Samstag, 20. August 1921 Erstes Blatt 171. Jahrgang GietzenerAineiger lo(abecrfat)Tntitel, Kaviar, Auslern, Seeschildtrö- rvte Korallen und deren Rachahmungen, Knopfe aus Horn, Hornmasse und Knochen, Stöcke, feine 200 Millionen Mark der raubenrosinen. Kaffee, auch Ka feefchalen, Kakao^ piche. Dvrhangsloffe, Spitzen, Stickereien, Tapeten, Linoleum usw., künstliche Blumen, Kleider. Puhwaren. Schirme, Schmucksedern, Fächer, Hüte, Stöcke, Reitpeitschen. Lederwaren, Pelzwaren, Kautschukwaren, feine Flechtwaren, Dürsten in Verbindung mit Dein oder Horn, geschliffene und polierte oder vorgearbeitete Platten und Stücke wird im allgemeinen Schankwirtschaf- Lloyb Georges Rede im Unterhause war nach der Tagung des Obersten Rates ein Ereignis allerersten Ranges. Er stellte zwar est, das Zusammenhalten der Ententemächte ei so stark wie nie zuvor, aber das klang in Verbindung mit dem eigentlichen Inhalt seiner Die bevorstehende Entscheidung des Dölberbundrates. Parts, 19.Aug. Rach einer HavaS- Meldung entstand gestern für den Völker- bundSrat die Frage, ob er sich mit dem zweiten Briefe des Obersten RateS, den Driand in seiner Eigenschaft als Präsident wie den ersten unterzeichnet hätte, zu befassen hätte, ein Brief, der dem Völlerbundrat „bie Schwierigketten, welche die Ziehung der Grenze in Oberschlesten darbietet", auSein- anbergesetzt hätte. Die Besprechungen, die soeben in Paris abgehalten worden sind, haben dazu gefihrt, ein anderes Verfahren anzuwenden. Der Oberste Rat beschränkt sich darauf, das Aktenmaterial der Angelegenheit dem Völkerbund zu übermitteln. Keinerlei ergänzender Brief begleite diese Uebermtttlung, aber ein Mitglied des Rates, LuinoneS de Leon, der Vertreter Spaniens, wird sofort beauftragt, einen objektiven Tatsachenbericht zur Informierung der Mitglieder des Rates vorzulegen. Das ist aus verschiedenen Gründen wichtig, 1. weil es den ersten Akt des Verfahrens des Dölkerbundrates darstellt, 2. well eS die Mittellung bestätigt, daß die Prüfung des Streitfalles tatsächlich begonnen hat und 3. weil die Ernennung eines Berichterstatters noch vor dein Zusammentritt des Rates am 29. August beweist, daß der Rat von dem Wlllen beseelt ist, hie Angelegenheit nicht in die Länge ziehen zu lassen, und schließlich, well die Er» nennnung des Vertreters von Spanien, die ebenso schmeichelhaft für chn wie für sein Land ist, in Frankreich und in Paris, wo QutnoneS de 'Leon so viele Sympathien besitzt, nicht als rungssteuergeleh wird auf jährlich geschäht. Die Umsatzsteuer verdoppelt. Die Speise- und setzentwürfe wird nunmehr im Wortlaut veröffentlicht. so der Entwurf des Gesetzes betreffend die Erhöhung ci z lner Verbrauchs st euer n. der Entwurf des Gesetzes über die Erhöhung von Zöllen, der Entwurf des Gesetzes über die Abänderung des Kohlensteuergesetzes, der Entwurf des R en n w e 11 g e s e h e s. des Kraftfahrzeug st euergeietzes teS" e - sicherungssteuergeseyes, der Entwurf des Gesetzes betreffend die Abänderung des Umsatz st euergesehes, der Entwurf des Gesetzes zur Aerrdcrung des Körperschafts- st e u e r g e s e tz e s. der Entwurf de- Kapital- verkehrssteuergesehes. der Cntiur des Vermögens st euergesetzes, der Entwurf desDermögenszuwachssteuergefetzes, der Entwurf des Gesetzes über die Abgabe von Vermögenszuwachs aus der Rach- kriegszeit. Die Steuererhöhungen des erstgenannten Gesetzes beziehen sich wie bekannt auf Leuchtmittel, Zündwaren, Vier, Mineralwasser und Tabak. Die Mehreinnahme wird für das Rechnungsjahr 1922 aus rund 1 4 Milliarden Papiermark berechnet. Dazu kommen die Erträgnllse des Süßstoffmonopols und Zuckersteuererhöhuna sowie des Brnnntweinmono- pols die auf 2 Milliarden geschätzt werden. Aus der Erhöhung der Tabak st euer allein werden rund 900 Millionen Mark erwartet. Die Zollerhöhungen des zweiten Oe- Die neuen Steuergesetze. Berlin. 19. Aug. (MTB.) Die Mehrzahl in Vorbereitung befindllichen Steuerge- llr.M Der »(dinier lißdget mit der 'DifKSingsbetlagt .Lpert Umscha»' er- fotint täglich, sicher Sonn, und Feiertag», »»uatlicheveina'vreise: Marti 5.- einschließlich IrLgeriohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. A er niprech. Anschlüsse: Hkbieb*rifUeitung 112; für Druckerei. Verlag und Geichafisstelle 51. Aaschrist für Drahtnachrichten Anzeiger -schell. voslsch«al»»f: frohvrt t. DL 11686. einer Steuer von 30 v. H.. die übrigen Steuerpflichtigen mit 10 Prozent des steuerbaren Einkommens. Dagegen soll daS Dividenden ein ko mm en in der Hand der Besitzer insofern milder besteuerd werden, als es. wenn daS gesamte steuerbare Einkommen 100 000 Mark nicht übersteigt, nur mit 75 v. H des um die KapitalertragSsteuer gekürzten Betrages in Ansatz gebracht werden kann, im übrigen 90 t>. H., wobei dieser Mehrbetrag jedvch nur insoweit zu entrichten ist, als er aus dem Teile deS steuerbaren Einkommens über 100 000 Mark bestritten werden kann. Die Kapitalverkehrssteuer wird erhoben:.») für Rechts Vorgänge, die die Gesellschaft betreffen (Gesellschaftssteuer), b) für den ersten Etwerb von Vermögensrechten (Kapitalverkehrs- Wertpapiersteuer». c) für die Gewährung von Vergütungen an die Mitglieder deS Aussichtsrates von Kapitalgefellschasten (LufsichtSratssteuer), d) Erwerb von Vermögen-gegenständen ui ar» werblichen Zwecken (Gewerbeanschaffungssteuer). Die Mehrerträge aus diesen Steuern werden aus 881,4 Millionen Mark geschaht. lieber das Vermögenssteuergesetz und das DermögenSzuwachssteuergeseh, die Abgabe vom Vermögenszuwachs aus der Rach» kriegszeil sind nähere Angaben bereits gemacht worden. Ertragsschätzungen sind bei diesen drei Gesehen nicht vorgesehen. Die Leuchtmittel - und Zündwaren- steuern sollen am 1. Oktober 1921 in Kraft treten, bei der Btersteuer die neuen Inland- sähe am 1. April 1922, die neuen Zoll- und Einfuhrabgaben am 1. Oktober 1921, die M l > neraFtoafferfteuer am 1. April 1922, die Tabaksteuer am 1. Januar 1922. Die Vorschriften des Körperschaftssteuergesetzes sollen Anwendung finden bei der Veranlagung des Einkommens der Geschäftsjahre, die nach dem 31. 12 1920 zu Ende gegangen sind. Bei den übrigen Gesetzentwürfen, die ja alle noch der Beschlußfassung im ReichSrat unterliegen, sind Termine nicht angegeben. Berlin 19. Aug (Wolfs.) Der Repara« tivnsauSschuh des vorlSustgen Reichs- Wirtschaftsrates nahm gestern den Bericht des Unterausschusses über die Erhöhung einzelner Verbrauchs st euern entgegen. Entsprechend der Regierungsvorlage wurde der Leuchlmittel- fteuer, der Zündwarensteuer mit der Streichu^lj der 48 und 51 der Vorlage, der Diersteuer und Der Mineralwassersteuer zugestimmt. Die T a- baksteuervorlage als ganzes wurde a 6 - gelehnt. Bezüglich der Steuersätze im einzelnen fasste der Ausschuh folgende Beschlüsse: Zigarren und Zigaretten sind bereit- so stark belastet, dah eine weitere Erhöhung der Steuersätze nicht mehr tragbar erscheine. Mit der Einfügung einer neuen Steuerstufe für feingefchnittenen Tabak, mit der Festsetzung des Steuersätze- für Pfeifentabak z. D. in der Steuerstufe 7 auf 8 Mark pro Kilogramm und in der Steuerstufe 10 auf 30 Mark pro Kilogramm und mit den von der Regierung vor- geschlagenen Sätzen für Kau- und Schnupftabak erklärte sich der Reparation-ausichuh einverstanden. Sodann hörte der ReparationSau-schuh den Bericht des Unterausschusses über die Abänderung des Kohlensteuergesetzes. Gr erteilte der Regierungsvorlage grundsätzlich seine Zustimmung. Gegen die Ermächtigung deS Fina^ministerS, bte Steuersätze zu ermäßigen, sprach man sich einmütig aus und beschloh folgende Fassung: Der Reichsminister der Finanzen ist ermächtigt, auf gemeinsame- Verlangen des ReichskohlenrateS und des ReichSrats und nach Anhören deS Reichs» wirtschaftsrates den Steuersatz zu ermäßigen ober nach feiner Ermäßigung wieder auf 30 v. H. zu erhöhen. Allneh»« »ob anjfteeD für die loqesnummet Bte znm Nachm Nag vorher ohne jede Der dindlichkeit. Dreis für l mm Höhe für Anzeigen v 34mm Breit« örtlich 40 Df, ausroärtf 50 ‘PL; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 180Tt VW Vorschrift 20''.Ausschlag. Hauptschristleiter Aug. Dvetz Verantwortlich für Politik: Aug Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Aemhold Zenz; für den Anzeigenteil: tzan» Beck, sämtlich in Gietzen. Kollegen mit den derbsten Stößen vor den Augen der Welt und denen des Völkerbundes in die Knge. Die Si^erheit Frankreichs und das oberschlesische Problem sind ihm völlig getrennte Begriffe, die nichts miteinander zu tun haben. Immer wieder mische Frankreich in das oberschlesische Kartenspiel seine Fäl- chungen. Aber Lloyd George sprach nicht nur als Schützer formalen Rechtes, sondern auch als praktischer Staatsmann und Politiker, dem der Frieden der Welt am Herzen lieat. Genug des grausamen Spiels mit dem deutschen Besiegten! Das war, kurz gesagt, der Sinn eines großen Teils seiner Rede. Militärische Heber- wachung und sonstige Konttollmahnahmen auf deutschem Boden müssen nach seiner Ansicht nunmehr abgebaut werden. Die Frage der mllltärischen „Sankttonen" werde in einer der nächsten Tagungen des Obersten Rates wiederum erörtert werden. Frankreich bekam neue deutliche Mahnungen und Warnungen zu hören. Wenn Lloyd George vom Störer des Weltfriedens spricht, so scheint er nicht mehr nur an Deutschland, sondern auch an Frankreich zu denken. Im Parlament sowohl wie in der Presse fand der englische Ministerpräsident nur Beifall, keinen Widerspruch. Run scheinen sich zwischen London und Paris bei der Vorbereitung der oberschlesischen Entscheidung langsam neue Differenzen heranzubilden. Frankreich ist offensichtlich auf weiterer Verschleppung des Schiedsspruchs bedacht, während England die rascheste Erledigung der ausgiebig „geklärten" Frage vertritt. Der Vertreter Spaniens wird bei Beginn der Tagung des Völkerbundrates am 29. d. Mts. einen objekttven Bericht über den Tatbestand vorttagen, und es scheint, als ob damit der Geschäftsgang im englischen Sinne sich vollzieht. Die Plaidoyers beanspruchen, wie in jeder Gerichtsverhandlung, nur höchstens eine Tagessitzung, und dann harrt man gespannt des endgültigen Urteils. Denn um ein Urteil, nicht um ein bloßes Gutachten, soll es sich ja handeln. Frellich, über eine Hauptfrage scheint man sich noch nicht einig geworden zu sein. Lloyd George hat angekündigt, der Völkerbundsrat werde über die gesamte oberschlesische Sttettsache zu urteilen haben, während Herr Briand in der Pariser Presse geltend machen läßt, über die Gebiete Pleh und Rybnik, die an Polen abgetreten werden mühten, sei sich der Oberste Rat ja einig geworden, und es handle sich nur noch um das Schicksal des Industriedreiecks. Auch diese Heine, von Lloyd George wohl nur zur Einschüchterung des hartnäckigen Widersachers vorgeschobene Unstimmigkeit darf als intet» efsantes SttmmungSmernnal gebucht werden. getauscht werden wird. Es muh jedoch etwas in der Luft liegen, was die radikalen Verächter der früheren Staatsordnung mit Furcht und 2lerger erfüllt. Das Wiedererwachen nationalen Fühlens könnte dem Parteisozialismus schaden. Darum versucht man sogar, die Betriebsräte zu mobilisieren, um die Arbeiter von solchen Srinnerungstagungen zurückzuhal- v, v t lv . yo - - - - «____ ten, bei denen die handgreiflichen'Erfahrungen i s^ntwurfes bcziehcn sich auf Bananen, Datteln, unseres Volkes über die Theorien von inter- Tcaubenrosinen. Kaffee, auch Ka'feeichalen,Kakao» nationaler Weltverbesserung so weit hinaus- | bohnen, Kakaoschalen, Tee auch Mate, Paprika. ten werden in zwei Gruppen eingekeilt. Für die erste Gruppe (Luruswirtschafl) beträgt die Umsatzsteuer 10 v. H., für bte zweite Gruppe 5 v. H. Die Zuweisung in eine der beiden Gruppen erfolgt durch einen Ausschuh, der für jede Gemeinde mit mehr als 25 000 Einwohnern, im übrigen für den Bezirk jeden Umsaysteueramtes gebildet wird. Er besteht aus einem Vertreter des Umsatzsteueramtes. einem Vertreter der Selbstverwaltung, einem Angehörigen des Gastwirtsge- werbes. Wirtschaften, die sich eine auszeichnende Bezeichnung (ersten Ranges, Luxushotel usw.) beilegen, gehören ohne weiteres zur ersten Gruppe. Die Umsatzsteuer ist im Haushaltungsplan 1921 mit 4,5 Milliarden Mark angeseht. Es tarnt jedoch damit gerechnet werden, bah zwischen 6 unb 7 Milliarden Mark eingehen. Dabei ist es bisher noch nicht voll gelungen, bie grohen Umsätze ber Landwirtschaft restlos zu erfaßen so bah der bisherige Ertrag noch auf 8 Milliawen Mark anwachfen dürfte. Dazu werden infolge der Ein- schränfting der Bevorzugung des Ein- unb Ausfuhrhandels rund 2,5 Milliarden Mark biiuu- treten. Auf dieser Basis läßt die Erhöhung ber Steuer auf 3 Prozent einen Ertrag von 21 Mll- Itarben Mark erwarten, wozu noch eine halbe Milliarbe Mark aus ber LuxuSsteuer treten bürfu. Eine enbere Berechnung ergibt sogar die Summe von 25 Milliarden Mark. Das Körperschafts steuergefey be» legt bekanntlich die Erwerbsgesellschaften mit Holzwaren, gepolsterte Möbel, Korbwaren, Zell- homwaren, Buntpapier, photographisches Papier, Briefmarken in Behältnissen usw., Albums, gefaxte 6bei- und Halbedelsteine, Steinm härbeiten. WandbMeibungsplatten, Porzel an. Gläser. Eold- und Siloerwaren. Kunstguh, Schlitt- unb Rollschuhe, Aluminium-, Blei-, Zink-, Zinn- sowie Rickelwaren, Personen- und Lastfahrzeuge. Taschenuhren Uhrgehäuse usw. (Die Auszahlung ist unvollständig.) Die Rachverzollung soll nur bei Kaffee ^nd Tee platzg reifen. Die Mehrerträge aus Kaffee, Tee, Kakao, Gewürzen und Südfrüchten werden auf 46,6 Mill. Goldmark, die Mehrerträge aus den übrigen Zoll- erhöhungen auf etwa 15 Mill. Golbmark geschäht. Von ber Erhöhung der Kohlen st euer erwartet man einen Mehrertrag von 4,5 Milliarben Mark (bisher 4,7 Milliarben Mark). Der Entwurf eines Rennwettgesehes sieht bekanntl.ch auch die Besteuerung von Buchmacherwet'en vor; bie Mehreinnahme wird auf 150 Millionen Mark berechnet. Die neuen Steuersätze für Personenkraftwagen betragen beispielsweise für eine PS 75 ML (bisher 27 Mk.). für 10 PS 950 Mk. (bisher 80 Mk.). für 20 PS 2200 Mk. bisher 200 Mark), für 30 PS 3450 Mk. (bisher 450 Mk). für jede Pferdekraft mehr einen Zuschlag von 125 Mk. (statt bisher 10 Mk ). Dazu kommt eine Besteuerung ber Lastkraftwagen mit Steuersätzen von 150 .bis 2000 Mark. Von ber Steuer befreit sind Kraftfahrzeuge, die ausschließlich zur Beförderung im Sinne des Gesetzes vom 8. Aprll 1917 über die Besteuerung des Personen- unb Güterverkehres bienen, ferner Kraftfahrzeuge im Dienste der Feuerwehr, ber Krankenbeforberung unb gemeinnütziger Anstalten unb solche Fahrzeuge, die ausschließlich ber Beförderung von Geraten von unb zur Arbeitsstelle und dem Antrieb vieler Geräte dienen. Der Ertrag biefer Steuer wird auf 55 Millionen Mark geschäht. Der Entwurf eines Versicherungs- steuergesehes sieht fclgenbe Aenberungen vor (bie Angaben beziehen sich bei Feuer unb Hagel auf die jährliche Steuer von 1000 Mark Versicherungssumme, im übrigen auf bie Steuer in Prozenten der Prämie): Feuer: unbewegliche Gegenstände bisher 5 Pf., künftig 15 Pf., bewegliche Gegenstände bisher 15 Pf., künftig 40 Pf.; Hagel: bisher befreit, künftig 40 Pf.; Einbruch und Diebstahl: 10 v. H.. unverändert; Glas: ebenso; Vieh: bisher befreit, künftig 3 v. H.; Transport: l.v.H., künftig 4 v. H.; Valoren (bisher befreit), künftig 4 v. H.; Kasso- und Baurisiken: bisher 1/2, künftig 2 v. H.; Leben: bisher künftig 4 v. H.; Unfall und Haftpflicht: bisher befreit, künftig 5 v. H. Die Rückversicherungen, Sozialrersicherungen, Arbeitslosen- unb Stellenlosigkeitsversicherungen bleiben befreit Die bisherige Befreiung von Versicherungen bis zum Betrage von 3000 Mark wirb eingeschränkt auf Lebensversicherungen, bei benen die Versicherungssumme 1000 Mk. ober bie versicherte Iahres- rente 100 Mk. nicht übersteigt Die Befreiung ber Krankenversicherungen erfolgt künftig nur, wenn bas versicherte Krankengeld den Betrag von 30 Mark täglich nicht übersteigt Für bie anderen bisher befreiten Versicherungen gilt künftig ber Satz von 5 v. H. Der Mehrertrag aus bem Versiehe- Wochenrückblick. Gegen die Zusammenkünfte. (5r- tnneru ngstage, ehemaliger KrieaS- k a m e r a b e n werden von der sozialistischen Presie, sofern nur von ehemaligen Regimentern oder sonstigen militärischen Verbänden dabei die Rede ist, die hefttgsten und verschiedentlich auch die gehässigsten Einwendungen geltend gemacht. DaS antimilitaristtsche Prinzip zeittgt sehr unvernünftige und phili- ströse Quertreibereien, die den freiheitlichen Zug der Zett in ein sonderbares Licht setzen. Dir könnten eS noch gelten lassen, wenn eS sich nur um ehrliche Bedenken handelte, durch solche Feiern würde nach außen hin der schädliche Eindruck erweckt werden, als wolle das neue Deutschland zu neuer Rüstung und wur Rache gegen seine Feinde sich vorbereiten. Aber um solche Bedenken zu rechtfertigen, müßte man wirklich auf mehr verweisen kön» 1 n, als auf die harmlose Pflege denkwürdiger föjnnerungen unb alter Kameradschaft, oder die gelegentlichen, ruhmvolleren Tagen des alten Reiches geltenden Gefühlsausbrüche ehrlicher Soldatennaturen. Sollen denn etwa bie deutschen Kriegsteilnehmer, die ein innerliches und natürliches Bedürfnis haben, in Erinnerung an gemeinsam erlebte große und schwere Tage sich wiederzusehen und sich auszusprechen, Freude darüber bekunden, daß unser Reich heute wehr- und waffenlos ist? Es mag fein, daß hier und da ein chauvinistischer Eiferer Unüberlegtheiten begeht — dann soll man ihn tadeln und zurückweisen. Cs darf auch zugegeben werden, daß die Tannenbergfeier in Königsberg durch den nationalen Schwung, der ihr innewohnte, eine gewisse politische Bedeutung erlangte. Wie kann man aber dapei vergessen, daß im zerstückelten deutschen Osten geradezu ein Bedürfnis dorliegt, Zeugnisse deutschen Willens und deutscher Kraft zu entfalten gegen die ftem- den Mächte, die das deutsche Vertrauen auf Gerechtigkeit so schmählich betrogen haben! Lloyd George hat in seiner letzten großen Rede den Franzosen gegenüber fest- gestellt, bah Deutschland entwaffnet und keineswegs in ber Verfassung sei, plötzlich wie- ber kriegsgerüstet etwa gegen Frankreich sich zu erheben. Das sei vorbei, unb ba man wisse, was In Deutschlanb vorgehe, brauche man sich nicht zu beunruhigen. Der alte ReichSfeinb ist also davon Überzeugt, dah von deutschem Militarismus nicht mehr gesprochen werden könne. Will die Sozialdemokratie — wohl im Interesse Deutschlands? — ihn mit aller Gewalt eines andern belehren, ihm den Kampf flegen den französischen Rationalismus er» chweren? Lloyd George stellte fest, „es herrsche allgemein die Ansicht, dah die Zeit für eine allmähliche Herabsetzung der Deutschland durch die Besatzung und die Kontrolle auferlegten Kosten gekommen fei“. Er erklärte dies, trotzdem er sicherlich von Den in Deutschland gelegentlich stattfindenden weg imentSf eiern Kenntnis hat. Es ist eine einfache Sache der D v r s i ch t und des M a h e S, Daß jeder Deutsche es vermeidet, die Außenwelt mit Argwohn über erwachende Rachepläne zu erfüllen. Die ruhige Pflege deS Gedankens notwendiger Wehrhaftigkeit eines etwas auf sich haltenden Volkes, eines Gedankens, zu dem ja auch ein Mann wie Bebel sich bekannte, ist nicht geeignet, in den Hauptstädten der Entente und zu schaden. Im Gegenteil, Lloyd George würde nicht in ber Lage gewesen sein, bei bem vberschlesischen Problem Die Besorgnis vor späteren Konflikten als Faktor in seine Polittk gegenüber Frankreich einzustellen, wenn im deutschen Volke nicht Ehrgefühl und Freiheitsdrang in zunehmen- bem Mähe sich wieder regten. Wenn äirbem morgigen 116er-Tagin Gießen tausende alter Soldaten sich einfinden wollen und werden, so hat dies btxf> mit Rache» ober Kriegsplänen nicht das geringste zu tun. Es wird höchstens be-i wiesen, daß der Widerwille in den breiten Volksschichten gegen unser ftüheres Wehr- fhstem keineswegs so verbreitet ist, wie sozia- tisttsche Organe eS glauben machen möchten. Es wird in den Unterhaltungen der früheren Soldaten natürlich auch von der Rot des Vaterlandes, sehr wahrscheinlich auch von ber Politik gesprochen werden, die ihm frommt ober nicht frommt; aber wen kann dies aufregen? Wir vermuten, daß über bie Mängel des alten und die Enttäuschungen des neuen Systems mancher freimütige Gedanke aus- General-Anzeiger für Gberhessen vnrck trab Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- unb Steinbruderet R. Lange. Schriftleittmg, Seschäflsstelle unb Druckerei: 5chn!strahe 7. v , , - , L f , ! aus Elfenbein, Perlmutter, Elfenbein, Schlldpatt- Rede beinahe wie Irvme. Wiederholt trieb; Perlmutterwaren, echte Perlen, bearbeitete der britische Staatsmann seinen französischen rote Korallen und deren Rachahrnungen, Knöpfe wachsen. Vergebens; natürliche Vorgänge! andere Gewürze, Kakaobutter, Kakaomaste, Ka- : ann man nicht verhindern, und es ist zu wenig kaopulver und Schalen, ferner Schokolade, Scho- engherziger Fanatismus in der deutschen Ar» ^tolabxerfatzrnttt< Kaviar, Aus^n, Seefchildkrö- beiterkhaft als daß fie ton es für sie lieh um ! lCT- Seekrebfe, Fleisch von Sußwasterkrebfen. Seife »in» hlnhoU hnn unL’ Snon । 9um ^nbcebtaud) geformt, wohlriechende Wässer, £Herzenssache handelt, von unberufenen; P^per, Schminken, Zahnpulver usw.. Feuerwerk, Agitatoren sich bevormunden liehe. | Glühstrümpfe. Frucht- und PZanzrnfäste. Arznei- e • waren, Seidengespinnste. auch tzaldsridene, Tep» ein bedeutungsloses Ereignis angesehen werben kann. London, 19. Aug. (Wolff.) Der Pariser Berichterstatter der „Morning Post" erfahrt, diese weitere Erörterung der oberschlesischen Frage werde bis zur zweitenn Vollversammlung im Völkerbundsrat vertagt, die am 15.September in Genf eröffnet werde. Die irische Frage. London, 19. 2hig. (WB.) Wie die Blätter melden, hielt der König in der vergangenen Macht einen K r o n r a t ab. Heute nachmittag fand eine Kabinettssihung statt. London, 19. Aug. (WB.) 3m Ober- Haufe erklärte Lord Curzon, die Regierung habe 3rland alles angeboten, was gegeben werden konnte, ohne die Sicherheit des Meiches, die Souveränität der Krone und die Einheit des britischen Meiches zu gefährden. Keine Regierung könne die völlige Abtrennung 3rlands gewähren. Dies würde den Bürgerkrieg in 3rland und 3rlands wirtschaftlichen Muin bedeuten. Der Lordkanzler erklärte, wenn die Verhand- kungen zufammenbrechen sollten, svwürdeman zu Feindseligkeiten gezwungen werden in einem Mähe, wie dies bisher Irland gegenüber niemals geschehen s e i. Die Regierung werde vor keinerlei Maf>- n ahm en zurückschrecken, die etwa notwendig werden könnten, um zu verhindern, dah ein wesentlicher Teil der britischen 3nseln sich vom britischen Reiche ab trenne . Die Regierung stehe oder falle mit dem, was sie angeboten habe. Die Entscheidung. ob sie angenommen oder verworfen werden sollte, liege jetzt auf der anderen Seite. London, 19. Aug. (WB.) 3m Unter- Hause fand heute nach der Erklärung Lloyd Georges eine Besprechung der irischen Frage statt, die jedoch zu keiner Entschließung führte. Daraus vertagte sich das Parlament bis zum 18. Oktober- unter den von Lloyd George angegebenen Boraussehungen. London, 19. Aug. (Wolff.) 3n einer Versammlung der Unionisten beider Häuser des Parlaments wurde eine Entschliehung angenommen, in der gegen das Friedensangebot der Regierung an Irland Einspruch erhoben wurde, da es weitreichende gefährliche Bestimmungen enthalte, wie z. B. die Bestimmung bezüglich eines Sinnfeinheeres, was eine Abkehr von dem in der Homerule-Bill 'des letzten Jahres enthaltenen Beschluß des Parlaments bedeute. Der diplomatische Derichterstatter des „Daily Chro- nide“ erklärt, die Entschliehung stelle keineswegs die wirkliche Ansicht des Parlaments dar, ebensowenig wie de Vaseras Haltung gegenüber dem Angebot der englischen Regierung die wirkliche Ansicht 3rlands sei. Ein kleiner Teil reaktionärer Konservativer habe keinen anderen Wunsch, als dah 3rland mit Feuer und Schwert behandelt werde. Dublin, 19. Aug. Gestern abend wurde bekannt gegeben, dah das Sinnfeiner-Par- l a m e n t die Antwort auf die Vorschläge der britischen Regierung am Montag in geheimer Sitzung beraten wird. Der griechische Vormarsch. Paris, 20. Aug. (WTD.) Aach einer „Matin"-Melbung aus London sind die griechischen Truppen nur noch 75 Km. von Anaora entfernt. Angora ist von griechischen Flugzeugen bombardiert worden. Konstantinopel, 19. Aug. (Havas.) Dlättermeldungen zufolge ist in Angora eine neue Heeresgruppe gebildet worden, die den größten Teil Der Kaukasustruppen umfaßt und in Stärke von 35—40 000 Mann an die griechische Front geworfen werden soll. Die spanische Niederlage bei Melilla. Paris, 20. Aug. (WTB.) Wie der »Matin" erfährt, hat die spanische Regierung soeben den amtlichen Bericht über die erstens Kämpfe in der Umgebung von Melilla erhalten. Danach sind i ns g e s a m t 14 712 Mann gefallen, ohne bte Vermißten zu zählen. 139 Feldgeschütze, 332 Maschinengewehre und über 29 000 Gewehre fielen in dle ^ande des Feindes. Madrid, 19. Aug. (Wolff.) Aach den hier vorliegenden Meldungen wurde in der vergangenen Aacht von den Eingeborenen in Marokko heftig geschossen, die Spanier hätten aber keine Verluste gehabt. Den Rebellen seien bisher bedeutendes SanitätS-, Eisenbahn - und Flugzeugmateri al, sowie viele Pferde, Maultiere, Geschütze, Maschinengewehre und Gewehre, diese allerdings meist in unbrauchbarem Zustande, in die Hände gefallen. Madrid, 19. Aug. (WTB.) Die im letzten Mi nister rat beschlossenen Anweisungen über die militärischen Maßnahmen in Marokko sind gestern, dem General Berenguer zugestellt worden. General Berenguer hat sich nach Melilla eingeschifft. 3n Melilla ist man ohne jede Nachricht der Offiziere und Dolmetscher der e i n g e - borenenPolizeitruppen. Man glaubt, dah sie ums Leben gekommen sind. Aus dem Reiche. Abg. Durlaae f. Berlin, 19. Aug. (Wolff.) Der „03. Z." zufolge ist heute vormittag der 2. Vorsitzende der Zentrumsfraktion im Reichstag, Abg. 03urläge, im Elisabeth-Krankenhaus gestorben. Aus Stadt und Land. Gießen, den 20. Aug. 1921. Willkommen 116er! Morgen, am 21. August, werden die ehemaligen Angehörigen unseres Infanterie-Regiments 116 und seiner Kriegsformationen in unserer alten Garnisonstadt eintreffen. Die Bürgerschaft. die von jeher große Liebe und Anhänglichkeit zu ihrem Regiment gezeigt hat, weiß, was sie den Söhnen des Hessenlandes zu danken hat, die unbesiegt auf dem Schlachtfelde über vier Jahre die Heimat erfolgreich gegen eine Welt von Feinden schuhten. Viele haben ihr Leben, viele ihre Gesundheit und Körperkraft geopfert, um die Heimat zu schützen. Darum: Seid herzlich willlommen, alle ehemaligen Angehörigen unserer Garnisonstadt I Die Zusammenkunft sieht in erster Linie eine Gedächtnisfeier für die tapferen Gefallenen vor. Ihnen vor allem soll die Zusammenkunft, soll unser Gedenken heute gelten. Gerade in den letzten Tagen haben sich noch Hunderte zur Teilnahme an der Feier gemeldet, so daß etwa 7000 Anmeldungen eingegangen sind, und da sicher — wie bei der 115er-Feier — noch sehr viele unangemeldet eintreffen, so kann unsere Stadt mit 10 000 Gästen rechnen. Unsere Stadt weiß, was sie all denen schuldig ist, die zum Teil zwei Jahre und noch länger in ihren Mauern zubrachten. Jahrzehntelang hat das Regiment 116 hier in Garnison gelegen, dadurch sind die 03eziehungen zwischen Stadt und Truppe stets recht herzlich gewesen. Mit den 116ern treffen ferner dessen Kriegsformationen hier ein: Das Reserve-Regiment und das Landwehr-Regiment. Dazu fommen die hier zusammengestellten, bzw. von hier ausgerückten Regimenter 222, 186 und 254, sowie die Ersatzbataillone. Besonders eng haben sich auch die Beziehungen zu dem.Landwehr-Regiment 116 gestaltet, welchem die Stadt am 7. Dezember 1918 einen außerordentlich herzlichen Empfang bereitete. Bürger Gießens, zeigt, daß das schöne Verhältnis zwischen Stadt und 116em heute noch das gleiche ist wie früher, als das Regiment bestarid. Beflaggt und schmückt euere Häuser und tragt so bei zur Hebung der Wiedersehensfreude! Steuermahnzettel. Man schreibt unS: Den Steuerzahlern sind in den letzten Tagen eine große Zahl von Mahnzetteln zugestellt worden, die sich auf Heinere, zum Teil auch größere Beträge mit der Bezeichnung „Kriegsabgabe 1919" oder „Kriegsabgabe 1920“ beziehen. In der üblichen Weife wird dem Steuerzahler angedroht, daß, wenn er nicht innerhalb drei Tagen bezahlt, er ausgepfändet wird. Run weih aber niemand von den Steuerzahlern, woher'der angemahnte Betrag rührt, d. h., wie er zustandekommt, ob es sich um eine Restzahlung handelt, oder um Zinsen auf noch nicht gezahlte Steuerbeträge. Es ist doch wohl für die Steuerbehörde bzw. die Bezirkskasse eine Kleinigkeit, diese Aufllärung auf den Mahnzetteln zu vermerken, um unnötige Rückfragen zu vermeiden. Tatsache ist doch, dah sich niemand mehr im Wust der steuerlichen Bestimmungen zurechtfindet. Za, böse Menschen behaupten, daß dieses selbst der Steuerbehörde schwer falle. Und da bekannterweise eine große Zahl von Mahnzetteln von feiten der Steuerbehörde herausgegeben worden ist, ohne dah sich die Steuerbehörde vorher davon überzeugt hat, dah die Steuerbeträge schon längst ordnungsmäßig entrichtet worden sind, so wird durch diese Art der Handhabung und durch die Art der Aufforderung eine starke Verärgerung hervorgerufen, zumal doch dem Steuerzahler im umgekehrten Fall, d. h. wenn er Steuern zu viel gezahlt hat, nicht das gleiche Recht der energischen Mahnung zusteht. Steuernzahlen ist an sich schon eine Beschäftigung, die niemand gern leistet, und man sollte deshalb von feiten der Steuerbehörde doppelt vorsichtig und gewissenhaft zu Werke gehen. Wenn die Behörde für sich das Recht her- ausnimmt, den Steuerzahlern sofort mit Auspfändung zu drohen, fo muh sie andererseits aber auch alles tun, um den Steuerzahlern klar und einwandsfrei auseinanderzusetzen, um welche Steuerbeträge es sich handelt. Das Vertrauen in die Behörde, die in die intimsten Angelegenheiten der Steuerzahler Einblick gewinnt, wird zweifellos gestärkt, wenn etwas mehr Ordnung im Betrieb, etwas mehr Klarheit in den Mitteilungen und ein etwas höflicherer Ton auf den Steuerzetteln Platz greift. Ruhrerkrankungen int Umkreis von (Rieften. In letzter Zeit find in einigen Landorten in der Rähe von Giehen mehrere Erkrankungen an Ruhr vorgekommen. Kreisarzt Medizinalrat OB a I g er teilt uns deshalb folgendes mit: Es liegt kein Grund zu irgend welcher Beunruhigung vor, denn im Spätsommer pflegen fast überall einige Ruhrerkrankungen vorzulommen. Ruhr ist eine von Cholera völlig verschiedene, wenn auch gleichfalls durchaus ernste Krankheit, und entsteht durch Ansteckung. Die Krankheitserscheinungen bestehen hauptsächlich in Leibschmerzen, heftigem und schmerzhaftem Drang zu Stuhlentleerungen sowie häufigen wässerigen, mit schleimigen Flocken und Blut gemischten Ausleerungen, nach deren Abgang der Stuhldrang nicht aufhört. Man versäume ja nicht, rechtzeitig den Rat eines Arztes einzuholen. Einer sorgsamen Pflege nach näherer Anweisung des Arztes verdanken selbst Schwerkranke oft ihre Genesung. Die Ansteckungskeime werden mit den Darmentleerungen ausgeschieden. Zur Ucbertragung der Krankheit genügen selbst Spuren der von OUdjr- kranken herrührenden Ausscheidungen. Gelangen diese auf die Leib- und Bettwäsche, die Kleider, den Fußboden, auf Eß- und Trinkgeschirre, so können sie leicht von anderen Personen ausgenommen werden unb bei diesen die Krankheit hervorbrin- gen. Auch farm der Krankheitskeim durch OBasfer, welches beim Abspülen von Eß- und Trinkge- schirren von Obst, Gemüse u. dgl. mit Ruhrkeimen verunreinigt wird, weiter verbreitet werden. Die Pflege eines Ruhrkranken ist zu Hause wegen der damit verbundenen Ansteckungsgefahr meistens nur mit Schwierigkeiten durchführbar. Solange es sich also nur um einzelne Fälle handelt, ist die Heberfüfjrung in ein Krankenhaus zu empfehlen. Wo dies nicht möglich ist, muh der Kranke in ein von den übrigen Wohnräumen getrenntes Zimmer gebracht unb jeder unnötige Verkehr von ihm ferngehalten werben. Im Krankenzimmer soll man Speisen und Getränke niemals zu sich nehmen, unb wer einen Ruhrkranken ober besten Wäsche oder 03ett berührt hat, reinige unmittelbar nachher die Hände gründlich mit einer desinfizierenden Flüssigkeit. Selbstverständlich müssen die Ausleerungen der Ruhrkranken durch Desinfektion( Kalkmilch. Chlorkalk) unschädlich gemacht werden. Ebenso bedürfen Wasche, Kleider unb alle Gebrauchsgegenstände. besonders auch bas Ehgeschirr, sorgfältigster fortlaufender Desinfektion nach Anweisung des Arztes. Zu Zeiten von Ruhrepidemien ist der Genuß von Milch, Obst unb Gemüse in rohem Zu - ftanb dringend zu widerraten. Direkt gefährlich kann der Genuß von unreifem Obst werden, desgleichen soll man sich vor Erkältungen des Leibes hüten. Wo keine Wasserleitung ist unb das Wasser aus Brunnen entnommen werden muh, ist sorgfältig auf Reinhaltung der Brunnen zu sehen, und zu Epidemiezeiten soll am besten das Wasser erst nach vorherigem Abkochen genossen werden. Wettervoraussage für Sonntag: Wolkig bis bei.er, trocken, warm, östliche Winde. Die im Norden unb Süden liegenden Tiefs scheinen sich zu einer Tiefdruckwelle vereinigen zu wollen. Vorerst hält die heitere, warme Witterung unter bem Einfluß des über den Ostseeländern liegenden Hochs noch an. ’• Amtliche Perfvnalnach richten. Ernannt wurde am 13. August der etatsmähige außerordentliche Professor für Volkswirtschaftslehre Dr. Friedrich Lenz zu Gießen mit Wirkung vom 1. August 1921 ab zum außeretats- mäßigen ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität Gießen. "Marktbericht. Der heutige Markt war einer der stärksten. Es waren besonders große Mengen Obst und Gurken angefahren. Auch der Gemüsemarkt war gut beschickt während Butter unb j^icr nur in kleineren Mengen vertreten waren. Es kosteten: Weißkraut 1—2 Mk. das Pfund, je nach Qualität, Wirsing 2—2,50 OBl bas Pfund. Rotkraut, ausländisches. 2.50 Mk das Pfund. Blumenkohl 5—9 Mk.. Römischkvhl 60 -70 Pf. das Pfund. Gelbe Rüben 1,50—2 Mk. das Pfund. Kopfsalat 0,ZO—1 Mk. daS Stuck, Zwiebeln 1.40—1.8? Mk. das Pfund, Rote Otüben 0,80—1 Mk. das Pfund. Dohnen 3,80—4 Mk. das Pfund. Salatgurken 2—5 Mk.. je nach Gröhe. Eimnachgurken 3?—40 Pf. daS Stück Champignons 2 Mk. das Pfund, Aepfel 1,50—2 Äk. das Pfund. Birnen 1—2,50 Mk. das Pfund, je nach Qualität, Zwetfchen 2 Mk. das Pfund^jalläpfel 40—50 Pf das Pfund, Butter 27—28 Mk. das Pfund, Eier 1,65—1,70 Mk. das Stück. Gänse 6—7 Mk. daS Pfund, Hühner 5—7 Mk. das Pfund, Hähne 18—20 Mk. das Stück, junga Hahnen 6—10 ML 18—20 ML daS Stuck, junge Hähne 6—10 ML und kosteten 80—85 Pf. das Pfund: "Preuhisch-SüddeutscheKkassen- Lotterie. Die Lose zur 3. Klasse müssen unter Vorlegung des Vorklassenloses bis zum 24 August, abends 6 Uhr, bei dem zuständigen Lotterie-Einnehmer zur Einlösung gelangen. Auch müssen biö zu diesem Zeitpunkt die Ersatzlose gegen Rückgabe Der Gewinnlose eingelöst werden. Bornotizen. — TageSkalender für SamStag Sportplatz an der Hardt, 6^ Uhr, Werbefuhball- spiel des Sportllubs 1900 gegen Svielvereinigung 1904. — Lichtspieltheater, wie gestern. -- TageSkalender für Sonntag Erster 116er-Tag: 9 iUjr trorm., Versammlung ber Festteilnehmer auf dem Hof der Reuen Kaserne. 9‘ 2 ilfcr vorm., Begrüß ing und Gedächtnisfeier für die Gefallenen. IV2 Ubr nachm., Versammlung zum Festzug Ecke Kaiser-Allee. Moltke-, Licher Strahe, Schiffenberger Weg 2 Uhr nachm., Festzug durch Ludwigsttahe. Alicefttahe, SelterSweg, Goethestraße. Süd-Anlage. Ost-Anlage. Rord-An- tage zum Festplatz Oswaldsgarten. 4 Uhr nachm., Oswaldsgarten. Kameradschaftliches Beisammensein. — Kraft. Frankfurter Straße 81, 3 Uhr. Versammlung des DienenzüchtervereinS. — D. f. D. Sportplatz Trieb, 4y2 Uhr, Ligaspiel gegen Germania Frankfurt. — Lichtspieltheater, wie gestern. — Die Giehener Kunstsammlung mit der Dr. Hans Dock-Gedächtnisstiftung im Reuen Schloß. Eingang ©endenbergftrabe, die Sonntags unentgeltlich geöffnet l't, Hal eine Anzahl neuester Arbeiten des bekannten Münchener Malerradierer Ernst Hahmann im graphischen Kabinett ausgenommen. An den Bildchen, die verkäuflich sind, werden die Liebhaber deS Hunde- und Pferdesports ihre Freude haben. Landkreis Gicsten. o-v. Beuern, 19. Aug. Kommenden Sonntag ist unsere Kirchweih. Die? veranlaßte den hiesigen Radfahrverein gleich ',edlg ein Radfahr- fest abzuhalten. Zu diesem werden eine grohe Zahl auswärtiger Radfahcvereine erscheinen ' W i e s e ck 19. Aug. Gestern abend kam eS auch hier nach einem Vortrag von Lehrer Westphal zur Gründung eines OrtSkartellS des Landeskartells des Deutschen Bearntenbunbes, dem alle anwesenden Reichs-.Landes- und Gemeindebeamten bei traten. Richt erschienen waren die Eisenbahner die bereits zum Ortskartell Gießen gehören Als Monatsbeitrag wurde 1 Mark festgesetzt, ber Beitrag zum Landeskartell noch in ber Schwede gelassen Der einmütig gewählte Vorstanb besteht aus Lehrer Westphal (1. Bors ), Postmeister Guthier (2. Dors.), Dürgermeistereischreiber Göbel (Schriftführer), Oemelnbeclnnebmer MöbuS (Rechner), Postschaffner Rahn (Beisitzer). Hcffen-Raffau. Reichsausstellung für Kolonialwaren und Lebensmittel. Frankfurt a. M., 19. Aug. (Wolfs.) Die Reichsausstellung für Kolonialwaren unb Lebensmittel in ber Frankfurter Festhalle geht ihrer Vollendung entgegen. In ber Halle herrscht fieberhaftes Arbeiten an den Ausstellungsständen, die zum großen Teil von führenden Architektenftrmen entworfen worden sind unb ausgeführt werden. Rachbein die Fesseln ber Kriegswirtschaft von bem Le- bensmittelhandel gefallen sinb, regen sich alle Kräfte. Ihren Besuch zugesagt haben bis heuN ein Vertreter des Reichsernährungsministers Dr. Hermes, ber Emährungsminister für Hessen unb von den Preußischen Behörden ber Oberpräsibent der Provinz Hessen-Rassau, Dr. Dchwanber unk der Regierungspräsibent für ben Regleumgsbezitt Wies haben Dr. Momm. ileberfafi. Frankfurt a. M, 19. Aug. (Wolff.) Am 5. August wurde eine Händlersfrau in ber Ostenb- strahe in ihrem Geschästslvlal von zwei Männern überfallen unb mit einem chlorvsvrmgetränk- ten Taschentuch "betäubt. Es wurden ihr etwa 400 Wart geraubt. Die Polizei hat nunmehr bie beiden Täter festgenommen, bie in Obernburg bereits einen E i s e n b a h n r a u d t verübt Haden. Die Nothersteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by ©reiner & Cvmp., Berlin W 30. 33. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Aber wer konnte dies fein? Rüdiger ließ im Geiste alle männlichen BZ.-cher aus der Rachbarschaft Revue passieren; aber fand niemand, der sich besonders um Do bekümmert hätte, bie ja auch selten genug zum Vorschein kam, wenn Gäste vor sprachen. Er beobachtete sie selbst verstohlen, so weit bies möglich war. Aber auch da konnte er nichts entdecken. Sie spielte viel mit den Kindern, verbrachte täglich einige Stunden bei seinem Vater unb machte zuweilen mit Hertha Spaziergänge. Das war alles. Da erfuhr er eines Tages aus einem zufällig hingeworfenen Wort Herthas, die Do mit ihrer_ Leidenschaft für Frühaufstehen neckte, dah sie täglich schon mit Tagesanbruch aufftanb unb allein weite Morgenspazicrgänge unterua^m. Wohin ging sie? Der Gedanke beschäftigte ihn den ganzen Tag über unb regte ihn förmlich auf. Wie konnte Hertha dies zulasten.' Es war doch gar nicht passend, daß sie so allein herum- ftreifte; man konnte ja gar nicht wissen, was für Begegnungen sie dabei hatte!? — Sie war jung unb schön, dabei ganz unerfahren. Wie leicht konnte irgend ein gewisten- loser Fant ihr Torheiten In den Kopf setzen . . Zuletzt redete er sich ein, feine Pflicht als Vormund gebiete ihm, den Dingen vorerst einmal auf den Grund zu gehen, ehe er mit Hertha sprach Hder weitere Maßregeln traf Am nächsten Morgen war er mit Tagesanbruch auf unb stand lauernd am Fenster, von wo aus er bie Haustür im Augo hatte. Wirklich dauerte es gar nicht lange, so öffnete sich diese, und Do, in ein warmes Wolltuch gehüllt, schlüpfte heraus. Sie nahm den Weg nach bem Wirtschaftshof. Rüdiger beschloß sofort, ihr zu folgen. Roch tag Dämmerung über bem Tal, und im Schloß selbst schlief noch alles. Aber drüben im Wirtschaftshof herrschte schon reges Leben. Der Meier wies den Leuten die Tagesarbeit an. Die Wagen für bie Felbarbeit wurden bespannt und im Kuhstall, wo noch Licht brannte, molken Mägde die Frühmilch. Rüdiger achtete nicht sehr auf di.s alles, sondern wollte eben nach dem rückwärtigen Hoftor, durch das Do, wie er glaubte, gegangen sein müsse, als er ihre Stimme plötzlich aus dem Kuhstall vernahm. Immer noch der Meinung, sie fei nur für einen Augenblick dort eingetreten, trat er rasch in den dunklen Schatten eines ojenen Schuppens und wartete, bis sie weitergehen würde. Aber fle kam erst aus dem Stall, als zwei Knechte in einem blitzblanken Holzbottich die Morgenmilch herausschafften unb folgte ihnen In die Milchkammer. Gleich darauf rasselte ber Wagen mit den großen Blechkannen bort vor, und Rüdiger beobachtete erstaunt, wie Do jebe Kanne, bie man nun gefüllt auf ben Wagen stellte, eigenhändig mit der Plombe versah unb auf einem Täfelchen, das fle am Gürtel trug, notierte. Dies bauerte etwa eine halbe Stunde. Dann winkte fie zwei Mägben. „Run rasch zur Gärtnerei! Wir sind beu'e schon ein wenig spät daran Die Händler brummen sonst, wenn Martin nicht rechtzeitig mit ben Lieferungen erscheint." Eine Viertelstunde später war sie wieder da unb ließ unter ihrer Kontrolle Gemüse unb Butter verladen. Dabei hatte sie für alle ein freundliches Wort, scherzte mit ben Mägden unb war babei doch jeder Zoll vornehme unb wachsame Gebieterin. ''Als der Wagen endlich verschlossen werden konnte und abfuhr, wandte Do sich an die Ober- magb: „Haben Sie die Eier schon abgezählt, die morgen zum Händler kommen sollen?" „Rein, Komtesse ..." „Dann wollen wir es jetzt noch rasch gemeinsam hin, Trina, denn wer weiß, ob Sie später unter Tags Zeit dazu finden." Beide verschwanden in der Richtung nach dem Geflügelhof. wo sich eine Kühlkammer befand, in ber bie Eier aufbewahrt zu werden pflegten. Rüdiger aber trat aus seinem Versteck unb winkte bem Meier, der eben mit bem letzten Leiterwagen ben Hof verlas en wollte. „Was sind denn das für Sachen hier, Peter?" frug er mit gerunzelter Stirn. „Seit wann unb zu welchem Zweck befaßt sich bie Komtesse mit Arbeiten, bie ber Mamsell zukommen?' Der Alte kraute sich verlegen hinter den Ohren. „Erlaucht wissen das nicht?" tagte er endlich. „Ich pachte, die Frau Gräfin hätten es Erlaucht mitgeteilt . Die Komtesse wollte auch nicht, daß darüber geredet würde . . ." „Warum nicht?" „Ich glaube der Mamsell wegen. Anfangs, als die Miller Knall und Fall ging, und niemand recht Bescheid wußte, hat bie 5rau Gräfin uns dm Komtesse selbst hergeschickt. Unb nachher blieb es eben so. Denn die neue Manuell kroch niet zu spät aus ben Febern, so daß ich hier meint liebe Rot hatte und alles ber Obermagb hätte allein Überlasten muffen. Da sagte bte Komtesse, sie wolle die Oberaufsicht hier behalten, den» Mamsell Dender hätte wirklich im Schloß drüben Arbeit genug, unb man könne nicht verlangen, daß sie so zeitig aufstehe. Sie aber, bte Kornteste, sei s gewöhnt, unb eS sei ihr diel IfVber, hier Ar- beit zu tun. als die ganze Zeit diS zum Frühstück im Park herumzuschlendern. Rur brauche davon niemand etwas zu wisten, damit die Mamsell nicht Angelegenheiten hätte. Unb alles was wahr ist, Erlaucht: die Komtesse mach«'S zehnmal besser und gewissenhafter als alle Mamsells, die wir bis jetzt noch hier hatten l" „Trotzdem sind das keine Arbeiten für eine Kornteste RothersteinI Sje hätten sich daS längst sagen und mich daraus aufmerksam machen müssen, Peter!" „Ru, sehen Sie, Erlaucht, daS ist mir, bat- ich's frei heraussage, wirklich nicht in den Stich gekommen! Denn, sehen Sie, was die erste Frav von Seiner Durchlaucht war, die hat's nämlich genau To gehalten. Ich weiß es, denn ich bm damals schon als Halterbub auf Gralenegg gewesen. Dazumal hatten wir noch gar keine Mamsell. Da stand Ihre Durchlaucht jeden Morgen schon um vier Uhr hier im Hof, und kein Tropfer Milch und kein Ei tarn heraus, ohne dah sie'S kontrolliert hätte. Und akkurat so wie jetzt, seil die Komtesse hier zum Rechten sieht, war auch damals alles in musterhafter Ordnung, unb wir nahmen trotz ber niebrigen Preise mehr ein, alS später unter ben Mamsellen. Haben Sie's benr nicht schon an ben letzten Wochenrechnungen gemerkt, baß die Molkereiprvbukte unb daS Gemüse jetzt viel mehr einbringen als früher?" l Fortsetzung folgt) xKlZ * LZM -^L-LL ln9a MÄÄ unge jat? HO 2n -1'VL".°. L'rZ ize«. Pchöffengericht. Stehen. 17. Lug. 1921 9bte Stühe auS Schlitz hat im Januar BI9 unter Beilegung eine- adeligen ÄamenS etnem Mädchen von hier um KleibunaS- P ü cf e tm Werte von etwa 220 Marl beschwindelt. 2uherbem hat sie einem Leutnant eine Handtasche mit Inhalt gestohlen. Sie konnte erst jetzt in Leipzig ergriffen werden, und wird zu einer ©Jängnutflrafe von 2 Monaten 2 Wochen DerurtelU. Wegen Diebstahl- eine- Vpei - auf - au g 6 nebst Winde, den er an die Althändler- ftrma Rothenberger dahier Weiterverkaufte, erhält ein mehrfach vorbestrafter RUHändter von hier 6 Monate Gefängnis. Sin Reich-wehrfoldat von hier nahm seinen Einspruch gegen einen Strafbefehl, durch den er wegen Diebstahl- von einem Paar Handschuhen zu 1 Woche Mittelarrefl verurteilt worden war, wieder zurück. Zwei junge Burschen au- Hamburg, die von dort au- mit dem V-Zug hierher gefahren waren, ohne im Besitz einer Fahrkarte zu sein, wurden dabei erwischt und erhielten wegen Betrug- Gefängnisstrafen von 3 bzw. 2 Wochen. Sin Schlaffer au- Alzey hat während seine- Aufenthalte- in der Hautklinik drei dort liegenden Patienten durch betrügerische Borspiegelungen schwer geschädigt. Sv schwindelte er einem Russen 25 Mk., einem Arbeiter einen Mantel und ein Paar Hosenträger sowie 6 Mk. und einem Studenten Bücher, Kleidung-» und Wäschestücke in Werte von etwa 2000 Mk. au«. Wegen seiner Vorstrafen wegen Diebstahl- und Betrug- erhält er eine Desamtgefängnt-strafe von 1 Jahr 3 Monaten, auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt. Degen einen Bergmann und eine Frau au- Köln, die trotz ordnungsmäßigen Ladungen unentschuldigt auSgeblieben waren, wurden Haft» beseh le erlassen. Eine Reihe von Privatklagen wurden verglichen. Kirche und Schule. * Heuchelheim. 19. Äug DaS Ha hr e S- f e st de« Siebener ZweigvereinS de« Gustav- Adolf-Vereins wird am Sonntag den 28. August in Heuchelheim begangen. Der Gottesdienst ist nachmittag- 2 Uhr in Der Kirche. Aachversammlung um 4 Uhr im ©arten der Wirtschaft .9 an den Gienener Anzeiger. Wohnungstausch. 4 Simmer ans dem Vanbe, nahe Wetzlar, gegen vier Räume in (fliehen zu lauschen gesucht. Tckr. 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FrauHeime-,Neuftadt47. u.Hrn.Ludwig Lommer lad, Weferftr. 23» nehme ich m. Bedauern zur Aaaa Wlnneeker, Sounenftr. 11. Erkläruna. Ich nehme die dem Landwirt Konrad Allee L in Eberstadt zugefügten Bo- leidiaungen mit dem Ausdruck des Bedauern» zurück und bedauere insbesondere, daß ich mich zu Tätlichkeiten habe hinreißen lallen. Fch zahle eine Buße von 600 Mark an die Gemeinde zur Herstellung eines Kriegerdenkmals und übernehme alle Kosten. Eberftadt, 17. August 1881. Wilhelm Barl Schneider. Zur Begl^ oti। t lL.8.)Löbrich.Vgmftr. BcksWk äulmeHrn' | auf Namen Abi ufro. oer- I loren am 17. 8. auf Stadt- | postaml Gea. g. Bel. ab- «j zua.b.Aht,Kaifer-Allee27I | | Vereine 11 Gesellsch.-Ver. Biaialhi Sonntag, Ausflug nach dem Gleiberg i Treno. '/.ll U. Vabnbrütfc. I 011385 Ter Vorstand. K. V. B. Kraflfahrzeug-Verkaufs-Büro Otto Göbel Fernsprecher 102 GIESSEN Schulstraße Nr. 6 Sonntag, 21. August: (Bautour nach Butzbach — Vad» Naubeim. ?U'iadrt9Uhr I vom EafS Hettler. 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Md unc.vti! l^beMr^aeMnMr Samstag, 20.Huguft 1921 Siessener Anzeiger (Senral-Anzeiger für Gberhessen) Zweites Blafi Nr. 19 f Gedenkbuch zu schätzen wissen. tes Aus dem Amtsvcrkündigungsblatt. Amtsverkündigungsblatt 19. August enthält: Verlängerung eher wirlmd. Lrhllilich 1b Apotheken. 243c " Das Ar. 120 vom Auch in der vor uns liegenden gestrigen FreitagSnummer des Regierungsorgans wimmelt es von Stilblüten absonderlicher Art. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 21. Aug., 13. nach Trinitatis. In der S t a d t k i r ch e. Vorm. 8 Ußr, zu gl. Ehristenl. s. d. Aeukonsirm. a. d. Matthausgem.: Pfarrassist. Ramge. 9* L-: Pfr. Decker. Deichte und Feier d. hl. Abendmahls s. Matthäus- u. Mar- lusgem. — In der Iohannestirche. Torrn 8 Uhr, zugl. Christenlehre s. d. Aeukonsirm. a. d. Lukasgem.: Psarrassist. Müller. 9V>- Psr. Ausfeld. 21. August. Wieseck. Torrn. 9'/,: Gottesdienst (Innere Mission). IO8/,: Kinder kl rche. Aach- mittags 1: Christenlehre (konfirm, weibl. Zugend). — Sonntag, 21. August, vvrm. IO1 * Kirchberg. 11: Christenlehre f. d. männl, konfirm. Jugend. — Aachm. I1/2: Lollar. Katholische Gemeinde. Samstag, 20. Aug, nachm. 5 u. abds. 8 Übt- Gelegen!) z. hl. Deichte. — Sonntag, 21. Aug. 14 Sonntag nach Pfingsten. Torrn. 6>/,: Gelegenheit zur hl. Deichte. 7: Hl. Messe. Kommun, d. Ivngsrauen u. Hünglinge. 8: Austeilung d hl Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Aachm. 2: Hungllngs-Kongregation Auf. nähme neuer Mitglieder. 4i/3: Iungfrauen-Kon- gregation. Kath0l. Gottesdienst. 21. Aug Sich, vorm. 1/28, nachm. 7,3 Uhr. — Hungen, vorm. Ü/210 Uhr. t schwimmenden Blattes, an der medizinischen Fakultät der Aniversität Königsberg, die den General Ludendorff zum Ehrendoktor gemacht hat, Kritik zu üben; aber die Art. wie es geschieht, wird außer dem deutschen Offizierkorps auch die Aerzteschaft Deutschlands zu gewissen Fragestellungen an daS Darmstädter Gesamtkabinett veranlassen. Denn die „5>ann= städter Zeitung" schreibt wörtlich: „Den Herrschaften, welche als Militärärzte während des Krieges den verwundeten, Herz-, lungen-, magen- und darmkranken Soldaten Aspirin in unmäßigen Quantitäten als alleiniges Allerweltsheilmittel verschrieben, scheint ihr Gehirn nun vollends verkleistert zu sein." Äm Schluß des Artikels heißt es: „Wir gratulieren Herrn Ludendorff zu der neuen Würde. Massenmord und Doktor der Medizin — das paßt gut zusammen." 3m Zusammenhang mit einer Besprechung der Post- reklame müssen die Hohenzollern wieder herhalten, indem das Regierungsblatt einem Kritiker, nämlich Herrn Professor Dr. Limmer, gegenüber, sich zu dem Satze versteigt: „Wir sind gespannt, woher Herr Dr. Limmer bat Geld zur Declling deS ReichSpostetatS nehmen will, wahrscheinlich von den Millionen des desertierten Hohenzollern." Ob der „Darmstädter Zeitung" nunmehr auch wieder, wie in der Angelegenheit des Direktorenwechsels an der Universitätsbibliothek, Veranlassung gegeben wird, zu erklären, daß sie „nicht anstehe", die Form ihrer Ao- tizen selbst zu bedauern? Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 21. August Der fliegende Holländer; Montag, 22.: Der letzte Walzer; Dienstag, 23.: Die Zauberflöte; Mittwoch, 24.: Die Fledermaus; Donnerstag, 25.: Lohen- grin; Freitag, 26.: Carmen; Samstag, 27.: Die Apachen; Sonntag, 28.: Die toten Augen; Montag, 29.: Fidelio; Dienstag, 30.: Die Gezeichneten; Mittwoch, 31.: Der letzte Walzer. — Schauspielhaus. Sonntag, 21. August: Der König der dunklen Kammer; Montag, 22.: Alt» Franlfurt; Dienstag, 23.: Der Traum ein Leben; Mittwoch, 24.: Robert und Dertram; Donnerstag, 25.: Schneider Wibbel; Freitag, 26.: Der Traum ein Leben; Samstag, 27.: Ernst; Sonntag, 28.: Egmont; Montag, 29.: Robert und Dertram; Dienstag, 30.: Maria Stuart; Mittwoch, 31.: Haus Herzenstod. Büchertisch. — DaS R eserve- I n fan teri e-Re- gim ent Ar. 2 2 2. Die in zahlreichen Gefechten bewährten Kriegstaten des Reserve-Infanterie- Regiments Ar. 222 bilden den Inhalt eines soeben bei E. S. Mittler & Sohn in Derlin erschienenen Duches unter dem Titel „Das Referve- Infanterie-Regiment Ar. 222“ von Oberstleutnant a. D. Frhrn. von Rotsmann (Preis Mk. 7,—). Der Verfasser, der dem Regiment als Kommandeur des 1. Bataillons und als Regimentsführer angehörte, gibt in diesem Duche nicht etwa eine reinfachmännische kriegsgeschichtliche Betrachtung, sondern er bietet auf Grund der ihm vom Reichsarchiv hierfür zur Verfügung gestellten Kriegstagebücher. Aufzeichnungen und Briefen von Offizieren sowie seiner eigenen Tagebuchserinnerungen in geschickter Weise verarbeitet ein überaus klares Bild von den Kriegstaten des Regiments bis zu seinem Abtransport In die Karpathen. Das Buch beginnt mit der Errichtung deS Regiments und seiner Ausbildung in den Garnisonen und auf dem Truppenübungsplatz Oberhofen. von wo am 12. Oktober der Abtransport ins Feld begann. In fesselnder Weise berichtet der Verfasser von der ersten kriegerischen Tätigkeit der Geltungsdauer der Verordnung über Sam- melheizungs'- und Warmwasserversorgungsanlagen in Mieträumen. — Durchführung des 3. Buches der Reichsversicherungsordnung (Unfallver- sicherung). — Gebühren für amtstierärztliche Dienstverrichtungen. — Radrennen. — Viehseuchen. — Aeufestsetzuna der Ortsdurchfahrten. — Sonntagsruhe im stehenden Handelsgewerbe in der ©tobt Gießen. — Diehmarkt in Grünberg. — Einsendung der Abdeckereiverzeichnisse. Radrennen. Dem Radfahrerbund ,O b e r h e s s e n" zu Hungen ist die Erlaubnis erteilt worden, am Sonntag den 28. August L Zs. in Queckborn ein Radrennen auf den Kreisstraßen Queckborn, Aeumühle, Grünberg, Londorf, Mainzlar. 'Saubringen, Hangelstein, Gießen, Steinbach, Lich. Münster, Queckborn abzuhalten. — Dem Radfahrerverein „Wanderlust" 1906 zu Ober-Bessingen ist die Erlaubnis erteilt worden, am Sonntag den 21. August l. Zs. ein Radrennen aus folgenden Strecken abzuhalten: 1. Ober-Teffingen, Aonnenroth, Villingen, Aon- ------------------------—- Rasch a. J»' Der Schweinerotlauf ist im Gehöft der Konrad Köhler Witwe zu Langsdorf erloschen. Die Sperrmaßregein werden aufgehoben. Sonntagsruhe im stehenden Handelsgewerbe in der Stadl Gießen. Für Sonn' tag den 21. d. Mts. wird der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen und die Beschäftigung von Gehilien und Lehrlingen in der Stadl Gießen von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags für Kolonial-, Feinkost-, Zigarren-, Zigaretten- und Tabakläden gestattet. Ein Klauenviehmarkt findet Donnerstag den 25. August 1921 zu Grünberg statt. Zugelassen ist Klauenvieh, das aus dem Kreis Gießen stammt oder die vorgeschriebene Quarantäne überstanden hat. Ursprungszeugnis ber betreffenden Bürgermeisterei ober das Zeugnis eines beamteten Tierarztes über die abgelausene Quarantäne muß beim Auftrieb vorgezeigt werden. deS zur 48. Relerve-Division gehörenden Regiments in der Stellung Le Maisnil und Pont-de- Pierre, aus der es schon nach 19tägigem Stel- lungskamps herauSgezogen wurde, um in die j Kämpfe bei Lodz eingesetzt zu werden. Hier hat das Regiment von neuem in verschiedenen Gefechten seine Schlagkraft bewiesen und an dem Zurückwerfen der Russen bi- hinter den Dshura- Rawla-AbschniU und die obere Pilitza ruhmvoll mitgetoirft. An dem vor diesem Abschnil: gegen Ende 1914 sich entwickelnden SlellungSkamps hat daS Regiment bis zu seinem Abtransport in die Karpathen teilgenommen. Allen denen, die an diesen Kämpfen der 48. Reserve-Dlvision teil- nahmen, vor allem aber den Angehörigen des Regiments 222 selbst wird diese wncrläffigt und gründliche Zusammenstellung der intereHanten Kämpfe, die mit übersichtlichen Gefecht sskizzen versehen ist. ein lang gewünschtes und wertvolles Erinnerungsbuch sein an schwere, aber auch erfolgreiche und darum schöne Tage. Die Angehörigen der in diesen Kämpsen gefallenen Tapferen werden es als ein den Manen Ißrer Lieben wer- Das neue Gesicht der „Darmstädter Zeitung". Die gestern milgeteilten und von uns kritisierten Leistungen brr „Darmstäbter Zeitung“ haben ziemliches Aufsehen erregt, wie fol- genbe Zuschrift eines vberhessischen Beamten an unS bezeugt: Die .Darmstädter Zeitung", das amtliche Organ der Hessischen Landesregierung, wie sie stch stolz am Kopfe des Blattes nennt, scheint ber Ruhm der .Fackel“, der „Freiheit" und andrer Sumpsblülen der Revolution nicht schlafen zu lassen: sie hat anscheinend den Ehrgeiz, im Gossen- tvn und in dem sich anschmeicheln an die niedrigsten Instinkte einer betörten und verhetzten Masse den Rekord zu schlagen. Die letzte Aummer vom 17 d MlS. enthält unter der Rubrik .Kleiner Tagesspiegel“, in dem sich fast regelmäßig nicht der Tag sondern die Gesinnung der Redaktion dos .amtlichen OrganS" wiederfpiegelt, zwei Ar- tikel .ReaktionärerKlimbim" und „W i l- b e l m al« Gutschei n“, die alles bisher schon von dem edlen Blatte Gebrachte — und es gehörten schon häufig starke Aerven dazu, es zu lesen — in den Schatten stellen. Wie traurig muß eS um solche Geisteseinstellung, um solch niedrige Gesinnung bestc-llt sein! Aber das wäre ja schließlich Sache des Blattes selbst und seines geistigen Aährvalers; es gibt Leute, die sich nur im Schmutz wohlfühlen und man soll sie darin lassen. Aber eine andere Frage ist denn doch einmal zu stellen: Geschieht eine solche Schmiererei wirklich mit Wissen und Willen oder doch mit st i l l - schweigendeDuldung der Herren Minister ber Hessischen Staatsregierung, deren Organ das Blatt doch sein will? Sind stch die Herren Ulrich und Henrich, denen man doch durchaus urbane Formen und persönliche Liebenswürdigkeit im Verkehr auch mit dem politischen Gegner nachrühmt, ist sich Herr von Brentano, der doch auch mach der Revolution noch seinen Tarnen als den eine- Edelmanns gern führt, nicht zu gut für eine solche Leibgarde ihrer Republik? Und sollte es nicht möglich sein, daß sich das Behörden- und -Beamtentum, das gezwungen ist, das Blatt täglich zu lesen, geschlossen aufrafft und erklärt: Wir weigern uns, uns unter der Flagge eines amtlichen Blattes täglich alles, was uns vor der Revolution hoch und heilig war und was wir zu unsrem großen Teile auch heute noch im Innern Hochhalten, mit Schmuhkübeln von einem unreifen gesinnungstüchtigen Schmock bewerfen zu lassen! Wir verlangen, daß ein Blatt, das man unS amtlich zu halten zwingt, wenigstens in einem Tone schreibt, wie er unter Gebildeten üblich ist. auch wenn .der Dildungspräsident" einmal aus Urlaub ist. wie das Blatt an andrer Stelle mitteilt; deswegen ist es nicht nötig, daß nun auch sein Leib- blockt alle und jede Dlldung beurlaubt" ist die beste Seife nenrvth, Rieder-Bessingen, Ober-Bessingen. 2. GS wäre schließlich das gute Reckst des nun Ober-Teffingen. Aonnenroth, Aieder-Dessingen, einmal im sozialdemokratischen Fahrwasser I Ober-Dessingen. Stadt. Arbeitsamt (Siesren Liebigstraße 16, Teleph. 2054. CS können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 2 Krankenpfleger, 1 Elektromonteur, 1 Kupferschmied, 1 Sllberschmied, 2 Weissbinder, 1 Glaser, 1 Schmied, 1 ölt. Bau- schlosser. Lehrlinge: 1 Automonteur, 2 Friseure, 1 Schub- wacher, 1 Glaser, 1 Schlosser. t». bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Eisenbeton- arbeitet, Maurer, Zimmerleute, Einschaler, Aroet Prootssonsreilende, 2 Svengler und Installateure, jüngere landwirtschaftliche .Unechte und Arbeiter, 1 Schneider, 2 Friseure, 2 Kaüenmacher, vier Schreiner, 3 Anstreicher, 2 Kürschner. Lebrlinge: 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Schreiner, ein Frisenr, 1 Schlosser. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker' Schreiner, Kaufleute, Schreiber nnd Reisende' Packer, Hausbnrsrben und Ausläufer, Maschinen' schlosser, Bauschlosser, Schuhmacher, 1 Krankenpfleger, 4 Sattler u. Polsterer. Bäcker und Metzger, mehrere Kellner, 1 Krastfabrer, 1 Dornier, 1 jiing. Schmied, 2 Buchbinder, Mechaniker, 1 Klavier- spieler, 1 Heizer, 1 Wagner, 2 Dreher, 2 verh. Knechte, 1 Schäfer, 1 Tabakspinner. 1 oerbeir. Hofmeister, 1 Tapezierer, 2 Gärtner, 1 Drechsler, 1 Handschuhmacher, Bergarbeiter, Autoschlosser, 1 Optiker, 1 Schmelzer, 1 Goldarbeiter, 1 Installateur unb Spengler, 1 Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Heizer, 1 Konditor, 1 Ingenieur. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen- genomnien. Lehrlinge: 2 Mechaniker. 1 Friseur, 1 Elektromonteur. 1 Schuhmacher, 1 Weissbinder, 1 Gärtner, 3 Autoschlosser. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: •. bei diesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Kauffrauen und -mädchen für einzelne Tage, nichtige Alleinmädchen. 2 einfache Stützen. 2 Köchinnen, 1 Hotelköchtn, 1 Schneiderin als Beihilfe, 1 Friseuse, 1 Lehrmädchen in Blumengeschäft. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 landwirtschaftliche Diennmädchen, 4 Dienstmädchen, 2 Haushälterinnen, Alleininaochen, 2 Köwtnnen, Zimmermädchen, 1 Büglerin, 1 landw. Haushälterin, 2 Küchenmädchen. 1 Stütze. ES furfjen Arbeit: 2 Berkäuseriunen, 1 Flickerin, 3 Waschfrauen, einige Laufirauen, auch für Nachmittagsbefchäftiaung, Mädchen für tagsüber, 1 Büglerin, 1 Fräulctn erteilt französischen 11 itter» richt, 1 Gesellschafterin, 1 Kinderiräulein. 1904« 8 Die Arbeiten unb Lieferungen zur Errichtung von 17 Doppelhäusern mit 34 Wohnungen sollen öffentlich vergeben werden, und zwar: Los 1: Erd-, Maurer-, Beton-, Putz» und Asphaltarbesten, Los 2: Zimmer- und Statt erarbeitet, Los 3: Dachdeckerarbeiten, Los 4: Klempnerarbeiten. Zeichnungen und Terbingungsunterlagen liegen bei dem Eisenbahn-Betriebsamt Fulba, Zimmer 22, zur Einsicht aus. Die Derbingungsunterlagen können, soweit ber Vorrat reicht, unb zwar für Los 1 15 Mk., Los 2, 3 unb 4 je 10 Mk. (porto- unb bestellgelbfreie Postanweisung) von der genannten Stelle bezogen werden Die Angebote werben Montag den 29. August, vormittags 11 Uhr, im Zimmer 19 des Betriebs- amtes Fulda geöffnet Zuschlagsfrist: 4 Wochen. Spar« unb Dauoereia Ftllda. 9101D Arbeitsvergebnng. Für die FeDbereiniaung Treis a. d. Lba. sollen Freitag den 26. August 1921, vormittags 10 Uhr. auf dem Rathaus zu TreiS a. d Lda. Fuhcleistungen veranschlagt zu 3 200 ML Chaussierungsarbeiten , , 2 500 „ Berschleifungsarbeiten „ , 17 000 „ Verlegm von Zementröhren , , 210 , Drechen von Dasaltbruch- fleinen „ , 910 „ Aufsetzen von Basaltbruchsternen , „ 200 „ Liefern von Zementröhren , „ 1420 „ tn einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess. Bürgermeisterei offen wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift verleben, postsrei bis zum Ccöfinungstermin einzureichen sind. ZuschlagS- frist 3 Wochen. Gießen, den 16. August 1921. 90688 Hessische Kulturinspektion. I. V.: Krause, Reg.-Baumeister. Bekanntmachung. Infolge der in den Geschäftsräumen der Sparkasse. Zohannesstraße 5, vorzunehmen, den Umbauarbeiten sehen wir uns genötigt, unsere Kassen stunden von Montag den 2 2. l. M iS. ab bis auf weiteres auf werktäglich 8 — 1 Uhr vormittags fefljufeßen. Gießen, den 19. August 1921. 9085C DezirkSsparkasse Gießen. ZacheiS. Kartoffeln per Zentner 80 Mk. in größeren Quanten billiger. Pcrlliiiftägliihii°r8igtr8ciIfilS,Äe^Aiilligt Joh. Müller s o Telephon 1560. Lieferung ins Haus. — Lederschuhe — mit Holzsohlen für Fabrik betriebe 9tSlc mit und ohne Futter preiswert bei FranzNeumeier Sonnenetr. 20 Fernruf 1212 Behördliche Anzeigen! Brot 90698 Gießen, den 18. August 1921. Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt und Drennstoffamt.) 1. Brot: Wochenmenge 1850 Gramm oder 1370 Gramm Mehl. Preis für 1-Pfund-Laib Mk. 1,70, Preis für 2-Pfund-Laib Mk. 3,40, Preis für 3-Pfund-Laib Mk. 5,—, Preis für 4-Pfund-Laib Mk. 6,70, Brötchen zu 50 Gramm Mk. —.20. Stöbt. Sebensmittelamt Warenausgabe für die Woche vom 22.-28. August 1921 Richt rechtzeitig abgeholte Ware verfällt. 3. Verfall von auf gerufenen Kohlenmarken. Als Verfalltag für die Matcken 1 und 4 ist der 1. September 1921 festgesetzt. Beide Marken werden nach diesem Zeitpunkt nicht mehr beliefert. 4. Verkauf von Brennholz. Die Abgabe erfolgt in beliebigen Mengen von Vs Zentner an vom Lager In der (Ska belsberger- ft r a ß e täglich von 8—11 Uhr vormittags und 1—4 Uhr nachmittags. Bezugsscheine werden täglich von 71/2—12 Uhr vormittags und 1/28—5Vr Uhr nachmittags im Brennstoffamt. Garten- ftraße 2, Rebengebäude (früheres Ortsgericht) ausgegeben. Preise: Hartholz, geschnitten, Zentner 14 Mk., Weichholz, geschnitten, Zentner 12 Mk. Für llein- gehacktes Hol; wird ein Zuschlag von 1 Mk. für den Zentner berechnet. Bei Abnahme größerer Mengen, mindestens 50 Zentner, wird ein Preisnachlaß von 1 Mk. für den Zentner gewährt. 2. Rährmittelu-ZuckerfürKranke. H. Zung Rachf., Rittergasse 11, Aug. Wallenfels. Marktplatz 17. A. Plack, Reuen Taue 17, Konsumverein, Frankfurter Straße, Ecke Klinikstr. 3. Sonderausgabe des Lebens» m i 11 c 1 a m t 6: Trvckenmilchpulver 60 Gr. 2,05 Wt„ 90 Gr. 3,10 Mk., 120 Gr. 4,10 Mk. Das Trwckenm'tlchpulver ersetzt nach Anrühren mit Was: er die beste Vollmilch und ist auch genau wie solche zu behandeln. Tcrlauf erfolgt bis auf weiteres von 8—12 Uhr vormittags und 3—5 Uhr nachmittags im Stadthaus, Gartenstraße 2. Zimmer Ar. 8, an jedermann. Samstags erfolgt Verkauf nur von 8 bis 12 Uhr vormittags. Stabt. Brennstoffamt. 1. Ausgabe von Gaskoks für den Hausbrand und größere gewerbliche Betriebe. Gegen Abgabe der Marke 4 der Haushallungskohlenkarte (blaue Karte» können bis zu 5 Ztr Gaskvks bezogen werden. Die größeren gewerblichen Betriebe, denen Gaskvks zugetellt ist. werden aufgefordert, die ihnen zugetellte Menge umgehend zu beziehen. Gaskoks kann durch das Stadt. Gaswerk und durch die Kohlenhandlungen bezogen werden. 2. Ausgabe von Braunkohlen. Gegen Abgabe der Marke 5 der Haushaltungs- whlenkarte (blaue Karte) können vis zu 3 Ztr. Braunkohlen oder Braunkohlenbriketts von den Kohlenhandlungen bezogen werden Bekanntmachung, den Voranschlag der Plock schon Stiftung für das Rechnungsjahr 1921 betreffend. Der in der Sitzung der Stadwerordneten- Dersammlung vom 29. Juli 1921 fest gestellte Vor» anschlag der Plock'schen Stiftung für das Rechnungsjahr 1921 liegt vom 22. ds. Mts. ab wahrend einer Woche auf dem Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Rr. 17, offen Es wird dies mit dem Bemerken öffentlich bekanntgemacht, daß die Beteiligten innerhalb der Offenlegungsfrist den Voranschlag cinsehen und bei dem Oberbürgermeister schrist.ich oder zu Pro- wkoll Einwendungen gegen seinen Inhall Vorbringen können. Gießen, den 20. August 1921. 9090B Der Oberbürgermeister: Keller. Bekanntmachung. Laut Beschluss der Lebensmittel-Deputation wird mit Wi kung vom 21. ds. Mts. der Verkaufspreis für einen Liter Vollmilch auf Mk. 3.60 festgesetzt. Giessen, den 19. August 1921. 90946 Der Oberbüryrmeißer. (Lebensmittelamt.) Will). SoftM Schuhmachermeister, Ederstrake 5. e,uw Spezialgeschäft für Fufileidende. Reparaturen gut und preiswert. Rote Gummi r 1 n r e garantiert la Km Frieden eqaall rät Carl SchunOjk ■ ■ ober Bereiten von Speisen oller Art verwendet ■ ■ die Hausfrau vorteilhaft statt Zucker den alt- I ■ bewährten Süßstoff. Er ist rein ohne Beigeschmack. süßt augenblicklich, ist billig und bekömmlich Da stark konzentriert, sparsam verwenden Kopfschmerz GOLDSTÜCK ' V" ' EDELSTÜCK STUCK W e I NBRE NN£ R_£ fGN v/Ä cn T- G e S M AK CM U A//^ -S € f T 1326 Vertreten August Weidig, tiieBen. Kontor und Lagers WalltorstraBe 48, Telephon 2070. URSTÜCK MtiSTERSTÜCK MMelleUWiiöelWklic Gadernheim Dp/vmd4üd< LUU Statt Karten! Frauenarzt 9064 Der Vorstand 9100v Marktplatz 18 Walltorstraße 13 Stadt-Theater SchöneAussicht Von der Reise zurück Leitung: Hermann Steingoetter. Statt Karten! 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Der Vorverkauf findet statt: Donnerstag, ftrcüon von 10—1 Ubr, Samstag von 10—1 und 3*/,—5 Uhr an der Theaterkasse. 9063c Cafe E-eib Sonntag den 21. August Tanzkränzchen Perkals und Zephirs Sr Oberhemden und Hemdblusen eber 60 verschiedene Dessins Fritz Nowack ................................................ Sonntag den 21. August Tanz Vergnügen Westdeutscher Spielverband e. V. V.s.B.SportplatzTrieb Endstation der roten Linie (Kaserne) Sonntag, den 21. August, nachmittags 47a Uhr 3 00 „ „ T. V. Heuchelheim I. — D. s. V. IV. 10.00 „ vorm. M. T. V. Gietzen Handball 1. — D. f.V. 1. Abends von 7 Uhr an im Einhorn°Taf6: Zusammensein mit unseren Gästen. GröBte Säle am Platze Sonntag, den 21. August groBas Tanzkränzchen Anfang 4 Uhr Endstation der Straßenbahn „Rote Linie“. 011334 einschließlich Steuer. Einhorndiele Samstag und Sonntag: Don 5-7 Uhr: Fünfuhrtee, Künstler-Konzert -Abends 8 Uhr: Künstlerkapelle (Doppelbesetz.) Sonntac nachmittag 5—7 Uhr = Fünf-Uhr-Tee —— Neues Orchester.06842 -—— ------------------———- Zu dem stattfindenden 116er-Fest Halle ich mich mit 0H38S kalten und warmen Speisen bestens empfohlen. HlWelonntes Mourant „3iun Itnöres“ Sonnenstratze 29 Bef: Jean Krämer. Hans Muhn, Dentist staatlich geprüft n. § 123 R. V. 0. Löberstraße 19. tW75 Telephon 1262 Gießen Hausen b. Gießen 21. August 1921. KirmesnachRödsen! Sonntag, 21. August und Montag, 22. August Da infolge der großen Beteiligung am 21. August der Raum des Oswaldsgartens nicht ausreicht, so können die Kameraden nur ohne Familienmitglieder am ersten N6er-Tag teilnehmen. Um jedoch den Angehörigen des Vereins sowie den Schwesteroereinen und den noch anwesenden auswärtigen Kameraden entgegenzukommen, beabsichtigt der Verein ehemaliger 116er am MOO ItO 22. W, AI MMW 3 W 0l> eine WsM fflil Ml! 00Ö lOOj Ms MMl zu veranstalten und bittet um recht zahlreiches Erscheinen. 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Das Stäbtische Wasserwerk |-urd) die Preissteigerung bedingte Notlage der Beamten wird von her Stadtverwaltung nicht verkannt. Hinsichtlich der zu ergreifenden BTabnahmen ist die Stadtverwaltung abhängig von den THafmabmen, die die hessische Staats- regrerunn mit B"zug auf die Staatsbeamten eintreten l'-stt ^e Stadtverwaltung hofft ?m Interesse der "Beamten, dast letzteres bald geschieht. — i c Warenausgabetabelle des Stadt. Lebensmittelamtes ist aus dem Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zu ersehen. Kreis Lauterbach. la Schlitz, 19. Aug. Eine auswärtige D i a- tnantfdjleiferei beabsichtigt, hier einen "Betrieb einzurichten. Hoffentlich findet die Firma die hierfür notwendigen Bäume, denn damit würde manchem hiesigen Arbeiter Arbeitsgelegen- heÜ und Verdienstmöglichkeit geboten werden. — , Die Maurerarbeiten für das sofort zu errichtende; /Doppelhaus des gemeinnützigen Bauvereins wurden dem Maurermeister Hohann Schmidt übertragen. Starkenburg und Rheinhessen. gm. Mainz. 20. Aug. Durch die starken Rege,nage sind Rhein und Main wieder vorzugt. Nheinmetall erzielten 20, Orenstein u. Koppel 12 Prvzertt Erhöhung. Kvlonialwerte waren teilweise sehr lebhaft. Otavi wurden zeitweise 70 Prozent höher bezahlt. Auch Südsee- Phosphat wurden lebhaft gekauft. Schifsahrts- toerte unb BankaNttm waren meist mäßig an- ziehend. Anlagewerte waren vernachlässigt und wenig verändert. Devisen behaupteten ihre vormittägigen Besserungen nicht und schwankten. Frankfurt a. M., 20. Augnst. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Veld Brief Datum: 18. August. 19. August. Amsterdam- fRotterb. 2592,90 2597,60 2614,65 26.0,15 Brüffel-Anttoerpen . 634,35 635,65 639,35 640,65 (Tbriftiania 1088,90 1091,10 1098,96 1101,10 Kopenhagen . . 1368,601371,40 1378,601381,40 Stockholm ..... 1775,701779,30 1798,20 1801,80 fielfingfors 123,60 123,90 124,05 124,35 Italien 359,60 360,40 363,90 364,40 London 304,15 304,85 308,65 3 9,35 NeuyorK 83,41 83,59 86,41 86,59 «Paris 647.35 648,65 65i,30 655,70 Schwei, 1416,05 1418,95 1428r55 1431r35 Spanien 1086,40 1088,60 1096,401098,60 Wien (altes) —, — — Deutsch-Oesterr. . . . 9,88 9,92 10,13 10,17 Prag 101,45 101,75 101,30 101,60 Budapest 22,07 22,13 22,07 22,13 Bulgarien — stonstanlinopel. . . . —, - —, — — Börsenkurse. granlfurt Berlin 1-Ubr- 1-iUir- Schluß- Schluh- | . Kurs Kurs Kurs Kurs Saturn' 18.8.*) 19.8. 18.8. 19.8. 6 ’ e THfd). Äriegsanl. 77,50 77,50 77,50 77,50 4 */, Dtsch. Reichsanl. —78,60 78,40 8'/. Dtsch. Reichsanl. —76,80 76,50 4®L Preuß stonsols —68,20 67,80 Darmstädter Bank . —175, 176,50 Deutsch« Bank . . . —,— —324,50 323, — Disconto»Gesellschaft —, — —, — 261,50 266,25 Dresdner Dank. .. 236,- 237,50 234,- 237,- Nationalbank f. D. . —,— —195,50 135,50 Mitteld. Treditbank. —170,50 173,50 H.-Amerik. Pakets. . 181,25 180,- 176,75 178, Norddeutscher Lloyd. 170,- 174,- 172,25 172,75 Doch Gußstahlwerk . 594,50 610,- D.-Luxemb. Dergw.. —473,— 451,— 482,— Delsenkirch. Dergw. . 48\— 498,- 467,- 500,— Harpener Bergbau . 670, — 740,— 685,— 721,— Oberschles. Lisenb.-B. 425,— 445,— 425,— 440,- Oderfchles. (kifenind. . 374,- 378,- 368,- 370,- Phönix-Bergb.Akt . -,- 1135,- 1050, - 1244,- Bad. Anilin- u. Soda 472,- 497,- 500,- höchster Farbwerke. 380,— 399,- —,— 405,— Elektt.A.E.G 360,- —720,- 359,- Schuckeri-Werke. . . —,— —,— 327,— 325,- . Feltrn.Guilleaume. . —,— —,— —495,- : Daimler . 262,- 260,- 257,75 257,75 Bud.. Gisenw.. Akt. . -,- -,- 637,- 656,- Adlerwerke S20,- 325,- 330,- 339,84 4°/,Hess Staats«nl. , —,- —, — —70,— (Elektron Griesheim. 394,— — ♦) Die Abendbörse fällt bis 26. Aug. aus. Züricher Devisenmarkt I 0rn 3obre bic argentinische Republik Es sei in* 1:'. 8. 20.8 ■ offen anMnichmcn. bah bas Gutachten des Nates Wechsel auf Schweizer Franke, ron den Beteiligten angenommen würde. Holland 100 Fk ■ 18 j.aO 183. - • Deutsckland 100 5FL = 7.- 7. - Wien 1OU Mi. = 0.70 0.727 Prag ........ 100 Ar. = 7.16 7.10 Paris 100 Fr. » 45 75 45-S7» London 1 £ = 21.63 21.65 Italien 100 ß. - 25.45 25.45 Brüssel 100 Fr. - 41.90 44.4t, Budapest ...... 100 Ar — 1.60 1.57 • | 77 eu yorK........100 $ = 592.- 591.- Agra«. ...... 100 Ar. » 3.40 3 40 Bukarest 100 C. ■= 7.25 7.20 Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt. Datum: 1.7.1t. 18.8. 19.8 Zürich Fr 12»,4) 7,- 7,- Slmfferbam Fl. 59,23 3,87 3,82 Aopenhagen Ar. 89,83 7,65 7,40 Prag Ar. 117,30 99,- Stockholm Ar. 83,8) 5,60 5,70 Wien Ar 117,88 -,-1284,- London Sh. 97,8) 6,27 6,35 Paris Fr 125,43 15,50 15,50 NeuyorK I 23,83 1,16 1,18 Frankfurter Obst- und Gemüfemartt. Frankfurt a. M, 19. Aug. Bei sehr groben Zufuhren zeigte der Obstmarkt das gleiche Bild wie stets in letzter Zeit. Qualitätsware fand zu hohen Preisen flotten, glatten Absatz, während geringere Ware selbst zu sehr niedrigen Preisen unverkäuflich blieb. 2luf dem Gemüse- marft waren die Zufuhren erfreulicherweise besser. Die Preise waren dagegen noch recht hoch Der Verkauf war sehr flott und wurden die Zufuhren in kurzer Zeit glatt geräumt. Besonders zu erwähnen verdient die reichliche Zufuhr von jungen Gemüsen, wie Karotten, Kohlrabi und Wirsing. Hier machen sich besonders die 'Bewässerungsanlagen bemerkbar. Gärtner, welche über solche verfügen, bringen schone zarte Gemüse zur Verlauf, während andere ohne solche Anlagen nur altes, hartes Gemüse zum Verkauf bringen können. 3m Großhandel wurden bezahlt Pslückäpfel 1,00 2,80 Mk.. Falläpfel 0,75-1,00 Mark, Birnen 1,20 -3,30 Mk., Bühler Zwetschen 2-50- 3,00 Ml., hiesige 2,00 2,50 Mk., (Sier- pflaumen 2,80—3,50 Mk., Mirabellen "3,50—4,50 Mark, Reineclauden 2,50—3.00 Mk., Pfirsiche 5,00 bis 9,00 Mk., Tomaten 3,00 -3,50 Mk., Blumenkohl, holländischer, 20 Stück 150 Mk., hiesiger 1.00 -9,00 Mk., Weihkraut 1,00—1,20 Mk.. Wirsing 1.80-2,00 Mk., Rotkraut 1,60- 1,80 Mk., Gelberüben, Pack 0,75 —0,90 Mk., das Pfund 1,60 bis 1,80 Mk., Kohlrabi 0,75—1D0 Ml.. Salat- gurken, holländische. 4,00—5,00 Mk., hiesige 3,00 bis 7,00 Mk., Cinlege-Gurken 0,35—0,75 Mk.. Salat 0,75-2,00 Mk. Endivien 1,00—2,00 Mk., Römisch 1,00-1,20 Mk., Rhabarber 0,60- 0 80 Mk.. Sellerie 1,80- 3,00 Mk., Lauch "0,40—0,60 Mk., Suppengrünes, 10 Pack 7,00 Mk., Kartoffeln 0,90—1.00 Bit., Zwiebeln 1,20 Mk. Letzte Nachrichten. Die Vollmachten des Völkerbundes in der oberschlesischen Frage. Paris, 20. Aug. (WTB.) Das „Echo de Paris" meldet, daß nach Informationen aus amtlichen Kreisen der Völkerbundsrat im Gegensatz zu den in der Presse erscheinenden Meldungen sich nicht über zwei Thesen auszusprechen haben würde. Er sei in seiner Arbeit unbeschränkt. Als Grundlage diene ihm nur der Friedensvertrag und die Volkkasstimmung. Es stehe dem Völkerbund frei, wenn er es für notwendig halte, zu prüfen, ob die Volksabstimmung unter den vom Friedensvertrag vorgeschriebenen । Vorbedingungen vor sich gegangen sei. Nach Behandlung dieser Frage könne der Rat die Ergeb- niste der Abstimmung, wie es ihm passe, auslegen. Er könne ergänz enbe älntersuchunaen anordnen. Er ßnne ganz Oberschlesien Deutschland oder Polen zuteilen, oder er könne das Grubengebiet teilen oder einer Macht ganz zuteilen. Nach Erledigung der Untersuchung werde S& Völkerbundsrat ein Gutachten abgeben, aber ein schiedsrichterliches Gutachten. Aankreich habe sich moralisch verpflichtet, es anzunehmen. Es sei indessen selbstverständlich, bah, wenn das Gutachten gegen die Lebensinteressen Frankreichs verstoße, Frankreich die Möglichkeit hätte, seine Durchführung zu verhindern, indem es zum Beispiel aus dem Völkerbund austrete, wie im vori- Hondelsvertrag statt Friedensvertrag mit Amerika? London, 20 Aug tfein Salden ovch wvh DenM sondern schnell w Dittel, Ne in d "un einm ober, bess gebraucht enfte 2^ " hoff JtDunoenc AIS ej Zeugnis 1 jchuftlers der - !» weis M ei» »amn jyffe. A, L'ch°f "««ich!' KE fehl Hb?5W Ä ^Adi« ES war schon sechr spät, als ich das Boot loskettete; ich hörte es nachher während des Fahrens von den Schweizer Ufertürmen Mitternacht schlagen. Eine weite Nachtstille, die nur vom Nollen der Kette, dem Einsteigen und dem Abstößen einen Augenblick unterbrochen wurde. Der See schlief im Mondschein. Die verschwimmende Helligkeit des Spiegels floß atmend über die Ufer, um Badehütte und Weiden. Don den Wellenkreisen um mich ziehen zitternde, geschlängelte Lichtstteifen über den Steg und das Schllf. Mein Ruder taucht fast laullos ein, nur ganz hinten im schwarzen Schatten der Gondel, damit der Seespiegel unzerstört bleibt, während ich langsam über ihn hingleite. Augenblicke seh' ich das Mond» licht in die grüne Tiefe ein sinken, einmal den Schauen und gleich darauf das Flossenblttzen Wir wiesen beim Westfälischen Frieden auf die verwickelte Rechtslage im Elsaß hin. Run war für Frankreich die Stunde gekommen, sie in der nieberträdjtigften Form auszunuhen. Wie auch heute wieder, bemäntelte man den Raub durch voraufgegangene juristische Beschlüsse. Es wurden zu Tournay, Metz, Breisach und Besamen Gerichtshöfe, die Chambres de r^union, eingesetzt Diese hatten festzustellen, welche Landschaften jemals Lehen der in den Friedensschlüssen von 1648, 1659, 1668 und 1678 an Frankreich übergegangenen Eebiete gewesen waren. Wer eine Ahnung von den eigentümlichen Lehensverhältnissen des Mittelalters hat, wo selbst der deutsche Kaiser Lehengüter vpn Bischöfen hatte und die Lehen beim jeweiligen Aussterben eines Geschlechtes von einer ^arth in die andere gingen, mag ermessen, welchen Unfug man mit diesem „Rechtsverfahren“ üben konnte. Aber auch sonst ging man in diesen Dingen nnt einer echt französischen Skrupellosigkeit vor. ©0 befahl der Minister Louvois, um eine Reunion festzuhalten, Dokumente vorzulegen, und deren Dctten zu fälschen, „so dgst niemand weiß, was ich euch anfgetragen habe“. Das Vorgehen Ludwigs zf1 -SlcT schändlichen Raube charakterisierte Der französische Bischof Fönölon treffend also: ..Sie sind mcht einmal innerhalb der Grenzen dieses Friedens (1678) geblieben, den Sie mit so viel Hochmut gegeben hatten. Mitten im Frieden haben Sie Krieg geführt und wunderbare Eroberungen gemacht. Sie haben eine Reunionskammer cinge- ^chtet, 11m zugleich Richter ur3 Partei zu sein, das hieß die Beleidigung und den Spott der ilfur- patwn und der Gewalt hinzuzufügen. Sie haben im Westfalischen ^rieben, um Straßburg zu überraschen, nach zweifelhaften Andrücken gesucht" - Danz tote heute, nur fehlt der Bischof, der seiner Ration also die Wahrheit vor Augen hält - doch auch Fsnelons Brief ist nur im Konzept erhallen, ob er je seinen Adressaten erreichte? Sttaßburg, Saarbrücken, Zweibrücken und eine Reihe anderer Städte und Orte von der Schweizer Grenze bis hinauf zur Mosel und Maas gewann der allerchrtstlichste König durch seine Reunions- lammem, Der» moderne Raubzug gegen den Storch ist sehr zu bedauern und hat weder eine moralische noch eine naturwissenschaftliche Berechtigung. Wir bringen uns dadurch — man möchte beinahe sagen: um das letzte Ueberbleibsel aus dem Paradiese. Kein Haus- oder Rutztier, geht der Storch mit dem Menschen doch die innigste Gemeinschaft ein, ist so gesellig und zutraulich. Wie ruhig er da vor unseren Augen auf der Wiese steht — erhaben über die gemeine Wirklichkeit der Dinge! Die auffallend langen Stelzbeine sind so schön, daß sie trotz ihrer Länge nur ganz kurzer Höschen bedürfen. Ein schwarzer Frack umschließt die Lenden — mit der weißen Weste und dem roten Gebein ein wahrer Verherrlichet schwatz - weiß - roten Deutschtums. Sein beschaulicher Kopf mit den klugen Augen erinnert daran, dah er der Vetter des Marabu ist, des größten Philosophen, der gewohnheitsmäßig auf einem Dein steht und unablässig über die Sterblichkeit der Maikäfer nach- denkt, weil er sie so gerne frißt . . . Harmlos und friedliebend von Ratur, läßt der Storch den Menschen ganz dicht an sich heranllrmmen, bis er endlich fürchtet, gegriffen zu werden, seine schwarzen, Schwingen ausbreitet und starr — davon heißt der „Storch", mittelhochdeutsch „starah" — in die Lüfte aufsteigt. Adebar in Nöten. 2us Ostpreußen wird uns geschrieben: Leider, leider ist es schon wieder so weit: die Störche machen sich reisefertig. Also, mithin, folglich Ende des Hochsommers! Ohne daß den Herrschaften bisher der Desih eines Kalenders nachgewiesen werden konnte, pflegen sie aus unseren Gegenden ziemlich regelmäßig am 25. August aufzubrechen. Schon seit einiger Zeit konnte man sie auf den Wiesen ihre „Kontrollversamm- hingen“ abhalten sehen, in denen jedenfalls das Rähere über die Stunde des Aufbruchs, den Reiseweg und die zurückzulassenden unsicheren Kandidaten festgesetzt wird. Man sieht ihnen jetzt mit besonderer Wehmut nach, denn mehr als je wird man sich bewußt, daß das Vorkommen des Storches auch in Ostpreußen, einem seiner bevorzugtesten Lieblingswohnsihe, in starkem Rückgang begriffen ist. Man hat vor einigen Iahten bcr Lehrerschaft in der Provinz eine Zahlung der Störche vorgenommen, durch die eine starke Abnahme dieser schönen Vögel nachgewiesen wurde. Damit ist auch wissenschaftllch festgestellt worden, was Eingeweihte schon lange wußten und diese Erscheinung bezieht sich nicht etwa nur auf Ostpreußen, sondern ohne Zweifel auf die ganze norddeutsche Tiefebene. Kanada ist das neue „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, nachdem dieses Schlagwort auf die Vereinigten Staaten, die jetzt in den meisten Singen schon recht begrenzt sind, nicht mehr anwendbar ist. Dieser „Schlußstein des brllischen Welt- reiches“, von dessen Verbleiben beim Muttet- lande nach der Ansicht vieler Engländer das Fortbestehen der britischen Macht abhängt, hat in letztet Zeit bedenkliche Selbständigkeitsgelüste gezeigt und durch seine Leistungen im Kriege erst seine ganze Bedeutung erwiesen. Daher wird dies Land, das die Union an Ausdehnung übertrifft und über ungeheure Raturschätze verfügt, in der Weltpolitik immer mehr in den Vordergrund treten, und die Kenntnis Kanadas ist für uns von größter Dedeutung. In musterhafter Weise wird uns diese Kenntnis vermittelt durch das soeben im Verlage von Ft. A. Perthes in Gotha erschienene Werk von Louis Hamilton, in dem Geographie und Politik, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Riesengebietes datgestellt sind. Von der deutschen Einwanderung sagt der Verfasset, daß sie nur eine Frage der 3eit ist. Das Land, das fünf Iahte lang ganz ohne Einwanderung war, braucht neue Menschen dringend notwendig, und den deutschen Ansiedler sah man .früher besonders gern und suchte ihn herüberzuziehen. Der Einwanderersttvm aber wird sich auf einem neuen Verkehrswege nach Kanada ergießen, der Wohl das kühnste und wichtigste Unternehmen auf dem ganzen nptdamerikanischen Kontinent ist, auf der H u d s 0 n - Da h - D a h n Dieser Schienenweg, der Hunderte von Meilen durch völlig unbewohnte, ja noch nicht einmal erforschte Gegenden führt, rückt uns die Prärien näher und erschließt der Welt ein ganz neues Riesengebiet der Ansiedlung. Die Gründe für den Dau dieser Dahn, die ungeheure Summen verschlingen wird, sind strategischer und wirtschaftlicher Ratur. Kanada bedarf einer Route, die im Fall eines Krieges mit der Union den Weg nach Englands Kornkammer offen hält und ein Abschneiden verhindert. Auch Truppen können ttn Sommer und Frühherbst vom Mutterlande auf diesem Wege herübergeschafft werden. Wirtschaft- llch will sich dadurch Die ständig zunehmende westliche Devölkerung Kanadas von den hohen Wo ren- und Transportpreisen des Ostens frei machen Nkan hat ausgerechnet, dah durch die neue Bahn 2 Shilling pro Quarter (= 282 Pfund, für den Weizen an Fracht gespart werden, und daß durch die verkürzte Eisenbahnfahrt jedes Stuck Fettvieb um 100 Pfund schwerer in England ankvmmt, da ja bekanntlich Vieh durch Eisenbahntransporte sehr an Gewicht verliert. Die kanadische Kornkammer wird dadurch dem Mutterlande außerordentlich viel näher gerückt, denn man erzielt gegenüber den bisherigen Routen eine durch schnittliche Wegkürzung von 1000 Meilen (1 Meile — 1709 Meter). Die Dahn läuft durch die verschie benartigflen Gelände. Westlich vorn Winnepeg-Sec bis zum Saskatchewan-Fluß liegen große Sümpfe, nördlich davon 50 Meilen Kalksteinboden: barem schließt sich bas sog. Clah-Country bis zum Nelson-Fluß. Dann folgen 100 Meilen gutes Ackc lanb. dann eine fanbtge steinige Strecke, bie in einem nach ber Küste abfahenben Sumpsland enbet Zur Hälfte zieht bie Dahn burch bichtbe- waldete Gegenden, zur anderen Hälfte bunt, baumloses Gebiet. Erst beim Bau ber Bahn wird sich feststellen lassen, welche biefer ungeheueren Strecken sich für Ackerbau eignen unb welche mi neralreich finb. Der bebaubare Dvben wirb auf 20—30 Millionen Acker geschätzt. Südöstlich bc: Dahn ist der Boden für Ackerbau untauglich, bock sollen sich hier Mineralschätze befinben. Die letzten zwei Drittel ber Dahn können nicht besiedelt weiden, doch wird sich mit der Zeit hier ein starke' unternehmungslustiger Menschenschlag festsehen. Mit ber Hubson-Day-Dahn beginnt eine neur Epoche in ber Geschichte Kanadas. Das Dampfroß wirb balb burch jene Gegenben schnauben, bie bis her nur einsame Zager burchstreiften. Stäbtchen werben entstehen, wo ber Trapper sein Felb auf- schlug, und durch bie Schiffahrtslinien auf ber Dah, an bie sich die Dahn schließen soll, wird der „neue Osten“ Gemeingut der Menschheit werden. Ueber ber Frage nach Ruhen unb Schaben steht aber vielleicht die Poesie, bie biefer Dogel in das deutsche Lanbleben hineinträgt wie kein zweites Tier. Möge es nie bahin kommen, daß ber Storch, wie ja schon ber ostpreuhische Elch, als Sehenswürdigkeit im Zoo oder endlich gar nur ausgestopft im Museum als Wundertier gezeigt wird! Mögen bie von Brahms so herrlich komponierten Verse für immer zu Recht bestehen: Diese Zutraulichkeit ist bie Folge eine- tausendjährigen freundschaftlichen Verkehrs zwischen Mensch und Tier, den bie Zeitgenossen nicht aufheben sollten! Rur hieraus erklären sich auch bie zahlreichen Rebensarten, Sagen unb Fabeln, bie auf ben Storch Bezug nehmen. Wie fleißig wird ober würbe bisher all sein Tun unb Treiben auf dem Lande beobachtet! Was für Schlüsse auf Wind unb Wetter, auf Menschenwohl unb -wehe würben baraus gezogen! Wenn ber Storch z. D. zeitig ankommt unb viel klappert, so gilt bas als Zeichen eines warmen Frühjahrs. Hat ber Reu- angekommene viel mit bem Ausbessern seines Bestes zu tun, so „steht ein nasser Sommer bevor". Mit welchem Zubel empfangen bie Kinber den ersten „Schnibbelfchnabel", wie sie sich aus- brüden! Was geht sie bie Meise an, bie Lerche unb selbst bie Rachtigall? Aber ber Adebar — das ist ganz was anderes! Sie fingen ihm Reime unb Willkommen entgegen, unb es ist noch gar nicht so lange her, daß ostpreuhische Zungen, sobald sie einen Storch im Frühling erblicken, zum Lehrer liefen unb mit bem Berschen „Der Storch ist gekommen, hat unsre Bücher genommen“ einen schulfreien Tag erbaten, ber ihnen bann auch bewilligt würbe. Und bas weiß ja jeber, wie bie erste Begegnung auch für ben Erwachsenen nach allgemeinem Volksglauben bedeutungsvoll ist. Fliegt ber Storch, wenn bu ihn zum erstenmal im Zähre siehst so wirst du „fleißig“ fein; steht er stille, so bedeutet das Faulsein; llappert er, so kann daS dem Hausherrn Segen an Gelb unb Gütern, ber Hausfrau — Kindersegen bringen. Es kehrt die dunkle Schwalbe Aus fernem Land zurück, Die frommen Störche kehren Und bringen neues Glück. Dr. L. G. Aus der Geschichte Frankreichs. Frcnrkreichs Verhalten bei ben Pariser Beratungen, die Berufung BriandS auf Lehren ber Geschichte, die ganze Eigenart des französischen Nationalismus, ber so anmahenb auftritt, wie kaum je zuvor, lenken bas allgemeine Interesse auf bie Geschichte Frankreichs, bie Rolle, die es im machtpolitischen Kampfe ber Völker tatsächlich gespielt hat. Dem vor einigen Tagen veröffentlichten offenen Brief eines Deutschen, der bie Trümmer in beutschen Landen saufzeigje, bie von ber Zerstörungswut ber Franzosen zeugen, gesellen wir heute einen Abschnitt aus Frankreichs Geschichte zu, ben wir einem soeben erschienenen Buche von Dr. Johannes Bühler entnehmen: „Der Franzose, eine Geschichte Frankreichs für Deutsche“ (Verlag Riehn u. Neusch, München). Wenn eS auch eine Kampfschrift ist, die sich nicht auf bem Boden temperamentloser Objektivität bewegt, >so ist es doch gegenwärtig recht interessant, ben Spuren ber Gewalt- unb Machtpvlitik zu folgen, bie z. B. auch Frankreichs größte Epoche, baS Zeitalter Lubwigs XIV., ^ausgezeichnet hat. Dir entnehmen darüber dem angeführten Buche folgende Stelle: „Der Krieg von 1672—1678 mußte jedermann die Augen über die gefährliche Raubpvlitik Frankreichs öffnen. Trotzdem hatten sich die deutschen Fürsten zusamt dem Kaiser nicht zu einer wirklich großzügigen Aktion auftaffen können. Blättert man in den alten Flugschriften jener Zeit, so fühlt man sich in die Gegenwart verseht. Es ist überraschend, wie wenig sich der Franzose seit jenen Dagen verändert hat — leider auch der Deutsche. Turenne hatte am 18. Zuni 1674 an die Herren vom schwäbischen Kreis geschrieben: „3m Fall nun der Herren abfassende Resolutiones zur Dey- behaltung der ReichSruh abzielen und gemeint sehn wird, so kan dieselbe im Rahmen meines Königs ich versichern, dah seine Truppen diesen Eraiß nicht betretten werden." Dazu bemerkt in einer Flugschrift ein recht teutsch-patriotischer Me- dicuS: „Mich wundert zwar nicht sein Vornehmen, beim die Französische Kühnheit, eher zu sagen Grobheit, steiget so hoch, daß sie vor (für) eine ungebundene Freyhett oder alamodische Hässlich- keit gehalten werden will, und bildet dieses Hof- fartSvolle Volk ihnen ein, was sie auch nur anfangen, solches müsse vor (für) gut erkennet werben. Wenn ein Polentat oder Krahß des Römischen Reichs an einer der Frantzösischen Provint» zien-Bersamblung dergleichen Erinnerung oder Schrifft abgehen liehe, meyn, was würde dieses »bei ihrer angebvhmen Hochmütigkeit vor Gelächter verursachen? Unb wir Deutschen sollen hingegen eS vor eine Gunst und Zuneigung unseres Wohlstandes erkennen? Gott seh es g e- klaget, dah eS mit uns soweit gekommen, daß unsere alte teutsche Frevheit von Ausländern und den schädlichsten Rachbaren, die sich aus unserem Fette zu bereichern suchen, vorgegebenermahen erhalten werden solle; Gott seh eS geklaget, dah wir glauben sollen, unsere Feinde und Verwüster sehn unsere besten Beschützer und Freunde." Doch waS half dem deutschen Volle seine Erkenntnis? Heute lähmt seine Kraft der Zwiespalt der Klassengegensätze, damals gab seine kleinstaatliche Zersplitterung und der Eigennutz feiner Fürsten es dem Uebermut und der Habgier der Franzosen preis. Ludwig schickte sich alsbald zu dem Raube deutscher Städte und Gaue an. Er glaubte: „eine neue politische Grundlage für seine militärischen Entwürfe gefunden zu haben;*eben ■ daS war sein Ehrgeiz, alle seine Ansprüche, so ' zweifelhaft sie auch sein mochten, jedem andern zum Trotz, zur Geltung zu bringen. Indem die ; Welt der Herstellung der allgemeinen Ruhe sich ; zu freuen erwartete, schritt er, dieselbe durch- : brechend, zu den Unternehmungen, die er sich vorgenommen hatte, fort, ohne alle Rücksicht der i Rechte der andern. Er wendete vielmehr eine le- < diglich der französischen Ordnung der Dinge ent- i sprechende Form auf diese an." (L. v. Ranke.) nämlich mit einem Male entdeckt, daß der Storch I eines Fisches. Mer rasch verhüllt der Spiegel- N^rwi- ein aut wjLöene: Schlei« Geringeres als vorsätzlichen Mord: er tote und fresse Zunghäschen und Wildenten. Das ist allerdings nicht ganz unrichtig; dafür frißt er aber auch Würmer, Maulwürfe und Feldmäuse und erwirbt sich dadurch ein unleugbares Verdienst um die Landwirtschaft. Doch all das formte die Habsucht des Franzv- | senkönigs nicht stillen. Einige Zahre später rief er einen neuen Krieg, seinen dritten Raubkrieg, den sogenannten pfälzischen Erbfolgekrieg hervor ' (l688—1697). Am 26. Mai 1685 starb der letzte . pfälzische Kurfürst der Simmernschen Linie des ; Hauses Wittelsbach. Die Schwester dieses Kur- , fürsten, die durch ihre Briefe bekannte Liselotte von der Pfalz, hatte den Herzog von Orleans, einen Bruder Ludwigs XIV. geheiratet. Der erhob nun im (Kamen feiner Schwägerin Anspruch auf die Hausgüter der Kurpfalz für seinen Bruder. Da man nun in ganz Europa die Raubgier der Franzosen sattsam kannte, schlossen sich der deutsche Kaiser, die wichtigsten deutschen Reichsstände, Spanien und Schweden im Augsburger Bündnis 1686 zusammen. Nachdem sich der Kaiser dadurch gegen Westen hin gedeckt fühlte, konnte er mit aller Kraft gegen die Türken Vorgehen und seine Truppen erfochten gegen diese glänzende Erfolge. Run wußte sich Ludwig vor Eifersucht nicht mehr zu halten. Als bei der Wahl des Kölner Erzbischofes sein Schützling durchsiel, gab er plötzlich feinem Heere Ende September 1688 den Befehl, in die Pfalz einzufallen. Mit dem Kaiser erklärte sich nun auch Holland und England solidarisch und so stand durch die Schuld des Franzosen wieder fast ganz Europa im Kriege, der von den Riederlanden den Rhein entlang bis gen Italien hin tobte. Wir übergehen dessen Verlauf, nur auf die unerhörten Verwüstungen in der Pfalz, die schon früher die schlimmsten Erfahrungen mit den französischen Mordbrennern gemacht hatte, sei kurz hingewiefen. „Ende Zamiar 1689 wurden Ladenburg, Heidelberg und die Orte der Umgebung geplündert und verbrannt. Die schönen Ruinen des Schlosses Heidelberg sind heutzutage noch ein Denkmal der Schmach für Louvois und Ludwig XIV. Im März wurden Maynheim, Pforzheim und eine Menge Dörfer und Schlösser zerstört, die Lebensrnittel vernichtet oder nach französischen Plätzen gebracht. Cs war Winter, vergebens boten die Einwohner große Summen oder Qlbtragung der Festungswerke an. „Der König will's", hieß es; wer auswandern wolle, solle in Frankreich Aufnahme finden. Ganz gründlich wurde namentlich Mannheim zerstört, nicht bloß angezündet, kein Stein sollte auf dem andern bleiben. Als die deutschen Truppen nahten, schlug Duras vor, nicht bloß die Festungen und Dörfer, die den Angriff aus Mainz begünstigen könnten, zu zerstören, sondern alles zu verbrennen, was zwischen Philippsburg und Mainz liege. Der Befehl kam und die Ausführung war schrecklicher als der Befehl. Ueber 100 000 Menschen wurden obdachlos, keinem Alter, keinem Geschlecht wurde Schonung zuteil. Die alten Reichsstädte Worms und Speier gingen in Flammen auf, die Kaisergräber in Speier wurden geplündert und dann zerstört; Kunstwerke, historische Denkmäler, alles wurde vernichtet, diese Stätten großer Erinnerung waren nur noch ein Hausen Trümmer. Im Zuni wurde noch die Landgraftchaft Baden-Durlach verödet, Rastatt Baden, Stvllhofen und andere Orte verbrannt.“ (Weiß.) Äicht etwa aus milltärischen Gründen hatte Ludwig XIV. und sein Minister Louvois den grausamen Befehl gegeben. „Brülez le Palatinat!" (Brennt die Pfalz nieder!). Rur die Wut gegen den neuen pfälzischen Kurfürsten, den Schwiegervater des Kaisers Leopold, hatte den allerchristlichsten König zu dieser viehischen Barbarei veranlaßt. Eine Ration, die solche Schandtaten auf sich geladen, hat jedes Recht verwirkt, jemals einer anderen Kriegsgreuel vorzuwerfen. Frankreich litt schwer unter den ungeheueren Aufwendungen für die fortwährenden Kriege Ludwigs XIV. Man schmolz bereits das Silber und Gold von Kftchengeräten ohne Rücksicht auf deren . Kunstwert ein; außerdem schritt man zu Zwangseintreibungen in den besetzten Gebieten. Aber dadurch wurden nur wieder die Kosten für das 1 Besatzungsheer gesteigert und die Franzosen in aller Welt verhaßt. Auch wieder eine der 1 Parallelen zm unserer Zeit! All diese Schwierigkeiten und die bevorftehen- 1 den politischen Ereignisse, welche die in unmittel- ' bare Rähe gerückte Erledigung des spanischen 1 Thrones zur Folge haben mußten, veranlaßten ! Ludwig, seinen dritten Raubzug mit dem Frie- ! den von Rhswhk 1697 abzuschliehen. Er sah sich < genötigt, die Reunionen bis auf Straßburg und biö auf das Elsaß mit Ganbau, Freiburg und Breisach wieder herauszugeben. Seine Desfte- bungen, die Grenzen Frankreichs immer mehr zu erweitern, waren gescheitert." c 19m aus oen <5trn I S man womöglich aus i ler, München, erschienen sind, und von" denen ’ tuckifcye Zmken, um ifm von vorn- wir mit der ..Nächtlichen Gvndelfahrf eine kurze Verein zu v-rlcheuchen. Die ganz Klugen halben I Probe bringen.