Nr. 193 Der •kfceiur Anzeiger mit der Dienstagsbeilage „$P*rt-Umfd?aie er. Idjtuii täglich, außer Sonn, und Feiertags. Monatliche vezuqrprels«: Mark 5.- einschließlich TrSgerlohn, durch die Dost bezogen Mark 5.76 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchnftlertung 112^ für Drudteret, Verlag und Geschäftsstelle 51 Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gießen. postscheckfonto: jfranNvrt a. M. 11686. Druck und vertag: VrShl'sche Unio.-vuch» und Steinörutferei B. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: rchulstratze r. 50 Df.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 180Df Bei «platz' vorschnft 20 ".Aufschlag. Haupischristleitrr: Aug. Goetz. Verantwortlich für «Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den LnzeigenteN: HonsDech, sämtlich in Bietzen. Erster Blatt 1U. Jahrgang Zrettag, 19. August 1921 Annahme von Anzeigen ▼ für die Tagesnummer EletzenerAnzelger ■■ General-Anzeiger für Oberhessen der Er- die Reihe der Aus dem Reiche. Die Besprechungen beim Ein Ausstand in Anatolien. Paris. 18. 2Lug. (WTD.) Der ,3ntranfi- geant" meldet aus Konstantinopel, baß nach armenischen Blättern die Aufstandsbewe- klärung anläßlich der letzten Ersatzwahl sagte Lloyd George, der politische Horizont des Landes habe sich in den letzten Monaten sehr verändert. Die industrielle Welt Englands sei von einem versöhnlichen Geist erfüllt. Die Beziehungen zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern besserten sich. Die Aussichten in der Industrie seien günstiger als seit langer Zeit. Der gesunde Menschenverstand des englischen Bolles werde der Aufreizung zum Klassenkampf, der Streiks und Drohung mit der direkten Aktion überdrüssig. Der englische Arbeiter wolle, das melanchollsche Beispiel des ruinierten Ruhlands vor Augen, aus seiner eigenen Heimat nicht ein neues Ruhliand machen. Bezüglich der Abrüstungsfrage erklärte der Erste Minister: Wir haben mit gröhter Freude die Einladung der Bereinigten Staaten angenommen. Ich hoffe, dah das Ergebnis den Weg zum Frieden weifen wird, der den pazifischen Ozean zu einem wirklichen Friedensozean macht. So lange die Rationen gegeneinander rüsten, wird es Kriege geben. Ich hoffe aber ernstlich, dah ein Übereinkommen erzielt werden wird, um alle Rüstungen innerhalb vernünftiger Grenzen zu halten. Lloyd George forderte schllehllch die Liberalen aus. ihm bei seinen Aufgaben zu helfen und ihm keine Hindernisse in den Weg zu legen. Die amerikanische Hilfe für Rußland. Paris. 19. Aug. (WTB.) Rach einer ,Matin"-Meldung aus London gibt nach einem Telegramm aus Washington Hoover bekannt, dah die Amerikaner mit den Sowjets über die Bedingungen derHilfsaktion einig geworden sind. Die Aktion würde sofort ihren Anfang nehmen. Havas über die Vorbereitungen des Völkerbundes. Lturmfzenen im Berliner Ltadtparlament. Berlin, 18 Aug. (Wolff.) In der Sitzung kommissarischen Stadtverordneten- Der Herr Krvnanwalt spricht also wieder von den Grausamkeiten „der Deutschen". Wenn England und Frankreich auch nur vereinzelte sogenannte Kriegsverbrecher aufzuweisen hätten und wenn deren barbarische Taten nicht entsetzlicher wären, als die der bcrurtciltm Deutschen — dann wäre der sitlliche Hochmut, den man jetzt wieder in London gezeigt hat. allenfalls begreiflich. So aber hat der Herr Kron- cmwall Pollock eine Rede gehalten, die, was Unvoreingenommenheit und Gerechtigkeit anlangt immer noch auf einem recht tiefen Riveau steht. Neue (Erklärungen Lloyd Georges. Lvbdvn. 18. Aug. (Wolff.) In einer Die interparlamentarifche Konferenz. Stockholm. 19. Aug. (WTB.) Die interparlamentarische Konferenz hat Brantings Antrag auf Einschränkung der Rüstungen mit 42 gegen 18 Stimmen angenommen. gung in Konia im Südosten von Anatolien sich über das ganze Bilajet ausdehnt. Die Menge hat den Palast des Gouverneurs angezündet und die während der letzten Unruhen Festgenommenen befreit. Rach dem türkischen Blatte Kiul sind von 5000 kemalistischen Soldaten, die zur Unterdrük- kung der Bewegung entsandt worden finb, über Hälfte zu den Aufrührern übergetreten. Reichskanzler. Berlin, 18. 2lug. (Wolff.) Die Besprechungen des Reichskanzlers mit den einzelnen Parteien über die politische Situation wird heute abgeschlossen. Heute werden die Deutschnationalen im Reichskanzlerpalais erscheinen. London. 18. Aug. (WTB.) ImUnter- hause erklärte Lloyd George bezüglich der Reichskonferenz, die Konferenz habe sich mit der gesamten auswärtigen Politik Englands beschäftigt, mit der oberschlesischen und lleinasiatischen Frage, mit Reparationen, der Entwaffnung Deutschlands und dem englisch-japanischen Bündnis. Mit Aegypten sei auf der Konferenz eine gemeinsame Verständigung in bezug auf die politischen Richtlinien erreicht worden, eine Tatsache, die nicht nur dazu beigetragen habe, ihm und Lord Curzon in Paris mehr Kraft zu verleihen, sondern auch auf die ganze Welt Eindruck gemacht habe. Der englische Kronanwalt über die Leipziger Prozesse. London. 18. Aua. (Wolff.) Rach einer Reutermeldung sagte der Zweite Kronanwalt Pollock bn Unterhaus über die Leipziger Prozesse Italien habe im Obersten Rat cr- llärt. eS sei ihm gegenwärtig unmöglich, bevor eS mit der Verhandlung italienischer Fälle eigene Erfahrungen gemacht habe, sich eine Meinung darüber zu bilden ob die Leipziger Prozesse fortgesetzt werden sollten. Daher sei beschlossen worden. dah französische, belgische, italienische und englische Iuristen darüber entscheiden sollten, wie man die Leipziger Prozesse zu beurteilen habe. DaS Problem der Aburteilung der Kriegsbeschul- digten sei sehr schwierig gewesen. Es sei bisher «düngen, in den verhandelten Fällen Berurtei- ingen zu erreichen, obgleich einige, die die Angelegenheit vom Standpunkt der Rache ansähen, enttäuscht sein würden. Pollock äußerte sodann Zweifel darüber, ob irgendwelche Schuldigerklärungen in einem Lande bei Anllagen, die von einem anderen Lande erhoben würden, jemals eine dem Richtmaß deS anklagenden Landes entsprechende Genugtuung ergeben würden. Pollock sagte weiter: Was auch immer das Endergebnis sein mag. so muh daran erinnert werden, dah wir zum er st en Male in der Weltge- fchichteein besiegtes Land dazu gebracht haben, seine Schuldigen vor Gericht zu stellen. D i e Gerichte des besiegten Landes haben bereits einige ihrer Landsleute für schuldig befunden. Grausamkeiten begangen zu haben, und Urteile gefällt, die. wenn wir sie auch für unzulänglich erachten, doch das Brandmal des eigenen Landes tragen. Wenn die SchuldiAen vor die Gerichte der Sieger gestellt toorben waren, hätte man sie in Deutschland als Märtyrer ansehen können. So aber wird es den Deutschen niemals möglich sein, zu sagen, dah sie nicht barbarische Grausamkeiten (!) unb Greueltaten (!) an Kriegsgefangenen begangen hätten: denn deutsche Gerichtshöfe haben sie vor aller Well verurteilt. । Sitzung des Reichsrates. Berlin, 18.Aug. (WTB.) Der Re i ch S- rat hielt unter Vorsitz Dr. RathenauS eine öffentliche Sitzung ab. ES waren bereits sämtliche Steuervorlagen eingegangen, die den zuständigen Ausschüssen übertoUfen wurden. Der Reichsrat erledigte eine große Reihe kleinerer Vorlagen, darunter auch die Crmäßi- gung der Kohlensteuer für den Bezirk deS niederschlesischen KohlensyndllatS. Paris. 18. Aug. Havas meldet: Man cr- lläre in den Kreisen, die dem Völkerbund sehr nahe ständen, dah. um die ordentliche Sitzung des Völkcrbundrats. die normalerweise am 1. Sep° tember eröffnet werden müßte, der auherordent- lichen Sitzung zeitlich nahezubringen, der Zeit- punll für die letztere auf den 29. August festgesetzt worden sei. Andererseits entspräche es den Überlieferungen des Völkerbundes, jede seiner Sitzungen mit individuellen Studien und Vorbesprechungen vvrzubereiten. Man könne also sagen, dah die Prüfung der oberschlesischen Frage tatsächlich im Schohe deS Völkerbundes bereits begonnen habe. Leon Dourgois. der in Gvian in der Sommerfrische war. habe Gelegenheit gehabt, mit Balfour in St. Gervais zusammenzutreffen. Darauf hätten in Paris weitere Besprechungen zwischen den Mit- iliebem des Dölkerbundrates stattgefunden in Gegenwart des Bicomte Ishij, Quenonos de Leon und zuletzt von Leon Bourgois. Was das Berühren betreffe, das man annehmen werde, so sei darüber noch nichts festgesetzt: obwohl das Aktenmaterial darüber dem Böllerbund noch nicht übermittelt sei, sei man doch darüber einig, dah Uebereinftimmung zwischen den Dclegierten Frankreichs und Englands vor allem anbent wünschenswert fei. Man fei der Meinuna. dah der Bölker- bunbrat am 29. August sich darauf beschränken werde, Has Verfahren zu regeln und allgemeine Ansichten auszutauschen. Darauf würde das angenommene Verfahren seinen Lauf nehmen und der Völkerbundrat werde sich gegen Ende S e p - tember versammeln, um seine Beschluss e zu fassen. Die militärischen Verstärkungen. London. 18. Aug. (Wolff.) Der .Morning Post" zufolge verlautet, dah die bv i t i s ch e Regt e r u n g bereit sei. zwei weitere Bataillone zur Aufrechterhaltung der Ddmung biS zur Grenz- rcgulterung nach Oberschlesien zu entsenden. toeim Frankreich und Italien die gleiche Anzahl Truppen schicken. Der gemeinsame deutsch-polnische Ausrus. K a t t o w i h. 18 Aug. (WTV) Der Aufruf, den die polnischen Parteien und Gewerkschaften auf Grund der in der gemeinfamen Sitzung der polnifchen und deutschen Vertreter getroffenen Abmachungen heute erlassen haben und der im Wortlaut dem deutschen Aufruf gleicht, ist unterzeichnet vom Obersten Volksrat für Oberschlesien, gezeichnet Josef Rymer. sowie von den Vorsitzenden der nationalen Arbeiterpartei, der polnischen sozialen Partei, der christlichen Volksvereinigung, der polnischen Volks- Partei für Schlesien, der oberschlesischen Vollspariei. der polnischen Derufsvereinigung, dem polnischen Zentralverband der Gewerlschaften und dem Verband der schlesischen landwirtschaftlichen Vereine. Der amerikanische Bankier Vanderlip über die Unausführbarkeit des Wirth'schen Progran.ms. Berlin, 18. Aug. (Wolff.) Frank E. Vanderlip, der heute von Berlin nach Prag abgereist ist. gewährte dem hiesigen Vertreter dec Associatet Preß eine Untenebung worin er unter anderem erklärte: ^Deutschland arbeitet schwer. Von der Oberfläche aus gesehen, läht vieles darauf fchliehen, dah Deutschland sich erholt: unter der Oberfläche aber sind die nationalen Finanzen in einem heiklen Zustand. Es scheint keine Hoffnung zu bestehen, das Budget inS Gleichgewicht zu bringen. Reues Papiergeld muh anbauemb hergestellt werben. Das wirb Bazu führen, bie Preise weiter in bic Höhe z u treiben, bie Mark zu entwerten unb die Stellung der Regierang schwierig zu gestalten. Ich habe mit dem Reichskanzler und den führenden ^Ministern gesprochen und habe den Eindruck gewonnen, dah sie sich auf das ernstlichste bemühen: doch glaube ich, dah sie an einer Aufgabe arbeiten, bie zu groß ist. um erfolgreich zu sein, unb früher ober später wirb man eine QI en ber u n g oder einen Aufschub in ben Reparationsforberun- gen eintreten lasten müssen. Versammlung Groh-Berlins tarn eS heute zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen der Rechten unb den Kommunisten. Rachbem ein Antrag auf Bewilligung von 100 000 Mark für Sowjetruhland mit grober Mehrheit angenommen worden war, wurde ein Magistratsantrag auf Bewilligung von 10 000 Mark für das Oberschlesierhilfswerk besprochen. Der Unabhängige Schneider lehnte namens seiner Partei jebe solche Beihilfe für bie Verbände heimattreuer Oberschlesier ab. Der Deutschnationale K i m - b i l äußerte sich gegen diese Haltung unb sprach alsbann mit scharfen Worten von ben Maßnahmen ber russischen Kommunisten, auf welche bie Katastrophe zurückzuführen sei. Hieraus entstand ein ungeheurer Tumult, der in eine Schlägerei ausartete Die Kommunisten stürzten auf die Rednertribüne los und es entftanb ein allgemeiner Wirrwarr, wobei es zu Tätlichkeiten kam. Die Sitzung mußte unterbrochen werden. Rach der Wiedereröffnung mißbilligte der Stadtverordnetenvorsteher entschieden alle tälllchen und wörtlichen Angriffe. Da eine ordnungsmäßige Fortführung ber Erörterung wegen ber herrschen den Erregung nicht möglich war würbe bie Sitzung geschlossen, ohne baß über Die Beihllse für Oberschlesien ein Beschluß gefaßt würbe. Eine Tagung der Ausländsdeutsche«. Hambura. 16. Aug. (Wolff.) Im Rahmen ber Kultur- und Sportwoche fand gestern abend im Curiohaus eine Tagung ber Auslandsbeutschen statt. Direktor v. K u e h l begrüßte bie erschienenen Ehrengäste, barunter ben Ehrendoktor ber hamburgischen Universität Prof. Dr. v. Melle. In längeren Ausführungen gab Dr Schönemann von ber Universität Kiel ein Bilb von ben Leistungen. bie bie beutsche Kultur im AuS- I a n b e geschaffen hat. „Wo Immer in ber Welt Kulturtaten vollbracht würben, ba war," so sagte der Redner, „bie beutsche Kultur irgendwie dabei. Wir gewannen im letzten Jahrzehnt nur deshalb nicht mehr Einstuh, weil nicht zielbewuht genug gearbeitet wurde. Lernen wir aus den Fehlern, so brauchen wir um bie Zukunft ber beutschen Kultur im Auslanbe nicht bange zu fein." Als zweiter Rebner gab Prof. Dr. Külz von ber Unlberfität Hamburg, einen ileberblirf über ein Spezialgebiet ber deutschen Kultur im AuS- tanbe unb verbreitete sich in längeren Ausführungen über bie befonbere Bedeutung ber mebl- zinischen Wissenschaft. Teils freiwillig, teils unfreiwillig mußte bas Ausland ben kulturellen Einfluß ber beutschen Mebizin anerkennen. Einer ber Größten unter ben Großen, Robert Koch, verlebte bie Hälfte seiner Auslanbsforscher- zeit in englischen Diensten. In seinen Bahnen läuft auch heute noch im Auslanbe alles Denken unb Forschen auf bem Gebiete bet Seuchenkrankheiten. Auch anbere beutsche Gelehrte toirften bahn» bredjenb in ber Medizin im Auslanbe. Aus biesem Gebiete muß bas Wirken ber deutschen Kultur im Auslanbe erneut einsehen. — Diesen, von lebhaftem Beifall gefolgten Ausführungen folgte ein Vortrag bes Prof Dr. MenbelSsohn-Var- t h o l d y. Gr wies in seiner Rede über bie Kolonialpolitik auf bie große Zukunft unb Bebeutung hin, bie bas Auslandsdeutschtum für uns haben wird. Die Erfahrungen unb Kenntnisse der Ausländsdeutschen als Kolonisatoren werden für Deutschlands Stellung in der Kolonialpolitik von großem Bortell sein. Die Vortragsreihe schloß als letzter Redner Generalkonsul R o s e l i u S (Bremen) mit einigen Ausführungen über daS Auswärtige Amt. Rach Schluß ber Vorträge vereinigte bie Teilnehmer ber Tagung ein geselliges Beisammensein im Hochzeitssaal deS EurioHauses. Entschließungen des allgemeinen deutschen Gewerkschaftsbundes. Berlin, 19. Aug. Der BundeSauS- s ch u ß des allgemeinen deutschen Gewerk- schaftsbunbes faßte am 18. August eine Reihe Entschließungen. Die erste Entschließung enthält einen Aufruf an die deutsche Arbeiterschaft, sich gegen bie brvhende Herabbrückung ihrer Lebenshaltung mir aller Kraft zur Wehr zu sehen. Die Gewerstchaften hätten bie Pflicht, ben Kamps ber Arbeiter um ausreichenbe Lohnerhöhungen mit allen Mitteln zu unterstützen. Die Durchführung ber ersorberlichen Lohnbewegung sei Ausgabe ber einzelnen Verbände. Der Vorstand des QL D. G. D. würbe beauftragt, ben Verbän- ben in ber bevorstehenben allgemeinen Lohnbewegung jebe mögliche Hilfe zu leisten. Zur Herbeiführung einer geschlossenen Einheitsfront aller Lohn- unb Gehaltsempfänger sei bie bereits eingeleitete Verbuch ung mit anberen Gewerkschaftsrichtungen, sowie mit ben Gewerkschaften ber Angestellten und Beamten aufrecht zu erhallen. In ber zweiten Entschließung wirb bic Erhöhung des Einkommens rm« Unfaü-, Alters- ober Invalibeuren ten sowie ber Unter ftüßungSsatze der Erwerbslosen und Kranken gefordert. Die drille Entschließung verlangt hinsichllich ber neuen Steuer Pläne rrc | Minberbelafttmg des Verbrauches, besten Bismarck und die schwarzen Truppen Frankreichs. Gegen die völkerrechtswidrige Verwendung unzivilisierter Völler legte Bismarck schon 1870/71 Verwahrung ein. In einem Auszug aus einem Runderlaß Über bie Verletzungen der Genfer Konvention unb des Kriegsrechts durch französische Offiziere unb Soldaten, heißt es wörtlich: „Die von ben Turkvs unb Arabern an ben Verwundeten verübten Grausamkeiten unb geschlechtlichen Bestialitäten sinb ihnen selbst nach dem Grabe ihrer Zivllisation weniger anzurechnen, als einer europäischen Regierung, welche diese afrikanischen Horben, mit aller Kenntnis ihrer Gewohnheiten, auf einen europäischen Kriegsschauplatz führt. Das „Journal des SO bats'? hat sich soviel menschliches Gefühl und Scham bewahrt, um Entrüstung darüber zu äußern, baß Turkvs ben Verwundeten ober Gefangenen mit dem Daumen bie Augen aus bem Kopfe drücken. Aber die „Ind^pendance Algörienne" unb nach ihr andere französische ‘Blätter richten an die neuerdings gebildeten afrikanischen Sold- truppen, die Gums, indem sie ihnen einen Einfall in Deutschland empfehlen, folgende Ansprache: .Wir kennen euch, wir schätzen euren Mut, totr wissen, daß ihr eneraisch, ungestüm, unternehmend seid: geht und schneidet Köpfe ab, je mehr, desto höher wird unsere Achtung vor euch steigen. Fort mit bem Erbarmen! Fort mit ben Gefühlen der Menschlichkeit! Die Gums werden Ehre cin- legen wenn wir ihnen bic Losung geben: Tob, Brand, Plünderung!'' Man mag es auf Rechnung ber Turkvs schreiben, baß nicht nur Leichen, sondern auch Verwundeten in dem Dorfe Coulours bei Dilleneuve le Roi die Köpfe und in bem Dorfe Au?on bei Troyes und anderwärts Rasen unb Ohren abgeschnitten sind. Die Regierung ber nationalen Verteidigung Frankreichs hat Kräfte ciTtfeffelt. welche sie nicht zu beherrfchen unb nicht innerhalb der Schranken des Völkerrechts unb ber europäischen Kriegssitte zu halten vermag. Wenn wir biefer Erscheinung gegenüber zur Hanbhabung des Kriegsrechts in einer Strenge genötigt sinb, welche wir bedauern unb welche Weber in bem beutschen Vollscharakter, noch, nach Ausweis der Kriege von 1854 unb 1866, in unserer Tradition liegt, so fällt die Verantwortung dafür auf die Personen, welche ohne Beruf unb ohne Berechtigung bie Fortsetzung des Rapolevnischen Krieges gegen Deutschland unter Lossagung von den Traditionen europäischer Kriegführung übernommen unb ber französischen Ration aufgezwungen hoben." Was würde Bismarck jetzt wohl zu der schwarzen Schmach sagen? Die Proklamierung der Republik Baranya. Belgrad, 18. Aug. (Wolff.) DaS Pressebureau meldet auS Fünfkirchen: Die Proklamierung ber jugoslawischen Republik in Fünfkirchen hat überall Anklang gefunden. In Barvs, Siklos, Mvhacs, Szigetvar unb Bil- lanh würben Volksversammlungen abgehalten, bie Entschließungen annahmen, in denen einmütig die Republik ausgerufen wird. Die Bevöllerung verlangt, baß Schutztruppen ausgestellt unb bewaffnet werben, um eventuell einen ungarischen Einmarsch abwehren zu können. Gestern fanden zwischen Vertretern ber sübslawischen Regierungen unb Mitgliebern ber Ententekommission Verhanblungen statt. Die Ententever- treker verlangten, baß bie Räumung sofort beginnen unb bis zum 20. August beenbet sein müsse. Der englische Oberst Gosset, bem bie sübslawischen Befehlshaber unb Aegierungskommis- fare erflärten, baß bie Räumung nicht beginnen könne, well noch keine Weisungen ber sübslawischen Regierungen vorlägen, erklärte öffentlich, baß bie Ungarn jebenfalls am 20. August eintreffen werben. Die ungarischen Truppen im Gebiet von Baranya. Budapest, 19. Aug. (WTB.) Die Räumung des von ben Serben besetzten Gebietes von Baranya hat gestern begonnen. Die ungarischen Truppen wurden von der Bevölkerung mit Begeisterung begrüßt. Die Bildung eines ungarischen Volksheeres. Budapest, 18. Aug. (WTB.) Der Landes- Verteidigungsminister D e l i tz k a legte in der Rationalversammlung einen Gesetzentwurf über bie Bildung einer neuen Rationalarmee entsprechet ben Verfügungen beS Friebens von Trianon. Ihre Stärke soll 35 000 Mann einschließlich ber Offiziere betragen. Die Ergänzung ber Armee erfolgt burch Anwerbung von Berufs- solbaten, bie sich verpflichten, zwölf Iahre bzw. Offiziere zwanzig Iahre zu bienen. Währenb ber Dienstzeit wird bie Mannschaft^ auch zu bürgerlichen Berufen ausgebilbet. Die Degrünbung hebt bie burch Vaterlanbsverrat herbeigeführte Zwangslage hervor, infolge bereu Ungarn gezwungen gewesen sei, sich feinblichem Diktate zu unterwerfen unb ber Möglichkeit eines berechtigten Selbstschutzes zu entsagen. Ungarn tat bies allerdings in ber Hoffnung auf eine allgemeine Entwaffnung, bie jeboch nicht erfolgt sei. Neuerung ledigttch zu neuen ungeheueren Preis- Weigerungen führe. Die Entschließung fordert ein Steuersystem, das in erster Linie die von der Geldentwertung seither unberührt gebliebenen Sachwerte, insbesondere die in Industriewerken und der im Boden ruhenden Kapitalwerte ersaht, sowie das Reich an den Erträgnissen des mobilen und immobilen Kapitals teilnehmen läßt. Die letzte Entschliehung fordert eine Aenderung der Wirtschaftspolitik in der Richtung zur Gemein- wirtschaft. Ein neuer Metallarbeiterstreik. Schwab.-Gmünd. 18. Aug. (Wvlff.) Die im Deutschen und Christlichen Metallarbeiterverband organisierte Arbeiterschaft der hiesigen Edelmetallindustrie — es kommen über 4000 Arbeiter in Betracht — haben gestern abend in einer Massenversammlung im Stadtgarten mit allen gegen zwei Stimmen beschlossen, von Donnerstag ab in den Streik zu treten, da die Verhandlungen zwischen den Arbeitern und den Fabrikanten zu keiner Einigung geführt haben. Aus Hessen, Der Geist des hessische« AegierungsorganS. 3n der amtlichen „Darmstädter Zeitung", dem Organ der hessischen Regierung, lesen wir folgende weiteren Proben einer neuzeitlichen amtlichen Lonesart: „Reaktionärer Klimbim. Die hochwürdigen militärischen Feiern in München und Königsberg in Ostpreußen, Nm zur Zeit deutschnatwnalsten beiden Städten unserer Republik, haben ihr Ende erreicht. Den arohmäuligen Helden, welche durch ihre schlauen Krieasmanöver ein 7O-Millionenvolk in den Ab- gruno gestürzt haben, die sich tapfer hinter der Front herumdrückten, Sekt tranken. Kaviar speisten, die Mannschaften mit Maschinengewehren ins Feuer jagten, aste 8 Tage „auf Urlaub“ fuhren und sich — wie z. D. der heldenmütige Sohn des ebenso heldenmütigen Wilhelm, bei Eltville um ihr Quartier eine ca. 4y2 m dicke Beton- und Sandmauern zum Schuhe ihrer allerhöchsten Person bauen liehen, haben wieder einmal Gelegenheit gehabt, zu den „Kameraden". „ Kampf es- aerwssen", ..Brüdern" zu sprechen, dieselben „Brüder" die sie, wenn diese infolge ihres Hungers an der Front sich einmal zu Dorwürfen gegen ihre schlemmenden und prassenden Vorgesetzten hinreihen liehen, auf 5 Jahre ins Zuchthaus brachten." An das hessischeGesamtkabinett wäre die Frage zu richten, ob es diese Stilübung parteipolitischer Gesinnungstüchtigkeit, in der die Gesamtheit des früheren deutschen Offizierkorps mit Prassern und Driickebergern zusammengeworfen wird, lobt und billigt? Rur in bedeutungslosen llei- nen Lokalblättchen der sozialistischen Rich- tirngen sind wir bisher hin und wieder auf eine derartige Ausdrucksweise gestoßen. Die angesehenen Organe sowohl der Mehrheits- spzialisten wie auch der Unabhängigen, die wir mit Aufmerksamkeit und oft auch nicht ohne Hochachtung vor dem Ernst und Geist ihrer Shriftstellenschen Leistungen zu lesen pflegen, würden sich wahrscheinlich bei der Aufnahme so minderwertiger Wendungen selbst für geschädigt halten. Aber der Leserkreis der amtlichen „Darmstädter Zeitung" — wie wird er erst sich mit derlei Stimmungsmache abfinden? Aus dem Finanzausschuß. an. Darmstadt. 17. Aug. Der Finanz ausschuh des Hessischen Landtags trat nach der kurzen Sommerpause heute unter dem Vorsitz des 2lbg. Eihnert wieder zusammen. Zunächst wurde über die Regierungsvorlage betr. den Grohfchiffahrtsweg Rhein-Main- 5) D n a u verhandelt. Don der Regierung wird mrtgetetlt, dah die Dorarbeiten und Erörterungen soweit vorgeschritten sind, dah auch für Hessen der Augenblick gekommen sei, hierzu Stellung zu nehmen. Es geht aus den Mitteilungen hervor, daß das gesamte Unternehmen zu einem wesentlichen Teil in die Hand einer gemischt-wirtschaftlichen Gesellschaft in Form einer Aktiengesellschaft gelegt wird. Der Finanzbedarf für den ersten Teil der Ausführung, der einerseits mit der Donaukanalisierung oberhalb der Reichsgrenze beginnt und sich andererseits auf die Kanalisierung des Mains bis Würzburg beschränkt, wobei Würzburg durch einen Stichkanal unter Benutzung des Mainbettes erreicht wird, beträgt 1,2 Milliarden Mark. 600 Millionen sollen durch Aktien. 600 Millionen durch Schuldverschreibungen aufgebracht werden, das Reich wird mit 270. Bayern mit 156 Millionen beteiligt sein Der Antrag der Regierung, Die Rothersteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by Greiner & Eomp., Berlin W 30. •32. Fortsetzung. (Rachdruck verboten) „Dann opfere ich es lieber. Wenn das der Preis ist, um den allein ich es mir erhalten könnte, so willige ich in alles, selbst in den Verkauf," antwortete Do ohne Zögern „Bist du stcher, dah dich diese Entscheidung nie reuen wird?" „Ganz sicher! O Rüdiger — verstehst du mich denn wirklich nicht?" „Doch, mein Kind. Ich verstehe dich nur zu gut, denn ich glaube, ich würde an deiner Stelle ebenso handeln“ Ein heider Strahl der Freude brach aus Dos Augen. „Aber dann ist ja alles gut. Dann brauchst du ja nur meine Ditte von vorhin zu erfüllen und in Monrepos alles beim alten zu lassen bis . bis ich später selbst wieder dort wohne? werde. Fahre doch bald einmal hin und sieh es dir an. Du wirst sehen es ist gar nicht so schlimm . . ." „Dazu gebricht es mir in den nächsten Monaten an Zeit. Mit einem Tag wäre die Sach? nicht abgetan. Man muh das gründlich prüfen und sorgsam überlegen — auch, was sich aus dem Mrierhof machen liehe. Der Pachtvertrag des jetzigen Pächters läuft noch big zum Frühjahr. Vorher hätte cS keinen Zweck, Pläne zp machen Eins aber steht doch leider schon heute feft: du bleibst dann immer ein armes Komteylein — bis zu 5 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen, und gemeinsam mit dem Reich und Bayern die gesamtverbindliche Bürgschaft für einen Betrag von 600 Millionen Mark zu übernehmen, wird vom Ausschuß einstimmig angenommen. In einer weiteren Vorlage wird mitgeteilt, dah die im Besitze der Stadt Frankfurt befindlichen, zur Gewerkschaft Friedrich gehörenden Draunkohlenfelder Ernst und FriedrichV. dem hessischen Staate zum Kauf angeboten wurden. Bevor man dem Angebot näher tritt, sollen Bohrversuche stattfinden, deren Kosten auf Mark 100 000 bis 120 000 veranschlagt werden. Der Betrag wird genehmigt, da die erwähnten Gruben an Wölfersheim anschließen und der Betrag aus den Rücklagen der Gruben genommen werden kann. — Eine weitere Vorlage betrifft den Ankauf des von dem Oberlandmesser Böck in Ridda zur Beschaffung von Dureauräumen für das Kreisvermessungsamt in Ridda erworbenen Hauses: der geforderte Selbstkostenpreis von 157 000 Mark, sowie für Herstellung bis zu 5000 Mark wird gutgeheihen. Zur Beschaffung der Einrichtung des Amt s- gerichtsneubaues in Gießen werden auf Grund einer Vorlage außer den aus dem Jahre 1914 noch verfügbaren Restbetrag von 27 000Mk. noch weitere 222 000 Mark angefordert und ge- genehmigt. Die Klosterruine Arnsburg, die im Besitz des Grafen Solms-Laubach ist, bebarf nach einer Anregung der Denkmalpflege zur Verhinderung weiteren Verfalles dringend verschiedener Erhaltungsarbeiten, die auf 30 000 Mk. geschäht sind. Der Besitzer ist bereit, Zweidrittel der Kosten zu übernehmen, wenn der Staat das andere Drittel trägt. Der Ausschuß stimmt zu. * Die Regierung teilt mit, dah die Errichtung der Forstwartschule in Schotten nunmehr beschlossen sei. Zur Errichtung der notwendigen Gebäude werden, voraussichtlich etwa r/2 Million Mark nötig. Der Ausschuß hat grundsätzlich hiergegen keine Bedenken und sieht der entsprechenden Vorlage entgegen. Finanzminister Henrich macht dann Mitteilungen über den Stand der Verhandlungen über die Beamtenbesvldungsvorlage. Danach hat das Reich bei etwa 25 Prozent der früheren Beanstandungen nachgegeben, über andere schweben noch Verhandlungen, die man zu gutem Ende zu führen hofft, ein anderer Teil fa.nn..öorau!?^'$tt’<$ keine Berücksichtigung finden. Hierüber wird der Landtag zu prüfen haben, ob nochmals mit dem Reichsfinanzministerium verhandelt oder das Schiedsgericht in Anspruch genommen werden soll. Dom Ausschuß wird eine tabellarische Uebersicht über die Beanstandungen bzw. die Art der Erledigung zur Aufklärung der einzelnen Mitglieder gewünscht. Die erledigten Bewilligungen sollen sofort in Kraft treten. Der Finanzminister gibt noch dem Wunsch Ausdruck, daß der Landtag noch Ende September oder Anfang Oktober vor seinem Auseinander- gehen kurze Zeit zusammentrete, damit noch eine Anzahl eiliger Vorlagen, tote das Mietsteuer- gesetz. das Gewerbesteuergesetz, die Beamtenbesoldungsvorlage, die Fvrstwartschule ufto. verabschiedet werden können. Aus Stabt und Land. Gießen, den 19. Aug. 1921. Auszahlung von Kriegsgefangenengrrthaben. Den aus England heimgekehrten Kriegs- aefangenen wird bekanntgegeben, dah die durch die Hauptkasse für das Kriegsaefange- nenwesen, Berlin SW 68, Schützenstraße 3, auf Grund ihrer dort vorgelegten Gutscheine ausgezahlten Gelder nur vom Reich geleistete Vorschüsse darstellen und daß die endgültige Abfindung erst nach Eingang der fremdstaatlichen amtlichen Guthabenlisten erfolgen kann. Die erwähnten Gutscheine sind durchweg unverbindlich, auf private Anfrage erteilte Auskünfte der englischen Regierung, die weder Unterschrift noch Stempel tragen und daher als amtliches Material nicht anzusehen sind. Denjenigen Heimkehrern, die aus England in der Zeit vom November 1918 bis Ende August 1919 zurückkehrten, wird dabei ein Umrechnungskurs von 50 Mark für 1 Lstr. berechnet, well dieser Kurs den Durchschnittskurs dieser Zeit darstellt. Für die nach dem 1. September 1919 aus England Heimgekehrten und für alle aus Frankreich Zurückgekommenen wird der Kurs des Entlassungstages aus dem Durchgangslager gewährt. Ein weitergehendes Entgegenkommen ist bei der FinanAage des Reiches nicht möglich. Die Annahme der Heimkehrer, die fremdstaatlichen Regierungen hätten den ihnen noch zustehenden Arbeitsverdienst in bar an die ob Heb deine romantische Idee nun ausführep ließe, was ich entschieden bezweifle, oder ob wir Monrepos verkaufen müßen. Es ist ja mögllch dah sich ein Liebhaber als Käufer findet, der mehr zahlt als das ganze wert ist, aber oiei wird es auch bann nicht sein. Keinesfalls genug, um dir ein unabhängiges Leben zu sichern.“ Do sah gedruckt vor sich hin. Mitleidig griff et nach ihrer Hand. „Sorgen brauchst du dir deshalb aber nicht zu machen, liebe Dorothea." sagte er weich. „Es ist selbstverständlich, bah bu bann bei uns auf Grasenegg bleibst und dies deine Heimat ist.' Zu seinem Erstaunen warf sie plötzlich ungestüm ben Kops zurück und sagte sehr bestimmt: „Rein, das würde ich nie tun! Lieber „Ich dachte, bu hättest dich eingelebt bet uns?" „Ja — für jetzt — aber immer hier bleiben — wenn man mich nicht mehr braucht und wenn —" sie brach verwirrt ab. Er glaubte sie zu verstehen. „Du meinst, es könnte eine Zeit kommen, too Papa deiner nicht mehr bedarf? Aber bin dann nicht ich noch da? Glaubst du, ich würde jetzt, too ich dich erst kennen gelernt habe, tote du wirklich bist, nicht auch alles tun, um dir das Leben auf Grafenegg so angenehm als möglich zu machen und dir Schutz zu gewähren, wann immer du dessen bedarfst." Do schwieg. Ein unruhiger Ausdruck. Öen er nicht begriff, lag auf ihrem Gesichtchen. „Was wolltest du denn sonst auch anfangen, kleine Dv, fuhr er lächelnd fort, „ba bu nun einmal nicht ins Kloster magst? Irgendwo mußt du doch leben" deutsche Regierung gesandt, ist unzutreftend. Barüberweisungen an Arbeitslohn haben noch nicht stattgefunden, sondern es sind nur teilweise Mitteilungen über die Höhe der bei der Entlassung der Kriegsgefangenen aus feindlicher Hand bestehenden Guthaben lGuthabenlisten) eingegangen. Die in diesen Listen vermerkten Guthaben im Gesamtbeträge von etwa 43 000 Lstr. sind bereits zur endgültigen Auszahlung gelangt. Die Forderungen der Kriegsgefangenen bestehen nicht gegen das Deutsche Reick, sondern gegen die ehemals feindlichen Regierungen. Wenn das Reich eine vorläufige Anzahlung vor dem Eingang der amtlichen Gul- habenlisten leistet, so geschieht dies freiwillig und aus Entgegenkommen für die Heimgekehrten. Einen rechtlichen Anspruch darauf haben sie nicht. Sie müssen sich daher mit der zugestandenen Abfindung vorläufig begnügen und im jtbrigen das Ergebnis der in ihrer Sache unternommenen diplomatischen Schritte abwarten. Ein weiteres Entgegenkommen der Reichsregierung besteht darin, daß auch ohne Beibringung von englischen Gutscheinen ein Vorschuß bis zu 100 Mark auf den verdienten Arbeitslohn gezahlt wird, wenn ein solcher Anspruch irgendwie glaubhaft gemacht wird. Erweiterter Zugverkehr am IlScr Tag. Aus Anlaß des ersten 116er-Tages werden am kommenden Sonntag auf ben von Gießen ausgehenden Strecken mehrere Sonderzüge bzw. Vorzüge eingelegt. Gießen — Gelnhausen. Der Personenzug, der am Sonntag früh 7,40 Uhr in Gießen eintrifft, kommt von Büdingen (sonst nur von Ridba). Außerdem wirb hierzu ein Vorzug von Ridba ab gefahren, ber in Gießen 7.30 Uhr eintrifft. Auf ber Strecke Schotten— Ribba verkehrt ein Anfchluhzug zu diesen Zügen, dessen genauer Fahrplan noch nicht feststeht. — Am Abend geht in Gießen um 8,00 Uhr ein Son- derzug ab, ber um 9,36 Uhr in Bübingen eintrifft. Auch für biefen Zug ist in Ridba Anschluß nach Schotten vorhanben. Gießen — Fulda. Zu dem Alsfelder Frühzug wird ein Vorzug gefahren, ber 7.50 Uhr in Gießen etntrifft. Abends geht ebenfalls ein Vorzug ab, der Gießen 7.20 Ähr verläßt. Gießen — Frankfurt. Morgens wirb ein Rachzug von Frankfurt bis Gießen gefahren, der voraussichtlich nach dem Hagener Schnellzug, also gegen 9 Uhr in Gießen eintreffen wird. Außerdem wirb vormittags noch ein Vorzug eingelegt, der um 12 Ubr in Gießen ankommt. Am Abend werden zwei Vorzüge nach Frankfurt gefahren: Gießen ab 5.22 Uhr und 8.21 Uhr. Neuregelung des Pastwesens. Abermals hat das Reichsministerium des Innern neue Pahbestimmungen herausgegeben, die sowohl für Inlands- wie Auslandspässe gelten. Inlandspässe durften auch bisher schon auf ein zweites Jahr verlängert werden. Die Gebühr für Die Verlängerung der Pässe beträgt aber jetzt nur die Hälfte der für die Reuausstellung vorgesehenen Kosten. Die Auslandspässe wurden bisher immer nur auf ein Jahr ausgestellt. Die Gesamtbauer des Passes bars nunmehr zwei Jahre betragen, entsvrechenb ist auch ber Sichtvermerk anzubringen. Am 1. Januar 1922 wirb voraussichtlich eine Reuregelung bes Pahwesens nach ben Vorschlägen bes vorläufigen Dölkerbunds- ausschusses für Verkehrs- und Transistoren erfolgen. Die neuen Dessimmungen bedeuten immerhin eine Verbilligung und Vereinfachung des Reiseverkehrs. Deutsche Pfadfinder, die Einladungen ins Ausland zum Besuch von dortigen Pfadfinderlagern erhalten, bekommen weitgehende Paßerleichterungen zugebilligt. Der Minister hat sich bei gemeinsamen Wahrten der jungen Leute für die gänzliche Befreiung vom Paß- und Sichtvermerkzwang ausgesprochen. Wettervoraussage für Samstag: Heiter und trocken, warm. Oft- bis Rordost- toinöe. lieber dem Festland und ber Rorbsee liegt ein ausgedehntes Hochdruckgebiet, unter dessen Einfluß die heitere Witterung anhalten wirb. & Beschränkte Vonntagsr u he am 21. Augu st. Der Verein der Detaillisten, c. D., bringt zur Kenntnis seiner Mitglieder, daß anläßlich der Feier des 116er-Regiments am Sonntag der Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen und die Beschäftigung von Gehllfen und Lehrlingen von 11 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags für Kolonial-, Feinkost-, Zigarren-, Zigaretten- und Taballäden gestattet ist “ Die Technische Rothilfe überall. Von der hiesigen Dienststelle ber Technischen Rot- Hilfe wirb unS zum Eingreifen ber Rothllfe beim 6i) enbaf) ntoertftättenarbeilerftreit mitgeteilt, daß in Kassel 177, in Marburg 24, in Treysa 25 und- in Franken ber g 6 Rothelfer zur Unterstützung der Beamtenschaft und zur Durchführung des Betriebes eingesetzt waren. Die Eisenbahn-Direktion .Kassel hat bereits nach 'Beendigung des Strelles ihren Dank für die Hilfe und ihre volle Anerkennung über die Arbeit der Rothilfe ausgesprochen. Auch in Bremen, wo augenblicklich der Strell der Bremer Staatsacdeiter seinen Fortgang nimmt, ist die Technische Rothilfe in allen lebenswichtigen Betrieben eingesetzt. -- Heizung der Eisenbabnzüge. Die Heilung der Eisenbahnzüge soll in diesem Winter wieder in vollem Umfange wie früher durchgeführt werden. Die in ben letzten Jahren von» Publikum so unliebsam empfunbenen Einschränkungen werden also Wegfällen. Rach den früheren Bestimmungen werden wieder in ber Zeit vom 15. September bis 15. Mai alle Personenzüge mit Heizvorrichtung ausgerüstet Bornottzeu. — Tageskalender für greitaa Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Das wandernde Bild" und „Ein stilles, behagliches Rest". — Astoria-Ltchtspiele, „Mit Düchle und Lasso, 3 Teil" und „Gaukelspiel des Glücks". — DerWartburg-Vercin veranstaltet mit seinem Bruderverein aus Marburg kommenden Sonntag einen FamilienauSflug nach Schloß Friedelhausen, verbunden mit Wettkämpfen der beiden Turn- und Sportabteilungen der Vereine. Den Spielen vorauf geht ein WaldgotteSdienst. den Dekan Gußmann übernommen hat. Die ganzen Veranstaltungen des Tages werden auf ber Waldwiese im Schloßpark abgehalten, die vom Grafen Schwerin zur Verfügung gestellt wurde. Siehe Anzeige. Landkreis Metzen. X Langsdorf, 19. Aug. In dem aeftrigen Artikel über die Erneuerung des LangSdorser Rathauses ist in ber zweiten Zeile ein Druckfehler unterlaufen. Das Rathaus, ein alter Fach- toerfbau, stammt aus dem Jahre 1698 und nicht 1898. LJ Lang-Göns, 17. Aug. Die Schneidergelellen Georg Schäfer, Karl Artz, Lang-Göns, Ludwig Fay-Grüningen und Otto Reu Hl-Dorf- Gill haben ihre Meisterprüfung bestanden. Obige Gesellen sind Arbeiter in dem Schneidergeschäft Konr. Ant. Arh-Lang-Göns. * Wiefeck, 18. Aug. Die heutige Beerdigung des Oberbriefträgers i. R. Möser war ein Zeugnis ber Dankbarkeit gegenüber diesem Vorbilb ber Treue. Von 1892 bis 1913 war Möser hier Postbote: mit Kranzniederlegungen sprachen Postmeister G u t h i e r für das Postamt, Ludwig D a u p e r t als erster Vorsitzender für den Turnverein, dessen Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender Möser war, Schlossermeister Scherer für die GesangSabtellung des Verein-, die ihrem Senior am Grabe fang. In die Kirchengemeindevertretung tritt an feine Stelle Frau Luise Post, geb. Arnold, die zweite Frau in dieser Körperschaft. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 18. 2Cug. Die heutige TotengebächtniSfeier zu Ehren der Gefallenen und Verstorbenen sämllicher Krieger auf dem Friedhöfe an der Rtederamstädter Straße war von den Mitgliedern der verschiedenen Krie- gerbereinen und den Angehörigen ber Verstorbenen sehr gut besucht. An den Gräbern wurden Kränze niedergelegt. Die Feier wurde durch Glockengeläute vom Turm der Pauluskirche eingeleitet. Die weltbekannte Mercksche Fabrik hat sich einen Propaganbafilm anfertigen lassen, ber biefer Tage einer Anzahl geladener Gäste unter denen sich auch der Staatspräsident Ulrich, Rektor Walde von der Technischen Hochschule, Gelehtte und andere Inter- effenten, sowie Vertreter der Presse befanden, vor- gefübrt wurde. Siner der Inhaber, W. Merck, dielt eine Ansprache, in ber er ausführte, baß besonders im Auslande auf die 'Bedeutung, ber immer noch an erster Stelle stehenden chemifch- pharmaceutischen Industrie aufmerksam gemacht toerben solle. Die Dorführunyen gaben ein vortreffliches Bild über die in jeher Hinsicht ganz hervorragenden Einrichtungen. Hessen-Nassau. Das Ende des Frankfurter Äinoftreiks. fb. Frankfurt a. M., 18. Aug Die 43 Frankfurter Kinos öffnen am Freitag wieder ihre Pforten zur Vorstellung. Die Besitzer haben in dem sechswöchigen AuSstande nichts erreicht, trotzdem ihnen von maßgebenden Seiten eine wohlwollende Prüfung ihrer Forderungen auf Herabsetzung der Steuern zugesichert war Sie betreten nunmehr den Rechtsweg zahlen aber während dieser Zeit die ihnen auferlegte hohe Billettsteuer. „In diesem Fall würde ich es vorziehen, mir mein Brot selbst zu verdienen," murmelte sie scheu und entzog ihm ihre Hand. „O bu? Die zu stolz ist, Geld von den Trolls zu nehmen, würdest bei fremden Leuten bienen? Welcher Einfall!" riet er halb überrascht, halb belustigt. Do blieb ganz ernst. „Ich würde dann natürlich ben Adel ablegen. Arbeiten, um unabhängig zu lein, ist gewiß ehrenhafter, als gegen feine Ueberzeugung zu handeln, oder Gnadenbrot elfen'" sagte sie stolz. Es waren seine eigenen Ansichten, die sie ba aussprach. Unb doch setzten sie ihn tn Staunen Wie kam bieses Kind zu solchen Gedanken? Dann ärgerte er sich plötzlich. Warum wollte He denn überhaupt fort v Gerade jetzt, too er ihr gezeigt hatte, daß er ihre Denkungsweise achtete und zu allen möglichen Konzessionen bereit war? Sie mußte es doch mellen, daß feine Ansicht über sie sich gründlich geänbert hatte, und baß er ihr fortan ein aufrichtiger Freund fein wollte, nicht bloß der Vor' mund. Rein, gerade i^t hätten ihr keine solchen Gedanken kommen dürfen . „DaS sind überspannte Ideen," sagte er gereizt. „Du hast ja auch nichts gelernt, womit bu dir dein Brot verbienen könntest. Willst du vielleicht Kindermädchen oder Mamfell werden? Doch auch zu letzterem würden dir ja alle Kenntnisse mangeln.“ Ein kleines verstohlenes Lächeln huschte über Dos Gesicht. „Wenn er wüßte," Dachte sie, „tote- vjet ich schon gelernt habe — zur Mamsell! Unb tote ich mir Mühe gebe, jeden Tag noch mehr zu lernen." Aber sie schwieg Rüdiger erhob sich. Dio wundersame Stimmung, die ihn feit einer Stunde umfangen hielt, war verflogen unb eine seltsame Unruhe, die er sich nicht erklären formte, an ihre Stelle getreten. „Wir wollen nun heimkehren," sagte er, durch Dos Schweigen noch gereizter, schroff. „Ich glaube. eS ist bald Zeit zu Tisch. Auch haben wir unS ja über die Hauptsache geeinigt. Dor dem Früh- jckhr werde ich kaum nach Monrepos fahren können, unb bis dahin mußt bu dich allo jedenfalls bequemen, auf Grafenegg zu bleiben.“ Do schwieg auch jetzt. Sie war bestürzt über seinen veränderten Ton, den sie sich gar nicht erklären konnte. Schweigend durchschritten sie den Park 16. Kapitel. Die seltsame Unruhe, welche Rüdiger um Schluß seiner Unterredung mit Do befallen hatte, wollte auch später nicht weichen. Alle Augenblicke ertappte er sich auf dem Gedanken: Warum will'sie eigentlich fort von Grafenegg, da ich ihr für immer eine Heimat hier anbot? Auch die geheimnisvollen Anbeutungen Her' thas. .er könne Do, wenn er sie jetzt zwänge, Grafenegg zu verlassen, alle Wege zrvn Glück verschließen,“ gingen ihm in Kops yerum. Sie ließen sich nur auf eine Weise erklären. Do liebte jemanb heimlich unb Hertha hoffte, daß sich dieser jemand eine- Tages erfTären werde. (Fortsetzung folgt) Äirt Äurt Kurs Saturn: ,2. ♦) Sie Abendborse fällt bis 26. Aug. aus. 19. 8. Schweizer Franken Oktober an- 5,60 6,25 totere Kurs 18.8. 129,60 369,99 316,65 86,41 123,60 359,60 304,15 83,41 647.35 360,40 304,85 83,59 648,65 720, 327, 257.7k 637,- 330,- 129,90 370,40 317,35 86,59 672,20 18.8. 7,- 3,87 7,65 Universität Wien enbflüliig für den 1 genommen. 17.8. 6,30 3,69 7,05 14,50 1,12 1.7.1 l. 51.125,43 W- 59,23 Är. 83,83 Kr. 117,33 Kr 83,83 Kr 117,88 Sh. 97,3) Fr. 125,43 $ 23,83 9,92 101,75 22,13 f Anstreicher- 1 Weißblnder-Gesch. . A. Belitz, K Liebigstraße 83 A X Tel. 945 Z 6,37 15,60 1,18 100 Fl. 100 TBh. 100 Är. 100 ftt. 100 Fr. 1 £ 100 L. 100 Fr. 100 Ar 100 $ 100 Kr. 100 L. Handel Weiterer Iufammenbruch eines 78,60 76,80 68,20 175,- 324,50 261,50 234,- 195,50 170,50 176,75 594,50 451,- 467,- 425,- 363,- 1050, - Warknotierungea. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: 183.25 7.20 0.70 7.- 45.70 21.63 25.60 44.95 1.55 594.- 3 30 7.25 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag. . . . Klockholm . Wien.... London . . Daris . . . Neuyork. . 183.50 7.- 0.70 7.15 4575 21.63 25.45 44.90 1.60 592.- 3.40 7.25 Snmüms- werd-sachgem. u-vrelS- * wert gestimmt u.revar.: G. Ebert, Bavieraaclier j ®iem WM. 1L i Stimmer n-Reoarat.b 1 Sa. Rudotob- (Sieben, i 3ftaeL ReligivnS - Gesellschaft., Sabdatfeier, 20. Aug. Freitag abb. 7.00. Samstag norm. 8.00. Rachm. 4.30. Sabbatausgang 8.25. Wochengottesdienst: morg. 6.30, abds 6.30. 10,08 10,12 9,88 102,60 102,90 101,45 22,57 22,63 22,07 Echt Wests. Pumpernickel frisch etngetrofien Reformhaus Kreuzplatz 0. Brüssel-Antwerpen . Thristiania...... Kopenhagen ..... Stockholm kelstngfors...... Italien........ London........ Neuyork ....... Paris......... Schweiz........ Spanien....... Men (altes). . . . . Deutsch-Oesterr. . . . Prag......... Budapest...... « Bulgarien ...... Konstantinopel. . . - Todes-Anzeige. Heute morgen um 4 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden unser heihgeliebtes Töchterchen Elfriede im Atter von l’/4 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Stamm, Schreiner. Großeu-Linden, den 18 August 1921. Die Beerdigung findet Samstag nachm. 31/, Uhr vom Trauerhause aus statt. eull. Wechsel auf Holland....... Deutschland . • • • • Wien . ...... Prag ....... Pans ........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest ...... Neuyork....... Agram. ....... Bukarest...... Franksurt a. 9JL, 19. Augnst. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief 17. August. 18. August. Wettkonzerns. Berlin. 18. Aug. .Wolff.) Wie die Z." erfährt, ist auch der Wettkvnzern Arthur Muller u. Eo. in KarlShorst- Berlin zusammengebrochen. Dach der „CB. 3." betragen die Passiven des Müllerschen Zusammenbruchs etwa 8 MMionen Mark, denen kaum 3/j Millionen als Aktiven gegenüberstehen B-rse«»rse. Frankfurt Berlin Abend- 1-tthr- Schluß- Schluß- 670,80 1453,501456,50 1416,051418,95 1108,85 1111,15 1086,40 1088M zur Empfehlung: Diese Woche vrima 8996 Pferdefleisch nur 5 Mk. sowie billige Wurstwaren. Fritz Keßler, Neuenw. 33. MAMMnM SSÄ wen öle BcüülW Unio.-DnutereL H. Cange. Siegen Züricher Devisenmarkt. 18. 8. Hochschulnachrichten Die Technische Hochschule in Danzig. Danzig, 18. Äug. (Wolfs.) Durch eine Entscheidung der interalliierten Derteilunaskom- Mission wurde daS Eigentum an der Technischen Hochschule der Freien Stadt Danzig uneingeschränkt zugesprochen. Die hieran geknüpften Bedingungen wie Einführung eineS Lektorat- für die polnische Sprache usw. sind von untergeordneter Bedeutung. Die Hochschule bleibt vvll- hmtmen deutsch und behält die deutsche Unter- richtSsprache und Selbstverwaltung unter der Regierung der Freien Stadt Danzig ohne jeden Ein- sluß der Republik Polen. Der deutsche (Sbaratter wird in keiner Weise angelastet. Heute nachmittag entschlief sanft nach Kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unser liebes, braver Töchterchen, mein einziges Schwesterchen mwim im 14. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Rohrbach I. und Stau geb. Körber Toni Rohrbach. Lollar, den 17. August 1921. Die Beerdigung findet Samstag, den 20. August, nachmittags 2*/z Uhr, statt. _______________________________9048 ßembroirffchaft. ' mc. Bon der Bergstraße, 18. Aug. Die Frühobst ernte ist allgemein beendet. Der Ertrag hielt sich troh der groben Rachtfröste während der Blüte in mittleren Grenzen, insbesondere sind Frühbirnen besser ausgefallen, wie man gedacht hatte, während die Aepfel unter dem Apfelstichler und anderen Odstdaumschädlingen schwer zu leiden hatten. Die Ernte hat manchen Ortschaften reichen Gewinn gebracht, zumal sie im Sanbumdrcbcn verkauft war Biel Obst ist nachAorddeutschland gegangen. mc. Born hohen Dogelsderg, 18. Aug BiS hoch in den DogelSderg, wo kaum das Getreide für die Ernährung der ortsansässig« Bevölkerung ausreicht, kommen norddeutsche Aufkäufer, um zu hohen Preisen die Ernte aufzu- laufen. Das) sie in den meisten Gehöften abge- toiefen werden, mindert ihren Eifer nicht im Geringsten, zumal eS immer noch Dauern gibt, die sich durch die hohen Preise bestechen lassen, von ihren Borräten zu verkaufen. Wenn fit bedenken wollten, baf) sie sich mit solchen Verkäufen selbst sollen. ♦ Berlin, 18 Aug. Börsen st immungs- bild. Die wesentliche Besserung des Markkurses rief an der Börse naturgemäß daS Bestreben hervor, auf Grund der vorangegangenen Geldentwertung die in letzter Zeit erworbenen Industriepapiere wieder abzustohen. Der Derkaussan- brang wurde allerdings durch noch von vorgestern vorliegende Saufaufträge etwa- gemildert, muhte aber notwendigerweise zum Tetl ganz außer- o. deutliche Sursverschl«hterungen verursachen. Am stärksten hiervon wurden die von der Spekulation bevorzugten Montanpapiere und chemischen Werte betroffen. Buderus. Gelfenkirchen, Phönif und Rombacher büßten über 50 Prozent ein, Bochumer 45 Prozent Elektrvwerte hatten geringere Kurseinbußen zu verzeichnen, jedoch waren Akkumulatoren 55 Prozent niedriger. Besser gehalten und meist höher stellten sich oberschlesische Hüttenwerke auf die gestärkte Hoffnung hinsichtlich einer befriedigenden Lösung der oberschlesischen Frage. In Schiffahrtsaktten kam gleichfalls eine gute Meinung zum Ausdruck. Bankaktien lagen fest und waren teilweise gebessert in Erwartung guter Jahresabschlüsse. Valutapapiere waren erheblich niedriger. 5proz. Mexikaner büßten 60 Prozent ein. Der Anlagemarkt ist wenig verändert und im allgemeinen behauptet. Devisen unterlagen aus bedeutend ermäßigtem Aiveau beträchtlichen Schwankungen. I am allermeisten schädigen, wäre den Aufkäufern gar schnell Das Handwert gelegt. Aber leider lahlr es hier noch meist am nötigen Verständnis. Die Technische DothNfe beim Tifettbahner- ] streik. Äaffei, 17. Aug. Die Technische Avchilfc hatte gestern die Vertreter der Presse gebeten, sich am Aachmittag gegen 2 Uhr auf dem Bahnhof Oberstadt zu einer Besichtigung ihrer Hilfs - arbeit einfinden zu wollen. Zunächst wurde in einer kurzen Ansprache die Tätigkeit und der Charakter der Technischen Aothilfe erläutert: diese richtet sich sowohl gegen Arbeitgeber wie Arbeitnehmer. wenn durch deren Verschulden lebenswichtige Betriebe ins Stocken kommen oder dem Srliegen anheimzufallen drohen, denn diese Einrichtung ist völlig unparteiisch und als staatliche Hinrichtung gedacht, die auf Befehl des Reichs- mtnisterS DeS Innern seinerzeit geschaffen worden ist Dann wendete man sich gegen die Behauptungen, die in den gelegentlich des Eisenbahnarbeiterstreik- herau s gegeben en Flugblatte enthalten waren wonach dte Helfer der Technischen Aothilfe pro' Stunde 20—25 Mark, also täglich 160—170 Mark bezahlt erhalten hätten, weiter ihnen neue blaue Anzüge und Schuhe geliefert worden seien Tatsächlich hat jeder Helfer lediglich den gleichen Lohn erhalten wie der Arbeiter, dessen Platz er ausfüllte, nicht einen Pfennig mehr, blaue Anzüge feien nur zu dem Zweck geliefert worden, um die gute Kleidung der Helfer zu schonen. eS handele sich um einfache blaue Arbeltsanzüge, die später wieder -urückgegeben werden müßten; Schuhe und Stiefel sind nicht geliefert worden. Die Helfer arbeiteten in drei Schichten, jede Schicht umfaßt 60—70 Arbeiter. Die wichtigste Arbeit ist das AuSfchlacken der Lokomotiven, das Bekohlen und Anheizen der Lokomotiven, schließlich daS Bedienen der Hillsmaschinen und die Instandhaltung der Bahnanlagen. Darauf wurden die verschiedenen Bahnanlagen besichtigt und auch die DetriebSwerk- stätten deS Bahndreiecks. sd. Fulda. 18. Aug. Unterschlagungen größten Stil- bei der Eisenbahn gelang eS der hiesigen Kriminalpolizei im Verein mit der Hersfelder aufzudecken. Sieben Eisenbahnbedienstete im Alter von 20 blS 24 Jahren sind verhaftet und dem Amtsgericht Hanau zugeführt worden. Der Wert der gestohlenen Sachen läßt sich bis jetzt noch nicht übersehen. Bekletdunasstücke, Fahrräder, Lebensrnittel und große Posten Zigarren und Zigaretten sind im Walde vergraben und zum Teil wieder auf gefunden worden. Ebenso sind Postpakete und Geldbriefe mit größeren Werten geraubt worden. Märkte. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M, 18. Aug. Amtlicher Bericht. Geschäft bei Kälbern und Schafen lebhaft, zum Schluß abflauend. Es wird geräumt Aufgetrieben waren 882 Kälber, 425 Schafe, 216 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht für Kälber, beste, 750— 850 Mk.» mittlere 650—750 Mk., geringere 550—650 Mk., giiugfte 400—500 Mk., Hümmel 300—500 Mt.. für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 1100—1300 Mk., alle schwereren, einschließlich bester Qualitäten, 1300—1425 Mk. Außerdem wurden 38 Binder ohne amtliche Prei-notierung gehandelt. fpd. Frankfurt a. M., 18. Aug. Der Dozent für romanische Literatur an der hiesigen Unibctfität, Prof. Dr. S. (Sraefenberg tst Mittwoch abend im Aller von 57 Jahren plötzlich gestorben. Er war einer der besten Kenner der spanischen Literatur und Sprache. fpd. Frankfurt a. M, 18. Aug. Der Ot> dmarius der klassischen Philologie, Geh. Reg- Rat Dr. Hans v. Arnim, hat den Aus an die 1', Disch ÄritaeenL 4 •/» D'fch Deich,anl. 8 •/, Disch Neichsanl. 4 •/, Preuh Konsole Darmstädter Dank . Deutsche Dank . . . Dirconto-Gesellschast Dresdner Dank. . . Nanonaldank f. D. . Mitteld. Treditbank. H.Amerik. Pakets. Norddeutscher Lloyd. Doch. Gußstahlwerk . D.-ßiqimb. Vergw.. Gelsenkirch. Dergw. . Harpener Bergbau . öberschlef. Tisenb.-D. Oberfchles. Eifenind. . Phönir-Bergb -Akt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerk«. Tlektr. A. C. G..... Schuckert-Werke. . . Fellen-Guillraume. . Daimler....... Bud.- Eisenw.- Akt , Adlerwerke...... 4°»Hefi ötaotsanl. . Elektron Griesheim. Aus dem AuUsvcrkündigunflSblatt. •’ Das AmtsverkündigungSblati vom 18. August enthält Ergänzungswahlen zur Handwerkskammer: ttoberwachung der Ausländer: Betrieb der Anschlußgleisanlage der Firma ®g. Phil. Gail A G. in Gießen bei Km. 2,5 der Strecke Gießen—Gelnhausen: Durchführung des 3. Buches der Aeichsverficherungsvrdnung (lln- fallverficherung): Gebühren für amtstierärztliche Dienstverrichtungen: Feldbereinigung Dorf-Güll: Dtraßenfperre: Gefunden, verloren. Meldepflicht der Ausländer. 3m Interesse der Aufrechterhaltung der öffentlichen Buhe, Ordnung und Sicherheit hat sich jeder über 15 Jahre alle, zur Zeit innerhalb des nicht vom Feinde besetzten hessischen Staatsgebietes sich auf- haltende Ausläicher bei der für ihn zuständigen Ortspolizeibehörde (in den Städten bei feinem Polizeirevier) unter Vorlegung seines Passes oder des als Paßersah dienenden amtlichen Ausweises persönlich zu melden. In gleicher Weise hat sich jeder über 15 Iabre alle Ausländer oder Staatenlose zu melden, der zu dauerndem oder vorübergehendem Aufenthalte zuzieht. In diesem Falle ist die Meldung binnen 24 Stunden nach der Ankunft zu bewirken. Sie hat bei jedem Zuzug von neuem zu erfolgen. Jeder über 15 Jahre alte Ausländer hat feinen Paß oder Paßersatz jederzeit bei sich zu führen und auf Anfordern den zuständigen Sicherheitsorganen Voranzeigen. Ausländer, die diesen Vorschriften zuwrderhandeln, werden zur Feststellung ihrer Persönlichkeit und Prüfung ihrer Papiere festgenommen. Kanallfation der Hauptstraße zu Harbach. Die Sperrung der Kreisstraßendurchfahrt Harbach wird aufgehoben. VerkehrSsperre. Die Teilstrecke der Kirchstraße vom Kreuzungspunkte der Wehsteinstraße bis zur Reustadt wird vom 20. bis 23. I. Mts. für jeglichen Verkehr gesperrt. Gefunden und verloren. In der Zeit vom 1.-15. August wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Krawatte, 1 Rasiermesser, 1 Bademütze, 1 goldener Ring, 1 goldene Vorstecknadel, 1 Ilmbang, 1 Halskettchen. 1 Paar Holzsandalen, 1 braunes Portemonnaie mit Inhalt, 1 gelbe Tasche mit Inhalt, 2 Broschen, 1 Markttasche, 1 Paar Ohrringe, 1 Medaillon mit Kette: verloren: 1 Badeanzug mit Kappe, gez. E. H-, 1 goldener Ring mit Rubinen und Perlen, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 graue Handtasche, 1 Hemd, 2 Kragen, 1 Paar Lederhandschuhe, 1 Selbstbinder, 1 Trauring, aez. H.H., 1 gelblederne Brieftasche mit Personalausweis, 1 goldene Brillantnadel, Wert 2000 Mark, 1 Monatskarte, Gießen-Dad- Rauheim, 1 Kinderwagendecke. 1 weißer Stehkragen und 1 weißes Taschentuch, gez. 21. St.; entlaufen: 2 Hühner, rebhuhnfarbig. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Eine gesprengte Monarchistenverfammlung in Prag. Prag, 18. Aug. (WTD.) Anläßlich des Geburtstages des Exkaisers Karl haben sich gestern abend etwa 300 Mitglieder des Reichsvereins der Oesterreicher In einem Hause zujammengefunden. Arbeiter sprengten die Dersamm- lung, wobei es zu Raufszenen tarn, bei denen ein früherer Offizier ein Schuß abgab, durch den jedoch niemand verletzt wurde. Die Polizei mußte eingreifen. Der bekannte Monarchist enführer Hauptmann Riedl wurde in Schutzhaft genommen. Die Arbeiterschaft ist sehr erregt. Ein starke« Polizeiausgebot patrouilliert in der Stadt. Ein Personenzug ta die Lust geflogen. Pari«, 18. Aug. (WTD.) Aach der Meldung einer 2lachrichtenagentur auS HelsingforS ist ein Personenzug, der auch Benzin transportierte, bei Luga in die Lust geflogen. 78 Reifende wurden getötet. Eisenbahnzusaunnenstoß in Spanien. PariS, 18 Aug. (WTB.) Rach einer Meldung aus Madrid ist in der Aähe von M a d r i d ein Personenzug mit einem Güterzug zusammengestoßen. Bier Personen wurden getötet, mehrere schwer verletzt. Eine Feuersbrunst in Konstantinopel. P a r i s, 18. 2lug. (WTD.) 2lach einer Diät- termelbung au« Konstantinopel hat eine Feurs- b r u n ft mehr als 1000 Häuser in 6 f u t a r t auf dem asiatischen Ufer zerstört. Die Streitkräfte der Alliierten haben zur Dekämpfung deS Feuer« eingegriffen. Sollen nur die Preise steigen! 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Kaum könnte es etwas älnwahr- scheinlicheres geben, alS eine Wildentenart, die die Gastfreundschaft unserer Höhlenbewohner, des Fuchses und des DachseS, in Anspruch nimmt; die Gier bebrütet und samt den Jungen von dem sonst dem Federwild so gefährlichen Wirte verschont, ja geschützt wird, xmb doch hat die Ratur in der D r a n d e n t e, ,im VolkSmund auch Brand- ganS genannt, ein solches Wundertier geschaffen! Die Brandente zieht wie ihre anderen nordischen Vettern Krick- und Knäckente, im Winter nach südlichen futterreichen Gewässern und Seen. Im März kehrt sie wieder an die nordischen Küsten zurück und beginnt die Brut, wenn genügende Schalentiere, Insekten, Froschlaichs und Pflanzenteile für die gefräßigen Jungen vorhanden sind. Dann sucht sie sich an der Küste, am liebsten im Dünenfeld, eine Erdhöhle, meist einen Fuchsoder Dachsbau auf, und fertigt hier, sogar einige Meter tief unter der Erde eine Resthöhle an. Diese füllt sie mit MooS und eigenen Gebern aus, legt sieben bis zwöls Gier hinein und brütet etwa fünfundzwanzig Tage, während der Dranderpel vor der Hohle Wache hält Der Fuchs oder Dachs kümmert sich gar nicht um die Ente, wenn aber Junge da sind, spielt er den ganzen Tag mit Ihnen herum, ohne ihnen ein Leid zuzufügen. Ist es doch schon vvrgekvmmen, daß Ente und Erpel sich zanken, währenddessen der FuchS die Wache und Sorge der Sntenkinder übernommen hatte. Mannheim, 18. Aug. (Wolff.) Kommerzienrat Dr. Lanz, der seit Jahren an der Spitze der Weltfirma Heinrich Lanz in Mannheim gestanden hat, Ist heute nacht nach langer Krankheit gestorben. Kirchliche Nachrichten. Ifrael-ReklgionSgernelnde. 'Gottesdienst in der Synagoge (Sud-Anlage). Samstag, 20. Aug. Borabd. 7.15. Morg. 8.30. Abds. 7.45 und 8.25 älhr. Datum: „ . - -___ Amsterdam - Rotterd. 2717,25 2722,75 2592,90 2597,60 ------ 655,30 656,70 634,35 635,65 1128,85 1131,15 1088,90 1091,10 143",55 1441,45 1368,60 1371,40 1873,15 1876,90 1775,701779,30 - " ----------- 123,90 Frankfurt a. M. 18. Aug. Börsen- 1 immungsbild. Die Börse eröffnete in Uebcreinftimmung mit der unsicheren Haltung der Auslandsdevisen recht unregelmäßig und auf den meisten Marktgebieten in schwacher Haltung. Die Kursrückgänge setzten sich fort, umsomehr, als ich größere VerkaufSaufträge einstellten. Es herrschte äußerste Zurückhaltung. Die Spekulation schritt anfänglich zu Realisationen. Später wurde die Stimmung ruhiger, doch waren Kurseindußen auf der ganzen Linie zu verzeichnen. Auch einzelne erflllafflge Industriepapiere hatten Verluste aufzuweisen. Diesen standen aber auch Kurserhöhungen gegenüber. Am Montanmarkt war das Geschäft bei vorwiegend schwächerer Tendenz nicht sehr umfangreich. Oberbedarf büßten 5 Prozent ein. Caro besser gehalten. Westeregeln, die gesucht waren, stellten sich 10 Prozent höher. Rie- brigete Kurse wurden für chemische und Elektro- werte genannt. Rvrddeutscher Lloyd büßten 5Pro- zent ein. Hirsch Kupfer matt. Adler Kleyer nichtiger. Benz-Motoren schwankend. Mexikaner schwächer. Von Banken blieben die führenden Aktien fest. Zu den ermäßigten Kursen sanden später wieder Rückkäufe statt. Der Schluß gestaltete sich ruhig. PrivatdiSkont 38/* Prozent. Russischer loerD u. ena lisch er Unterricht zum Abitur täglich gesucht. StbrifiL Angeb. m. Preis unter 011296 a. d. G. Anz. ÄlänÜöiM Aum Belegen gesucht. 011295] Roonstratze 18. 17.8. 18. 8.e) 17.8 77,50 — • - - »” — _ e» * e ** e * — _ _ _ _ 236,- —. — — —— — —f—- 181,25 170,- » • » •• _ ** — — 485,- “ 1 — *■ — 670,- E — 425,— — — 374,- _ ■ * — 472,- — — — 380,- _. — —. — 360,- — .E» _ —, — aez: - -, — — . *• —I — 320,- EHE —. — — , — — . —• | Wegen Umbau meiner Geschäftsräume befindet sich der Verkauf im 1. Stock. Denkbar billigste Preise! 904OV 2? 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