M- Jahrgang Dienstag, 2b. Juli |921 Lches Blatt Nr. [12 Der »iekeutr Anzeiger mit der DienstagsdeNäge .Sporl ümlchau- er. scheint täglich, auher Sonn, und Feiertags. Monattlche Bezugspreis«: Mari» 5.- einschließlich LrSgerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. §«r»lprech.Anschlüsse: fürdieSchriftleilung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sietzen- p»sticher für die Tagesnummer bl, SietzenerAnzelger ■ XF .^aupOd'n’tlfiter A»q. General-Anzeiger für Oberhessen LZW Anzeigenteil: Han» Deck, Dmd mrb Verla-: VrKhpsche Unio.-Vuch- »nd Steinöruderei H. Lange. Zchnftlettnng, Geschäftrslelle und Druderel: Zchulstrahe 7. sämtlich in Dieben. Die neue deutsch-franzöfische Spannung. Die deutsche Antwort und Widerlegung Der französischen Vorhaltungen über die Vorgänge in Oberschlesien, deren Wortlaut wir gestern veröffentlicht haben, hat bei weitem nicht so viel Aufmerksamkeit, oder Spannung erregt wie der V e s ch e i d, den Reichsminister Rosen auf die Anfrage wegen französischer Truppenbeförderungen durch deutsches Gebiet erteilt hat. Dieser Bescheid beruft sich auf die Bestimmungen deS Versailler Vertrags (die wir nachstehend wiedergeben), wonach solche Truppensendungen nach Oberschlesien nur g e - hi e insam von den Alliierten beschlossen werden dürfen. Die deutsche Regierung stellte daher die Anfrage an Frankreich, ob eS bei der Anfrage wegen der Truppensendungen tm Ramen der Alliierten spreche. Selbstverständlich liegt darin bei der uns wohlbekannten Meinungsdifferenz, die sich zwUchen Paris und London ergeben hat, eine gewisse Zurückweisung. Wir haben keinen Grund, Momente deS Vertrauens oder gar der Sympathie in Rechnung zu stellen, wo absolut keine sind. Frankreichs Herausforderungen erwecken in deutschen Herzen nur helle Empörung. Herr Driand und seine Schieber und Helfer wollen fa in vollster Offenheit unser Reich zerbröckeln oder zertrümmern, ihre unerhörten Machenschaften spürt täglich auch der simpelste deutsche Zeitungsleser — und da sollte unsere Regierung einer dreisten Zumutung, die für Oberschlesien nur weitere Ver- chlimmerungen bringen könnte, etwa mit reundlichem Grinsen und angstvollem Sttll- chweigen begegnen? Wir haben keine Macht, andern nur noch das kärgliche Recht eines an Ich unheilvollen Vertrages, und wenn Deutschland sich auf dieses formale Recht beruft, so tut eS dies nur deshalb, weil es sonst kein Abwchrmittel für ein herausforderndes Ansinnen besitzt. Schlimm genug, daß in der deutschen Antwort bloß eine Z r o n i e gespürt wird, wo in Wahrheit eine tiefe Erbitterung steckt. Außerdem mag die Welt ein Stück Wahrheit daraus herauslesen: daß Frankreichs Vorgehen mit Rotwendigkeit zu folgenschweren Verwicklungen führen muß, weil eben der Deutsche doch eS nimmermehr lernen wird, seinen in so vielen Dingen unfertigen westlichen Rachbar als Herrn und Meister anzuerkennen. Der Reichsminister Schiffer hat mit recht guten Worten in einer neuen Rede seine letzten, gegen Herrn Briand erhobenen Abfertigungen ergänzt. Die Wirkung unserer . idigungSmaßnahmen in England und ist uns viel wichtiger als der Wider - sem berauschten Frankreich. qy.fi* neue Konferenz LeS Obersten Rates luna dem englischen Wunsch ent- Schluß . in einigen Tagen stattfinden. 3n benachb ^'eise dabei über die (Streitfrage der und - -«• ttsendungen und das deutsche Ehr- . geschachert werden wird, werden wir heüft^oder morgen sehen. Lvnvvn, 25. 3uIL (WB.) „Pall Mall and @ F trb eM schreibt: Man tön n e es Deutschland nicht verübeln, wenn es flloubc., daß die Ankunft neuer französischer Truppen eine ©tärtunq der polnischen Absichten bedeuten'-würde. Dieser Eindruck könne, und zwar nicht nur m Deutschland, lediglich beseitigt werden, wenn Briand Beweise seines ehrlichen Willens gebe, was er bisher unglücklicherweise nicht getan habe. Der moralische Kredit Frankreichs sei durch die Ereignisse in Oberschlesien geschwächt worden. Wenn er nicht wiederhergestellt werde. Ernte man leinen hoffnungsvollen Ausblick für die alliierte Politik gewinnen. Die Bestimmungen des Versailler Vertrags. Berlin, 25. Juli. Wie die Blätter mit* teilen, stützt sich die deutsche Regierung bei der Ablehnung des französischen Ersuchens um Durchführung von Truppen - transporten durch Deutschland -auf § 2 des Artikels 88 des Versailler Vertrages, der besagt: Die Zone der Volksabstimmung wird unverzüglich einem interalliierten Ausschuß von vier Mitgliedern unterstellt, die von den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, dem britischen Reich und Italien ernannt werden und sie wird von Truppen der alliierten und assoziierten Mächte beseht. Die deutsche Regierung verpflichtet sich, die Beförderung dieser Truppen nach Oberschlesien zu erleichtern. Weiter kommt als Rechtsgrundlage der Artikel 3 7 5 in Betracht. worin es heißt: Deutschland hat den Deso r d er u n g s w e i su n g e n einer im Ra- men der allii A1-ten und assoziierten Mä ty T ..Je -i < ^n Behörde nachzu» uux dar. fertige Kran ' merndes Lockenha^^ französischer Blätter, der -Ä-Ltchaster in Berlin habe schon die ^reitstellung von zehn Lransportzügen für die vberschlesischen Derstärkungstruppen gefordert, erfahren die Blätter von zuständiger Stelle, daß ein solches ins einzelne gehenden Verlanaen nicht gestellt ist Tagung des Obersten Rates am 4. August. Paris, 25. Juli. (Wolff.) Der Ternps" schreibt in seinem heutigen Leitartikel, Die französische Regierung sei damit einverstanden, daß der Ober st e Rat am 4. QI u g u ft zusammen- trete, um die oberschlesische Fratze zu prüfen. Die Verhandlungen zwischen Paris und London. Paris, 25. Juli. (WB.) Die Besprechungen zwischen London und Paris über Oberschlesien dauern an. Der französische Bot° schafter in London hat heute morgen mit Lord Curzon eine Besprechung gehabt. Von dem britischen Botschafter in Paris find heute morgen am Quai d'Orsay keine neuen Schritte unternommen worden. London, 25. Juli. (Havas.) Wie das Reu- tersche Bureau von unterrichteter Seite erfährt, trifft es nicht zu, daß die englische Regierung eine Rote an die französische Regierung gesandt habe, in der sie der Entsendung französischer Truppen nach Oberschlesien unter Vorbehalt zustimme. Der britische Standpunkt ist noch immer der, daß bei einer sofortigen Entscheidung keine weiteren Truppenentsendungen erforderlich sind. Die englische Regierung ist durchaus geneigt, sich mit der französischen Regierung über alle Punkte des Vorgehens ins Einvernehmen zu sehen, unter der Bedingung, daß eine sofortige Entscheidung nicht länger verzögert wird. London,.25. Juli. (WB.) Lord Curzon hatte heute nachmittag mit dem d e u t fd) e n und dem französis chen Botschafter Unter- redungen. Mordtat zweier Franzose» in Gleiwitz. Berlin, 25. 3uli. (Priv.-Tel.) Blättermeldungen aus Gleiwitz zufolge wurde dort gestern abend in einem Lokal der Former Skor- n i a nach einer Auseinandersetzung mit zwei Franzosen von diesen erschossen. Zwei italienische Soldaten versuchten, die Hamen der Franzosen festzustellen, doch flüchteten die Franzosen auf die Straße und eröffneten von dort aus eine wilde Schießerei in das ßotal. Italienisch-französische Zusammenstöße. Derlin, 26. Juli. Wie der .Lokalanzeiger" aus Gleiwitz meldet, soll es dort zwischen Franzosen und Italienern zu schweren Auseinandersetzungen gekommen sein. Die Italiener seien mit der Waffe gegen die Franzosen und Polen vorgegangen. Dabei wurden ein Pole getötet und mehrere Franzosen durch Kolbenschläge schwer verletzt. In Herzoglich-Zawada im Kreise Ratibor wurde ein mit Handgranaten ausgerüsteter Insurgent feftgenommen, der eingestand, den Befehl erhalten zu haben, die italienische Wache in die Luft zu sprengen. Die polnischen Vorbereitungen. Berlin, 25. Juli. (Priv.-Tel.) Heber die polnischen Vorbereitungen zu einem neuen Aufstand in Oberschlesien berichtet die „Deutsche Allg. Ztg." aus Kattowih, daß die Polen eine Freihe itsarmee für Oberschlesien unter dem Generaloberst Tyuschewsky bildeten. Das Hauptquartier der Armee befindet sich in Czenstochau. In Sosnvwice sind die Ueber- leitungsstellen. Regelmäßige Verbindungen bestehen zwischen Czenstochau und dem früheren polnischen Hauptquartier in Schvppinih. Die Polen werden bei ihren Aufstandsvorbereitungen von den französischen Desahungstmppen in keiner Weise behindert. Ratibor, 25. Juli. (WTD.) Die Deutschen in Räuden riefen mittags telegraphisch den Kreiskontrolleur in Ratibor dringend um sofortige Hilfe gegen die polnischen Gewalttätigkeiten an. Ratibor. 25. Juli. (WB.) In Dzierko- witz kam es nachts zwischen Deutschen und Polen zu lebhaften Schießereien. In Mirawa wurde ein Eisenbahnzug angehalten, well gemeldet worden war, daß Dzierkowitz von bewaffneten Insurgenten beseht worden war. Rach anderhalb stündigem Aufenthalt konnte die Weiter- fahrt erfolgen. Zwischen Mirawa und Dzierko- wiy war die Sttecke von stark bewaffneten polnischen Banden besetzt. Ungefähr einen Kilometer vor Dzierkowitz hielt der Zug abermals, da die Sttecke und der Bahnhof von den Polen besetzt war. Die Sttecke hinter Dzierkowitz bis Ratibor— Hammer ist ebenfalls von den Polen bes^tzt.^Pvt- n*d>e Orts wehr nahm nachts eine deut f He Drücken- wache bei Buckau im Kreise Ratibor unter heftiges Gewehrfeuer. Die Ortswehr bestand aus 80 Mann und war gut ausgerüstet, u. *a. mit Maschinengewehren. Gleiwitz, 25. Juli. (Wolff.) Die Vertreter der oberschlesischen Bergwerke und Hütten sandten nachstehendes Telegramm an die Interalliierte Kommission: Die ßeiter sämtlicher oberschlesischen Berg- und Hüttenwerke weisen darauf hin, daß trotz der ßiguioierung des Aufstandes noch immer mehrere tausend Beamte und Arbeiter durch den auf den Werken und Bahnhöfen herrschenden Terror verhindert werden, ihrer Beschäftigung nachzugehen. Die Verwaltungen bitten dringend, zur I Beseitigung des Terrors auf den Werken und Bahnhöfen die erforderlichen Sicherungen an- I zuordnen. Der Reichsminister Schiffer über die Gefahren derpolittschenLage. R e m s ch e i d, 25. Juli. (Wolff.) Reichsjustiz, minifter Schiffer hielt am 23. Juli in Remscheid eine bemerkenswerte Rede über die politische Lage, in der er sich über die Stellung des Kabinetts Wirth folgendermaßen äußerte: „Der Reichskanzler hat vor einigen Tagen in einer Auseinandersetzung bargetan, daß der Sturz des Kabinetts drohe, wenn die Regierung in der Aufhebung der Sanktionen und in der vberschlesischen Frage mit leeren Händen vor den Reichstag treten müsse. Diese Erklärung ist teilweise so aufgefaht worden, als wenn er und die Mitglieder seines Kabinetts für ihre Person nicht geneigt seien, die Verantwortung für die Führung der Geschäfte weiter zu tragen. Diese Auffassung wird den Verhältnissen nicht gerecht. Die Mächte der Entente müssen sich darüber Har sein, wenn sie über die Aufhebung der Sanktionen und die Zuteilung von Oberschlesien entscheiden, daß der Sturz des Kabinetts Wirth mehr bedeute als einen bloßen Personenwechsel. Wenn dieses Kabinett von der Wucht der Ereignisse hinweggefegt wirb, so wird es keine Regierung geben, die eine ordnungsmäßige Entwicklung möglich macht. Was soll bann kommen? Ein Kabinett ber Rechten? Das würbe in kurzer Zeit beseitigt sein. Ein Kabinett der Linken? Es würde dasselbe Schicksal haben. Die Auflösung des Reichstags? Sie würde eine Erstarkung ber Rechts- und Linksparteien und eine Zerreibung ber Mitte bringen. Wir hätten bas Chaos. Es wäre keine Mehrheit ba, bie eine ruhige Entwicklung unb einen friedlichen wirtschaftlichen Aufbau gewährleistete. Darum hängt von bem Schicksal des Kabinetts Wirth das Schicksal Deutschlands ab, nicht um ber Männer willen, fonbern um bie Art ber Zusammensetzung willen. Cs hängt — barüber kann gar kein Zweifel sein — weiter bas Schicksal Europas, bas Schicksal ber Welt bavon ab. Aus scheinbar kleinen Dingen würben große, gewaltige, furchtbare, vernichtende Folgen entstehen. Ich weih wohl, daß bei ben Mitgliedern der Entente vielfach andere Auffassungen herrschen, bah man uns größere Leistungen zutraut, als wir selbst für möglich halten. Wir haben keine Veranlassung, auf bieses für uns schmeichelhafte Vertrauen stolz zu fein; beim es kann Vernichtenb für uns werben. Unsere scheinbare wirtschaftliche Blüte beruht auf unserer fallenben Valuta. Der Zusammenbruch, ber erfolgen kann, würbe furchtbarer unb plötzlicher eintreten, als ber Zusammenbruch vor brei Jahren, ber nicht bloß vielen von uns, fonbern auch ben Feinben ganz überraschend kam, die nicht glauben konnten, dah bas bis dahin siegreiche Deutschlanb so volllommen zur Erde sank. Genau dasselbe kann sich wieberDkreignen. Ganz plötzlich kann das In drei Jahren mühsam aufgerichtete Gebäude zusammenbrechen unb bas Reich unter seinen Trümmern begraben unb mit biefem Reich wirb bas wirtschaflliche Leben Europas vernichtet. So furchtbar ernst ist bie Situation. Cs hängt von ber Cntscheibung über Oberschlesien bas Schicksal Deutschlanbs, es hängen bavon bie Daseinsbedingungen ber ganzen Welt ab. Roch aber brauchen wir nicht an der Möglichkeit zu verzweifeln, bah Gerechtigkeit unb Vernunft siegen über die Politik, bie darauf berechnet ist, Deutschland zu erledigen. "Roch dürfen wir Höften, daß der gute Geist den Sieg erringen wird, nicht um unseretwillen, sondern um Der ganzen Welt willen." 1 Reichsregierung und Schutz der deutschen Presse. Essen, 25. Juli. (WB) Der Reichstags- abgeorbnete Dr. Quaah richtete fvlgenbes Telegramm an bie Reichsregierung: Die » Düsseldorfer Zeitung" wurde vom 17. 7. ab für brei Monate ohne Angabe von Grünben verboten. Was geben» die Reichsregierung zum Schuhe ber deutschen Presse zu tun'« Französische Kriegsverbrecher. Paris, 25. Juli. (Wolff.) 3n ber „Hu- manitg“ erhebt Henri Barbusse gegen ben Hauptznann Matis vom 134. Infanterieregiment bie Anklage, bah er bei Fleury 180 deutsche Kriegsgefangene in einem Schützengraben nach beendetem Kampfe habe niedermachen lassen. Als das Bataillon zurückkam, habe der Oberst sich über bie geringe Zahl von 20 Gefangenen gewun- bert. Hauptmann Matts habe erklärt: „Die anderen sind unten im Schützengraben geblieben." Roch nach dem Kriege habe der zum Major beförderte Hauptmann Matis sich dieser Tat gerühmt. Amerika und Japan. London, 26. Juli. Reuter meldet aus Washington vom Samstag: Der amerikanische Ge- schäftsttäger hat bem japanischen Minister des Oluswättigen bie Antwort ber amerikanischen Regierung auf bie japanische Anfrage wegen ber Tagesordnung ber pazifischen Konferenz heute ausgehänbigt. Man erwartet, baß Japan seinen Beschluß, an ber Konferenz teilzunehmen, anfangs nächster Woche mitteilen wirb. China und die Washingtoner Konferenz. Paris, 25. Juli. (Wolff.) HavaS meldet auS Peking, die an China ergangene 0 l n Ia*| düng zur Teilnahme an ber pazifischen Konferenz beschäftigte lebhaft bie öffentliche Meinung. Cs werbe angenommen, China toerbe sich bemühen, eine endgültige Regelung ber Schantungfrage sowie ciiyi Bestätigung seiner Souveränitätsrechte unb ferner Kontrollbefugnisfe in bem Post- unb drahtlosen Telegraphenwefen zu erzielen. Die chinesischen Delegierten werben auf der Konferenz eine offizielle Erklärung dahin verlangen, baß bie fremden Gerichtshöfe und Konzessionen in China nur vorübergehenden Charakters fein sollten. ♦ Der deutsche Geschäftsträger in Peking. Berlin, 25. Juli. (Wolff.) Rach bet ..Deutschen Allg. Ztg." ist ber Staatssekretär Im Auswärtigen Amt, Dr. B o y e, ber bisher das Referat „Wirtschaftsfragen" leitete, zum Geschäftsträger in Peking ernannt worben. Zentralamerika Paris, 25. Juli. (Wolff.) „Reuhork Heralb" meldet aus Washington, bah bie Verhandlungen über den Abschluß einer Vereinigung der fünf zentralamerikanifcheiH Republiken Panama, Calvabor, Guatemala, Qlicaragua unb Costa Rica zu einem einzigen souveränen. Staate vor bem Abschluß stehen. Gerhart Hauptmanns Antwort an Maxim Gorki. Berlin, 25. Juli. Auf den Hilferuf Maxim Gorkis ist gestern von Gerhart Hauptmann folgende telegraphische Antwort abgeschickt worden: „Die ganze zivilisierte Welt hat Ihren Rottuf gehört. Sie haben durchaus recht, wenn Sie sagen, der Glaube an die Humanität sei durch den verfluchten Krieg und den darauffolgenden Frieden, ber noch immer Kriegsbemalung trägt, tief erschüttert worden. Gegensätze, durch Verhetzung ins Uebernatür- liche, ja.ins Unmenschliche gesteigert, spalten noch immer die Welt, und es sieht so aus, als sollte die Menschlichkeit, die Menschheit daran verbluten. Auch wir selbst, wir Deutsche, sind ein bis an den Abgrund gedrängtes Voll. Der Strafe dieses Krieges, über das deutsche Voll verhängt, folgt ©träfe auf Strafe für die Gestraften. Felder von Grabkreuzen, unter denen Abermillionen unserer besten Söhne modern, vermögen es nicht, den Pharisäergeist dieser Welt zu versöhnen. Aber nehmen wir an, daß, wie ber Einzelne, so die Völker und die Menschheit abwechselnd unter Verfinsterungen und Erleuchtungen gestellt werden. Hoffen wir, dah der jetzigen Verfinsterung die Erleuchtung folgen wird. Lassen Sie uns warten, Herr Maxim Gorki, ich möchte sagen, mtt zusammengebissenen Zähnen, den Glauben an bie kommende Erleuchtung aufrecht erhalten, vielleicht ist sie näher, als es scheint, vielleicht trägt der übergrelle Strahl Ihres RottufeS dazu bei, das wiederum aus ber blutgettänkten Erde hervorzulocken, was Sie bie Kraft unb die Menschlichkeit ber Völker nennen. Vielleicht erweckt ber furchtbar stechende Strahl ben verdorrten Baum der Humanität unb läßt seinen Wipfel mächttg aufgrünen zum Segen Rußlands, zum Segen ber Welt. Ja, ich glaube zu fühlen, dah diese Hoffnung nicht enttäuscht werden wird. Das Gute im Menschen ist da, wie die Kraft, grüne Blätter zu treiben, im Baum ist, auch wenn er kahl steht und Schnee und Eis seine Zweige belasten. Und so wage ich zu behaupten: Die ganze zivllisierte Welt hat Ihren erschütternden Ruf nicht nur mit den Ohren, sondern mit dem Herzen gehört, sie wird ihn nicht ohne Antwort lassen. Je mehr sie zu tun imstande ist, je besser es ihr gelingt. Hunger und Krankheit zu bekämpfen, um so tiefer werden sich die Menschen entsühnen. Was aber das deutsche, schwergeprüfte, doch allzeit hilfsbereite Doll betrifft, so ist es schon heute durch den Ruf aus bem Osten tief erregt unb bewegt, unb ich darf getrost sagen, dah Doll und Reichsregierung in dem innigen Wunsche einig sind, nach bestem Dermögen tatkräftige Hilfe zu leisten. Die Antwort Hoovers. Washington, 25. Juli. (Wolff.) Auf den kürzlichen Aufruf Maxim Gorkis zur Hilfeleistung für die hungerleibenden Millionen in Rußland hat Hoover an Gorki telegraphiert, die unerläßliche Vorbedingung für jeglichen Beistand fei die soforttge Freilassung der noch in Rußland gefangen gehaltenen Amerikaner Ein stürmischer französischer Gewerkschastskongreß. Lille, 25. Juli. (HavaS.) Der franzo- fische Gewerkschaftskongreß hat hsite eine Sympathiekundgebung für bas russischeVolk angenommen unb eine Samm- pLunfl bei den französischen Arbeitern zugunsten Der Russen empfohlen. 3n der Debatte über den Ülntrag, von der C. G. T. Ausgeschlossenen mit «beratender Stimme zuzulassen, kam es zu einem Wütenden Zusammenstoß zwischen Mehrheitlern jund Minderheitlern. Es wurden Stühle geworfen und mehrere Revolverschüsse abgegeben. Drei Personen wurden verwundet. Der türkische Vormarsch. Paris, 25. 3ult Rach einer Havasmeldung Lus 3 s m i d setzten die Türken ihren siegreichen Vormarsch auf Biledjik, Ieni Sche- hir und Inhisiar fort. Die türkischen Truppen sollen Afium Karahissar und Tulu Dunar bereits besetzt haben. — Rach einer weiteren Havasmeldung aus Konstantinopel meldet der Korrespondent des türkischen Vlattes»Vakiti" auch die Einnahme von älschak durch die Türken. * Spanische Verluste in Marokko. Madrid. 24. Iuli. (Wolff.) Die Matter »nelden aus Melilla den Tod des Generals fS i l v e st r e. der Obersten Morales und Maxell a und deS Oberstleutnants M a n e r a. Rach perschiedenen Rachrichten sollen diese Offiziere umzingelt worden fein und S e l b st m o r d begangen haben. Rach anderen Rachrichten sollen sie beim Rückzugsgefecht gefallen sein. Die spanische Regierring entsandte sechs Regimenter und Drei Kriegsschiffe zur Verstärkung. Der Madrider Garnison werden keine Truppen entnommen. Die »Presse mahnt zur Ruhe. Aus Hessen. Eine Landskronfeier. Oppenheim, a. Rh., 25. Juli. Auch in Diesem Jahre veranstaltete die Deutsche Volkspartei Rheinhessens einen -,Deutschen Tag" auf der Landskrone. Trotz der Erntezeit waren Männer und Frauen aus der ganzen Umgegend in so großer -Zahl herbeigeströmt, daß Halle und Garten bald überfüllt waren. Pfarrer V e r ck - Mainz hielt sodann eine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Ansprache namens des Provinzialverbandes Rheinhessen. Abg. Dr. Becker feierte die alten Tugenden des deutschen Volkes, die Liebe zur Heimat, die Treue zum Reich, Fleiß und Familiensinn. Auch der Partei müsse man die Treue halten. Die wirtschaftlichen Interessen dürsten nicht dazu führen, daß bei Wahlen das Volk durch neue Parteigruppen zerrissen wird. Der Redner Hing sodann auf die Lage in Oberschlesien ein >und verlangte für das besetzte Gebiet die Be- tselttgung der „Sanktionen". Rach weiteren Musikstücken und Darbietungen der Jugend- Gruppen sprach Generalsekretär Wittig ein Schlußwort. . Aus Stabt und Land. Giehen, den 26. Juli 1921. 1 Das Ergebnis der hessischen Kinderhilfswoche in Gießen 1921. Die Veranstaltungen der Kinderhilfswoche Häb^n folgende Reinerträgntsse gebracht. (1- Dei den Danken und beim städtischen Woh.fahrtsamt eingezahlte Spenden 10 807.— Dl. 2. Kollekte in den evangelischen Kirchen Gießens am 19. Juni 157.75 .. 3. Sammlung des Gewerkschaftskartells Gießen 2300.— „ 4. Straßen» und Haussammlung am 19. Juni 8915.32 „ 5. Ehrensingen des Lahntal- Sängerbundes 1000.— „ 6. Märchenaufführungen der Gießener Waldbühne vom 20. bis 25. Juni 3000.— „ ,7. Vorführung des Möve-Films 271.— V8. Sportliche Veranstaltungen am 22. 24. und 25. Juni 2922.85 „ 9. Rosenfest im Cafs Aftvria 568.30 ,, 10. Theaterabend des FrauenvereinS am 23. Juni 12198.85 „ 11. Kinderhilfsfest am 26. Juni 26 278.45 „ 12. Sommerfest des Vereins Thalia 200.— „ [13. Ergebnis aus einem Konzert von Willy Schättler's Schule für höheres Violinspiel vor Beginn der Ktnderhilfswoche 200.— .14. Verein für Bewegungsspiele (aus Dereinsmitteln) 100.— , 68919.52 „ An allgemeinen Werbungskosten sind entstanden 4378.20 Es verbleibt hiernach ein Rein- erträgnis von 64 541.32 M Wettervoraussage für Mittwoch Wolkig, Gewitterregen, warm, südwestliche bis westliche Winde. Die westlich Englands liegende Depression, die endlich Regen bringen sollte, hat ihre Lage nur wenig veränderk, so daß Riederschläge vorerst noch nicht auftraten. Bei der durch die starke Sonnenbestrahlung und durch den Südwestwind bedingten großen Wärme und durch die Randwirbel des Tiefs ist Gewitterbildung zu erwarten. * Gestern wurden in Frankfurt mehrfach Temperaturen von 36 Grad Celsius im Schatten gemessen. Die Hitze war drückend und es dürfte wohl der heißeste Tag dieses Jahres gewesen sein. Die Rettungswachen hatten vom frühen Morgen an mit der lleberführung Hiherkrankter in die Krankenhäuser zu tun. Es sind eine ganze Anzahl schwerer Hitzschläge vorgekommen. " Polizeibericht. Eine Zigeunerin beim Hausierhandel mit Spitzen übte auch wie gewöhnlich die Wahrfagerei aus, wobei das nötige Geld und Bettzeug nicht fehlen durfte. Eine Frau von hier mußte ihr ganzes Geld in ein Taschentuch wickeln und mit Bettzeug auf ihr Bett legen. Rach dem Wahrsagen ließ sich die Zigeunerin bewirten und 'verschwand und mit ihr das Bettzeug und die eingewickelten 1000 Mark. Die Zigeuner hatten bereits Gießen verlassen und konnten durch die Polizei hinter Klein- Linden eingeholt werden. Die Weiber waren bereits im nahen Wald verschwunden. Dei dem einen Zigeuner wurde das Taschentuch der De- stohlenen in seiner Tasche vvrgefunden, wogegen das Dettzeug schon wieder abgefeht war. Für die 1000 Mark hatten die Zigeuner anderweitige Einkäufe gemacht. Daß die geschädigte Frau wieder in Desih ihres Geldes kommen konnte, muhte der Zigeuner ein Pferd verkaufen. Später wurde auch die Zigeunerin noch ergriffen, sie gab den Diebstahl zu und wanderte in Untersuchungshaft. — Weiter konnte an demselben Tage ein anscheinend gewerbsmäßiger Fahrradmarder fest genommen werden, welcher in Frankfurt a. M. ein Fahrrad entwendet hatte und es hier in Gießen verkaufen wollte. ** -Unfall. Heute morgen kurz vor 8 Uhr wurde im Wiesecker Weg ein etwa 16jähriger junger Mann von einem Auto angefahren, wobei er unerhebliche Hautschürfungen davontrug. Das Auto brachte den Verletzten selbst in die Klinik. ” Das Jubiläum der Stadtkirche. Zur Erinnerung an die vor 100 Jahren erfolgte Einweihung der Stadtkirche wird kommenden Freitag den 29. Juli, mittags 12 Uhr, mit allen Glocken der Stadtkirche eine Viertel st undo lang geläutet werden. ** Oberhessischer Kun st verein. Morgen, Mittwoch, ist der letzte Tag der Ausstellung. Die Räume sind geöffnet am Vormittag von 11—1 Uhr und am Rachmittag von 3—5 Uhr. Don Donnerstag ab Ist die Ausstellung geschlossen. "Der Fe st ausschuß der 116er richtet an die Bürgerschaft Gießens im Anzeigenteil unteres Blattes einen Aufruf für den am 20. und 21. August stattfindenden ersten 116er-Tag (Gedenktag der Schlacht von Anloy) Freiquartiere oder fölche gegen entsprechende Bezahlung aur Verfügung zu stellen. Spend rn werden an das Konto .Regiments-Appell 116" bei der Mitteldeutschen Creditbank Gießen erbeten. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag Großer Hörsaal, 8 Uhr Vortragsabend der Hess. Vereinigung für Volkskunde. — Lichtspielhäuser wie gestern. °e. Hessische Vereinigung für V o l k s k u n d e. Heute abend wird im großen Horsaal der Universität, 8 Uhr, Herr M e t r o p. Lic. Doe11e von Marburg in der Hessischen Derei ag ung für Volkskunde über »Hessische Dauern" sprechen. Der Vortragende ist vielen Freunden der hessischen Volks- und Heimatkunde kein Unbekannter. Seine Dücher, vor allem das .Aus einer vergessenen Ecke", haben ihn weithin bekannt gemacht. Die Schärfe seiner Beobachtungen, seine Weitherzigkeit, sein Verstehen suchen der Sitten und Bräuche, aber ganz besonders seine Charakterschilderungen, denen wir in seinen Büchern begegnen, versprechen einen lehr- und genußreichen Abend. Auch Richtmitglieder sind herzlich willkommen. Kreis Lauterbach. 0 Schlitz, 23. Juli. Wie schon kurz berichtet, traf gestern das auf'dem Rückmarsch von Thüringen befindliche Marburger Ausbr'l- dungs- Bataillon des Reichswehr-Infan- terie-Regiments 15 hier ein und bezog mit dem Regimentsstab hier Quartier. Die Truppe fand äußerst freundliche Aufnahme, so daß die Soldaten über die Gastfreundschaft des Lobes voll waren. Am Rachmittag gab die Dataillonskapelle auf dem alten Marktplatz ein Konzert, das von der Bevölkerung mit Begeisterung ausgenommen wurde. Das Gießener Bataillon bezog in verschiedenen Ortschaften des Schlitzerlandes, so in Hatzdorf und Fraurvmbach, Quartiere. Heute früh führten kleine Gefechtsübungen beide Bataillone über Bad Salzschlirf nach Lauterbach, wo in der Stadt und Umgebung Unterkunft vorgesehen ist. Dach einem Ruhetage am morgigen Sonntage trennen sich beide Bataillone, um auf kürzestem Wege in chre Garnisonen zurückzumarschieren. — Wie von den Soldaten erzähtt wird, fanden fie unterwegs auch in Thüringen überall freundliche Aufnahme, vor allem auch in Schmalstrlden, trotzdem dort vorher von radikaler Seite in Prefte- artikeln gegen die bevorstehende Einquartierung demonstriert worden war. Kreis Schotten. ed. Eschenrod, 25. Juli. 3n dem fast 500 Einwohner zählenden Dorf Eschenrod wurde in der letzten Zeit ein besonders häufiges Auftreten der Blinddarmentzündung beobachtet. 3m Laufe des vergangenen Halbjahres muhten sich 7 Personen dieser Gemeinde im Alter von 11—30 Jahren einer Blinddarmoperation unterziehen. Wie wir hierzu voy unterrichteter Sette erfahren, hangt wohl die auffallende Häufung dieser Krankheit mit einer ausgedehnten schweren Grippeepidemie zusammen, welche im letzten Winter in diesem Ort herrschte und bis in die letzten Monate ihre Ausläufer sandte. Es dürfte sich bei der Blinddarmentzündung in den erwähnten Fällen wohl um lokale Affektionen einer derartigen Allgemeinerkrankung handeln, daher auch die Häufung der Fälle in der Gemeinde und in einzelnen Familien entsprechend dem epidemischen Charakter der Grippe. Kreis Friedberg. Zugzusammenstoh. Friedberg i. Hessen, 25. Juli. (Wolff.) In der Rächt zum Sonntag fuhr hier ein von Gießen kommender G ü t e r z u g auf einen anderen im Gleise befindlichen auf, wobei mehrere Wagen entgleisten. Es wurden dabei zwei Eisenbahnbeamte verletzt, von denen einer seinen Verletzungen erlegen ist. Untersuchung ist eingeleitet. Starkenburg und Rheinhessen. Große Waldbrände im Rheingau. fd. R ü d e s h e i m, 25. Iuli. Der Riederwald war vom Freitag bis Sonntag der Schauplatz umfangreicher Waldbrände. 3m Kammerforst wütete ein zweitägiger Brand, dessen Flammen die Straße überschritten und einen Bezirk nach dem anderen sowie zahlreiche Getreidefelder einäscher ten. Oberhalb Aßmannshausen vernichtete ein Brand, der ebenfalls mehrere Tage andauerte, erhebliche Waldflächen. Bei dem Schloß Rhein st ein unterhalb Dingen wurden gleichfalls mehrere Waldungen vernichtet. Die DrandHerde dehnten sich bis an die Weinbeige hinunter. £er Schaden ist ganz guher- ordentlich groß. Die Feuerwehren der Rheintal- orte waren gegen die Brände so gut wie machtlos. Rur ein durchdringender Regen kann ein Wiederauflohen der Flammen verhüten. • * Kurze Rachrichten aus Hessen uno den Rachbar st aaten. Der Obersch l e s i er ta g erbrachte in Dad-Rauheim durch Straßen- und Haussammlungen 13 000 Mt. — Rachdem vor mehreren Wochen einer der Riesenbäume in der Bad-Rauheimer Park-Allee plötzlich zusammenstürzte, brach dieser Tage von einem der ‘Säume wieder ein starker Ast bei völlig windstillem Wetter ab. Die alten Ulmen scheinen demnach größtenteils allersschwach und morsch zu sein, wodurch sie ei-2 Gefahr für das Publikum bedeuten. — Beim Iugendfest in L i ch, übet das wir ausführlicher berichtet haben, gingen für das Oberschlesierhilfswerk durch Blumen- verkauf über 500 Mk. ein. — Das Fest der goldenen Hochzeit feierte in Ettingshausen das Ehepaar Zimmermeister Konrad Seip in körperlicher und geistiger Frische. Kirche und Schule. Heimatkundliche Studienfahrt deutscher Lehrer. Gießen, 25. Iuli. Bon der Ansicht ausgehend, daß alles pflanzliche, tierische und zuletzt menschliche Leben größtenteils bedingt ist von der Art des. Grund und Bodens, worauf es sich entwickeln soll, wurden als erster Gegenstand des heutigen Tages die Teilnehmer durch einen Vortrag des Universitätsprofess ors Dr. H a r r a s s o» wih mit der Geologie und Geographie Oberhessens und der angrenzenden Gebiete bekannt gemacht. Unterstützt durch ein reiches Anschauungsmaterial in Form der vorkommenden Gesteinsarten und an der Hand von Karten und guten Lichtbildern, die auch der Gegend landschaftlich gerecht wurden, zeichnete der Vortragende ein Bild der Landschaft, die später wenigstens teiltoeife in Augenschein genommen werden soll, und die dann besser verstanden und gewürdigt werden lann. Ein Gang durch den hiesigen Botanischen Garten schloß sich an. Unter der sachkundigen Führung des Gartenbauinspektors R e b • nelt besichtigte man die mit großem Flciße und Sachkenntnis zusammengetvagenen einheimllchen und ausländischen Pftanzen, woraus noch die im botanischen Lehrsaal aufgelegten einschlägigen Karten und Reliefwerke angesehen wurden. Der Rachmittag war der denachvarten Stadt Wetzlar gewidmet. Der erste Besuch gatt den optischen Werken von E. Leitz. Mit Staunen konnte man sich hier davon überzeugen, welche ungeheuren Fortschritte die Optik in letzter Zeit in der Anfertigung von Mikroskopen und Projektionsapparaten gemacht hat. Die Gröhe des Unternehmens wird wohl am besten gekennzeichnet, wenn man erfährt, daß 12—14 000 Instrumente jährlich angefertigt werden, und daß in nächster Zeit der 200 000. Apparat! fertig wird. Prof. Dr. Seher- Marburg leitete einen Rundgang durch die Stadt. Der Tag wurde würdig geschlossen durch den Vortrag von drei durch den Dichter selbst dargebotenen Erzählungen Dr. Alfred Bocks, die ein getreues Abbild unseres oberhessifchen Volles darstellken und mit viel Beifall ausgenommen wurden. (Bie&ener Stadttheater. Tanzabend Hille-Bobbe. Gießen, 25. Iuli 1921. Tanzen! Wenn man sich schon beim Zuschauen vorkarn wie ein Dutterkloh in der Sonne — die Künstlerin konnte einem leid tun. Sie muß schon über eine beneidenswerte Elastizität verfügen, um diese doppelte Anstrengung auszuhallen. Sie hat die Iugend dazu, wenn man auch nach dem Hille- Bobbe-Dild von Franz Hals erwarten konnte, eine alte Hexe auf der Bühne erscheinen zu sehen. Die Ramenswahl für eine junge, hübsche Künstlerin erscheint absonderlich, aber wir leben ja in einem Zeitalter, das die Kontraste liebt. Der Abend bot mancherlei Reu es. Richt genug, daß der Tanz Hille-Bobbes die must« kalische Stimmung ausdrückte, ließ er diese Stimmung durch Rezitationen Erich R a v e n t 0 s vorbereiten. Die Wahl der Gedichte war meist sehr glücklich. Raventos brachte sie unaufdringlich zu voller Wirkung, wobei es sich an „©olgatba" und „Betrunken" erwies, daß seine Vortragsweise besonders Liliencron nahe steht. Die Tänze zeugten von guter körperlicher Disziplin und sicherem musikalischem Gefühl, ohne daß die Künstlerin sich bisher einen vollkommen persönlichen Sill her- ausgearbeitet hätte. In den Tänzen ohne Musik scheint sie ihn anzustreben. Für diese wäre bk Stimmungsvorbereitung durch Rezitation wichtiger gewesen. Die Gefahr, hierdurch in pantomimische Ausdeutung zu verfallen, wie in „Faun und Rixe", könnte vermieden werden. Tänze ohne Musik find sicher daS zu erstrebende Ziel einet selbständig gewordenen plastischen Tanzkunst. Hille- Bobbe machte den Weg dahin nur in dem durch Paukenschläge rhythmisierten ganz ausgezeichneten „Spuk" überzeugend. „Berufung" blieb ali Körperbewegungsstudie sehr interessant, aber zum Tanz mangelte die letzte innere Beschwingtheit, die tanzende Seele. Besonders bemerkenswert waren die Vorführungen alter Ballettschule. Von ihnen fühlte sich das Publikum, trotzdem schon manche moderne Tänzerin hier gasttert hat, außer dem köstlichen .Matrosentanz" am meisten begeistert Erwähnt seien noch „Geschichten auS dem Wiener Wald" und .Hochzeit auf Trv>dhaugen". Hille- Bobbe ist auf jeden Fall ein aufstrebendes Talent. das bei fester Selbstzucht die Entwicklung des modernen Kunsttanzes bereichern kann. zz. Aus dem Amtsverkttndigungsblatt. •’ Das Amtsverkündigungsblati Rr. 106 vom 25. Iuli enthält: Gö'.reSgesellschaft. — Reuregelung der Höchstpreise für Kohlen. — Erhebung und Auszahlung der örtlichen Kirchensteuern für das Rechnungsjahr 1920. — Feldbereinigung Steinheim. — Klauenviehmarll in Grünberg. — Ortssahung über den Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Gemeinde Ron- nenroth. Ein Klauenviehmarkt findet Mitt» woch den 27. L MtS. zu ©rünberg statt. Es darf nur Klauenvieh, das aus dem KreiS Gießen flammt oder der vorgeschriebenen Quarantäne unterlegen Hai, aufgetrieben werden. Sin Ursprungszeugnis der betreffenden Bürgermeisterei oder das Zeugnis eines beamteten Tierarztes muh beim Auftrieb vorgezeigt werden. Vermischtes. Paris, 25. Iuli (WB.) Drei maskierte Banditen haben in der letzten Rächt die Reifenden eines Wagens erster Klaste in dem Zuge Paris — Mars eille zwischen den Bahnhöfen Beaune und Chagny ausgeplun- d e r t. Ein Schüler des Polytechnikums wurde bei dem Versuch, sich zu verteidigen» von den Räubern getötet. Diese setzten die Dotbrems« in Bewegung, verließen den Zug und entkamen Die Nothersteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by ©reiner & Eornp., Berlin W 30. 16. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Später, als sie gemeinsam den Heimweg an- traten. und Hertha zufällig ein paar Schritte voranging, beugte er sich rasch mit einem warmen, bittenden Blick zu Do. „Liebe, teure Komtesse," stammelte er befangen, „ich habe Ihnen noch jo viel abzubttteni ©ie sind mir damals so rasch entflohen — wie ich später erfuhr, aus einem traurigen Anlaß, der es mir bann unmöglich machte, Sie in den folgenden Tagen aufzusuchen —, aber nun, wo ein Io glücklicher Zufall mich wieder in Ihre Rähe brachte, muh ich Ihnen sagen . . .“ Sin erschreckter, angstvoller Blick aus ihren Augen, der ihn beschwor, zu schweigen, lieh ihn verstummen. Aber sie konnte es nicht hindern, daß er rasch chre Hand an die Lippen zog und einen heißen Kuß darauf drückte. Verwirrt hastete sie Hertha nach, hing sich an deren Arm und überließ ihr für den Rest des «Weges alle weitere •Unterhaltung. 21m Fuße des Berges angelangt, erinnerte sich Hertha an die Blumenkränze, die fie beide noch immer im Haar turnen. »Ach, Liebste, das hätten wir bald vergessen: Schnell Do, nimm sie fort, ehe wir unter Leute kommen." Do löste die Kranzlein schweigend von chrem Vnb Herthas Kopfe und wollte sie wegwerfen. Aber Waldemar Ruhland nahm sie ihr aus der Hand. ' „Schenken Sie sie mir zum Abschied als Andenken an diese schöne Stunde des Wiedersehens," sagte er bedeutungsvoll. Hertha lachte. „Wenn Ihnen daran liegt, gern. Aber dafür müssen Sie sich nun auch von uns trennen. Ich habe keine Lust, Ihretwegen von Papa eine Rase zu bekommen, weil ich mit dem „ Feinde" konspiriere." „Wie Sie befehlen. Komtesse. Aber — wann und wo sehen wir uns wieder?" Ohne eS zu wissen, ruhte sein Blick dabei in selbstvergessener Zärtlichkeit auf Dos gesenktem Köpfchen. Hertha stutzte und sah einen Augenblick ganz bestürzt drein. 3m nächsten Augenblick hatte he sich wieder gefaßt und sagte, während ein sanftes resigniertes Lächeln um ihre Lipven spielte: „Bestimmen Sie selbst. Wir sind morgen den ganzen Tag frei." „Dann a(fo wieder hier an der Ruine?" „Ia. Wir werden um neun Uhr hier fein. Rachmittags könnten Do und ich vielleicht eine Spazierfahrt zu den Laslafällen machen und in der Mühle Kaffee trinken." „Sie sind ein Engel, Komtesse!" rief Waldemar stürmisch und kühle ihre Hand Sein Blick war so strahlend, und alles, was er dachte, stand so deullich in seinen offenen Zügen zu lesen, daß Hertha nicht mehr daran Zweifeln konnte, seinen Blick aus Do vorhin richtig gedeutet zu haben. Hertha liebte den um zwei Iahre jüngeren Freund ihres Bruders insgeheim, jo lange denken konnte. Aber sie war viel zu [lug, um je an dieses Gefühl Hoffnungen oder Wünsche geknüpft zu haben. Rur der Gedanke, wer die Glückliche sein würde, die er eines Tages wählen würde, machte ihr manchmal schwere Sorgen. Denn ihn vielleicht unglücklich an der Seite eines oberflächlichen Wesens zu sehen, hätte sie nicht ertragen. Run sah fie, daß sein bisher nur der Kunst ergebenes Herz plötzlich zu sprechen begann. Diese Entdeckung entzückte sie. Wenn Do seine Frau wurde, blieb er ja auch in ihrer Rähe . . Do wollte Einwendungen wegen morgen machen. Aber Hertha schnitt alles kurz ab. »Es bleibt dabei," sagte sie, dem Maler die Hand schüttelnd. »Wir kommen bestimmt! Aus Wiedersehen, lieber Freund!" mich freuen, wenn . . . wenn gerade ihr beibc Freundschaft schließen würdet!" Dv blickte unruhig auf bei dem ernsten ein* dringlichen Ton. Sollte sie Hertha tagen, warum ihr die Gegenwart dieses Mannes so furchtbar peinlich war? Welche Dreistigkeit er sich gegen sie erlaubt hatte? Do fühlte instinktiv, daß Hertha diesem Manne gegenüber für alles Entschuldigung gefunden hatte. Inzwischen hatten die beiden Komtessen Grasenegg erreicht. Dort schien alle« von einer verärgerten Stimmung beherrscht zu sein. In der Halle stand Fräulein Miller, die Mamsell, und richtete Fruchtaufsätze zurecht, denn die Gräfin und Anneliese erwarteten für den Rachmittag einige Rachbarn zu Besuch. „Warum willst du mich zwingen, mitzugehen, wo ich doch nicht mag?“ sagte Do, nachdem sie eine Weile schweigend gegangen waren, plötzlich heftig. Hertha blieb ganz gelassen .Weil ich sah, daß es Waldemar Ruhland Freude machte. Du haft ihm sehr gefallen, ich merkte es. und er ist sonst keiner, der sich rasch begeistert." „Hnb wenn? Mir ist das sehr gleichgülttg. — Was geht mich denn Waldemar Ruhland an?“ »Ist er dir unsympathisch?" „Darüber habe ich noch nicht nachgedachtl Ich kenne ihn ja nicht!" „Dann lerne ihn kennen, Dvi Tu es mir zuliebe! Er ist der beste, warmherzigste 'Mensch, den es ßibtl Dabei ganz ohne Zalsch. Ich mürbe, Auf dem hageren Gesicht der Mamsell "brannten zwei rote Flecken, und während sie die Früchte auf den Aufsätzen verteilte, machte sie dem nebenstehenden Hausmädchen gegenüber ihrem Berger laut Luft. »Ratürlich — alles soll im Handumdrehen gemacht fein! Die Komtesse muß justament das blaue Kleid heute anziehen, an dem noch so vier zu ändern ist, und Se Durchlaucht muß dazu noch ausgerechnet heute wieder einen Gichtanfall 'bekommen, wo er dann nie weiß, was alles er verlangen soll . . .“ Sie verstummt eerschrocken, denn Hertha und Do kreuzten eben die Halle, und erstere warf ihr einen scharfen Blick zu. (Forffehung folgte Die Wohnungsnot, ihre Ursachen und Abhilfe. Don Otabtnerorbn. H. Winn. Bor bem Ärwge 1870/71 war das Wo h - Mung-bedürfni- ber einzelnen Menschen geringer al« heute Man war befcheibener und begnügte sich in ber Mehrheit mit den Bäumen, die unbedingt notwendig waren. Sehr ost war baß Wohnzimmer zugleich auch Schlafzimmer der (Ktern. Auch in den sogenannten besseren Kreisen DZvhnte man bcfd>dben; die Arbeiter waren höchst »anspruchslos Die Arbeitsgelegenheit war zeit- jlveise gering, so daß viele Arbeiter gezwungen Koaren. in fremden Ländern Arbeit zu sucheit. So wanderte and Ober Hessen eine große Anzahl 'Arbeiter nach Frarckreich auS. um dort besonders als Straßenkehrer Verwendung zu finden. Sie wurden im Jahre 1870 bei Ausbruch des Krieges ausgewiesen. Sin Teil kehrte mit erheblichen Barmitteln in die Heimat zurück und baute sich, um besser wohnen zu können, aus eigener Kraft ein Häuschen. Aach dein Kriege 1870/71 entwickelte sich die gesamte deutsche Volkswirtschaft in ungeahnter Äeise. Industrie, Handel und Wandel, das getarnte Handwerk, nahmen in kurzer Zeit einen derartigen Aufschwung, dah viele der raschen Entwicklung kaum folgen konnten. Ss kamen die Isogenannten Gründerjahre, in welchen man ähnliche Erscheinungen erlebte, wie bei dem heutigen Schiebertum, nur nicht in dem ausgedehnten Umfange wie heute. Mit der Entwicklung und dem Fortschritt auf allen Gebieten wurden auch die Bedürfnisse der Menschen im allgemeinen gröber. Man begnügte sich nicht mehr mit den früheren engen (Räumen; jeder hatte daS Bestreben, sich auszudehnen. <$ine natürliche Folge dieses De- streoens war, dah sich das Baugewerbe in ungeahnter Weise entwickelte Heberall, wo man hinschaute, war rege Bautätigkeit. Unsere Arbeiter brauchten nicht mehr wie vor dem Kriege auSzuwandern, um im Auslande Arbeit zu suchen: jetzt suchten Arbeiter aus fremden Ländern Arbeit en Deutschland. In wenigen Jahren entstanden auS Hütten Häuser und Prachtbauten, aus Dörfern wurden Städte. Mit der Bautätigkeit entwickelte sich die gesamte Volkswirtschaft. Eisen- -und Holzindustrie wurden durch den grohen 3n- jlandsbedarf gehoben. Industrie und Handwerk Latten sich in freiem Wettbewerb in wenigxn fahren zu hoher Blüte aufgeschwungen. Man wetteiferte auf allen Seiten, stets Besseres zu schaffen. Mit der steigenden Bautätigkeit wuchs auch daS Bedürfnis nach geeigneten Bauplätzen. Wilde Bodenspekulanten erschienen auf 6er Bildfläche und verteuerten Grund und Boden. Die bäuerliche Bevölkerung der Städte, der vornehmlich Grund und Boden der Städte als Eigen- (tum gehörte, merkte aber bald, dah sie wertwolle Objekte hatte, betrieb die Spekulation selbst -und spielte bald den großstädtischen Rentner. Die Spekulation derjenigen, die gern ohne große Mühe und Arbeit reich werden wollen, bemächtigte sich auch deS Baumarktes. Diesen Herren war es mit der Dodenfpekulatton nicht genug, (sie nahmen sich Strohmänner, die größtenteils aus ! kleinen Dau Handwerkern mit etwas Barmitteln westanden, und bauten Häuser, meistens billig und schlecht. Eine Menge Seiner Leute büßte hierbei 'ihre Spargelder ein, während die Spekulanten .ihre Taschen füllten und das reelle Bauhandwerk, da« nur Qualitätsarbeit lieferte, schwer schädigten, |fo daß eS seinen Betrieb änderS einftellen mußte, ,um den Anforderungen, die gestellt wurden, Rechnung zu tragen. DaS Verlangen nach besseren Stockwerk-Wohnungen und Häusern zum Alleinbewohnen wurde immer allgemeiner, und so mußten diejenigen Bauleute, die sich auf der Höhe halten wollten, sich eignes Baugelände beschaffen und auf diesem Wohrchäuser errichten, waS auch wiederum nötig war, um einem festen Stamm Arbeitern ständig Arbeitsgelegenheit zu geben. Hier wurde eine Fülle sozialer Arbeit geleistet, jedoch können diese Leistungen erst jetzt gewürdigt werden. Bedauerlich war eS, daß man die das Volk-Wohl fördernde Bautätigkeit durch oberflächliche Beurteilung gehemmt hat. Anstatt Tie zu fördern, belegte man sie mit allen möglichen Lasten, so daß eS in den letzten Jahren vor dem Kriege unmöglich war, Welter zu bauen. DaS Geld auf dem Daumarkt war schwer, oft nur gegen hohe Zinsen, zu beschaffen: die Wvh- nungSmieten waren zu gering und standen in keinem Verhältnis zu den auf dem HauSbesih ruhenden Lasten. Große Verluste und Zahlungseinstellungen waren die Folge. Sin großer Teil der an den Bauten beteiligten Kreise mußte Konkurs anmelden. Die noch wenigen Daugeschaste konnten sich nur noch mit Mühe halten. So kam es. daß schon vor dem Kriege die Bautätigkeit lahm gelegt war und während deS Krieges fast vollständig ruhte. An den Herrn Oberbürgermeister der Stadt Dießen wurde bereits im Jahre 1908 die Forderung gestellt, einen großzügigen Bebauungsplan für die Stadt Gießen anfertigen zu lassen und Gelände für die Stadt, daS besonder- für Kleinwohnungen Verwendung finden wirtschaft ist die' letzt bestehende Wohnungsnot I ober richtiger gesagt daS Wohnungselend ent- > landen. Lllle dtese Fehler noch im einzelnen auf- zuführen, würde zu weit führen. Unsere Ausgabe muß es sein, nicht lediglich rückwärts zu schauen, sondern zu versuchen, aus dieser Rot herauszukommen. Hier muß Jedermann mitheisen: die Wohnungsnot besteht überall und bedrückt sowohl den ^jauSbefttjer wie den Mieter. Die Beschlagnahme von Wohnungen hilft über daS Elend nicht weg. bringt dagegen nur Streit und Unannehmlichkeiten aller Art. Wün- chenswert wäre es, wenn bemittelte Bürger durch Zahlung einer Abfindungssumme das Bauen unterstützten oder selbst kleine Häuser erstellten, damit ihre Wohnungen von der Beschlagnahme verschont blieben. Allgemein müßte ein bessere- Verständnis für die Zusammengehörigkeit und für die oziale Rot Platz greifen. Vorschläge sind nach tllen Richtungen gemacht und auch hier unb da chöne Ergebnisse erzielt worden. Staat und Gemeinden tun ihr Möglichstes, um neue Wohnungen erstehen zu lassen. Vereine mit ver- chiedenen Zielen bauen mit Hilfe der Gemeindc- und Staatszuschüsse Häuschen für ihre Mitglieder. Doch alle die bis jetzt getroffenen Maßnahmen in den verschiedensten Formen konnten die in so großer Masse erforderlichen Wohnungen nicht beschaffen. Mehr als bisher vom Reich und den Städten für den Wohnungsbau geschehen ist, kann augenblicklich nicht geleistet werden, weil andere große Sorgen unsere Reichsfinanzen bedrucken. Somit bleibt nichts anderes übrig, als daß alle mitarbeiten, einerlei welchen Standes ober welcher Partei sie angeßören, und baß wir als ein einig Volk zusammenstehen unb burch Aufbringung eigner Arbeit unb eigner Kapitalien, wenn solche auch noch so klein sind, Wohnhäuser erstehen lassen. Früher baute sich ein Arbeiter mit Hilfe einer Kollegen ein Häuschen. Warum kann dies heute nicht geschehen? 20 bis 30 Prozent der Baukosten könnten dadurch gespart werden. Jeder W o h nun g such en d e muß dahin ftreben, sich ein eignes Heim z u beschaffen, was bei vielen bei gutem Willen geschehen kann. Ein Volk, das in der schweren Kriegszeit zusammengestanden und Schützengräben in Hülle und Fülle gebaut hat, muß auch befähigt sein, sich Häuser für seine Familien zu bauen. In erster Linie sollten vermögende Mieter bestrebt sein, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln Häuser für sich zu erbauen, damit ihre Mietwohnungen für weniger Bemittelte frei gemacht werden könnten. Selbstverständlich ist eß, daß der Staat und die Gemeinden alle bieienigen, die bestrebt sind, sich mit eigner Arbeit und teilweise eignen Mitteln ein Haus zu erbauen, unterstützt. Von fetten des Staates wäre ein bestimmtes Kapital, wie solches seither schon geschehen, auf eine Reihe von Jahren zinslos zu geben unb bas Haus in ben ersten Jahren von den Grunbsteuern frei z u lassen. Die Stabt müßte Dau - gelänbe loftenloö ober zu billigem Preise, unter Umftänben nach einem festzu- setzenben Ablösungsoerfahren, zur Verfügung stellen. Jede Baustelle müßte mindestens 500 Quadratmeter groß sein, bamit auch ein ent- sprechenb großer Auhgarten vorhanden ist. Straßen, Wasserleitung und ähnliche Anlagen wären auf Kosten ber Stadt bis an das Haus zu legen. Die teuren Kanalbaukosten könnten vorerst durch Anlage von Gruben erspart werden, weil die Abgänge zur Düngung deS Garten- erforderlich sind. Die Baugelber müßten auf eine Reihe von Jahren steuerfrei bleiben. Auch die Abgabe von billigen Baumaterialien, Holz zum Schätzungswerte. Steine und Sand zum Selbstkostenpreise, ist ins Auge zu fassen. Wenn auf diese Weise Staat und Gemeinden und alle d i.e in ber Lage sind, Hilfe leisten — unb Hilfe kann jeber gesunde arbeitsfähige Mensch leisten — bahn muß eS auch möglich fein, baß mit Selbsthilfe ein großer Teil Wohnungen erstellt werben kann. Auch gut fundierte Sabri- k e n könnten den Eigenbau ihrer Arbeiter durch Hergabe billiger Hypothekengelder unter bestimmten Voraussetzungen unterstützen. Die private Bautätigkeit tonnte durch die hier angeführten Unterstützungen wieder neju belebt werden. Spekulation in irgendeiner Weise darf bei Bauten, die mit Hilfe öffentlicher Mittel erstellt werden, nicht getrieben werden. Del Fertigstellung eines jeden Baue-, der mit Hilfe deS Staate- und der Stadt errichtet wird, find den Behörden die Selbstkosten anzugeben. Die Behörden müßten berechtigt fein, die Häuser gegebenenfalls zu den Selbstkosten zu übernehmen. Durch die Hebung der Bautätigkeit wird die Arbeitslosigkeit gemindert, Baugewerbe unb bie bamit zusammenhängende Industrie erhalten lohnende Beschäftigung Die Arbeitslosenunter- stützungsgelder würden in Wegfall kommen unb baS Geld zum Wohnungsbau eine viel bessere Verwendung finben sollte und damal« für etwa 1 Mk. pro Quadratmeter zu haben war, zu erwerben. Dieser Antrag wurde in den folgenden Jahren wiederholt gestellt. Der Herr Oberbürgermeister lehnte die Forderung mit der Begründung ab, daß er kein billiges Baugelände abgeben könne, eS feien Wohnungen genug vorhanden, man solle nicht so viel bauen. Trotzdem fehlten überall Kleinwohnungen, von Vereinen wurde um Gelände für diese bei ber ©tobt nachgesucht. Anbere Städte dagegen hatten der Forderung der Zeit folgend großzügige De- .bauungSpläne ausgearbeitet und einen Teil Baugelände für ihre Weiterentwicklung sichergestellt. Hier aber hatte man nicht das wünschenswerte Verständnis und sträubte sich, dem Volkswohl bienenbe Anlagen zu schäften. Auch heute noch warten seit etwa 20 Jahren einzelne Stadtteile auf ihre Entwicklung: Flickwerk unb Kurzsichtigkeit überall Aber auch die Bewegung ber Bodenreform e r schadete der Weiterentwicklung des Dau- IhandwerkS. Man wollte die wilde Dodenspellu- Kation bekämpfen, bekämpfte aber Hausbefiy unb Baugewerbe Die Bestrebungen, daS erforderliche Baugelände in den Besitz der Städte zu .bringen und ber Spekulation zu entziehen, waren angebracht, aber fast burchweg erfolglos Wic leider so oft in unserem Wirtschaftsleben blieb Wenn das Bauen von Staat unb ben Gemeinden ernstlich mit allen Mitteln gefördert wird, bann wirb unsere Volkswirtschaft in absehbarer Zett wieder neu belebt werden; Arbeit ist auf eine Reihe von Jahren in Hülle unb Fülle vorhanden. Richtig ist wohl, baß bie Stäbte au eigene Rechnung einen großen Teil Wohnungen errichten, aber wirtschaftlicher unb für bie soziale Erziehung weit wichtiger ist eS, den Eigenhausbau zu fördern. Wer in einem Mietshaus wohnt, hat keinerlei Interefte an ber Unterhaltung und Verbesserung seiner Wohnung. Wer dagegen ein eigenes Heim besitzt, unterhält und verbefteri, hat an seinem Besitz, ber ihm stet- wertvoller wird, auch seine .Freude. Sobald die Unterhaltung und Verwaltung ber Häuser beginnt, muß bie Stadt eine Anzahl Beamte zur Aufsicht und Pflege der Häuser anstellen. Es ist zu haften, daß bie hier in Gießen bestehende Bewegung, mit Selbsthilfe eigene Heime zu errichten, halb greifbare Gestalt annehmen wird unb wir bald über der Haustüre den schönen Spruch finden- .Eigner Herd ist Goldes wert". Die geplante Mietsteuer muß den Städten verbleiben, wo fie erhoben wirb. Es ist wohl nicht richtig, baß der Staat sie für sich teilweise beansprucht. Den Städten werden durch Heb er - nähme der Flüchtlinge große Lasten aufgebürdet, vom Staat aber nicht ber entsprechende Ersatz gegeben. Eine Verteilung ber Mietsteuer verursacht wieder eine Menge Unkosten durch ben schwierigen Derwallungsapparat. Die Forderung muß erhoben werden, daß bie Mietfteuer ben- zu beleben unb besonders ben oft geforberten j ^Llleinwvhnungsbau zu fördern. Durch diese Miß-1 «es auch hier bei den Theorien. Rur durch De- 'teitftenung von billigem Baugelände und Heber- jerrigen Gemeinden verbleibt, die fie zur Förde ruug des Wohnungsbaues verwenden. Die Land «ahme eines Teile- ber Lasten wie z. B. Straßen- toftenbeiträge unb andere Lasten auf Kosten ber Stadt wäre eS möglich gewesen, den Daumarkt bcDöltcrung der Kreise könnte durch bie Kreis' Verwaltung zusammengesä^ossen werden und die auf dem Lande zu erhebende Mietsteuer dem Lande verbleiben. Landwirtschaft. Bezug do» Obstbäumen durch die Landwirt» schaftskammer. Die Landwirtschaftskammer Darmstadt veranstaltet durch ihre Ausschüsse in Darm- tadt, Gießen unb Alzey auch in diesem Jahre einen gemeinsamen Daumbezug. Die Bäume werden durch Sachverständige in guten Baumschulen ausgesucht. Die Unkosten für Verpackung und Porto trägt der betreffende Landwirtschaftskammer-Ausschuß und gewährt, soweit die Mittel reichen, bei Bestellungen von 5 Bäumen aufwärts Zuschüsse bis zu 20 Proz., jedoch nur an Selbstpflanzer und nur bis zu einem Höchstbetrag von 50 Mark pro Besteller. Bestellungen sind bis zum 15. August dem zuständigen LandwirtschaftS- kammer-AuSschuß einzusenden. Handel. Berlin, 25. Juli. Börsenst immun g S b i 1 d. War auch die Anhäufung der Kaufaufträge bei der Bankwett nicht mehr so groß als,sonst Montags, so war die Geschäftstätigkeit an der Börse doch noch beträchtlich. Don den zu schwankenden Kursen gehandelten Papieren erfuhren die meisten Kurssteigerungen bis zu 7 Prozent, und eine ganze Anzahl führender Papiere solche von 10 bis 15 Prozent. Rheinische Braunkohlen, Deutsche Kali und Zellstoff Waldhof stiegen um 20 bis 30 Prozent. DaS Geschäft spielte sich in der Hauptsache in Harpenern, Mannesmann und Zellstoff Waldhof sowie im Freiverkehr in Wvlff-Buckau-Aktien ab. Don Kaliwerten setzten die Aktienpapiere Im Freiverkehr ihre Kurssteigerungen fort, wogegen Kuxe vernachlässigt waren. Auf den übrigen Märkten einschließlich der festverzinslichen Papiere blieb das Geschäft bei unerheblichen Kursveränderungen ruhig. Am Devisenmarkt sind infolge der inzwischen stattgefundenen Markverschlechterung erneute Preissteigerungen eingetreten, doch war heute der Verkehr wegen der Unsicherheit der politischen Lage unbedeutend. Frankfurt a. M., 25. Juli. Börse n st i m m u n g S b ild . Unter den Werten im freien Verkehr, die lebhafter umgesetzt wurden, gehörten Hansa Lloyd, die mit 148, 1491 umgingen, ferner bestand auch Rach- fragc nach Deutsche Petroleum, 810. Benz wurden 234 bezahlt. Julius Sichel mit 595, Wolf Buckau 441 gehandelt. ManSfelder Kuxe 5175. Montanaktien waren meist wenig verändert, Phönix Bergbau, sowie auch Mannesmann hatten regeres Geschäft. Gelsenkirchen fester, 400, Elektrizitätswerke vernachlässigt. Lahmeyer wurden höher bezahlt, 266, Licht u. Kraft 239.75. Hirsch Kupfer stellten sich bei einiger Rachfrage auf 393. Mit wenig Ausnahmen verkehrten chemische Aktten auf befestigter Basis. Bad. Anilin waren besser bezahlt, Scheideanstatt 684, Elberfelder Farben abgeschwächt, 3461 ?. Bei bescheidenen Umsätzen stellten sich CinheitSwerte in der Mehrzahl höher. Brauerei-Aktien waren wiederum stärker gefragt. Schuhs. Herz stellten sich auf 297, Siegener Eisen auf 752, Badische Maschf. Durlach auf 429. Harpener wurden weiter kräftig höher, 629Vr- Die Börse schloß fest. Frankfurt a.. M., 26. Zull 25. Juli. 22. Juli. Datum: 593,40 594,60 9,97 9,93 1166,30 1168,70 1575,90 1579,10 99,60 99,60 23,47 23,53 124,35 341,65 274,20 76,42 592.40 124,65 342,35 274,80 76,59 593,60 125,60 343,65 281,20 78,79 608,85 125,90 344,35 281,80 78,95 610,15 London.... Neuyork . . • Vhns...... Schweiz. . . . Spanien . . . Men (altes). Deutsch-Oesterr. Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel 10,08 10,12 98,90 99,10 23,17 23,23 1013,- 1016,05 1193,801196,20 1603,35 1606,65 Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief 1256,701259,30 1293,701296,30 .990,- 992,- 1008,-1011,05 Amsterdam- Rotterd. 2402,552407,45 2437,55 2442,45 Brüssel-Antwerpen . 577,90 579,10 "" Thristiania ..... 983,- 985,- kopenhagen Stockholm . Helsingfors. Italien . . . Börsenkurse. 183, 378, 256,50 593, 310, 383, - 399,75 838, 406, 336, 310, 296, 315, 273, 842, 403, 340, 315, Kurs 25.7. 77,50 Kurs 22.7. 77,50 Kurs 25. 7. 77,50 79,30 76,10 70,60 170,- 300,- 263,- 214,- 1F3,- 165,- 170,60 151,- 534,50 255,- 588,50 282,- 68,- 348,- 848,50 404,- 338,- 314,50 Kurs 22.7. 77,50 79,50 76,25 70,60 170,50 300,- 263,- 214,- 183,- 166,50 170,- 150,- 518,- 382,50 399,- 590,- 309,84 270,- 841,- 407,- 335,- 312,- 295,— 530, — 257,- 57850 282,50 69,- 335,- 259,75 594,- 280,- Fcanfturt Berlin Abend- Abend- Schluß- Schluß« 383,- 4(0,- 629,50 312,- Datum: 5 * , Disch, firiegsanl. 4 •/. Disch. Reichsanl. 3*/, Dtsch. Beichranl. 4 •, ’Preuß. Monsols Darmstädter Dank . Deutsche tkm> . Disconto-Gesellschast Dresdner Band. . . lstatienaldank f. D. . Mitteid. Treditbank. A.-Smerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch.Gußstahlwerk . D.»£u$emb. Dergw.. Dekseukirch. Dergw. . harpener Bergbau . Oberschles. kiseub.-B. Oberschles. Eisenmd. . Phönix.Bergd -Akt. Bad. Smltn- u. Soda Höchster Farbwerk« Tlektr. A.T.G..... Sch ackert-Werke. . . Friteu-GmUeaume. . Daimler . . Bud^ Vstmw . Mt. . Ldlerwerke..... 4*/. Hess.Staatsanl. . Elektron Erieschä». Mnrknotiernngen. Für 100 deutsche Mark wurden gefehlt: Datum: 1.7.1 L 23.7. Zürich Fr. 125,43 7,90 'Amsterdam Fl 59,23 4,12 Kopenhagen Är. 83,83 8,65 Prag Mr. 117,88 Stockholm ........ Mr 88,83 6,35 Wien Mr. 117,88 London Sh 97,83 -,- Paris Fr 125,40 -,— Sleuyork 5 23,83 1,29 25.7. 7,75 4,08 8.6U 6*36 7*- 16,5( 1,28 Züricher Devisenmarkt. 25. 7. 26. 7. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 191.- 19 .50 DeutschUmd ..... 160 TVl = 7.»2 7.72 Wen 100 Mr. = 0.80 0.75 Prag 100 Mr. -- 7.85 7.75 Paris 160 Fr. --- 47.05 47.05 Landon \ £ = 21.81 21.80 Italien 100 C. — 26.95 26.50 Brüssel 100 sfr. - 46.- 45.90 Budapest 100 Är. — 1.85 1.75 NeuyorK 160 $ = 609.- 609^0 Ägram. ...... 100 Mr. == 3.60 3.60 Bukarest 100 ß. « 8.25 8.- Märtte. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt, 25. Juli. Amtlich. Auf dem heutigen, stark beschickten Markte glich sich der PreiSfall vom vorigen Montag wieder aus. Bei lebhaftem Geschäft wird der ganze Markt geräumt. Im einzelnen ist zu bemerken: Auf- getrieben waren 815 Stück Großvieh, darunter 26 aus der Tschecho-Slowakei: davon 153 Ochsen. 40 Bullen. 622 Färsen und Kühe; ferner 290 Kälber, 23 Hämmel und 767 Schweine, darunter 52 Dakonyer, und 2 Ziegen. An Preisen wurden angelegt p. Ztr. Lebendgewicht: für Ochsen 400-800 Mk., für Bullen 400 -625 Mk.. für Färsen und Kühe, 250 bis 775 Mk. für beste Färsen, und 700 Mk. für beste Kühe, ferner für Kälber 500—800 Mk., für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 1100—1200 Mk, 80—100 Kilogr. 1300 bis 1375 Mk., alle schwereren Schweine 1250 bis 1350 Mk., für Sauen und Eber 1150 bis 1250 Mk. Hammel wird des geringen Auftriebs wegen nicht notiert. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Getreidemarkt. F r a n k f u r t a. M.. 25. Juli. Rur in einzelnen Artikeln zeigt sich lebhafterer Verkehr. Infolge der anhaltenden Trockenheit sind Futterartikel begehrt. Die Preise sind fest, das 2lngebot ist bescheiden und die Forderungen sind erhöht. Sämereien: besonders gesucht waren Seradella, Lupinen, gelbe, zogen weiter an. In Hülsenfrüchlen war baß Material knapp. Mais sehr fest. Für Heu und Stroh erhielt sich die regere Rachfrage. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. M., 25. Juli. In wahrhaft trostloser Weise gähnten heute die Markthallen. Zufuhren von Holland, Holstein und der Pfalz waren auSgeblieben und die Zufuhren der hre- sigen Gärtner waren sehr gering. Das gleiche Bild bot auch der Dörnepiatz. Wo sonst die Zufuhren kaum Platz fanden, waren heute die Anfuhren äußerst gering. Die Preise waren infolgedessen recht hoch. Es wurde im Großhandel bezahlt: Dirnen 2.00- 3.50 Mt. Aepsel 2.50 bi« 3 00 Mt., Falläpfel 0.80 Ml., Pflaumen 3.20 bi« 3 80 Mt., Pfirsiche 7.00—8.00 Mk.. Aprikosen 9.00 biS 10 00 Mk., Reineclauden 5.00—6.00 Mk.. Mirabellen 5.50-7.00 Ml.. Türk Kirschen 5 00- 600 Mark, Heidelbeeren 3.50-4 00 Mk.. Stnchribeeren 3,00-3.50 Mk.. Tomaten, aus!., 2.00- 2.80 Mk. Tomaten, hiesige, 3.50—4 00 Ml.. Dohnen 2 00 bi« 2 80 Mk., Erbsen 2.50—3.00 Mk., SalatgUrken 2 50—6.00 Mk.. Sensaurken 1 00—1.50 Mk. Salzgurken 0 25—0.30 Mk.. Pfeffergurken 0 15--0.20 Mart, Blumenkohl 1.80—8.00 Mk., Weißkraut 100-1.50 Mk.. Wirsing 0.90-1.50 Mk Rotkraut 1 50—2.00 Mk.. Salat 0 50—1.00 Mt.. Zwie- dein 1 00—1.30 Mk.. Kartoffeln 0.95 110 Mk. Mütter'sche Badeanstalt. Wafterwärme der Lahn am 26 Juli: 20° R. (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Französifche Presseftnnmen zur deutschen Antwort. Paris. 25. Juli. Heber durch die deutsch« Rote geschaffene L'age spricht sich die Paris"r Morgenpresle säst einstimmig gegen Deutschland auS. Rur der .Petit Paris ten" nimmt eine mittlere Stellung ein. Jule- Sauerwein sagt int „Mali n" Die Ursache der engl.-französisch. Meinungsverschiedenheit müßte lebt ernst fein, wenn das britische Kabinett soweit gehe, Deutschland eine direkte Ermutigung zu geben, indem eß ihm gestatte, den französischen Botschafter in Berlin zu fragen, ob die französische Division, deren Abiransporl angekündigt worden sei, von Frankreich allein, oder auch von dessen Verbündeten verlangt Werve Das sei eine nicht zu billigende Frage, die Deutschland vor einigen Wochen nicht gewagt habe. Lord Lurzon könne durch seine Halsstarrigkeit Frankreich in die Rotwendigkeit versehen, ohne feine Verbündeten einen Gewaltstreich gegen Deutschland zu unternehmen und eine Entente zu brechen die der Ministerpräsident in dem Augenblick aul- recht zu erhalten verständen hätte, in dem sie am notwendigsten gewesen sei. Ere Douvelle erklärt, der neue Äon» flikt mit Deutschland erscheine als eine säst sichert Konsequenz der Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich und Großbrrtannien. Well die Alliierten uneinig seien, halle Deutschland den Augenblick für gekommen, eine laute Sprache zu führen Jaques Damville schreibt in der »Aktion Stancati c“: Frankreich habe im Osten Europas keinen anderen Alliierten als Polen. Polen sei, sich selbst überlassen, zum sofortigen Tode verurteill. Deutschland in Oberschles len nachgeben, heiße, sich dazu verurteilen, nachgeben zu müßen. Der .Figaro" fragt kurzer Hand, warum französische Truppen an die Oder gehen, wenn s>« vor den Toren de« Ruhrgebietes stehen. Auch Pertinax im .Echo de Parrs" schreibt: Briand müsse OSerlin zum Rachgeben zwingen, nötigenfalls durch Zuschlägen vor den Toren de« 2lubraebieieS. Montag nachmittag 6l/2 Uhr wurde meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabethe Schäfer geb. Kornmann im 58. Lebensjahre nach kurzem, aber schwerem Leiden in die ewige Heimat abgerufen. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Hrch. Schäfer, Oberpostschaffner. Reiskirchen, 26. Juli 1921. 010340 Die Beerdigung findet Mittwoch, 27.Juli, nachm. 3Uhr statt An die Bürgerschaft Metzens! (Erster 116er-Tag.) Für den am 20. und 21. August stattfindenden ersten 116er Tag (Gedenktag der Schlacht von Anloy) haben sich zahlreiche ehemalige Angehörige des Regiments und seiner Kriegsformattonen gemeldet, um diesem Gedenktage beizuwohnen und in der alten, lieben Garnison ein Wiedersehen in kameradschaftlicher Weise, dem Ernst der Zeit entsprechend, zu begehen. Ein Teil der Gäste wird gezwungen sein zu übernachten. Wir haben daher die Aufgabe übernommen, allen diesen Kameraden ein gutes Unterkommen zu verschaffen. Die Gastfreundschaft und das Entgegenkommen unserer hiesigen Bürger bei ähnlichen Anlässen ist weithin bekannt und stets hoch angerechnet worden. Wir richten daher an die Bürgerschaft Gießens die herzliche und dringende Bitte, für die Nacht vom 20. auf 21. und 21. 22. August oder nur einen der beiden Tage Freiquartiere oder solche gegen entsprechende Bezahlung zur Verfügung zu stellen. Um unseren Kameraden das Fest wirklich in jeder Weise verschönen zu können, bitten wir, da die Unkosten unglaublich hoch sind, alle Freunde und sonst Beteiligten um Spenden, welche wir bitten an das Konto „Regiments- Appell 116" bei der Mitteldeutschen Creditbank Gießen zu senden. Auch die kleinste Summe ist willkommen, trägt doch auch sie dazu bei, unseren Kameraden genußreiche Stunden zu verschaffen. Schließlich bitten wir, um älteren oder Kriegsbeschädigten Kameraden die Teilnahme am Festzuge zu ermöglichen, uns Wagen frei oder gegen Entgelt zur Verfügung zu stellen. Alle Anmeldungen sind zu richten an die Anschrift „Festausschuß 116, Gießen, Bergstr. 20, Hausverwalter Becker". Bürger Gießens gedenkt eures alten Regiments, dankt ihm, das für euch gekämpft und geblutet hat, dadurch, daß ihr helft ihm genußreiche Stunden in der allen Garnison zu verschaffen. 8176D Der Festausschuß: Herrmann. Lindenau. Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Am Donnerstag, den 28. Juli d. Is.. mittags 12 Uhr, an der Gemarkungsgrenze Gießen - Wieseck beginnend, findet eine Bachschau an der Wieseck statt Gießen, den 25. Juli 1921. 81908 Ter Oberbürgermeister. I- D-: Krenzien. Bekanntmachung. Der Nachttagsvoranschlag der Gemeinde Annerod für 1920 Rj. liegt vom 27. Juli bis 2. August I. Is. auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Zu den Nachttagsumlagen werden auch die Ausmärker herangezogen. Annerod, den 25. Juli 1921. 8185V Bürgermeisterei Annerod: Horn.________ Bekanntmachung. Der Rachttagsvoranschlag der Gemeinde Dorf- Güll für 1920 Rs. liegt vom 27. Juli bis 2. August L Fs. auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Zu den Nachttagsumlagen werden auch die Ausmärker herangezogen. Dorf-Güll, den 25. Juli 1921. 8186V ______Bürgermeisterei Dorf-Güll: Schmitt._______ Zwangsversteigerung. Am Mittwoch den 27. Juli 1921, nachm. von 2 llbr ab, versteigere ich im Darmstadter Haus, Walltorstraße 6, zu Gießen zwangsweise gegen Barzahlung: 8im 1. Zirka 3009 Stück kleine GaSsparavvarate, zirka 1500 Stück große ltzassparavvarate. Dieselben sind für Wiederverkäufer sehr geeignet. Ein kleiner Wagen (vierräderig mit Kasten) eignet sich zum Fahren mit einer Kuh. Die Versteigerung findet voraussichtlich bestimmt statt. Deckenbach, stellv. Gerichtsvollzieher zu Gießen. Geschäfts - Eröffnung! Allen Interessenten bringe ich hierdurch zur Kenntnis, daß ich mit dem heutigen Tage am hiesigen Platze, Brandgaffe 6, eine SMSUlWllW eröffnet habe. — Vogelfutter in allen Sorten in la Qualität. Gleichzeitig führe ich la Moselweine i. all. PreiSl. oiossi Hochachtungsvoll Paul Mancher. SchadeS Kassenöffnung 6* Der Vorverkauf .von 10—1 Uhr, 1 S & F-Kaffee ausgewählte Mischungen vorzüglich. Qualitäten W 14.00, 13.00, 11.50 fiflffn« gebrannt, retnschmeck., ft Lft nuntc lose gewogen, '/, Pfd. u.JU va. MlMee 3.90 möbl. zu Groß.. verschließb.Raom z.Umerst v Möb. od.dergl. z. orm.n03a* Oeethestr. 4t p. | Mietgesuche ] Zum 15.Sevt.,eotl. sofort, Shitifa ä: SÄ Zimmer. Schristl. Angebote unter 010011 an den Gieß. Anz. Bahnhofstraße 26 Ludwigttraße 20 Walltorttrabe 24 8197c geb. Herr sucht f. dauernd 1—2 gut möblierte Zimmer in beff. Hause, mögt. Nähe der Bahnhofstraße. Schr. Angeb. unt. 010312 an den Gieß. Anz. mieten gesucht. Schritt!. Ang, u. 010221 a. d.G. Anz. Möbliertes Zinner mit Klavier oder Klavier- I benutzung von Studentin s. Wintersemester 192122 zu mieten gesucht. Schr. Ang. u. 010318 a. MUüu. StaatöbeamtinlDauerm.) sucht in gut. Hause, mögt. Mitte d. Stadt, per 1. Äug ob. spät. fr«U. möNL Ziemer m. voll. Pens. u. Fam.-An- schluß. n. L bei alt. Leuten. Bett u.Bettw.w.gest.Schr. Ang.u.010227a. d.G.Anz. Feinste große neue Bollberinge 3 Stück ca. ‘/4 Pfd. Mk.L50 Pa- boll. Bollberinge 3 Stück Mk. 2.50 Reue Matjesheringe Pfd. Ml- 8.— Heuer BoOinops und Sardinen Gebr. Berdux Babnbofttr. 27. Iltlc Feruspr. 1631. Selbsthilfe! Ernsthafte Interessenten, welche gewillt sind, mit eigener Hilfe und Unterstützung von Staat und Stadt sich ein Eigenheim zu schaffen, werden zu einer Besprechung am Mittwoch de« 27. Juli, abends 8 Uhr, in den Post- Keller eingeladen. 8179v Der Gießener Mieterverein. MkM heute und morgen früh eintreffend: Pa. Nordsee - Labliau 4—8-psündig, kopflos Pfund Mk. 2.3H im Ausschnitt Pfund Mk. 2.60. Mlükelekls 2-4 *“ SWMeu.SeeWsÄ'M^ Seinfte noröfee-Sfleöfilfie L Pfd. Mk. 2.50, 1—IV^vfünb. Pfd. Mk. 1.80. Sriitöe BratidiellfiiiOe Feinste frisch geräucherte Nordseeschellfische Pfd. Mk. 2B0, 3 Pfd. Mk. &- Verkaufe Mittwoch von 8 Uhr an ÄlölbNU ' am Felsenkeller, Bahnhofsttatze, ♦ eiac große Sendung Einmach- und Lalatgurkeu, Weißkraut, Rotkraut u. Zwiebel». V>'ache die werten Hausfrauen darauf aufmerksam, daß es durch daS trockene Weiter nicht viel und nicht lange Gurken gibt, daher decke jede frühzeitig ihren Bedarf. [010341 Neustadt 19. Krau Frosch. Telephon 1051. | Vermietungen | Möbl. Zimmer zu vermieten [010*339 Ebelstraßc 2 II, v. Eins. möbl. Zimmer an verm.e,Ma* Hammstr. 15. Stadt« Theater Leitung: Hermann Steiugoettcr. Sonntag den 31. Juli, abends 7 Uhr „§§=fioller" Schwank in 3 Aufzügen von Arthur Hoffmann. 6*/a Uhr. Ende gegen 9'/« Uhr. findet statt: Freitag und SamLtag Sonntag von 11—12'/, Uhr an der 8172c 1 Waggon kondensierte, gezuckerte, holländische Dollmilch$)ofe6e™ sie. MllllelMlNiter zum billigsten Tagespreis Göamn Säle... .. */< Pfund 5.00 ®oüöa-8lfe.... .. */« Pfund 4.50 S&S'filltflO 4.50,4.00 WMWlllMPa^O, 80,00 Vs. 1 rvaggon 5aW,1SJ.75J.25 feinste Qualität... V, Liter 8.50 Franks. 'HepleMn $. Steuer 5.50 3einlterWeer-5lnwu,rrn1^u,t Wk Zilronen.... 85 Vs. knnslWig.........P,und 4.50 Kinver-Kersteilmeül ^LOOVs. | Wohnungstausch | Wohnungstausch Darmstadt - Gietzen. Suche meine große 5« Zimmer - Wohn, in Darmstadt gegen 4 bis 6-Zim.°Wobn. in Gießen zu tauschen. Schr. Ang. nnt. 010243 a.d. Gieß. Anz. | Stellenangebote) HießgeZigamnsabrik sucht per 1. Oktober einen jungen Mann der mit allen vorkommenden Bureauarbeiten vertraut ist. Es kommen nur Herren in Frage, die an selbständige» Arbeiten gewähnt find. Ausführliche schriftl. Angebote mit Ge- haltSansprüchen unt. 8181 an den Gleß. Anzeiger. Tüchtiger Drogist als Lagerist für Drogen-, Material- und Farbmaren - Großhandlung zum baldigen Eintritt gesucht. Schrtttl. Ang, u. 0KV23 a. d. G Anz. sucht zum sosortigen Eintritt jüng. branchekundig. lag* Schriftliche Angebote unter 010344 an den Gie- tzener Anzeiger erbeten. Wir suchen zum sofortigen Eintritt 1 längeren Herrn durchaus zuverlässig und erfahren inSienographte, Schreibmaschine und Bu» reaiiarbciten. IfanfmäniLEeiirllng Ausführliche schriftliche Angebote erbitten 8154V hessilA 5teinM(6e G. m. v. 6.. Coiöotf. Schreinergtselle gesucht. 010330 Heb. Ommert. Walltorstratze 63. 2 liebt. Schmiedegesellen gesucht. Llndenstruth, 010352 Desenweg 6. Wickelmacher gesucht. 53 August Ackermann, | Garbenteich. Min-LkirliisN" tige Vergütung gesucht. Wilhelm loser, Gärtnerei. Wieseck-WeglO Telephon 1614. 010304 Dienstmädchen v. Hansbursche gesucht. 8173B ^inuTflimHniiiHiHuumnuiiiDinmiiiJiiuwiiironniiiiiinnniiTniiiHiiiiiuniiniiiwiitHHiiniiniiiiimii^ | ZmeMwoM I D Einige Beispiele 1 meiner Ausverkaufs-Angebote: | Hemdentuch, brauchbare Qualität.....Mk. 8.25 | | Rohnessel....................m. 7:25 | | Perkal für Hemden und Blusen........Mk. 12.75 g g Flockköper, prima Dualität........Mk. 16.50 = | Flanell......................M. 11.— | | Schürzenzeug, boppeltbreit........Mk. 14.50 | Kopfkissen...................Mk. 22.50 g | Bettücher....................W. 60.— g | Bettbezüge, »«6..............wl39— g | Damen-Taghemden, solid-Airrftchr., Mk. 24.50 M | Damen-Beinkleider mit 5«»««.. sm. 29.50 | | Handtücher..................m» 7.75 | | Wischtücher..................am. 6.75 g I Fritz Nowack 1 W Wäschefabrik und Ausstattungshaus J Z 8175c = sillHIINIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliR gigarrenfabrik sucht für ihre Fabrik-Filiale in Nähe Gießens einen tüchtigen und zuverlässigen jungen Fachmann, der die Absicht hat, sich zum Werkmeister heranzubilden. Bedingungen: Beherrschung der gesamten Fabrikatton und Befähigung zur Anleitung der Arbeiter. Gefl. Angebote unter 8123 D an den Gießener Anzeiger erbeten. Putzfrau für die Abendstunden ges. Gebrüder Löb, 8200c Alicettraßc 25. Zum sofortigen Eintritt eine perfekte Staoljpiä gesucht. Bock * Co„ 8174______Moltkestraße. Zigarren Sortiererin für dauernde Arbeit gesucht. August icke», Liebigstraße 35. 010348 AttjteniWcn gesucht. 81828 Mediz. Klinik. eÄ8' Mädchen, and) Waise, findet gute Stelle, eötL dauernd. Goctbestraße .31 L QrdentlichcS Mädchen gesucht. 8178 Frits Meister, Metzgerei, Seltersweg57. | Stellengesuche! Fräulein, 25 I., auS a. Familie, im HauSh. durchaus selbständig, sucht paff. Stellung. Rah. Schöne Aussicht 16. Selbig, geht auch nach auswärts. 0lMi0 Schneiderin sucht Beschäftigung. Schrittl- Angeb. u. 010335 an d. Gießener Anzeiger. Für meine Pers. Stütze suche ich Stellung in kleinem Haushalt. oieui Frau Obed. Siegert, Roonstraße 8 I. i Verkaufe | 1 Ziege, II. alt,z.Schlach- ten z. vk.*iaaa Leeyslr. 1 p. elwJ Wachsamer Hofhund zu ocrt Rödgen, Lange Orisstratze 25. MWH deutscher Kurzhaar, 2 Z. alt, braun, apportiert und steht vor, noch nicht ganz basenrein, macht daun, scharf und wachsam, gebt gern inS Wasser, wundervolles Gebäude, schöner Begietthund. siebt billig zum Berkaus. 8198 Stütz, hiiükll Hund 1Ä.n' Mischling, oerkau,: Lorena Krämer. LUon-Bnieck. Hohlgalle. wnitzsnniel bofflnnö 2 Jahre alt, zu vk. [01Mlt BBdgen, Lange Ortsstr. 29. ^id?,"8 Wachhund (11 Mon. alt) billig z. vk. oio3Mj Sonuenstraße 29. iStamm (8—10 Stleini. Legebnbncr weg. Aufg. abzug. Löberstr. 17. 0103,9 Geschäftshaus allerbeste Lage, sofortige Uebernahme, z. vrk. Schr. Ang. u. 010350n. d.G.Anz. Neue tzanüsäge 800mm Rollendurchmesser Umstände halber sehr billig zu verkauf. 8167V Gebr. Kuhn, Brunnenbau und Tiefbohrungen, Jnbeiden bet Hungen. Preiswert Möbßlv erkauf I Sofort verfügbar: 1 Waschkommode mit wß-Marmorpl.,Spiegel u. doppelter Garnitur, 1 desgleichen mit Einzelgarnitur, 1 ArbeitSvult für Schulkinder. M« Zu Anfang September verfügbar: 1 vollst. Eßzimmer in Eiche, Sattn-Ruhbaum fonrniert, bestehend aus Büfett. AuSziehttschmit 4 Stühlen, Sofa, Serviertisch und Spiegel. Alles sehr gut und solid gearbeitet, in tadellosem Zustand, im ganzen oder einzeln abzugeben Schanzenstratze 12 I. Äbk.Wmd ^kaufen 010351 Fraukf.Str.371l. 8ut ertj.fiiniittwfliea zu verkaufen 01032a Fn den Eichgärten 29. Einsp.-Auhwagen (fast neu» preiswert adzu- geben. Großen Linden, 01032^1__MoItkestraße 5. Schwere» Wage*, f- Holzfuhren geeignet, verkauft Frau Kirsch Witwe, 010343 Weitersbaim Zwei gebrauchte Rennmaschinen billig zu verkaufen [“1M” Neustadt 20 (Laden). Gartentisch mit 5 Stüb kn zu verk. 010345 Frankierter Str. 12 H. Anzus. von 7 Uhr abends. Prima ,1Iant FrühkaMeln abzug. Lieferung fr.HauS. 5chlagmühle, Lich. | Empfehlungen] grauen u. Mädchen erhalten unentgeltlich llik nnö MW? in RedKs-'Mnflelefleuhelten im alten »iatbauö Marktplatz 14 Attttwoch nachm. v. 60,-8 Uhr, Stabldrabtmatratzen für jede Bettstelle nach Maß, an Jedermann. Katalog frei 21A Eineaeibellabr. Sehl LTh. I Verschiedenes! Selbst. Sfljneiöerin außer d. Hause tätig, sucht Stelle als Arbeiterin bei Schneiderin ob. in einem Geschäft. Schr Angebote nnt. 010346 a. b.®ich. Anz. Stiller Teilhaber sofort gesucht z. Grünbung eines rentablen Unter- neb 111600111.45-50000'11?. Schriitl. Angeb. u. 01(B38 an b. Gießener Anzeiger. StnäcntenmOtfie ne- funben. Waldschmidt, Hammstraße 13. 010820 | Vereine | Bavaria. Heute abend: Astoria. Lichtspiele Seltersweg Einstimmige Begeisterung hörte man bei demfabelhaften Doppelprogramm, trotzdem nur noch heute und morgen Rembrandt Die Tragödie eines Großen 6 Akte. a . L Akt; Sturm und Drang. 2. Akt Die Höhle am Rhein. 3. Akt: Allegro con moto. 4. Akt Furioeo. 5. Akt: Niedergang. 6. Akt: Mors trlumphator. Du, u.u^nde Kammer 5 Akte. 8195c