Nr. 171 Der eigener Anzeiger mit der Dienstagsbeilege .rp-rt'Umichau- erscheint täglich, aufeer Sonn- und Feiertags. Monatliche Sezua, preise: Marl, 5. - einschließlich TrLgerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüsse: fürdie Schristleitung 112; für Druckerei, Verlag und (Seschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Lpzeiaer Gießen. postsche/fonto: Sranffurt a. M. 11686. ■ ■ Druck unö Verlag: VrShl'sche Uuiv. Vuch- und SteMniderti N. Limge. Schristlettemg, Sefchäfisftelle und vruckerel: Zchulftraße 7. Vorschrift 20 Aufjcklag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. 31 einhold Fenz; für den Anzeigenteil: Hana Deck, sämtlich in Bietzen. Elftes Blatt 171. Jahrgang Montag, 25. Juli 1921 Mjwv« zj, A. Jk A Annahme von Anzeige, W W ▼ für die Tagesnummer GlehenerAnzelger ■ General-Anzeiger für Oberhefsen Memel und der polnisch- litauische Konflikt. Don Dr. Paul Fleischer, M. d. R. Dor einigen Tagen hat die Stadtverord- netenversammlung von Memel eine Entschlie- ßung angenommen, in der sie den Wunsch aussprach, „das memelländische DollStum in einem selbständigen Staatsgebilde zu erhalten". Die Resolution wurde dem französischen Oberto mm isssar PetiSne mit der Bitte überreicht, sie befürwortend an die Botschafterkonferenz weiterzuleiten. Gleichzeitig richtete die Stadtverordnetenversammlung an die alliierten Hauptmächte das Ersuchen, über das Memelland nicht ohne Hinzuziehung seiner berufenen Vertreter zu entscheiden. Anlaß zu diesem Dorgehen gaben die Derhandlungen, die zwischen Polen und Litauen in Brüssel unter Dorsih von Hymans, dem Präsidenten des DölkerbundeS, vom April bis zum 3. Juni d.Z. geführt wurden. Die Konferenz sollte in erster Linie sine Einigung in der vielumstrittenen Wilna-Frage erzielen. Die Litauer beanspruchen nämlich Wilna als Hauptstadt ihres neuerstandenen Freistaates. Die Warschauer Regierung dagegen will das Wilnaer Gebiet der polnischen Republik angliedern. Wie Kor- fanth in Oberschlesien, versuchte der polnische General Zeligowsii durch einen Handstreich in Wilna vollendete Tatsachen zu schaffen. Hymans lehnte jedoch ab, Vertreter der Zeli- gowsiiregierung als gleichberechtigte Konferenzmitglieder in Brüsiel zuzulassen, da das von polnischen Truppen okkupierte Wilnaer Land nur als passives Verhandlungsobjekt in Betracht kommen könnte. Der Rat des Völkerbundes bestand demzufolge auf den Rückzug der Truppen Zellgowskis aus Wilna und forderte die Bildung einer Miliz, die sich aus der einheimischen Bevölkerung rekrutieren und an Stelle der Zeligowskiramee treten sollte. Da sich die Warschauer Regierung auf diese Bedingungen des DölkerbundeS nicht einließ, wurden die Derhandlungen zwischen Litauen und Polen erfolglos abgebrochen. Zwischen beiden Staaten macht sich infolgedessen eine wachsende Spannung bemerkbar. Zeligowsii will Wilna nicht verlassen und weigert sich, Landlagswahlen auszuschreiben. An der polnisch-litauischen Demarkationslinie ist es bereits zu Plänkeleien gekommen. Purycki. der litauische Außenminister. bemüht sich, die Stellung Litauens dadurch zu festigen, daß er in Riga über ein Bündnis mit Lettland und Estland verhandelt. Don diesem Konflikt, der sich ebenso wie die oberschlesische Frage zu einer europäischen Krisis auswachsen kann, wird auch Memel be- rühtt. Askenazy, der polnische Vertreter beim Völkerbund, hat sich nämlich darüber beschwert, daß Litauen kein einziges polnisches Schiff auf dem Memelsttom passieren läßt und auf diese Weise die Holzausfuhr aus Polen und dem Wilnaer Gebiet unmöglich macht. 3m Anschluß daran erklärte er, daß die Entscheidung über das Memelland keinesfalls ohne Polen getroffen werden dürfe. Demgegenüber reklamierte Galvanauskas, der Führer der Kownoer Delegatton, das Memelland für Litauen. Präsident Hymans gab in der 9. Sitzung am 20. Mai d. Z. der Hoffnung Ausdruch daß eine endgültige Verständigung zwischen Polen und Litauen erzielt werden möchte und sagte wörtlich: „Och zweifle nicht, daß eS möglich sein wird, gleichzeitig die Frage der Zuteilung des Hafens von Memel zu regeln." On der 12. Sitzung am 25. Mai d. Z. erläuterte er diese Bemerkung dahin, daß er die Möglichkeit einer Onitiative des Völker- bundrateS bei den alliierten Hauptmächten in Aussicht stellte, wenn sich Polen und Litauen über das Schicksal Memels verständigten. Man begreift, daß diese Brüsseler Verhandlungen die memelländische Bevölkerung mit nicht geringer Besorgnis erfüllen. Der Deutsch-Litauische Heimawund hat sich deshalb veranlaßt gesehen, eine Erklärung abzugeben, derzufolge er jeden Versuch, das Memelgebiet gegen den fast einmütigen Willen der Bevölkerung einem der ihm wesensfremden, noch unfertigen und ungefestigten östlichen Staatsgebilde anzuschliehen oder gar einzu- verleiben, als eine nicht zu rechtfertigende Verletzung des Selbstbestimmungsrechtes sowie als eine Bedrohung und schwere Schädigung der memelländischen deutschen Kultur betrachtet. Getteu seinem bei der Gründung aufgestellten Programm, dem die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung anhängt, fordert er demgegenüber völlige Selbständigkeit für das Memelgebiet. Das deutsche Voll steht einmütig und geschlossen hinter diesem Verlangen der memelländischen Devöllerung und erwartet, daß auch die deutsche Regierung in demselben Sinne bei den alliierten Hauptmächten vorstellig wird. '■ ■ । Der Meinungsaustausch zwischen Paris und London. Paris, 23. Zuli. (Wolff.) Ha das meldet unter dem 22. 3uli abends:: Der Meinungsaustausch zwischen Paris und London bezüglich des Verfahrens, das einzuschlagen wäre, um die oberschlesische Frage zu losen, dauert an. Der französische Botschafter in London hat am Donnerstag Lord Curzon die Antwort .Briands auf fein letztes Schreiben mitgeteilt. 'Lord Curzon hält an der britischen These fest: Sofortiger Zusammentritt des Obersten Rates (ohne vorherige Sachverstän- digensihung), der beurteilen soll, ob die Entsendung von Verstärkungen nach Oberschlesien angebracht fei. Curzon gab zu verstehen, das) die Konferenz nicht vor Anfang August stattfinden könne, da das Harstst der italienischen Regierung augenblicklich in Rom zuruckgehalten sei. Die Antwort Curzons stützt sich vor allem auf die von den drei Ententevertretern in Oberfchlesien an den Botschafterrat gesandte Rote. 3m Fvreign Office ist man der Auffassung, daß die drei Kommissare der Alliierten vor allem eine unverzügliche Sitzung des Obersten Rates verlangen und datz sie die ^.-rftärtungen nur für den Fall anfordern, daß der Oberste Rat das Schicksal Oberschlesiens bereits festgelegt hat. Roch heute abend wurden neue Onstruk- t i o n e n an St. Aulaire telegraphiert, damit er bei der englischen Regierung auf der Rotwendigkeit bestehe, vor der Einberufung des Obersten Rates 1. Verstärkungen nach Oberschlesien zu senden, um die Durchführung des Spruches der Alliierten zu sichern, 2. sofort einen S a ch v e r - ständigenausschuh einzuberüfen, der die technische Seite der Frage prüfen und einen Bericht vorbereiten soll. Havas fügt hinzu, am Quai d'Orsay erblicke man in der Rote der drei Oberkommissare an den Dotschafterrat vor allem den Wunsch, daß möglichst bald Verstärkungen in Oberschlesien eintreffen sollten, da diese Rotwendigkeit von Tag zu Tag dringender werde. Die Lage in Oberschlesien fei in der Tat sehr ernst und drohe ungewiß zu bleiben, bis endlich eine Lösung gefunden werde. Die Streitkräfte, über die die Onteralliierte Kommission in Oppeln verfüge, seien ungenügend, und zwar nicht nur, um Liner etwaigen Erhebung vorzubeugen, sondern auch, um die Ordnung in dem sogenannten Abstimmungsgebiet aufrecht zu erhalten. Wenn man also mit der Entsendung von Verstärkungen noch weiter warte, werde die Rotwendigkeit dazu nur immer gebieterischer werden. Das fei in kurzen Worten — meint der Havas-Dericht — der allgemeine Sinn der Rote der drei Kommissare in Oppeln. Die französische Regierung dürfe demnach wohl das Recht haben, daraus die bekannten Schlußfolgerungen zu ziehen. Der französische Botschafter In London werde dem „Foreign Office“ weiter noch mitteilen, dah der französische Botschafter in Berlin gestern abend veranlaßt worden fei, bei der Reichsregierung einen diplomatischen Schritt zu unternehmen, um sie erneut zu ersuchen, alle Vorbereitungen zu treffen, um gegebenenfalls den Transport der französischen Division nach Oberschlesien durchführen zu können, die bereits marschbereit set. London, 22. Zuli. (Wolff.) Die .Westminster Gazette“ schreibt zu dem franzö- sischen Vorschlag betreffend die Entsendung weiterer Truppen nach Oberschlesien, es sei zwecklos, weitere Truppen zu schicken, wenn es wahrscheinlich sei, daß die Alliierten oder einige von ihnen auf einen polnischen Aufruhr gegen die getroffene Entscheidung mit Wohlgefallen blicken würden, wenn nicht gar mit Beifall, so wie einer von ihnen mit Wohlgefallen auf den polnischen Aufruhr geblickt habe, der bei der bloßen Aussicht auf eine unerwünschte Regelung ausbrach. Paris, 24. Zull. (WTB.) Havas. Der britische Geschäftsträger stattete am Rachmittag dem Generalsekretär des Ministeriums des Aeußern, Philippe B e r t h e l o t, einen Besuch ab. Die Besprechung betraf den zur Regelung der oberschlesischen Frage einzuschlagenden Geschäftsgang. Cheetam legte abermals die von Lord Curzon bei der Besprechung am 21. Zuli gegenüber dem Grafen de 6t Andliare vorgebrachten Argumente dar. Dr. Berthelot erllärte, er sei beauftragt, auf der Rotwendigkeit einer unverzüglichen Absendung von Verstärkungen zu bestehen. Der italienische Standpunkt. Rom, 23. Juli. Eine offiziöse Rote des „M e s s a g e r o" stellt fest, dah Otalien unbedingt die sofortige Entscheidung in Oberschlesien durch den Obersten Rat befürworte, wodurch allein eine Pazifikation herbeizuführen sei. Die Sache sei spruchreif, so daß einneuerAufschub ungerechtfertigt erscheine. (Frkf. Ztg.) Das Vorgehen der englischen Truppen. Oppeln, 24. Zull. (Wolff.) Aus den Kreisen Deuthen und Tamowitz wird überetnstimmend berichtet, daß die dort eingetroffenen englischen Truppen mit allem Ernst an die Entwaffnung der Ortschaften Herangehen und auch die übrigen zur Wiederherstellung der Sicherheit erlassenen Verordnungen der 3nteraITiierten Kommission durchführen werden. Die Entwaffnung erfolgt in der Art, dah die einzelnen Ortschaften von den englischen Tinippen umstellt werden und Durchsuchungen hierauf von Haus zu Haus erfolgen. Die Sicherheit in den so von Grund aus paziftzierten Gemeinden wird von Tag zu Tag bester, so daß die entflohenen Deutschen ohne Gefahr für Leib und Leben in jene Orte zurückkehren können. Auf dem Bahnhof in Kattowih übernahmen englische Truppen die Wache und führen auch hier eine scharfe Kontrolle. So sehr das energische und anständige Vorgehen der Engländer begrüßt werden muh, kann doch 'kein Zweifel darüber bestehen, daß die Engländer alle Sicherheitsmaßnahmen nicht durchzuführen vermögen. On dem ganzen von den Franzosen besetzten Gebiet von Laurahütte und Kattowih bis Myslvwitz steht die polnische Grenze noch vollkommen offen. Eine Einladung Fochs von der polnischen Regierung. Paris, 24. Juli. (WTB.) Die „Chicago Tribüne" teilt mit, dah Foch gestern eine E i lila d u n g der polnischen Regierung angenommen habe, Ende August oder Anfang September einen Besuch in Warschau zu machen. Der Aufenthalt des Marschalls, der von General W e y g a n d begleitet werde, solle etwa vierzehn Tage dauern. Die Reise gehe über Danzig. Die für Oktober geplante Reise des Marschalls nach den Vereinigten Staaten werde hierdurch keinen Aufschub erfahren. China und Japan und die Washingtoner Konferenz. Peking, 24. Juli. (Havas.) Die an C h i n a gerichtete Einladung zur Teilnahme an der Konferenz über alle Fragen des Stillen Ozeans beschäftigt die öffentliche Meinung ganz ungemein. Man nimmt an, dah China sich bemühen wird, eine endgültige Regelung der Schon- tungfrage durchzusehen, sowie die Bestätigung seiner Hoheitsrechte in Bezug auf die Kontrolle des Postwesens, der drahtlosen Telegraphie usw. zu erreichen. Auch wünscht man, dah die chin^ fischen Vertreter auf der Konferenz die Forderung erheben sollen, dah die fremden Gerichte und die besonderen Konzessionen der Fremden in China nur einen vorübergehenden Charakter haben sollen. Paris. 24. Zuli. (WTB.) Rach einer Ha- vasmeldung aus Tokio beschäftigt die geplante Konferenz über die Fragen des Stillen Ozeans die gesamte off entlüfte Meinung. On allen Kreisen wünsche man, daß Zapan an den Vorbesprechungen über die Konferenz teilnehmen müsse. Wakatsuki, der Führer der Kensei-Kai-Partei, empfiehlt dem Lande, noch vor dem Zusammentritt der Konferenz seine Politik gegenüber China und Sibirien mit aller Deutlichkeit klarzulegen. Das werde die im Auslände bestehenden Mißverständnisse zerstreuen. Die Zeitung „Zomiuri Shimbun" erklärt, man müsse alle Zweifel über die Beweggründe zur Einberufung der Konferenz vollständig beseitigen, denn die Ergebnisse der Konferenz würden gleich Rull sein, wenn man an die Beratungen bereits mit vorgefaßter Abneigung herangehe. Aus Irland. London, 24. Zuli. (Havas.) Der Berichterstatter des „Observer" meldet aus Dublin. dah seit Samstag die politische Atmosphäre in Irland sich etwas geflärt habe, nachdem sie in den letzten Tagen aufgrund der von London einlaufenden Rachrichten nicht gerade ermutigend gewesen sei. Runmehr greife in Dublin das Gefühl einer ausgesprochenen Hoffnungsfreudigkeit Platz. Der türkisch-griechische Krieg. Paris, 24. Zuli. (WB.) Wie Havas aus Konstantinopel meldet, haben nach den letzten Rachrichten von der Front die Türken ihren Vormarsch auf der Menderesfrvnt begonnen und die Ortschaften B u d u r l u und die strategische Stellung von Altin Tepe besetzt. Mustapha Kemal soll Die Operationen persönlich leiten. Angora, 24. Zull. (Havas.) Die erbitterte Schlacht von Ankinkach endete zugunsten der Türken. Die Griechen muhten acht Geschütze, zahlreiche Munition und Kriegsmaterial sowie auch etliche Maschinengewehre zurücklassen. Sie verloren auch zahlreiche Gefangene, deren Zahl aber noch nicht feststeht. Maxim Gorki und GerhartHauPtmann. Berlin, 25. Zuli. (WTB.) Auf den Hilferuf Maxim Gorkis hat der Dichter Gerhart Hauptmann diesem am Sonntag in einem längeren Telegramm geantwortet, in dem es, der , Berliner Montagspost" zufolge, am Schluß heißt: Die ganze zivilisierte Welt hat ihren erschütternden Ruf nicht nur mit den Ohren, sondern auch mit dem Herzen gehört. Eie wird ihn nicht ohne Antwort lassen. Ze mehr sie zu tun imstande ist, je besser es ihr gelingt. Hunger und 'Krankheit zu bekämpfen, um so tiefer wird sich die Menschheit entsühnen. Was aber das schwergeprüfte, doch allseits hilfsbereite deutsche Volk betrifft, so ist es schon heute durch den Ruf aus dem Osten tief erregt und bewegt und ich darf getrost sagen, daß Volk und Reichsregieruna in dem innigen Wunsche eraig sind, nach bestem Vermögen tatkräftig Hllfe zu leisten. Eine spanische Niederlage in Marokko. Paris, 23. Juli. (Wolff.) Nach einer Blättermeldung aus Madrid sollen e r n st e Nachrichten aus Spanisch-Marokko dort eingetroffen sein. Der Korrespondent des Pariser „Journal" erfährt, daß Erngebarene den vorgeschobenen Posten von Melilla angegriffen hätten. Man habe von mehreren Hundert Toten und Verwundeten gesprochen. Man vergleiche die spanische Niederlage mit der bekannten Niederlage von Barrengo de Lobe, die 1909 die Ursache des Aufstandes in Barcelona gewesen sei. Wie das „Journal" aus Madrid berichtet, ist König Alfons gestern abend wegen der aus Marokko eingettoffenen Nachrichten nach Madrid zurückgekehrt. ES geht das Gerücht um, daß wegen der Niederlage der spanischen Truppen sich der Befehlshaber General Sylvestre das Leben genommen habe. Madrid, 24. Juli. (WB.) Der König hat seine Rückkehr nach St. Sebastian auf unbestimmte Zeit vertagt. Der heute abgehaltene KabinettSrat beschloß, einige KriegsschiffenachMarok/o zu entsenden. Er beschloß ferner, daß die Truppen aus dem Mutterland, die gegenwärtig nach Melilla unterwegs sind, in dieser Stadt bleiben sollen, um durch ihre Gegenwart die Bevöllerung zu beruhigen. Der Kriegsmrnister erklärte Zour- naliften auf Befragen, als er sich zum Kabinettsrat begab, sein Eindruck von der Lage in Marokko sei nicht so gut, wie er am Vormittag gewesen sei. General Ravaroo, der Rachfolger des Generals Sylvestre, habe es für notwendig befunden, seine Truppen von Dar Rius bis Batoin zurückzunehmen. Aus Deutsch-Neu Guinea. London, 22. Zull. (Wolff.) Der ^Westminster Gazette" zufolge veröfsentllchte die in Australien erscheinende „Steads Revue" einen Aussatz, in dem die Art und Weise kritisiert wird, in der die australische Regierung ihr vom Völkerbund anvertrautes Mandat über Reu- Guinea ausübt. 11. a. wird die „unmögliche und raffinierte Grausamkeit" getadelt, mit der den Deutschen in Reu-Guinea, von denen manche fünfzehn bis zwanzig Zähre dort tätig waren, ihr Eigentum genommen wurde, ohne daß eS ihnen möglich war, eine Bescheinigung des Wertes des ihnen konfiszierten Eigentums zu erhalten. Rach der Vertreibung der Deutschen, heißt es weiter, wurden die Pflanzungen provisorisch der Leitung entlassener junger Soldaten unterstellt, die keine Kenntnis von dem Kokosnußbaum und lerne Erfahrung in der Behandlung der Eingeborenen hatten. Infolgedessen geht es schnell bergab mit den deutschen Kvkvsnuhplantagen, die allgemein als erstklassig betannt waren. Die Beobachter sind sich darin einig, dah innerhalb dreier Zahre in dem vormals deutschen Reu-Guinea eine Katastrophe einrreten werde. Judustriekrife in Mährisch-Oftran. Wi en, 25. Zull. IWTD.) Wie aus Mäh - risch-Ostrau gemeldet wird, herrscht dort eine Industriekrise. Die Wittkowiher Eisenwerke haben sich infolgedessen genötigt gesehen, 1500 Arbeitern zu kündigen. Es ist beabsichtigt, Ende August weitere 1500 Arbeiter zu entlassen. Die Chemische Industrie-Aktiengesellschaft in Oberfurt hat nur dadurch die Schließung ihres Betriebes vermeiden können, dah einer nach Prag entsandten Abordnung der Arbeiterschaft und der Betriebsverwaltung staatliche Aufträge zugesichert wurden. Aus dem Reiche. Selbstmord v. Frauendorfer-. M ü n ch e n, 23. Juli. (Wolff.) Der Gelter der Zweigstelle Bayerns des Reichsver- kehrS-MinisteriumS. Staatssekretär von Frauendorfer, hat sich heute vormittag durch einen Schuß in die Schläfe getötet. , Frauendorfer war der Fälschung antiker Münzen beschuldigt. Es handelt sich nach -er F Z. um Fälschung hochwertiger Goldmünzen, vor allem von solchen aus der römischen Kaiserzeit, die auf viele Zahre zurückgehen. Frauendorfer habe sie systematisch betrieben, um seine eigene bedeutende Sammlung um Stücke von höchstem Werte zu bereichern. Dabei soll Herr v. Frauendorfer, der in den Kreisen der Rumismattker als eine Autorität auf diesem Gebiete galt, schon vor dem Kriege die Gelegenhell wahrgenommen haben, sich besonders feltene Stücke aus staatlichen Münzensammlungen, selbst des Auslandes, im Original ober im Gipsabguh leihweise zu verschaffen, um davon Rachahmungen in echtem Material herzustellen. die er dann der eigenen Sammlung einverleibte. Als Herr v. Frauendorfer sich vor längerer Zeit veranlasst sah, seine Münzsammlung zu oeräußern, erregte das Vorhandensein von Duplikaten solcher Raritäten .die bisher als Unica gegolten hatten, den Verdacht der Sachverständigen und führten zur Entdeckung der Fälschungen. Ob Herr d. Frauendorfer sich von Gewinn- lucht oder von einer maßlos gesteigerten Sammlerei teilest leiten ließ, als er die mll außergewöhnlicher Geschicklichkeit hergestellten Rachahmungen mit zum Verkauf bot, wird sich Wohl nicht mehr aufklären lassen. Aus dem besetzten Gebiet. Derwelschungsversuche im Eaargebiet. Saarbrücken, 23. Zuli. Die öaarreaie- rung plant einen Angriff au f bie Volksschule. Zu diesem Avecke beschloß sie, baß bie Ellistellungsprüfung für junge Lehrer von num an im Saargebiet (Saarbrücken ober St. Sngbertjj Durch eine besondere Prüfungskommission mit I Jahr, daß fast niemar.d erschienen war. AuS | wesentlich herabgemtnderten Ansprüchen borge- diesem Grunde wurde von der Bersammluna,, kommen werden soll. Außerdem wurde Die hie m-nf «S>r (S.aot toitot» hör Sr- Kirche und Schuld Schütz ungefähr 120 Lehrer eingefunden, die die Prof. D r. Eger leitete, der Dortrag von Dr. Groh zurückgestellt für eine Deran- staltung im Oktober. Die gespannte Lage zwischen Akademikern und nichtakademischen Begehende Hilfe der Bürgerschaft als bisher, nicht zuletzt auch durch Gewährung von Freitischen, auf dem Wege gemeinsamer Arbeit in der „Gießener Studentenhilfe" erwachsen möge. Bei der Borstandswahl wurde Professor Dr. Eger zum 1 Vorsitzenden, cand. jur. Balz zum 2. Vorsitzenden und Beigeordneter Dr. Frey zum Beisitzer gewählt. AlS letzter Punkt der Tagesordnung wurde die Wahl des Ausschusses vorgenommen. 3n seinem nichtstudentischen Teil seht er sich zusammmen auS den Herren Obermeister ©ad. Professor Dr. Eger, Vektor der Landesuniversität Professor Dr. von Eiden, Direktor Grießbauer, Dr. Gail, Beigeordneter Dr. Frey, Professor Dr. Günther und Frau ©anitätsrat ©chliephade (Ersah- Mitglieder: die Herren Pfarrer Bechtolshei- m e r . Landgerichtsdirektor Wiener. Professor Dr. Sommer. Spezia'arzt Dr. Was! e), wäh- renb der studentische Teil aus den Herren cand. jur. Balz, cand. jur. Jung, cand. jur. Dac- meister, stud. jur. et rer. Pol. Dudde , stud. jur. Könne, stud. jur. F o r ch und stud. rer. nat. Heß gebildet wird. — Inzwischen hat der Verein seine Arbeit ausgenommen: sie wird nicht ergebnislos sein, wenn sich in ihm alle Volks- kreise zu gedeihlicher, werktätiger Arbeit an der Studentenschaft die Hand reichen. Dacmeister cand., jur. amten, die sich in der heftig betriebenen Ent- akademisierungsbewegung äußert — eine Sache, die auch Dr. Grohs Vortrag behandeln sollte —. wird hoffentlich im Oktober eine größere Hörerschaft loden. Der Vorsitzende erledigte gestern somit nur die inneren Angelegenheiten, die ebenfalls auf der Tagesordnung standen. Der Jahresbericht wurde genehmigt, alles andere wurde auf die Oktobertagung verschoben. 3n der Zwischenzeit soll eindringlich geworben werden für den Zusammenschluß der Akademiker. Die Gefahren, die den Akademikern auch von der Regierung her drohen, müssen den Zusammenschluß fördern. ** 3n der Oberhesfischen Gesell- fchaft für Natur- und Heilkunde sprach am Freitag Prof. Schaum über: „Die Bildung und Umwandlung von Kristallen". Reben den schon länger bekannten und teilweise noch nicht überholten Ergebnissen auf dem Gebiet der Kriftallforschung brachte Professor Schaum die neuesten, in seinem Institut gesammelten Erfahrun-1 gen über das Wesen der spontanen Kristallbildung und des Polymorphismus. Unsere derzeitigen Anschauungen über die räumliche Struktur des einzelnen Primitivkristalls, aus dem sich die dem Auge sichtbaren größeren Kristalle zusammensehen, gründen sich auf die v. Launfchen Untersuchungen mit Röntgenstrahlen und lassen ich kurz fo zusammenfassen: Die Moleküle, Die ein Kristall bilden, bei Kupfer beispielsweise find und Lehrerinnen aus allen Teilen Deutschland^ oinnpfnnhrm hir gesonnen sind eine ai • • sprechen. Hier Abhilfe zu schaffen, hat fid) der Verein „Gießener Studentenhilfe" zum Ziel gesetzt, der am 19. Juli seine erste gut besuchte Mitgliederversammlung abhielt. Vach einigen einleitenden Worten und einem Bericht von cand. jur. Balz über die Ergebnisse des Erlanger Studententages auf wirtschaftlichem Gebiet wurden die Satzungen durchberaten, von denen ein Teil des ersten Paragraphen erwähnt fei: „Der Verein seht sich zur Aufgabe, alle in das Gebiet der studentischen Wohlfahrtspflege fallenden Bestrebungen zu fördern und die hierfür dienlichen Einrichtungen zu schaffen und zu unterhalten." Mit nur geringfügigen Aenderungen wurden die Satzungen angenommen und dabei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß in Zukunft den wirtschaftlich bedrängten Studierenden eine weiter- vbligatvrische Einführung der fran- Höfischen Sprache von der 5. Klasse ab durch wier Schuljahre hindurch beschlossen und zwar mit fünf wöchigen Pflichtstunden unter Streichung »einer deutschen Stunde, einer Stunde Schönschreiben und der Turnstunde überhaupt. Die Lehrerschaft verhält sich allen diesen Neuerungen gegenüber sowohl im eigenen als auch im Interesse der Schule ablehnend. Gin weiterer Aeberfall in Boppard. B o p p a r d, 23. Juli. Das scheußliche Attentat, das Am 4. Juli auf zwei Schülerinnen des Bopparder Pensionats vor den Augen der Mütter verübt wurde und das im In- und Auslande und sogar in englischen und amerikanischen hohen Offizierskreifen gerechte Entrüstung ausgelöst hat, hat zwei Personen, auf die ebenfalls ein unerhörter Ueberfall ausgeführt wurde, ermutigt, den Defahungsbehörden zu trotzen und den fieber- fall zur Anzeige zu bringen. Es handelt sich dabei um folgende Tatsache: Am 2 6. Juni gegen 11 Ahr abends ging ein Brautpaar in der mittleren Rheinallee spazieren. In der Vähe der Kaiser-Friedrich-Straße sprangen plötzlich aus den Anlagen zwei Marokkaner mit gezogenem Seitengewehr auf das Brautpaar SU und hielten ihm die Waffe vor die Brust. Der eine schwarze Uebeltäter schlug auf den Bräutigam ein, um ihn zur Flucht zu zwingen, der ändere warf das Mädchen zur Erde. Der junge Mann setzte sich kräftig zur Wehr, wäre aber wahrscheinlich überwunden und seine B aut vergewaltigt worden, wenn nicht auf die Hil e- rufe des 11 überfallenen Leute herbeigeeilt wären und die schwarzen Wegelagerer vertrieben hättet. So sieht in Wirklichkeit die von dem Kriegsminister Barthou gerühmte glänzende Disziplin der Rheinarmee aus. Daß dieser Fall, der soweit zurückliegt, erst jetzt bekannt wird, beweist, daß viele Fälle teils aus Schamgefühl, teils aus Furcht vor der Schikane der französischen Behörde totgeschwiegen werden. Der Meldung liegt eine amtliche Bestätigung zugrunde. Die französt'che Presse darf nun wieder ausschreien und behaupten:: Die deutsche Presse betreibe Sensa- tions- und Prvpagandapolitik auf Kosten der Wahrheit und zu Ungunften der disziplinierten Rheinarmee. Einzelgaben der Werke auf der Friedrichshütte, per Gememdekass^ und dem Ertrag eines Unter» Haltungsabends 1924.40 Oliart DIS c tte rfeld. 24. Juli. Ihn einen U m- O L l9Cn Dorsmuhle (Bescher Louis Schudt) durchzuführen, ist der Mühlgraben ^s Baches Lauter umgeleitet und daS Bett deS Baches troden gelegt worden. In den letzten Jahren war der Bestand der ehemals an Fifchen, vvntehmltch Forellen, reichen Lauter sehr zurück- geaangen. hauptsächlich infolge des trüben Ab- fchlußwassers der Walkmühle und des Georgen- Hammers beim Dorf Lauter. Starkenburg und Rheinhessen. rm. D a r m st a d t. 24. Juli. Auf der letzten KonfernzderDetriebsleiterderhe,- fischen Bergwerke, die nm 20. ds MtS m Salzhausen stattfand, sprach Intzenieur K i e h w a l t e r - Frankfurt über ein neues Verfahren zur Herstellung von Briketts aus pulveriger, sonst unverwertbarer Kohle auf kaltem 'Dege unter Zusatz gewisser wohlfeiler Binde mlttel. Das Verfahren hat den Vortell, daß eine Vertrodnung der Kohle, wie bei der Brikettierung auf warmem Wege nicht erforderlich ist und die notwendigen Detriebseinrichtungen recht einfach sind. Vach dem Bericht des Bergamt mannes Hundt betrug die Zahl der überwachten Betriebe 111, gegen 68 im Vorjahre, darunter and allerdings eine Anzahl Versuchsbetriebe. Die Gesamtbelegschaft hat sich von 2717 auf 3466 -Hiann erhöht. Das Zusammenarbeiten der Betriebsräte mit den Werksverwaltungen hat sich fast durchweg befriedigend gestaltet. Die Zahl der Betriebsunfälle hat sich ungefähr der vermehr- ten Belegschaft entsprechend vergrößert. DaS Jahreseinkommen der Arbeiter hat sich im Jahresdurchschnitt gegenüber dem Vorjahre fast verdreifacht. Die Braunkohlenförderung ist im Jahre 1920 mit 523 101 Tonnen zu einer bisher unerreichten Höhe gelangt. Die Maganerzförderung ging etwas zurüd. Kreis Wetzlar. _L ß ü h e 11 i n b e n , 23. Juli. Der letzte Altveteran unseres Dorfes, der beide Feldzüge 1866 unb 1870/71 mitgemacht hat, Sparkassenrechner Friedrich Schäfer, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Seit ihrer Gründung hat er die Sparkasse bertoaltct. Hessen-Nassau. Der Kinostreik in Frankfurt. rnc. F r a n k s u r t a. M., 24. Juli. Während der Mannheimer Magistrat sich mit den Kino- beslyern geeinigt hat und eine Minderung bet Billettsteuer eintreten lieh, will man es hier anscheinend auf die Machtprobe ankommen lassen. Seit drei Wochen sind nun schon alle Kinotheater mit einer einzigen Ausnahme geschlossen und noch von keiner Seite wird vor irgendeinem Entgegenkommen geredet. Die Kino- besiher wollen unter allen Umständen auSharren, zumal sie kein so großes Risiko tragen wie der Magistrat, der allwöchentlich an die entlassenen Angestellten 45 000 Mark SrwerbSlosenunterstüt- zung zu zahlen hat und keinen Pfennig Steuer einnimmt. Landwirtschaft. Der Stand der Ernte in Deutschland. Wie das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft glaubt, hat die Ernte in dem Teil Deutschlands, der genügend Niederschläge zur rechten Zett erhielt, wohl durchaus befriedigende Ergebnisse. Dagegen lauten aus vielen Gegenden, wo der Regen fehlte, die Nachrichten über die Getreideernte recht ungünstig. 3m ganzen wird man kaum annehmen dürfen, daß der Ernteertrag durchschnittlich über den einer Mittelernte erheblich hinausgeht. Gießener Strafkammer. Gießen, 22. Juli 1921. Gelegentlich einer Revision der Ställe zur Nachpinlfur^ deS ViehkttasterS verweigerte der Landwirt A. von Obbornhofen der Kommission, zu der auch der Beigeordnete H. gehörte, den Zutritt zum Stall. Die Folge war eine Strafanzeige gegen ihn. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht Hungen brachte R. vor, er habe den Zutritt zum Stall deshalb verweigert, well H. auf die Dauern geschimpft habe, außerdem habe er bei einer anderen Revision unberechtigt eine Rotiz ins Viehkataster gemacht also eine Urkundenfälschung begangen. Da er diese Aeuherung nicht zurücknahm, war ein neues Strafverfahren gegen ihn wegen Beleidigung die Folge. Das Schöffengericht Hungen sprach ihr wegen Wahrung berechtigter Interessen frei, indem es annahm, daß R. den von H. gemachten Zusatz als eine Urkundenfälschung habe ansehen und daher seiner Meinung vor Gericht zu seiner Verteidigung habe Ausdrud geben können. Gegen dieses Urteil verfolgte H. als Nebenkläger Berufung. Die heutige Verhandlung endete Da- mit, daß auf Vorschlag des Staatsanwalts ein Vergleich zustande kam. R. erkannte an, daß eine Urkundenfälschung nicht Dorliege und nahm die Aeußerung zurück. Darauf nahm H. die Berufung zurück. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen zwei Frauen von Gießen wegen Abtreibung verhandelt. Die eine war beschuldigt, als Schwangere ihre Frucht vorsShllch abgetrieben zu haben die andere bei ihr dieMittel dazu angewendet zu haben. Die Beweisaufnahme führte zur Verurtellung der beiden Angeklagten, deren Schuld glatt bewiesen war. Unter Zubilligung mildernder Umftänbe wurden die Angeklagten zu 6 Monaten bzw. zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Die übrigen zur Verhandlung anstehenden Fälle sind ohne allgemeines Interesse. Aus Stabt und Land. © ie b e n, den 25. Juli 1921. Die Rürkzahlunst der Exportabgabe. 3n Ziffer IX des in dem Londoner Ultimatum angenommenen Zahlungsplans hat die deutsche Regierung die Verpflichtung übernommen, den Gegenwert der von irgendeiner alliierten Macht erhobenen Reparationsabgabe von der deutschen Einfuhr in das betreffende Land dem Exporteur in deutscher Währung zu bezahlen, wobei die von den alliierten Mächten einbehaltenen Beträge Deutschlands auf seine jährlichen Reparationszahlungen gutgebracht werden sollen. Bei England liegen die Voraussetzungen für die Br- zahlung des Gegenwertes vor und demgemäß werden, die von englischen Behörden nach Annahme des Ultimatum^, also nach dem 12. Mai 1921, ausgestellten Gutscheine von der deutschen Regierung eingelöst werden. -Diese Gutscheine sind bei der Friedensver- trags°Ab echnungsstelle G. m. 5. H., Berlin RW 7. Am Weidendamm la, im Original von der Firma einzureichen, die im Gutschein als Versender benannt ist. Die Firmen werden gebeten, die Gutscheine mit einem Begleitschreiben dorzulegew in dem das Ausstellungsland, das Datum des Gutscheins, der ‘Salutenbetrag, die Art der ausgeführten Ware und die Art der gewünschten Zahlungsüberweisung angegeben sind Die Lllis- zahlung in deutscher Währung erfolgt unter Zugrundelegung des am Tage der Ausstellung des Gutscheins an der Berliner Börse amtlich festgestellten Geldkurses, und zwar je nach Wunsch des Berechtigten durch Reichsbankgiro, Banküber- tveisung, Pochscheck oder Postbarscheck. Die Friedensvertrag-Abrechnungsftelle ist in Den Fällen, die zu Zweifeln Anlaß geben, berechtigt, die Firma um die Einreichung weiterer Unterlagen zu ersuchen, die ihre Berechtigung Nachweisen können. Alle Zahlungsüberweisungen erfolgen unter dem Vorbehalt der Rückforderung für den Fall, daß es sich herausstellt, daß die Forderung an das Reich zu Unrecht gestellt worden ift und der Betrag Deutschland nicht auf feine Reparationszahlungen gutgeschrieben wird. Endlich Regen! Vorwiegend bedeckt, zeitweise leichte Rieber- fchläfie. warm, südwestliche bis westliche Winde. Eine ausgedehnte Depression erscheint west- kich Großbritannien, so daß nunmehr mit größerer Wahrscheinlihkeit das Auftreten von Riederschlägen zu erwarten ist. ch ** Der ANkauf voN GolAfür das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Avche vom 23. bis 31. ds. MtS. zu demselben Preise tote in der Vorwoche, nämlich 320 Mk für ein 20-Markstück, 160 Mk. für ein 10-Mark- ftud Für ein Kilogramm Feingold zahlt die Reichsbank 44 600 Mk. und für die ausländischen Goldmünzen entsprechende Preise. > X« 9 cIe ierzeugnisse. Der Staats- kommissar für die wirtschaftliche Demobilmachung gibt bekannt, daß eine besondere Genehmigung für ' Zcch^w.ig nfcnbun;cn on tege'eier eugni jen u ib bie Abstempelung der Frachtbriefe bis auf weiteres nicht mehr erforderlich ist. , _ " Oberschlesierspende. Anläßlich des gestrigen Ausfluges ter L e i b g ar d i st e n mit ihren Familien nach der Badenburg wurde vom Kameraden Grisöe eine Sammlung für notleidenden Oberschlesier voraenommen welche die nette Summe von 130 Mk. brachte. ES wurde auch angeregt, getragene und entbehrliche Kleidungsstücke und Wäsche nach dem Geschäftszimmer, Liebtgstrahe 51, zu bringen damit sie dort ordnungsmäßig verpackt und dann frachtfrei nach Oberschlesien abgesandt werden können. Die Rot ist groß, deshalb Hilfe geboten. ' ?er Deutsche Akademiker- Bund, Abterlung Oberhessen, hatte gestern vormittag zu einer Jahresversammlung eingeladen. Aber eS lag jedenfalls an der allzu stillen Tätigkeit des Bundes im Vergangenen Heimatkundliche Studienfahrt deutscher Lehrer durch Hessen. Gießen, 24. Juli. Land und Leute, Volkstum und Kunst der einzelnen GebietsteUe unseres Vaterlandes kennen zu lernen und aus diesem nie versiegenden Born immer neue Anregung und Kraft zu schöpfen und auf daS nachfolgende Geschlecht auSzuströmen, muß die ganz besondere Aufgabe derer sein, die in erster Linie berufen sind, an der Erziehung unserer Iuaend mitzuhelfen. So hatten sich denn am heutigen Abend im Hotel Schütz ungefähr 12 0 Lehrer es immer 6, sind im Raum derart angeordnet, daß Tie mitten auf den Flächen eines gedachten Würfels liegen und ihren gegenseitigen Abstand trotz ihrer ftänbigen Schwingungen um eine Gleichgewichtslage unverändert beibehalten, solange nicht Erwärmung von außen her die Kohäsion des! ♦* a rh iiho» f « n Systems überwindet und das Kupfer dann auß |jw J. dem geordneten festen in den ungeordneten flüs- jS®* ^^tts am Samstag den Charakter eines figen Zustand übergeht, das heißt „schmilzt". Die £$tcn Volksfestes. Auf dem geräumigen Platze Anordnung der Moleküle in solchen „Raum- stehen Karussells und Buden, darunter ein ech- gittern“ ist bei jeder ©toffart anders, woraus die teS Kölner Hänneschen. Unter den Bäumen ganz verschiedenen Formen der Kristalle zu er- sind Bierzelte mit Schrammelmusik aufgeschla- Hären sind. Vach Ansicht des Vortragenden sind gen unb in der Mitte dreht sich alt und juna es auch Bruchstücke gerade dieser Raumgitter, auf einem Tanzboden. In einer verschwiegenen die m der Schmelze bei deren Abkühlung den finhct sine trauliche Waldkln, le mit »in-- Anstoß zur spontanen Kristallisation geben. Am nr Projektionsschirm war das Wachsen der Kristalle PaScoe-Likören viel Zuspruch. Am von den sogen. Keimzentren aus sehr gut zu Samstag wurde das Fest mit einem Kommers verfolgen und die bei Verwendung polarisierten der Schützenbrüder eröffnet, bei dem der Lichtes auftretenden prachtvollen Polarisations- Schützenkönig, Architekt Nikolaus, die Begrü- cyrben brachten dem Beschauer auch ästhetischen ßungSrede hielt. Gestern begann das Preis- Genuß. Besonders fesselnd waren die Ausführun- schießen, zu dem sich viele auswärtige Schützen ÄbÄÄi •bie ich erst in der Schmelze die eine Art von Kristalle, Verteilung ftatt toomlt das Fest seinen Höhe- um gleich darauf von der nachrückenden zweiten Pun“ und Abschluß findet. Art „aufgefressen" bzw. umgewandelt zu werden, 91rtritn*t±ott ein Vorgang, der am Projektionsschirm verfolgt, , norizrn. einen gewissen Eindruck auf den Denkenden nicht Tages kalender für Montagverfehlen dürste: auch hier in der „toten" an-1 Schuhenhaus, Schützenfest. — Lichtspielhaus, Die organischen Natur Bewegung, Wachstum, rück- pteblinggfrau des Maharadscha, 3. Teil und Der sichtsloses Ausbreiten, erstaunliche Ordnung unb luftige Witwer. — Lichtspiele, Rembrand. Die Gesetzmäßigkeit und doch schon im Kleinsten ein Ö^benbe Kammer. „Kampf ums J)asein". — Hess. Vereinigung für Volks- •• «1 t t 1 rr, t nr c re- k u n d e. Dienstag, 26. Juli, abends 8 Uhr, spricht rn7.,m_ y ? ULJ? ar 7 8 Ä1 °or ®tne im grofien Hörsaal der Landesuniversität Metro- wdung des Hochschulnnas deutscher Art sprach am politan Lic. Boette (Marbura a d 2abn) über Donnerstag den 14. Juli Archidiakonus und Ober- Hessische Bauern" 9 ° ' Pfarrer Artur Drausewetter aus Danzig " _ f x über „Unser Danzig in Not". Erfreulicherweise 9R nstfreunde. Am ließ sich ein zahlreicher Besuch, nicht zuletzt auch 9^ fpE Milh. W ornn ger Professor der Gießener Büraerschast seststellen, ein gutes I 8Vr Uhr Punkt- Zeichen dafür, daß das deutsche Volk nicht gewillt grL ™ ist, die vom Mutterlande abgetrennten ©ebiete klirx M l k. Dem als verloren aufzugeben und im Stich zu lassen. ( 5 J*T Vach einigen einleitenden Worten des Vorsitzen- L^^Eesten den des Sy d. A., Herrn cand. med. Jung, über ^ö^^AÄ^nstselehrtenaehtderRufeines Wesen und Zweck des H. d. A. ergriff der in A^zenben Redners voraus. Er gilt als einer weiten Kreisen durch feine schriftstellerische C&e- mL8eSl!,en tätigung bekannte Redner das Wort, indem er ESL,SSJrSL ©eflcnüberndluna zunächst darauf hinwies, daß Danzig entgegen ln und dem gerade im Westen Deutschlands bebauet- un^ A her mobemen ^inft- licherweise sehr gehegten Irrtum weder polnisch Äuck^übe9r 1)011 nt$’ ^on^>€rn am Donnerstag von 6—7 Uhr statt neue hat Polen sich in den Besitz der unterbeut- Landkreis Gienen. scher Herrschaft wie zu Zeiten der Hansa wieder- , cx,r, 7 . . aufblühenden Stabt zu setzen versucht, unb un- OuIL ^eute wurde hier verändert hat Danzig feine urdeutsche Gesinnung bewiesen, tote es auch jetzt in Treue der Wieder- Q3erft©rbene Vereinigung mit dem deutschen Mutterlande sehn- Mttwoch Scheune abge- süchtig entgegenharrt. Glänzende Schilderungen I^8)' 5S,b.onl|*' berühmter Danziger Wahrzeichen — Genannt tra?l1?' < . fei”en Tod herbeiführten. Mit ihm feien biet »ot allem Wne ÄtBatenf "Xn senden kunstsinnigen Hörer immer wieder von neuem n nnn 3n einer Kundgebung für Oberschlesien und be- w n iHh v- geisterten Worten des Dankes für den Redner . jag en. 24 Juli. Aus die klang der unvergeßliche Abend auS rnttuung der ^Torfter des Forsters Maul in WeningS hat die Staatsanwaltschaft 10000 Mark " Verein „Gießener Studenten- und Fürst Birstein die gleiche Summe al- Betz i l f e". Trotz zahlreicher aufklärender Schilde- lohnung ausgesetzt. rungen über bie Notlage weiter Kreise der Stu» * dentenlchaft — erinnert sei hier an den am /v Nidda 25 Juli Beim Baden er. bitter Stellt «Mtenen« UK: tzanl in StaliWta Är Ä ®it Jottage in der deutschen Suwentenschast - aus Oder-Muclstadt Der Terunglüdte stand im bcrtf*t unter bem uBermeflenben Icti &easJubti. 26. Lebensjahr unb hinterläht “ine Frau unb kums noch immer die durchaus irrige Meinung, zwei Kinder als sei der Student von heute auf Rosen gebettet. SX.nHrn Ganz im GegenteilI Man möge sich doch nicht . o . dadurch beeinflussen lassen, daß es einem Der- Qauba d), 24. 3^0. Die an der Wetterschwindend kleinen Teil der Studentenschaft auch [cP?r Straße von der Gemeinde erbauten Wvhn- jetzt noch möglich ist, in einer Verbindung aftlD tn Fertigstellung. Das eine zu werdentrotz allen Ableugnens besonders wttd die Wohnungen der Lehrer der durch die Arbeiterschaft liegt ein wirklicher Not-1 ftteftaen Stadtschule enthalten: daS andere wird stand vor, für dessen Vorhandensein am beut- an private vermietet werden. lichsten wohl bie zahlreichen statistischen Erhe- 'Ruppertsburg, 22. Juli. Die S a m m- bungen über daS Einkommen der Studentenschast s lu ng f ü r O d er s ch l e s'i e n erreichte durch große Fahrt burd) unfer ^ffcnlanh oi^u treten. umi unter der Führung Les UniversitätsprofeNors Dr. Küste r-Gietzen. dem namhafte Fachgel-H-ten ihre Mitwirkung bereitwilligst ^gesichert haben, sowohl den Frieden der hessischen Berge, als auch die Kulturhistorischen Stätten Hessens aus eigener Anschauung kennen -u lernen. In seiner De- giLhungsanlprache hob der Leiter besonders hervor. tote das Unternehmen durch das Landes amt für das Bildung-Wesen durch die Universität und die Lehrervereine der Städte Diesten, Darmstadt und Mainz die tatkräftigste Unterstützung gefunden habe und sprach ihnen allen den herzlichsten Dank dafür au- Aber nicht bloß Belehrung sollen diese Tage bieten, sie sollen auch ein Band werden, das die Herzen fester zusammenbringt. Die Volksgenossen Im besetzten Gebiet sollen sehen und fühlen, bah man sich um sie kümmert, da st sie nach tose vor zu uns gehören, bah man das Leid zu würdigen weih, bah sie in so starkem Mähe zu tragen verurteilt sind. DaS reichhaltige und mannigsache Programm erreicht seinen Höhepunkt *n dem schönen ..goldenen" Mainz, da» am eine vieltausendjährige Kultur herabsieht. Der Rhein, an dessen Ufer die Fahrt führt, bleibt Deutschland- Fluh und kann nie zu Deutschlands Grenze werden. Je bester wir aber unsere Brüder am Rhein kennen lernen in ihrer Trubsai. und standhaftem AuSharren, desto mehr werden wir sie bewundern, und je mehr wir sie leiden sehen. desto mehr werden wir sie lieben. An Gästen waren noch erschienen .Kreisschulinspektor Dr. Alle- und der Rektor der Landesuniversität Professor Dr. v. Eicken, der die Versammlung begrübt und der Veranstaltung guten Verlauf wünschte. Rach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten begaben sich die Teilnehmer, die teilweise eine anstrengende Reise hinter sich hatten, in ihre Quartiere. Es wird noch bemerkt, dast das Programm für den folgenden Tag von 9 Uhr abends ab im Augustiner. Ludwigplay 15, und morgens Brand- Platz 4. zu ersehen ist. A Ridda. 25. Juli Seit 1. April war die Pfarrstelle in Qtibba erledigt, da Kirchenrat Werner in den Ruhestand getreten war. Zu seinem Rachfolger ist auf Wunsch des Kirchenvorstandes Pfarrer Lauth in Dietzenbach bestimmt worden. Dor Einzug der neuen Geistlichen muh das »rfte Pfarrhaus erst gründlich au-gebessert werden. waS einen Kostenaufwand von beinahe 14 000 Mark erfordert. B. Mittel-Seemen. 24. Juli. Am nächsten Sonntag feiert hier der Zveigverein Schotten der Hessischen Gustav-Adolf-Stif- tung sein Iahresfest. Als Festredner ist Pfarrer Bogel- Darmstadt gewonnen. Die Rachversammlung, bei welcher auch der Gederner Kirchcngesangverein mitwirk!, wird im Walde abgehalten. Vermischtes. ©in politischer Einbruch in Berlin Berlin, 24. Juli. (WTB.) Am Samstag abend drang eine siebenköpfige Bande in die in Charlottenburg gelegene Wohnung des ehemaligen russischen Obersten Frehberg, in der nur dessen Frau und ein ehemaliger russischer Kapitän anwesend waren. Die Eindringlinge gaben an, der Polizei anzugehören. und zwangen die Ueberfallenen mit Waffengewalt zur Herausgabe sämtlicher in der Wohnung vorhandenen Papiere und Aktenstücke. 3m ganzen wurden drei Koffer voll Skripturen und Keilschriften mitgenommen. Geld und Schmuckstücke wurden nicht geraubt. Oberst Freybera wurde von kommunistischer Seite wiederholt beschuldigt, ein Werbe- burcaufürdierussischenWeihgar- disten zu unterhalten. Der Raub übers all hat also offenbar einen politischen Hintergrund. Die Täter sind unerkannt in zwei mitgebrachten Kraftwagen entkommen. Flugpoftverbindung Kownv—Königsberg- Berlin. Kowno, 23. Juli. (Wolff s Mit dem 26. Juli wird nach einer Mitteilung der litauischen Postverwaltung die erste Flugpost-Verbindung auf der Linie Kowno — Königsberg — Berlin eröffnet Mit den Postflugzeugen werden gewöhnliche und eingeschriebene Briefsendun- aen, sowie durch die ^Unternehmerin auch Personen und Pakete befördert. Der Heidelberger Mord. Heidelberg, 23. Juli. Das „Heidelberger Tageblatt" meldet, daß die Entlarvung des Mörders Siefert nunmehr vollkommen gelang. Es stellte sich heraus, daß die an der Brieftasche des ermordeten Bürgermeisters Werner gefundenen blutigen Fingerabdrücke in allen Einzelheiten mit den Fingerabdrücken Liefert- übereinstimmten. Reichstagung der deutschen Angestelltenjugend in Eisenach. ' Eisenach, 18. Juli. Der Gewerkschaft' bunb der Angestellten hat für die Tage vom 16. dis 1R ds Mts feixt wetSache und mä-nAch« Berufsfugenb. Mt 450 Gruppen mH etwa 35000 Mitgliedern umfaht. zu einem groben RetzckB- treffen in Eisenach zusammen gezogen. Bet der Festfeier auf der Wartburg sprach BundeSvvr- fteber Schneider-Berlin über die Aufgaben unserer Qugend im Berufe Iugendbundvorsteder Borchardt-Berlin über „2Öte deutsche Ideale und das junge Geschlecht". 3m Anschluß an die Feststunden im Wartburghofe wurde eine Wanderung über Sliashöhle, Annatal, Drachenschlucht, Hohe Sonne, am Rennsteig nach dem Hirschstein ausae- fübrt 3n den Rachmittagsstunden entfaltete sich das Volksfest, bestehend in SchargesLngen und Lauten klängen, Volkstänzen, HanS -Ga chs-Spie- len, fränkischer Dauernkirchwech, Steigerreigen der oberschlesischen Dergpraktikanten, Reigen und Schauturnen und einem Sängerwettstreit um Ehrennadeln und der Apfelschuhszene au- .Wilhelm Teil". Am Montag fanden Wettkämpfe in Kurzschrift, Sportspielen und ein Plakatwett- bewerb statt. 3n einer besonderen Führcrsitzung. an der rund 400 Hugendführer teilnahmen, wurden Vorträge von Direktor Weber-Leipzig Über .Die Erziehung zum Beruf durch unsere 3ugtnb- gruppen", von Fritz Riebold-DreSden über „Das Wesen des ReichsjugendringeS". von Dr. med Bornstein-Berlin »Der augenblickliche Gesundheitszustand unserer- Jugend" und die .Wege zur Besserung" von Friedrich Mewes-Berlin .. Fuh» rertum“ gehalten. Warten ®ie nicht. biS 3hr Kind krank wird und Sie sich sagen müssen: Haue ich meinen kleinen Liebling doch beizeiten mit NestleS .Qlnbermebl ernährt! Dieses enthält beste Alvenmilch und wird uon den Bindern gern genommen und aut ver tragen. Illustrierte «rofchllre über die Pflege des KindeS gratis und krau ko durch A*lnba< Gefell- schäft ttt d. H, Berlin W 87. WWm Behördliche Anzeigen »j gl«» Beschluh. Die Befchlagnabmeverfügung deS Gerichts der 21. Division ooin 24. XL 1002 in der UniersuchungS- fache gegen MoseS Moriv Rothenberger rotrb oemäh tz 362 der Militär-Strafvrozetzordnung und § 326 der Str.B.O. aufgehoben. Frankfurt am Main, den 20. Juli 1021. Landgericht, Ferien-Ttraskammer IV. gez. Dr. Adler, GmigilSky, Dr. Seligmann. AuSgefertigt rtMro_ Dörr, Gerichtsschreiber. [8158D Zwangsversteigerung. 91 m Mittwoch den 27. Juli 1081, nachm. von 8 Itbr ab, versteigere ich tm Darmstädter Haus, Walltorttratze 6, zu (Lieken zwangsweise gegen Barzahlung: „ mm L Zirka 3000 St'ick kleine (LaStvaravvarate, zirka 1500 Stück grobe GaSsparapparatc. Dieselben sind für Wiederverkäufer sehr geeignet. Ein kleiner Wagen (vierräderig mit Kasten) eignet sich zum «Zähren mit einer Kuh. 2. 1 Vertiko, 1 Trumcauiviegel, 1 Sofa, ITisch, 1 Lehnstuhl, 1 Nähtisch und 1 Kommode. DieBersteigerung zu Isindet voraussichtlich bestimmt statt. Deckenbach, stellv. Gerichtsvollzieher zu Metzen. Gröhe WMMllWgllM Dienstag, den 26. Juli, von 2 Uhr ab, versteigere ich Brandgaste 3: 1 Salon-Einrichtung (Mau in schwarz) bestend aus 1 Sofa, 2 Sesseln, 2 Stühlen, 1 Hocker, 1 Drehstuhl, 1 runden Tisch, 1 Tischchen mit Onixplatte, 1 (Etagere, 1 Teppich, 2 großen und 1 kleinen Portiere, 1 Wand- schöner, 3 Vasen, 1 Ständer; ferner 1 Plüschsofa mit 6 Polsterstühlen, 2 Sesieln mit 6 Stühlen, 6 Lederstühle (Eiche), 1 achteckigen eingelegten Tisch, mehrere andere Tiscke, 2 Serviertische, 1 Waschtisch, 2 Nachttische, 2 Kommoden, 1 Hocker, 2 Ziertische, 1 Lichen- fessel mit Lederkissen, 18 neue Stühle mit Rohrsitzen, sowie gebrauchte Stühle, 1 Bücherschrank, 1 toten- schränkchen, 1 Eisschrank, 1 Kleiderschrank, 1 Schneider- Nähmaschine, 1 Schreibtisch (antik), 2 vollständige Betten, 2 gleichmäßige Bettstellen mit Matratzen, 1 neues Oberbett mit 2 Kisten, 1 Linksherd, 1 Roll- wand, 1 Kinderwagen, 1 Schülerpult, 1 Obstpreste, 10 Bilder, 1 Partie neue Sportdraaen, mehrere Sorten Zigarren, 1 Gemüseschneidmafchine (neu), mehrer Kisten Bücher aller Art, Herren- und Damen» Jdetber, Schuhzeug und vieles andere. 010299 Alles bestimmt. h. Benner II., Auktionator Krofdorfer Straße S. Die Plätze für Aufstellung eines Doppelkarustells, von Schaubuden, Jucker- und Spielwarenständen fflr die am 4. und 5. September I. Is. in Nidda ftattflnbenöe Kirchweihe verbunden mit Diehmarkt sollen auf dem Submisfionswege vergeben werden. Angebote mit entsprechender Ausichrift sind bis zum 81. d. Mts. Dorrn. 10 Uhr hier einzureichen. Nidda, 21. Juli 1921. Bürgermeisterei Nidda. ______3, D.: Ringshausen. _____8059D ^^Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Hattenrod für Rj. 1921 liegt von Dienstag den 26. L Mts. bis Montag, den 1. k. Mts. zur Einsicht bet Interestenten ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu bet auch die Ausmärker beizutragen haben. Hattenrod, den 23. Juli 1921. Bürgermeisterei Hattenrod. Need. 81550 Don 11 Uhr ab Besichtigung erwünscht und Abgabe von Gegenständen zum Taxationspreis. NB. 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Das ist eine durch nichts zu rechtfertigende E r p r e s s u n g. die für unS nicht verbindlich setn kann, zumal die von Deutschland geforderte unparteiische Fesfftellunq von der Entente abgelehnt wurde. Unbegreisticherweise sanden sich auch bei uns links stehende Parteien, die das eigene Rest beschmutzten. Zu crtlärer ist dies nur daurch, baft man im Parieiinterefs« die alte Regierung verächtlich machen unb di« Revolution rechtfertigen Witt, die Revolutioa welche unsere Widerstandsfähigkeit t>erntd)tet hat, unb damit die Friedensbedingungen für uns erheblich verschärft. Es ist daher geboten, aus die Vorgeschichte des Krieges einzugehen. Wir müssen bis 1871 zurückgreifen. Frankreich mußte im Frankfurter Frieden bas in früherer Zeit geraubte Elsaß und Lothringen herausgeben, brauchte aber nur 5 Milliarden Kriegskvsten zu bezahlen — statt 300 Goldmilliarden, die man jetzt von unS fordert — und wurde auch in feinen fonftigen Lebensinteressen so wenig beschränkt, daß eS sich in kürzester Zeit erholte. Aber wie es nach 1815 Rache für Waterloo, nach 1866 Rache für Sadowa (!) verlangt hatte, so sann eS jetzt nur auf Revanche für 1870/71, obgleich es diesen Krieg vom Zaun gebrochen hatte. Ueberall schaute eS sich nach Bundesgenossen um, lange vergeblich. Rach Bismarcks Ausscheiden fand es eine Stütze in Rußland, das sich durch Oesterreich und daS mit diesem verbündete Deutschland verhindert sah. die Meerengen von Konstantinopel in seinen Besitz zu bringen. Frankreich lieh Rußland nach und nach 13 Milliarden Franken, die Rußland zum Ausbau seiner Kriegsmacht verwendete. Aber Deutschland erftarfte nach 1871 überrasch md. Seine Bevölkerung vermehrte sich biS 1914 von 40 auf 68 Millionen. Seine Volkswirtschaft entwickelte sich mächtig. So mußte Frankreich warten. Deutschland war schon vor 1914 das zweitreichste Land geworden unb drohte England zu überflügeln. Etwas derartiges hat England nie ertragen. Statt einen ehrlichen Wettbewerb mit dem unbequemen Rivalen aufzunehmen, beschloß es, ihn niederzuschlagen, wie es ihm früher gegen Spanien, Holland, Frankreich geglückt war. So begann bie Einkreisungspolitik Eduards VII. Frankreich kam jjfjm in seiner Revanchesucht mit „Wie hübsch, daß wir uns hier so unerwartet treffen! Oder —" ein schelmisches Lächeln, das sie wunderbar verjüngte, glitt über ihr Antlitz. „müssen wir etwa auch jetzt hier bie „feindlichen Rachbarn" spielen?" „Gott bewahre, Komtesse Hertha.' Das sind ja schöne Geschichten, bie ich da gestern erfuhr, als ich heimkehrte! Das Tischttich zerschnitten zwischen Grafenegg und Wilhelminenruhe? Zwar cm richtiges Tischtuch hat's wohl nie gegeben, benn die älteren Herrschaften taten nicht mit. Aber wir Jungen haben doch treu zusammen - gehatten: Sie, Rüdiger, Edith unb ich Reuestens ja auch Gräfin Wagelone." „Sehr gütig, baß Sie mich noch unter die „Jungen" rechnen," unterbrach ihn Hertha lachend. „Ich werde nächstens Dreißig, und da Mädchen bekanntlich viel rascher reifen unb ich Ihnen und Rüdiger immer eine Art Gouvernante war —“ »Was fällt Ihnen ein, Komtesse5 Als solche haben wir Sie nie anerkannt. Und mit Ihren „Dreißig" brauchen Sie gar nicht zu protzen, und man sieht sie Ihnen ja gar nicht ein bißchen an. Ein lieber, guter Kamerad waren Sie stets unb bie Dritte im Bande bei manchem fröhlichen Jungenstreich! Und ich freue mich so unbändig, daß ich Sie hier jetzt getroffen habe.' Wer weift, welche Schleichwege ich sonst hätte einschlagen müssen, um mich Ihnen unter ben veränderten Verhältnissen zu nähern?" Sein Blick flog verstohlen an ihr vorüber zu Do, die regungslos unter bem Holunderbaum ließen geblieben war. Hertha merkte es nicht. Sie war ganz verändert. Strahlend, freudig erregt — »rrbartli^ schön!" Dachte Do, sie verwundernd beobachtend. „Und wie lieb unb herz sich sie auf einmal plaudern kann! Sonst ist fie gegen Männer immer so herb!" Hertha sprach in ber Tat unermüdlich. Sie wollte gleich alles auf einmal wissen: Wie lange er bleibe? Was er inzwischen gemalt? Ob es wahr fei, baß er im Herbst nach Paris wolle unb im Frühjahr nach Inbien zu reifen beabsichtige? Waldemar Rußland antwortete zurückhaltender, als sie wohl gehofft, beim eine leise Enttäuschung spiegelte sich in ihren Zügen. Oder war sie nur enttäuscht, weil er bloß zwei Tage in Wilhelminenruhe bleiben zu können erklärte? Seine späteren Pläne stünden noch nicht fest. Was er gemalt, werde sie im Herbst in Wien sehen können, wo es zur Ausstälung käme unb hoffentlich auch ihren Beifall 'finden werde . . Dabei flog fein Blick immer öfter nach dem Holunderbaum, bis es Hertha endlich doch bemerke und fie ganz erschrocken sagte: „Ach, verzeihen Sie, ich bin ja nicht allein hier, und S'e keimen meine Kusine noch gar nicht." Damit stellte sie ihn Dv vor. »Rüdigers bester Freund und auch mir ein lieber Hugendgenosse," fügte sie hrnzu. Waldemar umschloß die kleine Hand, Bie sich ihm in befangener Schüchternheit entgegenftrerfte^ msi festem, warmem Druck. (Fortsetzung folgt) offenen Ohmen entgegen, es entstand die »Entente CDtbiale**. Rußland lieh sich gleichfalls ge» Winnen. Mit Belgien wurden militärische Ab- machungen getroffen. Italien und Rumänien wurden in ihrer Dundestreue zu Deutschland wankend gemacht und alle übrigen Staaten in englischem Interesse bearbeitet. Ein unparteiischer Beweis sind hierfür die bet der Einnahme von Brüssel 1914 vorgefundenen Berichte der belgischen Gesandten an ihre Regierung und die Veröffentlichung des 1914 auS dem englischen Ministerium ausgeschiedenen E. D. Morel. England verstärkte seine Flotte mehr und mehr, es baute die „Dreadnought-", riesige Schlachtschiffe, und verlegte seine Operationsbasis aus dem Mittelmeer in die Nordsee. In der Zeit, wo wir mit Frankreich wegen Marokko in Zwiespalt kamen, war es bereit, loszuschlagen. Aber Frankreich fühlte sich noch nicht kräftig genug. Trotz der ungeheuren Kosten führte es die dreijährige Dienstzeit wieder ein und bildete bereits im Rieben seine Reserven zu schlagfertigen Verbänden aus. In Rußland wurde nach Abmachungen mit Frankreich bestimmt, daß eine allgemeine russische Mobilmachung einer Kriegserklärung gegen Deutschland gleichbedeutend sei. In Deutschland blieb alles friebrtd) gesinnt. Kein Mensch wünschte einen Krieg. Es wäre auch unglaublich töricht gewesen. Untere Devölkerungszahl stieg von Jahr zu Jahr, unser Handel, die Schiffahrt, die Industrie wuchs in einer Weise, das) wir in kurzer Zeit alle Rationen überflügeln mußten. Die durch Zölle geschützte Landwirtschaft gab durch eingeführte Futter- und Süngemittd sowie bessere Wirtschaftsmethoden doppelt so hohe Erträgnisse wie früher. Was konnte uns ein Krieg nützenWeiteren Ländererwerb erstrebten wir nicht, Kolonien tauften wir für gute® Geld, militärischer Wettbewerb schied auS, da wir unbestritten das beste Heer hatten. Unter Kaiser suchte seinen Ruhm darin, den Frieden zu wahren. So lehnten wir ein während des Durenkrieges von Frankreich und Rußland angebotenes Bündnis gegen England ab. DaS Offizierkorps, pflichttreu und meist arm. suchte nur seine Ehre dann, die Truppe auf den höchsten Grad der Ausbildung zu bringen. Leider, leider beachtete der Reichstag aber zu wenig den Grundsatz, dah das für die Rüstung angelegte Geld die beste Sicherung des Friedens, also Die beste Kapitalanlage sei. So hinkten wir mit den HeereSverstärkungen immer hinter dem Feinde her. AIS 1913 der Generalstab drei weitere Armeekorps — aus denen im Krieg sechs gebildet werden konnten — 'für nötig erklärte, wagte der KriegSminister nicht, diese Forderung beim Reichstag durchzusetzen. Dessen Mehrheit sprach von unerträglichen Lasten, dabei waren die deutschen Militärausgaben die geringsten im Vergleich mit den Rivalen. 11914 fehlten uns diese drei Armeekorps an der Marne. Waren sie da, so batten wir diese entscheidende Schlacht nicht abzubrechen brauchen. Ebmsowenig wurden die vorn Generalstab angeregten wirtschaftlichen Vorsichtsmaßregeln getroffen. Ja, wir verkauften noch kurz vor dem Krieg viel Getreide an unsere Feinde. Auch Verständigungsversuche wurden gemacht, so 1911 mit England, nach Pfingsten 1914 iplt Frankreich. Vergeblich l Unsere Friedensliebe zu bezweifeln, ist daher unmöglich. t Wenden wir unS nun zu den Vorgängen, die 1914 unmittelbar zum Kriege führten. < Maßgebende großserbische Kreise veranlaßten die Ermordung des österreichischen Thrvnfvlger- » baareä in Serajewo. Die Pflicht der Selbst- erhaltung gebot Oesterreich, den Wühlereien der Serben ein Ende zu machen. Wir mußten unseren letzten sicheren Bundesgenossen an seinem Bestand erhalten. Obgleich man hätte annehmen lönnen, daß Petersburg seinen serbischen Trabanten nicht vor der gerechten Strafe schützen würde, so zeigte sich das Gegenteil. Die den meisten Erfolg versprechenden unmittelbaren Verhandlungen zwischen Oesterreich und Rußland wurden von Deutschland tatkräftig unterstützt, ein englischer Konferenzvorschlag gebilligt. Rußland befahl aber, nachdem es schon seit Monaten im Geheimen mobil gemacht hatte, Die a 11 g e m e t n e Mobilmachung. Unser Kaiser machte nun persönlich einen letzten Versuch. Er beschwor telegraphisch den Zar, durch Einstellung der Mobilmachung den Weltfrieden zu erhalten. Der Zar gab zwar den bezüglichen Befehl, doch wurde dieser nicht ausgeführt. Die Versuche Deutschlands, England und Frankreich zu einer neutralen Haltung zu veranlassen, scheiterten gleichfalls. Beide Staaten hatten sich schon früher zur Unterstützung von Rußland verpflichtet und alle militärischen Abmachungen getroffen. Die Mobilmachung wurde überall früher ausgesprochen wie bei uns. Um nicht weiter überholt zu werden, entschloß sich Deutschland erst jetzt zur Mobilmachung und damit zum Krieg. Den aus strategischen Gründen gebotenen Durchmarsch durch Belgien hätte England mit dem Versprechen, neutral zu bleiben, verhindern können. Beiläufig bemerkt, vergewaltigte es aber später seinerseits Griechenland in viel rücksichtsloserer Weise. Seine zur Schau getragene Entrüstung ist also umsoweniger am Platz als uns die älteren Verträge das Recht zur Besetzung von belgischen Festungen sicherte und der feindliche Durchmarsch durch Belgien längst borbereitet war. Amerika ließ alle völierrechtlich unzulässigen Gewaltmaßnahmen, einschließlich der besonders Kinder, Greise und Frauen schwer schädigenden Hungerblockade gegen uns zu, lieferte dem Feind in größtem Umfang Kriegsmittel aller Art und trat, pekuniär stark engagiert, Anfang 1912 in den Krieg ein, als sich das Liebergewicht auf unsere Seite neigte. Leider hatten wir aus Rücksicht auf Amerika bis dahin den durchschlagenden Erfolg versprechenden, völkerrechtlich zulässigen U-Boot-Krieg mehrfach eingeschränkt und dadurch dem Feind Zeit gelassen, (Segenmaßregeln zu treffen. Auch der Umstand, daß wir schon im Dezember 1916 unseren Feinden den Frieden angeboten hatten, hinderte Amerika nicht an seiner Kriegserklärung. D i e Schuld am Kriege tragen unsere Feinde. Revanchelust seitens Frankreichs, Brotneid seitens Englands, gewaltsame Ausdehnungsbestrebungen seitens Rußlands waren die Triebfedern. Wir befanden uns in berechtigter Rotwehr: es kann uns kein Vorwurf daraus konstruiert werden, daß wir dem fest beschlossenen und bereits eingeleiteten Angriff des Feindes zuvorkamen. Die russische allgemeine Mobilmachung war das sorgfältig berechnete Mittel, uns zu dem schon lange von der Entente vorbereiteten Krieg zu zwingen. Wir waren das Opfer eines in frivolster Weise abgekarteten Ueberfalls. Rach amerikanischen Rachrichten hatte sich Wilson bereits vor dem Kriege durch ein Geheimabkommen mit England zu dessen Unterstützung verpflichtet. Gen. K. Vermischtes. Ermüdetes Metall. Es ereignen sich bisweilen Unfälle bei der Eisenbahn dadurch, daß eine Koppelung zweier Wagen plötzlich bricht. Sachverständige, die das gebrochene Cisenstück untersuchen, finden nichts irgendwie Auffälliges an dem Metall, und es bleibt dann nur die Erklärung, daß das Eisen, durch die ewigen Stoße ermüdet, plötzlich zusammengebro- chen ist, ganz so, wie der Mensch, der sich in seiner Arbeit nicht ausruhen würde, den Dienst versagt. Hätte man der Koppelung eine Zeit der Ruhe vergönnt, so wäre sie nach deren Ablauf durchaus wieder brauchbar gewesen und hätte eine ganze Zeit verwendet werden können. Die Tatsache, daß Metalle, hauptsächlich Eisen und Stahl, Ermüdungserscheinungen untertoorjen sind und nach einer bestimmten Gebrauchsdauer der Ruhe bebürfen, ist der Wissenschaft seit einiger Zeit wohl bekannt, der Allgemeinheit aber nicht recht gegenwärtig. Der große englische Physiker Lord Kelvin war der erste, der diese Entdeckung von der Ermüdung der Metalle machte und die Erscheinung durch zahlreiche Versuche einwandfrei nachwieS. Er brachte Gisendraht sechs Tage hindurch in einen Zustand beständiger Bewegung und stellte dann fest, daß der Draht ein Beträchtliches von seiner Elastizität verloren hatte. Ließ man den Draht einen Taglang ausruhen, so kehrte das Metall zu seinem ursprünglichen Zustand zurück. Die weitere Forschung hat dann festgestellt, Daß Kelvins Ergebnis eine absolute Tatsache ist, soweit es sich um geschmiedetes Eisen und Stahl handelt. Bei gegossenem Eisen tritt aber keine derartige Ermüdung ein. Während ein geschmiedeter Eisenstab nach einer starken Benutzung von 3 Wochen 10 Prozent an Elastizität verliert, nimmt gegossenes Eisen an Stärke zu, wenn es heftigen Stößen ausgesetzt wird. Versuche haben ergeben, daß solche gegossenen Eisenstangen, nachdem sie einer Reihe heftiger Erschütterungen ausgesetzt sind, um 100 Prozent an Störte gewinnen. Durch Die Ermüdungserscheinungen Der Metalle erklären sich manche HouSeinstürze, Die in früheren Zeiten Oortamen, ohne Daß man Den Gründen auf Die Spur kam. Ermüdete Metaü- teite an Trägern gaben eben plötzlich nach und riefen Dadurch Das Unheil hervor. In unferm Stahlzeitalter freilich finD solche Fälle glücklicherweise sehr selten,'denn Das Metall wird vorher auf seine Härte geprüft, so daß es viel größere Anstrengungen aus hält, als ihm gewöhnlich zu- gemutet werden. Trotzdem ist Die Kenntnis Der Metall-Ermüdung von großem pratt scheu Ruhen für unser Reisepublikum, Denn seitdem man von diesem Rachlafsen der Kräfte Des Eisens und Stahls weiß, verwenden Die Eisenbahnbehörden sehr viel größere (Aufmerksamkeit auf die Unter- suchung und Instandhaltung der Eisenbahnschienen, und auf allen vielbenutzten Strecken wird nach wenigen Jahren das alte Metall ausgewechselt, ihm wird Die notwenDige Ruhezeit gewährt, Daß es seine Elastizität wieDergewinnen und Dann für eine weitere Reihe von Jahren seinen Dienst tun kann. * * Die drahtlose Telegraphie der Inkas. Die hohe Kultur, die da? alte Inkavolk erreicht hatte, ist uns in Den neuesten Dichtungen von Gerhart Hauptmann und Eduard Stucken lebensvoll geschildert worden. Wie „modern" aber bereits die Inkas waren, das zeigt die Tatsache, daß sie auch schon eine drahtlose Telegraphie hatten. Darauf weist der dänische Reiseschilderer Ebbe Kornerup in seiner prachtvollen Darstellung Perus im neuesten Heft der „Deutschen Rundschau" hin. „Die Inkas hatten den drahtlosen Telegraphen," schreibt er. „Ein paar Tonnen, gewöhnliche, ausgehöhlte Baumstämme mit Oeffnungen wie Stundengläser waren ihre Apparate; noch heute hat man unten in Lima im Museum gute Exemplare. Die eine Tonne dient zur Absendung Der Telegramme, die andere fängt sie auf. Man schlägt auf die Tonnen und bringt Schallwellen her.vor. Ein paar Schläge mit kurzen Hölzern auf Die hohle Tonne rufen einzigdastehende Vibrationen hervor, so daß es kein Wunder ist, Daß man sie in der Ferne im Aufnahmeapparat hören kann. Run ist Die Tonne außerdem nach vielleicht jahrhundertelanger Erfahrung konstruiert, jede Generation hat wohl das Ihre dazu gegeben, das Holz ist fest und doch von gleicher Elastizität wie Geigenholz, es ist auf irgendeine Art erwärmt oder getrocknet. Länge und Breite Der Tonne sowie ihre Kurven.sind ihrem Zweck genau angepaßt; fyeutgutage kann kein Mensch etwas Aehnliches machen. Defonders aber sind Die Stundenglasöffnungen, Die mit einer anderen fingerbreiten Oeffnung verbunden find, genau berechnet. Telegramme gingen von Cuzco nach Tiaguanaco oder bich nach Chile und hinauf nach Quito ebenso schnell wie Telegramme heutzutage, die erst aufgeliefert und ausgeliefert werden müssen und der Reihe nach expediert werden. Auch Briefe gingen mit Eilboten bei den Inkas rascher als heutzutage mit Der Eisenbahn die Knotenbriefe wurden in einen hohlen Stock gesteckt und mit laufenden Boten abgesandt, von Hand zu Hand, für jeden Kilometer ein neuer Mann, der eilig den Stock ergriff und damit zum nächsten weiterlief, Der schon wartend "bereitftanb. Sie liefen auf den alten Inkawegen, Die noch heute vorhanden finD, über Dergpfade^ durch Täler und über kühne Brücken. UnD ’oer Inka, der König in Cuzco, aß jeden Tag frischen Fisch aus dem Meere, der auf dieselbe Art über die Berge gebracht wurde. Heute dauert es mit dem Expreß zwei Tage, da Der Zug in Iuliaca Aufenthalt hat, während die Läufer damals Richtwege einschlligen." Handel. Züricher Devisenmarkt. 23. 7. 24» 7. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 5L = 193.50 191.- Deutschland 100 M =• 7L7 7.82 Wien.........100 Rt. 0.78 0.80 Prag 100 Är. = 7.90 7.85 Paris 100 Fr. -- 47.30 47.05 London 1 £ ---- 21.83 2L81 Italien 100 ß. - 26.90 26.95 Brüste! 100 Fr. - 46.- 46.- Budapest 100 Är. — 1L5 1.85 Neuyork 100 $ --- 608.- 609.- Agram.........100 Är. 3.60 3.60 Bukarest 100 ß. -= L30 8.25 ’JeLtef&weg Ö^lte/xiwMBlJnhJUiabtf^artdr; $ Heute bis einschl. Mittwoch: W •Rembrandt$ S Die Tragödie eines Großen 6 schicksalsschwere. Akte. Beachtenswert ist, daß dieser Film bei der Uraufführung im Marmor- hau* wahrend der leisten Hitsetage prolongiert wurde. Ferner; öieslöHe tarne? 5 sensationelle Akte mit Originalen f nah men von d. Kanarischen Inseln. 8113c Die Herstellung dieses Films verschlang 2J/< Millionen. Wiederum ein Programm, bei dem die Besucher nichts vermissen. Ab Donnerstag: HL Teil. 8152c Anni Böckner-Llephan Franz Babl Verlobte Gießen, den 25. 3*It 1921 Riegelpfad 32 Schöne Aussicht 01*966 Praxis geschlossen vom SO. Juli bis 28. August 1921 Zahnarzt Dr.medPetsch Vertreter: Zahnarzt Buchinger Liebigstrafle 29 Praxis geschlossen bis Mitte August Hans Muhn, Dentist staatlich geprüft nach § 123 RVO. Kurhaus Hofheim i.Taunus Bahnstunde von Frankfurt a. M. Stumerkv für Erhelcngshadlrttige und Borvla BraeN6»!te. Maß.Preise. Prosp. d urch Dr.Schulze-Kahleyss Donnerstag. 28. Juli, abends 8»/, Ubr vüuktl. im ±bfcftfalikben Institut der Universität (Ein- gang Stephanftrahes: Dortrag des Herrn Dr. Will). Worringer Professor au der Universität Bonn, über: Moderne und antike Plastik (mit Lichtbildern). 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In der Hauptrolle: Gunnar Tolnaes Erna Morena Egede Nissen I Ferner: Der Hee Witwer! Hervorragendes T xv*’" 4 Akie •iiifhfl In Vorbereu.f \ Zlgeunerhlüij Müller sche Badeanstalt. Wasserwärme Der Lahn am 25. Juli: 20° R. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) —- __ ■■■—MM !■■ .... I ■■■■■»■■ l Ein Vorschlag Englands zu emer Konferenz in Europa? PariS, 23. Juli. (WTB.) „Petit Parisien- meldet. in London sei das Gerücht verbreitet. Lloyd George habe an Den Präsidenten Harding eine Einladung gerichtet, zu einer Konferenz nach Europa zu kommen, die noch vor Beginn der Washingtoner Konferenz zusammentreten soll. Man gebe in London die Möglichkeit eineS derartigen Schrittes des englischen Ministerpräst- denten zu, verspreche sich aber im allgemeinen nur recht wenig davon. Tatsächlich glaube doch niemand, Daß Präsident Harding die Einladung annehmen wolle oDcr könne. Die englisch-französische MeinrmgS* Verschiedenheit. PariS, 23. Juli. Wie „Petit Pariflen" mll- tcllt, sind gestern abend Dem franz. Botschafter a LonDon neue Instruktionen zugegangen. Die im gestrigen Ministerrat gebilligt wurden. Der sranzösische Botschafter soll'die enalische Regierung benachrichtigen. Daß Frankreich vollkommen geneigt sei, Die O b e r sch le s i s ch« Frage baldmöglichst zu lösen, aber Daß es Darauf halte, Daß alle Garantien geschaffen toürDen, Damit Die OrDnung nicht gestört werde. Deshalb verlange die französische Regierung die sofortige Entsendung von Truppen, wie die Interalliierte Kommission in Oppeln es verlange, und Die vorherige Berufung von Sachverständigen, Deren Arbeit Dem Obersten Rate gestatten würde. In voller Kenntnis Der Dinge eine Entscheidung zu treffen. Paris, 23. Juli. (WTB.) Wie .Petit Pa- rifien“ zu wissen glaubt, ist der französische Botschafter in Berlin beauftragt worden, eine Demarche bei Der deutschen Regierung zu unternehmen, sie möge alle Vorbereitungen treffen zuck Transport von Verstärkungen nach Oberschlesien. Die Verladung werde sofort vorgenommen, sobald Großbritannien seine Zustimmung gegeben habe. Sie Rote Japans an Amerika. London, 22. Zull. Reuter erfährt von japanischer Seite, daß die Regierung der Vereinigten Staaten die Rote Japans, in der um Mitteilungen über Umfang und Wesen der pazifischen Konferenz ersucht wird, noch nicht beantwortet hat. London, 22. Juli. (WTB.) Rach einer Exchange-Meldung aus Reuyork schreibt das Tokioer Blatt Rischi-Rischi, das Kabinett habe beschlossen, alle japanischen Truppen aus SlbirtenundSchantung zurück» z u z i e h e n und die Einladung des Präsidenten Harding zu einer Konferenz über Den fernen Osten anzunehmen. Auf dieser Konferenz werde es dann die Anerkennung der Gleichberechtigung aller japanischen Staatsangehörigen in der ganzen Welt fordern. Ein Strafverfahren gegen den früheren bayerischen Minister Frauendorfer. Berlin, 23. Juli. Wie dem .Derl. Tageblatt" aus München berichtet wird, Ist gegen Des ehemaligen baßer. Berkehrsminister Frauendorfer daS strafrechtliche Verfahren verfchic- dener Fälschungen an antiken Altertümern eingeleitet worden. Unwetter im Kreise HerSfeld. Hersfeld, 23. Juli. Der KreiS H^ f e l d ist von einem schweren U n to i heimgesucht worden. Im Geißbachtal touu f zelne Dörfer überschwemmt, so daß die B f flüchten mußten. Die ©etrelbcernte Ist v 11