^Grakn. Druck unö Verlag: Brühl'sche Umv.-Vuch- und Steinöruderci R. Lange. Schristleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe t ar: Aus dem Reiche. .t. der n i> MB scheitert VMtztL. Bei der Eröffnung der ©eneralstaaten durch die Königin ereignete sich ein Zwischenfall. Als die Königin die Thronrede zu verlesen begann, ertönten von der Tribüne herab einzelne Stimmen: Hermann Grvenendaal muh aus dem ®c- ängnis «atlassen werden. (©. befindet sich seit Monaten in Militärhaft wegen Dienstverweigerung aus ©cwisfensbedenken und batte mehrere Wochen jegliche Aahrung verweigert.) Polizisten in Zivil entfernten die Demonstranten aus dem Saal Unter chnen befand sich die Gattin eines kommunistischen Abgeordneten der Zweiten Kammer 50 Pf.: für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite !80Pf Bei Platz. Vorschrift 20 „2luf|d)lag Hauptschristlelter: Aug. ifiocty Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil i D. : Aug. Goetz: für den Anzeigenteil: Hans Deck, sämtlich in Dietzen. uib bihnheitskeit- t Regenlchim, halt, 1 braune t Inhalt, eine toarie Samen- $a iergelX egenffänbe be- i machen, 'ann an jedem f) r nachmittags folgen. “n9 bet 2 Das Kriegsziel der Türkei. Paris. 20. Sept. Aach einer HavaS- rneldung aus Konstantinopel l>at M u st a p h a K emal in feiner Eigenschaft als Oberbefehls- »aber der türkischen Armee und als Präsident der Aationalversammlung die allgemeine M o • bilisativn in Anatolien vom 15. September an verfügt. Gleichzeitig hat er einen Aufruf an die Aation erlassen, in welchem er erklärt, daß die griechische Armee, welche di« nationalistischen Streitkräfte habe vernichten unt Angora besehen wollen, mit Hilfe des Allmächtigen geschlagen und über den Sakaria zurück- geworfen sei. Die türkische Armee sehe die Verfolgung des Feindes fort Der einzig« Wunsch sei, das Dasein der Türkei zu sichern und die Unabhängigkeit durch zusetzen. Der Aufruf schlieht: Wir werden di« Waffen nicht niederlegen, bis dieses Ziel vollständig erreicht ist. Paris, 20. Sept. Aach einer Havasmel- düng aus Athen dementiert das Presse- bureau die Dachrichten, bah die griechische Regierung zur Herbeiführung einer Dermi 11 - lang der Mächte zur Regelung des griechisch türkischen Konflikts Schritte unternommen habe Amerika und Japan. London. 20. Sept. (Wolff.) Wie die ..Daily Mail" meldet, haben die amerika- ni sch e und die j ap anisch e Regierung ein vorläufiges Abkommen geschlossen, nach dem Japan im Besitz der Insel DaP bleibt, datz aber die Vereinigten Staaten für ihre Kabelbedürfnisse jetzt Zugang zur Insel haben sollen. 9. H 1. Oktober Io- vom Mexiko. 20. Sept. (WD.) Aach einem ' Kabeltelegramm aus Mexiko fand aus Anlatz der Jahrhundertfeier der mexikani- fchen Unabhängigkeitserklärung, de sich über den ganzen Monat September erstrecken wird, am Samstag ein Deutscher Tag statt, wobei die gesamte deutsche Kolonie dem mexikanischen Voll die Errichtung eines B e e t h o d e n- Denkmals als Geschenk in Aussicht stellte. Gleichzeitig wurde ein Wert über die mexikanische Archäologie überreicht, das der Versasler Pros. Hermann V e y e r dem Präsidenten Obregon nrib- mete. Ter Tag wurde eingeleitet mit einem Festakt im Teatrv Arbo, an dem der deutsche ®c- andte Gras M o n t g e la s. der mexrkam dr Minister des Aeuhern Alberto Pani, sowie viele mexikanische Staatsmänner und auswärtige Diplomaten teil nahmen. Sanitätsrat Pag en - stecher brachte in einer eindrucksvollen An- prache, die von dem Minister des Aeutzern Pan, erwidert wurde, die tiefen Sympathien des beut- schen Volkes fürdasedelmütigeneutrale Mexiko zum Ausdruck. An den Festakt rechte sich Die Aufführung der Rüttli- und der Apftl- fchub-Szene aus .Wilhelm Teil", dargestellt von Lehrern und Schülern der deutschen Schule, sowie musikalische Darbietungen unter Mitwirkung von Prof Julian Carnillo. des deutschen ©e- langbereiTtß uiÖ> der Solistin Frau Dorenberg. Aachmittags sand ein Vollssest im Lirapart statt, zu dem Präsident Obregon erschien. Blumen sowie mexikanische und "deutsche Fahnen schmückten den Festplah, auf dem sich ein buntes Treiben entwickelte, an dem der Präsident regen Anteil nahm Bei der Festtafel hielt Ackerbauminister Villa Real eine Rede. indererdieDeut- schen als wünschenswerteste Kolvni- len bezeichnete, von denen Mexiko Ruhen zöge Der frühere mexikanische Gesandte in Berlin, Fabela, erklärte, die Mexikaner nähmen die Deutschen mit offenem Herzen auf. Den Ansprachen folgten Darbietungen der deutschen Vereine und Vorführungen mexikanischer und deutscher Mittwoch. 21. September 1921 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Brette örtlich 40 Pf-, auswärts 4N toö're< "ersehen bei Kann Deutschland bezahlen? London. 20. Sept. (Wolff.) Die .Mor- ning P ost" veröffe klicht den ersten Artikel ihres Sonderkorrespondenten in Deutschland zu der Frage: »Kann Deutschland bezahlen?" Dieser Artikel besaht sich eingehend mit dem gegenwärtigen Stande der chemischen Industrie in Deutschland. Der Korrespondent meint, dah die deutsche chemische Industrie trotz aller Hemmnisse, die der Friedensvertrag der deutschen Industrie auferlege, unter gewissen Voraussetzungen in der Lage sein werde, den Anteil an den deutschen Reparationen aufzubringen. Der Korrespondent fragt zum Schluh. wer die Waren, die Deutschland gezwungen wird zu erzeugen I sda unter dem Zwange des Friedensvertrages die Erzeugung in Deutschland zu bisher nicht geträumtem Maye erhöht worden ist), verbrauchen wird. Ruhland scheide für zehn Iahre aus, China. Indien seien ebenso unsichere Faktoren. Wenn jedoch die Gläubiger Deutschlands auf die volle Erfüllung ihrer Forderungen bestehen sollten, so mühte einer der grössten Märkte für die britischen Erzeugnisse fest geschlossen bleiben, während die deutschen chemischen Erzeugnisse, die sowohl an Qualität wie an Umfang zunehmen, die ganze Welt überschwemmen würden. De chemische Industrie in den anderen Ländern würde von der Wucht dieses Wettbewerbes erdrückt werden. Die „Morning Post" schreibt in ihrem Leitartikel zu diesen Ausführungen ihres Korrespondenten, was I von der chemischen Industrie in Deutschland gelte, das treffe mehr oder weniger auch für die an- I deren Industrien in Deutschland zu. Das Blatt schlieht. Deutschland habe zwar feine Schwierig- I leiten und seine politischen Aussichten seien I immer noch ungetoih, aber Deutschland habe den I Vorteil vor anderen Ländern, nämlich die Diszi- I plin seiner Arbeiterschaft. Das Kreditangebot im Reparationsausschutz. Volkstänze. . Der 15. und 16. September waren offizielle Festtage. In den ©traben wogte eine ungeheure Menge, um die militärischen Paraden in Augenschein zu nehmen. In der Kathedrale fanden in Gegenwart der deutschen und ausländischen Gesandtschaften Gottesdienste zu Ehren der Helden der mexikanischen Unabhängigkeitskampfe und die Einweihung neuer Regimentsfahnen statt. Den Deschluh bildete abends ein Feuerwerk. Die ganze Stadt war glänzend illuminiert Die Anwesenheit zahlreich Missionen aus den Ländern des lateinischen Amerikas beweist die starke Einigkeit in allen internationalen Fragen, besonders hinsichtlich der Politik gegenüber den Vereinigten Staaten. Die Offiziere und Kadetten des argentinischen Schulschiffes „Salmiente" das m Veracruz eingetroffen ist. nahmen an den Festlichkeiten teil. Reben vielen Veranstaltungen festlicher und wissenschaftlicher Art sind auch Vorbereitungen für einen internationalen Studentenkongreh im Gange, an dem eine deutsche Abordnung teilnehmen wird. Die englisch-französischen Mihhelligkeiten im Orient. London. 20. Sept. (Wolff.) Der diplomatische Berichterstatter des „DailhTelegraph" schreibt: Am letzten Freitag hat der französische Botschafter in London beim Fo- reign-Office offizielleDorstellungener- hoben gegen den Befehl des Generals Harrington zur VerhaftungderVerschwo- rer in Konstantinopel. Der französische Botschafter erklärte, die ftanzösische Regierung sei der Ansicht, bah der alliierte Oberbefehlshaber sein Mandat überschritten habe, das rein militärisch sei. und bah er sich mit politischen Fragen, I die dem alliierten Oberkvmmissar Vorbehalten seien, befahl habe. Dem Bericht des „Daily Telegraph' zufolge scheint man in Frankreich der Ansicht zu sein, dah General Harrington so einen de facto- Zustand der britischen Hegemonie über die Meerengen schaffe. Aus diesem Grunde sei man auch über die Flottendemonstration vor Konstantinopel verschnupft Der Berichterstatter des „Daily Telegraph" weist darauf hin. dah die italienische Regierung trotz des Druckes von Frankreich im ganzen genommen eine neutrale Haltung eingenommen habe, und dah der italienische Botschafter in London, ebenso wie sein Kollege in Konstantinopel sich dem formellen Protest Frankreichs nicht angeschlossen habe. Die Zurück- Haltung Italiens und seine Freundschaft gegenüber England müsse umsomehr geschaht werden, als Italien Mühe gehabt habe, seinem Standpuntt in der albanischen Frage eine freundschaftliche Aufnahme in England zu verschaffen. Austerdem habe Italien nicht wie Frankreich, nachdem es den ©riechen nicht geglückt sei. Angora zu erreichen, eine unabhängige Friedensmission nach Angora geschickt Die Teilnahme der französischen Offiziere an dieser Mission verleihe ihr einen offiziellen Nr. 221 Der Siebener Anzeiger mit der Dienstagsbeilage ,Sport:Um(d)au“ erscheint täglich, nutzer Sonn- und Feiertags. Monatliche veznasvreife: Mark 5.- einschlietzlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschlietzlich Bestellgeld. Fern jp rech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: granlfurt a. TR. 11686. Die Thronrede der Königin von Holland. Haag, 20. Sept. Korrespondenzbureau. In der in der' heftigen Sitzung der ©eneralftaaten vorn der Königin verlesenen Thronrede heitzt es: Die Folgen des Krieges machen sich immer heftiger fühlbar. Obwohl Gott uns vor schweren Schicksalsschlägen bewahrt hat, leidet auch unser Vaterland unter der allgemeinen Verwirrung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Unser aller Pflicht ist es, mit unverdrossenem Fleihe an der Wiederherstellung der Wohlfahrt zu arbeiten. Die Finanzlage nannte die Königin besorgniserregend. An eine weitere bedeutende Erhöhung der schwer drückenden Steuern sei nicht zu denken. Es würde sich als notwendig Herausstellen, das öffentliche Leben auf eine bescheidenere Grundlage zu stellen. Auch in den überseeischen Teilen des Landes sei eine sparsamere Verwaltung geboten. Sowohl in Oft- wie auch in West- 'indien verursachten die scharfen Preisrückgänge für Land- und Bergbauprodufte grotze Sorgen. Die intermativnale Lage erfordere auch weiterhin die ernsteste Aufmerksamkeit, jedoch gebe die Entwicklung der Beziehungen zu den fremben Mächten in vielerlei Hinsicht Gründe zur Zufriedenheit. Es wird ein Gesetzentwurf zur Regelung des Lebensversicherungsweserw und ein Flvttengesetz. hauptsächlich zur Verteidigung Indiens angelüiUiigt. In Vorbereitung befände sich ein Gesetzentwurf über die Möglichkeit der De- freiung vom Militärdienst für solche Personen die aus © ewissensbeden !en s^h weigerten. Militärdienst zu tun. Ewegesehftche Regelung über die Frage ber Landverpachtung. ferner ein Gesetz über die Invalidität und gltm Versorgung sowie eine Revidierung der Berfas jung seien in Vorbereitung. len 1, SKgcn t D>s *n [6an.0tt W 0 Ißtocit et: Auffassung. Dazu bemerkt das Wolffbureau: Diese Reutermeldung bestätigt das, was bisher über den deutschen Standpunkt in dieser Angelegenheit bekannt geworden ist. Die deutsche Regierung ist bereit, die Kommission mitzubilden und anzuerkennen, der es obliegen soll, die sogenannten Diskriminationen zu prüfen, d. h. darüber zu wachen, dah kein Land gegenüber dem anderen in der Handhabung der Einfuhrregelung benachteiligt wird. Sie wendet sich jedoch — und dieser Standpunkt wird nach dieser Reuter-Meldung von der englischen Regierung geteilt — gegen jede Erweiterung der Befugnisse der. Kommission, da hierdurch ein Eingriff in die deutsche Wirtschaftshoheit erblickt werden | Charakter. Verschlechterung der englisch-russischen Beziehungen. London, 20. Sept. (WTB.) Das Reuter- Bureau verbreitet folgende -Mitteilung: Seit dem ^Abschluh des englifch-rufsischen Handelsabkommens enthielt sich die bn- tifdje Regierung loyal jeder feindseligen Hand- luna gegen die russische Regierung. Sagegen ver- fd}ärfte die Sowjetregierung ihren Feldzug der Unwahrhaftigkeit und Feindseligkeit gegen die britische Regierung in ganz Mittelasien und Afghanistan. Die britische ^Regierung ist entschlossen. ein solches Vorgehen nicht zu dulden. Sie richtete demgemah nach Moskau eine in lcharfen Worten abgefa hte Rote. Die „Sanktionen". Am 15. September sollten nach Beschlüssen des Obersten Rates in Paris wenigstens die wirtschafllichen ..Sanktionen" aufgehoben werden; die Aufhebung der militärischen wollte Frankreich selbst auf der nächsten Besprechung des Obersten Rates beantragen, wenn bis dahin Deutschland weiter seinen guten Willen bewiesen hätte. So wenigstens hieß es noch vor einigen Wochen, und darauf wies die Deichsregierung mit besonderer Genugtuung hin. Für die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen war seinerzeit die Bedingung gestellt worden, daß Deutschland am 31. August in Erfüllung des Ultimatums die erste Goldmilliarde bezahlt und die Entwaffnung restlos durchgeführt habe. Beides ist bis zum letzten Heller, bis zur letzten Kanone und bis zum letzten Gewehr erfüllt worden. Aber die wirtschaftlichen und militärischen Sanktionen bestehen ruhig weiter. Die französische Regierung hatte eine Forderung 'gestellt, die zwar äußerlich die Zollgrenze abgeschafft, im übrigen aber tatsächlich einen Zustand herbei- geführt haben würde, der eigentlich noch über das Fortbestehen der Sanktionen hinaus- ginge. Deutschland soll sich bedingungslos der Einsetzung einer Kontrollkommission fügen, die über den gesamten Ein- und Ausfuhrhandel an der Westgrenze zu /entscheiden haben würde. Das ist in anderer Form die Verewigung der Sanktionen und die Erweiterung des Loches 1 im Westen, durch das zum Schaden unserer Wirtschaft ftanzösische LuxuSwaren in unbegrenzter Menge hereinströmen. Die deutsche Reichsregierung hat in einer schwächlichen Rote im Grundsatz der ftanzösischen Forderung einer Kontrolle über die Ein- und Ausfuhr zugestimmt und nur bestimmte Milderungen im Wege der Verhandlungen verlangt. Darauf ist sie einer Antwort überhaupt nicht gewürdigt worden, sondern aus der ftanzösischen Presse erfahren wir, dah sich Deutschland einfach bedingungslos zu fügen hat, andernfalls bestehen die Sankttonen fort. Man erinnert sich wohl noch der Vorgänge bei Annahme des Ultimatum^ am 10. Mai. Da wurde ftnS mit aller Bestimmtheit versichert, mit Unterzeichnung des Ul- ttmatumS würden die Sankttvnen sofort und Abg. v. Kardorff über die Lage. Berlin, 20. Sept. Auf einer Tagung Deutschen BolkSpartei in Lübeck führte Abg. v. Kardorff u. a. folgendes aus: Die schwerste Krise, die wir seit dem Kapp- Putsch durchgemacht haben, ist der polttische Mord an Erzberger. Er ist eine Dummheit und ein Verbrechen zugleich. Die ganze politische Situation steht unter diesem Ereignis. Wir t h s Reden am Grabe Erzbergers und auf dem Parteitag des Zentrums in Berlin seien aber nicht gerade glücklich. Auch die Eingrifte in die bayerischen Angelegenheiten bedeuten eine Ueberspan- nung des Einheitsgedankens. Kardorft rechtfertigte seine Zustimmung zu dem UÜimatum Datz es auf die Dauer durchführbar sei, glaube er allerdings nicht. In seinen weiteren Ausführungen stellte sich Kardorff auf den Boden der Demokratie, die er als die gegebene ©taatesfornt bezeichnete. Aber die Demokratie müsse behütet werden vor der Herrschaft der Klasse und der Strahe. Auch dürften sich die demokratischen Rft. nister nicht als Angestellte der Partei fühlen. „Wir bedürfen heute einer Politik der Ruhe und der Sammlung. Ein Block der Mitte, Stresemanns gröhtes Ziel, muh Wuckttchkett werden. Verhängnisvoll wäre der Ruf ..Hte bürgerlich, hie sozialistisch!" Em Rechtsblock ift im Reiche und in Preußen unmöglich, da dann die Arbeiter die Republik in Gefahr sehen würden. Volksgemeinschaft, im nationalen ©eöanlen geeint, muh uns höher stehen als die Staatsform. Der Verlust des Krieges ist unser aller Dchmlb An dem Schlagwort vom „Dolchstoy m der Heimat" ist manches wahr, aber es ist em giftiges Scklaawort das vermieden werden mut). Mar- borffÄefi* am Schlüsse feiner Hebe b haltuiE ü6tnb? WU Erster Blatt M. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen in der sie die Aufmerksamkeit auf diesen schweren Bruch des Vertrauens lenkt. Ein neuer Ausrnhr in der russischen Baltischen Flotte. Paris. 20. Sept. Rach einer Havasrnel- bung aus Warschau wirb aus Helsingsvrs gemeldet, bah in ber russischen Baltischen Flotte ein neuer Aufruhr ausgebrochen ser. 400 Offiziere seien verhaftet unb nach Moskau gebracht worden. Deutsche Teilnahme an der Jahrhundertfeier der mexikanischen Unabhängigkeitserklärung. ^ifttvo-h Moi* uersat*w- ’ Ltd . z>' IV htt. STSf 8m mittag — Deutsche Bücher in Amerika. Der Verlag von Thomas Seltzer in QIeuhork hat durch einen Generalvertrag das Vorrecht auf die Herausgabe aller Bücher von WaDemar Bon» sels in englischer Sprache für Amerika erworben. Die .Biene Maja" und die „Indienfahrt werden als erste noch in diesem Jahre erscheinen Di. .Diene Maja" erlebt mit dieser englischen Ausgabe ihr El-scheinen in der zehnten, die später erschienene .Indienfahrt" in der fünften Sprache. Umkreise sind die Fensterscheiben zertrümmert und am Platze selbst ist der Materialschaden ungeheuer. Es geht das Gerücht, daß 7 00 Menschen den Tod gefunden haben. Die Mannheimer Spitäler sollen mit Verwundeten überfüllt sein. Wie verlautet, sind auch die Hafenanlagen Mannheims in Mitleidenschaft gezogen. Näheres über das Unglück konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, da das Mannheimer Telegraphenamt den Betrieb eingestellt hat. Von unserem Darmstädter Mitarbeiter erhalten wir folgende Drahtmeldung: rm. Darmstadt, 21. Sept.. Die schwere Detonation bei den Badischen Anilinwerken wurde auch in Darmstadt gehört. Der Luftdruck war selbst in Darmstadt so stark, dah zahlreiche Erker - und andere Scheiben sowie Oberlichter zertrümmert wurden. Auch in der Umgebung Darmstadts, wie überhaupt an der ganzen Bergstraße, wurden viele Scheiben zer- trümmert und sonstiger Schaden angerichtet. Aus Weinheim wurde gemeldet, dah in Ludwigshafen ganze Strahenzüge eingestürzt sein sollen. der Stadt ausgenutzt. Auf diese Weise gelang es dem Wohnungsamt, insgesammt 140 neue Wohnungen hervorzuzaubern, davon allein 58 seit Be- ,.vvr allem für m ich. Das kam — aber zur Idylle «zeigte alles. Der Kampf warf erst das Elend Gin großes Explofionsunglück in den Badischen Anilinwerken. Karlsruhe, 21. Sept. (WTB.) Heute vormittag 1/28 Uhr ist ein Hochofen der Ba-s l Leih au! e Spar unge'' Schrote" A selben viel % «il auch (u r,# sehen beb aber nicht ast an ein-Äie unb wurden wer war U< lM vor £ noch g-r, uns Ichr Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. Sept. 1921. Zur Tariferhöhung bei der Eisenbahn. Zur Deckung der der Eisenbahnverwaltung entstandenen und noch entstehenden Mehrkosten soll eine Bsrrmehrung der Einnahmen durch eine weitere Erhöhung der Personen- und Gütertarift um 30 Prozent herbeigeführt werden. Die Erhöhungen sollen so bald wie möglich, für den Güterverkehr voraussichtlich ab 1. (November uni für den Personen-, Gepäck- und Exprehgutverkehi ab 1. Dezember d. Is.. in Kraft treten. Die Erhöhung der Personenfahrpreise erstreckt sich auch auf alle Zeitkarten (Monatskarten, Wochen- karten usw.), und zwar werden die ab 1. September d. Is. geltenden, nachträglich ermäßigten Sähe um 30 v. H. erhöht; ebenso werden auch herauf gesetzt die Fahrpreise für Hunde und bte sonstigen Gebührensätze für den Personenverkehr des Deutschen Eisenbahn-Personen- und Ge- päcktariss Teil I. Ob auch die Bahnsteigkarten und Bettkarten erhöht werden, wird noch be- stimmt. Im übrigen werden erhöhte Tarife demnächst rechtzeitig bekanntgegeben. Die Preise der Schnellzugzuschlagskarten betragen ad 1. Dezember 1921: für die Zone I '(1—75 Km.) in der 1 und 2. Klasse 10 Mark, in der 3. Klasse 5 Mark; für die Zone I! (76—150 Km.) in der 1. und 2. Klasse 20 Mark, in der 3. Klasse 1Ö Mart und für die Zone III (über 150 Km.) in der 1 und 2. Klasse 30 Mark, in der <3. Klass« 15 Mark. Die Q £ ?Prun **rifffid)en feil ?"S«bo S iUm 2f % ?cs' 26 d. x Allen/ ** Zwei amerikanische Original- film« werden bis einschließlich heute im Licht- spielhaus gezeigt. „Die Bettlerin von Stambuf, ein Siebenatter schildert die Abenteuer eines schönen türkischen Bettelmädchens, einer rassigen Wildkatze, die vor allem rührend in ihrer Liebe zu den Tieren ist. Mehr alS die Handlung inteerffiert und packt die Ausführung des Films. Der in Kalifornien erbaute Orient ist wirttich großartig und wohl nur mit amerikanischen Mitteln möglich. Prunkvolle, stilechte Dekoration, prächtige Bauten, Basare, türkische Eafös und Straßentreiben, SerailS, die Hagia Sofia märchenhafte vrientallfche Städtebilder, Häuserkampf, arabischer Reiterangriff — all das st immungs echte Flugsandwüste, Kamelerennen, ist äußerst wirkungsvoll. Hebertoältigenb ist einfach der Reiterangriff. Der Operateur hat fkb dabei cingegraben und die wilde Jagd buchstäblich über sich wegrasen lassen: den gleichen Eindruck hat man auch vor der Leinwand. - Dazu wird ein entzückendes Tierlustspiel gegeben, das die Schrecken. Verwirrungen und Verwicklungen zeigt, die von den loSgelassenen Insassen einer Menagerie angerichtet werden. •• Ein Zechbetrüger wurde hier f eft - genommen und dem Gericht zugeführt. Er hatte es verstanden, in den letzten Wochen eine ganze Reihe hiesiger und auswärtiger Wirte zu prellen Er ließ sich mit Essen und Trinken reichlich bewirten und verschwand in einem günstigen Augenblick unter Hinterlassung seiner Zech- schuld durch eine Seiten- ober Hintertüre. Direktors von Radler unter dem 2k"äengruber einige Zeit spielte, weiß zu erzählen, daß Gruber eine etwas barsche und doch wieder trockene komische Darstellungsweise in Gebärdenspiel und Redemanier in die Kategorie der Kerkermeister, Profosen und solcher Theatercharaktere drängte, die ihren lieben Nebenmenschen recht tüchtig und unverhohlen bte Wahrheit zu sagen hatten. Wahrend er als Vorleser Vortreffliches leistete, fehlten ihm als Schauspieler die äußeren Mtttel. „Die Gliedmaßen sitzen äu fest an dem knorrigen Körper um der Rede den begleitenden Gestus in entsprechender Schnelligkeit folgen zu lassen, und daS Mienenspiel scheint jener Durchsichtigkeit zu ent- raten die das Antlitz zum untrüglichen Spiegel der 6eete macht." Sv gab Anzengruber nach schmerzlichem Kampf die Eroberung der Bühne als Schauspieler auf. aber er hatte doch hier zum erstenmal sein angestammtes Reich betreten, das er später alS Dramatiker beherrschen sollte. Der Sozialdemokratische Parteitag. Görlitz, 19. Sept. Den Vorstands bericht erstattete am Montag Franz Krüger. An die Spitze stellt der Redner die Befriedigung der alten Führer über die Rückkehr der Massen und über den Wiederaufstieg der Partei an Zahl und Macht. Der Radikalismus von links und rechts laufe sich tot. Die Deutsche Volkspartei sei immer mehr bereit sich durch die Sozialdemokratie die geschmähten „roten Ketten" anlegen zu lassen. Die Unabhängigen seien gezwungen, über die radikale Phraseologie hinauszu- schretten. linier den Anträgen der Provinz findet sich auch die Forderung, den l.Mai und den 9. November zu Nationalgedenktagen zu erheben. Mit Nachdruck setzte sich Krüger für den 1. Mai ein; die Maiforderungen: Friede und Heber Windung des Militarismus, könnten doch Wohl von der ganzen Nation vertreten werden. Der 9. November sei kein Iubeltag; an ihm sei das alte System zusammengebrochen, doch sei er auch der Geburtstag der Revolution. Schematisch dürfe gerade dieser Gedenktag nicht behandelt werden; man müsse sich ferne Behandlung von neuem überlegen. Krüger ist auch kein Einigungsfanatiker. „Unter allen Umständen" fordere heute niemand mehr wie in Kassel den sozialistischen Zusammenschluß. Wir kümmern uns, so fuhr der Redner an einer anderen Stelle fort, nicht um den Namen der Koalition, sondern darum, was uns geboten wird. Die Demokratie ist heute auf dem Wege, zur verknöcherten liberalen Partei zu werden. Mit Gothein ist die Einigung so wenig möglich wie mit Stresemann. Die Demokratie ist zudem einflußlos. Wir brauchen nicht nur eine parlamentarische Mehrheit. Alle Produktionskräfte, die sich ehrlich für den heutigen Staat einsetzen wollen, müssen herangezogen werden! Es ist allerdings ein Gebot der Ehrlichkeit, auszusprechen, daß.in der künftigen Regierung keine sozialistische Polttik geleistet werden kann. Aber die Republik kann geschützt, der Verfassungsgeist weiter gepflegt werden. Es genügt freilich nicht, wenn die Datsche Volkspartei erklärt. die Republik gegen gewaltsame Angriffe zu schützen. Vor allem muß eine republikanische Regierungspartei auf jebe monarchistische Pro - paganba verzichten. Wenn die Deutsche Volks- Partei das tut, sind wir zur Zusammenarbeit mit ihr bereit. Der Redner faßt seine Stellungnahme zusammen: Wir sind zur Kvalttion bereit, doch nicht um der Regierungsteilnahme an sich, sondern nur um unserer Ziele willen, deren dringendster Teil verwirklicht werden muh. Die Massen erwarten von uns aktive Polttik. Berlin. 20. Sept. Die Blätter melden, daß der frühere Reichskanzler Hermann Müller auf Dem sozialdemokratischen Parteitag in Görlitz eine Entschließung einbrachte, welche die Frage der Außenpolitik behandelt. In der Entschließung heißt es, daß die wirtschaftlichen und finanziellen Bestimmungen des Versailler Vertrages die Wiederkehr normaler weltwirtschaftlicher Beziehungen verhinderten. Die Gesundung der europäischen Wirtschaft habe die Mitarbeit der aufbaubereiten Kreise aller Länder zur Voraussetzung. Die deutsche Sozialdemokratie habe alles getan, um den schleunigen Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Nordfrankreichs und Belgiens zu fördern. Die dem deutschen Volk durch den Versailler Vertrag auferlegten Lasten seien auf die Dauer unerträglich. Die Schäden des Weltkriegs könnten nicht von einem Volke allein getragen werden. Die Lage der Arbeiterklasse in allen Ländern der Welt fordere gebieterisch die R e v i s i o n des Versailler Vertrages. Eine schleunige Entscheidung über das für Deutschland lebenswichtige ober- schlesische Industriegebiet sei erforderlich. Ferner müsse die sofortige Aufhebung der völkerrechtswidrigen, dem Versailler Vertrag widersprechenden mllitärischen und wirtschaftlichen Sanktionen gefordert werden. Die deussche ©Mialbemofratte sei gewillt, mit allen Mitteln die Republik gegen jeden Ansturm zu sichern. » In der Resolution des Parteivorstandes über den Eintritt in die Regierung ist das Wort „Grundforderungen" nunmehr durch das Wort „Mindestforderungen" ersetzt worden. Der lehte Absatz wurde dahin geändert, daß die Fraktionen im Einverständnis mit dem Partei- Vorstand über den Eintritt von Parteigenossen in die Regierung entscheiden sollen. Die Resolution wurde in namentlicher Abstimmung mit 290 gegen 67 Stimmen angenommen; damit sind alle anderen zu dieser Sache gestellten Einträge erledigt. Görlitz, 20. Sept. (WTB.) Der Sozial- demokratische Parteitag nahm einen Antrag betreffend die Bildung einer einheitlichen proletarischen Partei an. Alle weiteren Anträge, die sich auf die Vereinigung mit der USP. beziehen, sind damit erledigt, Angenommen wurde auch ein Antrag, der das Schreiben über parteitattischr Fragen inbürgerlichenDlät- t e r n verbietet. Der Antrag L ö b c auf Schaf- | fung eines republikanischen Abzeichen s wurde angenommen. Abgelehnt wurde mit großer Mehrheit ein Antrag, wonach zur Partei nicht gehören kann, wer Mitglied eines Krieger- ober Wilitärvereins ist. Darauf erstattete bet Abg. Hoch den Bericht der Reichstagsfraktion. ginn dieses Jahres. 96 dieser Wohnungen sind von Hausbesitzern selbst ober auf ihre Kosten ein- gerichtet worden. In 44 Fällen muhte die Stadt die Kosten übernehmen und hierfür etwas mehr als 150 000 Mark aufwenden. Oft waren die Kosten recht beträchtlich. Zum Beispiel kostete die Einrichtung von sechs Wohnungen in der früher Scheidschen Zigarrenfabrik an der Marburger Straße etwa 50 000 Mark, die Schaffung von nur zwei Wohnungen in einem Gartenhaus 30 000 Mk und die Herrichtung einer Wohnung in ynem Nebengebäude der Alten Klinik 16 000 Mark. Vom 'Bauamt wurden in städtischen Häusern weitere 25 Wohnungen eingerichtet. Es handelt sich hier entweder um Häuser, die wegen Baufälligkeit bereits leet standen, in der Not der Zeit aber doch wieder benutzt werben muhten oder um Einrichtung von Wohnungen in Dachgeschossen, Lagerräumen usw. In den früheren Dureaubaracken des Gefangenenlagers (bei der Germania) wurden außerdem noch fünf Notwohnungen errichtet. Nicht eingerechnet in diese Zahlen sind die zwölf Beamtenwohnungen, die vom hessischen Staat in zwei Häusern in der Senkenbergstrahe erbaut werden. Weit vorgeschritten ist übrigens auch bei große Anbau an bie Frauenklinik, besten Kosten auf drei Million«! Mark veranschlagt sind, der allerdings aber nicht füi Wo hnungszwecke vorgesehen ist. Wenn bisher also schon viel zur Errichtuna neuer Wohnungen geschehen ist, so bedarf es dvq weiterhin aller Anstrengungen, um die Wohnungsnot mit ihren schlimmen Folgen langsam einzudämmen. Aus Hessen. Aus dem Finanzausschuß. rm. Darmstadt, 20. Sept. Der Finanzausschuß des Landtags hat den Antrag Lenhart betr. die Entschädigung bzw. die Umzugskosten und die Teuerungszulagen an die aus dem besetzten Gebiet vertriebenen Beamten auf Grund der Antwort der Regierung für erledigt erklärt. Der Antrag des Abg. S o h e r r bett, die Rückvergütung der Zölle ttn besetzten Gebiet wurde angenommen. Die Vorstellung des Hess. "Beamten- bundeS betr. Erholungsurlaub wurde nach der Erklärung der Regierung, dah für das nächste Jahr eine Revision der Bestimmungen in Aussicht stehe, für erledigt erklärt. Der Antrag des Abg. Schreiber bett, die Regelung des Kreisblattwesens veranlaßte eine längere Aussprache, in deren Verlauf die Regierung eine Reihe von Möglichkeiten der Erledigung vorschlug. Das Ideal, allen in Frage kommenden Blättern die Anzeigen zukvmmen zu lassen, komme allerdings wegen der hohen Kosten nicht in Betracht. Es wird daher empfohlen, mit den Zeitungen nochmals im Sinne des Antrags Schreiber zu verhandeln. Der Anttag Hattemer, Steuererlaß für Klein-Rentner, wttd in Verbindung mit dem Anttag Soherr und Knoll, betr. Steuererleichterung für Haushaltungsvorstände, sowie mit dem Antrag Balser, betr. die Unterstützung von Rentnern, Witwen usw. behandelt. In der Aussprache wird angeregt, dah das Reich einen Zuschuh leiste, damit den Ländern und Gemeinden die Regelung dieser Fragen erleichtert wird. Der Antrag Hattemer wird für erledigt erklärt, der Antrag Knoll und Soherr abgelehnt und der Antrag Balser der Regierung als Material überwiesen mit dem Zusatz, dah Reich, Länder und Gemeinden gemeinsam entsprechende Mittel zur Verfügung stellen. — Der Antrag des Abg. Reh, betr. die Abtrennung von 300 Morgen Feld vom Gut Selgenhof in Oberhessen zu Siedelungszwecken, wird für erledigt erklärt, nachdem festgestellt wurde, dah die in Frage kommenden umliegenden Orte in der Lage sind, selbst Feld abzugeven. Der Siedelungsausschuh soll sich mit der Angelegenheit nochmals befassen. Der Antrag des Abg. Reh, bett. Abänderung des Art. 881 der LGO. wttd mit Zustimmung der Regierung angenommen. Der Anttag Neff, bett, die Kosten der höheren Schulen wird der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Eine Regierungsvorlage in der das Dvlksschulgesetz dahin abgeändert werden soll, daß die Einstellung eines juristischen Referenten und eines Vorstandes für das Sekretariat der Schulabteilung vorgesehen werden soll, findet Annahme. Der Antrag des Abg. Herbert, bett, die Wirtschaftsbeihilfe für Geistliche, wird nach der zustimmenden Erklärung der Regierung gutgeheißen. v x Reichelsheim, 21. Sept. Am Samstagabend sprach im Auftrage der Deutschnationalen Volkspartei Prof. Dr. Werner- Butzbach über die Erfüllung des Ultimatums und die wirtschaftlichen Folgen für das werktätige Voll und über die hessischen Landtagswahlen. Die gutbesuchte Versammlung nahm zum Schluß folgende E n t - schließungan: „Wett über 100 Besucher einer Wählerversammlung im Gasthause zur Post erheben Einspruch gegen die Festlegung des Wahltermins der hessischen Landtagswahlen auf den 1. Advent, da dieser Tag in den meisten Gemeinden als hoher Feiertag gilt, verbunden mit Gang zum heiligen Abendmahl. Wir fordern bringend"Verlegung des Wahltermins." ■■ K-Ä • ü d l f chen Anilinwerke tn Ludwigshafen, l sen usw Es wurde «wen jedes mögliche Plätzchen in der stch in Oppau, Regierungsbezirk Franken- ' thal. befindet, in die Luft geflogen. Die Explosion erfaßte sofort zwei weitere Oefen, die gleichfalls mit fürchterlicher, bis Heidelberg hörbarer Detonation in die Luft flogen. 3m wetten AUSKU X#4; > i I Televbon 66. «im 1123 Der nieder. wird. Landkreis Gießen. Altertum-fundc. Landwirtschaft. Atrsleihmtg von Heerespferdev. - Da wieder Anträge auf ikbcrlapung non Leihpferden an die Landwirtsdraftskarnrncr Darm* fladl gerichtel werden, gibt diese bekannt, lüö sie mit der Verleidung von Pferden n i ch t S mehr zu tun bat. Die Verleidung von Pfewen ist ausschließlich Dache des Truppenteils. Es tonnen Pserde. soweit solche üderdaupt noch vorhanden sind, bei folgenden Truppenteilen In Empfang genommen werden: Reichsw.-Irll -Rgt. Gießen, Rcichsw -Arl.-Rgl Fuld a, R ich^w - Art.-Rgt. Fritzlar. Ratsam ist jedoch, das) "bte Interessenten sich vor persönlicher Vorsprache ent» nx-ber die Abgabededingungen zusenden lasten, oder selbst wegen de- Termins der persönlichen Vvrsprache beim Regiment vorstellig werden. Pferde sollen im allgemeinen nicht über eine fröstere Entfernung abgegeben werden, als bafo ic innerhalb zwei Tagen im Vorfall«, beim, Truppentell abgeliefert werden können. Hessen-Nassau. spd. Bad Homburg v. d. H., 20. Sept. Kurvillcne inbrüche scheinen in Homburg planmäßig ausgeführt zu werden. In der vergangenen Äacht wurden aus einer Billa der Kaiser-Friedrich-Promenade Schmucksachen und Bargeld im Werte von mehr als einer halben Million Mark gestohlen. Die Bestohlene ist eine zur Kur hier wellende Afrikanerin. Gerichtssaal. Massenklagen von Offizieren. Eisenach 20. Sept. Die Privatklage von 203 Offizieren gegen den Verlagsbuchhändler Eugen Dietrichs in Jena wegen feiner Veröffentlichung, beim Sin rücken in Belgien habe jeder deutsche Offizier fast ausnahmslos gestohlen, ist nunmehr zum Abschluß gelangt Das Landgericht hat das auf 8 0 0 M r. Geldstrafe lautende Urteil des Schöffengerichts bestätigt. Die dagegen beim Jenaer Ober- landgerlcht eingelegte Revision hat der Angeklagte jetzt wieder zurückgenommen. Seine Verurteilung ist damit rechtskräftig geworden. * Unveränderte Kohlenpreife 4m Oktober. Die neue Kohle npreis- «rhöhung sollte ursprünglich zum 1. Oktober eintreten. ES ist jedoch, wie ORB. meldet, nicht möglich, die Verhandlungen hier- übet bis Ende des laufenden Monats abzu- schließen. Infolgedessen bleiben die Kohlen- prEtfe für den Oktober unverändert. Bornotizen. — Sine öffentliche Beamten-Der- Sammlung findet, wie aus einer Anzeige ersichtlich ist, am Freitagabend, 8 Uhr. im Selsen Keller" statt, in der Cbertclegr.-Sefretar und Land- tagsabgcordneter Kresse! (Frankfurt «,> Krautschneiden werden angenommen. Walltorftraße 28. hoppelt flott geruchlos, in Lpotheten u. Drogerieu Aufruhr- Hünderangs.Einbnichsdiebstahl GISS* sonstigen Versicherungen zu günstigen Prämien und Bedingungen durch UUo22 Ag"nr.ur Flimm & Eckert Freitag cintteffenb, empfehle INji.Mel|M.K. Achtung! Zur Bildung einer Vereinigung für DAS MESSAMT FRANKFURT AM MAIN ä laden wir die Interessenten zu einer Versammlung im Hotel Kode! am 23. September 1921, abend« 8 Uhr, freundlichst ein. Herr Nektor Richardt auS Wetzlar wird über Zweck und Ziele der Crgantfatton referieren. (0126181 Die Einberufer. SkßeWk UWWOWlW am Freitag, 23. Sept., abend 8 Uhr Im Restaurant Felsenkeller in Giessen. Tagesordnung: Jas fomnitnht Vtaiattariitegksetz. Referent: Obertelegraphensekretär und Landlagsabgeordneter Kresse!, Frankfurt. An alle Reichs-, Staats- und Gemeindebeamten und Beamtinnen ergeht der Ruf, in dieser außerordentlich wichtigen Versammlung zu erscheinen. Die 5«lalöemolratW Dattel (5.5.D.) Netzen 3. A.: Ottilie. Der MWtz öet loj.Beamteno. Sletzen u. nmg. 3. A.: Eid mann. Schmidt. IW4 Sonntag, 25. Sept 1921, nachm. 5 Uhr, in der neuen Aula der Universität Sonderkonzert Professor Joseph Szigeti (Violine) Budapest-Genf Am Klavier: EduardZuckmayer Frankfurt a. M. Werke von Bach, Händel, Veracini, Dvorak, Goetz, Kreisler. Eintrittspreise: 9, 8, 6 und 4 Mk. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studenton- karten 3 Mk. beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte. Ueoe*v MMm leöet AN %(ßu5nat?un a Hllrein a%?els° pert Ole bcüvl'ilve Mv.-Dwl!erel. L. Lange. S legre Vullenverkauf. (Ein der Gemeinde gehöriger fetter Dulle soll au dem Submissionsweg pro Pfd. Lebendgewicht verkauft werden. Eröffnungstermin Freitag den 22. d. M., vormittags 11 Uhr, woselbst auch die Bedingungen eingesehen werden können. Treis a. d. Lda., am 19. September 1921. Bürgermeisterei: Benner. 10137D Saatroggen Petkuser I.Absaat vom Rheinischen Saatbauverein anerkannt, zu billigst. Preisen. Näheres Ureisbauernverein Wetzlar Kornmarkt 2 „ ,,d Fernfpr. 79. Freibank «EtSSuSli Verkauf vonSUHr ab Herbß-Pserdmarkt zn Ciehen. Am Mittwoch, dem 28. September 1921, vor. nüttag von 7 Uhr ab findet auf den städtischen Startanlagen an der Rodheimer Straße Pferdemarkt ^^Dezüglich der in der Rähe des Marktplatzes vorhandenen Stallungen erteilt Herr Hoflohnkutscher Huhn Auskunft. Mit dem Pferdemarkt tst eine Vrümtiening bes besten Pferdematerials verbunden, wofür über 220VM. gut Verfügung stehen, darunter 500 Mark aus Mrt- idn des Landcspferdezucht-Dereins. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Rentner August Schwan in Gießen erhältlich. Die JPr8nnen- oerteilung erfolgt nach Beendigung der Prämiierung. Lose der städtischen Pferdemarktlotterie sind bet -dem Hauptverleger Richard Buchacker in Gießen loroie den bekannten Verkaufsstellen zu haben. Gießen, den 15. September 1921. 10163B Die städtische Pferdeniarkt-Deputation. Alingspor, Beigeordneter. Die Gemeinde Alten-Buseck beabsichtigt einen zum Sprung untauglich gewordenen gut genährten 2jährigen Simmentaler Dullen auf dem Wege des jschriftlichen Angebots zu verkaufen. Angebote auf pro Zentner Ledendgewtcht sind Lis zum 26. September d. Zs., nachmittags 3 Uhr, bei unterzeichneter Stelle etnzureichen. Gleichzetttg geben wir bekannt, daß die Gemeinde einen fprung- »fähigen Dullen Simmentaler Rasse wieder ankauft. ^Diesbezügliche Angebote unter Angabe des Alters ninb des Verkaufspreises sind ebenfalls bis zum 26 d. Mts an unterzeichnete Stelle eiuzurerchen. Allen-Duseck, am 20. September 1921. Hessische Bürgermeisterei Alten-Duseck. Rau. ______10183D Brasilien • Argentinien und anderen Staaten Südamerika* und seine Vertretungen in Bieflen: Theodor Looi.nmKirchenplatz in Alsfeld: Joh. Georg Kratt, Obergasse23 in Balzbaoh: Vloter Aaguet Kratt in Dillenbarg: C. F. Gerhard 6860A In Gladenbach: W. lehU! Sohu, Burgstr.18 Afrika • Ostaslen Reisegepäck - Versicherung Lloyd-Luftdienst Nähere Auekunft, Fahrkarten und‘Drucksachen durch Norddeutscher Lloyd Kaffee stet« frisch gebrannt, eigene elektrische Brennerei Psd. Mk. 24.—, 26.—, 30.-, 32.—. Roh-Kaffee la Qualitäten, Psd. Mk. 24. , 26 -, 28. , 30. . 32. . Tee, Kakao. Schokolade in nur la Dualitäten. Meinl-, Salami-, EeDet- onö ifiettmatlt. Gouda-, Edamer-, Camembert-, Fromage de Brie-Kase. GMllSMei tut» la Dolen anö imteWtt. flellatöinen. 6emaie- a. Dbft-aonfewro. Dio. ülarmelntei. Weine, Schaumweine, Kognak, Rum, Arrak und Liköre. Suppen- und Gemüse-Rudeln Makkaroni und Spaghetti, Reis Neue Linsen. la Sützrahm-Taselbutter la ungesalzene Margarine Md. 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Lastivllifell-WillSk kaust Fritz Schilling, Gießen, Frankfurter i, schwerem, stille Teilnahme bittet Bender Kaiser den 1921. Gießen findet 1O158D ; den 23. September, neue* Friedhof statt Vater, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel trauernden Hinterbliebenen: Uhr verschied nach Heute morgen it großer Geduld im Namen Leiden mein lieber Mann, unser Mittwoch, 21. September 1921 Gießener Anzeiger (Gemral-Anzeiger für Gberhesfen) Das Kreditangebot Berlin, 17. Sept. Bei der Stellung nähme au den Besprechungen über Zurverfü- (Abhebung, gungstellung ausländischen Kredits iung b«i Niger in Devisen zu stellen sein als vielmehr in ge^en Rüdiger Absicht zu cx- ileber eine Milliarde werde man kaum hin- auskommen; Deckung dieser Kredite wird we> -Reichskanzler gegenüber ausdrücklich hervvr- gehoben, das) mit dem Kreditangebot ein gan- neuer Weg beschritten werde, der mit dem Plan einer Erfassung der Sachwerte nichts zu tun habe, und daß Eingriffe in die Substanz und weitere Belastungen über die Kreditlei- fangenhctt verblüffend. _ . . Do beobachtete sie wie ein Wunder. Davor war sie aber innerlich desto unruhiger. Denn sie begriff einfach nicht, warum Magelone uder- Haupt abreiste? Wie konnte sie Rüdiger in dieser Situation allein lassen? Erst als Magelone später wie zufällig erwähnte, daß die Stimmung im Dors letzt eine andere geworden sei, und sich vorwiegend aez einen gewissen Scheibinger und ,— kehrte, glaubte sie Magclvnes ----- „ raten. Sie wollte Rüdiger entgegenreisen, um nun bin ich wieder ich selbst. Das ülnglück. wie grob es auch sein mag, soll mich nicht Leiner finden, als manchen anderen Rotherstein, der in schlimmeren Zeiten den Kopf nicht einen Zoll niedriger trug als zuvor." ($r hatte sich hoch aufgerichtet und ferne Hellen, scharsen Augen leuchteten wie In jungen Tagen. Da tat Do etwas, das sie bisher noch nie gewagt hatte, sie warf sich stürmisch an lerne Brust, umschlang seinen Racken und rief leidenschaftlich: .Wie habe ich Dich lieb, Onkel "üldald. dah du so denkst, ülnd so muhtest du denken I Dann bleibst du immer ein Fürst und ein Rothersleiner, auch wenn dich das Schicksal zum Bettler machen würde." , a Ein warmer Strahl traf sie aus des alten Herrn Rügen. ülnd du? Soll ich dir sagen, was du bist, Dorothea? 3n dieser Rächt habe ich's gefühlt, tvie nie zuvor: Ruch du bist eine echte Rotcherstem, auf die ich stolz bin!" sagte er inniger, als er je zu Do gesprochen hatte. Sie war zu bewegt, um antworten zu können. Dann gingen sie hinüber nach dem Frühstückszimmer. Dort herrschte eine gedruckte, verlegene S tut’ mung Rlle fühlten ganz gut, dah ihre Abreise in diesem Rugenblick als Flucht aufgea^t w.r- den muhte und dem Fürsten gegenüber eine Lück- sichtslosigkeit nxir. Rainer besonders litt unte- pjesem Gedanken sichtlich und suchte die 2ll>reise mit allerlei Ausreden ?u bemänteln. Seine Frau leide schon lange an einem hartnäckigen Katarrh, wesla b man lä gst vorgehab hatte, ans Meer zu gehen. Run habe ma" die Reise nur beschleunigt, weil Carola fürchten Aus Stadt und Land. Gießen, den 21. Sept. 1921. Gtratzerireinigung und Müllabfuhr. Zu dem dieser Tage Veröffentlichten Entwürfe einer „OrtSsahung-überdie Erhebung von Gebühren für die Reinigung der Straßen und Fußsteige und für die Abfuhr von HauSkeh- richt" hat der Gießener Mieterver- e t n eine Eingabe an die Stadtverwaltung gerichtet. 3n folgender Zuschrift faßt der Mieterverein seine Stellungnahme gegenüber der geplanten Steuer zusammen:__ Kreis Büdingen. 4* O r t o n b e r g, 20. Sepl. Die Her st e i g e* rung des städtischen Obstes brachte der Gemeinde die schöne Einnahme von etwa 13 Ouo Marl Rn der Kreisstraße nach ßihberg tourben 26 000 Mk.. an der nach Bleichenbach IbOCO gelöst, so dah diese beiden Strahen mit ihrem Obst allein dem Kreis 42 000 Mk. erbrachten, ^üälich wird an unserer Statron Obfl verladen: von den umliegenden Dörfern, besonders von Wippenk^ch und Eckartsborn. die ganz besonders gute Obsternten hatten, kommen ganze Wagenladungen mit feinstem Obst zum Vertaten ungefähren. §§ Stockheim, 20. Sept. 3n unserer Gemeinde lieb sich ein praktischer A r z t Dr. S i e g e r t, nieder. Er nahm vorläufig im Hause des Gastwirts Walther am Bahnhof Wohnung. Kreis Alsfeld. xtElbenrob, 15. Sept Nachdem in unserer Gemeinde nunmehr das elektrische Licht eingerichtet ist, wurde nunmehr die Anschaffung von zwei neuen Glocken beschlossen, die bedeutend größer und schwerer sein werden als die alten. Die Kosten werden mehr als 20 000 Mark betragen. Kreis Friedberg. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar. 20. Sept. Die Ausgestaltung der Hausergasse und der Straßenanlage am altehrwürdigen Hauserwr bereitet unfern Stadt- Vätern nicht geringe Sorgen. Wenn das alte Stadttor erhalten bleiben soll, muß sich die Straße am Tor gabeln, und zwar ein Teil durch das Tor hindurch. der andere Teil nach der Lahnseite. Dabei gilt eS eine ilfermauer anzulegen. deren Kosten allein auf zirka 70 000 Mark veranschlagt find. Die Entscheidung über das uralte Stadt.or, ob eS fallen soll oder nicht, liegt bei dem Minister Hessen-Nassau. Admiral Scheer in Hanau. muhte, dah die Kinder nicht sicher seien unter der erregten Bevölkerung. Man wollte deshalb auch nicht durch Wvlkenriet zur Station fahren, sondern lieber über Wilhelminenruhe zur nächsten Station. Der Fürst nahm diese Erklärungen mit dem liebenswürdigsten Lächeln entgegen. Er trug überhaupt ein so heiteres, unbefangenes Wesen zur Schau, als sei nichts geschehen. aI8_ sähe man einfach wie sonst gemütlich beim Frühstück beisammen. . Rm schnellsten paßte sich Magelone dieser stillschweigend ausgegebenen Parole an. 3£".e Heiterkeit war geradezu bestrickend, ihre ülnde- Hr. 221 Zweiter Blatt Marione erzählte nämlich, man habe noch in der Rächt bcrauggeW#, daß Scheib«^ die Fabrik angerünbet habe, und ihn sofort nar haftet Gleich'eitig berfloa der Taumel in den Köpfen der D. sonnenen. Es war^e ib'-en .Üing" 'am klar dah sie durch ben Brand auch mtt be- trcffen wurden. Mit dem sicheren D«dt«st m der 5a6rir war es nun au immer vorbei. Das traf viele hart Der Fürst Stadtverwaltung Mainz gcr.ch.ct. Der Giebener Mielerverein svrbert, dav vor der Beratung des Entwurfes dem Borstand des Mi tcrt>:rd.i$ aasr.iche b G l ge hi: cur Reu herung zu geben ist. Zu der Beratung selbst sind Mitglieder des Dvrslandes hinzuzuziehen. Die zu erhebenden Gebühren beruhen nicht auf dem Prinzip der Leistung und Gegenleistung, sondern sind lediglich ein Ersatz der geleit ch nicht mehr möglichen Kommunal st euern Eo ist daher so zu verfahren, dah ein sozialer Ru Sgl eich geschahen wird, und zwar derart, dah Einkommen bis zu einem bestimmten Betrag, oder der Mietwert bis zu einem bestimmten Betrage, oder gröberen Kinderzahl eine Erleichterung oder am besten eine völlige Befreiung von der Gebühr erfahren. Bei Festsetzung des Mietwertes durch das Wohnungsamt ist dahin zu wirken, dah die leistungsfähigeren Kreise der 3n- dustrie und des Handels entsprechend stärker her- angezogen werden. Ferner sind' bei der Gebühren- festsetzung diejenigen Kreise, die am meisten zur Berunreinigung der Strahen beitragen, wie Fuhrwerks- und Pferdebesitzer, entsprechend höher einzuschäyen. Ruch die Auto- und Krastwagenbesitzer. die durch die verstärkte Abnutzung der Straßendecke wesentlich die ©taub- und Schmuhbildung fördern, sind cnl- I sprechend stärker zu veranlagen. Desgle chen sind Die Rothersteins. Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1919 by Greiner & Eomp.. Berlin W 30. 59. $ortfeBunq. (Nachdruck oetbotea.) .Olein, dazu darf es nicht kommen! sagte Do leidmschafllich. Er wird weiter arbeiten — nur anders — um Erfahrungen reicher I" ,2llle Arbeit kann diese Derluste nicht ersehen'" Sie wird es! Wenn alle zusammenhelfen, wenn man den Haus hall reduziert. Die L^tte im Dors werden sich beruhigen und selbst helfen, die Fabrik wieder aufzubauen, wenn sie nur erst sehen, dah Rüdiger ein Herz für ste hat. Sie sind verhetzt, aber gewiß nicht bösartig ^110. wird gut werden, Onkel Ubalö, du wirst sehen! Do sprach aus innerster üleb-rzeugung Aber der Fürst hatte nur ein traulges. hoffnungsloses Lächeln für ihre Trostworte. So wurde es Tag Statt der Rote lagerten nun düstere Rauchschwaden über der ganzen Gegend und verdunkelten die Sonne. Ein berzender Rauchgeruch erfüllte die Luft Hampe kam mit der Meldung, dah die §err schäften sich zum Frühstück begeben hatten. Cb 6c. Durchlaucht daran teilnehmen oder separat serviert haben wolle? , , .Wir kommen hinüber, _ Tagte Fürst. Rls Hampe gegangen war, fügte er zu Do gewendet hinzu: .Sie sollen mrch mcht b-nnckletden als einen gebrochenen Mann. Sre sollen auch nicht denken, ich schäme mtch vor rhnen, oder ibr Fortgehen täte mir weh. 3n der RaHt t^n mich Kleinmut und Derzweiflung gepackt. Ader Die hessische» landwirtschaftlichen Schulen. Der orbentlicheLehrgang 1921/22 der hessischen landwirtschaftlichen Schulen wird nach einer Bekanntmachung des Landesernährungsamtes am Montag (7. Rovember) eröffnet. Die neue Schule inGrünbera wird nur mit einer, der unteren Abteilung. eröffnet, während an den übrigen Schulen der Unterricht in beiden Abteilungen abgehalten wird. Der Unterricht dauert bis zur Karwoche und wird auf Grund eines für sämtliche Landwirtschaftliche Schulen einheitlichen Unterrichtsplanes in 34 Wochenstunden erteilt Der gesamte Unterrichts stoss ist aus "Streiks und Aussperrungen im - Stadtgebiet Giehen sind, wie von zuständiger Seite mitgeteiü wird, durch die Betriebsleitung sofort auf schnellstem Wege dem Stadt. Arbeitsamt, Liebigstraße 16 (Alte Klinik, Tele- phon 2054), mitzuteilen. Das Städt. Arbeitsamt erledigt alsdann die nach der Dervrdnung des StaatSkommisssars für die wirtschaftliche Demobilmachung in Hessen vom 12. Zanuar 1921 vorgeschriebene drah.liche Mitteilung an diesen. *• DefälschteTausendmarkscheine. Seit einem halben Jahre wurden falsche Tausendmarkscheine in den Verkehr gebracht. Die Hersteller und Verbreiter dieser falschen Tausendmarkscheine sind jetzt von der Reichsbank-Falschgeldabteilung ermittelt und verhaftet worden. Es sind der Lithograph Erwin P o f a h l, sein Bruder, der Photograph Bruno P o f a h l und der angebliche Schriftsteller Franz Wydrinski, der in Berlin wohnte und in seiner Wohnung auch die Fälscherwerkstatt eingerichtet hatte. Wydrinski ist eine nicht uninteressante Persönlichkeit Lithograph von Beruf entdeckte er in jungen Jahren bei Hemmenthal in der Schweiz einen Schieferbruch, der sich zur Herstellung von Lithogravhiesteinen ebenso eignen soll wie der bekannte Svlenhofer. Zur Ausbeutung des neuen Bruches rief Wydrinski mit Schweizer Kapi- talisten eine Gesellschaft ins Leben, aus der er seiner Behauptung nach später wegen Meinungsverschiedenheiten hinausgedrängt worden ist Der Lithograph wurde später Schriftsteller und Erfinder eines Stenographiesystems, das nach ihm daS Whdrinskifche heißt. Auch auf technischem Gebiet hat er sich durch Erfindung des sog. Lithon-Ver fahrens betätigt, das den Umdruck von Zink au Stein erleichtern soll An den Geldfcheinfälschungen will er sich nicht aus Eigennutz beteiligt haben, sondern um seine Pläne einer Reform der Gesamt- Wissenschaft durchsetzen zu können. Bei den Ermittelungen gegen Wydrinski und'seine Helfer hat man fcftgcftcllt, dah die Fälscher in der Wohnung Wydrinskis in den Zähren 1919 und 1920 auch Rachahmungen von Fünfzigmarkscheinen in grober Menge hergestellt haben. Während der März- unruhen 1919 geschah es. dah eine von den Aufständischen abgefeuerte Granate das Dach durchschlug und Wydrinski in seiner Fälscherwerkstatt zu Boden warf. Infolge des Rervenchoks^ den er habet erlitt, hat er sich ein dauerndes Dervenleiden , g v l c b b e r g, 19. Sept Gestern starb in der Klinik in Gießen der frühere Oberstabsarzt bei Marine Dr. G r o h. an den Folgen einer schweren Operation, im 46. Lebensjahre. Der Verstorbene Halle sich nach seinem Abgänge vom Militär in Friedberg als Augenarzt niedergelassen und eine bedeutende Praxis erworben. zwei Winter verteilt, und zwar derart, daß für jeden Schüler der Besuch beider Abtcilunger notwendig ist Am Schluß des unteren Lehrgangs erhalten Die Schüler ein UebergangSzeugmä mu einem Vermerk, ob sie nach Beschluß der Lehrerkonferenz in den oberen Lehrgang versetzt werden können oder nicht. Am Schluß des oberen Lehrganges erhalten die Schüler das Abgangszeugnis. 'Das Schulgeld für den B.such jeder Abteilung beträgt 2f) Mark für Hessen. 250 Marl für Richtbeilen. In die Hessifchen Landwirtschaftllchen Schulen können Schüler und Schülerinnen ausgenommen werden, die sich durch Zeugnis der Bürgermeisterei des Wohnortes über bisherige tadellose Führung und über die Bekanntschaft mit den gewöhnlichen Arbeiten in der Landwirtschaft, ferner durch Schulzeugnisse über den Besitz der durch den Besuch der Volksschule zu erwerbenden Kenntnisse und Fertigkeiten ausweifen können. Eine Aufnahmeprüfung findet nicht statt. DaS Lllter der auszunehmenden Schüler und Schülerinnen soll In der Regel nicht unter 16 Zähre sein. ftuna hinaus von der Ändusttie nicht getragen GnMcke ge- werden könnten. ES hegt auf der Hand, daß ' u Andren «rnzusetzen, die durch Einsetzung ausländischer Kredit in der erforderlichen ln und GrunbstückS-mtcrhaltungs-- Höhe nur genommen und zur Verfügung ge- tite[ &er ©tabt auf die Allgemeinheit, der die Gestellt werden kann, wenn die Substanz, die I bäube und Grundstücke dienen, abgewälzt werden. Grundlage der Kreditbeschaffung, unangetastet Hierdurch wird die Summe für die Bürger, welche bleibt. Heute vormittag fanden sich die V e r - gewislermaßen nur den Bürgersteig benutzen, we° — - - - । fentlid) verringert. Rach tz 5 des Entwurfes beträgt die Gebühr 10 Prozent deS Miet- ober Pachtwertes. RuS der Veröffentlichung ist nicht zu ersehen, was Villen- oder Fabinkbesitzer für ihre Gärten. Lagerplätze oder dergleichen nicht in dem Mietwert enthaltenen Flächen, die aber des öfteren zwei ober brei lange Straßenfluchten einnehmen, an- 3n ber Begründung des Entwurfes wirb angeführt, baß sich die Gebührenerhebung in Darmstadt und Mainz bewahrt habe. Das ist irreführend. Es kann sich dieser Say nur auf die nicht aber auch aus die V e r t c i» . „o .jr Gebühren beziehen. Der Landesverband Hessischer Mieterschutzvereine hot, nachdem die Mainzer Mieter vor die vollendete Tatsache gestellt waren, ein Protestschreiben an die hatte sie Gesindel" genannt. Gut. sie hätten dafür vielleicht die Arbeit eingestellt, aber Brand- flifter werden? Olein, dann hätten sie jg den Mimen Gesindel verdient! 3m Handumdrehen waren die besten Freunde des Scheibinger nun gegen ihn. Oluch von den Steinwürfen wollte heute niemand mehr etwas wissen Reben Scheibinger wendete sich die Entrüstung auch Rüdiger zu. Gr war ja schuld, day die Dinge so weit gekommen waren. Hätte er doch Scheibinger nicht ent'assen und dessen Weib nicht einsperren lassen! So hatte er sie nun durch seinen Starr.inn alle brotlos gemacht Aber er sollte sich nur wieder blicken lassen in Wollen- riet . Magelone hatte all diese Rach.ichten von ihrer Kammerjungfer. die glttch nach OluSbruch des Brandes den Befehl erhalten hatte, zu packen, unb die nun am Morgen mit dem Reisegepäck ihrer Herrin aus Fürstenhaus nach Grafenegg gekommen war. Während man noch beisammen saß, wurde die Post gebracht und gleichzeitig eine Depesche Rüdigers, die seine Ankunft für den Vormit.ag meldete. Er wußte natürlich noch nichts von dem Brande und kam lediglich auf die beunruhigenden Meldungen hin, die Brömel ihm gestern nachmittag gesandt hatte. Do blickte erschrocken aus Magelone. Würde cs nun gelingen, ihn noch rechtzeitig zu warnen? Da er schon unterwegs war. konnte dieS nur auf her Station Wvlkenriet selbst geschehen. Otter es war hie Frage, ob er sich da noch zurückhalten lassen werde, wenn er erfuhr, was geschehen war. (Fortsetzung folgt) für die Zwecke der Wiederherstellung ist verschiedentlich die Llnsicht geäußert worden, daß ber von der Industrie empfohlene Weg auf Erfassung der Goldwerte oder eine einer solchen ähnliche Aktion hinauSlaufe. Demgegenüber betonen die Berliner Politischen Nachrichten, daß eS sich bei dem Vorschläge darum handelt, den ausländischen Kredit der deutschen WirtfchaftSstände für die Zwecke des Reichs nutzbar zu machen. Der Gedanke dem Reich die Hilfe der Industrie zur Beschaf- fung der demnächst für die Erfüllung deS Ultimatums notwendigen Goldzahlungen anzubieten, ist vom ReichSverband der deutschen Industrie ausgegangen, dessen Präsidium und Vorstand am 13. d. M. nach eingehender Beratung in Würdigung der außerordentlich schwierigen außen- und inner- politischen Lage einen dahingehenden Entschluß gefaßt haben. In den Besprechungen über die Durchführung des Kreditangebots wurde von den Vertretern der Industrie dem 8 9 "Der Städtische Volks kinber garten wird während ber Herbstferien nicht geschlossen. Es können zur Zett noch Kinder Aufnahme finden. , m . "Vorsicht beim Traubengenu h. Bei dem Mangel an Regen in diesem Sommer sind die zur Bekämpfung der Rebschädlinge angewandten Mittel Kupfervitriol, Nikotin, Arsen u. a. an den Trauben haften geblieben, während sie m anderen Jahren größtenteils durch Regen abgewaschen wurden. Di« Gefahr, daß bei Genuß der mit obigen Mi teln behandelten Trauben Dergistungrerscheinungen auftreten, ist daher zu befürchten und sind schon beobachtet worden. Trauben sind also unbedingt vor Genuß gründlich abzuwaschen. Landkreis Gietzem k.Allendorf a. d Lda., 18. Sept. Don Fett- Mäusen wird auch in unserer Gemarkung viel Schaden angerichtet. Um der Mäuseplage Herr zu werden, wurde beschlossen, vergifteten Weizen auf die Äcker zu streuen. Diese Arbeit wurde von allen Landbesitzern gemein, schaftlich vorgenommen. Je nach der Größe des Grund, besitzes beteiligten sich aus jedem Hause ein ober zwei Personen daran. Gemeinschaftlich durchzog man die ganze Gemarkung, um den vergifteten Weizen in die Mauslöcher zu streuen. Dieses Verfahren wurde in einem früheren „Mäusejahr" schon einmal mit Erfolg angewandt-__ treter der Bankwelt zu einer Besprechung zusammen, die sich ebenso wie dje industriellen Kreise bereit erklärten, an dem Werk mitzuarbeiten, wenn bei den Verhandlungen auch nicht verkannt wurde, daß cuf dem eingeschlagenen Wege noch große Schwierigkeiten zu überwinden sein werden. Ferner i ober brei lange otrartrniUKOten dnnemneu, uu- wurde der Befürchtung Ausdruck gegeben, dah gerechnet bekommen sollen. D.e an diese Flächen auch diese gewaltige Kraftanstrengung umsonst angrenzenden ©traben werden auch gerei- sein müßte" solange man nicht die Gewahr er- nig •3n 6?,ln ® ’ t ® nnH am telt *** ber vtraßenr:inig ng und MW. Deutschlands eine deutlich erkenn- mad>t wurden. Wo stecken die Kehr- bare Grenze erführen; immerhin wurde Maschinen? Als guter Piassava überhaupt eingeräumt, daß man durch den Schrttt wenig- ^^cht, oder nur zu Luruspreisen zu haben war. stenS einen Aufschub erzielt hätte, und daß in tonnte man verstehen, bah die Maschinen nicht mit der Zwischenzeit die Wirtschaftslage der Welt neuem Material versehen wurden, aber dieser und auch die geistige Einstellung zum Verfall- Grund ist doch schon fett einem Iahre Ter Vertrag und dem Londoner Ultimatum sich stichhaltig Wirb fedvch noch^Ar^gc^ _• änl)ern werde, ^ot^l^ legten die Vertreter bekannten städtischen Schneckengalopp- der Danken großes Gewicht auf hie Dedingun- Müllwagengäule dürste es sich gen, unter denen das Ausland bereit wäre, empfehlen, die Wagenkasten zweckmäßig zu uns diesen Kredit zu gewähren. Er werde ja Detgröf>ern, da das Gewicht des Wageninhalts unter den heutigen Verhältnissen nicht billig Qu(g dann noch nicht so schwer würde, dah ein fein, aber daS dürfe uns nicht hindern, den Gaul es nicht ziehen ßnnte. Ohne auf weitere Versuch zu machen. Heber die Höhe des ' ' v _'1' " n" Kredits war man nicht allzu opttmistisch. sn. Hanau. 20. Sept. Die Hugendgruppe der Deutschen Vollspartei in Hanau hatte den Ehrenbürger her Stadt Hanau. Admiral Scheer, ber den größten Teil seiner Hugenb in Hanau verlebte, zu einem Vortrag eingeladen. den der Admiral am Sonntagabend im überfüllten Saal des Turn- und Fechtllub hielt. Um etwaigen Störungen durch linksradikale Elemente vorzu- beugen war der Zutritt nur gegen Einlaßkarten gestattet. Oeffentlich- Ankündigungen hatte man unterlassen Das politische Gebiet wurde von Admiral Scheer nur flüchtig berührt. Er verurteilte es, dah oft derjenige als minbertoötig angesehen werbe, ber politisch gegenteiliger An- liebt sei. Dah hierin eine Gesundung eintreten nwge wäre sein lebhafter Wunsch. Durch die Jagd nach dem Gvlde habe schon vor dem Kriege ein Tell des Volkes die Ideale verloren. An der Jugend liege eS die Ideale hvchzu halten. In gewandter, unterhaltender Form verbreitete sich der Redner dann eingehend über verschiedene Vorgänge während des Krieges, über den Anteil der Marine an den Kämpfen unter besonderer Berücksichtigung der äl-Dootwasfe. * St. Schweinsberg. 20. Sept. Auf ber Bahnstrecke Kirchhain-Burg- undRie - ber-Gemünben wollte heute morgen in ben vor 9 Uhr hier abgehenden Personenzug eine ältere, aus Vockenrode bei Alsfeld stammende Frau' einsteigen, kam rückwärts mit dem Rock unter die Räder, wobei beide Beine überfahren wurden. Die Frau war huvor gewarnt worden, in den schon fahrenden Zug einst eigen Die Frau sollte sofort ins Landkrankenhaus Alsfeld verbracht werden, nachdem in Homberg cm Rotverband angelegt war. Auf der Station Burgund Rieder-Gemünden trat aber bereits ber Tob ein Eine andere grau, die ebenfalls noch einsteigen wollte, ließ sich durch die Warnung im letzten Moment noch zurückhalten, und entging dadurch wohl einem ähnlichen Schicksal. Gerichtssaal. rm. Darmstadt, 20. Sept. Ein^Hell' seher", der 34 Jahre alte Friseur Wilh Strv- i meter aus Reuenstein in Thüringen stand heute ; mit seiner 23 Jahre alten Haushälterin Sofie ! Löhrbacher aus Weinheim wegen D e t r u g s vor i Gericht. Er beschäftigt sich seit einiger Zett hier , mit Graphologie. Astronomie Astro- 1 o g i e und Der wandtenWissenschasten, SparfamkeitSmögl ch'etten durch rationelle Ausnutzung ber vorhanbenen Kräfte, Mischinen unb Material einzugehen, kann ruhia behauptet werden, hab bei ernstlich gutem Willen die Kosten für ©trabenreinlgung und Müllabfuhr auf bte - - - , , v . Höhe von 1920 herabgebrückt werben können. Dann deutschen Sachwerten. Der Haupterfvlg der ^nt @runb zur AdwRzuna der Kosten von Aktion sei in der Einschüchterung der Devisen- der Allgemeinheit auf den Ginzänen fort. Hamsterer zu finden. Heute nachmittag fanden Aus allem diesem ist zu ersehen, baß eine sich dann Die Vertreter der Banken zu einer so einschneidende Verordnung eingehender De- Unterrebung in der Reichskanzlei ein. Heber ratung im kleinen bedarf und wir biete verwogen Ist im Lugenblick nod) bte 5 teine Auskunft zu erhalten. Hinzuziehung von berufnen Faktoren durch- ~ arbeitet. L- seine Gehilfin mtt £ruumteuterei, Äartenfplagen. Da es immer noch viele gibt von denen, die nicht alle teerten, Halle er zahlreiche Kundschaft. Er hat m seinem Geschäftsbuche nicht weniger tote 774 von den Ratsuchenten selbst eingetragene Adressen, auf Grund deren er für 5—10 Qllarf die Zukunft vorauSsaate. Wiederholt hatte man ihm den Betrieb verboten, er gibt £u, daß er an den Schwindel selbst nicht geglaubt hat, will aber auS Rot gehantelt haben. Don Interesse ist, dah er in feinem Geschäftsbuch genaue Anweisungen für feine Gehilfin aufgeschrieben Halle, was sie zu den Kunden, je nach Alter, Geschlecht, Haarfarbe usw. zu sagen hatte. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und sofort In Haft genommen. Seine Gehilfin kam mit 9 Monaten davon. Aus dem Amtsverkündigungsblati. ** DaS AmtSverfündigungsblatt Rr. 135 vom 20. September enthält: Waffen- gebrauch des Eisenbahnüberteachungsperfvnals. — Verkehr mit DerbrauchSzucker. — Wahl zum Mitglieterausfchuh der hefs.schen Dersxherungs- anslalt für gemeindliche ‘Beamte. — Heimschaffung ter russischen Kriegsgefangenen. — Straßen- spene. — Mitglieder des MieteinigungS- und Wohnungsamtes. — Viehseuchen. — Feldbereinigungen zu ©rünhigen, Langd und Lich. — Gefunden, verloren. Die Sperrung ter KreiSstrahe »Garben- teich —Dors-Güll^ ist wieder aufgehoben Wörtern. Die Ortsdurchfahrten Bellersheim, Dettenhausen uni> die freie Strecke .Dellersheim—Vettenhaufen" werden wegen Vornahme von Walzarbeiten auf die Dauer von 3 Wochen für den Durchgangsverkehr gesperrt- 3n ter Gemelttde Reuters ist die M a u l- und Klauenseuche ausgebrvchen. Die Gemarkung Reuters wird zum Sperrbezirk erklärt. Die vorläufigen Sicherheitsmaßnahmen sind an- geordnet. Die gespeisten Gehöfte find äußerlich kenntlich zu machen und gegen jeden Verkehr ftrena abzuspcrren. Zum Deobachtungsgebiet werden die Gemeinden Wal len rod und Maar erklärt. Das gesährtete Gebiet umfastt eine Zone von 15 Km. im Umkreis von Reuters. Der Kreis Lauterbach gilt damit wieder als verseucht. Gefunden — verloren. In der Zeit vorn L—15. September wurden in Gießen gefunden. 1 Kinderportemonnaie mit Inhalt, eine Damenhandlasche mit Perlen bestickt 1 Kochtopf mtt einem 5-Marfschern. 1 teRiarkscycin, 1 Stück Dleirohr, 5 weite Herren kragen, 1 goldener Damenring mit Steinchen, 1 rot gestrichenes Guhrad von einer Maschine, 1 Dröschchen mit einem grünen Stein, 1 Paar braune Herrenhaicdichuhe, 1 silberne Brosche. 1 Kinde Handbeutel mit Portemonnaie und Taschentuch, 1 dunkelgrauer Herr-enrock; verloren: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Kinderjäckchen und 2 Lätzchen. 1 goldenes Kettenarmband mit Sicherheitskellchen, 1 Brieftasche mit Inhalt, 1 schwarzer Regenschirm, 1 nichtlederne Brieftasche mit 450 Rck Inhcilt, I braune Aktentasche, eine schwarze Leterbriestasche mit Inhalt 1 Damen- handtafche aus Schiidkrötenleter 1 schwarze Damen jucke, 1 Damen-Fuchspelz, fünfzig Mark in Papiergeld. Vermischtes. * Leistet die Technische Rvthilfe Streikbrecherarbeit? Zu dieser Frage liefert die »D o l k s st i m m e" in Magteburg eine bemerkenswerte Antwort, intern sie den Einsatz ter Technischen Rothilfe in Bud Elmen mit folgenden Sähen bespricht: .Durch die Arbeitsniederlegung ter Arbeiter ter staatlichen Saline ist auch Bad Elmen und der Bahnhof Gr.-Salze in Mitleidenschaft aezogen. Die unsinnigsten Gerüchte über die Technische Rothilfe, welche in Elmen zu den aller» notwendigsten Arbeiten eingesetzt ist, durchschwir- ren die Luft. Als dirette Streikbrecher werden die Leute angesehen. Man kann diese Ansicht vom Standpunkte ter streikenden Arbeiter Wohl verstehen, noch dazu, wenn von höheren Beamten des Werks in hetzerischer Weise gegenüber ter Arbeiterschaft erklärt wird, dah sie diese Technische Rothilse den Sozialdemokraten verdanken und nun den Schaden davon haben. Warum aber diese Einrichtung geschossen wurde, darüber schweigt man. Es geschah, weil zum Schaden ter Bevölkerung Wasser, Licht und Krankenbehand- 1 u n g eingestellt wurden. Da muhte eingegriffen werten, wenn nicht alles zugrunde gehen sollte. Rach genauen Informationen ist das auch in Salze-Glmen der Fall, denn es wird da nur der Betrieb aufrechterhalten, damit die Kranken und Kinder, die zur Heilung der Bäder bedürfen, nicht unter dem Streike leiten; aber Licht für Festlich- lichkeiten und für sonstige Deleuchtungszwecke wird dagegen nicht abgegeben. Da nun ter DahnhvfS- betrieb ebenfalls von ter Beleuchtung abhängig ist, wird natürlich auch dieser mit Licht gespeist. Im ganzen ist diese Rothilse nur dazu ba, um das Rötigste für Kranke und Kinder zur Heilung zu erhalten. Don direkter Streikt) recherarbell kann daher keine Rede fein.“ • A u Sgei r ockneter See. Der grvhe See in Veitshöchheim ist. wie aus Würzburg gemeldet w.rd, stlt einigen Tagen vollständig auSgetrochict, ein Mw.iS für die ungeheuere Trockenheit, die herrscht. Das letzte Mal ist er In den trockenen Jahren 1858/59 aus- getrocknet. In den bdben Jahren 1893 und 1911 war nur ein merklicher Rückgang des Wassers zu beobachten. * G i n weiterer deutscher Dampfer von England zurückgekauft. Wie auS Hamburg gemeldet wird, hat die Hamburg-Ameri- fa-Cinie jetzt auch ihren Im Jahre 1905 erbauten und 6600 Tonnen grohen Dampfer .R u g l a" von England zurückgekauft. Der Dampfer ist, von Falmouth aus kommend, bn Hamburger Hafen ein- getroffen und wird nach Erledigung ter nötigen umfassenden Instandseyungsarbellen (auch dieser Dampfer ist während der Liegezeit In England stark vernachlässigt Worten) in ten Rordar.ierika- dienst Daltinwre-Doston wieder eingestellt werden. * Älanteglbt dle Komödieaus. Der verhaftete Inhaber des .Wcttkvnzerns Klante" Max Klante war nach seiner Festsetzung Im Moabiter Untersuchungsgefängnis .in den Hungerstreik getreten“. R geblich wellte er dadurch ten Eindruct erwecken, tech er nicht ganz zurechnungsfähig IfL Eine Llntersuchung durch ten Gefängnisarzt Dr. Hirsch hat, lt. »Tgl. Rundsch.", jedoch keinerlei Anhalt für eine Geistesstörung ergeben, dagegen sind einige verhältnismäßig harmlose Rervenstörungen bei Klante feftgeftcllt worden. Klonte hat daraufhin ten Hungerstreik auf- gegeben und sogar den Antrag auf Erteilung der Erlaubnis zur Selbstbeköstigung gestellt und Urin sich sein Essen von jetzt ab von einer bekannten Weinhandlung bestelle». — Er hat eS dazu! Handel. Frankfurt a. M., 21. September. Berliner Dedisemuarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 19. Sept 20. Sept ilmperbrnn-Katterd. 3181,803193,213306,653313,35 Brüssel-Antwerpen . 721,75 723,25 741,75 743,25 Thristiania 1296,20 1298,8)1318,65 1321,85 Kopenhagen 178 ,20 1786,801853,101866,90 Stockholm 2210,25 2214,75 2277,70 2282,80 tzelsingsor». .... 144,85 145,15 154,80 155,20 Italien 4z7,05 427,95 444,55 445,45 London 379,60 380,40 391,60 392,4» Neuyork 101,64 101,86 105,39 105,61 ‘Paris 739,75 735,25 749.25 750,75 Schweiz 1768,20 1771,80 1825,65 1829,35 Spanien 1333^5 1336^35 1373,601381,10 Wien (altes)..«,. Deutsch-Oefterr. . . . 10,48 10,52 9,83 9,87 •Prag 12>,35 121,65 123,60 123, 0 Budapest 19,13 19,17 18^3 18,97 Bulgarien — Konstantinopel. . . . —»— — Markuotienmgen. Für 100 deutsche Mark wurde» gezahlt. Datum: 1.711. 19.9. 20.9. Zürich . . . . fft 12», l) 5,35 5,47 Amsterdam Fl. 59,2) 3,09 2,98 Kopenhagen ....... Kr. 83,3) 5,75 5,50 •Prag Kr. 117,1) 83 75 Stockholm Kr. 83,8) 4.60 4 50 Wien ... Är 117,33 1547,- London Sh. 97,3) 5 12 5,21 Varis...........Fr 125.1) 13.75 13.36 Neutzork..........I 23Z) 0,97 -,93 Züricher Devifenmarkt. 20.9. 21.9» Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 * 183.- 183.25 Deutschland 100 in - 6.45 5.35 toten 100 Kr. ■ 0.55 0-52$ Prag 100 Ar. an 6.90 6 85 Paris 100 Fr. - 41.- 40.60 stoadon 1 jB = 2L35 21.68 Italien * 100 ß. — 24^5 24.20 Brüssel 100 Fr. « 40.70 40 60 Budapest 100 Ar. • 1.05 0.95 Neuyork 100 1 = 582-- 581 - Agram. ....... 100 Ar. an 2 50 2^0 Bukarest 100 ß. = 5-70 5.30 (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Zur Aushebung der „Sanktionen*. London. 20. Sept. (WTB.) Die .TimeS" meldet auS Brüssel: Die Miierlen Haden Deutschland dorgcschl gen, die li.terall.irrte ZvMomnu»- sion durch eine Körperschaft zu ersetzen, die ihren Sitz in Koblenz habe und Ne, ohne irgend ein Veto über die Sin- und Ausfuhr auSzuüden, den Handel überwachen dürste, um ihn vor systematischem Boykott zu schützen. Die Kdrpev- schäft werte nicht in ten Hantel eingreifen, untt man erwartet, das) die deutsche Regierung dies« Verbesserung teS augenblicklichen Systems zur Aufhebung der .Sanktionen" annehmen werte Blutige Zusammenstöße in Stettin. Berlin, 20. Sept. Blättermeldungen auS Stettin zufolge kam es dort am Sonntag gelegentlich einer Fahnenweihe des Vereins ehemaliger Pioniere zu blutigen Zusammenstößen. Die Mitglieder des Vereins wurden von einer großen Menschenmenge belästigt und zum Teil mißhandelt. Ein Veteran erhielt einen Messerstich und muhte ins Krankenhaus geschafft werden. Die Polizei zerstreute schließlich die Menge. Auch art anderen Stellen kam es zu Zusammenstößen und Mißhandlungen von Veteranen. . A.lammachncht über Ungarn. Paris, 20. Sept. (WTB.) Rach einem Londoner Telegramm des .Excelsior" ist in London die Rachricht eingetrofsen, daß die unaarische Ro- gierung dabei sei, in aller Heimlichkeit teeMobl - lisierung der Armee durchzuführen. In mehreren Gegenden Ungarn^ seien bereits die MarschordreS auSgegeben worden. Budapest, 20. Sept. (WTB.) Ungarisches Korrespvntenzbureau. Serbische Streitkräfte drangen in das ungarische Komitat Darairy ein und entwaffneten und verschleppten beiSikloSeineungarischePatrouille Der Streik in Rordsraukielch» Par i», 20. Sept. (WTB.) Wie Hava« an» Rvubais meldet, haben die Arbeiter des Das- serdiensteS die Arbeit wieder ausgenommen. Die StraßenbahnanaesteUten werden sich heute über ihre weitere Haltung schlüssig werten. QKan glaubt, daß sie die Arbeit morgen wieder aufnehmen. Deschlagnahme eines llasfischen Gemäldes. Berlin, 20. Sept. Der .Lokalanz." berichtet auS Hamburg: In einer hiesigen Wirtschaft wurde ein Gemälde von Eorregio beschlagnahmt» welches von deutschen Soldaten ohne Kenntnis seines Wertes von (Sambral nach Deutschland mitgenommen und für geringes Geld an einen Hamburger Wirt verkauft Worten war. Ein Mitglied ter Interalliierten Kommis Ion veranlaßte die Beschlagnahme teS Gemäldes. Die Washingtoner Konferenz. DariS, 20. Scpt. (WTB.) Reuter erfährt, daß die japanische Regierung wie auch die anderen a(liierten Regierungen von Wajhing- ton eine kurze Rote erhielt, die in grrßen Umrissen von allgemeinen Wendungen den Entwurf ter Tagesordnung ter Washingtoner Konferenz enthält. D.s setzt wurde noch keine Antwort adgesandt, da die Aufmerksamleit ter japanischen Minister noch mit der Prüfung der japanischen Rote beschäftigt ist. Wan ist sicher, daß die japani che Regierung kein Ersuchen um genauere Einzelheiten enthalten wirb. BIS jetzt wurde noch kein japanischer Vertreter für die Konferenz ernannt Myrrhoün-Stife^A kosmetischen Bestandteil Myrrholin mit anerkannter und bewährter Schönheitswirkung auf die Haut enthält „Erhältlich in den Osram-Verkaufsstellen.“ ioioim ■ • . V*Xe>. . - Kll w> Ws .MM Xw ♦ ****** *♦•/♦*♦*•*♦%*«*♦*••• v; ? Kalk Weißstück Graustück erslklassiere Ringofen wäre vou gröUtur Undeblgkelt sieUi eu haben M Carl Haas |r.,6le8ens".T"9r Original» „meie“- Senttilogta und BDltermafflinfn für Oand' tu »rafl> betrieb emofieblt in neueit. Oonüruhion ru billigsten Preisen Lich (Oberhe^en). Lager aller laudw. Maschine« n. Geräte. Reparaturen. ?