Vorschrift 20 ..Aufschlag. Hauptschristletter: Aug. Goetz. Verantwortlicher Politik: Aug. Goetz^ für den übrigen Teil. Dr. Reinhold Ienz; für betr Anzeigenteil: HansBeck^ sämtlich in Giehe«. Ur. 166 Ter -iekener Anzeiger mit der Dtenslagsbeilage .Zport-Umfchan- er- scheint täglich, außer f Sonn, und Feiertags. Monatliche vezuGrpreife: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Ameiaer Stehen. poftscheittonto: Frankfurt a. M. U686. Erstes Blatt M. Iahrgcmg Dienstag, jy. Juli <921 Cb Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bl, GletzenerAnzelger ■ General-Anzeiger für Oberhessen vruck unö Verlag: vrühl'fche Univ.-Buch' und Steinöruderei H. Lange. 5chnftlettung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. Hoover über die wirtschaftliche Lage in Europa und die Lage der amerikan. Landwirtschaft. Angesichts von Meldungen aus Neuhork über bevorstehende Kreditgewährungen auch an Deutschland interessieren die nachstehenden Aeuherungen HovverS besonders. Washington, 5. Juli. (F.P.S.) Bei Gelegenheit einer dem Kongreß vorgelegten Bill auf Schaffung eines 100 000 000 Doll.- KreditS zum Zwecke der Förderung der Ausfuhr amerikanischer Farm-Erzeugnisse nahm der Staatssekretär Hoover, der sich für die Ablehnung dieser DM aussprach und die Finanzierung privater Initiative zu überlassen riet, Gelegenheit, auf die wirtschaftliche Lage in Europa und deren Beziehung zu der bedrohlichen Lage der amerikanischen Farmer hinzuweisen. Er erinnerte daran, dah die Bereinigten Staaten in den letzten elf Monaten Nahrungsmittel im Werte von 1 Milliarde Dollars nach Europa gesandt hätten, und sagte, es wäre offensichtlich, das) die eu- ropäischen Regierungen und Böller wohl Geld aufbringen könnten zur Beschaffung der Nahrungsmittel, wogegen sie hinsichtlich der Baumwolle darnach strebten, ihren normalen Bedarf an Textilien einzuschränken. „Wenn auch noch 60 000 000 Europäer unter Nahrungsbewirtschaftung und -Rattonie- rung stehen, sind doch Polen, Oesterreich und in geringerem Mähe auch Tschechoslowakien die einzigen Länder, wo ohne die Gewährung von Krediten ein Versagen der Nahrungsmittelversorgung au befürchten wäre. Die europäische Ernte, Die gut steht, dürste im allgemeinen genügen zur Deckung des eigenen Bedarfs, und es kommt jedenfalls höchstens eine amerikanische Ausfuhr von 30 000 000 Dushels Weizen in Frage. Es ist eine deutliche Tendenz zu bemerken, von den eigenen Nahrungsmitteln leben zu können, und zwar so lanae wie möglich; der amerikanische Farmer wird daher seine Vorräte noch länger lagern lassen müssen, weil die europäische Nachfrage erst in den allerletzten Monaten vor der neuen Ernte einsetzen wird. Wir versuchen einen Kreditapparat zu schaffen, der eine überellte Liquidierung der Daumwoll- und Zuckervorräte verhindern soll. Ist dies durch eine Mobilisierung des privaten Bankkapitals nicht möglich, dann mag man die Regierung anrufen. ES ist ein wahres Glück, daß es dieses Jahr nur eine knappe Baumwollernte geben wird. Lange Zeit haben künstlich geschaffene Bedingungen bestanden, die auf den Markt gedrückt haben, so z. B. der lange Stteik in England und die Reparations-Auseinandersetzungen mit Deutschland, die beide eine Verringerung unseres BaumwollexporteS zur Folge gehabt haben. Die Lagerbestände der Welt an Textilien schrumpfen zusammen und wir dürfen hoffen, unsere Ueberschüsse so lange lagern zu können, bis sie zu zufriedenstellenden Preisen verkauft werden können. Aehn- lich, wenn auch nicht ganz so ausgesprochen, steht eS mit dem Getreide." Aus der deutschen Antwort an Frankreich. Berlin, 18. Iuli. (WTB.) In der vorläufigen Antwort, die der Minister deS Aeuheren, Dr. Rosen, auf die Eröffnungen der ftanzöstschen Regierung über die Lag e in Obersch le si en und der daraus abgeleiteten französischen Forderungen gab, wurde auch Bezug genommen auf die Unterredung des Ministers mit dem ftanzöstschen Botschafter vom 7. Iuli. Zu dieser hatte Dr. Rosen einen Großindustriellen aus dem östlichen Teil Oberschlesiens beigezogen, der dem ftanzöstschen Botschafter als Augenzeuge einige sachliche Angaben über die wahre Lage im Lande machte. Wir bringen aus diesen Mitteilungen, die der franz. Regierung sofort zugänglich gemacht wurden, die wesenllichsten Punkte. Sie zeigen, daß die Darstellung der oberschlestschen Ver- hällnisse in der Demarche der ftanzöstschen Regierung aus diese zweifelsfreien deutschen Angaben keinerlei Rücksicht genommen hat. Wie dieser ober- schlesische Industrielle über diese Unterredung mitteilt, gab er auf die Frage des ftanzöstschen. Botschafters, wie die Zustände in Oberschlesien seien, folgenden Bericht: 1. Aeuherstch sieht es besser aus, als vor dem Abkommen mit Korsanty wegen der Räumung, weil die großen Straßen von den polnischen Insurgenten frei seien und man ungehindert aus ihnen verkehren könne. So bin ich vorgestern früh im Automobil von Kattowih über Nikolai nach Glei- Witz gefahren, um dort den Schnellzug nach Berlin zu erreichen. Die Eisenbahn zwischen Kattvwitz und Gleiwiy war nicht benutzbar, weil die Züge von polnischen Insurgenten angehalten und geplündert wurden. Die polnischen Insurgenten sind nach wie vor teild in der Nähe der geräumten Otte, z. B. dicht bei Kattvwitz, teils auch in den Orten verblieben oder in die Orte zurückgekehrt, welche sie nach dem Abkommen geräumt haben sollten. So sind die polnischen Insurgenten, welche ouS den nördlichen Stadtteilen von KönigShütte abgezogen waren, nach wenigen Stunden in diesen Stadtteil I wieder zurückgekehrt. Noch am Montag machten sie I sich durch die Verschleppung von Beamten unlieb- | sam bemerkbar. Die Behörden der polnischen Insurgenten bleiben nach wie vor in Funktion, sie erheben Steuern, sie heben junge Leute zum Militär auS und verweigern den ordentlichen deutschen Behörden, zum Beispiel dem Landrat, den Gehorsam. 2. Ein Teil der polnischen Insurgenten ist nach Polen abtransportiert worden, um dort militärisch auSgebildet zu werden, und nach ihrer Heimat Oberschlesien alsdann zurückzukehren. Sie sollen als Stammsormationen für den geplanten vierten Aufstand dienen. Ein anderer Teil der oberschlesischen polnischen Insurgenten blieb in Ober- schlesien, lieferte seine Waffen nicht ab, sondern gab sie in Sammelstellen ab, von wo auS sie versteckt werden. Für diesen Zweck sind stellenweise mit Zink ausgeschlagene und beschlagene Kasten angefertigt, damit die darin untergebrachten und nachher vergrabenen Waffen durch Feuchtigkeit nicht leiden. Meines Wissens sind Hallersoldaten, soweit sie nicht auS Oberschlesien stammen, nach Polen zurücktranSporttert worden, ebenso die regulären polnischen Truppen. Sie sind auf der Strecke SoSnowice und Czenstochau versammelt und in der Lage, von SoSnowice auS in einer halben Stunde, von Czenstochau auS in wenigen Stunden nach Oberschlesien hineinzukommen. Man hat gesehen, dah viel Artillerie nach Polen zurückttcmS- portiert wurde, darunter auch schwere Geschütze von 12,5 Ztm. Kaliber. Vor ungefähr 10 oder 14 Tagen passierten zwei Eisenbahnzüge von je etwa 60 Achsen vollständig beseht mit Hallersoldaten den Bahnhof Kattowih und gingen, wie einwandfrei festgestellt wurde, in der Richtung nach Westen über die Idaweiche nach Gleiwih weiter. Da die ganze Organisition der polnischen Insurgenten, also Behörden usw., noch funftioniert, so ist die O r- ganisation für den vierten Auf stand bereit und der Aufstand kann jeden Augenblick losbrechen. Soweit mir bekannt ist, weilt unter bem Schuhe deS Amnestieerlasses Korsanty noch in Schoppinih, also im Abstimmungsgebiet. In Oberschlesien zweifelt niemand daran, daß der vierte Aufstand fliit aller Energie und unter der Mitwirkung Polens und unter der Duldung der französischen Behörden vorbereitet wird und jederzeit auSbrechen könnte. In diesem Falle ist die deutsche Bevölkerung der Schreckensherrschaft der polnischen Insurgenten schutzlos preisgegeben, da ja bis dahin der deutsche Selbstschutz nicht mehr bestehen wird. Der Eindruck der Driandschen Derschleppungspolitik in London. London, 18. Iuli. (Wolff.) Ein diplomatischer Mttarbeiter deS „Daily Telegraph" schreibt: Die französische Antwort auf daS englische Ersuchen über die Einberufung deS Obersten RateS zur Regelung der oberschlesischen Frage rief in amtlichen Londoner Kreisen eine große Enttäuschung hervor. Die Pariser Meldung, daß Briand den englischen Vorschlag wegen Ernennung eines Sach- verständigenausschusseS annahm, wird hier atS sonderbar angesehen, weil eS sich dabei tatsächlich um einen Vorschlag BriandS handele. Ein solcher Ausschuß könnte ferne Aufgabe schwerlich 6iS zum Monatsende erfüllen. Der Gedanke, die Lösung der Frage bis zum September aufzuschieben, werde in England für sehr gefährlich gehalten. Zweifellos seien die energischen Resolutionen, die der Auswärtige Ausschuß der ftanzöstschen Kammer angenommen hat, Anlaß zu den gegenwärtigen Schwierigkeiten, da sie eine Verlegenheit für die französische Regierung bildeten. Ebensowenig wie die vberschlesische Frage könnte die Frage der Zwangsmaßnahmen am Rhein aufgeschoben werden. Die „Sunday TimeS" schreibt in einem Leitartikel zur oberschlesischen Frage: „Briand gab sich in der Kammerrede vom vergangenen Montag keine Mühe, die englisch-ftan- zösischen Differenzen zu verheimlichen, und bewies durch seine Worte, daß die französische Politik nicht dem allgemeinen Wohl der Volker, sondern französischen Sonderinteressen dient. Er sagte, die Ruhe im AufftandSgebiet sei wiederhergestellt. Alle amllichen und privaten Meldungen wiesen auf gefährliche neue Unruhen hin. Wenn in einem solchen Falle die Deutschen die polnische Linie durchbrechen unb mit ben hinter ihr stehenden Franzosen zusammenstohen würden, wären die Folgen unübersehbar. Angesichts dieser Möglichkeiten, die nach einer schleunigen Lösung schreien, schlägt Franfteich die Ernennung eines neuen Sachverständigen-AuSschusseS vor. Diese Maßnahme kann wenig mehr als eine neue Verschleppung herbeiführen; beim die alliierte Kommission erllärte sich Bereits zweimal außerstande, zu einer Einigung zu gelangen. Frankreich will daS deutsche KriegSarsenal in Oberschlesien an Polen geben, um Deutschland militärisch zu schwächen. Mit diesem Verfahren finb wir nicht einverstanden, denn wir glauben nicht, daß eine so große Nation, wie die deutsche dauernd getoaltfam niedergehalten werden kann. Die Polen, die schon mehr Gebiet verschlucken als sie vertragen können und die finanziell bankerott sind, sind schlecht geeignet, Bergwerk- und Industrieunternehmen zu betteiben, die durch die deutsche Intelligenz und daS deutsche Kapital geschaffen worden sind. Der von einer Gruppe deutscher Magnaten erdachte Plan, Oberschlesien zu einem unabhängigen Staat zu machen, ist auch nicht sehr ernst zu nehmen. ES bleibt also nichts übrig als eine Teilung beS In- buflriegebttteS. Wir brauchen unS auch nur eine durch Lancashire ober Südwales gezogene Grenzlinie vorzustälen, um baä älnver stündliche und Hnbef riebigenbe einer solchen Lösung zu erkennen. Aber wenn sich einer der Alliierten in elfter Stunde besinnt, so muß dieses Verfahren gewählt werden als einzige Alternative zu der gegenwärtigen gefährlichen Politik deS steuer- losen Dahintteibens. London, 18. Iuli. (WTB.) „Evening Standard" schreibt: Frantteich müsse ebenso höflich wie ernst darauf hingewiesen werden, daß der einzige Weg zu sicheren Zugeständnissen in einem gemeinsamen Vorgehen der Alliierten liege und dah dieses Vorgehen auf die sofortige endgültige Regelung der oberschlesischen Frage abzielen müsse. Die „W e ft m i n ft e r Gazette" richtet einen scharfen Appell an Frantteich und England, einig nach Washington zu gehen. Die Bemühungeu der Engländer. Beu then, 18. Iuli. (Wolff.) Der Befehlshaber der englischen Brigade, Oberst Wale- Hope, empfing Vertteter der Landgemeinden deS ihm unterstellten Bezirks, denen er erllärte, er wolle aus friedlichem Wege den früheren Zustand wieder Herstellen, älebergriffe von irgendeiner Seite werde er mit allen zu Gebote stehenden Mttteln unterdrücken. Er forderte die Gemeindevertreter auf, ihren ganzen Einfluß auf die Bevölkerung aufzubieten, damit die Ruhe und Ordnung bewahrt und scharfe Maßnahmen vermieden würden. Die deutschen Zahlungen an die Entente. Paris, 13. Iuli- (Wolff.- lieber die von Deuts chland in Ausführung deS Zahlungsplanes geleisteten Zahlungen wird nachstehende Mitteilung veröffentlicht: Die deutsche Regierung Bietet der Reparationskommission eine neue Zahlung eines Betrages von ungefähr 31 Millionen Goldmark ineuropäischen Valuten an. Die Zahlung wird zur Amortisation der Reichsschatzwechsel verwendet, die in Ausführung beS Artikels 5 beS Zahlungsplanes auSgehändigt würben. Die gegenwärtige Lage hinsichtlich der Ausführung beS genannten Artikels ist folgende: Tratten auf 3 Monate Ende Mai übergeben: 839 573 000 Barzahlungen zur Vervollständigung der Milliarde: 160 427 000 1000 000 000 Deutschland zahlte für Amortisierung ber Tratten die S > a.ne von 114 949 690 Golbmart, mit Einschluß lc. 'oeben geleisteten Zahlung von 31 Millionen Goldmark, wodurch die Gesamtsumme Barzahlungen von Mai ab auf 160 427 000 Golbmart 114 949 690 Golbmart 275 376 690 Golbmart gebracht wirb. Die obigen Zahlen bleiben eventuell kleinen Veränderungen unterworfen. Außer- bem setzte bie KriegSlastenkommission soeben bie ReparationSkommiffion bavvn in Kenntnis, baß bie beutfche Regierung eine abermalige Zahlung von 41 Millionen Goldmark in verschiedenen europäischen Valuten anbietet. Lloyd George über die „Sanktionen" und die Zollgrenze. London, 18. Juli. (HavaS.) Unterhaus.) In Beantwortung verschiedener Anfragen erklärte der Ministerpräsident, daß der Oberste Rat sich in seiner nächsten Tagung mit der Frage der Zurücknahme der Sanktionen und der Aufhebung der Zollgrenze am Rhein beschäftigen wird. Lloyd George gegen die „Times". London, 18.Iuli. (WTB.) Unterhaus. Im Unterlaufe wurde eine Anfrage an den Premierminister gerichtet, ob eS zutreffe, daß denNorthcliffe-Dlättern neuerbingS die amtlichen Informationen verwei- ?ert würben. Llohb George ertoiberte: Am 3. b.MtS. habe die „Times" einen äußerst gehässigen und beleidigenden Angriff gegen Lord Curzon gerichtet, und zwar im Zusammenhang mit wichtigen und schwierigen Verhandlungen, die er im Namen deS Reiches führte. ES liege ein Versuch vor, gegen einen angesehenen amtlichen Vertteter in einem schwierigen Augenblick Persönliche Vorurteile im Auslände wachzurufen. Unter diesen Umständen sei eS erforderlich gewesen, dah die Regierung in ihrer Gesamtheit ihrer Mißbilligung Ausdruck gebe. Amtliche Informattonen seien ber „SimeS“ nach wie vor burch bie Nachrichtenagenturen zugänglich, aber bie Vergünstigung, ihre Vertreter zur Einholung von Informattonen an amtliche Stellen zu ent- fenben, sei ihr in Zukunft versagt. Mit ber oppositionellen Stellung beS Blattes habe bas nichts zu tun. Llohb George sagte noch, der Fall sei ohne Beispiel. Kein angesehenes polittscheS Blatt würbe einen solchen Angriff veröffentlicht haben, ber unter bem Niveau beS englischen Iournalismus stehe. Im Auslände stehe bie „Times" noch vielfach als eine Repräsentantin des gebildeten und offiziellen Englands da. In England selbst wisse man, daß diese Stellung von ber .Times" schon seit langem nicht mehr eingenommen werde, aber diese Tatsacye wurde > außerhalb Englands erst allmähllch bekamst. Die Absichten Hardings. Paris, 17. Iuli. (Wolff.) „Chicago Tr^ bune“ meldet auS Washington, eS werde erklärt, daß bie Abrüstungskonferenz möglicherweise ohne Ergebnis ausyehen werde. Aber banro werde Präsident Harbin g seine Karten offen auf ben Tisch legen, unb jebermann werde sich' darüber llar werden tonnen, an welchem Hindernis bie Verhanblungen gescheitert seien. Unter biesen Umftanben glaube man, baß Japan sich der Konferenz nicht entziehen tonne, so sehr dis Teilnahme diesem auch widerstreben möge. Die Vereinigten Staaten hätten der japanischen Re- gicaing eine Mitteilung zugehen lassen, daß cS nicht Sache einer einzelnen eingeladenen Regierung fei, daS Programm ber Konferenz zu bestimmen, baß müsse ber Vereinigung ber Konferenzteilnehmer selbst überlasten werben, obwohl ein vorangehender Meinungsaustausch durchaus angängig fei. Briand und Schiffer. Amsterdam, 18. Juli. (Wolff.) Di« ,Lijd" bemerkt zu Driands Polemik gegen? Reichsjustizminister Schiffer: „Briand beantwortete noch nie so kümmerlich einen persönlichen Angriff wie den Schiffers. Noch nie sah man Briand so schwach und unbehol^ f e n. Er vergaß, darauf hinzuweisen, daß niemand die törichte Entrüstungskomödie der Franzosen in Leipzig mitmachte." Der älteste „Dreadnought". Paris, 18. Iuli. (Wolff - Nach einer OTTcU bung auS Lonbon ist baS berühmte Schlachtschiff „Dreabnough t", baS erste Schiff seiner Gattung, baS ben mächtigen späteren Schlachtschiffen den Namen gegeben hat, für bie Summe von 44 000 Pfund clls alteS Eisen verkauft worden. DaS Schiff hatte feiner Zett bie Summe von U/J Millionen Pfund Sterling gekostet. Die griechische Offensive. Athen, 18. Iuli. (Wolff.) Die griechische Offensive schreitet regelmäßig fort Zeder feindliche Widerstand wird überwunden. Griechische Flieger haben feindlichen Rückzug aus Ku- tahia festgestellt. Große feindliche Kolonnen befinden sich auf dem Wege nach Eskir Sehir. An ber Norbfrvnt ist ber Feind auS seinen befestigten Stellungen bei Aughin und Kowatttza zurückgeworfen worben. Die Türken befinben sich in ihren letzten Schützengräben von Kutahia. Eine große Anzahl Kriegsgefangener unb viel Kriegs- gerät fiel in bie Hänbe ber Griechen. Konstantinopel, 18. Iuli. (Havas.) Nachrichten von ber Front besagen, daß es vier griechischen Divisionen gelungen sei, bie Linie I e n i s ch e h i r —- N a z i f Pascha zu besetzen, boch sei ber griechisch" Vormarsch burch ben türkischen Widers' ' rum Stehen gebracht worben. Aus dem Reiche. RücktritlSgedanken Dr. Wirths. Berlin, 18. Iuli. Nach einer Meldung, beS „Inttansigeant" soll "bet Reichskanzler Dr. Wirth vor einigen Tagen bem englischen Botschafter Lorb b'Abernon er Härt haben, daß er im Falle einer für Deutschland ungünstigen Lösung der oberschlesischen Frage bie Führung der deutschen Reichsgeschäfte nicht fori- sehen wolle. Wie die Blätter hierzu von unterrichteter Sette erfahren, hat ber Reichskanzler bereits mehrfach in Unterredungen mit bem englischen Botschafter bie Wichtigkeit ber oberschle- fischen Frage für Deutschlanb betont. Hieraus mag wohl obige Meldung beS genannten Blattes entstanden sein. Ein Dementi des Reichskanzlers. Berlin, 18. Iuli- (Wolff.) Amtlich. Sie Deutsche Zeitung" brachte in ihrer Nummer 319 bie Behauptung, baß ber Reichskanzler gegen bie Anschluhbewegung in Oesterreich leine Ränke spinne. Den österreichischen Gesandten in Berlin, der ihm einen Vortrag über bie verzweifelte Lage Oesterreichs und ben einzig rettenden Anschluß halten wollte, habe er gamicht erst zu Wort kommen lassen, sondern ihm einen langen Vortrag gehalten, der in der Behauptung gipfelte, baß bie Anglieberung unmöglich sei. Diese Behauptungen sind j ret erfunden. Aus Hessen. rm. Dar mst a d t, 18. 3ult Der Hesfis che Beamtei*Bunb hielt am ©amStag und Sonntag in Darmstadt eine Derttetervers ammlun g ab, die von Reichs-, Staats- und Kommunalbeamten wwie Lehrern gut besucht war. 1L a. wurde ber Beschluß gefaßt, zu beantragen, daß bie De- sotbungSregelung noch von bem jetzigen Lanbtag unb nicht erst nach ben Neuwahlen vvrgenommen werden soll. Aus dem besetzten Gebiet. Elberfeld, 18. Juli. (WTB.) Die „Bergisch-Märkische Z t g." ist vom französischen Oberkommando in Düsseldorf brS zum 15. Oktober verboten worden. । weiter Ein Wagen wurde zertrümmert. Der Der- I lehr wird aus dem Nedengeleise au fr echt erhalten. Vermischtes. Gisenbahnunfall. Man könnte noch viele Friedensschlüsse vergleichen. nirgends würde man |o raffiniert ausgeklügelte Knebel-- und Marterbestimmunaen finden wie im Dertrag von Versailles. Wohl aber würbe man finden, daß die Friedensschlüsse in denen Deutschland den maßgebenden Einfluß hatte, durch Gerechtigkeit und Sachlichkeit gegen andere Nationen charakterisiert werden während die der heutigen Gntentestaaten stets Neigung zu Gewalt und dauernder brutaler Unterdrückung atmen. So zeigt die Ausstellung über die Friedensbedingungen dem Nachdenklichen aufs neue nicht nur die Härte, sondern auch hie Unehrlichkeit unserer Feinde, die immer noch nicht müde geworden sind, zu behaupten, daß Deutschland seine Leiden als Vergeltung für das, was es früher anderen Völkern angetan habe, auf sich nehmen müsse. G. R o l o f f Entschlafene in seinem ganzen Hause und in der Gemeinde genoß. Kreis Büdingen. Die Trauerfeier für den Grafen zu Stolbergs Notzla. Aus Stadt und Land. Gießen, den 19. Hüll 1921. die der Görlitz, 18. 3ull. (Wolff.) 3n X a u b e n- b «i m an der Spree entgleisten gestern mor- gen 8 Uhr früh bei der Einfahrt des Zuges Ar. 824 drei Wagen 4. Älafle infolge falscher Weichenstellung. Ein Wagen stürzte um und versperrte die beiden Hauptgeleise. Etwa 20 Personen wurden verletzt, davon zwei erheblich. D?e meisten reisten nach Anlegung von Notverbänden Verbandstag derMietervereine- Dießen, 18. I rli. Gestern vormittag sand im Eisenbahnhotel Hopfeld der V e r b a n d S t a g der BszirkSver- bände der Mietervereine von Hessen, Hessen- Nassau und der Länder am Rhein statt. 3m Mittelpunkt der Tagung stand ein Referat von Dr. E. W. Fischer- Frankfurt a. M. über Reichsmietengeseh-, Mietsteuer-, Mieterschuhg'seh und Mieteinigungsämter. Der Redner erläuterte zunächst die Stellungnahme der Mieterorganisationen zu dem Entwurf des Reichsmietengesetzes sowie die Aussichten, die nach diesen gesetzlichen Destimmungen für die Mieter bestehen. Er hält es für dringend notwendig, einen Anschluß der Arbeiter- und Angestelltenorganisationen an die Mietervereine zu erstreben, um eine Einheitsfront herzustellen, die in der Lage ist, dafür zu sorgen, daß eine unerträgliche Belastung der Mieter unterbleibt. 3m zweiten Teil seines Referats sprach der Redner über das „Gesetz über die Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaues", das am 24. Juni i. ()6. vom Reichstag beschlossen worden ist. Die Abgabe zur Förderung deS Wohnungsbaues, welche nach Ansicht des Redners nichts anderes als eine Mietsteuer ist, flieht in die Kassen der Länder und Gemeinden, und zwar sollen für die Länder 5 Proz. des Mietwertes _ W r n l n g s, 18 3uli Ein großer Le'chen- zug, wie ihn Wenings seit langem nicht gesehen hat, bewegte sich heute zum hieligen Friedhof, um den durch ruchlose Mörberhand erschossenen F ö r» st e r Maul zur letzten Ruhe zu bringen. Welch hoher Wertschätzung sich der Verblichene bei ollen Kreisen der Bevölkerung erfreute, gehr aus der zahlreichen Beteiligung, sowie aus den Kranzspenden hervor, die an seinem Grabe niedergelegt wurden. Der Fürst von 3scnburg-Virstein widmete ihm warme Worte der Anerkennung und des Dankes für seine Pflichttreue und bezeichnete ihn als ein Muster für die Hegemeister des ganzen Bezirks. Förster Maul war Veteran aus dem Krieg 1870 71 und stand im 73. Lebensjahre. Kreis Schotten. [j Schotten, 16 Juli. Am verflossenen Montag tagte hier unter dem Vorsitz von Ged. Schulrat Dr. Dolckmar-Büdingen eine Versammlung alter Büdinger Gym- naliasten aus unterem Städtchen, sowie aus Nidda, Loubach usw. Man gedachte in froher Erinnerung der gemeinsam verlebten Jugendzeit und trennte sich mit dem festen Vorsatz, in regelmäßiger Folge iolche Zusammenkünfte zu wiederholen. Als Orte der nächsten Brgegnugen wurden Büdingen (13—14. August, und Laubach (5.-6. September) in Aussicht genommen. Wetterfeld, 17. Qult. DaS Ehrende n t m a l für die gefallenen Söhne unteres Dorfes, über das wir unlängst berichteten, wird alter Doraussicht nach noch in Metern Herbste vollendet werden. Die Balustrade, die den Platz tehr wir- lungsvoll abschließt, ist nahezu vollendet. Demnächst wird mit der Ausmauerung des Sarkophags begonnen, um den die Tafeln ans Muschelkalk gestellt werden tollen. Am Nachmittag folgten bic eigentlich-,, Verbandsverhandlungen lieber 1500 ~ deiche Mietervereine sind mit mehr als 4 Millionen Mitgliedern (von rund 11 Millionen Mietern, öu 20 Provinzialverbänden und schließlich zum Deutschen Mieterbund Dresden bereits zusammen geschlossen. Während die Ort« he reine die Inter- eWen der Mieter mehr lokal zu wahren haben, arbeiten die Prvvinzialverbände mit dem Mieter bund Dresden eifrig daran, um b-c Mietcirechtt auch gesetzlich zu sichern und ihren heute schon leb- beträchtlichen Einfluß auf die Gesetzgebung aus- zuüben. Zu dem am 3., 4. und 5. September in Dresden stattfindenden Mieterbundestag wurden Delegierte gewählt. Die hessischen Mietervereine ttnb zu einem Verband zusammengeschlossen und haben mit den Dezirksverbänden Hessen-Nassau besetztes und unbesetztes Gebiet eine ArbeitsgemeinschaN betätigt. An Stelle des ausgeschiedenen Dr. Rie manu-Gichen wurde Bergingenieur Weber vom Mteterverein Gießen als Delegierter in die A> beitSgemeinschaft gewählt. Ein großes Arbeitsmaterial wurde in lebhafter Verhandlung, an der sich hie Delegierten aller erschienenen Mietervereine beteiligten, durch beraten, so daß der VerbandStag erst gegen Abend zu Ende kam Die Versammlung sprach dem Leiter des Verbandstages, Ortslrankenkassenbeamten W v l ff vom Mieterverein Mainz den Dank für seine ge schickte und erfolgreiche Leitung auS. vom J. Juli 1914 von allen Nutzungsberechtigten aller Gebäude und aller Gebäudeteile erhoben werden. Die Gemeinden haben einen Zuschlag in gleicher Höhe zu erheben, so daß also die Mietsteuer 10 Proz. beträgt. Dieser Zuschlag kann von den Gemeinden erhöht oder ihnen ganz erlassen werden. Auch können die Gemeinden eine Woh- nungslurussteuer einführen. Die Gelder, die an die Länder fließen, sind in erster Linie zur Ver- zinsuna und Tilgung der gewährten Baukosten- Zuschüsse für Bauten, die nach dem 1. Oktober 1920 begonnen wurden, zu verwenden. Berücksichtigt man weiter, daß zur Feststellung der Erhebung der Steuer ein gewaltiger Apparat notwendig ist so bleibt nach Ansicht des Redner« für Reil- beschaffung von Wohnungen nur so viel übrig daß für 90 000 Wohnungen. daS ist der vierzehnte Teil der benötigten Wohnungen, Zuschüsse gewährt werden können, ganz abgesehen davon, daß die Zahl der benötigten Wohnungen täglich steigt. Der Redner ist der Ansicht, daß der Weg der Mietsteuer auf die Dauer nicht beschritten werden könne, daß vielmehr grundsätzlich neue Bahnen in der Wohnungspolitik eingeschlagen werben müssen. 3m letzten Teil seine« Referats beschäftigte sich Dr. Fischer mit Gedanken zu einem Entwurf über Mieterschuhgeseh und Wirt- einigungsämter, machte insbesondere einige interessante Ausführungen über Kündigungsrecht, Vollstreckungsgenehmiaung, Zusammensetzung der Mieteinigungsämterv Anfechtbarkeit der Beschlüsse usw., um zum Schluß dann noch besonder« darauf hinzuweisen, daß die Mieterorganisationen nicht nur die Aufgabe hätten, rein örtliche Angelegenheiten zu regeln, sondern auch mit allen Kräften bei dem Aufbau der Gesetze, soweit sie für den Mieter 3ntereffe haben, Mitarbeiten müßten. An die sehr beifällig aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine eingehende Aussprache an der sich, abgesehen von Vertretern der Vereine Homburg v. d. H., Offenbach, Darmstadt, Wiesbaden, Aeu-3senburg und Bad-Nauheim, die Herren Beigeordneter Dr. Seipp, Stadtverordneter W i n n und Land'agsabg. Dr Urfradt Gießen beteiligten Nach Schluß der Vormittags-' Verhandlungen vereinigten sich die Delegierten zu einem gemeinsamen Mittagstisch im gleichen Lokal, Bei einer solchen Steigerung des Brotpreises wird das 1900-Gramm-Brvt in den Orten, in denen es bisher 3 Mark gekostet hat, nunmehr einen Preis von etwa 7 Mark erreichen. Auch das bedeutet, noch, daß allein für die ersten Monate des kommenden Wirtschaftsjahres, daS ist für die Zeit vom 15. August dieses Jahres zum Ende des Reichshaushaltsjahres am 31. März 1922, Derbilligungszuschüsse des Reiches ftn Höhe von K/t bi« 4 Milliarden Mark, je nach dem Weltmarktpreis des Getreides und dem Stande der deutschen Währung, zu leisten sein werden, also eine Belastung des Reiches, die meben den sonstigen gewaltigen Verpflichtungen -außerordentlich drückend ist. Zu der Befürchtung, -daß das rationierte Brot der Bevölkerung in "schlechter Beschaffenheit verabfolgt werden wird, "'egt kein Anlaß vor, zumal im neuen Wirtschaftsjahre die Brotstreckung fortfällt und Brot nur aus reinem Brotgetreide- rn 6 h I gebacken werden darf. Bei einer etntoaub- freien Verarbeitung solchen Mehles. die durch die Kommunalverbände und die Polizeibehörden überwacht werden wird, darf erwartet werden, daß die Bevölkerung auch das rationierte Mehl in schmackhafter Zubereitung erhält. 3n dem am 15. August 1921 zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr ist eine sehr erhebliche Brot- nerbilHgung gegenüber den vor allem durch das teuere Auslandsgstreide tatsächlich erwachsenen Ginstandskosten erfolgt. Das Reich hat für diesen Zweck über 10 Milliarden Mk. im Laufe des Wirtschaftsjahres aufgewendet, die es sich nur durch stärkere Inanspruchnahme der Notenpresse beschaffen konnte, unb die letzten Endes wieder durch Steuern gedeckt werden müssen. Bei der un= .günstigen Finanzlage ist das Reich auf die Dauer außer Stande, leine Verbilligung in diesem Um- Zange fortzusetzen. ■ Auch in den andern Ländern, in Italien, England und Frankreich bestand während des Krieges und auch in den folgenden Jahren ein politischer Brotpreis, d. h., es hat eine Verbilligung des Brotes unter Zuhilfenahme von Staatsmitteln stattgefunden. In Erkenntnis der Anmöglichkeit, eine solche Wirtschaftspolitir wetterzuführen, sind diese Länder trotz weit günstigerer Finanzlage bereits dazu Übergeganqen, zum Teil unter Einführung der freien Wirtschaft für Brot und Getreide, die Verbilligung ^des Brotes durch öffentliche Mittel elnzustellen. 1 Schritte des Allgemeinen Gewerkschaftsbundes. ' Wie der „Dorwä rt 6“ mitteilt, hat die kommende DrotpreiSerhöhung wiederholt den Gegenstand von Besprechungen innerhalb des Allgemeinen Gewerkschaftsbunbes gebildet. Die Frage wurde gemeinsam mit der Zentral- arbeitSgemeinschaft erwogen und es wurde darauf hingewtesen. daß im Falle einer Verteuerung des Brotes eine Erhöhung der gegenwärtigen. tariflich festgelegten Löhne er- folgen müsse. Hierüber ist auch dem R s i ch s - kabinett Mitteilung gemacht worden. Die Meldung einer Nachrichtenagentur, daß die Gewerkschaften für den Fall, daß das Kabinett der Brotpreiserhöhung seine Zustimmung erteilen sollte, die Forderungen nach dem Rücktritt der sozialdemokratischen Minister erhoben habe, wird von dem Blatte als falsch bezeichnet. übergehend. wett Frankreich außer Deutschland I der großen Verehrung und Liebe, Den ganzen Kontinent in die er Weise auszufauaea • - r----------- -- strebte, allein aber nicht starr genug war. diese Herrschaft dauernd auszuüben. Heute haben sich alle großen Mächte der Welt und eine Anzahl kleinerer verschworen. Deutschland in Schande und Knechtschaft zu halten, es wird also weil schwerer als damals sein, die Ketten abzuschutteln Wie anders sehen die Friedensschlüsse au«, in denen Deutschland der Sieger war Nach dem Sturze Napoleons wurden Frankreich keine Bedingungen auferlegt, die seine nationale Entwicklung gehemmt hätten, nicht einmal alle Eroberungen wurden ihm abgenommen: das deutsche Elsaß-Loth- ringen, das Frankreich stet« als Ausfallspforte über den Rhein benutzt hatte, wurde ihm noch gelassen. And die 03ebtnaungcn von 1870? Wer wüßte nicht, daß die Abtrennung von Elsah- Lothringen nur eine Forderung der Gerechtigkeit und der politischen Notwendigkeit war, wodurch Deutschland die Wiederholung französischer Angriffe zu erschweren suchte: wer wußte nicht, daß Frankreich die fünf Milliarden Kriegsentschädi- gung ohne große Anstrengung bezahlen konnte, und daß eS trotz dieser Verpflichtung und trotz jener Verkleinerung einen gewaltigen Aufschwung genommen und ein riesiges Kolonialreich seit 1871 erworben hat? Wer dürfte Deutschland vorwerfen, daß es feinem befiegten Feinde dauernd die Hände zu binden gesucht hätte? _ vrtenberg, Iß. Juli. Unter der Teilnahme der ganzen Gemeinde fand gestern die T r a u e r f e i e r für den so plötzlich heim- gegangenen Grafen Kuno zu Stolberg- Roß la statt. Die Vereine, Stadt und Kirche hatten am Morgen durch ihre Vertreter im Schloß Kränze niederlegen lassen und geleiteten den Sarg mit der sterblichen Hülle des Heimgegangenen in die Kirche, in der sie auf» gebahrt wurde. Zu der Trauerfeier hatte sich eine große Zahl auswärtiger Gäste eingefunden, der Großherzog mit Gemahlin, die Fürst, lichkeiten von Büdingen. Lich, Hungen, Laubach. Freiherr von Riedesel, Prinz Waldemar von Preußen u. a„ viele Forstbeamte. Kam- merdirektoren und sonstige Vertreter hoher Behörden, so daß das große, geschmückte Got- teshaus bis zum letzten Plätzchen besetzt war. Die Ehrenwache an der Bahre hatten die fürstlichen Förster übernommen, eine Fülle kostbarer Kranzspenden von hier und auswärts bedeckten den Sarg, Gemeindegesang eröffnete die Feier, darauf hielt der vtts- geistliche eine Ansprache und zeichnete noch einmal ein Bild des Verstorbenen. Der Kir- chenchor sang hierauf „Wenn ich einmal soll scheiden." Die auf Wunsch der Leidtragenden und im Sinne des Entschlafenen einfache und schlichte Feier wurde mit Gebet und Vaterunser geschlossen. 3m Anschluß fand so- fort die Ueberfuhrung nach der Bahn statt: die Vereine hatten den Vortritt, hinter dem Leichenwagen folaten die Famllienglieder und ein großer Teil der Gemeinde. Am Bahnhos sprach der Geistliche noch einige passende Schriftwotte und Verse. Unter den Klängen des Kirchenchors wurde der Sara in den Wagen gehoben um nach Roßla überführt zu werden, wo am Dienstag die Beisetzung erste Erinnerung an die Jahrhundertfeier wird auch wachgehalten werden durch da- erste Butzbacher Notgeld, das gestern von der Stadt zur Ausgabe gekommen ist. Die auf Antrag von Gemeinderat Ioutz in sieben Serien erschienenen 50-Pfennigscheine zeigen auf der Vorderseite das Bildnis des Landgrafen Philipp von Butzbach und die Nachbildung des von Ludwig dem Baier ausgestellten Stadtbiiefes. Die Rückieit- lut Bel den einzelnen Scheinen verfchiedenes Aussehen, te bringt in Stadtbildern und Darstellung kunsthistorischer Gebäude wichtige Ereignisse und Momente aus der Stadtgeschichte. Sin 25-Psennig schein wird auf der Vorderseite durch dnS Bild des schönen Marktplatzes geziert, während auf der Rückseite eine oberhessische Trachtengruppe mit der Burg Münzenberg im Hintergründe und dem Spruch zu sehen ist: „Wollt r uus leawig ih, müht'r uff Doutfchbach gib". Die große Nachfrage, die gestern und heute schon nach dem neuen Papiergeld herrschte, berechtigt zu der Hoffnung, bah das Notgeld nicht nur die Kletngeldnot behebt. sondern auch der Großgeldnot pes Stadtsäckel« etwas abhelfen wird. Ihren Abschluß hat die Jahrhundertfeier mit den Hauptfestlageu eigentlich noch nicht gefunden. Auch die nächsten Wochen und Monate werden noch In ihrem Zeichen stehen. Dom 31. Zuli bis 15. August findet hier die große Jubiläum«' Gewerbeausstellung statt. Außerdem veranstaltet der VolksbilburmSverein noch eine Vortragsreihe aus der Geschichte der Stabt Butzbach, zu her der beste Kenner hessischer Schul- und Kirchengeschichte, Pros. D. Dr. Diehl t Friedberg) gewonnen ist. Sr hat bereits über die Geschichte deS Butzbacher Kugelhauses gesprochen und wird im Lause der nächsten Zeit nun noch folgende Themen behandeln: Kunst und Wissenschaft am Hofe Philipps von Butzbach! die Blütezeit her Butzbacher Lateinschule: Aus der Geschichte bet Butzbacher Leben« im 18. Jahrhundert. Dazu wird Geh. Rat Häger noch eine Festschrift zur SechShunbertjahrfeier herauSgeben. 3m Laufe der nächsten Monate erscheinen 6 Hefte. Liebhaber hessischer Geschichte seien darauf aufmerksam gemacht, daß sie da« Werk jetzt schon bei der Buch. Handlung Wilhelm Weickhardt vorauSbestellen können. Die Erhöhung des Vrotpreises. Deutschland muh notgedrungen zu einem Abbau der Getreide- und Brotverbilligung -übergehen. Die Reichsregierung hatte deswegen 'm Einvernehmen mit dem Reichstag, der anlaß» ftch der Etatsberatungen mit der Frage befahl war. eine Erhöhung de« Br »tp reise« v m etwa 50 Prozent des jetzigen Broc- greises am 16. August 1921 in Aussicht genommen. Gegenüber diesem Plan hat später der Volkswirt- Ichaft^e Ausschuß des Reichstags auf Antrag 2lbg. Wieber eine Resolution gefaßt, bic Reichsregieurng zu ersuchen, den Brotpreis im neuen Wirtschaftsjahr nicht über 40 Proz. Au erhöhen. Trotz der großen Bedenken wegen der finanziellen Auswirkung dieser Entschließung hat da« bedeutet noch, daß allein für die ersten preis glicht um 50 Prozent, sondern ' nur um 40 Prozent zu erhöhen. 600-Iahrseier der Stabt Butzbach. # Butzbach, 17 Juli 1921 Der heutige Festsonntag wurde mit Sborol* wusjk auf dem Marktplätze eingeleitet Daran anschließend fanden stark besuchte Festgottes d i e n st e in den Kirchen statt. In der evangel. Maikuskirche hielt Pfarrer Schneiderdie Fsst- predigt: Evangelischer Kirchengesangverein und Gemischter Chor verschönten die Feier. Dor der katholischen Gemeinde war Pfarrer Adler Feh bt’ebigcr. Der Nachmittag gehörte ber Jugend Unter den Klängen der Musik zog sie in stattlichen' Festzuge nach dem nahen Zipfenwalde am öchren zer, wo die Butzbacher schoti immer ihre Jugend feste abgehalten haben In mühevoller Vorarbeit hatten Real- und Stadtschule ein reichhaltige« Programm ausgestellt Nach dem gemeinsamen Liebe „Deutschland, Deutschland über alle«" hielt Pfarrer Loos eine Ansprache an Jugend und Erwachsene, die das Iugendsest trotz der Not ber Zeit als ein Fest froher deutscher Zukunstshofs- nung nicht nur für berechtigt, sondern al« notwendig hielt 3m weiteren waren vorgesehen Chöre der Stadtschule und der Realschule, Reigenaufführungen, Wettspiele, Theateraufführungen der Realschule (Der Rattenfänger von Hameln Hänsel und Gretel) und mehr. Leider machte ein Gewitterregen, der ja sonst von jedermann heiß herbeigesehnt wurde, dem frohen Iugendtreiben schon zu früh ein Ende, ehe das Prygramm durchgeführt war. Die große Waldgememde löste sich auf. Die Kinder erhielten aber vorerst noch bic seit Jahrhunderten beliebten Stautzenweckc die ihnen die Stadt gestiftet. Außerdem bekam bic Schuljugend zur Erinnerung an die denkwürdigen Tage vom Volksbildungsverein noch die in oci Sammluna der Hessischen Volksbücher erschienene und von Prof. D. Dr. Diehl verfaßte Gedenk- f ch r i f t über den Landgrafen Philipp von Butz- bad) und von der Stadt „ßieß Heimatland" mit entsprechender Widmung. Diese bleibenden Geschenke werden gewiß dazu beitragen, daß den Kindern die benunürbtge Jahrhundertfeier unvergeßlich sein wird. I J Freienseen, 17. Huli. Heute stellte sich nach wochenlanger Dürre endlich der heiß ersehnte Regen ein. Wir haben eben gerade K i r ch w e i h e. Wenn auch das Fest durch den starken Regenfall etwas gestört wurde, so war doch allgemeine Freude über das willkommene Naß: unsere trockenen Wiesen haften es dringend nötig. Das Getreide steht herrlich. Ej Ulrichstein, 18. Juli. Gestern mittag fand hier auf dem Schloßberg die Feier des 40jähri gen Bestehens des V. H. C.° Zweigvereins Ulrichstein statt. Eine stattliche >Zahl von Vertretern der übrigen Zweigvereine aus Schotten, Nidda, Laubach, Lich, Mücke, Frankfurt, Darmstadt usw. war erschienen. Hesserr-Nassau. [1 Marburg, 15. Juli. Gin Wald- brand vernichtete gestern nachmittag in der Nähe von Cölbe auf ber sog. Subenhardt fünf Hektar Fichtenbestand. — Die Einwohner ber Vorstadt Weidenhausen haben ein Gesuch eingereicht, bei dem sehr niedrigen Wafserstand mit den Lahnregulierungsarbeiten zu beginnen. Wettervoraussage für Mittwoch. Bewölkt, Gewitterregen, warm. , r --leber bem Festland liegende Luftströmungen haben lebhafte Gewittertätigkeit zur Folge. Auch morgen ist mit schwülem Wetter und Gewitter zu rechnen. ** Die 'Benutzung von übermäßig Hellen Scheinwerfern an Kraftwagen ist verboten, da die blendende Wirkung entgegenkommende Fuhrwerke und Fußgänger stark gefährdet. Die Polizeibehörden sind erneut angewiesen, in dieser Hinsicht scharfe Konttolle auszuüben und jede Uebertretuna zur Anzeige zu bringen. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Handelskammer-Ausstellung: Der Friedensvertrag von Versailles. — Stadttheater 7 Uhr: Die drei Zwillinge. — Lichtspielhäuser: wie gestern. — GesellschaftderGiehenerKunst- freunde. Wir machen darauf aufmerffam, daß die Theater-Vorstellung ber Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde morgen im Katholischen Der° emshcms nicht um 7i/3 sondern um 8V, Uhr beginnt. Zur Aufführung gelangen Goethes „Laune des Verliebten" und „Der 24. Februar" von Zacharias Werner. Landkreis Giesten. X Wiefeck, 17. Huli. Der Gesangverein „Concordia', der älteste Verein in Wieseck war während des Krieges, da ihm die meisten Sänger fortgerissen waren, verstummt. Vor 14 Tagen ist er wieder mit einer Sängerzahl wie vor pem Kriege m die Oeffentlichkeit getreten. Dirigent ist tote vor dem Kriege Heinrich Kümmel. Der Friede von Versailles, «Ine noch nie dagewesene Grausamkeit. r» Ausstellung Über den Frieden von -äersalueS ausmerksam besucht hat, muß die Ueber- zeugung mit nach Hause nehmen, daß die Be- bingungen geändert werden müssen - oder daß TSti?fRt^Cn?0ir äum Untergang, zur allmäh- licheu körperlich^ unb geistigen Erschlaffung, zu einem kümmerlichen Sklavenleben im Dienste der h. De2£tCt!lVft Die Vernichtung der Wehr- ^sfahrt und des Außenhandels, die Aussv^i-.^' Wasserstraßen, die systematische 9 un !re.c industriellen Geheimnisse, * 9L2rJitfun9 finanziellen Verpflichtungen. b >±W”Cter Volksgenossen im Osten alles das b^tunentbehrlichen Bodenschätzen; anc« Da« b ent ebenso zur Zerstörung der vor- handenen Leistungsfähigkeit wie zur Unterbindung ■S^tfArnnUhCn fruchtbringenden Tätigkeit, die A“ - Es tU ein Frieden, wie ibn hip nxvu Tauft ober an anöertr stell- «n,-siedelt - aba bafi waren offene Akte her Brutalität gerufen durch Haß, Rachsucht und die der Wederersiarkun« ber W.d^ew'Ln M° Gefühle und Ziele der Sieger von heute tmh hi > Felben wie die der AömL d°° m-b^ls 2^ Jahren, bte ^ttel find andere, da man 70 Millionen nicht einfach töten oder auSsiebeln 'u-bt man |lt durch erbrück.nb. DerpMchtunaen r W'Sung bei- 2cn. Roch dal her wunderlichste Mora lapostel sich nicht mit dem blinden Fanatismus eines Monomanen umgürtet. Er mischt die Tragik noch meßt mit bev Burleske und klatscht dabei wie ein Morttatensänger mit dem Stock auf die Leinwand „So ist da».Leben". Hier schreibt er einen Schwank. Das Burleske überwiegt, nur ganz selten starrt für Sekunden hinter ihm die tragt Maske (»in Schwank. Hier bin ich Clown, hier darf ichS fein Die Fäden wirbeln. Alle» Purzelt durcheinander ohrfeigen werden bezogen. Phy fisch undmoralisch. Fürstinnen entlarven sich als Trap->ku"stlerinnen, Kammerdiener als verkrachte Charakterdarsteller, Gräfinnen werden ZirkuSrei- terinnen und ZirkuSdreffeure Hauslehrer Gegen- föne sind nur dazu da, einander aufzuheben. Alle Sibbrcn zur großen Familie der Wedekindschen cftalten, kehren irgendwie verwandelt in spateren Stücken wieder: Schwiegerling als Marquis von Keith. Katharina al« Lulu, ..das wahre Tier, das wilde schöne Tier" Und alle werden durch- etnanber gehetzt eine» blödsinnigen Einsalle» willen. der so alt ist, wie vielleicht die ganze abendländische Literatur: den Liebestrank, der dem Fürsten die Liebe der Gräfin beschaffen soll, und der nur bann wirksam ist, wenn er beim Trinken nicht an einen Bären denkt ES erweist sich immer wieder, eine Idee kann noch so alt sein. eS braucht nur der Richtige zu kommen und sie gewinnt alle Lebensfrische zurück. So in diesem Wedekind, der nicht der stärkste ist, der aber den Widerstrcbendsten zum Lachen vergewaltigt. Die hervorragende Darstellung war in Anbetracht des schwulen Tages besonders anerkennenswert. Else Koop hatte in der Gräfin Katharina wiederum eine Rolle gefunden, in der sie ihrer ganz speziellen Begabung nachgeben konnte, die sich zum erstenmal fo ganz überraschend in StrindbergS „Kameraden" erwies. Man sollte sie nur mit solchen Rollen bedenken können und hätte an ihr eine Charakterdarstellerin, die sich an den besten Bühnen messen könnte. Sehr gut hatte sich auch Auguste M a r ck s in die Fürstin Lisaweta hineingefunden, „die Sphinx", die für sich selbst das Leben enträtselt hat und den anderen um so rätselhafter erscheint. Elsbeth Dolmar, eine neue Kraft für den Winter, machte als Kammermädchen eine gute Figur, ließ aber noch keine Rückschlüsse auf ihre Fähigkeiten ziehen. Den Fürsten konnte man sich anfangs großfürstlicher vorstellen. Sobald aber Adolf Teleky den 5 ampf mit dem Bären aufzunehmen hatte, der ihm aufgebunben war, wurde er Herr der Situation und blieb es bis zu seiner kläglichen Rückkehr in die weichen Pranken seiner „Spinx". OSkarF e i- a e l traf den bramarbasierenden Zirkushelden durchaus richtig. Am besten gelangen ihm die Wiedererkennungsszane mit seiner ersten Frau und ihre abermalige „Verabschiedung". Wolf Leutheiser, der in letzter Zeit wieder mehr ßerbortrttt, bewährte sich auch diesmal in der Rolle deS Kammerdiener- Leboeuf vorzüglich. Die Spielleitung (ebenfalls Adolf Telsly) nahm den Anfang des ersten Aktes etwas zu langsam und schwer. Sonst zeigte sie sich dem Stile Wedekinds völlig gewachsen. Gießen hat sicher selten so gute Aufführungen wie in dieser Sommerspielzeit erlebt. Solange die heißen Tage noch anhalten, erscheint es jedoch gewagt, der Direktion eine Wiederholung zu empfehlen. 3m Winter könnte auch der „Liebestrank" mit mehreren ausverkauften Häusern rechnen, zz. bexaenukßten Humor das Verletzende genommen rst. Sentnnentalllät und Rührseligkeit, in bescheidenem Maße aufgetragen, dazu die treffliche, allzeit amüsante mtfe en fetne und ein frisch belebter, nie langwelliger Dialog, das alles mach» das Spiel von Vater und Sohn, die sich in ihren Liebesabenteuern stets begegnen, noch heute zu einem durchaus unterhaltenden Theaterstück Und es gibt viel anspruchsvollere Werte, die mit weit weniger tauberen Mitteln arbeiten! Die Darstellung war auf einen frisch au- greifenden Ton abgestimmi, das Larmoyantc trat mit Recht zurück. Zwei neue Kräfte führten sich recht glücklich ein: Hans H ü b n e r als alter Gras, stutzerhaft geschniegelt und gestriegelt, wie ein Junger verliebt und jeder Schürze nachjagend, blieb doch durch feine Gutmütigkeit sympathisch: mit edler Gradliniqkeit spielte HannS König den armen Baron v. Stein, eine Figur, der LessingS „Lcllheim" Pate aeftanben haben maq. Den führenden weiblichen Rollen gaben Antonie ©teuer und Erna Heicke Frauenwürde und Reiz, Gustl Sieger zeigte in einer Eharge ihr schon mehrfach bewährtes komisches Talent, und Kurt Sellnick war ein offener feuriger Liebhaber, das verjüngte Abbild seines VaterS. 3m bescheidenen Rahmen der Kammerfpiele boten die Bühnenbilder Martin D i 11 r i ch s zierliches Rokoko. So hatten der alte Kotzebue u n b das Theater einen guten Tag. Mütter'schc Badeanstalt. Wafferwärme der Lahn am 19. Juli: 19 Grad R. Handel. Berlin, 18. Juli. Dörsenstim- m u n g S b i l d. Die Devisenkurse erfuhren eine wesentliche Erhöhung infolge der kleinen Abschwächung des Markkurses in Amerika. Gleichwohl war der Kaufandrang anscheinend weniger stark, als man nach einer zweitägigen Unterbrechung deS Börsenverkehrs erwartet hatte. Angeblich veranlassen politische Verhältnisse eine Zurückhaltung in der Spekulation. Das Geschäft konzentrierte sich auf gewisse Werte deS Montanmarktes und einige bevorzugte Spezialpapiere, so stiegen Bochumer, Mannesmann, Phönix, Rheinstahl und ferner AugSburg-Rürnberger, Maschinen, Deutsche Waffen um 10—20 Punkte. Demgegenüber standen aber auch Abschwächungen von teilweise 10 Prozent, wie bei Katkowitzer Bergbau und Lothringer Hütte. Don Schiff- fahrtsaktien besserten sich Hamburg-Südame- rikanische Dampfschiffahrt und Hansa bemerkenswert. Am Anlagemarkt behauptete sich der Kursstand. Morgen nur Devisen- und Banknotenmarkt. F r a n k f u r t a. M., 18. Juli. Börsen- stimmungsbild. Die Abendbörse verkehrte in unregelmäßiger Haltung. Die Grund- ftimmung des Marktes war fest. Allerdings machte sich im freien Verkehr auf dem erhöhten Kursstände einzelner Spezialpapiere auch eine Neigung zu Gewinnsicherungen geltend, so daß ein Teil der Aufbesserung an der Mittagsbörse wieder verloren gingen. Don Elektrizitätswerten waren Schuckert befestigt, 285 bis 288 bezahlt. Lahmeyer konnten sich behaupten. A. E. G. schwächten sich ab. Chemische Werte, mit Ausnahme Elberfelder Farben, blieben gut behauptet. Mannesmann stellten sich bei einiger Nachfrage etwas höher, Luxemburger und Gelsenkirchen etwas niedriger. Don sonstigen Industriewerten sind Hanfwerke Füssen mit einem Gewinn von 18 Prozent hervorzuheben, der Kurs stellte sich auf 488. Höher gesucht waren Schuhfabrik Herz, Rettenmeher-Twoli, Hydrometer, Bercelinö Bergbau erhöhten ihren Kursstand auf 434, plus 7 Prozent. 3r ran R f u r t a. M., 19. Juli Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 15. Juli, 18. Juli. 2lmfterbam. fRotterb. 2375,10 2379,90 2422,55 2427,45 Brüssel-Antwerpen . 569,90 571,10 582,90 5 84,10 Thristiania 1005,90 1008,101010,45 1012,55 Kopenhagen 1182,-801185,201181,30 1183,70 Stockholm ...... 1578,401580,601605,85 1609,15 Aelfingfors 124,35 124,66 126,75 127,05 Italien 342,65 343,35 347,15 347,86 London 270,95 271,55 276.95 277,55 Neunork 74,54 74,70 76,92 77,06 Pari* 584,40 585,60 596,90 598,10 Schweiz 1236,251268,75 1260,201268,80 Spanien 964,— 966,- 9'4,- 986, - Wien (altes). .... - Deutsch-Oesterr. . . . 10,28 10,32 10,43 10,47 Prag......... 98,20 98,40 98,90 99,10 Budapest 25,07 25,13 22,07 22,13 Konstantinopel . . . Berlin Abend- Abend- Schluß- bald em , nur gc 76,50 170, 281 238,75 223, n u 268, 330. 334, 8,75 6.40 Züricher Devisenmarkt. Schweizer Franken KurS 18.7. 77,50 573,50 311 - 38/ 399, 568, 16.7. 8,12 414,- 339,75 312, — 279,84 530.- 230.- 409,- 334,75 312,- 281,- KurS 16.7. 77,50 6,30 1049,- 7,04 16,84 Sh. Fr. r 152,75 380*50 18.7. 7,90 4,10 8,65 100 100 100 100 100 . 1 100 100 >100 100 100 Börsenkurse Sranffurt Fl. Mk. Kr. Kr. r- L. Frankfurt a TL. 18 Znlt Getreidemarkt Infolge der Trockenheit büeb die Rach- frage nach Futtermitteln bestehen. Die Vorräte der letzten Ernte in Hüllenfrüchten wird immer knapper und die neue Ernte läßt, trenn nicht 100 ß. ; Märkte. Schluß- Kurs 18.7. 77,50 79,»0 i 76,50 70,20 i 170,50 300,- i 279,50 214,- 183,- Jturä 15. 7. 77,50 79,60 76,40 70.30 170,50 300, 279,50 214,- 183,- 106,60 177,- 153.- 520,- 388,50 403,50 574,- 310,- 263,- 810,- 410,50 339,- 313,- 288 - Wechfel auf Holland ...... Deutschland Wien Prag Paris London . ..... Italien Brüssel Budapest ..... Neuyork Agram ... Bukarest (3n einem Teil der Austage wiederholt.) Aus dem Entwaffnungsausschutz des Völkerbundes. Paris. 18. Juli. (WB.) Der Ent was te ngsauslchuß des Völkerbundes 275,- 69,60 334,- 166,- 171,- 156,50 525,50 386,50 399,81 575,- 307,- 275,- 836,- 416,- 339,- 312,50 290, - 629,50 240,- 5 9, - 276,75 09,75 330,25 192.75 8.02 0.80 7.96 47.25 21.95 27.45 46.40 1.90 606.- 3.90 8.65 I Kr. 192.- 8.- 0.80 7.70 46.95 21.80 26.95 46.- 1.80 609— 3.75 8.35 97,81 125,10 23,80 18. 7. Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag Stockholm. Wien. . . . London . . Paris . . . Neuyork. . hielt zwei Sitzungen ab 3n einer Vormittage- sitzung griff der ®cncral|cfretar des Allgemeinen Gewerlschastsbundes (C. G. T.), 3 o u b o u r. ar* Delegierter des internationalen Arbeitsamts in. die Debatte ein und wies auf die Begeisterung hin, mit der die Arbeiterbevülkerung den Gedanken ausgenommen habe, daß der Völkerbund daS Jriedenswerl fördern wolle. Seit dem Waffenstillstand habe dieses Vertrauen dem PessimiSmuL Platz gemacht. Das Vertrauen müfte wieder hcr- gestellt werden. Deshalb müsse man die Enttvois- nungsfrage nach ihrer Gesamtheit in Angriff nehmen. Entgegen der Meinung des Engländers Fisher vertrat Zouhaux den Standpunkt, daß man zu keiner praktischen Lösung kommen könne, wenn man die Frage der Seerüstung von der Frage der Landrüstung trenne. Das Problem müsse trt seiner Gesamtheit beraten werden. Mcu» müsse eine allgemeine Lösung Vorschlägen. Dann wandte sich Iouhaux gegen die von dem Italiener Schanzer vorgeschlagene Kommission, die eine Statistik des augenblicklichen RüstungSsland^S aufftcllen solle. Statistiken seien Immer anfechi- bar. Er sei für eine Lösung durch internationale Beipflichtungen, damit den Völkern die nötigen Bürgschaften gegeben werden könnten, um zur Entwaffnung zu schreiten und man immerhin mehr ah- komme von besonderen Verhandlungen der Staaten untereiuaiider. Zouhaux schlug deshalb vor, eine Kommission einzusehen, die eine Kontrolle der unter den Mitgliedern des Völkerbundes ausgetauschten militärischen Informationen ausübt. Iouhaux vertrat ferner die Ansicht, daß die private Herstellung von Waffen unterbunden werden müsse. Die ganze internationale Lage sei nach dem Kriege deshalb gefälscht worden, weil diejenigen, die Munition herstellten, den Mangel an Gleichgewicht zu ihren Gunsten hätten ausnutzen wollen. Deshalb müsse Der vom Völkerbund eingesetzte Ausschuß entschlosten zur Kontrolle und Beschränkung der Wasfenindustrie schreiten. An diese Aeußerung knüpfte sich eine allgemeine Aussprache, in der sich der Italiener Schanzer vollkommen mit Zouheux hinsichtlich der Aufgaben des Böllerbundes einverstanden erklärte. Eine Statistik der Rüstungen hält er jedoch für notwendig, weil sie die Grundlage zunr Handeln sichern könne. Der Engländer Silber erklärte, er wolle nicht die Frage der Landrüstun- ?,en von der der Seerüstungen trennen. Henn (Sng- and habe zu sehr unter dem Wettrüsten gelitten. als daß es nicht den Wunsch haben sollte, zu einem greifbaren Ergebnis zu gelangen. Er müsse jedoch bemerken, daß das Kriterium für beide Rüstungsarten nicht gleich sei. Beim Schluß der Vormittagssitzung schlug Vlviani die Bildung von drei Unterausschüssen vor. Der erste solle die Frage des Waffen- und Munitions- Handels, der zweite Frage deS Durchsuchungsrechts und der gegenseitigen Kontrolle der Auskünfte über die militärischen Rüstungen bearbeiten, und der dritte solle den Vorschlag des Italieners Schanzer betr. die Rüstung-statistlk prüfen. Neue Einroanderunyserschwerungen für Amerika. Paris. 17. Zuli. (WTB.) Die Chikago Tribüne meldet aus Washington: Der Vorsitzende de« Auswanderer-Ausschusses des Repräsentanten- ausschusses hat einen Geseyentwurs eingebracht, durch den für alle Einwanderer besondere Passe gefordert werden sollen. Die amerikanischen Konsuln im AuSlande sollen die Ausstellung an solche Personen verweigern, die sie für unwürdig erachten. 1.32 19.7. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 18. Juli. Bei gutem Auftrieb sanken die Preise in Rindern und Kälbern erheblich. Bei langsamem Handel verblieb bei allen Viehgattungen Lieberstand. 3m einzelnen ist zu bemerken: Aufgetrieben waren 1305 Stück Großvieh,, 31 Oesterreicher, davon 157 Ochsen, 76 Dullen, 1072 Färsen und Kühe: ferner 250 Kälber, 53 Hümmel und 1133 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: für Ochsen 400—700 Mk., für Bullen 350 dis 525 Mk., für Färsen und Kühe 150—700 Mk. für beste Färsen, bis 675 Mk. für beste Kühe: ferner für Kälber 400—675 Mk.. für Hümmel 400—500 Mk., für Schweine unter 80 Kg. Lebendgewicht 1000—1200 Mk., 80—100 Kg. 1200 bis 1250 Mk.. 100—120 Kg. 1175—1275 Mk., 120 bis 150 Kg. 1200—1250 Mk. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste. Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Frankfurter Obst- und Gemüfemarkt. Frankfurt a. 1, 18. Juli. Der heutige Obftmatft war sehr reich mit B rnen und Pflaumen befahren. Während die Preise für Birnen, besonders kleineren Sorten, nachließen, stiegen die Pflaumenpreise. Alles andere Obst war in nur geringeren Mengen angefahhren und wurde zu hohen Preisen glatt geräumt. Der Gemüsemarkt war nur mit holländischen Gemüsen, wie Blumenkohl, Gurken, Weißkraut und Pfälzer gelben Rüben, genügend beschickt. Alle anderen Gemüse, welche sonst die Gärtner zu den Hallen bringen, waren schwach vertreten. Die Preise waren dementsprechend bei reger Kauflust recht hoch, besonders Bohnen zeigen eine Knappheit. 3m Großhandel wurde bezahlt: Dirnen 1.50—3,50 Mark Aepsel 2,80—3,20, Pflaumen 3,30—3,80, Pfirsiche 4,50-7,00, Aprikosen 6-8, Mirabellen 6,50-3, Reinellauden 6,50—7, Johannisbeeren 3,30—3,60, Stachelbeeren 3, Heidelbeeren 3,20—3,80, Blumenkohl 3—5,50, Gurken, holl. 4,25, deutsche 3—6, Senfgurken 1—1,50, Salzgurken 18—25 Pf. das Stück, Pfeffergurken 10—15 Pf. das Stück, Weißkraut 0.90—1,20. Wirsing 1.20—1,80, Rotkraut fehlt, Gelbe Rüben 0,90—1,50, Salat 1—1 50, Kohlrabi 0,60-1. Zwiebeln 1—1,20, Kartoffeln 1,10—1,20. ringe Aussichten auf reichere Ernte. Linien und Bohnen waren zu höheren Preisen gesucht 3n Futtermitteln war das Geschäft besonders lebhaft DaS Angebot ist knapp und teilweiie hie Rachsrage nicht zu befriedigen. Lebhafter geftflte tete sich ber Verkehr für Sämereien, wobei Rot- tlee und Luzerner zu anziehenden Preisen gesucht waren. Reis liegt weiterhin fest. Für Heu hatten die Preise angezogen. Rauhfutter sowie Strotz erfuhren weitere Besestiaung Mais anziehend Dav Geschäft war im allgemeinen ruhiger. Es ließen sich folgende Dotierungen feststellen: La- plata-Mais 280 -232, Futtererbsen 250 290. Bit- toriaerbsen 300—340, Rangoonbohnen 195 200, Linien geschäftSlvs Ackerbohnen 270—230, Valencia-Reis. glaffiert. 740- 760, BurmareiS II gc- schäftslvs. Klccbeu 190 200, Preß-Strod 54 bi« 60, Biertreber 180—190 Mk. per 100 Klgr. Marknotierungen. 1.7.11. Fr. 125,43 Fl. 59,20 Kr. 88,83 Kr. 117,80 Kr. 88,8) ......Kr 117,88 Datum Dtsch Äriegeanl. 4*/, Disch 7teid)6anl. 3*/, Dtsch. 'Heid) sä nl. 4 •/, Preug Konsols Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Vi»conto-Vejell|chaft Dresdner Dank. . . Nationalbank f. D. . Mitleid. (Kreditbank. H..Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Dergw.. Delsenkirch. Bergw. . Harpener Bergbau . Oberschles. Eisenb.-B. Oberichles. Eifenind. . Phönix.Dergb .Akt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Elektr. A. E. G Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaume, . Daimler . Dud.° Eisenw. Akt. . Adlerwerke 4°/0 Hetz. Staatsanl. Elektron Griesheim. manchmal mit Besorgnis erfüllte. Aber das würde sie ihm schon abgewöbnen, wenn er erst ihr Mann war . . . Das beste war, abzuwarten, es vorläufig nicht mit ihm zu verderben, also ieine Wunsche bis \u einem gewissen Grade zu erfüllen. Man brauchte deshalb andere Möglichkeiten — z. B. Wendloh — nicht zu vernachläfsigen und konnte sich auch für das aufgezwungene Sparen wohl anderweitig entschädigen. e Dazu würde Edith Ruhland, die momentan zwar verreist war, aber dieser Tage zurückerwartet wurde, schon Rat wissen. Sie hatten ja schon einige Male zusammen kleine nette Ausflüge für ein paar Tage nach Wien unternommen, uni) sich dann dort köstlich amüsiert unter der Führerschaft der Baronin Tellers. Eine lebenslustige Witwe, die Ediths Tante war. Geld? Pah, das konnte man sich in Wien auch leicht verschaffen. Magelone wußte, wie leicht ißr verstorbener Mann stets Geld von einem gewissen MarkuS Löd eryalten hatte, dessen Adresse sie zum Glücr noch ausbewahrte Die Schwierigkeit lag nun darin, unter einem guten Vorwand überhaupt fortzukommen. Denn Einkäufe wie bisher konnte^man jeßt bei Rüdigers Sparmanier ja nicht gut Vorschüßen. Alle diele Gedanken huschten durch Magy- lones schönen Kopf, während sie jeßt in Dos Begleitung ihren gewohnten Morgenspaziergang au) der Promenade längs der Buchauer Straße machte. Do störte sich nicht daran. Sie war lehr stiI5 und schweigsam geworden, feit sie im Fürsten hau la lebte, wo sie weniger heimisch werden konnte, »tc auf »rafenegg. (Sorffeftung folgt.) Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter groH Philip Otto II. Wwe. nach kurzem, schwerem Leiden in einem Aller von 78 Jahren zu sich in ein besseres Fensetts abzurnfen. In tiefster Trauer: Familie Phil. Damm II. Wwe. Familie Heinrich Stephan III. Fantille Wilhelm Otto VI. Beuern, Gr.-Buseck, Hachborn, den 17. Juli 1921. Die Beerdigung findet Mittwoch nach, mittag 2l/. Uhr zu Beuern statt. [7976D Gott dem Allmächtigen hat es ge. fallen, meinen lieben, guten, treuen, unvergeßlichen Mann, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Vagner im Atter von 36 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu rufen. In tiefer Trauer im Namen der Hinterbliebenen: Elise Wagner geb. Übrig. Gießen (Krofdorser Sttaße 39), den 18. Juli 1921. Die Beerdigung findet am Mittwoch den 20. Füll, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute nachmittag 4 Uhr nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treue Schwester, Schwägerin und Tante Philippine Mootz geb. winlelhaus im Alter von 31 Fahren in die Ewigkeit °bzuruf-n. In tiefem Schmerz: Heinrich Mootz nebst Angehörigen. Gießen, Londorf, Wetzlar, 18. Full 1921. Beerdigung findet Donnerstag, 21. Full, nachrn. 3 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. Salomon Meyer Hugo Meier Paula Meyer geb. Meier Rosel Meier geb. Meyer Vermählte. Wlefeck b. Gießen Kraftsolms b. Wetzlar den 19. Full 1921. Trauung. Mittwoch den 20. Full vormittags 10 und mittags 1 Uhr Pension Grünewald, Gießen, West-Anlage. m7 Brennholz kleingemacht, von 5 Zerttn. ab jed. Quantum frei ans Haus. Jul. Wellböfer, Fernsprecher 743. «« üimiiHnnnrnnmniininiiiiiiiRw Waagen litt Art werd.eichfähig hergeftellt. Karl Schmidt, 010069 Neuenweg 42. fliiinniiiiiiiiiiiuiiiiüffiiiufiiiiniii Gießen (Löberstr. 20), Full 1921. Gießen, den 16. Full 1921 l Gberstadt, 17. Full 1921. Otnngl Ihre Vermählung geben bekannt Oberlehrer Heinrich Müller u. Frau Elisabeth geb. Löbrich Ilse Grein Dr. rer. pol. Wilhelm Mollat geben ihre Verlobung bekannt. Ihre heutige Vermählung zeigen an Dr. med. Helmut Schmidt und Frau Luise geb. Koch Kurhaus Hof heim i.Taunus Va Bahnstunde von Frankfurt a.M. Sommorkur fttr Erholongsbedartiige und nervös Ersehöplte. Mäß.Preise. Prosp. durch Dr.Schulze-Kahleyss Theateraufführung Mittwoch den 20. Juli, abends 8*/2 Nbr, im Katbolifchen BereinöbauS. i. Die Laune des Verliebten von Goethe. n. Der vieru n dzwanzigste Februar von Zacharias Werner. Der Reinertrag soll dem Kunstwissenschaftlichen Institut der Universität zugute kommen. Verkauf der Starten bei Ernst Cha liier. — Preise der Plätze: 1. Platz M. 5.- (für Mitglieder und Studierende M. 4.-), 2. Platz M. 3.- (für Mitglieder und Studierende M. 2.—), Stehplatz M. 1.—. Noch vorhandene Karten werden an der Abeudkaffe ver- kauft. (77290 Verreise bis Anfang August Dr. Wilhelm Klein prakt.Arzt und Geburtshelfer Neuen Bäue 29 p. 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Fuli (Amtsverkündigungsblatt Rr. 98 und 99) wird angeordnet: 1. Die Umlage ist von den Gememden zu einem Viertel bis zum 30. September 1921, zu einem weiteren Viertel bis zum 30. November 1921 und mit dem Reste bis $um 12. Februar 1922 an den Kom- munalverband zu liefern. Die Umlage kann durch Lieferung von Brotgetteide (Roggen, Weizen), Gerste oder Hafer erfüllt werden- Lieferungen von Hafer werden nur zu drei Fünftel angerechnet. 2. Ms Selbstversorger gelten die Unternehmer solcher landwittschaftlicher Betriebe, deren Brotgetteide zur (Ernährung der für eine Selbstversorgung in Betracht kommenden Personen oder eines Teils desselben für mindestens jeweils einen Monat aus reicht. Außer den vorstehend angefühtten Unternehmern sind als Selbstversorger anzusehen, die Angehörigen ihrer Wittschaft, sowie Naturallrerechttgte, soweit sie als Lohn oder Leibgedinge (Wenteil, Auszug, Ausgedinge, Leibzucht) Getteide, ober daraus hergestellte Erzeugnisse zu beanspruchen haben; ferner alle im landwirtschaftlichen Betriebe ganz oder überwiegend beschäftigten Personen während der Dauer der Beschäftigung sowie deren Angehörige, soweit sie mit ihnen im gleichen Haushalt leben und nicht in anderen Betrieben beschäftigt sind. 3. Auf die Strafbestimmungen des § 18 der Ausführungsverordnung des Hessischen Landesemährungs- amts vom 4. Fuli ds. Fs. (Amtsverkündigungsblatt Nr. 98 und 99) wird ausdrücklich hingewiesen. Gießen, den 15. Fuli 1921. 79698 Kreisamt Gießen. I. D.t Hemmerde. Vorstehende Bekamttmachung bringe ich hiermit ben Beteiligten zur Kenntnis. Gießen, ben 18. Fuli 1921. Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt), Bekanntmachung. Infolge Erhöhung ber Iechenpreise für Kohlen und Koks sinb bie Höchstpreise burch Beschluß ber Städtischen Brennstoffbeputation vorn 16. Fuli 1921 wie folgt festgesetzt: Fettstückkohlen.....M. 22.25 f. b. Ztt. Fettnußkohlen.....„ 22.65 „ „ „ Fettkohlen, melierte . . . „ 19.60 „ „ „ Eßnuß (Halbmagerkohlen) . „ 24.50 „ „ „ Anthrazit......., 27.30, „ „ Eiform- u. Steinkohlenbriketts „ 25.20 „ „ „ Braunkohlenbriketts . . . „ 12.80 „ * „ Zechenkoks, grob .... „ 26.70 „ „ „ Zechenkoks, nuß . . . . „ 30.- , „ „ Grubekoks........ 22.60 „ „ „ Gießen, ben 19. Fuli 1921. 79708 Der Oberbürgermeister. (Bremrstoffamt.^ Eber-Verkauf. Am Donnerstag ben 21. Fuli nachmittags 1 Uhr soll auf bem Rathaus ber ©emeinbe ein wegen Inzucht abzuschaffenber (Eber meiftbietenb oerfteigert werben. 7949V Leihgestern, ben 18. Fuli 1921. Hess. Bürgermeisterei. Heß. Parallel - Schraubstock u. Feloschmiede zu kauf, gesucht. 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