zreilag, 23. Dezember 1921 UL Jahrgang Erstes Blatt irgendwie be wisse C n 11 QCTTI f CS 11Ü9 CinfjLM 11UL uuiuii — ein Einverständnis über die An wort w erzielen. die man Deutschland irbcjug auf die Zahlungen von Seffern, erflalter der $ana5-Qlgenrur gibt in einer Meldung ad» London zu, bad deutsche delegierte zu den Berat ui Spa und London im dem Dein Sanne» anc \n raar » u g e ( a H e n HeereS. das es angesichts Wehrlosigkeit führung deS Wiesbadener Abkommen- usw. Uneinig seien die Sachverständigen über die eventuelle Erweiterung der Machtbefugnisse tes Garanticausschufscs und über die Oppportunität Aach Sonderberichterstatter!deS „Zourna! des bars- in London soll der ObersteRat in 6 an- Rachdern die Sachverständigen unfähig gewesen seien, an die groben Probleme heranzugeyen, hätten sic sich mit Fragen zweiter Bedeutung, die während der letzten Monate zwischen der englischen und französischen Regierung ober vor der Reparationskommission in der Schwebe geblieben seien. dem ergibt allerdings sehr mannigfaltige Unterschiede in der Besteuerung. So bat z. B. Deutschland, im Gegensatz zu Frankreich und England, eine Kohlen ft euer eingeführt, Vie für 1922 pro Kopf der Bevölkerung 169,16 Ml. jährlich betragen wird. Die Belastung des Tabakverbrauchs betrügt in Deutschland 1921 piv Kopf 64.88 Mk. jährlich; in Frankreich dagegen infolge des Tabak- Monopols 24,13 FrS., und in England 1 Pfund __________________ 6 Schilling 7 Pence. Anders allerdings liegen gewisser Reformen, wie z. B. der Unab^ä-igigfcit die Der^lwisse bei der steuerlichen Be- der ReichSbank, die einen Aeutralen als Gou- laftung des Dein und Branntwein- verncur erhalten solle. Wer eS sei ausgemacht, tierbrau*« (nmio bei her Ruder ft euer bah der GarantieauSschah nicht aus seiner rem y 2CUCtli^ '>Ia,,UnbUät bi al» bei un»' in b“ * ®c,^"c ’u cnl6a,‘™ Angesichts der Dertellung der gesam-I Wie der Sonderberichterstatter deS .QHatin“ ten steuerlichen Lasten aber charakterisiert auS London meldet, hat der italienische Botschaft« eS sich als eine schiefe Darstellung, wenn de Martino gestern bei einem D^ich Lloyd em Mitalied der Entente wie "Frankreich er- George- feine Ueberraschung auSgedruat, dah n»™^Khe»TurG^^IIu^ “ -7' Dicht- in feinem Staatshaushalte der deut- ^^^en, da Loucheur in Brüssel über schen ReparatwnSza. lungen bedürfe. Frank- Derbandlungen Aufklärung gegeben habe, reich verfügt offenbar noch über sehr er- qjrianh habe gestern abend den belgischen Dot- giebige unauSgeschöpfte Steuerguellen, die eS schasier empfangen und ihm über die Untcrbanb- zur Beseitigung deS Fehlbetrages in seinem hingen, die er mit Lloyd George gepflogen habe, Staatshaushalt heranzieben könnte. Bevor Mittellung gemacht. also Frankreich eine Erhöhung der Steuern P a r i s. 22. Dez. (Wolfs.) Der Sonterberrchi- in Deutschland forbert, sollte eS erst einmal erftatter de» .Petit Parisien meldet wtS Conbon. die steuerliche Belastung deS Einkommens bei in dem Mähe, in bem es möglich fa. über bas ®r- sich auf dieselbe Höbe bringen wie in Deutsch-1 w" tat? W tf land. Frankreich besitzt in dem Ausbau feiner cs vollkommen der Srwar- Einkvmmenfteuer. gegen den sich das fron- tnng der öf entlichen Meinung entsprechen würbe, tzösische Rentnervolk von jeher mit allen Kraf-j^^ h.^ man von der Begegnung in London er- ten gesträubt hat, unzweifelhaft ein Mittel, i ^cfft? Hätte es sich einfach nur darum gebandelt, um steine Finanzen in hohem Matze zu Der würben. Diese Gerüchte, so fügt er d.nm muffe man allerdings mit her ausdrücklichsten Reserve verzeichnen Pari». 22 Dez. (Wolff ) Qla4> dem Londoner Berichterstatter der ,<$bkago Tribüne" wird al» inoffizieller Berater der Bereinigten Staaten wahrscheinlich der amerikanische Botschafter in London, Oberst Harvey. der Tagung deS Obersten Rates in EanneS beiwohnen. Wie der Londoner Berichterstatter der „($bl- caqo Tribüne' meldet, ist Lloyd George bemüht gewesen, die Konsevenz fortzusetzen, Driand habe eS leboch für nutzlos gehalten, ste auf der gegenwärtigen Grundlage weiterzusuhren. Obwohl planmästig die Konferenz heute hätte zu Ende gehen sollen, sei gestern abend 5 Uhr in der Downing Street crflärt worden, sie würbe am Freitag und SamStag fortgesetzt werben. Zehn Minuten später habe Driand im Sarlton-Hotel mitgctcilt, da» sei unmöglich, denn er würbe deute nach Paris abreisen Um 6 Uhr seien Lvuchcur und Dcrthelot nach der Downing Street iurüdgekehrt und hätten eine Unterredung mit vlobb George. Shamberlain, Sir Robert Horn« und Sir Worthington GvanS gehabt Hierauf fei von Driand und der Downing Street gleichzeitig mitgctcilt worden, dah der Oberste Rat in Lonnes zufammentrete. Die vorläufige« Richtlinien der sachverständigen. Der .Figaro" schreibt zu dem Ergebnis, da- jedenfalls nach den ‘Beratungen in London zu erwarten ist: Anfang 3anuar werde man lebenfalls in die Periode der Konferenzen eintreten, die nach kurzer Frist zu einem neuen Kongretz führen werden, zu dem Ruh - land und Deutschland eingeladen werden, angeblich, um die Wiedererhebung Mitteleuropas vorzubereiten, in Wirllichkeit aber, um das Werk von Versailles umzugestalten. Man benachrichtige Frankreich gnäbigft, bah das Ergebnis. das in London erzielt worden sei, vor allem psychologischer Art sei. Paris, 22. Dez. (WTD.) Aach dem .Petit Parisien' soll das vorgeschlagene Moratorium abgelehnt werden. Deutschland soll im 3anuar und Februar 500 Millionen Goldmark zahlen. Der Betrag von 275 Millionen Goldina rk, der der 26prozentigen Slporisteuer entspricht, soll vorerst beiseite gelassen werden. Die Sachverständigen sollen aber die Verstärkung der Machtbesugnisse des Kontrollausschusses empfehlen. Man könne jedoch bedauern, bah die britischen Sachverständigen sich nicht vollkommen der französischen These anschlössen, um diesem Aus- schuh ein DerisizierungSrecht zur Einmischung in die deutsche Verwaltung zu geben. Rach dem Sonderberichterstatter des .Echo de Paris" bleibt das ganze Finanzpro- bl em dem Obersten Rat Vorbehalten. nicht, datz unter ihnen gewisse Meinungsverschiedenheiten beständen. ES sei aber kein Aniah, deshalb, wie eS einige zu tun glaubten, zu er- klären, dah die Unterhandlungen von der Downing Street gescheitert seien, und dah der fron- zösische Standpunkt mit der englischen Aus- fasfung unvereinbar sei. Indessen legten die eng- gierungSkrelse . eine griffe Enttäuschung an den Tag. Man hätte eine ziemlich rasche Verständigung über die Rcparativnssrage im allgemeinen und der umfassenderen Prvoleme der wirtschastlichen Wieder- 3nnab*< »»» le) gewähren. 20 000 Mk. bzw. Fr. in Deutschland 8,5 Prozent, in Frankreich 5,55 Prozent. Für einen Lohn- oder Gehaltsempfänger mit zwei unterhaltungsbedürftigen Kindern stellt sich die Belastung bei einem Einkommen von 30 000 Mk. oder Fr. in Deutschland auf 10,40 Prozent, in Frankreich auf nur 4,91 Prozent. Der Unterschied ist also für Familienväter trotz der französischen Iunggesellensteuer nockj gröher für Unverheiratete. Aehnlich find die Derhältnisse bei dem Einkommen au-'Handel und Gewerbe: Ein unverheirateter Steuerpflichtiger mit 30 000 Fr. oder Mark Einkommen, daS nur aus Handels- und Gewerbebetrieb herrührt, zahlt in Frankreich 9,7 Prozent Einkommensteuer, in Deutschland 11,6 Prozent Einkommen- steuer. Auch die Kapitals re ntner sind in Deutschland weit höher mit Steuern belastet als In Frankreich. Sin Kapitalsrentner mit zwei minderjährigen unterhaltung-bedürftigen Kindern und einem jährlichen Einkommen von 30 000 Fr. bzw. Mark zahlt in Frankreich 10,79 Prozent Steuern, in Deutschland 18,40 Prozent Steuern. Diese Unterschiede werden immer nur her- voraerustm durch die Geringfügigkeit der französischen Einkommensteuer. Während die KapitalerttagSsteuer in beiden Fällen gleich hoch ist, nämlich 3000 Mk. bzw. Fr., muh der deutsche Renmer an Einkommensteuer 2520 Mark zahlen, der französische Rentner an Einkommensteuer aber ganze 238 FrS. Eine vergleichende Betrachwng der D e r- b r a u ch S st e u e r n in den verschiedenen ßän- crf>cbung Europa-, auf die Lloyd George offensichtlich groben Wert lege, erhofft. Don englischer Seite seien schon jetzt die Grundlagen der Beratungen in Cannes wie folgt angenommen worden: 1. keine bruchstückweise Regelung, alles müffe Zusammenhang haben; 2. Wiederherstellung des englisch-französischen Einvernehmens auf solidarischer Grundlage; keine chronischen Krisen mehr. Rach dem Korrespondent sei ein Moratorium für Deutschland unwahrscheinlich Rach den Berichten englischer Blätter behauptet der .TempS", Deutschland würde ausgesordert werden, seinen Berpslichtungen vom 15. Januar und 15 Februar nachzulommen, während die übrigen im Jahre 1922 fälligen Zahlungen zum Gegenstand der Beschlüsse des Obersten Rate- gemacht werden mühten. Das Garantiekomitee werde mit neuen Vollmachten ausgerüstet werden. lieber die Ausdehnung dieser Vollmachten bestünden noch MeinungSverschiedenhettetz. Die (vranAofen verlangten eine viel stärkere Kontrolle al- die Engländer geneigt seien in- Auge zu fassen. Die französisch-amerikanischen Anseinandersetznngen. zu ziehen. Die belgische Priorität werde ausrecht erhalten und garantiert. Das sei in groben Zügen der Inhalt der Empsehlung, mit der sich Lloyd George und Driand heute um 11 Uhr beschäftigen werden, und die nach gemeinsamer Ucberetnninft den (Beratungen des Obersten Rates zugrunde gelegt werden solle. 1,1 *'*'2* I >1 Lüftung, die Verminderung der (Entente. Mann betragenden stehenden ,, Frankreich unterhält, obschon Angesichts der Unmöglichkeit für Deutsch- völligen militärischen land, die im ersten Vierteljahre 1922 fälligen DcutsäsiandS von keiner Seite Reparationszahlungen aufzubringen, hat die öroRt wird. Entente eS für notwendig befunden, in der- Die steuerliche Belastung i in Deutschland und bei |ÄVS«Ä Nr. 301 Der Ofetzexr Sijel^ei erscheint täglich, außer Sonn- und ^eiertccs. m*ialli*tBalL Fernsprech.Anschtütze: furöieSd)nftleitunq 112; für Druckerei, vertag und (Seschäsfstelle 51. Lnschrtst für Drahtnachrichten Iwjeiger O letzen. voßschetttonto: Srenffurt a. m. 116*6. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oderhessen vnick nnö Verla-: vrühl'sche Univ.-Vach, inb Steinbruderei R. Lange. Sdfriftleihing, Seschästrpelle und Druderei: Schusittatze 7. stärktem Maye auf die Bereitstellung von Mitteln für diese Zahlungen zu drängen. Danz besonder- wurde daraus hingewiesen, dah zur Die vonooner Leistung der Reparationszahlungen die Steuern In Deutschland noch weiter erhöht -Uerl)ClTI0111119011- werden mühten. In diesem Zusammenhänge ist mari< n Dez. (Wolss.) Der Sonder- eS nun interessant, einmal die Steuerbelastung' Berichterstatter der Havas-Agentur meldet heute in Deutschland und den Ländern der Entente vormittag, man erfahre, dah gestern spät abends miteinander zu vergleichen. die Sachverständigen sich tatsächlich ge- Da- ReichSfinanzministerium hat al-Ma- einigt hätten um den beiten Ministerpräsidenten SeXHÄÄE F tetrdfenb bT teut^? Ägcn Tnl diesen geht u. a. hervor, dah das Etnkom- toriurns, ter VON britisch-'i Seite endgültig men in Deutschland überall weit b ö b e r I aufgegeben worden sei. Deutschland müsse 500 belastet i st al - in Frankreich. So be- | Millionen Goldmark nach dem Zahlungsplan vom ttägt z. B. für einen unverheirateten, über 30 Jahre alten Lohn-oder Gehaltsempfänger die Steuerbelastung bet einem Einkommen von jährlich Die Pariser Presse über die bestehenden Gegensätze. Paris. 22. Dez. (WTB.) Der „Temps" schreibt, die Besprechungen außerhalb des Reiches lärmten keinen Franzosen enttäuschen. Während der Dezember- und Januarwoche, die sonst gewöhnlich eine Pause mit sich gebracht hätte, bereite man Entscheidungen vor, die die Finanzen, die Sicherheit und die -Zukunft Frankreichs beträfen. Jeder werde sich in Kürze über die beiden internationalen Diskussionen aussprechen können, Lbec die die Presse bis jetzt allein Mitteilungen gemacht habe, die Debatte über den deut- sthen Bankerott und die Debatte der Beschränkung der Rüstungen zur See, die sich in Washington vollziehe. Das französische Bolk sei tief überrascht worden, als es erkannte, daß das marttimeProgramm Frankreichs plötzlich so lebhafte Diskussionen Hervorrufe, zu einer Stunde, da die Frage des deutschen Bankerottes die ganze Aufmerksamkeit der Alliierten verdient hätte. Man möchte wissen, ob die französische Regierung, bevor sie das eingeschlagene Programm dorgelegt habe, Gelegenheit gehabt hätte, das Terrain abzuhorchen. Man möchte aber auch andererseits wissen, warum so rasch und so vollkommen eine Diskussion über das französische Programm veröffentlicht worden sei, während die Derhandlungen mit so viel Geduld geführt worden feien. Man möchte auch endlich wissen, wie man die Antwort BriandS an Hughes auslegen könne. Bon amerikanischer und englischer Seite habe man verstanden, daß Frankreich bedingungslos auf die Panzerkreuzer verzichte, die es verlangt habe. Die Konferenz in Washington werde auch vollkommen frei sein, der französischen Regierung die Leichten Kreuzer. 330000 Tonnen Ueberwasserschiffe und '93 000 Tonnen Li-Boote zu verweigern, die Frankreich für den Schuh seiner Küsten und Kolonien verlangt habe. Wenn auch die Beschränkung der Seerüstungen augenblicklich der Gegenstand der französisch-amerikanischen Derhandlungen sei, so fühle man doch etwas heraus, daß unter diesem Problem, wie auch unter dem Reparationsplan, der Hauptgedanke der französisch-englischen Besprechungen schlummere. Darüber dürfe man sich nicht wundern. Gewisse Engländer, und nicht die geringsten, weil man sie im War Office vermute, bildeten sich ein, ein mächtiges Frankreich könne eine Gefahr für England werden und sie sicherten Großbritannien gegen diese vermeintliche Gefahr. Der „Ternps" sagt, es wäre unmoralisch wenn unter der Autorität Englands als Schiedsrichter ein gleicher Verdacht aus Frankreich, das überfallen wurde und aus Deutschland, das überfallen habe, ruhe. Das sei übrigens auch seltsam ungeschickt, weil England sich nicht über die kontinentalen Völker stellen könne, ohne gegen sich eine kontinentale Solidarität zu schassen, drren es sich nicht zu rühmen haben werde. Paris, 22. Dez. (WTD.) Das „Journal des Debats^' verzeichnet die phänomenale Tatsache, das; ein Ministerpräsident im Amt und ein ehemaliger Ministerpräsident der Reihe nach kxm Vorsitz der französischen Delegation in Washington geführt, Aufsehen erregt und Reden gehalten hätten, in dem Augen- blüf, in dem die Fragen, die Frankreich interessierten. nicht auf der Tagesordnung standen oder doch nicht ernst diskutiert worden seien. Einer nach dem andern sei abgereist und nunmehr sende -er Präsident der Konferenz, Hughes, Depesche auf Depesche an D r i a n d, der in London mit Lloyd George beschäftigt sei, um eine Antwort zu erzielen, gerade, als ob Frankreich auf der Konferenz in Washington nicht offiziell vertreten gewesen wäre. Driand habe also in den Vereinigten Staaten geglänzt, als seine Anwesen- J)cU unnütz gewesen sei und er befinde sich diesseits des Atlantischen OzeanS. wenn die rein französischen Fragen in Washington diskutiert würben. England bilde sich ein, wenn man 1921 die rLI - Doote offiziell beseitige, sei es ge- gen die Llnttrscebootsgefahr gesichert. Welcher Irrtum! England klage Frankreich an. die Mittel zu behalten, um es zu bekämpfen und die großartigen Pazifischen Kombinationen, die es aufrichte. zu kompromittieren. Welche Llngerechtig- keit. wenn man voraussetze, daß die U-'Bvote offiziell durch die beratenden Mächte in Washington beseitigt wurden. Damit die Beseitigung wirkungsvoll werde, müßten alle anderen Staaten der Welt ihr zustimmen. Aber ein Staat, der einen Angriff nor bereite, könne immer irgendwo U-Boote konstruieren, die in Aktion treten würden, sobald ein Konflikt ausbreche. Das „Journal des Debats" beschwert sich über die Haltung der britischen Presse und erklärt. Frankreich müsse die These weiterhin stützen, dag es tm gemeinsamen Interesse der Westmächte liege, während des Friedens eine Anzahl, ob Llntersee- oder Lieberseeschiffe zu besitzen, um ihre Verbindungen ficherzustellen und um zur rechter, Feil die Absichten übelgesinnter Mächte zu verhindern. Italien und Frankreich. Paris, 22. Dez. (WTB.) Kammerpräsi- bent Peret hat, wie die HavaSagentur mitteilt, eine Abordnung italienischer Zeitung s ko r r e s p v n d e n te n in Paris empfangen, die ihm den Plan einer Konferenz zwischen den politischen Parteien Frankreichs und Italiens auseinanderseyte. Die Konferenz soll endgültig dem ständigen Ausbrechen von Uneinigkeiten beider Länder ein Ziel setzens Kammerpräsident Peret wird sich mit den einzelnen Gruppen der Kammer mit dem im einzelnen noch nicht festgelegten Plane befassen. Auch Senatspräsident Bourgeois hat die Abordnung empfangen und ihr seine Unterstützung zugesagt. Italien und der Wiederaufbau Rußlands. Rom, 22. Dez. (HavaS.) Die Kammer erörterte heute eine Resolution des republikanischen Abgeordneten E h i e s a, die die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Rußland zum Gegenstand hat. Der Minister des Aeußern, Torretta . erklärte, die Regierung sei bereit, das Abkommen zu unterzeichnen. aber sie müsse die italienischen Interessen schützen und dürfe die Würde des Landes nicht verletzen, indem sie irgendwelche Bedingungen annehme. Mit großem Interesse verfolge er die Initiative der Entente und die Versuche, die die wirtschaftliche Ausbeutung Rußlands durch Deutschland ins Auge faßten. Einem diesbezüglichen Abkommen könne Italien nicht fernbleiben. Der Minister stellte schließlich fest, daß zwischen Rußland und Frankreich immer noch keine Vereinbarung bestehe, ebensowenig eine solche mit Amerika, und dah andererseits die Verhandlungen mit der Tschechoslowakei, mit Schweden und Dänemark unterbrochen wor- den seien. Das englisch-irische Abkommen. Dublin, 22. Dez. lWTB.) Die Debatte über das englisch» irische Abkommen wurde heute im Dail Sirea nn fortgesetzt. Der Chef beä Generalstabs der republikanischen Armee sprach sich für die Ratifizierung des Abkommens aus. Der Sinnfeiner-Minister für öffentlichen Unterricht erklärte das Abkommen für einen Versklavungsvertrag und für ein Verbrechen gegen die Menschheit. Der Dail Eireann vertagte hierauf seine Beratungen biszumZ. Januar. Der Antrag auf Vertagung war von Collins gestellt worden, da es sich gezeigt hat, daß das Parlament infolge der unbeschränkten Redezeit seiner Mitglieder vor Weihnachten doch zu keiner Einigung gelangen kann. Die Lage in Indien. Kalkutta, 22. Dez. (WTD.) Eine Abordnung indischer Rationalisten begab sich heute zum Vizekönig und verlangte die Einberufung einer Konferenz sämtlicher Parteiführer sowie die Freilassung der politischen Gefangenen. Der Vizekönig lehnte dieses Ersuchen ab und erklärte, er werde die bisherige Politik fortsehen, solange die Rationalisten fortführen, die Gesetze zu verletzen. Ratifikation des Abkommens mit Belgien in der luxemburgischen.Kammer. Paris, 23. Dez. (WTB.) Rach einer Havasmeldung aus Luxemburg hat die Kammer mit 27 gegen 13 Stimmen bei 8 Enthaltungen die Ratifizierung des belgisch - luxemburgischen Abkommens beschlossen. Das belgische Rckrutenkontingent für 1922. Paris, 22. Dez. (WTD.) Rach einer Meldung aus Brüssel hat der Kriegsminister in der Kammer einen Gesetzentwurf eingebracht, durch den das Kontingent der Rekruten für 1922 auf 113 200 Mann festgesetzt wird. Amsterdam und Moskau. Der „Roten Fahne" zufolge hat das Zentralkomitee der kommunistischen Partei Deutschlands beschlossen. hei der Exekutive der kommunistischen Internationale zu beantragen, schleunigst Schritte zu unternehmen, um ein Zusammenwirken sämtlicher Organisationen der Arbeiterklasse (der zweiten Internationale in Amsterdam, der Wiener Arbeitsgemeinschaft, des internationalen' Gewerkschaftsbundes, der roten GewerkschaftSintsrnativnale und der kommunistischen Internationale) zustandezu- bringen. Die Ziele dieser gemeinsamen Aktion sollen u. a. sein die internationale Anullie- rung aller Kriegsschulden, die Verhinderung neuer Rüstungen, die Verhinderung von Gewaltmahnahmen des französischen Imperialismus und die Anerkennung Sowjetrußlands. Von der Abftjmmuug in Ocdenburg. Wien. 22. Dez. (WTB.) Bei der Ab- ft t m m u n g in Oedenburg entfielen, wie der „Oedenburger Heimatdienst" meldet, in vielen Gemeinden der Umgebung Oedenburgs trotz des Terrors bei 7885 Stimmberechtigten von 6765 abgegebenen Stimmen 54,6 Prvz. auf Oesterreich uno 45,4 Proz. auf Ungarn. In Albanien herrscht Ruhe. G e n f, 23. Dez. (WTB.) Entgegen umlaufenden Rachrichten, dah in A l b a n i e n eine Revolution ausgebrochen sei, teilt die Untersuchungskommission des Völkerbundes mit, daß sich der Regierungswechsel in Albanien in vollkommener Ruhe und ohne Gewalttätigkeiten vollzog. Es herrscht völlige Ruhe. Eine (Erklärung des Reichstagspräsidenten. Berlin, 22. Dez. (WTB.) Dom Präsidenten des Reichstages wird uns geschrieben : Durch die rasche Vertagung des Reichstages am letzten Sonntag vor Weihnachten ist die Anregung mehrerer Parteien unerledigt geblieben, die sich mit den Besorgnissen der deutsch stämmigen Bewohner des polnischen Abtretungsgebietes und anderer Gebiete wegen der Möglichkeit einer späteren Wiedereinburgerung in Deutschland im Falle des Verzichts aus die Option befassen. Am 10. Januar endet nämlich die Optionsfrist für die Bewohner einer Reihe von Abtretungsgebieten in Polen, Danzig usw. Rach fast zweijähriger Bedenkzeit müssen die Optionsdeiechtigten sich endgültig entscheiden, ob sie die durcy den Friedensvertrag automatisch erworbene polnische oder eine sonstige fremde Staatsangehörigkeit beibehalten oder in die deutsche RcichsanMehörigkeit zurückkehren wollen. Wirtschaftliche und andere Gründe, wie die Erkenntnis der Schwierigkeiten, die sich unter den heutigen Verhältnissen auch in Deutschland dem Wiederaufbau neuer Gristenzen entgegen!!eilen, werden viele Deutschstämmige in den Abtretungsgebieten veranlagen, vielleicht sogar zwingen, die neucrtoorbenc Staatsangehörigkeit des Landes, in dem sie lebten und leben, zu behalten und auf die Option für Deutschland augenblicklich zu verzichten. Die'e Deutschen können versichert fein, daß im Reichstag darüber Einmütigkeit herrscht, daß Vorsorge getroffen werden muß. damit den Deutschstämmigen aus den abgetretenen Gebieten, die fpälcr die Reichsange- böiigkit wieder erlangen wollen, keinerlei Schwierigkeiten bereitet werden, sondern im Gegenteil jede mögliche Erleichterung bei den vorgeschrie- benen Formalitäten gciräort wird. Sine solche Forderung des Reichstages an die Regierung wird die allgemeine 3uft immung der Parteien und auch bereitwillige Befolgung bei der Re- ■ gierung finden. Ein ßcHüertrag zwischen Danzig und Polen. Danzig, 22. Dez. i- ftrteile, Gewerbetreibende. Handwerker und Landwirte. welch: ihre Betriebe auf die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse einftellen, ober neue Betriebe aus dem gleichen Anlaß errichten, bis zum 31. Dezember 1922 zollfrei in das Gebiet der Freien Stadt Danzig hereingelassen. Die Errichtung oder Umstellung dieser Betriebe muß spätestens biS zum 31. Dezember 1922 im Dange lein. ’ Tie von der Danziger Regierung gestellten Anträge wegen ber Aufnahme von Waren in die Jollvergänstigungsliste werden, soweit wie möglich, berücksichtigt und die zukünftig von Danziger Seite gestellten Anträge wegen der Aufnahme von Waren in die Zollvergünstigungsliste werden mit größtem Entgegenkommen behandelt werden. Als Veredelungsverkehr wird auch behandelt, trenn Danziger Betriebe Rohstoffe. Halbfabrikate und Scrlig'abrilatc aus dem Auslände cinführen und die daraus erzeugten Fabrikate oder die gleiche Menge fron Halbzeugfabrikaten bzw. Ganzfabrikaten ober Waren derselben Act wieder ins Ausland zurücksühren. Tie Einfahren der genannten Materialien usw. genießen Zoll- freiheit. AuslärLftche Films können zoll'rei her- eingclassen werden, wenn sie lediglich zum vorübergehenden Gebrauch eingeführt und nach längstens drei Monaten ausgeführt werden. Waren, die nachweislich spätes ms am 31. Dezember 1921, am 30. Sep ember 1922 ober am 31. Dezember 1922 zum Ei'enbahn- ober Schiffahrtstrans Port ausgegeben werden, sinb nach den an den genannten Tagen geltenden Bestimmungen unbZollsätzen zollamtlich abzusertigen. Ausgenommen sind Waren, welche an den genannten drei Tagen in den Danziger Zollagern amtlich unverzollt sich befanden. Wegen der Behandlung von Zucker, Saccharin, Zigaretten und Spiritus sollen weitere Verhandlungen stattfinden, die möglich^ Mitte Januar 1922 beginnen werten. Zugleich soll wegen des Abbaues der Wirtschastsgre.rzen vor dem 1. April 1922 ebenfalls verhandelt werden. Aus dem Reiche. Beschlüsse deS ReichSrates. Berlin, 22.Dez. (WTB.) Der Reichs- rat hat in feiner heutigen letzten Vollsitzung vor Weihnachten den von der Regierung auf- gestellten Richtlinien für die Verwendung der im RachtragSetat für 1921 vorgesehenen 100 Millionen Mark zur Unterstützung notleidender Kleinrentner nach dem Ausschußantrag, ferner einem Antrag der Reichsregierung, daß der ReichSarbeitS- minister ermächtigt wird, bis zum Betrage von 50 Millionen Mark vorläufige Zuschüsse zu leisten, auS denen diese Unterstützungen gewährt werden sollen, angenommen. Ferner genehmigte der Reichsrat die Rovelle zum Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, in dem die Haftvflichtsummen erhöht werden. Gemäß dem AuSschuhbeschlusse strich das Reichsratsplenum beim dritten RachtragSetat für 1921 an der Position „Zentrale für Heimatdionst" zwei Millionen ab und bewilligte nur 4 Millionen. Die nächste Sitzung findet am 12. Januar statt. Die Beamtensorderungen. B e r [ i n, 22. Dez. (Wolff.) 3m Reichsfinanz- miniflerium fand heute eine weitere Aussprache mit den Führern ber Spihenorgani- 'I a t i o n e n statt Die Forderungen der Organisationen vom 3. Dezember sollen nach der Lage der Verhältnisse modifiziert werden. Die Beratungen finden voraussichtlich in der ersten Hälfte des Monats Januar statt. Alle gegenteiligen, in der Presse verbreiteten Rachrichten sind unzu- treffenb. 3m übrigen legt bas Reichsfinanzmini- flerium Wert darauf, ausdrücklich festzustellen, daß es sich bei den durch die Presse bekanntgewordenen auf die Ortsklassen A and b beschränkten Vorauszahlungen eben nur um Vorauszahlungen der am Monatsende fälligen gegenwärtigen Bezüge, nicht um Vorschußzahlungen auf die künftige Reuregelung banbelt. Die Arbeitszeit des GifenbahnperfonalS. Berlin, 22. Dez. 3m Reichsverkehrsministerium wurde der Entwurf des Gesetzes über die Arbeitszeit deS Eisenbahnpersonals auSgearbeitet. Der Entwurf macht einen Unterschied zwischen der Arbeitszeit als Zeit, ber wirklichen Arbeitsleistung und der sogenannten Dienstbereitschaft. 3n besonderen Ausführungsvorschriften wird geregelt, ob und in welchem Umfang die Dienst Bereitschaft auf die Arbeitszeit anqcvccbnct werden kann SS besteht danach die Möglichkeit, daß die Dienstdauer der Beamten auf über acht Stunden ausgedehnt werden kann, sofern nur die Arbeitszeit acht Stunden innerhalb dieser Dienstschicht nicht überschreitet. Der ®nt- tourf macht somit schematisch den Achtstundentag Aum Achtstunden-ArbeitStag. Die Dienstschicht darf nach dem Entwurf höchsten- fünfzehn Stunden betragen. Dieses Höchstmaß wird aber nur dort zur Anwendung kommen, wo infolge einfacher Verhältnisse geringe Anforderungen an die Arbeitskraft des Personals gestellt werden. Gereizte Etrmuumg unter den Eisenbahnern. Berlin. 23. Dez Dem „Vorwärts" und der .Freiheit" wirb vom Vorstanb des Deutschen Eisenbahnerverbandes geschrieben, daß aus allen Teilen deS Reiches Rachrichten eintreffen, die auf den Ernst ber Stimmung unter den Eisenbahnern aufmerksam machen. Der Vorstand hat das Reichsfinanzministerium und da- ReichS- verkehrsmimsterium auf die drohende Gefahr eines Sisenbahnerstrettes hingewiesen. Er ha: wei:er betont, dah er nicht mehr in der Lage ist, das Verhängnis aufzuhalten, wenn die für einen Teil des Personals bereite genehmigte Vorschußzahlung nicht auf die übrigen Beschäftigten ausgedehnt wird. Generaloberst v. Beseler Berlin, 22. Dez (Wolfs) Generaloberst v. B e f e l e r ist am DienStag abend im 72. Lebensjahr gestorben. Die neue braunschweigische Verfassung. Braunschweig, 22. Dez. (WTB.) Die Landesversammlung hat heute mit 44 gegen 9 Stimmen die neue StaatSverfas- f u n g in dritter Beratung angenommen. Für die Verfassung stimmten ein Teil des Land^wahl- verbandes, die Demokraten, die Rechtssozialisten und die Unabhängigen, dagegen vom Landes- wahlverband die Welfen und die Deutfchnativ- nalen, sowie die Kommunisten Ein Konflikt entspann sich um den Artikel 2, in dem es heißt, daß „durch Umgestaltung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse alle Klassenunterschiede zu befeiligen“ sind. Rach mehrmaliger Unterbrechung der Sitzung erklärte schließlich ein Vertreter der Rechtssozialisten, daß feine Partei, um die Annahme der Verfassung zu sichern, angesichts der ablehnenden Haltung der Kommunisten gegen die Vorlage ber Streichung dieses Artikcls zu stimmen, dessen Richtigkeit sie aber nach wie vor vertrete — Die nächste Sitzung findet am 3. Januar statt. Das Ergebnis der Frankfurter Sozialistentagung. Frankfurt, 23. Dez. lieber das Ergebnis der Frankfurter Sozial! st enkon- ferenz wird offiziell berichtet, daß die Unabhängige Arbeiterpanei Englands und die französische Sozialistenpartei den Auftrag erhalten haben, sich mit der englischen Arbeiterpartei In Verbindung zu setzen, um eine i n - ternatio na le Konferenzallerpro- letarischen Parteien der von den Verträgen von Versailles und St. Germain berührten Länder etnzuberufen. Diese Konferenz? soll die wirtschaftliche Lage Europas und das Reparationsproblem prüfen. Aus Stobt und Land. Gießen, den 23. Dez 1921. Die Weihnachtsbriesmarkc. ES gibt beute bei uns Briefmarken in allen möglichen Farben, mit allen möglichen Bildern und Aufdrucken und zu aflin möglichen Zwecken Warum lolllcn wir nicht auch eine Weihnachtsbriefmarke Haden, zumal wenn sie den Zweck dieses Festes der Liebe und.des Spendens sinnig verkörpern würde? 3n verschiedenen andern Säubern sind solche WeihnachtSbrres märten gelegentlich, geschaffen worden Den ersten Versuch machte wohl Dänemark, bas vor einer Reihe von Jahren zu Weihnachten eine Briefmarke herausbrachte, die mit dem Bilde des Königs geschmückt war und zu Gunsten eines Krankenhauses für tuberkulöse Kinder verkauft wurde. Dieser Gedanke ist dann in größerem Maßstabe von dem amerikanischen Roten Kreuz ausgenommen worden. 3m Staate Delaware wurde zunächst durch private Kreise eine 1 Eent- Marke in 50 000 Stück hergestellt und zu Gunsten des Roten Kreuzes verkauft. Diese 50 000 Marken waren in einer Woche vergriffen, und so wurden noch weitere 350 000 hergestellt, die den für da- malige Zeit stattlichen Betrag von 4000 Dollars einbrachten. Das Rote Kreuz der Vereinigten Staaten hat dann Weiimachlsbrieftnarken für ganz Amerika in den Handel gebracht und damit ziem- ttche Beträge zur Bekämpfung der Tuberkulose erzielt. Die Briefmarke macht natürlich keine Postsendungen frei, sondern wird nur als Begleiterin der Staatsmarke aufgeklebt. Sie verkörpert so recht den Geist der Weihnacht, der Menschenfreundlichkeit allen Armen und Rolleidenden und natürlich besonders den Kranken gegenüber predigt. ZScttervoraussage für SamStag. Zunahme der Bewölkung, zeitweise Rieberschläge, Temperatur wenig verändert, Winde au- westlichen Richtungen. Das gestern noch über Frankreich gelegene Hoch ist von dem auS Rordwesten vordringenden tiefen Druck nach Osten zurückgebrängt worben. Ausläufer ber nörblichen Depression dürsten ununbeständige Witterung bringen. ■ ** Amtliche Personalnachrichten. Am 14. Dezember wurde der Ministerialamtmann Oberförster Karl Hesse zu Darmstadt zum ständigen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Karner al- Verwaltung, unter Verleihung der Amtsbezeichnung . Forstrat" vom 1. Rovember 1920 an ernannt. — Am 17. Dezember wurde ber Haupt- staatSkafse-Oberbuchhaller Ludwig Deck au Darmstadt zum Ministerial-Oberrevlsor bet dem Ministerium der Finanzen ernannt. - Ernannt wurde am 14. Dezember der Drivatdozent und Borstanb des Photographifchen JnfHtutd an der Technischen Hochschule, Professor Dr. Fritz ßimmer zu Darmstadt, zum außer planmrßioen außerordentlichen Professor an ber Technischen Hochschule zu Darmstabt. — Am 16. Dezernber 1921 würbe der ehemalige Fvrstwart Otto Buch zu SichelSdorf zum Förster ernannt. — liebertragen wurde am 17. Dezember dem Lehrer Philipp Ätef er au» Metz. z. 3t mit der Verwaltung einer Schuft!elle zu Spenblingen, Kreis Offenbach, beauftragt, eine Lehrerstelle an bet Volk-fchule zu Sprendlingen. Krei- Offenbach. •• Steuerbücher. Unter Bezugnahme auf die am 13. b. Mts. erfolgte Bekanntmachung wird nochmals darauf hingewiefen, dah sämtliche Arbeitnehmer und Befoll>ungSempfänger ihierzu gehören: Dienst- und Hau-personal, Arbeiter. Angestellte, Beamte. Rubeaehalt-errtofänger usw.', bis spätesten- zum 24. Dez«nber 1921 im Besitze von Steuerbüchern sein müssen. Die Ausstellung der Steuerbücher erfolgt tm Ötabtbaufc Bergstraße 20. Zimmer Rr. 14. Vom 1. Januar 1922 ab bilden Steuerabzüge nur noch auf Drunb dieser Steuerbücher erfolgen. * Lieber den Steuerabzug vom Arbeitslohn findet sich im heutigen Anzeigenteile eine wichtige Bekanntmachung des Finanzamtes. Luch In biekm 2 ®olborbeilcr, 1 Graveur. 1 Verkauf auch au kviederverkäoser. 3lte(flonöei5i5(ontC'6e|eß!Mft. MlelvevlfSe WM Mule Siem 12835 Smelgileüe Sleßev 13203 D J. P. Mono, Neuenweg 6 J. Schupp, Seltersweg. nd. N 1921. natfe. xiefmarfen ii allen mög» unb zu attvn mit nicht auL> Mal wenn |« und,des Sven- n d^schiedenen eihnachltdn.1- en, Den ntini das vor einer ui eine Jrief- m "Silbe bei fünften rind nder vertäut 'm gro^ien ; Holen Kreuz rate Deiavan \e eine 1 Cent* ind zu (?unft:r. 50 000 HhHtn und |o wurden ie den für da- i 4000 D.'llar» er Jereinizten liarken für ganz nd damit zirm- er Zubcrtubt ratüriich leire mr als Heglei* Tie verlörpen der Den|chen- otleidenden und len gegenüber - IBtefed, 22. De- Auf unfcrmFried. Hof, auf dem in den leylen zehn Tagen sechs Beerdigungen ftattfanben. wurde heute in Jta- tharine Kreiling Dtnv« die älteste De» wohn«rin unserer Gernemde zur letzten Sehr« OB a 11 b t «. ein BoHslied ftngenb. unb bereuen tne Äinber auf den Inhalt be» pxuen Märchen stückes vor .Waldaeisttt tn btt heiligen Aachl^ Lachen unb Oh-Lute btt Kleinen unterbrochen oft ba» flotte Spiel, unb ali gar di« Zwerge unb llftn mehrere retwnbe Leigen nut Gelang verführten, ba waren he gar nicht mehr -u hauen. Zum Schlafe stellte Herr Matthes au6 den e:rva 25 mtttprelenben Schalkinbem ein ledendeS Bild auf. das bei den bunten Gewändern der Darsteller unb bei bengalischer Beleuchtung einen tiefen Eindruck auf die Kinder macht, Wohl an 400 Kinder unb 203 Erwachsene füllten den Saal, und alle ffimmicn dem Leiter bes Märchenabends zu. als er den Kindern zarief. Zahr lang nicht kvntrvllien zu werden (N Und ~ rmen der Licht» icgtntixinig in England zwei Äorr ignalc für den ßaftoertebr lm Ged Vermischtes. GrplofionSunglück hi Amerika. London. 22. Dez (WTB.) Bei einer ® r- plof ion in LolumdaS rtiru‘ un «-xvrUU^b, bk eine ist Ne gctoöbnlKtK An des immer wieder aui- l euch» en den ihättllgnaU; bi« andere besteht in einem LiLckegel. der nur dazu verwendet n irb. die Lage Der Flugplätze anzuzeigen Solche Lichtkegel werfen ein Srrahlendünbel nach dem Htm- mel unb geben so ein sehr beutliches Zeichen, das von dem Flieger von anderen in der Lust gegebenen Lichtzeichen unterschieben werden kann Leuchttürme mit in bestimmten Abständen aut- leuchtenden Lichtsignalen sind an verschiedenen Punsien errichtet, um dem Flieger blc We.nich- tung anzugeben Diese gewohnliä> n Leuchttuim» fenben Stvihlen von einer annähernden Lichtstärke hon 70 000 aus Sie sind bei einer Höhe von etwa 5000 Futz für den Flieger auf «ine Entfernung von 50 -60 Kilometern bei klarer Lacht sichtbar Sind bie Leuchtturme bet Strecke Paris - London fertig, bann wirb ber Flleger auf seiner ganzen FahN stets ein oder mehrere Ltchlllgnale sehen unb sich schnell zurechtsinden ?ie S anale, zu beten Erzeugung 2hotden benutzt wirb, wer den mtt automatischen Einrichtungen gegeben, bie ganz — Bus bem ötabttbeaterbureau. Ein abwechslungsreiches Programm bringt das 1 Stadttheater für bie Feiertage Schiller« hier noch nie g< gelxues tragikomisches Märchenspiel Turanbvl" wirb sowohl tn Darstellung wie Ausstattung Lehen-wertes bleien unb zweifellos grobe Anziehungskraft ausüben. Besonderes Interesse gibt sich auch lunb für ble Vorstellunaen des 2 Feiertage«, an bem nachmittag« ber Schwank .Dörsenfleber". am Abend die neue Operette von Stolz .Die Tanzgrafin" gegeben wird, letztere Vorstellung ist bereits nahezu aus- Derfauft Der dritte Feiertag bringt nachmittags die letzte Aufführung des Kindermärchens .Der Frvfchkönlg" und am Abend die erste Wieder- holung des .Dtetmäderlhaus". Am Mittwoch wirb autzer Abonnement .Alt-Heidelberg" gegeben und am 30. lm Frettag-Abvnnement .Hero- des unb Wariamn«' — Die Kalle bleibt am 1 Feiertag geschlossen, ist bagegen Monta Dienstag Jeweils von 11—12'/, Uhr !!!M die besten der Mv NI!! Diese werten in enter Linie vom Ausland gesacht und gekauft. Deshalb kauft Ihr deutschen Frauen und Lehranstalten keine ausllndlsch. Maschinen.die minderwertig sind Deutsche Arbeit Ist die gediegenste, darum auch die vorzüglichste. — Die guten deutschen Mh- maschinen sind erhältlich und werden geliefert und, was aber die Hauptsache Ist, wenn etwas nicht in Ordnung, auch repariert bei den Vereinigt. Nähmaschinenhändlern in Gießen: H. Aßmann, Neustadt Aßmann & Schneider, Kaiser-Allee Göbel & Appel, Inh. H. Appel H. Kraft, Neuenweg 46 rr. Linker xog>54c^cffionnrTxa Grainrnophon mit groirem Schallrohr und 30 Platten zu vor- kat-.'en. Schr. Angeb. u. 016566 an den Gien. Anz. 4mal 3 m lange breite Vilderleiste rote Plüsch - Tischdecke Für einen 200 Morgen gron. Hof, Nähe Giehen, wird em Knecht bzw. Landwirlschaltsgehüle gesucht, welcher schon in diesem Berufe tätig war. Schrift!. Angebote unt. 016558 an den Gieh. Anz. Eine», Lehrling sucht aus sofort 1321*6 Bau- u. Möbelschreinerei Heinrich Reit», WdiiiiMs tBiedenkovfi. ÜLeg. 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Bruch straffe 8 ll. abzugeb. oieiT» Vereine V.H.C.Gießen. Mittwochs. 28. Dezbr., abdS. 8 Ubr, im „Felsenkeller" Mittler. Wir bitten um rege Beteiligung, und etwaige Geschenke zur Tauschver- losung bis zum 28 ds. bei Frl. A. B e n d e r, SeiterS- weg 79a. abzugeb. IMUv Wassersport' Verein ,f)enas1920 e. V. Unsere diesjährige WWMWer findet am 7. Jan. 1922 im grohen Saal des Cal* Laib statt. - Wir bitten unsere Mitglieder zwecks Einladung von Gästen, dieselben in die bei Mitglied H. Baanaon, Wall- lorstraffe 3L auiltegende Liüe einzutragen. Am 2. Weihnachtsfeier- tag findet im obengenann- ten aale die WeibnachiS- feier des GesangoereinS .Vieberiafel" statt, wozu unsere Mitglieder böfiichi» eingeladeu und. (• 66589 Ter Sestausichuff. I* Statt Karten Käthe Peter Karl Hartmann Verlobte I Gießen (Anneröder Weg 30), Weihnachten 1921 ——.............................................. Helene Ramspeck Dr. Hans Noloss, Studienassessor Verlobte Msfeld Giehen-Schlitz Weihnachten 1921 eiWM (Ev. Arbeiterverein ’2ün 2. WeibnachtSfeiertag, abends TU Ubr, im O'inborn Weihnachtsfeier. Musikalische Darbietungen «Herren Manifr Hahn u. Dtuiiflebrer Gernhardti. Wesangsvorträge, Hi sprachen, Tbeaterauffübrung..Teklamationen rc. Eintrittskarten zu 1 Mk. iMiiglieber' unb 2 Mk. lNichtmitgUederl bei Schreibwarenhanbier Bingel, Lindenplatz, und Kaufmann Scholz, KreuAvlatz. Kinder frei. 13303v Alle Evangelischen sind etngeladen. ffriegeniereio Gletzev und verein ehem. Eeiügoröiffen TienStag, den 27. Dezember tS.WeibnachtStag) von pünktlich 5 Übt ab: Weihnachtskrikr im Saale der .LledigSböbe". Tbeateranffübrung, Reigen, mufikaiiiche Unter baltung, Berloiung und Tanz. 133O5v Oberh.llunstverein Giehen Am 27. Dezember d. I. (3. Weihnachtsfeiertag), vormittags 11 Uhr, findet im Ausftellungslokal im Turmhaus am Brand öffentlich die $trlo|"unö gon|ilnrtditii6tintn auf Ninistivtllt unter den Mitgliedern des Vereins statt. Der Vorstand des Oberhesfischen Kunftverein». Keller, Oberbürgermeister. 132448 Wild tamnial Gitta. Mna* Feier am 1. Feiertag, abds. 7 Ahr, bet Mitglied Römer, Reftaurarrt Germania. Freunde und Gönner willkommen. 13306v Gießener Sport-Club f. 10, ß. V Treffpunkte: 1. Weit)nad]t5 Feiertag, vormittags 11 Ubr: Hotel Schütz. 2. Zeiering. 11 Hör: u. - T., Plockstrahe, abendS 8 Ubr: Hindenburg. 13309v Ter Vorstand. Ruderllub „hassia". Beginn der Bekanntmachung. Freitag, 30. Dez. 1921, abdS. 8 Ubr, findet eine ßtntralotriammlnni des Spar- u. Borschuß- vtreinS Stausenberg b. Gastwirt Geiffler statt. Tage-ordnung: Wahl eines Rechners unt Kontrolleurs. Der Borstand. Vethler. Gesangverein Heiterkeit. 1. Weihnachttfei erlag nachmittags bei Mitglied Seibel. 2. Feiertag nachmittags 4 Uhr WMlstelet auf ber LiebigSdöbe nur für Mitglieder. IA3W Der Vorstand. Gesangverein tie-ertasel. Weitaditoier am 2. Feiertage, abends 71/> Uhr, ,,(5afö Leib". Mitglieder und einae» labene Gäste haben ,3u- tritt 13816v Der Borstand. VeMlsleier am 1. Feiertag nachm. 4 Uhr. 13311v] Der Vorktond. T. lk. 1. Feiertag: ,>riihschoi" pen im Vereins lokal, 2. Feiertag: »Frühschoppen b. Beter Berg ©rot pünktlich 11 Uhr vormitt. 016575 Der Borltand. Zrettag, 25. vezemder 1921 Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefftn) Zweites Blatt nr. 501 wie öilbgetoorbenc ‘Xilpkrbt liefen ,tn°neflor russischen Äiieg. 1921 Arbeiter Der Älub terc erwarten wir sie entschliefst sich schnei das) eine schun ren. Ttni habe ich nicht gemehrt Er verstand, was der Arzt meinte, Mr.F'Ä0"? Schatten von leine Züge. Aus dem besetzten (Bebiet Die Wünsche der 6aarbet>öllerung. und in einem beit neigte er verein end» 7‘/, Udr. Mn Wtibnachi-te,» n fiunftotreiM. ilttr. 13244B Ligen blick der RiedcrgIch'.agen- b:schänu den 5to<* Ader gleich r-°E" fiel) Seibel. Feiertag ilttafl»4 ilhr yetttiet. tln Umetionti«. btti und r wt änblttBinatL olk Sreu|’Jy inoelaben. Aus Stabt und Land. Sieden, den 23 Dez Da« LVcihuachtcn der Auoiandsdcutschcn. Man bittet uns um Aufnahme folgender Mrcie Metzlar. ,a. Wetzlar. 22. Dez Der rauniSNußl Wetzlar kann auf ein erfreultches Wachstum lot Wandeifahr 1921 Aurüdbndem. indem feine Mit- gliebcrzahl von 132 auf 166 gediegen tfi Sroden Orients Schätzen bclai ler als Deine seit einer Woche täglich früh nach > behalte mir da- vor. bi- Du auch im e fein wirst und nicht mehr rauchst. Dein wird die Kulmination in Beiden, gleich r Liebigs iitgtKtti* gehenden Verwendung auf mindestens 3 Monate bei dem Landtagsamt wird sofort ein Praktikant des mittleren Verwaltung--. Justiz- ober Finanzfaches gesucht Kenntnis der Kurzschrist lSystem Sabelsberger. 120 Silben) und Dehenr- der Schreibmaschine erforderlich. Mclbun- den. die durch erfahrene Mitglieder geleitet tver» den und die regelmässig am Sonntag »ach der Klubwanderung fiattfinben Bri der (lltenbabn* bedörde sind Fa .gefangenen werden alsdann aul der Gefangenschaft entlassen und gelten al- freie Aus Hessen. Evangelische Bund und der bisherige Ouftigminifter v. ‘Brentano. Vachdenken schon eher da- Richtige findet. Letz- ' ut Abend, reich mit de- mir. toohi früher erreichen, wenn auch in höheren Stadien, tote ich seiner Zeit. Die Tage sind so fun und so dunkel, datz ich weder zum Reiten noch zum Fahren komme, und dabei verschlafe ich noch die hellen zwei Stunden vor 10. weil ich nachts munter werde, sowie ich die Augen schließe." SS geht überhaupt ein weihnachtlicher Seist durch diele Briefe, die un- wieder einmal er- kennen lassen, bah da- Genie stet- etwa- vorn Kinde behält Richt nur in den Weihnachtsbriesen lebt diese Stimmung, sondern auch In jenen ersten Schreiben, die sich so ganz auf den Standpunkt des kleinen Sohne- stellen. So erzählt er z. B. am schedkonto 7690-. Man bezeichne die Spenden ausdrücklich al- solche durch die Bezeichnung .Für die Rückwandererhilfe"! mimachunq. , Ubr. ßndkl eine ilitiiiiil»! M n. SoriinF s etflnfenberg ijriSelhlerV'M- A Odeur». angDercin -lus dcm -rmtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigung-blatt Ar. 184 vom 22 Dezember enthalt: Landwirt- schastliche Winterschulen Prumlentans der De- 7. Zull 1882 von einem Besuch in England .3n London Hanen sie eine Industrie», eine Gemälde-, eine Hunde-, eine Ochsen- Pferde». Schweine- Schafe- und Maschinen-Ausstellung Hunde wie meine Hand lang und andere wie ein Prnno grob. Schweine, die wie eine lebendige Wurst mit einet deinen Aase daran aussahen. Beine tvie Zigarrenspitzen und Io fett, bah die Augen überwachsen waren. Ochsen wie ein fleischerner Ofen so viereckig und Pferde wie Siefanten. Taufende von Maschinen, die Ichnurrten unb raffelten, zum Pflügen. Mähen, Säen. Dreschen. Ziegelstreichen und Lokomotiven, die aus der ebenen Srde umher- Ziegen unter den beim Rindvieh beschlossen daraut erhob er ihn wieder und schaute dem andern trotzig in- Gesicht. ,04 ist ein alter Mann. der vor Ihne« steht." sagte er. Der Arzt beeilte sich ,u antworten, und jetzt lag wirkliche Teilnahme in fehlet Stimme. .Ich habe nicht- gesagt, was Jedenfalls Ziegenzuchtvereine soll die 1911er Beihilfe in Höhe von 2000 Mk au-bezahlt werden Dergleichen wurde die Ausdehnung der Entschäbigung-Ieistun- gen der Bezirksverbände für Schadenfälle durch FLlgekrankheiten der Maul- und Klauenseuche bei gleichen Doraussetzungen vis kommission mir ein solches Mitglied ernennen, das die Landessprache in Won und Schrift beherrscht.“ Begnadigungen tm Saargediel. Saarbrücken. 23 Dez «WTB.1 Wie die Regierungskornmlfsion miltetlt, wurden weitere 31 Personen begnadigt, die antah' lich der Unruhen tm Oktober 1919 zu Gefängnis- strafen verurteilt waren. Die sarbigen Truppen im Rheinland. Berlin. 22.Dez. Auf eine Anfrage der Retcbstagsabgeordneten Dr Kahl und von Schoch (Deutsche Bpt.) über die Verwendung farbiger BesayungStruppen tm Rheinland ist von der Reichsregierung geantwortet worden, bah über diese Ange- legenbeit mit der französischen Regierung ein Rotenwechsel statt gesunden bat. In -wei Roten vom 26. August und 10.Oktober wurden alle Ausschreitungen farbiger Truppen der französischen Regierung zur Kenntnis gebracht. Eine französische Antwortnote wird nach Anstellung weiterer Ermittelungen durch die deutsche Regierung beantwortet werden. Der Wortlaut der Rot?n wird dem Reichstag zur Kenntnis gebracht werden ES wird ferner mitgeteilt, bah tm ^eiebdminiftertum des Innern eine umfang- reiche Zusammenstellung der Ausschreitungen bearbeitet wird. Zivillntemierter 3m Lause der Jahre von Hau- unb Hos ober von ihren Ge- schäften durch bic Feind- vertrieben, konnten sie teilwe.se bis heute noch keine Wohnung erhalten unb nur einer beschränkten Unterstützung ober Borenlfchäbigung teilhaftig werben Bielen mangelt Kleidung unb Wafche. Beheizung-maler,al bei des Winters Kalte, ober fie sinb zur Arbeitslosigkeit verbammt. Sie sind aber ein Kapital an Kraft unb Kenntnissen! Heist ihnen rasch Vergeht über ber Unterstützung notdürftiger Blinder unb Waisen nicht berer, bic an Deutfchlanbs Wieberaufbau am meisten Mitwirken werben vergeht ber AuSlanbbeutschen am Fest ber Liebe nicht! Spenbet Gelb unb schasst ihnen Stellungen. Die gröhten unb befann- teften Vereinigungen haben sich zur Rückwan- bcrerhilfe zusammengeschlossen. bic Lpenben gern entgegennimmt Spenden übermittelt auch ba« Deutsche AuSlanb-Institut. Stuttgart (Post- der Apotheker vielleicht erwartet, bah sich Der Tote ihm zeigen werde?" Der Kapitän blickte ben Arzt fragend an 3a“ fuhr dieser fort, .ich nehme wenigstens an. bah eS da- ist. waS Sie meinen “ Sr betrachtete den Kapitän forschend und neugierig. wie em besorgter Arzt einen Kranken ms Auge fahl, und fuhr dann fort: .Ich begreife, bah Sie mit Ihver Rervvsttät zu solchen An- schauungen kommen können. Ader es müssen triftige Gründe »erliegen, biS auch ein so trockener Mensch ohne Sinb:!dao«skraft. wie der 2Ü*o- tbefer, von solchen Wahnvorstellungen ergriffen werben tarnt.“ Der Kapitän ging ber Türe zu Aber plötzlich drehte er sich um und sagte mit heftiger, aber bebender Stimme: .Begreifen Vie denn nicht, bah der ganze Mord auf biete Weife erklärt werden tann'r .Jawohl. Sin Wahnsinniger . •“ .Das ist zu oberflächlich." unterbrach ibn bet Kapitän. .Das scheint alles zu erklären and erklärt tatsächlich gar nichts Aber ich weist, dast Frykmann in all den letzten Tagen immer in Erwartung irgend eines Ereignisses stand. Datz ein Mensch zu ihm bereintommen werde, eines Abend- oder in ber Rächt . .“ .Lieder Freund . . “. sagte ber Arzt, indem er auf ben Kapitän zaging unb beruhigend die Hände au«st reckte Lieber Fre-ind Der Kapitän wollte noch mehr sagen. alS er aber ten Ausdruck ir dem Gesicht des jungen Arztes gewahr wurde. Miet er stehen, ein Schauder ging durch ‘einen Körper, unb ein grauer ben WcihnachtSgaben Sv schreibt er aus Fricb- rchchSruh vom 23 Dezember 1887: .Lieber Bill, ba für die Auswahl der Dinge, welche Dir wünschenswert sein können, Dein eigene- Urteil kompetenter ist al« das meinige, so bitte ich Dich, den Betrag der Anlage zu verwenden, um in ben Besitz ber Weihnachtsgaben zu gelangen, bic ich Dir zugedacht habe. Dazu herzliche Grütze an Sybille. für beren Bedarf mein unb Deiner Mutter WcilmachtSbitte: Weihnachten naht unb in ben Zeitungen er- scheinen wieder, wie in jedem Jahr, die bekannten Bitten um milde Gaben für Blindenanstalten. Waisenhäuser unb Armenheime. Krüppel- unb Kinderhorte Gewitz, die Rot unsere- Volkes ist gtoh unb durch ben Krieg, wie burch bi? behelligen Valutaverhältnisse ist sie noch grober geworben als sie je zuvor war Aber grober als unter aller Rot ist bic Rot unb ba« Ölcnb vieler Auslandbcutscher. vieler ehemaliger Krie.jszelan- gener beute noch sitzen Kriegr-gesangenc in Ruhlanb unb im französischen Avignon - unb setzten sieben .Ich kann die Gedanken, die Sie sich über mich machen, in Ihren Augen lesen,“ ermibertt ber Kapitän. .DaS können Unglückliche immer." .Sie dürfen nicht vergessen, dast ich Arzt bin“ entgegnete bei andere. .Gin Arzt lästt sich nicht fv leicht täuschen. Ich verstehe wohl. waS mit Ihnen V* fff. Wenn man solche Anregungsmittel gebraucht wie Sie. ist es kein Wunder, wenn da- Rervcnsystcm darunter leidet. Kommen Begebenheiten dazu, wie ein Mord, so iü eS ja vollkommen verständlich, wenn Sie in phantastische Grübeleien verfallen Da- ist meine nüchterne Ansicht tron der Sache “ .Gute Rocht!“ sagte der Kapitän. .Ich will Ihnen nicht länger lästig fallen “ Der Arzt leuchtete ihm hinau«. und um etwa- Freundliche« zu sagen, bemerkte er: .Sic haben wohl einen weiten Weg nach Hause?“ ____ .Zwanzig Minuten," antwortete der Kapitän .Ich wohne in ter Rähr der groben Eisenbahnbrücke.“ ___ ,Ra. da müssen Vie ja nvch einmal an der Apotheke vorbei!“ .Io. das habe ich eben auch gedacht, legte der Kapitän mit geheimnisvoller Betonung ,Ieyt gehe ich noch einmal an der Apotheke vorbei." (Fortsetzung folgt) Iugcndwanberungen beantragt wor richte! wie immer, im neuen Jahre feine eilte Wanderung nach dem Dün-berg (8 Januar). ra Aybach. 22. Dez Wie alljährlich im die Weihnachtszeit, fo konnte man auch in btefen Tagen wieder eine grobe WcstfälischcWan- derfchafberde auf unteren Lahnwie'en sehen. Diese Herben ziehen zur Winterweide in bic Hamburg shopping sahrenbe Schwester Wir geht eS zwar nicht so gut wie dem Kaiser. alS er in meinem Alter war. aber doch vermutlich besser, als bet Mehrzahl ber 1815 geborenen Sterblichen unb Toten Ich bänac sehr von ben Geschäften ab. ftnb sie mühsam oder ärgerlich unb überflüssig, fv schlafe ich schlecht unb bin bann müde unb unzufrieden mit mir unb anberen; nach einer guten Rächt sieht mir bie Weit anberS au«, unb ich kann Sehen unb teilen wie ein rüstiger Drei-. Ich bin >ott banlbar. bah Ich unb alle die Meinigen mit mir bic Vergangenheit bi- heute überlebt haben: damit sehe ich mich al« weit über den Durchschnitt ber Menschen abgefunben an unb alles, was mir darüber zuteil wird, al« Gratiszulage.' Der Weihnachtsbries zwei Jahre später beginnt also .Lieber Bill, mit meinen Herzlichsten Wünschen für Deine unb Deiner drei Frauen- zimmer Feiertage sende ich Dir auf der Rückseite bic Lösung meiner Zweifel darüber, wa« in ber Welt man einem erwachsenen Präslbenten zu Weihnachten schenken kann, ohne Ihn frühzeitig zur Berschwenbung in Wein unb Zigarren zu verfüh- Maingegcnb. ra Kinzenbach. 22 Dez Am Lam-tag ttuibc für bi? bicllgc Liga-Ortsgruppe ein gut besuchter Volkswirtschaft- llcherVortragSkursuS eröffnet Dr Falkenberg- Eichen sprach über .Staatsrechtliche Giuiibbegrissc" Der zweite Vortrag-abend ist sür Donnerstag, ben 29 Dezember, festgesetzt. • 21 ic ber (l een. 21. Dez Für bie noch Im Lazarett in Gietzen befindlichen Kriegs- befchäbigtci, würbe hier eine W e i h - nachtsfpenbe gclammcll. bie den Betrag von 910 Mark ergab, sicher eine Freude füt bie an ihren Wunden batnlebcrliegenben Krieger und zugleich ein schöne« Zeugnis für den Opferslnn Der Gemeinde Hesien-Nastau. ra Kassel. 22 Dez Der Jahr? «lohn füt eine Dienst mngb in Kurhessen beträgt jetzt: 1500 21Tf. bare« Gelb. 20 Zentner Kartoffeln, hier Zentner Weizen. 2 Zentner Korn, ein wollenes Klcib 1 warmen Unterrock. 2 Schürzen. 2 Steige Tuch '<1 Steig? 20 ölten). 1 Steige Würfelwcrk lb. h. Bettzeug. Bettbezüge». 1 Paar neue Schuhe. Anbere Magtc bekommen noch Zenter ärbfen. , , Zentner Samen. 6 Pfund Wolle, zu einem Bett Barchent 14 Psunb Febern. ', Dutzend Handtücher. - Das sind wirklich recht nette Ratural- Bezüge die heute einen ansehnlichen Wert haben. ra' Au« Rassau. 22 Dez In der letzten Sitzung beS LandeSauSschusseS wurde u. a. dcschlosten Dem Verband bet Nassauischen Staatsministcriurn zu richten. Bei ber Buchhaltung bes Ministeriums ber Finanzen ist bte Stel e ein?« Ministerial-Oberrevlsor«. Gruppe VIII. mit Aufstiegsmöglichkeit nach Gruppe IX. alsbalb zu besetzen. Melbefrist bts zum 31. d M — Crlebigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Affhöllerbach. Kreis Heppenheim. • • Weihnachtsspende. Die Eltern der Schulkinder von Ober- undRiederdessIngen haben auf Anregung ber dortigen Lehrer p/_ ßentner Mehl gespendet, um bebüdtigen Familien der Stadt Giehen eine Beihilfe zu gewähren und eine Freude für die Festtage zu Spuren im Schnee. Roman von Sven Elvestad. Ermächtigte Ueberletzung. 20. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) elfte« Kapitel. Jetzt sah der Arzt von neuem auf seine Uhr, tmb es hatte endlich den An'chein. als ob et dem Kapitän aufbämmcrtc. bah er nicht noch länger bleiben könne ES war letzt vier Uhr vorüber. Ader zugleich ttNir etwas Hillloses und Flehende« über ben grau bärtigen Mann gekommen, das sechst dieser Spvrtsmann von einem Arzt nicht unbewegt mit an sehen konnte. kam ihm ein ganz bestimmter Verkocht. weShald der Kapitän fv viel spreche: ob es nicht deshalb gefdxrb. weil er sich nach dem Durchlebten davor fürchtete, mit feinen Gedanken und seinen wunderlichen Stimmungen allein zu fein? Jetzt erhob sich der Kapitän und knöpft: bei Rock zu. .Ich will geben.“ tagte er. .Wer Ihne Auszc.chmirgcn." sagte der Arzt und deutete auf ben Zettel, ber noch au» dem Tttch tag. .Sie haben sie vergessen. Ich verstehe zwar nicht viel von dem. wie Sie geschrieben Haden, aber ich tede da zwei Worte .Kopf unb .Telo- gunnrn- Was haben Sie mit bieten beiden Worten gemeint?“ Ser Kapitän griff hastig nach bem Zettel. alÄ befürchte er. der andere könnte noch mehr rwn dem sehen, was er niedergeschrieben hatte ,Wo sind meine Sachen?" fragt: er »Ihre Sachen, sind hier.“ antwort:!: der junge Arzt, augenscheinlich recht zufrieden bami bah der anbere endlich feines Weges ging. Saarbrücken. 21 Dez (Wolfs.» Die Stadtverordnetenversammlung hielt gestern eine Sitzung ab. in ber mitgeteilt wurde, bah es voraussichtlich bi« zum Zusammentritt bes Völkcrdunbsrates bie letzte fein werde Gleichzeitig würbe bekanntgegeben, bah seit gestern drei Mitglieber bes Dölkerbunbsrats sich in Saarbrücken aushalten. Die Anwesenheit Meter drei Mitglieder des VolkerbundsratS benutzten bic politischen "Parteien der Stadtverordnetenversammlung. die Demokratische Partei, bic Liberale Volkspartei, bic Dcu t sch - nationale Volkspartei, bie Sozial- bemokratische Partei unb bic Zen - trumspartei. um eine Denkschrift zu überreichen, in ber bic wirtschaftlichen unb poli- tifchen Derhältnlsfe bes SaargebicteS sowie bas Verbältni« bet Bevölkeruna zur Regierungskom- Mission, wie cs sich burch baS autokratische Vorgehen ber Regierungskommission gestaltet bat. bargelegt würben Es wirb barin ausgesührt. bah eine gefährliche Kluft zwischen der Regicrungskommisfion unb der Bevölkerung entstauben sei. bie unüberbrückbar geworden fei Zum Schluh werben in biefer Denllchrift bic Forderungen (ber politischen Parteien wie folgt zufammengesaht ,In dieser Rot gestatten wir unS bic ergebene Bitte, ber Hohe Rat bes Dölkerbundes möge eine Revision aller Gesetze unb Gesetzesänderungen veranlassen, bie ohne bic Mitwirkung ber gewählten Vertretung der Bevölkerung erlassen worben sinb. möge eine balbigc Entfernung bes französischen Mllitärs unb ber fran- zöfIschen Gendarmerie veranlassen, möge einem ’ icnb gehegten Wunsch ber Bevölkerung ent- ,y..-xn unb ba« saarlänbiiche Mitglieb her Rc- gicrungSkommission auf Borlchlag ber Bevölkerung ernennen, möge alS Präsidenten ber Regierung^- Während der Kapitän seinen Pelzmantel i zuknopste. sagte er: ,öic find neu hier im Ort. Sie kennen bte Menschen hier noch nicht und Sie kennen auch mich nicht. Apotheker Frykmann war. als er nvch lebte, mein Freund, und Sic können vielleicht nicht vollständig begreifen, bah fein un- crwartctc« Ende einen so gewaltigen Eindruck auf mich gemacht hat.“ .Doch, das kann ich recht gut begreifen 1 'Hein!“ erwiderte der Kapitän scharf. .Und Sic werben es noch weniger begreifen, wenn ich Ihnen tage, bah sein plötzlicher Tod einen um fo stärkeren Eindruck auf mich gemacht bat. weil ich weih, bah der Mörbcr. der beute nacht zu ihm einbrang. für-ihn nicht unerwartet gekommen ist “ Daraus würbe folgen, bah er den Mörder kannte. Dieser Umstand scheint mir von Bedeutung für bic Polizei, für ben Vogt HaM'n Sie ihm baS mitgeteilt?“ .Rein.“ antwortete der Kapitän. .Ich tetze voraus, bah er ebenso superklug ist wie Sie.“ Der junge Arzt betrachtete ben Kapitän auf- merksam. Der Bogt ist schon lange hier und kennt bic Menschen und bte Verhältnisse besser als ich? tagte er .Sr weih HäKtlid). welches Gewicht er der Au«tage eine« jeden beizumessen hat. Ich habe versch.cbeneS aber bic näheren Umstande t*cn Doktor ,Slobin« Tod gehört und ich begreife. Nih dies ein ständiger Gespräch »gegenständ zwischen Ihre-, und dem Ermordeten gewesen ist. aber Sie können von mir nicht verlangen, bah ich einen Dcrstorbenen mit biet em Verbrechen in Vcrb:ndurg bringe Jedenfalls ruhten 5 : andere unb bessere Grande dafür teibringen als I das, was Sic über das Fenster getagt hasten. Hat Die i he in hessische Provinzial- Ahgeordnctenversammlung de« Sv 25 u n be 6 rahm folgende Entschließung an . Der hesti'chc Iustizmlnlster unb Z. ntrums- führer v Brentano hat an bic Preste einen .Mahnruf gelichtet, der .ftwnt gegen d.e .'2ter- linerci" mach: unb mit deutlichem Fingerzeig karaus hinweist. .bah ber Süddeutsch auch noch, Harte Anknüpfungspunkte in München and Karlsruhe Hai bic un Interesse t-et deutschen V.stkeS vereint ein Halt b:ncn g^iet:n. die nicht« gc lernt haben, al« in pveif ifch?r Rücklicht«'.ofigt u wie früher eine Politik zu machen, bic Deutschland in« Elend gestürzt hat “ Wir sprechen, von unterem nationalen Gewesen getrieben, zunächst untere tiefste Entrüst ing darüber au«, bah der im Dienste de« hessischen Staate« stehende Iustizmmistcr sich nicht fd)T tt, au« Feindschaft gegen Prcatzen einer Zcrfpltt- terrmg de« Reich:« mb der Schafang ein« Südstaatenbundc« ba« Wort za reden Dir weisen aber auch al« Vertreter de« Evangelischen Bunbe«. der die deutsch-protc^antischen Interessen zu wahren hat. bie Cef entlid keil besonders bar-ut bin. bah in ultramontancn Kreisen au« Hatz gegen ben Protestantismus, wie er besonders im alt- preutzifchen Staatswesen sich verkörpert, für einen staatlichen Anschlutz Süddeutschlanb« an ba« katholische Oesterrtich und damit für die Stärkung bei katholi'chcn Staatsmacht eifrig geworben wird Wir richten an untere evangelischen Bunde«- Mitglieder und Glaubensgenosten die Aufforderung. allen solchen Machenschaflen. bie an Lan- beSverrat grenzen, auf ba« entschiedenste ent- ■ zur Einheit unb Einigkeit deS Deutschen Reiches gegen alle feine Widersacher wachsam zu wahren, sowie da« mutige Festhalten an bem ftaatenbauenben und staatserhalten den Protestantismus allewege tapfer zu bekennen unb allezeit treulich zu verkünden Weihnachlsdriese Bismarcks an feinen Sohn. Man hatte von einer .BiÄmard-Xeiuiiltance" AEsprr-ch«n in Anbetracht de. zahlreichen 'Ber- Inemikbungtn. bte sich mit bem Schopter bet Deutschen Kaiserreiches nach befltn Zusammen- hruch beschäftigten Der wichtigste dieser neuen Beiträge zur KenntmS Bismarck», ber dritte Band ber .Gedanken unb ®rinnerungen". o’fenbart uni» mtt übertraltigcnbcr Kraft die dämonische Kämp- fernarur diese« Riefen, der hatten konnte wie wenige aber über btefem tragifchen Kämpfer um bte Macht, neben diesem düstern Groller sollte ^,.ch bte lichte Sette seines Wc'cn» nicht vergesse, werben, bte Zärtlichen unb >tar»hett seine» Smp findens, die sich.'o wundervoll in lernen Briefen an bte Braut und Gattin ausspricht, sein Kinder- geedU. sein Schönheitsein finden das in der Äraft unb Anschaulichkeit feine« Stil« zum Ausdruck kommt. Dem Wunsch ber Gräfin Wilhelm Bismarck. der bunflen Gröhe des neuen Erinnerung»- Handes ein helleres Bild gegenüber zustellen, oct- banken wir die Deröffentlicha \ d< Briefe Bi« marcks an seinen jüngeren Sohn Wilhelm, bie sv eben von Wolfgang Windel band im Verlag für Politik unb Wirtschaft zu Berlin frer au «gegeben werben, unb die cs wohl verdienen em deutsches gamUienbud) zu werden Sind doch diese Briese, aus festlichen Anlassen an den Sohn geschrieben, gam erfüllt von der genialen Persönlichkeit bet groben Mannes, umwoben vom Duft künstlerischer Formung, unvergängliche Meisterwerke ber deutschen Prosa, ein herrliche« Dermächtni« an untere Jugend Etne Anzahl dieser Schreiben sind als W e i h- nachtSbriesean .03 ill“ gerichtet und zeigen, wie Bismarck das Christfest feierte. Selbst während des Kriege« von 1870 denkt er daran und schreibt von BersaUle« am 24 Dezember an ihn .Mein geliebter Bill, also öpidgan« muh man schicken, wenn Du schreiben sollst^ Run ich habe noch etwas von diesem Bestechungsmittel und füge wieder eine bei. auch 100 Taler Gestern heisst es. habt Ihr ein glückliches Tressen gehabt: ich hosse. Gott hat Dich bewahrt, unb tut es ferner Mit Deiner Kurzsichtigkeit bist Du selbst dazu weniger al« anbere imstande Schreibe mir machen gewitz cm schönes unb nachahmenswertes Beispiel von Hllfscher^itichatt ber VanbbevÖlkertME für notleidende Familien bet Stadt. •• Die Gültigkeit derSonntags- f a h r I a r I e n. Bon her EitendabnbireknotR wird uns mitgcicili. datz die Sonntagsfahf [arten, wenn mehrere Sonn- und Feiertage unmittelbar hmtetetnanber liegen, bi« »um letzten Sonn- ober Feiertage ihre Gültigkeit :ur TkückfadN behalten Hiernach können bet- fpiclsweise an den Deihnachtsfeienagen bie am 24. ober 25. Dezember gelösten Sonntag«^ karten noch am Wethpachtsfeieriag zur Rückfahrt benutzt werden • • Russische Ärteg»gelangenf für bie Landwirtschaft. Rach einet AnwIiung bce> AeichsmiNisterA bce Innern an die Standes* aibfiteämtei sollen die in den Lagern Lichtenhorst. Kassrl Rieder-Zwehren unb Teile befindliche» rassischen Internierten beschleunigt in Ar betts- stellen untergehoachi werden Ö4 kommen hierfür vor allen Pingen landwirtschaftliche betriebe Ut Frage, bic Ausländer beschäftigen Wie das Lan- besamt lur A'.bcitenach'vei« in Frankfurt a M. Landwirtschaft« kämm er in Darm - habt mitteili, steh! noch eine grvtzere Anzahl von Kriegsgefangenen für die Landwirtschaft bereit. Anträge auf Zuweisung von Kriegsgefangene» sind ütelxilb an bas Lanbesamt für Arbeitunach- tveis in Frankfurt a. M zu richten Landwirte, benen daran liegt, ihre früheren Kriegsgefangenen, die sich in einem ber genannten Lager befinben. u icderzuerhalten. richten einen für die Beschäftigung non Ausländem vorgeschriebenen Antrag an da« zuständige Kreisamt Die betreffenden ihWfct Unter > Tanz. Wt nSiehen ei^natfsftitrtagl, [usitcnungslohal nossenschaft für die Reichsunfallversicherung der Fahrzeug- und Reittier-Haltungen. - Feuerlöschwesen. - - Unterbringung Schwerbeschädigter. — Eir.sendung der Kreisabdeckereiverzeichnisse — Grwerbslosenfürsorge. - Abänderung der Fleifch- befchauordnung. — Verbot dec Abgabe von Feuer- werkLkörpecn. — Dienst Nachrichten. — Feldbereinigungen Queckborn, Grüningen und Ober-Bes- singen. llvilhelmMichelll. zu Treis a. d. Lda. wurde 'als Aushauer für die Gemeinde Treis a. d. Lda. ernannt und von dem KreiSamt verpflichtet. Handel. Die Notlage der Tabakindustris. Die Lage der Zigarrenindustrie ist, so schreibt in den .Vereinigten Tabak-Zeitungen' I. Heinze, infolge unserer schlechten Valuta eine überaus trübe. Kredite, die in Holland ausgenommen wurden, als der Gulden etwa 20 Mark wen war, belasten die Fabriken jetzt, wo der Gulden um 80 herum pendelt, ganz außerordentlich, so daß schwere Verluste die Folge sein müssen, wenn nicht eine Stabilisierung der Valuta erreicht wird. Rohtabake nimmt Holland nicht zurück, da sein Bedarf in dieser Hinsicht gedeckt ist, dagegen werden Zigarren dank der hohen holländischen Valuta gekauft, und die FabNken müssen sich mehr oder weniger an diesem AuSverkaus beteiligen, da dec deutsche Großhandel sehr zurückhaltend ist, die Goldzollerhöhung, Verteuerung der Verpackungs- mateNalicn, Fracht- und Portoerhöhung die Lage des Fabrikanten dauernd verschlechtern. Wachsender Kapitalbedarf und drohender Konsumrück» >'ang sowie ständig unpünktlicheres Gingehen der Blumenstände belasten die Betriebe so, das) für viele die Existenz auf dem Spiele steht. Diese Ausführungen berücksichtigen noch nicht, welche Schwierigkeiten durch die dauernden Veränderungen von Löhnen, Steuer und Zoll hervorgerufen werden. Der Goldaufschlag betrug z. B. im Oktober noch 900 Prozent und stieg im Rovcmber über 1900 Prozent auf 3900 Prozent des Zolls. Bei Einfuhr ausländischen Täbaks kommen also ganz empfindliche Zuschläge zu den 130 Mk. Zoll per Doppelzentner, und zwar so plötzlich, daß eine gewissenhafte Kalkulation unmöglich ist. Aehnlich liegt es ja bei der sprunghaften Teuerung aller Bedürfnisse mit den Lohnerhöhungen, und in steuerlicher Hinsicht sind die Beratungen und Gesetze über die Belastung der Tabakindustrie fast ununterbrochen einander gefolgt. Daß hier Behörden wie Konsumenten in ihren Ansprüchen in weitestem Maße dieser wirtschaftlichen Lage Rechnung tragen müssen, um diese nicht noch schwieriger zu gestalten, dürfte nicht mehr betont zu werden brauchen. Bessern sich die Verhältnisse nicht bald und hat man an den maßgebenden Stellen kurzsichtig :rur das fiskalische Interesse im Auge, ohne sich der sonstigen Konsequenzen bewußt zu werden, so ist die Lage der Tabakindustrie geradezu als unhaltbar zu bezeichnen. Das den Steuerzahlern zu ihrer Beruhigung bei den Reichstagsverhandlungen in sichere Aussicht gestellte Entgegen- kommen der Finanzbehörden ist vergessen, das ..Können" des Gesetzgebers wird in ein rücksichtsloses „Müssen" ausgelegt. Die jetzt bekanntgewordene Tatsache, daß eine Firma wie Krupp, die immer stolz darauf war. ihr Unternehmen fest in der Hand halten zu können, zur Bezahlung ihres Rcichsnvtopfers holländische Unterstützung in Anspruch nehmen mußte, zeigt am besten, wohin wir steuern. Und bei dieser trostlosen Sachlage ruft man in politischem Unverstand unb Fanatismus nach der Erfassung der „Sachwerte", Werten, auf denen der ganze Kredit der Unternehmungen aufgebaut ist, beschimpft man Leute von der Bedeutung eines Stinnes usw., Männer, die-durch ihren Weitblick, ihre Energie und ihren Unternehmungsgeist allein an der Lage sind, Deutschland wieder au8 dem Sumpf zu ziehen, in tkji es hineingestvßen worden ist. Die Tabak- mdustrie ist in besonders hohem Maße an Holland verschuldet Wie ein Kartenhaus bricht unser Wirtschaftsleben zusammen, wenn Regierung und Regierte sich nicht llar darüber werden, daß wie seither nicht weiter gewirtschaftet werden kann. • Berlin. 22. Dez. Börsen st immungs- b i l d. Unter dem Eindruck der Unsicherheit über den Ausgang der Londoner Verhandlungen und der langen Unterbrechung bis zur nächsten Dörsen- versammlung herrschte heute ausgesprochene Lustlosigkeit bei recht beschränktem Geschäft vor. Immerhin war nicht verkennbar. daß die Grundstimmung als gut behauptet, ja sogar als ziemlich fest zu bescidjnen war. wenn dies auch in der Kursbildung nicht ausgesprochen zum Ausdruck kam. Die Kursrückgänge und KurSerhöhungen hielten sich ungefähr die Wage und die nicht erheblichen Kursveränderungen waren zumeist das Ergebnis mehr zufälliger Kaufs- oder Verkaufs- aufträge. Im Verlaufe trat die feste Grundstimmung deutlicher zutage, als die Devisenkurse infolge der Entscheidung der Londoner Finanzsach- verständigen über die von Deutschland zu leistende Zahlung von mindestens 500 Millionen Goldmark kräftiger anzogen. Mit Kurserhöhungen von ungefähr 100 Prozent zu erwähnen sind Harpener, Phönix und Deutsche Petroleum, wogegen E'sener Steinkohlen, Ilse und Harnmersen ungefähr im gleichen Ausmaße zurückgingen Argo verloren 200 Prozent, Augsburg-Rürnberger Maschinen 300 Prozent. DaS gleiche Bild der Gefchäftsstllle bei gleicher Kursentwicklun^-^pl auch dec Markt der zu Einheitskursen notierten Industriepapiere und unnoheiten Aktien. Am Rentenmarkl waren die Kucsveränderungen mchl erheblich. Frankfurt a. M. 22. Dez. Börsen- stimmungsbild. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Feiertage wickelte sich der heutige Verkehr ziemlich ruhig ab. Die Haltung blieb überwiegend behauptet. Mit dem Umschwung am Devisenmärkte hat sich auch an der Effektenbörse eine unregelmäßige Tendenz bemerkbar gemacht. Der Dollar wurde in den Vormittagsstunden mit 175 bis 180 genannt und zeigte gegen die Mittagsstunde einen Kurs von 179. Mexikaner konnten sich befestigen. Am Markte der unnotierten Werte nannte man unter anderen: Ufa 210, 205, MannSfelder Kuxe 18500, Deutsche Petroleum 1400, Junge Moguln 880. Dec Markt der variablen Werte blieb im allgemeinen still bei mäßig schwächerer Tendenz. Montan- und chemische Aktien unterlagen Schwankungen. Privat- diskvnt 41/2 Prozent. Die nächste Börse findet am Mittwoch den 28- Dezember statt. Frankfurt a. M., 23. Dezember. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 21. Dez. 22. De). Amsterdam-Rotterd. 6293,706306,30 6643,35 6656,65 Brüssel-Antwerpen. 1336.15 1338,85 1363,601366,40 Ehristiania 2707,25 2712,75 2837,15 2842 85 Kopenhagen 3556,10 3563,60 3616,35 3623 65 Stockholm 4355,60 4364 40 4415,50 4454,45 Helsingfors 331,15 331,85 354,60 355,40 Italien........ 779,20 780,80 804,15 805,85 London 731,75 733,25 747,25 750,75 Reuhork 172,82 173,18 178,32 178,68 Paris 1393,60 1396,40 1421,051423,95 Schweiz 3366,60 3373,40 3521,45 3528,55 Spanien 2557,40 2562,65 2662,30 2607,70 Wien (altes) .... _(— Deutsch-Oesterr.. . . 6,58 6,62 6J0 7,02 Prag......... 232,75 233,25 247,75 248,25 Budapest 26,27 26,33 27,97 28,03 Buenos Aires . . . 57,65 57,85 59,40 59,60 Bulgarien — Konstantinopel ... Börsenkurse. Frankfurt Berlin l-Uhr- 1-Uhr- Schluß- Schluß- Kurs Kurs Kurs Kurs Datum: ,19.12. 22. 12. 19.12. 22.12. 5°/.Dtsch.Kriegsanl. 77,50 77,50 77,50 77,50 4',Dtsch.ReichSanl. 87,50 88,- 87.50 88,- 3*/.Dtsch. Reichsanl. 105,84 103,- 103,- 104,- 47. Preuß. Konsols 73,- 69,- 70,75 69,- Aambucg-Pakets.. . 390,- 351.- 410, - 339,75 Norddeutscher Lloyd 449, - 402, - 445, - 422 50 Eomm.u.Privatbank 315,- 290,- 310,- 295 - Darmstädter Bank . 310,- 300,- 310,- 298,- Deutfche Bank . . . 480,- 472,- 478,- 475,— Disconto-Gesellschaft 405,- 41g, — 424. - 415 — Dresdner Bank. . . 365,- 360,- 385,— 383 - Mitleid. Ereditbank. 300,- 295,— 305,- 3uO,- Rationalbank f. D. . 299, - 299,84 310,- 298,- Boch.Gußstahlwerke 765,- -,— 850,25 805,— Bud-Eisenw.-Akt.. 740,- 702,- 690,- 6j0,- D.-Luxemb. Bergw.. 730,- 715,- 740,- 720, — Gelfenkirch. Bergw.. 780,— 761,— 765, - 755, Harpener Bergbau. 1040,- 1005,- 1030,- 1126,— Obecfchl. Eisenb.-B. 620,- 635,- 575,- 650,- Ooerschles. Sisenind. 730,- 730 - 720,- 715,- Phönix-Bergb.-Akt 910,- 985,- 920,- 975,- Bad.Anilin-u. Soda 595,- 575,— 600,— 589,- Höchster Farbwerke. 570,- 551,— 584,- 559,— Allg. Elektr.-Ges. . . 682,- 660,- 665,- 657,- Felten s Guilleaume 930, - 895,- »35,- 906,- Schuckert-Werke. . . 552,- 565,- 565,- 550,50 Adlerwerke...... 589,- 545,- 600,- 556,50 Daimler 490,- 451,- 500,- 490,- 4*/. Hess. Staatsanl. 74,50 74,— -,- 76,- Glectron Griesheim €90,- 640,- 700,- 661,- Dtfche. Bereinsbank 235,- 225,— -,- -,- Marknotierungen. Datum: 1.7.14. 21.12. 23.12. Zürich Fr. 125.40 2,95 2,85 Amsterdam Fl. 59.20 1,56 1,50 Kopenhagen Kr. 88.80 3, - 2,85 Prag Kr. 117.80 Stockholm Kr. 88.80 2,40 2,25 Wien..........Kr. 117.80 3497,- London Sh. 97.80 7,37 7,65 Paris Fr. 125.40 7,12 7,- Aeuyork $ 2X80 -,57 -,55 Züricher Devisenmarkt. 22. 12. 23.12. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. = 188,50 188.- Deutschlanü 100 Mk. — 2.975 2.775 Wien 100 Kr. — O.iS 0.20 Prag 100 Kr- — 7.- 7.10 Paris 100 3t. * 41. - 40.66 London 1 £ — 21.28 21.50 Italien 100 L. = 23.20 22 70 Brüssel 100 Fr. = 39.40 3<80 Budapest 100 Kr. — 0-80 0.825 Reuhork 100 $ = 513.- 513.- Agram 100 Kr. — 2.- 135 Warschau 100 Kr. = 0,18 0,18 Märkte. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. Dez.