Nr. 224 Der Siebener Anzeiger mit der Dienstagsbeilage .Sport-Umschau" er- scheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatliche Sezoarpreise: Mar!« 5.- einschließlich TrSgerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Xnitiatr Siehrn. Postscheckkonto: ironffurt a. M. U686. Samstag, 24. September 1921 171. Jahrgang (Erftes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für I mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 40 Pf, auswärt» 50 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz- Vorschrift 20" «Aufschlag. Hauptschriftleiter; Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil i.D.: Aug. Goetz; für den Anzeigente,1: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vriihl'sche Univ.-Vllch- und Steindruckerei H. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. Wochenrückblick. Man lann den Krafttönen der heutigen Legierungsmänner und ihres Gefolges nicht nachsagen, daß sie die Lage wirklich beherrschten. Der Berliner Sturm hat in Bayern manche Bäume umgeschlagen, mancherlei Besorgnisse undSchäden herDorgerufen.aber er hat das politische Wachstum im Lande nicht stark beeinflußt; das Land wird unter Graf Lerchenfeld wohl nicht viel anders bebaut als unter Kahr. Auch dieser würde mit der Zeit den Ausnahmezustand abgebaut, der allgemeinen Entwicklung sich angepaht haben. Aber die Bayerische BvlkSpartei, als Beherrscherin des Parlaments, will das Land künftig vor Orkanen aus dem Norden schützen, indem sie um die bayerischen Rechte einige Staketenzäune beantragt, wissend, daß solche Demonstration schon genügen wird, um die Berliner Clemente zu zähmen. Die föderativen Gegenwinde werden Herrn Dr. Wirth zu einigem Nachdenken bringen, und es ist zu begrüben, bah an die Errichtung dicker Mauern des Partikularismus niemand im Reiche denkt. Graf Lerchenfeld hat betont, daß er nicht Willens ist, einen Wechsel der bisherigen Politik dorzunehmen, auch er hat die Verdienste des Herrn v. Kahr ausdrücklich gerühmt und im Sinne der Mehrheit, die ihn als dessen Nachfolger berief, den Sturz des „starken Mannes" mehr als unglückliches Naturereignis denn als wohlbedachte Zwecktat hingestellt. Der Landesacker wird keineswegs politisch umgegraben und neu bestellt, und Mördergruben brauchen nicht zugeworfen zu werden, weil es keine gibt. Ein peinliches Verscharren wurde nur den Aus- und Totgeburten preußischer Kommissarsfindigkeit zuteil, wobei allerdings der Spaten auch den lebendigen Reichskanzler ein bißchen traf. Man atmet auf darüber, daß die Kluft zwischen Süd und Nord sich wieder zu schließen scheint; eine mehr oberflächliche als tiefgründige Politik in der Reichshauptstadt hatte den Mund zu voll genommen. Der bayerische Löwe, zuerst empfindlich gereizt, hat sich wieder beruhigt und kündigt durch den Mund seines neuen Ministerpräsidenten an, daß er künftig in Berlin selbst gelegentlich nach dem Rechten sehen wolle, damit Meinungsverschiedenheiten nicht mehr so unvermittelt eintreten . . . Herr Stegerwald, der preußische Ministerprä- stdent, hat durch seine bekannten Veröffentlichungen in der bayerischen Sache ebenfalls zu erkennen gegeben, daß ihm das feurige Ausschlagen der Reichsregierung auch nicht recht imponiert hat. And so ist es um den Reichskanzler Dr. Wirth auf einmal viel stiller geworden. Seine schmetternde Aufforderung zum politischen Tanz, zur unerbittlichen Abrechnung, hat ein viel friedlicheres Bild im Gefolge, als man es sich vor ein paar Tagen hätte träumen lassen wollen. Die Hände, die sich wütend zum Schlage erhoben hatten, fielen plötzlich ganz aus der Rolle und streckten sich einer anderen, verbreiterten Koalttton entgegen. Und zwar ist der Funke polittscher Vernunft nicht zuerst im Kopfe des Reichskanzlers, sondern in den Beratungen und Vorbereitungen zum Görlitzer Parteitag der Sozialdemokratie aufgesprüht. Die Krafttöne zum Entschei- bungSkampf für die Sicherung der Republik schlugen um in ein Friedensangebot an die Deutsche VvlkSpartet. Das war zweifellos eine Ernüchterung, ein Selbstgeständnis, daß die rohe Kraft, das bloße Drein schlagen, nicht ausreichen, um die Republik wirklich zu sichern und zu festigen. Der Geist des ermordeten Erzberger würde eine gänzliche Umgestaltung seiner politischen Rezepte wahrnehmen. Das gemeinsame Kreditangebot der produkttven Stände Deutschlands, Industrie, Danken, Landwirtschaft, will das Wrack der Srzberger-Wirthschen ErfüllungSpvlitik mit einem ttagfähigeren Fahrzeug vertauschen und dem fürchterlichen Problem der sogenannten Wiederherstellung und deö Ausbaues der Steuern wenigstens eine Möglichkeit der Lösung sichern. Der Gedanke ist in den Linksparteien auf ein düsteres Mißtrauen gestoßen, und auf dem Görlitzer Parteitag hat der sozialisttsche Finanzier Keil noch unvermindert nach dem „Eingriff in die Substanz", nämlich des Volksvermögens, gerufen — well es die Parteidemagogie so will. Indessen, daß der Besitz sehr ausgiebig zu Leistungen für das Reich herangezogen werden muß, ist richttg, und in Berücksichtigung dieser berech- ttgten Forderung die richtigen Mittel und Wege zu finden, das soll eben Sache einer neuen, erweiterten Koalition sein. Die Deutsche Dollspartei hatte schon immer laut versichert, daß sie bereit sei, mitzuwirken an der Lösung der großen Finanzfragen zur Erfüllung unserer Pflichten nach außen und innen. Daß sie überhaupt bei der posittven Arbeit, zu der ste alle Vollskreise aufforderte, im Rahmen der gegeuwärttgen Verfassung bleiben wollte, das findet nun eine späte Bestätigung und | Anerkennung von jener Seite, die bisher nur Verdächtigung und Absage für die Partei Sttesemanns gehabt hatte. Den Wünschen und Bedingungen, die der Görlitzer Parteitag für die anzubahnende Koalition aufstellte, wird Herr Sttesemann, wie schon aus seiner Lüdenscheider Rede hervor- ging, Gegenforderungen gegenüberstellen. In den parteiamtlichen Blättern der Deutschen DollSpartei wird von vornherein darauf hingewiesen, ein Zusammenarbeiten mit der So- zialdemokratte sei nur dann möglich, wenn diese mit ihrer zahlenmäßigen Bedeutung als ein — nicht ausschlaggebender — Faktor innerhalb der Koalitton sich zufriedengebe. Zu der auftallenden Verkündigung des Genossen WelS in Görlitz, daß die Maßregeln, die vo,p der sozialdemokratischen Partei im Einvernehmen mit den Unabhängigen getroffen seien, jede reaktionäre Regierung in Bayern auch auf kurze Frist zur Anmöglichkeit machen würden, erklärte die „Nationall. Korresp.": Man muh in der Tat sagen, daß die Sozialdemokraten in der Beurteilung der bayerischen Frage offenbar alle Besinnung verloren haben. Sie behaupten, die berufenen Schützer der Demokratie und der Verfassung zu sein. Wenn sich Bayern auf Grund des demokratischen Wahlrechts eine Regierung gibt, so hat jedermann und jeher Demokrat in erster Linie eine solche Regierung zu respettieren, mag sie auch seiner Ansicht nach „reaktionär" sein. Hätte sich eine parlamentarische Mehrheit in Bayern wieder für Herrn von Kahr entschieden, so wäre jeder Widerstand dagegen, sei es in Bayern oder außerhalb, eine schwere Versündigung gegen die Demokratie gewesen. Die Sczialdemvkratie aber spielt ganz offen mit dem Gedanken eirvs gewaltsamen Aufstandes und eines verbrecherisötm Generalstreiks, wenn die Entwicklung in Da.ft-rn nicht den Lauf nimmt, den sie wünscht. Sie wird sich darüber klar sein müssen, daß verfassungstreue Parteien mit Politikern, die derart ungescheut mit der extremen Linken und mit der Anwendung verfassungswidriger Mittel liebäugeln, unter keinen älmständen eine Arbeitsgemeinschaft eingehen können. ES wird sich in der bisherigen Hebung einiges ändern müssen. Daß Aufforderungen zu Mord- und Gewalttaten innerhalb der regierenden Parteien keine Duldung finden dürfen, ist selbstverständlich; — aber selbstverständlich muß es erst noch werden, daß die Linksparteien, oder gar die Regierungen selbst, sich keine Eingriffe mehr erlauben in Dinge, die Freiheit und Recht in der Demokratie jederzeit gestatten: Veranstaltungen zur Erinnerung an große nationale Ereignisse der Vergangenheit, Pflege des nationalen Gefühls auch da, wo es sich von sozialisttschen oder pazifistischen Auffassungen entfernt. Mit Recht geißelte Herr Stresemann auf das schärfste den schroffen, die Leidenschaften aufpeitschenden Parteigeist des Reichskanzlers Dr. Wirth, der darum als Leiter einer neuen Regierung keinesfalls geeignet ist, so heftig und unmäßig auch sein Leiborgan, die „Germania", die sich zu einem wahren Hetzblatt entwickelt hat, die Angriffe gegen ihn abzuwehren versucht. Es muh fortan überall der gute Wille gestärkt werden, Agitation und Propaganda in den bisherigen Bahnen und Formen mehr und mehr zurückzustellen zugunsten positiver Arbeit und Stärkung der Volksgemeinschaft. Eine vollkommene GesinnungSgemeinschaft herzustellen, daran ist nicht zu denken, aber eS wird Grundsatz und Anstandspflicht werden müffen, die Gesinnung des Gegners, solange sie sich auf dem Boden des Rechts und der Sachlichkeit bewegt, nicht mit gehässigen und unflätigen Anwürfen zu bekämpfen. Blicken wir uns dabei im Hessenlande um, so gewahren wir vieles, was sich von Grund aus ändern muß. Das RegierungSvrgan, die „Darmst. Ztg.", hat durch chre Tvnesart in allerweitesten Kreisen das Ansehen der Re- publll nicht gefördert, sondern stark herabgesetzt. Und es wird erlaubt sein, im Hinblick aus die bevorstehenden Veränderungen im Reiche und in Preußen daran zu denken, daß auch das Regime Ulrich-Strecker nicht für die Ewigkeit aufgebaut ist. Nach den eilfertigen RegierungSmahnahmen, die sich der Wirth- schen Parole anzupassen trachteten, schien es, als hielten die Darmstädter RegierungSmänner jetzt erst ihre Macht für gekommen. Der neueste Bilderstürmer-Erlaß ist ein Zeugnis jenes gereizten und unduldsamen Geistes, der zurück- treten muß, zumal er auch dem notwendigen Sparsamkeitssinn ins Gesicht schlägt. Innerhalb weniger Tage sollten Bilder entfernt, Aufdrucke geändert und womöglich auch llni- formknöpse mit Kronen abgeschnitten werden! Dabei gibt eS doch wahrlich auch in Hessen Gelegenheiten genug, durch friedliches Zusammenwirken der gesamten Bevöllerung bessere Zeiten für ßanb und Voll hevaufzu- führen. Die Umbildung der preußischen Regierung. Berlin, 23. Sept. Dach der „Voss. Ztg." efTIärte der Vorsitzende der preußi- chen ZentrumSftaktwn P o r s ch, daß auch in Preußen nut der Weg der mittleren Basis unter Ausscheidung der extremen Rechten und der extremen Linken gangbar ei. Am nächsten Mittwoch werden nach ausdrücklicher ÄnverständniSerklärung Sieger- walds im Reichstag Verhandlungen über die Neubildung der preußischen Regierung tattfinden und das Zentrum werde dabei rückhaltlos auf dem Boden der Verfassung stehen. Die Umbildung der Regierung im Reich werde vermutlich nach der geglückten preußischen Re- gierungSblldung folgen. Diese Umbildung werde auch vom Reichskanzler gewünscht. Die gegen Wirth unternommenen Versuche, ihm die Verantwortlichkeit für die Annahme des Ultimatums zuzuschieben, müßten zurückgewie- en werden. Für die Annahme trage die ge- amte Zentrums Partei die Verantwortung. Sie war eine unbedingte Notwendigkeit. Stegerwald gegen sofortigen Kanzlerwechscl. In „Der Deutsche" wendet sich Stegerwald „in eigener «Sache" gegen die Artikel des Abgeordneten Zoos in der „Germania" „Die Verantwortung Stegerwalds". Er sagt u. a.: In den letzten 14 Tagen fanden zwischen dem Reichskanzler und mir mehrere sehr eingehende Besprechungen statt, die sich sowohl durch Freimut, wie durch Freundschaft auszeichneten. Als gestern morgen von Paris Depe schen einliefen, wonach Wirth dort als erledigt und ich als der kommende Mann hingestellt wurde, erklärte ich sowohl Herrn Wirth wie auch einigen Pressevertretern gegenüber sofort, daß Deutschland gegenwärtig einen Kanzlerwechsel aus vielen Gründen nicht vertragen könne, auch deshalb nicht, well eine Anzahl rechtsgerichteter Zeitungen den Kampf gegen Wirth zu durchsichtig führten. ES darf zu alledem, was in den letzten Wochen geschah, nicht auch noch der falsche Anschein erweckt werden, daß eine kleine Gruppe rechtsgerichteter Kreise in Deutschland die Kraft besäße, den Reichskanzler zu stürzen. So steht die Partie nicht. Ich kämpfe, nachdem der mehrheitssozialdemokratische Parteitag die hauptsächlichsten Hindernisse für eine 6 r e it e Mitte mit einem starken Arbeiterflügel beseitigte, für Wirth. Kommunistenunfug in einer Versammlung des Admirals Scheer. Berlin, 24. Sept. (Priv.-Tel.) Dlättrr- meldungen aus Mülheim a. d. Ruhr zufolgr sprach gestern abend in einer Versammlung des Vereins für das Auslandsdeutschtum A d m i r a i Scheer über .Marine und Auslandsdeutschtum". Der Vortrag des Admirals wurde von den Kommuni st en andauernd durch Zwischenrufe gestört. Rach Schluß des Vortrages stimmten die Kommunisten die Internationale an, während die übrigen Versammlungsteilnehmer das Deutfchlandlied sangen. Beim Verlassen des Saales kam es zu wüsten Zusammen- stoßen. Die Kommunisten, meist junge Burschen, stürzten mehr als 30 Mann stark, in den «Saal und schlugen mit Latten und Knüppeln wahllos auf Frauen und Kinder ein. Es entstand eine ungeheure Panik. Schließlich setzten sich die Angegriffenen zur Wehr, so daß die Kommunisten flüchten mußten. Ein junger Mann wurde schwer verletzt. Die Polizei nahm eine Anzahl Verhaftungen vor. Eine reaktionäre Geheimorganisation? Karlsruhe, 23. Sept. (WTD.) DerStaats- präsident Trunk sprach heute im Landtag über Geheimorganisationen im Reich. Er führte u. a ftlgendeS aus: Es handelt sich um eine große Geheimorganisation, der auch die beiden Mörder Erzbergers angehören. Ihre Statuten besagen folgendes: Die Ziele unserer Partei ergeben sich aus der Lage: a) geistige Ziele: Pflege und Verbreitung des nationalen Gedankens, Bekämpfung aller antinationalen und internationalen Richtungen, Bekämpfung des Zuden- tums, der Sozialdemokratie und der linksradikalen Parteien, Bekämpfung der antinationalen Weimarer Verfassung in Wort und Schrift, Aufklärung weiter Kreise über die Verfassung, Prvpa- gandierung der für Deutschland allein möglichen Verfassung auf föderalistischer Grundlage; b) materielle Ziele: Sammlung von entschlossenen nationalen Männern zu drm Zweck, eine vollständige Revolutionierung Deutschlands zu verhindern, bei inneren älnruhen deren vollstÄrdige Niederwerfung zu erzwingen und durch «Ansetzung einer nationalen Regierung die Wiederkehr der heutigen Verhältnisse unmöglich zu machen, die durch den Versailler Vertrag angestrebte Entmannung und Entwaffnung unmöglich zu machen und dem deutschen Volle die Wehrmacht soweit wie mog- lich zu erhalten. Den Zweck der Organisation charatteristert das Statut wie folgt: Die Organisation ist eine Geheimorganisation. Eie verpflichtet die ‘TTrTtflrtph-r, untereinander ein Schutz- und Trutzbündnis zu schließen, durch da- jeder Angehörige der Organisation der weitestgehenden Hllfe der anderen Mitglieder sicher sein kann. Die Mitglieder verpflichten sich, ein Machtfaktor zu sein und geschlossen eine starke Einheil zu bilden, wenn die Not und Ehre des deutschen DalerlandeS die Erringung unserer Ziele erfordert. ZedeS Mitglied verpfllchtel sich zu unbedingtem Gehorsam gegenüber der Ceitung der Organisation und deren Organen (Große Bewegung.). Weiter heißt es: Juden und über- »aupt jeder fremdrassige Mann ist von der Aufnahme in die Organisation "ausgeschlossen. Die Mitgliedschaft erlischt: a) durch den Tod, b) durch Ausscheiden infolge unehrenhafter Handlungen, c) durch Ungehorsam gegen die Vorgesetzten, d) durch freiwilligen Austritt. Alle Leute unter b) und c) und alle Verräter verfallen der Feme. (Hört, hört.) Die DeitrittSformel lautet: Ich erkläre ehrenworllich. daß ich deutscher Ab- stamnrung bin. Ich verpflichte mich ehrenwörtlich durch Handschlag, mich den Satzungen zu unterwerfen und danach zu bandeln. Ich gelobe dem obersten Leiter der Organisation und den Vorgesetzten unbedingten Gehorsam zu leisten und über alle Angelegenheiten der Organisation strengstes Stillschweigen zu bewahren, auch nach meinem Austritt. Staatspräsident Trunk sagte im Landtage weiter: Einer dieser Abteilungen der Geheim- organisativn gehören Schulz und Tlllensen an. ©benfo gehören ihr Killinger und Müller an. Diese beiden sitzen in badischer llntersuchungs- haft wegen Verstoßes gegen § 139 des Reichs- strafgesehbuches (Begünstigung). Killinger ist derjenige, der den Mörder Schulz, der am 9. Sep» temver nach München kam, abends samt Gepäck in der Wohnung abholte und wegbrachte. Die Mörder Erzbcrgers. «Stuttgart, 23. Sept. (Wolff.) Nach Mittellung des Vorstandes des toürttembergi» schen Landespolizeiamtes haben die württembergischen Polizeibehörden wesentlich dazu beigettagen, um die Personen der Mörder ErzbergerS zu ermitteln. Sie wohnten vom 21. bis 26. August unter dem Namen Riese und Bergen im „Hirschen" zu Oppenau. Man fand dort nachttäglich einen Zettel mit Angaben, die einen Zusammenhang mit den Mördern nahelegten und auf Schultz- Hamburg verwiesen. Am 19. August hatten die Täter in Ulm, vom 14. bis 17. August un* ter ihren richtigen Namen Tillesen und «Schultz in Stuttgart gewohnt. Nach dem Morde hielten sich die Täter längere Zeit In München auf. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatten Schultz und Tillesen Mitwisser und Begünstiger. ES handelt sich dabei um einen kleinen Kreis von Personen, die die Untergruppe eines Geheimbundes bilden und aus dem Milieu des Antisemitismus und des Nationalbolschewismus erwachsen sind, und bei dem frühere Angehörige der Brigade Ehrhardt beteiligt sind. Entsprechendes Material ist gefunden worden, aber keinerlei Anhaltspunkte über Beziehungen der Täter zu einer politischen Partei. Die Aussichten der Kartoffelernte. Berlin, 23. Sept. (WTB.) In der im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft unter dem Vorsitz von Ministerialdirektor Dr. Hoffmann abgehaltenen Besprechung erstatteten «Sachverständige aus landwirtschaftlichen und Handelskreisen eingehend Bericht über die Aussichten der diesjährigen Kartoffelernte in einzelnen Reichstellen. Aus diesen Berichten, die im wesentlichen mit den Feststellungen der Kartoffelbaugesellschaft übereinstimmen. ergab /ich, daß, verglichen mit den drei letzten Jahren, die diesjährige Ernte etwa 8 0 Pro - zeöt des Durchschnitts dieser Zähre bettägt. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß, da die Ernte noch nicht abgeschlossen ist, son- dem erst begonnen hat, diese Schätzung eher eine zu niedrige sein dürfte und das Endergebnis llch voraussichtlich noch günstiger gestalten wird. Die Ernte gibt daher zu Besorgnissen keine Veranlassung, zumal auch zu berücksichtigen ist, daß nach Oeffnung der Grenzen die Kartoffel im Leben der Bevöllerung nicht die gleiche Rolle spielt wie während der Kriegszeit und der Bedarf, wie die Erfahrungen des Vorjahres zeigen, bereits erheblich zurückgegangen ist. Hinsichtlich der Preise wurde betont, daß die öffentlichen Notierungen, die zur Zeit zwischen 45 und 50 Mk. schwanken, der Marktlage. entsprechend sind. Nach den bisherigen Erfahrungen kann nur dringend davor gewarnt werden, 7xrß von den Großkonsumenten, insbesondere den industriellen Werken, Kartoffeln angekauft und hierdurch die Preise in die Höhe getrieben werden. Eine Gesundung kann nur bann ein- tteten, wenn man allgemein zu den Friedensgewohnheiten zurückkehrt und den «Sachverständigen im Handel das Einkäufen der Kartoffeln überläßt. Auch in diesem keineswegs leichten Geschäft können ungeschickte Hanoe mehr verderben als nützen. f tem VA IM (Rachdruck Derbotea.) 62. Fortsetzung. Weg zum Herren der Lauschenden. Die drohend fahre er die Falten ihres Gewandes. „Menge Mi dich um GotteSwllleu nicht ein,“ flüsterte er gehallten Fäuste fönten langfam herab. der -dorn an* zum der also Aus dem Reiche. Tarifverhandlungen der Dankbeamteu. Berlin, 23. Sept. (WTB.) Wie der Deutsche Bankbeamtenverein mit* Die Rothersteins. Boman von Erich Sbenstein. Copyright 1919 by Greiner & Eomp.. Berlin W 30. porären Kommission über die RüstungSbe- schränürngen schlug Lord Robert Cecil (Südafrika) heute die Einberufung einer Konferenz über die private Waffen- fabrikativn vor. Er beantragte, die Konferenz im Juni nächsten Jahres abzuhalten. Regnalt (Frankreich) und Fisher (England) erklärten die Festsetzung eines Datums für unmöglich, solange nicht die Ergebnisse der Washingtoner Konferenz vorlägen. Lord Robert Cecil bekämpfte lebhaft eine Auffassung, die eine Bölkerbundskonferenz von der Haltung der Bereinigten abhängig mache. Sein Antrag wurde jedoch abgelehnt. Dafür wurde ein DermittlungSantrag Schan- zer (Italien) angenommen, der den Rat auffordert, alle Bölkerbundsmitglieder und auch die an der Frage interessierten Richtmitglieder zu einer internationalen Konferenz über die private Waffen- und Munitionsfabrikation und den Waffen- und Munitionshandel einzuladen. Das Datum der Konferenz soll sobald als möglich vom Döllerbundsrat festgesetzt werden, und zwar möglichst vor der nächsten BölkerbundStagung. Der Völkerbund. Genf, 23. Dept. (WTB.) Bei sprechung des Berichtes der gemischten Reichsministerium des Innern laufen dauermd Eingaben zur Bewilligung Tragen der Aniform ein. Hierfür ist Reichskanzler zuständig, an den solche Eingaben zu richten sind. Die diesjährige Winterspielzeit beginnt am Mittwoch den 5. Oktober und bringt in dieser Eröffnungsvorstellung, die ja als erste Mittwoch-Abonnement-Vorstellung zählt, Shakespeares „Was ihr wollt". In der Freitag- Abonnement-Borstellung am 7. Oktober wird zur M-' Strnnes über die WiederherstellungspolMK. Paris. 23. Sept. (Wolff.) Ein Bertreter der „Saturday Evening Post" hatte eine Unter» redung mit Hugo Stinnes, die in der „Chicago Tribüne" wiedergegeben wird. Stinnes erklärte u. M ®d>6ar6 «Ä genommen > ,nn Dom J wfr-n ,-We unter -eranHallW veN aus TLeuteraufsty Beifall, dah -Pdflinbig au Mllsch furöe die Ärbritam ifgenommen, nach wischen Arbeitnehmern irden war. Das Ergeb- vor allem bie Einjüh- ri)fitmf. den als Lumda Neuhork, 22 Sept. DaS deutsche Zentralkomitee stiftet eine halbe Million Mark in bar für Oppau, außerdem Liebesgaben im QBerte von einer Million Mark, (fz.) zu errichten. Reflektiert wird nur aus eine arbeitsfreudige Kraft mit Ziehungen zu Land- und Diehbesitzern. getroffen werden können und müssen, um für die Zukunft solche Katastrophen innerhalb der ®ren- g.amm: Di> Rachricht von der furchtbarsten Katastrophe, die je über ein deutsches Werk hereingebrrchen ist. hat mich tief erschüttert. Ich Aus dem Amtsverkündigungsblatt. " DaS Amtsverkündigungsblatt Ar. 137 vom 23. September enthält: Einsendung der Hand- und Tagebuchsauszüge. — Landtags- Wahlen 1921. — Winterbekämpfung der Stechmücken oder Schnaken. — Dienstnachrichten. — Feldbereinigungen Grüningen und Langd. 3fr. Herr (Akad.) sucht g- >. ob- 15. Cft in nut. Onme schön möbl. Zimmer mit clektr. Licht. Schrtstl. Sinneb. -uu. 10061 a. d. Gieß. An-. Bauunternehmung sucht.L'L Kaufmann. Derselbe muh schöne Handschrift besitzen, flotter Masch.» Schreiber (Adler) und mit allen vorkommenden Dureau- arbeiten, insbesondere Lohn» und Krankenkassenwesen vertraut sein. Stenographie erwünscht. Zuverlässiger, ehrlicher Tharakter u. guter Leumund Hauptbedingung. 3 Monate Probezeit. Herren, welch« schon in ähnlichen Stellungen waren, bevorzugt. Selbstgeschriebene Dewer» bunqen mit Ieugnisabschr. u. 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BttreauWevlar a.d.L., Brühlsbachitr.42 Das Unglück in Oppau. Die Zahl der Opfer. Ludwig-Hafen, 23. Sept. (TBoIff.) 'Aach Den letzten Meldungen der hiesigen Mütter ist eS bisher noch nicht gelungen, sämtliche Tote unter den Trümmern zu bergen. Die Zahl derselben wird gegenwärtig auf 400—50D angegeben, die Zahl der Verwundeten auf über 1000. Zur Warnung für die Neugierigen, die immer noch In groben Scharen nach Oppau aus allen Dichtungen ziehen, wird mitgetcllt, daß Gefahren insofern noch Pestehen, alS mit dem Einsturz von Dächern und abgespriestten Wänden immer noch iheit geboten, bei _________________________________Meist mit unserer Unterstütz, sich eine wirkliche LeoenSstell. »u schaffen. Sxl, 22. Schi. Wt rodmn Sommer sehr leiden, so dah die Lei- rnden abgestelli werden stände abzuhelsen, und . lu».' V5u *91 HVtacn st hatte» sie 1Tmcn 3ficf sicht W* lugen vte em -löst < Men 2r° hleier y«» 116,1 sein e^T^Mvt Jür»‘” Ä 6i‘ WOMklSMMlki mit anerkannt guten und beliebten Bieren? sucht für Gieren unb Oberhessen einen tüch« tigen, solventen Vertreter Biergroßhandlung ober Brauerei bevorzugt Schriftliche Angebote unter 10234 an ben Gießener Anzeiger erbeten. räumt jung.,ortsfremdem Eheoaar aus guter tza- milte einige Zimmer em? Küche wird eingerichtet. Schriftl. Angeb. unt. 012759 an d. Gieß. Anz. Junges Ebevaar facht 2 ntätilirrtc jimetr mit Küche oder Küchen- benuyung Ang. anHotel Köblcr, Gickeu. >012793 altbewährt in Qualität und Ausgiebig« keit, ist nur etwa 5 mal so teuer als früher, während andere Nahrungs- und Genuss- mittel heute mindestens das Zehnfache kosten. Vorteilhaftester Bezug in plombierten Originalflaschen Nr. 6. Mundenheim und LudwigShasen-Süd tonnt: tote-1 Berlin. 23. Sept (Ißolff.) Der Reichs- der ausgenommen werden, in den Stadtteilen arbeits Minister richtete an die Badische Ludwigs Hason-Dord und Fric'enheim mutz er aber | Anilinfabrik _in Ludwigshafen folgendes Tele- noch einige Zeit ausgesetzt dleiden. den Sonntag angesetzle Herbstmesse ist aus I zen des Menschenmöglichen zu verhüten, und in unbestimmt« Zett verschoben worden. — Der U n- welchen Richtungen sich die Hilfsmaßnahmen be- '^Mdevr Das Hilfswcrk. Mannheim, 23 Eept (Wolff.) Heber die Absichten der bisherigen Mastnah- men der Reichsregierung erfahren toir: Dir ÄeichLrcgierung hat lich sofort nach dem Bekanntwerden des Unglücks von Oppau für die Hilfeleistung der Opfer bereit erklärt. Die in der Presse bereits erwähnten 10 Millionen Mark, die die Reichsregierung bei den gesehgebrnden Körperschaften anfordern wird und die sie der bayerischen Regierung zur Derfügung gestellt hat, sollen nur der ersten Aothils e dienen. Die Entschädigung für die privaten Sachschäden wird zum Teil von der Dadischrn Anilin- fahrt! übernommen werden. Auch die Dersiche- rungen werden ihren Anteil daran haben und darüber hinaus werden öffentlich? unb private Mittel in weiterem Umfange erforderlich sein. In erfreulicher Weife zeigt sich schon jetzt in allen Kreisen die gröhte Opferwilligkeit und Hilfsbereitschaft und grofte Mittel sind aus öftentlichen und privaten Quellen schon zur Verfügung gestellt. GS wird jetzt darauf ankommen, datz diese Mittel zweckentsprechend und gerecht verwendet werden. Man wird die Gefahr einer Häufung der Hilfsmittel an nur einer Stelle und die Vernachlässigung anderer Hllfsbedürftiger von vornherein auSschliesten müssen. Zu diesem Zwecke ist eine Uebersicht über die gesamten verfügbaren Hilfsmittel an einer Stelle ein unabwendbares Dedürf- nis. Sowohl die Sammlung der Gelder wie die gerechte Dertellung und endlich auch die Rechnungslegung können dabei nur gewinnen. Die Reichsregierung hat deshalb den betroffenen Landesregierungen den Vorschlag gemacht, einen deutschen HilfSausschuh für die Sammlung, Verwaltung und 'Abrechnung der einkom- menden Spenden einzusetzen. Das Räherc soll schon morgen festgesetzt werden. Selbstverständlich müssen noch die schwer beschädigten Gemeinden und die beteiligten wirtschaftlichen Oraanisationen bei der Hilssattivn herangezogen werden. Soweit die Reichsregierung zuständig ist, hat sie das Reichsarbeitsministerium als soziales Ministerium mit der Untersuchung des Unglücks un6 der Durchführung der notwendigen Hilssmaftnahmen beauftragt. Infolgedessen hat sich daS Reichsarbeits- ministerium bereit erklärt, schon jetzt vorbehaltlich der späteren Deslirnrnung einer Anzahl anderer Sammelpersvnen auch seinerseits Spenden entgegenzunehmen. Ferner hat sich der Reichsar- deitsminifler mtt seinen Staatssekretären und seinen Fachreferenten an die Unglücksstelle begeben, um dorüdie Lage in Auaenschein zu nehmen und festzustellen, WÄche Matznahmen eventuell herc Anzahl von Lehrern ist tu Hessen aus den Kirchen ausgetreten, ohne sich irgend einer Religionsgemeinschaft wieder an* zuschliehen. --- Stenographie. Don den hessischen Handelskammern ist ein Stenographen-Prüfungsamt errichtcl worden. Der Zweck des Prüsungsamts ist es. jungen Leuten Gelegenheit zu geben, ihre Desähigung zum Ge- schäftsstenvgraphen durch Ablegung einer Prüfung nachzuweisen und denjenigen, welche solche Steno» grat'ben ein stellen wollen. Gewähr für entsprechende Leistungen zu bieten. Es sollen alljährlich, im Frühjahr und im Herbst, zwei stenographische Prüfungen abgehalten werden. Der für den Vezirk der Handelskammer G i e b e n (Kreise (Sichen, Alsfeld und Lauterbach) bestellte Prüfunasaus- schuh hat nun den Termin für die erste Prüfung auf Sonntag, 6. Rovember d. Is.. vormittags 9 Uhr. im Handelskammergebäude zu Eichen. Lonystrahe 7, festgesetzt. Die Anmeldungen hierzu haben bis spätestens zum 25. Oktober o. Is. bei dem Sekretariat der Handelskammer mündlich oder schriftlich unter Angabe des Kurzschriftsystems und der Geschwindigkeitsstusen zu erfolgen. Die Prüfung erfordert die stenographische Aufnahme eine» Diktats von zweimal fünf Minuten Dauer mtt einer Unterbrechung von einer Minute in der aleichbleibendeir Geschwindigkeit von ISO—180 Silben in der Minute unb die sofortige Ilebertragung in gewöhnliche Kurrentschrift. Die zulässige Heber* ttagungszeit beträgt bei einem Diktat von 150 Silben in der Minute 2 Stunden, bei 180 Silben 2V* und in höheren Geschwindigkettsstufen 2Vs Stunden. Die bei der Anzahlung zu zahlende Gebühr beträgt 20 Mk; sie erhöht sich auf 30 Mk. für Prüfungen in höheren Geschwindigkeiten (200 bis 280 Silben). Satzung und Prüfungsordnung des Stenv- graphen-Prüsungsamts können von dem Sekretariat der Handelskammer bezogen werden. Vermischtes. • Reue exotische Vögel im Zoologischen Garten in Frankfurt. Zur Vereicheruna der Sammlungen konnten gelegentlich des mehrfach erwähnten Tauschgeschäftes mit der Firma Ruhe m Alfeld einige Seltenheiten erworben werden. Genannt seien vor allem die von Sumatra stammende Sunda-Fischeule (die ceylonische Art besitzt der Garten schon seit mehreren Zahrzehnten) und die überhaupt erstmalig in Gefangenschaft gezeigte Bus sard- weih vom gleichen Fangort. Zur Reubelebung der Volieren wurden zwei chinesische Racken- fleck-HäHerlinge und zwei der schönen Weisthaubenhäherlinge vom Himalaja beschafft. Zur weiteren Belebung der Weiher wurde ein 6 Köpfe starker Stamm der stattlichen Disam- oder MoschuSenten angekauft. »Z SÄ UnterabteSunflen gegliedert werden Wertvolle Preise wie Kunstgegensrändr unb bergl stehen dem Verein jetzt schon zur Verfügung Arcis Lchottcn. • Herche nhain, 22. Sept. Unweit des Dorfes, in dem Gemeindewäldchen, hatten Jungens beim Viehhüten Feuer gemacht, das schnell um sich griff und den gemischt stehenden Buchen- und Fichtenbestand bedrohte. Schnell herdeigeeitte Hllfe brachte nach ziemlicher Anstrengung den Brand bald zum Erlöschen. B. KaulstvS, 22. Sept. Hier und in den Rachbardörfern des oberen Riddertals ist man fleißig an der Arbeit mit der Anlage der Hausanschlüsse für daS elektrische Licht. Ob das Licht, wie geplant, im Dezember brennen wird, ist sehr fraglich. Jedenfalls wird sich die Einführung noch einige Monate länger hinausziehen, da weder die Mastenstellung, noch der Ausbau der Ortsnetze in unserem Tal bisher in Angriff genommen wurde. Die kürzeren Herbsttage bringen wie bisher für die ganze Gegend eine Petroleumknappheit. Da sind dann vom Bauersmann alle möglichen und unmöglichen Beleuchtungsmittel so gesucht, wie die Lebensmittel vom Städter. Kreis Friedberg. 0 Friedberg, 23. Sept. Sine von der Zu.zg-D. H. S.-Gruppe der hiesigen Schillerschule unter Leitung von Herm Dr. Riedel veranstaltete Abendunterhaltung, bestehend aus lebenden Bildern, Reigen- und Theaterausführung fand einen so allgemeinen Beifall, daß der große Saal des SaalbauS vollständig ausverkauft war. Auf allgemeinen Wunsch fand heute eine Wiederholung statt, die ebenfalls bis zum letzten Platz besucht war. :: Kirch-GönS. 23. Sept. Hier wurde der älteste Mann des Dorfes, der im 81. Lebensjahr stehende Wilhelm Langsdorf, zu Grabe getragen, der die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitgemacht hatte. Der Kriegerverein gab feinem langjährigen Witgliede das letzte Gelette und erwies ihm über dem Grab die letzten Ehren. -. P o h l - G ü n S, 23. Sept. Die hiesige Maschinenfabrik Volk G. m. b. H. erwarb mm der Gemeinde das neben der Fabrik liegende Baugelände zum Bau einer Maschinenhalle. ,ruv den Vertrieb eines ab 1. Cftuber für jeden Fernsprechteilnehmer unentbehrlichen Artikels — Gesprächszähler — suche ich überall 10334ss tüchtige Vertreter. Johannes Staat, Cebrbacbftr.5L Frankfurt a.M. Ersteige VieMeränDgt-MW mit ganz modernen Einrichtungen beabsichtigt für ben dortigen Bezirk Bezirks-General-Agenturen mit Relseganshmlguno Tüchtige SlMWW von großer Fabrik per sofort oder später gesucht. Schrift!. Angebote unt. 99360 an den Gießener Anzeiger erbeten. Pension Brandl = 0 ■ Im öhl. Xie eerm.Verpn. (-'illi. möbl. Zimmer mit 1 Beil an solides Ehepaar au oerm. Uebctnabme von Oauftarbelt erwünscht. (Slaubrcchtttr. 7 I. Möbl. Zimmer au vermieten Landgraf Ubil. Platz 6 IV. Vor»u- i’jrcdjcn abends7—8Ubr. Schlafstelle frei "12801 Löwcugane 18. Änws. n. LonniagS. Mietejesuche | Ä möbl. Zimmer intöal mit Lchreiblisch», sauber, ruhig, ab 31. 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Die Stadtverordnetenversammlung beschloß in einer außerordentlichen Sitzung die Bildung eines Hilfskomitees zur älnterstühung der vom Oppauer Unglück Dettoftmen. Die Stadt zeichnete 50 000 Mark au diesem Zwecke Mainz, 23. Sept. (Wolff.) Im Ginver- fländnis mit dem Aeltesten Rat der Stadtverordnetenversammlung ist an den Bürgermeister Dr. Weiß in Ludwigshafen ein in herzlichen Worten gehaltenes Beileidstelegramm gesandt worden. Außerdem hat die Stadt Mainz 100 000 Mark für das HllfSwerk zur Verfügung gestellt. mc Frankfurt a. M, 23. Sept. Die Stadt Frankfurt spendete für die von dem Crplo- sions-llnglück in Oppau so hart Betroffenen 50 000 Mk. Außerdem wurden in der ganzen Satdt, fast in allen Betrieben, in den Schulen unb unter der Bürgerschaft Sammlungen ein- geleitet, die teilweise schon bedeutenden Ertrag brachten. Berlin, 23. Sept. (Wolft.) Oberbürgermeister B ö ß hat namenS deS Deutschen Städtetages und der Reichs Hauptstadt in einem Telegramm an den Gemeindevorstand in Oppau anläßlich des schweren llnglückes herzliches Verleid ausgesprochen unb zugleich mitgeteilt, daß ber Berliner Magistrat die Bewilligung von 100000 Mark bei der Stadtverordnetr.r- versammlung zur Linderung der ersten Rot beantragt Berlin, 23. Sept (WTB) Die Preis- ausgleichSstelle für stickstoffhaltigo Düngemittel überwies der Stadt Ludwigshafen als erste Hilfe für die bei der Explosion in Oppau Verunglückten 500 000 Mark. Sie beabsichtigt, noch weitere Mittel zur Verfügung zu "Schwäche, vor ihrem lugen ftM _ Heinrich Schultheiß. Johannes Heß» Itt HI, Heinrich Linker I., Emst Reu- kecker, Heinrich Müller III. von Lumda unir* Feldgeschworene für die Gemeinds Kneiplokal evtl, mit Siebenräumen, sofort zu mieten gesucht. Angeb. unt. Nr. 1811 an Herio, Mitleid. Ann.-E.. Mockitrage 5. 10325h Verbindung sucht Knciplofal. Schristl. 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Die schwergeprüften Eltern: Friedrich Wieditz und Frau Emmv geb. Weber. Gietzen, den 24. September 1921. oitm Die Beerdigung findet in aller Stille statt. später, gesucht. 012743.....—------ Bleichstraffe 13 II. 012719 Vismarckttr. 22 Ferkel fürMäfter,Züchter und Händler v.besterZucht,schnellwüch- fige Raffe, langgestreckte, breitbuckl.Tiere,die beiten zur Zucht u. Mast. Sebr gute Freffer. Mark p. Stück. Läuferschweiue von 60 Pfd. aufwärts per Pfd.UM. Garantiere für vrima Tiere und gesunde Ankunft. Tiere, die auf dem Transporte Schaden erleiden bezw. eingeben, werd, von mir obne weiteres ersetzt. Lieferung jeder Anzahl ab Stall der Versandstation gegen Nachnahme sowie vorher, kreiütierärztliche Untersuchung sämtlicher Ber- sandferkel-BieleDankschr. u.Nachbeitell. Ein Versuch dürfte sicher zu wetteren Nachbestellungen führen, da die Tiere direkt vom Züchter kämmen. [102WD] $r. 3of. Hochmann Pfungttadt|Heff>, Born- müble. Tel. Nr. 99. 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Die Beerdigung findet Montag, den 26. Sept., nachm. 3'/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 01„„ MW Stellung für sofort, evtl, zum 1. Okt. Frau Herr, gewerbs- mätzige Stellenvermitt- lerin, Sonnenstr. 6. IHinSmählhenttisr«« für Küchenarbeit gesucht. Ohm Hotel Prinz Carl. Mädchen für klein. Fam. zum 1. Nov. oder früher gesucht. Frau Schmidt, 012755 Löberur. 111. Tüchtig. Mädchen für kl. Haushalt gesucht. Marktplatz 7. Suche tüchtiges, ehrliches Mädchen g»gen hoben Lohn für eine christliche Familie. 10347 Vabnbofttraffe 42 I. Mica Äüs öe- läge 3? je er des spE W 0erf1Mtcrn oie^l «r-f:■ in ®v. LS Sltt bei ÄS Ning Überwiesen Zrferrndare M nomeid; angen (U bett- ven-rdmmsen. D« Dritte heule die Dors des t* ba soll, den Der! hin abzuanöem kn die Dergebi Nindesttorl bah bei g» ringer Pmsbiff km der Dorzuk naz des Abg. l te ZoüerMu Intrag des Abo nittelha^ ihr bis W D baf) die Dr ürte bestiegt den der CÜcgie unter dir bd Staatsarbeiter des Pfleaeptz Zu dem Antn des Lehrers H Sieben, wird nichthessischen Aus bt $ stzd. Main Mede Tah < schm herrschasi Mnslmde ges' für mit fünf Die Strafe fiel der Beweis er chen nur zur 1 hatte. - Fünf heiter Mertel । Für \ Beliöi ^dieDoche W rechtz S11921 n '1 > die 26. 29. l?Qt Ä, ^88 MgnttltsM VMM 85 cm breit m. kaum sichtbar. Fehlstellen, folanaeSorrot reicht. Btt M. 30 Bll. Franz Bette, MänSburg 10. 10283 Rote Gummi ringe garantiert la hen Frieden equalif&f Carl Schunck xotx verwendet. 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Der Oberbürgermerper. 3. QL: IX 2Ld [ e-H-be r g. Meine» am Montag den 3. Oktober ds. FS. (Kirchweihmontag). SS werden zugelassen: I. Ferkel aus Zuchtbeständen des KreiseS Diesten, sofern sie vom Züchter selbst unter Vorlage eines llrsprungszeugnisfes aufgetrieben werden,' . II. Ferkel von Händlern, die nach Einführung in den Kreis die vorgeschriebene Quarantäne durchgemacht haben. Nachweis durch Gesundheitszeugnis eines beamteten Tierarztes. Der Auftrieb erfolgt nur in der Zeit von 9—10 illrr vormittags. L i ch, den 19. September 1921. 10266B Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. merk ole BctmiW ilBlu.-9rmtetel il Cang?. (öiedea n nrrqrtnn fTfinnnnannnaa □□QKQDQQQ 115D bi« woom fct KML *0 L Met Üaben ^chestkion i toun« eine gjJ MOÖWÄft '«werben, ta vermög, rauleln ober w. fttau urbe ii(b batan betet* fj? Schr. 0nneb. um »w an den 0itj Sn», äuL hübsche ffrWeln., 'Lohn, unb Emrichi, walibiüdjtlfi, wllnschi :rcnl »hex tarnten ob. QitMbxtu nnen ju lernen mUat. lelrat tzchr. 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Danach sollen die akademischen Beamten an gröberen Bauä.ntern, und zwar je ein Regierungsbaurat als Leiter deS KreiSbauamtes Mainz, an der 5tultur-3n- spektion Darmstadt, am Hvchbauamt Darmstadt und dem Wasserbauamt Mainz in Gr. 12 etn- gereiht werden, auherdem soll 1c eine Stelle bei diesen Aemtern als Oberbauinspektor in ®r. 9 eingcftuft werden, wodurch sich zusammen vter Stellen in Gr. 8 vereinigen. Ferner sollen bei 6em Ministerium der Knanzen dem Landes- ernährungsamt und dem Arbeite- urdWirtschaf -- amt drei Stellen aus Gr 8 in 9 üdergesuhrt werden, so dast also einschl. der Stellen in den Ministerien und den Landesämtern sich 8 Ober- bau Inspektoren in Gr. 9 befinden. Der Antrag findet Annahme. Der Gesehgebungs-AuSschust des Landtags tagte heute ebenfalls unter Vorsitz des des Wg. Schröder und nahm zunächst die Vorlage betr. Abänderung des Landwirt- schaftSkammergeseheS an. Den Vorstellungen betr die Einreichung von Privatllagen gegen die Abgg. Schröder und Vetters wird die Genehmigung versagt. Der Antrag des Abg. Ruh betr. die Simultanzulassung der Rechtsanwälte bei den Landgerichten wird gutgeheihen, die Vorstellungen der Darmstadter Anwaltsver- einigung werden für erledigt erklärt, ebenso die Vorstellungen der Landgerichtsanwälte in Giesten und deS Rechtsanwalts Hvmberger daselbst betr. Strafverfahren gegen Muhl. Erneut der Regierung überwiesen wird die Vorstellung hessischer Referendare zur Frage des iuristischen Staatsexamens: angenommen wird der Antrag Schildbach betr. die (Heugeftaltung der Strafanstalts- Verordnungen. Der Dritte AuSschuh des Landtags erledigte heute die Vorstellung des Arbeitgeber-Verbandes dahin, dast die Regierung ersucht werden soll, den Verdinaungserlast von 1893 dahin abzuändern, dast auch bei engeren Ausschreiben die Vergebung nicht unbedingt an den Mindest fordernden erfo'gen must, sondern dast bei gleichwertigen Angeboten und bei geringer Preisdifferenz einheimischen Bewerbern der Vorzug gegeben werden kann. Der Antrag des Aba Svherr betresfend die Aufhebung der Zollerhöhung wird angenommen. Zu dem Antrag des Abg Häuser betreffend die Futtermittelknappbeit erklärt die Regierung, dast ihr bis jetzt Beschwerden nicht zugegangen seien, so dast die Annahme berechtigt ist. daß alle Bezirke befriebigt werden. Einige Vorstellungen werden der Regierung als Material überwiesen, darunter die des DerbandeS der Gemeinde- und StaatSarbeiter Giesten, betreffend Ausbildung des Pflegepvfonals in den Giehener Kliniken. Zu dem Antrag Kiel, betreffend die Entlassung des LehrerS Hillebrand aus der Pslegeanstalt Diesten, wird beschlossen, Hillebrand durch einen nichthessischen Psychiater untersuchen zu lassen. Aus dem besetzten (Bebtet Französische Justiz. spd. Mainz, 22. Sept. Das Dienstmädchen Elfriede Gatz aus Mainz hat seiner französischen Herrschaft 2000 Franken und mehrere Wertgegenstände gestohlen und must den Diebstahl dafür mit fünf Jahren Gefängnis düsten. Die Strafe fiel um deswillen so scharf aiI3, weil der Beweis erbracht wurde, dast sich das Mädchen nur zur Verübung von Diebstählen vermietet hatte. — Fünf Zähre Zuchthaus erhielt der Arbeiter Merkel aus Kreuznach, weil er aus einem französischen Bureau einen Revolver entwendet hatte. Die französisch« Handelshochschule in Mainz. grz. Mainz, 22. Sept. (WTB.) Dast Mainz das AuSfallStor der französischen Äul» turpropaganda ist, dürfte bekannt sein. Interessant ist aber die Verbindung der Wirt- schafts- und Kulturpropaganda durch die Tätigkeit der neuen Handelshochschule in Mainz. Diese ist ursprünglich für ftanzösischeS Militär errichtet worden, es wurden aber auch Zivilpersonen zugelassen. Die Lehrer sind gewonnen von der Straßburger Rechtsfakultät und dem Mainzer französischen Gymnasium. Besondere Anforderungen für die Zulassung werden außer Volks schulreife nicht gestellt. Außer den HandelSwissenschasten und den dazu gehörigen handelsrechtlichen Disziplinen wird vor allem die deutsche Sprache gelehrt. Eine besondere Abtellung des Vorlesungsverzeichnisses ist den Rechtsfragen gewidmet. Es gibt besondere Vorlesungen über die Geschichte der Rheinlande, die Industrie und Technik der Rheinschiffahrt, über die politischen und wirtschaftlichen Probleme der Gegenwart, das Wirtschaftsleben des gegenwärtigen Deutschland, die rheinische Kunst, den ftanzösischen Geschmack usw. Außer diesen Vorlesungen werden besondere Hebungen gehalten, in denen die deutsche Sprache eine Rolle spielt. Das Wintersemester wird am 3. Oktober eröffnet. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß auf dieser Mainzer ftanzösischen Hochschule das Fundament für die Französierung des Rhetnlan- deS gelegt werden soll. Bestrafte Selbsthilfe. fpd. Boppard. 22. Sept. Der Metzger- meister Karl M ü l 1 e r in Traben-Trarbach wurde von betrunkenen marokkanischen Soldaten angegriffen und blutig geschlagen. Der Mehgermeister setzte sich zur Wehr und verprügelte die beiden Braunen nach allen Regeln der Kunst, so dast sie mit Mutigen Köpfen in ihre Kaserne heimkehrten. Für die'en Akt der Selbsthilfe, die die Franzosen als „Mißhandlung' auffaßten, wurde Müller vorn hiesigen Militär- Pvlizeigericht zu 2 Monaten Gefängnis und 30?0 Mart Geldstrafe verurteilt. Der Angeklagte legte gegen das Urteil Berufung ein und erreichte, dast das Mainzer Militär-Poli'ei-Berufungs- gcricht ihm die Strafe auf einen Monat Gefängnis ermäßigte, es bei der Geldstrafe aber beließ. Aus Stabt unb ßanb. Gießen, den 24. Sept. 1921. Zur Tarnung! Für eine „Anhaltische Spar- und DarlehnSgesellschaft m. b. H." werden Prospekte verschickt, in denen zur Mitgliederwerbung für die genannte Gesellschaft und zur Einzahlung von Spareinlagen aufgefordert wird. Durch Urteil deS Landgerichts Leipzig ist festgestellt, daß die „Anhaltische Sparund DarlehnSgesellschaft m. b. S).u keineswegs als ein gemeinnütziges oder auch nur unter- stüyungSwürdigeS Unternehmen angesehen werden kann. Der einzige Gesellschafter der Gesellschaft ist btelfad) mit Strafbehörden in Konflikt gekommen und ist namentlich-vor dem Kriege wegen Gründung von „SerienloS-Ge- sellschaften" bestraft worden. Vor diesem Unternehmen ist deshalb jedermann zu warnen. • •* Freiwillige Sanitätskolonne vsm Roten Kreuz. Am 10. Oktober beginnt hier einAusbildungskursuSinder ersten Hilfeleistung bei Unglücks- und Krankheitsfälle n, der vom Ko- loTmenarzt geleitet wird. Gerade in diesen Tagen hat das schwere Unglück in Oppau wieder gezeigt, von welcher Bedeutung es sein kann, wenn möglichst viele Retter und Helfer bei Heineren ober größeren Unfällen, wie sie sich täglich ereignen können, vorhanden sind. Es wird deshalb aus diesen Kursus ganz besonders hingewiesen. Räheres siehe Anzeige. •• Ren tner Daniel Heil feiert morgen seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß versammelte sich gestern der Vorstand und AufsichtSrat der Gewerbebank zu einer kleinen Feier, um dem Zubllar für die treuen und ersprießlichen Dienste als langjähriges Mitglied des Aufsichtsrats der Dank zu danken. Landkreis Gießen. t. Rieder-Bessingen. 21. Ott. Der ausgedehnte Wiesengrund von Lich dis Ober- Bessingen, zu dem auch unsere Gemarkung gehört, hat sowohl eine nicht unbeträchtliche Heuernte geliefert, als auch einen recht guten Ertrag an Grummet elngebracht. Dieses fo günstige Ergebnis ist vornehmlich der Bewässerung durch die Wetter zu verdanken. — Der in unserer Rähe gelegene Hof Mühlsachsen, der letzte Rest eines am Ausgange des Mittelallers verschwundenen Dorfes, hat bedeutende bauliche Ausbesserungen erfahren. Insbesondere ist ein stattliches neues WohnhauS errichtet worden. Starkenburg und Rheinhessen. fpd. Offenbach a. M., 23. Sept. Der seit 11 Tagen währende Streik der Offenbach - Frankfurter Schrift- gLeher ist beendet, ohne daß die Streikenden etwas erreicht haben. Die Arbeit wird morgen wieder ausgenommen. Hessen-Nassau. Don der Messe. mc. Frankfurt a. M., 23. Sept. Die ersten Aussteller zur fünften internationalen Messe sind etngetrofsen und sinl ,iit der Einräumung ihrer Stände beschäftigt. Am Haus Werkbund und den neu erstellten Hallen wird noch tüchtig gearbeitet, doch werden sie biß Sonntag fix unb fertig sein. Die Frankfurter Messe weist dieseSmal die Rekordziffer von 7100 Ausstellern auf. Zahlreiche Firmen muhten wiederum, wie bei den früheren Messen, abgewiesen werden. fpd. Frankfurt a. M., 23. Sept. Aus den Damen einer hiesigen Buchhandlung wurden bei verschiedenen Buchhandlungen in Berlin, Stuttgart, Gotha und München größere Sendungen Bücher bestellt, wobei um Zusendung als Eilgut an den Spediteur Paul WiSner, bahnlagernd Frankfurt und München, gebeten wurde. Bei Ankunft der Sendung wies sich dann am Bahnhof ein Unbekannter als Paul Wiesner aus, der angab, daß er von feiner Firma zur Empfangnahme der Sendung beauftragt sei. In zwei Fällen wurden dem Manne die Pakete aus- gehandigt, die er dann als Eilgut nach Stuttgart weiter sandte. Die Sendung wurde in Stuttgart von Helfershelfern in Empfang genommen. Der Schwindler konnte noch nicht ausftndig gemacht werden. Gerichtssaal. mc. Frankfurt a. M.. 23. Sept. Eist zwei Tage langer Spieler prozeh mit zahlreichen Angeklagten beschäftigte gestern und heute die Sttafkammer. Troy der umfangreichen DeweiSanttäge konnte aber den Beschuldigten meist nichts Positives nachgewiesen werden und das Gericht erkannte mit Ausnahme der Frau Auguste Apfelbaum, die einige tausend Mark Geldsttafe bekam, auf Freisprechung. Spielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 25. Sept., abends 6i'2 Uhr: BoriS Godunow. Montag, 26.: FigaroS Hochzeit. Dienstag, 27.: Der stiegenbe Hollander. Mittwoch, 28.: Die Fledermaus. Donnerstag. 29.: Aida. Freitag, 30.: Mesfe-Konzert. SamStag. 1. Ott.: Carmen. Sonntag, 2.. nachmittags 5 Utzr: Die Meistersinger von Dürnberg. Moniag, 3.: Der Wasfenfchmied. Dienstag, 4.: Doris Godunow Mittwoch, 5.: Die Zauberflöte. — Schauspielhaus. Sonntaa, 25. Sept, nachmittags 3 LIhr: Alt-Frankfurt Abends 7 älbr: Robert und Bertram. Montag, 26 : Die Ver'ch.vörung deS Fiesko zu Genua. Dienstag, 27.: Penthesilea. Mittwoch, 28.: Egmonl. Donnerstag. 29.: Der lebende Leichnam. Freitag, 30.: 2llt-FranNutt. Samstag, 1. Olt.: Penthesilea Sonntag. 2. nachmittags 3 llhr: Alt-Heidelberg. Abends 6' . Ubr: Maria Stuart. Montag, 3.: Robert und Bertram. Dienstag, 4.: Der Tod des EmpedolleS. Mittwoch, 5.: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 25. Sept., 18. nach Trinitatis. Kollekte für die evangelischen Frauenveretne. In der S t a d t k i r ch e. Vorm. 8 älhr, zugl. Chn'lenlehre f. d. Deukonfirm. a. d. MartuS- gemeinde: Pfr. Becker. 9y$: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche f. d. Matthäusgemeinde: Pfr. Mahr. — In der IohanneSkirche. Vorm. 8 älhr, zugl. Christenlehre f. d. Deulonfirm. a. d. Zo- hannesgemeinde: Pfr. Ausfeld 9 ; Pfr. Bech- tclsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgem.: Pfr. DechtolsHeimer. Abds. 8: Dibelbcsprechung im Iohannessaal: Pfr. Adolph. 25. Dept. Wiefeck. Vorm. 9: Deichte. 9Vj: Gottesdienst, im Anschlutz Feier d. hl. Abendmahls. Sonntag, 25. Sept., vorm 10: Kirchberg 11: Christenlehre f. d. weibl. Jugend — Dachm. 1: Mainzlar. — Dachm. 1: Dau- dringen. Katholische Gemeinde. Samstag, 24. Sept., nachm. 5 u. abds. 8 älhr: Gelegenh. z. hl. Deichte. — Sonntag, 25. Sept. 19. Sonntag nach Pfingsten. Vorm. 6y2: Gelegenh. z. hl. Deichte. 7: Hl. Messe. 8: Austlg. d. hl. Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: HU Mesfe m. Pr. Dachm. .2: Andacht. 2V3: Iüngb- Kongregativn. 3Vr- Hausangestellten-Derein. Diaspora-Gottesdienst am 25 Sept. Grünberg, vorm. 9Vi ältyr. — Katholischer Gottesdienst. 25. Sept. Lich, vorm. 10. nachm. i/j3. — Hungen, vorm. 8 llhr. das solide, hochwertige Seifenpulver schont und erhält Ihre teure Wäsche, macht sie fein sauber (ohne Zauber!) 10230V Vertreteri Ludwig Schöck, GieBen, Fernsprecher 1624. vehördliche Anzeigen F—K 1921, 1921, R—Z 1921, Die Kohlenkarte für Einzelpei unserem Geschäftszimmer in Empf, lpersonen kann in lang genommen werden. Kohlen, auf 102808 (Lebensmittelamt und Drenpstoffamt.) Lollar, am 23. September 1921. 10298V Hessische Sürganttiftaü Lollar: Schmidt. Auf Marke 1 entfallen 1 Zentner Marke 2 1 Zentner Briketts. Gießen, ben 22. September 1921. Der Oberbürgermeister. Bekanntmachung. Ein gut genährter Vogelsberger Bulle der Gemeinde Lollar soll im Submissionswege verkauft werden. Angebote per Zentner Lebendgewicht find verschloffen mit entsprechender Aufschrift bis zum 28. September 1921 nachmittags 7 Uhr bei uns ein- zureichen, woselbst auch die Derkaufsbedingungen em- gesehen werden können. Luhns mit Rotband ist in den von früher bekannten Läden zu 2.25 das Paket zu haben Für Wiederverkäufer ist LUHNS bei den bekannten Grossisten erhältlich Donnerstag den 29. September von 2—6 Uhr nackunittags, Freitag den 30. September von 8—12 llhr vormittags, Freitag den 30. September von 2—6 älhr nachmittags. Stöbt Brennstoffamt. 1. Verkauf von Dr enn ho lz: Llbgabe in Mengen von V, Zentner an vom Lager in der Gabelsbergerstrahe. Dezugschefne werden im Brennstoffamt ausgegcbm. Preise: Hartholz geschnitten 15 Mk. für den Zentner Weichhvlz 13 Mk. für den Zentner. Kleingehacktes Holz 1,50 Mk. für den Zentner mehr. Bei Abnahme von mindestens 50 Zentner wird ein Preisnachlaß von 1 Mk. für den Zentner gewährt. 2. Ausgabe von Brennstoffen: Marke 1 der Kohlenkarte für Kleingewerbe (rote Karte) wird mit 3 Zentner Kohlen und Marke 2 mit 2 Zentner Briketts beliefert Stabt Sebensmittelamt Warenausgabe für die Woche vom 26. Sept bis 2. Oft. 1921. Dicht rechtzeitig abgeholte Ware verfällt 1. Brot: Wochenmenge 2000 Gramm Brot oder 1480 Gramm Mehl. 2 Ausgabe von Weizengrieß. Degen Abgabe der Lebensmittelmarke 40 werden in den hiesigen Kleinhandelsgeschäften in der Seit vom 28. September bis einschließlich 5. Oktober 1921 125 Gramm Weizengrieß zum Preise von 1,90 Mark das Pfund ausgegeben. Die eingeaangenen Lebensmittelmarken sind von den Kleinhandelsgeschäften am Samstag den 8. Oktober 1921 an das Lebensmittelamt, Zimmer Dr. 8, ab^ugeben. 3. Zucker (Sonderausgabe): 200 Gramm zu 4,10 Mk. für das Pfund. Ausgabe durch die hiesigen Kleinhandelsgeschafte gegen Äe der Lebensmittelmarke 39 vom 27. Sep- 1921 bis einschließlich 8. Oktober 1921. Die ein gelösten Lebensmittelmarken sind am 11. Oktober 1921 an das Lebensmittelamt, Zimmer Dr. 8. abzuliefern. Die Kleinhandelsgeschäfte wollen die Bezugscheine hierfür am kommenden Montag den 26. September 1921 auf dem Lebensmittelamt, Zimmer Ar. 8. in Empfang nehmen. 4. Sonderausgabe des Leber, s - mittelamts: Trvckenmilchpulver 93 Gramm 4,25 Mk. 5. Markenausgabe: Donnerstag den 29. September und Freitag den 30. September 1021 gelangen m den Bezirken die neuen Lebensmittelmarken für Oktober, Aovember und Dezember wie nachstehend zur Ausgabe: A—E Donnerstag den 29. September 1921, von 8—12 älhc vormittags, HmthalLemgM Vertreter: Paul Heidlindenrann, Wietzen. Goelheftratze 31, Fernruf 665. Karten (Biegen, 24. September 1921 Eduard Zuckmayer Statt Karten! Prtoflt-öanöel5-5®nle ♦♦♦♦♦♦ Salzböden, im September 1921 WSSIM O Sonntag, Anians * Ubr nachmittags <||alle Müllergesellen LASTER Apotheken u. Drogerien E« ladet ein OanS Kirzingcr. oimo K. Z. R. 8u zahlreichem Besuch ladet ein W-imSiMSSW« Gießen, September 1921 LU. 10342 gfltß^O-n5(9ßfl!elDeronlioen! G. Koch, Weserstratze 20 G ES ladet freundlichst ein Fr. H. van Elkan. Der Vorstand. 10291v Sonntag, 25. Sept, nachm. 3.20 Uhr Westdeutscher Spielverband e. V. Abends ab 8 Uhr im „Hindenburg“ 10290 t l F ind । die rn.Gmv)ÄrV«L Henny Büchner Werner Iawar Verlobte (Emilie Rühl Wilhelm Horny Verlobte Ottilie Hahn Heinrich Barnick Verlobte Meine Verlobung mit FrSnlein Maria Muth beehre ich mich an» zuzeigen 61wei Dipl.-Ingenieur Carl Schmale Leiter des städt. Detriebsamts Limburg (Lahn) ntobern! 1)hatographie msdtni! H Wassel-, Zucker-, Spielwarenstände usw. fj S Weltpanorama - Lachkabinett - Teuselsrad $ Samstag den 1. Oktober, abendS s Ubr, Tagesordnung: 1. Jabrebbericht, L BereinSabrechnung. 3. Neuwahl des Vorstandes, 4. Verschiedene-. Vorstehender Stundenplan Ist von der Hess. Regierung genehmigt und wird von ihr überwacht. Der Unterricht fällt in die Zeit von 8V, vorn, bis 1 Uhr nachm. Anmeldungen und Auskunft täglich 8—1 und 3—7 Uhr, Prospekt kostenfrei. 0083c Die Schulleitung. Zur Beachtung! Die Hansa-Schule ist die alleinige Handelsschule am Platze, deren Inhaber Lehrer und Fachmann ist und daher die Befähigung und Berechtigung besitzt, die Schulleitung selbst zu übernehmen. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Karl Wetzel Else Wetzel geb. Gopon Marie Rau Christian Wagner Verlobte vom 25. September bis inäl. 2. Oktober 1921. Lustbarkeiten aller Art: Ruderklub Dan 1906 (E.V.) Meine Verlobung mit Fräulein (Emma Arnold beehr« ich mich anzuzeigen Dr. med. Theo Wilhelm DroMcta aller Irl wert die Brtüü'eeke Ualw.-DraekeraU B. Lengs. Bleie» □□□□□□□OOOOOOODD□□□□□□□□□□□□□□□ Statt Die Verlobung unserer Tochter Emma mit Herrn Df. med. Theo Wilhelm beehren wir uns anzuzeigen Rechtsanwalt Ferd. Arnold Direktor der Gewerbebank u. Frau Anna geb. Kratz Frankfurt a. M. Werte von Bach, Bändel, Veracini, Dvorak, Goetz, Kreisler. Eintrittspreise: 9, 8» 6 und 4 Mk. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 3 Mk. beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte, (1jWv Statt Karten! Meline Bender Willi Feuser Verlobte Gießener Konzertverein Sonntag, 25. Sept. 1921, nachm. 5 Uhr in der neuen Aula der Universität Sonderkonzert Professor Wt. SMW-M« oom loten fitem, wo. Montag, den 10. Oktober bs. Is., abends 8 Uhr, beginnt im Kolonnen-Depot, Sonnenstrabe 2, ein 9786* , — 1900 komb. Gießener Sport-Club von 1900 e. V« Sportplatz an der Hardt Gauliga - Verbandswettspiel V. f. B. Marburg — Gießen 1900 e. V 5 UliM Hockey-Wettspiel s V. f= B. Gießen I Gictzen, Babnhofstr. 60 Tel. 1097. - Gcgr. 1909. 1». OKt. V-ainn öalö-ujaötesmrfe s. Damen u. Herren tur gründl. Ausbildung s. d. Kontor-Praxis. Slaufm. u. landwirlsch. Buchsllbrung. mm Sleaogr. 6. Baseh.-Schr. TagcS-u.'Abcndkurie. 'Jiectjt«. Anmeldung erwünscht. Prospekt und Auinabmeschein frei. Schöne Aussicht Sonntag, den 25. September, ab nachmittags WWüIfflö Kein Landwirt ob. 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Meldungen für Teilnehmer bis 3. Oht bei Kolonnenführer Kratz, Schulftratze 11, woselbst weitere Aus- kunft erteilt wird. Unbescholtene Angehörige ehemaliger SanitSts- formationen werden unter Vorlage des Nachweises ihrer Ausbildung jederzeit in die Kolonne aufgenommen. 103360 Der Vorstand. Allen Zangerbrüdern herzliche Einladung zum WO WW-MlWl am 20., 21. unb 22. Mai 1922, veranstaltet vom M.-Gsg.-Der. „Frohsinn" (gegr. 1850) in Angersbach Merhessen) bei Lauterbach und Vad Salzschlirf. Anmeldungen wolle man bis zu« 20. Noo. d. J. an den 1. Vorsitz., Herrn Hch. Wahl XXVI., ergehen lassen. Für Einlegung passender Züge wird der gastgebende Verein Sorge tragen. Näheres siehe lokaler Teil. Der geschastssührende Ausschuh. 3. 21.: Wahl. 1O293D I Schaumesse i 1 Metzen, Oswaldsgarten | Hannover Wittenberg, Dez. Halle 24. September 1921 1MO Gießen, 25. 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Die Anfuhr hat sich bedeutend verstärkt, öe kosteten per Zentner: Kartoffeln 73- 75 Ml., Weißkraut 80-90 Mk.. Rotkraut 90—100 Mk., Tomaten 130-140 Mk-. Zwiebeln 80 - 90 Ml.. Bohnen 240-280 Mt., Spinal 160 180 Mk., Wirs-.ng 140—160 Mk.. Römisch Kohl 90-110 Ml. Eftkarvl pro Hundert 80- 90 Mk.. Kopfsalat 70—100 Mk.. Sinlege- Gurken 8—28 Ml., Kohlrabi 25 -40 Mk. Der Obfl marIt war gut irsbesondere die Anfuhr von Birnen sehr reichlich. Sie kosteten je nach Qualität 70—210 Ml. Aepfel lWirtschaftSodst) 100 Ml. Taseläpsel 140—220 Mk.. Trauben 400 bis 440 Mk., Hüffe 400 -460 Mt. — Lebende Flußfische 5-11 Mk. pro Pfund. Lebendes Ge- flügcl, das früber stark gekauft wurde. 8—9 Mt. pro Pfund Butter ging etwas zurück und rostete 22 -30 Mk tigen Konkurrenz zu sehr benachtelligt sein, wenn bie Erhöhung einseitig für (Sieben vorgenommen würde. — Stadtv. Fourier klagt, dah in Diesten das DaS so schlecht wie nirgendwo anders sei. — Bürgermeister Krenzien häll diese Klaaen für übertrieben, wenn auch die Qualität des Gases selbstverständlich unter den sehr schlechten 1875,601879,40 1863,10 1866,90 1398,601401,40 1403,551406,45 auf Wunsch TKt I iolost «nrück (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Qlcue SrNarungen Stresemanns. Karlsruhe. 22. Sept. In einer öffentlichen Versammlung in Pforzheim hielt gestern abend der Reichstagsabg. Dr. S t r e \ c - mann eine Rede über die politische Lage. Schars tritifierte der Redner die Politik des Reichskanzlers gegenüber Bayern. Wenn man so wie Dr. Wirth gegen Bayern agitiere, treibe man das Reich auseinander. Der Redner wandle sich dann gegen die Aeußerung des deutschnationalen Führers Hergt, es handele sich jetzt darum, den Kamps der Weltanschauungen auszufechten: Hetzt sei nicht die Zeit zu einem solchen Kampsc, wo Deutschland nicht wisse, was aus Oberschlesien werde und wo das linke Rheinufer von der Entente beseht sei: jetzt müsse alles gesammelt werden. was zum Zusammenarbeiten bereit sei. Dann fuhr der Redner fort: Die Deutsche VolkSpartci lebt auf dem Boden der Verfassung. Die Frage, ob Die Deutsche Volkspartei mit der Sozialdemokratischen Partei in einer Regierung zusammenarbeiten soll, beantworte ich mit einem glatten Za. Staat und Wirtschaft tonnen heute nicht die Mitarbeit der produktiven- Kräfte, der Politiker und aller anderen Schichten. die in den verschiedenen Parteien vorhanden sind, entbehren. An die Stelle des: Hie Rechtsblock hie Linksblock! soll man den Gedanken setzen: Volksgemeinschaft aller! Die grundsätzliche Bereiterklärung, auch mit der Sozialdemokratie zusammenzuarbeiten, ist der einzige Weg, um aus der gegenwärtigen Rot herauSzukommen. Von diesem Gesichtspunkte aus freue ich mich über den Be- schlust der Sozialdemokraten auf dem Görlitzer Parteitag. Die Reichstagsfraktion, die in diesen Tagen in Heidelberg beifammen war, hat mir zu dieser Zusammenarbeit ihre Unter- Börsenkurse. Frankfurt Berlin 1-Uhr- 1-Uhr- Schlust- Schlust- lirten 18 10368 •aleW.Hamel Telephon 157 IhreÜääre! istenlos Prospekt. Schloßtalkenbers j 453 (Markt UurHaarffi9seng(,h— n Kundschaft von unbUmgegenbjur ch meinen Betrieb *r (^genommen losir icr Mühle ,u llmt Die Erhöhung der städtischen Beamten- gehälter und Arbeiterlöhne, die einmütig und ohne wesentliche Debatte bewllligt wurd^, belastet den Stadtsäckel im laufenden Rech' nunqSjahr mit etwas mehr als anderthalb Millionen Mark. Dieser Betrag kann nicht anders als durch die städtischen Betriebe aufgebracht werden. Die Stadtverordneten gaben daher schnell und einstimmig ihre Einwilligung zur Erhöhung deS lSaS-^Wasser- und Strompreises. Gas und elektrischer Strom werden um 30 Pfennig teurer^ der Wasser- preis steigt um 10 Pfennig. Bon einer Erhöhung des Straßenbahnfahrpretses wurde vernünftigerweise abgesehen. Bei den kurzen Entfernungen in unserer Stadt wäre wohl eine Minderung der Einnahmen, oder gar, wie vom Magistratstische erklärt wurde, eine völlige Einstellung des Betriebes die Folge gewesen. Der Entwurf einer Strahenreinigungs- und Müllabfuhrsteuer, mit dem die Bürgerschaft vor einigen Tagen überrascht ward, wurde, wie nicht anders zu erwarten war. von der Tagesordnung abaesetzt und einer Ko- mission übergeben, in der er wohl eine wesentliche Umgestaltung erfahren wird. Zu begrüben ist eS auch, dah die am meisten interessierten Mieter- und HauSbesiyervrgani- sationen dabei mitwirken werden. Ein Schmerzenskind unserer Stadwäter ist die schlechte Akustik ihres Sitzungssaales. Der schöne Wandschmuck aus Fahnentüchern, der das liebel so ziemlich beseitigt hatte, war nur als Provisorium gedacht und ist wieder entfernt worden, wahrscheinlich, weil er sich zu ..festlich- ausnahm. Jetzt hat man den Saal in halber Höhe mit einem Retz dünner Fäden überspannt und um die Wände aus rohen Hebung von Gebühren für die Reinigung der Straften und Fußsteige und für die Abfuhr von HauSkehticht" wird ausgesetzt. — Oberbürgermeister Keller erklärt, die verschiedenen Ausschüsse hätten gestern lange über den Entwurf beraten. Es sei beschlossen worden, zunächst mit den Interessenten, mit Hausbesitzer- u nb Mieterverein zu verhandeln. — lütyung zu gesagt. „TimeS" über innere deutsche Politik. London. 23 Sept. (WTB.) .Times" schreibt in einem Leitartikel, es fei ein hoffnungsvolles Zeichen, daft die Deutsche Vofks- Partei ihrem Gntfchlust. die deutsche Republik zu unterstützen. Ausdruck gegeben habe. Die Tendenz. die die Industriellen von den Militaristen wegziehe und sic in die Lage versehe, mit den gehässigsten Sozialisten zur Unterstützung der Republik zusammenzuwirken, sei sicherlich zu begrüben. Dies würde hoffentlich die Stellung Wirths gegenüber den extremen Rationalisten stärken. Der deutsche Botschafter bei Briand. Paris, 23 Sept. (WTB.) Ministerpräst- deut Briand hat gestern nachmittag den deut- schen Botschafter Dr. Maier empfangen. Frankreich und die Ausnahme Litauens in den Völkerbund. London, 23. Sept. (WTB.) Der Genfer Sonderberichterstatter des »Daily Herald" schreibt: Die Aufnahme Litauens in den Völkerbund bedeute eine Rieder läge für die französische Diplomatie und ein Beweis für den Riedergang des französischen Einflußes in Europa Griechenland in der Klemme. London. 23. Sept. (WTB.) „Daily Mail" meßet, in London eingetroffenen Berichten zufolge werde für wahrscheinlich gehalten, daß der griechische Premierminister G u - naris demnächst nach London kommen und mit Lloyd George und Lord Curzon zusarn- mentreffen werde. Der Assozietetpresse zufolge verlautet, daß GunariS den Alliierten die Bedingungen mitteilen werde, unter denen die Griechen bereit seien, mit den türkischen Rationalisten Frieden zu schließen. Die Türken melden, daß sich die Griechen, von allen Seiten bedrängt, zurückziehen. Die Rot der Arbeitslosen in England. London. 23. Sept. (WTB.) Lloyd George erörterte aestern mit den Arbeiterführern und Bürgermeistern, die ihn ausgesucht hatten, die 2 r b e it s l osenf rage. Er hob nachdrücklich hervor, daft die zentrale Regierung die Lasten nicht allein auf ihre Schultern nehmen könnte, und daft ein Zusammenwirken zwischen der Regierung, den ersten Behörden, den Unternehmern und der organisierten Arbeiterschaft wesentlich sei. Das Parlament müsse ebenfalls befragt werden, wenn es zusammen trete, dann werde er eine Erklärung über das gesamte Arbeitslosenproblem abgeben. sss--: NtS- v" M^- lehen im Gesamtbeträge von 26 000 Mark aus-, wtoluge ton 100 auf TO I gegeben Worben, die bis 1. Mai biefes Jahres ^g°„ia . . „ beides mit Wirkung vom 1. August- Den stadti sein sollten. Bis letzt wurden aber ßopenbaqen . schen Beamten, Bediensteten, ^^^^stelllen aRarf abgettagen Unb der aröftte Teil Stockholm .... Ruhegehalts- und Wittr^^lde^fangern werden ^s^chen 20 000 Mark werde auch nicht ein- helstnafor,. . . . vom gleichen Tage die gleichen Zuschläge gewahrt. fßtn Finanzausschuß wird daher Aasten...... da sie nach r>er 7besov>ungsordnung den Beamte im Bedarfsfälle die einzelnen Dar- London des hessischen Staates gleichgestellt st • feften niederzuschlagen. Neuyork 660 000 Jliarr -iMaon Qohr- nebmiat — Die Stadtv. G o r h, Kling und I Spanien taffe die entspw^'^en Kos dur d Michael führen Klage, daft die Anweisung vor- Men (alles). . . ve^onen der DEschule mit 1^ ^larr un den zuständigen Körperschaften, vor allem Deutsch-Oesterr. . Ät XüttU iÄ Ma^ Lr Schule v^rgelegt wurde. - Beigeordneter Dr. Prag . ..... fo daft dre vtavtraiie enogu ig 6 c i b kündigte hierbei eine Vereinfachung der Budapest der städtisch Arbeiter städtischen Körperschaften an; die Zahl der De- Bulgarien .... und die Kinderzulagen d^Ntä^sch^ Ar- putationen und Ausschüsse sei zu graft. Aonstantinopel. . beiter werden mit Wirkung vom 7. August um Die Sätze der E r w e r b s l o s e n u n t e r° dieieniaen Sähe erhöht, welche durch den Schieds- st ü tz u n g werden nach den^ oom_ Reichsarbeitsspruch her Dezirksschiedsstelle Mainz vom 8. Sep- minicherium zugelasfenen Höchstsätzen mit Wir- tember vvrgeseh«i wurden. Aus Grund des Vor- fung vorn 1. August erhöht, standsbeschlusses desDezirks-Arbeitgeber-Derban- öffentliche Tagesordnung ist Datum: des Mainz ist ab 6. August den vollbeschäftigten erledigt. Rach Einzelabstimmung wird jedoch ein tz«/, Dtsch. Ariegsanl. männlichen Arbeitern über 20 Jahre 1 Mart, 2-ciI geheimen Tagesordnung öffentlich be- 4 «/e Dlfch. Reichsanl. den jugendlichen Arbeitern, die Ernährer von raten. 3 •/» Dtsch. Reichsanl. ’ “ " ' " " " "-*■ * ' Die sogenannten Ortslöhnefürdieun-4«/. Preuft Aonsol, ständigen Arbeiter sollen entsprechend der Darmstädter Bank . seit einem Jahre eingetretenen Geldentwertung Deutsche Bank . . . um 50 Prozent erhöht werden. I Disconto-Desellschast Die Mufti! des Stadtverordueteusaales. »anck . Der Versuch, die mangelhafte Akustik des ^jtteld. drebitbanh. Sitzungssaales durch Fadenüberspannung -,ymer^ «noietf. . anflaoia- paftillen $« Dntofdttw t*r Hnndel. tucvvt.u , Berlin, 23. Sept. Börsen st immungs- besichtigung habe es sich erwiesen, daft an dieser 5^5 Da die geplante Heranziehung der in- Etelle niemals eine Verkehrsstrafte erstehen ^striellen Kreise für die Beschaffung von Gold- werde Der Ilferstreifen sei viel zu schmal und der ÖCDi!cn die vielsach erwartete 'Besserung des Mart- Eisenbahndamni schliefte die Stadt ohnedies von £urfed nicht bewirkte, setzte heute ein neuer Kaus- ber Lahn ab. Dies werde vielleicht in vielen anbrang für alle Arten Industricwerte ein. Reben Jahren anders werden, wenn die Bahn elektri- jc[tigfcit des Devisenmarktes sollen auch fiert sei und auf einer Drücke als Hochbahn ge° nahen Transaktionen bei den einzelnen Mon- führt würde. Im übrigen würde eine breite tanindustriellen und elektrischen Unternebmungen Verkehrsstrafte nur den intimen Charakter der bedeutenden Steigerungen Anlaft gegeben ha- Ilserlandschaft stören. — Gegen eine Minderheit ^n Bochumer gewannen über 90 Prozent, wird beschlossen, das Daugesuch beim Ministe- Deutsche Waffen über 50 Prozent, Gasmotoren tium zu befürworten. Deutz 69 Prozent. Ludwig Löwe 60 Prozent Die Kartoffelversorgung der Daneben bildeten Kurserhöhungen von 30 bis städtischen Beamten, Angestellten 60 Prozent keine Ausnahme. Mannesmann ge- und Arbeiter wird von der Stadt unter be- rannen 47 Prozent. Bingwerke buftten unter stimmten Bedingungen übernommen. Die Kar- ©etorrmrealUierungen 24 Prozent ein. Die Werte übermannt uno um vie xuuiiue uu» . toffetn werden zum Selbstkostenprerö abgegeben: Anllinkvnzerns waren deute wieder notiert ein LlMeftm8 aeführt damit die Verluste dürfen der Stadt nicht erwachsen Mit- Qie waren nicht besonders stark verändert. Badische 21Ct!fjyrreIn unh herftärft wür- tels Anzahlung und wöchentlicher Ratentilgung 2lnilin und Elberfelder stellten sich um 30 bzw Schallwellen aufgefangen und verstärkt wur \ K^oftelschuld bi8 Juni nächsten Iahres 25 Prozent niedriger. Petroleumaktien waren den. Die heutige Sitzung hat ledoch.erwiesen^ückgezahlt sein. Für die Beschaffung bieferk1art beehrt, namentlich Deutsche Erdöl die über daß Heberfpannung und Br etter gesmiS völlig Kartoffeln wird ein Kredit von 400 000 Mark 2oo Prozent gewannen im Hinblick auf die Anunzureichend sind, und man Wird wohl Wie- bewilligt. Näherung an die Deutsche Schachtbaugesevschaft. der zur Wandbekleidung zurückgreifen müssen. DaS neue Amtsgerichtsgebaude, Schiffahrtsattien und Bankwerte profitierten von » das 1917 vorn hessischen Staat unentgeltlich zur K^r Hausseströmung nur wenig. Valutapapiere Anwesend sind Oberbürgermeister Keller. Bersügung gestellt und im April dies^ Jahres ^ren meist mäftig gebessert. ®et Qlnlagemarft -TMnvTermcifier Krrnzien die Beigeordneten und vom Lebensmittelamt geräumt wurde, hat selbst- verharrte auf dem bisherigen Preisniveau. 35^tadtverordnete. verständlich unter dieser Benutzung AeMten. Der Frankfurt a. M.. 24 September. Erhöhung der Deamtengehalter und Arbeiter- Ward 25M Mark habe^also die Jahres- Berliner Devisenmarkt. lohne. miete des Gebäudes betragen. Geld Brief Geld Brief Für die Reichs- und Staatsbeamten sind die Zur Kartoffelbeschaffung für Win- Datum - 22 Sent. 23. Sept Teuerungszuschlage aus Grundgehalt unb Ort«- r b e m i 11 e l t e waren im vorigen Jahr Dar- Amperdam. Rotterd. 3334,05 34 ,0,95 3436,55 3443,45 zuschlag von 65 auf 89 Prozent, und die Ämbet r im Gesamtbeträge von 26 000 Mark aus- Drüssel-Antwerpen . 767,70 769^0 765,70 767,30 zuschlage von 100 auf 175 Prozent erhöht worden, worden, die bis 1. Mai dieses Jahres Ani ijcmia...... 1373,60 1376,40 1363,60 1366,40 . 1930,591934,45 1923,05 1926,95 . 2375,10 2379,90 "372,60 2377,40 . 448,55 172,20 . 404,55 449,45 wesentlich mehr zustehe. Die (Siebener Rudergesellschaft von 1877 will ihr Bootshaus erweitern das dann bis an den Wegrand herangeiührt unc> das städtische Grabengelände überdachen wurde. - Stadtv. Meyer spricht gegen das Gesuch. Es sei sonst für alle Zukunft unmöglich, den Weg am Bahndamm zu verbreitern und als Verkehrsstrafte auSzubauen. Der bei sportlichen Veran- STen enS'rtk£ I 'sTau”Ermann biniugcttoblt. iNn fl mctoht>a6 b=r Torretmer »u schwarz | 5<6!u6 drr 6ffcntlicn Stßung gegen S Uhr. male. Bei Verbreiterung des Wegs könnten vom Bahndamm noch gut zwei Meter weggenommen toerbeir — Stadtv. ® bei etflärt, bei der Platz- Ehrungen .»b ... sH SchV-rte" und 10338 129 Schönau räder. 115 6-> Essea Erzeuge. 105 München Motorrad. bes Mainz ist ab 6. August den vollbeschäftigten männlichen Arbeitern über 20 Jahre 1 Mart, den jugendlichen Arbeitern, die Ernährer von Familienangehörigen sind, 50 P/s. uni> den Der- heirateten Frauen 30 Pf. für jebe Arbeits- und Ueberflunbc als A b s ch l ag s za h l u n g, die auf vie erhöhten Tariflöhne Anrechpiung sindet, aus- iuzahlen Die Kinderzulagen wurden auf monatlich 62,40 Mark für jedes Kind erhöht. Die durch diese Erhöhungen im Laufe des Rech- nunasjahres 1921 entstehenden gesamten Auf-. ।w - - - - - - - ■ t ” > n.- «iuclik. t/oect,. . Wendungen der Stadt betragen 1 103 000 Ml., und ein provisorisches B r e tte rgeft m s zu Norddeutscher Lloyd . hiervon entfallen 445 300 Mk. auf die Betriebe verbessern, ist miftgluckt. Die Derstandlguna ist Boch Gutzstahlwerk . und 657 700 Mk auf die Stadtkafle. nach Entfernung der Fahnendrapierung toleöer $ ,Cufetnb Bergw.. - ,sehr schlecht. Deshalb soll nach dem Antrag der DelsenKirch. Bergw. . Erhöhung deS GaS-, Wasser- und Strom I -A^udeputativn die Wandbespannung wie- Zarpener Bergbau . pretseS. I der ausgeführt und äufterbem der Boden mit oberschles. Eisenb.-D. Der GaSpreis wird für Leuchtgas äon ßäufern belegt werden. Die Kosten würden oberschles Eisenind . 1,20 Mk. auf 1,50 Mk und für Gewerbegas von 20 (Xv Mark betragen. - Oberbürgermeister K e l- Dhönix-Dergb -21kt.. 1,16 Mk. auf 1,46 Mk. für den Kubikmeter erhöht. regt ein ansteigendes Podium an. — Bür- Anilin- u. Soda Der Wasserpreis erfährt eine Steige- germeisler Krenzien meint, Wcnll>bespan° Htzch^r Farbwerk«, tung von 65 auf 75 Pf. für den Kubikmeter. ming genüge unb habe sich auch bewahrt: man E^ktr. A. E. G Deim Strompreis wäre eine Erhöhung möge sich vor weiteren Experimenten hüten. — schuckert-Werke. . . von 22 Ps. für die Kilowattstunde notwendig. Stadtv. E b e l ist ebenfalls für die Waiwbespan- ^Elten-Gmllecmm«. . Gleichzeitig müfttc aber auch der Fa hrpreis nung. Auch möge der Magistrat etwas herunter- Daimler • Straftenbahn um rund 30 Ps. herauf- l steigen, er sitze viel zu hoch. — Oberbürgermeister Bud.- Lisenw.- Akt. . ' " " Keller entgegnet, nicht Gröftenwahn, sondern Adlerwerke praktische Gründe seien der Grund der Erhöhung, 4°/, Heff.Staatsanl. , nur so sei eine ^lebersicht bei Abstimmungen mög- Elektron Griesheim. lich. - Frau Diermann regt an man möge _ es zuerst bloft mit den Läufern versuchen, die ja _ Marknotterungen. Erhöhung des^K r a f t st r 0 m p r e i s'e s soll ge-1 nur 8000 Mark kosteten. — Stadw. Müller Für 100 deutsche Mark wurden geaaftlt:^ wartet werden, bis die Provinzialverwaltung hütet seine Kollegen, bei der ohnedies schwie- Datum: ebenfalls den Strompreis erhöht habe, was für I tigen Verständigung wenigstens die PrivatuntLr-1 Zürich . . . die allernächste Zeit bevvrstehe. Die Gieftener Ge- Haltungen von Tisch zu Tisch einzustellen. Der Amsterdam werbetreibenden würden gegenüber bet auSwär- Oberburgerrneister möge bie Sitzung jeweils auf- Kopenhagen " - heben solange Ptivatunterhaltungen geführt wür- Prag .... ben. — Oberbürgermeister Keller hall bies für Stockholm. einen sehr praktischen Vorschlag. — Die 20 000 Men. . . . Mark zur Anschaffung von Wanbbespannung unb London . . Läufern werden schlieftlich bewilligt unb sollen Paris . . . zunächst für die Läufer verwendet werden. | Neuyork. . Eine Eingabe ben Eigenheimbau- Genossen schäft wirb ber Baudeputativn Unterhaltung. Erhebung Belehrung I Deutschland begrüßt werden als ein weiterer, | vornehmlich in ethischer und ästhetischer Be- Vorbedacht so mancher Brüller sagen! mit H, hauptsächlich der ziehung nicht hoch genug zu bewertender Bun- DeSgenoffe im Kampf gegen die Mielkaserne und für die weiträumige Ansiedlung des künftigen Zuwachses der Großstadtbevölkeruug. grenzen, sind auf der neutralen spannungslvsen) Zone gezogen, zungsstrich ist 0,008 Millimeter Das links und rechts von Bäumen eingefaßt: Indes sich an den lieben Ruhegast Zu Füßen schmiegte sanft uni) teppichweich Das gottgesegnet üpp'ge Wiesenreich. Sie mußte mich schon längst, die gute Frau. Erblicket haben: denn ich sah genau An chrer Mienen lieben Anteilnahm', Daß ich zu ihr nicht unerwartet kam. Erschöpft von all den Herzensbitternissen Sank ich der lieben guten Frau zu Füßen, ilnb weinte heiße Tränen, schwer und groß, ilnb barg voll Weh mein Haupt an ihrem Schoß. Da zog sie voller Liebe sacht an sich Den niüden Wanderer und küßte mich. Uni) zeigte mir. wie Gras und Kräuter sprießten, ilnb wie bie lieben Blumen buftig grüßten, ilnb wie bie Döglein froh im Svnnenprangen So muntre, helle, liebe Lieber sangen! Dann sprach sie nicht mehr — bah bie heil'ge Sttlle Mein wallenb Herz in süße Ruhe hülle. Sie sah gar oft voll stiller Herzenssorgen Mir in bie Augen, ob kein Schmerz, verborgen. Darin zu lesen unb zu linbern wär'. Ich aber blickte scheu unb bang umher, Ob ich nicht bie gewohnten Steine sähe: Es war kein Stein in ihrer trauten Nähe! Rur Liebe, Liebe, überreichlich schier! ilnb wer bie Frau war. wüßtet gerne ihr? Es war bie treubesorgte gute Mutter! Kleine Fabeln und sonstige Phantasien, in denen der Verfasser nicht mit Humor und Satire spart, bieten eine unterhaltsame und erfreuende Lektüre; ein besonders gelungener Beitrag scheint uns das nachfolgende Gedicht „Der Löwe", zu sein, das zu zeitgemäß klingt und gewisse, hochpolitische Situationen der Gegenwart zu schlagend illustriert, als daß wir es nicht hierher setzen sollten: Der Lowe. (b. h. biegungs- Ieder Begren- breit. Das ilr- Die Damentasche und ihre Geschichte. Zu ben unentbehrlichsten Gegenständen Dame von heute gehört die Tasche, aber nicht die im Kleid, sondern die Handtasche, in die sie all ihre Dachen und Sächelchen gepackt hat unb von bei? sie sich nicht trennt. Die Mode versucht immer wieder, die nun bereits so lange währenbe Herrschaft dieser selbständigen Tasche zu vernichten, indem sie Taschen an den Kleidern anbringt, aber die Tasche ist nun einmal in der Damentoilette verpönt: sie zerstört, sobald sie offen als Tasche auftritt, die einheilliche Silhouette des heutigen Stils, und wenn man ste wieder irgendwo im Berbvrgenen versteckt, dann ist sie unpraktischer als die Handtasche, die die Dame zwar vielfach verlegt oder gar liegen läßt, zu der sie doch aber wenigstens, wenn sie sie hat, gleich zu tarn. Die Handtasche hat stets ihre Blüte ge- häbt, wenn die Kleibertasche aus der Mode verschwand. unb umgekehrt. Das Altertum kannte zwar bie Tasche in unferm Sinne überhaupt nicht; die altgriechische Darnenrnobe aber hals 'sich in derselben Weise, wie es auch heute wieder geschieht, indem die Schönen von Athen ihre Briefe, ihr Geld, ihre Schminkedöschen usw. im Gürtel oder in der Brust tasche trugen. Erst im Mittel- aller ist die Tasche als selbständige Erscheinung in die Darnenrnobe eingeführt worden, und zwar eine Einrichtung, die zunächst ganz anderen Zwecken gedient hatte, in das Bereich der Frauen- Das Metermaß. Bon der Erwägung ausgehend, daß daS Längenmaß eine zu jeder Zeit herstellbare, genau definierte Länge sein müsse, hatte im Jahre 1791 die französische Nationalversammlung den vierzigmillionsten Teil des durch die Pariser Sternwarte gehenden Meridians als Längeneinheit gewählt und die beiden Gelehrten Mechain und Delambre Neue deutsche Poefie. Im Leipziger Verlag von Otto Hillmann hat Julius Dichter, dessen Rame in der -lettischen Literatur ziemlich unbekannt ist, ein Buch erscheinen lassen, das er etwas an- pruchsvoll „Deutsche Lyrik" nennt. Es handelt sich nicht durchweg um lyrische Gedichte, sondern zum großen Tell auch um epische, und des Verfassers Lyrik, die sich in mannigfaltigen Anklängen an alten Besitz innerer Literatur anschließt, ist nicht gerade überagend. Es verrät sich dagegen in seiner Prv- )uktion ein durchaus über dem Durchschnitt tehendes, künstlerisches Können in Schöpfungen von wirklich deutscher Gemütstiefe, Ra- türlichkett und Einfalt. Am besten gefallen uns gerade die erzählenden Gedichte. Das olgende, das er „Traumbild" nennt, esselt durch Tiefe und Innigkeit seines Ge- »ankenS und eine frische Geläufigkeit in der Form: Gin wilder Löwe, stolz auf seinen Löwen, chritt einst mit mächtig hochgewölbtem Schweife, damit man seine Majestät begreife. durch einer Wüste tiefe Totenstille. Da fiel ihm ein, durch grollendes Gebrülle in dieses Friedens stillen Regionen sein eignes Ich gehörig zu betonen. Er tat es dröhnend unb sein Auge rollte, als ob er mit ber Wüste raufen wollte. Dann gab er sich noch eine wichtige Rote unb rieb sich seinen Schnurrbart an ber Pfote. Run zog er hoch sein Haupt, bas klangberauschte, und spähte grimmig rings umher unb lauschte. — Ein wenig Wüstenstaub, der tanzte lose, verscheuchet durch ber Rüstern Ausgestoße, ein Äiftchen, durch des Brüllens Wuchtverschwen- fdung erschreckt, tat eilig eine Rückwärtswendung. das war des wilden Brusttons ganze Wirkung! So leer und ruhig war rings die Dezirkung der sandbedeckten sanften Wüstengründe: kein Gegner war. ber Red' und Antwort stünde^ unb still unb friedlich war es überall so!--- Da ging ber Löwe dran sich hinzuducken, unb meinte mit verlegnem Achselzucken ernüchtert unb verbüßt: „Was brüll' ich also?" Das sollte weise sich in unfern Tagen mit ber Messung bes Meridians beauftragt, die diese mit den damals besten Hilfsmitteln ausführten: gemessen wurde der Dogen zwischen Dünkirchen unb Monjuich bei Barcelona. Auf Grunb ber hierbei gefunbenen Zahlen wurde ein „Prvto- thpmeter" hergestellt, das aus einer Legierung von 90 Prozent Platin und 10 Prozent Iridium besteht, so fest wie Stahl ist Und dabei hinsichtlich der Länge Temperatureinflüssen fast vollständig widersteht: der zwei Zentimeter hohe Querschnitt des Stabes ist nicht etwa ein Rechteck, sondern er hat ungefähr bie Form eines Traumbild. Es wirft ber Mensch so gern auf Andre Steine. — ilnb ob ihr mir entgegnet auch entrüstet Daß ihr von euch bas nicht zu sagen wüßtet, Glaubt mir, hierin tut jebermann das Seine. In leisem Hoffnungsstrahl, bem stilgerechten, Daß sie ben Menschen einmal mangeln möchten. Hat Gott bie Steine, bie bie Menschenhänbe Geschleudert, menschenfern, am Welten en de An einer Straße, Höllenweg verlottert. Mit vieler Mühe sammelnd aufgeschottert. Rur Menschenliebe, gottverschwenb'risch sorgend. Könnt', zu dem edlen Werk die Hände borgend, Dies unfern Herrn für uns botih ringen lasten. Er dachte wohl in schönem Traumerfasten, Daß steinentblößt bie Menschen frieblich lebten ilnb Hand in Hand durchs frohe Leben strebten. O schöner Traum, von Gott dem Herrn geträumt, Don einem golbnen Heiligenschein umsäumt, Entflammenb von ben Himmels Paradiesen, Muht du vor Menschen in ein Nichts zerfließen! Wohl finden sie auf ihrer Lebensstrecke Oft keinen Stein für ihre bösen Zwecke. Doch listig in gotthintergeh'nben Dingen, Woll'n sie sich der Gedanken Tat erzwingen, ilnb ftreu'n sich in bie Augen kampf verheißend Der Falschheit Danbesmenge. rauh unb beißend, Sv bah kein Mensch vom andern Menschen sieht, Dah dieser sich um Steine erst bemüht. Dis bann bie Augen wieder klar unb Helle, Sind längst zum Kampf bie Steine schon zur Stelle. Zu dieser Straß' voll wilder SteineSformen, Den stummen Zeugen ber Gefinnungsnormen Der Menschenherzen, ach, in bösen Tagen. Hat mich ein Traum, ein schlimmer, hingetragen. Unsäglich ob unb traurig war bie ©trabe ; Kein Daum, kein Sttauch kein lleblich Vogel- plappern! Rur Schritt für Schritt ein triumphierend Klappern deshalb, um ben Stab gegen Biegungen zu schützen. Die Striche, welche bie Meterftrecke be- meter wirb im Pavillon be Dreteuil auf ber Höhe von St. Cloub in ber Rähe von S4vres bei Paris aufbewahrt. Kopien bavon aus bemfeEben Material sind an bie einzelnen Kulturstaaten verteilt worben, wo sie als Rormale ber Längeneinheit bienen; in Deutschland (Eharlottenburg) befindet sich bie Rormale Rr. 18. Später ausgeführte, genauere Meribianmessungen haben bas einmal eingeführte Urmeter nicht zu Verbrängen vermocht. Der Vergleich eines zu prüfenden Längenmahstabs mit bem internationalen läßt sich heutzutage mit einer Genauigkeit von 3 Zehntausenbstel Millimetern unb noch genauer burchführen, eine erstaunliche Leistung ber mobernen Bergleichsmethoden. — Da man in ben Wellenlängen ber Ächt strahlen noch viel konstantere Längen besitzt, als in ben Meribianlängen, hat man neuerbings auch das Urmeter in Wellenlängen ausgewertet; bie Messungen hierzu sinb äußerst subtil, unb sie haben im Auge, ben materiellen Maßstab eines Tages zu Verbrängen unb qji feine Stelle eine bestimmte Lichtwellenlänge als normales Längenmaß zu sehen. Denn als bie Steine mich, ben Menschen, sahen. Da würben sie an ihren Zweck, ben nahen, Boll Kampfeslust erinnert, unb sie schauten Sich um nach Menschenhänden, altvertrauten, Die ste an diesen stillverschwieg'nen Stätten Gar wohl geübt auf mich geworfen hätten. Doch da ich mich allein am Platz befand, Blieb alles still, es regt’ sich keine Hand. — Da lagen ste in tückischem Vereine Geductt und stumm am Boden, diese Steine. Verändert nur durch Menschensinnerwerbung: Ein Steingesicht, das zeigte gelbe Färbung; Es war aus Reid geschleudert hergekvmmen, -Uni) hatte dessen Farbe angenommen. Indes ein andres, sonsten wangenblaffeS, Gezeichnet mit der Röte war des Haffes. Da sah ich plötzlich in ber Steinewildnis Am Straßenrand ein schattenhaftes Bildnis Bon scharfgezeichnet menschlichen Konturen Sich lösen aus verschwommnen Rebeffpuren. Fest wie ein Standbild hielt es Wache, spähend. Änd ich gewahrt', an ihm vorübergehend, Ein wohlbekanntes Menfchenanllitz, Dem ich im Leben Feind. In schlimmem Wahnwitz, Daß schnell des Schattens Händ' nach Steinen faßten Zum Wurfe, wollt' ich eilig weiterhasten. Doch nichts von dem! In edler ernster Güte Blickt' er mich an; ich sah, daß et sich mühte Mit vorwurfsvoll versöhnlichen Gebärden Bon mir als wohlgesinnt erkannt zu werben. Beschämt ob meiner Menschenwihverirrung War ich zu ihm in zagender Verwirrung Mit ausgestreckter Rechte hingeschritten Mm herzlich mir Verzeihung zu erbitten. Doch da zerfloß mit leisem Geister hauche Der Schatten unb verschwand im Rebelrauche. Aus einmal grinsten drohender und wilder Allüb'rall geisterhafte Schattenbilder Mich höhnisch an, hvchaufgerecket lauernd. Dann blitzessc^tell am Boden niederkauernd, Mit häßlich tollen Fratzen nach mir schielmd, Voll wilder Wollust im Gesteine wühlend. Hab' ich so viele Feinde? Ich erschrak. Wen schlug ich je, daß grimmer Widerschlag Mich droh'nd auf meinem Lebensweg umlauert? Von nie gekanntem tiefen Weh durchschauert Wankt' ich vorbei! — Doch wie ich weiterirre. Versiert allmählich sich das Steingewirre, Die Steine werben kleiner, werben minber, Auch seltener bie bösen Steinesinber Mnb Steinauffpeichrer. Wie ein irr'nber Tor Lugt hie unb da ein Grashalm selbst hervor. — Da sah mein Liebchen, schau, ertappt ich grüßen. Es hatte Heine Kieselchen zu Wißen. Mit denen es zum Schein ganz harmlos spielte. Doch auch zuweil'n recht tapfer nach mir zielte! Mein Lieb — da ward das Herz mir bitterschwer, Mein eignes Lieb sah zielend nach mir her! Rasch eilt' ich weiter ernst unb grambefangen Die Straß' zu Enb' in Einsamkeitsverlangen! Die Entstehung der Gartenstädte.'' Der Rame Gartenstadt gehört zu jenen Worten, die schon durch chren Klang einen Zauber auf uns ausüben; das unserer Zeit eigentümliche Sehnen nach der Natur und nach besseren Wohnverhältnissen drückt sich in ihm aus. Die Anfänge der deutschen Gartenstadtbewegung stehen im engsten Zusammenhang mit der englischen. Zwar hat bereits im Jahre 1896 der Deutsche Theodor Friffch in seiner Schrift: „Die Stadt der Zukunft" die Ziele der deutschen Gartenstadtbewegung größtenteils gezeichnet. Es wird darin der planmäßige Aufbau von Städten nach einem System gelehrt, das mit den gesundheitlichen und schön- hettlichen Interessen auch allerlei praktische und technische Vortelle verbindet. Die eigentliche Stadt ist in Zonen gegliedert, deren jede einzelne bestimmten wirtschaftlichen Aufgaben dient; vor allem aber sind über das Ganze Gärten und Parks reichlich verteilt, so daß den Bayc Berli rische suchte heute Leuten ui 2nschliehen! Mischen bei Tragen, ufa Mejerorbi 29. August ZeDerhan! Minister des Wer bes . Me ber ' M ein Bedürfnis, es sei denn, dah es sich um eine neu entstehende Hoffenanlage, wie Rheinau bei Mannheim, um Wasserkraftwerke wie Ba- disch-Rheinfelden usw. handele. Aber auch hier wird die Anlehnung an eine bestehende Siedelung das wirtschaftsich Vorteilhaftere sein. Es hat sich Wohl aus diesen Gründen auch die Deutsche Gartenstadtgesellschaft im Laufe der Zeit zu der Ansicht durchgerungen, dah in Deutschland der Gartenstadtgedanke nur in der besonderen Form der von einem bestehenden Gemeinwesen politisch und wirtschaftlich abhängigen Gartenvorstadt zu verwirklichen sei. In dieser Gestalt ist denn auch die zeitlich früheste Gartenstadt Rüppurr bei Karlsruhe zur Ausführung gelangt. Ein zweites Beispiel ist die von einer lokalen Genossenschaft unter tiefeingreifender Mitwirkung der [Stadt Sttahburg i. E. geschaffene Gartenvorstadt. Stvckfeld Auch die Gartenvorstädte Nürnberg und Hellerau (bei Dresden) gehören zum wirtschaftlichen Bannkreis der benachbarten Großstädte. Mit dieser Einschränkung kann die praktische Betätigung der Gartenstadtbewegung in Da sah, bestrahtt von frohen Sonnenbsitzen, Ich eine Frau auf einem Bänkchen sitzen. •) Aus bem soeben erschienenen Buche „(Stabte- baukunst" von ßtabtbaurat unb Beigeordneten Dipl.-Ing. Hermann Chlgotz. An Hanb zahlreicher Abbildungen unb Pläne wirb hier auch für jeben Laien verständlich bas ganze Problem des Städtebaus unb Sieblungswesens von historischer, vvlkswirtschasllicher, hygienischer, verwaltungstechnischer unb gesetzgeberischer Seite her behandelt. (Wissenschaft unb DiDung, Banb 160, Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) Heibung gezogen. Die Dettelmönche Wanbelten mit Taschen herum, in benen sie die ihnen gespen- beten Almosen nach bem Kloster brachten, unb diese geräumigen unb groben Almosentafchen bienten nun ben Damen in zierlich koketter Umformung für ihre Zwecke. Diese ersten Damentaschen, bie jog. aumönUreß, waren in Gold unb Seide gestickt, unb als bie Ritter auf ihren Kreuzzügen bann die im Orient bereits übliche Form ber Tasche kennen lernten, brachten sie ihren Damen kösl siche Täschchen in türkischem Geschmack mit, bie mit zierlichen Kettchen an ben Gürtelhat en ber gotischen Kleidung befestigt unb von ben Damen zum Schmuck beim Kirchgang getragen wurden. Allmählich gehört bie Tasche notwendig zur Erscheinung ber mittelalterlichen Frau im Hause; außerhalb der Wohnung trug sie Ziertaschen, aber viel seltener; doch sind sogar Königinnen auf Ihren Grabsteinen in großer Toilette mit solchen Ziertaschen abgeb übet. Die Taschen, bie aus Leber ober gewebtem Stoß mit gepreßter ober gestickter Arbeit bestand, hing an einem langen Riemen vom Gürtel herab, unb besonders wurden hier die Schlüssel, dieses Ehrenzeichen der Hausfrau, bewahrt, so daß bie Tasche selbst zu einem Hausfrauensymbol wurde. Diese Stimmung des Hausmütterlich-Sittigen haftet auch ber log. Gretchentasche der deutschen Renaissance an, die an langer Kette ober seidener Schnur über dem malerisch gerafften Obertleib angebracht wurde. Die Tasche hat im Mittelalter in ber Toilette ber Frau eine große Rolle gespielt; Dichtung, Geschichte unb Sage gebenfen ihrer immer wieder. Don ber Tasche, in ber die Hexen des Märchens I ihre Zaubereien verbergen, bis zu ber Tasche bet ' altsranzösischen Königin Wargo tt. bte darin 2ffche von ben Herzen chrer verschiedenen Gelieb» I ten bewahrt haben soll, begegnen wir diesem ©egenftanb immer wieder im Frauenleben ber Vergangenheit. Im Rokoko, in bem ber straff gespannte Reifrock mit seiner reichen Verzierung das Anbringen einer Rocktasche besonders schwierig machte, kamen Riesentaschen auf. bie nach ber Pornpabour, ber angeblichen ©rfinberin dieser weiten Utensilien, ihren Namen erhielten. In bem „ Frauenzirnmerlexikon" bes Amaranies von 1715, das einen so erschöpfenden lleberblick über die