druck und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulfttatze 7. barung vor Wochenende erwartet werden könne. > Pt. äu- Gehälter vorteUHafter Weise geführt werden können. Ferne» wurde angekündigt, das) eine endgültige Derlaut- Die Abrüstungskonferenz. London 23. Aug. (Wolfs.) Der amerikanische Arbeiterführer G o m p e r s erNärte in einer Ansprache, Präsident Hard in g habe ihm mit- geteilt, daß er dem Wunsche der Arbeiterschaft. auf der Abrüstungskonferenz vertreten zu sein, gewogen sei. 50 Pf.; für Reklame« Vnzeigen von 70 mm Dren« 180Pf Bei Platz» Vorschrift20 „Aufschlag. Hauptschriftleiter; Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Fenz; für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Gießen. Die deutsch-amerikanischen Verhandlungen. Washington, 24 Aug. iWTB.' Reuter. Die «erste amtlich- Bestätigung der Berliner Meldungen, wonach Verhandlungen über einen deutsch-amerikanischen Vertrag schweben. tarn gestern aus dem Staatsdepartement. Es wurde zugegeben, daß die Verhandlungen auf Ersuchen der Vereinigten Staaten geheim ge- verkehrsministerium bereits an eine neue Tariferhöhung gedacht, die sich auch wohl kaum werde umgehen lassen. In ähnlichen Gedankengängen bewegten sich die Ausführungen des Reichspostministers GieSberts. Er erNärte. das) die Post einen ungedeckten Fehlbetrag von über 2 Milliarden aufweise, der unbedingt beseitigt werden müsse. Er halte deshalb gegenüber den Friedenstarifen eine ErhöhungallerPvst-, Fernsprech- und Telegraphengebühren im Verhältnis 1:10 f ür notwendig, so das) also ein Brief künftighin 1 Mark kosten würde. Weiterhin müsse eine erhebliche Erhöhung der T e l e- grammgcbühren durchgeführt werden, da dieser.Betrieb, der noch niemals rentabel gewesen sei, jetzt besondere Aufwendungen für Reu- und Umbauten verlange. Das Personal müsse seinerseits alles tun, um den unhaltbaren finanziellen Verhältnissen ein Ende zu machen. Jeder Beamte und jeder Arbeiter müsse intensivste Arbeit eisten und er müsse im Interesse des Staates sich gefallen lassen, daß seine Arbeitskraft voll ausgenüht werde. Dann gab Geheimrat Hühnemann vom Reichsfinanzministerium die Besoldungs- Vorschläge der Regierung bekannt. Einleitend teilte er mit, das) die Regierung Waß- nahmeit treffen werde, um alle noch ausstehenden Forderungen aus der Desoldungsordnung den Beamten sofort zu erstatten. Ferner sei'die Regierung bereit, einen Ausgleich der Teuerungszuschläge in den fünf Ortsklassen vorzunehmen, und zwar derart, das) die Differenz zwischen Ortsklasse,A und Ortsklasse E, anstatt 15 Prozent wie bisher, in Zukunft nur noch 10 Prozent betragen soll. Dagegen könne die Regierung den Forderungen der Organisationen auf gleichmäßige Erhöhung der Zuschläge für alle Beamten nicht zustimmen. Sie sei dagegen bereit, die einzelnen Teuerungszuschläge'm den verschiedenen Ortsklassen um je 15 Prozent zu erhöhen, daß also in Ortsklasse A z. B. eine Erhöhung von 70 auf 85 Prozent erfolgen würde Man sei weiterhm bereit, die Stundenlöhne der Arderter um 55 Pfennig gleichmäßig zu erhöhen. Die Kinderzuschläge sollten von 150 Prozent auf 175 Prozent in Ortsklasse A, in den Ortsklassen B und (, auf 150 Prozent und in den Ortsklassen D und E auf 125 Prpzent erhöht werden. DaS würde in Ortsklasse E eine Erhöhung gegenüber den jetzigen Zuschlägen um etwa 50 Prozent betragen. und der Gewerkverein der Fabrik- und Handarbeiter Deutschlands erlassen heute einen Auf» r u f an die organisierten Bergarbeiter Deutschlands, in dem eS u. a. heißt: Kameraden! Vier Be^garbeiterverbände haben sür die Arbeiter aller Bergbaurevier- Lohnerhöhungen g-fordert. Die Verhandlungen in Berlin am 19. August dS. IS. haben noch kein Ergebnis gezeitigt. Eine Erhöhung der Löhne für alle Kameraden ist aber infolge der Steigerung der Lebenshaltungskosten unbedingt erforderlich. Die Organisationsvertreter werden alles aufbieten, um die Lohnbewegung zu einem erfolgreichen und schnellen Abschluß zu bringen. An alle Kameraden ergeht der dringende Ruf, in dieser Lohnbewegung gewerkschaftliche Disziplin zu üben und sich nicht voreilig in Putsche und Arbeitsniederlegungen einzulassen. Flamenkundgebung in Antwerpen. Paris, 24. Aua. (WTD.) Rach einer Medung des »Petit Parislen" aus Brüssel ist die 2age in Antwerpen infolge deS Auftretens der Flamen sehr gespannt. Sin Zug, der sich neuerlich zu dem Denkmal eines flämischen Dichters begab, stieß Ruse auS: ..ES leben die Deutschen! ES lebe von Bissing!" Die Stadtverordneten von Antwerpen hätten den Veranstaltern der in Brüssel verbotenen flämischen Versammlung mitgeteilt, daß die Veranstaltung in Antwerpen flattftnben könne und daß die Veranstalter offiziell im Rathaus empfangen würden. Man glaubt, daß der Gouverneur der Provinz Antwerpen seinerseits die Veranstaltung verbieten wird, da er ernste Unruhen befürchtet. HW W AuS Sowjet-Rußland. Stockholm, 23. Aug. Die Sowjetregierung schreitet ’o meldet die .Frist. Ztg.". auf dem Wege des kapitalistischen Systems fort Rachdem durch ein Dekret vom 6. Juli der Besitz unbeschränkter Mengen Geldmittel und biS au einem gewissen Grade auch die Freiheit deS Dantz-schäftS zugelassen, ferner durch die Dekrete vom 10. und 12. Zuli über die Errichtung von ^nbuftrieunter- nehmungen auch die industrielle Tätigkeit in größerem Umfange freigegeben worden war, ist jetzt ein neues Dekret in Vorbereitung, welches den privatenHausbesihgestatten wird. Ein Dekret vom 5. August hat auch die Zahlung für alle Dienstleistungen und Warenlieferungen der Sowjetregierung eingeführt; auf den Eisenbahnen muß also jetzt wieder Fahrgeld entrichtet werden. Rach Hellingforser Meldungen ist der private Handel in Petersburg und Moskau im vollen Gang Täglich werden neue Ladengeschäfte eröffnet, zahlreiche Kaffees sind bereits wieder im Betrieb; auch der Verkauf von Wein ist freigegeben worden. Ferner erwartet man die baldige Wiedereröffnung der Bankhäuser. Die Rückbildung zum kapftalistischen Betrieb vollzieht sich unter A'fr echter Haltung ter äußeren Ordnung. Di- Sowjetregierung läßt zur Zeit in Schweden größere Mengen Roggen aufkaufen. Die bisherigen Käufe umfassen etwa 10 000 Tonnen. Eine Konferenz zur Frage der russischen Flüchtlinge. Genf, 23 Aug. (WTD.) Die Konferenz zu, Prüfung der Frage der russischen Flüchtlinge hiÄt am Montag ihre erste Verhandlung tfÄ* S MlST Diese Vorschläge der Regierung wurden von sämtlichen Vertretern der Beamten und Arbeiter als unzureichend bezeichnet. Rach sehr langen Debatten, in denen die Gegensätze zum Teil sehr scharf zu Tage traten, verstanden sich die Regierungsvertreter dazu, die Teuerungszuschläge für sämtliche Ortsklassen anstatt um 15 Proz. um 20 Prozent zu erhöhen. Mich hier vertraten die Gewerkschaften vor allem die Forderung, daß anstelle einer prozentualen Erhöhung eine gleichmäßige Teuerungssumme an alle Beamten ohne Rücksicht auf das Grundeinkommen zu zahlen sei. Man einigte sich auf einen Kompromihvorschlag, der vorsieht, daß die Zulagen um 20 Prozent erhöht werden, daß jedoch den in Ortsklasse E ein- geftuften Beamten ein annehmbarer Ausgleich zu- gesichert werde. Diese Zftage wurde einem Unterausschuß unter Vorsitz des Geheimrats von Schlieben zur weiteren Bearbeitung überwiesen. Man konnte jedoch in diesem Unterausschuß nicht zu einer Verständigung gelangen, so daß die Re- gierunasvertreter dann den Vorschlag einer weiteren Erhöhung der Kinderzulagen um 25 Prozent machten, so daß also in Ortsklasse A 200 Prozent, in B und C 175 Prozent und in D und E 153 Prozent Zuschlag bezahl» werden. Für D i ä t a r e wurde zugesagt, daß sie jetzt in den beiden ersten Jahren 90 Prozent des planmäßigen Beamteneinkommens, im 3. und 4. Jahre 95 Prozent und vom 4. Jahre an da« zuständige Deamtengehalt erhalten sollen. Den Arbeitern wurde eine Aufbesserung deS ständigen Lohns um 85 Pf. zugesichert Die Auszahlungen der neuen Gehälter und Löhne sollen am 1. September bereits erfolgen. Das Ami des Derichierstaliers im Völkerbundsrat. P a r i«, 23. Aug. (Wolfs.) Rach gewissen, aus Madrid hier eingetroffenen Rachrichten soll Q u i- nonesde Leon das ihm von Vicomte Ishiy gemachte Anerbieten, als Berichterstatter des aus- führenden Rates des Völkerbundes in der o b e r - schlesischen Frage zu fungieren, zurück- gewiesen haben. Paris, 24. Aug. (WTB.) Rach einer Blättermeldung aus Madrid erfährt man dort in politischen Kreisen, daß die Ablehnung des spanischen Botschafters, durch die Tatsache motiviert werde, daß Spanien unter Umständen im Völkerbunde die Rolle deS Schiedsrichters zu spielen und deshalb die Hände frei haben wolle Paris, 24. Aug Wie der „Petit Parisien" mitteilt, soll Graf I s h i y die A b l e h- nung Ouinonesde Leon nicht als endgültig betrachten. Infolge mehrerer Besprechungen zwischen den in Paris anwesenden Mitgliedern würde nochmals ein Schritt bei ihm unternommen werden, um ihn zur Zurücknahme seiner Ablehnung zu veranlassen. P a r i«, 24. Aug. (WTB.) Wie der „mahn' meldet, hat die Ablehnung des Berichterstatteramtes durch Quinones de 2*e v n eine gewisse ileberrafdjung hervorgerufen. Es scheine sicher, daß die neue spanische Regierung ihrem Botschafter den kategorischen Rat gegeben habe, sich nicht allzutief in die Regelung der oberschlesischen Frage zu mischen. Der „Matin" bestätigt, daß diese Ablehnung das Programm der Genfer Sitzung stören könnte. Ein neuer Berichterstatter sei amtlich noch nicht in Aussicht genommen. Paris, 24. Aug. (WTD.) Dem „Intransi- geant" zufolge glaubt man in Pariser offiziellen Kreisen, daß der belgische Delegierte Huys- m a n s zum Berichterstatter in der o b e r s ch l e - fischen Frage ernannt werde Die französisch-englischen Verstärkungen nach Oberschlcsien. Berlin, 23. Aug. (Wolsf.- Für die/Ver- stärkung der interalliierten Truppen in Oberschlesien werden, tote bereits gemeldet wurde, zwei britische Bataillone .md eine französische Brigade vom Rheinland nach Oberschlesien befördert. Die Transporte beginnen am 25 August und laufen die Strecke Mainz Bischofsheim - Frankfurt a. M.°Süd - Hanar- Ost Flieden Blankenhain Gerstungen — Weißenfels' Taucha Dobrilrgk Sagan - Arnsdorf ßiegnih Mochlern Brockau Karlsmarkt — Oppeln. Täglich werden vier Züge gefahren. Die Bevölkerung der von den Transporten berührten Gebiete wird zur Vermeidung von unliebsamen Zwischenfällen darauf hingewie- sen. daß es im allgemeinen Interesse liegt, diesen Transporten keinerlei Schwierigkeiten zu bereiten Kundgebungen aus Oberschlesien. Lublinitz. 24. Aug. (WTD.) Durch Vermittlung des englischen Obersten Diel wurde an Lloyd George und den Völkerbund folgendes Telegramm abgesandt: Sämtliche Frauen von Stadl Lublinitz bitten, dafür eintreten zu wollen, daß der Kreis Lublinitz bei Deutschland verbleibt. Ein ähnliches Telegramm ging an den englischen Vertreter in Oppeln * Die Anmaßung französischen Militärs. Berlin, 23. Aug. Wie die ‘Blätter von zuständiger Stelle hören, bat die deutsche Regierung wegen des Vorfalles am Dahn- hof Friedrichstraße, wo ftanzösische Soldaten sich den Anordnungen der Schutzpolizei widersetzten, den französischen Geschäftsträger in Berlin, die französischen Heeresangehörigen in Deutschland anzuhalten, in Deutschland die geltenden Polizeivorschriften zu beachten und die von den deutschen Behörden getroffenen Anordnungen zu berücksichtigen. ltt. V)Z Der Lietzener Anzeiger mit der Dienstagsbeilage „SpotbUmfd)aue er- scheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, v^natlichebezua^oreis«: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: sürdieSchriftleituna 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Teuerung und Lohnfragen. In Berlin haben nunmehr entscheidende Verhandlungen unter der Teilnahme des Reichskanzlers eingesetzt, um die Lohn- und Gehaltsfragen der Arbeiter und Beamten neu zu regeln. Etwas unvermittelt wurde eine neu aufsteigende Teuerung empfunden. Jeder fragt nach der Ursache und sucht einen Gradmesser für die Steigerung zu finden. In den letzten Tagen geht nun durch alle Zeitungen die neue ReichSindexzif- ziffer, die mit ihren 963 Punkten erheblich höher steht, als die Ianuarziffer, die 924 Punkte zeigte. Diese Ziffer ist der Gegenstand sehr lebhafter Erörterungen, und man folgert aus ihr, daß die Lebenshaltung sich ganz allgemein erheblich verteuert habe gegenüber dem Stande bei Beginn dieses Jahres. Wir werden darauf aufmerksam gemacht. daß die Zuliziffer in keinerlei Beziehung zu setzen ist zu den bisher veröffentlichten Reichsindexziffern. Im Monat Juni haben sich nämlich die Berechnungsgrundlagen etwas verschoben. Die Preisnachweisung, auf Grund derer die einzelne örtliche Teuerungszahl berechnet wird, ist in einer Reihe von Punkten verändert worden. Wenn auch die Bestrebungen bei dieser Veränderung darauf hinausgingen, einen vielfach vorgekommenen Mißbrauch der einzelnen Positionen möglichst zu verhindern und die Indexziffer brauchbarer zu gestalten, so ist selbstverständlich jede Aenderung der Berechnungsgrundlagc eine Tatsache, die die Schlußzahl mit den Ergebnissen der anderen Berechnungsart nicht mehr in gleicher Weise vergleichen läßt, zumal, zumal, wenn die endgültige Zahl als Durchschnittszahl festgelegt wird. Dazu kommt auch, daß seit Juli durch,die Milchfreigabe das notwendige Quantum Milch nunmehr nach den auf dem freien Markt sich bildenden Preise eingesetzt wird, während bisher nur die auf Karten verteilte Milch mit dem verhältnismäßig niedrigen Preise angegeben wurde und die übrige Menge, die frei blieb, durch Haferflocken ersetzt wurde. Das ist zweifellos ein weiteres Moment, in dem ein Emporschnellen der Indexziffer für den Monat Juli bewirkt wird. Eine nüchterne Betrachtung der Dinge sollte uns vor allem vor übertriebenen Angstkäufen und Angstforderun- gen bewahren, womit nur den Schiebern und Wucherern gedient wäre. Zuziehung der Fraktionsführer zu den Berliner Verhandlungen. Berlin, 24. Aug. Die gestrigen Verhandlungen zwischen den Regierungsvertretern und den Beauftragten der Bearntenvrgani- sativnen und der Gewerkschaften, bei denen der Reichskanzler wiederum den Vorsitz führte, haben zu keiner Einigung geführt. D Reichskanzler erklärte in einer kurzen Ansprache, daß die Regierung sich die Forderungen der Gcwerk- schaften nichtin allenPunkten au eigen machen könnte. Um den Abbruch der Besprechungen zu vermeiden, erllärte der Reichskanzler schließlich, daß er heute die Desprechungen in der Reichskanzlei fvrtzusetzen wünsche, und daß er zu dieser Sitzung die F r a k t i o n «f ü h r e r des Reichstags laden werde. Im einzelnen wird über die Tagung noch berichtet : Der Reichskanzler wies in einer Besprechung zu Beginn der Verhandlungen mit großem Rachdruck auf bie- außerordentlich schwierige finanzielle Lage des Reiches hin. Er fl reifte auch die oberschlesische Frage und sprach die Hoffnung aus, daß die Entscheidung des Völkerbundes c5 Deutschland ermöglichen werde, seinen Verpflichtungen nach Kräften nachzukommen. Dann ging er a^f die Forderungen der einzelnen Organisationen em und hob hervor, daß die Befriedigung der Ansprüche, die von den Sisenbah- •ern und einem Teil des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes gestellt würden, eine Mehr- belastungvvnjährlichl4Milliarden, Die Erfüllung der Gehaltswünsche des Deutschen Deamtenbundes eine Mehrbelastung von 16 b i s 18 Milliarden bewirken würde. Weder für die eine noch die andere Forderung sei in dieser Höhe Deckung vorhanden. Verkehrsminifter G r ö n e r erörterte dann die Verhältnisse bei den Reichseisenbahnen 3m allgemeinen habe die letzte Tariferhöhung nicht die schlimmen Folgeerscheinungen gezeitigt, die man vielfach befürchtet habe Der Personenverkehr fei befriedigend, dagegen sei im Güterverkehr ein Rückgang der Einnahmen zu verzc.tonen. Dieser letzte Umstand fei darauf zurückzu- führen daß wegen der Kündigung des Üeber- schichte'nabkvmmens im Ruhrrevier täglich 3000 Eisenbahnwagen weniger verladen würden als früher und daß Wegen der Wirren in Ober- schlesien seit Monaten ein Ausfall von 6000 bis 7000 Waggons täglich festzustellen sei. Die Erlen- bahn müsse weiterhin mit erheblichen Mehrausgaben rechnen. Die Materialpretsstergerung. die etwa 10 Prozent betrage, erfordere Mehraufwande von rund einer Milliarde, hterzu kamen noch andere Betriebsausgaben etwa m Sicher Hohe, so daß das Defizit für das Iahr 1 92 1 ftch nicht in so engen Grenzen bewegen werde, tote man im Etat angenommen habe. Infolge der neuen Beamtenforderungen und der Erhönung der 2Ir- beiterlöhne könne er auch wahrscheinlich feine Abda die Regierung dem Reichsrat unverzüolich eine entsprechende Vorlage überreichen wird. On-iri will sich ferner die Zustimmung der einzelnen Parteien sichern. Die Zusicherungen der Regierung wurden, so schließt eine Berliner Meldung der „ 5rff Ztg ". von den Organisation-Vertretern nicht ohne weiteres angenommen, da die Gewerkschaften von der Forderung einer Mindestgarantie nicht abgeben. Rach zwölfstündiger Verhandlung wurde die Konferenz vertagt. Die ursprünglichen Zugeständnisse der Regierung würden für das Reich und die Länder eine Mehrausgabe von 5 Milliarden erfordert haben: diele Zahlen würden sich durch die nachträglichen Bewilligungen auf acht Milliarden er- höh^n. Kiel 23 Aug. (Wolff.) Die Verhandlungen zwifcken dem Ortsausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerktchaftsbundes und dem Bund der Arbeitgeber über die Gewährung von Teuerungszulagen für die in Kleinbetrieben beschäftigten Arbeitnehmer find gestern abend gescheitert. Sämtliche Derufsgruppen haben darauf noch gestern abend in Versammlungen Stellung zu der Lage genommen. Es wurde beschlossen, 'am heutigen Dienstag in den Streik einzutreten, da die Angebote der Arbeitgeber für unannehmbar bezeichnet wurden. Der Streik ist darauf heute morgen ausgebrvchen Elfen, 23. Aug. (WTD.) Dier Berg- arbeiterverbände, nämlich der Verband (9tn Kongreß der geistigen Arbeiter. Paris, 23. Aug. (WTD.) Wie die Blätter aus Brüssel melden, hat der hier tagende Kongreß der geistigenAr- beiter eine Resolution angenommen, in der es u. a. heißt: l.!Der Kongreß erwägt den Entwurf für eine internationale Bereinigung geistiger Arbeiter. 2. Er gibt der internationalen Arbeitsvereinigung das Mandat, in den verschiedenen Ländern eine Propaganda zu unternehmen, damit in jedem Falle eine Zen- tralorganifation geistiger Arbeiter, die der internationalen Bereinigung angehört, zustande kommt, und gibt 3. einer der internationalen Bereinigungen das Mandat, sofort mit den Organisationen des Dölkerbun- des und des Internationalen Arbeitsbureaus bezüglich der genannten Frage in Verbindung zu treten. ö* Der Nationalkonvent der Sinnfeiner. Dublin, 23. Aug. (WTB.) Der heutigen Sitzung des Rationalkonvents derSinn- feiner mißt man größere Bedeutung bei. ES ist wahrscheinlich, daß das irische Geheimparlament der 26 Grafschaften in seiner Antwort an Llohd George die Angaben berücksichtigen wird, die ihm in dieser Sitzung gegeben wurden. Man will aus vertrauenswürdiger Quelle erfahren haben. daß der Rationalkonvent sich für die Annahme der Bedingungen Lloyd Georges aufl- sprechen werde Der Konvent besteht In der Tat aus einer gro' eren Zahl Leute, die gemäßigter sind als das Geheimparlament, dessen Mitglle- der unter schwierigen Verhältnissen gewählt wurden und größtenteils Gefangenschaft zu erdulden hatten. Unruhen in Belfast, Paris, 24. Aug. (WTD.) Rach einer „Matin"-Meldung aus London ist es gestern in Delfast zu Unruhen grfommen, wo eine Sinnfeinergruppe mit Lohnlisten mehrere Stunden lang kämpfte und wobei auf beiden Seiten geschossen wurde Am nächsten Morgen wurde aus der Straße eine Bombe gefunden ficht, das Defzit bei den Reichseisenbahnen biS I der Bergarbeiter Deutschlands, der Gewerkverein I führt werden. ® tourbe hlnzugefügt, daß die zum April 1923 zu beseitigen, nicht durchführen, christlicher Bergarbeiter Deutschlands, die Pol- Regierung ver ^Vereinigten Staaten mchtder An- Aus allen diesen Gründen habe man im Reich-- | nische DerufSvereinigung Abteilung Bergarbeiter | sicht sei, daß solche Verhandlungen ösfentllch w Erstes Blatt fll. Jahrgang Mittwoch, 24. August 192s Annahme von Anzeiae» JHv für die EietzenerAnzelger General-Anzeiger sür Oberhessen iaL. Qkrftfcfen baren *ßalgatien, China, Finnland, DÄnkreich, Griechenland, Polen, ^tumänien, die Schweiz, die Tschschv-Skvwakei und Jugoslawien. -3um Präsidenten Wunde Ivwanowitsch, der jugoslawische Gesandte in Berlin, zum Vizepräsidenten Selaquis (Schweiz) gewählt. Die Delegierten leg- len die Klagen der Flüchtlinge dar. Schließlich wurde eine Resolution angenommen, die es als unerläßlich erklärt, genaue Informationen über die Zahl und berufliche Eignung der Flüchtlinge zu erlangen. Gs wurde der Wunsch ausgesprochen, daS internationale Arbeitsamt möge bei den verschiedenen nationalen Verwaltungen oder Orga- Rationen der Flüchtlinge derartige genaue Angaben einholen, welche eine Einteilung der Flücht- ange nach ihrem Beruf behufs späterer Verwendung ermöglichen. Die griechischen Friedens- . bedingungen. Athen, 23. 2Iug. Hävas. Auf eine Anfrage bezüglich der vom „Dailh Telegraph" veröffentlichten Rachricht, daß die alliierten Regierungen bei der griechischen Regierung einen Schritt unternommen hatten, um die Absichten Griechenlands bezüglich der Friedensbedingun- gen zu erfahren, erklärte Gunaris, daß er diese Rachricht weder bestätigen noch dementieren wolle. Aichtsdestoweniger werde Griechenland den Krieg weiterführen bis zur völligen Verwirklichung der erstrebten Ziele. Die Friedensforderungen Griechenlands seien gemäßigt, jedoch den neuen Opfern, die dem Lande auferlegt worden feien, angemessen. Griechenland würde vor allen Dingen eine Grenzlinie verlangen, die ihm volle Verteidigung zu Lande sichern würde. Eine Schwindelmeldung« Paris, 24. Aug. (WTB.) Laut einer Ha- dasmeldung aus Achen wird die von einem Schweizer Blatte verbreitete Rachricht, daß der frühere deutsche Kaiser anläßlich des Sieges der griechischen Armee in Kleinasien einen Glückwunschbrief an König Konstantin gerichtet habe, amtlich für vollständig unwahr ferflärt. Die Kämpfe in Marokko. Paris, 23. Aug. (WTB.) Rach einer Meldung des „Paris Midi" griffen die Mauren das Lager von Sokohat an. Rach heftigem Kampfe schlugen die Spanier die Mauren zurück, die ernste Verluste erlitten. Die spanische Artillerie brachte die Geschütze des Feindes zum Schweigen. Aus dem Reiche. Die Einberufung des Reichstag-. Berlin, 23. Aug. (Wolff, i Der Reichstag ermächtigte in seiner letzten Sitzung vom Z. Zuli den Präsidmrten, die nächste Plenarsitzung auf den 6. September anzuberaumen, für den Fall, daß bis dahin die Beratung der Steuer- gesetze in allen vorbereitenden Instanzen erfolgt sei. Da die Steuergefetze den hierzu berufenen Körperschaften zur Zeit noch zur Beratung vorliegen und da die oberfchlefifche Frage, auf deren Entscheidung man noch im l August gerechnet hatte, durch den Obersten Rat vertagt wurde, so hat der Reichstagspräsident f nach Fühlungnahme mit den Fraktionen und der Reichsregierung die Einberufung des Reichstags * aufgefchoben. Als Termin des Zufammen- tritts ist nunmehr der 2Z. September vorgesehen. Eine dentschnationale Anfrage an die Reichsregierung. Berlin, 23. Aug. (Priv.-Tel.) Rach einer Meldung des „D. T." aus Braunschweig haben wegen der Entlassung von 54 Beamten der Brauns chweiger Schutzpolizei, die dem „Stahlhelm" angehörten, die deutsch- nationalen Abgeordneten Westarp und S) er gt an die Reichsregierung die Anfrage gerichtet, was sie gegen die willkürliche und ungefetzliche Entlassung der Schuhpolizeibeamten durch die Braunschweiger Regierung zu tun gedenke. Die Polizeistunde in Preußen. Berlin, 23. Aug. (WTB.) Der preußische Minister des Innern, Dominicus, richtete an den Rc-g'erung'Präsidenten und Pol zripräsidenten von Berlin einen Erlaß, wonach dieP o l i z e i st u n de nach folgenden Grundsätzen festzusehen ist: [.Vergnügungsparks, sogenannte Rummelplätze, sind mit Einbruch der Dunkelheit zu schließen. Es bleibt den Ortspolizeibehörden jedoch überlassen, eine Verlängerung bis halb elf älhr eintreten zu lassen. 2. Für Theatervorstellungen und Lichtspielvorführungen ist die Polizeistunde spätestens auf halb zwölf Uhr sestzusehen. 3. Cafes. Gast-, Speise- und Schankwirtschaften sind spätestens um zwölf Albr, Samstags um 1 Llhr, zu schließen. Die Ortspolizeibehörden in größeren Städten und Badeorten sind berechtigt, bei nachgewiesenem dringendem Bedürfnisse die Polizeistunde auch für die übrigen Tage bis 1 Uhr auszudehnen. 3n besonders gearteten Einzelfällen, beispielsweise für Wohltäligkeitsveranstaltungen, können Ausnahmen jedoch keinenfalls über zwei Hbr hinaus gestattet werden. Die Reuregelung soll mit dem 1. September in Kraft treten. Das preußische Ministerium des Innern wandte sich in einem Rundschreiben an die Länder mit der Bitte, in Sinne der Aussprache im Reichsrat auf eine möglichst einheitliche Ausgestaltung der Polizeistunde durch sämtliche Länder hinwirken zu wollen. Die Milchdersorgung im Industriegebiet. D o ch u m, 23. Aug. (WTB.) Heute fand eine Tagung des Meiereiverbandes für Westfalen und Lippe mit den Milchhändlergenos- senschasten für Rheinland-Westfalen in der Milchversorgung statt. Die Oberprasi- denten von Rheinland und Westfalen und die Landwirtschaftskammer in Münster entsandten Vertreter. Die Versammlung war darin einig, daß alle Kriegsmaßnahmen beseitigt werden müßten und daß die Frage der guten Versorgung der Städte mit Milch in erster Linie durch eine straffe Organisation aller an der Milchwirtschaft beteiligten Kreise zu losen sei. Aus Stabt und Land. Gießen, den 24. Aug. 1921. Die Bewältigung des Herbstgüterverkehrs. Zur reibungslosen Bewältigung des Herbstgüterverkehrs verbreitet die Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. eine Reihe von Leitsätzen, denen wir folgendes entnehmen: Die gesteigerten Anforderungen des Heri>st- verkehrs an die Eisenbahnverwaltung machen sich bereits geltend. Der durch die Erfüllung des Friedensvertrages aufs äußerste geschwächte Wagenpark reicht im Herbst nicht aus, um allen Anforderungen sofort entsprechen zu können. Bedeckte Wagen müssen an andere, stärker notleidende Bezirke zum Versand von Getreide, Mehl, Kartoffeln, Obst, Rüben und sonstigen Lebensrnitteln abgegeben werden. Dies führt zu Ausfällen im eigenen Bezirk. Gleiche Verhältnisse bei offenen Wagen durch Teildeckungen infolge Abgabe der leeren Wagen nach dem Ruhrbezirk. Deshalb die Eisenbahnverwaltung nicht sofort mit telegraphischen und schriftlichen Beschwerden überschwemmen. Die Eifenbahndirektton kennt die Anforderungen und die Rot aller Betriebe aus jahrelanger Erfahrung, muh aber allen Ansprüchen durch möglichst gerechten Ausgleich zu genügen suchen. Folgendes sei beachtet: Schnelle und fristgemäße De- und Enttadung der Eisenbahnwagen. Gabetolonnen verstärken. Doppelschichten einlegen. Größere Mengen von Massengütern, wie Kohlen, Koks, Erze ufw. in Anschlußwerken auch nachts entläben. Wagenstandgeld und Lagergebühren können zu Zeiten der Verkehrs- und Wagennot grundsätzlich nicht erstattet werden! Stückgüter den Transportanforderungen entsprechend ausreichend und gut verpacken und deutlich, zweifelsfrei und in ilebereinftimmung mit den Angaben im Frachtbrief bezeichnen, alte Anschriften vorher entfernen. Bei Stücken, Körben und ähnlichen Verpackungen Signierfahnen mit Metallösen verwenden und mit geglühtem Draht befestigen. Abschrift der Dezettelung auch unter die Verpackung einlegen (Rotadresse). Auflieferung größerer Mengen möglichst in den frühen Morgenstunden, sonst im Laufe des Vormittags, weil gegen Annahmeschluß Gedränge, Zeitverlust, hastige Austieserung und damit Gefährdung der sicheren Beförderung. Sendungen nach einem Platz möglichst in größeren Mengen, nötigenfalls noch sammeln, gleichzeitig aufliefern. Dadurch Vorteil der zusammengefaßten .und schnellen Beförderung in geschlossenen Wagen. Auch richtungsweise Auflieferung bietet solche Vorteile. Beachtung der Aus- und Cinfuhrvorschriften bei Sendungen nachdem Ausland und dem Rheinzollgebiet. Bei Mängeln erhebliche Beförderungs- Verzögerungen infolge der Rückfragen und nachttäglichen Erteilung der Vorschriften. Die Verstopfung der Zoll- und Vorbahnhofe und Güterböden ist zum erheblichen Teil auf solche Mängel zurückzuführen. Wettervoraussage für D vnners tag: Heiter, trocken, tags etwas wärmer, nachts kühl. Winde aus nördlichen Richtungen. Das südeuropäische Ties hat sich noch mehr verflacht. Von Westen folgt hoher Druck, der unsere Wetterlage beernfhiffen wird. " Ein verräterisches Zeichen. Schon gar oft ist an reiselustige Leute die Warnung ergangen, sie sollen beim Verlassen ihrer Wohnung nicht die Rolläden herablassen, weil das die besten Fingerzeige für die Diebeszunft seien. Immer wieder ergibt sich aus Gerichtsverhandlungen. daß diese Mahnung nicht befolgt wird, und daß man den Einbrechern nach wie vor ein sicheres Merkmal gewährt, wo sie ungestört arbeiten können. In einem kürzlich verhandelten Fall kam aber auch zur Sprache, daß sich ein Einbrecher danach richtete, daß der Briefkasten der betreffenden Herrschaften mit Zeitungen vollgepfropft war und daß das ein untrügliches Zeichen für die Abwesenheit der Wohnungsinhaber bildete. Man wird also gut tun, wenn man auf Reisen geht, auch die Leerung des Briefkastens besorgen zu lassen. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Astoria-Lichtspiele, Seltersweg »Das Geheimnis der Spielhöllen von Sebastopvl" und „Im Rausche der Milliarden". - Lichtspielhaus. Bahnhofstr., „Der Erpreffertrick" und „Leben und Lüge". Aus dem Stadttheaterbureau. Zur Feier von Goethes Geburtstag bringt das Stadttheater am kommenden Samstag die beiden Lustspiele Goethes „Der Bürgergeneral" und „Die Mitschuldigen" forgfältigft einstudiert zur einmaligen Aufführung. - Der Kartenverkauf beginnt am Donnerstag. Vorbestellungen an der Kasse erbeten. — Die erste Herbst-Ruderregatta des Lahn-Regatta-Verbandes, veranstaltet vom Verein Rudersport Gießen 1913 e. V. auf der Lahn zu Gießen findet Sonntag den 28. August, nachmittags 3 Ubr statt. Siehe Anzeigenteil. Die Stenographen-Gesell- schäft Babelsberger und Samenabteilung e. V. eröffnet am 6. September einen neuen An- fängerfurfu» in der Gabelsbergerschen Stenographie. Im Hinblick auf die Wichtigkeit der Stenographie im Handel in der Industrie und bei Behörden kann die Erlernung der Kurzschrift nur warm empfohlen werden. Räheres siehe Anzeige. _ Der Evangelische Arbeiterverein häll am Sonntag im großen Gerstensaale der früheren Vnion-Brauerei seine diesjährige größere Svmmerveranstaltung in Form eines Familientags ab. Rach den getroffenen Vorbereitungen steht den Besuchern auch 'diesmal ein genußreicher Rachmittag bevor. Kreis Lauterbach. z. Grebenhain, 22. Aug. Gestern mittag fuhren mehrere Wagen einer vielköpfigen Zigeunerbande durch den Ort, in der Richtung nach Gedern zu. Da die Weiber im Dorf umhergingen und bettelten, nahm die Gendarmerie die Verfolgung auf und (teilte die Bande bei Hartmanns- Hain. Einer der Zigeuner, der mit einem Zagd- gewehr ausgerüstet war, warf es weg und floh, ie anderen gaben noch acht Schüsse ab, ob es Schreckschüsse oder Freudenschüsse gewesen sind, wie die Zigeuner behaupten, da sie eine Hochzeit gefeiert haben wollen, wird die Untersuchung lehren. Da sich die männlichen Personen bei der Durchsuchung der Wagen widersetzten, wurden drei von ihnen verhaftet und heute dem Amtsgericht Herbstein zugeführt. Die Bande treibt sich schon das ganze Hahr in unserem Kreise an den preußischen Grenzwaldungen herum ohne jede Beschäftigung. Kreis Schotten. □ Laubach, 22. Aug. An Stelle des wegen Erkrankung beurlaubten Oberlehrers Frank ist Assessor Gans am hiesigen Gymnasium verwandt worden. Assessor Fucks, der bisher nur eine zwei- brittel Stelle innehatte, erhielt nunmehr eine volle Lehrerstelle. spd. Aus dem Vogelsberg, 22. Aug. Als ein Opfer des Weltkrieges kann die jetzt langsam ersterbende Kanarienvogelzucht im vorderen Vogelsberg angesprochen werden. Großhändler kauften die Vogel auf und versandten sie in großen Mengen in das Ausland. Diese Ausfuhr hat jetzt aufgehört. Außerdem sind Samen und Eier als Futter für junge und alte Tiere zur Aufzucht derart teuer geworden, daß sich der ganze Betrieb kaum noch lohnt. Starkenburg und Rheinhessen. rrn. Bischofsheim, 23. Aug. Die Dürgermei st erwähl in Bischofsheim ergab am Sonntag für den bürgerlichen Kandidaten Fischer 1340. für den SoziaZDemv« traten Hary 1311 Stimmen. Fischer ist sonach mit 29 Stimmen Mehrheit gewählt. Der Wahlkampf war scharf. Hessen-Nassau. Für 428 000 Mk. Eteuerbanderolen gestoUen. fd. Fra nkf u rt a. M. 23. Aua. Sie Kriminalpolizei kam im (Sügüterbahr.bot riesiges Diebstählen auf die Spur. Ser Ladef chafsner LichtiNg Hagen entwendete aus einer Sendung der Reichsdruckerei .für 428 000 Mark Steuerbanderolen. die von mehreren Hehlern in den HandÄ gebracht wurden. Ser weitaus größte Sei ds Banderolen konnte wieder herbeigeschafft werden. In die Angelegenheit sind bis jetzt 15 Eisenbabn- beamte verwickelt, die verhaftet wurden. mc. 5 r a n l f u r t a. M., 23. Aua. Augen- blicklich hält sich in Bad Homburg der Maharadscha von Iind in Indien mit feinem Hofstaat und Töchtern auf, um dort die Quellen zu benutzen. Der edle Herr, der erste indische Fürst, der Deutschland nach dem Kriege aufsucht und außerordentlich große Shmpachien für unsere Heimat hat, ist von 32 Personen begleitet, also ein recht stattliches Gefolge, darunter vier Aerzten. Jetzt hat man es sogar noch für nötig befunden, zwei wettere Schweizer Aerzte zu engagieren, die ein Monatseinkommen von „nur" 30 000 Franken haben. Der Maharadscha scheint überhaupt über ungezählte Millionen zu verfügen, was übrigens auch kein Wunder ist, wenn man bedenkt, daß die indische Rupie nach heutiger Kurs ungefähr 50 deutsche Reichsmark aus- macht. mc. grantfurtn. M., 23. Aug. Sic Dank« beamtenfdxrft hat bisher freiwillig ohne Bezahlung 'üeberftunben gemacht, ober sich, soweit die Mehrarbeit bezahlt wurde, mit einem ganz geringen Sah begnügt. Ser Forderung der besseren Bezahlung der ileberftunben gegenüber verhielten sich die Banken ablehnend. Gestern hat nun eine stark besuchte Dankbeamtenversamrn- lung beschlossen, die Leistung aller Leber stunden- arbeit mit sofortiger Wirkung abzulehnen und die Betriebsräte aller Banken beauftragt, sofort bei den Sireltionen vorstellig zu werden, um eine angemessene Bezahlung durchzufetzen — fd. Oberscheld, 23. Qhig. Der Bürgermeister Heuser stürzte beim Pflaumenpflücken von einem Baum ab und erlitt eine Gehirnerschütterung, der er nach kurzer Zeit erlag. Die Regnnentsseier ehem. 168er in Butzbach. Butzbach, 23. August- Am Samstag und Sonntag sand in Butzbach, der ehemaligen Garnison des 1. Bataillon- Inf.- Regts. 168, eine größere kameradschaftliche Zusammenkunft statt. Am Samstag kamen schon viele Teilnehmer nach Butzbach. Die Stadt prangte in vollem Flaggenschmuck. Abends trafen sich die Gäste in der Festhalle, da sich daS vorgesehene Restaurant „Gambrinus" als zu klein erwiesen hatte. Es waren schon am Samstag bald doppelt soviel Teilnehmer erschienen, wie man erwartet hatte Am Sonntag früh weckte ein Seil der Musik, dann versammelten sich alle in ihren Kompagnie- Lokalen und im Zuge gings zum Friedhof, um dort der Gefallenen zu gedenken. Pfarrer L o h - Butzbach hielt die Gedenttede. Von dem Friedhof aus marschierten die Tellnehmer »um Marktplatz, wo Herr Link, der Vorsitzende der Ortsgruppe Butzbach, den Gruß entbot. Hieraus ergriff der ehemalige alte Feldzugskommandeur des Regiments, Oberst v. Pfeil, das Wort, gedachte gleichfalls nochmals der gefallenen Helden und stellte die Taten des Regiments in eingehender Schilderung vor aller Au:en DaS Lied „O Deutschland hoch in Ehren" wurde gelungen. Bürgermeister Kohler- Butzbach sowie der Vorsitzende der Kriegerkameradschaft „Hassia" begrüßten alle Gäste und gaben ihrer Freude Ausdruck. Mit frischem Tritt ging es unter den Klängen der alten Militärmärsche durch die Sttaßen Butzbach-, überall von den Einwohnern auf das herzlichste begrüßt. — Rach dem gemeinsamen Esten strömte alles zur Festhalle hinaus. Durch die große Anzahl von Kameraden erwies sich leider der Raum etvxrs Nein, doch wurde dem mit Humor und heiterem Sinne Rechnung getragen. RachmittagS ergriff Herr Dle11ner - Offenbach das Wort und hieß auch hier nochmals alle willkommen und dankte auch der Stadt Butzbach für ihr im» Dantes Persönlichkeit. Dantes Größe beruht nicht zum geringen Teil darauf, daß er der erste Mensch war, der es nach dem Riedergang der antiken Kultur wieder wagte, seine Persönlichkeit in die Mitte einer Dichtung zu stellen. So ist Santo nach „zehn schweigenden dunklen Iahrhunderten" wieder die erste Helle Stimme, die mit Herzenswärme zu uns spricht, der erste IndividuÄist, und deshalb hat man ihn, dessen Werk die Krönung des mittelalterlichen GedankenbaueS darstellt, mit einem gewissen Recht den ersten Renaissancemenschen genannt. So wie Santes Anllih unS unter all den ttzpifchen Gesichtem der damaligen Kunst zum erstenmal wieder das Spiegelbild genialer Eigenart offenbart, so tritt aus seinen Sichtungen dem schärfer Blickenden seine Persönlichkeit deullich entgegen toenn er auch in seiner ..Göttlichen Komödie" die innere Erlösungsgeschichte des Menschen schlechthin barfteltt. In einem außerordentlich llaren, die schwierigen Probleme der Sante- Fvrschung geschickt behandelnden Buch stellt Sr. Helmut Hatzfeld „Dantes Weltanschauung" (Röst u. Eie.. München) dar und hat dabei auch die einzelnen. Züge seines Eharakterbildes vortrefflich herausgearbeitet. Ein Grundelement seines Wesend war seine konservative Geistesrichtung, die den Geist seiner Zeit auf dem politischen wie auf sittlichem Gebiet ablehnte Gegen Betrug und Wucher, der damals so zügellos herrschte wie heut, schleudert der Dichter seine vernichtenden Anllagen und preist jene Zeiten, „wo sicher waren Stadtbuch und Gericht". Mit dieser kon'ervaotiven Gesinnung hängt eine andere seiner r.niiehmsten Eigenschaften zusammen, die Ehrfurcht vor der Autorität. Wenn er in der „Hölle" neben seinem Lehrer Brunetto Lattni ein Stück Weges daher- schreitet, fo bemerkt er ausdrücklich dazu „Ich büdte mich im Schreiten, wie Leute tun, die ehrerbietig gehn". Auch bei feinem Zusammen- treffen mit Papst Hadrian V. vergißt er nicht, fein Knie zu beugen, und die päpstliche Würde durch „ehrerbietige Gebärde" zu achten. Sie Ehrerbietung, die er gegen seine Herrin Beatrice an den Tag fegt, ist letzten Endes in einer pietätvollen Anhänglichkeit begründet, die wir überall in seinem Wesen finden. Rach seinen eigenen Worten lebt ihm „das teure, gute, väterliche Bild" seines Lehrers Brunetto Litini im Herzen. Reid ist Dante ein verhaßtes Laster, der Inbegriff und die Verkörperung alles Dösen aber bedeutet für ihn, wie er in seiner lateinischen Bekenntnisschrift „Das Gastrnahl" sagt, der vermaledÄte Geizhals, der nicht bemerkt, daß er verlangt, immer zu verlangen, indem er danach strebt, eine unmögliche Summe zu gewinnen". Eine der hervorragendsten Eigenschaften Dantes ist seine Rächstenliebe, die Antellnahme am Geschick seiner Mitmenschen, sein Mitteid. Kaum hat er beim Betteten der „Hölle" das „Gestöhn und Weh und Heulen" der Verdammten vernommen, da beginnt er vor Mitgefühl zu weinen. Und als er erkennt, daß auch die hervorragendsten Heiden in der Vorhölle schmachten müssen, da meint er: „Schwer wird ums Herz mir, diese zu betrachten". Dem Florentiner Rusticucci und seinen Leidensgenossen ruft er zu: „Um Euretwillen fühl' ich "im Innern solches Herzeleid, daß lang es währen wird, den Schmerz zu stillen". Als er die Wahrsager mit umgedrehten Köpfen sieht, da kann er ob der Entstellung der menschlichen Gestalt seine Tränen nicht zurückhalten, und bei der entsetzlichen Geschichte vom Hungertode Dgelinos meint er. der müsse ein steinernes Herz haben, der da nicht weine. An einer Stelle des Fegefeuers sagt er er könne nicht glauben, „daß auf §rden Menschen gehen, fo grausam, daß sie sich nicht rühren ließen zu Millew. wenn sie sähen, was er selbst gesehen" Diesen Zügen in Dantes Charakter steht aber ein starkes Selbst- bewutztsein gegenüber, wie es der typische mittelalterliche Mensch nicht besah. Unerhört kühn für seine Zeit ist die Prophezeiung, die er seinen großen Lehrer über sich auSsprech en läßt: „Glorreicher Hafen kann dir nicht entgehen, wenn du folgst dem eigenen Sterne" und „Sir wird das Schicksal Ruhm so reichlich messen daß jede Seite nach dir hungrig ist". Sante erkennt selbst das Uebermah dieses seines Selbstverttauens und fürchtet daher, daß er den Stolz, den Grundzug seiner Ratur, im Fegefeuer werde büßen müssen. Sieter Stolz verleitet ihn dazu, den Ruhm für das Höchste zu halten, ohne den nur solche Spur vom Menschern auf Erden zurückbleibt „wie von dem Schaum im Dach, vom Rauch im Winde". Sein schönster Traum in der Verbannung bleibt die Hoffnung aus eine triumphierende Rückkehr nach der Vaterstadt Florenz, „um den Lorbeer als Sichter zu empfangen am Stein, wo mich der Vater taufen lieh". Sieses stolze Selbstbe- wuhtsein trennt Sante vom Mittelalter und macht ihn zum ersten Menschen der Renaissance. Aber sein Selbstgefühl ist nicht so groß, dah er wagen würde, wie es die späteren Vorkämpfer einer neuen Weltanschauung taten, den Schleier von den letzten Geheimnissen lüften zu wollen Wohl hat auch ihn der Sämon des Zweifelns angefallen, aber er hat ihn niedergerungen, und das Ergebnis seiner ZweifelSkämpse war ein um so stärkerer Glaube. Deshalb kann er im „Paradies" mit Recht von sich sagen: „Kein Sohn der Kirche, der auf Erden schreitet, hofft mehr denn er“. » Die Passionsspiele erlaubt. fd. Frankfurt a. M. 23. Aug Ser Regierungspräsident hat nunmehr die aus Anlaß des Katholikentages geplanten Aufführungen von Passionsspielen genehmigt. Sie städtische Rachrichtenstelle führt zur Begründung der anfänglich vom Maaistrat verweigerten Aufführung der Spiele folgendes an: Sie Stellungnahme des Magistrats erfolgte mlf Grund des Gutachtens eines Kunstsachverständigen, das unter Würdigung der obwaltenden ttmstände das Dedürfnis für diese Passionsaufführungen verneinte, um fv mehr alS eine große PafsionSaufführung im hiesigen Schauspielhaus vorbereitet wird und dieses Vorhaben durch die von auswärttger Seite beabsichtigten Aufführungen gefährdet werden könnte. Ser Magistrat hat sich aljo bei feinen Erwägungen über die Erlaubniscrieilung für das Passivnsspiel lediglich von fiskalischen Intereffen leiten lassen. Auch ein Standpunkt. * rm. Sarmstadt. 22. Aug. Oberregisieur Sr. W. Harnisch vom LandeStheater wurde an das Stadttheater in Minden i. W. berufen. — Bruno Harprecht hat das von ihm mit gutem Erfolg geleitete Svmmertheater mit einem durchschlagenden Abschiedsabend geschlossen und wird nunmehr seine neue Stellung am Hamburger Stadttheater und der Leitung Sr. Sgerä antreten, der si-n seiner Zeit auch nach Darmstadt berufen hat. — Seutsche Kunst. In den ersten Tagen des September soll in Gießen eine Ortsgruppe der Genoffenschaft „Seutsche Kunst" ins Leben gerufen werden. Es handelt sich hierbei um ein rein soziales Unternehmen, eine Wohlfahrts Verkaufs- Organisation, die es sich zur Aufgabe macht, nur gute Originalkunstwerke zu günstigen Preisen zr verkaufen und notleidende begabte Künstler aus den lleb erschössen zu unterstützen. Ser AuffichtSral der Genossenschaft seht sich aus einer Reihe bekannter Künstler zusammen, die eine Gewähr dafür bieten, daß nur gute Kunstwerke veräußert werden. Sie Genossenschaft finanziert sich auS privaten Mttteln; jeder kann Mitglied der Gesellschaft werden. Ser kleinste Anteil beträgt 200 Mk- ,eil m. !*• äibiitt Ä L-tt äS® Krx HL r ^n, der ech ^2IÜ> Wh k»- PK«'S stattüch« 2etzt hat man ^Mdettere W$a Dv. 30000 Firmlril Icheml übeibwjt derfügen, !lt> wenn man be, )i? nach heMaen Reichsmark au?. 3.2ug. Sic Ez ohne 3c Echt, iLer sich, so. VvLe, mit einem *ö: fotitomg bet erstunden gegeMv ablehnend. Testern onkdeamtendersamm. aller Merfhmbtn- I abzulehnen und bk eauftragt, sofort bet i werden, um eine «ufetzen !Kig. Ser Arger- i 'Jflaumenpflüdm rliü eine Vchirn- zer Zeit erlag. : chem.1Mr ach. bach, 23. August. lag fand in Duhbach. ! 1. DataillonS Inf.- uneradschastlichr Zu- tag tarnen schon dick )ie Stabt Prangte tn rnds trafen sich die sich das dorgesehene g ju Kein erwiesen nttgtag halb bopbtlt wie man ermattet titel beab« giWLhoii könnte- ihröel °E gen ei le^M^nsspiel einTckdriMU in ihren Kompagnie' z zm Friedhof, W nlen. Ujarrejt 2oB; c, 3on dem Friedhof imer «um Marktplatz. LderOrtsMP« Hierauf «JJ mndeur des -N •M Mort, gedachte iQencn Helden Md ents in eingehender ^Ned.vE . gesungen, ^ctz« sowie der 2°rsE *‘hS® tube MisdruL- ben SW c Straßen ! iuf M 6«S 85»t*jS «® 5? Mmiüag« bä Dort WS? Wer bewiesene heyllcheS Sntgegenfümmen Unter größten Beifall hielt hierauf her ehemalige Stnuunanbcur des ersten Bataillons, Oberft a. D. Wetzergang. die Festrede auf die echte Äa- wembschaft. Der weitere 'Rachmittag wurde durch Weisen de« hiesigen Musikverein« unter Leitung feine« altbewährten Leiter«. Musikmeister Krautze. auSgefüHt Ferner sei auch noch hier des Gesangverein« .Orpheus"-Butzbach gedacht, welcher durch stimmungsvolle Gesänge schon morgen« aus dem -Friedhof und dann nachmittags in der Zesthalle mtt zum Gelingen de« Feste« beitrug. Die nächste Zusammenkunft Im Jahre 1922 ift in Offenbach zum 25. Iahresjubelfestc vorgesehen Hochschulnarbrichten. NN Darmstadt, 24 Aug. Bon der Technischen Hochschule hat Ingenieur Fritz Opel. WMnHaber der Firma Adam Opel in Rüsselsheim, au« Anlab seine« 25jährigen Jubiläums al« Mitarbeiter der Firma in Anerkennung seiner un- Lrmüdllchen Tätigkeit für die Entwickelung der deutschen Automobil-Industrie, insbesondere für die konstruktive Durcharbeitung der Automobil- motvren und ihre fabrikmützige Herstellung die Würde eine« Doktor-Ingenieur« ehrenhalber erhalten Kirche und Schule. Dischofskonfereuz in Fulda. fpd. Fulda. 23. Aua. Heute vormittag be- SmU einer feierlichen Andacht In der Bonisa- uft die diesjährige Beschosskonserenz. Jur chme an dieser sind ein getroffen: Di« Kar- dinäle Bertram (DreSlau). Schulte (Köln). Faulhaber (München): die Bischöfe Korum (Trter), Bering (Osnabrück), Poggenburg (Münster). Ernst i/Htldesheim-, Klein (Paderborn), Bludau (Erm- land). Keppler (Rottenburg), Hugo (Mainz), Ki- lian (Limburg), Erzbischof Fritz (Freiburg). Prälat Skala (Bautzen), Generalvikar Ditterd (Mittelwalde), Schmidt (Fulda) und der neu ernannte Bischof von Meiden, Professor Schreiber (Fulda). rr. BernShausen. 23. Aug. Hier fand «m Sonntag unter stärstes Beteiligung der ®e- meinde die feierliche Weihe einer neuen ®Iode istatt. Der Patron der Kirche, Graf Wilhelm wrm Schlitz nahm mit Familie an der Feier teil. fStadtpfarrer Boeckner aus Schlitz hielt dte kWeihcprad gt, während der hiesige Männergcsang- deoein durch Bortrag der .Hymne" von Mähul und .vonntagSlied" die Seiet verschönte. Der Gemeindegesang wurde von einer Musikkapelle der Pfarrei begleitet. — Die Glocke Hai ein Gewicht von 186 Kilo und kostet Über 9000 Mart Sie wurde hergestellt in der Gietzerei Gebrüder Ulrich-Apolda und trägt die Inschrift: .In fthwever Jett dem Herrn geweiht." Gerichtssaal. an. Darmstadt, 23. Aug. Wegen Getreides ch i e b u n g e n waren vom Schöffengericht Groh-Gerau L. H. au« Worfelden. Sohn de« dortigen Bürgermeisters, O. M. von da, der in Darmstadt beschäftigt ist, und der Dieragent M H. in Darmstadt in Geldstrafen von je 1500 Mk. genommen worden, obwohl sie behaupten, datz es sich nur um ein Tauschgeschäft handle, um Saat- getretbe zu beschaffen. Aus ihre Berufung setzte heute dte Strafkammer den von M zu zahlenden Betrag auf 5erflfbMmeerfMenenfed« öeeAfr* \| Ku !a 11-06 Af., ' Sch. M.3.-. In Apotheken n. Drogerien erhAlUleh. Drogerie Noll, Bahnhofetraße 51. MAGGIS Würze Man verlange ausdrücklich MAGGI8 Würze. 9143c in großen Originalflaschen Nr. 6 besonders vorteilhaft. Man füllt daraus das kleine Maggi-Fläschchen selbst nach und hat äusser Geldersparnis noch die Garantie der Echtheit. ===== Achten Sie auf unversehrten Plombenverschluss. ===== 1920er Weißwein »Iugenheimer Goldberg' eigenes Wachstum, In '/»-Stück'Jab abzugeben. E.Gauterin II. Friedrichsdorf L T. HT" Billigste Bezug«- quelle für Hotel« u. Weinstuben. "SB 9078 Bekanntmachung. HnMetgrMnScigcruug Der AM Wen. Montag den 29. August und Dienstag den 30. August soll das Grummetgras von den Wiesen •auf Grund der vom Hess. Ministerium erlassenen sDerordnung vom 15. Mai 1920 meistbietend ver- (steigert werden, und zwar: • Montag den 29. August a) vormittags 9 Uhr Zusammenkunft am Schlacht- Hof von den Wiesen im Neustädter Feld, b) vormittags 10', Uhr in der Restauration von Melchior Schäfer Witwe (jetzt ®g. Schrimpf), Kaiser-Ällee 4, von den Wiesen im Heegsttauch, c) nachmittags 2 llhr im Philosophenwald von den Mesen am Fürstenbrunnen, im Wiesecktal, von den Hospitalwiesen in der Gemarkung Wieseck. Dienstag den 30. August vormittags S Uhr an Ort und Stelle an der Rödger Straße von den Ochsenwiesen, von den Wiesen bn Stolzemnorgen, am Utersbrunnen und Altentisch. Das (Brummetgras von den Wiesen in der Gernar» lung Grotzen-BuseL wird in den Ochsenwiesen versteigert. Reflektanten wollen sich dort einfinden. Steigllebhaber, welche die Wiesen zu besichtigen beabsichtigen, wollen sich an den städtischen Wiesenmeister Bellof, Wolfstratze 15, wenden. Die Dürgermei ter der umliegenden Gemeinden werden ersucht, vor tehendes in ihrer Gemeinde fce- kanntmachen zu lassen Dietzen, den 22. August 1921. 91788 Der Oberbürgermeister. 3.03.: Dr. Seid. von beseitigt, ££• Dtfl baß in alle andern angewandte» Mittel oqjagttn. Dostass. «D. Jahrelanoe G. m. b. H. Giessen, Brandgasse 4 führt aus: Steinholzfussböden n. Estriche auf Beton, alten Dielenbelag sowie direkt auf die Balkenlage Fabrikfussböden Xeuaneführung Reparaturen Steinholzöl. 01IM2 Frische Fische! Heute und morgen treffen ein: Prima Nordeee-Schellfleche l-l'/.-vfündig, Pfd. Mk. 2.40 Bratwehellfleche Pfd. Mk. 2.00 IVordwee-Cabllau. kovfloS.Bsd. Mk.4.00 im Ausschnitt Pfd. Mk. 4.50 Kotelett«......Pfd. Mk. 5.00 Seelache......Pkd. Mk. 3.50 SeuearoßeRollmöpee36t. Ult 4.00 die 4-Liier-Tose, zirka A Stück. 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Schlüchtern, den 23. August 1921. Auf Wunsch des Entschlafenen fand die Beisetzung in aller Stille in Schlüchtern statt. 9I89D Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Schäfer geb. Burk im 49. Lebensjahre nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, jedoch unerwartet,'heute morgen 6 Uhr sanft entschlafen ist Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Schäfer I. Watzenborn, den 23. August 1921. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. August, nachmittags 31/, Uhr, statt. 011497 j Vermietungen | Pension Brandl i flat mgfcl. Zimmer ta.Verptl. Möbliertes Zimmer au vermieten 011478 Ärofdorfer Str. 26 HL | Mietgesuche | Junges Ehepaar sucht 3—3 flut möbl. Zimmer mit Kochgelegenheit in Sutern Hause. Schriftl. lng.u. 011508 an d. G. Anz. 1-2 mbl. Zimmer mit Küchenbenutzung von kinderlosem Ehepaar zu mieten gesucht. Schrift!. Ang. u. 011518 a. Gieh.Anz. Gut möbl. 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Copyright 1919 by Greiner & Eomp., Verli« W 30. -2m Gegenteil - der Zugvogel hat plötzlich festhafte Anwandlung bclommcn,“ antwortet« Rü° bi^r an des Freundes statt: aber es lag etwas in seinem Ton dabei, was Magelvne betroffen m sein Gesicht ausblicten liest. 2br Blick glitt forschend über Do und den Maler hin, und dann huschte ein befriedigtes Lächeln um ihren Mund Sie schob ihren Arm in den Rüdigers. .Run, dann wird der Zugvogel gewist auch seine Gründe dafür Haden," tagte sie bedeutungsvoll. »Aber komm, last uns noch ein Viertel- stündchen im Part promenieren. Der Morgen ist so wundervoll heute!" • -Wir dürfen die beiden doch nicht stören." flüsterte sie Rüdiger zu, dis sie auster Hörweite waren. .Denn du merkst doch, was da im Start ist?" Rüdiger schwn_g. verworrene Gedanken stürmten durch seinen Kop*. War es möglich, dah er richtig gesehen hatte -' Warum war Do Mt einem Male so gänzlich verändert? Warum lchoh ihr das Blut ins Gesicht, als Waldemar ihnen gegenüberstand? Lind Waldemar — er Var nie gern in Wilhelminenruhe gewesen . nun wollte er sogar den Winter dort verbringen' EmGroll, den er sich'nicht erklären konnte, vallte jäh gegen den Freund in ihm auf. Was ^botausu^ der ‘“Wtiaflta Aus Stadt und Land. Giesten, den 24. Aug. 1921. Verlängerung der Girr und Ausfuhrbewilligungen. Anträge auf Verlängerungen von Bewilligungen müssen 14 Tage vor Ablauf der Gültigkeitsdauer beim Ein- und Ausfuhramt Bad-Ems eingereicht werden. Die Er- ^uic und danach handeln. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund mag es wahrmachen, was er in feinem Aufruf vom 5. August 1921 verkündet hat: die weitere Entwicklung der Dinge so zu beein- ssusseu. bah wir endlich aus dem Zirkel heraus- fommen Diese Bemühungen sollen mit verstärkter .^raf! iprfgcfeht werden" Der Zirkel schliestt be- fannthd) die pre i s t r ei b e n d e Wirkung Lohnerhöhungen. len: veideS J markenfrei /!■ , . PfUNd , . Pfund . Pfund II Paket 2.W H Pale: 4-50 H gezuckerte .j| Dole o.t3 n AFFEE] Ä--I ÄÄ.^1 --E «Kl $88*551 Verkehrte Finanzpolitik. Die , Itöln. Ztg." entwirft von den gegenwärtigen Tendenzen der amtlichen Finanz- volitik und dem sich daran anschliehenden neuen Lohnbewegungen das folgende zutreffende Bild^ Preiserhöhungen erfolgten in der Zeil der Revolution in wildem Taumel, niemand fragte nach der Äalhdaiion; hohe Lohnforde unge i folgten auf dem Fuhe, niemand fragte nach ihrer Aus- wirbmg So ist es im groben und ganzen auch heute wieder, wo man den Rui ausstöht, dast uns den Reparationsleistungen nicht Repara - ?ionsgcwinnler entstehen dürfen. Roch ehe die Möglichkeit dazu vorhanden, schreit man ohne Rast nach mehr Lohn und Gehalt und gerät in eine Reparationslohnbewegung. Die VrotvreiSerhöhung und die neuen Steuern werden in erster Linie als Grund der neuen Forderungen hinaestelli Der Deutsche Beamtenbund fordert einen für alle Beamten. Diätare und Pen- fionäre gleichen Teuerpngszuslag von 5000 Mk. lährllch. Bei Verhandlungen mit den groben Ar- veitergewertlchasten wurde aber dem Beamten - bunb Tn feiner Forderung nur eine Unterstützung bis 3600 Ml Zahreszulage zugestanden, weil die Rotlage des Reiches zu groh sei. und weil die Gewerkschaften für die Staatsarbeiter auch nicht mehr fordern wollen. Damit wollen aber die Be amten keineswegs zufrieden lein. Sie sagen, dast sie nur dann Einschränkungen ertragen wollen, wenn alle Kreise des Volkes sich dazu bereit erklären Hier liegt nach unsrer Meinung der springende Puntt. Die Beamten, die diesmal anscheinend im Vordergrund der Bewegung stehen, haben den Sah des Reichskanzlers Dr Wirth, den er in der Hitze deS 6 Zuli gesprochen hat, febr gut im Gedächtnis behalten, dast im Innern Deutschlands die Goldmark nur noch eine Groschen - mark und auf dem Weltmarkt noch viel weniger darstelle. Man wuhte damals schon, dast dieser leichtsinnige Ausspruch schwer eFolaen haben würde, denn er gab ja geradezu einen Anreiz dazu, sein Einkommen mindestens auf das Zehnfache des Friedenseinkvmmens zu erhöhen. Obwohl er ein 7b Milliarden-Defizit im RcichShaushalt vor sich hatte, brachte es derselbe Reichskanzler einige Wochen später auS eigner Eingebung auch noch fertig, wegen der neuen Steuern den Beamten, Angestellten und Arbeitern eine entsprechende Erhöhung der Einkünfte in Aussicht zu stellen. Die Folge wird eine zielloseReParationslohnbewegung 'ein, die ein noch wahnsinnigeres Tempo annehmen kann als die Revolutionslohnbewegung. Eine so von Grund auf verkehrte Finanzpolitik kann das neue Deutsche Reich nicht mehr lange ertragen. Anstatt alle Kreise des Volkes mit Hilfe einer K riegsentschädigungssteuer zur Vernunft zurückzuführen oder wenigstens damit den Versuch zu machen, stürzt man aus Gründen der Steuern zur Bestreitung der Kriegsentschädigung das Volk in eine wilde Lohnbewegung! Anstatt einmal im ordentlichen Haushaltsplan gründlich nachzuprüfen, wieviel unnütze Behörden u n b <3 t c 11 c n weiter die Finanzen belasten, sucht man krampfhaft nach neuen Steuern, um dabei immer mehr unnütze Ausgaben in Kauf zu nehmen So führt die heutige Finanzpolitik des Reichs veiler in den Su/nps, aus dem auch die „Gold- unb Sachwerte" nicht mehr retten werden. Ohne Zweifel must den Gehalt- und Lohnempfängern in ihren Bezügen eine Anpassung an die höheren Preise gewährt werden. keinesfalls aber eine Anpassung an die neuen Steuern Wie Arbeiter und Angestellte letzten Endes zur Selbsthilfe greifen, wenn sie alle gütlichen Mittel erschöpft haben, um ihre Wünsche durch- zud rucken. so müssen sie nach den heutigen Erfahrungen nun endlich einmal ernstlich daran geben, darauf zu bringen, dast alle Kreise des Volkes die furchtbare Lage ihres Vaterlandes erkennen Flal^ !5.00 ■ . - ' 15.6" W ' 17.50 H ist $!*',-ijtl , ■ 'stzsl und Du». •Helium. Slr eröffnen Uhr, in btr r Taoikn u. fytttn. Unterrichtsgrld 40 M Anmeldungen bietjn erden liiglich betHrm tdel Balken, (Dotibt- rane 481, ober ju'&• nn des Untenidiis ent« !gengenommen. Die Diktatstunden be* nnen bereits am B. stt)' nber, abends 7 Ubr •fr Der Borktaad. dachte er sich denn? Dast Do ihm nur so in die Arme fliegen würde? ilnb überhaupt . Es wäre eine sehr gute Partie für Dorothea," sagte Magelvne nun. .Da sie, wie es scheint, ja doch keine Lust hat. ins Kloster zu gehen. -** .Meinst du. fie würde den ersten besten nehmen, der fie haben will!" fiel Rüdiger scharf ein. ,5>u traust ihr einen sehr merkwürdigen Charakter zu!" »Mein Gott, doch keinen schlechten! Waldemar ist ein bildhübscher Mensch und gewist nicht der .Erste-Beste". Die Ruhlands finb enorm reich, und Dorothea wäre glänzend versorgt!" .Wenn fie eine fo berechnende Ratur wäre, wie du vorauszufetzen scheinst! Aber das ist fie gewist nicht!" Magelvne wechselte die Farbe. .Aber, lieber Rüdiger es war ja nur von einer Möglichkeit die Rede! Warum ärgerst du dich To darüber?" »Och ärgere mich mir über die Sucht, stets Schicksal finden zu wollen mit dem Lebensglück anderer. 5hefe Sucht scheint euch alle Dorothea gegenüber zu beseelen. Erst wolltet ihr sie ins Kloster stecken —“ »Och doch nicht! Du selbst warst der Ansicht ,3a. Aber sie ist nicht dafür geschaffen. So wenig wie für eine bloste Versorgungsheirat!" .Aber'warum sollte sie Waldemar denn nicht auch lieben? Es sah mir vorhin so ganz aus. als sei sie auf dem besten Wege dazu. Würdest du denn da deine Einwilligung verweigern?" Die schöne Magelvne sah ihren Schwager Siegener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) Mittwoch, 24. August 1921 sahrung zeigt, dast viele Firmen diese Ve-, ftimmung nicht kennen, oder ihre Bekanntgabe nicht genügend beachten Z. D. reichen oft Firmen Anträge auf Verlängerungen von Bewilligungen ein. die schon bereits 2—3 Wochen abgelaufen sind, die Bewllligungen konnten daher nicht mehr verlängert werden, eS waren neue Anträge zu stellen, für welche von neuem Gebühren zu zahlen finb, was die Firmen, wenn es sich um Ein- bzw. Ausfuhranträge mit hohen Beträgen handelt und > pro Mille zu entrichten sind, einige tausend Mark kostet. ♦ •e Heue Ausfuhrerklärungen. Die den Paketen nach dem Auslands beizu- fügendenAusfuhrerklärungen können vorläufig noch auf den bisherigen Vordrucken zu grünen Zollinhaltserklärungen ausgefertigt werden, deren Kopf in die Worte abzuändern ift: „Ausfuhrerklärung (für die Zwecke der deutschen Zollverwaltung)". Da inzwischen die Ausfuhrkontrolle zu einer ständigen Einrichtung geworden ist, mit deren Beibehaltung noch auf längere Zeit gerechnet werden must, sind für den Postverkehr besondere Vordrucke au Ausfuhrerklärungen auf grünem Papier hergestellt worden; Muster können von der Reichsdruckerei bezogen werden. Die neuen Vordrucke sollen an die Stelle der bisherigen grünen Zollinhaltserklärungen treten, die all- mählich aufzubrauchen sein werden. Air eie Alsfeld. Windhausen. 22. Aug. Ein m e r t - würdiger Vorfall, der hier noch nicht beobachtet wurde, hat sich vorgestern hier ereignet. Da kern Grummet wegen der entsetzlichen Dürre gemäht werden kann, werden jetzt schon die Ziegen und Rinder auf die Weide getrieben. Vorgestern nun gerieten hier im Wiesengrunde, wo die Schwalm entspringt (zwischen unserem Dorfe und Meiches), plötzlich ein Rind und eine Ziege in Streit. Das Rind warf die Ziege zu Boden und bearbeitete sie mit den Hörnern und Füsten^ Ehe der Besitzer Hilfe bringen konnte, hatte bas Rind der Ziege den Todesstvst gegeben. Das schwer verletzte Tier schleppte sich noch ein paar Schritte weiter und sank barm nieder. Um das Fleisch zu retten, blieb nichts anderes übrig, als dem verletzten Tier den Hals abzuschneiden. Offenbar hat Futterneid den Streit verursacht. Kreis Schotten. r~l Wetterfeld, 23. Aug. Gestern verunglückte in der hiesigen Dorfmühle der zweitälteste Sohn des Besitzers, ZakobSchudt. Der junge Mann kam dem Kammrade zu nahe, der Zapfen des Rades faßte seine Jacke und rist ihn mit sich Der junge Mann war schon in Gefahr, zerrissen zu werden, da blieb durch das Loslösen einer Platte das gesamte Räderwerk stehen. Der Mahlbursche hatte den übrigen Leuten, die in Arbeit standen, zugerufen, sie möchten das Wasserrad abstellen: hierzu aber wäre es zu spat gewesen. Rur jener glückliche Zufall brachte Rettung. Z. Schudt wurde noch lebend aus dem Räderwerk hervorgezogen. Mit einem Bruch des Oberschenkels und einigen kleineren Verletzungen kam er davon, er wurde in das Krankenhaus zu Laubach gebracht. - Das Ehrendenkmal für unsere Gefallenen auf dem Bürgerkopf ist jetzt nahezu vollendet und wird demnächst eingeweiht werden. Sehr schön stellt sich der- Sarkophag der Südseite, gekrönt vom mächtigen Eisenhelm, umgeben von den sechs Schilden, dem Beschauer dar. wenn er von unserer Bahnstation kommt. Die gärtnerische Anlage, die von der Firma Siesmaier-Frankfurt hergestellt tourbe, bildet eine besondere Zierde: von schöner Wirkung sind die Lindenbäume des Hintergrundes. Heyen-Nas,au. fd. B a d - H 0 m b u r g v. d. H., 23. Aug. Aus einer Villa am Schweden weg wurden in der vergangenen Recht Schmucksachen im Werte von rund 130 000 Mark gestohlen Die Diebe warm durch ein offenstehendes Fenster in den Raum eingedrungen unb hatten sich mühelos die hier umherliegenden Sachen angeeignet. Handel. Frankfurt a. M., 23 Aug Börsen- stimmungsbild Rach der gestrigen Aufwärtsbewegung trat im heutigen Börsenverkehr eine gewisse Ernüchterung ein, so dast der Markt bei Eröffnung ein ruhiges Aussehen zeigte Die kursmästige Tendenz war nicht ganz einheitlich. Besonders liest sich beobachten, dast Montan- Papiere, die bisher den Mittelpunkt der Börsen- beweaung gebildet hatten, eher zur Schwäche neigten. Auch die stark bevorzugten Werte des Anilinkonzerns erfuhren teilweise Kurseinbuhen. Da- uch Datum: 686,70 Berlin 1-Ähr- 1-Ll-r-Schlich- Ans. Kurs j3 8. 76,50 236, 225, 182,50 182. 367, 264, 375, 3M 405, 1483,50 1486,50 1127,85 1130,15 Amsterdam. Rotterd. 2747,25 2752,75 vrüssel.Antwerpen . 6"6,80 678,20 127,35 362,10 322,40 87,91 673,30 Kurs 23.8. 77,50 Kurs 22. 8.*) 77,50 Geld Brief 22. August. 9,73 102,35 22,37 1182,801185,20 1478,601481,50 1918,051921,95 9,77 102,65 22,43 528, 755, 496, 416, 129,15 371,40 325,85 Geld Brief 23. August 2727,25 2632,75 660,30 661,70 1166,‘40 1168,70 14:8,-01461,50 1889,60 1893,-.0 127,65 362,90 323,16 88,09 €74,70 629,50 505, - 524,84 742,- 467,- 388,50 1250, - 500,- 411,- 370,- 335,- 509,75 263,- 690,- 362,- 69,26 518, 530 760, 480, 396, 1235, 499 410' 375, 340, 515, Phönix-Bergb.-Akt.. 1305, Bad. Anilin- u. Soda -, 128,85 367,60 325,15 89,16 685.30 Kurs 22.8. 77,50 78,80 67,30 184,- 340,- 275,- 243,50 200,25 176,50 179,50 Börsenkurse Frankfurt 1496,051499,- 1113,851146,15 9,93 937 102,80 103,10 22,87 22,93 ffbriftiania . . Kopenhagen . Stockholm . . stelsingfors. . , Italien .... London.... NeuyorK . . . Paris . Schweiz. . . . Spanien . . . Wien (altes). Dcutsch-Oesterr. Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel Höchster Farbwerke. Tlektr. A. E. G . . Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaume . Daimler Bub.- Eisenw.- Akt. , Adlerwerke ♦*/o 5e|J.StaatsanI. . Elektron Griesheim. gegen waren Slektrowerie und verschiedene Spc- zialpapiere zu wesentlich höheren Kurfen gesucht. Groste Umsätze fanden in führenden Bankaktien statt. 3m Verlaufe trat zeitweilig eine Belebung ein. die zum grvstten Teil mit der erneuten star ten Geschäftsbewegung am Einheitsmarkt im Zusammenhang steht. Adler Kleyer sehr fest und 20 Prozent höher. Hirsch-Kupfer wurden 10 Pro -ent gesteigert. i?bcrfd)kfif Wic der .Petit Parisien" mitteilt, kehrt Minister L 0 u ch e u r. der sich nach seinen Besprechungen mit dem belgischen Finanzminister nach Holland begehen hat. morgen abend 'üäch Paris zurück und reift bald darauf nach London, wo er den Donnerstaa verbringen wird. Am Freitag wird bann Loucheur zu den Besprechungen mit Rathenau nach Wiesbaden reisen EisenbahnerstreiK in Posen und Pomerellen. Danzig. 23 Aug. .WTB.» Der pol- nifche Eisenbahner ft reik in Posen und Pomerellen setzte heute früh ein. Der Zug von KarthauS, der morgens 6.26 Uhr sahrplanrnätzig fährt, wurde noch abgelassen. Es wurden aber nur solche Reisende befördert, die den Rachweis erbringen konnten, datz sie Danziger sind Der Bahnhos'Karihaus wurde militärisch beseht. Vom neuen Serbenkönig. Paris, 23. Aug. (WTB.) Wie die Blätter melden, hat König Alexander von ©erbten eine Proklamation erlassen, in der er u. a. dem Ministerrat den Auftrag gibt, so lange er daran verhindert sei, mit der Ausübung der Bntg- lichen Macht gemäß Artikel 59 der Verfassung und nach seinen persönlichen Instruktionen bis zu seiner Rückkehr nach Serbien zu vertreten. Vom griechisch-türkischen Krieg. Paris, 23. Aug. (WTB.> Das türkische 3n- formationsbureau übermittelt den Blättern ein Telegramm, dah nach den letzten aus Kleinasien eingegangenen Nachrichten die griechische Offensive von den Türken zum Stillstand gebracht worden sein soll. Die Griechen hätten eine Schlappe erlitten. Einzelheiten fehlen noch Statistische- an- dem besetzten Gebiet. fd. Sranffurta. M. 22 Aug. DaS preu- hische statistische Landesamt hat bemerkenswerte Mitteilungen über Gröhe und Bevölkerung des besetzten Rheinlandes herausgegebeo und zwar getrennt nach den drei Zonen der fünf-, zehn- und fünfzehnjährigen Besatzung. Wir entnehmen daraus folgendes.' Vor dem Kriege war die Rheinprovinz 26 997 Quadratkilometer groß. Rach der Abtretung von Gupen-Malmedtz um» fafrte sie noch 26 000 Quadratkilometer. Hiervon find besetzte die Regierungsbezirke Aachen (3106 Quadratkilometer) und Trier (5700 Quadratkilometer, auher dem Saargebiet), ganz von den Regierungsbezirken Düsseldorf 3395. Köln 2697, Koolenz 4638, insgesamt 19 573 Quadratkilometer. Hierzu kommt noch das Saargebiet mit 1484 Quadratkilometer, so dah 21 057 Quadratkilometer oder fast 81 Prozent der gesamten Rhein- Provinz beseht finb. Der preustifchc Staat ist ferner noch mit 2342 Quadratkilometeru des Regierungsbezirks Wiesbaden am besetzten Gebiet beteiligt. Hiernach ergibt sich, dast vom preusti- schen Gebiet rrn ganzen 21 915 Quadratkilometer mit 4 402 750 Einwohnern »um besetzten Gebiet gehören. Vom Freistaat Hessen sind 1812 Quadratkilometer mit 466 150 Einwohnern von der Besetzung getroffen. Von Bayern die Rheinpfalz mit 5599 Quadratkilometern und 833 750 Einwohnern Der Landesteil Birkenfeld des Olden- burgischen Staates umfaßt 503 Quadratkilometer und 50 500 Einwohner, sonach ergibt sich als Umfang des ganzen besetzten Gebietes im Weste» einschliehlich des Saargebietes eine Fläche rmn 31 313 Quadratkilometern, das sind 6,6 Proz. deS gesamten gegenwärtigen ilmfanges des Deutschen Reiches: in diesem Gebiet wohnen beinahe zehn Prozent der Devöllerung des Deutschen Reiches. Die auf Grund der Sanktionen besetzten Gegenden sind hierbei nicht berücksichtigt. scheinbar voll na wen Erstaunens an. aber eS glitzerte dabei unruhig in ihren Augen Rüdiger fuhr sich über die Stirn. ..Wenn sie ihn liebt —“ antwortete er, sich 3ur Auhe zwrngsrd, ,gewist nicht! "Tiber 10 wert finb wir ja noch lange nicht — fie kennt ihn doch kaum. . .** Sin Stück weiter rückwärts schritt Waldemar eifrig plaudernd neben Do. Aber wie sehr er sich auch Mühe gab, ihr Znteresse für dies oder jenes zu beleben, so kurz und zerstreut waren ihre Antworten. Ohr Blick ruhte meist auf dem voranschrer- lenden Paar, und ihre Gedanken beschäftigten sich ausschließlich damit. Wie gut sie zueinander paßten! Und wie sehr sich Rüdiger nun wohl freute, allein mit Ma- gelone plaudern zu können Zn der letzten Zeil hatte seine angestrengte Xatigfeit ihm so wenig Zeit dazu gelassen. Do erinnerte sich nicht, die beiden feit Rüdigers Reife fo angelegentlich zusammen plaudern gesehen zu haben Aber nun war ja auch das Traueriahr zu Errde, nun würden sie bald — Dos Herz krampfte sich plötzlich in jähem Schmerz zusammen, und ihr Gesichtchen wurde ganz bläh — ja. nun würden fie sich wohl bald verloben und heiraten, ilnb dann muhte sie fort von Grafenegg. Richt um die Well würde sie tan.i bleiben, fo lieb es ihr geworden und so schwer sie scheiden wurde von ihrem neuen Wirkungskreis, von Onkel ildald und Hertha. . . „Liebe Komtesse, nun frage ich Sie zum dritten Wale. Werden Sie mir einmal die Freude machen, mein neues Bild anzuseh-n? Sie allein können beurteilen, ob es gut ist und seinen Weg hinaus in die Welt antreten soll?" Do blickte verstört in die bittenden Augen des jungen Malers. „3d> verstehe gar nichts von Bildern," mut« melle fie scheu. »Trotzdem hoffe ich, dast Sie dieses Bild verstehen Werdern Werden Sie kommen?" ,Vielleicht — einmal — wenn Hertha Lust hat —" Dos Augen suchten schon wieder daS vorangehende Paar. Unruhig horchte sie auf Magelones leises Lachen, das süst wie das Gezwitscher junges Vögel klang. Liebte sie Rüdiger doch? 2lch, es wäre ja schrecklich gewesen, wenn Hertha recht hätte und sie ihn nur nehmen wollte aus Berechnung? Do muhte immer daran denken, Io oft sie fie ansah, und daS war es. was in ihr einen heimlichen Hast gegen die schöne Magelvne entzündet hatte. Es wäre so schrecklich gewesen, einen Mann wie Rüdiaer zu täuschen, ihn vielleicht unglücklich zll machen Waldemar merkte ihre Zerstreutheit sehr wohl Aber er schob sie auf mädchenhafte Befangenheit, und Do erschien ihm nur noch süster und liebreizender dadurch. Am liebsten wäre er gar nicht mehr voü ihrer Selle gewichen Aber es ging nicht gut an fie bis ins Schloh zu begleiten aus Rücksicht aus das gespannte Verhältnis des Fürsten zu Ieinem Dgl er. Ulan war überein gekommen, bis zum Ausgang des Prozesses den beiderselligen Verkehr mit neutrale^ Gebiet zu verlegen, um die Empstnd- lichteit der alten Herren zu schonen. 1 Fortsetzung folgt) BREMEN M t % *2 Haltestationen ab Fulda an > f an Leipzig Hbf. . ab 11 Statt Karten! MbMeiorleiW! Statt Karten! 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