von links als auch von rechts p ol itisch ausgenuht. Kommunistische Elemente, die im raschem Anwachsen sind, versuchen von Posen aus ihre Offensive, während die Posener Rechtsparteien von dem Eisenbahnerstreik ein neues Argument für die A u - tonomie Posens erhoffen. Die Warschauer Regierung stellte den Streikenden nunmehr ein A l t i m a t u m, die Arbeit bis Freitag, mittag 2 Ahr, wieder apfzunehmen. Sollte dies nicht geschehen, so werde die Militarisierung der Dahnen und die Unterstellung der Dahnangestellten unter Kriegsrecht erfolgen. As-ÄsM llr. 199 Der tiefeener Anzeiger mit der Dienstagsbeilage .rP«rt U»fcho»' er. scheint täglich, außer Sonn- und FeikNaqs. Monatliche vezua«preift: Math 5.- einschließlich Trägerlohn, durch di« Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschluss«: fürdieSchriftleltung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeizer Gieße». Rostschemonto: irt « M. H686. Ein neuer Neichskommissar für die Aufbauarbeit in den zerstörten Gebieten. Berlin, 25. Aug. (WTB.) Kommerzienrat Guggenheimer legte das auf wiederholten Wunsch des Reichskabinetts im Mai übernommene Amt eines ReichskommissarS zur Ausführung von Aufbauarbeiten in den zerstörten Gebieten nieder. Die älebernahme des Amtes erfolgte von vornherein nur vorübergehend, da Guggenheimer zu seiner dauernden Führung, zumal bei der jetzt erweiterten Aufgabe des Amtes, neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit und sonstigen Ehrenämter außerstande war. Die Enthebung von dem Amte wurde ihm von dem Reichspräsidenten am 25. August mit dem Ausdruck des Dankes und hoher Anerkennung erteilt. Seit Anfang 1919 bekleidete er das Amt als Präsident der Reichsrucklieferungskommission welches Guggenheimer bis auf weiteres beibehalt, ebenso hält er sich zu den internationalen Verhandlungen weiterhin zur Verfügung. Augenblicklich weilt er anläßlich der Ministerzusammenkunft in Wiesbaden. Der an seiner Stelle ernannte Reichspräsident und Oberpräsident a. D. B a t o ck i zum Reichskommissar bekleidet dieses Amt ehrenamtlich. Falls das Abkommen über die Sachlieferungen zustande kommt, handelt es sich für die beteiligten deutschen Gewerbe um Aufträge von bedeutendem Umfange. Träger dieser Sachleistungen soll bekanntlich ein aus Lieferungsoraani- sationen der Länder und beteiligten Fachverbänden der Industrie, des Handwerks, des Handels, der Land- und Forstwirtschaft zu bildender Selbstverwaltungskörper werden. Den in dieser Form zusammengefaßten Gewerben soll bei der amerikanischen Regierung Anfang Juli begannen, um die Beendigung des zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika formell noch bestehenden Kriegszustandes herbeizuführen. Die Verhandlungen waren von vornherein dadurch bedingt, daß die amerikanische Regierung an die bekannte, in der Präambel des Vertrages zum Teil wiedergegebene FrtedenSresolution des Kongresses vom 21. Juli gebunden war, die für Amerika in erster Linie alle Rechte auS dem Versailler Verttage vorbehält. Wie aus dem Wortlaut des deutsch-amerikanischen Vertrages sich ergibt, schieden mehrere wichtige Teile des Versailler Vertrages aus, nämlich die Teile: 1. Völkerbund, 2. bis 3. Territoriale Reugestaltung Europas, 4. Abschnitt, 2—8 Bestimmungen über China, Siam, Liberia, Marokko, Aegypten, Türkei, Bulgarien und Schantung, 7. Auslieferung, 8. Internationale Regelung der Arbeit. Die amerikanische Regierung legt, wie sie mitteilen lieh, den Hinweis auf Sektion 2 der Friedensresolution dahin aus, daß sie keine neuen Rechte gegenüber dem Deutschen Reiche geltend macht und nicht über die Rechte hinauSgeht, welche durch den Frieden von Versailles gewährt und durch den Hinweis auf jenen Vertrag in dem vorliegenden Vertrage festgelegt werden. Außerdem stellt der Vertrag ausdrücklich fest, daß Amerika von den ihm zugestandenen Rechten nur in der Weise Gebrauch machen wird, daß dabei die entsprechenden Deutschland nach dem Versailler Vertrag zustehenden Rechte gewahrt bleiben. Die Nichtaufnahme des Teiles 13 deS Versailler Vertrages über die i n t e r - nationale Regelung derArbeiter- folgte gegen den Vorschlag der deutschen Regierung. 3hr Versuch, die amerikanische Regierung zur Anerkennung deS Teiles zu veranlassen, ist nicht gelungen, wohl wegen des engen Zusammenhanges seiner Bestimmungen mit dem von Amerika abgelehnten Völkerbund. Rach Inkrafttreten deS deutsch-amerikanischen Vertrages sollen nach Willen beider Teile die diplomatischen und konsularischen Beziehungen zwischen beiden Ländern alsbald ausgenommen werden. Auch sollen alsdann Verhandlungen über die Regelung der künftigen Handelsbeziehungen, deren Pflege auch die amerikanische Regierung als erwünscht bezeichnete, sowie über alle für die Beziehungen beider Länder bedeutsamen Fragen, insbesondere also auch über die mit dem Vertrage zusammenhängenden Fragen, einge- leitet werden. Hinsichtlich des deutschen Eigentums in Sektion 5 der Friedensresolution wird bekanntlich bestimmt, daß dieses als Pfand zurückbehalten werden soll, bis Deutschland wegen seiner Verpflichtungen genügende Sicherheit gegeben hat. Die amerikanische Regierung erklärte übrigens, daß der Abschluß des Vertrages den Weg ebnen würde, um alle auf das beschlagnahmte deutsche Eigentum bezüglichen Fragen in gerechter und billiger Weise zu regeln. Die Wiesbadener Zusammenkunft. Wiesbaden, 25. Aug. (WTB.) Der Wiederaufbauminister Loucheur ist heute nachmittag im Kraftwagen in Wiesbaden eingetroffen und hat im Hotel Rassauer Hof Wohnung genommen, wo morgen früh die Verhandlungen ftattfin- den sollen. 3n seiner Begleitung befinden sich ein Attache und ein Journalist. Geheimrat Guggenheimer weilt seit heute in Wiesbaden. Minister Rathenau wird heute abend erwartet. Die beiden Herren bewohnen von der Regierung zur Verfügung gestellte Quartiere. Paris, 25. Aug. (Wolff.) Anläßlich der Verhandlungen in Wiesbaden zwischen Rathenau und Loucheur beschäftigen sich die Blätter mit dem voraussichtlichen Gegenstand der Verhandlungen. Rach dem .Ercelsior' könne von den durch Deutschland zu liefernden Holzhäusern wahrscheinlich keine Rede mehr lein, da die französische Industrie ähnliche bauen könne unter weit günstigeren Bedingungen als Deutschland. Hinsichtlich der Kohlenlieferung sei es wahrscheinlich, daß man sich bald über die Preisgestaltung einigen werde. Auch über die Sachleistungen werde man sprechen. Aber dieses System könne nicht als wirklich praktisch angesehen werden und vielleicht deute man die Absichten Loucheurs richtig dahin, zwischen Deutschland und Frankreich ein wirkliches Gleichgewicht in der Ausfuhr herzustellen. Rach 5em ,Matin" würde es stch tatsächlich um die Sachleistungen handeln, bei denen Loucheurs Ansichten von Belgien unterstützt würden. In Wiesbaden werden auch die Wiederaufbaufrage und die dafür geplanten Bedingungen besprechen werden. Die Desprec^ingen dürften aber nicht länger als 24 Stunden dauern Das Blatt glaubt Grund zu der Annahme zu haben, daß man zu einer Einigung kommen werde, und daß die Reparationskommission, der die französische Regierung ihre Vorschläge bereits übermittelt habe, dieses älebereintommen in einer Anzahl von Punkten ratifizieren werde. Generalstreik in Straßburg. Paris 25. Aug. (WTB) Heute nacht tft in Straßburg der Generalstreik aus- gebrochen. Das Elektrizitätswerk stellte sofort i>ie Arbeit ein, so daß die Stadt im tiefsten Dunkel lag. Heute morgen verkehren keine Straßenbahnen. Rach einer Havasmeldung aus Straßburg handelt es sich bei dem Streik in Straßburg um einen S ympathie streik der Gas- und Ekel- trizitätsarbeiter, welcher ein Aufhören der Arbeit in verschiedenen Industrien nach sich zog. Man be- ürchtet, daß auch die Arbeiter der Wasserwerke die Arbeit einstellen werden. Ein hoher Beamter habe versichert, daß es völlig falsch sei, von einer nationalen Bewegung zu sprechen. Die Bedingungen lauten wie folgt. I. Der Teuerungszuschlag zum Grundgehalt und der Ortszuschlag für die planmäßigen Reichsbeamten wird für die Orte der Ortsllassen A auf 93 Prvz., für die Orte der Ortsllassen B auf 91 Proz., für die Orte der Ortsklasse C auf 89 Pro--, der Ortsklasse C auf 87 und der Ortsklasse E auf 85 Prvz. festgesetzt. Diese Erhöhung ent- fpricht einer Aufbesserung der Gesamtbezüge um 131/2 bis 20 Prvz. in den Ortsklassen A-E. 2. Die männlichen außerplanmäßigen Reichsbeamten erhalten zu dem bisherigen Diensteinkommen nebst Teuerungszuschlag einen weiteren Teu erungszuschlag in einer Höhe, daß deren Diensteinkommen nebst Teuerungszuschlag das Diensteinkommen nebst Teuerungszuschlag eines planmäßigen Beamten der ersten Besoldungsstufe ihrer Eingangsgruppe erreicht. . 3. Die weiblichen außerplanmäßigen Reichsbeamten erhalten zu dem bisherigen Dienst- emtomir.e 1 nebst Teuerungszuschlag einen weiteren Teurungszuschlag bis zurZrreichung eines Gesamtbetrages, der sich ergeben würde, wenn unter Zugrundelegung eines Teuerungszuschlages für die planmäßigen Beamten, sowie des Ortszuschlages für die erste Desoldungsstufe ihrer Eingangsgruppe die Diätensähe betragen würden vom Beginn des ersten Dienstjahres an 75 v. Sy, vom Beginn des zweiten Dienstjahres 75 v. Sy. des dritten Dienstjahres 80 v. H., des vierten Dienstjahres 80 v. Sy, des fünften Dienstjahres 85 v. Sy, des sechsten Dienstjahres 90 v. H., des siebenten Dienstjahres 95 v. Sy und des achten Dienstjahres 100 v. H- 4. Die Teuerungszuschläge zu den Kinder- zuschlägen werden in den Orten der Orts- Durchführung der Aufträge weitgehende Freiheit gelassen werden. Don einer Zwangswirtschaft nach Art der unter dem Druck der Blockade geschaffenen Kriegsorganisationen kann nach übereinstimmender Ansicht der Regierung und des neuen Leiters des Reichskommissariats keine Rede sein. Die Ausgabe des Aeichskommifsars ist es, unter Wahrung dieses Grundsatzes der Selbstverwaltung auf ein reibungsloses Zusammenwirken der beteiligten •Unternehmer, Arbeiter, Verbände und Länder, hinzuwirken und die für die Wahrung der finanziellen und wirtschaftlichen Interessen des Reiches sorgen. 5. Die vorgenannten Teuerungszuschläge werden ab 1. QI u g u ft 1921 gewährt. 6. Die UnterhaltungSzuschüsse im Vorbereitungsdienst werden entsprechend erhöht. 7. Eine Einbehaltung der vorstehend bewilligten Erhöhungen zur Abdeckung noch nicht getilgter seinerzeit gewahrter Vorschüsse wird nicht stattftnden. 8. Für die Beamten, die vor bem 1. August 1921 aus dem Arbeiter st and in das De- amtenverhältnis übernommen worden sind, findet eine Anrechnung der aus Zisf. 1 sich ergebenden Erhöhung des Teuerungszuschlages auf die Ausgleichszulagen nicht statt. Dagegen wird angerechnet 1. die Erhöhung des Grundgehaltes bei der Ausrückung in eine höhere Dienstaltersstufe und bei der Beförderung; 2. die Erhöhung des OrtS- zufchlages wegen Uebertritts in eine höhere Orts- zuschlagsgruppe; 3. die Erhöhung der Diätenfähe und die Erhöhung der Teuerungszuschläge, soweit sie aus die oben genannten Erhöhungen des Grundgehalts, des Ortszuschlags und der Diätensätz« zurückzuführen sind. 9. Für Angestellte finden die Ziffern 1 4, 5 und 7 sinngemäße Anwendung. Gemäß Ziffer 2 werden die Bezüge der männlichen volljäh- rigen Angestellten entsprechend 'den fünf ersten Sähen der Ziffer 3, die Bezüge der weiblichen volljährigen Angestellten in Den ersten fünf Vergütungsstufen erhöht werden. Die Grundsätze unter Ziffer 8 finden sinngemäße Anwendung auch auf die persönlicher Zulagen der Angestellten der Reichsverwaltung gemäß § 19 des Teiltarifvertrags vom 4.Juli 1920 mit der Maßgabe, daß die Erhöhung der Be züge infolge Versetzung des dienstlichen Wohn- siheS in eine höhere Ortsklasse mit Wirkung von dem für die Berechnung der persönlichen Zulage maßgebenden Stichtage auf die persönlich« Zulage in Anrechnung zu bringen ist. 10. Der bisherige Teuerungszuschlag für männliche Arbeiter über 21 Jahren wird ab 1. August pro Stunde um 1 Mart erhöht werden. Hierbei siitd die Den Beamten gewährten Erhöhungen der Kinderzuschläge bereits mit berücksichtigt, so daß der bisherige Speziallohn der Arbeiter eine Aenderung nicht erfährt. Eine Anrechnung auf die durch die Tarifverträge oder sonstigen Vereinbarungen bedingten persönlichen und besonderen Zulagen ftn- det nicht statt. Die Festsetzung des Teuerungszuschlages für Arbeiterinnen und Arbeiter vom 18. bis 21. Lebensjahre und für jugendliche Arbeiter und Lehrlinge bleibt noch besonderer Vereinbarung Vorbehalten. 1. Für Pensionäre und Hinterbliebene werden die aus der Erhöhung deS Teuerungszuschlages nach dem Pensionsergänzungsgesetz sich ergebenden Folgerungen gezogen. Die zur Durchführung der Maßnahmen erforderlichen Mittel werden bereitgestellt. Berlin, 25. Aug. Die Verhandlungen zwischen den Qkrtretern der R e i ch s r eg ie r u n g und den Organisationen der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Reichsbehörden über die Erhöhung der Teuerungszulagen dauerten gestern unter Dem Vorsitze Des Reichskanzlers bis in die späten Nachtstunden. Der „Voss. Ztg." zufolge bürste man erwarten, daß die Verhandlungen heute zu einer Einigung führen werden. Die Beamtenorganisationen ließen die Forderungen nach einer Mindestgarantie fallen, nachdem^ sie über deren finanzielle Tragweite auf- gellärt worden waren. Die Regierung erklärte sich andererleits bereit, über den ursprünglichen Berlin, 25. Aug. (WTB.) Der deutsch- amerikanische Friedensvertrag lautet in Den wesentlichen Tellen wie folgt: In Der Erwägung, daß die Vereinigten Staaten gemeinschaftlich mit Den Kriegführenden am 11. September 1918 einen Waffenstillstand mit Deutschland vereinbart haben, damit der Friedensvertrag abgeschlossen tocrben könne; in der Erwägung. daß der Vertrag von Versailles am 28 Juni 1919 unterzeichnet wurde und gemäß den Bestimmungen des Artikels 440 in Kraft trat, aber von den Vereinigten Staaten nicht ratifiziert wurde, in der Erwägung, daß der Kongreß Der Vereinigten Staaten einen gemeinsamen Beschluß faßte, der von dem Präsidenten am 2. Juli 1921 genehmigt wurde und der, im Auszug wie folgt lautet: (ES folgen die Einleitung sowie die Sektionen 2—5 der Friedensresolution Knox-Per- 1er im Wortlaut): In dem Wunsche (so heißt es »weiter), die freundschaftlichen Beziehungen, die vor Ausbruch des Krieges zwischen Den beiden Rationen bestanden haben, wieder- Herzu stellen, bestellten zu diesem Zweck zu ihrem Bevollmächtigten Der Präsident des Deutschen Reiches Den Reichsminister Des Aeußem Dr. Rosen und Der Präsident Der Vereinigten Staaten von Amerika Ellis, Lorinz und Dresel. Diese haben nach Austausch der für richtig befundenen Vollmachten folgendes vereinbart: Artikel 1: Deutschland verpflichtet sich, Den Vereinigten Staaten alle Rechte, Privilegien, Entschädigungen. Reparation oder Vortelle, die in Dem vorgenannten gemeinschaftlichen Beschlüsse deS Kongresses der Vereinigten Staaten vom 2. September 1921 näher bezeichnet sind, mit Einschluß aller Rechte und Vorteile, die zugunsten der Vereinigten Staaten in dem Vertrag von Versailles festgesetzt sind, zu gewähren, ungeachtet Der Tatsache, Daß dieser Vertrag von den ^Bereinigten Staaten nicht ratifiziert wurde. Artikel 2: In der Absicht, Die Verpflichtungen Deutschlands gemäß dem vorhergehenden Artikel Fnlt Beziehung auf gewisse Bestimmungen des Vertrags von Versailles näher zu bestimmen, besteht Einverständnis und Einigung zwischen den vertragschließenden Teilen darüber: 1. daß die Rechte und Vorteile, Die in jenem Vertrage zugunsten Der Vereinigten Staaten festgesetzt finD unD die die Vereinigten Staaten besitzen und genießen sollen, diejenigen sind. Die im Abschnitt 1 .Des Telles 4 unD in Den Teilen 5, 6. 8, 9, 10, 11, 12, 14 unD 15 ausgeführt finD. Wenn die Vereinigten Staaten die .in Den Bestimmungen jenes Vertrages festgesetzten und in diesen Paragraphen erwähnten Rechte und Vorteile «für sich in Anspruch nehmen, werden sie Dies in einer Weise tun, Die mit Den Deutschland nach diesen Bestimmungen zustehenden Rech- ten im Einklang steht; 2. daß die Vereinigten Staaten nicht an die Bestimmungen Des Teiles I jenes Qkrtragd noch an irgendwelche Bestimmungen jenes Vertrags mit Einschluß der in Nr. 1 Dieses Artikels erwähnten gebunden sein sollen. Die sich aus Die Völkerbundsatzung beziehen, und daß auch die Vereinigten Staaten Durch keine Maßnahme Des Völker- bunDes, Des Völkerbundsrates oder Der V ö l k e r b u n d s v e r s am m l u n g gebunden fein sollen; es sei denn, daß die Vereinigten Staaten ausdrücklich ihre Zustimmung zu einer solchen Maßnahme geben; 3. daß die Vereinigten Staaten keine Verpflichtungen aus den Bestimmungen Des Teiles 2, Teiles 3, Der Abschnitte 2 bis einschl. 8 des Teiles 4, sowie des Teiles 8 des bezeichneten Vertrages oder mit Beziehung auf diese Bestimmungen übernehmen; 4. daß, während Die Vereinigten Staaten berechtigt sind, an Der Reparationskommission flcmäf) Den Bestimmungen Des Teiles 8 jenes Vertrages und an irgendeiner anderen auf Grund Deä Vertrags oder des ergänzenden Ueberein- lommenS eingesetzten Kommission teilzunehmen. Die Vereinigten Staaten nicht verpflichtet stno. stch an irgendsolcher Kommission zu beteiligen, es sei denn daß sie es wollen; 5. daß die in ^rr 440 des Vertrages von Versailles erwähnten Fristen, soweit sie sich auf eine Maß- nabme ober Entschließung der Vereinigten Staa- ten beziehen, mit dem Inkrafttreten des gegen- nrCI,o^ta^ 8U laufen beginnen sollen. gegenwärtige Vertrag soll ge- maöben Pcrfanungärecbtli Jl Die tlestrauernden Hinterbliebenen: Seitz, Polizet-Wachtmftr. und Kinder. (Sieben lRodheim. Str. 431 24. Aua. 192L Oberhessisches Samenhaus | Vinbenvlatz. Tel. 611° Friedberg i.H., Köln a.Rh., 25. August 1921. Für den fernen Gatten und die Kinder: Pfarrer Kari Wagner and Frau Luise geb. Ferber Pfarrer Robert Landmann und Fran Elisabeth geb. Ferber. Darmstadt und Gettenau, den 24. August 1921. Die Beerdigung findet auf dem neuen Friedhof zu Gießen, Samstag den 27. August, nachm. 3 Uhr statt Danksagung Allen denen, die uns bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen ihre Teilnahme bewiesen, sagen wir herzlichen Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Bornmann. Statt besonderer Anzeige. Gestern verschied sanft an Herzschwäche nach, einer Operation im Paul-Gerhard-Stift zu Wittenberg, fern von ihrem lieben Gatten und ihren vier Kindern, unsere in Deutschland zu Besuch weilende liebe Schwester Gisela Gottschald geb. Ferber Ehefrau des Pfarrers Karl Gottschald zu Porto Alegre Die Einäscherung findet in Friedberg statt. Versammlung zur Trauerfeier am Sonntag den 28. August, nachmittags Sportwagen sämtliche Reparaturen. Aufziehen von ltzunnui reisen schnell und billig. Aoeter. Mech. Werkstatt Hammstraste 4. OH17I Statt Karten. Heute morgen wurde mein lieber, guter Mann, unser treubesorgter Vater, und Großvater Apotheker Wilhelm Georgi von seinem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Für die vielen Beweise der Teilnahme und Treue beim Heimgang unseres lieben, guten Vaters und Großvaters Herrn Konrad Schmalbach Kgl. Oberbahnhofsvorsteher a. D. danken wir hiermit herzlichst, vor allem Herrn Dekan Gußmann, sodann den Herren Beamten der Eisenbahn und dem Kriegerverein für das Ehrengeleit Im Namen der trauernden Familie; Schade, Rechnungsrat Heule u. morgen erhalte frische 1 Seefische August Wallenfels 17 Marktplatz 17 Handarbeitsschule u.Pensionat von Frl. Landmann, Süd-Anlage 7. Unterricht in Anfertigung von Wäachegegen" stÄnden aller Art, auch Blusen. Weift- und Bunt" Stickereien. Filet, Schi Tchenarbeit, Klöppeln und allen neuen Handarbeiten. Gründliche Ausbildung in allen Zweigen des Haushalts. Beginn des rnterrlehts Montag den 18, Be>t. 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Familie Karl Wehrum Familie Karl Stumpf Wwe. Heinrich Wallbott nebst allen Angehörigen. Garbeateich, Ranstadt, Berlin, Eifa, den 25. August 1921. Dfe Beerdigung findet Samstag den 27. August nachmittags 4 Uhr in Oarbenteich statt. [9273 D derselbe, Meitznerführer 2,75 M. Astnze.w.GeologischeStteifzügeindie Werraland schäft, gebunden In '/> Leinen 12 m. Näh. Auskunft üb. Wanderung, erteilt geg. Kückoorto die Hauptleitung des WerralalvereinS in Efcbweae. ölig, temöles iBloletrtileo (Wintersamen) Danksagung. Für die sehr vielen Beweise herzlicher teUnabme bet der Beerdigung meiner heben unvergeblichen Frau, unserer treusorgenden Mutter ,/ Frau Kätchen Seltz geb. Kaller saaen wir allen für die zahlreichen Blumen- und Kranzspenden unfern aller- Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bet dem Hinfcheiden unserer lieben Mutter, für die trostreichen Worte deS Herrn Bfarrerö Ackermann, sowie der Krankenschwester für die liebevolle Pflege sagen wir htermit herzl. 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Der „ÄreuMcitung ‘ urirb fron besonderer Seite ein Doiumt.nt überreicht, in Dem Erzberger her ibm barrali unterstellten zentrale für Heimat' dienst Richtlinien für die Railerfrage ur Iterbreilung an die Presse gegeben bat Das ouitliche einiftftikf datiert vom 31 Oktober 1918. allo öd'! ?'agc vor der Revolution, In der Her > rzberger so wirkungsvoll zum Sturze ixe» Kai' umS beigetragen hat: c« trägt die - agebucht,ummer 1471 18 h und die Lleberschrift 5iaat ' tär Erzberger" 3n der Hauptsache faulet c. c folgt: Die esse unsrer Feinde ist wieder und immer H iebe; bemüht, dem deutschen Tolle einz.,- ('ben. die Person des Kaisers sei ein Hindernis für den i Iirischen Fortschritt, sei die Berlör- beding tcv Militarismus: das deutsche Toll s"-ide erst dann zur Ruhe kommen, wenn es lind günstiger, wenn es den Kaiser opfere. Rrinc der feindlichen Regierungen hat sich bisher flai und unzweideutig diese Forderungen dc, Prelle zu eigen gemacht Auch Wilton at n. seiner Rote vom 20. Oktober nicht die Forde, nng gestellt Sicherung und Abdankung, •nnher.- C.tterungen oder Abdankung Trotz- hen> bat die feindliche Wühlarbeit bewirkt, bah "ich in Deutschland Stimmen laut werden, die die Abdankung des Kaisers in den ‘Bereich der stlöglichkeit stellen, ja sie sogar fordern Die fnlgenbcn Richtlinien sind nicht dazu bestimmt, den Meinungsstreit über die Kaiserfrage zu verbreitern und zu vertiefen, sondern sie sollen nur Gedanken zu, Abwehr und Zurückweisung für diejenigen enthalten, die bei einer öffentlichen oder prmaten Erörterung für das Terbfeiben Mi Kai«e' - pflicht- und überzeugungsgemäh ein treten len Kein Deutscher darf vergessen, bah nnr bei Kaiser aus Anfah seines 25iährigen Regierungsjubiläums mit vollem Recht als X r i e h r n » f it r ft e n feiern konnten. Mehr als einmal bat der Kaiser, das steht vor der Weltgeschichte fest, es abgelehnt. sich an Kriegen Au beteiligen, oder das Gewicht der deutschen Waffen zur Zelt internationaler Spannungen in die Wagschale der Entscheidung zu werfen. (Tuten- krieg, russisch-japanischer Krieg. Marokto. bosnische Krise.) 3n ganz Deutschland gab es aber nur ein „3 a“ der Zustimmung, als der Kaiser am 4 August 1914 vor den Vertretern des beut^ schen Volkes und am 6. Llugust 1914 dem gesam- ten Volt erklärte: „Seit der Reichsgründung ist os durch 43 Jahre mein und meiner Vorfahren heistes Vemühen gewesen, der Welt den Frieden zu erhalten und ttn Frieden unsre kraftvolle Ent- tnidlung zu fördern Die Welt ist Zeuge gewesen, wie unermüdlich wir in dem Drange und den Wirren der letzten 3achre in erster Reihe standen, um den Völkern Europas einen Krieg zwischen den Grossmächten zu ersparen.“ Vor her Geschichte wird Kaiser Wilhelms H Wirken in jenen schwülen Stunden, da der Weltkrieg über uns hereinbrach, makellos bestehen können Seine Taten in jenen Tagen bestätigen seine Worte. Immer wieder hat er versucht, auf den Zaren tm Sinne des Frieden- einzuwirken, bis zur letzten Minute überzeugt, dass die alte Freundschaft durch die Kriegshetzer deS russischen Hofes nicht zerbrochen werden könne . 3m Laufe des Weltkrieges war der deutsche Kaiser der erste unter den kriegführenden Fürsten, der, der Eingebung seines Gewissens folgend, wiederholt mm Frieden drängte. Wilhelm II. hat tn Preuhen durch seine Botschaft dem Volke das allgemeine, gleiche, geheime, direkte Wahlrecht ver- lprochen, und er hat es verwirklicht. Er hat im Reiche das parlamentarische Sh st em Hngcfübit, obgleich der letzte Kanzler der konstitutionellen Regierungsform, Graf Hertling, ein Gegner dieses Systems war Wilhelm lt. hat es oorgezogen. sich vom Grasen Hertling zu trennen imb die Forderungen des Volkes zu erfüllen, "elchr-?- an der Regierungsverantwottlichkeit mitverantwortlich sein wollte. 3n einer Ansprache an die neu ernannten parlamentarischen Staats- lekretäre, in der sich der Kaiser in vertrauliche, htc Grö^e seiner Auffassung zur Ehre gereichenden Weile über die Gefamtfage aussprach, tat Wilhelm lf den denkwürdigen AuSspruch: „Das deutsche Volk soll als das freieste Volr dastehen." Das monarchische Gefühl, die Treue zum angestammten Fürsten Hause, hat durch die Reichs- qrunbung neue Belebung und Kräftigung erfahren Eine Ad dankung des Kaisers auf 'den Druck des Auslandes hin würde eine schwere Verletzung deS monarchischen Gefühls weitester Volkskreise bedeuten. Heftige innerpolitische Kämpfe unter den Staatsbürgern aller Klassen und ein blutiger Bürgerkrieg würdet, die Folge sein. Die in ihren Folgen nicht absehbar.- Erschütterung, die der monarchische Gedanke Zerführe, mühte im weitem Verlauf zur Republik Preuhens führen, was wiederum die Auf- Die Rothersteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by Greiner &. Comp., Berlin W 30. 38. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Do war bei Magelones Worten zusammen- zeschreckt und starrte nun fassungslos in das ; ölige Gesicht der jungen Witwe. Dann aber schoh ihr das Blut in Strömen ns Gesicht, und sie rief heftig: „Wie darfst >u mir so etwas sagen, Magelone! Ich und — -okett!' Rie ist mir dies in den Sinn getommetn!" „Lind wie nennst du es denn, wenn du mit lküdiger hinter unser aller Rücken Morgenprome- mden machst, die sich für ein so junges Mädchen einesteils schicken?" .Er ist doch mein Vormund," frömmelte Do, ■j.nb ich schwöre dir, dah ich nichts älnrechtes abei dachte? Er traf mich ganz zufällig l -llnd s war das erste Mal, Magelone . . glaube nrr doch!' Eie brach in Tränen aus. .Wie 'annst bu nur so schlecht von mir denken!" -^ut- Ich hoffe, es wird also auch das ^5 -®.al fein, dah du dich so ... zufällig messen lätzt! Ich mühte sonst Papa auf'dein selt- cmies Bestreben aufmerksam machen, Rüdigers Interesse auf dich zu lenken. Damit du mich -elfer verstehst, will ich dir im Vertrauen mit- Jäten, dah Rüdiger schon feit langem eine stille Neigung zu einer anderen im Herzen trägt, es d!o ganz zwecklos wäre, mit ihm zu kokettieren." ..Ich schwöre dir, Magelone ..." ..Still. Lah mich ausreden. Es ist immer gut, wenn man klar sieht in gewissen Dingen. lösung des gesamten Deutschen Reiches im Gefolge haben mühte. Präsident Wilson, der Philosoph und älniversitätsprvfessor. besitzt in auherordentlichem Mähe — gerade feine letzten diplomatischen Roten beweisen das aufs klarste — die Gabe, sich verständlich auszudrücken. Wenn unterJemen 14 Punkten, die wir als Grundlage der Friedensverhandlungen angenommen haben, irgendwo die Abdankung des deutschen Kaisers älnterschliipf gesunden hätte, so können wir sicher sein, Wilson hätte klipp und flar daraus aufmerksam gemacht. Da er das nicht getan hat, gehört es nicht zu seinem Friedenöprvgramm. Darum haben teil Deutsche keinen An la st, republikanischer zu sein als der Republikaner Wilson. Kirche und Schule. Die Katholikentagung. mc. F r a tf f f u r t a. 1, 24. Aug. Die letzten Vorbereitungen zur Katholiken versa mm- I u n g sind im Gange An die Bürgerschaft sind Aufrufe ergangen, die Häuser zu beflaggen und zu schmücken Von Seiten des Lokalkomitees wird in Verbindung mit dem Stadtgärtner für eine grohzügige Schmückung der Balmhöse und Fest- lokale gesorgt Welches Interesse die Katholikenversammlung in Deutschland erweckt, erhellt aus der Tatsache, dah 130 Pressevertreter sich an- gemeldet haben und noch immer Anmeldungen erfolgen. Morgen und übermorgen werden die ersten Gäste erwartet, zumal eine ganze Reibe von Ta- ?jungen mit der Katholtkenversammlung verbunden ind. Die Zahl der gemeldeten Sonderzuge hat sich auf 20 erhöht. ♦ ” Hirzenhain, 24. Aug. Am nächsten Sonntag findet in unserer Kirche eine Feier zur Ehrung der gefallenen Männer und Söhne unserer Gemeinde statt. Die Ramen wurden in einer Säule unserer Kirche eingemeihelt und das ganze Werk mit bildnerischem Schmuck versehen. Die Arbeiten wurden unter Beratung des hessischen Denkmalspflegers, Prof. Walde, von Bildhauer Ködding in Giehen und Bildhauer Conrad in Hungen ausgeführt, das Geld durch eine Sammlung aufgebracht. Gießener Strafkammer. Giehen, 23. Aug Wegen versuchter Verleitung zur Fahnenflucht, wegen verbotenen Handels tnit Arzneimitteln und wegen unerlaubter Entfernung von der Truppe hatte sich der Kaufmann o. M. von Giehen zu verantworten. Als Angehöriger des Mannschaftsersatz-Depots der 45. Division hatte er sich im Frühjahr 1919 während einer Bahnfahrt von Giehen nach Kowno an seine Kameraden herangemacht und sie zu verleiten gesucht, mit ihm zu den Bolschewisten überzugehen: dort sei das Essen besser, und wenn der ganze Zug übergehe, werde er ihn führen. Einen Zivilanzug hatte er bereits bei sich. Die Leute fielen auf die Verlockung nicht herein und die Sache wurde angezeigt. Dem vernehmenden Kriminalkommissär gestand er am nächsten Tage sein Vorhaben ein und nahm alles mehr von Der leichten (Seite; als dieser ihn darauf aufmerksam machte, dah die Angelegenheit ihm doch weniger gut bekommen könne, wurde es ihm schlecht und er versuchte am nächsten Tage alles als Scherz hrnstellen. Die gleiche Taktik verfolgte er heute, hatte aber damit kein Glück. Er erhielt ein Jahr Gefängnis und wegen des Arzneimittelhandels, den et nicht bestritt, weitere zwei Wochen; wegen der unerlaubten Entfernung, die ihm ebenfalls nachgewiesen wurde, muhte das Verfahren eingestellt werden, da inzwischen Amnestie eingetreten war. Der Kraftwagenführer M. F. von Trier hat während feiner Militärzeit zu zwei verschiedenen Malen Benzin entwendet, das erste Mal etwa 30, danach etwa 150 Liter. Wegen eines einfachen und eines schweren Diebstahls erhielt er eine Gesamtgefängnisstrafe von fünf Monaten. Drei Bäcker von Vilbel verfolgten Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts, durch das sie zu je 500 Mk. verurteilt worden waren, weil sie Brot mit Bohnenmehl ge st reckt und es ohne Marken über den Höchstpreis verkauft hatten. Da sie keinen übermäßigen, vielleicht überhaupt keinen Gewinn gemacht hatten, es ihnen vielmehr in der Hauptsache darauf angetommen war. ihre nach Brot drängende Kundschaft zu befriedigen. wurden die Strafen auf je 300 Mark herabgesetzt. Eine Witwe, die es versäumt hatte, nach dem Tode ihres Mannes ein sehr beträchtliches Bank- guthaben zur Erbschaftssteuer anzugeben, wurde mit 60 Mk. Geldstrafe belegt Das Schöffengericht hatte sie freigesprochen; Staatsanwaltschaft und Finanzamt verfolgten dagegen Berufung Büchertisch. Paul Rosenhayn. Der Schlittschuhläufer Detektivroman 9.00. geb. 14,00 Mark (Josef Singet. Verlag. Leipzig.) Handel. Frankfurt a. M, 25. Aug Börsen - st i m m u n g s b i l d. In Uebercinftimmur.g mit der unsicheren Haltung der AuSlandSdevisen eröffnete die Börse ruhiger. Jedoch trat später, ausgehend von der etwas regeren Rachfragc. für einzelne Industriepapiere eine lebhaftere Bewegung ein 3m freien Verkehr bestand lebhafte Rach- frage für Südseephvsphat. Deutsche Petroleum schwankend, Mansselder Kuxe 6125 Hansa Lloyd 168. Julius Sichel 680. Der Mvntanmarkt zeigte ein ruhiges Aussehen. Lebhafter wurden Phönix Bergbau gehandelt, und unter Berücksichtigung des Abschlags des Bezugsrechts wesentlich höher gesucht. Deutsch-Luxemburg, Caro und Ober- dedarf setzten schwächer ein Mannesmann behauptet. Westeregeln befestigt. Für Elektro ßab- meyer zeigte sich erneute Aufnahmeneigung zu höheren Kursen, plus 14 Prozent. Höher stellten sich Bergmann. Licht und Kraft, Siemens u. Halske, auch AEG. befestigt. Als höher sind auch Scheideanstalt zu nennen, die, begünstigt durch Materialknappheit. sich kräftig steigerten. Seht gesucht waren Zellstoff Dresden, 'Bergisch Märkische Industriegesellschaft. Karlsruher Maschinen. Riedinger .Chemische Braubach, Süddeutsche Eisenbahn. Deutsche 'Dank 'waren aus *Realisierungen gcbrTicfi und Bei Beginn "20 Prozent niedriger Kolonialwerte, auch Schiffahrtsaktien, fanden Beachtung. Die Börse schfoh bei vorwiegend festet Tendenz. Privatdiskvnt 33/« Prozent. 3 ran hf u rt a M., 26. August. Börsenkurse. Frai 1-Uhr Kurs Datum 24.8.*) 5*.e Dtsch. änegsant 77,50 4*/g Dtsch. Reichscml. 3*/, Dtsch. Reichsanl. —,— 4°/0 Preuh. Konsols Darmftäbter Bank . deutsche Bank . . . 375,— Disconto-Gesellschast Dresdner Dank... — Nastonalbank f. D. . Mitteid. drebitbanh. —, - H.-Amerik Pakets. . 184.- Norddeutscher Lloyd. 178, - Bock.Gussstahlwerk . D.-Luxemb. Bergw.. 525, - Belsenkirch. Dergw . 528,- Harpener Bergbau . 764,- Oberschles. Eisend.-B. 469,— Oberschles. Eisenind. . 395,- Phönir-Bergb -Akt.. 1250,- Bad. Anilin- u. Soda -, - Höchster Farbwerk«. 406,- Llektt. A. E. G. ... 371,- Schuckert-Werke. . . — Felten-Guilleaume- . — Daimler , 275,— Bud.- Eisenw.- Akt. , 700,- Adlerwetke 375, — t'/° Hess. Staatsaul. , Elektron Griesheim. nfpirt Berlin - 1-Uht- Schiust- Anf - Kurs Kurs Kurs 25. 8. 24. 8. 25. 8. 77,50 77,50 78,80 77,- 67,75 -,- 191,- 354,50 348, - 278,50 —,- 242,75 204,- 182,25 186,- 182,24 - - 180,- 177,84 618,- 625,- 512,- 514,- 527,- 7c 2 - 748, - - - 465 - 469,75 390 - 394,75 1275,- 377,50 - - 360,- 525,- 618,- 277,75 270,25 -,- _ _ 7*>a _ 3sa- 394'50 69,- 409,75 420,- - - *) Die Abendbötfe fällt bis 26. Aug. auS. Matknotietungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Saturn: 1.7.1 L Zürich Fr. 125,49 Amsterdam Fl. 59,20 Kopenhagen Kr. 88,83 Prag Kr. 117,30 Stockholm ftr. 88,83 Wien Kr. 117,88 London Sh 97,8) Paris Fe. 125,43 Neupork..........S 23,80 24.8. 25.8. 6,95 7,07 3,80 3,85 7,15 7,15 -,- 98,50 5,45 5.55 -,-1245,- 6,28 6,32 15,25 15,36 1,22 1,18 Züricher Devisenmarkt. 25. 8. 26. 8. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. « 183.25 184. - Deutschland 100 Mt. = 6.95 6L5 Wien .....100 Är. = (L675 0.70 Prag 100 Är. = 7.— 7.05 Paris 100 Fe. = 45.65 45 65 London \ £ = 21.73 21.79 Italien 100 2. — 254)5 22.20 Brüssel 100 Fr. - 44,60 44.50 Budapest 100 Ar. — 1.525 1.65 NeuyorK 100 | = 690.- 588.- Agram ... 100 At. => g 25 3.20 Bukarest 100 L. = 7.10 7.10 berliner Devisenmarkt. Märkte. 1429,55 1432,4 1088,JO 1091,10 1449.501452,=0 1104,851107,15 1123,851126,16 1416,05 1418,95 1833,15 1836,85 125,15 362,40 312,60 85/ 9 661,70 Geld Brtej 25. August 2607,35 2612,6.') 631,35 632,65 1112,851116,15 1419,551422,45 1813,15 1816,86 . 124,85 . 361,60 . 311,90 - 84,91 . 660.30 123,10 358,60 308,90 83,78 Geld Bries Datum. 24. ?lugust. Amsrer^am • Botterd. 2642,35 2647,65 vrüssel.Antwerpen . 642,85 64445 Christiania .9,78 9,82 101,15 101,4: 21,62 21,6k? 123,^0 359,40 309,10 83,96 65 CO Kopenhagen . Stockholm . . helsingfor». . Italien .... London.... NeuyorK . . . Paris öchweiz. . . . Spanien . . . Wien (altes). Deutsch-Oesterr Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel 9,60 9,64 101,45 101,75 21,77 21,83 Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. Frankfurt a. M., 26. Aug Amtlicher Bericht. Der heutige Bkark! brachte starken Austrieb Die am Montag auffallenb gestiegenen Schweinepreise gaben wieder etwas nach Die Schweine hinter!iesten bei gedrücktem Geschäft grd steten Ucbcrflanb. Kälber und Hammel wurden bei schleppendem Handel schliestlich ausverkaust Aufgettiebeii waren 991 Kälber, 569 Hammel und 552 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Ztr. Lebendgewicht, für Kälber, beste Qualität, 725 850 Mk. mittlere Qualität 600 725 Mk. geringe Qualität 500 600 Mk.. für Hümmel 350 bis 550 Mi. für Schweine unter 80 Kg Lebensgewicht 1000 1300 Ml., von 90 100 Kg. Lebendgewicht 1400 1500 ‘TOT von 100- 150 Kg. Lebend gewicht 1400 1550 Mk, für Fettschweine über 150 Kg Lebendgewicht 1400- 1500 Mk . für Sauen und Eber von 1100 1200 Mk. Austerdem wurden 64 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehan beit. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste. Spesen und Händlergewinn in sich schliesten. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Zusammenkunft zwischen Nalhenau und Loucheur. P a r i s, 25 Aug. iWTB.) Wie die Morgenblätter mitteilen, ist Loucheur gestern nach^ mittag nach Wiesbaden zur Zusammen Zunft mit Rathenau abgereift Der Zusammenkunft mit Rctthenau wird <"inc Besprechung mit dem Oberkommissar für das Rheinland vorausgehen. Die erste Unterrebung in Wiesbaden wird heute vormittag, 10’ .> Uhr, stattfinden. Es werde sich hierbei hauptsächlich um die Frage der Lieferung in natura handeln, und es scheint, dast die Absichten Lvucheurs in dieser Angelegenheit bei den Belgiern, die sich bisher sehr reserviert verhalten haben, günstig ausgenommen würden. Es soll Grund zu der Annahme bestehen, dah ein Abkommen erreicht werde. Der deutsch-amerikanische Vertrag. London, 25. Aug. (WTB.) Einer Reutermeldung aus Washington zufolge erläuterte Staatssekretär Hughes gestern vor der Vollversammlung des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten die Bedingungen deS Friedensvertrages mit Deutschland Die demokratischen Mitglieder des Llusschusses stellten einige Fragen Später wurde mitgeteilt, es beständen Anzeichen, dah der Friedensvertrag im Senat nicht auf eine organisierte Opposition stohen werde. Die Hetze gegen den Dertewiger von Oftcrfrifoa. Zeitz, 25. Aug. (WTB.) General von L e t- t 0 w - V 0 r b e ck, der zu einem Vortrage über die Kampfe in Afrika hierher gekommen war, wurde beim Erscheinen in der Stadt von einer mehrere hundert zählenden VollSmenge unter den Rufen „Hinaus aus Zeih! Massenmörder 1" und ähnlichen Rufen gezwungen, die Stadt mit dem Abendzuge wieder zu verlassen. Cin Iugzufammenstotz. Essen, 25. Aug. (WTB.) Heute morgen gegen 8 llhr stiehen in der Rähe des Haupt- bahnhofes Essen auf der Linie Essen—Borsig zwei Güterzüge zusammen. Die beiden Lokomotiven und sechs Wagen wurden auS dem Geleise geschleudert. Der Führer des einen Zuges wurde schwer verletzt. Der Sachschaden ist nicht bedeutend. Du hast ja auch Waldemar Ruhland, der seine Absichten deutlich merken läht —“ „Herr Ruhland geht mich gar nichts an.“ unterbrach sie Do, deren Tränen plötzllch versiegt waren, schroff. »So? DaS würde ich um deinetwillen sehr bedauern, liebe Dorothea, denn er ist ein ausgezeichneter Mensch und ein Künstler von bedeutendem Ruf. Austerdem würdest du Rüdiger, wie ich heute merfte, sehr enttäuschen, wenn du dich dieser Chance gegenüber ablehnend 'verhieltest Dein wenig freundliches Entgegenkommen gegen setüen besten Freund, der dir so offen huldigt, verstimmte ihn schon heute sehr: Du mustt auch bedenken, dah du ihm durch eine so glänzende Verbindung eine groste Last von der Seele nehmen würdest! Denn schliestlich bedeutet die Vormundschaft über ein fast mittelloses Mädchen, mit dem man nicht recht weih, wohin — ins Kloster willst du ja nicht! — immerhin eine beständige Sorge für ihn — der ohnehin schon Sorgen genug hat! Also überlege dir lieber noch recht gut, was du tun willst, ehe du Waldemar Ruhland vor den Kops ftöheft." Damit wandte sie Do den Rücken und liest sie allein. Weih wie Ginnen starrte ihr Do nach. Sie hatte nur zwei Dinge begriffen: Erstens, dast Magelone eifersüchtig war und durch ihr Benehmen Grund dazu zu haben glaubte Zweitens, dast Rüdiger wünschte, sie würde Waldemar heiraten, weil sie ihm eine Last war. Rie im Geben hatte ein so Heister Schmerz, eine so tiefe Scham sie erfüllt. In dieser Stunde wäre «sie mit Freuden gefrorben . . . 18. Kapitel. Aber es sollte Do keine Zeit bleiben, den Eindrücken dieser Unterrebung mit Magelone nachzuhängen, oder irgendwelche Konsequenzen daraus zu ziehen. Schon am folgenden Tage trat ein Ereignis ein. daS ihr neue Pflichten auferlegte und fle naturgemäß) in eine isolierte Stellung brachte Der Fürst hatte den Besuch seines Rechts- freundes. des Iustizrats Dr. Hettle, gehabt, der ihm in mehrstündigem Vortrag über den Stand feines Prozesses Bettcht erstattete. Die Sache beschäftigte gegentoärtig das Grazer Landesgericht für Zivllsachen und drohte eine so ungünstige Wendung zu nehmett, dah der Insttzrat schliestlich die <^rage aufwarf, ob es nicht klüger wäre, die Klage freiwillig zurückzunelnnen? Auch der alte Ruhland besah Verbindungen, die er aus allen Kräften in seinem Interesse spielen lieh. Es war ihm gelungen, die Mehrzahl der mahgebenden Faktoren zu der Meinung zu bekehren, dah fein Kaufvertrag mit der Gemeinde Wolkenriet. der ohne jeden Vorbehalt geschloflen worden war, sonnenllar iede Verpflichtung aus- schloh, sich um die alten Lebensansprüche der Familie Rotherstein zu kümmern. Aber auch die Gemeinde Wolkenriet konnte nach der vorherrschenden Ansicht nicht als ersatzpflichtig herangezvgen werden, denn es war er- wiesen, dah der Fürst von dem beabsichttgten Verkauf der Buchau gewuht und es trotzdem unterlassen hatte, feine Ansprüche rechtzeitig geltend zu machen. Rach dieser Auffassung konnte der Ausgang des Prozesses kaum mehr zweifelhaft fein. Er würde, wie Iuftizrat Hettle durchblicken lieh. „nur mit einer blamablen Riederlage enden, wenn man nicht beizeiten freiwillig die Segel ftttch ' Aber davon wollte der Fürst absolut nichts wissen. Mit dem ihm angeborenen Eigensinn stellte er sich auf den Iustamentstandpunkt: „Gut, wenn der Prozeh in Graz wirklich verloren wird, fo gibt es dann in Wien immer noch eine letzte Instanz beim obersten Gerichtshof!" schrte er den Iustizrat erbost an, als sei dieser mttschuldig an dem schlechten Ausgang. Achselzuckend entfernte sich der alte Herr endlich. etwas von .halsstarrigem Autokrat" vor sich hinmurmelrrd. Als Hampe kurz darauf des Fürsten Zimmer betrat, fand er seinen Herrn fang auSgestreckt auf dem Teppich liegen. Die Erregung war dock wohl zu grvh gewesen, und eine schwere Ohnmacht, aus der Dr. Kasper aus Wolkenriet den allen Hettn nur mühsam wieder zum Bewuhtssin brachte, hielt ihn über eine Stunde im Bann es eine grobe Verwirrung un Schloh. Rüdiger war nicht daheim, und bic anderen standen ratlos jammernd um den Kranken herum, unfähig, einen vernünftigen Gedanken zu falten. Die einzige, die den Kopf nicht verlor, sondern dem Arzt mit zur Hand ging, war Do ©te erklärte auch sogleich, die Pflege des Fürsten übernehmen zu wollen. Aber dieser Enl- schfah pahte weder der Gräfin, noch Magelone Erstere fürchtete im stillen ihren Einfluh au £>cti alten Herrn, letztere die dadurch unvermeid- llchen Begegnungen im Krankenzimmer mit Rü> biger und den Eindruck, den Dos Opfettoilligkeit auf ihn machen konnte. (Fvrtfehung folgt) Erklärung! Die bei den Firmen der Metallindustrie Butzbachs beschäftigten Arbeiter haben heute in rechtswidriger Weise die Arbeit eingestellt. Die unterzeichneten Firmen sehen sich daher veranlaßt, folgende Erklärung abzugeben. Der in der Butzbacher Metallindustrie gültige Tarifvertrag war mit dem 31. Juli ds. Js. seitens der Arbeitnehmerschaft gekündigt worden. Sie hatten mit Schreiben vom 8. Juli 1921 folgende Forderungen gestellt: 1. Gewährung einer Stundenzulage von MK. 1.— in allen Gruppen und Altersklassen. L. Der Höchstlohn wird bereits in der Altersklasse über 21 Jahre erreicht. 3. Während der Zeit der Teuerung soll im Anschluß an die bereits bei der Firma Meguin A. G. gezahlten Zulagen im allgemeinen bezahlt werden: für Ledige pro Monat...............Mark 30.— für Verheiratete ohne Kinder . . ..........Mark 40.— für Verheiratete mit einem Kind...........Mark 50.— für jedes weitere Kind..............Mark 10.- Diese Forderungen hat der Arbeitgeber-Verband in seiner Antwort vom 20. Juli zunächst abgelehnt und seinerseits einen 10 prozentigen Lohnabbau verlangt, weil man zu dieser Zeit von einer Teuerung noch nicht sprechen konnte. Bei den Verhandlungen am 2. August 1921 konnten sich die Parteien nicht einigen, da die Vertreter der Arbeiter ihre Forderungen auf Grund einer zu erwartenden Teue- run$ gestellt hatten, während die Arbeitgeber sich in entgegenkommender Weise bereit erklärten, den bestehenden Lohntarif bis zum 15. Oktober 1921 gelten zu lassen. Weiter hatten die Arbeitgeber vorqeschlagen, vor diesem Zeitpunkt in neue Verhandlungen einzutreten, und zwar aus dem Grunde, weil man dann in der Lage sein würde, den Umfang der Teuerung genauer zu erkennen. Es wurde weiter von den Arbeitgebern vorgeschlagen, den älteren Leuten eine Zulage zu gewähren, dahingegen bei den jüngeren einen Lohnabzug stattsinden zu lassen. Die Parteien waren am 2. Auaust 1921 dahin übereingekommen, daß der wirtschaftliche Friede bis zur Fällung des Schiedsspruches gewahrt werden sollte und bis zum Austrag des Streites soll das bis zum 31. Juli dieses Jahres gültige Lohnabkommen weiter gelten. Irgendwelche Lohn- Veränderungen sollten rückwirkend ab 1. August gelten. Da die Verhandlungen zu keiner Einigung führten, wurde die Angelegenheit, wie in dem mit der Arbeiterschaft getätigten Kollektivabkommen vorgesehen ist, einem örtlichen Schiedsgericht übertragen. Dieses Gericht tagte am 10. August, bei dem die Vertreter beider Seiten unter dem Vorsitz eines Juristen den Standpunkt bzw. die Forderungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in mehrfachen Ausführungen begründeten. Der Schlichtungsausschuß konnte nach längerer Beratung zu einem Spruch nicht kommen; er stellte folgenden Standpunkt der beiden Parteien fest: 1. Die Arbeitnehmer erklären auf das Besttmmteste, von der geforderten Lohnerhöhung nicht abgehen zu können. 2. Die Arbeitgeber erklären sich in entgegenkommender Weise bereit, den z. Zt. bestehenden Lohntarif bis zum 15. Oktober 1921 aufrecht ru erhalten Sie sind bereit, den älteren Arbettern eine Lohnerhöhung au Teil werden zu lassen, wenn bei den jüngeren Arbeitern eine entsprechende Lohnermäßigung stattsindet. Die Arbeiterschaft stellt nun ihrerseits den Antrag, die Angelegenheit vor dem ftaat- lrchen Schlichtungsausschuß in Gießen zum Austrag zu bringen. Dieser setzte einen Termin auf den 24. August, morgens 8.30 Uhr fest. Unerwarteterweise konnte der berufene Vertreter der Arbeitgeber zu diesem Termin nicht erscheinen und es wurde deshalb fettens der Werke eine Vertagung beantragt. Der Schlichtungsausschuß hat mit Schreiben vom 22. August die Vertagung ausgesprochen und Ansetzung eines neuen Termins zugesagt. Die Belegschaften hietten am 23. August eine Versammlung ab, als deren Resultat folgende Mitteilung an die Arbeitgeber gesandt wurde: Butzbach, den 25. August 1921. Butzbach, den 23. August 1921. An den Arbeitgeber-Verband der Metallindustriellen Butzbachs, z. Hd. des Herrn Oberingenieurs Reckling. Im Auftrage der am 23. ds. Mts. tagenden Versammlung der in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter setzen wir die Herren Arbeitgeber von nachfolgendem Beschluß in Kenntnis: Die Versammlung ersieht m der aus Betreiben der Arbeitgeber erfolgten Vertagung der Verhandlung vor dem Schlichtungsausschuß in Gießen eine Verschleppung des Lohnstreites. Sie ist nicht gewillt, sich in dieser Angelegenheit länger hinziehen zu lasten und nimmt von einer sofortigen Niedcrlegung der Arbeit nur Abstano in der Hoffnung, morgen, Mittwoch, zu einer Beschleunigung des Verfahrens zu kommen. Die Mitglieder des Betriebsrates treten zu diesem Zweck, morgen Mittwoch, vormittags 10 Uhr, im Lokale von Wiemer, Weiseler Straße, zu einer Beratung zusammen unter Hinzuziehung der in Frage kommenden Verbandsvcrtreter. Sollten die Herren Arbeitgeber gewillt sein, an dieser Verhandlung teilzunehmen, so ist die hiesige Ortsvcrwaltung des D. M. V. der Auffassung, daß damit am besten dem wirtschaftlichen Frieden gedient werde, da wir sonst jede Verantwortung für evtl, eintretende Zwischenfälle ablehnen müssen. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Butzbach gez.: H. Holzapfel. Seitens der Arbeitgeber wurde wie folgt geantwortet: Butzbach, den 24. August 1921. An den Deutschen Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Butzbach Butzbach. Wir bestätigen den Eingang Ihres Schreibens vom 23. 8., dessen Inhalt wir zur Kenntnis unserer Mitglieder gebracht haben. Zu allererst müssen mir den Vorwurf einer Verschleppung des gegenwärtigen Lohnstreites auf das energischste zurückweisen. Unserem Verbände war es aus wichtigen Gründen nicht möglich, an dem am 24. 8. angesetzten Termin des Schlichtungsausschusses in Gießen teilzunehmen und es wurde deshalb von uns eine Vertagung um 8 Tage ersucht. Diesem Ersuchen hat der Schlichtungsausschuß Gießen mit schreiben vom 22. 8., worüber Abschrift beiliegt, stattgegeben. Auf unsere heutige Anfrage dortselbst wird uns mitgeteilt, daß der Termin für den 30. 8., vormittags 8.30 Uhr, angesetzt worden ist. Dieser Sitzung werden unsere Vertreter beiwohnen. Zum Schluß müssen wir Sie auf das Protokoll der Lohnverhandlungen vom 2. 8. 21 aufmerksam machen, worin sich die Parteien verpflichtet haben, den gewerkschaftlichen Frieden bis zur Fällung des Schiedsspruches zu wahren. Arbeitgeber-Verband der Metallindustriellen Butzbachs gez.: E. Reckling. In einer Versammlung der Belegschaften am 24. August nachmittags wurde bei Streik beschlossen und zwar stimmten nach einer uns gewordenen Mittettung 508 dafür und 128 dagegen bei einer Gesamtbelegschaft von zirka 900 Mann und gegen den ausdrücklichen Rat der Gewerkschafts- und Lotalvertreter. Der Beschluß der Arbeiterschaft, in den Streik zu treten, ist daher unverständlich, wenn man berücksichtigt, daß zwischen dem Streikbeschluß und dem neu angesetzten Termin des Schlichtungsausschnsses nur 4 Arbeitstage liegen, um so mehr, als man erwarten konnte, daß bei dem Schlichtungsausschuß am 30. 8. sicherlich eine Einigung erzielt worden wäre. Hus dem oben Gesagten geht klar und deutlich hervor, daß eine Der- anlassung zum Streik nicht vorlag. Derselbe kann deshalb als „wilder Streik" bezeichnet und muß als solcher aufs schärfste verurtellt werden. [8262 D Arbeitgeber-Verband der Metallindustriellen Butzbachs: Meguin A.-G. Gebr. Freitag, G. m. b. H. A. 3. Tröster. Samesreuther & Co., G. m. b. H. Maschinenfabrik Volk m. b. H. Unter lerS iinö be K i ...Mlich fo Drucke 5 «Seichc Sn'chnst richtens zrmlfurt । * a Nr Ich Jlaöi Lett aus be M Ein» J 103 21 116 32( 1 _ 48C 106€ empfiehlt von Mk. L20 an Gust. Koch. Weserstr. 20. Inhaber: Th. 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Freitag G. m. b. H. A. 3. Tröster. Samesreuther & Co. G. m. b. H. Maschinenfabrik Volk m. b. H. __________Pohlgöns.________ Eejchästzübernahme! Den Einwohnern von Gieheu und tlmaenrnb zur tieft KennlniSnabme, dag ich da» langsährige Äefchäft des verstorbenen Herrn Wilhelm Waßiier, lZrabfieiiigtsihöfl Krofdorfer Straste 39 übernommen habe. ES wird mein eifriges Benrcbcn fein, einer verehrlichen Kundschaft in jeder Hinsicht solide Arbeit bet billigster Berechnung zu Hefeiii Hochacblend Ferdinand Helle: Nrofdorfer Strobe 9 «gebt Dtröjf Der —— Deti Süd IN Mun 4 und Mu, ^hrrnz pnet DaS meinem HJtnnnc entgegenaebrachtc t*er trauen bitte ich auch auf feinen Nachfolger üfer tragen zu wollen. lOlt’K Frau Wilhelm Wagner Wmc. Pferd-Versteigerung 3m Wege des SelbsthUfeverbaufs soll am Samf- tag den 27. ds. Mts., nachm. 4 Uhr aus dcm Oswaldsgarten eine 9251 3jährige Stute öffentlich meistbietend mit voller Garantie Dcrfteiger werden. Selbige geht ein- und zweispönnig und ist kinderfromm. 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