Nr. <98 Der Siehener Auzeiger mH der Dienstoysbeilage ^Sport-Umschau' er. fchrmt täglich, außer Sann- und feiertags. Monatliche Vezuqrvreife: HJlarii 5. - einschließlich Trägerlohn, durch die Polt bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Hernsprech -Anschlüsse: fürdieSchriftleitunq 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Linelaer Sießen. poftschetttonto: firanffurt a. M. 11686. UL Jahrgang Donnerstag, 25. August 1921 SietzenerAMiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnirf rmö Verlag: vrühl'sche Umv.-Vuch- und Zteinöruckerei R. Lange. Schriftleitnng, SeschästrfteLe und Druckerei: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer di» zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Dreis für 1 mm Höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 40 Pf, auswärts 50 Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Dei Platz- Vorschrift 20* Aufschlag. Houptfchristleirer: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen Neues von Kurt Eisners Minifterpräfidentschast. In den .Münch. Reuest Rachr." veröffent- Iichi auf die falschen Ausstreuungen eines unabhängigen Blattes, die deutsche Diplomatie habt nor dem Kriege mit doppeltem Schriftverkehr, nämlich einem privaten und geheimen, sowie einem offiziellen und für die Oeffentlichkeit bestimmten. gearbeitet, der Vorsitzende der bayerischen demokratischen Landtagsfraktion. Abg. Dr Dir r, interessante Tatsachen und bisher unbekannte amtliche Aktenstücke. Dr. Dirr war alS Vorsitzender und Berichterstatter des vom Bayerischen Landtag eingesetzten „Ausschusses für d i e Prüfung bayerischer Dokumente über den Weltkrieg und die deutsche Autzenpolitik" in der Lage, die in Betracht kommenden amtlichen Akten genau kennen zu lernen. Gr schreibt u. a.: Dewitz haben auch unsere bayerischen Gesandten neben ihren gewöhnlichen amtlichen Berichten zuweilen in besonderen Briefen oder Berichten an den Ministerpräsidenten oder an sonstige politische Persönlichkeiten von Rang Informationen übermittelt. Das ist aber ein Brauch, der sich bei den Gesandtschaften allerStaaten findet. Gs heitzt diesen Brauch willkürlich mihdeuten, wenn man die Dinge so hinstellt, als ob bei unS nur diese .private Berichterstattung" allein dazu bestimmt gewesen sei, die Wahrheit zu sagen während die gewöhnlichen Gesandtenberichte ausdrücklich dafür eingerichtet gewesen seien, gegebenenfalls die Oeffentlichkeit mit Cügen zu täuschen. In den Akten des bayerischen Ministeriums des Aeutzern und der bayerischen Gesandtschaft in Berlin finden sich keine Anhaltspunkte, die eine solche Beschuldigung rechtfertigen könnten. AlS Berichterstatter des Land- tagsauSschusseS konnte ich die „privaten" Berichte einsehen. Ich kann mit gutem Gewissen sagen: Ihr Inhalt vermag an dem Gesamtbilde, daS durch die amtliche deutsche Aktenpublikation und durch die seitdem zahlreich bekannt gewordenen ausländischen Dokumente entstanden ist, nichts Wesentliches oder Entscheidendes zu ändern. Dr. Dirr bespricht dann die bekannten E i s - nerschen Veröffentlichungen, in denen der bayerische Gesandtschastsbericht vom 18. Juli 1914 tendenziös zusammengestrichen worden sei. CiSner glaubte damals, durch ein deutsches Schuldbekenntnis eine versöhnliche Stimmung bei der Entente schaffen, einen günstigeren Frieden erzielen und daS neue revolutionäre Regiment in Deutschland, vor allem das in München. empfehlen und festigen zu können. Zugleich ahc • sollte den aus dem alten Regime übrig gebliebenen politischen Kräften, die nach der Münchener Anschauung noch völlig in veralteten und verderblichen Auffassungen und Praktiken befangen waren, der Garaus gemacht werden. Dieser doppelte Zweck deS Eisncrschen Vorgehens erhellt, so schreibt Dr. Dirr. besonders deutlich aus einem Bericht, welchen der von der Münchener revolutionären Regierung bestellte Berliner Gesandte Dr. M u ck l c unterm 19. Rovember 1918 persönlich an Eisner richtete. Also auch in der Form „privater Berichterstattung"- Danach hatte Mückle am 18 Rovember abends eine lange Unterredung mit Maximilian Harden. Der befand sich „in einer verzweifelten Stimmung" und gewann erft durch Mückle wieder einen „Lichtblick'. Beide stimmten darin überein, datz die herrschenden Berliner Regierungsmänner .unfähig seien, die grohen Aufgaben zu lösen, die in diesem Augenblick das nie- dergeworefnc.. von Kräften des Aufruhrs durchzucke Deutschland beb rängen“. - Harden bekräftigt", so schreibt Mückle, „mein Urteil: es handelt sich um Klein- und Spießbürger, oder doch um Menschen ohne Leidenschaft und Schwung, denen die Revolution kein heiliges Erbe ist. das eS zu mehren gilt, sondern irgend ein politischer Vorgang, den man hinnimmt wie einen Punkt in der Tagesordnung einer Parla- mentssihung. Während in Bayern förmlich lebensdurstige Kräfte aufguellen. ein Drang zur Höhe die Massen belebt und ein feierlicher Emst das gewaltige Ereignis weiht herrscht in Berlin Verdrossenheit, eine bange Schwüle. Man hat den Eindruck, als ob das Ideal des Sozialismus die Regierungsmänner falt lietze. das Wort Sozialismus, artig es auch in die ferne Zukunst todfen, verpönt wäre. . . Ebert mag ein auf- nötiger, pflichteifriger Mensch sein. Zeder weite Blick, jebc Selbständigkeit in der Beurteilung der Lage, der politische Instinkt, der das erst Wer- dende wittert, geht ihm ab. E r z b e r g e r, den ich geltem sprach, hat man richtig als den süddeutschen Scheidemann bezeichnet Auch ich habe den Emdmck bekommen, datz er bei allem Fleitze ferner Aufgabe nicht von ferne gewachsen ist Er ist ein Kleinbürger ohne tiefere Bildung, ein Emporkömmling, dessen wichtigste Sorge war zu fragen, ob ich mich mit Exzellenz ai.reden lasse." Dabei war nach der Meinung Hardens und Mückles ..die Reaktion im Anzuge" und auf der anderen Seite „die Gefährdung durch Liebknecht arvh". Beide gaben Liebknecht recht, wenn er die Revolution „eine Halbheit" nannte. Allein „Wenn Liebknecht die Diktatur des Proletariats preist uiid den Terror heilig spricht, so birgt eine solche Agitation ungeheure Gefahren. Sollte es Liebknecht gelingen, mit feinem, Geiste gröbere Arbeitsmassen zu entflammen, und mit dieser Möglichkeit muh gerechnet werden, so ist nicht nur nicht an einen Friedensschlutz zu den- ken. sondern es muh selbst damit gerechnet werden, datz die Entente mit eherner Hand Ordnuna schafft." | In dieser überaus mihlichen Lage konnte nach Anschauung der beiden Herren das Heil nur noch auS dem Süden Deutschlands kommen. Die Süddeutschen „bilden einen festen Mittelpunkt in dem Wirbel, der uns hier uinbrandet" Und sie verfügen über Machtmittel, die Klärung und Festigung herbeiführen können. Eie müssen also zur Tat schreiten. Es heitzt in Mückles Schreiben weiter .. Um die sinkende Flamme des revolutionären Geistes zu beleben müssen wir verlangen ldaS ist auch Hardens Meinung): a) sofortige Veröffentlichung der Geheimakten. Verhaftung der Schuldigen, Einführung eines Staatsgerichtshofes. Damit würde man Liebknecht zu einem guten Teil das Wasser abgraben ; b) es soll versucht werden, die Regierung sofort von den unfähigen Elementen zu säubern. Eine Regierung (des Reiches) mutz gebildet werden, die aus überzeugten starken, hochgebildeten Männern sich zusammenseht die auch vor den Augen der Feinde bestehen können, und es ist sehr zu erwägen, ob nicht Liebknecht aufzunehmen wäre, um ihn, der gefährlich ist wie ein Sprengstoff, zu versöhnen. Sollte die Reichsregierung solchen ernstesten Vorstellungen kein Gehör schenken, so mühte man, meint der Berichterstatter, „den Abfall des Südens wenigstens androhen„. Bei der engen Wahlverwandtschaft, die Mückle an dem Herausgeber der „Zukunft" entdeckte, nimmt es nicht wurder, wenn er am Schlüsse seines Schreibens Harden für den weitaus bedeutendsten der Politiker erklärt, die er in Berlin gesprochen habe. Die Ruhanwendung lautete: ..Ich glaube dah Harden als Delegierter bei den Friedensverhandlungen schon seines Ansehens wegen, das er auf Seiten der Entente genieht, Gröhes leisten könnte. Wie stellt sichMie bayerische Regierung zu einer Entsendung Hardens?" In der Ueberzeugung, dah mit. einem deutschen Schuldbekenntnis der Boden für einen besseren Frieden bereitet werden könne, wurden die Münchener Revolutionsmänner namenllich auch von dem Amerikaner George H e r r v n bestärkt, der während des Krieges in der Schweiz fein Wesen trieb. Er strebte ihnen den Glauben beizubringen, 'dah er bei Wilson gut genug akkreditiert sei, um vermitteln zu können. In einer Drahtnachricht Herrons vom 17. Rovember hieh es: „Ich habe mein Möglichstes getan, um den Präsidenten und die Entente zu überzeugen, dah Ihre Regierung vertrauenswürdig ist. . . . Vor allem rate ich dringend möglichst viele deutsche Staaten zu überzeugen. Ihrer Führung zu folgen. Zweitens, die ersten Schritte zu einem vollen und offenen Bekenntnis der Schuld und Untaten der deutschen Regierung im Anfänge des Krieges und an den Grausamkeiten der Kriegführung zu unternehmen Die moralische Wirkung einer solchen Handlung wäre gewaltig und entscheidend." Am 24. Rovember begann der bayerische Ministerpräsident dann von sich aus mit dem deutschen „Schuldbekenntnis', in dem er als ersten der angekündigten „Beiträge zur Vorgeschichte des Weltkrieges" den Bericht des Herrn v. Schön auszugsweise der Oeffentlichkeit übergab. Die Enthüllungen erregten in der ganzen Welt ungeheures Aufsehen. Die Presse der Entente stempelte das deutsche Volk zum blutigsten Verbrecher der Weltgeschichte und rief nach härtester Strafe. Eine halbamtliche Mitteilung in der „Rord- deutschen Allg. Zeitung" sah schon wenige Tage nach der Enthüllung am 28. Rovember, den „klaren Beweis geliefert, datz durch derartige aus dem Zusammenhang gerissene Dokumente die an sich schwierige Lage Deutschlands auf dem Friedens- kongreh ins Ungemessene gesteigert werde". Eine Voraussicht, die sich leider bewahrheitete Der deutsch-amerikanische Vertrag. Washingtvn, 15. Aug. (WTB.) Reu- ter. Präsident Harding hofft, dah die Ratifikation des deutsch-amerikanischen Vertrages bald erfolgen werde. Er halte es für wünschenswert, dah der Deutsche Reichstag und der amerikanische Senat den Vertrag gleichzeitig beraten. Deshalb werde der Senat nicht aufgefordert werden, auf seine Ferien zu verzichten. Er werde am 20. September wieder zusammentreten. 3n einer amtlichen Erklärung des Weihen Hauses wird betont, daß der Vertrag nur ein vorläufiger Friedensvertrag sei, auf dessen Ratifikation ein Freund- schaftS- und Handelsvertrag folgen werde. Ferner wird mitgeteilt, dah mit Deutschland vereinbart worden sei, den Text zu veröffentlichen, bevor der amerikanische Geschäftsträger in Berlin und der deutsche Auhenminister Dr. Rosen den Vertrag unterzeichnet haben. Der Text werde gleichzeitig in Berlin und Washington veröffentlicht. Wie verlautet, ist der Vertrag ein verhältnismäßig kurzes Dokument. Der Friede zwischen Amerika und Qefterreich. Wien 24. Aug. (WTD.) Heute mittag wurde der Friedensvertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Deutschösterreich unterzeichnet. Die (^ntwaffnungskonferenz. Paris, 25. Aug (WTD.) Rach einer Havasmeldung aus Washington hatte der ia- panische Botschafter gestern im Staatsdepartement mitgeteilt, datz Zapan die Einladung zur E n t wa f f n u n g S k o n f er e n z annehme. Vicomte Ifbij übernimmt selbst das Verichtcrstatteramt. Paris 24. Aug. (Havas.) Havas meldet aus Genf: Da der Vertreter Spaniens vom Völ- kerbundSrat Quinones de Leon, den Vor-- sitzenden des Völkerbundsrates Vicomte I s h i j wissen lieb, datz er zu seinem lebhaften Bedauern das ihm angetragcnc Mandat der 'Berichterstattung über die oberschlesische Frage nicht übernehmen könne, hat Vicomte Ishiy beschlossen, in Anbetracht der kurzen Zeitspanne, sich der Aufgabe selb st zu unterziehen und selbst den Bericht vorzulegen. Die Kosten der Besatzungsarmee in Oberschlesicn. Oppeln, 24. Aug (WTD.) Rach einer Mitteilung der Interalliierten Kommission betragen bis zum 1. August die Kosten für die Besahungsarmee in Oberschlesien 9,5 Milliarden Mark. Frankreichs Vernachlässigung des inneren Wiederaufbaues. Dijon, 24. Aug. (WB.) Im hiesigen Generalrat wurde eine Tagesordnung eingebracht, in der darüber Bedauern ausgedrückt wird, datz die Regierung die schwierige auswärtige Lage zum Vorwand nehme, um das unerläßliche Werk einer Reorganisation im I n ° nein auf dem politischen, administrativen und finanziellen Gebiet zu vernachläsfigen. Der Präfekt beantragte einen Deschlutz über diefen Antrag auszusehen. Der Generalrat lehnte dies ab, worauf der Präfekt erklärte, er werde nach der Besprechung der Resolution zurücktrcten Paris, 24. Aug. (WB.) Wie der „Matin" aus Breft meldet, lagern dort 10 000 Tonnen Weizen, die der Staat für 7 Millionen Franken 'in Australien gelaujt hat und die wegen Sinkens der Getreidepreise jeht nur noch 4Vs Millionen Franken wert seien. Die Regierung weigere sich aber, das Getreide mit Verlust zu verkaufen. Es fange bereits zu keimen an und es bestehe die Gefahr, datz e« völlig wertlos werde. Das Lenkluftschifl Z R II explodiert! London. 24. Aug. iWTB.) Das große Lenkluftschiff Z R II ist über der Stadt Hüll explodiert. Die Trümmer fielen in den Humber-Fluh. Das Luftschiff kehrte gerade von einer Versuchsfahrt vor der Ueberquerung des atlantischen Ozeans zurück. Es sollte 50 Menschen tragen. Die Besatzung umfaßte 47 perlenen, von denen nur sechs am Geben blieben. Heber 40 Personen nmgekommen. Weiter wird dazu gemeldet: Das Luftschiff sollte in den nächsten Tagen einen Flug über den Ozean antreten. Als es heute abend um 53,4 Uhr von einem Versuchsflug zurückkehrte, erfolgten über der Stadt Hüll zwei Explosionen in dem Luftschiff, das in zwei Teile auseinander brach und 'in Flammen gehüllt in den Humber hinab- stürzte. Das Luftschiff war an die Regierung der Vereinigten Staaten verkauft worden und sollte eben in Amerika abgenommen werden. Es handelt sich um das frühere Luftschiff R 38. Durch die Explosionen wurden die Fensterscheiben, Spiegel und Dächer der benachbarten Häuser völlig zertrümmert. An Bord des Luftschiffes befand fich u. a. General Matland Einige der Insassen, etwa 4 Mann, konnten sich durch Fallschirme retten, darunter der Führer des Luftschiffs, Kommandant Mann, der aber schwer verletzt wurde. Rach den letzten Meldungen sind von den 49 Mann Besatzung nur fünf gerettet worden. Unter den Ueberlebenden befindet sich ein Schiffsleutnant der amerikanischen Marine. ... London, 25. Aug. lWTD.» Zu dem Luft- schifsunglück meldet das Reutersche Bureau ergänzend: Der Führer des Luftschiffes, der schwer verletzt worden ist, bewies ein Wunder von Geistesgegenwart, indem er das Riedergeh e n des Luftschiffes auf den Fluh lenk t e, anstatt auf die Stadt, wo es schrecklichen Schaden verursacht hätte. Das Luftschiff war auf einer Probefahrt für den Flug nach Amerika begriffen. Die Besatzung zählte 69 Mann, davon fünf englische Offiziere und einige amerikanische Marineoffiziere, Die das Schiff über den Atlantischen Ozean führen sollten. Das Luftschiff war das größte der Welt, 695 Futz lang, fatzte 300 000 Kubikfuh Gas und führte genügend Brennstoffe für eine Reise von 6500 englischen Mellen mit. Paris, 25. Aug. (WTD.) Wie der „Matin" über das Luftschiffunglück in Hüll meldet, befanden sich unter der Besatzung 18 Vertreter der amerikanischen Marine. Unter den Toten befindet sich der englische General Maitland. Dem Blatte zufolge hörte man zuerst eine furchtbare Explosion, worauf das Luftschiff langsam her- unterzukommen begann. Bald darauf ertönte eine zweite schwächere Explosion, und in Flammen gehüllt, stürzte das Luftschiff in zwei Tellen in den * Humber. Die Rettungsarbeiten der sofort herbeieilenden kleinen Schiffe und Schlepper wurden dadurch unmöglich gemacht, datz die Trümmer eint ungeheure HiNe ausströmten und jede Annäherung verboten. Die Hungersnot in Rußland. Berlin 24. Aug. (WTD.) Die internationale Vereinigung für Kinderhilfe in Genf macht dem deutschen Zweig ihrer Organisation, der Vereinigung für Kinderhilfe, Eharlottenburg, Der- linerstrahe 137, von nachstehendem Telegramm Mitteilung das ihr von Hänfen aus Riga zu- ging Hunderttausende russischerKin- der sterben HungerS, Millionen anderen droht das gleiche Schicksal. Durchdrungen von der Ueberzeugung. datz nur eine unverzüglich unter Ausbietung aller Kräfte einsetzende Hilfsaktion hier Rettung bringen kann, bitte ich die internationale Vereinigung für Kinderhilfe, einen Aufruf an allle Männer und Frauen, besonder- an alle Kinder zu richten, damit sie alles, waS sie erübrigen können, zur Rettung der hungernden Kleinen in Rußland hergeben. Riemals noch ist im Weltgeschehen die Hilfe so verzweifelt notwendig gewesen, wie hier. Ich danke Ihnen für Ihr Anerbieten, nach meinen Weisungen zu handeln und verbürge mich für eine gerechte Verteilung aller für Rutzland bestimmten Gaben, die durch meine Hände gehen. Die Vereinigung für Kinderhilfe in Eharlottenburg antwortete folgcnber- matzen: Der ergreifende Aufruf Fritjof RansenS bestärkt uns in unserer Absicht, Rutzland jede Hilfe zur Verfügung zu stellen, die wir aufzubringen in der Lage sind. Da Deutschland jedoch, soweit es sich um Lebensmittel und Kleidungsstücke handelt — nicht einmal seinen eigenen Bedarf decken kann, sondern auf die Wohltätigkeit deS Auslandes angewiesen ist, werden wir gezwungen sein unsere Hilfeleistung darauf zu beschränken, datz wir Rutzland unsere Arbeitskräfte und or- aanisatorischen Einrichtungen zur Verfügung stellen. Die Einzelheiten unseres AktionSplaneS werden wir Ihnen brieflich unterbreiten. Kopenhagen, 24. Aug. (WTD.) Wik „Politllen" auS Reval gemeldet wird, scheint man in russischen Regierungskreisen nicht besonders befriedigt zu sein über die llcbcreinfunft, die zwischen Litwinvff und Drowne abgeschlossen ist. Für besonders gefährlich hält man die amerikanische Kontroll ierung der Verteilung der Produktion, da sie nach Ansicht der Kommunisten eine indirekte Einmischung in die Angelegenheiten SowjetrutzlandS bedeute. Auch gegenüber der internationalen Hilfsaktion macht sich eine Aenderung in der Haltung der Kommunisten, besonders der radikalen Elemente bemerkbar. — Rach einer Rigaer Meldung treten in der Moskauer Kommunistenpartei starke Gegensätze hervor. Der linke Flügel ist unzufrieden mit der neuen Wirtschaftspolitik der Sowjet- regierung. Ein englisch russisches Wirtschafts abkommen. Verl in, 24. Aug. Der „Lokalanzeiger" erhält von angeblich gut unterrichteter Stelle eine Rachricht über ein Wirtschaftsabkommen, das vorgestern in London zwischen dem Deauf- tragten der Sowjetrepublik Krassin einerseits, den englischen Wirtschaftsgruppen, dem amerikanischen Standard Oil- Konzern andererseits abgeschlossen sei. Die wesentlichsten Punkte des Abkommens lauteten: 1. die Gesellschaft bewilligt der russischen Regierung einen Kredit im Werte von ungefähr 30 Milliarden Papiermark: 2. das allrussische Hilfskomitee wird zu der Ausführung des Wirtschaftsvertrages mit her angezogen: 3. die russische Regierung begibt sich des Rechts mit Konkurrenzwn- zernen ohne Einverständnis der amerikanisch-englischen Gruppen Wirtschaftsverträge abzuschlietzen; 4. die Gesellschaft erhält Konzessionen im Uralgebiet und Petroleumkonzessionen. Die griechischen Ziele. Athen, 24.* Aug. (Wolff.) Wie HavaS mel* bet, erklärte Kriegsminister Theotokis Presse- vertretern über die Ziele deS wiederauf genommenen Feldzuges: „Wir wollen auf Ang ora marschieren, nicht etwa, um unS dort festzusetzen, sondern um sachliche Unterpfänder zu haben gegen den Einfall jedes AufrührerS, der gegen die Entschließungen Europas angehen will. Die Griechen sind von den Türken zu diesem Kriege gezwungen worden, die weder den Vertrag von Sevres noch die Destimmungen des Waffenstillstandes innehielten .Ein neuer Friedens- Vertrag wird also den Opfern Rechnung tragen müssen, die daS griechische Doll hat auf sich nehmen müssen, um den türkischen Widerstand nieder- zuzwirrgen. Jede Regierung muh dieser Forderung des Vollsgewissens Rechnung tragen.“ Der Kriegsminister schätzte die national!ftischen Streitkräfte in Anatolien auf etwa 64 000 Mann. Er gab der Überzeugung Ausdruck, datz bei den jetzigen Erfolgen des Vormarsches die militärischen Operationen etwa in einem Monat zu Ende geführt fein würden. Angora, 24. Aug. (WTD.) Der amt- liebe Kriegsbericht vorn 24. August meldet: Auf der Westfront setzten starke feindliche Abteilungen ihren Vormarsch fort Im Wschnitt Afrum—Karchissar zieht sich der Feind infolge unseres Angriffes zurück. Paris, 24. Aug. (WTD.) Die türkische Rachrichtenftelle in Paris erhielt von dem De- fehlshaber in I s m i e d folgende amtliche Meldung : Im Abschnitt von Eski — Schehir hat der Feind nach fünftägigen Kämpfen eine Schlappe erlitten und zieht sich in der Richtung auf Eski—Schehir zurück. Wir verfolgen den Feind. «1; :'Z t, H vom t- der AnabhängigkettSmi Heftige Kampfe in Marokko. Paris, 25. Aug. (WTV.) Eine Meldung Les „SournaP aus Madrid besagt, das) gestern von 7 LIhr morgens bis 7 Ahr abends heftige KämpfeanderMelillafront stattfanden. Die Rebellen dämpften mit wilder Erbitterung und hatten schwere Verluste. Ruf spanischer Seite wurden 200 Mann getötet und verwundet. Die Mauren wurden schließlich zuruckgeschlagen. Kampfhandlung eines britischen Torpedobootes? Paris, 24. Aug. Rach einer Havasmeldung aus Konstantinopel habe nach einem amtlichen Berichte der Angora-Regierung ein britisches Torpedoboot einige Ortschaften an der Schwarzen Meerküste beschossen. <• DLe Besprechungen über die Lohnsragen. Berlin. 24. Auq. (Wolff.) Heute vormittag traten der Reichskanzler und die Führer der Koalitionsparteien zu der angekündigten Besprechung über die Frage der finanziellen Deckung der Beamten- und Arbeiterforderungen zusammen. Die Besprechungen fanden noch keinen Abschluß. Berlin, 24. 2hig. (WB.) Unter dem Bor- sitz des Reichskanzlers haben heute über die Frage der Aufbesserung der Bezüge der Beamten, Arbeiter und Angestellten der Reichs- behvrden Verhandlungen mit den Führern der politischen Parteien des Reichstags und den Vertretern der Spitzenorganisationen der Beamten, Angestellten und Arbeiter der Reichsbehörden fiattgefunben. Die Beratungen nahmen einen günstigen Verlauf .Es wurde eine Annäherung der beidersei tigen Standpunkte erzielt, doch machen die Einzelheiten der zu treffenden Reuregelung in einigen Punkten besondere Beratungen notwendig. Es ist mit der Feststellung eines für beide Teile annehmbaren Endergebnisses der Verhandlungen für morgen zu rechnen < - '■ti Aus Hessen. NN. Darmstadt, 24. August. Der 6* (Schul-)Ausschuß des hessischen Landtags wird am Donnerstag den 25. d. MtS. Sur Weiterberatung der Schulgefetz- Novelle, die noch im Herbst von der Kammer verabschiedet werden soll, zusammentreten. Aus dem besetzten Gebiet. Arttllerieschießen im besetzten Gebiet. fpd. Koblenz, 24. Aug. In der Zeit Dom 23. bis 30. August veranstaltet die amerikanische Artillerie große Scharf- fchießübungen östlich von Koblenz. Das Schußfeld ist ein großes Gebiet zwischen mehreren Gemeinden. Die Bewohner werden aufgefor- Dert, während dieser Zeit in ihren Häusern ZU bleiben und die Fenster zu öffnen. Irgendwelcher Schadenersatz bei etwaigen Unfällen wird von den amerikanischen Behörden abgelehnt. Ein dunkles Kapitel. Wettervoraussage für Freitag: wolkig, nur vereinzelte Riederschlägc, etwas kühler, Winde aus Rordwesten. — Das nvrdeuro- häische Tief dringt ostwärts und wird sich mit dem mitteleuropäischen Tief vereinigen. Das baltische Hoch wird ostwärts begrenzt. Im Westen herrscht der hohe Druck vor. Wir fönnen auf Der Rückseite eines Tiefdruckringes mit wolkigem Welter und bei nordwestlichen Winden mit vereinzelten Riederfchlägen und Abkühlung rechnen. Landkreis Gießen. n. Lollar, 24. Aug. In dem Anwesen des Gastwirts G. Schwalm entstand heute gegen 11 Ahr in einem Äebengebäude in dem die Waschküche untergebracht ist, F e u e r. Der Ortsfeuerwehr gelang es bald, Herr des Brandes zu werden, so daß die anstoßenden Gebäude vom Feuer nicht erfaßt wurden. Größerer Schaden ist nicht entstanden. Londorf, 24. Aug. Vorgestern fanden Leute auf der Straße an einer leichten (Biegung einen Radfahrer bewußtlos neben feinem Bade liegen. Der Radfahrer muß in der Rächt abgestürzt sein. Man nimmt an, daß er mit einem entgegenkommen Fuhrwert in der Dunkelheit zu- sammengestoßen ist. Mädchen unter 21 Jahren leider auherordent-1 lich groß sei. Gerade die Mädchen zwischen 15 und 21 Jahren seien es, auf welche die allgemeine Sittenlosigkeit und Verwirrung der Begriffe am meisten eingewirkt haben und bei ihnen mache sich Zügellosigkeit und Gleichgültigkeit gegen alle Vorstellungen bemerkbar. Auch zahlreiche verwahrloste und bereits verdorbene Schulkinder mußten in Schutz genommen werden. Französische Dersöhnungsfahrten ins besetzte Gebiet. Kreis Schotten. °. Burkhards, 24. Aug. Auf der Straße zwischen Burkhards und Gedern scheuten die Pferde des Landwirts Iohannes Fuchs von hier vor einem herannahenden Hundegespann aus Gedern. Dahei zerbrach die Deichsel des Fuhrwerks, was aber die Pferde nicht abhielt, in rasender Eile mit dem Wagen und den Insassen davon zu jagen. Der Landwirt Fuchs, ein älterer Mann, fiel infolge der Erschütterungen vom Wagen und wurde einige hundert Meter weit m i t - geschleift, □leben Hautabschürfungen unbedeutenderer Artt zog er sich große und tiefe Fleischwunden am Oberschenkel zu. Während ein anderer auf dem Wagen befindlicher Mann schon vorher aBfbringen konnte, hielt der Schwiegersohn des Verunglückten die Pferde noch weiter fest an den Zügeln, bis er sah, daß er die Gewalt über sie verlor. Dann sprang auch er ab und kam mit dem Schrecken davon. Kreis Friedberg. Der Milchprers. fpd. Friedberg, 24. Aug. Rach eingehenden Verhandlungen zwischen den landwirtschaftlichen Vereinigungen von Hessen und Hessen- Rassau und den Vertretern des Hessen und Hessen- Rassauischen Städtebundes wurde ein einheitlicher Stallpreis von 2,60 Mk. für das unbesetzte und 2,85 Mk. für das besetzte hessische Gebiet und Hessen-Rassau vereinbart. Die Abmachungen treten, am 21. August in Kraft. Brand auf dem Jahrmarkt. fpd. V i l b e l, 24. Aug. Während des stärksten Iahrmarkttreibens explodierte in einer Schaubude ein Benzinbehälter. Im Ru stand der gesamte leichtgezimmerte Bau in Flammen. An eine Rettung war nicht zu denken. Die Feuerwehr konnte sich nur auf die Erhaltung der schwerbedrvhten übrigen Duden und Zelte beschränken. Der vom Brand betroffene Schausteller war nicht versichert und hat nun Hab und Gut verloren. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 24. Aug. (Wolff.) Gestern abend fand hier eine stark besuchte Eisenbahnbeamten- und Arbeiterversammlung statt. Das Lokal erwies sich als zu Vein, so daß noch eine Parallelversammlung abgehalten werden mußte. Rach einem Referat des Lokomotivführers Zahn (Berlin) über die Einkommensverhältnisse der Eisenbahner und die bevorstehenden Beamtenratswahlen fanden einige Entschließungen Annahme, in denen zugunsten der eingereichten Lohn- und Gehaltsforderungen und für beschleunigte Bereitstellung der notwendigen finanziellen Mittel eingetreten sowie der endgültige Abschluß der Ortsllasseneinteilung mit der Einstufung des Wirtschaftsgebietes von Darmstadt in die Ortsllasse A verlangt wird. In einer weiteren Entschließung wird Protest gegen die geplante Verlängerung der Arbeitszeit durch ba$ Reichsverkehrsministerium erhoben. Kreuznach, 23. Äug. Als Rachkommen der alten Preußen, die unter den Fahnen Rapo» leons kämpften, wurden, dem .Täglichen Anzeiger" zufolge, acht angesehene Bürger der Stadt Kreuznach durch die französischen Behörden mit einer Erinnerungsmedaille dekoriert, die ihnen der Colonel Eanet mit einer Ansprache überreichte, in der er der Hoffnung auf baldige Versöhnung der Menschheit Ausdruck gab. Diese Versöhnungsfahrt der Franzosen im besetzten Rheinland ist ganz offensichtlich auf den Geist des „Durchdringens der friedlichen Propaganda" zurückzuführen. Es stellt allerdings gegenüber dem garstigen Benehmen der französischen Behörden einen sehr dürftigen Beweis dieses Versöhnungsdranges dar. Die deutschen Bürger werden aber cmgesichts des sonstigen Benehmens der franzö- sischen „Sieger" gegenüber Deutschland besser daran tun, derartige Auszeichnungen abzulehnen. Kreis Lauterbach. rr. Schlitz, 23. Aug. Am kommenden Samstag wird der Bauersche Gesangverein aus Gießen, annähernd hundert Mann stark, dem hiesigen Männergesangverein „Harmonisches Kränzchen" einen Besuch abstatten. Doch an demselben Abend werden beide Vereine im Guntrumschen Saalbau ein Konzert veranstalten, für das ein reichhaltiges Programm zusammengestellt ist. Der für Den Sonntag geplante Ausflug nach dem Herzberg bei Grebenau wird ausfallen, statt dessen werden die Gäste unsere Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und die nähere herrliche Umgebung besichtigen. Am Montag wird uns der Gießener Bruderverein wieder verlassen. Die „Alten Herren" gedenken dem nahen Fulda einen Besuch abzustatten, während die Wanderlustigen einen Ausflug in die Rhön unternehmen wollen. — Der Vorstand unseres Männergesangvereins ist eben eifrig an der Arbeit, um Bürgerquartiere für die Gäste zu beschaffen, und dürfen die Gießener Sänger eines herzlichen Empfanges sicher sein. Köln. 24. Aug. (Wolff.) Der Wirtschaftsausschuß des besetzten Gebietes hat in seiner Vollversammlung, die von Vertretern der Industrie, des Handels, der Landwirtschaft und des Handwerks vollzählig besucht war, zu der Rote des Obersten Rates über die Aufhebung der Santtionen einstimmig wie folgt Stellung genommen: ..Der Wirtschaftsausschuß legt auf das chärfsie dagegen Verwahrung ein, daß der Oberste Rat nicht die völllge Aufhebung der mit dem Friedensvertrag unvereinbaren Sanktionen beschlossen hat und nur die wirtschaftlichen Sanktionen und diese nur unter neuen schweren Bedingungen aufheben will. Das besetzte Gebiet muh die Aufhebung aller, auch der drückenden militärischen Sanktionen fordern. Mit den daran geknüpften Bedingungen kann der Wirtschaftsausschuß sich unter keinen Umständen einverstanden erllären. Die geforderte Kontrolle der Ein- und Ausfuhr und die Gutheißung aller auf Grund der Sanktionen im besetzten Gebiet geschehenen wirtschaftllchen Maßnahmen räumt den Alliierten dauernd Einflüsse auf die deutsche Wirtschaftspolitik ein, die im Friedensvertrag keine Grundlage finden und zu unerträglichen Verhältnissen führen würden. Der Wirtschaftsauschuh richtet daher an die Reichsregierung das dringende Ersuchen, die geforderten Bedingungen abzulehnen und die Verhandlungen nur im Sinne völliger ‘Beseitigung der Santtionen zu führen.* Worms, 23. Aug. In der „Wormser Zeitung" wird folgendes Inserat ver- öffentllcht: Französische Sprachkurse. Konversation und Literatur für Gebildete. Die Interessenten werden gebeten, sich bei der Hohen Interalliierten Rheinland-Delegation schriftlich oder mündlich zu melden. Vorkennt- nisse erforderlich. Der Preis für 1 Monat ist auf 30 Mk. festgesetzt. — Dach den bisherigen Erfahrungen dürften die Franzosen mit dem Inserat, dessen Stil seine Herkunft nur allzu deutlich verrät, ebenso wenig Erfolg haben, wie mit ihren anderen französischen Sprachkursen. Auch diese neuen Versuche der Durchdringung der Rheinlande mit französischem Geist werden, wie bisher immer durch die deutsche Gesinnung der hessischen Bevölkerung zur Erfvlq- losigkeit verurteilt. Hauptversammlung der Kolonialwaren- mV Lebensmittelhändler. Frankfurt a. M., 24. Aug." (Wolff.) Zu "®r. , heutigen Hauptversammlung des Reichs Verbandes der deutschen Kolonialwa- ren- und Lebensmittelhändler waren Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches erschien nen. Die Verhandlungen zeitigten eine Reihe vedeutsamer Ereignisse, deren Tragwette für den gesamten deutschen Lebensmittelhandel noch nicht übersehen werden kann. Landtagsabgeordneter Hiller (Stuttgart) legte übeneugenb dar. daß der Lebensmittelhandel im deutschen Wirtschaftsleben notwendig und durch keine Kommunalisierung zu ersetzen sei. Dr. Müser (Köln) sprach über die Einrichtung von Gilden und Innungen im Kaufmannsstande, die mit öffentlichem ansgestattel seien und als berufsständige Vertretung eine ,Selbstverwaltung" 'darstellen sollten. Die Versammlung wandte dem Gedanken ihre volle Aufmerksamkeit zu und wird ihn weiter ausbauen. Aus der Fülle der sachlichen Vorträge bedingte allgemeines Interesse die Stellungnahme zu der geplanten Verdoppelung der Umlage ft euer, über die Landtagsabgeordn. 2ie- h?ld (Braunschweig) berichtete. In einer einstimmig angenommenen Entschließung legte die Versammlung Verwahrung ein gegen eine Erhöhung in der jetzigen Form. Heber daS in Aussicht stehende neue Rahrungsmittelgesetz sprach Herr Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Iucksnack (Berlin). Freudig wurde es begrüßt, daß auf dieser ^.agung sich ein großer Verband, unter Hintansetzung aller materiellen Rücksichten dazu bekannte, mit aller Kraft dafür zu wirken, daß das Publikum deutsche und nicht Waren deS Feindbundes in seinen Läden kaufe. Die Rot- wenigkett des Schuhes des kaufmännischen Mittelstandes durch Erhebung einer Reichsfilial- Heuer wurde an der Hand überzeugenden statistischen Materials beleuchtet. Machtvoll stimmte die Versammlung dem Gedanken des Zusammenschlusses der großen Fachver- bände zu, der Bildung der ..Einhettssront" im Lebensmittelhandel, die unerläßlich sei angesichts der durchgeführten Organisation der Landwirtschaft und der Arbeiterschaft. Der Geschäftsbericht ergab ein erfreuliches Wachsen des Reichsverban- des. Der langjährige bewährte Vorsitzende Riel (Berlin), der aus Gesundheitsrücksichten fein Amt niederlegte, wurde zum Ehrenvorfitzen- den und Herr Körner (Berlin) zum ersten Vorsitzenden gewählt. Als Ort der nächstjährigen Tagung setzte man Hamburg fest. fpd. Reu-Isenburg, 24. Aug. Ein zweifaches Ergebnis brachte der am Sonntag hier ab- fiebaltene Kinderhilfstag. Durch den Qkr- auf allerlei Liebesgaben, Sammlungen und andere Veranstaltungen tarnen rund 58 000 Mk. ein. Das st ein erfreuliches Ergebnis. Unerfreulich ist aber olgende Tatsache. Es verschwanden während der Veranstaltung 215 Apfelwein- und Biergläfer, 79 Wassergläser. 18 EiSgläser, 9 Likörgläser. 8 Weingläser, 8 Sektgläser, 2 Sühweingläser. 7 Kaffee- taffen und 30 Löffel. Der durch diese Spitzbübereien dem Wirt entftanbene Schaden in Höhe von 1264 Mart muh vom Erträgnis des Kinderbilfstages abgebucht werden. Hessen-Nassau. Die Waffenfunde. mc. Frankfurt a. M., 24. Aug In der Angelegenhett der Waffenfunde im Wohler» Realgymnasium ist das Ergebnis der vom Magistrat eingeletteten Untersuchung jetzt dem Re- lierungspräsidenten übermittelt worden zur Ent- cheidung über etwaige Einleitung eines Diszi» plinarverfahrens gegen Ben Schulhausverwalter Bringmann bzw. dessen Suspension vom Amte. Hinsichtllch des Studienrates Dr. 3ung ist das gleiche beim Prvvinzialschulkvllegrum in Kassel geschehen. ][ Marburg, 23. Aug. Die heutige Stadtverordnetensitzung beschäftigte sich il a. mit der Lahnregulierung Hauptbahnhof bis zum Südbahnhof und llnabhängigkettsmachung des städt. Elek» ttizttätswerkes von Störungen der Sttomzu- fuhr durch Anschaffung von drei Dieselmotoren. Zu der Lahnregulierung wurde etr Kredit bis zu 2 Millionen Mark beansprucht, während die Motore 2 078 000 Mk. kosten soll» Studenten als DolkSbildner. fpd. Ziegenhain. 24. Aug. Studenten btt Göttinger Freischar (Mitglieder des Pa- dagogischen Seminars der Hniberfität Göttingen) werden in diesem Iahr den Ort Ziegenhain besuchen. Sie haben es sich zur Ausgabe gestellt, gute Kunst in Buch, Bild und Spiel unter das Volk zu bringen. Sie ziehen von Ort zu Ort nach Art der fahrenden Spielleute mit ihrem Puppenspiel, wie es zu Goethes Zeit in Blüte stand. Die Reuartigkeit des Unternehmens und die gute Absicht werden sicher eine reiche Zuschauerschar 5er- beiführen. « fd. Frankfurt a. M, 24. Aug. Die Stadtverordnetensitzung beschäftigte sich abermals mit der Vorlage über die Reuregelung der Beamtengehalter. Der Ausschuß 'beantragte, da die Beamtenschaft mit neuen Forderungen an die Stadt herangetreten ist. wiederholte Rückverweisung der Vorlage an die zuständigen Ausschüsse, wogegen sich die ßinfc aussprach. Die Deamwnvorlage wurde schließ- lich nochmals dem Hauptausschuh zur weiteren Beratung überwiesen. Besonderes Interesse erregte die Eingabe des früheren Geschäftsführers der Rhein-Mainischen Lebensmittelstelle, Oskar Schneider, die die Geschäftsführung seines Rachfolgers des jetzigen Bantters Heidingsfelder, in ein schlechtes Licht zu sehen versucht. Der Ausschuß lieh mitteilerr dah älnregelmähigketten von Herrn Heidingsfelder nicht verübt seien. Aus der Mitte der Versammlung machte man Heidingsfelder den Vorwurf, dah er zur Gründung seines Bankgeschäftes von der Lebensmittelstelle ein Darlehen von 4 Millionen Mark entnommen habe. Der Magistrat lieh durch Oberbürgermeister Voigt erllären, dah die Geschäftsleitung deS Herrn Heidingsfelder makellos gewesen sei. — Bei der Beratung des Haushaltsplanes stimmte die Versammlung einem Antrag zu. der eine erhebliche Vereinfachung der Geschäftsführung der Stadtverordnetenversammlungen vor- sieht. Ebenso gab man dem Antrag auf möglichst raschen Abbau derstädtischen Aem- ter und der Einschränkung des Beamten st eilen statt. Die Stadt Frankfurt zahlt jetzt jährlich an Gehältern und Löhnen rund 250 Millionen Mark aus. Eine Verdreifachung der Sätze für die Hundesteuer ist in Aussicht genommen. Zweimalige Anttäge von kommunistischer und unabhängiger Seite auf sofortige Beratung von Anträgen über Bewilligung von 50 000 bzw. 100 000 Mark für die Hilfsaktion in Rußland wurden abgelehnt. Als ein Anttag der sozialdemokratischen Fraktion in später Abendstunde auf Schluß der Sitzung abgelehnt wurde, verließ die Linke das Haus. Bei Wiederaufnahme der Verhandlung bezweifctte man die Beschlußfähigfähigkeit des Hauses. Die Sitzung mußte daraus geschlossen werden. Aus dem Reiche. Ein Empfang beim Reichskanzler. Berlin, 24. Aug. (Pr.-Tel.) Die ita- lienische Kommission auf der Stockholmer interparlamentarischen Konferenz, die auf der Durchreise in Berlin weilt, wurde heute Mittag im Garten des Reichskanzlers von Reichskanzler Wirth, vom Minister des Aeußern Dr. Rosen und vom Wiederaufbauminister Dr. Rathenau empfangen. Zum Empfange fanden sich Wetter eine Reihe hoher Regierungsbeamter und Parlamentarier ein. Der italienische Botschafter in Berlin, Frassati, führte die italienischen Gäste ein. Der Froutkämpfertag. Berlin, 25. QIug. Gestern nachmittag fand km Berliner Stadion der von dem Rattonalverband deutscher Offiziere und von dem Verband imtlvnalgestnnter Soldaten veranstaltete Frvnt- Äämbfertaa statt Der Vorbeimarsch der ehemaligen Frontkämpfer wurde von General Lu den- bw r f f angenommen. Darauf hielt General IJraf 1m> n der Goltz eine Ansprache und brachte Äelegramme des ehemaligen Kaiser« und H i n- 2>,e n b u r g 8 zur Verlesung. Lumnltszenen im Lichtenberger Rathaus. Berlin, 25. Aug. Das Lichtenberger Rathaus war gestern der Schauplatz schwerer Tumulte. Etwa 40 0 Erwerbslose drangen in den Oihungssaalein und erzwangen das Wort -für eine Deputation, die u. a. die Anerkennung ber getoäh ten Erwerbslosenräte verlangte. den Oerbeigerufenen polizeilichen Schuh unmöglich zu machen, besetzten die Eindringlinge die , Fernsprechabteilung des Rathauses. Da die Menge -ich nicht aus dem Saal weisen lleß, muhte die Sitzung um eine halbe Stunde vertagt werden. Rach Wiederaufnahme der Sitzung wurde unter dem Druck der Erwerbslosen beschlossen, die Frage der Ancrk nnung der Erwerbslvsenräte einer Kommission zu überweisen. Verhaftung eines unabhängigen Stadtrats. Magdeburg, 24. Aug. (WTB.) Der unabhängigefozialistifche Stadtrat Kasten aus Groß-Salze wurde heute unter dem Verdacht der Rädelsführerschaft bei dem Ueberfall anläßlich der Stahlhelmfeier verhaftet. Eine Schiffstaufe. H a m b u r g, 24. Aug. (Wolff.) Das erste nach dem Kriege auf der Bremer Vulkanwerft für H a- Pag gebaute Schiff einer Serie kombinierter Fracht- und Passagierdampfer „Bayern" wurde gestern nach glücklicher Probefahrt von Bremerhaven nach Hamburg von der Reederei •übernommen. An der Fahrt der „Bayern" nahm der bayerische Ministerprästdent v. Kahr teil. Die Taufe vollzog Staatssekretär v. Echweyer. fpd. Koblenz, 23. Aug. Einen traurigen Einblick in die gegenwärttgen Zustände gewährt der Bericht des städtischen Wohl- fahrtSamtes für 1920/21. Es heißt darin. Aus Stabt und Land. Gießen, den 25. Aug. 1921. Die höchsten Temperaturen des diesjährigen Sommers. Die Wetter- und Sonnenwarte Höhen schwand teilt mit: Der Höhepunkt der Hitze des dies-- lährigen Sommers kann als überwunden angesehen werden. An den meisten Orten Deutschlands trat er zwischen dem 27. und 30.3uli ein. Wenn die Hitze auch wirklich eine ungewöhnlich große war, so waren doch die in manchen Zeitungen veröffentlichten Temperaturangaben übertrieben. Die höchsten Temperaturen wiesen Karlsruhe und Stuttgart auf, die beide tffn 29. Zuli 39 Grad Celsius erreichten (gegenüber 34 Grad im heißen Sommer 1911). Tropentage — darunter versteht man in der Meteorologie solche Tage, an denen die Lufttemperatur 30 Grad Celsius überschreitet — hatten im Iuli 1921: Essen 5, Geisenheim a. Rh. 15 Berlin 6, Stuttgart 16, Nürnberg 9 und München 8. Die höchste Temperatur auf der Insel Borkum betrug in diesem Jahre 28 Grad Celsius. Aus diesen Zahlen ersieht man, wie in Meeresnähe und in Bergeshöhen niemals so hohe Temperaturen erreicht werden, wie im Tiefland, besonders in Tälern tz. B. Geisenheim) und windstillen Kesseln (z.B. Stuttgarts ** Amtliche Persvnalnachrich- t e n. Ernannt wurde am 17. August 1921 der Polizeioberwachtmeister Ludwig Philippin Gießen zum Kriminalkommissar bei der Staatsanwaltschaft in Gießen; am 22. August der Gerichtsvollzieher Balthasar Dern zu Alsfeld zum Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom 20. Septem- oer 1921 ab. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Astvrialichtspiele, „Mit Büchse und Lasso 4. Teil (Das Antlitz deS Todes)". ,Fünf Milliarden Bott", „Dritte Mesterwoche, die neuesten Tagesereignisse". — Lichtspielhaus, Bahnhofstr .Die geschlossene Kette" und .Die Scheidungsehe". <. ! len. Voraussetzung bei der Regulierung ist, daß auS Mitteln der Crwerbslosenfürsorge und sonstigen Reichszuschüssen 500 000 Mk. zugunsten der Stadt eingehen. Die Dieselmotore sollen nur in Tätigkeit gesetzt werden, wenn der Strom der Edertal- oder der Buderus- Werke versagt. Die Sitzung, die einen erregten Verlauf nahm und der auch eine große An, zahl Bürger beiwohnten, dauerte bis 10 LIhr abends. Beide Vorlagen fanden Annahme, abgelehnt wurden die durch Eingaben befürworteten Anttäge, zur Defichttgung des Elek- ttizttätswerkes zwei Sachverständige heran» zuziehen. Den Verhandlungen wohnten auch die Dcg.- und Bauräte Drees und Mttthoff aus Kassel bet ** Aus dem Stadttheaterbureau. .Der Bürgergeneral" und .Die Mitschuld iaen", zwei Lustspiele von Goethe, die anläßllch seines G^urtstages einmalig aufgeführt werden, sind von den Herren Volck und Teleky gut t)or6ereitet und beschäftigen in den Hauptrollen die Damen Keller und Koop, sowie die Herren Iuhnke, ' " - ----7.'—r - * ■ c, । Hellborn, Heding, Brandes, Roeder» und Bech- daß der Prozentsatz der in Haft genommenen | stein. ad«® ijbdt gelM Schul dmg v pon P verW unö ■ ßdD® S--I-' S«-le m Obl M 3 ernylne wird a NeV aen un q* ;od)fd)uInathrtd)tcTL 375. 236, 182. fester. 25.8. 37. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) er 362,10 322,40 87,91 673,30 Ar. Ar Ar Sh. 9,64 101,75 21,83 5,45 6,28 15,25 1,22 184, 178. 117,80 88,83 117,88 97,8) 24.8. 6,95 3,80 7,15 406, 371, 375, 4^ 127,65 362,90 323,10 88,09 674,70 375,— 700,- 875,- 9,60 101,45 21,77 125,15 362,40 312,60 85,09 661,70 527,- 748,— 469,75 394,75 1275,- 2ug. Der Philologie. Literatur- fpd Frankfurt a. M., 24 ordentliche Professor der deutschen tnSbejandere der neueren deutschen Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag Stockholm. Wien. . . . London . . Paris . . . Neuyork. . 520, 538. 764, 469, 395, 1250, Schweizer gfranhn > 183.25 183.25 499, 410, 375, 340, 515, 124,85 361,60 311,90 84,91 660.30 1483,501486,50 1449,50 1452,50 1127,851130,15 1104,85 1107,15 gezahlt: 19.8. 6,75 6,95 Die Nothersteins. Roman von Erich Gbenstein. Copyright 1919 by ©reiner A Comp., 'Berfie W 30. Turnen, Spiel und Sport. Allgemeines Tenuis-Turuier Dad-Aauheim. Mit den Wettspielen, deren Qlnfang offi- ßidl für den 19. August festgesetzt war, konnte. Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden 9,73 9,77 102,35 102,65 22,37 22,43 350,- 518,- 270,25 733,- 394^0 69, - 430,- ,2uch blieb Rüdiger letzt stehen, um sich dem» gemäb von dem Freund zu verabschieden. Es blieb Waldemar also nichts übrig, als Dos Hand zu küssen und sie durch ein leises .AusWieder, sehen I- an seine Ditte zu erinnern. .Du kommst doch auch halb!** sagte er zu Xu- biger TDie du weiht, liegt der Pavillon, in dem sich mein Atelier befindet, am äußersten Ende unseres Parkes und rangiert einwandfrei unter dem Begriff .neutrale 3one“ 1“ .(Setotfo werde ich dich aufsuchen." antwortete Rüdiger, sich zu unbefangener Freundlichkeit zwingend, denn das .auch" war seinem scharfen Ohr nicht entgangen und hatte ihn verstimmt. .And ich?" lächelte Magelone. .Mich fordern Sie nicht auf, mitzukvmmen's Wissen Sie nicht, daß ich erstens neugierig auf Ihr neues Bild bin. dessen Existenz mir Rüdiger verriet, und zweitens . . dah ich auch ein wenig Ihre Freundin bin?" »Aber liebe Gräfin! Sie wissen doch, daß es mir jederzeit eine Ehre sein wird, wenn Sie kommen!" Man trennte sich: Rüdiger war sehr schweigsam wahrend deS Frühstücks. Desto fröhlicher schien Magelone, die sich so deutlich Mühe gab, die Wolken von seiner Stint zu Vertreiben, daß die Gräfin und Anneliese mehr als einmal Tx> rebte Micke wechselten. Schließlich konnte er, ohne Feuersbrunst. Derlin, 2Ä. Aug. Das Dori Kohrvert in dem pvmmerschen Ärdfe Greifen Hagen ist von einer schweren Feuersbrunst heim- gesucht worden. Zwei Wohnhäuser, zwei Gehöfte, sowie mehrere Scheunen brannten ad. 15 Familien sind obdachlos. Als Ursache wird Brand- flistung angenommen. Kurs 24.8. 77,50 78,80 77,- 67,78 191,- 348,- 278,50 242,75 204,- 182,25 182,24 177,84 625.- Du weißt aus Magelones Bericht über unseren Spaziergang vorhin, daß Waldemar wieder hier ist und uns ein Stück begleitet hat . . und?" Hertha sah ihren Bruder gespannt an, während ein verschmitztes Lächeln um ihren Mund spielte. _3Tt dir daran etwas so Merkwürdiges aufgefallen?- »Ha! Seine Art Dorothea gegenüber war — sehr mcrüvürdig! Auch die ihre. Sie verlor ja förmlich die Sprache darüber und kam aas dem Erröten gar nicht heraus. Auch hat Wal- demar seine Pariser Reise aufgegeben und will jetzt hier bleiben." Hertha lachte plötzlich hell auf. .Ach. du dummer Rüdiger, wenn du das alles schcn gemerkt hast, was frägst du mich dann noch? Dann muht du es ja wissen, daß die beiden sich lieben!" 5,35 6*35 14,75 1,14 Fr 125,40 9 23,81 ‘9 er war blaß geworden. Wortlos starrte zu Boden. Hertha gab ihm einen kleinen Stoß. --^uu 2m — ist eS dir etwa nicht recht? Kennten du Do einen besseren rrparm wünschen? Siehst du, ich las es ihm ja gleich vom Gesicht ab. als er ihr das erstemal gegenüberstand Und ttxxter hat er sich mir auch anvertraut. Er ist rasend verliebt in sie und mochte sie am liebsten schon morgen heiraten." .^lnd sie . Hebt ihn — wieder?" -Die sollte sie nicht! Einen Mann, wie Waldemar! Rur — sie N sich dellen noch nicht klar bewußt. Sie ist ja auch noch so jung und scheu wie ein kleiner Waldvogel." Tüdwer holle tief'Atem, als beengte etwas seine Brust. . 100 51 * . ioo 'm. = . 100 Ar. = . 100 Ar. = . 100 Fr. = . 1 £ = . 100 L. - . 100 Fr. - . 100 Ar. - . ioo r = . 100 Är. =3 . 100 L. = Datum: Amsierdam- Notterd. Brüssel-Antwerpen . Thristiania . Kopenhagen .... Stockholm Helsingforr Italien........ London Neuyork ..... Paris . Schweiz Spanien Wien (altes). . . . . Deutsch-Oesterr. . . . Prag Budapest . Bulgarien ..... Konstantinopel... Züricher Devisenmarkt. 24.8. 6^0 0.675 7.- 45 60 21.70 24.95 44L0 1.50 591.- 3.25 7.10 Wechsel auf Holland....... Deutschland..... Wien ........ Pr<*9........ Varis....... London ....... Otalien ....... Brüssel....... Budapest ..... Neuyork. ...... Agram. ....... Bukarest...... 6.95 0.675 7.— 45.65 21.73 25-05 44.66 1.525 590.- 3.25 7.10 Geld Brief Gelb Brief 23. August. 24. August. 2727.25 2632,75 2642,35 2647,65 660,30 661,70 642,85 644,15 1166,‘40 1168,701123,85 1126,16 1458,50 1461,50 1416,05 1418,95 l-7.lt. Fr. 125,49 Fl- 59,20 Ar 88,83 Phünir.Bergk -Akt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerk«, lklektr. A. E. B Schuckert-Werk«. . . Felten-Suileaum». . Daimler Bub.» (Eifern»,. Akt. . Adlerwerke 4*/. 5«n-StaatsanL , Lleknon (Sriesheiw. Aurt Kurs Kurs 23. 8. 24. 8.') 23.8 77,50 77,50 fpd. Aus der Pfalz, 24. Aug. Forst- beamte trafen im Wustweiler Revier aus den wildernden Pvstausheller Huber auS Saarbrücken und streckten ihn, als er sich zur Wehr fetzte, durch einen Bauchschuß nieder. Die Beamten -eilten fort, um in der Rähe defchäftigte Holzhauer zur Fvrtfchaffung des Verwundeten herbei- zuholen. Als fie zurückkehrten, sahen sie, daß der Wilderer trotz feiner lebensgefährlichen Verletzung sich durch einen Schuß aus dem eigenen Gewehr den Kops zerschmetterte Börsenkurse Frankfurt Berste 1-llhr- l-H&r- Schluß- Ans v.-Luremb Serge.. 518, Belsenkirch. Berge. . 530, Harpener Bergbau . 760 Oberschles. (kisenb-B. 480* Überschles. Eisenmd. 396* 1889,601893,-.0 1833,15 1836,85 127,35 Datum: V, Dtsch ÄriegsanL 4 •/, Dtlch. Neichsank. 17, Dtsch Rrichsanl. 47* Preuß Aon,eis Darmstädter Sank . Deutsche Sank . . . 'Disconto- Dresdner Sank . . . NallonalbanK f. D. . Mitteld. llreditdank. H.-Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. PrivatdiSkvnt 3s/< Prozent. I ran kf u r i a. TL, 25. August. Berliner Devisenmarkt. ,Ha, sie ist noch sehr jung... zu jung vielleicht, um schon überhaupt zu willen, was Liebe ist," sagte et nachdenklich. .Wan kann sich da sehr leicht täuschen über sich selbst, man hält oft «IwaS für Liebe, waS nur in äußerlichen Eindrücken wurzell und sich später als Phantom erweist. Keinesfalls darf tu dieser Sache etwas überstürzt werden. Man muß Dorothea Zeil lallen, sich und . . Waldemar gründlich zu prüfen . . ." Er sprach mit Anstregrmg. Hertha fand im stillen: gezwungen und kall. Sie unterbrach flm ärgerlich. -DaS ist doch selbstverständlich. Kein Mensch denkt daran, etwas zu überstürzen, lledrigens kannst du die ganze Sache ruhig Dorothea und WaldMar allein überlaffen. Zwischen Siebente soll sich niemand mit Rat eindrängen — und wäre es noch so gut gemeint!" Zur selben Zeit stand Magelone vor Do und zupfte fie scheinbar schelmisch am Ohrläppchen Cie waren beide allein auf der Terrasse zurück- geb lieben nach dem Frühstück. Sieh, sieh. Kleine." sagte Magelone scherzend, aber daS kalte Glitzern war dabei wieder in ihren blauen Augen, .wir sind also bei aller zur Schau getragenen Harmlosigkeit doch recht kokett veranlagt tote ich heute sah! Wir haben mrs m aller Stille schon einen feurigen Ver- ungeschafft und greifen trotzdem noch nach etnem zweiten — von dem wir nicht einmal willen, ob er noch — frei ist!" (Fortsetzung folgt* Geschichte, an der Universität Köln, Dr Franz Schultz, ist in gleicher Eigenschaft mit Wirkung vom 1. Oktober d. ZS. an als Rachsolger von Prosellvr Dr. Petersen an unsere Uni- versttät verseht worden. — In der WirtschastS- und soLialwillcnschafllichen Fakultät sind alS Privatdozenten zugelasien worden Dr. Gottfried Salomon für das Fach Soziologie, Dr Siegfried 2udg e für daS Fach BollSwirtschaftSlehre. Landwirtschaft. )( 2luS dem Riddertal. 24. Aug. Die mehrfachen Riederschläge der letzten Zeit haben in Gärten, auf Wiesen und Feldern wahre Wunder gewirkt. Die Hackfrüchte haben sich sehr schnell erholt, wo daS Kartoffelkraut noch grün war, was auf den meisten Aeckern der Fall ist. Man darf auf eine gute Mittelernte in Kartoffeln hosten, fo bah zu irgendwelcher Befürchtung oder unsinniger Preistreiberei gar fein Grund horfiegt Die Derbraucherkreise haben eS hier selbst in der Hand, die Preise etnigermahen erträglich au gestalten Rachdem bei der Körnerernte hier und da das Druschergebnis bereits vorliegt, kann von einer durchschnittlich guten Ernte gesprochen werden. so bah eS vollständig unangebracht ist, wenn wahnsinnige Preise gefordert und auch gegeben werden sollten. Es muh jedoch auch hier zur Ehre der bäuerlichen Bevdllerung gesagt werben, bah die viestach genannten Preise oft nur in der Phantasie von einigen Leuten vorhanden sind, denen eS darauf anfommt, die Kluft zwischen Erzeuger und Verbraucher noch mehr zu vergröbern. Es ist deshalb zu begrüben, wenn der Geschäftsführer des Bauernbundes in Darmstadt demjenigen eine Belohnung von 1000 ML aussetzt, der ihm Erzeuger namhaft macht, die für einen Zentner Weizen 400 Mk. und darüber fordern. Da der Welt» marktSpreis nur 220 biS 250 Mk. pro Zentner beträgt, wäre es ja auch töricht, wenn von gewiller Seite für den Zentner höhere Preise geboten würden. Den Obst bäumen kam die Feuchtigkeit ebenfalls sehr willkommen, doch ist sie noch lange nicht tief genug gedrungen, das Obst bleibt im allgemeinen kleiner als in sonstigen Zähren. Sin- Kreisstraßen zeigen an ihren Bäumen einen grovartigen Behang, so die Straßen von Schwik- kartShausen, nach SckartSborn. Selkers. Konrads- dorf, auch Lißberg—SckartSborn. Die Preise, die hier von Händlern geboten werden, sind nicht über- möhtg. w daß der Erzeuger manchmal die hohen Preise In der Stadt nicht verstehen kann. Auch hier tonnte durch Zurückhaltung der Verbraucher Kirche und Schule. ** Der Oberhessischc Verein für Basler Mission, der zur Zeil 78 Gemeinden OberhessenS als Mitglieder umschließt, hält seine ZahreSversammlunaen adwechsclnd in den einzelnen Teilen OberhessenS. 3n diesem Zahre wird er am 28. und 29. August in R i d d a tagen Die Missionsfreunde aus der Umgegend von Hungen und Ridda versucht er (SonntagS) zu einem großen Millionsfeste bei Forsthaus Glaubzahl bei Rodheim zu sammeln. Bei günstigem Wetter werden sich viele Teilnehmer an diesem idyllisch gelegenen Orte einfinden. Der Montag wird die geschäftlichen Verhandlungen und Vortrag von Inspektor Müller (Bafel) in Ridda bringen. cd. Eschenrod, 23. Aug Zum Besten der Inneren Mission veranstalteten unser Pfarrer Stumpf (Orgel) und sein Bruder, Kon- zortmeister Stumpf- Essen (Viollne) am vergangenen Sonntagabend in unserer Kirche eine m u - ! ikali fche Abendfeier. Werke von Bach und anderen älteren Meistern wurden im Einzel-1 und Zusammenspiel meisterhaft vorgetragen. Auch die Oberllasse unserer'Schule beteiligte sich durch Nk?ch gelungene Choräle und geistliche Lieder. Den beiden Veranstaltern gebührt herzlicher DanL zumal das Land kaum Gelegenheit hat, wirklich gute Musik zu hören Der Inneren Million konnten 162 Mk. zugewendet werden. rm. Darmstadt, 24. Aug. Zum Direktor der LanbeSgewerbeschule in Darmstadt wurde unter 36 Bewerbern der Studienrat Dipl - Ingenieur Mar K ü d i h, bisher an den Vereinigten Maschinedauschulen in Köln, berufen. Er wird voraussichtlich “feine Stellung schon am 1. Oktober antreten - Der Laubes ge werbe verein wird seine diesjährige Hauptversammlung am Montag den 26. September tm Cornelianum zu Worms abhalten. 11 a. wird auch über die Erhaltung der DercinSzeitschrift .Gewerbeblatt", über die Kranken- und Sterbekalle usw. beraten bdher ein. Von Montanwerlen waren Rhein- stahl auf FusivnSgcrüchte 45 höher. Deutsch- ßufembutger stiegen um 35 Punkte, Laura- Hütte um 20. Chemische Werte zogen meist 6 bis 10 Proz. an. Th. Goldschmidt war sogar anfänglich 20 Punkte höher Von den elektrischen Werten zeichneten sich SiemenS- Halslc mit einer Besserung um mehr als 20 Prozent aus. Am Markte für Spezialwerte war die Kursbewegung uneinheitlich. Deutsche Kali, Kaliwerke Aschersleben waren nach vor- ausgeganoener Steigerung erheblich gedrückt. Deutsche Petroleum-Gesellschaft wurden lebhaft gekauft und stiegen um mehr als 50 Prozent, während Deutsche Erdöl nachaaben. Bankaktien waren durch MeinungSkäufe gesteigert. 3m Verlaufe überwog zeitweilig entschieden das Angebot aHgemetn, was auf den Einfluh des Rückganges der Devisenkurse zu- rückgeführt wurde. Der Anlagemarkt blieb gut behauptet. Devisen befestiaten sich nach einem vormittägigen erheblichen Rückgang. Am Ein- heitSmarkte herrschte wieder sehr lebhafte Kauflust. Die Kurse stellten sich vielfach bedeutend höher. Bevorzugt waren Unternehmungen für telegraphischen Bedarf Die Börse schloß daher allgemein fest. Frankfurt a. M, 24. Aug. Börsen- stimmungsbild. Im heutigen Börsenverkehr machte sich anfänglich eine unregelmäßige Tendenz bemerkbar. Devisen, die anfangs eine schwächere Haltung aufwiefen. konnten sich später wieder beteiligen, was au einer erneuten spekulativen Unternehmungslust führte, die sich in der Hauptsache allerdings nur aus einzelne Spezialwert? beschränkte. Der Freiverkehr zeigte ein besonders lebhaftes Aussehen. Deutsche Petroleum sest. Am Montanmarkl war die Kursbewegung bescheiden Westeregeln, die im Angebot lagen, schwächten sich ab. Riedriger stellten sich auch ManneS- münn, Phönix und Gelsenkirchener. Caro unterlagen leichten Abschwächungen. Adler Kleher we- lenrlich ruhiger. In Lahmeyer bemerkte man große Käufe, die erheblich anzogen. AEG. schwächten sich aber ab. Die Kurse der chemischen Aktien schwächten sich teilweise ab. Hirsch-Kupfer gefragter. Norddeutscher Lloyd und Hapag erzielten Kursbefestigungen. Am Bankenmarkt erfuhren Deutsche Bank eine erneute Kurssteigerung Der Einhcitsmarkt Hieß zwar Anzeichen einer Abspannung erlernten, doch hielten sich die Kurssteigerungen wieder in der Mehrzahl. Lederaktien gesuchter. Die Börse fchlvß ziemllch ruhig, aber sest. Oberbedarl waren angeboten. Rheinstaht infolge Verzögerung des Homburger Turniers, erst am Montag mittag richtig begonnen werden. Die Rennungen der Vorjahre sind bedeutend überfchritlen. Die besten Spieler Deutsch- lands sind vertreten, von Ausländem mir die Spanierin Frl. de Alvarez Für den verhinderten Herrn Major Nonn hat Herr S. Zeh r- m a n n die Turnierleitung übernommen. Die als mustergültig bekannten TennisplLtze finden auch in diesem Zahre den ungeteilten Beifall der Spieler. Vorbereitet ist das Turnier ausgezeich- net und die einzelnen Konkurrenzen find mit ganz hervorragend glänzenden Preisen auSgestattrt. DaS Wetter war biS letzt sehr günstig, so daß sich das Turnier voraussichtlich glatt abwicketn wird. Nachstehend bringen wir die Entscheidungen der Gießener und der bekanntesten Spieler. Herren-Einzelspiel um die Meisterschaft von Hessen: Lane schl. GrieSbach. 6/1, 6 1; Kreuzer fchl. Earl 6/2, 6/0. H. Kleinschroth schl. Gebhard 6/2. 6/1. Dr Fischer schl. Klein 6 2. 6 0. Kaledeh schl. Dr. Kübel 62, 6/0. R. Kleinschrvth schl. Schellenberg 6 2. 6 4. — Damen-Einzel ohne Vorgabe Fr. D r. F r i edle d e n schl. Frau Dalbkermeyer 6 1. 64). Frl de Alvarez schl. Frau Leon-BrvliuS 6/1, 61. 5 r. Dr. Friedleden fchl. Frl Apolanl o. Sp. Frl. de Alvarez fchl. Frl. Hermanns 6/0, 6/1. Frl. Hoddes schl. Frl. Noellner 6 4. 6/1 zgz — Herren-Doppelspiel ohne Vorgabe: H. Kleinschrvth—Kreuzer geg. POppenheim—Dr. Geismar v. Sp. E. Stapenhorsi- Schmibtmann geg. Carl- ... o. Sp. (Sari— Meyer geg. R. Kleinschrvth-Lind- faintner o. Sp. Kreuzer - H. Kleinschrvth schl. S. Stoppen horst—Schmidt- raann 6 0. 4,1. Kreuzer —H. Kleinschrvth schl. Stephanus jr.—Lane 6 2, 4/6, 6 0. Büchting— Desiart schl. Earl—Meyer. — Herren-Einzelspiei mit Vorgabe: Griesbach schl. Weder 5 6, 62. 6/2. Dr. Fischer fchl. Gebhard 6 b. 6/4. Dr. öfter schl. Doffius 6 1. 6/0. Carl 7chl. Dr. Specht 6/1, 6/1. Carnap fchl. Dr. Engelhard 6/0, 5/6, 6/2. Stephanus fen. fchl Griesbach 5/6, 6/5, 6/3. Fischer fchl. v. Opel 6/3, 6/0. — Herren-Doppelspiel mit Vorgabe: Zünger— Klein fchl. D r. Fi fch e r — G r i es b a ch 6/2.6/0. Handel. 'Berlin, 24. August. Börsenftim- m u ngsbild. Da sich im Zusammenhänge mit Dem Börsenruhetage die Aufträge wieder stark angehäuft hatten, begann der Verkehr recht lebhaft bei vorwiegend fester Lenden-. Die Kurse setzten mit -wenigen Ausnahmen unhöflich zu fein, denn auch ihre vielen Fragen nicht unbeantwortet laffen und mußte ihr über leine Tätigkeit als .Verwalter" von Grafenegg erschöpfend Auskunft geben. -Du nimmst es ja furchtbar ernst mit betnen Pflichten. Rüdiger!" sagte sie zuletzt halb scherzhaft, halb bewundernd. .Wenn dir alles gelingt, toaÄ du pkrnst. wirst du ja noch ein steinreicher Mann werden!" .Darum ist es mir nicht so sehr zu tun, als überhaupt etwaS Tüchtiges zu leisten." antwortete er kurz. Gleich nach dem Frühstück nahm er Hertha beiseite. .Ich habe deinen Wunsch erfüllt und mit Dorothea gesprochen," Tagte er ernst. .Ich hofte. sie hat nun ferne Angst mehr vor mir.“ .Nein! Eie hat mir neullch sogleich freudestrahlend von eurer UnterreiHirg erzählt und ist ganz begeistert von deiner Güte." .So?" Rüdiger errötete und zerrte dann unruhig an feinem Schnurrbart. .Ich habe nun aber auch eine Frage an dich, Hertha. Du hast damals, als du mir die Leviten tatest, mit einer mysteriösen Andeutung geschlossen, um deren Er- Hütung ich dich jetzt bitten möchte. Du ’agteft, ich könne Dorothea die Wege zum Glück verlegen, toenn ich sie aus Grafenegg entfernte. Was meintest du damit?“ Hertha sah unschlüssig vor sich hin. Endllch sagte sie zögernd: »Ich weiß nicht, ab ich berechtigt bin . . darüber schon heute zu sprechen." .Ich glaube, es ist mein Recht, als Vorn-nnd klar au sehen in allem, was mein — Mündel ??• trifft! UebrigcnÄ will ich dir die Sache erleichtern. \ Vermischtes. Drei Kmder vom Zuge getötet. fpd. Betzdorf, 24. August. Etwa 500 Meter vor Bahnhof Merten wurden drei Zungen im Alter von 14—16Zähren von einem aus Richtung Köln kommenden Per- sonenzug totgefahren. Vier Zungen wollten offenbar nach der Dorbeifahrt eines Güterzuges die Bahngleise überschreiten und rannten hierbei in den heranbrausenden Personenzug. Zwei waren auf der Stelle tot, der dritte lebte noch etwa 10 Minuten. Beim Halten des Zuges in Merten hing noch einer der Zungen unter der Lokomotive, der, schrecklich zugerichtet, nur mit Mühe losgemacht werden konnte. Schenkmig einer Kirche fpd- Würzburg, 24. Aug. Ein Deutsch- Amerikaner Joseph Schmidt stellte seiner Muttergemeinde Reistenhausen die Bau- summe für die Errichtung einer katholischen K i r ch e zur Verfügung. Den Bauplatz für die Kirche und das Pfarrhaus schenkte ein Ortsbewohner. Die Futternot. fpd. 'L o h r, 24. Aug. Nach vorläufigen Aufstellungen 'sind zur Durchhaltung des Viehstandes im Deziri Lohr etwa 15 000 Zentner Heu und 10 000 Zentner Futtermittel nötig, was zu- fammen einem ungefähren Kostenaufwand von 3 Millionen Mark gleichkommt -) Die Abendbörsefällt bi« 26. Aug. au«. (In einem Teil der Austage wiederhol! * Der Berichterstatterposten im Völkerbundsrat. Pari«, 24. 2lug. (WTB.) Nach »Petst Parifien" ^befindet sich der Völkerbuntz-rat in einer schwierigen Lage. Frankreich. Italien und England hätten in der oberfchlesischen Frage Partei ergriffen und ein Vertreter dieser Mächte könnte die Berichterstatteraufgabe daher nicht annehmen. Der japanische Bertreter habe dagegen eine neutrale Haltung eingenommen. Außer ihm tarnen also mir noch der belgische, der chinesische und der brasillanifche Vertreter in Betracht. Dom griechisch-türkischen Krieg. P a r i S, 24. Aug. (WTB.) Havas. Eine Äon- stantinopeler Meldung Londoner Blätter besagt, bah die Griechen einen neuen Sieg bat Anghari davon getragen Hütten. Die kemall- stischen Truppen sollen sich auf dem Rückzug nach Angora beftnden. Die Griechen sollen durch 11m- ztngelung 4000 Mann Gefangene gemacht haben und die griechische Vorhut soll bl« 80 Kilometer (nach einer neueren Meldung sollen es 70 Kilometer sein) vor Angora gekommen sein. Londons Einwohnerzahl. London, 24. Aug. (WTB.) Nach den Ergebnissen der Volkszühlung hat London mit allen seinen Neben stüdten jetzt 7 476 168 Einwohner. Im Zahre 1911 tourten in Groß-London Z 251 338 Einwohner gezählt. Unterschlagungen beim Ein- und Ausfuhramt ht Bad Ems. Bad Sm«, 24. Aug. (WTB.) Beim hiesigen Sin- und AuSfuhramt sind größere Unterschlagungen aufgedeckt worden. Vier Kasienangestellte sind bisher verhaftet worden. Ein weiterer, der sich zurzeit in Urlaub besindet. ist der Teilnahme verdächtig. Die unterschlagene Summe ist bis jetzt auf 500 000 ML festgestellt worden. Vs geht das Gerücht, dah die unterschlagenen Summen in die Millionen gehen Das Kassenbuch, daS von den Tatern am SamStag in die Lahn geworfen worden war, ist wieder anfgefunben Worten Einreise nach Elsah-Lothringen. fpd. Frankfurta. 2L, 23. Aug. Hebet die Einreise deutscher Kaufleute nach Elsah- Lothringen ist soeben eine neue Verordnung in Kraft getreten. Die framöstschen Konsulate in Deutschland haben die Befugnis erhalten, solchen Deutschen, die nach Elsah-Lothringen zum Zwecke des Abschlusses von Handelsgeschäften einzureisen wünschen, das französische Disum nach Vorlegung von Briefen elsah- lochringischer Handelshäuser bann zu erteilen, wenn diese Briefe mit einem befürwortenden Vermerk des zuständigen Prüfetten versehen sind. 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August, nachmittags 2 Uhr, wo sie in Gegen- , wart etwa erschienener Bieter im Rathaus eröffnet werden, bei der Bürgermeisterei einzureichen, Vor- la Speise- Kartoffeln angekommen. Berkauf-- fteile frankfurter Hof. Bestellungen werden telephonisch entgegenge- nommen Nr. 1521. [9184 _ zu verkaufen. {*rc Ioh. Müller Telephon 1560. Stadt. 'ttröestSamt (Sichen Llekigftraffe 16, Teleph. 2054. ES können eingestellt werden: *. bei bicstacu Arbeitgebern: 2 Schreiner, ein Kupferschmied, 1 Silberschmied, 2 Weikbinder, 1 Glaser, l Schmied, 1 älterer Bauschlosser. Lehrlinge: 1 Automonteur, 1 Friseur, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Schlosser. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Eisenbeton- orbeiter, Maurer, Zimmerleute, Einschalcr, zwei Provisionsreisende, 1 Polsterer- 1 Bäcker, 1 Müller, 1 Schuhmacher, jüngere landwirtschaftl. .Onedile und Arbeiter, 2 Schneider, 3 Friseure, 2 Kasten- wacher, 7 Schreiner, 3 Anstreicher, 2 Kürschner. Lehrlinge: 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Schreiner, ein Friseur, 1 Schlosser. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer. Buchdrucker, Kaufleute. Schreiber und Reisende, Packer, HauSburscheu und AuSläuser Maschinenschlosser, Bauschloffer, Schuhmacher, 1 Krankenpfleger, 4 Sattler u. Polstbrer, Bäcker u. Metzger, mehrere Kellner, 1 Former, 1 jung. Schmied, 2 Buchbinder, Mechaniker, 1 Klavierspieler, 1 Heizer, 1 Wagner, 2 Dreher, 1 vcrh. Knecht, 2 Schäfer, 1 Tabak- spinner, 1 verheirateter Hofmeister, 1 Tapezierer, 2 Gärtner, 1 Drechsler, 1 Handschuhmacher, Bergarbeiter, Autoschlosser, 1 Schmelzer, IGoldarbeiter, 1 Installateur und Spengler, 1 Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Heizer, 1 Konditor, ein Beizer und Polierer. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegengenommen. Lehrlinge: 2 Mechaniker, 1 Friseur, 1 Elektromonteur, 1 Elektrotechniker, 1 Schuhmacher, 1 Weißbinder, 1 Gärtner, 3 Autoschlosser, 1 Maschinenschlosser. Weibliche Abteilung ES können eingestellt werden: e. bei biefigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und -mädchen für einzelne Tage, tüchtige Alleinmädchen, 2 einfache Stützen, 2 Köchinnen, 1 Hotelköchin, 1 Schneiderin als Beihilfe, 2 PNegerinnen, 1 Lehrmädchen in Blumengeschäft. b« bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 landwirtschaftliche Dieustmädchen, 4 Dienstmädchen, 2 Haushälterinnen, Alleinmädchen, 2 Köchinnen, Zimmermädchen, 1 Büglerin, 1 landw. Haushälterin, 2 Küchenmädchen, 1 Stütze. ES suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 1 Flickerin, 3 Waschfrauen, einige Lauffrauen, auch für Nachmittagsbeschästtgung, Mädchen für tagsüber, 1 Büglerin, 1 Fräulein erteilt französischen Unter« richt, 1 Gesellschafterin, 1 Kinderfräulein. (9220B M Dieröntd) auf meine Sonder- Angebote die jede Woche erscheinen in nur guten Koten in MU. Stellen aufmerksam. 3tt1/;6tunbtM,tS6mntitRo,f=,Änl» Qnnio l’SRW a- gesch. Mittel. Wund, unschädl. ff Verk. nur: Kubl, Kirchenvl. 10 p. 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I den ‘ trat, ( fotat öerD w 1921 fit folgt In öeöioni ter im' Leiter), hunge den beit herzu ihrem" scheu R Roser ten von Diese h funbenei Art Dereinis schädigui dem vvi des Koi 2. tzepti Einschlus ffunfien l von Reri *V -bere'mic Art SruW -mit Vertrag besieht । vertrag! Rechte i Sunften unb die. ließen so Teil, 11. 12, 1 Meinigi jenes De Swphen für sich bieg in fand nach im i Staaten i lenes Der jenes Mes Ar «ich , Ren, ut urch f, °undes !tr Vc ^nben Peinigt» SY* & äs Achtung! Letzte große Sendung Einmachgurken, Salatgurken,Weißkraut,Rotkraut, Wirsing, Gelberüben, Meer- reMch und Zwiebeln eingetroffen! Verkauf: Freitag früh von 8 Uhr an am Felsenkeller. Tel. 1851. Frau Frosch. Bindegarn la itul. Bindegarn, Kolonial- u. Sisal-Bindeaarn Frucht- u. Kartoffel-SScke empfiehlt Wilhelm Nebhuth Seilerei. 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ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdr» Kaufleute, Schreiber und Reisende, Pt HauSburschen und Ausläufer Maschinenschli Bauscklosser, Schuhmacher, 1 Kranken pst 4 Sattler u. Polsterer, Bäcker u. Metzger, mel Kellner, 1 Former, 1 jung. Schmied, 2 Buchbii Mechaniker, 1 Klavierspieler, 1 Heizer, 1 Wa 2 Dreher, 1 verh. Knecht, 2 Schäker, 1 Ti spinnet, 1 verheirateter Hofmeister, 1 Tavezi 2 Gärtner, 1 Drechsler, 1 Handschuhmacher, 4 arbeiter, Autoschlosser, 1 Schmelzer, IGoldarb 1 Installateur und Spengler, 1 Monteur, 1 dagist, Maschinisten und Heizer. 1 Konditoi Beizer und Polierer. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls cntgi genommen. Lehrlinge: 2 Mechaniker, 1 Friseur, 1 Elektro teur, 1 Elektrotechniker, 1 Schuhmacher, 1 9 binder, 1 Gärtner, 3 Autoschlosser, 1 Masch schlosser. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: Mädchen für über, Dienstmädchen, Lauffrauen und •mäbetie einzelne Tage, tüchtige Alleinmädchen, 2 eit Stützen, 2 Köchinnen, 1 Hotelköchin, 1 Schnei als Beihilfe, 2 Pflegerinnen, 1 Lehrmädch, Blumengeschäft. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 land schaftltche Dienstmädchen, 4 Dienstmädchen, 2 4 Halterinnen, Alleinmädchen, 2 Köchinnen, Zin mädchen, 1 Büglerin, 1 landw. HauShäl 2 Zküchenmädchen, 1 Stütze. ES suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 1 $ riu, 3 Waschfrauen, einige Lauffrauen, au NachmittagSbeschästtgung, Mädchen für tagt 1 Büglerin, 1 Fräulein erteilt französischen l richt, 1 Gesellschafterin, 1 Ktnderfräulein. ( Die Gemeinde (Brünberg beabsichtigt einen D . berget Dullen auf dem Submissionswege zu 1 Kaufen. Schriftliche Angebote pro Zentner Lt j gewicht sind in verschlossenem Umschläge bis M den 29. August, nachmittags 2 Uhr, wo sie in 0 wart etwa erschienener Dieter im Rathaus ei toerben, bei der Bürgermeisterei einzureichen, herige Besichtigung ist gestattet. £ (Brünberg, 24. August 1921. ________Bürgermeisterei (Brünberg. Ranft. Die Gemeinde Daubringen verkauft au| Submifstonswege einen 3jährigen fetten Vogelsberger Bullet Angebote sind bis zum Montag, den 29. A nachm. 4 Uhr, an die Bürgermeisterei Daub zu richten, daselbst die Bedingungen behanntgi werden und die Oeffnung der Angebote statt Zugleich beabsichtigt die Gemeinde einen slmwMsen BogelsDetger 3u®tü zu kaufen und können 2lngebote im gleichen S abgegeben werden. Hessische Bürgermeisterei Daubringen. ______________Preis. niiiuuroubnbiicii weiß und bunt mit buntem Rand in allen Größen Paar M. 4.50 Damen- < Flor Strumpf schwarz, weiß u. braun, verstärkte Spitze und Ferse Paar M. 6.95 Dameu- FlorStrumpf schwarz mit Doppel- sohle und Hochferse Paar M. 9.95 Strick-Wolle reine Wolle schwarz und grau Lot 85 Pf. faiden-Hs Meter ... 25 Pf.