Mittwoch. 25. November 1921 UL Jahrgang Erstes Blatt dem .Weltmärkte nicht in den großen Abgrund . Kali. 400 Privatperson, ich leinen Cfcin- fluh habe. Maßnahmen gegen Wucher frage und führte aus: „. Die Revarattonskommission kam ausschtieh- lich nach ‘Berlin, um die Sicherheiten für bu Goldzahlungen vorn Januar und .^cbrjar fett- Der Reichskanzler über das I-inanzproblem. Berlin. 22 Rov. (Wolff / 3m öteuer- ausfchust des Reichstages beridite-e heute der Reichskanzler äder die Reparattvns- wäri« zu drehen. E« steht fest, dast in der Hauptsache vier gehören in den landwirtschaftlichen Betrieben ertragssteigernd »usammengewirkt haben: 1. vermehrte Düngung mit mineralischen Düngemitteln. 3. intensivere Bodenbearbeitung, Vertiefung der Ackerkrume. 3. verbesserte», hochgezüchtetes Saatgut, 4. sorgfältige Pflege der Saaten, Hackkultur mit Maschinen und Handbacke. ausgehend t>cn den Ziickerrüben-Wirischaften Ts steht aber weiter fest, dast diese vier Fak- tcrcn im gröberen Umfange nur in den ©rohbetrieben Aur Anwendung gelangt sind, während die bäuerlichen Betriebe, die bekanntlich rund drei Viertel der ganzen landwirtschaftlich genutzten Fläche de» Deutschen Reiche« in Driitz haben. flröbtenteU« in altväterlichen Betriebsweisen stecken geblieben sind. Für den ersten Punkt läbt, sich da- zahlenmäst ig beweisen: Vach den Berechnungen von Prof Dr M Avis mann verhauchte die deutsche Landwirtschaft im Jahre 1909 1,3 Millionen Tonnen Vuperpbosvhat, 1,3 e , Thomasmehl, E 2.0 " . Kalisalze. 0,478 . • Sb es lp.ttr. 0,300 . , schwefels Ammoniak CTn diesen Düngemitteln sind schätzungsweise enthalten: 420 Millionen kg Pbosphorsäure, in einer Plenarftnung M Reichstags. Die Regierung habe auch die Koeditaktion nach zwei Setten gefordert: nämlich durch die Beveitwilligkeit, gewisse Bürgschaften zu übernehmen und durch die Sondierung des Geldmarktes bezüglich eines langfristigen Kredites. Die Kreditfrage sei verknüpft mit dem Ausgange der Washingtoner Konferenz. gen Rach Crnfornuittonen des Blattes lost ein Umbau de r bestehenden Prei « prU » fungskommiffionen beabsichtigt sein, Vie tollen durch Institutionen ab^dblt werden, ir denen den Konsumenten eine stadere Mitwtr^un^ gesichert wird cttar umfassende lanb- wirksttaMiche Kulturfläche Deutschla td« frrteilt, so entfallen aut da» Hektar rund 13 kg Pbosphorsäure. 12 5 kg Kali und 4.2 kg Stickstoff. Bei Preisen (in Gvldmark) von 0.3 Mark für 1 kg Pdosphorläure, 0.2 Mark für 1 kg Kali und 1,50 Mark für 1 kg Stickstoff ergibt sich somit ein Aufwand von 12.70 Mark für Handelsdünger je 1 Hektar im Durchschnitt der ganzen landwirtschaftlich genutzten Fläche. Da aber in intensiv betriebenen Wirtschaften der Auswand für diese Düngemittel 40—60 Mark je Hektar beträgt, so darf gefolgert werden, bah bisher kaum ein Viertel der deutschen Kultursläche ausreichend mit Handelsdünger bedacht worden Ist Bezüglich des zweiten Punktes lehrt die Betriebsstatistik von 1382, 1895 und 1907. bah Damoi- und Motvrpflüge fast ausschließlich in ®rohbetricbcn Verwendung finden, und auherbem [legt eS auf der Hand, bah die Kräfte eines Kuhgcsvannes nicht auSreichen, um den Boden so tief zu bearbeiten, wie es für intensive Kultur nötig ist Wollte man z. B. die Höchstgaben an Hatchelsbünger wie Ne im intensiven ®rohbetrieb üblich sind auf kleinbäuerliche Aecker streuen, die entsprechend der Zugkraft eines KuhgespannS wenig mehr al-Z bandtief bearbeitet sind. Io wurde Lagerfrucht die Folge sein _ Für Punkt 3 und 4 fehlen statistische Grabungen, aber es Ist jedem Landwirt bekannt, bah hochgezüchtetes Saatgut sch^n seines hoben Preises wegen nur langsam in bäuerlichen Wirtschaften Eingang findet, und dasselbe ist bezüglich der Hackkultur der Fall. Der Zuckerrübenbau liegt fast ausschliedlich in den Händen der Groh- Devisenersparung — Devisenbeschaffung. Don Pros. Dr. Dvrnemnnn. Dad-Dauheim. Die immer zwingender werdende Rotwen- diakrit bas deutsche Volk aus eigener Schotte zu ernähren, und die Anforderungen, die auch an ÖU Landwirtschaft bezüglich der Mithilfe hei Beschaffung der Repa rat ionsmilliarden her- a«treten, haben die Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen die deutsche Landwirtschaft in der Lage sei. nicht nur bas ganze Volk ausreichend zu ernähren. sondern darüber hinaus noch Produkte für die Ausfuhr zur Verfügung zu stellen, erneut in den Vordergrund der Tageserörterungen geruckt. Bildet man au« den Zahlen der Trntestatistik des Deutschen Reiche» für die Jahre ItoO btf 1914. und zwar aus den Zahlen der Hettar- erträge der vier Hauptgetreidearlen und der Kartoffeln, fünfjährige Durchschnittswerte so gleichen sich die auf den Einflüssen der Cwpre«- »tttening beruhenden Ertragsschwankunaen aus. und es zeigt sich, bah während dieser 35 Jahre die deutsche Ernte in jedem Jahrfünft um etwas mehr als 1 Doppelzentner (betreibe und 10 Doppelzentner Kartoffeln je Hektar gestiegen ist. Seht man diese Zahlen in Beziehung zu denen der Be- völkerungsstatistik. so zeigt sich, dah dte Rad- rungsmittelerzeugung in dem üenannten Zeitraum stärker gestiegen ist als die Volkszahl, und unter der Voraussetzung, bah beide Kurven gleichmähig weiter verlausen würden, lieh s'ch der Zeitpunkt errechnen, an welchem die RaHrung«- mittelmeugunn so weit gestiegen sein würde, dah die ReichSbevölkeriing au» deutschem Boden Hätte ettiäbrt werden können. Die Rot der Zeit und der unerbittliche Druck der Siegerstaaten lassen es aber nur als einen recht schwachen Trost erscheinen, wenn erst im Derlaufe etlicher Jahre für die deutsche Volksernährung auf Unabhängigkeit vom Auslande würde gehofft werden können. Somit drängt sich die Frage auf. ob mit Sicherheit auf eine wesentliche Steigerung unterer DurchschgittSernten schon für 1922 und die nächstfolgenden Jahre gerechnet werden darf. Auch diese Frage kann gottlob bejaht werden, freilich aber nur unter dcr Vorau»>ehung. bah alle« geschieht, um da» Rab ber Entwicklung entsprechend schnell vorbetriebe und ebenso werden im allgemeinen nur in diesen auch die übrigen Kulturen durch Hacken mit Maschine ober Hanb gepflegt. Infolge biefer Tatsachen ist ber durchschnittliche Ernteertrag in Cörohbetrteben lehr viel höher als ber Reichsdurchschnitt, woraus geschloffen werben darf, bah bei DurchtchnUtsertrag ber bäuerlichen Betriebe unter bem RelchSdurchschmtt liegen muh (Tur für einzelne, besonder« fortschrittliche Ortschaften ober Landstriche mag bleie bedauerliche Tatsache nicht zutreffen — sehr zum Ruhme ber dort ansässigen, strebsamen Landbevölkerung.) Durch Hebung ber bäuerlichen Erträge muh somit ber Reichsburchichnittsertrag nachhaltig und in höherem Mähe zum Steigen gebracht werben, al« es in ber Zeit von 1880—1914 ber Fall war. weil währenb dieser Zeit nur ein Viertel der Reichsfläche an der Steigerung der des Wettrüsten» htneinrutschten. Weiter erklärte ber Reichskanzler, bah er aber der Krebitaklion auf lange Sicht mit gewisser Zuversicht entgegen- sehe Falls in Washington eine Klärung möglich ei, sei die Regierung bereit, auch einen Mittelweg zu gehen zwischen langfristigen unb kurzfristigen Krediten. In Frage komme, bah die Industrie vielleicht unter gleichzeitiger Forderung ber Ätc- bitaftlon auf lange Sicht einen Vorschuh erhallen könne, ber zur Abdeckung der Januar- und Ze- bruarverpfllchtungen herangezogea werden konnte. Der Reichskanzler rechtfertigte es. bah die Regierung in ber Vergangenheit einen kurzfristigen Kredit von 270 Millionen ausgenommen habe. Gerade diese Aktion habe die Erkenntnis der weltwirtschafllichen Folgen vertieft. Für die Zukunft sei dieser Weg der kurzfristigen Kredite nach der elngetre- tenen groben Katastrophe für die deutsche Mark jeht nicht mehr möglich Wenn wir Kredit zur Zahlung ber Januar- unb Februarrat en, fall» fic In Gvlb gezahlt werben mübten, mit einer RückzahlungSsrist von nur zwei bt» drei Monaten aufnehmen mühten, wäre daS für unsere Wärung absolut ruinös Die Erkenntnis, bah ein solcher Kredit nicht» bedeute, sondern Im Gegenteil nur Ruin schasse, sei auch bei der Repa- ratlonSkommisston vorherrschend Der RelchSkanz- ler erklärte, er sehe den Entscheidungen und Besprechungen mit grösster Spannung entgegen, unb er wolle die Kreditaktion mit der Industrie gemeinschaftlich führen. Er sei nicht in der Lage, daS Problem der Kreditaktion mit den übrigen sprachen em Stickstoff hunger; unb endlich ist es eine traurige, aber unbestreitbare Tatsache, bah die Stickstossdünaung ber Wiesen unb Werben in Deutschland bisher ganz allgemein vernachlässigt worden ist. Würde man also alle deutschen Aecker. Wiesen unb Weiden mit einer Mindeststickstoffdüngung versehen, die 20 Kilogramm Stickstoff pro Hektar betragen dürste, so würde eine so hohe Steigerung der Ernteerträge erzielt werden, bah — unter der Voraussetzung einer einigermafjen günstigen Iah- reSwitterung — kaum noch ein Import von Getreide oder Futtermitteln notwendig fein würde. Indem endlich auch die rückständigen Betriebe in diesem Windestumsange sich zu denjenigen Werbekvsten herbeilassen, welche im intensiven Grohbetrieb unb in der fortschrittlichen Bauernwirtschaft so gewaltige Mehrerträge er- .'inMgee ovo änjetat« für bie IdiK»nummrr Mt jum T.iKbm ttag vorher o' nejrbe ■üerbint'lidjhett. Srctt tür I mm höbe für njeigene 34 mm Srrlt« iribd) SS Vf. autttärtl 65 ps. für «alL Aern,»rea,-Lnjchiu>se: strd.eSchristleÜnnatl2,' für Druckerei. Der lag nnb iseichas'-stelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger ckietzeL. poßsche-ttonlo: $r«tflnrt n. kN. I lb»4. Berlin, 22 Rov. (Wolff) Im ©teuerau«- schuh kam Dr Hertz auf die Londoner Reife von Stinnes zu sprechen, bie er ein sehr gefährliches Beginnen nannte, benn StinneS fei der Vater der die Ärd>ltaltion erschwer enden Bedingungen, und er habe die Kreditattion dadurch vereitelt. Dr Spahn glaubt nicht, bah untere Schwierigkeiten so grob wären, bah wir schon jetzt unsere Leistung-Unfähigkeit eröären mübten. Der Reichskanzler warnte davor, die Katastrophe von heute auf morgen anzukün- bigen In allen Privatgesprächen mit Mitgliebern der Reparationskommission sei die Ansicht von der Prosperität der deutschen Wirtschaft und der deut- tchen Industrie zutage getreten Sin Mitglied der ReparationSkommisfion erklärte, es müsse für die deut!che Industrie ein Leichte« sein, durch ihre Guthaben im Auslande ben fraglichen Betrag von 500 bi« 600 Millionen Mark sofort zu entrichten Der Kanzler wieS demgegenüber auf die Schwierigkeiten hin. diele Guthaben festzustelllen. Er habe angeregt, bah bie Industrie durch eine freiwillige Tat ihren Kredit zur Verfügung stellt. Rur ein solches deutlich sichtbare» Opfer könne nach feiner Auffassung auch zur Seruhiqunq der innerpolitischen Lage beitragen Die Reife Stm- nes nach London fei die Reife einer Prioatl auf die die Reich»regierung natürfic da» Herr schende politische System aufzurufen. Die Konferenz deschloh, mit ben sozialbernokratischen Parteien unb bem Allgemeinen Deutschen Gewerklchaltsbund in Verbindung zu treten Ferner sollen die Berliner Betriebsräte zu einer Konferenz jufammenberufen werden, in der von der Delegation beantragt werben soll, einen allgemeinen deutschen Be- triedsrätekongreb oder einen Kongreh von Bel riebsvertretungen aus dem ganzen Reiche und sämllicher Arbeiterparteien unb Geweak chaften in kürzester Frist nach Berlin einzuberusen. Die Plünderungen. B e r l i n, 22. Rov. (Privatkelegr.) Heute vormittag kam eS nach der „Deutschen Allgemeinen Zeituna" zu Plünderungen in Berlin-Weiszensee. Sine Gromchläch- terei wurde vollständig auSgeraubt. Vierzig Plünderer wurden von der Polizei verhaftet. B e r l t n, 22. Rov. (WTB.) Infolge der polizeilichen SicherheitSmatznahmen kam eS heute nurvereinzeltzuPlünderun- gen. Die Demonstrationszüge der Erwerbslosen am Wörcherplatz, vor dem Rathause in Reukülln und auf dem Wege nach Weihensee wurden zerstreut. In einer Bäckerei in Weihensee erzwangen die Demonstranten die AuS- licserung der Backwaren; eine andere Bäckerei wurde allSgeplündert. Erträge Hauptsächlich beteiligt war. Eine solche auf bie ganze Fläche ber bäuerlichen unb berjentgen ® robbet riebe, ble bisher nicht zur Erntesteigerung beigetragen haben, totr- fenbe Mabnahme ist nun sehr wohl benfbar. Au« ben oben mitgctetlten Zahlen, betreffend den Verbrauch von Handelsdünger, erhellt, bah sich ber Stickstoff al« Pslanzennährstofs überall im Minimum befindet. ES muh sich also allein schon durch eine allgemeine Stickstoffzufuhr eine grobe Gintefteigcrung erzielen lassen (Ton einer Reihe, mu yxm ^uuu^ wi wuivuw».«» ~ anderer.sehr aussichtsreicher Mastnahmen sei bie? Ls handle sich darum, dast die freien Gel^tr auf gar nicht gesprochen!) Mit diesen Berechnungen K" *** auf statistischer Grundlage stimmen die Beobachtungen in der PrariS durchaus überein. Ueberall in Deutschland sind in Dorffluren solche Kartoffel- und Getreidefelder, die reichlich mit Stickstoff ernährt wurden, sehr selten zu finden: die weitaus meisten Saaten leiben unter ausge- Berlin. 23 Rov. (Priv -Tel.) Wie bas Berl. TagcbL“ mit teilt, wurde gestern sowohl ün ReichStoirtschaftsministerium wie auch tn ber Reichskanzlei bie durch bte Teuerung und die Plünderungen von De- schästsläden in Bersin entstandene Lage bdbro- dynx An ben Beratungen nahmen der Rei chs- tangier, ter Rrichsminttter be« Innern Dr Köster, be- Reichswirtschaftsmmste Sch-1 >t u b der R ri^siust 'zmi i e Radb.mch 111 To i b o preußischen Staatsmimstern waren erichyi»IungOT M yanuar I a'irb. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen t)md und Verlag: Vrübl'fche Univ.-Vuch- unb blelnbruckerei H. Lange. 8chriftiettung, -eschäftrstelle und Vruckerei: 5chulstrahe >■ Das deutsche Qperngastspiel in Madrid. Madrid. 22. Dov. (WTB.) Das deutsche Operngastspiel wurde mit dem »Parfi - Da (“ vor gutbesetztem Hause In Anwesenheit des Hofe» eröffnet Aus dem Reiche. Der Mörder Er .bergers? Dresden, 22. Dov. (Wolfs.) In der vergangenen Dacht stellte sich ein Mann frei- wlllig der Polizei, welcher behauptet, mit dem Mörder ErzbergerS, Tillessen, identisch zu sein. Der Mann hatte keinerlei Papiere bei sich. Leine Angaben müssen mit großer Vorsicht ausgenommen und geprüft werden. Li lehnt die Beantwortung gewisser, für seine Identifizierung außerordentlich wichtiger Fragen ab. Leine GesichtSzüge weisen eine gewisse Ähnlichkeit mit der Pho- wgraphie TillessenS auf. Auch stimmt die Tatsache mit der Personalbeschreibung überein, daß sich quer über den Dasenrücken eine Darbe zieht. 6freit der Karlo ffelgroßhändler in Pommern. Berlin, 23. Dod. Der „Lokalanz." meldet aus Stettin: Die Drohung der Kartoffel- großhandelSverbünde. bei Fortdauer der Beschlagnahme und der Einleitung von Strafverfahren gegen den legitimen Kar- toffelarvbhandel die Verladung von Kartoffeln einzustellen, ist heute zur Durchführung gekommen. Seit gestern sind fast in ganz Pommern keine Kartoffeln mehr verladen worden. 42prozentig« Gehaltserhöhung der Essener Großhandelsangestellten. Berlin, 23. Dov. Dach dem .Lokalanz." führten die Verhandlungen zwischen dem Stüdte- derbanü und den Organisationen der technischen und kaufmännischen Vrohhandelsanaestellten zu einem Uebereinkommen, wonach die Gehälter um 4 2 Prozent erhöht werden. DaS Hausstands eld und die Kinderzulagen werden um je 200 Mk. monatlich erhöht. Der Maiu-Donaukanal. München, 22. Dov. (WTB.) Wie im Staatshaushaltsausschuh des Landtags mitgeteilt wurde, erfolgt am nächsten Montag die Gründung der Aktiengesellschaft Main-Donau-Stromverband. Das Deich soll daran mit 45 Prozent, Bayern mit 35 Prozent des Aktienkapitals beteiligt sein. Ausgegeben werden voraussichtlich 600 Millionen in Stamm-, und 600 Millionen in Vorzugsaktien, sowie 300 Millionen Mark in Obligationen. ES ist mit einer recht lebhaften Beteiligung der interessierten Körperschaften zu rechnen. mg Hoffnung auf eine wirkliche Wiederherstellung öucojxiß. Der .Star" schreibt, die Forderung FranlceichS, daß die Tonnage seiner Schlachtschifflotte Der japanischen gleich sein sollte, wird, wenn Frankreich daraus bestehen sollte, vielleicht die Abrüstung zur See verhindern. da jedes He6ercinfommen zwischen den drei Haupt- seemächten davon abhängig sei. daß Frankreich und Italien sich verpflichten, ihre Nottenstreil- kräste herabzusetzen. Frankreichs Fvrdsung. eine der japanischen ebenbürtige Kvtte zu haben, sei nicht gerechtfertigt französische flottensorderunq. Deuhvrk,22. Dov. (WB ) Funk^pruch Wie die »Dew (gort TimrS" aus Washington meldet stellte B r i a n d daS Ersuchen an den Bewasi» nungSausschuh, Frankreich zu gestatten, den Tonnengehalt seiner Fwtte auf dieselbe Höhe zu setzen, wie den der Oafriner. Eine solche svcmzösische Flottenstärke überrasche einigermaßen. ES Heide, daß Besprechungen zwischen Hughes, Balfour und Kato deswegen begonnen hätten. Die Forderung Japans. Lkeuhork, 22. Dov. (WTB.) Funkspruch »Deuhork World" wird aus Washington gemeldet, Japan habe zu verstehen gegeben, daß es n i e - malS darin einwilligen werde, sich mit den von England und Amerika ihm zuaestandenen 60 Prozent der Haupttypen von Schiffen zu begnügen. Es habe mitgetellt, es müsse 70 Prozent haben. SS denke, daß ihm sogar 75 Prozent zu kommen. (Sine Armee farbiger Truppen in frankreich k P a r iS, 22. Dov. (WTB.) Der „Peuple" verlangt von der Regierung Auskunft über die ihm von vertrauenswürdiger Quelle zugegangene Dachrickt, derzufolge das Kriegsministerium zur <|ett im geheimen die Aufstellung einer großen Armee farbiger Truppen vordereIte, die fast vollständig in Frankreich untergebracht werden soll. Paris, 23. Dov. (HavaS.) Zu der Dachricht, daß insgeheim Vorbereitungen getroffen würden, um in Frankreick eine farbige Armee aufzustellen, bemerkt die HavaS- agentur, in dieser Angelegenheit gebe eS kein Geheimnis. Der Gesetzentwurfüber den Ersatz der Armee besagt tatsächlich, daß die Einschränkung der Dienstzeit nur möglich sei, wenn einerseits die Verminderung der Bestände ausgeglichen werde durch die Einstellung einer genügenden Zahl von Männern, die über die gesetzliche Zeit hinaus dienen und andererseits durch die Einstellung von schwarzen Truppen. Es habe sich schon jetzt als notwendig heraus- aestellt, nfit der Organisation dieser Eingeborenentruppen zu beginnen, indem die in Frankreich befindlichen Bestände vermehrt würden. Vom britischen Kabinett. London, 23. Dov. (WTB.- Dach Blätter- meldungen hielt das britische Kabinett gestern nachmittag eine wichtige Sitzung ab. und zwar über auswärtige Angelegen he 11 en Die Erörterung betraf hauptsächlich die letzte französische Dote zum Angora-Bertrage. Man erwartet, der ,.S schuß nahm daS Angebot derdeutschenDegierung, aus Rechnung der Kriegsentschädigung an Serbien Eisenbahnmaterial zu liefern, zur Kenntnis. D u sLland verpflichtet sich, auf Re parationSkvnto 100 Schnellzugslokomotiven, 200 Perionenzugslo ko Motiven, 100 DüterzugS- und 50 schmalspurige Lokomotiven sowie 4000 Güterwagen und 2000 Personenwagen zu liefern, und zwar, ein Drittel bis März 1922 und den Rest in den Monaten Mai und Juni. Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Dov. 1921. Eine Weihuachtsbitte aus Avignon. Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Ortsgruppe Gießen erhielt dieser Tage auS Avignon folgenden Brief: »Liebe Kameraden! Heute gelangten wir in den Besitz Eures lieben Schreibens vom 9. Do- vember und beeilen wir uns, Such bestens zu danken. Mit Freude erinnern wir uns Eurer vorjährigen Spende und danken wir Euch für Eure edle Anteilnahme, die Ihr uns bisher entgegengebracht habt, und die Ihr uns auch am kommenden Weihnachtsfeste durch hllfsbereite Unter» flüjurtg zu beweisen bereit seid. Euerer Dille nachkommend teilen wir Euch mit, daß wir am Feste noch 53 Mann sind. Es würde uns große Freude bereiten, könntet Ihr unS Strümpfe und Taschentücher zukvmmen lassen. Schon jetzt ist es hier sehr kalt, und viele Leute haben starken Schnupfen, aber keine Taschentücher. Beides waren gute Mittel gegen ein weiteres Umsichgreifen tem Erkältungen. Debenbei möchten wir noch erwähnen, daß uns Rauchwaren, gleich welcher Art. stets sehr willkommen sind. Wir batten alle gehofft. Weihnachten, das Fest Der Freude, im Kreise unserer Lieben feiern zu können, neigen aber jetzt zu der Annahme, daß, falls wirklich eine Begnadigung bis zum Feste erfolgen sollte, sich diese nur auf ein ganz kleines Häuflein vdn uns erstrecken wird, so daß wohl die Mehrzahl unserer Kameraden noch länger hier ausharren muß. Wir werden jedoch den Mut nicht sinken lassen: denn wir wissen, daß in der geliebten Heimat treue Herzen, vor allem die der ehemaligen Leidensgefährten für uns schlagen und mit unS fühlen. Euch [lebe Kameraden nochmals für Eure Zellen bestens dankend sind wir mit treudeutschen Grüßen und kameradschaftlichem Händedruck Euer Hllssaus- schuh der deutschen Kriegsgefangenen deS Depot Special des P. G. d'Avignon." Die Ortsgruppe Gießen der Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener Oberhessens beabsichtigt auch in Viesern Jahre eine Sammlung zu veranstalten und bittet deshalb alle herAichst, zur WechnachtSzett der gefangenen Kameraden zu gedenken. Gaben werden von den Kameraden GraveliuS, Moltkeftraße, Referendar Groß, Bleichstraße 37, unb Fritz Dunkel, SelterSweg 60, entgegengenommen. • •• Amtliche Prrfonalnachrich- ten. In den Ruhestand versetzt wurde am 16. Dovember der Lehrer an der Volksschule zu Darmstadt Wolf Sondheimer auf sein Dachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staat geleisteten Dienste vom 16. Dovember 1921 ab. ** DaS Hilfswerk unserer deutschen Stammes verwandten und Freunde in Amerika zugunsten der notleidenden Bevölkerung Deutschlands hat durch das Zentralkomitee für Linderung der Dot in Deutschland und Deutschösterretch (Eentral Relief Eomittee) schon viel Elend gelindert und ungezählte Herzen zu Dank verpflichtet. Neuerdings sind in Gießen durch Vermittlung deS Deutschen Roten Kreuzes als amerikanische LiebeSspen- den zwei Kisten Trockengemüse an das Wirtschaftsamt der Etüden tenvertretung verteilt worden. ** Die Erhöhung der Postta- rife, über die wir kürzlich an dieser Stelle berichteten, ist, worauf wir zur Vermeidung von Irrtümern Hinweisen möchten, vorläufig nur geplant und wird voraussichtlich erst am 1. Januar des kommenden Jahres eintreten. **DerDerbandevangeIisch-kirch- l ich er Frauenvereine in Hessen hielt seine erste, sehr gut besuchte Frauenkonferenz in diesem Winter im Demeindesaal der IvbanneS- gemeinde in Darmstadt ab. Pfarrer Schneider- Offenbach referierte über: »Was können die evangelischen Frauen und Frauenvereine für ihre Kirche tun?" In feinen Ausführungen ging er davon aus. daß von jeher die Frauen an dem Aufbau der Kirche stark beteiligt waren. Auch heute fällt der Frau diese Aufgabe unvermindert zu. Sie kann ihr in erster Linie durch ihre Aufgabe in Haus und Familie gerecht werden. Aber auch, indem sich die Frau in Gesinnungsgemein- schaften, Frauenvereinen, organisiert, kann sie großen Einfluß zur Stärkung der Kirche gewinnen. An diese Ausführungen schloß sich eine rege Aussprache an, in der auf Mittel und Wege aufmerksam gemacht wurde, die dazu dienen, an die einzelnen Glieder der Kirche zu gelangen. • Wettervoraussage für Donnerstag: Dunstig und wollig, meist trocken, kühl, südliche Winde. Die Wetterlage hat sich nicht verändert. e Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch Stadttheater, SV, Uhr: »Der Barbier voi Bagdad". — Astoria-Lichtsviele, heute »LadyDodiva. Kreis Büdingen. )( Orten berg, 21. Dod. Gestern nachmittag Janb in erbebender Feier die Enthüllung der in unserer Kirche aufgestellten Gedenk- tafelsürdieGefallenen QrtenbergS statt. Sämtliche Vereine nahmen mit ihren Faynen an der Feier teil, die hiesige und auswärtige Gemeinden wa en so zahlreich vertreten, daß unsere große Kirche kaum die Besucher fassen konnte. Die Frier wurde mit Gemeindegesang, Schriftworten und einem Ehor des KtrHeogesangvereinS cingrieitet Dach einer Ansprache des Ortsgeist- lichcn folgte der eigentliche Enthüllungsakt, die Fahnenträger traten neben den Altar, während die Fahnen sich senkten, fiel unter passenden Ilebergabeworten die Hülle Dach dem wundervoll sich anfüqenben „Morgenrot" des Gesangvereins Frohsinn, einem Gedicht, trorg.tragen von Dg. Hllß und einem Schülerchor, erhob sich die ganze Gemeinde, die Glocken fingen an zu läuten, die Fahnen legten sich trauernd auf den Boden und die Damen der Gefallenen, wie sie auf der Tafel flehen, wurden feierlich verlesen, wie ein Ablchiedög"uß crilang I'etre von der Empore des Ceangve-eins herab »Ich hott' einen Kameraden". Schluß der Feier bildeten noch zwei weitere Gedichte Dorgetragen von Maria Gu lke und Fritz M e u e r, und ein Schülerchor. Die für die Kriegsstiftung der hessischen Lmd-S7rche, für die Tafel und die ki.chlichen CBemne in den beiden Totensonntagsfeiern erhobenen Kollekten ergaben 690 Mk. Dach der Feier besichtigte die Gemeinde das von dem Kunstmaler Delle in Diederramstadt unter Beratung durch den Denkmalpfleger geschaffene Kunstwerk, und es herrschte bei allen nur eine Stimme der Anerkennung über die gelungene Ausführung. Die Tafel ergebt sich auf einem Sockel in 5 Meter Höhe und 1.80 Meter Breite und enthält die Damen von 28 Gefallenen und 2 Vermißten. Die Tafel ist umrahmt von einem prachtvoll aus Hol- geschnitzten breiten Lvrbeerrahmen und wird gekrönt von einem ebenfalls ins Hol- geschämten Sturmhelm mit Lov» beerzweig. Zi emern Krruz und Sicheukranz. Di» Kosten, etwa 7003 Mk.. wurden durch eine freiwillige Sammlung ausgebracht. Kreis Friedberg. bzl. Friedberg. 22. Dov. Bekämpfung der Wanderlager. Die Handelskammer Friedberg hat beschlossen, die Qfngdegen- beit der Wanderlager in der nächsten Sitzung Der hessischen Handelskammern vorzubringen, um gemeinsam gegen diese Art des Handels, der rur die seßhaften Händler in hohem Maße schädigend wirkt, vvrzugehen. ohz. Dorn-Affenheim, 21. Dov. 3n der Wohnung erstickt. Der Landwirt Johann Ochs wurde in seiner Frankfurter Wohnung erstickt aufaefunden. Er hatte abends fiir seine Jagdhunde Futter gekocht und war darüber eingeschlasen. Durch die dem Topf entsteigenden Dünste fand der Mann den Erstickungstod. Starkenburg und Rheinhessen. W. Herrn» heim, 22 'Dov. Zu einer Me l ser st echerei. mb.« eine Streitsache aus- artete, kam es unter sich hier auf ballenden Zigeunern. Bei der wüslen Rauserei wurde einer der braunen Gesellen durch Messerstiche w schwer verletzt, daß eine lleberfübrung ins städtische Krankenhaus in Worms notwendig war. An dem Auskommen des Schwerverletzten wird gezweifelt. Die Polizei ist am Tatort emge troff en und hat bereits ‘Serbaftaugen Dorgenmnmcn. wzt. Wor mS, 21.Dov. Der Polizeihund. Kürzlich wurden einem LandwiN In Herrnsheim zur Nachtzeit aus einem verschlossenen Stall vier Gänse gestohlen, die sofort abaeschlachtet und deren Köpfe am Tatort zurückgelassen wurden. Der Bestohlene veranlaßte am folgenden Morgen, daß der Polizeihund eines hiesigen Polizeiwachtmeisters auf die Spur gesetzt wurde. Der Hund verfolgte die Spur etwa 2000 Meter wett, der Dahn entlang nach einem Feldweg, wo zwei Wohnwagen einer HerrnSheimer Ka- russellbesiyerSfamllie stehen. Hier machte der Polizeihund Halt und verbellte die Stelle. Daraufhin wurde eine Durchsuchung der 'Wagen vorgenommen, bei der -war nicht die Gänse, dagegen aber mehrere ZenMer Weißkraut sich vorfanden, bezüglich dessen Erwerbs die Frau nach langem Leugnen zugab, daß eS gestohlen fei. Den Gänfeotebstahl leugnet fie noch weiter, ihr 14jähriger Sohn hingegen gab an, seine Mutter habe diesen Diebstahl ausgeführt. Die Frau wurde durch die Gendarmerie vorläufig festgenommen. hlz. Worms, 22. Dov. Si edlungs-. bauten. Die gemetnnütziae Daugcnosfen- fchaft WormS hat In der Dahe des Rheines ein größeres Gelände erworben, wo etwa 25 bis 30 Eigenheime mit größerem Garten-- aelande erstellt werden sollen. Die Häuser sollen in der Zeit von Juli bis Llugust nächsten Jahres beziehbar werden. ofz. Offenbach, 21. Dod. Gestern abend verübten im Großen Biergrunb junge Leute allerhand 11 n f u a , indem sie Passanten belästigten und deraleichen mehr. Als ein hinzugekommener Polizeibeamter in Zivil einen der Hauptbeteiltgten zurechtwies und ihn zur Feststellung der Personalien mit zur Polizeiwache nehmen wollte wurde ihm D 1 - der st and entgegengesetzt. Schließlich schlug der Bctteffenoe dem Beamten einen schweren Krug auf den Kopf, so daß der Beamte eine Kopfverletzung davontrua und bewußtlos liegen blieb. Dachdem er sich wieder etwas erholt hatte, ließ er sich auf der SanitätSwache verbinden. Seine Verletzungen sind zum Glück nicht ernsthafter Datur. Der Täter wurde nachträglich durch andere Beamten festgenommen. Kreis Wetzlar. ♦ Wißmar, 22. Dov. Am vergangen« Samstag hielt vor zablreicher Hörerschaft die Liga zum Schutze 6er deutschen Kultur einen Vortrag über »Die falsb« Rechnung". Der Redner Herr Heins Wendel führte au», wie bw Sntcntdänber nicht nur Deutschland» Weltwirtschaft vernichteten und es dem wirtschaftlichen Ruin enlgegenführen. sondern wie sie sich durch das Versailler 5)tf;at und bas Londoner Wkommen selbst die schwersten wirtscchtftttchen Schläge bereiten Er zeigte an Beispielen, wie Englands und Amerikas Hof'nungen nich, in Erfüllung gehen, wie ihre aufaerteilten Rechnui^en sich als falsch erweisen, wie sie nicht reicher, sondern ärmer werden lind Deutschland g-'hi ^dem endgültigen Ruin entgegen. Die Kaufkraft unterer 'Itlavt ist geschwunden Um das Leben zu fristen, verkauft es seine Fabriken, seine Industrie. ES lebt vorn Ausverkauf Darum: 1. Weg mit bem Londoner Abkommen. 2 Weg mit dem Ber» fallier Diktat Reicher Beifall lohnte die treffenden und fachlichen Ausfübrungen. Giehener Stadltheater. Gießen, 23. Dovember. „Der Detter auS DmaSda." Es war ein recht lustiger Abend gestern im 6tabttb?ater. — Uebrloens, das war voraus- juf'ben; zwei so alte, erfahrene Theaterleute wie Hermann Haller unb RideamuS willen f Satabaeb: fLalor Aagiei Kratt !n Blüsnbar.: C. ?. »«rhy-I fflWOA ■ io Blaieabaeb: W. St kill Saba, Burg.ir. 18 ■ grfunbung de« Dateriandeck Dem Zentrum auetn fei t« Mi danken, bah die Derfa'fun« noch Platz laste für da- Luswtrkcn chrilil.chen Leden« und C-eiste- und solche bartn verarlrrt feien. — Der ,weite Redner Dr Dock tu- - Mainz. 1. forschender der Hriflfchen ^entramAraria. ver:ridigte die Stdhirujruibme beA ientrum« in der Luderen PolniL Die Parier batx txn JnicwlW des Dateriandes gehandelL um es vor dem ~ ■ l 2L'.gti um die Wunlw na4) einem Behördliche Anzeigen. Bekanntmachung. 3n un|« thmheUreatfl« Wt. A wurde etn- «ttiaaen: 2m 17. Oktober 1921 bezüglich der Firma Rdvlf Montag. Spezial-Dapelcn- Und Sachen- bau« Diesten- Die Prokura bet »betrau Lola Monlag geb Uütke ist erlolchen __ Am 5 Rovember 1921 die Firma Wilh'lm Ritfchkvwskl. Diesten Snbaber ist der Duch- bnideieibdiber Wilhelm RilfchkowsN in Diesten Angegeben« Drichältszweigr Duchdiuckerei Dem Die Wahlbewegung. Siesten. 23. November. • 3entrum«parteL 3n ber gestrigen Wahlversammlung wandte sich die QanbtagAahge- ordnete grau Pros. Hattemer-Darmftabt zunächst an die grauen Ihnen fei da« längst er- stcedte Frauen Wahlrecht gewährt, fie mühten bc- weifen, bah fie dessen würdig und den Zeltanfor- betunacn gewachsen seien. Die Frau sei vor Dvtt und Gewissen für ihre Stellungnahme in d« Polilik verantwortlich Da« Zentrum trete wie keine andere Partei ein für die Erhaltung bei christlichen Schule und Familie, es trete ein für die Witwen- und Waise nfütto ege, Hilfe für die wirtschasllich Schwachen und Kinder, gegen Schund in Kino und Schaubühne, für die Sbeale der christlichen grau Eingehend schilderte die 2Ub- netin die Tätigkeit der Partei im Landtag mit der Linken verbinde die Partei auch im Reichstag Vermischtes. mc Großostheim 21 Rov. Der Sonv» tagsfchülrr Otto Mü'.ler schienten« in d« Wist» Icrichen Lündholzfadrik, wer! er an ben Suhee fror, mit ben 'Deinen in d« Luit herum und geriet mit einem Fuste in bie lausend« Kreissäge, die den Just zwischen den Zehe» fast bi« zur Feri« durch!Lat, 'amt dem Schuch ^lach Anlegung eines Verbandes wurde er in« Krankenhaus nach Aschaffenburg gerächt, we ibn eine Zehe abgenommen werden muh» vorstehende Bekanntmachung bringe ich hiermit den Seit tilgten zur Äenntnis. unb ersuche ben Termin der Ablieferung (30. bs Mts.) unbebiugi einzuhaUen. Siesten, ben 22. November 1921. D« Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt.) Wnfmhr- II ’jiutr Ue lonfti.ien Bcr'icbcrun geil durch 6enerol-Hg?atnr 511mm & Giert Xelcpbon lUalltoriir. G3 wencpisfaau mc Rheinberg. 22 Roo Die bieflge Straskan.m« verurteilte einen juwaen De»«» mann au« Qtnifurt. d« von einem ytreu^c da« Sh.i'tusdUd beruiuergeriflen und btefe« dann noch mit dr* Kameraden singend und fohiend durch die ft traben getragen Hane, wegen Be- I :e.;cn au«- gestatteten Bandes bildet ein inhaltreicher 2uf- Tau Dr Zriv Adolf HünichS über .Sie »txtbe fäls^licherweise zugefchriedenen Werte". gen xum Erstaunen de« Bestohlenen allein wieder auf Dem Hose. ®r trug an einem Baude um ben Hals einen Zettel mit ber Aufschrift^ Ich. ber GÜusertch Frieder, da bin ich glücklich wieder, doch meine Kameraden sind unter bie Räuber geraten" — Ulan wird also wohl am besten tun, bie Spitzbuben unter ben .Dichtern" zu suchen fpd Franks urt a. M.. 21. Rov In einer tat Stadtteil Bornheim wvkmei den Familie wurden in ber verganaenen Rächt zwei kleine im Bett liegeich« Kinder von Ratten angefallen und durch Bille tm Des ich» und auf ber Brust erhedttch VerletzL Ruf da« Drichrei ber SQttnen wurden erst §unrlienangehörige aufmerksam, die hinzuellten unb bie gefährlichen 'Jeben zum Lobe befördern üeh. treu« 'ich der kommenden Tage mit guter Speck- und Leder- VNril aüein btt Freude betam einen schnellen »taufer Die 3-ur lUpbe hatte et an merkwur- btoet Geschmack, den man sich nicht etflaren tonnte die Wurit war nicht zu geniesten. 5he Inter l»chung ergab nun, dast die Wurst mtt Soda g worden war. Skt Derw«chi oberer ftarh en Da ter land beherrsche bas ganze Boll. Das Zentrum werde bexbem gerecht, es ,ei eine Partei veribhnenden Rusgleich» all« Stände, es werde bewerfen, dast es auf dem Vortrag ▼on MseMr NMntf in Nieder-Weiael Donnerstag, 24. Nov., a ends 8 Uhr, im „Löwen**; in Griedel Freitag, 25 November, abends 8 Uar, im „Taunus“. issiD Ljga zmnMutzs tlerdeolscIienKultur. Regen-Schirme Stöcke Offenbacher Lederwaren noch su alten billigen Preisen. Heinrich Sack, Marktstr.19 Wolfshausen, erinnerte an die immer -unehmende Empörung über bie Landbevöueruna. die doch weiter nt^stis mache, als dach sie sich nicht an ben Lchksrundenug kehre unb von früh bi« abends von der Wiece bis zum Grade arbeite, andernfalls 20 Millionen Menschen chon verhungert seien. Man zerre die Land» leute vor die Ducheroerichte, während die wirklich Schuldigen an Den traurigen Berhäll- ntffen darunter Herren, die draühen mü den Auto« h tum rasten, nicht aefaht trürten. Die demfchen Bauern hätten allein das Vaterland vor dem Untergang bewahrt, well sie vor wie nach ihre Pflicht erffüllen. Hauptgefchäftsfüh- rer F ü r sl forderte die Mitglieder auf, die L'rganlsartonSdisztplln hocbzuhalten und sich hinter die Führer zu stellen, wenn diese, wie es in letzter Zett geschehen. In hinterlistiger Weise angegriffen würden, um dadurch iln* einigfeit in die Reihen der Bauern zu fragen. Er warne auch, die der Landwirtschaft wohlgesinnten TageSzeimngen, well sie etwas teurer sein mühten, abzubestellen, denn bei den Zeitungen sei immer noch keine zehnfache Ber- teuerung festzustellen, während alles andere mehr aü zwanzigfach aufgeschlaqen fei diz. Dommelshau sen, 21.Rov. Dieser Tage ereignete sich in Wommelshausen ein Iagdunfall. der leicht schlimmere Folgen hätte haben können. Der 20fdf)riqe Jagdaufseher V. R. von dort war in seinem Revier, um Füchse zu schieben. In der Annahme, unter einem Eichbaum einen Fuchs erspäht zu haben, schob er auf diesen. 3n demselben Augenblick brach eine Frau, die mit dem Sammeln von Eicheln beschäftigt war, unter lautem Schreien zusammen. Der Schuh hatte die Frau hinters Lhr und am Arm getroffen. Be- wusttloS wurde die Bedauernswerte nach Hause getragen. ™ ■ das solide, hochwertige Seifenpulver WaSCn- schont und erhält Ihre teure Wäsche, Extrakt macht sie fein sauber (ohne Zauber!) || den -Lennen, lln erBetrilg: ng von 14QHann- schaiten — darunter auch der deutsche Lütt zusammen mit bem Rmeriumer Aon! er) — ging in Beuyork das schon lange vvrvereliete 24-fttun- den-Rennen In Szene Das Rennen brachte gleich in ber ersten Halste eine Sprengung der Spitzengruppe, bei bet auch Luu-Hanley eine Lunde verloren. Sieget blieb bie Mannschaft 22Zac La ma ra-Mac Beath. Rütt-Hanleh endeten an sechstel Stelle. Bel den Werrungs- kümpfen gewann Lütt die 18. und 22. Wertu ig Wellmeister Rüll scheint ble Rücklehr nach der Heimat noch etwa» verschoben zu haben dr beteiligt sich auch noch an bem Anfang Dezember fiatt- finbenben Deuvorker Sechstagerennen, bei welchem er mit dem Amerikaner doburn eine Mannschaft bilden wird. — Dor Beginn des LennenS siegte Lütt mit Llark als Partner in einem Mannschafts-Derfolgungsrennen gegen die ®ebr. J Spencer. _______ * CrtClm 15. Februar 1921 a) bezüglich der Firma Ludwig Kodlermann IV.. Diesten! Das De- fchäft ist auf dnuni) Kvhlcrmann in Diesten Übergebungen. bic dasselbe unter der bisherigen Fftnna unter Beifügung ihres Lametrs meuer- führt. Die chr erteil le Prokura Ist fonach erloschen. Dem Ludwig Kvhlermann IV. in Ziehen ist Prokura erteilt: b) beulglich der S'-rma Linn & Lloos. Heuchelheims Die Firma ist er» loschen. 2m 16 Rovember 1921 bezüalich der Firma Paul Koch. Diesten Die Zirma ist erioschen. Äm 18. Rovember 1921 bezüglich der Firma Lnhur Draefe 6- Do.. Diesten: Der biAterige De- scllschatter Joseph Herden ist am 1. Hanuar 1921 au« der offenen Handelsgesellfchaft ausaeschieden und diese bterburj) aufgtiöft. Das Delchast wird unter der visherigen Firma durch den seitherigen iScsellfchafter Archur Draefe wellergelu rt. Der ®b*-frau M Rruzur Draefe, Dlse geb. Wieqanb. ist Prokura erteilt 122368 Diesten, den 19. Rovember 1921. Hefsisches LmtsgerichL Holzvcrsteigerung. Donnerstag den 24. Nov«mder, oormittags lOUbr oeginnenb, sollen im Sägewerk der Firma August Schäfer in Hungen auf Neämung besten, den es an« gebt, ;irka 2» ebra fofort gebrauchsfähige, trockene, 17, 3a*ire geschnittene, 25 mm starke Lichendreiter aus Nundstämmen von 25 bis 35 cm Durchmester oeschnitte", Sstentlich, fretDtBig gegen Barzahlung versteigert werden 12216D Versteigerung bestimmt. jungen, den 20. November 1921. ‘Blori. Gerichtsvollzieher in Sich. Ebcrvcrknnf. Freitag ben 25 L TL nachmittags 3 llhr soll ein zirka 4 Zentner schwerer (Eber auf ber Bürgermeisterei im Wege schriftlichen Engebots versteigert werden. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis p diesem Zeitpunkt bei uns einzure chen. 12303D Bürgermeisterei Muschenhet». Decker. • Kein Laden 1 | | Kein Laden! i heneii'll.MeMisille,rkklliiösltze Stoffe ut bfnen-Äniöne i Mell-8oMe. AivM'tzvsell an sehr biUieen Breite». un ! Zwetschkenstiel, Asterweg 48. Wiesede, den 22 November 1921. Statt Karten L2L liefert in einwandfre ien Qualitäten billigst Astoria-Lichtspi el e Mnltatt Faita- wi Mute Filiale Gießen Plockstraße 10. Gießen, den 23. November 1921. 2288 D 12309 «l!IIIII!Il!III!IIIIII!!!I!IIIIIIIIIIII!III!I«!IIIIl!IIIIIIIIII!IIItIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIII>!II!UIIIIIl»IIlIiIlI»IIlI!l» ZWgcs Sitfhfn 12508 wird gesucht. Marktplatz 21 Ferner: 12293c \ „Die dummen Mannsleut! 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November 1921, abends 8 Uhr präzis, in der Neuen Aula der Universität mit einer öffentlichen Hauptprobe am Mittwoch, dem 23. November, abends 8 Uhr, ebendaselbst Das Lied von derGlocke Gedicht von Friedrich von Schiller komponiert von Max Bruch für Soli, Chor u.Orchester. Ausführende: Frau Maria Harifen-Barton, Cöln (Sopran) Frau Emma Schudi, Gießen (Alt) Herr Hans Harifen, Cöln (Tenor) Herr Kammersänger Ernst Everts, Cöln (Baß) Der gemischte Chor des Singerkranzes Die hiesige Reichswehrkapelle und andere geehrte Künstler. Leitung: Albert Kasten, Gießen. Eintrittskarten: I. Platz M. 10 -, 2. Platz AL 6.-. Am Montag, dem 21. November, beginnt bei Emst Chai her der freie Verkauf. Karten zur Hauptprobe M. 3.-. Gießener Hochschulgesellschaft Freitag, 25. No r, 8*»Uhr pünktlich, im großen Hörsaal der Universität Vortrag von Professor Dr. M. Brendel von der Universität Frankfurt: Der Planet Mars(( Heirat! lunger Herr, 29 Jahre, rönne., mit eia. 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Der interfraktionelle Reichstags- anslch ; für das J«i’a dal in bie en lagen dne inLabung an bic Berrreter der Der- legetütgantfationen erlatlcn. um diesen Gelegen» hdt »u geben über die Ichwere üage. in der ftch frei Zetru-igSwefen augenblicklich befindet, zu te* rtzchren Die 2ldgeordneren des 2üißk uifed waren detxlUQ i>en dem Gefühl der Bedrohung der beitfcixii Presse, die au» den steigenden virtschust- Scheu Schwierigkeiten dieser Zage erwächst durchdrungen äiru erschreckende Auswirkung dreier Rotlage zeigt die Tatsache, dal; ein öeitunge- korresponoe." in Holland mehr als 703 003 Mark für das 3abr beanspruchen muh. um überhaupt Üben *u können, zeigt der Umftanb, dah eine Berichter i iung über die Abrüstung skonlerenz Mm Wat hington für Deutschland der boten Holten rvegen nicht in Betracht kommt, dah ; schwierig. Hiermit erschöpft lich aber die Auswirkung der gegetuoartig.'n Rottage in national-politischer Hinsicht noch nicht 3n Deutschland zeigt sich Mute das gleiche Bild wie in Oesterreich das Ausland-kapital will deutsche Leitungen te die Hand bekommen Gibt es hiergegen noch eine Abwehr, wenn die Rotlage der Zeitungen chronisch geworden sein wird? (Ze schwerer der deutschen Presse da» Durch- kommen gemacht wird, desto weniger wird sie in der Vdflc fein, ihre kulturellen Aufgaben zu pflegen und die Sigenarten der bcutldxn Stämme in sich weiter zu tragen. Die mühte notwendigerweif» i>erflachen und würde immer mehr genötigt sein, ihr Gesicht nach den billigsten und uniform- Men Zügen zuzuschneiden und damit den L ha ratter der ganzen Struktur des deutschen Dolles zu verwischen. Der Sinfluh einer Presse, die dieser Schematisierung ausgelieferi wäre, ist in ihrer Gefühl süi das kulturelle Dasein eines Dolles sattsam bekannt. Man braucht nur auf den Rorth- cltfsc-Äonzern verweisen, der In Amerika ebenso gut wie in Paris seine Ableger besitzt und von dem es heißt dah es ihm auf dem Wege Über die letztgenannte Stadt bereits gelungen ist, sich in Deutschland fesizufeyen. Ss ist noch in frischer Erinnerung. dah der Reichstag und der zuständige ReichStagSausschuh zweimal beschlossen haben, die Regierung zu er- fuchei- da» Z e i t u n g - d r u cl p a p i e r zu einem ermäßigten Frachtsatz durch Derseyung in die Gütertariftransportklasse B befördern zu lassen. Diese Entschließung war sogar einstimmig vom Reichstag gesoßt worden, wurde jedoch vom Reichsverkehrsmlnisterium nicht be- r ü ck s t ch t i g t. Unb dazu tritt nun noch daZ weit größere Hemmnis, daS den deutschen Zeitungen von der A.ichssinanzncrwaltuiig durch die Belastung mit der Inseruten-L u f u i steuer auserlegt wird Die ganze Unsinnigkeit einer Finanzpolitik, die ein DermitllungS- und DerkehrSinstitut höä)- ster Bräponderanz, wie eS die Presse barstellt, mit erhöhten Sondersteuern langsam erdrosselt, zu kennzeichnen, soll hier nicht nochmal- versucht fein. E- gilt aber anläßlich der bevorstehenden Beratungen bei Reichstages über bk Abänderung des Umsatz st euergeseheS die Der- ! re ter de^ Deutschen Reiches zum letzten Male darauf aufmerksam zu machen, dah doch auch sie daS größte 3ntercffc daran haben, daß eine unabhängige und gesunde Presse dem deutschen Dateriande erhalten bleibt, und dah sie mithilft, über die Rot der Zeit hinwegzukommen, und bei den Aufgaben deS Wiederaufbaues kräftigste Stütze ist. Sitzung der Stadtverordneten. Dlehen, 23. Rov. 1921. Die gestrige Stadtverordnetenversamm- £ung, die in Abwesenheit des erkrankten Ober» LrgernteisterS von Bürgermeister Ären- zien geleitet wurde, hatte sich insbesondere mit zwei Dorlagen zu beschäftigen, die von allgemeinem Interesse sind, mit der A n - Passung der Gehälter und Löhne der städtischen Angestellten und Arbeiter an die neuen RetchSsätze, und mit dem Dau Programm für daS Jahr 1922, bzw^ da ein solches noch nicht vor- gelegt werden konnte, mit der Finanzierung der vorgesehenen Bauten. Beide Dorlagen wurden nach eingedender Aussprache in Der von den Ausschüssen vorgesch'.agenen Fassung mit kleinen Deründerungen angenommen. £tn< ausgedehnte Beratung fand ferner über die geplante Vergnügungssteuer statt. Die Akustik tin Lryungsfaale war diesmal etwas besser, weil man ben Fahnenschmuck wieder angebracht hatte. Hoffentlich lüht sich eine endgültige, zufriedenstellende Lösung finden. Anwesend lind Bürgermeister Ärenzien. die Beigeordneten und 27 Stadtverordnete Zur Anpassung der Gehälter unb Löhne der städtischen Angestellten unb Arbeiter an die neuen Reichvläye wird oorgeichlogen. mit Rückwirkung vom 1 Oktober ab den stäbtitchen Beamten chre Gehäller entsprechend den Reichslätzen zu zahlen, den Arbeitern mit demselben ,zritpunkt die mit den 2lrbeitnehmern verein- batten höheren Löhne zu zahlen, unb den Magi- siratsmitgliedern 90 Prozent bet Gehalts zu getrübten. wie es in ben diesbezüglichen Blusen der Reichs besoldungsordnung vorgeiehen ist. Rach eingehendet Aussprache, in der von den Tteb- nem sämtlicher Parteien eine Revision der Be- soldungsordnung unter stärkerer Berücksichtigung der unteren Stufen verlangt unb vom Bürgermeister Ärenzien für die nächste Zeit in Aussicht gestellt wurde, lehnte die Deriammlung einen Antrag des Stabtv Schmahl, über die Gruppen 1- 9 gesondert abzustimmen, ab und nahm die Dorlage In der vorgeschlagenen Form an. Die Rückzahlung der ben auherplanmä- higen Beamten biS zur Sinftufung in bie neue BefoldungSorbnung zuviel gezahlten Bezüge würbe vvrlchlagögemätz für erledigt erklärt. Der nun zur Beratung stehende Entwurf einer Dergnügungssteuer-Orbnung würbe, nachdem sich bei der ersten Abstimmung UnQar beiten ergeben hatten, in der zweiten angenommen. Ein Dertagungsantraa wurde ab- gelehnt, desgleichen eine von dem Stadtv. Dr Ärauömüllcr vorgeschlagene Aenberung Das Gesuch ber hessischen Arbeits- gemein schäft für bildenbe Kunst in Daimstabt um Gewährung eineS ZahresbeitrageS tolrb vorschlagsgemäß abgelehnt, bagegen für bie hauptamtliche De rwaltun g beS Fulba- Lahn-Äanal-BereinS ein Betrag von jährlich 5000 Mk bewilligt Für zwei Rechenmaschinen für bas Ötabtbauamt unb daS RechnungSaml genehmigt die Versammlung bie Ausgabe von je 9000 DU. Zu dem nächsten Punkt ber Tagesorbnung: Bauprogramm für bas Zahr 1 922 erklärt Bürgermeister Ärenzien. baß ein Bauplan noch nicht vorgclegl werben könne die Stabt- Verwaltung beantragt, ben Rest aus bem vom Reich überwiesenen Fonbs von 2 Millionen in Höhe von 640 000 Mk. für städtische Zwecke zur Erbauung von Wohnungen in ber verlängerten Bleichst iahe zur Derfügung zu stellen. SS ent- spinnt sich eine lebhafte Aussprache, die schließlich in folgenbc Anträge zusammen gefaßt wirb: Stabtv. Winn beantragt, die 640000 Mk. zu teilen zwifchen bet Stabtverwaltung unb ben Dangen off e nfchaften. ba bie private Bautätigkeit auf jeden Fall gefördert werden müsse. Stabtv. Winn beantragt weiter, bas Stadtbauamt zu beauftragen, in 14 Tagen eine Dorlage für bas Bau Programm im Jahre 1922 auSzuarbeiten. Stabtv. Fourier beantragt, bie Doriage zu vertagen, bis daS Bauprogramm aufgestellt ist. Bei der Beratung wirb bie Dorlage in ber urfprün gliche n Form angenommen, jedoch mit ber vorn Stadw. Winn beantragten Fvrberung auf Dorlegung eines Bauprogramms seitens beS StadtdauamteS innerhalb 14 Tagen. An Zuschüssen auS Mitteln ber probukllven Erwerbs lvsenfürf vrge werden an bie Da ugenofsens cha f t 1894 6000 Mark, unb an McUniDer|ität®icßen 2000 Mark bewilligt Der Jahresbeitrag für den Der- band ber Elektrizitätswerke am Mittelrhein wird vvn 30 000 auf 100 000 Mark erhöht. Dem Gesuch deSTcchnikersvchmanb um Gewährung einer Entschädigung für Benutzung seines Fahrrades zu dienstlichen Zwecken wird entsprochen. Tlach längerer Aussprache wird der Antrag Michel unb Genossen, ber die Hin- Wtebung eines zweiten Sachveritändigen, eines Mieters, bei Streitfällen vor dem Mieteini- gungftamt wünscht, mit ber Begründung des Aechrsauslchalles abgdebnt da»-, der Antrag einen gesetzlich unzulässigen Eingris, in die Rech.a des Titetrtrnffung6amic# dari'.eUen würde und utwerbie» durch eine frühere Bersügung erledigt fei. Der Ärebit von 20 000 Mark für Mc Umzäunung ber städtischen Dcnnis - Plätze wird bewilligt. da nach den bisher etn- gelaufenen Bestcllungcii für das nächste ?abr mit einer baldigen Amortisation zu rechnen ist. Die tn ä:o iKlänben, benen Frankreich auegefent lei Balfour erkannte ml t Traurigkeit an. baß bie Rebe bie Bri » a n b gehalten habe, keine augenblicklich ermutigenden Perfpektiven für die Lösung ber Frage ber militärischen Abrüstungen gebe, aber bie Beweggrünbe. bic Frankreich beherrschten. feien diejenigen, für die Großbritannien gekämpft habe, und es feien diejenigen, die inchl aulvhbnrt bätlcn, ben Geg nstanb 1einer Bestrebungen zu bilden Brland habe die Befürch. tung a.iSgefprvchen Frankreich könnefich m o • ralif ch ifoliert fü hlcn. das würde-ein. traurige Sache fein. Die Freiheit der Welt im allgemeinen und in Frankreich im be- sonderen müsse aufrecht erhalten und gegen jede Politik ber Beherrschung ber Frankreich benachbarten 2lationcn fieber gestellt werden. Der italienische Delegierte Schau- -er erklärte, baß obzwar Italien ber An'KV« sei. baß ein Siscltivbestand von 200 000 Mann für bic ltallenifch> Armee notmenbig sei. die italienische Regierung bie Frage neuer Herabsetzungen prüfen würde Admiral Äato erklärte für 3aßan: 3<«>an wolle für fein Heer nur die für dir Landes- Verteidigung abfolut notwendige Effektivstärke. Der belgifche votfchafler »artle ' de Warchienne sprach vvn ber Verletzung ber belgischem ReutralitSt. Gezwungen, über feint Sicherheit zu wachen, habe Belgien tm Oißie 1920 mit Frankreich ein rein befen- live» Abkommen gegen einen benttchen Angriff adgesthlosfen Es könne feine Bewaffnung nicht weiter IxrrdMehen; >ebvch fei kein Start mehr gegen ben 5drfeg, In dem es fo viel gelitten habe, al» Belgien Siaatsfektetär Hughes dankte Brland. ber fo beredt und so volllommen Frankreichs Lage und Politik definiert habe. Das Herz Amerikas habe sicher vibriert. alS es während deS Ärieges ben Wert Frankreichs, feine Opfer gesehen habe Die Erimterung an seinen Widerstand für die Sache der Freiheit werde in Amerika unauslösch- lichllein Die Worte Briands würden vvn einen Ende zum anderen der amerikanischen Staaten wider hallen und würden begreifen lassen, daß. wenn es auch Schwierigkeiten und Hindernlstt auf dem Wege des ewigen Friedens gebe. Frankreich ledvch ben Willen habe, ihn zu «reichen. Die Wah< ber badischen Regien»-. Äar lsru he, 21. Rvv 3n der heutigen Sitzung nahm ber Landtag die Wahl bet Regierung vor. die verfaffungsrnäsUg nah feder Lanblagsneuwahl zu erfolgen hat. Rach einer Vereinbarung unter den bisherigen Äoalitions- parkeien (Zentrum, Sozialbenwkratie, Demokraten), die von den 86 Lan dkogsma ntxi tm ülwr 61 verfügen, wurde auch die neue Rsgrentug Mieder- auf Grund der bisher'.-n Ävalttivn gebildet Bei ben heutigen Wahlen lauteten vvn 81 abgegebenen Stimmen 58 auf die bisherigen Minister Remmele (voz.) Inneres, Engler (Svz > Arbeit-Ministerium. Äöhler (Ztr.) Finanzen. Trunk <3tr.) Justiz. Dr Hummel ( Dem ) 5Vultu6 und Unterricht, und auf bic vtaatH- rätc (nur im Tiebenamt tätige ÄabinettSmUattv- ber): van Eyk (Ztr). Weißhaupt (3tr.) unb THarum (Soz ) öd barm würbe mit 56 von 79 abgegebenen Stimmen llnterrichtsmlnistrr Dr Hunvnel (Dem.) zum vlaatspräft- benten unb der b-sl«rlge Staatspräsident Zustizminister Trunk (3tr ) zum stellvertretenden Staatspräsidenten gewählt. — Bei sämtlichen Wahlgängen enthielten sich Deutschrrattonale, Deutsche Vollspartei. Äommunislen, M. v. P und Landbunb der Stimme. Prof. Staudinger f. Darmstadt. 20 Rvv. Im Alter von 73 Jahren starb hier Pros. Dr. FranzStau- d i n g e r. der sich um die Äonsumgenossenlchasts- bewegung große Derdienste erworben hab Pros. Staudinger. der bi- zum Jahre 1907 im Lehrberuf stand, bekannte sich polittfch schon vor ber Revolution zur sozialdemokratischen Partei. Der Schuh im Blut. Roman von Horst Bodemer. 44. Fortsetzung. (Rachdruck v«boten.) .Run hab ich eine Frage! Wir sprachen vorhin von ber Ehrlichteitl Haben Sie biete Rächt in meinem Revier gewildert „Äeinc Spur! Ti ich t wieder fett damals! Ich weiß telbß nicht recht, wie ich in bte Walber gc- Ftnuncn bin, ich hatte mit ein paar früheren vchullameraben scharf gezecht und . . .SS genügt mir! Ich glaube Ihnen unbedingt! Außerdem wußte ich ba» schon von Ihrem Herrn Großvater, ber auS Sorge um Sie in Meter Tracht bei mir war!" .Ich habe ihn rufen hören! Vor bem Wilderer, den Sie in Gewahrsam haben, hat men gjferb gescheut, ich fiel herunter — unb bi hat ber mir gesagt. Sie hätten eine Liebschaft mit meiner TRuitcr gehabt! Richt eher wollte ich u Großvater zurücllehven, biS ich Älarheit hatte. Sie werben bas verstehen, Herr 'Baronk" .Volllommen! älnb we-l ber Mann das gesagt hat, werde ich ihn n:d)t laufen lassen, wie es meine Absicht war. sondern ihn den Gerichten übergeben. Ss könnte sonst au-sehen, als ob ich irgendeinen Anwurf auf mir ober gar au» ihrer Frau Mutter sttzen lassen mußte! . Unb nun bars ich Ihnen wohl einen Wagen anbieten! Ihr guter Herr Großvater ist in Sorge um Sie!" Jetzt blickten HanS V-ärHahns Augen stahl- hart Den Ävps warf er in ben Racken. .Ich danke Ihnen, Herr Baron, ein für alle Mal. unb wenn es sich irgend vermeiden läßt, werde ich Ihnen aus dem Wege gehens" Adalbert Iüschen war ein ritterlicher Mann. Er verbeugte sich stumm und geleitete HanS Wär- Hahn biS zu der breiten Freitreppe vor bem Sch4vßportal. Degen sechs Uhr erwach'.e der Oefonomierat. In Äleibcm unb Stiefeln lag er auf Hansens Bett. Er war sofort im Bilde. Eilte hinunter in Me Äüche zur Mamsell, f tagte sie, ob sein Enkel enMich zurückgekehrt sei. Stumm schüttelte sie den Ävps. machte sich am Feuer zu schaffen Und als ihr alter Herr gar nichts entgegnete, jagte sie endlich .Der Henner ist vor einer halben Stunde weg- gegangen, über die Felder, zur Bahnstattva. Gr will mit dem ersten Zuge nach Wildurgen fahren!" Seine Hand legte der Oekvnomte.at auf DusteS Schulter. ,Ru hör endlich auf! Jeden Tlugcnbild kann ba» Äüchenmrdchen vorn Melken kommen. Hal ber Henner denn gar nicht nach HanS gefragt r .Er ist in seinem Zimmer gewesen unb hat Sie auf seinem Bett liegen leben!' .Muß ich fest geschlafen haben: Alles Haus, bte Rocht hat mich fürchterlich mitgenommeni ®ib mir eine Tasse beißen Äafkc! Warum zittert denn beine Hand Jetzt beißt 5: Ruhe ist bie erste Bürgerpflicht! Der eigene Vater lauft aus bem Haute: Da müffen wir alten Leute es fdxffen! Ich hab keine ®ctulb u warten. biS ich um acht Züschen an rufen kann Dann erst läßt fich übersehen, was zu tun ist. Hol mir mein Fernglas runter, ich geb auf Me Anhöhe hinter ben Gärten. Punkt acht bin ich zurück! Die TEamtell lief davon. Der Odorcmtorat teilte nicht sehen, wie tbr Me Tränen aus den Augen stürzten. Mit bem Henner hatte sie vorhin eine erregte Aussprache gehabt, zur Ter- ^weiflung hatte sie seine Gleichgültigkeit gebracht. .Laß bas nur Großvaters Sache lein,“ hatte er gesagt, .an HanS ist bvch Hopfen unb Malverloren! Mein Gott, Me arme Grete! Hoffentlich läßt sich ber Schaben gut auSheilen. Sin entstelltes Mädel ist ja ein enttetzli-er Anblick!" Sie hatte ihm vorgestellt, baß er doch nichts daran ändern tonne, der HanS aber, wenn er wieder eine tolle Dummheit gemacht, bei schnellem Zagreisen hofsenllich zu retten wäre Ader Me TJor- i-alkungen hatten gar nichts genutzt Die Achseln hatte ber Henner gezuckt unb ertoibert: .Ich maH's ja bvch falsch nach Drvßvaters Ansicht, mag ber selbst sehen, wie er ben Schaben einrenkt. wenn bas überhaupt' noch möglich ist!" Sie hatte nichts mehr entgegnet, aber Me Wut war in ihr hvch^tiegen .Der Schaß im Blute" batte in ihren Augen Me WärhahnS vergiftet Der Anficht war sie schon lange. .So. ba wäre laS Fernglas. Herr Ceto- nomierat'“ Der schnitt sich gerade ein Stück Brot ab. steckte es in Me Tasche, hing fich bas ,Fernglas um unb verließ ungewaschen unb ungekämmt bas Haus. Breitbeinig flanb Thristvph Wär Hahn auf bei Anhrchc. bas Dtas an ben Augen Der stur- milchen -lacht war ein sonnenheller He. bst morgen gefolgt Er fuch.e Mc Wege ab. Me aus ben ,fü- ro*iuli>emofraiie ihre gcgcnwartige Mach, «elluna behält Deckbald wählt bte Vertreter des flache« LamdeS.die der <^r»üttadtio4ialbeuiokrMtie die Svtve kiele». Seid einig! Lakt euch durch die »olttiidiea Parteien uicht enttweiee. Landvolk, wache auf, stehe zu deinen bewährte« Führer» und trage den Stimmzettel Heinrich Brauer, Lsudivirt u.Mühtkiibksitzkr in Gber-Gfleiden zur Wahlurne. Landtagswahl! Wählt am 27 November die Liste des DDoaaooaDaoQocmoaDoaooDoroooaaD Ml-leM ZU kaufen gesucht. Schrift!. Ang. unt. 015283 an den Vieh Anz. 0000000000000000000000000000003 Geschaf ts-E roffnung! mnnmmiiiimiwmmirmTnmmnTiimmumtmmminmmmimi.iuuumuniimumiiiuiiiu,' in imMiiiin Mäusburg 17 habe ich heute ehe SmeiliMlW W A'M @6fteilM eröffnet und zeige dies ehern sehr geschätzten Publikum von (rieften und Umg. an. 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