m. Jahrgang Erstes Blatt Nr. 225 Der tvienener Lnzeiger mit der Dienstagsbeilage .Sport-Umschau" er. scheint täglich, auster Sonn- und Feiertags. Monatliche Ve;no«vrelse: Mark 5.- einschliehlich Trägerlohn, durch die Dost bezogen Mark 5.75 einlchltestlich Bestellgeld. Fernlprech.Anschlüsse: für die Schrift leitunq 112; für Druckerei. Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lichen. poftscheiNonto: Srantfurt a. M. 1(686. Montag. 2b. September 1921 Annahme von Anzeigen für die Tayesnummer vis x. ▲ zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. A ▼ Preis für \ mm höhe für ■ H fifl Anzeigenv 34mmBreite K3 ör BÄ örtlich 40 Pf . auswärts 'S? H VÄ W^MWr ■ 91 LT JF ■ .H 50 Pf.; für Reklame- y TgbF W gg rJ LAr H Kr Hf V Breite 180 Pf Bei Platz, jg DM Vorschrift 20 .Ausschlag. Y°ch! ch^u^^rbentlichwirllamenAppell sei man auch genöllgt, die indirekten Steuern w betben Delegationen, betonte HhmanS, daß sie ihre Freiheit und Selbständigkett den Mächten verdanken, die 41/» Jahre für die Ge- rechttgkett gekämpft haben, und daß diese Mächte daher das Recht haben, an der Lösung der die beiden Länder interessierenden Fragen mitzu- arfcetten. Die Versammlung nahm die Rede Hymans mtt nicht endenwollendem Beifall ent» Rachmittags setzte die Völkerbundsversamm- [ung die Debatte über die litauisch-polnische Angelegenheit fort. Der polnische Delegierte 01 ff e- nafi nannte die litauischen Ansprüche aus das gesamte Gebiet, das den Ramen Litauen führt, ein philologisches Mißverständnis und hob besonders die Verdienste des polnischen Heeres im Kampfe gegen Sowjetruhland hervor, in dem es gemeinsam mit seiner großen Schwester Frankreich Litauen gerettet habe unb ein Bollwerk gegen den Bolschewismus aufgerichtet habe. Er fugte hinzu, daß ohne diesen Sieg vielleicht die Genf. 24. Sept. (WTB.) In seiner heutigen Rede in der Völkerbundsversammlung über den litauisch-polnischen Streitfall machte Hymans- Belgien interessante Angaben über den das Gebiet von Memel betreffenden Abschnitt seines Abkommenentwurfes. Danach scheint Memel nur mit Rücksicht auf seine Verwendung durch Polen Litauen angeboren worden zu sein. In seiner Auseinandersetzung über bi? Vorgeschichte des Entwurfes sagte er nämlich: Ich schlage vor, dah die freie Benutzung des Hafens unb des Gebietes von Litauen jederzeit Polen garantiert werde zum Transport seiner Waren einschliehlich des Kriegsmaterials. Desgleichen dachte ich an die Möglichkeit, LitauendenHafenvon Memel zuzuweisen, der durch den Friedensvertrag den alliierten und affoziierten Mächten zur Verfügung gestellt worden war und der einen wunderbaren Zugang zum Meere für Litauen bilden würde, gleichzeitig auch Polen zur Verstände und dessen Handel und dessen ma- Ausdehnung möglicherweise vermehren sähe zeigen: _ ... Für Länder mit Gegenstand Meistbegünstigung Olägd .... 18. ---- 45. Pacelli fort — hänge an ihren geschichtlichen Rechten unb Traditionen. Sie sei größten- tells friedliebend und verlange nichts als Ordnung und Ruhe. Keine einzige ernstzunehmende Persönlichkeit, selbst unter den überzeugtesten Monarchisten keine, wolle im gegenwärtigen Augenblick die Wiederherstellung der Monarchie. Etwas derartiges müsse nach der allgemeinen Ansicht auf eine günstigere Zeit verschoben werden und müsse überdies aus.--- . - . rniif dem Willen des Volles selbst kommen. Eine feinem Ziel, das er verfolge, der Wiederauf- hohe Persönlichkeit habe ihm, dem RuntiuS, richtung der Monarchie günstig sei. Sonne jüngst erklärt, sie sei zu sehr Monarchist, um Ludendvrff leugnen, daß er der direkte Aus- nicht im Augenblick gegen jeden TBieber- Mer jener Sorben fei, bie fi£ tourten, bd) Herstellungsversuch zu sein. Ein mllitärischer entwaffnen zu lassen und die für die Aufrecht- Staatsstreich übrigens hätte keine Aussicht erhaltung des militärischen und alldeutschen auf dauernden Erfolg. Geistes seien die dje erste Ursache der Schwie- rm- ,en 9A /nn-ymx 3 r» rigkeiten zwischen Bayern und dem Reich und München 24 Sept (WTB) In Be- augenblicklichen deutschen Krisis sei? Auf- grundung der von der oS i a l d e m o kr a I erscheine Ludendorff, wenn er davon o s a V1 tVrVJ n n spreche, daß Frankreich, England und Deutsch- Land taaS eingebrachten In terpella-^ bte Vergangenheit vergessen sollen, t i o n, in Der sie auf die Mißstände und Miß HSrnnfrpicb könne aber nur dann dem Deut- bräuche in der Justiz- unb schen Reiche btc Hand bieten, wenn dieses Bayerns, besonders bei der Behandlung pvli- Veweife feiner absoluten Korrektheit in der tifcher Fälle, hiaweist, unb bringend eine fo- °vwimen ^>ire-^ y fertige gründliche Abhilfe fvrbert. Mtt, SeneTti eÄotff »oHe bte ’Ä* bJ etn?"menbe N°n deS X11c:g^e^ Unter Ae- »nUn8bur£ » SÄ“ M ässstessss Verfassung gerichtet war. t>er militärischen Klausel deS FriebenSvertra- Freihandel oder Schutzzoll? Fast alle Länber ber Welt, besonberS bie Entente, finb seit einiger Zeit zum schutzzöll- nerischen System übergegangen, baS sich in erster Linie gegen Deutschlanb richtet. Abgesehen von ben gesetzlichen Maßnahmen, bie sich ganz unverblümt als Einfuhrverbote gegen bie deutschen Waren wenden, ist besonders beliebt die indirekte Benachteiligung Deutschlands in Gestalt der Richteinräumung der Meistbegünstigung oder in Gestalt ber Erhebung von Zollzuschlägen. DaS letztere System befolgt vor allen Dingen Frankreich, das für feine eigenen Erzeugnisse natürlich völlige Einfuhrfreiheit nach Deutschland verlangt. In welchem Grade dadurch die Einfuhr deutscher Waren nach dem Ausland unterbunden wird, mag die nachstehende Aufstellung über einige in Frankreich in Anwendung gelangende Zollsagte schließlich, diese Verhandlungen seien noch Nicht abgefchlvffen. b- bte Meinungen über bte im A-unen ber Litauischen Mittel, bie man anwenben wolle, auSeüiarcher- Delegation, bie zum ersten Male b°S Wort gingen Sowoh onbustrieüe wie Bankiers! ^tloS eine kurze Erklärung über bi- HStten fich bereit erklärt, bie rns ^uze ge- ^aIhlng Litauens ab. Er hob noch einmal bie aßten Ausgaben umierzuglich zu Listen. Man!^^ AbänberungSvorfchläge vom Hy- sage, baß man bie Legierung an bie Deutfche ! ^$«1 Projekt hewor unb wies vor allem VolkSparte, abtreten wolle. Das fei eine J6[n,$tnigung CTft toerben falsche Interpretation ber wahrenT^ichten. Eine menn General Zaigowski, bei Urheber V-t-iltgung ber Deuffchen Volkspartei an ber ! liebel«, bas Wilnaer Gebiet geräumt Legierung sei aber wahrscheinlich unb wünschens. dieser, mit großem V-tsall -mfge. wert. Man wolle einfach bie Koalüwn, bie ^mmenen Lebe ftagte ber PrästbeM ber Ver. bie Legierung augenblicklich stutze, erweitern, die polnisch-Delegation, ob sie baS um bieser Legierung eine solibere u^. brettere argreisen wolle. ASkenasi antwortete Da,iS zu geben. Es hanble sich mcht um em! ^ aus, bah °S an ber Zeit Manöver gegen bie Republik, tm ^Sen^it, ^rangele, um bie polnische Auffaffung barzulegen. bas Ziel ber Legierung se, bte b-mok-attschen » Erauf würbe bie Sitzung abgebrochen. Einrichtungen in Deutschland festeren Fuß fasten1 zu lasten. Zu diesem Zwecke brauche man eine festere Regierung, die hinter sich die Arbetter- hafte ebensowohl habe wie die besitzenden Klasten, die die Deutsche Dolkspartei repräsen- tteren. Der „Matin" und Lndendorff. Paris, 24. Sept. (Wolft.) Eine hohe rnilttärische Persönlichkeit, wie doS Blatt bemerkt, die gualifizierteste, antwortet heute im Drahtnägel Schrauben . . . 30. Hf- V 'i > 35000 Stimmen gezählt. Die Sozialdemokraten besetzten bisher 61 Mandate, davon 13 neu» erorberte, die Konsewattven erhielten 41 und verloren vier, die Liberalen erhielten 20 und verloren fünf, der Bauernhund bekam 10 und verlor zwei, die Kommunisten und Linkssozia- listen eroberten zwei Sitze. gur Frage einer neuen Negierungs-Koalition. Essen, 25. Sept. (Wolff.) 3n der westdeutschen Zentrums Presse nimmt Geschäftsführer Dreddemann, eine führende Persönlichkeit der christlich-nationalen Arbeiterbewegung, Stellung zu der auf Verbreiterung der Regierungskoalition gerichteten Entwicklung der letzten Tage. Er betrachtet die Dinge unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Preußen und der Person des in den letzten Monaten in der Presse stark angefeindeten Ministerpräsidenten Stegerwald. .Zusammenfassend muh", so heißt es da, Jm Hinblick auf die Vorgänge der jüngsten Zeit festgestellt werden, daß noch selten die Geschichte die Haltung eines klar vorauSsehenden, über die Tagesmeinung sich ergebenden Politikers so schnell und restlos rechtfertigte wie die Stegerwalds. Denn im ®runbe wollte Stegerwald nichts anderes als das, was in den letzten Tagen reifte und jetzt Wirklichkeit werden will; sein unverrückbares Ziel war die cuscncb ge e Zusammmfass trg derKrcfte von links und rechts, aus dem einfachsten Gebot der Staatsnotwenoigkeit heraus. Den Leitgedanken, die er in seiner bekannten programmatischen Rede aui dem Essener Kongreß der christlich-m Gewerkschaften so klar bezeichnete, wurde er dabei keinen Augenblick untreu.“ Der Artikel wendet sich dann scharf gegen die erwähnten Angriffe, wobei insbesondere die linksstehende Presse an- gezogen wird. Am Schluß wird gesagt, daß durch Die geschilderte Entwicklung das Vertrauen der hinter Stegerwald stehenden Millionenbewegung einen neuen starken Antrieb erhalten werde. Die Sozialdemokratie und der Reichskanzler Dr. Wirth. Görlitz, 24. Sept. (Wolff.) In der Schlußsitzung des sozialdemokratischen Parteitages erklärte Wels in einem Schlußwort u. a.: Wir machen kein Hehl daraus, daß Reichskanzler Wirth für die sozialdemokratische Arbeiterschaft und weit über unsere Kreise hinaus in den linksstehenden Parteien heute der einzige populäre bürgerliche Politiker ist, den es in Deutschland gibt. Die sozialistischen Parteien werden ihm nicht vergessen, daß er als bürgerlicher Kanzler den Kampf gegen die Reaktion ausgenommen und das mutige Wort ausgesprochen hat. daß er im Kampfe für die Republik auf der Seite der Arbeiter stehen werde. (Lebhafter Beifall.) Wer glaubt, daß unsere Partei Handlangerdienste leisten wird jenen, die den Kanzler um ihrer egoistischen Ziele willen beseitigen wollen, der hat seine Rechnung ohne die sozialdemokratische Partei gemacht. Wels betonte noch die Rotwendigkeit der Einigung aller Arbeiter. — Die Wahl des Ortes des nächsten Parteitages wurde dem Patteivorsiand überlassen. , 7W TT* Deutsch-dänische Luftfahrtkonvention. » Kopenhagen, 25. Sept. (Wolff.) Am 2c. d. M. findet in Kopenhagen eine Konferenz von Vertretern der deutschen Regierung mit dänischen Delegierten über den Abschluß einer deutsch-dänischen Luf tf ahrt- kvnventi on statt, durch die die Luftverbindung zwischen Dänemark und Deutschland gesichert werden soll. Auf dänischer Seite nehmen an den Verhandlungen u. a. der Vorsitzende der Luftfcchrtkvmmission Generalsekretär Hollnagel-Zensen, und Vertreter des Ministeriums des Auswärttgen teil; der deutschen Delegation gehören u. a. Wirkl. Lega- tionSrat Dr. Koepke und Geh. Regierungsrat v. Lewinsky an. Gießener Konzertverein. Eonderkonzert Szigeti. Gießen, 25. <3et>t. 1921. Musikalische Ereignisie, die so recht Gottesdienste der Seele darstellen, verlleren häufig durch die Schilderung. Das profane Wort ist zu unmusikalisch gewertet, um solche unmittelbaren Eindrücke restlvs wiedergeben zu können. Es soll ein Vermittler sein und wird oft — eine Schranke. Solche Gedanken mußte das Sonderkonzert des Konzertvereinö wachrufen, fürwahr ein »besonderes" 'Konzert, das auch rein äußerlich eine besondere Rote durch den orkanartig wachsenden Deifall erhielt, der selbst durch gern gewährte Zugaben kaum beschwichtigt werden konnte. Es genügt jedoch nicht, fest zu stellen, daß hier ein überragender Meister seines Instrumentes außerordentliche Triumphe feierte, sondern es muß mit allem Rachdruck ausgesprochen werden, daß Prof. Joseph E z i g e t i einer der allergrößten lebenden Geiger ist, die man wohl bequem an den Fingern herzählen kann. Eine Analyse und Bewertung seiner stupenden technischen Qualitäten schiene fast Entweihung: Eire derartig von Geist und 'Energie beherrschte Technik wirkt wie ein Geschenk 'des Himmels. DaS Bewußtsein solcher Gabe, und der Wille, die Verpflichtungen zu erfüllen. die daraus erwachsen, erzeugen das Wunder, besten wir teilhaftig werden. »An das Göttliche glauben die allein, die es selber sind." Die Bedeutung des ganz großen Künstlers beruht auf der ^leberwindung der Virtuosität durch die Persönlichkeit und auf seine ethischen Eigenschaften. Darum wird auch jede große Kunstleistung zur Ausstrahlung einer festumristenen Individualität Das Wort »Interpretation" hat dafür keine pulsende Farbe: es klingt hier wie eine Phrase. Dachs ll-ciuc-Partita, eine der kostbarsten Perlen aus dem kleinen Kranze der Solollteratur für Violine, wurde in dem impulsiven Racherleben Szi- getiS geradezu zum Selbstbekenntnis, zur Offenbarung, die alles Zeilliche abgestreift hat. Mochte man — für Augenblicke wenigstens — durch die fast unglaublich scheinende Dogentechnik, durch die Aus Stabt und Land Gießen, den 26. Sept. 1921. La tag Pharm, I holte Vorstellung des Kreisdirektors Dr.Wallau ist es den Bemühungen des hiesigen Kreis- delegietten gelungen, das für alle Reisenden so ästtge Aussteigen aus den Zügen und das Passieren der Zollschranke am Bahnhof Groß- Gerau zu beseitigen. Meinung Mir Friedrich aus dem ist- aber tarnen die wundervollen Verse Schlegels die ganze Rächt nicht mehr Sinn, die Schumann als Motto über weiterberaten. Aus dem besetzten Gebiet. Milderung der Zollschikanen. fpd. Groß-Gerau. 25. Sept. Auf wieder Paris, 24.Sept. (WB.) Die HavaSagentur veröffenllicht eine Mitteilung zu den Angriffen auf die Propaganda für die deutschen Bäder, in der es u. a. heißt: Aus einer Untersuchung, die der französische Oberkommissar in den Dheinlanden auf Verlangen der Kanzlei des Ministerpräsidenten angestellt hat, geht hervor, daß die Befürchtungen der ftanzösischen Bäder tatsächlich übertrieben sind. Die ftanzösischen Touristen sind entweder durch die An- wesenhett von Freunden und Derwandten innerhalb der ftanzösischen Desatzungsarmee oder durch die vorläufigen Kursverhältnisse oder endlich durch.die Wagnersaison in Wiesbaden nach den Rheinlanden gezogen worden. iall im ®la8 Dinkor 6ut W betonte 3lbted)t» arbeit an te tsagte. Land vor, dah im Sevrdnetenha timen «mm surter QM Herbsttag. Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sahk Die Luft ist still, als atmete man kaum, Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah. Die schönsten Früchte ab von jedem Baum. O stört sie nicht, die Feier der Ratur! Dies ist die'Lese, die sie selber hält. Denn heute löst sich von den Zweigen nur, Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt. (Friedrich Hebbel.) 4 Wettervoraussage für Dienstag: Wolkig, vorwiegend trocken, kühl, besonders nachts, Winde aus nördlichen Richtungen. Das Hochdruckgebiet hat sich wieder über England zusammengezogen. Heber Südeuropa breitet sich tiefer Druck aus. Für Morgen ist mit Bewölkung und Abkühlung zu rechnen. Mme Ida ^bendslunb beleucht« "-i M e btt Sturzes Ein leiser Ton gezogen Für den, der heimlich lauscht." Ans so blieb auch hier eine wundersame Beziehung zu Szigetis Spiel, zur klingenden Seele, des Meisters. H. R. Eröffnung der Frankfurter Messe. mc. Franrfurta. M.» 25. Sept. Bei strahlendem Herbstwetter wurde heute vormlltag die 5. Frankfurter internationale Messe, von über 7000 Ausstellern beschickt, eröffnet Direktor Otto Ernst Sutter begrüßte in der Rotunde der Festhalle die Vertreter der Tages- und Fachpreffe, wobei er auf das Wachsen der Frankfurter Messe und ihre umfangreichen Bauten hinwies. Rach einem Rundgang durch die Meßhäuser, die stärksten Besuch aufwiesen und gleichzeitig zeigten,' daß viele Geschäfte abgeschlossen wurden. Der* Art einer trotz gelegentlicher stärkerer Gefühlsausbrüche durchweg lyrischen Ratur widerspiegelt, von nun an öfter im Konzertsaal auf tauchen wird. Eher noch werden vielleicht das Klavierquartett op. 6 und das Klavierquintett op. 15 sich wieder einführen lassen. Götz wird vor allem in seine Vertonung von Schillers Ränie (für Chor und Orchester) und in seiner Oper »Der Widerspenstigen Zähmung", weiterleben, die wohl am deutlichsten — mag man sie auch, halb mit Recht, halb mit Anrecht, die kleinen Meistersinger genannt haben — seine trotz der gefährlichen Ruhe Wagners merttoürbig selbständig scheinende Individualität erfennnen läßt. Die Beurteilung des Violinkonzertes wurde übrigens m. E. wesentlich dadurch erschwert, daß unmittelbar darauf die ungemein rassigen slavischen Tanzweisen Dvoraks (in der Dearbeitungg Kreihlers) folgten, die Den Szigeti mit blutvollster Wärme und ebenso unerhört meisterhaft gespielt wuden wie das raffiniert schwierige Kabinettstückchen seines Lehrers Hubay: Zevyyr, das mit dem ätherischen Zauber der Flageolettöne ein entzückendes Spiel treibt Herr Eduard Zuckmaher, der Szigeti durch seine geschmackDolle, stilsichere Kultur der Begleitung aufs vorteilhafteste unterstützte, erwies sich in der Darbietung von Schumanns Phantasie op. 17 als eigenartiger musikalischer Charakterkopf. Besonders in dem leidenschaftlichen ersten Sah, der tiefen Klage um Klara, und in dem innigen Gebet des langsamen Satzes (C-dur "/,) tarnen die bedeutsamen Vorzüge des hochbegabten Pianisten, der so versonnen den Lyrismen nach- zuträumen weiß, zur rechten Geltung. Man vergißt darüber gern, daß man selbst hier und da in Temponahme und Rhythmisierung anderer schlackenlos reine Intonation, durch die mühelose Bindung im polyphonen Spiel in Bann geschlagen sein — der wunderbar Weiche, singende und doch so herrlich volle Ton, den der Künstler, selbst in den schwierigsten Doppelgriffpassagen aller materiellen Härte und Rauheit bar, aus dem verwunschenen Holze hrrvorzauberte, erweckte daS innerlichste Geheimnis, das eigentlich Lebendige, Klingende der Musik: ihre Seele. Seele, die sich an Seele entzündet I Da hätte man wahrlich dem Künstler am liebsten die Worte Grillparzers zu- genrfen: „Richt Körper, kaum noch Ton, — ich höre deine Seele I" War es Zufall, war es Absicht (vielleicht unter dem Zeichen der Händel- renaissance, die gerade durch die Wiederbelebung der Opern H.'S vielleicht immer noch kaum zu überblickenden Einfluß auf die. Entwicklung der deutschen Musik haben dürfte),' daß Prof. Szigeti unmittelbar vor Bachs Partita in t die prachtvolle, monumentale E-dur-Sonate Händels in außerordentlich plastischer Gestaltung und der ihm besonders eigenen freien Rhythmisierung spielte? Zedensalls wurde die Gegensätzlichkeit der Welten der beiden großen Zeitgenossen aufs sinnvollste dokumentiert: Händel, vor dem alles lebendig ward, der durch sich die darzustellende Idee, D"ch, der — oft vollkommen Mystiker — in seinem Werk sein Gefühl, sich selbst gab! Mit ganz besonderer Spannung mußte im Laufe des Konzertes, das u. a. noch das weitgespannte Melos eines largo des heute noch auffallend bedeutend wirkenden alten Italieners Beracini, die liebenswürdig anmutige Sicilienne und Rigaudon von Franc, rur (in Der Bearbeitung Kreihlers) brachte, der Versuch, das Violinkonzert von H. Götz wieder zu erwecken, erwartet werden. Das in einem Sah komponierte Werk ist sehr dankbar für die Violine geschrieben und wurde von Herrn Szigeti, der in Herrn Eduard Zuckmaher einen sehr stilvollen, feinmusikalischen Partner am Flügel hatte, mit der ganzen verschwenderischen Fülle seiner großen Kunst und I seines Temperamentes dargeboten. Ich hege jedoch gelinde Zweifel, ob dies op. 22, welches überall die vornehme, manchmal geistteiche pointierte bell 'SÄ. Aestchl W sW ii-». 6d ?.f! ? 35$ «* WS >ne -k Hess W und M dass der Duch. xradwonen w Mrkbund zu « »asaMikNgeM Untersuchung faantfurter K« Ausbau mti d« Ob* fern ter aufs neue tent Franffurter M Dirtschaftsgeb'e iireüot öonOd tretet der ©Iwtoüw ■ WM W vrtzaMinnL V Has sei der 1 trag, lilnn daran vorbei, dem Frankfur sailler Friede! trage hätten t mit ter anbei mcili die Olk haben wir ein müssen, ohne I ater nicht 0p. tei Stauben । JotLS nii)t K unsere wutscht gM sehe mar Die aus den Ä W Derir sterS wandte den Lvrwurs Hantelsministi genügendes 3 Recht her dische Venera Messe, währen Vilenbahnen 1 arbeiten zwisch Aus dem Reiche. Verhaftung eines kommunistischen LavdtagS- obgeordneten. Berlin, 24. Sept. (Wolff.) Der frühere verantwortliche Redakteur der kommunistischen „Roten Fahne", Landtags abgeordneter Werner S ch o l e m, ist heute im Wartesaal des Anhalter Bahnhofes fest genommen und dem Polizeigefängnis zugeführt worden. Scholem war fett Juni 1921 flüchtig. Vom AmtSgerickt Berlin-Mitte war am 4. Juni ein Haftbefehl gegen Scholem wegen dringenden Verdachts des Hochverrats erlassen worden, nachdem der preußische Landtag die straf- rechlliche Verfolgung genehmigt hatte. Englische Rauhbeine. Berlin, 24. Sept. (Wolff.) Ein Zwischenfall ereignete sich heute nacht im Köln—Berliner v-Zuge. Laut „B. Z." erhielten vier englische Offiziere in Köln, da kein Schlafwagenabteil mehr frei war, die Erlaubnis, zwei Abteile erster Klasse zu benutzen. Als auf der Fahrt der Zudrana von Reisenden 1. Klasse immer stärker wurde, wurden die Offiziere von den Zugbeamten ersucht, gemeinsam in einem Abteil Platz zu nehmen. Die Beamten wurden aber von den Engländern hinausgeworfen. Als in Bochum der Zugführer die Offiziere darauf aufmerksam machte, daß sie eventuell die entsprechenden Fahrkarten zur Benutzung der zwei Abtelle nachlösen müßten, sprang ein Offizier auf ihn los und setzte chm den Revolver auf die Brust. Der Beamte entriß dem Angreifer die Waffe und lieferte sie an den Fahrdienstleiter ab. In Essen forderte ein Beamter der Schutzpolizei die Engländer auf, den Zug zu verlassen, aber auch sie wurden von den Offizieren beschimpft. (Srft als die Beamten das Gepäck der Engländer aus dem Abteil herausgenommen hatten, verliehen diese den Zug. Ihre Aamen sind festgestellt worden. Die Larisverhandlungen im Duchorucker- gewerbe. D e r l i n, 24. Sept. Die unter Vorsitz des Regierungsrats Dr. Brahm im R e i ch s - A r- bettsministerium geführten Verhandlungen über die Tariffrage im Buchdruckergewerbe haben spät nachmittags ihren Abschluß gefunden. Die Unternehmer machten das Angebot, für die höchste Klasse der Gehilfen vom 1. Oktober ab 355 Mk., vom 15. November ab 380 Mk. wöchentlich mit entsprechenden Abstufungen für Ledige und für Orte mit niedrigeren Lokalzuschlägen zu zahlen. Dieser Vorschlag wurde von der Gehilfenschaft angenommen. Heber die Einzelheiten der Teuerungszulagen wird erst Montag vormit* Auszeichnungen bei der Eisenbahn. Die Beamten verschiedener Dienstklassen der Reichsbahn erhalten als Auszeichnung das Recht, besondere Abzeichen in der Form von Schnüren ober dergleichen an der Dienstkleidung zu tragen. Wegen der Abschaffung der Orden und Ehrenzeichen waren Zweifel entstanden, ob das Recht zum Tragen solcher Dienstauszeichnungsschnüren u. bergt noch verliehen werden könne. Der Reichsverkehrsminister will sie aber nach wie vor zulassen, da es sich um Uniform- abzeichen handelt. Es soll aber die Dienstkleidung bei der Reichsbahn demnächst einheitlich vorgeschrieben werden. Besondere Desitzzeug- nisse sind nicht mehr auszustellLn. •* Gericht undKleingeldhamsterei. Gegen die Zurückhaltung von Kleingeld will fetzt auch die Iustizverwaltung auftreten. Das bekannte Merkblatt des Reichsfinanzministeriums über die Schäden der Kleingeldhamsterei soll in den Geschäfts- und Kassenräumen der Gerichte ausgehängt werben. Die Iustizbeamten, insbeson- bere bie Kassenbeamten, sollen bas Publikum über bie Zwecklosigkeit und Sachlichkeit der Kleingeld- hamsterei aufklären helfen. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Oswaldsgarten, Schaumesse. — Lichtspielhaus: heute „Miß Venus", ab morgen bis Donnerstag einschl. „Das Milliardentestament". — „Der Wert der Wärme für die Erhaltung des Sehend und zur Heilung von Krankheiten". lieber dieses Thema toirb Dr. med. Winsch aus Berlin am Freitag, 30. September, im großen Saale des Hotels Einhorn einen Vortrag halten. Dieser Vortrag wird, wie uns geschrieben toirb, wertvolle Winke geben und zwar für Gesunde wie auch für Kranke und zeigen, wie man bie zum Leben wichtige Wärme (die oft mangelt) erzielt. Kreis Büdingen. ba. Büdingen, 26. Sept. In dem benachbarten Rinderbügen geriet am Freitag eine Scheuer in Brand, der auf das Wohnhaus und die benachbarten Hofreiten überzugreifen drohte. Die Ortsfeuerwehr beschränkte den Brand auf seinen Herd, f« daß auswärtige Hilfe nicht nötig war. Kreis Friedberg. * Friedberg, 25. Sept. Samstag vormittag wurde an der Hanauer Sttecke an der Assenheimer Drücke der Bahnwärter Steinmeher im dichten Nebel vom Frühzuge überfahren. Er war sofort tot. Starkenburg und jtheinhessen. rm. Darmstadt, 24. Sept. Die hessische Handwerkskammer zu Darmstadt trat gestern im Rathaussaale unter Vorsitz des Geh. Gewerberat Falk- Mainz zusammen. Heber die Tätigkeit des Vorstandes erstattete Syndikus Schüttler einen eingehenden Bericht. Die von Vorstandsmitglied Weber vorgetragene I a h - resrechnung bringt in Einnahme Mk. 188 021, in Ausgabe Mk. 187 423, also einen Heberschuh von Mk. 528. Vorstandsmitglied Decker-Gie- h e n teilt mit, daß über die absolut notwendige Verbesserung im Bergebungswesen zur Zell Verhandlungen mit der Regierung schwebten, die hoffentlich Don gutem Erfolge seien. Oberbaurat Wagner erklärt, dah das jetzige Verfahren bei der Preisermittlung im Verdingungswesen nicht befriedige. Es sei durch bas Ge- dieses sein — außer dem Klavierkonzert — wohl genialstes Werk für Klavier gesetzt hat: ..Durch alle Töne tonet, d Im bunten Erdentraum , • Ilmenau, dieThermometerstadt. Hns wird geschrieben-: Die Thüringer Haus- und. Feinindustrie ist von einer Mannigfaltigkeit, tote man sie auf so verhältnismäßig flelnem Raume- wohl in ganz Deutschland nicht mehr antrifft. Es ist insbesondere das landschaftlich so bevorzugte; Gebiet des Thüringer Waldes, daS eine überaus emsige Industrie auftoeift, die zum großen Teile Weltruf erlangt hat. Was wird hier nicht alles, in vorzüglicher Güte hergestellt: Schiefertafeln und Schieferstifte, Lampen, Jagdgewehre, optische und chirurgische Instrumente. Bandagen, Glasaugen^ Christbaumschmuck, Puppen, Tabakspfeifen, Porzellan, Spielzeug, Holzwaren, Korbmöbel, photographische Artllel usw. Es gibt Dörfer und Dörfergruppen. die nur einen ganz bestimmten Artikel Herstellen, diesen aber in bester Vollendung und in größtem Hmfange. Zu diesen Besonderheiten gehört auch die Herstellung feiner Glasinstrumente. Feinmechanischer Geräte und elektrischer Meßgeräte. Ilmenau, die alle Wei- marische Dergstadt. die sich neuerdings zu einem der belebtesten Thüringer Waldbäder entwickelt hat, betreibt als Spezialität die Therrnorneter- inbuftrie. Hier befindet sich auch eine Thermometer-Fachschule und Prüfungsanstall. Es zeugt von dem großen Hrnfang dieser Industtie, daß kürzlich bei einer einzigen Firma auf einmal 75 Kilogramm Quecksilber gestohlen werden konnten. Auch das Ilmenauer Notgeld toirb diesem eigenartigen Thüringer Ertoerbsztoeig gerecht. Thermometer werden auch in einigen anderen Thü- ringertoalborten hergestellt, so in Lichtenhain ISchw.-R.) und in Neustadt a. R. Es ist fein Zufall. daß gerade Ilmenau zu einer namhaften Wetterzentrale geworden ist: es hängt dies Diel-, mehr ganz mit der Eigenart seiner Industrie zu-- sammen. samtminiflerium eine Neuregelung vorgesehene über die jetzt Verhandlungen schwebten. Syndikus Schüttler berichtet dann über Verwaltunas- Angelegenheiten. Dann wird die Erhöhung Der Prüsungsgelder für Gesellenprüfungen Don 15 Mark auf 30 Mark, der Meisterprüfungen Don 75 Mark auf 100 Mark vorgeschlagen. Die Prü- fungsstücke können jetzt auch am Wohnort des zu- Prüfenden J>ergefteÖt werden. Die Schornsteinfeger sollen aber alle am Sitz des Verbandes in Mainz geprüft werden. Die Prüfungsmeister sollen ebenfalls erhöhte Gebühren erhallen. In der Aussprache kommen von verschiedenen Seiten Mißstände, die bei der Herstellung der Prüfungsstücke bestehen, zur Sprache, und es toirb in Zukunft viel strengere Kontrolle gefordert. Die ge- gemeinsame Feier bei Verteilung ber Gesellen- unb Meisterbriefe toirb wegen ber Kosten von einer Seite beanstandet, doch wies ber Vorsitzende barauf hin, welchen erhebenben Eindruck eine derartige schlichte Veranstaltung als bauernbe Erinnerung hinterlasse. An ber Aussprache beteiligen sich Rohl-Darmstadt, ber Vorsitzende, Kiefer-Darmstadt, Berger-Beerfelden, Heil-Fr. Crumbach, Pilger - Offenbach, Klingelschmibt- Mainz u. a. und toirb der Vorstand den Beanstandungen größte Aufmerffamkeit widmen. Zu dem Puntte Lehrlingswefen und Revision ber ^Betriebe berichtet Synbikus Schüttler. Mit' Rücksicht auf bie Einwirkung des Achtstundentages wird eprpfvhlen, bie Lehrzeit für solche Gewerbe, bie durch ihre zentralen Organisationen entsprechenden Antrag stellen, von 1922 ab auf 3Vz Jahre zu erhöhen. Dem QInAag wird zugestimmt. Heber den Achtstundentag uno die N ben- arbeit berichtet bann Synbikus Schüttler ausführlich, wobei er auf die Verhandlungen eingeht, die mit dem Reichsverband des Deutschen Handwerks bezüglich ber Revision bes Gesetzes gepflogen worden sind, unb beren Erfolge. Die Tätigkeit ber Handwerkskammer zur Beseitigung ber Schäden, welche die „Nebenarbeit" bringt, wird bargelegt. Zum Schlüsse sprechen Direktor P a e ch und Mitglied Weber über bie Ber- bingungsstelle ber Hessischen Hanbwerkerzentrall genossenschaft. Hessen-Nassau. Die kirchlichen Wahlen. Frankfurt a.M., 25.Sept. Die Wahlen für die verfassunggebende Kirchenversammlung der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M. fanden heute unter starker Beteiligung statt. Sie boten leider ein beschämendes Bild der inneren Zerrissenheit der evangelischen Kirche; denn in dem Wahllampfe, der zuletzt schärfere Formen zwischen den Kirchlich-Positiven und Liberalen angenommen hatte, standen sich nicht weniger als neun kirchlich« Wahlgruppen und -grüpppchen gegenüber. Das Ergebnis der Wahlen, das ganz ungewiß ist, da bisher eine Kräftemessung zwischen den einzelnen Parteien bisher nicht statt- gefunden hat, dürste vor Dienstag nicht festgelegt sein. fpd. Frankfurt a. M.. 25. Sept. Die Kriminalpolizei deckte hier schwere Verfehlungen, die sich D a h n p o st s ch a f f n e r wäh< rend der Fahrt zu Schulden kommen ließen, auf. Die ungetreuen Beamten warfen während der Fahrt aus dem Postwagen, wenn sie sich einem bestimmten Punkt in der Nähe Frankfurts näherten, Pakete mit Zigaretten^ und anderen Sachen hinaus. Die Pakete tour»1 den von Helfershelfern in Empfang genommen, ihr Inhalt dann in Wirtschaften und an andere Hehler verkauft. In der Diebstahls- affäre, die bereits seit Jahr und Tag spielt, wurden mehrere Verhaftungen vorg^nommen. Die Trauerfeier in Oppau Hnter- Die Ansprache des Reichs 3 inkl. Doonerstac: Ab morgen bla 10352C Ferner gegenüber Hotel Einhorn 10356c 9554c deurfchen HnrernehmungSgeisteS und deutschen 2Irbeii81rineitS sind hier unß unbekannte xraftc der Zerstörung mit elementarer Wucht «nge- brvchcn, daS zerstörend, waS ErfinbungSgeift und Schaffenskraft in jahrelanger Arbeit erreicht haben. Hart ist bies Geschick, und doch wird eSund nicht lähmen in unserem Entschluh. das Zerstörte wieder aufzubauen. Und wie wir hier trvh des Waltens finsterer Mächte unerschüttert sofort wieder an das Werk gehen werden, das was heute hier in Trümmern liegt, morgen wieder auszubauen, so wollen wir auch im ganzen "Solle und im ganzen DeutschenReiche fortfahren, mit festem Willen und in harter Arbeit aller produktiven Kräfte unser Wirtschaftsleben wieder auf- z u b a u e n und trotz der harten Schicksalsschläge, die uns wie kaum ein Soll in der Weltgeschichte betroffen haben, schaffestsfreudig uns eine bessere nehmen. Hochverehrte Damen unb Herren! In eine ötäi le blühender Arbeit, in eine Musteranstalt 2831. Darmstadt. 24. Sept. Die Regierung und der Finanzausschuh wenden sich an alle Volksgenossen mit der dringenden Ditte, rechnet werden. Rettungswerk unb Technische Dothilfe. Die hiesige Dienststelle der Technischen Aothilfe, Gießen. Ost-Anlage 11II, Fornspr. Ar. 2034, teilt uns in Ergänzung der am Freitag gebrachten Notiz mit, daß die Besatzungsbehörden inzwischen die Genehmigung zum Einsatz und Hilfeleistung der durch die ^plosivn verunglückten Menschenleben, erteilt haben, die jedoch jetzt ohne praktische Bedeutung ist, da die Direktion der Badischen Aniltnwerke erklärt hat, daß jetzt genügend Hilfskräfte zur Verfügung stehen. Ein Einsehen der Technischen Aothilfe kommt also nicht mehr in Frage. _________ von Ludwigshafen zikfllehen wird. (Berlin, 24. Sept. (WB.) DaS Zentral« Relief-Eommittee in Aeüyork hat dem deutschen Boten Kreuz für die Opfer der Op- pauer Katastrophe 500 Kisten mit Milch und Lebensrnitteln im Werte von einer Million Mart und ferner 500000 (Diart in bar für die Pflege der Verletzten und die 2iot- Hilfe durch Funk'pruch mit dem Auftrag über- Wielen, die Spende gemeinsam mH dem Bürgermeister von Ludwigshafen zu verteilen. DaS deutsche Bote Kreuz hat im Hamen der Aot- leidenden für die großartige brüderliche Hilfeleistung. die unter dem ersten Eindruck dec SU- tastrophe von unseren amerikanischen Freunden gewidmet wurde, gedankt. Die Opfer. alles, was in ihren Kräften liege, zur Linderung der entsetzlichen Äot und des furchtbaren Elend» in Oppau beizutragen. Schnelle und möglichst ausgiebige Hilfe sei Ehrenpflicht aller Kreise. Sine gemeinsame Hilfsaktion der Aeichsregierung und der Lanbesregierungen von Bayern, Vaden und Hessen sei im Gange. fpd. Frankfurta. M, 25 Sept. Die öffentlichen Sammlungen für die Hinterbliebenen der bei der Oppauer Katastrophe verunglückten Arbeiter haben in Frankfurt bisher mehr als 1 200 000 Mark ergeben. Koblenz, 24. Sept. (Wolff.) Wie di» Agentur HavaS meldet, hat der französische Ober- kommissar Tirard angesichts des autterordent» lichen Umfanges der Katastrophe von Oppau ein« neue Summe von 77 000 Mart überwiesen, bl» den Opfern durch Vermittlung des DezirisrateS, der Bürgermeister der verwüsteten Ortschaften un8 per tuibofifdjen und protestantischen Geistlichkeit Zukunft zu erarbeiten. Das Hilfswerk. Berlin, 24. Sept. (WoM.) Die zeichneten erlassen folgenden Aufruf: sammelte man sich tot Festsaal deS neuen Haus^ Merkbund". um in einer kleinen Feier die alua- Üche Vollendung des Baues zu begehen. "Beben den Pressevertretern hatten die Behörden und -Ke- merunaen ihre Abordnung gesandt, u. a- war der hestische Staat durch den Minister von Brentano di-Tremezzo vertreten. Konsul Kotz ende rg hieh im (Damen des Mehamtes und der Handelskammer die Gäste willkommen. Direktor M o d l i n g e r schilderte daS Wachstum der Messe und betonte, dah sie immer mehr ein eigenes Gesicht bekomme. 11 ebergehend zur Errichtung des Hauses .Wet^und^betonke ter Redner als Avvum. die Siebung der Aussteller. Mer der geforderten Qualität nicht cntiprcq>e, werde nicht zu gelassen. Prof. (Riemer fd) mitt, der Vorsitzende des Werkbund^. gab em Bild der Entstehungsgeschichte deS sich ganz nachdrücklich für eine geschmacklich bessere O^fmachung verdeutschen Mellen einsehte. Pros. Schmidt der Direktor des Kunstgewerbemu- seumS sprach für die Arbeitsgemeinschaft des Werkbunde«, Herr Son dhei mer ^r den m dem Hause ebmsall« untergebrachten deutschen Buchhandel- Schließlich beendete Aeichskunstwart AedSlob die Fülle der Ansprachen, indem er feiner Freude über das geschaffene Werk Aus- druck gab. Der Qualttätsg-chanke muffe siegen, die Wertarbeit wieder zur Geltung kommen, dann würden die Früchte auch nicht ausbleiben. das gute Beiprogramm • ••••eeeiweeeeee* HHeottnl Großer Kriminal- und Sensationsschlager in 6 Akten. ACARIMäude «r im« Seit ca. 40 Jahren bestbewährtes Heilmittel Geo Dötzer's Parasiten-Creme mit Geo Dötzer's Junka-Seife. 10359id ■■■■■■■ Zu haben in allen Apotheken und Drogerien. Pharm. Fabrik Geo Dötzer, Frankfurt a. RS.3 Für die Opfer von Oppaul Eine Katastrophe, wie sie in Deutschland noch nicht erlebt wurde, hat in der bayrischen Rheinpfalz Hunderte von Menschenleben vernichtet, Taufende obdachlos gemacht und unermehliche Wirtschrfts- schäden verursacht. Doch ist zwar die Wirkung des Hnglücks in allen seinen Folgen nicht ab- feijbar! Aber eins ist schon jetzt ersichtlich: Bielenanstrengungen sind notwendig, um ausreichende Hilfe zu bringen. Weit über taufend Tote und Schwerverwundete sind neben zahlreichen Leichtverletzten ein Opfer der Explosion geworden. Kann auch den Kindern und Frauen, die das Schicksal zu Waisen und Witwen gemacht hat, der Ernährer nicht wiedergegeben werden, vermag auch keine noch so weitreichende Hilfe den obdachlos Gewordenen ihr altes Heim wiederzugeben, so gilt es doch, in Zusammenfassung aller hilfsbereiten Kräfte Deutschlands, Mittei l und Wege zu finden, um eine rasche und mög- I lichst nachhaltige Hilfe zu gewähren. Ungeheure Summen wird die Wiederherstellung des betroffenen Werkes und seiner Arbeitsfähigkeit im Interesse der deutschen Volkswirtschaft er- fordern. Diese Summen aufzubringen betrachtet das Werk als seine selbstverständliche Ausgabe. Darüber hinaus aber werden grobe (Beträge zur Behebung des außerhalb 'beS Werks angerichteten Schadens erforderlich sein. Bereits find aus öffentlichen und privaten Mitteln umfangreiche Summen zur Verfügung gestellt und Matz- nahmen zur einstwelligen dringlichsten Hille getroffen worden, Soli aber volle und nachhaltige Hilfe gebracht werden, so gilt es, weitere grobe Mittel aufzubringen. Die Hnterzcichneten richten deshalb an das gesamte deutsche Voll in Stadt und Land die Bitte: Gebt rasch und gebt reichlich für die Opfer des Oppauer Hn- glücks! Heber die eingehenden Beträge verfügt der unterzeichnete Reichs hlfsausschuh. Er überweist sie nach Bedarf Den öffentlichen Hllfseinrich- tungen der betreffenden Lander. Auch Vertreter der Geschädigten arbeiten mit. Spenden nehmen entgegen: die Reichs bau k, sämtliche Banken, Postan st allen sowie die Postscheckkonten Ludwigshafen Ar. 15 000, Frankfurt a. M. Ar, 55 000, Berlin Qlr. 117 000 (Aeichshilfsausschutz für Op- tsh. Drück Möbelfabrik Inhaber: Tb. Weineri Hegr. 1858 Gießen Telefon 1373 Vrandplatz, gegenüber dem alten Schloß empfiehlt Schlaf-,Speise-,Wohn-,Herren-Zimmer,Küchen etc. in jeder Holz- und Stilart. Preiswert * reell * coulant. Besichtigung der vielen Musterzimmer lohnen-. Mannheim, 24. Sept. (Wvllf.) Aach bett hiSher durch daS Ludw gLH'fener B rgermeister- amt veröffentlichten Listen stnd 235 Tote, die mit (Hamen einwandfrei feftgestellt worden sind und außerdem 75 nicht erkannte Tote auf dem Friedhöfe untergebracht worden. Von Angehörigen sind Dis gestern abend 61 Personen als t?erm ibt qem-'Ib't werden. In dm Krankenhäusern der Pfalz, Mannheim und Heidelberg sind 519 Verwundete ausgenommen worden. Man n heim. 25. Sept. (Wolff.) In Oppau traten gestern Gerücht e auf. wonach sich unter den Trümmern noch Lebende befinden sollten. Man wollte sogar wissen, bah Klopfzeichen zu hören feien; ferner wurde gesagt, datz den Eingeschlossenen durch Rohren Sauerstoff und Aahrungsmittel zug'-führt würden. Da diese Gerüchte sich mit grober Hartnäckigkeit verhielten, sah sich die Mannheimer Feuerwehr kurz vor ihrem Abrücken veranlaßt, den Dingen nachzugehen. Dabei stellte sich der „(Heuen Badischen LandeSzeitung" zufolge einwandfrei heraus, bah sich in Oppau keinesfalls noch Heber» lebenbe unter den Trümmern befinden. Solche Möglichkeit wird für die Fabrikanlage selbst von der Fabrikleitung aufS Bestimmteste in Abrede gestellt, ' Die Zahl der nichterkannten Leichen beträgt augenblicklich noch 75. Die Zahl der von Angehörigen alS vermiht Gemeldeten ist vo« 69 auf 90 gestiegen. Die Ursache. Mannheim, 24. Sept. (WB.) Aach einet Erkläru n g der Badischen Anilin - und Sobafabrik steht nunmehr fest, bah die Katastrophe auf eine Explosion eines LagerS von etwa 4500 Tonnen Ammoniaksulfatsalpeter zurückzuführen ist. Es war bisher nicht bekannt und im höchsten Mähe überraschend, bah biesern Produkt eine Explosionsfähigkeit innewohnt. Die H r- fache bet Explosion wirb sich kaum sicher ermitteln lassen, weil sämtliche zur Zeit ber Ex- plosion in diesen Bauten beschäftigten Personen ber Katastrophe zum Opfer gefallen sind Die (Nachricht, bah Oppau gänzlich zerstört sei, trifft nicht zu. Mit ber Wiederaufnahme ber Ammo- niakherstellung kann in nicht allzuferner Zett ge- 5>te Radfahrerin wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Während ber Verhandlung stellte es sich heraus, bah an der Stelle, wo sich bet Hnfall ereignete — Mitte ber Konitzkhstrastc — tiefe Dunkelheit geherrscht hat, und es wurde gerügt, bah diese Strahe zu wenig beleuchtet sei. Hnter Berücksichtigung aller Hmftänbc kam bas Schöffengericht zu einer milden Auffassung bes Unfalls unb verurteilte die Angeklagte zu einem Monat Gefängnis. Es besteht die Aussicht, bah die Freiheitsstrafe auf dem Gnadenwege in eine Geldstrafe verwandest wird. Heute letzter Tag: MißVenus“ s lagidh- Ei ' ° Schirme werden angefertigt im Lichtspielhaus i Bahnhofstraße 34. ® bau). Ebert, Reichspräsident: Graf Lerchenfeld, bayrischer Ministerpräsident: Trunk, badischer Staatspräsident: Hlrich, hessischer Staatsminifterprasi- berrt: Wirth, Reichskanzler; 2ötr, Präs.dent deS Deutschen Reichstags; Reichsarbeitsminister Dr. Brauns: Stegerwald, preutzischer Minister für Vclkswohlfahrt: Oswald, bayrischer Staats- Minister für soziale Fürsorge: Dr. Engler, badischer Arbeitsminister: Raab, Präsident des hessischen Landesarbeits- und Wirtschaf IsamtS; Allgemeiner Deutscher Gewerkschastsbund: Allgem. Freier Angestelltenverband; Earitas-Verband für das katholische Deutschland: Zentralausschuh für innere Mission der deutschen evangelischen Kirche; Zentralverband'des deutschen Bank- und Bantter- gewerbes; Deutscher Gewerkscha^tsbund: D'utscher Städtetag; Deutsches Rotes Kreuz; Gewerkschafts- rrng der Angestellten-, Arbeite?- und Beamten- verbände; Hauptausschuh für Arbeiterwohlfahrt: Hauptgemein schäft des deutschen Einzelhandels: Interellengemeinschaft der chemischen Industrie; Reichsausschuh für die deutsche Landwirtschaft: Reichsverband der deutschen Industrie: Reichsverband der deutschen Presse; ReichSverband des deutschen Handwerks: Zentralverband des deutschen Grohhandels: Zentralwohlfahrtsstelle ber deutschen Juden; Geschäftsstelle des Reichshllss- ausfchufses für Oppau: Berlin (H. dB. 40, Scharnhorst strahe 35, Zimmer 279, Fernsprecher Aorden Hätf Ich....... meine Weihnachtsgeschenke schon im September gekauft, wird jeder in einigen Wochen beim Einkauf von Lederware sagen, dann wären mir noch die aHen billigen Preise zugute gekommen. Niemand versäume die günstige Gelegenheit und sichere sich schon heute seinen Weihnachtsbedarf in la Offenbacher Lederwaren im Offenbacher Lederwarenhaus Gießen, Kirchenplatz 8,1. Stock Als Vertreter des preuhischen Handelsmmi- sterS wandte sich Ministerialrat Posse gegen den Vorwurf der Frankfurter Zeitung, bah das HanbelSministerium ber Frankfurter Messe nicht genügendes Interesse entgegenbringe. Recht herzliche Worte widmete der hollan- bisch« Venerallonsul Marx der Frankfurter Messe währenb der Präsident der holländischen Eisenbahnen Vegi daS angenehme Zusammenarbeiten zwischen ben holländischen unb deutschen Eisenbahnen hervorhob unb unter lebhaftem Verfall fein Glas auf bie beutschen Freunbe leerte. Direktor Sutter vom Mehamt widmete seinen Dank besonders der Presse, in deren (Kamen Dr. Albrecht- Frankfurt a. M. die weitere Mit- arbett an bem (Derk ber Frankfurter Messe zu- tsagte. Landtagsabgeordneter Martell hob hervor, bah im interfraktionellen Ausschuh des Abgeordnetenhauses sich die Vertreter aller Fraktionen einmütig für bie Hnterstühung der Frankfurter Messe ausgesprochen hätten. Gerichlssaal. bF. Dad-Aauheim. 24. Sept. Die Haus- barne 3ba St hatte vor einigen Wochen in ber Abenbstunde einen Kurgast mit ihrem unbeleuchteten Rab so heftig angefahren, bah er zu Boden fiel unb an ben Folgen deS Sturzes nach wenigen Minuten verstarb. Präsidenten. Mannheim. 25. Sept. (WTB.) Bei ber Trauerfeier für die Opfer ber Oppauer Katastrophe hielt Reichspräfibent Ebert heute vormittag folgende Ansprache: Hochverehrte Anwesende! In tiefster Erschütterung stehen wir heute am Orte der Katasttophe, die in der Morgenfrühe des 21. September ganz Deutschland in Schrecken unb Aufregung verseht hat, einer Katastrophe, wie sie die Geschichte der deutschen Industrie bisher noch nicht verzeichnet hat. Mit schmerzbeweg- tem Herzen betrauern wir den Tod so vieler pflichttreuer Arbetter, die dem furchtbaren Hnglück zum. Opfer gefallen sind, beklagen wir die bei dem Hnglüa verletzten Männer unb Frauen, deren Qualen und Schmerzen wir Mitempfinden. Gewaltig ist die Zahl bet o_ien unb dkrtounbeten. Es ist mit ein dringenbes Herzensbedürfnis gewesen, zur heutigen äuheren Feier teilnehmende Trauer hierher zu kommen und Den Hinterbliebenen, ben Verwundeten unb ben ©e- schäbigten auch von biefer Stelle aus nochmals bie innige Teilnahme ber Reichsregierung und — wie ich sagen darf — des gesamten deutschen Volkes an ihrem Hnglück auszusprechen. Sie bür- fen* überzeugt sein, bah die weitesten Kreise Deutschlands mit ben Hinterbliebenen ber Toten unb ben zahlreichen Verletzten in herzlicher Teil- nahme mitfühlen. Auch weit über bie Grenzen des Reiches hat das Hnglück Widerhall und Teilnahme geweckt unb aus allen Teilen ber Welt sind Wrileidskundgebungen unb Zeichen hilfsbereiten Deist arides eingelaufen, die uns wohltuend berührt haben unb für welche ich auch hier nochmals Gelegenheit nehme, zu danken. Ehrliches Mitgefühl beschränkt sich aber nicht auf Worte. Gleich nach ber Kunbe von bem Hnglück hat sich überall menschenfreundliche und brüderliche Hilfe qcregt Reichs- unb Staatsbehörden, Kommunalverwaltungen, Organisationen, industrielle und finanzielle Hnternehmungen, wie bie einzelnen Mitbürger in Stadt unb Land haben bereits erhebliche Beträge zur Vermeidung materieller Aot aufgebracht Eine Hilfsaktion gröhten Hmfangs hat begonnen und wir dürfen alle hoffen, dast es so gelingen wird, ben so schwer vorn Hnglück Betroffenen die Sorge um das tägliche Leben abzuMannheim, 25. Sept (Wolff.) Hnter Beteiligung von etwa siebzigtgusend Menschen aus Mannheim unb ber Pfalz würbe heute in Gegenwart des Reichspräsidenten, des bayerischen Ministerpräsidenten, des badischen Staatspräsidenten und des Präsidenten des bayerischen Landtages sowie in Anwesenheit von Vertretern zahlreicher Behörden und Organisationen auf dem Ludwigshafener Friedhof eine Trauer feier für bi e Opfer derOppauerKatastro- phe gehalten. Die französlschen Milttärbehörden waren durch General d e M e tz als (Beauftragten ber interalliierten Rheinlandkommisswn sowie durch General Dangand aU Beauftragten des Oberbefehlshabers General Degoutte vertteten, die beide in — vor Beginn ber eigentlichen Trauerfeier — an ben Reichspräsibenten unb ben bayerischen Ministerpräsidenten gerichteten Ansprachen in warmen Worten dyre Teilnahme zum Ausdruck brachten und Kränze niederlegten. Der Reichspräsident erwiderte ihnen mit Worten des Dankes: Es berühre wohltuend, bah am Grabe ber Opfer dieser Katastrophe das menschliche Gefühl sich über die Landesgrenzen htnweg- sehe. In gleicher Weise dankte.ber bayerische Ministerpräsident. > Bei ber Trauerfeier selber hielten sodann Vertreter deS Fabrikarbeiterverbandes, der Ar- | beiterfchaft und der Direktion des Werkes, ferner der badische Staatspräsident, der Präsident des bayerischen Landtags, ter Regierung5Präsident der Pfalz und der Cberbürgermeiftcr von Mannheim Ansprachen. Die von Musik unb Gesang eingeleitete unb geschlossene Feier verlief würdig unb eindrucksvoll. Frankfurt a. M., 25. Sept. Ein Fest- mahl vereinigte anlählich ber Eröffnung ber «. Frankfurter Internationalen Messe heute nachmittag bie Vertreter ber Reichs- unb einzelstaat- lichen Dehorben, unter benen sich in gewohnter Meise die Staatsoberhäupter von Württemberg, Baben unb Hessen befanben, sowie bie Vertreter ber Tages- unb Fachpresse. Oberbürgermeister Boigt gab seiner Freube darüber Ausdruck, bah ber Deutsche Werkbunb in so tatkräftiger Weise die Frankfurter Messe unterstützt habe, unb bah ber Buchhandel, anknüvfend an bie alten Traditionen ber Frankfurter Messe, sich im Hause Werkbunb zu einer bemerkenswerten Ausstellung »ufammengefunben habe. Die kräftige finanzielle Hnterstühung des Reichs, die zum erstenmal der Frankfurter Messe zuteil geworden sei, habe zu deren Ausbau auf bem bisher bewährten Fundament beigetragen. Besonders herzliche Worte widmete der Oberbürgermeister ben Staatsoberhäuptern ber angrenzenben sübdeutschen Staaten, die auf« neue ben engen Zusammenhang zwischen der Frankfurter Messe und dem südwestdeutschen Wirtschaftsgebiet bekundet hätten. Ministerial- direttor von Schöneb eck überbrachte als Vertreter ber Reichsregierung beten aufrichtigste Glückwünsche. Der Organismus ber beutschen Wirtschaft fei an sich gefunb; aber in bieten Organismus sei ein Fremdkörper clngebrungen. DaS sei der Versailler F r i e d e n s v e r - , trag. Man Tonne gerade in Frankfurt nicht daran vorbei, einen Vergleich zu ziehen zwischen dem Franffurter Frieden von 1871 und dem Versailler Friedensvertrage. Beim Frankfurter Vertrage hätten wir mit der einen Hand genommen, mit der anderen aber gegeben. Wir hätten damals bie Meistbegünstigung zugestanben. Heute hoben wir einseitig bie Meistbegünstigung geben müssen, ohne sie selbst zu erhalten. Man brauche aber nicht Optimist zu sein und werde trotzdem den Glauben an die Lebenskraft deS deutschen Volles nicht verlieren. Das Allbeilmtttel gegen unsere wirtschaftliche (Röte fei Arbeit, und nir- genM sehe man fo charakteristisch diese Wahrheit wie auf ben Messen. Dezimal- u.Kelleovaagen Kartoffeln,Gemüse,Stroh ...........offeriert waggonweise K^iYehfflUL Neuenw.4L Rauhfutterhaue Neuland, Fulda Sinbenftrabc 20. 10226 Televdo» 22? '-.MWUnKW 6' Die! Rom Copyright 19 631 Svrtsehun -,..-^ese fit -Äizöiger tat < der Stelle S dem fie z Mte. mi» ?Je> sag! ?>hiui . ® wird j( ^en dich t ->tk * ^I-«nk 3^'w. «,/^rnen d fester J ^"rrernnmd fie km ein ÖMe SÄ ri^^vartet, «in $.pitn s«| "K Z'k •MteS«! odekh^ m^&citag SÄ SÄ -1"4 '«--did 1B1 Mchluß. Wb„7* gss kE? ÄSr b» 3n d-r oft _ffl Mchmiliag. •*n*ds die iimerpolü^ der SrMrdung Aedncr aus t>ie Umbildung hcrigc Zustand nach der Revvl da die verschte -Nehrhest des halb müsse d' werden, nach fioNbcmotrat aus. weil diese Demokratie sei. dah sie in lcy Politik als ftÄ her nur die De wohl die Demot Partei sehr viel gen ertragen ho gingen, was mc möglich halt«- - rüazustellen. d Deutschen 'M! tragen lernen nrngsverantwl singen, die Di sten Rechte ab die unbedingt schen Dvlkspai matums. denr das llnternehr rirfung jede' karctions^De, begrüßen sei J)i die noch vor ein mit der Deutsch wollte, ebenso t Dvllrpartei. ili Angrisse gegen dah die Derk Reichsregierum dah die neue 5 tag schon im A Finanzmini die hessische Pi einen Rechensch flienmg und ihi Ordnung d^ § ganz erhebliche deutschen Wirts ldnne sich tour 4«st en htih; v besonders ruhi Revolution sri d^ien, sondern alten Regimes getreten, um ül um zu verhüte 10368 Gietzen, den 26. September 1921. Carl Bender Anneliese Linder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die uns anläßlich des Heimganges unseres lieben Entschlafenen erwiesen worden sind, sowie für die vielen Kranzspenden sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Hrau Anna Bender geb. Kaiser A na Bender Lollar, 23. September 1921. Für die erwiesene Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen danken wir herzlich. Heim- Stfiöi und Angehörige. tihit möbliertes gimmer für iunne Dame gesucht. Angebote an A. Salomon L Co., Skbutstrahe 4. 10371c Vogtsche Handelsschuig Gießen Goethestr. 32 Tel 2064. Am 9300c 10. Oktober 1921 beginnen neue Halbjahres- u. Jahreskurse in sämtl. kaufmänn. Fächern. Anmeldungen rechtzeitig erwünscht. Ausführliche Druckschriften kostenlos d. die Schulleitung. Billig schneidert dabei leicht, modern und schön, wer Favorit - Schnitte benutzt. *“8c Zu haben im Cfflodehaus ^alomon. vorzügliche Taufende heben das $fütk in derDose gefunden tatt. 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So kam auch die Aufstellung der Kandidatenliste für Oberhesfen zum Abschluß Sie enthält folgende Namens 1 Direktor Urstad t-Gießen. 2 Landwirt R e r n- hardt-Geiß-Nidda. 3. Luise Flick, Lehrerin. Gießen 4. Oberlehrer Dr. W e i n e r-Fr»edberg. 5. Glasermeister Leut H-Alsfeld. 6. Eisenbahn- sekret. D e t r ö e-Gießen. Rechtsanwalt Thum- Lauterbach, 8. Oberpostschaffner Moh r-Giehen. 9 Schmiedemeister Appel jun.. Ulrichstein. 10 Fabrikant H e i l-Duhbach. 11. Landwirt Decker- Kessclbach, 12 Landwirt Paul h-Langsdorf. Die endgültige Entscheidung über diese Liste wird jedoch erst am 2. Oktober in Darmstadt vom Lan- deSausschuß der Partei gefällt In der öffentlichen Versammlung am Nachmittag sprach zunächst Neltor Fischer- Gießen über die politische Lage im Reich. Nach längeren Ausführungen über unser Verhältnis zum Ausland, besonders zu Frankreich und über die innerpolitische Lage, wie sich besonders nach der Ermordung Erzbergers gestaltete, kam der Redner auf die bevorstehende Regierungsumbildung i m R e i'ch e zu sprechen. Der bisherige Zustand in den Regierungsverhältnissen nach der Revolution sei keineswegs befriedigend, da die verschiedenen Regierungen nicht von der Mehrheit des Volkes getragen worden seien. Deshalb müsse die Regierungskoalition verbreitert werden, nach links oder rechts. Die unabhängige Sozialdemokratie scheide jedoch von vornherein aus, weil diese Partei grundsätzliche Gegnerin der Demokratie sei, obwohl man anerkennen müsse, daß sie in letzter Zeit eine weit vernünftigere Politik als früher getrieben habe. Es komme daher nur die Deutsche Volkspartei in Frage, obwohl die Demokraten gerade in Hessen von dieser Partei sehr viel, vor allem schwere Beschimpfungen ertragen hätten, die weit über das hinaus- gingen. was man unter erzogenen Menschen für möglich halte. Aber alles Gefühlsmäßige sei au- rüc^ustellen. die Demokraten müßten mit der Deutschen Volkspartei zusammenarbeiten, die mit- tragen lernen müsse an der Schwere der Regie- rungsverantwvrtung. Dadurch werde es auch gelingen. die Deutsche Volkspartei von der äußersten Rechte abzuziehen. Am schwersten wiege aber die unbedingt erforderliche Mitarbeit der Deutschen Volkspartei bei der Ausführung des Ultimatums. denn diese Partei fasse hauptsächlich Vis Unternehmertum zusammen, auf dessen Mit- virkung jede Regierung bei Erfüllung der „Re- parations"-Verpflichtungen angewiesen sei. Zu begrüßen sei £ie Wendung der Sozialdemokratie, die noch vor einem Jahre unter keinen Umständen mit der Deutschen Volkspartei zusammenarbeiten wollte, ebenso die Bereitwilligkeit der Deutschen Volkspartei. Unverständlich seien aber die neuen Angriffe gegen Wirth. Es sei jedoch zu erwarten.. daß die Verhandlungen zur Umbildung der | Reichsregierung schnell zum Ziele führten und daß die neue Regierung wohl am nächsten Sonntag schon im Amte sitze. Finanzminister Henrich sprach dann über die hessische Politik und gab in der Hauptsache einen Rechenschaftsbericht der gegenwärtigen Regierung und ihrer Koalition. 3n Sicherheit und Ordnung des Staatswesens habe man seit 1918 ganz erhebliche Fortschritte gemacht. Mit der deutschen Wirtschaft, dem deutschen Arbeitsmarkt könne sich kaum ein anderes Land messen, und Hessen häbe von allen deutschen Ländern eine besonders ruhige Entwicklung durchgemacht. Die Revolution sei ja keine eigentliche Revolution gewesen, sondern eher eine Bankerotterklärung des alten Regimes. Die Koalition sei daher ans Ruder getreten, um überhaupt eine Regierung zu schassen, um zu verhüten, daß das Land im Chaos versinke, und weil die anderen Parteien versagt hätten, denn auch ihnen, auch dem Hellischen Bauernbund sei ein Sih in der Regierung angeboten worden. Heute richte sich die Opposition hauptsächlich gegen Bildung und Zusammensetzung der Regierung, sie sei zu vielköpfig, zu teuer. Die Einteilung in sieben Aemter fei jedoch keine Erfindung Ulrichs, sondern drei Tage vorm Umsturz, als man eine parlamentarische Regierung bilden wollte, vom alten Landtag beschlossen worden. 3m letzten Augenblick sei man damals von den sieben Ministerien abgekvmmen und habe die Staats rate geschaffen, die bekanntlich nur zwei Tage regiert hätten. Der Minister sprach dann ausführlich über persönliche Dinge, über Ministerpensionierung usw. 3n Hessen werde jetzt, selbstverständlich unter Berücksichtigung der Geldentwertung, ganz erhebl'.ch billiger regiert als früher. Reben der Bersas- funfl sei am wichtigsten die Revision der Verwal- lungsgesetzgebung. die jedoch nicht überhastet werden dürfe und Hauptaufgabe des neuen Landtages bleibe Dem Präsidenten Strecker sei es zu ver- danken, daß die hellische Schule noch immer vor- bildlich Tci; Einheits- und Aufbauschule seien bei uns zuerst eingeführt worden, und die Revision des Volksschulgesetzes stehe unmittelbar bevor Die Aufhebung der Zwangswirtschaft sei am nachdrücklichsten von der Demokratischen Partei gefordert worden. Die Demokraten hätten auch die Landaufteilung in Fluß gebracht, und man habe in Hessen bis jetzt an 6000 Landbewerber etwa 15 000 Morgen Land umgeseht. Das Besoldungsgesetz sei sicherlich ein Fortschritt, wenn auch unzulänglich. Wir seien eben ein armes Volt geworden. Der Unmut der Beamtenschaft wäre aber nicht so laut, wenn es nicht große Volksteile gebe, denen es über die Maßen gut gehe. Die Regierung werde auch weiter alles daran setzen, um den sogenannten Ortsklassenunfug wenigstens für Hessen zu beseitigen. Die Einheitlichkeit der Finanzverwaltung ser unbedingtes Gebot gewesen, denn der Steuerbedarf des Reiches sei von früher einem Viertel auf drei Viertel gestiegen. Der viel- geschmähte Erzbcrger habe übrigens das meiste Verdienst um das Zustandekommen der Finanz- und Eisenbahneinheit. Bei der „Verreichlichung" der Eisenbahn sei Hessen voll auf seine Kosten gekommen. Wenn früher die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschast günstigenfalls eine Rente von 18 Millionen Mark abgewvrfen habe, sichere uns der neue Derttag 27 Millionen im Jahre. Die Unitarisierung dürfe aber nicht so weit getrieben werden, daß Derlln einfach alles dekretiere. Die Länder mühten ein gewisses Maß von Selbständigkeit behalten und seien übrigens auch durch den Reichsrat» an der Reichsgesehgebung beteiligt. 3n Übereinstimmung mit den anderen Ländern werde man in Hessen zu einem grundsätzlich anderem Grund- und Gewerbesteuergeseh kommen müssen. Die hellischen Finanzen seien bisher stets gesund geblieben und die Fehlbeträge der Voranschläge hätten sich immer als „papieren" erwiesen. Wenn das Volk vernünftig bleibe und begreife, dah eine Schicksalsgemeinschaft jeden mit jedem verknüpfe, dann könne man getrost in die Zukunft schauen. Die Not müsse, ähnlich wie in Oberschlesien, jeglichen Parteigegensah überbrücken. Es genüge aoer nicht, daß wir eine demokratische Regierungsform Hütten, es müsse auch eine untere Demokratisierung des Volkes kommen. Demokrattsierung der Verwaltung, Ver- schwiitden der Standesunterschiede usf. 3n der Aussprache wurden von Direktor Urstadt und Sanitätsrat Honigmann zu den beiden Hauptreden noch Ergänzungen gegeben. Der Existenzkampf des deutschen Kaufmanns im Ausland. Folgender Brief eines deutschen Kaufmanns im Ausland an das Deutsche Ausland-Institut Stuttgart, der während des Krieges 2 Jahre laftg als Gefangener festgehalten wurde und jetzt versucht, sich von neuem emporzuarbeiten, gibt ein anschauliches Bild von den Mühsalen, denen die Arbeit des deutschen Kaufmanns am Wiederaufbau unseres Außenhandels ausgesetzt ist. Die leider zum Teil nur zu berechtigten Vorwürfe gegen heimatliche Geschäftsgebräuche und gegen die Kurz- llchtigkeit vieler Exportkreise mögen manchem eine wenig liebliche Musik fein. Um fo notwendiger ist es, daß die Klagen des deutschen Kaufmanns im Ausland weitesten Kreisen der Heimat bekannt und von den betreffenden Stellen berücksichtigt werden. Es heißt u. a. in dem Briefe: , , Meine Versuche, einige Einkäufe aus teilweisen Kredit in Deutschland zu machen^ mären vollständig ergebnislos. Fast überall hörte ich schöne Worte, wie etwa: .Das erste Geschäfts machen wir gegen Kasse und dann werden wir Ihnen vielleicht beim zweiten Geschäftsabschluß ganz oder teilweise kreditieren." Für meine wenige Groschen kaufte ich nun hie und da ein; fast ein halbes Hahr verstrich, bis die Waren anlangten. Der Spediteur (ein Deutscher) rechnete was und wieviel er wollte: „Zahlen Sie, dann bekommen Sic die Ware! Sie fönnen ja nachher reklamieren und wir vergüten 3hnen die Differenz." — Hat er das Geld in der Tasche, so kann man Hahr und Tag warten bis man eine Antwort, geschweige denn den ihm zu Recht zustehenden Differenzbetrag erhält. Will man einen zweiten Geschäftsabschluß mit einer Firma tätigen, mit der man schon in Verbindung steht, so antwortet sie regelmäßig: ..Senden Sie erst das Geld, dann kann Die Ware abgehen!" Geht man zur Beschaffung von Geld in die FUiale eines großen deutschen Bankhauses, so sieht sich der Direktor zu seinem Bedauern außerstande, ein neues Konto zu errichten. Geht man zu einer anderen Bank, so ist die Staatsangehörigkeit ein Hindernis. Findet man schließlich doch noch einiges Geld, so kann man, wenn das Geld glücklich abgesandt ist, hoffen, nach einem zweiten halben Hahr fernen zweiten Transport Ware zu erhallen. Obgleich man schriftlich vereinbart hat, dah die Zahlung zur Hälfte'bei der Bestellung und zur Hälfte beim Empfang der Ware erfolgen soll, so bekommt man eines schönen Tags, nachdem die erste Hälfte des Bettages abgegangen ist, einen Bries mit der Aufforderung, sogleich auch die zweite Hälfte des Betrages einzusenden, früher könne die Ware nicht abgehen. Begründung: die Ausfuhrstelle erteile nicht eher die Bewilligung, bis die Ware voll im voraus bezahlt sei. Dem Buchstaben nach mag das richtig sein, aber die Ungerechtigkeit gegen den Deutschen im Ausland liegt auf der Hand. Haben aber deutsche Firmen unbezahlte Ware an fremde Staatsangehörige geliefert, die nachher keinen Absatz findet, dann treten sie an den Deut- schen im Ausland mit den wunderbarsten Phrasen heran und bitten ihn um Rat und Gefälligkeiten, er solle die Beträge für Transport und Zoll für die zu spät eingetroffene Saisonware auslegen, solle bis zum nächsten Hahr haften und bei einem Preisrückgang für die Differenz aufkommen. Einer großen Anzahl von Firmen und Privatpersonen habe ich auf ihre Anfragen um Auskünfte aller Art bereitwilligst und ausführlich geantwortet. Glauben Sie. daß ein einziger es der Mühe wert gefunden bitte, auch nur zu antworten, geschweige denn für die gewünschte Auskunft zu danken? Wie viele von früher hier ansässigen Reichsdeutschen, deren Hab und Gut beschlagnahmt ist, die ihr Vermögen und ihre Gesundheit, oft auch Glieder ihrer Familie im Krieg verloren haben, würden gern für deutsche Häuser hier tätig fein; und dabei müssen sie mit Erbitterung zusehen, wie heimatliche Firmen nach Friedensschluß ihre Vertretungen in französische, englische, jugoslawische, rumänische und andere fremde Hände legen. Die wenigsten dieser fremden Staatsangehörigen sind deutschen Stammes. Sie glauben gar nicht, wie es mich anmutet, wenn ich Angebote in französischer, englischer, italienischer oder in anderer Sprache von deutschen Häusern aus Deutschland erhalte! Wenn die betreffenden Häuser nur wüßten, wie lächerlich derartige Angebote auch bei hiesigen Firmen wirkten! — Wäre es nicht, wenn schon ein Entgegenkommen gezeigt werden soll, besser, daß die Angebote wenigstens in der Sprache des ßanbeS abgefaht werden. Unbedingt müßte bei Vergebung von Vertretungen und sonstiger Interesseqwahrung darauf gesehen werden,'daß die Ausländsdeutschen in erster Linie berücksichtigt werden, und zwar zunächst die Reichsdeutschen im Ausland, dann die Deutschstämmigen und zuletzt erst die Angehörigen deS bclrcffcnben Landes selber Sine deutsche Dank oder ein Konsortium, das Staatsunlerstühung genießt. müßte Reichsdeutschen im Ausland, die am Wiederaufbau ihrer Eristenz und damit zugleich am Wiederausbau dec- deutschen Außenbandelwirken. Anleihen und Kredit gegen billige Verzinsung gewähren, wo dies nrltut und bei der gegenwärtigen langen Dauer, die die Abwicklung der Geschäfte in Anspruch nimmt, begrenzte 'Betrage für die deutschen Unternehmer zur Verfügung stellen. So könnte, meiner Ansicht nach, manchem anständigen deutschen Geschäftsmann und Handwerker im Ausland, der jetzt mühsam sein Leben friftet, in praktischer Weise und für die Dauer geholfen werden — zum Nutzen nicht nur des Empfängers, sondern des gesamten Deutschtums in Ausland und Heimat." Aus Stadt und Land. Gießen, den 26. Sept. 1921. Sonntagsfahtkarten und die Wünsche der Landbevölkerung. Der „Hessische D e a m t c n b u n b“ bat an die Eisenbahndirektionen Frankfurt a. M. und Mainz ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet: ..Wie die Zeitungen berichten, ist dankenswerter Weise nun die Ausgabe von Sonntags- sahrkarten ab Darmstadt angeordnet worden. So begrüßenswert diese Maßnahme ist, so erregt sie doch in weiten Kreisen der Landbevölkerung Unmut. Das Land gönnt zwar den Städtern die durch die Sonntagsfahrkarten gewährleistete Möglichkeit. auf billigerem Wege die nähere und weitere Umgebung zu erreichen, wünscht aber einen Ausgleich in der Weise, daß ihm die Bildungsmöglichkeiten der Städte an Sonntagen durch Sonntagsfahrkarten erschlossen werden Insbesondere unsere Beamten draußen auf dem Lande, die ohnedies durch die Ortsklasseneinteilung stark benachteiligt sind, oermiffen sehr jede Möglichkeit, ihren Bildungshunger zu einigermaßen erträglichen Preisen zu stillen. Man würde diesem gewiß unterstützungswerten Streben entgegenkommen und zweifellos zur Belebung des Personenverkehr« in der stillen Zeit des Winters beitragen, wenn allgemein allen Stationen auf dem Lande die Ausgabe von Sonntagsfahrkarten nach den als Bildungsstätten in Betracht kommenden größeren Städten ermöglicht würde. Wir bitten daher, dieser Anregung näher zu treten und sehen einem baldgesälligen gewährenden Bescheid entgegen.“ Der ..Hessische Beamtenbund" gibt in dieser Eingabe nicht nur den Gefühlen der Landbeamtenschaft. sondern denen des größten Teils der Landbevölkerung Ausdruck. Genau so gerne wie der Städter des Sonntags auf das Land zieht, fährt der Bewohner des Landes, dem dies in der Woche nicht möglich ist, am Sonntag in die Stadt- Warum soll es nun nur dem Städter ermöglicht werden, billiger die nähere oder weitere Umgebung zu erreichen, als dem Bewohner des Dorfes die Stadt? Wer des Sonntags die Züge beobachtet. die auf den Nebenstrecken zur Stadt fahren, kann sehen, daß sie fast alle schwach besetzt sind. Dies würde sich sicher ändern, wenn die Cisenbahndirektionen der Anregung deS ..Hess. Deamtenbundes" nachkämen und von al- l e n Stationen Sonntagsfahrkarten nach den größeren Städten ausgeben würden. Man sollte gerade in einer Zeit, in der auf dem Lande daS Gefühl der Zurücksetzung gegenüber der Stadt sehr groß ist (OrtSllasseneinteilungl), alles vermeiden, was dieses Gefühl noch verstärken könnte. L Die Witttcrbckämpfunsl der Schnake». Mit Beginn der kühleren Jahreszeit ziehen sich die Stechmücken oder Schnaken zur Ueberwinterung hauptsächlich in die Keller der menschlichen Behausungen zurück. Die Erfahrung hat gelehrt, daß sie in den Kellerecken, mit Vorliebe über Kohlen-, Kartoffel- und Rübenhaufen, meist in der Nähe der Kellerfenster, manchmal so dichtgedrängt beieinander sitzen, daß eine weißgetünchte Wand vollständig grau aussieht. Der Winter ist also eine besonders günstige Zeit, der Schnaken Herr zu werden, Die Rotherfteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by ©reiner & Comp., Berkin W 30. 63. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) .Lege sie hier auf mein Bett," sagte sie. Rüdiger tat es. rührte sich dann aber nicht von ber Stelle. Hertha hatte bereits kaltes Wasser vom Waschtisch geholt und ein Fläschchen Kognat. auS dem sie Do einige Tropfen einzuflöhen ver- suchte. Dabei sagte sie ungeduldig: »Was stehst du mir denn hier im Wege,-Rüdiger? Geh doch fort — eS wird ja nur eine Ohnmacht sein. Wir brauchen dich wirklich nicht mehr." .Ich — tonn — nicht," murmelte er. .Laß Mich — bei ihr!" Art ha fuhr herum bei dem erschütternden Klang seiner Stimme. „Rüdiger!?" Einen Augenblia starrten Bruder und Schwester einander wortlos an. Dann kam es so weich, wie Hertha es nie aus diesem ernsten Wännermund gehört hatte, über Rüdigers Lippen: „Ich habe sie so lieb . . Hertha. Auch wenn sie dem . . gehört . . ." Damit sank er neben dem Bett auf die Knie, während ein trockenes Schluchzen sich seiner gepreßten Kehle en trans. Hertha sagte kein Wort Die Entdeckung, daß Rüdiv Do liebe, tarn ihr Io unerwartet, dah alle anc^en Gedanken in einem grenzenlosen Staunen unterlagen. Mit bebenden Händen legte sie Kompressen auf Dos Stirn und flöhte ihr noch einmal Kognat ein. Rüdiger hatte sein Gesicht auf eine der matt und leblos herabhängenden Händchen gepreßt. Er fuhr erst auf, als dieses Händchen leise zu zucken begann. Da sah er, dah auch ihre Augenlider llch bewegten. »Geh jetzt!" gebot Hertha leise, aber nachdrücklich. ..Du siehst, sie kommt zu sich und deine Gegenwart wäre ihr nur peinlich. Ich rufe dich nachher schon, wenn sie wieder ganz wohl ist." Rüdiger entfernte sich zögernd. Er begab sich zu seinem Vater hinüber, um ihm zu erzählen, was vorgesallen war. 28. Kapitel. Leise sank der Abend nieder. Do hatte ein paar Stunden geruht und bann mit Hertha allein in deren Zimmer ein verspätetes Mittagessen eingenommen. Denn die beiden Herren waren seit Rüdigers Rückkehr unausgesetzt geschäftlich in Anspruch genommen und hatten zur gewöhnlichen Speisestunde melden lassen, es sei ihnen unmöglich, zu Tisch zu kommen. Später hatte Hampe den Aufttag erhalten, in des Fürsten Arbeitszimmer ihnen und ihren Gästen rasch einen Imbiß zu servieren. Mit dem Wiener Mittagszug waren nämlich Iustizrat Hettle und zwei Herren der Versicherungsgesellschaft gekommen, die Brömel von dem Brand bereits in der Nacht durch eine Depesche verständigt hatte. Letztere begaben sich bann mit Herrn Brömel hinaus zur Fabttk, um den Schaden selbst zu besichtigen. Inzwischen fand sich auch Ver älntersuchungs- ttchter aus ber Kreisstadt ein, ber Bürgermeister von Wolkenriet, ber Oberförster aus der Försterei usw., kurz, es war ein ewiges Kommen und Gehen drüben in den Gemächern des Fürsten. Erst im Laufe des Nachmittags wurde es wieder ruhiger und die Herren tarnen endlich dazu, über die Zukunft zu beraten. Etwas von der bangen Sorge, die über diesen Beratungen lag, lasteten auf den beiden Mädchen, die eng aneinander gelehnt in Herthas Zimmer am offenen Fenster saßen und beglückt in den sinkenden Abend chinausstarrten. Sie sprachen wenig. Aber beide dachten dasselbe: Was wird nun werden? Wird Rüdiger den Mut und die Kraft haben, nach all diesen Schlägen von vom anzufangen? Wird er es überhaupt können? „Es wäre schreckllch, wenn Grafenegg wirklich verkauft werden müßte!" Tagte Hertha einmal tief aufseuzend. Da preßte Do erschrocken ihre Hand. .Sprich Davon nicht! Das darf nie leinj Soweit kann es doch auch gar nicht kommen!" .Wer weih? Der Iustizrat machte ein sehr ernstes Gesicht, als ich vorhin einen Augenblia drüben war, um zu fragen, ob sie nicht Tee oder Kaffee wünschten. Unb Papa sah um Jahre gealtert aus. So müde und verfallen, dah es mir ins Herz schnitt!" „ünb — Rüdiger?" fragte Do leise. „Rüdiger sah da, mit einem Gesicht so weiß, starr wie aus Marmor geschnitten." Wieder starrte sie schweigend hinaus. Die warmen Reflexe der untergebenen Sonne zwischen den Bäumen waren längst erloschen. Bläulich und Düster ttoch die Dämmerung ins Tal. Da sahen sie Plötzlich "ben Iustizrat unb Herrn Brömel zwisch-en den Rasenplätzen des Blumen- parterres auf und ab wandeln. Hertha erhob sich. .Es scheint, dah sie für heute zu Ende sind mit ihren Beratungen. Der Iustizrat bleibt ein paar Tage hier, wie mir die Mamsell gesagt hat. Sie muhte ein Gastzimmer für ihn zurecht machen. Ich wlll nun nach Papa sehen, ben der heutige Tag sicher sehr angestrengt hat. Kommst du mit?" .Nein, ich komme später nach, zuerst will ich. - .Was?" fragte Hertha, als Do stockte. „Ich müh mit Rüdiger sprechen." Hertha sah sie einen Augenblick verwundert an über den seltsam entschlossenen, ernsten Ton, dann nickte sie und sagte leise: .Du hast recht. Aus ihm lastet so viel letzt. Es wird ihn aufrichten, wenn du ihm ein Wort des Trostes sagst." Sie verließen zusammen das Gemach. Draußen trennten ste sich. Die Mamsell, welche eben bie Treppe herauf tarn, teilte Do auf ihre Frage mit, dah Rüdiger in seinem Arbeitszimmer sei. Zaghaft begab sich Do dorthin. Sie war noch nie in seinem Zimmer gewesen, und das Herz schlug ihr bis an den Hals, als sie nun nach schüchternem An klopfen in das große, hohe Gemach trat besten ernster, fast düsterer 6baratter auch durch bie zahlreich angebrachten, bereits erhellten Beleuchtungskörper nicht gemildert wurde. Rüdiger sah am Schreibtisch vor einem Bogen Papier, der ganz mit Zahlen bedeckt war. Er hatte den Kopf sorgenvoll in die Hand gestützt und sah sehr elend aus. Bei Dos Eintritt sprang er erschrocken auf. „Du — Dorothea, du beschämst mich! Statt daß ich zu dir komme, um mich nach deinem Befinden zu erkundigen und dir noch einmal zu danken." .Bitte, sprich doch nicht mehr darüber," unterbrach sie ihn rasch, .du bist mir gar keinen Dank schuldig. Ich bin ja nicht deshalb gekommen, sondern well es mir keine Ruhe lieh . . was hast du beschlossen, Rüdiger?" Sein Gesicht verdüsterte sich. „Nichts, ant- wvttete er dumpf. „Wir haben gerechnet uifb wieder gerechnet, aber . . ." .Du willst die Fabttk nicht mehr auf bauen lassen?" unterbrach sie ihn abermals, diesmal sehr erschrocken. „Wie gerne wollte ich!" rief er in aus- brechender Bitterkeit. Sie ging ja so gut uckd konnte jetzt der Rettungsquell werden! Aber es ist unmöglich. Ohne Geld kann ich nicht bauen.“ „Aber sie war doch wenigstens versichert? Warum kaimst du sie nicht aus diesem (Selbe wieder aufbauen?“ .Well wir das Geld zur Deckung der Prozeß- Unkosten brauchen. Diese sind enorm hoch und müssen fofort bezahlt werden. Auch habe ich noch andere Außenstände zu begleichen. Die ganze Einrichtung des Detri^es kostete viel. In einem Jahre hätte sich dies allerdings durch die Fabrik einbringen lassen. Aber nun liegt sie in Schutt und Asche, das Holz ist verloren, die Waldparzellen, die ich anlaufte, um den Weiler betrieb zu sichern, sind erst zum Teil bezahlt, und alles, was mir an Bargeld bleibt, verschlingt letzt dieser unselige Prozeß. Der einzige Ausweg, der uns bliebe, wäre, den Erbreicher Fottt zu opfern. Wer dadurch wäre Grafenegg für alle Zeit entwertet. Lieber mag es ganz verkauft werden.' „Das darfst du nicht. Es ist doch deine Heimat, Rüdiger! Die Heimat der Rothersteins. Brächtest du es denn übers Herz — sie an fremde Leute hinzugeben?" Rüdiger schwieg und wandte sich ab. ES zuckte qualvoll in seinem Antlitz. „Es gibt Menschen, deren Los es ist, alles tytngeben zu müssen, was ihnen teuer ist! Ich mußte Schwererem entsagen, warum nicht auch der Heimat?" fragte er endlich dumpf. (Fortsetzung folgt.) Ml ■V;;. I W Nr. 13 nur die A die Derech! worden isl, deren An bestimmen l Inhalts-) Neuregelun Exterritoric die Ab ^egiei Aus Ti Reichs wir und Ordimi bis 10000 1 ligung zum Mr 7 Krim ver geM M Ässer 8 $ unter eine Der (LS.) ^etr.: ,a, M Anitsve, ^reisprii ?^einöei 'Agende *■ Fe Für anffalt b. P'ivate j Gebühr di entrichten. Auhei er!nderlilj Tram A, 8ür dünnens Llien, 4U "ahwe öi Dar SZ nr. 226 unb & P*'S sa«5 Über Sie üla Einen Dei> Zrr Lloyd George 2t, mit eine SW' Z ®ws mal allsfuhrli spricht habet Jd cS ratsam!et. auf vernünftig gen zu beschne Dvrschsugs at er sich M hLltniS zu den /and hält den Für 100 deutsch« Mark wurden gezahlt: Datum: mfterbam Är. 117,80 1697, 4,25 26. 9. Schweizer Franken 'aris onbon 24.9. 5,32 2,90 5L0 4.25 82,25 4,80 13,- 0.92 1.7.11. •t. 125,40 rL 59,20 r. 88,83 Gegend unter gegenseitiger Hilfe eingebracht. Die Agram. Aveinbergsbesiher vereinbaren untereinander, an ' Bukarest Dem hier ankommenden Fremden bietet unser sonst freundliches Städtchen einen geradezu unwürdigen Empfang. Tritt man aus der Dahn- Märtte. ga. Grünberg, 24. Sept. 2tuT dem Herb sf markt am Donnerstag überstieg das Angebot von Schweinen ausfallend stark die Nachfrage. Der Auftrieb betrug 666 Stück. Mährend nun jüngere .Ferkel überhaupt nicht gehandelt wurden, kosteten ältere, 9 Wochen alte, die einmal für 400 Mark gekauft wurden, nur noch 200 Mark. Der Handel war schleppend. Den grössten Teil der Tiere nahmen die Züchter wieder mit nach Hause. Rindvieh war überhaupt nicht auf- gelrieben. Der Krämermarkt auf dem Marktplatz m der Stadt war mit nur wenigen Stünden beschickt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Handel. Frankfurt a. M., 26. September. Markus tierrmgeu. «r. 88,80 Ar. 117,80 Sh. 97,80 Fr. 125,40 I 23,80 Dem, da faft vhne Ausnahme nur befruchtete Mückenweibcheu überwintern, die je etwa 200 bis 400 Gier im Leibe tragen, töten wir mit einem Insekt eine grvhe Zahl, die uns und vielen Tieren im kommenden Jahr zur Qual geworden wären. Der Zweck der Winterbekämpfung wird, wie das Kreisamt in einer Bekanntmachung nritteilt, am sichersten erreicht, wenn die Arbeiten von der Gemeinde durch besonders geeignete Personen von Haus zu Haus vorgenommen werden. DaS Bespritzen der an den Kellerwänden sitzenden Schnaken mit Floria-Insektizid 1913 (Lhemische Fabrik Flörsheim a. M., Dr. H. Roerdlinger) ist für eine Gemeinde die sicherste und billigste Maßnahme, die überwinternden Schnaken zu vernichten. 23.9. 5,35 2,90 5,30 welchem Tage sie mit der 6rnte beginnen wollen: es werden bestimmte Tage für die einzelnen Weinberge festgesetzt, und jeder Hilst dann dem Rachbarn. Don Bezahlung ist dabei natürlich nicht die Rede. Aber der Bauer, bei dem die Ernte gerade stattsindet, erweist sich den Helfern dankbar durch gute Speisen und reichlichen Trank, den er ihnen darbietet, und am Abend fehlt es nicht an Musik und Tanz, die Winzer und Winzerinnen zu fröhlicher Lustbarkeit vereinen. Auf den groben Weingütern müssen für die Ernte fremde Arbeitskräfte angenommen werden. Die Zahl der Arbeiter und die Stunden, die sie gebraucht werden, sind genau berechnet, uni> auf Grund feiner langen Erfahrung weih der Weingutsbesitzer ganz genau, wie viele Kreis Schotte«. e. Ulfa, 23. Sept. Trotzdem die Obsternte in- diesem Jahre hier nicht gut ausgefallen ist, wurde bei der Versteigerung des Ge- hneindeobstes nur für Aepsel der Betrag hon 24 000 Mark gelöst. Auch auswärtige Steigerer waren zugelassen. Der Ertrag der Kartoffelernte labt stellenweise zu wünschen übrig. Starkenburg und Rheinhessen. n. Mühlheim a. M., 24. Sept. Die WahletnesDürgermei stets, die hier die Gemüter schon seit langer Zeit in Spannung hält, ist nun endgültig entschieden. Mit den 10 Stimmen der sozialdemokratischen Gemeinderäte wurde der Stadtverordnete T r e y- tar zum Bürgermeister gewählt. Sämtliche bürgerliche Gemeinderäte haben sich der Abstimmung enthalten mit der Begründung, daß ein großer Teil der Bürgerschaft die Wahl des Bürgermeisters nicht durch den Gemeinderat, sondern die Gesamtheit der wahlfähigen Bürgerschaft wünsche. Hessen-Nassau. Arbeite rstreitigkeite» in der chemischen Industrie. mc. Frankfurt a. M, 25. Sept. Die chemische Fabrik GrieSheim-Glektrvn, die Farbwerke in Höchst und die K u n st - feidesabrik in Kelsterbach haben ihre Züricher Devisenmarkt. 24.9. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Dölkerbundsberatungen über Oberschlesien. London, 24. Sept. (WTD.) „Eventng Standard" berichtet, der Beschluß der Vertreter Spaniens, Belgiens, Brasiliens und Ehrnas Im Völkerbundsrat, denen die Behandlung der obev- schlesischen Frage übergeben wurde, werde nicht vor dem nächsten Monat erwartet. London, 24. Sept. (WTD.) Rach bem „Evening Standard" soll im VölkerbundSrat ein Vorschlag dahin gemacht worden sein, in Ober- schlesien eine neue Abstimmung stattsindeo zu lassen, d. h. dah die Stimmung unter der oberschlesischen Bevölkerung gegen eine Teilung Oberschlesiens immer stärker werde. Sturmszeneu hn badischen Landtag. Berlin, 24. Sept. Blättermeldungen zufolge verhandelte gestern der badische Landtag die deutschnationalen Interpellationen über das Verbot der „Süddeutschen Zeitung", das Verbot von Regimentsfeiern und über die Ausschreitungen im Anschluh an die sozialistische Demonstration in Heidelberg nach der Ermordung Erzbergers. Staatspräsident Funk verteidigte zunächst in ruhiger Weise die Stellungnahme der badischen Regierung. Plötzlich aber wurde er von einer starken Erregung gefasst und er betonte, dah es nicht nur Links-, sondern auch Rechtsbolschewisten gäbe, wobei er mit der Faust auf den Tisch schlug. Die Deutschnationalen antworteten mit Worten wie „S i e pinverschämter!" und anderen Ausdrücken gegen die Regierunasbank. In dem entstehenden Tumult fielen Ausdrücke wie „Dolksverräter!", „Schieber!" usw. Erst nach längerer Zeit trat wieder Ruhe ein. Das Ultimatum au Ungar». L o n d o n, 24. Sept. (WTB.) ötn Telegramm der „Daily Rews" aus Rom besagt: Die in dem Ultimatum an Ungarn gestellte Frist für die Räumung des Burgenlandes beträgt 10 Tage. Die eventuell notwendigen Strafmahnahmen beginnen mit der Unterbrechung der Eisenbahn- Post- und Telegraphenverbindungen. Bevor militärische Maßnahmen ergriffen werden, wird eine vollständige wirtschaftliche Blockade inS Auge gefaht. Wenn jedoch Ungarn nachgibt, erwägen die Alliierten, ob es rällich sei, die finai>- ziellen Ansprüche Ungarns gegen Oesterreich zu prüfen. . ~ Wien, 24. Sept. (WTB.) Wie das „Reue Wiener Tagblatt" erfährt, soll die ungarische Regierung Benesch gegenüber ihre Bereite Willigkeit zur Räumung Westunaarn« auSge» drückt haben, wenn Oesterreich sich verpflichte, Eolenburg nebst einem Gebietsstreifen bi« zur ungarischen Grenze wieder zurückzugeben. Um die auf Grund dieses Vorschlages von Oesterreich einzuschlagenden Richtlinien habe sich die heutige Debatte des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten gedreht. Dom griechisch-türkischen Krieg. Athen, 24. Sept. (WB.) Das amtliche griechische Eommuniquä vom 21. besagt: Die Arm« hat begonnen, sich in ihren entgültigen Stellungen von etwa 50 Klm. östlich von Dvrylee einzurichten. Paris, 24. Sept. (WB.) In dem keMali st ischen C v m m un i q u 6 Vvm 22. d. Wts. heisst eS: Die Verfolgung der Griechen wird fortgesetzt. Die griechischen Truppen, die in der Rich tung auf Siwri Hissar vorgerückt sind, sind vor unseren Truppen zurückgekehrt. Reue« Sxplosionsunglück in einet Farbenfabrik. Berlin, 24. vcpt. Dem .Lok.-Anz." wird aus Karlsruhe gemeldet, dah durch eine Explosion in den Ritrumwerken bei Klein-Lau- f en bürg die Absüllstation für Sauerstoff vollkommen zerstört wurde. Mehrere Arbeiter wurden getötet. Der Materialschaden ist brträchtllch. Leichenfledderei in Oppau. Berlin, 24. Sept. (Priv-Tel.) Der .Lot.- Anz" meldet aus Ludwigshafen: Gs bestätigt sich, dah gleich nach dem Unglück gewissenlose Elemente in Oppau und im Stadtteil Friesenheim erngebrvchen sind, um zu stehlen und zu plündern. Selbst Leichenräuber trieben ihr Unwesen. Sie zogen den Toten die Ringe von den Fingern und raubten Wertgegenstände. - Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 21. September der Verwaltungspraktikant Wilhelm Müller aus Alsfeld zum Kreisamts-Obersekretär. — Uebertragen wurde am 30. August dem Lehrer Heinrich Weiner zu Altenschlirf eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Freimersheim, Kreis Alzey. •• Fahrraddieb stahl. Entwendet wurde ein Fahrrad Marke Opel, Modell 10, Fabriknunnner 533 538, mit schwarzem Rahmend au und Felgen, schwarzen Handgriffen, dunkelbraunem Ledersattel und Werkzeugtasche Freilauf und Rücktrittbremse; das hintere Schutzblech ist etwas nach rechts verbo» gen. Dor Ankauf wird gewarnt. *• Grenzen der Reklame im P o st- stempel. Der Ausaabestempel der Post wird neuerding« bekanntlich mehr und mehr auch zu ReklameAoecken benutzt. Dabei kann es Vorkommen, dahSendungen einer Firma mit dem Reklamestempel der Konkurrenz bedruckt werden usw. Um derartige Auswüchse zu vermeiden, hat das 'Reichspostministerium in die Dienstanweisungen die Bestimmung ausgenommen, dah für Aufgabestempel mit Zusätzen, die Mir Reklame dienen, vorher die Genehmigung des Reichspostministeriums einzuhvlen ist. Dasselbe gilt für Stempel, die bi Ausnahmefällen von der Art abweichen, wie fie neuerdings für alle Auf- qabestempel vorgeschrieben worden sind. Landkreis Gießen. S. Dors-Güll, 24. Sept. Das Ergebnis einer HauSsammlung am Opfertag zum Besten des Oberschlesier-Hilfswerkes betrug 660 Mark. — Die Kartoffelernte ist in vollem Gange. Sie fällt, von einigen Aeckern abgesehen, schlecht aus, ja man kann geradezu von einer Wihernte reden. Da die Trockenheit noch immer anhält, so ist die H e r b st a u s s a a t von Roggen in Frage gestellt, wenn nicht bald ein ergiebiger Regen eintritt KreiS Lauterbach. z. Grebenhain, 24. Sept Die Arbeiter der Rheinischen Elektrvzentrale, die seit 14 Tagen mit dem Ausbau des Ortsnetzes beschäftigt waren, sind dieser Tage in Grebenhain und Groh-Felda wegen Lohn- forderungen in den Streik getreten. verschiedenen Umständen ab, die sie hier zeitiger I Kopenhagen oder später einsetzen lassen. Das Wetter ist ja be- Pra9 • • • • kanntlich für dieses grvhe Ereignis von aus- Stockholm. schlaggebender Bedeutung und muh sehr ernsthaft ' in Betracht gezogen werden. Wenn irgendmöglich, ~.0I70n ' ' soll die Ernte bei heihem Sonnenschein stattfinden, rarts • • • da eine Lhle Witterung nicht vorteilhaft ist. Reuyork. . Pflückt man die Früchte bei regnerischem Wetter oder nach einem starken Tau, so ist die Schale der Deere durch die Rässe weniger Widerstands- Wechsel auf fähig gemacht, und auch dadurch wird die Qua- ßoCanb....... lität be8 späteren Weines beeinträchtigt Deutschland..... Die Tätigkeit der Winzer ist ja Verhältnis- Wien ........ mähig einfach und wird seit alten Zeiten in der- Prag ........ selben Weise ausgeübt Doch gibt es überall In i)i Einzelheiten besondere Sitten und Gewohnheiten, ßc Hebet die gegenwärtige Form der Weinernte in Italic« . Frankreich erfahren wir allerlei Interessantes aus Brüssel . einem Aufsatz von Julius Price. In den fleinen Budapest Weinbergen wird die Ernte von den Dauern der Neuyor«. sämtlichen Arbeiter fristlos entlassen. Es war am Donnerstag und Freitag vor den Direktionen dieser Werke zu ähnlichen Vorgängen gekommen, wie im vorigen Zähre, als eine besondere Winterzulage erpreßt wurde. Auch wurde die Arbeiterschaft von radikalen Elementen fanatisiert und forderte Winterzulagen, die von der in einer Zwangslage befindlichen Farbwerksdirektion in Höhe von 1200 Mk. für Verheiratete und 500 Wk. für Ledige bewilligt wurde. Diese Zusage muhte aber dann doch verweigert werden, da der Arbeitgeberverband den Fabriken strengstens untersagte, die unter Zwang erpresste Forderung zu zahlen. In Griesheim und Kelsterbach kam es zu ähnlichen Vorfällen, — ---------- ~ da die Arbeiter in passive Resistenz traten. Jetzt Hande und wie lange er sie beschäftigen muh. haben die Direktionen sämtliche Arbeiter fristlos Eine gewisse Erfahrung nmh der Winzer besitzen, entlassen. Demerkenswert ist, dah man den Ar° sonst geht zuviel von dem kostbaren Saft verloren betterrat vollkommen übergangen hat und der In manchen Gegenden werden die Trauben mit Aufruhr nur von den Radikalen geleitet kleinen Messern abgeschnitten, wahrend man in wurde. Die Gewerychaften lehnen das Vorgehen anderen besondere Scheren verwendet. Del wert- der Arbeiterschaft ab vollen Sorten, wie z. D. im Sau lener Gebiet oder I der Weihweingegend von M^doc, wird jebe em- I zelne Traube sorgsam ausgewählt und besonders fpd Frankfurt a. M., 25. Sept. Die im abgenommen. Hier werden nur Scheren bemisst, Deutschen Beamtenbund vereinigten anb Ü müssen geübte ^bei^r einen Staats, und Kommunalbeamten Frankfurts hSh-Mn L>hn erhalten. LNe KrstAen U dre veranstalteten heute im Hippodrom eine von h? sü i d eau? zu 5000 Personen besuchte Kun d g e b u n g, erwarten ist. Die Durgunderweine haben aber der die schleunige Wiederaufnahme von Ber- &ur$ die schweren Hagelschläge ziemlich gelitten, Handlungen über eine durchgreifende Auf- die im Anfang dieses Sommers auftraten. Die besserung der Bezüge der Beamten und der Ernte der gewöhnlichen Weine wird im allgemei- Einführung eines auf demokratischer Grund- nen vorzüglich sein, läge ausgebauten BeamtenrechtS, sowie die so- , fertige Errichtung eines ReichSbeamtenam- x>Crntl|d)t£$. teS gefordert wurde. Mit Dachdruck setzte sich ' Berlin, 24. Sept. (Wolff.) Die gelegent- die Der ammlung für die Bewilligung einer sich der deutschen Automobilausflellung besonderen AeberteuerungSzulage für Frank- vom AutonwbMub von D^chland unter Mit- Fnrt n TR nnh Mmnehnna mit Rücksicht dar- Wirkung des Vereins deutscher Motorfahrzeug- Gren^d^beseN- Industrieller aus der neuen Automobil-DerkehrS- und ^ebunasstrahe im Grünewald veranstalteten ten Gebietes liegenden oTaPiurt Automobilrennen nahmen heute vormittag ganz besondere Teuerungsverhältnisse Herr- Einfang. Es handelt sich um die nationale scheu. 1 Prüfung von zweisitzigen Kraftwagen, deren Moll Marbura. 24. Gebt In der heutigen | toren 6, 8 und 10 PS. nicht überschreiten.Die Kreistaassihung trmrbe der Landwegebau- hin und zurück 20 Kilometer lange Ren*chttcke ist etat für 1»22 mit 5Ä 818 Mk. festgesetzt. Die unter fliegendem Start 6-^mal zu durc^ahren. KreiL^er^L auf 10 Mk.fü?de^ ersten, LLa7n stattest 30 Mk. für den zweiten und 60 Mk. für den dritten ligkeit^R^r^uche surR^t^genstatt Fas Hund mhdht. 2tubrrd«n belchSsligt« man «ich öle gdamte ^^bümdust^ ist mit nrvh mit G-batts- lind Titelsraaen der Kreis- serienmahig her gestellten -Wagen vertieren, -sne falten und öer Heternabme einer 2ürg,chast für die Darlehen, welche anlählich der S°chwaster- ltch grobem Andr-mg schaden gegeben sind, wobei bemerkt wurde, dah an ersten Rennen ist Fritz von Opel auf Opel, die Lahn regulierung von unten herauf erfolgen müsse. Um den Landgemeinden den Anschluß an die Mdtische Heberlandzentrale zu erleichtern, fttnunte man hier der Gründung eines Ausgleichsfonds zu. Schliehlich besprach man die Einrichtung des Kreisarbeitsamtes, das in Anbetracht der Regelung der Erwerbslosenunterstützung und der Unterbringung der Erwerbslosen ™arbUrfl 9e9mübG °blEh°-°b ->«. °°"^^ dl° 'L" foroi/o ldjon6^ fchbn ver. *>aletn- _________ werteten Platz ganz und gar verunstaltet Sollte die Baracke von einer Behörde noch in Gebrauch m.,*- Af,._li*, Xam genommen sein, was von auhen beurteilt nickst ©Ute Aussichten für den A»r Fall zu sein scheint liehe sich doch sicherlich nahrqang 1921. ein anderer weniger in die Augen fallender Platz , ,7 Jrv 7*, < 1(y)1 . hierfür finden, ilnfer Bahnhof Splah samt Aach allen Berichten wird 1921 em bortreff* ^>r -Aahnhofstrahe ist gegenüber anderen Städten liches Weimahr werden, denn der ungewöhnlich l^wieso im Rückstand und eS wäre eine dankbare heihe und trockene Sommer hat den Trauben die Ausgabe der in Bettacht kommenden Stelle, so- denkbar günstigste Gelegenheit zur Entwicklung Herren Stadtverordneten hier Abhllse geboten. Dem Weinkenner wird aflo in späteren schaffen und zwar so bald wie möglich. Iahren ein freudiges 5!acheln über die Züge ® gleiten, wenn seine Zunge einen Jahrgang 1921 zu kosten bekommt. Die Weinernte steht vor der | ? Tür, und in Frankreich ist sie sogar bereits in vollem Gange und wirt) bis Ende Oktober dauern. Früher begann man die Ernte an einem ganz bestimmten Datum, aber jetzt fangen die Weinbauern an zu ernten, wenn ihnen die rechte Zeit gekommen scheint, und so hängt der Anfang der ö0™*) Ernte in den verschiedenen Gegenden von den I 100 FI. ■ 184.52 184.25 100 MK. 3. 5.325 5.32 100 Ar. 3 0.50 0.42 100 Ar. =n 6.60 6.35 100 Fr. ■ 41.30 41.35 1 £ =3 2L66 21.63 100 ß. 24.- 24.- 100 Fr. ■ 41.20 51.00 100 Ar ■ 0L5 0.85 100 $ 580.- 579 - 100 Ar. ■ 2.50 2.60 100 L. 5.10 4.90 „Erhältlich in den Osram-Verkamsstellen«11