Aeitag, 2b Gttober 1921 Erstes Blatt M- Jahrgang Das neue Diktat der Botschafterkonferenz und des der der Erweiterung des Kabinetts Wirth? Berlin, 20. Ctt. (Wolff.) Der .Vorwärts' die .Freiheit" bringen freute früh die Mit- lcichterung der Vorbereitung der Ausführungskontrolle dieser zeitlichen Mahnahmen wird eine Kommission gebildet, die aus der gleichen Anzahl Polen und Deutschen aus Oberschlesien bc- stehl mit einem Vorsitzenden anderer Staatsangehörigkeit. Sie wird den Titel „Gemischte cberschlesische Kommission" führen und hauptsächlich beratend sein. Ein Schiedsgericht kann eingesetzt werden, um alle Streitigkeiten zu regeln, die sich aus der Anwendung der zeitweiligen Maßnahmen ergeben können. Streitfälle, die sich aus der Ausführung und Auslegung der allgemeinen Konvention ergeben, werden auf Grund der Bestimmungen der genannten Konvention und des Völkerbundsstatuts, falls dies nötig, geregelt. Der „Schutz der Minderheiten". Paris, 20. Ott (WB) AuS den Veröffentlichungen über Oberschlesien ist weiter hervorzuheben der Absatz über den Schuh der Minderheiten. Danach erhall jede, im Augenblick der endgültigen Teilung des Abstimmungsgebietes in den den Polen zufallenden Teilen ansässigen Personen, die für die deutsche Staatsangehörigkeit optiert und während 12 Monaten, die auf den Tag der Ausübung des 0p ttons rechts folgen, leinen Gebrauch von dem Rechte macht, ihren Wohnsitz nach Deutschland zu verlegen, das Recht, ihren Wohnsitz in Polen während einer Zeitdauer von 15 Zähren betzu- behalten. 3ete Person politischer Abstammung, die über 18 Jahre all und in dem Augenblick Der endgültigen Gebielsteilung in dem Deutschland zugewiesenen Telle ansässig ist, erhält das Recht, innerhalb zweier Jahre für die polnische Staatsangehörigkeit zu optieren. Alle an dem gleichen Tage in dem endgültig Deutschland zugcteilten Telle Oberschlesiens ansä sigen Polen sind berechtigt, dort ihren Wohnsitz während einer Periode von 15 Zähren beizubehalten. Diese Bestimmung findet Anwendung sowohl aus die Polen, die deutsche Staatsangehörige waren .und für Polen optierten, wie auch die polnischen Staatsangehörigen, die keine deutsche Staatsangehörigen waren. Alle unteren Fragen, die auf die Rationalität der in Oberschlesien ansässigen Personen und auf den Schuh der Minderheiten im Abstimmungsgebiet sich beziehen, srnd entsprechend dem Versailler Vertrag und der Völkerbundssahung zu regeln. Die in diesem Sinne getroffenen Maßnahmen werden für Deutschland und Polen internationale Verpflichtungen darstellen und in gleicher Weise wie die Bestimmungen des am 28. Zuni 1919 zwischen den alliierten Staaten und den Polen abgeschlossenen Vertrages unter die Bürgschaft des Völkerbundes gestellt werden. Berlin, 21. Oft (WTD.) Der Rote der Botschafterkonferenz ist eine umfangreiche Anlage beigegeben, die an erster Stelle die vom Völkerbund festgesehte Grenzlinie enthält Rach dieser Linie verliert Deutschland Len südöstlichen Teil des Kreises Ratibor, den Kreis Rybntk bis auf die Rordwestecke, den Kreis Pleh und den Südostzipfel des Kreises Gleiwih, fast zwei Drittel des Kreises Hindenburg, die Stadt und den Landkreis Kattowih, den Kreis Königs- Hütte und den Süd- und Ostteil des Landkreises Beuchen, während die Stadt selbst deutsch bleibt sowie endlich die überwiegenden Teile der Kreise Tarnowih und Lublinitz, einschließlich der Städte und der reichen Industrieanlagen. — Die Anlage enthält ferner Mitteilungen über das zwischen Deutschland und Polen abzuschliehende Wirtschaftsabkommen. Diese betrifft den Eisenbahnverkehr, der in Zukunft für das gesamte Abstimmungsgebiet, also auch für den bei Deutschland bleibenden Teil, durch eine gemischte Kommission geregelt werden soll. Ferner werden Bestimmungen über die Wasser- und Elektrizitätsversorgung, die ebenfalls einheillich bleiben soll, getroffen. Die deutsche Mark ist in dem gesamten ehemaligen Abstimmungsgebiet als einziges gesehliches Zahlungsmittel vorgesehen. Einige dieser Bestimmungen betreffen die Regelung des Post- und Zoll- wesens. Die Zollgrenze soll sofort an die neue politische Grenze verschoben werden, jedoch werden für die Dauer von 6 Monaten bzw. 15 Zähren zahlreiche Bestimmungen gegeben, die einen zollfreien Verkehr innerhalb des gesamten Absttm- mungsgebietes gewährleisten. Bei den Bestimmungen über Kohle und Dergwerkserzeugnisse wird Deutschland eine Verpflichtung zur Ausfuhr von Kohlen und Bergwerkscrzcugnissen nach Polen auferlegt, wie sie in Artikel 90 zu Lasten Polens und zugunsten Deutschlands vorgesehen ist Weitere Bestimmungen beschäftigen sich^ mit der Anerkennung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervcrbände und der '.Regelung der sozialen Versicherung. Hierbei wird unter anderem die Lieberweisung des für die abgetretenen Gebiete erforderlichen Fonds für die sozialen Leistungen festgesetzt Andere Bestimmungen betreffen den freien Verkehr ter Einwohner Oberschlesiens über die Grenze und die Aufrechterhaltung ter geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Polen soll für die Dauer von 15 Zähren auf das Recht ter Liquidation deutschen Eigentums verzichten, aber mir insoweit als die Liquidation Die Überreichung der Entscheidung an den Botschafter Dr. Mayer. Paris, 20. Oft (WTD^ Der Wortlaut des Beschlusses ter Dvtschafterkonserenz in der vberschlesischen Frage einschliehlich ter Entscheidungen des VölferbundSrateS ist heute nachmittag 4V4 Ähr dem deutschen Botschafter in Paris. Dr. Mayer, überreicht worden. Berlin, 20. Oft (WTB.) Die Botschafter- konferenz übermittelte freute nachmittag dem deutschen Botschafter in Paris nachstefrente Rote über die oberschlesische Entscheidung Herr Botschafter! Ich habe die Ehre, Ihnen anbei den Text der Entscheidung zu übermitteln, die die Botschafterkonferenz am 20 10 d. Zs. namenS und In ausdrücklicher Vollmacht der Regierungen de« Britischen Reiches, Frankreichs. Italiens und ZapanS getroffen hat, die mit den Vereinigten Staaten von Amerika als alliierte und assoziierte Hauptmächte den Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet haben. Die genannten Mächte haben gemäh dem Friedensvertrag eine Lösung gesucht, die dem Wunsche der Bevölkerung, wie er in ter gemeindeweisen Abstimmung zum Ausdruck gekommen ist. entspricht und idie geographische und wirtschaftliche Lage ter Ortschaften berücksichtigt. Sie haben sich deshalb nach Einholung des Gutachtens des Dölker- bundsrates veranlagt gesehen, d e n I nd u st r lebe z i r k Oberschlesiens zu teil en. In Anbetracht der Tatsache, dah die verschiedenen Volksteile zerstreut liegen, andererseits aber stark untereinander vermengt sind, muhte jede Teilung dieses Gebietes dazu führen, dah auf beiden Seiten der Grenzlinie ziemlich beträchtliche Minderheiten verblieben und dah wich- ttge Interessengebiete auseinantergerissen wurden. In Berücksichtigung dieser Llmstände enthält die getroffene Entscheidung Mahnahmen, um im Iglerefse ter Allgemeinheit die Fortdauer des Wirtschaftslebens ebenso wie den Schutz ter Minderheiten in Oberschlesien zu gewährleisten. Die deutsche Regierung muh sich auch wohl dessen bewußt werden, dah die alliierten Mächte ihre Entscheidung als ein einheitliches Ganzes betrachten, und dah sie fest entschlossen sind, seinen verschiedenen Teilen Geltung zu verschaffen. In dem Falle, dah die beteiligten Regierungen oder eine von ihnen sich aus irgendeinem Grunde wekgern sollte, die Entscheidung insgesamt ober au einem Telle anzunehmen, oder durch ihre Haltung zu erkennen geben würde, dah sic ter loyalen Durchführung ter Entscheidung Hindernisse in den Wog zu legen sich be'.rebt. behalten sich die alliierten Mächte in ter Erwägung, dah es im Interesse deS allgemeinen Friedens notwendig ist. die vorgesehene Regelung so schnell wie möglich durchzuführen. solche Maßnahmen vor. die sie für geeignet halten, um die völlige Durchführung ihrer Entscheidung sicherzustellen. Genehmigen Sie usw. gez. Driand. Aus dem englischen Unterhaus. London, 20. Oft. (WTB.) Unter* Haus. Auf eine diesbezügliche Anfrage wurde von selten der Regierung mttgetellt, dah die Meldung von der Rückziehung der britischen Handelsdelegation aus Moskau un* begründet ist. Lloyd George erklärte, das englisch-russische HandelSabkom* men habe zweifellos wesentliche Ergebnisse gezeittgt, die jedoch nicht den Erwartungen entsprechen, die in manchen Kreisen darauf gesetzt werden. Der Premierminister erklärte außerdem, die Regierung prüfe augenblicklich die Antwort der bolschewisttschen Regierung auf die letzte englische Rote betreffs der Der- letzung des Handelsabkommens. Bon feiten der Regierung wurde im Unterlaufe mitgeteilt, daß die deutsche Regierung sich bereit erklärt habe, den Alliierten 250 Zivilflugzeuge auSzu- liefern, die seit Inkrafttreten deS Friedensvertrages gebaut wurden. Inzwischen sei der gesamte Bau von Flugzeugen in Deutschland eingestellt worden, bis die Alliierten sich davon überzeugt haben, dah die Abrüstung von Flugzeugen vollständig ist. Ein Antrag auf Revision des Versailler Vertrags. London, 20. Oft (WTB.) Das Parias mentSmitglied Kennworthh hat folgenden Antrag angefünbtgt: Das HauS ist der Ansicht, dah die unter dem Friedensvertrag und deur schen Staates wird ein gemeinsames Betriebssystem während fünfzehn Jahren in Kraft treten. Die Tarife werten vereinheillicht, und die Fahrpläne sollen den Bedürfnissen der Industrie angepaht werten: der Aufenthalt an ter Grenze soll möglichst kurz sein. In dem Abstimmungsgebiet wird während des Zeitraumes, ter fünfzehn Zahre nicht übersteigen darf, die Mark das einzige gesetzmäßige Zahlungsmittel sein. Dieses System kann nach einer Vereinbarung zwischen den beiten Regierungen geändert werten: für Post-, Telephon- und Telegrammgebühren wird für die ganze Dauer das deutsche Geld- fystem. die Mark, festgesetzt. Die Zollverwaltung und die Zollgrenze fällt mit der politischen Grenze zusammen. Die Zollgesehe und die Zollgebühren kommen mit einigen Ausnahmen zur Anwendung. So dürfen während sechs Monaten Rohstoffe, Halbfabrikate und unvollendete Fabrikate, welche aus den inbuftrteilen Unternehmungen der beiden Parteien ins Abstimmungsgebiet kommen und von den industriellen Unternehmen der anderen Partei in ter gleichen Zone fertiggestellt oder verbraucht werten sollen, zollfrei über die Grenzen gehen. Während fünfzehn Zähren dürfen die gleichen Erzeugnisse der gleichen Herkunft und zu gleicher Bestimmung die Grenze zollfrei überschreiten, wenn sie zum Wieterimport in das Ursprungsland bestimmt sind. Raturprodukte oder Fabrikate aus dem polnischen Telle des Abstimmungsgebietes sind auf drei Zahre von sämtlichen Zollabgaben bei der Einfuhr in das deutsche Zollgebiet befreit. Diese dreijährige Periode beginnt mit dem Tage der Rotifizierung der deutsch-polnischen Grenzfesllegung. Kohlen und ®ruben: Polen wird während 15 Zähren die Ausfuhr ter Grubenerzeugnisse aus dem Abstimmungsgebiet erlauben. Was Kohlen anbetrifft, so wird den verschiedenen Bestimmungen ter Verträge, Beschlüs se ter internationalen Vereinbarungen usw. zwischen Deutschland und Polen und den Gegenden, die unmittelbar 'oder mittelbar an der Einfuhr obersch.esifcher Kohlen interessiert sind, Rechnung getragen Preußen wird gleichfalls auf 15 Zahre die Ausfuhr von Grubenerzeugnissen nach Polen erlauben. Verschiedene Bestimmungen, sowie verschiedene andere Maßnahmen werden ins Arge gefaßt tetr, die sozialen Versicherungen, die 2Lt- teitgeterverbänte und den Verkehr zwischen betten Parteien im Gebiet. Zeter Einwohner, ter einen regulären Wohnsitz oder seine reguläre Beschäftigung im Abstimmungsgebiet hat, wird eine Dertehrserloubnis kostenlos erhalten, die ihm gestattet. die Grenze ohne Förmlichkeiten zu über- Paris. 20. Olt (WTB) Hm die Fortdauer wirtschaftlichen Lebens Oberschlesiens nach Teilung zu sichern und auf das Mindestmaß ___ Schwierigkeiten während der HebergangS- periode zu beschränken, wurden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Bahnlinien, die Privatgesellschaften gehören, werten auch weiterhin tote bisher verwaltet Für die Bahnstrecken des deut- Alt-Tarnowih, Rybna, Piasetzna. Doruschowitz, Mikolesna, Draht Hammer. Piosek. Wüsten Hammer. Kokotek Koschmieter. Oawneka. Siegelsdorf, Gutsberirk Grvß-Lagavnik. Glintz, Koschutz und Lissau. Im Rorden des letzteren Ortes fällt die Grenze mit ter alten Grenzlinie zusammen und mit ter. die bereits zwischen Polen und Deutschland festgelegt worden ist. Das vorgeschlagene Wirtschaftssystem. Mitnahme von Anztige« für die lagesnummet bis tum Nachm ttag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Sreis für l mm höhe für nzeigenv 34 mm Breite örtlich 55 Pf, auswärts 65 ‘Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 250 Ps. Bei Platz. Vorschrift20" .Aufschlag. Haupischriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil i V.: Aug. Goetz: für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Drud und Verlag: Vnchl'sche Univ.-vuch- MnO Steinömderei B. Lange. Zchrisllerymg, Geschäftsstelle und D ruderet: Zchulstraste 7. über Oberschlesien keinen Anlaß gibt, eine Regierungskrise au eröffnen, und daß für eine solche ein Augniblick unglücklicher gewählt werten konnte alS der gegenwärtige. Die Frakilon lehnt es ebenso ab. die Frage des Verbleibens oder tev Sturzes ter gegenwärtigen Regierung in diesem Augenblick von der Äsung ter komplt- zierten Steuerfrage abhängig zu matten, was langwierige sachliche Beratungen erfordert. Sie ist daher einmütig ter Ueterzeugung. daß die Rcichs- vegietung ifri Verbleiten von nichts anderem abhängig machen darf, alS von dem Votum deS Reichstags, das sofort nach der 'Bekanntgabe des Entscheids über Oderschlesien ein- zuholen sein wird Sie ist bereit, ter gegenwärtigen Reichsregierung daS Vertrauen auSzu- sprechen. Dieser Auffassung ter Fraktion stimmten auch "Die Vertreter OterschlesienS ausdrücklich zu. — Am Freitag vormittag tritt die sozialdemokratische ReichStagsfraktion mit dem Par- teiauSschuh zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Fraktionssiyunqen des Zentrums und der Deutschen Volkspartei. Berlin, 20. Ott. (WTD.) ES haben Fraktionssitzungen des Zentrums und ter Deutschen BolkSpartei statt- gefunden. Heber den Verlauf und das Ergebnis ter Beratungen innerhalb des Zentrums wird in der ZentrumS-ParlamentS-Kor- respondenz mltgetellt, daß die Auffassungen über die politische Lage völlig einheitlich waren. Damit wird den Gerüchten entgegengetreten, die von einer durch Strömungen im Zentrum ins Auge gefaßten Reubildung des Kabinetts unter ter Führung eines anderen, vom Zentrum zu benennenden Parlamentariers wissen wollten. Heber das Ergebnis der Beratungen innerhalb der Deutschen BolkSpartei wurde bisher eine parteiamtliche Meldung nicht ausgegeben. Eine völlige Klärung der polittschen Lage dürfte sich aus den Beratungen des Kabinetts auf Grund der morgen vorliegenden Entscheidung über Oberschlesien, und auS der unmittelbar daraus, voraussichtlich am SamStag, ftattftntenten Plenarsitzung deS Reichstags ergeben. *• Der Schadenersatz sür die Deutschen in Oberschlesien. Oppeln, 20.OIL (Wolff.) lieber die Schäden, die die Deutschen Oberschlesiens seit dem 10. Februar 1920, dem Tag der Besetzung bei Landes, erlitten haben, werden gegenwärtig Erhebungen angestellt. Die Entschädigung-» z a h l u n g soll auf Grund eines besonderen Gesetzes er'olgen. das für Ober chle ien analog dem für Westpreuhen und Posen erlassen wird. Di« Regulierung soll sich auf alle Schäden erstrecken, die seit dem obengenannten Termin erwachsen sind Man hofft, die direkten Schäden in vollem Umfange erseht zu erhalten, von den indirekten auf alle Fälle die, die einen tatsächlichen Schaden darsteilln. Den entgangenen Gewinn zu ersetzen, er- §ärte Jitfr die Regierung außerstande, da die umme ins Ungeheure gehen würde. Die Feststellung der direkten und indirekten Schäden soll einheitlich erfolgen. Für die Abschätzung dieser Schäden wurden in den einzelnen Kreisen Kommissionen gebildet, wobei je eine Kommission für mehrere Kreise zuständig ist. Die bisher bei den zuständigen Landräten und Rotstandskommisstonen in Oppeln angemelteten Summen gehen in die Milliarden. Ob eS möglich sein wird, diese Schäden voll zu ersetzen, steht dahin. schreiten. Die in Kraft befindlichen Verordnungen im Abstimmungsgebict. tetr, im besonderen die Gruden, die Industrie- und Handelsunternehmen und die Arbeitergesetzgebung bleiben in Kraft biS zu dem Augenblick, wo Polen die aut sein ganzes Gebiet anwendbare (^ele.-gcbung geschaffen, die an Stelle ter früheren Verordnungen treten kann Alle diese auf geführten Maß naomen werten Gegenstand eine«» zu treffenten Abkcmmens zwischen Deutschland und Polen in Form einer allgemeinen Konvention zwischen den beiten Ländern bilden. Diese Konvention wird f daher Oberschlesien während ter Übergangszeit unter ein besonderes Regime stellen. Zur Er- Nr. 217 Der Oiehever I^eiatr erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatliche Setugspreise: Mk 5.50 einschl Träger- lohn, durch die Post Mk. 6.50 einschl. Bestell- gelb, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech-Anschlüsse: für die Schrifileiluna 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gieße», poitschecktonto: frroffiirt a. DL 11686. teilung, daß die Reichstagsfraktion ter D e u t - ichen Volkspartei in ihrer gestrigen Sitzung durch Mehrheitsbeschluß den Eintritt in das Kabinett Wirth ablehnte. Der ,Vor- wärts' will sogar wissen, daß die Entscheidung gegen 5 Stimmen gefallen sei. Die Rational- literale Korrespondenz stellt Demgegenüber fest, daß die Fraktionsberatungen freute nachmittag fortgesetzt werden und daß in ter gestrigen Sitzung irgendwelche Abstimmung nicht statt- gefunten habe. Der .Vorwärts" erklärt, daß, wenn eS tatsächlich die Deutsche Vollspartri aMcfrncn sollte, in das Kabinett Wirth einzutreten, dies besagen würde, dah die Deutsche Vollspartei die bisherige Polittk ter Reichsregierung verurtellt und eine ganz andere Polittk wünscht. Die Sozialdemokratie könnte eine solche neue Polttik nicht mitmachen. Die neue Politik könnte beite |o- zialdem okratischen Fraktionen des Reichstags in Die schärfste Opposition Drängen. „Der Deutsche" will sich auf die Person Wirths nicht fest legen. Das Blatt schreibt, gelinge es dem Kabinett Wirth nicht, die Vermittlungsaktion zwischen der Deutschen Vollspartei und ter Mehrfreitssozialdenwkratie durchzuführen, so wäre die neue Lage geschaffen. Die außen- und innerpvlitische Lage fordert gebieterisch die Herstellung einer großen Koalition. Personen frag en Dürfen dieser nationalen Frage gegenüber selbstverständlich keine Rolle spielen. Ein Fraktionsbeschluß der Sozialdemokratie. Berlin, 20. Ott (WB.) Die sozialdemokratische ReichStagsfraktion ist freute nachmittag zu einer Sitzung zusammengetreten. In ter Aussprache ergab sich als einmütige Auffassung, dah Die Entscheidung nicht tut Interesse ter Aufrechterfraltung ter Betriebe nicht für notwendig erachtet wird. Endlich enthält die Anlage Desttmmungen über den Schutz ter nationalen Minterhetten. Zur Durchführung Der Bestimmungen sind Ausschüsse vvrge- fefren. Die sich aus Deutschen und Polen zusammensehen. deren Vorsitzende aber fämtlicfr vom Bölkeröundsrat bestimmt werten. Die deutsche und polnische Regierung werten aufgefordert, innerhalb 8 Tagen Die Bevollmächtigten für die vorgesehenen Verhandlungen zu ernennen. Die vorgeschlagene Grenze. Paris, 20. Oft. (Havas.) Man veröffentlichte heute die Dokumente über Ober- schlefien. Die dem Dölkerbundsrat und dem Vorsitzenden Den Obersten Rates unterbreitet wurden. gemäß ter einstimmig am 12. Oktober angenommenen Empfehlung. Die Grenze folgt ter Ober, von dem Punfte al\ wo dieser Fluh in Oberschlesien eintritt, bis Riebotschau. Sie läuft dann in nordöstlicher Richtung und läßt auf polnischem Gebiet die Gemeinden Hohenbirken, Wil- helmstale, Raschütz. Adamowicz. Bogunih, Lissek Summ in, Zwenvtoih, Tfreawakenowih. Cobelwih, Wleza. Kriewald, Knurow. Giraltowitz. Preiswitz. Rakoschau, Kunzendorf. Paulsdorf, Rula, Or- zegow. Schöngrube und Hohenlinde. Sie beläßt aus deutschem Gebiet die Gemeinden Oftrog, Mar- kowih. Babitz, Gurek, Stodvll. Riederndorf Wila- harih, Rieborowitzer Hammer. Rieborowitz, Schönwald, Ellguth, Zabrze. Sosniza, Machesdorf, Zaborze, Diskupitz. Bobrek und Schömberg. Don da geht die Grenze zwischen Roßberg, das an DeutscAand fällt, und Birkenhain, das an Polen fällt, in der Richtung Rordwest weiter und läßt auf deutschen Gebiet die Gemeinden Karf, Miechowitz, Stollattowitz, Frirör chrwille, P^akv- witz, Larischow, Ribar, Hanusek, Reuendorf, Ztoorog, Kattenlast, Potembo. Keltsch. ZavadSki, Pluder, Petershvf, Klein-Lagievnik, Skrziblowih, Gwvdzian, Dzielna, Cziasnau, Sorowski, und läßt im polnischen Gebiet die Gemeinden Scharley, Radzionkau, Locken berg, Reu- und Alt-Repon, Darauffolgenden Abkommen Deutschland auferlegten DeparationSzahlun-- g e n für den Handel der Welt nachteilig sind und insbesondere England in Mitleidenschaft ziehen und es gibt seiner Meinung Ausdruck, daß die Zeit für eine Revision der Gesa m t l a g e gekommen ist mit dem Vorhaben, daß jede mögliche Llnterstützung von feiten Deutschlands für den Aufbau der verwüsteten Gebiete in Frankreich gegeben werden soll. Llord Derby über die Washingtoner Konferenz. London, 20. Ott. (WB.) Lord Derby erklärte in einer Rede in Birmingham, die Wa I - hingtoner Konferenz werde die bedeutsamste Konferenz sein, die je stattgefunden habe. Ein Erfolg der Konferenz bedeute Frieden, ein Mißerfolg bedeute zweifellos Krieg, und zwar Krieg in der unmittelbaren Zukunft. Aus der französischen Kammer. Paris, 21. Oft. (WTB.) In der Kammer besprach der Abgeordnete Mandel die auswärtige Politik. Er warf Driand vor, daß er den Friedensvertrag von Versailles kritisiere, dessen Ausführung ihm obliege. Mandel zählt dmrn die Derfehuingen Deutschlands auf und erinnert an die Richtbestrafung der Kriegsbeschuldigten. Der Kommunist D e r t h o n ruft dazwischen: llnfere Generäle wurden auch nicht äbg nrtd.t. — Ter KammerpräsidentPe- ret sagt: Sie haben nicht Recht, von unseren Offizieren und unseren Soldaten, die ihre Pflicht getan haben, so zu sprechen. Ich rufe Sie zur Ordnung. Die französische Politik in Kleinasien. London, 20. Ott (WTB.) „Man chester Guardian" erfährt von zuverlässiger Seite, dah die Verhandlungen zwischen Frankreich und den Kemalisten in Angora durchaus politischer A.t sind. Es bestehe Aussicht daraus, dah ein Abkommen zwischen dem französischen Vertreter Franklin Bouillon und den türkischen Rationallsten auf folgender Grundlage zu- standekominen wird: Frankreich verpflichtet sich, die Türkei bei der Wiedererlangung von Smyrna und Thrazien einschliehlich Adrianopel zu unterstützen. Frankreich erkennt die vollkommene Souveränität der Türkei über Konstantinopel und die Meerengen ohne jede fremde Kontrolle an. Konstantinopel soll von sämtlichen fremden Garnisonen befreit werden. Die Türkei muh jedoch die freie Durchfahrt durch die Meerengen garantieren und darf sie nicht befestigen. Frankreich verspricht der Türkei eine Anleihe zu gewähren und ihr In ihrer Tarifpolitik vollständige Freiheit zu lassen. Die Türkei erkennt andererseits die französische Einflußsphäre gemäh dem Sevres- und dem Dreiländervertrag an und verpflichtet sich, den anderen Grvhmächten keine Vorrechte in demselben Umfange zu gewähren wie Frankreich. Die in einer Reutermeldung aus Konstantinopel erwähnten Verhandlungen zwischen den Franzosen und den Kemalisten über die Ausbeutung der Dagdadbahn sind „Manchester Guardian" zufolge noch nicht so weit fortgeschritten. Oesterreich und das Deutsche Reich. Wien, 20. OEL (WTB.) Auf dem österreichischen Handelskammertag be- sprach der Vertreter der Innsbrucker Handelskammer den Plan einer Arbeitsgemein- " schäft mit den Kammern im Deutschen Reiche, wobei er auf die Erklärung des Deutschen Industrie- und Handelstages Inntote8, der sich zu einer solchen Zusammenarbeit grundsätzlich l bereit erklärt habe. Der Anschluß an das Deutsche Reich, ob man ihn wünsche ober nicht, liege * zweifellos Im Bereiche der Möglichkeit. Vertreter , anderer österreichischer Handelskammern sprachen sich in gleichem Sinne aus: sie wiesen darauf hin, dah Deutschland trotz feiner durch den Friedensvertrag planmähig herbeigeführten Rot age noch immer der wichtigste Faktor der Volkswirtschaft auf dem europäischen Festlande sei. Die Studenten gegen karliftifche Umtriebe. Wien. 21. OEL (WTB.) Die Kammer der deutschen Studentenschaft der Wiener Universität faßte in der vorgestrigen Kammersihung eine Entschließung, in der erklärt wird, dah die deutsche Studentenschaft entschlossen sei, gegenüber den von Tag zu Tag deutlicher hervortretendenkar- listischen Umtrieben, Schulter an Schulter mit allen gleichgesinnten Volkskreisen und ohne 2siiseh«m der Partei gegen die Wiederkehr der Habsburger zu kämpfen, und an den Rektor die dringende Ditte richtet, gegen die Lirlistischen Umtriebe mit den schärfsten Mitteln vvrzugehen. Ein neues portugiesisches Kabinett. P a r i s, 21. Oft. Havas meldet aus Lissabon: Heute morgen wurden von der See her Kanonenschüsse gehört Um Blutvergießen zu verhüten, nahm der Präsident der Republik, wie bereits gemeldet, die von dem Obersten Coelho vorgeschlagene Umorganisation des Ministeriums an. Präsident des neuen Kabinetts und Minister des Innern ist Eoelho. Es wurden weiter ernannt zum Finanzminister Coria, zum Kriegsminister S i m o e s, zum Marineminister Pinto, zum Minister des Aeuhern Deigasimves. Aus dem Reiche. Deichsgliederungsfrageu. •-Berlin, 20. Oft. (Wolff.) ImHaupt- ausschuß des Preußischen Landtages hat der Ministerpräsident Sieger- wald zur Frage der Zentralstelle zur Gliederung des Reiches ausgeführt, daß die Stelle nur begutachtende Befugnisse habe. Sie sei jetzt anscheinend der Auffassung, daß die Länder nicht ohne ihre Mitwirkung unmittelbar miteinander über GebietSaustausch und dergl. verhandeln dürften. Ein solcher Anspruch sei aus den Vorgängen ihrer Entstehungsgeschichte nicht gerechtfertigt. Preußen könne derartige Ansprüche unter keinen Umständen anerkennen. In der Groß-Hamburger Frage schlage Preußen positive Lösungen vor; eine große Denkschrift sei vorbereitet. Den Helgoländern werde die Regierung behilflich sein, einen großen Badeort zu entwickeln. Der Konflikt im Berliner Zeitungsgewerbe. Berlin, 21. OIL Eine Funktionär- versammlung d.er Berliner Buchdrucker nahm gestern zu dem Kampf im Berliner Zeitungsgewerbe Stellung. Alle Redner waren der Auffassung, dah der Kamps des Druckereipersonals des Verlags von Rudlos Mosse die Solidarität aller Buchdrucker bedinge und die Belegschaft von Mosse zum Ausharren aufgefordert werden müsse. Während der Verhandlungen fragte der Reichsarbeitsminister telephonisch an, ob die Belegschaft von Mosse sich unter Vorbehalt bereit erklären würde, die Arbeit aufzunehmen, wenn der Minister sich persönlich für die Einigung einsetze. Das Angebot wurde unter stürmischer Entrüstung von der Versammlung abgelehnt. Ein Antrag, die Bewegung obzubre- chen, wurde gleichfalls abgelehnt. Es wurde dann einstimmig eine Resolution angenommen, die die sofortige Einberufung der Lohnkommission zwecks Beseitigung der Differenzen forderte. Am Montag soll sich eine Funktionärversammlung mit dem weiteren Vorgehen beschäftigen. --—«amncs- nnm Aus Stabt und Land. Gießen, den 21. OtL 1921. Zeh» Gebote bei Beginn des Winters. 1. Laht rechtzeitig den Ofen und den Küchenherd nachsehen,- wenn es fall ist, muh die Feuerstätte vollkommen in Ordnung fein. 2. Sorgt nach Möglichkeit für Wintervorräte, vermeidet jedoch Angstkäufe unter Zahlung von Wucherpreisen. 3. Der Keller muß vor Beginn des Winters noch einmal gründlich gesäubert werden. Seht darauf, dah sich die Schnaken nicht zur Heber- Winterung in Kellerecken zurück leben. 4. In Gegenden mit sehr kalten Wintern sind die Kellerluken rechtzeitig mit Stroh und Lappen zu dichten. Gleiches gilt für Diehställe. 5. Holz, ob kur; ober Ian 3, so ll stets ausge'etzt werden, damit es tüchtig trocfnet. Die kleine Arbeit macht sich hundertfach bezahll. 6. Untersucht Haus und Hof vor Einbruch des Winters auf Vorhandensein von Ungeziefer aller Art. Dasselbe darf unter keinen Umständen zur Winterruhe kommen. 7. Ein wichtiges Kapitel ist die Kleidung. Die sorgsame Hausfrau bemüht sich eifrigst, die Wirter- garberobe in Ordnung zu bringen, damit sie pünktlich zur Stelle ist. 8. Es ist grundfalsch, das Anziehen wärmerer Kleidungsstücke der Abhärtung zulieb an kühleren Tagen hinauszuzögern. Oft ist eine schwere Lungenentzündung die Folge dieser HnachtsamleiL 9. Achtet überhaupt in der Uebergangszeit vom Sommer zum Herbst auf euern Körper. Leichtsinn macht sich gerade in dieser Zeit oft bitter bezahlt. Heröstmonate sind allzeit durch erhöhte Sterblichkeit ausgezeichnet. 10. Trotz allem aber genießt die Ratur, solange es eben möglich ist. ** Amtliche Personalnachrichten. Durch Entschließung des Hessischen Landesamts für das Bildungswesen wurde der Lehramtsreferendar Theodor Schweisgut zu Darmstadt zum Lehramtsassessor emannL — Ernannt wurde am 12. Oktober der Fußgendarm i. R. Adam Egly zu Friedberg zum Gefangenaufseher am Amtsgerichtsgefängnis Friedberg. — In den Ruhestand verseht wurde am 14. Oktober der Lehrer an der Volksschule zu Frischborn im Kreise Lauterbach Heinrich Schneider aus sein Rachsuchen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste. ** Oberhessischer Kunstverein. Morgen vormittag ll1/» Hhr wird der Vorsitzende der KünstlerschafL Professor Beyer, in Gegenwart des Vorstandes des Kunftver- eins die Ausstellung von Werken der Hessenkünstler persönlich eröffnen. Zu dieser Eröffnungsfeier werden die Mitglieder des Kunstvereins und deren Angehörigen eingeladen. Infolge der gelinden Witterung bleibt die Ausstellung in nächster Woche noch täglich geöffnet. ** älm die Tagegelderder Staatsbeamten an die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse anzupassen, wurde der bisherige Teuerungszuschlag zu den Tagegeldern und Hebemachtungsaebüyren von 50 Prozent auf 150 Prozent erhöht. ** Amer ikanis che Liebesgaben. Das Hilfswerk unserer deutschen Stammesver- wandten und Freunde in Amerika hat durch das sogenannte Central Relief Comite schon viel Elend gelindert. Reuerdings sind nach Gießen, und zwar an das Wirtschaftsamt der Studentenvertretung 2 Fässer Honig, 1 Faß Milchpulver und ein Sack Reis, sowie an den Wohlfahrtsausschuß des Kreises je ein Faß Milchpulver, Mehl und Reis verteilt worden. ** Die Feuersirene wird morgen, Samstag nachmittag 4 Hhr, probeweise in Tätigkeit gesetzt. •• Wie Ramen jetzt geändert werden. Für die Behandlung der Gesuche um Aen- derung des Familien- oder Vornamens sind neue Bestimmungen getroffen worden. Der Gerichtsschreiber bei Amtsgerichts übersendet die Ausfertigung der Ermächtigungsurkunbe dem Gesuchsteller durch vereinfachte Zustellung, wenn er es ihm nicht gegen Empfangsbekenntnis übergibt. Andere Beteiligte außer der Ehefrau und den Kindern erhalten beglaubigte Abschriften. Ein etwaiger Stempel ist vorher zu zahlen. Die Aen- berung des Familiennamens wird erst nach der Ausfclgung der Urlauben wirksam und dann bekanntgemacht. Ablehnende Entscheidungen werden nicht veröffentlicht. Beglaubigte Abschriften gehen an das Standesamt. Ist die Geburt ober Heirat weder in einem deutschen Personenstandsregister noch Zivilstandsregister beurkundet, so zeigt der Gecichtsschreiber die Namensänderung der zuständigen Regierungs-Abteilung für Kirchen- und Schulwesen, von Huden dem Amtsgericht mit. Bei Bestraften wird die Qlenberung auch der Strafregisterbehörde und der Polizei'des Wohnorts angezeigt, wenn nicht der Strasvermert im Strafregister und in den polizeilichen Listen getilgt ist. ** Ring» und Bo xkämp f e int Einhorn. Gestern abend traten zunächst der starke Oeflerreicher Zilch gegen den Altmeister Hihler zum Entscheidungsringkampf an. Der routinierte Ringer Hihler hatte gegenüber den an Körperkraft und Gewicht überlegenen Gegner einen schweren Stand. Aber er griff dauernd lebhaft an, und drängte Zilch in die Defensive. Rach einer Gesamtzeit von 42 Minuten faßte Hihler Kopfgriff, der den Oesterreicher glatt auf beide Schultern brachte. Dann betraten Christensen und Fürst den „Ring", um sich in einem 10-Runden-Box- kampf neuerdings zu treffen. In der 4. Runde hagelte es eine Reihe von „Schwingern", die Fürst gut ab deckte, um dann plötzlich eine Blöße Christensens auszunutzen und einen kurzen rechten „Hacken" zu „landen", der Christensen zu. Boden brachte, bis die Zeit ausgezählt war. Sieger blieb also Fürst. — Heute, Freitag, fällt Vie Entscheidung und zwar treten an: Christensen gegen Hihler im freien Stil, wobei alle Griffe erlaubt sind, ringen Zilch gegen Achner. Borno Uzen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater, 7 Ülhr: ..Was ihr wollt". — Physikalisches Institut, 8 Hhr: Lichtbildervortrag des Vereins Rudersport Gießen 1913. — Hotel Ern- Hom: Ringkämpfe und Varietä. — Der Raturheilverein schreibt uns u. a.: Anläßlich der gegenwärtigen Ausstellung der „Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" in der Universität sind wir gezwungen, diesmal unser Bekenntnis zur Ratur- heillehre im Kampfe gegen die Geschlechtskrankheiten in den Vordergrund zu rücken und veranstalten zu diesem Zwecke einen Vortrag des Herrn Dr. med. E. Silber, Frankfurt a. M, am Mittwoch den 26. Oktober, abends 8 älhr, im großen Saale des Hotels Einhorn über das Thema: „Salvarsan -, Quecksilber- oder Ra- tur Heilbehandlung?". Der Vvrttag wird die unerlählichc Auseinandersetzung mit der gegenwärtig in unserer Stadt tageirden Ausstellung in für jedermann gemeinverständlicher Form bringen. Wettervoraussage für Samstag: Dunstig, wollig, meist trocken, Temperatur nicht verändert, weslliche Winde. Heber Rorddeutschland ziehen Randwirbel der von dem atlantischem Ozean ostwärts ziehenden Depression. Das unbeständige Wetter wird auch morgen noch anhallen. Landkreis Gießen. Weizen als Ackerzins. x Lich, 20. Oft. Bei der heutigen Ackerverpachtung in Gr üningen wurden für den Morgen (2500 qm) durchschnittlich 6 Zentner Weizen geboten. ♦ X Lollar, 21. Ott. Heute sind es 50 Iah re, daß der Former Heinrich Rutz aus Lollar auf der Main-Weler-Hütte der B u - derus'Ichen Eisenwerke in Arbeit steht. Dem Iubilar, der in voller Rüstigkeit noch regelmäßig seine Schichten verjährt, wurde von der Werksverwaltung heute aus diesem Anlatz ein namhaftes Geldgeschenk überreicht. x Rüddingshausen, 20. Oft. Bei der Treibjagd im Gemeindewald wurde aih Montag neben einer guten Strecke Rehe und Hasen auch ein Fuchs geschossen, der ein Lederhals- banb mit Ring trug. Der Eigentümer des Fuchses kann das Tier bei Fvrstwart Kalberbach abbolen. Kreis Alsfeld. x Groß- Felda, 20. Ort. linier Kriegerdenkmal macht gute Fortschritte Es wird wohl wohl am Totensonntag eingeweiht werden. Der künsllerische Entwurf stammt von Professor Walde, während die Ausführung der Firma Werne r-Hungen übertragen ist. — Die bei der hier das Ortsnetz bauenden Rheinischen Elektrizitäts-Aktiengesellschaft beschäftigten Arbeiter opferten für Oppau pro Person 23 Mk. Die Firma selbst stiftete 150 000 Mk. Hessen-Nassau. Tagung der Schulze-Delitzschen Druosseu- schäften. ^Wiesbaden. 18. Oft. Die Tagung deS 58. Allgemeinen deutschen Genossenschaftstages der Schulze-Delihschen Genossenschaften, die vom 16. bis 22. Oktober hier stattfindet, ist aui allen Teilen Deutschlands auhervrdenllich zahlreich besucht: es sind über 800 Delegierte hier anwesend. Gestern abend fand im Kurhause eine Vorversammlung statt, bei der Geh. Iustizrat Dr. Alberti (Wiesbaden) die Versammlung begrüßte: musikalische und gesangliche Aufführungen boten reiche Abwechslung. Heute vormittag 9 Uhr wurde die erste Hauptversammlung im Winter- gatten abgebalten; sie gestaltete sich in ihrem ersten Teile zu einer ehrenden Kundgebung für den Anwalt der Genossenschaft, Professor Dr C r ü g e r, der vor 25 Jahren auf dem damaligen Genossenschaftstage zum Anwalt gewählt wunde. Crüger ist heute unstreitig der bedeutendste Kenner des deutschen Genossenschaftswesens und hat während dieser 25 Zähren unermüdlich mit Wort und Schrift für feine Sache gekämpft; deshalb fanden auch die Worte, die ihm Geh. Iustizrat Dr. Alberti widmete, begeisterte Zustimmung. Im Ramen der Genossenschaft Überreste der Redner dem Jubilar dessen von Künst- lerhand entworfene Dronzebüste. An den ersten Redner schlossen sich mit ihren Glückwünschen die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der Genossenschaften, der Reichsbank, der Handelskammer usw. Dann erstattete Dr. Crüger den Iahresbericht, der ein interessantes Bild der genossenschaftlichen Bewegung und der Gefahren bot, die unserem Wirtschaftsleben drohen, zugleich aber erkennen lieb, welche gewaltige Bedeutung die Genossenschaften an dem Wiederaufbau unseres Vaterlandes haben. Der Streit in der chemischen Industrie. fd. Frankfurt a. M., 20. Ott. Zum zweitenmal tagte der Höchster Schlichtungsaus- schuß in Frankfurt, um über den Einspruch der Arbeiterschaft wegen der frisllosen Entlassung Beschluß 'u fassen. Die Arbeitnehmer begründeten ihren Einspruch damit, daß von einer Stillegung &er Betriebe nicht die Rede sein Vnne, weil noch viele Arbeiter weiterbeschäftigt worden seien. Es handele sich also um eine Aussperrung. Die Arbeitgeberverbände betonten demgegenüber, daß eine Stillegung tatsächlich erfolgt sei, selbst die Rotarbeiten seien verhindert worden. Erst durch das Eingreifen der Besatzungsbchörden hätten die wichtigsten Arbeiten verrichtet werden können. Der Schiedsspruch des Ausschusses entschied dahin, daß die Stillegung der Farbwerke berechtigt war Die Arbeiter seien entlassen worden, womit auch die Arbeiterräte ihrer Funktionen enthoben seien Die Betriebsstillegung charatterisiere sich in Dem von den Arbeitern her v oraeruf eiten Konflikt als eine Kampfhandlung. Der Schuh im Blut. Roman von Horst Dvdemer. 17. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) llnb dieser Fehler wird Sie auch noch oft unter die Hainbuchen treiben! Beim Menschen kommt eS doch nicht nur auf „den Schutz ira Blute" an, auch auf das Vorbild, das unterscheidet uns vom lieben Vieh! Warten Sie ab, wenn die Kinder erst großer sind, dann werden Sie mir recht geben — wenn wir beide eS erleben! Ich wünsch es uns wahrlich nicht!" Heiß und kall lief es dem Octonomierat über den Rücken. „Himmelkreuzdonnerwetter, ich chab mich noch nie im Leben verrechnet!" „Doch! llnd zwar gründlich! . . . Wie war eS mit dem Baron Züschen? Erst wunderschön, und als er die vornehme Frau hatte, blieb ein gnädiges Winken aus dem Kraftwagen übrig ... Za —a, da machen Sie ein langes Gesicht, Herr Odonomierat! ilnb daß keine Schandtat draus wurde, waren nicht Sie und der Henner dran schuld, sondern — die junge Frau! Eigenllich ist's selbstverständlich, aber das hat mir an ihr gefallen!" „Guste, bist du des Teufels?" „Keine Spur bin ich das! Und ich red ja schon lange nichts mehr, wenn ich nicht gefragt werde. Wer sich im Leben nicht mit diesem und jenem abfinden kann, ist ein Harr! Aber mit dem Baron Züschen haben Sie sich doch gründlich verrechnet. Der wo'lte schon tun, und das ließ sich die junge Frau gern gefallen, denn die war anders Leben gewohnt, als es die Wär- hahns ihr bieten. Wie er aber mehr wollte — 0, der Baron wird sehr vorsichtig gewesen sein, der kennt seine Leute — hat ihn die junge Frau gründlich abfallen lassen, ilnb nun bleibt's bei einem Händedruck im Kreistage, einem Prosit in der Kaiserpfalz in Fritzlar, und höchstens bei einer Iagdcinladung. Ratürlich vergißt er nie die besten Empfehlungen an „die liebe Frau Marie". Alnb ein Seufzer über sein Eheglück wird wohl hinterherkommen I" „Woher weißt du denn das? Welche Hintertreppe . . ." „Ach Gott, Herr Oekvnvmierat, ich weiß gar nichts, als was ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe! Hnb das andere den? ich mir dazu« Und daß es stimmt, weih ich nun auch!" Am liebsten wäre er sofort wieder in dem Hainbuchengang auf- und abgewandert, um sich einen klaren Kopf zu schaffen, aber da hätte die Guste gemerkt, wie der Hieb gesessen hatte. Sie sollte sich nicht einbilben, daß sie im Rechte war. „Das ist Weiberiratschl Llnd 'im übrigen mochte ich wissen, warum sich die junge'Frau bei ut'3 nicht riesi" wohl fühlen sollte, du weiht da m^t so genau Die Mamsell wußte genug, aber sie kniff die Lippen aufeinander. Ihren Herrn kannte sie, dem lag jetzt das, was sie gesagt, tote Blei im Magen. Er mußte das erst verdauen, und von heute auf morgen bekam das Christoph Wär- hahn nicht fertig. Rachdem er am Abend mit seinem Sohne zusammen Wirtschaftsbücher durchgesehen hatte, sagte er: „Henner, ich hab darüber nachgedacht, so un- recht hat Maria nichts ohne es zu wollen, haben wir Hänschen doch sehr vorgezogen! Das mutz anders werden! Und im Winter fahr mit deiner Frau mal ein bißchen weg. Ich glaube, sie hungert nach der Welt da draußen, wenn sie auch so anständig ist und nichts sagt!" Der griff mit beiden Händen zu. Er hungerte auch. Und mit einer jungen, hübschen und llugen Frau lieh sich doch jeder Ehemann gern sehen. 8. Maria freute sich sehr auf die Reise. Einmal raus aus der Eintönigkeit! ilnb den Henner wollte sie schon dahin bringen, dah er öfter mit ihr in Zukunft auÄflog . . In Wiesbaden trafen sie mit ihrem Bruder Ernst zusammen. Bisher hatte er sie nur zweimal kurz besucht Seine Tüchtigkeit hatte ihn zum vermögenden Manne gemachL nun wollte er heiraten. ®r sprach mit seiner Schwester sehr offen über seine Pläne. „Ein Kaufmann kann nie genug Kapital hinter sich haben. Ist dir Gelegenheit günstig, will ich mich selbständig machen. Ich bin auf der Suche. Eine reiche Braut findet man in den Kurorten. Wahrscheinlich fahre ich nach der Schweiz rodeln. Aber kommt nur nicht miti Deinem Mann sieht man nämlich auf bunbert Schritt den Dauern an, und mit einem einzigen Koffer reift er auch. Bring ihm wenigstens etwas weltmännischen Schliff bei Bor allen Dingen muh er sich anziehen lernen. Du hast doch Geschmack!" Maria fand die Worte ihres Bruders sehr verständig. Der hatte ja immer recht. Ilnb wenn der Henner erst die genügende Anzahl Fracks. Smokings und Gehröcke im Schranke hä»gen hatte. würde er sie auch anziehen wollen. Zu versäumen hatte ihr Mann nichts, der Schwiegervater war ja doch Selbstherrscher auf dem Gute. Ernst Sitten fuhr eines Tages sehr plöh« lich ab Bier Wochen später war er verlobt, wie sein Herz es wünschte. Der Henner aber wandelte tadellos gelleidet mit seiner hübschen Frau durch Wiesbaden, rief die Woche zweimal feinen Vater durch den Fernsprecher an, um sich berichten zu lassen, wie eS den Kindern gehe, und was die Wirtschaft mache. Manchmal sprach auch Maria ein paar Worte. Sie hörte, wi« sich ihr Schwiegervater darüber freute, und dann axir sie nicht auf den Mund gefallen. An einem Sonntage, zwei Tage nach ihr« Rückkehr, kam der Baron Züschen angefahren. .Da bin ich endlich einmal wieder! War S schon auf Reisen, siebe Frau Marie? Ia, und dieses Mal stehe ich vor Ihnen als Bittsteller mit dem Hute in der Hand!" Der jungen Frau war Züschens Kommen sehr recht Sie hatte nie gezweifelt, daß er eine« Tages wieder auf der Bildfläche erscheinen wurde. Daß es so bald sein würde, hatte sie allerdings nicht gedacht. Anscheinend fing ihm bereits daS Sheleben an langwellig zu werden. Ein bitzchen zappeln wollte sie ihn lassen — und dann mit auSgestrectter Hand die Tür weisen. So eine Reife machte den Menschen doch frisch — spaun- träfttg! „O, v. als Bittsteller? Baron, das ist ja geradezu köstlich! Also sagen Sie Ihr Sprüc letn auf!" (Fortsetzung folgt> Gerichtssaal BilligeKleider und Blusen ll äMte i| _ i* ci. j u tt-1 « non mit SRMSüiMS erhalten Sie durch SelbetfUrben wie neu mit Londorf Nordeck 21. Oktober Hlatitiit ätstnitiihit 8itj(i Muwttln SWl«. M _Ä * « m» i e. G. m. b. H. Ausschußsitzung 2. 3. 51 ebner: P. kreh. (Eintritt 5R. 1.00. Winter-Wäsche uei&. Der Vorstand. 11215 werd.snchgem. u-vreiS- rocrtgeüiinmtiLtepar. G. Eberl, feiemacher Sietzeu. JJloffftt. 11. Stiln»ieru.Revnral.d. Fa. Rudolph, Gienen. Wandern und Reisen, Bäder. -j- Gedern. 19. Oft. QIm Dienstagabend fand im Gasthaus .Zum kühlen Grunde" ein gut besuchter Lichtbildvvrtrag über den Vierwaldstättersee statt, der in erster Linie unserer DHT- Zugendgruppe galt. Der Vortragende, Bauingenieur Zeckel, sprach auch über die historischen Stätten der Tellsage. — Weitere llnterhaltungS- abende sollen folgen. — Der hiesige Zweigverein des DHT. ist auf 141 Mitglieder angewachsen. ist in reicher Auswahl am Lager Fritz Nowack Ausstattungsh aus PaM-Mc». Die Instandsetzung dieser bringe in empfehlende Erinnerung. 013828 H. F. Ranech, Vöberitrafre 7. Für die überaus zahlreichen Glückwünsche anläßlich meines Amtsjubiläums danke ich herzlichst Ludwig Schäfer Chemisches Laboratorium Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Gustav Boeger und Frau Kath. geb. Vogel Deutscher Bund für chrißl.-tmsel. Erziehung in §an§ n. 6Me (Ortsgruppe Gießen) Samstag, den 22. Oktober, abends 8Uhr, in der Iohanneskirche Gberheff. Kunftocrein Die Ausstellung des Verbandes bildender Künstler in Hessen und der Zreien Vereinigung Darmstädter Künstler wirb morgen Samstag, 11'/- Uhr, eröffnet, wozu die Mitglieder des Kunstvereins und deren Angehörigen besonders eingcladeu werden. Ter Vorsitzende: Keile r, Oberbürgermeister.limv Sonntag, 23. Oktober, in 4 Schaufenstern Ausstellung jetzt enchienener Handarbeits-Neuheiten! oon Dtettor IDinfizi, ZMkMl tUltei: Vorwärts! Aufwärts! Unsere Forderung an Erziehung und Schule der neuen Zeit. 11117 Alle evangelischen Männer und Frauen sind Herz, lich dazu eingeladen. (Eintritt frei j Wiki-Haushaltfarben Waschechtes Schwarz auf wollene Strümpfe. Rehönate Gardinen färben. Herrliche Eierfarben. 40jährige eigene Facbkenn'nisse der Hersteller. Beste Güte. Verlangen Sie nur ,Wikie und Sie werden zufrieden sein. 5. Anträge. Anträge, welche zur Beratung kommen sollen, müsien spätestens drei Tage vorher schristllch ein- gereicht werden. Wir ersuchen unsere Mitglieber und deren Frauen, in der Generalversammlung recht zahlreich zu erscheinen. Die neuen Geschäftsberichte liegen in den Der- teilungsftdlen zur Enigegennahme bereit 1I0Mc Der Aussichisrai: 3. A- Deiters. Ersatzwahl für den Vorstand. 4. Ersatzwahl für den Aufsichtsrat. Montag, den 31. Cft. 19*21, abends SVi Uhr, im Mewerkschaftshaus. Tagesordnung: Abäudernog der Dienstordnung. Der Dorfitzende des Vorstandes. Ad. Dolz. 11208c Klavierstimmen und Reparaturen. W. Schlüter, Klaviermacher,01 15 Schottatraßc 15. Die Kartostelversorgung. spd. F u l da. 20. Oft Dem hiesigen städtischen Fürforgeamt stellte Domänenpächter S s s e r - □keuenberg 200 Zentner Kartoffeln für not- leidende Kriegshinterbliebene zum Preise von 30 Wart pro Zentner zur Verfügung. ßonbtoirt Louis D. aus TDetzlar wird beschuldigt, am 22 April ZX. ZS. dcrS Offizier- und linier- oftiziertorpS der AeichSwe h r durch die IDorte: Lumpengesindel. Faulenzer, Spitzbuben und Der- bred-er, und den Unteroffizier H. durch die □Borte: Schweinehund, Spitzbube und Faulenzer beleidigt zu haben. Der □Ingeflagte gibt die ‘Beleidigung des Zeugen Sy zu, bestrettet aber. das Oftizier- unb llntervffizierkorps beleidigt zu haben. Er will von dem Zeugen H., der an jenem Tage auf der Bleiche im Graic mit anderen Fuft- ball gespielt und auf die Duftvrderung de» 2tage- floaten, dieS zu unterlassen, nicht reagiert haben soll, gereizt worden sein. Der Zeuge Sy bekundet, daft der Angeklagte sofort zu schimpfen anfing, als er ihn erblickte, und dah sich des □Lngeflugten Schimpfworte auch auf das Offizier- und llnter- oftizierkorpS l/ogen. Der Angeklagte wird zu einer Geldstrafe non 100 QEL verurteilt. — per Karussellbesitzer Zoh. S. von hier wird beschuldigt, Anfang Mai dS. ZS. eine chm gehörige Wohnung an den Mechaniker Sy vermietet zu haben.'Dbne vorher dem Wohnungsamt von dem Freiwerden der Wohnung Mitteilung gemacht zu haben.Gegen die ihm dieserhalb durch Strafbefehl zudlflterte Geldstrafe von 300 ML hat der Anaeklagte Einspruch eingelegt Der Angeklagte gibt den Sachverhalt im allgemeinen zu. Das Freiwerden der □Löhnung will er dem □LohnungSamt angezrigt und gebeten haben, die Familie die wohnungS- IvS war bei ihm einzumieten. Bevor eine Entscheidung darüber ergangen war, habe er die □Löhnung der Familie Sy vermietet und biefe sei erngezogen. Die Geldstrafe wird auf 100 ML ermätzigt Kirche und Schule. X M u s ch e n h e i m. 19. Okt. Am Sonntag wurde hier daS diesjährige G u stav-Adolf- fest für das Dekanat Hungen unter grober Beteiligung befeiert. Festprediger war Pfarrer □Leib von Bieber bei Offenbach: Pfarrer Gockel von Hungen legte den Rechenschaftsbericht des Solmser Zweigvereins vor, und zuletzt sprach Pfarrer Waldeck von Wohnbach. Ein gut besuchter Familienabend bildete die Aachfeier. Die Gesamtkollefte ergab 1450 Mark, die den Diasporagemeinden Heuhenftamm, Herbstein und den Unterstützungsfonds für die Wolgadeutschen und die Evangelischen in Spanien überwiesen wurden. Aus dem Amtsverkündignngsblatt. Turnen, Sport und Spiel. — Deutsche Kampfspiele 192 2. Immer mehr zeigt es sich bei Betanntgabc der Programme und Wettkampsbestimmungen der Kampfspiele, welche Bedeutung diese für den deutschen Svort haben werden. Gingeleitet werden die Spiele durch eine grohzügige Wintersportwoche in Garmisch-Partenkirchen. Hier kommen in der Zeit vom 21. bis 29 Januar eine grobe Reihe von Skiwettbewerben zum Austrag. Gleichzeitig veranstaltet der Deutsche Eislauf-Berband auf dem Ri seriee seine Deutschen Meisterschaften im Schnellaufen und Kunstlaufen, ferner die sogenannten Meisterschaften der Kampfspiele und noch einige Zunioren- wettbewerbe. 3n großzügigster Weise ist sürDer- pflegung und Unterkunft der auswärtigen Teilnehmer gesorgt worden. Man rechnet mit einer Teilnahme von über 2003 Sportsleutrn. — Die Schwimmwettbewerbe werden in der Zeit vom 26. Zuni bis 2. Juli im Deutschen Stadion ausgetragen werden. 27 Wettbewerbe sind ausgeschrieben worden. Der Haupttag ist Sonntag, 2. Juli. Meldungen sind bis zum 15. Mai einzureichen. — Auch der deutsche Kraftsport hat sich für den 26. Zuni bis 2. Zull das Stadion als Kampfstätte ausersehen. Zur Entscheidung gelangen Ringlümpfc, Faustkämrfe, Tauziehen und Gewichtheben. — Das auserlesenste Programm liefern die Fußballer. Sie bieten das Entscheidungsspiel um die Deutsche Meisterschaft, sowie die Dor-, Zwischen- und Endrunde des Bundespokals, so daft der deutschen Fuhball- todt ein selten grobes sportliches Ereignis bevorsteht. ♦♦ Das Amtsverkündigungsblatt Ur. 148 vom 20. Oktober enthält: Bekanntmachung der Landeswahlkommission. — Einkommen- fteueranteilc. — Reichseinkommensteuer. — iln- terrichtsbeginn an den Landwirtschaftlichen Schulen in Grünberg und Lich. — Die Abgeltung der Anträge der Kriegsgefangenen auf Rachbewil- ligung der Löhnung und Entschädigung für infolge Gefangennahme erlittene Berluflc. — Zuckerver- brauchsregelung. — Derarbeitung von Kartoffeln in Brennereien. — Bekanntmachung betteif.mb die zur Ueberwachung des Diehhandels getroffenen Anordnungen. — Dienstnachrichten. Dom Einkommen st eueranteil der Gemeinden. Die Hauptstaatskasse ist angewiesen worden, den nachstehenden Gemeinden alsbald die beigesehten Beträge a b s ch l ä g l i ch zu überweisen: Albach 330 ML, Allendorf an der Lahn 3570 Mk., Allendorf an der Lumda 940 Mk., Allertshausen 700 Mk., Alten-Buseck 2990 Mk.. Annerod 1483 Mk., Bellersheim 1900 Mark, Beltershain 1250 BH., Bersrod 280 Mk., Bettenhausen 960 Mk., Beuern 530 Mk.. Birklar 2180 Mk., Burkhardsfelden 1840 Mk., Climbach 440 Mk., Daubringen 3380 Ml., Dorf-Güll 1860 Mark Eberstadt 1570 Mk., Garbenteich 2950 Mk., Geilshausen 870 Mk., (Ziehen 546 780 Mk., Göbelnrod 1240 Mk.. Grohen-Buseck 2630 Mk., rz. Gietzen, 19. Okt. Wegen fahrlässiger Tötung hat das Landgericht Gieren am 9. Ro- vemder v 3. den Lvkomotwführer Ernst Hanson und den Heizeranwärter Bär zu Strafe verurteilt. Am 5. Juli 1920 fuhren die beiden Angeklagten einen Zug nach Laubach. An einer Stelle wo die Bahn g leise die Landstrabe kreuzen, hat die Strecke leine Barriere oder sonstige Sicherhettsvvrrichtung. sondern ist Völlig ohne Schutz. Die Züge müssen deshalb vor der Stelle halten und die auf der Lokomotive befindlichen Bahnbeamten haben die Pflicht, sich davon zu überzeugen, datz die Strafte frei ist. An genanntem Tage fuhr nun der Landwirt B. mit lernern 6jährigen Söhnchen auf einem Wagen die Land- strafte entlang und wollte die Schienen kreuzen. Die Angeklagten hatten eS aber unterlassen, zu halten und nach der Strafte zu sehen: der Z tg fuhr deshalb über den Wagen des B. hinweg. Io bah das Söhnchen durch Heber fahren getötet wurde, während der Batet sich retten konnte Das Landgericht hat die beiden Angeklagten für das Unglück verantwortlich gemacht. In ihrer R e v i s t o n bestritten sie, fahrlässtg gehandelt zu Haden. DaS Reichsgericht verwarf jedoch daS Rechtsmittel als unbegründet. Uxl Wetzlar, 20. Okt. Aus der letzten Schöffengerichtssitzung. Der Seiler und Drohen-Linden 2C 860 Mk.. ®nmbetg 10640 Mark, Grüningen 2480 Mk., Harbach 580 Mk-, Hattenrod 350 □KL Hansen 1870 Mk.. Heuchelheim 28 430 BIL, Holzheim 3030 □KL. Hungen 13 630 ML. Inheiden 1030 ML. Kesselbach 1540 Mark. Klein-Linden 13 430 ML. Langd 1310ML, Lang-Göns 5090 ML. Langsdorf 1500 ML. Sauter 1010 ML. Leihgestern 6400 ML, Lich lObOO Mark. Lindenstruth 1380 ML. Lollar 27 400 ML, Londorf 3670 ML. Lumda 1030 ML. Mainzlar 7350 ML. Tiünftcr 1150 ML. Mufchenheim 2120 Mark, Rieder-Bessingen 580 ML. Ronnenrvth 280 ML. Obbornhofen 2260 ML. Ober-Bessingen 770 ML. Ober-Hörgern 1770 ML, Odenhaufen 620 ML, Oppenrod 500 ML. Queckdorn 1930 ML, Rabertshausen I 570 Mk. ReinhardShain 720 Mk.. Reiskirchen 1450 ML. Rodheim 1020 ML. Rödgen 2360 ML. RöthgeS 380 ML. Rüddingshaufen 1180 ML. Ruttershausen 1050 Mk.. Saasen 2290 Mark. Stangenrod 1010 ML. Staufenberg 380 Mark, Steinbach 2533 ML. Steinheim 1650 ML, Stockhausen 2220 ML. Trais-Horlvfs 3060 ML. Treis an der Lumda 2210 ML. Trohe 570 ML. Utphe 1630 ML. Dillttwen 650 ML. Watzenborn 9590 ML. Weickartshain 2400 ML. □Deiters- Hain 1300 ML, Wieseck 13 460 ML. Winnerod 230 ML Zuckerversorgung. Für den Monat Oktober werden im Landkreis Dieben 1000 Gramm Zucker auf den Kopf der Bevölkerung ausgegeben. Es können auf die Zuckermarken 209,210.211 und 212 je 250 Gramm - 1000 Gramm Zucker bezogen werden. Mtt Ablauf des 30. Oktober verlieren die □Harten ihre Gültigkeit. Sonntag, den 23. Oktober 1921, nachmittags 3*/, Uhr, im Saale des Gewerkfchaftshauses Tagesordnung. Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr a) des Vorstandes. b) des Aufsichtsrates. Genehmigung der Bilanz und Beschlußfassung über die Verteilung der Erübrigung. - König Ludwig von Bayern al« SportSmann König Ludwig von Barcrn. Der fen Ableben aus Sarvar gemeldet wird, band auch in naher Bezlehung zum Rennspott. Seine Pseroe besonders Eiffllo, Artillerie. Sunihild. 2 oi omir und Alamund batten eine Reihe von Erfolgen zu verzeichnen. Sie liefen unter dem Rainen Königlich Bayrisches Privatgestüt Leutstetten. Zn Leutstetten bet Mühltal unterhielt König Ludwig selbst eine BolTblu^udX. Der König war des öfteren Gast bei den Rennen *u Münchcn-Riem. wo seine Pferde die hauptsächlichsten Erfolge zu verzeichnen »allen. — FreiherrvonBerchem. einer unserer besten Herrenreiter, will sich nach Schluft der Saison vollständig vom Rennsport zurückziehen. Der cbcmaliac 3. Garde-Ulan war im Zähre 1912 mit LL v. Egan-Krieger zusammen unser bester Herrenreiter; beide hallen 61 Sieg es ritte zu verzeichnen. An diesen groben Erfolg fnüpfte ei im Zähre 1919. dem ersten Zähre nach dein Kriege, in welchem wieder Herrenreiter zugelassen waren, an und kehrte bei 59 Ritten 17mal als Sieger zur W-age zurück. Zn diesem Zabre steht Sveibcrr roro Berchcm bisher an vierter Stelle. 3m ganzen bat er während seiner Rennkarriere 201 Sieges ritte des Vereins Rudersport findet nickte wie angekündigt, am Freitag den 28. b. M., sondern heute Freitag den 21. Oktober statt. 11228v i Die glückliche Geburt eines kräftigen : gesunden Jungens zeigen erfreut an Ernst Rödel ♦ und Frau Emma geb. Diedenkapp fpb. 5TanffuTta.BL.20. Ott. An der Hauptwache wurde in einer der letzten Dächte ein Dackenheimer Einwohner, der etwas schwankend seinen Penaten zu steuerte, von einem etwa 30jährigen Menschen überfallen, Das wäre nichts Auffälliges. Aber der Räuber benutzte zu seinem Lieberfall einen eigens zu solchen Zwecken dressier- ten Hund, der auf das Opfer IvSgelassen wurde, 2llS der erste Lieberfall nicht gelang, probierte es der Räuber später in der fttilen Bockenheimer Landstrahe zum zweitenmal mit demselben Opfer, diesmal mit dem Erfolg, daft die Brieftaidie verloren ging. Auch bei diesem lleberfall leistete der Hund seinem Herrn beste Dienste. Der moderne Räuber konnte noch nicht ermittelt werden. fpd. Frankfurt a. M^ 20. Cft. Der Werkmeister Wilhelm Hahne aus Wattenscheid hat in zahlreichen süddeutschen Städten viele Firmen um erhebliche Summen dadurch b e t r o g e n, daft er ihnen die Lieferung von billigen Kohlen aus einer Zeche in Westfalen, bei der er angestellt sein wollte, in Aussicht stellte und sich darauf Borskhüsse geben lieft. Zn verschiedenen Fällen find Geschäfte um Tausende geprellt worben. fpd Frankfurt a. M, 19. Okt DaS Gewerkschaftskartell läht durch ein hiesige- Geschäft gröbere Mengen arnerikanischerllni- formen, die noch gut erhalten sind, Aum Berfauf bringen. Die Uniformen kosten pro Stück 153 ML fpd. Bebra, 20. Okt. 3m Waschraum des hiesigen Bahnhofs lieft eine Dame ihre Ringe vonhohemWert liegen. Als sie später im Zuge den Verlust bemerkte und von einer anderen Station aus depeschierte, waren die Dinge selbstverständlich verschwunden. Der Untergang alter Weltstädte, ein Warnungssignal für unsere gelt, ist bas Thema, über welches am Freitag den 21. Oktober, abends 8 Uhr, im „Felfenkeller", Vahnhofstrafte, gesprochen wird. BMMOMomet Ortsgruppe Tieften. Samstag, den 22. Oktober 1921, abends 8 Uhr findet im .Felsenkeller-, Bahnhofstraße, eine öffentliche Versammlung mtt folgender lagesorbnung statt. 1. Bodenreform u. Landgesetz (Redn: Lehr.Diez,Lichs 2. Wie stehen die polit. Parteien zur Bodenreform? Hierzu sind die Landtagsbanbidaten der poll- tischen ‘Parteien persönlich eingeladen, um ihre Stellungnahme zur Dobenreform zu bekunden. Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abteilung A wurde heute eingetragen: Firma Konrad Gönsch, Ingenieur in Lich. Inhaber: Ingenieur Konrad Gönsch m Lich. Geschäftszweig: DnftaÜationsburcau für elektrische Anlagen. Lich, ben 19. Oktober 1921. 11218D Hessisches Amtsgericht. Meine Gardinen-Spezial-Abteilung enthüll in reicher Auswahl Gardinen aller Art zu mäßigen Preisen 1,eT,c Fritz Nowack Ausstattungshaus zu verzeichnen. — Dom Deutschen Zagdschuhver- ein. Dcr Landesverein Rassau deS Allaeireinen Deutschen Zagdschutzvereins, Lvnde^vorsta'd G af von Schmisfing-Kerstenbrock. zäh'.l zur Zeit 1038 Weidmänner, die sich auf 18 Bezirksvereine ttr- teilen Dre meisten Bi tc.ii.-bev. n faftt der BezirkSvcrein Wiesbaden (Ciact Vorstand Rittmeister a. D. von Miquel-W e. baden, stellv Dorstand Direktor ©ommcr-BieM-b An zweiter Stelle folgt der Dezirksverein Franyurt am Main. Dorstand H. H Hauck-Franks irt, mU 172 Mitgliedern vor dem Dezirksverein L:mburg, Dorstand Dr. Wenzel-Limburg a. d. Lab.,. Stellvertreter L. Siebert-Hadamar, mit 103 Mitgliedern. Die geringste Mitgliederzahl bat z. Z. der Dezirksverein Westerburg anfzuweisen. der mit nur 11 Mitgliedern hinter den DezirkSvereinen Ufingen (13 Mitglieder». Dill (15 M tg i d-r) und llntertaunus (16 Mitglieder» an letzter S eile steht. — Die Eishockeywelt mciftcr- schaft wird der Schweizerische Eiohv '.vvecrand für sich zur Austragung bei dem in Amsterdam tagenden internationalen Cislauskongrcs) beantragen. Diese und zugleich auch die Europameisterschaft soll in St. Moritz in der Zrit zwt chen Weihnachten und Februar veranstaltet toerden. Geplant sind ferner die Rationale schweizerische Eishockeymeisterschaft und eine Znternationsl« schweizerische Eishockeymeisterschaft. B-. ben au ai Beziehungen im Wintersport mit ben Mittelmächten ist stark mit einer deutschen Beteiligung zu rechnen. --------- Vermischtes. fpd. Schweinfurt a. M., 19 Okt. 3nv Dcheunenviertel der Gernrinde Sennfeld b r a n n- ten siebzehn, mit allen Sr.itevorräten und vielen landwirtschaftlichen Maschinen ungefüllte Scheunen nieder. Das Wasser muhte aus einem 4 ÄiUmcter entfernten Orte geholt werden ^Zahlreiche Spritzen löschten, so gut es ging, mit Zauche. Es liegt Brandstiftung vor. Eine Witwe erlitt beim Anblick des Flammenmeers einen tödlichen Schlaganfall. r v gn Eschwege, 18. Okt. Auf der Land- strafte zwischen Wo biS und B.schost-' od: wurie ein Kartos felauf käuser aus Dich I r de von drei jugendlichen Burschen überfallen, lebensgEhrlich mi hand.lt und seiner Bnrichaft in Höhe von 12 000 Mk. beraubt Die Täter entkamen unerkannt. Magdeburg, 20. Ott (Priv.-Tel.) Kirchenräuber haben nachtS aus dem Dom verschiedene Gegenstände von hohem tunstgeschicht- lichen und Altertumswert geraubt. Don den Tätern fehlt jede Spur. Gießen, ben 18. Oktober 1921 ,.............................-..... TM.WttkztMchtr oder Schnittmacher und Mädchen für leichte Bureauarbeiten für sofort gesucht. 11212 Hess. Apparateba«, G. m. b. H.. Klein - Linden. Schreinergewelie der selbständig arbeiten kann, »um sofortigen Ein- tritt gesucht Anzufragen •not Wefcrttr. 15'II, r. ist * ■-Z ter I 1 3TTT? Heute entschlief sanft unsere liebe Schwester Annmarie Dexheimer. Die Hinterbliebenen: Luise Dexheimer Hans Dexheimer, Direktor der Hauptstaatskasse Dr. Jacob Dexheimer, Veterinärarzt. Gießen (Ludwigstraße 18), Darmstadt, Gladenbach, 20. Okt. 1921. Die Feuerbestattung findet in aller Stille statt. eilM8 Wir bitten von Beileidsbesuchen u. Blumenspenden absehen zu wollen. [steHenangebcte M-ZinnDer-Wobnnnii in Gießen evtl, gegen eine gleiche in Fulda gesucht. Schrislliche Angebote unter 013854 an den Gieß. Anzeiger hofs aus statt. KriegervereinWkn Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 4 Uhr statt 0188« 013727 melden bei sofort gesucht. 11194 gesucht. 013874 Angabe von Referenzen erforderlich. 11210 Holzapfel Sc Neseler, Braunschweig Frankfurt a. M., Sofienstr. 25 | Gesucht ein tiichtigeS Mädchen, im Kochen und Haushalt erfahren, nach Wetzlar. Guter Lohn. Zu Heinrich Aeiss (Umonjtiss) ÄlmkfurtlM.Jiüiserstr)6 Suche großen Garten Strumpfwaren ZMaler- X F Anstreicher- \ .Veißbinder-Gesch. A. Besitz Liebigslraße 33 3 V Tel. 945 Z Friedrich Menz nebst Kinöern. Gießen (Schloßgasse 9), 18. Oktober 1921. 11223D Todes-Anzeige. Nach langem, mit großer Geduld getragenem Leiden wurde gestern meine innigstgeliebte Frau, meine liebe Tochter, unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante u. Gote Frau Margaretha Kehr geh. Benner im blühenden Alter von 38 Jahren durch einen sanften Tod erlöst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Kehr IV. Treis a. d. Lda., Londorf, Griesheim b. Darmstadt, den 20. Oktober 1921. 11222D Danksagung. Für die zahlreichen Beweise der Liebe und Teilnahme an unserem schmerzlichen Verlust sagen wir allen unseren innigsten Dank. Im '-'amen der trauernden Hinterbliebenen: Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, die überaus reichlichen Blumenspenden und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagt innigen Dank 013882 3» 2Riinlier. Gießen, 21. Oktober 1921. Wellt SlNtWW mit guter Handschrift sofort gesucht. n,13 Albert Kaufmann Schuhgroßhandlung Generalvertreter für aufsehenerregende Neuheit gesucht. Mindest- verdlenst pro Monat Mk. 5000.-. Etwas Be-. triebskapital erwünscht. Da Kredite gewährt werden, Gestern morgen 11 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden mein lieber Mann, unser guter Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Carl Theodor Appel Fuhrunternehmer im Alter von 42 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Louise Appel geb. Seite. Gießen, den 21. Oktober 1921. Die Beerdigung findet am Montag den 24. ds. Mts. nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Fried- Tteht. Sehreiner für liess fournierieMöbelges. Betxger & Schlecht, Mö- belfaorik,Süa«aadsrg L H. TWigtt Wrnmu Für sofort zur weiteren Ausbildung X»r Stelle auf mittlerem Gute, evtl. mit Obstbau, gesucht. 23 Jahre alt. je ein Jahr praktisch tätig in Landwirtschaft und Gärtnerei. Georg Bausch, ""v Freiensteinau lOberhess.i. 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Wir bitten um vollzähliges Erscheinen. 013852 Ter Borttaud. \A/ Samstag 8 Uhr / * \ pttnktL VerelnsL K. Z. V. G. SamStag, den 22. Qkt.. abends 8 Ubr: Versammlung bei Felnfnff. Lebr wichtige TageS- Ordnung. ES ittPflicht aller Zucht- kollegen au erscheinen. >"-v Der Borttand. Alleinh^r6>eller Werner & MerH A_-e -,-jljnimcn; 184Scv Zunullansc ^issenscha spiel in d lindes. F rungen g< auch mein nut alü 2 ?,ül!sichre> Dazu kan sassung, d M wie die Anze stens eine tikei. 6o gefährdet, kulturümp Beitritten Witte zu Mb Kons« VDCtben ft tämpftrild die Zahl geworden zur öün unser tu Mtüclich lassen. 2 der christ mit aufg fonflruicr iessilmssq oölkening Nachteile eine päd Denn Io ^inSemis Schulresv» der ftnanz bieten gell haften 2H die Spars die Spitz« nicht alle notwendig Zukunft deh haben gestellt. ( tnehr oder Lcllsfchul .iur Erziel üdjtett. « \ib n« ansdauer ^hule a AnheitsI einig. 3 heitsfchu Wt ÖOA' ^r Leh, siallsinu gestellt jj.« ®en( *81 d . Der fei« Ii S .D ^ben[ Wo Wno Wtttn (l Die ^vorige giftel tut ah 1 ‘"totlenb ttligi Wftat 3uni eine oon Mi geistig» stliZe ^eti Der au der auf Hr. 2ii Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Genial-Anzeiger für Gberhessen) Zrettag, 21. Vttober 192s Hessische Volkskammer. 116. Sitzung. Öt 3a rm ft ab t, 20. Oktober. Am Ministern!«- S'aatspräsibent Ulrich. Finanzminister Henris, 3ufh -tinifter u "Brentano, Präsibente > Uri'tabt, Raab. Hebel, Geh. Oberschulräte ®iüderi unb Mod. Der erste Präsibent Adelung eröffnet bie Sitzung um 9 Uhr 40 Min. Dor Eintritt in bie Tagesordnung stellt Aba. Engelmann (Svz.) eine Heine Anfrage betreffeno bie Kartoffelfrage. Dräsidcnl liebel: Wir sehen von einem Ausfuhrverbot ab, ba ein solches nur Gegen maß- irahmen anderer ßänber Hervorrufen würbe. Auf unsere energische Vorstellung beim Reichsverkehrs- minifterium ist uns mitgeteilt worben, dah unsere Wünsche nach genügender Wagenstellung erfüllt würden. 3:n übrigen verweise ich auf unsere Antwort auf die neuliche Anfrage deS Abg. Detters. Das Hau- seyt sodann bie Generaldebatte über bie Schulnovelle fort. Abg. Reiber (Dem.): DaS 1874er Gesetz ist anerfaimtctmaben resormbebürftig Auf bas ReichSschulgesey kann man ja unmöglich warten, unb wenigstens eine teilweise Regelung ist un- abweislich DaS bisherige Gesetz hatte aber unzweifelhaft grobe Vorzüge, inbem es vor allem daS vorher zersplitterte Schulwesen einheitlich zusammengefahl hat.und zwar teilweise auf Grund der 1848ci Forderungen, unb ferner hat es bie Simultanschule gebracht. Mittlerweile hat die Wissenschaft grobe Fortschritte gemacht, zum Beispiel in der Erforschung des Seelenlebens des Klnbes. Ferner sind eine Reihe prakttscher Srsah- rungen gemacht worben. HebrigenS genügt sie auch meiner ^Partei keineswegs, da sie dieselbe mir alS Abschlagszahlung betrachtet Auch mußten Rücksichten auf die Koalition genommen werben. Dazu kam die Verzögerung durch bie Reichsverfassung, bie sich vieles in Schulsachen Vorbehalten hat. Sine Fessel barf biefc Gesetzgebung nicht für bie Sinzeistaaten sein unb wir erhoffen wenigstens eine loyale Auslegung ber betreffenben Artikel. So ist zum Beispiel bie Simultanschule gesährbet. Abg. Lenhart hat das 1874er Gesetz sillturkämpserisch genannt, was Abg. Dingeldey bestritten bat. Die Wahrheit scheint mir in ber Mitte ju liegen. Die Bestimmung des Gesetzes, bah Konsessionsschulen nicht wieder eingeführt itxrben können, muhte allerdings als lultur- tämpserisch empfunden werden. Andererseits ist die Zahl der Konfessionsschulen immer geringer geworden, da die Ellern immer mehr "Vertrauen zur Simultanschule gewannen. Letztere ist für unser kulturell gemischtes Land tatsächlich daS Ratürliche, und wir wollen daran nicht rütteln lassen. Abg. Dingeldey bat einen Unterschieb ber christlichen Simultanschule unb einer solchen mit ausgepfrvpftem Religionsunterricht künstlich konstruiert. Die Wiebereinführung ber Konfessionsschule würbe ber katholischen Bevölkerung in kleinen Gemeinden sogar Rachteile bringen. Auch würde dadurch eine pädagogische Verschlechterung erwachsen. Wenn so bic Reichsverfassung das erste grobe Hindernis ist zur Schaffung einer umfassenden Schulreform, so besteht das zweite Hindernis in der finanziellen Misere. Es mutz auf allen Gebieten gespart werden, doch möchte ich den ernsthaften Appell an HauS unb Regierung richten, bic Sparsamkeit auf kulturellem Gebiete nicht auf bie Spitze zu treiben. Wenn für unsere Kinber nicht alles geschieht, was irgend möglich und notwendig ist, sündigen wir an unserer eigenen Zukunft. Die Herren Kaul, Lenhart und Dingeldey haben jeder ein eigenes Srziehungsidcal auf« gestellt. Ich als Schulmann sage, das sind alles mehr oder weniger Partriziele. Ich sage, für bie Volksschule ist bas alles zusannnen notwendig vir Erziehung einer gereiften, gefestigten Persönlich leit. Es gilt, bie geistigen und körperlichen Fähigkeiten zu wecken und zu fördern bis zum Höchsten, damit bie jungen Menschen das Grobe, dah sic von ber Vergangenheit auf kulturellem unb künstlerifchem Gebiete erben, ganz erfassen unb ausbauen können. Was die Organisation ber Schule anlangt, stehen wir auf dem Boden der Einheitsschule. Wir gehen darin mit Herrn Kaul einig. Ich möchte aber fest stellen, bah diese Einheitsschule keineswegs eine Idee, eine Forderung der Sozialdemokratie ist. Sie ist eine Forderung der Lehrerschaft und ist viel älter, als der Sozialismus, ber die Forderung nur alsbald auf- gestellt hat. Im Grunde haben wir diese Einheitsschule bereits: das Gese tzvon 1874 hat nut nicht mit allem aufgeräumt, umJ noch übrig geblieben war. Der We 1 .1 if des Levens soll feLie Vorgabe mehr haben durch Besitz und dergleichen. Jeder soll an der gleichen Stelle beginnen. Dann erst wird es erreicht, bah die Tüchtigsten an bic rechte Stelle kommen. Die "Begebt enauelefe darf kd) nicht rein auf das Intellektuelle gründen Es gehören hierzu nach unserer Austastung auch Gaben deS Gemütes, moralische Eigensd-asten usw. Derrn hier gegen die reine Lernschule aufgetreten wurde von Herrn Kollegen Lenhart, so mochte ich doch einmal feststcllen. dah gerade die Konsessions» schulen früher bie reinen Lernschulen waren, und daß Pestalozzis ganze grobe Tat ja gerade bic war. bah er auS ber Lemschule bie Erziehungsschule machte. Vorauszusehen ist, bast die Mittelschulen. dir gestrichen wurden, noch Gegenstände scharfer Kämpfe sein werden. Die Begab: en schulen find ein Ersatz, der bester ist une die Mit teil ckzulen. deren Beseitigung keine sozialistische Forderung ist. sondern eine ber Fach-, also Lehrerkreise Herrn Abg. Dingeldey mochte ich entgegen halten, bah erst, wenn alle Kinder in bie Volksschule geben müssen, alle Kreise der Bevölkerung unb I alle Parteien ba» gleiche Interesse an ber Volksschule nehmen werden. Was bie ßernmittelfvei- bet! betrifft so ist diese erforderlich unb notwendig. Erziehungssache ist es, Den Äinbern bie Achtung vor dem Gemeingut beizubringen. 3m übrigen hat ja der Herr- Finanzminister einen Strich davor gemacht, der weitere Cröi-tcrungen erübrigt. Religionsunterricht in den Fortbildungsschulen einzu führen, halte ich für falsch. Es hiebe die Kraft der Ätrdy.- unterschätzen, wenn man unterstellt, dah bie jungen Menschen von 14. 15 Jahre nicht auch anderweit Religion vermitteln !t verantworten, bie Erziehung der Kinder, namentlich in religiöser Beziehung, nach ber Parteizugehörigkeit des Vaters einzustellen. Die Verquickung ber Religion mit der Politik hat schon viel Unheil angerichtet. Hinzu kommt, bah unsere Simultanschule in bet Vergangenheit recht GuteS geleistet hat. Sie ist ba, wo bie Bevölkerung einheitlichen Glaubens war, von selbst Konfessionsschule: wo daS nicht ber Fall, bot ber Religionsunterricht eine gute Ergänzung unb Vor- bÜbung. 3m wesentlichen ist bie religiöse Erziehung eine Frage ber Lehrer, nicht der Schulreform. 3ch gebe zu, bah manches in ber Vergangenheit nicht gut, nicht ausreichenb war: das hing aber nicht mit ber Simultanschule zusammen, sondern mit bem Geist ber Zeit unb mit den Lchr- persönlichkeiten. Menschen sind wir alle, unb alle sind fehlerhaft. Sine Schule ohne Religionsunterricht ist für mich keine Erziehung sfchulc. Wenn Herr Kaul sagt, bie Schule soll alle Veranlagungen entwickeln, so muh er doch zugestehen, bah in den Kindern ein unstillbarer Drang, ein Hunger nach dem Höheren, Göttlichen, ist, der auch gestillt werden will unb geweckt unb geför» bert. Dah man im DolksschulProgramm bad Wort .national“ gestrichen hat. bedauere ich dah daS Wort .staatsbürgerlich“ eingesetzt wurde, ist gut, aber bah dieS .staatsbürgerlich“, das .national“ ersetzen soll, das ist ein Undiug. Denn cs ist nur ein Teil von diesem, Dah manchem ein Gruseln überläuft bei dem Worte .national", kann ich verstehen, denn es wird in |o Dielen verdächtigen Verbindungen gebraucht, wie deustch- national usw. (Heiterkeit.) Unsere Lehrerschaft hat aber bisher den Begriff .national“ in durchaus gefundem und gutem Sinne aufgefaht Gegen die Mehrzahl unserer Schulbücher treffen bie Vorwürfe in dieser Richtung auch nicht zu. Dost man das Wort .sozial" aufnahm, begrübe ich. weil ich der Uebcrjcugung bin, bah eine ber Hauptfragen unserer Zukunft die — erschrecken Sie nicht! — Sozialisierung ist. (Hort, hört!» Ich meine nicht bic Sozialisierung des Eigentums, sondern die Sozialisierung Der Gesinnung! Auf Einzelheiten übergchei'.d, tritt Redner sodann für die Wiedereinführung der Schulgärten ein. Vom Fortbilbungsschulunterricht müs- len wir verlangen, wenn er besser wirken soll, das) er mit einem groben Mab von Freudigkeit erteilt wird. Das ist bisher sicher nicht Der Fall. Ein alter Pädagoge hat mir einmal gesagt, das ist Eselsarbeit. Was die Einheitsschule betrifft. so bin ich Dafür, bat) alles geschehen mnb, um bie Intelligenzen, bie im Volle schlummern, empor zu bringen. Aber was bie Begabten schule betrifft, so labe ich doch schwere Bedenken. Sic führt zu einer Auspowerung, unb letzten Enbes holen wir etwas aus Der Rumpelkammer Der Geschichte, das abgeschafft zu werben, alle froh waren, nämlich die Armcnschnle! Wenn wir die Volksschule Haden wollen, dürfen wir bie geistige Lage nicht auf ber anderen Seite wieder heruuterdrücken. "Aus diesem Gesichtspunkte kann ich auch nicht siir die Aufhebung der Mittelschule stimmen. Diese Mittelschulen sind etwas unter die Räder gekommen durch die Bercchtigungs» betoegung. Sic waren früher den Höheren Bürgerschulen gleich. Darum sollte man sie nicht beseitigen, sondern sollte sie reformieren. Vor den Männern, die die Verfassung gemacht haben, habe ich allen "Respekt: aber bei manchen Dingen scheint cs doch, als hätten sie nicht alles genügend überlegt, oder vom sozialpädagogischen Standpunkte nicht in der ganzen Tragweite übersehen. Hierzu gehört die Lennnittelfreiheit. Ich teile hier den Standpunkt der Regierung. Was die Lehrerbildung betrifft, so haben Die Lehrer sich die Eigenschaft des reinen Staatsbeamten teuer erlauft. Hier handelt es sich vielfach um Verluste materieller Art, bie tief ein« schneiden. Es kommt aber hinzu, bah nun ben Lehrern etwas abgenommen wird, was er sich mit emsiger Hände Arbeit errungen. Gr wird bas als Unrecht durch fein ganzes Leben schleppen. Hinzu kommt weiter, bah der Staatsbeamte nicht ohne weiteres durch feine Stellung ber Mann des Vertrauens wird. toae. Der Lehrer aber bisher für viele Kreise war. (Sehr richtig.) Wir haben bisher auch in Der Kirche und Schule von unten nach oben gebaut. Jetzt soll von oben nach unten gebaut werden. Das ist sehr gefährlich, weil es sich um Vertrauensverhältnisse handelt. Ich bedauere, bah es uns nicht gelungen ist, den Lehrern bie Vorteile des Staatsbeamtentums zu geben und ihm trotzdem die Ideale der alten Verfassung zu erhalten. Was den Schulvorstairdsvorsitz betrifft, so kann ich vielfach nicht verstehen, wie man sich darauf versteifen konnte, den Bürgermeister als Vorsitzenden so unbedingt festzuhalten. Hier wurde erneut eine Lücke geschaffen zwischen Stadt und Land. Wie cs feststeht, bah auch in ber Stabt nur ein Geistlicher den Vorsitz im Kirchenvorstand führen kann, hätte logftcherweise festgelegt werden müssen, dah Der Lehrer ben Vorsitz tm Schulvorstand führt, vielleicht mit ber Einschränkung Der Voraussetzung des zweiten Examens Unsozial und bedenklich halte ich das Fest hallen am Abitur. Das wird dazu führen, bah ber grohe Moloch Stabt unS die Lehrer liefert, denn ein Landlehrer, der mehr als einen Sohn hat, wirb nicht in der Lage sein, alle das ganze Gymnasium durchlaufen zu lasien. Aber auch hier bindet ja die Verfassung. An Dem Ausfichtsrecht ber Kirche bzw. der Geistlichen über ben Religionsunterricht muh unter allen ihnftänben festgehalten werben. Bebauer sich war, Dah mein Antrag, ben Vorsitz im Schulvorstand nicht Dem Geistlichen, sondern Dem Fachmann, hem Lehrer, zu übern agen. gestrichen würbe, dah wir hier mit Der katholischen Kirche nicht einig gingen Ich freue mich nicht barüber, dah verhältnismähig wenig neue Ideen in daS Gesetz ausgenommen wurden, aber ich freue mich darüber. Dah an diesem Bollwerk scheiterte. was im Grunde ungeschichllich war. Wenn wir nun Die Vorlage angenommen haben unD Damit die öimultan’äjulc gesichert. Dann sollten wir sie auch verteidigen gegen alle Bestrebungen etwa von Berlin aus, sic uns zu entreihen. Wir sotten uns auf den Standpunkt ficllcTLben oft die Wettcraucr einnehmen und lagen: .W i r bau n 6 n 11!“ (Beifall. Heiterkeit.) Darauf tritt Vertagung rin. Rächstc Sitzung Freitag, V-10 Uhr. — Schluh 1 Uhr. Verkürzung des Wegs zwischen Erzeuger und Verbraucher. In einer Besprechung im Rcichsministeriuin für Ernährung unb Landwirt chatt, unter dem Vorsitz von MinisterialDirettor Dr. Hus.mann, trnirDc Die Möglichkeit einer engeren gesc! östlichen Derbinbung zw.Uxm S.zeug.r- unb Verb nucher- Organisationen aus ©runblage der freien Wirtschaft besprochen. Während der Kriegowir schäft war bereits die Lösung der Frage Der unmittelbaren Geschästsbeziedungen zwischen E.zeuger- unb Vcrbrauchcrver. inigungen. i- Sic onkece zum Zwecke Der Ausschaltung aller unnötigen Zwischenglieder sowie des unreellen Handels, Dringlich gc- s ordert worden. Ader Die Bildung genosten- schastlicher Zwangsorganif.itioneit. bic zu bleiern Zweck gefordert wurde, stich auf stärksten Widerspruch und ist heute nach Dem Abbau der ZwangS- wirischaft und Dureaukratisicrung Der Lebensmittelversorgung ganz unmöglich Es konnte aber Der Weg Der gegenseitigen "Berftänbigung zwischen Erzeuger- unb Verbrauchervereinigungen beschritten werden. UnD das ist mit Erfolg geschehen von Den grohen landwlrtschaftlicl)en Genossen- schaftsorganisativnen unb den Konsumgenossenschaften, trotzdem nicht zu verkennen ist, Dah während des Abbaues der ZwangSwirtscha't manche Hindernisse Den vielseitigen Versuch n. durch unmittelbaren Geschäftsverkehr den Weg von Erzeuger zum Verbraucher abzukürzen, enlgcgen- stanben. Die Sachverständigen au- landwirtschaf sticken und lonsumgenosiei.schaft ichen Kr tlen erstatteten ringehenb Bericht über die Erfolge und Schwierigkeiten bei der praktischen Durchführung. 3m allgemeinen war man der Ansicht, bah bic Vorbedingungen dazu gerade jetzt, wo die wirtschast- lidye Lage Deutschlands grösste Ersparnis auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens crforDert, günstiger als je sind. Dies treffe insbesondere für Den Verkehr mit Kartoffeln, Vieh, Milch und Milchprvbullen zu. Die Frage der Abkürzung des Weges vom Erzeuger zum Verbraucher beim Absatz landwirtschaftlicher Grzeugni'ft müsse in Der Hauptsache innerhalb der einzelnen "Bezirke, Provinzen und Landestclle gelöst werden Dazu aber sollten sich bie Derbrauchervcreinigan- gen aller Art mit Den Erzeugcrorganlsattonen in Verbindung sehen, um eine möglichst rasche Geschäftsabwicklung. insbesondere beim Verkehr mit leicht verderblichen Waren, zu ermöglichen. Ferner mühte innerhalb gröberer Bezirke bei manchen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, so bei Kartoffeln und Vieh, ein Ausgleich geschäften werden, wo in Den einzelnen Bezirken und Provinzen Die benötigten Waren nicht in genügender Menge vorhanden wären. Um die unmittelbaren Geschäftsbeziehungen zwischen Erzeuger- und Verbrauchervereintgungen zu fordern, wollen Die Vertreter ber Spitzen« Organisationen Der lanDwirtschafllichen nnD Konsumgenossenschaften erneut in diesem Sinne auf ihre Untcrorgar.ifationen ein wirken, damit allseitig Der so wichtigen Frage volle "Beachtung geschenkt und in Der Praxis auch dcmentsprechenD gehandelt werde. Aus Hessen. spd. Darmstadt, 20. Oft Wie da- „Offenbacher Abendblatt" mitteilt, bestätigt sich die Nachricht, daß Dr. St r e ck e r die Leitung der pazisisftschen Internationale in Gens übernimmt, nicht. Bund für Gegenwartchriftentum. Die Freunde ber Christlichen Welt, bie sich •m vorigen Jahre mit Dem Dunb für Gegenwari- hristentum vereinigt haben, hielten wie alljährlich ihre Tagung in den ersten Oktoberlagen tn Eisenach ab. Der starke Besuch — 360 Personen waren «nwesend — bewies bas lebhafte Intercsie. das etzt religiösen Fragen entgegengebracht wird, und m8 ist wohl niemand unter ben Teilnehmern, Der licht starke Einbrücke mit fortgenommen hätte. Zunächst war es eine seelische Erquickung, ein- nal eine Luft zu atmen, Pie vollkommen frei war oon politischen Parteibazillen, trohbem intensive geistige Arbeit geleistet wurde und starke Gegensätzlichkeit zum Ausdruck kam. Es ist ber alte unb doch ewig-neue Gegensatz zwischen Alten unb Jungen", von bem bie Tagung beherrscht wurde. Wer auf den breiten Widerhall geachtet hat, den ber auf Der vorjährigen Tagung gehaltene Vortrag des Pfarrers Gogarten über ..die religiöse Krisis" ober bie .Erklärung bes Römer- briefs" von bem Schweizer Karl Barth*» gefunden hat, ber sieht, wie ein neues Geschlecht unter uns aufgeftanben ist. das, im stürmischen Dorwärtsdrängen Die Errungenschaften der älteren Generation forttoerfenb, nun auf ganz anbe- eem Wege, im ganz anberen Sinne das .Zentrale". das _ Absolute" zu erlangen suchtz Der Vortrag von Professor Gunkel (Halle >, ber in feiner bekannten meisterhaft anschaulichen Art .Die Frömmigkeit Der Psalmen“ verlebendigte, trug noch ganz bas Gepräge ber .historischen Schule : es loar bedauerlich, bah die Mskussion auf bas eigentliche Thema nicht weiter einging, sondern gleich auf das praktisch Gebiet geriet und sich hauptsächlich um bic Frage brehte, ♦) Prof. Barth ist auf ben Lehrstuhl für reformierte Theologie nach Göttingen berufen worden unb wird bereits im nächsten Semester hier feine Tätigkeit aufnehmen. ob unb wie weit das Alte Testament unserem religiösen Bebürsnisse entspräche. Dagegen führten bic beiden anderen Vorträge unmittelbar in bie Kämpfe Der Gegenwart ein. .Marcionitisches Christentum" hatte Professor Foerster (Franift-rt» feinen "Bortrag benannt, mit dem bie Tagung eingeleitet wurde, unb ben ich leiber nur zum Teil habe Horen können. Das religiöse ßebenatoerf Marcions, bei Im »weiten Jahrhundert n. Ehr. lebenden Gründers Der Marcioniten-Kirche, ist uns durch H a r n a ck s vor kurzem erschienenes Buch über Marcion jetzt besonders lebendig geworden. Marcion sah in Dem Gott des A. T. Den Weltschöpfer, einen ohnmächtigen Gott, dessen Werk, bic aus gemeinem Stoff gebildete Well, vergänglich und unvollkommen fei. und wandte seine ganze Inbrunst Dem Heiland des Evangeliums zu, dem Erlöser- g o t t, ber, aus einer ganz anderen Well stammend. als fremder Gott gekommen ist. um seine Gläubigen zu einem ganz anderen Dasein, das auch in seinen sittlichen Idealen diesem irdischen ganz entgegengesetzt ist, zu erlösen. Foerster zog dann die Parallele mit der vor kurzem erwachten asketischcur Strömung innerhalb unseres protestantischen Christentums, bie. in schroffster Weise Kultur unb Staat, jeden Sinn in Ratur und Geschichte verneinend, in gläubiger Sehnsucht das Gute und Sittliche. Die Erlösung auherhald dieses irdischen Geschehens zu hüben vermeint. Mit tiefem Ernste und ber ihm eigenen logischen K'ar- heit setzte sich Foerster mit jenen An'chauungen auseinander, in überzeugender Weife nachwrisend. wie es eine Unmöglichkeit sei, sich aus der uns umgebenden Kultur herauszulösen. an der mit Treue und Hingabe zu arb ’t.n, eine uns von Gott gestellte Aufgabe sei. Zum Schlüsse bekannte er sich zu dem Gottvater, in dessen Wesischöpfuno er trotz aller ihr innewohnenden Rätsel und Unvollkommenheiten ein Abbild seiner Güte und Liebe erblickt. In verwandte Gedankengänge führte der I letzte Vortrag, in bem Pfarrer Li« be (Freiberg) über ben „Gott bes neuen Geschlechts" sprach, unb ber wohl von ben meisten Teilnehmern alS der Hohepunll der Tagung empfunden nnirbe. Liebe unterscheidet in ben religiösen Bewegungen ber Gegenwart 3 Strömungen: einen modernen Pantheismus, einen modernen Supranaturalismus, einen modernen Polytheismus. Als die ihrer Bedeutung nach wichtigste Erscheinung bezeichnet er ben Pantheismus, der in Rilke. Morgenstern. Ricarda Huch, Keyserling Ausdruck gefunden hat, in ber Jugendbewegung lebendig sei unb bei Männern wie Mennecke. Tillich, Barth zu einem sozialistischen Pantheismus geführt habe. Es fällt auf dieser Seite das wunderbar arnniitenbe Wort: „Die Masse ist heilig"'. Wenn auch das lange Zeit streng theistisch bestimmte Christentum einer pantheistischen Ergänzung bedürfe, damit bie ichyafte Eitelleit in ber Rriigion abgestreift würbe, so liege in der Preisgabe des Ich bie grohe Gefahr bes Hin- übergfeitenä in ben Raturalismus. Bei der Schilderung ber supranaturalistischen Strömung weilte Liebe besonders eingehend bei bem religiösen Supranaturalismus Barths unb Gogarten s. Mit einer inbrünstigen Sehnsucht nach Dem Wesen haften, Adioluten paart sich bei ihnen ein vollen beirr Skeptizismus gegenüber von Ratur unb Geschichte, von Kultur unb Staat. Das alles ist ungötllich Wo aber ist Gott? Die Antwort, bie Barth gibt: In ber "Bibel unb in bem. was in ber biblischen Linie liegt — ist nur eine Scheinlösung, denn wir können die Bibel nicht als Gatr-es hinnehmen. und wir können auch unsere Seele nicht haben ohne ein gewisses Mah von Kultur. Die wunderbarste Erscheinung in ber Gegen- toartSreligion ist nun das Wiebererwachen verschiedener Polytheismen. Da ist ber von Indien her befruchtete okkultistische Polytheismus, ferner ein nationalisttfcher Polytheismus, der allen Ernstes die Verehrung der Afen wieder beleben mochte, und vor allem bie Anthroposophie. Die Ursache dieser Geistes-i ftrömungm liegt in bem Gefühl ber Gvttesferne, unb so entsteht die Sehnsucht nach bem Verkehr mit Geistern, bie den Menschen näher sind. — Hierin liegt eine Verschiebung des Schwerpunktes in der Religion. Es kommt auf das Leben mit Gott an, nicht auf das Denken und Schauen. Es gibt kein besonderes Organ des WahmehmenS von Gott, alles Hellsehen unb Geisterschauen ist nie unb nimmer Religion. Wir müssen bas ganze Leben auf uns einströmen lassen: Welt, Ratur, Geschichte, persönsiches Schicksal, Schuld — dann entsteht ein Zwiefaches in uns: Das Gefühl ber Zerschmetterung vor ber Furchtbarkeit der Raturgeseylichkeit, in die wir eingekettet sind, unb zugleich bas königliche Bewuhisein des eignen Ich. das sich trotz allem frei fühlt unb in blefer Freiheit Gottes Offenbarung in ben Tiefen bes Selbst erlebt. In ber mehrstündigen Aussprache, bie beiben Vorträgen folgte, würbe noch manch gutes, ergänzendes und auch packendes Wort gesagt, doch laum etwas, was bem Vorgetragenen ganz gleichwertig gewesen wäre. Gogarten gelang es nicht, gegenüber ben Ausführungen ferne eigene Position klar unb bedeutsam herauszustellen. Die Tagung war von mehreren feinsinnigen unb festlichen Veranstaltungen eingerahmt: Zwei Morgenstunden in ber Wartburglapelle, eine Vorlesung aus ben religiösen Stimmen der Zett und eine Abendandacht in ber Kreuzkirche gaben bie religiöse Weihe: ein Aachmittagsgang sührte auf bie Wartburg, eine Bühnenauftührung zweier VvllSspiele füllte ben letzten Abend, unb ein Tagesausflug nach Wilhelmstal bei herrlichstem Wetttr gab einen wundervollen Ab- schluh Im Cchwiigen und im freundschaftlichen Gesprächsaustausch (langen die empfangenen Eindrücke iwch nach, während Augen unZ) Sinn die goldene Herbstschöne der thüringischen Landschaft in sich tranken. MarieDousset. mitt» tDorea- 20. Okt. △ Freienseen. 18. Oft. Wir hatten schon 19. Dfct Datum: Qlr.2 Ar. 2 Ar. 5 1h. 51 kommen. 22,62 49,95 400, 370. 880. 678, Marknotierungen. 19. 10 Schweizer Franken 100 Fl- = 186.- art $ 1 3,55 1,89 3,45 2,80 171,57 171,93 1208.751211,25 ioo auf. 100 Kr- 100 Str- 9,12 169,70 22,68 60,05 100 1 100 100 100 100 100 London . Italien . Brüssel . Budapest Aeuyork. Agra in . Bukarest 3,25 1,78 3,20 51,50 2,75 1747,- Fr. £ L. Fr. Kr. r Kr. 3. mifgem Datum: Zürich . . . Anrsterdam Stopenhagen Prag .... Stockholm . Wien.... London. . . Paris. . . . Aeuhork . . Ar. 53 (? unter vertre 2. wer sei Werber 30. Okt reichen i Mi a) i a v b)t 20.10. 77,50 70,50 81,- 62,50 398,- 408,- 368,- 396,- 500,- 182.50 3.16 0.375 5.65 38.40 21.05 21.- 38 25 0.60 541.- 1.30 3.90 lerer Qualität 800—900 Mf.. geringer Qualität 700--800 Mk., Hammel 300—550 Mk- Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 1200—1400 Mk.. von 80—100 Kg. 1400—1500 Mk., alle schwereren Sorten einschl. bester Qualitäten 1400—1500 Mk. Außerdem wurden 28 Rinder ohne amtliche Preis» Notierung gehandelt. Die Marttareise liegen um so viel über den Stallpreis, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Ehristiania . . Kopenhagen. . Stockholm . . . Helstngfors . . Italien..... London .... Aeuhork .... Paris..... Schweiz .... Spanien .... Wien (alles) . Deutsch-Oesterr. Prag...... Budapest. . . . Buenos Aires Bulgarien. . . Konstantinopel Rummels Hehr gereizt, was auch verständlich ist, wenn man bÄ>enrt, daß jeder Arbeiter mindestens 1000 Mark an Lohn verloren hat. Jedenfalls verspricht das Programm m dieser Auswahl einen interessanten Kunstgenuß. Das Konzert findet um, 5 älhr in der Aula statt. Karten sind bei Ernst Challier (Musikalienhandlung) und auch an der Kasse zu haben. 100 L. Märkte. Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Allg. Elettr.-Gef. . . Felten L Guilleaume Schuckert-Werke. . . Adlerwerke...... Daimler....... 4° o Hess. Staatsanl. Electron Griesheim Dtfche. Bereinsbank . 3976,- 3984 - . 269,70 270,30 . 659,30 660,70 . 537,95 670,70 8.25 — ,61 400,- 350 - 365,- 925,50 890,- 838,- 870,- 1120 — 908,- 908,- 1030,- 700,- 685,- 674,60 998,- 649,75 594,- 549,- 62,- 800,- rmheilsd Auge z mmg, r 600jöhr Wfs | eigiisch shingwn wegen £ oder An vor. An «'s die die H 'vllte n § oew ntung i Naleg icheidn lornos Leben, so fal Londoi Revier polnisch Lebens wird d Mg a der un sie tob ersvnn, Nischen -tost 1.7.14. . Fr. 125.40 . Fl. 59.20 . Kr. 88.80 . Är. 117.80 . Kr. 88.80 . Kr. 117.80 . Sh. 97.80 . Fr. 125.40 . ? 23.80 betresst"! 2lui über M Aesthbl. §1-1 vom 28- ?21 d-r und ZchieM §2. kundung I Der 3.50 0.30 5.85 39.30 21.30 21.30 38.60 0.70 546.- 1.90 4.- 9,12 — ,67 für stichungö Handel. Berlin, 20. Okt. B ö r s en st i m m u n g s- bild An der heutigen Börse überwog wiederum die Kauflust des Publikums, das bei den Banken und Banksirmen enorme Grohauftrage für Groh- verkehr-s- und Einheitskurse-Dividendenpapiere aufgegeben hatte. Da aber an den zwei börsenfreien Tagen ein empfindlicher Rückschlag am Devisenmarkt eingetreten war, der sich heute infolge der in Aeuhork eingetretenen Besserung des Markkurses fortsetzte, und die Devisen Aeuhork bis auf ungefähr 156, London auf 625 und Holland auf 1350 herabdrückte, realisierte die Dorsen- spekulation und ihre Gefolgschaft, so das; sich in das Bild neuer starker Kurssteigerungen ver- einzelt auch Kursrückgänge mischten. Hiervon wurden namentlich diejenigen Papiere betroffen, die in der letzten Zeit bedeutend gesteigert worden sind wie Aorddeutsche Wolle, und Leonhardt Tietz mit Einbußen von je 140 Prozent. Die gleichzeitige starke Ermattung der Dalutapapiere, wie Mexikaner um 160—230 und Canadas und Otavis wurde erklärt durch den Devisenrückgang. Don diesen Rückgängen abgesehen, blieb aber die Grundstimmung außerordentlich fest. Das Treiben in den Börsensälen war äußerst geschäftig und die Kurssteigerungen betrugen durchschnittlich 20 bis 60 Prozent. Bevorzugt waren Montanwerte, besonders oberschlesische. Chemische Werte erzielten Kursgewinne bis 100 und darüber. -Heber 100 bis annähernd 200 und vereinzelt darüber wurden höher bezahlt Essener Steinkohlen, Elberfelder Farben, Gesellschaft für elektrische Unternehmungen, Gebr. Körting, Charlottenburger Wasser und Chemische Griesheim. Der Markt der unnotierten Werte bot das gleiche Bild äußerster Geschäftigkeit bei weiteren starken Kurssteigerungen. Don fest verzinslichen Werten lag starkes Angebot vor in Anleihen der Ginzelstaaten, das aber durch Auslandskäufe glatt ausgenommen wurde. Hypothekenpfandbriefe erneut um 2 bis 3 Prozent gesteigert. Sehr feste Haltung wiesen bei Besserungen von 4—10 Prozent ungarische und österreichische Anleihen und Prioritäten auf. Infolge der überaus starken Kauflust ist wiederum mit erheblicher Verzögerung der Feststellung der Einheitskurse zu rechnen. ' Frankfurt a. M., 21. Oktober. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Kurs Kurs Kurs 17. 10. 20.10. 19.10. 77,50 -,- 80'- Arrs Stabt und Land. Gleben, den 21. Oft. 1921. Der Konzertverein Wechsel auf Holland....... Deutschland . . . . Wien........ Datum: 5°/a Dtfch. Kriegsanl. 4*/oDtfch. Reichsanl. 3°/, Dtfch. Reichsanl. 4e/0 Preuß. Konsols Harnburg-Paketf.. . Norddeutscher Lloyd Comm.u.Privatbank Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Mitteld. Creditbank. Aationalbank f. D.. Doch. Gußstahlwerke Bud.- Eisenw.-Akt.. D.-Luxemb. Dergw.. Gelsenkirch. Bergw.. -, Harpener Bergbau. 1080, Oberfchl. Eifenb.-B. 810, Oberfchlef. Gifenind. 809, Phönix-Bergb.-Att.1040, Züricher Devisenmarkt.^ betrl Ausl 1921 svrdl vorMgß 'indendel loder 191 Cßeil beachtens 1. \ und Av» Lohnvl über ih Bewerb barer, ist jcdoc nach bei dieser ö fuhren. Mhlvoi „Keim ait.i Frankfurter Schweine- und Kleinviehmartt. Frankfurt a. M., 20. Okt. Amtlich. Bei lebhaftem Handel wurde der Markt geräumt 1 machen werden Kalber zogen im Preise an. 558 Kalb«:, 798 Schafe und Preisen wurden angelegt pr. Ztr. für Kälber bester Qualität 900— oder ihres Willens, den Inhalt durch die beiden Parteien befolgt zu sehen, sowie mit der An- drohung von Zwangsmaßnahmen, falls einer der Beteiligten sich weigern sollte, das Edikt zu unterschreiben. Der zweite Teil der den Vertretern Polens und Deutschlands zu über- gebenden Mitteilung enthält die Angabe der Grenzlinie zwischen Deutschland und Polen in Oberschlesien sowie die Aufstellung der Hebergangsmatznahmen. die dazu bestimmt sind, ben Fortbestand des Wirtschafts» lebens in Oberschlesien sicher zu stellen und die Schwierigkeiten der Heberaangsperiode auf ein Minimum zu beschränfen. Diese Maßnahmen betreffen besonders die Eisenbahnver-waltung, daS Münzwesen und den Zvlldienst, das Postwesen, die Arbeitergesetzgebung, den Derkehr zwischen den beiden Ländern, die Ernennung einer gemischten Kommission zur Regelung der Schwierrg- keiten zwischen den beiden Regierungen für eine Dauer von 15 Jahren. Abgesehen von diesen wirtschaftlichen Maßnahmen liegt die Entscheidung per alliierten Maßnahmen vor, bezugnehmend auf die Aationalität der beteiligten Bevölkerungskreise und den Schutz der Minoritäten in Oberschlesien Das für das Inkrafttreten dieser Ent- scheidungen vorgesehene Verfahren wird etwa dafolgende sein: Heute abend ist an die interalliierte Kommission in Oppeln von der endgültigen Entscheidung in Genf, die b^ite nachmittag von der Botschafterkonferenz getroffen worden [ft, Mitteilung gemacht worden. Gleichzeitig ist die deutsch- polnische Grenzfestsetzungskommission unter dem -Dorfitz des Generals Supont, welche schon in Tätigkeit ist, aufgefordert worden, eine Unterfom- Mission zu ernennen, die unverzüglich mit der Be- grenzungSarbeit in Oberschlesien beginnen soll. Die polnische und die d e u t s ch e R e g i e» r u n g werden a u f ge fordert werden, binnen a ch t T a g e n einen Bevollmächtigten zum Beginn der Derhandlungen bezüglich des provisorischen Wirtschaftsregimes zu bezeichnen, sowie Delegierte zu einer gemischten Derwaltunaskommission zu ernennen. Gleichzeitig soll der Völkerbund gebeten werden, den Präsidenten dieser VerwaltungSkom- mission zu bezeichnen, der, wie bekannt^ ein Reu- traler sein muh. Die Mitteilung vom Morgen hat keinen formellen Sharakter. Die offizielle Bekanntmachung mit Folgerungen, die der Versailler Dert'-ag vorsieht, soll erst später übermittelt werden Die Mitteilung der Botschafterkonferenz soll morgen (Donnerstagi gegen Abmd bcroftentW werden. ES ist wah^cheinlich, daß der Völkerbund den Wortlaut dieser Mitteilungen den alliierten Mächten bekannt geben wird. In zuständigen Kreisen glaubt man, daß Deutschland und Polen keine Schwierigkeiten hinsichtlich der AussührungSart । dieser „gerechten und praktischen Entscheidung I machen werden. mc. Höchst a. M., 19. Ott. In allen Betrieben der Höchster Farbwerke wird wieder gearbeitet. Die aufgeforderten Arbeiter haben samt und sonders Folge geleistet und sind in die 'Betriebe zurückgekehrt. Aatürlich hat die Fabrik- I (citung die als Heyer bekannten Leute nicht wie- 73 auf 13 I der eingestellt. Die Stimmung innerhalb der Ar- t, so daß in I beiterschaft ist gegen die QlnfÜfter des ganzen gewissen Berufen eine Beamtenflucht eingesetzt habe Die Desoldungsordnung müsse geändert werden nicht in der Einstufung, sondern in der Festsetzung der Grundgehälter. Aus verwaltungsorganisatorischem Wege rönne manche Besserung erreicht werden. Das Reichspenfronsge- s e h stelle infolge der Haltung des Zentrums und der sozialdemokratischen Partei die neu verreich- lichten Beamten des Eisenbahn-, Zoll- und Sieuer- wesens schlechter als die preußischen und bayerischen Staatsbeamten. Wenn der Trgänzungsent- wurf zum Pensionsgesetz, der den Nebenverdienst in Anrechnung bringe, Wirkungskraft erhalte, so werde damit Strebsamkeit und Arbeitswille unterbunden. Die älnzweckmäßigkeit des Alters- g e s e tz e s in Preußen habe sich in der Durchführung erwiesen. Es sei zu erwarten, daß es demnächst aufgehoben werde. Aicht das Alter sondern die Leistungsfähigkeit müsse entscheidend sein. Auch das Sperrgesetz, das von Anfang an von den Deutschnationalen als ein Eingriff in die Rechte der Länder und Gemeinden abgelehnt worden sei, würde wohl heute von sämtlichen Parteien verworfen werden. Aach kurzen Ausführungen über das Streikrecht der Beamten kam der Referent auf die Teuerungszulagen und das. O r t s k l a s s e n s y st e m zu sprechen. Durch die Differenzierung des Teuerungsfaktors sei vielfach Anlaß zu Klagen gegeben worden. Die Beamtenschaft müsse sich mit dem bestehenden dreiteiligen Ortsklassengesetz abfinden. Erst nach der Vorlegung des gesamten Ortsllassenverzeichnisses könne man Schlüsse ziehen in welche Klasse eine Stadt endgültig eingestellt werde. - An die faß 2Vs Stunden aus- füllenden Ausführungen des Referenten schloß sich eine lebhafte Aussprache an, an der sich Herren von der demokratischen und mehrheitssozialistischen Partei beteiligten. Den gegen seine Partei und ihn persönlich erhobenen Vorwürfen trat Herr Schmidt in seinem Schlußwort nochmals entgegen. Kreis Schotten. Bobenhausen, 19. Oft. Man hat in Aussicht genommen, auf der Südseite des alten Friedhofs, gegenüber dem Schiff der Kirche, em Ehrendenkmal für die Heldensöhne unseres Dorfes zu errichten. Der Platz wird durch gewaltige Lindenbäume und hohen Fichten einge^thmt. — Die Bestände unseres Gemeindearchivs sind in voriger Woche von Prof. Dr. Roesch e n - Laubach genau geordnet und verzeichnet worden. Diele wertvolle Akten und Urkunden haben sich gefunden, da unser Ort früher der Mittelpunkt eines eigenen Gerichtes war. eröffnet seine Wintersaison Sonntag den 23. Oktober mit einem Kammermusikabend, für welchen das hier ebenso bekannte wie beliebte Schörg-Quartett aus Würzburg gewonnen tst. Das Programm bringt diesmal in der Hauptsache moderne Kammermusik, wenn man von dem kleinen nachgelassenen OMoll-Quartettsah von Schubert absieht: neu für die hiesigen Konzertbc- sucher sind jedenfalls das Quartett von Grieg, die Italienische Serenade von Wolf und das B= DuP^Quartett v. Brahms. Das Q-Moll-Quartett von Grieg op. 27, das den meisten wohl noch von seinen Klavier- und Orchesterkompositionen her bekannt sein dürfte (einschließlich der 3 schönen Diolinsonaten), zeichnet sich llanglich, wie überhaupt die modernen Quartette gegenüber den klassischen, durch ausgesprochene Polyvhonie aus, die lediglich durch die reichlichere Verwendung von Doppelgriften in allen Stimmen erreicht wird, so dah man stellenweise fast meinen mochte, ein lleines Kammerorchester zu hören. Die Schemen sind klar; Kraft und Schwung und reiche Melodik sind gerade diesem Quartett zu eigen, so dah es fast nie seine zündende Wirkung verfehlt H u g o Wolfs „italienische Serenade" in O-Dur ein Kabinettstückchen musikalischer Feinmalerei, ist sowohl für Streichguartett als auch für lleines Orchester (Streicher, Bläser, Solobratsche) komponiert. ein Beweis, wie sehr dies Wlrkchen vom Komponisten geschäht wurde. 1904 wurde es zum ersten Male in Wien gespielt und mit stürmischem net-r Schmidt- vEttrt«. Stettin über die Stellung feiner Partei zu den y Deamtenfragen. In sehr ausführlichen Einzeldar- Starkenburg UNd Nheinhe^en. legunqen gab Herr Schmidt einen Heberbliii dar- I . n on OFf xi» itni» hörten Gegenüber den ernsten Gefahren, die dem und Frankfurtganz ^k^llcken^Straßen- StHsrSÄ MS K ix'seä s;«.. sei es nötig, dah er die parteipolitische neutrale Linie nicht verlasse. Die deutschnationale Beamten- .yeffen schäft werde sich hierfür stets einsetzen. Aur nach Dom Frankfurter Arbeitsmarkt. schweren Kämpfen sei endlich die 1 Vs f a che F r a n kf u r t a. M., 19. Ott. Diegün- Anrechnung d e r K r i e g s d i e n st z e i t für Entwicklung des Frankfurter Arbeitsmarktes, die Beamten zum Gesetz erhoben worden^ und ^.9 ^li begann, hat auch im S e P t e m b e r zwar gegen den Widerstand aller sozicllistis«chen .. n Fortgang genommen. Irn September tonn- Parteien. Das n « ue Beamt e n r e ch t 5Z68 Männer und 3150 Frauen in St.ll mg kommen müsse und werde brinae die Anstellung to€rt>cn Arbeit fuchten 7273 Männer und 7 schematif<^ ^rchwhrung « zusammen 11465 Personen, denen des Achtstundentages für die Beamten 11396 ©te(fen offen stände. Auch de Zahl der unmöglich, da Su grohe ^ngerechtigleiten damit ^fe^^„g^mpfänger erfüllt et-ie wesentliche verbunden seien. Ernste Schwierigkeiten eiwuchsen (Sn>>, September befanbe:; sich ui dem Beamtenstande durchdie Forderung des $^&fe,enfiirferge S51 Männer und 19 Frauen, Feindbundes, dah Deutschlands De- en ^35 Männer und 62 Frcruen im August, amten auf ^5 Prozent verringert ^erftü^una wurden 596 250 Mk. im Sep werden muhten Diese Forderung nmhte zum Ge° t 6)4 302 Ml. im August ausgezahlt, setz erhoben werden trotzdem eine grohe Zah von _ Sl^nffertcc Masck-inen- und Feinindustrie ehemaligen alntervsftsteren noch auf Anstellung Monate hinaus mit starken Aufträgen warteten, und die Beamten aus den verlorenen J. Gebieten übernommen werden mußten und nun nach dem Verlust eines sehr beamtenreichen Teiles I übtcDer Ruye m Docyst. von Oberschlesien noch übernommen werden müs-