lassen habe und nichts unterlassen werde, um auf die Entscheidung über Oberschlesien, die der tonn» führt Symi) legen können, während 20 000 Mann ermüden und. Arie bisher -alle Kräfte darar^u- dernen Waffen versehen waren. 2luf diese setzen, damit nicht dem Reiche dem deutschen behalten die Selbstschuhorganisationen ihre ! Volkstum und der deutschen Kultur durch Ent- t halten ihre Bestände aufrecht und. find * reihung Oberfchlesiens die letzte tödliche Wunde Massen. 1 die ab transportiert wurden, ist der gröhte Teil in Mittel-- und Riederschlesien geblieben. Die Studenten wurden in ihre Heimatsorte zu» rückgeschickt, sind aber bereit, auf den ersten Ruf hin wieder herbeizueilen: ein Teil von ihnen wurde nur für einige Tage in Urlaub geschickt. So bleiben die deutschen Banden Gewehr bei . Fuh, sei es in dem Abstimmungsgebiet, sei es an seinen Grenzen. Die Stämme dieser Bataillone, die zur Bildung der Armee dienen, wurden nicht aufgelöst, sondern fortführend vermehrt. Das Kommando bleibt am Platz: General Höfer ist in Drieg. Die Waffen wurden den Kontroll- vffizieren nicht übergeben, die nur auf 250 Gewehre und ein unbrauchbares Maschinengewehr hatten Hand legen können, während 20 000 Mann mit modernen Waffen *—" nr',t /Meise behalten die ~ Das Schicksal des MemelgebieteS. Memel, 16.Juli. (WTB.) Dem „QUcn mcler Dampfboot" zufolge nahm die Stadtverordnetenversammlung eine Entschließung an und unterbreitete sie dem Ober- kommissar mit der Bitte um Befürwortung bei der Botschafterkonferenz. 3n der Entschließung heißt es. daß die überwiegende Mehrheit der memelländischen Bevölkerung den Wunsch hegt, das memelländische BolkStum in einem selbständig en Staatsgebilde zu erhalten. ES wird die bestimmte Erwartung ausgesprochen. daß die Dotschafterkonferenz vor der Entscheidung über das Schicksal des Gebietes dessen berufene Vertreter hören wird. Ferner wird gebeten. Vertreter der Stadt zu Verhandlungen, die sich mit dem Schicksal des MemelgebieteS beschäftigen sollen, zuzuziehen. ten. Das Gewerkschaftsblatt ,L e P e u p l e" Ein deutscher Notschrei aus Gleiwitz. Gleiwitz, 17.Iuli. (WTB.) An die interalliierte Kommission wurde rafft hende Kundgebung gerichtet: Erne große Zahl der in G l e i w i tz versammelten Vertreter der größten oberschlesischen Industriegesell- schaften richten in letzter Stunde an die interalliierte Kommission daS dringende Ersuchen, für ausreichende mllitärische Besatzung ihrer Betriebsstätten und Schutz ihrer deutschen Beamten und Arbeiter zu sorgen. Trotz der angeblich durchgeführten Räumung wird von den polnisch orientierten Betriebsräten in der Mehrzahl der Betriebe gegen die deutschen Beamten und Arbeiter ein derartiger Terror auSgeübt, daß eine geordnete Weiterführung der Betriebe vollständig unmöglich ist und die Werke zur Schließung genötigt werden. Rach wie vor beherrschen die polnischen Insurgenten daS Land und machen, ohne von den gleichfalls aus Insurgenten bestehenden und damit im Widerspruch mit den erlassenen Vorschriften zu- aus. es sei nicht zu bezweifeln, daß die französische Rote einen diretten Angriff gegen die englische Regierung oarftelle. Zwei Dinge erregten in der Rote hauptsächlich Anstotz. das eine sei das. daß die französischen Diplomaten trotz aller Erfahrungen nicht darauf verzichten wollten. Frankreich den Gendarmen spielen zu lassen: das zweite, dah die militärischen Matz- nahmen den Eindruck erwecken mühten, als treffe Frankreich Vorbereitungen zu einer Lösung, die sich nur gewaltsam durchsetzen liehe. In der „S> u m a n i 16“ heiht es: Soldaten, selbst wenn sie in grober Zahl aufträten, waren noch niemals ein Mittel, einen Krieg zu vermeiden. Gustav Herv6 nennt in der „Victoire" den französischen Vorschlag, Verstärkungen nach Oberschlesien zu schicken, die Klugheit selbst. Paris, 17. Juli. (Wolff.) Havas verbreitet folgende Meldung: Aimond richtete an Barthou einen Brief, in dem er dessen Aufmerksamkeit aus die prekäre Lage des in Beut her ermordeten Majors Montalögre lenkt und bemertt, die öffentliche Meinung Frankreichs würde es nicht verstehen, dah jede Verantwortung in dieser Angelegenheit verschwinde. .Wir müssen die Schuldigen in Berlin suchen, von wo das Geld, die Leute und das Material gekommen sind, oder sie an Ort und Stelle finden." Aimond ist der Ansicht, dah eine anher- ordentliche Kontribution zur Zahlung einer Entschädigung von der deutschen Bevölkerung Deuthens erhoben werden muffe, und fragt, was die Absichten der französischen Regierung in dieser Angelegenheit seien. sequenzen beträchtlich seien und schliehlich vielleicht auch das Reparationsabkvmmen zwischen Lou- ch eu r und Rathenau in Frage stellen könn- die sich an die Aeberreichung der Resolution an- schloh, beteiligten sich entsprechend dem inter- parteilichen Charakter der Veranstaltung auch Politiker, die den Regierungsparteien nicht an- gehören. Pariser Pressestimmen. Paris, 17. Iuli. (Wolff./ Die Pariser Mvrgenpres,e bereitet der französischen Rote über Oberschlesien nur teilweise eine zustimmende Aufnahme: auch die der Regierung nahestehenden Blätter drücken Zweifel aus, ob die vom Ministerpräsidenten angenommene Haltung die richtige sei. Vor allem äuhert sich der »Petit Parisien" skeptisch: hier schreibt Philippe Millet u. a.: Gerechterweise sei die französische Regierung erregt über die Attentate, deren Opfer Franzosen in Oberschlesien geworden seien, und mit gutem Recht könne dann darauf hingewiesen werden, dah die deutsche Drohung Im Abstimmungsgebiet noch vorhanden sei. Daraus folgere man nun, dah man warten müsse, während man im Gegenteil zu dem Schluß kommen könne, dah man sich beeilen müsse. Ze mehr man ihre endgültige Lösung, vor die man die Polen und die Deutschen stellen müsse, hinauszögere, desto mehr müsse die Erregung auf beiden Seiten wachsen. Das Problem der Grenzziehung gemäß den Ergebnissen der Volksabstimmung sei offenbar mit Absicht kompliziert worden. Cs sei schon seltsam gewesen, dah man bis zum 20. März gewartet habe, um abstimmen zu lassen: das hätte sechs Monate früher geschehen können. Zetzt befinde man sich seit vielen Wochen dem Vermittlungsvorschlage gegenüber, den die Polen in seinen groben Linien anzunehmen bereit seien. Worauf warte man nun noch, um ihn anzunehmen's Der »Figaro" erklärt, in Paris weigere man sich, die oberschlesische Frage als rein regionale anzusehen. Dadurch werde die gesamte deutsche Frage in vollem Umfang aufgerollt. Es bestehe die Gefahr, dah man aus Ober- schlefien ein neues Irland mache und noch obendrein das Feuer in Europa wieder anzünde. Der ,G a u l o i s" schreibt, die oberschlesische Angelegenheit erscheine beklagenswert. Es handle sich hier um eine Friedensstörung, deren Kon- Stüde jum Abkochen Dege hantieren unter Trögen, in denen die ellulose fd/toimmt Die in fiäften Don 50 Zün. nb nehmen bann mti amen Damburmatten jie so lany uminlev MMge Dasser ab- r bildet sich eine dünne sichtig abgehoben und itte ausgebreitet toitö. ie von etwa 20 Zenit- er Flüssigkeit auf die Meßt, inten man id Stricken verwendet, ma 10 Stück auf Helte wände, auf denvi na- Ltrocknung erfolgt ist, einen W °MM- Schwierigkeitenvor stochen der Waste last« Wen übt die geringste Sorte säs?- Friedensvertrag in die Hände fremder Mächte gelegt habe, im Interesse des deutschen Recht-, wie der deutschen Zukunft und zum Wohl 06er- schlesiens einzuwirken. An einer Aussprache, Tie Abrüstungskonferenz. P a r i s, 17. Juli. (WTB.) Die Chicago Tribüne meldet aus Washington, es sei so gut wie endgültig entschieden, daß der 11. Rovern6er als Zeitpunkt für die Eröffnung der Ab- rüftungskonferenz gewähll wird. Paris, 17. Juli. (WTB.) General Wehgand erklärte gestern in einem Interview, durch die von Präjidertt Hardtng einberÄene Konferenz. Berlin, 16. Zuli. (Wolff.) Heute nachmittag um 1 Uhr empfing der Reichskanzler die Herren des vordereitenden Ausfchuffes für die am Vorabend veranstaltete Kundgebung für Oberschlesien in der Philharmonie und die Redner die sich für die Kundgebung zur Verfügung gestellt hatten, darunter Adolf v. Harnack und Gerhart Hauptmann. Pros. Hamack übergab die Resolution der Versammlung dem Kanzler nut der bewegten Ditte, in der politischen Arbeit für die Rettung Oberschlefiens nicht zu ermüden und, fine bisher.alle Kräfte daranzu- . nat nicht tM Äff d) 9tZen W i mertoUrtflD shriftoP^ ^"^2 Mangel-' i» uns Mit- einen A Früh Ä bring- „^Stelle, un6 t Ort und? $ tej mit 'öann.d-s/b 2otterte ie te di«e^hl. die rs??. «. Ms!« 0^ I« d-« “Lr Mse-s »erden- 50 ‘Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 180 «p, Bet Platz- Vorschrift 20'.Ausschlag, tzauptschriftleiter: Aua. Goetz Verantwortlich für Politik: Auq. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für de» Anzeigenteil: Han, Beck, sämtlich in Gießen. 'der 80 pe t unb Z .Dotv, nbtia n Utntt UnÄ M of# unb 'reffe. Ä auf-Ä SZ "«rer erstaunlich« 6ie nu>de!nt ^Krad und feinen ÄT8 tbotf, 1 Dedvhner sich ig Don Papin beschäs. den Europäern dar befindet sich in de- ongfing, eine Fahr- Hanoi entfernt Jon ' diesem interessanten artin in „lieber Land ilatur bleiet die lltI Zellulose den 2e- n der leichtesten und Waldungen besteh« as sog. Papiermaul» m, deren Alndc da um betritt mm bat auch schon die eigen* Männer, Frauen und links und rechts von ficht man mit Daster enen die Rinden auf* e kleine Mädchen und Unter diesen Umständen kann angesichts des Druckes der deutschen Bedrohung die französische Regierung nicht daran denken — sie ist überzeugt, daß die Alliierten ebensowenig daran denken — nach einer oberflächlichen Prüfung von einigen Tagen durch eine Sachverständigenkvm- mifsion eine endgültige Entscheidung in der oberschle fischen Frage zu treffen, die unmittelbar den Angriff einer wirllichen, aus Aufständischen gebildeten deutschen Armee hervorgerufep und ohne Zweifel durch eine Abwehraktion der Polen beantwortet werden würde. Die verbündeten Regierungen würden sich dann in die Kriegsereignisse hineingezogen sehen. Sie würden es nämlich nicht zulassen können, dah der Berttag von Versailles verletzt und ihre Entscheidung mißachtet wird. Die französische Regierung, die auf Wunsch ihrer Verbündeten durch die Zahl der Truppen und Beamten, die sie nach Oberschlesien entsandt hat und durch den Vorsitz in erster Linie die Verantwortung trägt, hat mit Rücksicht auf die schwere deutsche Bedrohung Vorkehrungen getroffen, um unverzüglich eine Division zur Der- tärkung nach Oberschlesie n zu senden, um die Ordnung aufrecht zu erhalten und der drohenden Gefahr zu begegnen. Im Anschluß an diese Eröffnungen stellte der französische Botschafter an die deutsche Ree- gierung folgende Forderungen: 1. Es wird von Deutschland jede Maßregel verlangt, die notwendig ist, um die Selbstschuh- und Frellorps-Organisationen zu entwaffnen, aufzulösen und von der Grenze Oberschlesiens au entferne n. 2. Deutschland wird aufgefor- >ert, alle notwendigen Maßregeln zu treffen, damit die Entscheidungen der alliierten Mächte und die Ausführung des Friedensvertrages in Oberschlesien keinen Widerstand finden. 3. Deutschland hat alle Maßregeln zu treffen ür eine schnelle Beförderung der Der- tärfungen, die eventuell nach Oberschlesien ge- andt werden sollen. Die Antwort Dr. Rosens. Der M i n i st e r d e s A e u ß e r n hat bei Entgegennahme dieses Schrittes des französischen Botschafters sofort mit großem Rachdruck darauf aufmerksam gemacht, daß schon seit .Wochen — und namentlich seit der sogenannten SäuberungSaktion — ähnliche und noch viel schärfere Klagen täglich und stündlich von deutscher Seite in Oberschlesien erhoben werden. Dr. Rosen hat den französischen Botschafter auch daran erinnert, dah er schon vor Beginn der Säuberungsaktion die Zweifel des deutschen Kabinetts an deren Wirksamkeit unzweideutig zum Ausdruck gebracht und als die Aeberzeugung der Reichsregierung ausgesprochen habe, daß die polnischen Insurgenten nur äußerlich entwaffnet seien, in Wirklichkeit aber im Lande verblieben und dort ihre terroristische Tätigkeit weiter ausüben würden. Am 7. Juli hat der Minister des Aeuhern ferner dem französischen Botschafter durch die Kattowitzer Großindustriellen Mitteilungen machen lassen, durch die die Richtigkeit dieser Voraussage bestätigt wurde. Diese Mitteilungen eines Kattowitzer Augenzeugen, von denen die französische Regierung Kenntnis hat, enchielten tatsächlich Angaben darüber, dah nur die polnischen Regulären unb ein Teil der Haller-Soldaten über die Grenze abttansportiert seien und zwar, um jenseits weiter ausgebildet und zu Stammformationen für den vierten polnischen Aufstand zusammengefaßt zu werden; daß die Waffen nicht abgeliefert, sondern versteckt und, um gegen Beschädigung durch Rässe geschützt zu sein, zum Teil in eigens dazu hergestellten Zinkkisten vergraben seien; daß Plünderungen und Dersckleppungen nach wie vor stattfänden und daß die Organisation der Insurgenten voll bestehen geblieben sei. Durch die Amnestie, die sogar Herrn Korfanth den Verbleib in Oberschlesien ermögliche, sei hierzu jede gewünschte Erleichterung geboten. Rach diesen vorläufigen Erwiderungen behielt sich der Minister des Aeuhern die endgültige Stellungnahme der deutschen Regierung auf Grund eingehender Prüfung aller in der Eröffnung des ftanzösischen Botschafters enthaltenen Punkte vor. Eine Aussprache beim Reichskanzler. sammengesetzten OriSwehren gehindert zu werden, die Durchführung geseymähiger Zustände unmöglich, gez.: Oberschlesische Eisenindustrie- A.-G. für Bergbau und Hüttenbetriebe. Ober* schlesische EisenbahnbedarfS-A.-G^ Donners* marckyüttc. Oberschlesische KokSwerke und chemische Fabriken, 21. Deichsel, Drahtwerke unb Seilfabriken. Eine Auseinandersetzung des französischen Botschafters Laurent mit Minister Dr. Rosen. Die Politik Frankreichs entpuppt sich als ein den Frieden störendes Werk nunmehr so offenkundig, dah in der Weltpolitik der mah- aebenden Großmächte plötzlich wieder eine spannungsvolle Krisis ausbrechen wird. Was iber französische Botschafter in Berlin namens hes Herrn Briand unserem Minister Dr. Rosen „eröffnete“, läuft auf ein Amstoßen aller not- Hürftig zustande gekommenen Abmachungen jiber Oberschlesien hinaus. Wir hatten uns gefreut — und in den letzten deutschen Mi- nlfterreden war die Freude auch zum Ausdruck gebracht worden —. daß Ende dieses Monats endlich die Entscheidung des sogenannten Obersten Rates in der oberschlesischen Frage herbeigeführt werden solle. Nun bringt Briand diese von England bettiebene Beschleunigung deS Verfahrens wieder zu Fall. And zwar mit den unglaublichsten Verdrehungen und Anschuldigungen der Deutschen in Oberschlesien! Briand stellt sich, als wisse er gar nichts von einem polnischen Aufstand, von all den Schreckensszenen, die unseren deutschen Landsleuten Gut und Blut genommen haben. Während die Engländer gegen das polnische Raubgesindel endlich, nach langem Zögern, aufmarschierten, sucht Frankreich die Frage deS Rechtes immer wieder durch die Forderungen seines von ihm letzten Endes doch 'mißverstandenen eigenen nationalistischen Interesses zu durchkreuzen. Das geschieht am helllichten Tage, unter der Sonne des Völkerbundes! Wir sind gespannt darauf, was das Kabinett Wirth auf die neuesten Stöße und Schläge, die es bekommen hat, auszufinnen vermag! Mit fast noch größerer Spannung aber harren wir die Wirkung des französischen Gewalt- schlageS, der die so notwendige Entscheidung in Oberschlesien aufs neue hinausschleppt, in London und Amerika! Davon wird nämlich sehr wesentlich auch der Entschluß der deutschen Pylitik abhängen müssen. Berlin, 16. Juli. (Wolff.) Heute nach» mittag besuchte der französische Botschafter Laurent den Minister des Auswärtigen Dr. Rosen, um ihm im Ramen seiner Regierung folgende Eröffnungen zu machen: Die febr bestimmten und eingehenden Berichte des Generals Le Rond und die dringenden Mitteilungen der polnischen Regierung lassen keinen Zweifel über den infolge des Verhaltens der Deutschen Immer drohender werdenden Charakter der Lage in Oberschlesien, und zwar wegen der Richtablieferung der Waffen, wegen der Aufrechterhaltung der deutschen Banden im Llbstimmungsgebiet selbst oder an seinen Grenzen und wegen der Gefahr einer gewaltsamen Llltion in Oberfchlesien, sei es vor der Mitteilung einer Entscheidung der Mächte oder sei es unmittelbar danach, wenn Deutschland nicht doll befriedigt wird. Die ungeheuerlichen Aeuße- rungen und unmittelbaren Herausforderungen des Generals Höfer bestätigen die Schwere des in Oberfchlesien sich vorbereitenden Angriffs. In dem Wstimmungsgebiet selbst mehren sich die deutschen Attentate, die besonders gegen die französischen Truppen und Beamte gerichtet sind. Die Lage wird immer beunruhigender. Am 4. Iuli wurde Major Montalögre meuchlings in Deuthen ermordet. Am 8. Iuli wurde in Rati- bor ein Adjutant des französischen Kontrolleurs in seinem Hotel angegriffen und konnte sich nur dadurch retten, daß er sich in feinem Zimmer verbarrikadierte. Am 12. Iuli wurde der sranzöfifche Hauptmann L u x in feinem Haufe ton einer Anzahl bewaffneter Männer angegriffen. In Oppeln wurde Leutnant Duval mit einem Dolch bedroht: er konnte sich aber, ohne verwundet HU werden, losmachen. Eine Bombe wurde in der Rähe eines Hotels geworfen. Ein franzöfifcher Beamter, der als Antersuchungsrichter fungiert, Schädlin, wurde angefallen, seiner Brieftaiche und feiner Papiere beraubt und heftig verprügell, ^»hne dah die Polizei einschreiten wollte. Die häufige Wiederholung dieser Attentate ist bezeichnend. Bei den Verhaftungen ergab sich, daß die Urheber dieser Verbrechen Mitglieder von Freikorps sind, die nicht zu diesem Gebiet gehören. Die Selbstichuhformationen sind nicht entwaffnet und nur zum Schein beurlaubt worden. Cs ist festgestellt worden, dah von den 40 000 nur 10 000 Mann aus dem Gebiet üelber stammten. Weitere 10 000 find in Grupveivver- leilt im Gebiet versteckt. Don den 20 000 Mann. General-Anzeiger für Gberhesfen vnttk und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vllch' und Stetatruderei R. Lange. Schrlfflettrmg, SeschastLftelle und Druckerei: 5chulsttatze 7. Nr. (65 Der Gietzever Anzeiger mit berDknstagsbeilage ,5pert'Umfchau- er- scheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monllichevezuarpreif^ Marl« 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüsse: sürdieSchriftleitungll2; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. ,Anschrift für Drahlnach. richten: Anzeiger Siehen. Postscheckkonto: Srawfhirt a. M. 11686. bereit, auf das erste Zeichen hin einzugreifen, i zugefügt werde. Der Reichskanzler nahm die Die Verantwortlichkeit der Regie- Resolution mit Dank entgegen und vefficherie r u n g bleibt ebenso wie bisher voll bestehen, namens der Reichsregierung, dah er nichts unter- well sie die Rekrutierung, den Transport und r'e,r—* die Bewaffnung der Selbstschutztruppen sowie ihre Zusammenziehung und ihren Fortbestand in Oberschlesien duldet. Eine Ausschutztagung des Völkerbundes. Paris, 16. Iuli WTD. Der gemischte! AusschuhdesVölkerbunde s für die Herabsetzung der Rüstungen ist, wie angekündigt, heute vormittag unter dem Vorsitz des ttanzösischen Vertreters Vivlani zusammengetreten. Mit Ausnahme des schwedischen Delegierten D anting, der sich vertreten ließ, sind sämtliche eingeladenen Delegierten erschienen. Anter ihnen sind für England Fisher, für Italien Schanzer, Frankreich wird u. a. durch Marschall Faholle vertreten. Außerdem hat daL internationale Arbeitsamt drei Vertreter entsandt; als Vertreter der Arbeiter den ftanzösischen Gewerkschaftsführer Iouhaux, den holländischen Ge- werkschafller Oudegeest und den Schweden Thor- berg. In seiner Eröffnungsrede sagte Diviani u. a., er werde sich an dem vorläufigen Posten, den er einnehme, nicht gestatten, eine Methode einer allgemeinen Diskussion festzulegen. Eine ähnliche Rolle, wie die Konferenz von Brüssel, die nur die Grundlage für spätere Entscheidungen des Obersten Rates geliefert haben, werde auch die jetzige Tagung spielen können. Bel dieser Auffassung werde er in keiner Weise behindert durch die große und edle Initiative, die vor einigen Tagen Präsident Hardlng ergriffen habe. Er fei sich bewußt, dah die Arbeiten, die die Tagung vorberellen werde, von den Regierungen nicht übersehen werden könnten. Im weiteren Derlaufe begrüßte der eng« liiche Delegierte ebenfalls den Schrit Amerikas. Er stellte mit Rachdruck fest, dah der Dölkerbund nur mit Freuden alle die besonderen Konferenzen bettachten könne, die in der Absicht abgehalten würden, schrittweise zu einer Lösung des allgemeinen Problems der Abrüstungen zu gelangen. Er hoffe, daß die Frage der RüstungS- einschränkungen zur See in Washinaton gelöst werde. Was die Frage der Landrüstungen betreffe, so bemerkte Fisher, es sei angebracht D o r s i ch t zu beweisen, solange Deutichland und Rußland außerhalb des Dölkerbundes blieben und man der loyalen Ausführung der deutschen Der- pflichtungen nicht unbedingt sicher sein könne. Der Italiener Schanzer drückte ebenfalls feine Sympathie für die Initiative des Präsidenten Hardina aus. Er erklärte sich einverstanden mit dem Engländer Fisher in dem Wunsche, etappenweise und mit Dorsicht vorzuaehen, indem man Rücksicht auf die allgemeine Weltlage nehme. Er betonte aber die Tatsache, dah die Kommission energisch ihren Willen zum Ausdruck bringen müsse, in dem Sinne zu arbeiten, den die Vollversammlung des Völkerbundes festgelegt habe. Im Verlaufe des DiSkufsion beftimmte der Ausschuß, seine Arbeiten durch eine allgemeine Prüfung des .Abrüstungsprvblems zu beginnen und ünterfDmmifftonen zu ernennen, die beauftragt werden sollen, besondere Fragen tote Waffen- und MunitionShandel, und Durchsu- chungsrecht zu behandeln. Ferner erklärte der Italiener Schanzer, man müsse auf die besonderen Rotwendigkeiten gewisser Staaten Rücksicht nehmen, deren nationales Gebiet mehr oder weniger schwer zu verteidigen sei. Auch auf die Verteidigung der Kolonien und auf die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung im Innern müsse Rücksicht genommen werden. Auch er ist mit dem Engländer Fisher der Ansicht, daß das Budget ein Kryterium bilde, um sich Rechenschaft über den Stand der Rüstungen abzulegen. Man müsse noch andere Elemente in Betracht ziehen, namentlich den Wert des schon vorhandenen Kriegsmaterials zu Wasser und zu Lande. Die Diskussion soll morgen (Sonntag) fortgesetzt werden. Erstes Blatt M- Iahrgang Montag, (8. Juli (921 Ä ä Annahme »an Snjtiqa W ▼ für bie Tageinummer GießeimAnzelger888 tollten mehr btc Len Stillen Ozean betreffenden Fragen gelöst, als ein allgemeiner Abrüstungs- plan aufgestellt werden. Frankreich rüste niemals ab. benot nicht Deutschland endgültig und tatsächlich entwaffnet sei. Die ehemaligen Feinde Frankreichs feien mehr als je entschlossen, sich ihre Revanche zu holen, sobald es ihnen gelungen sei, die alliierte Kontrolle abzaschütteln. Man müsse blind sein, um den militärischen Geist nicht zu bemerken, der jenseits des Rheins die Oberhand habe. Wenn 1914 zwischen den drei Großmächten Amerika, England und Frankreich ein Garantieabkommen bestanden hätte, wäre der Krieg vielleicht vermieden worden. Trotz jedes Garantieabkommens aber würde Frankreich allein Len Stoß eines neuen Angriffs auszuhalten haben. Die Haltung der Londoner Regierung. London. 15.Juli. (WTB.) Reuter. Die britische Regierung hält es nicht für notwendig, in Verbindung mit dem Prozeß gegen die deutschen Kriegsbeschuldigten einen neuen Schritt zu unternehmen. Die Berichte der richterlichen Beamten der Krone über die bereits behandelten Fälle sind noch nicht emgetroffen und da noch nicht sämtliche britische Fälle abgeschlossen sind, ist ein vollständiger Bericht im Augenblick unmöglich. Die Fälle können nicht einzeln erwogen werden, sondern müssen als Ganzes behandelt werden. Die Prozesse werden jedoch aufmerksam verfolgt als Prüfstein für den guten Willen Deutschlands, die von ihm übernommen nen Verpflichtungen zu erfüllen. Gngland und Rußland. 6 o n d v n, 16. Juli. (WTB.) Der diplomatische Mitarbeiter des „Evening Standard" erklärt, von zuständiger Seite erfahren zu haben, daß die Moskauer die britische Regierung ersuchte, einen sachverständigen Ingenieur und einen britischen Marineoffizier nach Rußland zu entsenden. Diesem Wunsche sei stattgegeben worden. Die Aufgabe der beiden Offiziere sei, den Zu- standderHäfen.der SchiffahrtSweqe und die Vorrichtungen zur Löschung der Schiffsladungen in O d e s s a und an anderen Küstenpunkten zu untersuchen und darüber Bericht zu erstatten. Wie der Korrespondent weiter ausführt, hätten die Beziehungen zwischen Rußland und Westeuropa seit der Anterzeich- nung des englisch-russischen Handelsabkommens sich ständig gebessert. Die Sowietregie- rung stehe in Verbindung mit gewissen Finanzkreisen der City, um Kapital auf- zubringen. Am nächsten Sonntag wird die britische HandelSmissi on nach Moskau Preisen. Ein Hilferuf Maxim GorkiS an Gerhart Hauptmann. Berlin, 16. Juli. (WTB.) Der zur Zeit Hier wellende Dichter Gerhart Hauptmann erhielt einen telegraphischen Aufruf MaximGorkiS.in welchem er darauf hinweist. daß das russische Voll durch den Krieg und die Revolution erschövft ist, und daß infolge einer Mißernte Millionen der Hungertod droht. Er bittet aufs dringendste, dem russischen Volle mit Brot und Medikamenten zu helfen und hofft, daß die Kulturmenschen Europas und Amerikas die tragische Lage des Volles verstehen werden. * Amerika und Japan. Washington, 16.Juli. (WTB.) Amerika teilte Japan seine Absichten mit hin- sichllich der Konferenz über die Verringerung der Rüstungen und der Frage des fernen Ostens. Dieser Schritt geschah in der Absicht, dem Wunsche JavanS entgegenzukommen, bevor es weitere Entschlleßungen faßt, und um den Umfang kennen zu lernen, in dem die Angelegenheiten des fernen Ostens zur Erörterung gelangen sollen. Das neue Proaramm der Soaialbemo&ratie. Berlin, 17. Just. Der „Vorwärts" veröffentlicht den Entwurf desneuenVrv- aramrns der sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der dem Parteitag in Görlitz im September zur Beschlußfassung unterbreitet werden soll. Das Programm gibt einleitend eine Darstellung des Zieles der Partei, die lleberwindung deS kapitalistischen Wirtschaftssystems durch eine die Wohlfabrt aller Gesellschaftsmitgliedet sichernde sozialistische Gemeinwirtschaft. Unerläßlich hierzu sei die entschiedenste Förderung des Genossenschaftswesens und der wirtschaftlichen und politischen Widerstandsorganisationen der arbeitenden Klasse deS Volles, ferner die Festigung der deutschen Revublik, die Demokratisierung aller staallichen Einrichtungen und entschlossener Widerstand gegen jeden Versuch zur Wiederauf- richtung des alten Obrigkeitsstaates oder einer neuen Minderbeitsberrschaft. 3m Interesse aller Kulturvölker sei die Revision des Gewalt- frieben- von Versailles im Sinne wirtschaftlicher Erleichterung und nationaler Selbstbestimmung geboten. Die Lebensrechte unseres Volles wie aller anderen Völler seien zu schützen durch eine internationale Rechtsvrechung, die getragen ist von einem alle Völker, die gleichberechtigte Mitglieder sind, umspannenden wirklichen Völkerbund. Ihr zur Seite aber müsse gehen eine internationale Verbindung und eine internationale Aktion der werktätigen Bevölkerung aller Länder, vor allem der politisch und wirtschaftlich oraanisierten Arbeiter. Von diesen grundsätzlichen Anschauungen ausgehend wird unter den lleberlchriften „Wirtschaftspolitische Forderungen". ..Agrarfragen". ..Finanzen". ..Verfassung". .Verwaltung", .Kommunalpolitik", „Sozialpolitik". ..Gesundheitspflege". „Wohnungswesen", „Rechtspflege". ..Kulturpolitik". „Völker- beziehungen" und „internationale Forderungen" das Programm im einzelnen dargestellt. v v ' X_ Ein Sogialiftentag in Marburg. [ ] Marburg, 17. Juli. Heute wurde hier in den Stadtsälen ein Sozialisten- t a g abgehalten, zu dem sich nicht nur die sozialdemokratischen Vereine Marburgs und der umliegenden Ortschaften, sondern auch eine große Anzahl Angehöriger der sozialdemokratischen Iugendvereine aus Frankfurt und Wiesbaden eingefunden hatten. Diese veranstalteten mittags auf dem Marktplätze im Anschluß an einen Redeakt allerhand Wandervogelspiele und Tänze. Nachmittags bewegte sich ein großer Demonstrationszug, in dem Schilder mit Inschriften und rote Fahnen getragen wurden, durch die Stadt nach den Stadtsälen, wo eine große Versammlung stattfand. Der angekündigte Hauptredner, Oberbürgermeister Scheidemann, war nicht erschienen, statt dessen sprach Vorwärtsredakteur Kuttner aus Berlin. Bei der Aussprache kam es zu großem Lärm, als ein ©egenreöner, anscheinend ein Student, von Scheidemann mit der verdorrten Hand sprach. Der Mann konnte nicht weiter reden. Später schlossen sich noch allerhand Unterhaltungen, Theater, Spiele usw. an. Die Studenten- und Bürgerschaft hielt sich fm allgemeinen von den Veranstaltungen fern. ■ । । Aus dem Reiche. Die Vergnügungssteuern. Berlin, 16. Juli. Der R e i ch s r a t hat in einer seiner letzten Sitzungen auf Grund der Paragraphen 12 und 13 des Reichssteuergesetzes allgemeine Vorschriften über die Vernügungssteuer erlassen, die heute im Reichsgesetzblatt veröffentlicht werden. Sie sind als eine Rahmenverordnung gedacht. Soweit die Gemeinden nicht mit Genehmigung der Landesregierungen besondere Verordnungen über die Besteuerung von Vergnügungen erlassen, gilt in allen Gemeinden Die von dem Reichsrat festgesetzte Steuerordnung. Die Steuerordnung zählt die einzelnen steuerpflichtigen Vergnügungen auf, so Tanzbelustigungen, alle Arten von Volksbelustigungen, Kabarette, Zirkus- und Variet6vor- ftellungen, sportliche Veranstaltungen, Kino- Vorführungen, Theatervorstellungen, Konzerte, Rezitationen usw. Steuerfrei sind belehrende und wohltätige Veranstaltungen unter bestimmten Voraussetzungen. Die Steuer wird in Form einer Karten st euer erhoben, sofern Eintrittskarten ausgegeben werden, andererseits in der Form der P a u s ch ft e u e r. Die Kartensteuer berechnet sich nach den Preisen. Sie beträgt bei einem Preis bis zu 3 Mk. 10 v. H., bis zu 5 Mk. 15 v. H., bis zu 10 Mk. 20 v. über 10 Mk. 25 v. H. Die Pausch- fteuer wird entweder nach der Roheinnahme oder nach verschiedenen anderen Merkmalen erhoben. Werden keine Eintrittskarten aus- gegeben, so kann die Steuerstelle die Steuer mit 15 v. H. der gesamten Roheinnahme fest- setzen. Abgesehen von einigen Sonderfällen bestimmt sich diePauschsteuer in derRegel nach der Gröhe des benutzten Raumes und stuft sich hierbei nach der Art der Vorführung ab. Mit Genehmigung der Landesregierungen können die Gemeinden besondere Steuerordnungen erlassen, wobei sie von der Steuerordnung des Reichsrates in einigen Punkten abweichen dürfen. Vor allem können die Steuersätze erhöht werden. Die neuen Bestimmungen treten zwei Monate nach ihrer Veröffentlichung, also am 15. September d. 3-, in Kraft. Berlin. 17. Juli. (WTB.) Mittags halb 12 ilf)r empfing der Minister des Aeuhern Dr. Rosen Bertreter der amerikanischen Zentralhandelskammer, die auf einer Studienreise durch verschiedene europäische Länder Gegriffen sind und seit einigen Tagen in Berlin weilen, um Fühlung mit den deutschen wirtschaftlichen und amtlichen Kreisen zu nehmen. An dem Empfang, zu dem auch die Damen der amerikanischen Gäste erschienen waren, nahmen u. a. teil der Reichskanzler, Reichsjustizminister Dr. Schiffer, Wiederaufbauminister Dr. R a t h e n a u sowie die Vertreter des Auswärtigen Amtes und der Reichskanzlei. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. Juli 1921. Unsere Sport-Umschau soll eine von vielen Seiten gewünschte Umgestaltung erfahren und künftig zweimal in der Woche, nämlich Dienstags und Freitag-, mit je vier Druckseiten herausgegeben werden. Die Dienstagausgabe bringt wie bisher die Berichte und Ergebnisse der Sportveranstaltungen sowie Geschaftsanzeigen. Die Freitag- ausgabe wird — und darin liegt eine zweckentsprechende Verbesserung — eine Vorschau und Ankündigung aller bevorstehenden Der- aastaltuagen enthalten. Damit soll es jedem Sportliebhaber ermöglicht werden, sich rechtzeitig auf sein Sovntagsunternehmen einzu- stellen. Diese wirkungsvolle Umgruppierung deS Stoffes tritt von morgen ab in Kraft. Der Brotpreis ab 16. August. In einer Reihe von Morgenzeitungen der reichshauptstädtischen Prelle vom Donnerstag befinden sich Artikel über die Neuregelung der Brotversvrgung ab 16. August über markenfreies Brot. Wie das WTB. aus dem Reichsernährungsministerium erfährt, enthalten die Artikel neben richtigen Angaben wesentliche Irrtümer. Es ist jutreffenb, daß ab 16. August neben rationiertem, auf Brotmarken abgegebenem Brot auch marken freies Brot von der Bevölkerung bezogen werden kann. Es ist weiter zutreffend, "Safe das rationierte Brot eine Preiserhöhung erfahren wird, weil das Reich bei Ieiner finanziellen Notlage nicht weiter in der Lage ist. die bisher zur Nidrighaltung der Brot- Preise verwandten Reichsmittel in gleicher Höhe zur Verfügung zu stellen. Die t^höhung des Brotpreises für Kartenbrot wird etwa 4 0 Prozent des derzeitigen Preises betragen, daS bedeutet einen Verkaufspreis für 1900 Gramm Brot etwa 7 Mark. Die Schätzungen über den künftigen Preis des aus freiem Mehl hergestellten markenfreien BrvteS entbehren jeder sicheren Grundlage. Es ist aber kein Anlay zu der Annahme, daß dieses Brot 12 oder gar 14 Mart kosten wird. Selbst wenn eS aus Aus- landsmehl hergestellt wurde, konnte es bei dem heutigen Weltmarktpreise für Getreide und" dem derzeitigen Valutastand der Mart'für einen geringeren Preis als 12 Mart abgegeben werden. Die Kosten für freies Inlandsgetreide, woraus erstlinig derartiges markenfreies Brot hergestellt wird, werden voraussichtlich noch niedriger, als für Auslandsgetreide fein. Es darf schon mit Rücksicht auf die ab 16. August einsetzende freie Konkurrenz erwartet werden daß der Preis für markenfreies Brot nicht ungebührlich gesteigert werden wird. 3m übrigen ist von der Reichs- getreidestelle nicht beabsichtigt, Preise für freies Mebi ober daraus erbackenes Brot festzustellen. Es würde ihr hierfür auch die gesetzliche Zuständigkeit fehlen. Wettervoraussage für Dienstag. Vorw'egenb wolkig, warm, ®etotttPTrpqpn, Wmde auS südlichen Richtungen. In der Umgebung von Gießen fielen gestern keine nennenswerten Regenmengen, dagegen brachten im Vo- gelsbevg örtliche Gewitter stellenweise ganz erhebliche Niederschläge. Die Höchsttemperatur in Gießen war gestern 30 Grad E. im Schatten: die drückende Hitze wurde aber nicht durch die hohe Temperatur, sondern durch den hohen Grad der Luftfeuchtigkeit bewirkt. M ** Amtliche Personalnachrichten. Der zum Peruanischen Konsul in Frankfurt a. M. erkannte Rudolf Rixrath. dem namens des Reichs das Exequator erteilt worden ist, und zu dessen Amtsbereich das Land Hessen gehört, wurde zur Ausübung konsularischer Verrichtungen im Volksstaat Hessen zugelassen. Am 10. Juli 1921 wurde der Forstmeister Heinrich K e u d e l zu Lauterbach vom 1. Oktober 1921 ab zum Forstmeister der Oberförsterei Alsfeld ernannt. — Uebertragen wurde am 11. Juli dem Lehrer Kurt Hahn zu Dillingen, zur Zeit in ältphe, die Lehrerstelle an der Volksschule zu Bleidenrod, Kreis Alsfeld. — Die Anstellung des Schulamtsanwärters Ernst Simon aus Wahlen auf der Schulstelle zu Bleidenrod ist zurückgenommen worden *■’ E i n Schwindler entlarvt Gestern nachmittag langte auf dem hiesigen Bahnhof in einem Abteil 2 Klasse eines Personenzuges von Kassel her ein Mann an, der sich als schteerver- wundster Flieger bezeichnete und angeblich von Borkum aus nach Stuttgart fuhr. Der Aermste lag auf einer Tragbahre im Abteil, ließ sich aber von hilfsbereiten Dahnbeamten in den Wartesaal 2. Klasse tragen, da ihm seine Kriegsverletzungen Beschwerden machten und er die Erneuerung seines Kopfverbandes wünschte. Ein Mitglied der Freiwilligen SaNitätskolonne war bald zur Stelle, schöpfte aber Verdacht, da der Flieger den untersten Dell seines Verbandes nicht lösen lassen wollte. Die Feststellung ergab, daß es sich um eine sonderbare Art von blindem Passagier handelte, der die angeblich verlorene Fahrkarte durch einen einfachen Zettel: „Schwerkriegsbeschädigter" ersetzte und gleichzeitig auf die Wohltätigkeit der Mitreisenden spekulierte. Bei der häufigen Erneuerung der obersten Ver- bandschichten sammelte er eifrig Almofen. Der Schwindler, dessen Beinverletzung ebenfalls borge» täuscht war, wurde in Polizeigewahrsam genommen. ** Verein für das Deutschtum im Auslande. Arn Freitag trat der Verein seit langer Zeit erstmalig wieder an die Öffentlichkeit, um für sich und seine Ziele zu werben. Der Jahreszeit entsprechend war die Wahl auf die Veranstaltung zjnes Sommerfestes gefallen, das denn auch glänzend verlief. Eine ganze Reihe von Buden, mit Plumen und Lampions hübsch ausgeschmückt. luden zum Kaufe von Kuchen, Zigarren und Zigaretten, Likör, Blumen, Postkarten ein, die von Gönnern des Vereins in liebenswürdigster Weise gestiftet worden waren. Auch das Programm überraschte durch seine außerordentliche Vielseitigkeit. Den Rahmen bildete eine Vorstandssitzung, von der auS die einzelnen Darbietungen ausgingen. In einer kleinen Ansprache wies Professor G m e l i n eingangs auf die Arbeit des Vereins hin unter besonderer Betonung ihrer Wichtigkeit gerade in der heutigen Zeit, wo das Deutschtum allenthalben der Willkür fremder Völker auSgeliefert ist. Die verlorenen Gebiete mußten von uns stets als Edelsteine betrachtet werden, die aus der Krone ausgebrochen wären, in die sie aber wieder ein gefugt werden mußten. Frau Mendelssohn-Bartboldy mahnte mit dem Gutberletschen Gedicht „Gin Volt, ein Vaterland" zur Einigkeit. Frau Dr. Blank erntete mit ihren schönen Gesangseinlagen den verdienten Beifall, ebenso Pianist Hahn, der außer einigen Einzelstucken die Begleitung freundlichst übernommen hatte. Für den heiteren Teil hatten die Herren Professor G m e l i n und Privatdozent Dr. Erhard durch Vorträge in alemannischer, österreichischer und bayerischer Mundart bestens gesorgt. Eine hübsche Ueberraschung brachte ein von acht Damen einer hiesigen Iugendgruppe ausgeführter Reigen, wie auch ein von Frl. Maurer und Herrn K o h l - Hase vorgeführter Dauemtanz. Der von ihnen zum Vortrag gebrachte 3. Streich von Max und Moritz ertoccfte große Heiterkeit. Nicht unerwähnt bleiben Mandolinenvereinigung und Streichquartett des Wartburgvereins, die verschiedene Musikstücke sehr hübsch zu Gehör brachten. Nachdem noch Oberregierungsrat Weicker in mannhaften Worten der Oberschlesier gedacht batte, wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Die heute auf Tertors Terrasse verfammelten Gießener u. Gießenerinnen erheben flammenden Protest gegen die in Oberschlesien vertragswidrig geduldeten Vergewaltigungen und fordern, bah ganz Oberschlesien, durch oeutfdben Fleiß zur Blute gebracht, entsprechend dem Ergebnis der Abstimmung deutsch bleibt." — Mit bem Absingen des Nationalliedes erreichte der offizielle Teil des esteS sein Ende. Sin Tänzchen hielt die zahlreich erfchienene Jugend noch mehrere Stunden zusammen. Der Verein hat, nicht ohne (bic Mitwirkung der vielen genannten und ungenannten Heller, einen großen Erfolg auch ie finanzieller Hinsicht zu verbuchen: unsere Gießens^ Mitbürger aber haben erneut bewiesen, bah auf sie in Zeiten der Not des deutschen VolkStumS zu rechnen ist. ** Waldbühne. Die.WohltätigkeitSvor- ficli ungen her Waldbühnc haben mir ber Schluß - aufsührung am 13. d M. vorläufig ihr Ende erreicht, denn mit dieser Vorstellung haben Heb die jugendlichen Darsteller, die sich mit so viel Hingabe und Eifer dem Werke der Menschenliebe getoibmct hatten, vom Publikum verabschiedet. Aus äußerlichen Gründen mußte non dc holung des ebenfalls beifällig aufgenommenen Märchenspiels „Ilse" Abstand genommen werden und cs konnten nur „Der Kesselflicker" und „Das Marienkind" zur nochmaligen Aufführung kommen. In einer Pause trug eine lleple Sängerin ein allerliebstes Kinderlieb vor. Die'Aufführung der beiden genannten Stücke war so abgerundet und mustergültig, daß man vielfach vergaß, daß die Darsteller Dilettanten, ja Kinder waren, und die atemlose Stille, die während des Spieles herrschte, lotete der rauschende Beifall am Schlufle zeugten davon, welch tiefen Eindruck die Vor- sühr-una mit ihren reizenden Vübnenbildern auf die Zuschauer gemacht hatte. Der Verfafter und Spielleiter des „MaricnkindeS", Lehrer Heinrich Frank, muhte wiederholtem Hervorrufe Folge leisten Die Zuhörerschaft bestand diesmal zum weitaus gröhten Teil auS geladenen Gästen, nur eine beschränkte Anzahl von Karten war für den Vorverkauf freigegeben Die Märchenauffuß- rungen bedeuten für die Waldbühne ein Ereignis Hat sich doch der Leiter Der Waldbühm Professor Vcrnbeck getreu feinem in der An spräche dargelegten Wahlipruch „Für das Voll und durch das Volk" aus Schülerinnen und Schülern der höheren Schulen (Höhere Mäbchcnschul« und Gymnasium) und der Volksschulen (Stad« Mädchenschule) gewissermaßen eine „Einheit? bühne" geschaffen, die sich auch in Zukunft gegebenenfalls sicher gern wieder in den Dienst der Menschenliebe, des „Wahren, Schönen, Guten" stellen wird. Am Samstagnachmittag versammelten sich die Mitwirkenden noch einmal im blumengeschmückten Saale des Hotels Schwab (Felsen- keller) bei Kakao und Kaffee mit Kuchen, wozu sie durch dankbare Gönner und Kinderfreunbe eingeladen worden waren. Dabei widmete Beigeordneter Dr. Frey im Namen des Oberhessischen Ausschusses für Kinderhilfe herzliche, warm empfundene Worte des Dankes allen denen, die sich um das Zustandekommen und die Durchführung der Veranstaltungen verdient gemacht haben, ganz besonders auch den jugendlichen Darstellern Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Handelskammer Ausstellung Der Friedensvertrag von Versailles. — Postkeller, S1/* Uhr Mitgliederversammlung der Deutschnatronolen DolApartei. — Kaufmännisches Vereinsyans, 81/? .^lhr Hauptverfammlung des Tierfchutzver- eins. — Lichtspielhaus: Das Geheimnis der Mumie. — Lichtspiele: Lepain, der König der Gent- lemeneinbrecher. — Aus dem Stadttheaterbureau. Nochmals sei bringend auf das morgige Gastspiel Toni Impekovens in seinem Schwank „Die drei Zwillinge" hingewiesen. der im Kurtheater zu Dad-Nauheim eine dort nie gehörte scha lende Heiterkeit auslöste. Die „Bad-NauheimcrZeitung" schreibt: . . Was sich dort entwickelt, muh man gesehen haben, um es begreifen zu können. Man krümmt sich vor Lachen, schüttelt sich vor Vergnügen, mochte über den Blödsinn gerne aus der Haut fahren, aber man kann nicht, denn die Berfasser find reizende Kerle, denen man nicht böse fein kann. Kreis Büdingen. Der Förstermord in WeningS. Wenings, 18. Juli. Auf die Ergreifung des Wilderers, der den 73jährigen Förster Maul mit Schrot erschossen hat, hat das Ministerium eine Belohnung von 10 000 Mk. ausgesetzt. Kreis Lauterbach. Heidelbeerernte in Oberhesfen. O Schlitz, 15. Juli. Die Heidelbeerernte in den großen Waldgebieten zwischen Alsfeld. Schlitz, ämterbach und Fulda ift seit 14 Tagen im Gange, hat jetzt aber ihren Höhepunkt schon überschrstten. War die Ernte 1919 eine Rekordernte. so gab es 1920 und 1921 nur Mittelernten. Die Wälder waren bisher von Deerensuchern. denen das schöne Wetter sehr zustatten tarn, stark belebt, besonders die großen Wälder des Schlitzerlandes, und da vor allem wieder der Ouecker Wald. Bon weither sind die Liebhaber der Blaubeere gekommen. Auch Händler, die sich mit den Preisen gegenseitig überboten, waren in den Hauptheidelbeerorten stationiert und versandten die aufgetauften Beeren in großen Mengen. Der Preis bewegte sich hier zwischen 2Mk. und 2,50 Mk. das Pfund. Aermere Familien, die mit Kind und Kegel von den frühesten Morgenstunden in der Heidelbeerernte beschäftigt waren, konnten fich ein schönes Sümmchen Geld verdienen. Hessen-Nassau. Der Fraakftrrler Arbritsmarkt. mc. F r a n k f u r t a. M. 17. Juli. Der Ar- beitSmarkt hat sich im Monat Juni ausiallender- toeil'e gebessert, ein Zeichen, daß Handel und Verkehr sich wieder mehr zu regen beginnen. Das städtische Arbeitsamt wurde von insgesamt 11 220 Perlonen, darunter 7373 Männern und 3847 Frauen in Anspruch genommen. 7598 offene Stellen, davon 4012 für Männer und 2136 für Frauen, standen zur Verfügung. An ErwerbSlosenunter- stützung wurden 818 300 Mk. bezahlt gegen 878 655 Mat?'im Mai. Besonders groß ist die Arbeits- loftgriit noch im graphischen Gewerbe, bei den Schreinern und Den ungelernten Arbeitern. Gesucht werden hochqualifizierte Metallarbeiter und erstllassige Dureaukräfte. Eine Schlvefelquelle im Main. mc. Frankfurt a. M.. 17. Juli. Bei Den Brückenbauarbetten ist man im Main auf eine stark schwefelhaltigewarrneQuelle gestoßen. die nun gefaßt und in die Höhe geleitet werden soll. Ueber das Ausmaß der zutage tretenden Wassermengen ist noch nichts näheres festzustellen, da da- Wasser sich sofort mit dem Main vermengt, so daß eine absolut zuverlässige Schätzung unmöglich ist. Vor zwei Jahren hat man schon an einer anderen Stelle des Fluß- bettes eine Quelle entdeckt deren Ertrag aber ! sehr gering ist Geologen haben übrigens schon vor langen Jahren die Vermutung ausgesprochen daß da- Flußbctl. des Mains wanne Queller enthalte. Denn schon bic Existenz des Grind brunnen- deute darauf hin. Är. 88,83 Är. 117,80 6,40 Är. 88,83 6,36 7,20 1,32 1,33 ot. Die in und den O- Zu D-3ua Eifenach—Fra n kf u r t a M. 30. Marz d. 36. wurden, wie dem „Lot- aus Erfurt gemeldet wird, die drei 16.7. 18.7. Schweizer Franken te 100 L r-achtS 20 Rinder in die nahen Wälder Eanrrtcn bi- jetzt noch nicht gefangen werden. bei der 100 100 1 100 100 100 100 100 $ Är. vom ; Anz." Är. Fr. £ L. 100 Fl. 100 Ml. 100 Är. Agra». . SujUKtft 15.7. 8,07 <21 8,60 16.7. 8,12 *8,'76 Markuotierungeo Für 100 deutfch« Mark wurden 192.75 8.02 0.80 7.95 47.25 21.95 27.45 4640 1.90 606.- 3.90 &65 Wart ab Der Stand de» vermögens hciruq im Dorjahr 1271976 Mk. 1921 dagegen 1 403 034,75 Mark Die Entwicklung ist aI8 durchaus günstig zu bezeichnen Goneraldirektor Engelhard' regt hierauf die Schaffung einesDerfuchslaboratoriume Müller'sche Badeanstalt. Wasferwärme der Lahn am 18. Juli: 20° R. hr 117.88 Sh. 97,80 Fr 1 $ 23,83 ttheaterbureav auf des mstgige Lvens in feinem toiflinge“ hin-r- u Jad-Äallöeim eine etterfeit auilöfte- Qif tuns" schreibt ß man suchen yaven, Man trümmt sicher -tnnügtn, möchte über er tzaul sahm, aber Verfasser sind redende e fein kann. fingen. in Wenings. , & 2Iuf d>- S-«/' üWlftÄS iung von 10 000 uu. Vermischtes. Der Doppelmord in Heidelberg. Wechsel auf Holland....... Deutschland..... Wien ........ Vraa........ Vari» ...... öondon ....... Italien ....... Brüssel....... 192JX) 84)5 0.825 7L5 47.25 21L7 27.40 46.10 2-- 606.- 3.90 8.65 Heidelberg, 16. Juli. (Wolfs. > Heute, einer nochmaligen genauen Durchprüfung ... Wohnung des Sisenbahnschmiedes Liefert wurden noch eine Reihe bisher vermißter Gegenstände, im besonderen die Uhren der beiden Bürgermeister Buffe und Werner, deren Briefschaften uno ein Siegelring des Werner gefunden. Siefert wurde in seine Wohnung übergeführt, und hier wurden ihm die gefundenen Gegenstände vorgelegt. Er stellte jedoch den Besitz der Gegenstände in Abrede und leugnet weiter, die Tat begangen für Werkzeugmaschinen an. Dem Dorschlag wirb Augestimmt und sofort ein AuSschust gewählt, der die Frage der Errichtung eines derartigen Laboratoriums prüfen soll, ferner, ob die erforderlichen Räumlichkeiten vorbanden sind, und weiter soll er an die Industrie berantreten zwecks Unterstützung dieser Einrichtung. 3m Anschluß an die geschäftlichen Verhandlungen hielt Herr Professor Dr.-3ng Heuser einen sehr lehrreichen Vortrag über .Zellulose in ihren Beziehungen zu Wissenschaft und Technik' An den Vortrag schlotz sich eine Besichtigung für Zellulosechemie (3n einem Teil der Auslage wiederholt) Die Schlußsitzung des preußische» Landtags. Berlin, 16. Juli. Der Preußische Landtag hat gestern nach einer Sitzung, die den ganzen Tag in Anspruch nahm, den Äotetat gegen die Stimmen der beiden sozialdemokratischen Parteien und der Kommunisten angenommen. Damit ist der Versuch der Sozialdemokraten das Kabinett Stegerwald vor Beginn der Sommer ferlen des Landtag- zur Demission zu bringen, gescheitert. DaS Urteil zum Attentat auf den Eisenach— Frankfurter Schnellzug. Berlin, 16. Juli. Für da- Attentat aü, Hk. Marburg. Wiedereinsetzung zweier Lehrstüyle Wie die .Hochschul- orresponzenz" erfahrt, ist für daS durch die Emeritierung des Veh. Hustizrals Snneccerus erledigte etatsmäßige Ordinariat für römisches und deut scheS bürgerliches Recht an der ilniDcrfität Marburg der Geb. Hustizrat Pros. Dr. Fritz Andre eoenda auserfthen; die dadurch frei- werdende Professur wurde dem bisherigen o Pro- essor an der Stratzburger Universität Dr. ur et phil. Erich Jung angeboten Professor Andr§ ist ein geborener OSnabrucker. Dem Vernehmen nach bat Pros. Dr. Ottmar Buhler in Münster den Rus auf den Lehrstuhl für Staats-, Verwaltung--, Kirchen- und Völlerrecht an der Universität Marburg alS Rachfolger W. Schückings abgelehnt. 1,8 114 n ^ffuh^"D"s »le nei7, Für diesen Herbst ist eine gleiche Veranstaltung geplant, falls nicht die Hniverfilät Gietzen dasselbe beabsichtigt. Auch die Uniberfität Heidelberg wird eine Hochschulwoche im besetzten Gebiet veranstalten. Der Rechner, Prof. Finger, erstattete hierauf den Jahresbericht der Vereinigung. Die 1.7.11. Fr. 125,49 ,V >9,?) •• fttti)» R<7chrichten aus 9ef|eit enb den Rachbar st aalen 3n Stein »ui th tAr Friedberg> feierten am SamStag b*e Hheleute Hoh Hrch Hengst und Frau Elisabeth. «ce5 Wolf, das Fest der Goldenen Hochzeit. — autzerordentlich fedenSwerte Rosenau- wellung. die ausgezeichnet war durch ihre ^Reichhaltigkeit an edlen Sorten, bot am Sonntag Hier oberhessischer Roienvrt Steinfurth, der .-utd) seine Rvsenlulturen weltberühmt, und von -wo jetzt wieder täglich grotze Sendungen mS AuS- 'and und nach allen Teilen Deutschlands gehen 3n der Turnhalle zu Bad-Rauheim fand un Sonntag eine Zusammenkunft ehemaliger 116er Holt, die von hier. Ober- und Rieder-Mörlen, Wisselsheim. Rödgen und Schwalheim gut besucht r>ar Es wurde beschlossen, an der Giessener Zu- srnnnenkunft am 21 August geschlossen teilzu- rebmen Einige Tage zuvor gründeten die ehemal ffler Feldartilleristen für Bad-Rauheim und Umhegend eine Ortsgruppe, der zahlreiche Mitglieder feigetreten sind, die sich alle an dem Regiments- tag am 18. September in Darmstadt beteiligen sollen 3n Butzbach wurden durch Der- • nftaltunacn und HauSsammiungen für die Hesi - 'Tmberbilfc bis jetzt über 6000 Mk. zufammen- icbrad)t Zwischen Butzbach und Bad- ? a u b e i m verkehrt jetzt eine Kraft- vagen personenpost . sie berührt die Orte Hoch- Weisel, Münster. Fauerbach v b H, Langen- tarn. Ziegenberg. Ober-Mörlen und Rieder- Rörlen Die neue Linie, die Anschlüsie an die Linie Bad-Rauheim Rod a. d Weil hat, bereutet für die verkehrsentlegenen Orte am HauS- ^rg und im Usatal einen groben Vorteil. hn Reckar wurde durch den Bruch eines 2m- -mniakkesselS in der chemischen Fabrik bei Heil- ' rnnn ein grobes Fischsterben veranlaßt. Die -Tn Reckar wohnende Bevölkerung zog die biS au 20 Pfund schweren betäubt«! Fische zentnerweise auS dem Wasser. - Auf der Fohlenweide Tornholzhausen (Bad Homburg 1 entliefen zu haben. Berlin, 16. Juli. Zu der Angelegenheit des verhafteten Dezernenten der Berliner Fürsorge st eile für Kriegsbeschädigte, Rudolf alias Franzke, erfahren die Blätter u. a., daß Franzke, der Sohn eines Posener RechnungSratS, im Sommer 1918 durch Vermittlung des verstorbenen DolkSbeauftragten Hugo Hoasein das Auswärtige Amt gelangte, wo er eine Zeit lang KautSkyS Assistent war. Gr nahm auch an den technischen Vorbereitungen zu den FriedenSverhandlungen in Versailles teil. Durch Freiherrn von LerSner wurde er seines Amtes enthoben. Aach seinem Ausscheiden aus dem Auswärtigen Amte gelang es ihm, in die Waffenstillstandskommis- sion zu kommen, wo er mit dem Referat „Wie- deraufbau" betraut wurde. Während seiner Tätigkeit bei der Waffenstillstandskommission hat er Schiebungen unternommen, durch die eine Berliner Firma um 150 000 Mk. geschädigt worden ist. Berlin, 16. Juli. Entsetzliche Blutszenen spielten sich heute früh im Gemeindehause in der Humboldtstrahe in Reinickendorf ab. Dort stürzte sich der Taubstumme Hermann Sch. auf seinen Stubengenossen August Mark und tötete ihn durch einen Dolchstich. Hierauf brachte er dem Wächter Heinrich Pöthke mehrere leichte Verletzungen bei. Schließlich stürzte er sich auf eine Insassin des Hauses, die er durch Stiche am Kopf verletzte. Dann schnitt er sich den Unterleib auf, ergriff eine Axt und spaltete sich selbst den Schädel. Er lieat in hoffnungslosem Zustande im Reinickendorfer Krankenhaus. - Bunzlau, 16. Juli. (WTB.) Sin großer Brand vernichtete gestern auf dem Lindener Gebiet unweit des Bunzlauer Stadt- forstes 400 Morgen schlagbaren Wald. Heute morgen loderte der Brand von neuem auf und nimmt eine gewaltige Ausdehnung an. Der Brand ist noch nicht gelöscht. Handel. — .Wetterauer Mühlenvereinigung, e. G. m. b. H ". Die Organisationsfragen im Müllereigewerbe, welchen sich feit einiger Zeit die Auf merk! amteit aller beteiligten Kreise in dec Erkenntnis ihrer derzeitigen groben Bedeutung mehr und mehr zuwendet, haben nunmehr auch in der Wetterau ihre praktische Löfung gefunden. Unter der vorgenannten Firma, mit dem Sch in Dad-Rauheim, haben sich zehn Wetterauer Mühlen mit einer Hahresleistung von etwa 250 000 Doppelzentnern zufammengefchlosien, um für die wirtschaftlichen Ueberraschungen und Schwierigkeiten besser gerüstet zu fein, welche der Abbau der Zwangswirtschaft und die hohen Weltmarktpreise nach sich ziehen. Die Genossen haben für ihre Genossenschaft, welcher der gesamte Getreideeinkauf und Verkauf der Mahlprodukte übertragen worden ist. mehrere Millionen aufgebracht; es soll sich hier um einen besonders gründlich auSgebauten ^isammenschlub im getieideverar- beilenden Gewerbe handeln. Vorsitzender des Aus- sjchtSrats ist Mühlenbesiher vchudt, Görbelheim. Den Vorstand bilden Dr. Krantz, Dad-Rauheim, und Friedrich Hock, der bisherige Leiter deS vtädt. LebenSmittelamtes in Offenbach a. M. Züricher Devisenmarkt. S56 SM Urulk die 30r Mildern 2, SUS für ber L.^enauPvh. Uoduhne ein 8r.-in TBalbbubr- in btt 2b- Vbas 5t.ii J r-nnnen unb 64n- W MäbchensA,!« livWchulen iStad' r" -'ne „Einheit^ N m Zukunft gr. iedn In den Liens, )ttn, LGnen, tyjitn" achmiiiag vnsammi • einmal im blumer- 'els Schwab lIellen. tc mit Kuchen, vM unb Äinbetfreunbt Dabei mibmet? Peilen des Oberhessischen herzliche, warm emp- allen benen, bic sich b bic Durchführung rt gemachi haben, nblichen Darstellern ett für Uvnicr- / Der zriedenSver' VMeiler, Uhr ;t Deutschnatwnallm nichts ÄreinSM^, ng des Tierschuyver- i Geheimnis ber bet König ber Ten!' S00-Iahrfeier der Stadt Butzbach. # Butzbach, 17. Huli. 6» war im Spätsommer des Jahres 1321, als bi£ Dorf Butzbach, daS schon in frühester ge- r hichtlicher Zeit infolge feiner Lage an der groben Heerstraße vom Maine nach der Weser eine be- heutfamc Siedlung gewesen sein muß, vom Kaiser i udwig dem Baiem laut vorliegender Urkunde ha» Stadtrecht erhalten hat. Daß daS kleine fflemetntoefen bald aufblühte und von einem flei- feigen Bürgerstand zu großem Wohlstand gc» ’ chrt wurde, das zeigen heute noch die alten Oll au em und Türme und vor allem die kunstvollen Bauten, benen daS heutige Butzbach den Ruf verdankt, zu den reizvollsten hessischen Städte- hldem zu gehören. Von einer abweck) slungS- ichen Geschichte erzählen unS all die Denkmäler auS alter Zeit, die Archive und das Butz- hacher Museum Don besonderer Bedeutung für hie Entwicklung ber Stadt wurde eS, daß die . Brüder des gemeinsamen LebenS", Kugelherren ernannt, eine Riederlastung gründeten, deren Lateinschule eine Voraussetzung zum Entstehen '-nes tüchtigen Bürgerstandes schuf. Die glanz- nsllste Epoche in der Geschichte der Stadt aber «wurde herbeigeführt, alS Butzbach hn 17. Zahr- shimdert die Hauptstadt einer besonderen Oandgrasfchaft Hessen-Butzbach wurde, die in dem eilen unb geistig hervorragenden Landgrafen Philipp einen Regenten hatte, der Butzbach nicht rur zu einem Brennpunkt wissenschaftlichen Le- FenÄ, sondern der auch durch seine weisen Re- wierungShandlungen und in seiner großzügigen * zialen Fürsorge seiner Zeit weit vorauSeÜte. öinax weiteren bemerkenswerten Abschnitt in tyr Geschichte Butzbachs bildete zu Anfang deS 119. Jahrhunderts daS Wirken des hochstrebenden Dichters und freiheitlichen Politikers Weidig, wer für Butzbach und Hessen das gewesen, waS ^ahn in Berlin war. Seine Arbeit an der Ougend sand in der geistig regsamen Devölke- 'rmg einen starken, noch heute fortklingenden Widerhall. Die grvßdeu Ische liberale Gesimmng, bete j>a» Bürgertum Butzbachs immer auSzeich- TTtte Ift in erster Linie dem Einfluß deS Rektors Friedrich Ludwig Weidig zuzufchreiben. Den Höhepunkten in der Stadtgefchlchte stehen aber iuch Zeiten der Rot gegenüber, verursacht Wirch KriogSunhell, Brände. Seuchen. Aber im- ner wieder fand eine glaubensstarke, gewerbe- rißlge Bevölkerung hieraus den Weg. der empor i» besseren Verhältnissen führte. So kann unS heute, wie mit Recht In vielen Ansprachen bei htm Festkommers hervorgeboben worden ift, der Blick auf die früheren Schicksale deS OrteS in -unserer Zeit des RiederbruchS Stärkung und 2rvst gewahren, daß auch unS wieder eine bessere ,Zukunft belchieden fein möge. Für Butzbach zieht heute eine neue Zeit fvtrauf. Große industrielle Anlagen sind im Ent- hehen begriffen. Wenn sie auch daS eigenartige Gepräge des ..alten ButzbachS" stark verändern würden, so sollen sie uns doch willkommen sein i i der Hossnuna. daß sie einen neuen Aufschwung korS Gemeinwesens herbeiführen unb an ihrem 3eil mithelfen an einem Aufblühen deutscher Arbeit Gestern und heute wurde der Sechs- i 5u n b e r t j a b r t ag ber Stadt festlich begangen. Einfach, der ernsten Zeit entsprechend, aber doch würdig der altehrwürdigen Stadt, war der 2rundton, auf den alle Veranstaltungen gestimmt waren. Singeleit et wurden die Feierlichkeiten fliftern nachmittag mit den ReichSjugend- Nrettkämpfen, die unter Leitung deS Lum- »reinS stattfanden. 240 Jugendliche beiderlei Geschlechts beteiligten sich daran und gaben tn iBrer echt jugendlichen Begeisterung ein Bild froher LebenSbejahung. Lieber Verlauf und Er- ierbach- ff u W" llloa Hi r (*Dn Sßss: >or ‘fuSi-r hi< - iparen [fettig ubeboE^ per, en RfltSen; Beeren in z Äk- sich KW; K-E-MkL rassall- II. ^issallendek' SsSZ e von unb IZ«L <%is$ »■ sK."' eite * 43861t, r SsS'h ni^ S6en1 -E KK etl”S Hauptschuldigen zu je 5V» Jahren Zuchthaus, die übrigen Angeklagten zu je drei bis vier Zähren Zuchthaus verurteilt. ein Unfall bei der französischen Rational- feier in Mainz. Mainz, 16. Juli. Bei der Feier des französischen Nationalfestes am 14. Juli durch die französischen Truppen fiel beim Ab« feuern von Raketen eine abgeschosfene Rakete auf daS zur französischen Rheinflottille gehörende Schiff Rheinstein und verursachte eine Explosion von etwa 200 dort lagernden Raketen. Dabei wurden laut Echo de Rhin 1 C französische Soldaten und ein Offizier schwer verletzt. Auf dem Schiff brach Feuer aus, das indessen bald gelöscht werden konnte. Mehrere der Verwundeten sprangen ins Wasser, konnten aber gerettet werden. Die Anwerbungen für die Fremdenlegion Berlin, 16. Zull. Wie der .Lokalanz." berichtet, wurden seit der Besetzung Duisburgs von der hiesigen Kommandantur täglich 10 bis 15 junge Ceute für die Fremdenlegion angenommen. Seit einiger Zeit hat die Kommandantur Anweisung gegeben, nicht mehr als IC junge Leute anzuwerben. Rur die kräftigsten Bewerber werden angenommen» bte mtt BnHback, bord) gemeintame aortfchajtsiche I Mart ab Der Stand des Vermögens bäru< Unterenen verbunden sind CBnriahr 1 271 976 Mt 1921 baaeaen 1 403 0. Hochschulnachrichten. Bereinigung von Frennden der Technischen Hochschule zu Darmstadt (G. 03.) Ernst-Ludwig-Hochschul-Gesellschaft. St. Darmstadt, 16. Zull. Unter dem Vorsitz von Geh. Daurat Prof. Berndt hielt heute die Vereinigung von Freunden der Technischen Hochschule zu Darmstadt ihre 3. Hauptverlamm- hing ab. Der Rektor der Technischen Hochschule, Se. Magnifizenz Geh. Baurat Prof. Walde, hielt eine Begrüßungsansprache, in der er darauf hinwies, daß die Wissenschaft, tote sie an unseren Hochschulen gepflegt werde, sich nicht ohne die Hilfe der 3nouftrie weiter entwickeln könne. Die Wissenschaft bedarf der geistigen Anregung von denen, die im Strudel des praktischen LebenS stehen, und es fei gewiß kUn unbilliges Verlangen, daß die 3ndustrie von den Gewinnen, die sie ja auch dank der Mithilfe der Hochschulen erzielt, zu dem Ausbau der Hochschulen beiträgt, damit die Wissenschaft rechtzeitig zu den Problemen, die daS praktische Leben stellt, Stellung nehmen kann. Den Bedürfnissen der Zeit wurde Rechnung getragen durch die Einrichtung deS 3n- stitutS für Zellulofechemie, und neuerdings wieder durch daS LederforfchungSinftitut. Der Vorsitzende erstattete hierauf den Jahresbericht. Die Mitgliederzahl der Vereinigung ist von 371 auf 401 gestiegen. Durch den Tod verlor der Verein u. a. Kommerzienrat Heichelheim-Gießen. Für die Herrichtung deS Zellulofe-3nftituts wurden folgende Ausgaben gemacht: Für den Umbau 84 939 Mk., für die 3nftrumente usw. 179 104 Mk., insgesamt 372 170 Mk. 150 000 Ml. waren bereitgeftrllt, von 47 Spendern wurden weitere 271000 Mk. und 10 000 Mk. in Reichsanleihe zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende gab sodann eine eingehende Schilderung der Verhandlungen über die Errichtung des 3nstituts für Gerbereichemie. Der Vorsitzende machte hierauf nähere Mitteilungen über den Verlauf der Hochschulwoche in Mainz. Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen sSoim Wien. . . . London . t Pari» . . . Neuyortz. . Bürgermeister Köhler, der brn Festabeno umsichtig leitete. Überbrachte in feiner Begrüßungsansprache allen Gästen ein Hoch Darauf hielt Prof Dr. Werner die Festrede, die berichtete von dem Geist stolzen Vürgerfinns. der sich durch die Zohrhundene hindurch nicht unterfriegen ließ, von dem Geist der deutschen Frömmigkeit und des treuen Heimatsinnes, vom Geiste wahrhaften Sozialgefühls. von dem Willen zum deutschen Leben, der uns bis zur 700- Zahrfeier hoffentlich wieder ein großes, freies, vom WeltmarnmonismuS befreites Baterland schaffen werde Wir dürften den Glauben an ein ewiges Deutschland nicht verlieren. Mit stürmischer Begeisterung wurde die Festrede und daS aufs Vaterland ausklingende Hoch aufgenommen. Darauf begann der Reiaen der Glückwunsch- anfprachen Es sprach zunächst als Vertreter ber hessischen Staatsregierung unb des hessischen Landtags 5inanAminifter Henrich, ber ber Stadt wünscht, baß sie. wie in all ben Zahrhunberten. immer ber geistige unb wirtschaftliche Mittelpunkt ber nörblichen Wetterau bleiben möge. Von Herzen kamen auch bic Wünsche, btc KreiSbirektvr Graes als Vertreter beS Kreise- Friebberg unb Oberregierungsrat Wclcker als Vertreter ber Provinzialbirektion der Stabt inS neue Säkular mitgaben Bürgermeister Krenzien (Gießen) gebuchte ber stets reunbschaftlichen Beziehungen ber Rachbarstäblc, währenb Rektor # Prof, von Eicken herdvrhob. was bie Lanbcsuniverfi- fä1 ber on kultur- unb kunstgeschichtlichen Denl- mülern so reichen Stabt alles zu banken habe. Prof. Rauch (Gießen) prte? die Zugend glücklich die sich an einer reichen Vergangenheit, an einer hehren Tradition in dieser trüben Zeit innerlich ausrichten und für die Zukunftsaufgaben stärken könne Es sprachen dann noch Polizeimajor Kuhn für die hessische Schutzpolizei, Beigeordneter Kling für die Stadt Bad-Rauheim. Pros. Dreher für die Stadt und den Geschichtsverein Friedberg, Bürgermeister Fendt für die Stadt Büdingen. Bürgermeister Disfel (Griedel) im Auftrage der Gemeinden des Amtsgerichtsbezirk- Butzbach und der benachbarten preußischen Orte. Alle Ansprachen Hangen au- in dem Mabnruf, trotz der Rot der Zeit an der Zukunst des deutschen Volkes nicht zu verzweifeln. Sine ganze Reihe hessischer Orte, die einen Vertreter nicht entsenden konnten, übermittelten durch Drahtgrüße ihre Glückwünsche, so Lich, Laubach. Schotten. Bürgermeister Köhler dankte bewegt allen, die der Feststadt an ihrem Zubeltage so herzlich gedacht. Ein glücklicher Gedanke ist es gewesen, ein Stück Stadtgeschichte in lebenden B i l- dern aus den verschiedenen Jahrhunderten am Auge vorüberziehen zu lassen. Geh. Rat Hägers reicher geschichtlicher Kenntnis entstammt die 3bee dazu, der Turnverein hatte unter Anleitung von Karl Volck (Gießen) die Ausführung übernommen. Mit den vom Gießener Stadttheater entliehenen Kostümen ist sie fo trefflich gelungen, daß sich die Darstellungen zum Glanzpunkt deS Abends gestatteten und bei jung und alt einen unvergeßlichen Eindruck hinterließen. Es wurden 6 Ti der be3 so genden 3n'attS gestellt: 1. lieberreichung ber (Staoturtunbe durch einen Abgesandten deS Kaisers Ludwig des Bayern an den Ortsvorstand (August 1321); 2. Kugelherren (Brüder vom gemeinsamen Geben) beim llnter- liht im D ifein vi n Bürgermeister und Ratsherren (ums Hahr 1500); 3. oem Landgrafen Philipp von Hesfen-Buhbach wird der Schuhbrief Tillys überreicht (1626); 4. Landgräfin Dorothea empfängt ihren aus Spanien zurückkommenden Sohn, den kaiserlichen Feldmarschall Prinzen Heinrich (1711); 5. Turnvater Weidig im Kreise seiner Schüler (vor 100 Hahren, 1821); 6. Dor 50 Hah- ren: Heimkehr aus dem Krieg 1870/71 (Huni 1871). Die Wirkung der einzelnen Bilder wurde noch erhöht durch paffende historische Gesänge, die die Männergesangvereine „Orpheus" und „Eintracht", der evang. Kirchenchor und ein Schülerchor der Stadtschule vortrugen. Auch der musikalische Teil, den die Kapelle Groß (Wieseck) bestritt, fügte sich stimmungsvoll dem ganzen Programm ein. Richt vorgesehen war tn der Festfolge das gemeinsame Lied „Deutschland,, Deutschland über alles". Es brach sich nach der begeisternden Ansprache von Prof. Rauch (Gießen) von selbst Dahn und wurde von der Festversammlung stehend unter den Klängen der einsetzenden Musik begeistert gesungen. Büchertisch. — Delphi Fabrice. Da» Gespenst. Roman. (Derlaa Dr P. Langenscheidt. Berlin W 15. Preis geheftet 15 Mk. gebunden 18 RN., in Halbleinen 20 Mki „Ohne baß wir es wollen unb wissen, nimmt uns der Autor dieses Romans Sefangcn und hält uns in feinen Dann Der 3n- alt ist die erschütternde Beichte eines unseligen, seiner Leidenschaft verfallenen Menschen unserer Zeit. Aus der Flucht vor dem Gespenst, das ihm sein Wahn vorgaukett. stürzt er sich in bic Wogen des Großstadtledens. verwüstet seine Socio, betäubt sein Gehirn." - Wanderer und Gefährte Von Dettmar H Sarnetzkt. 310 Seiten Preis einiach gebunden 20 Mk.. tn Halbleinen gebunden 26 Verlag von Quelle u. Meyer tn Leipzig. 1921 Erzählen setzt ein Weltbild, ein lieber-ben Dtn gen-Stehen voraus. baS nämlich, was man Gegenwart pflegen, zu ihr Wegbahner, Führe unb Berater fein. Sie bringt kunstkritische Aul fätze, auSgewählte Profa. Gebichte unb je eine Graphik. Da« Heft kostet 1,50 Mk. — „W o h n u n g S ku n st" „DieRoum- tun st", illustrierte Monatsschrift für Archiv tur, Raumkunst und Kunstgewerbe, eine vornehme Derlagserfcheinung ift neu erschienen und bietet aktuelle Artikel u. a. über modernen Sparbai. feine Möbel der Kunstwerkstätten Hellerau bei Dresden. Moderne Plaketten von Prof R. Del - feit, künstlerische Musikmöbel usw. Ein Abonnement der „WohnungSkunst (Heft 6 Mk.) ist sehr zu empfehlen. — G. Kellers „Leute von Seld - wyl a". Der Dolksverbond der Bücherfreunde. Berlin W 50, Rankestrahe 34, hat soeben für feine Mitglieder als dritten Band seiner zweiten Hahresreihe Gottfried Kellers „Leute von Selb > wyla" herausgebracht. Der Freiburger Literarhistoriker, Prof. Dr. Philipp Witkopp. hat bie Erzählungen eingeleitet und auSgewählt. Heber allen Gestalten schwebt Kellers gütig-ticfc, schöpferische Liebe zu feinem Dolk: „Glücklich, wer in feinem Land ein Spiegel feines Dolkes fein kann, der nichts widerspiegelt als dies Dolk, indessen diefeS selbst nur ein Heiner Heller Spie^ gel der weiten lebendigen Welt ist." Auch dieser Band ist auf holzfreiem Werkdruckpapier gedruckt, in Halbleinen gebunden und stellt zum Preise von 12,80 Mk. eine anerkennenswerte Leistung des Berbandes dar. Die Mitgliedschaft ist kosten - loS. Satzungen und DerzeichniS der bereits erschienenen 32 Bände sind vom Bolksverbond bei Dücherfreunbe (Wegweifer-Berlag G. m. b. H.) Berlin W 50, Rankestrahe 34, kostenlos zu beziehen. xibnisfe ber interessanten Wettkämpfe wirb in Str „Sport-Umschau" ausführlicher berichtet. An ber Hauptfeier, bie gestern abend it der o roß en reichgeschmückten Festhalle am Dieh- irarft stattfand. nahmen nahezu 3000 Perfonen teil, darunter viele Gäste und Ehrengäste. Wir n-mnen: Finanzmini ler Henrich, Kreisdirektor ® r a e f, Ooerregierungdrat Welcker und Pro- ^nzialrat Dr. Wolf (Gießen), Bürgermeister grenzten (Gießen), ''jt«Ue kenn nicht erteilt werden. Nord-2lnlage 111. Wegen Erkrank, meines Mädchens gut empfahl. Mädchen für Küche und Haus zu kleiner Familie bei guter Behandlung und gutem Leibgard. Sonntag den 24. Juli: zamilienausflug nach der Badenburg. Sammelplatz 2*/i Uhr Nord-Anl. Emg. EderstL Anmeldungen der tetst nehm. Kinder bis zu 14 I. spätestens bis MitlwoS 6 Uhr abends bei Kam. 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Aber nun bin ich da, um deine Stelle zu vertreten. Wir entlassen den Inspektor — q16 LebenAk sgSfe SäsS Ä o^>V sner A EsHiH S-SS farnv^6 $ s-M —^njerads^ M. 165 Zwettes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Montag, 18. Juli 1921 Aus Hessen. Maßnahmen gegen die Futternot. Die Abgeordneten Hahn und Genossen stellten in der Hessischen Volkskammer folgenden Anttag: Die anhaltende Trockenheit hat in weiten Teilen Hessens, besonders in Rheinhessen, eine grohe Futternot zur Folge. Der erste Grünfutterschnitt ist verbraucht, ein zweiter Schnitt infolge der Trockenheit noch nicht zur Entwickelung gekommen. Die Erhaltung der Viehbestände ist un- Das Urteil im neunten Krreqsverbrecher-Prozetz. Leipzig. 16. Zuli. (Wolsf.) In dem Prozeß gegen Die beiden A-Boolosfiziere Dittmar und Boldt vor dem Reichsgericht wurden die beiden Angeklagten wegen Beihilfe zum Todschlag zu je 4 Zähren Gefän gnis verurteilt Gegen Dittmar wurde außerdem auf Dienstentlassung erkannt. Der Begründung des Urteils gegen Dittmar-Boldt ist folgendes zu entnehmen: Der Gerichtshof sieht für klar erwiesen an. daß die ..Llandvvery Castle" objektiv völkerrechtswidrig torpediert wurde. Das Schiff fuhr innerhalb der Zone, innerhalb deren eine Torpedierung nicht zulässig war. Der Befehl der deutschen Regierung und der höchsten deutschen Marinestelle ging dahin, daß solche Schiffe wie die hier frag lichen nicht torpediert werden dürfen. Der Kommandant des U-Bootes, Patzig, kann keine Umstände geltend machen, daß er zur Torpedierung berechttgt war, wie der Sachverständige anführte, lebtglkb das allgemeine Mißtrauen auf beiden Seiten, vermöge dessen die Kriegspartei anderen ohne weiteres Dölkerrechtswidrigkeiten zutraute. Die Anklage geht aber nur dahin, datz die Angeklagten nach der ^Torpedierung sich an der Tötung von Menschen beteiligten, die in Rettungsbooten von dem untergehenden Schiffe entkommen waren. Der Gerichtshof ist überzeugt, daß von den Booten mindestens drei außerhalb der Gesahrzone, die das untergehende Schiff bot, sich bewegten. Diese Boote wurden absichtlich beschossen, und zwar zu dem Zwecke, um die Zeugen zu beseitigen, die den Fehltritt des U-Bootkommandanten hätten nachweisen können. Das Verhalten Patzigs beweist, datz er die Vernichtung der Rettungsboote zu verdecken und der Kenntnis seiner Vorgesetzten zu entziehen suchte. Das ergibt sich besonders daraus, datz er die Eintragung in das Schiffstagebuch pflichtwidrig ausgeführt und von dem ganzen Vorgang nichts erwähnt hat. Er ging sogar soweit, datz er eine unrichtige Route in die Karte eintrug, also direkt zur Fälschung einer Urkunde überging. Aus der Ausführung des Feuerangriffs ergibt sich, datz diese Beschietzung lediglich den Rettungsbooten und ihrer Besatzung galt. Das Gericht ist vollständig davon überzeugt, datz alles im ausdrücklich oder stillschweigend erllärten Einverständnis mit dem Kommandanten geschah. An der Strafbarkeit der Haupthandlung und demgemäß der Rebenhandlung der Angellagten besteht nicht der geringste Zweifel. Wehrlose Schiffbrüchige. die auf gehört haben, Feinde zu sein, dürfen unter keinen Umständen getötet werden. Eine Kriegshandlung kommt überhaupt nicht in Betracht Daran ist kein Zweifel, daß die '2ln- geklagten daS unrechtmäßige und verbrecherische Vorgehen ihreS Kommandanten, von dem sie genau wußten, datz er lediglich begangene Fehler verdecken wollte, erkannten Dazu kommt weiter, daß die Angellagten. wenn sie nicht unbedingt tm Einverständnis mit ihrem Kommandanten handelten, die Möglichkeit gehabt hätten, den Befehl nicht zu befolgen. Es hätte nur des geringsten Widerspruchs bedurft, ja nur der Androhung einer demnächstigen Meldung des gegebenen Befehls, um den Kommandanten Patzig vollständig zu entwaffnen. In der Tatsache, datz der Kommandant die Verantwortung trägt, und baß es eineS ganz besonderen Matzes von Entschlossenheit, Selbstbewuhtsein und rücksichtslosem Auftreten der Untergebenen auf einem U-Boote bedarf. um sich einem derartigen Befehl zu widersetzen. erkannte das Gericht einen Milde- rungSgrund. Bei Bemessung der Strafe wurde erwogen, daß es sich um eine sehr schwere Straftat, um die Vernichtung wehrloser Schiffbrüchiger handelt, datz zahlreiche Menschen einem verbrecherischen Unternehmen zum Opfer gefallen sind, namenllich aber bestimmte der Schatten, der durch diese Tat auf unsere Marine, insbesondere auf den U-Dootkrieg geworfen wurde, dazu, auf daS Höchstmaß einer Strafe von vier Zähren Gefängnis zu erkennen. möglich, ohne datz der Dörrfutterbestand, der als Wintervorrat vorgesehen ist, angegriffen wird. Mutz der Wintervorrat schon jetzt angegriffen werden, dann ist eine Erhaltung der Viehbestände unmöglich. Die Trockenheit hat in vielen Gemeinden ein vollkommenes AuS- trednen der Wiesen, Klee- und Luzernefelder zur Folge. Dazu kommt noch das Auftreten der Mäuse, das besonders in Rheinhessen zu beobachten ist. 3m Interesse der Milchversorgung der Städte müssen Maßnahmen getroffen werden, datz die Viehbestände erhalten bleiben und einigermatzen ernährt werden können. Wir beantragen deshalb, die Regierung wolle 1. für die Beschaffung von Kraftfuttermittel durch Vermittelung des Reichs- ErnährungS - Ministeriums umgehend Sorge tragen, insbesondere für eine Sonderzuweisung von Mais und Milchfuttermittel bei diesem cintretcn, um besonders auch den Kleinbesitz, der Maisbezugscheine auf Grund der Getreide- lieferung nicht erhalten konnte, mit diesen Futtermitteln versorgen zu können. 2. Für den Erlatz eines Rotstandstarifs zur Beförderung von Heu, Stroh und sonstigen Rauhfuttermitteln, sowie von Kraftfutter bei den Cisenbahndirettio- nen einzutretcn. 3. Die Wälder für die Gewinnung von Futter- und Waldstreu in weitgehendstem Matze zu öffnen. Die Errichtung einer Zollschule in Hessen. Abg. Ruh beanttagte in der Hessischen Volkskammer, an der Universität in Gießen oder — falls dort nicht angängig — an der Technischen Hochschule in Darmstadt eine Zollschule zur wissenschaftlich-praktischen Ausbildung solcher mittleren Finanzbeamten zu errichten, die sich dem Zolldienste widmen wollen. Aus Stabt und Land. Dietzen, den 18. Zuli 1921. Annahme von Anzeigen bis zum Abend vor dem Ausnahmetage. Heschäftrstunden von 8—V-1 u. 2—V26 Uhr. * . * ** D i e K 0 h l e n p r 0 d u k t i 0 n in Hessen. Die monatliche Stattstik der Kohlenproduktion des Dolksstaates Hessen weist für den Monat Zuni 1921 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 41 193 Tonnen, verkauft wurden davon 12 553 Tonnen; der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur weiteren Verarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodutten erzeugt: 2600 Tonnen Braunkohlenbriketts, 2555 Tonnen Nahprehsteine. Außerdem wurden in Hessen erzeugt 10 055 Tonnen Stein- prehkohlen. Unter Berücksichtigung der aus Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am MonatSschluh absatzfähig: 12 707 Tonnen Rohkohlen, 1259 Tonnen Briketts, 3317 Tonnen Rahpreßsteine, zusammen 17 283 Tonnen Braunkohlen und Draunkohlenprodutte im Gesamtwert von 2 201 977 Mark. ** Revision aller Lustbarkeits- steuerordnungen. Der Reichsrat hat kürzlich die vom LandeSsteuergesetz vorgesehenen Normativbesttmmungen über die Lustbar- keitSsteuer verabschiedet. Ihre Veröffentlichung im Reichsgesetzblatt erfolgt in den nächsten Tagen. Sie hat die gesetzliche Folge, daß innerhalb einer gewissen Zeit sämtliche Lust- barkeitSsteuerordnungen im Reiche von den Gemeinden neu beraten und nach Beschlußfassung der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorgelegt werden müssen. Alle Interessenten, die über zu hohe und ungerechte Lustbarkeitssteuern der Gemeinden Klage führen, haben damit Gelegenheit, vor der Neuberatung der Steuerordnung den zuständigen Stellen ihre Wünsche vorzuttagen und zu verlangen, datz erst nach Anhörung der Interessentengruppen die neuen Richtlinien der kommunalen Steuerpolittk festgelegt werden. " Der Futtermangel ist infolge der anhaltenden Trockenheit sehr groß. Viele Landwirte sind gezwungen, die Haferäcker ab- zumähen, damit sie ihre Tiere durchbringen. Die Kleeäcker und Wiesen bieten einen trostlosen Anblick. Die Kleeäcker zeigen tiefe Risse. Täglich kann man in den Waldungen um die Stadt, besonders im Bergwerkswalde, viele Leute, meist Ziegenhalter, sehen, die hier das lümmerliche Grünfutter zusammen suchen. Die Gemüse- und Bvhnenpflanzungen sehen sehr schlecht aus. Ein baldige'- Regen kann hier nur noch eine völlige Mißernte abwenden. ** Po st verkehr mit Oberschlesien. Rach Orten des bisherigen Aufstandsgebiets in Oberschlesien sind Postsendungen aller Art wieder zugelassen. Die Wertgrenze für Briefe und Pakete wird jedoch auf ein- lausend Mark beschränkt, weil die Verkehrssicherheit noch nicht völlig wiederhergestellt ist. Landkreis Gießen. . S t e i n b a ch, 10. Zuli. Herr Wendel- Giehen sprach hier über die S ch u l d f r a g e. An Hand der Dokumente bewies er. daß Deutschland niemals den Krieg gewollt habe. Den deutschen Kriegsverbrechern stellte er die J^ntente- Kriegsverbrecher gegenüber. Gleichzeitig wies er auf die scheußlichen Verbrechen der Entente- Militaristen mitten im Frieden in Oberschlesien und am Rhein hin. Landwirtschaft. Ausgezeichneter Stand der Weinberge. mc. H 0 chheima. M., 17. Zuli. Die trockene Witterung der letzten Wochen, die den Feldfrüchten so sehr geschadet hat, ist für die Weinberge nur von Ruhen gewesen. Sie haben sich ganz ausgezeichnet entwickelt und Rebschädltnge sind nur in verschwindendem Matze aufgekommen. Die Gescheine haben einen prächtigen Behang aufzuweisen, der auf eine Rekordernte schließen läßt, wenn der Zuli und August noch einigermaßen beständige Witterung bringen. An Hausspalieren hat man die ersten reifen Trauben ge- pflückt. « tts Schlitz, 15. Zuli. Die Heuernte ist im Schliherland, in den wasserreichen Tälern der Fulda und Schlitz recht gut ausgefallen: Menge und Beschaffenheit liehen nichts zu wünschen übrig. Die „trocknen" Wiesen lieferten dagegen einen geringeren Ertrag. Runmehr hat infolge der großen Hitze, für unsere Gegend ungewöhnlich früh, auch der K 0 r n s ch n i 11 seinen Anfang genommen, und es darf mit einem sehr guten Ergebnis gerechnet werden Auch Weizen und Gerste gehen der Reife entgegen, bei diesen Fruchtarten darf ebenfalls ein guter Ertrag erwartet werden. Anders steht es mit dem Hafer, der sich zunächst vorzüglich entwickelt hatte, dessen Körnerentwicklung aber durch die andauernde Dürre erheblichen Schaden leidet. Wenn nicht baldigst ein Witterungsumschlag eintritt, wird auch die Kartoffelernte beeinträchtigt und die ©rummeternte sich erübrigen. Von einer sonst im Schlihtal teilweise üblichen Bewässerung kann keine Rede sein, da die am oberen Flußlauf liegenden Gemeinden, wie Angersbach und Salzschlirf, die zur Verfügung stehende geringe Menge Fluhwasser für Bewässerung ihrer Wiesen verwenden. ld. Aus dem Vogelsberg, 13. Zuli. Die Heuernte, die nun überall beendet ist, ist doch etwas besser ausgefallen, als man anfänglich erwarten durfte. Wenn auch die „Grundwiesen" versagten.'so haben die .einschürigen" Wiesen z. T. höhere Erträge geliefert als im Vorjahre. Die anhaltende Dürre der letzten Wochen hat einen außerordentlichen Grünfuttermangel hervorgerufen. Die Hutweiden sind kahl, der zweite Klee ist verbraucht, die knappen Heuvorräte müssen bereits angegriffen werden. Das Sinken der Viehpreise ist die unmittelbare Folge. Das Vieh lebt tatsächlich eben nur von den dürren Grasstoppeln der Hutweiden und hellem Wasser. Dabei sehen die Tiere der Vogelsberger Rasse vorzüglich aus. Die Geeignetheit dieser Rasse für den Vogelsberg wird in diesem Zahre wieder glänzend bewiesen. Die Fruchternte seht in den .höheren Lagen des Gebirgs verfrüht ein, denn das Korn ist auf den geringeren Siedern in den letzten Tagen abgestorben. Die Wasserleitungen vieler Orte beginnen zu versagen und werden zu bestimmten Zeiten abgestellt. O 2 u tz b a ch, 17. Zuli. Ein ausgiebiger G e- toitterregen, der die Felder wenigstens fürs erste etwas erfrischt hat, ging heute in der vierten und fünften Mittagsstunde über daS Gebiet zwl* schen Hausberg und Winterstein nieder, besonders die Gemarkungen Rieder-Weisel. Ostheim. Fauerbach wurden reichlich ixmetzt, während die Friedberger Gegend 'nichts mehr von dem Regen zu spüren bekam. Auch weiter nördlich blieben die Riederschläge nur gering. In hiesiger Gegend wurden von der Heftigkeit des RegenS die Kartoffelstauden vielfach umgc’.cgt, daS Walser stantz noch lange in Furchen und auf Wegen Lchöfscngcricht. Gießen, 13. Zuli 192 i Ein inSbel ondere wegen Diebstahl- und Hehlerei vielfach vorbestrafter Landwirt auS Frankenbach bat einer hiesigen Alleifen- Firma eine Brechstange und ein Zugscheit entwendet. Mit Rücksicht auf den geringen Wert fnmmt er mit 3 Monaten Gefängnis durch. Zwei Einwohner von Gießen, die rechts der Rodheimer Straße ohne baupolizeiliche Genehmigung Bauten errichtet hatten, nahmen heute ihre Einsprüche gegen die Strafbesehle. durch btc sic Gelbftrafen von 1 00 und 60 Mk erhalten hatten, wieder zurück. Ende April d. IS. fliegen zwei mehrfach vo rbe st raftejungeBur scheu abends nach 8 Ubr in den Garten einer Villa in der Wilbelm- straße ein, um dort jedenfalls einen Einbruch zu verüben Ihre Annahme, datz niemand in der Villa anwesend sei. war falsch, ein dort wohnender Oberleutnant der Reichswehr war nämlich gerade nach Haufe gekommen und stellte den einen Burschen, während der andere flüchtig ging. Der Fest» genommene, der über den Zweck seiner Anwesenheit die widersprechendste'n Angaben machte unb mehrfach durchzugehen versuchte, wurde von dem Offizier und seinem Burschen trotz heftigster Gegenwehr nach der Polizeiwache verbracht, und dort gelang es, auch den durchgegangenen Mittäter fest- zustellen Heute behaupteten die beiden, der Festgenommene sei in den Garten eingestiegen, um ein dringendes Bedürfnis zu befriedigen, und der andere will ihm nur gefolgt sein, um ihn zu erschrecken. Allein das Gericht war nicht so leichtgläubig und verurteilte die beiden wegen Versuchs des Einbruchsdiebstahls zu einem Zahl bzw. 6 Monaten Gefängnis. Der eine bei beiden Burschen wurde erst vor 14 Tagen wegen Versuchs des Einbruchsdiebstahls und wegen versuchter Sachbeschädigung zu 2 Zähren 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Aus dieser Strafe unb dem heute gegen ihn erkannten 1 Zahl Gefängnis wurde eine Gesamtstrafe von 2 Zähren 8 Monaten gebildet. Schweren Mißbrauch mit dem Der« trauen, das ihr von den Familien, bei denen sie arbeitete, entgegengebracht wurde, hat eine Habe r i n von hier getrieben. Der einen Familie stahl sie vier Meter Stickerei im Werte von 80 bi- 100 Mk., während sie der andern 20 Mk. entwendete Mit Rücksicht auf ihre bisherige Um beftraftbeit erhält sie die verhältniSmähig geringfügige Strafe von 3Wochen Gefängnis. Die Tochter eines Weichensteller- aus Klein-Linden hat einer Familie, die mit ihren Eltern in dem gleichen Hause wohnte, ein Bettuch, ein Hemd und 850 Wk. in bar gestohlen Ihren eigenen Eltern hatte sie früher schon 1000 und 300 Mk. entwendet. Sie erhielt 3Monate Gefängnis. Ein unverbesserlicher Bursche scheint ein junger Gelegenheitsarbeiter von hier zu sein. Er steht in diesem Zahr schon zum drittenmal wegen Unterschlagung oder Diebstahls vor Gericht. Sein Arbeitgeber hatte ihm 203 Mk. zum Ankauf von Freimarken und Frachtstempeln gegeben und ihn gleichzeitig beauftragt, einen Karren mit wertvollen Waren an die Bahn zu fahren. Unterwegs lieh er den Starren mit den Waren stehen und ging mit dem Geld durch. 6 M 0 n a t c Gefängnis sind die ©träfe für ein solch gemeines Verhalten. Zum Schluß erhielten noch zwei junge D u r s ch e n, die einem hiesigen Kaufmann mittels Einbruchs aus seinem Keller etwa 12 Flaschen Wein gestohlen hatten, 4 bzw. 3 W 0 chen Gefängnis. Don der Anllage, bei einer früheren Gelegenheit dort schon einmal eingebrochen zu sein, wurden sie mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus: Geschlossen vom 10. Zuli bis einschließlich 13. Auaust 1921 wegen Opern-Ferien Schauspielhaus. Montag, 18. Zuli: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Dienstag, 19.: Schneider Wibbel. Mittwoch, 20.: Maria Stuart. Donnerstag, 21.: 2llt-Franlluri. Freitag. 22.: Peer Ghnt Samstag, 23.: König Ricolo. Sonntag, 24.. Schneider Wibbel. Montag, 25.: Was ihr wollt. Dienstag, 26.: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Mittwoch, 27.: Emst. Die Nothersteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by ©reiner & Comp., Berlin W 30. 9. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) »Gewiß mutz das geändert werden, Papa. Ich toill mit den Geschwistern ernsthaft reden. Wir müssen uns eben alle nach Ber Decke sttecken und einschränken . . ." .Hahaha!" lachte der Fürst bitter auf. .Versuch- doch! Ich habe feit Zahr und Tag genug geredet, aber ohne jeden Erfolg. »Run. Magelone mindestens wird es gewitz einsehen und mir helfen —" .Magelone?" Wieder lachte der Fürst bitter. .Du glaubst wohl. Die ist aus besonderem Holz? Ich sage dir, Magelone täuscht uns alle durch ihre scheinheilige Miene. Die ist vielleicht am meisten daraus aus, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Ihre ganze Trauer ist nur Schein, läge ich." .Das mag sein. Ich glaube nicht, daß lie Llbald aus Liebe geheiratet hatte, und — er war wohl auch nicht der richtige Mann für sie. Im übrigen aber irrst du bestimmt! Sie ist gut, einfach und bescheiden, wie eine Frau fein soll, und wird sich meinen Worten gewitz nicht verschließen. Die Hauptsache ist, datz wir alle gemeinsam den Hebel da anfetzen, wo es nottut, das heißt, uns einschränken, um unsere Lage zu verbessern. Richt es durch einen nutzlosen 'Prozeß zu versuchen, der, ich kann mir nicht helfen, einen Stadt-Theater Fritz Nowack Leitung: Hermann Steiugoetter. Ausverkau 1^ Weihwaren und Baumrvollrvaren | Ungebleichter Nessel Meter M. 8.50 und M. 7.25 Hemdentuch, 70 cm breit, brauchbare Qualität . . Meter M. 8.25 Prima Hemdentuche . . . . M. 12.75, 11.75, 9.90 Behördliche Anzeigen Wetterauer 09917 Abteilung: Leibwäsche M. 110.—, 90. M. 17.50,16.50, 12.50 Abteilung: Bettwäsche MMMWWWW ■Jette/xttüeg Bettücher, schwerer Rohnessel, Größe 140x230 Bettücher, bester Rohnessel, Größe 160x245 . Bettücher, prima Lretonne, Größe 150x230 . Bettücher, prima lretonne, Größe 160x240 . Bettücher, prima Halbleinen . . . Bettbezüge, prima (Lretonne . . . Bettbezüge, prima gestreifter Satin Bettbezüge, prima Damast .... Kattunbezüge, beste Stoffe .... Blatte Kopfkiffen, la Stoffe...... Festonierte Kopfkissen Kiffen mit Klöppel-Linsätzen kiffen mit Stickerei-Einsätzen Koltertücher, ausgebogt, prima Stoff . . Koltertücher mit Stickerei-Einsatz . . . . Taghemden mit Feston Taghemden mit guter Stickerei . . Beinkleider mit Stickerei-Volant . . Beinkleider, Reform, prima Sttckerei Nachthemden mit reicher Stickerei. Untertaillen, festoniett Untertaillen mit Stickerei UntertaMen, gestickter Batist. s g . . . . M. 30 . . . . M. 17.50 . M. 15.75, 14.50 . M. 14.75, 12.75 . M. 16.50, 14.50 Freibank * 1^30441981 Bertani uon 9 Hör Dann. an. . . . M. 21.50 . . . M. 135.— M. 57.-, 48.— . . . M. 48.50 Lichtspielhaus BahnhofstnaBe 34 Erstklass. Künstlerkonzert Herren-Nachthemden, prima Stoffe mit Umlegekragen. . M. 75.— Farbige Oberhemden mit Urnlege-Manschetten M. 95.— Prtnzetzröcke mit reicher Stickerei-Garnierung Nachtjacken, viereckiger Ausschnitt Nachtjacken, Umlegekragen mit Sttckerei . Doppeltbreites Hemdentuch für Bettücher Flockköper, allerbeste Ware Schürzenzeuge, doppeltbreit Prima Perkals für Hemden und Blusen . Flanelle für Sporthemden und Blusen . . M. 24.50 M. 38.50, 35.—, 33.50 M. 39.—, 35 , 29.50 . . . . M. 49.—, 45.— Handtuchttoffe Meter M. 10.50, 8.75 Sämtliche Waschstoffe, wie Dolles, glatt und gestickt, farbige Dolles wett im Preise reduziert . . M. 26.50, 22.50 . . M. 29.50, 27.50 . . M. 45.—, 42.- . - M. 44.00, 38.50 M. 125— M. 145. - —, 85.- M. 13.50 . . - M. 7.50, 6.75 . . . M 11.75, 9.50 . . . M. 8.75. 7.75 - - M 19.75, 13.50 M 19.75 Groher Inventur Reinleinene Damast-Handtücher M. 21.50,19.-, 18.50 Frottier-Handtücher M. 19.50,17.50. 15.50 Außer den oben aufgeführten Artikeln ist der größte Teil des Warenlagers wesentlich im Preise reduziert. Abteilung: Kuchenwäsche und Handtücher . . . . M. 60.— .... M. 65.- .... M. 85.- .... M. 88.- M. 165.-, 150.- - - - - M. 135.- Ab heute bis inkl. Donnerstag Joe Deebs der Meisterdetektiv in seinem gewaltigen Detektivfilm in 5 Akten MeHie iler Mumie. Ferner auf vielfachen Wunsch; Henny Porten in ihrem besten Lustspiel Kohlbiesels Hier. . . . . M. 175.-, 145.- M. 180. -, 165.-, 145.- M. 115. - Jutesäcke liefert zu billigsten Preisen an Wiederver» käufer und Selbstverbraucher B. Sytner, Sackgroßhandlung Frankfurt a. M. 717?D Eröffnung des Zweiggeschäftes am 28.Juai 1921 BieBen, SonnenstraBe 1. Viereckige Küchentücher.......... do. Reinleinen . Lange Küchentücher, weiß, Gerstenkorn. . Weiße Handtücher, starkes Gerstenkorn . Weiße halbleinene Jacquard-Handtücher Versteigerung von Kelterei., Absüll. und sonstigem Wirtschastsgeräte. , «?onU9 bm ”• M., von nachmittag, n r ^rden tm Hofe Kaiser-Allee 27 kRestauration Krokodil) meijtbietenb versteigert: 1 grüße Kelter, 1 Wasserabfüllapparat, 1 Deutzer Wasserpumpe m.Riemen- »Nb Röhren, 1 Petrol-Pumpe mit Dieibassin und Mehapparat 1 grotze Partie Kisten und Wasser. Kasten, 1 Villard mit Zubehör, 1 Anzahl Mauer, hangen, verschiedene Tische, Stühle, Setten, Sofas, ^"derobe- und Galerieleisten, 1 Flaschenetagere zum Ausstellen, Pferdegeschirre Z'Y ®ta|Ä.anb“': f,n,er: 1 ftkto«rf4ran6 IW* Versteigerung bestimmt. L. Mthost, Walltorstrahe 16. Freihändig abzugeben: Die gesamte Faftage mit und ohne Aepfelwem, Maisch- und anbw Bütten sowie Keltereigeräte aller Art. HoWfoogs-Borw über abgelieferte Einkommensteuer für Arbeitgeber, die vom Markenkleben befreit sind Halber ®ooen = 50 Pf., bei 10 Stück - *5 an (für 49 Arbeiinebmer ausreichend! ' Ganzer Bogen -- 80 Pf bei 10 Stück = 70 Pf. (für 117 Arbeitnehmer ausreichend). Zu beziehen durch BüsiHt Uni-ttfitäts-Bsih. n.ettiniirufftrti Schulftrabe 7. Nutz- uni BrtunhchvtrAeigttuug. Freitag, den 22. Juli, vormittags 8 Uhr be* ginnend, werden ans den Domanialwalddistrikten Auf dem Dusch, Todtenberg, Ilpfenwald, Duchwald, Himberg, Hege, Alteummer, Ohnewäldchen, Hain^ buch und Osterwäldchen versteigert: Stämme: 0,93 Fstm. Eiche 6. ÄL; Derbftangen: 0,25 Fstm. Eiche, 34,52 Fstm. Fichte; Nutzscheiter: 2 Eiche. Ferner an Brennholz Knüppelreistg Rm.: 23 Buche, 52 Eiche- gewöhnliches Reisig Rm. 1084 Buche, 333 Eiche, 38 Fichte- Stöcke Rm.: 5,5 Buche (ungespalten), 2 Eiche (ungespalten), 1 Kiefer, 11 Fichte. Das in den Distrikten Alteummer, Hege und Ohnewäldchen zu versteigernde Holz ist blau unter- ttichen und wird nicht vorgezeigt. Die Zahl der Mitbietenden ist unbeschränkt. Herr Förster Ding und die unterzeichnete Stelle erteilen auf Wunsch weitere Auskunft. Treis a. d. Lda., den 15. Jufi 1921. 7896V Oberförsterei Treis. Schneider. Dienstag, den 19. Juli, abends 7 Uhr Einmaliges Gastspiel von Toni Impekoven vom Schauspielhaus Frankfurt a. M. Je örei swinge“ Schwank in 3 Akten von Impekoven u. Mathern. Kafsenöffnrrna 6'/, Ubr. Ende nach 9 Ubr. „ Der, Vorverkauf findet statt: Dienstag von 10—1 Uhr und von 3V,—5 Uhr an der Theaterkasse. Frühkartosseln (Kaiserkrone) vrima Qualität empfiehlt zu billigsten Tagespreisen «7 W. Handel Ä. Arbeiisvergebung. Unter Hinweis auf den Minifterialerlatz vom 16. Funi 1893 und besten Ergänzungsvorschriften werden für zwei Wohnhausbauten für Beamte in Bietzen zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. A. Haus 1. Erd* und Maurerarbeiten, darunter rd. 175 cbm Bruchsteinmauerwerk, 300 cbm Dacksteinmauer. werk, 900 qm Tuffsteinwände, 440 qm Massiv, decken (Eisenbeton und Hohlsteindecken), Steinmetzarbeiten: rd. 6 cbm Fensterbänke in Sa» saltlava, 1,6 cbm Treppenstufen in Kunststein, 30 Ifdm Zementstufen, Zimmerarbeiten: rb. 90 cbm Holzlieferung, 5000 Ifdm Holz abzubinden und aufzuschlagen, 90 Ifdm Dachgesimse, Grobschlosserarbeiten: rd. 600 kg Lisenzeug, Dachdeckerarbeiten: rd. 700 qrn Dachschalung, 700qm Schieferung, Spenglerarbeiten: rd. 90 Ifdm Dachkandel, 56 Ifdm Abfallrohre. B. Haus 2. Erd- und Maurerarbeiten, darunter rd. 150 cbm Bruchstein-, 240 cbm Dacksteinmauerwerk, 760 qm Tuffsteinwände, 325 qm Massiodecken (Eisenbeton und Hohlsteindecken), Steinmetzarbeiten: rd. 2 cbm Fensterbänke in Sm saltlava, 1 cbm Treppenstufen in Kunststein. 20 Ifdm Iementftufen, Zimmerarbeiten: rd. 75 cbm Holzlieferung, 3850 Ifdm Holz abzubinden und aufzuschlagen, 1301 Ifdm Dachgesimse, Grobschlosterarbeiten: rd. 380 kg Eisenzeug, Dachdeckerarbeiten: rd. 500 qm Dach- und Wand» schalung, 600 qm Schieferung, Spenglerarbeiten: rd. 55 Ifdm Dachkandel, 40 Ifdm Abfallrohre. Bedingungen, Angebotsunterlagen u. Zeichnungen liegen auf unserem Amte, Stephansttatze 18, während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebotsformulare können, so lange der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Herstellungskosten von uns bezogen werden. Angebote find verfchlosten, mit entsprechender Aufschrist versehen, postftri bis fDiontag öen 1. August d. J., vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, wo sie in Gegenwart etwa erschienener Bewerber er. öffnet werden. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Die Genehmigung Hestischen Ministerium« bleibt vorbehalten. Dietzen, den 15. Juli 1921. Hessisches Hochbauamt Dietzen. Barth. 7925D Wilhelmszeche MMOIMiiU Mw! m Limburg a.o. cm liefert von eigener geche in Dach prima Braunkohlen i roh u. gebroch. f. Industrie u. Hausbrandzwecke । StLUerswecrÖl JnhJL/iateriandi Ab heute, nur bis Mittwoch: Lepain Der König der Gentletnaneinbrecher 3. und 4. Teil, 12 Akte. Ab Donnerstag: WsMlBili ■weiter Teil. 7929c 1921 18. Juli ichten von uns auch nur eine dustriegebietes. Wir Briand und Schiffer. Amsterdam, 18. Juli. (Wolff.) Di« )“ bemerkt zu Briands Polemik gegen' iSjustizminister Schiffer: „Briand be» ortete noch nie so kümmerlich einen per» Hen Angriff tote den Schiffers. Noch nie nan Briand so schwach und u n b e h o l - Er vergaß, darauf hinzutoeisen, daß nie* ) die törichte Entrüstungskomödte bet zosen in Leipzig mitmachte." griechischen Divisionen gelungen > Linie Zenischehir — Razif Pascha Die griechische Offensive. l t h e n, 18. Zull. (Wolff.) Die griechische n s i v e schreitet regelmäßig fort. Jeder iche Widerstand wird überwunden. Erie* Flieger haben feindlichen Rückzug aus Ku» festgestellt. Grobe feindliche Kolonnen be» sich auf dem Wege nach Eskir Dehir. er Rordfrvnt ist der Feind aus seinen be» en Stellungen bei Aughin und Kowaliha geworfen worden. Die Türken befinden sich en letzten Schützengräben von Kutahta. Eine Anzahl Kriegsgefangener und viel Kriegs« fiel in die Hände der Griechen. und die Zollgrenze. London, 18. Juli. (Havas.) Unterhaus.) 3n Beantwortung verschiedener Anfragen erklärte der Ministerpräsident, daß der Oberste Rat sich in seiner nächsten Tagung mit der Frage der Zurücknahme der Sanktionen und der Aufhebung der Zollgrenze am Rhein beschäftigen wird. Betr.: Erhebung von Deckgeld für Bedecken der Stuten in 1921. An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir sehen der Einsendung der Heblisten in zweifacher Ausfertigung über die in diesem Jahre von Ihnen ausgestellt«« Deckscheine entgegen. Ausgestellte und wieder zurückgegebene Scheine müssen unter Angabe des Grundes der Rückgabe den Heblisten angeschlossen werden. Wenn Deckscheine nicht ausgestellt worden sind, ist dies zu berichten. . I In den beiden Heblisten sind die Spalten „Geldbetrag, Rr. des Tagebuchs und Bemerkungen" frei zu lassen. Wir weisen erneut darauf hin, daß die Angaben in den Deckregistern den Heblisten und auf den Deckscheinen genau übereinstimmen müssen, andernfalls doppelte Anforderungen nicht zu vermeiden sind. Gießen, den 14. Juli 1921. Kreisamt Gießen. I. B.: W e l ck e r. Bekanntmachung. Betr.: Ansteckender Scheidekatarrh in Ruttershausen. Unter den Rindviehbeständen in R u t t e r s h a u s e n ist der ansteckende Scheidekatarrh festgestellt worden. Es gelten die in der nachstehenden Verordnung vom 11. April 1913 vorgesehenen Maßnahmen nach der Maßgabe, daß die Bullen bis auf weiteres nicht zum Sprung zugelassen werden dürfen. Gießen, 14. Juli 1921. Kreisamt Gießen. I. D.: W e l ck e r. Bctanntmachnng. Betr Ausführung des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide für die Ernte 1921. Auf Grund der 88 1—6, 13—29 des Reichsgesetzes vom 2i jUni (RGBl. S. 737 ff.) und der Ausführungsverordnung des Hessischen Landesernährungsamts vom 4. Juli (Amtsver- lundigungsblatt Rr. 98 und 99) wird angeordnet: 1. Die Umlage ist von den Gemeinden zu einem Viertel bis zum 30. September 1921, zu einem weiteren Viertel bis zum Rovembei 1921 und mit dem Reste bis zum 12. Februar 4922 an den Kommunalverband zu liefern. Die Umlage kann durch Liesetung von Brotgetreide (Roggen, Weizeb), Gerste oder Hafer erfüllt werden: Lieferungen von Hafer werden nur zu drei Fünftel angerechnet. 2. Als Selbstversorger gelten die Unternehmer solcher lano- wictschastlicher Betriebe, deren Brotgetreide zur Ernährung der für eine Selbstversorgung in Betracht kommenden Personen oder eines Teils desselben für mindestens jeweils einen Monat ausreicht. ' r . - Außer den vorstehend angeführten Unternehmern sind als Selbstversorger anzusehen, die Angehörigen ihrer Wirtschaft, sowie Raturalberechtigte, soweit sie als Lohn oder Leibgedinge (Altenteil, Auszug, Ausgedinge, Leibzucht) Getreide, oder daraus beigebellte Erzeugnisse zu beanspruchen haben; ferner alle im landwirtschaftlichen Betriebe ganz oder überwiegend beschäftigten Personen während der Dauer der Beschäftigung, sowie deren Angehörige, soweit sie mit ihnen im gleichen Haushalt leben und nicht in anderen Betrieben beschäftigt sind. 3. Aus die Strafbestimmungen des 8 18 der Ausführungsverordnung des Hessischen Landesernährungsamts vom 4. Juli ds. Zs. (Amtsverkündigungsblatt Rr. 98 und 99) wird ausdrücklich hingewiesen. Gießen, den 15. Juli 1921. Kreisamt Gießen. I. D.: Hem meide. Aus Hessen. rm. D a r m st a d t, 18. Juli. Der Hessische Beamteitbund hielt am Samstag und Sonntag in Darmstadt eine Vertreterversammlung ab. die von Reichs-, Staats- und Kommunalbeamten lowie Lehrern gut besucht war. U. a. wurde dep Beschluß gefaßt, zu beantragen, daß die De» soldungsregelung noch von dem jetzigen Landtag und nicht erst nach den Reuwahlen vvrgenvmmen werden soll. Lloyd George gegen die „Times". London, 18. Juli. (WTB.) Unterhaus. Im Unterhause wurde eine Anfrage an den Premierminister gerichtet, ob es zutreffe, daß den Rorthcliffe-Dlättern neuerdings die amtlichen Informationen verweigert würden. Lloyd George erwiderte: Am 13. d. Mts. habe die „Times" einen äußerst gehässigen und beleidigenden Angriff gegen Lord Curzon gerichtet, und zwar im Zusammenhang mit wichtigen und schwierigen Verhandlungen, die er im Ramen des Reiches führte. Es liege ein Versuch vor, gegen einen angesehenen amtlichen Vertreter in einem schwierigen Augenblick persönliche Vorurteile im Auslande wachzurufen. Unter diesen Umständen sei es erforderlich gewesen, daß die Regierung in ihrer Gesamtheit ihrer Mißbilligung Ausdruck gebe. Amtliche Informationen seien der .Times" nach wie vor durch die Rachrichtenagenturen zugänglich, aber die Vergünstigung, ihre Vertreter zur Einholung von Informationen an amtliche Stellen zu entsenden, sei ihr in Zukunft versagt. Mit der oppositionellen Stellung des Blattes habe das nichts zu tun. Lloyd George sagte noch, der Fall sei ohne Beispiel. Kein angesehenes politisch^ Blatt würde einen solchen Angriff veröffentlicht haben, der unter dem Riveau des englischen Iournalismus stehe. Im Auslande stehe die „Times" noch vielfach als eine Repräsmtanttn des gebildeten und offiziellen Englands da_ In England selbst wisse man, daß diese Stellung von der „Times" schon seit langem mcht mehr eingenommen werde, aber diese Tatsacye wurde außerhalb Englands erst allmählich bekannt. Betr.: Wie oben. . Der Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien bei Landgemeinden des Kreises weroen ersucht, vorstehende Betanntmachung sofort ortsüblich zu veröffentlichen. Gießen, den 15. Juli 1921. Kreisamt Gießen. I. V.: Hemmerde. —„ ..... mm, yuug jv umMjt|pniaj?n, steht es mit dem Getreide." neuerdings in steigendem Maße beobachten kann, als sehr bedenklich bezeichnet werden. Cs ist daher Aufgabe der Gemeindebehörden, die Umwandlung von Wohnräumen in Geschäfts- oder Bureauräume gründsätzlich zu verhindern. Zum mindesten sollte die Umwandlung nur bann genehmigt werden, wenn gleichzeitig die Sicherheit geschaffen wird, daß in gleichem Umfange neuer Wohnraum hergestellt wird. Dies kann zweckmäßig dadurch geschehen, daß die Gemeindebehörden ihre Zustimmung zur Umwandlung nur dann geben, wenn der Eigentümer des Gebäudes eine den Aufwendungen zur Herstellung neuer Wohnungen entsprechende Geldsumme an sie entrichtet oder den entsprechenden Wohnraum selbst herstellt. Hierbei wird noch darauf hingewiesen, daß Reubauten grundsätzlich von der Beschlagnahme freigelassen sind und nach dem Entwurf eines Reichsmieten gesehes auch nicht der Zwangsbewirtschaftung hinsichtlich lei Mietpreisbildung unterliegen sollen. Gießen, den 13. Juli 1921. Kreisamt Gießen. I. D.: Dr. Heß. Verordnung. Betr.. Maßregeln zur Unterdrückung des ansteckenden Scheibekatarrhs bes Rindviehs. Aus Grund der 88 19, 20 und 27, sowie des § 79 H des BVG. und § 1 Absatz 4 ber Ausführungs-Vorschriften des Bundesrats zum gen. Gesetze werden mit Genehmigung Grohh. Ministeriums des Innern vom 29. März 1913 zu Rr. M.. d. 3. II 1589 zur Unterdrückung des ansteckenden Scheidekatarrhs des Rindviehs die nachstehenden Schuhmahregeln für den Kreis Gießen angeordnet. Sobald der Ausbruch des ansteckenden Scheidekatarrhs in einem Orte festgestellt worden ist, darf weibliches Rindvieh nur dann zur Begattung durch einen unverdächtigen Gemeindebullen zugelassen werden, wenn es durch einen vom Kreisveterinärarzt zu instruierenden Ortseinwohner auf das Vorhandensein der fraglichen Krankheit untersucht und für unverdächtig erkannt worden ist. Wird bei dieser Untersuchung ein Tier als verdächtig erkannt, so ist dasselbe so lange als mit der Seuche behaftet 'zu betrachten, bis seine Unverdächtigkeit durch den Kreisveterinärarzt fest gestellt wirb. § ? Alle kranken unb verdächtigen Tiere unterliegen der Polizeilichen Beobachtung mit der Maßgabe, daß ein Wechsel des Standorts nur mit polizeilicher Erlaubnis gestattet ist. Wird solche erteilt, so sind die angeordneten Maßnahmen auch auf den neuen Standort auszudehnen. Die Benutzung der Tiere zur Feldarbeit und ihre Ausfuhr behufs sofortiger Ab- Der älteste „Dreadnought". laris, 18. (Juli. (Wolff.) Rach einer OltciN aus London ist das berühmte Schlachtschiff ; a d n o u g h t“, das erste Schiff seiner Gat- bas den mächtigen späteren Schlachtschiffen Namen gegeben hat, für die Summe von ' Pfund als altes Eisen verkauft worden. Schift hatte seiner Zeit die Summe von 1 ifij onen Pfund Sterling gekostet. Aus dem besetzten Gebiet. Elberfeld, 18. Juli. (WTD.) Die „Bergisch-Märkische Ztg." ist vom französischen Oberkommando in Düsseldorf bis zum 15. Oktober verboten worden. onstantinopel, 18. Zull. (Havas.) der Front besagen, daß es hen Divisionen gelungen Aus dem Reiche. Rücktrittsgedanken Dr. Wirths. er l'in, 18. Zuli. Rach einer Meldung) „Intransigeant" soll Der Reichskanzler 5>rJ Wirth vor einigen Tagen dem englischen Bot» schafter Lord d'Abernon erllärt haben, daß er im Falle einer für Deutschland ungünstigen Lösung der oberschlesischen Frage die Führung der deutschen Reichsgeschäfte nicht fortsehen wolle. Wie die Blätter hierzu von unterrichteter Seite erfahren, hat der Reichskanzler bereits mehrfach in Unterredungen mit dem englischen Botschafter die Wichtigkeit der oberschlesischen Frage für Deutschland betont. Hieraus mag wohl obige Meldung des genannten Blattes entstanden fein. Ein Dementi des Reichskanzlers. Berlin, 18. Zull. (Wolff.) Amtlich. Dia „Deutsche Zeitung" brachte in ihrer Rümmer 319 die Behauptung, daß der Reichskanzler gegen die Anschluhbewegung in Oesterreich leine Ränke spinne. Den österreichischen Gesandten in Berlin, der ihm einen Vortrag über die verzweifelte Lage Oesterreichs und den einzig rettenden Anschluß hatten wollte, habe et garnicht erst zu Wort kommen lassen, sondern ihm einen langen Vortrag gehalten, der in der Behauptung gipfelte, daß die Angliederung unmöglich sei. Diese Behauptungen sind , r et erfunden. ef et) en, doch sei bet griechisch" Vot- । durch den türkischen Widers' mm i gebracht worben. los seien bie energischen Resolutionen, bie ber Auswärtige Ausschuß der ftanzösischen Kammer angenommen hat, Anlaß zu den gegen toärtigen Schwierigkeiten, da sie eine Verlegenheit für bie französische Regierung bildeten. Ebensowenig wie bie oberschlesische Frage könnte bie Frage bet Zwangsmaßnahmen am Rhein aufgeschoben werden. Die „Sunbah Times" schreibt in einem Leitartikel zur obersch 1 esi s ch en Frage: „Briand gab sich in ber Kammerrebe vom vergangenen Montag keine Mühe, bie englisch-ftan- zösischen Differenzen zu verheimlichen, unb bewies burch seine Worte, daß bie französische Politik nicht dem allgemeinen Wohl der Volker, sondern französischen Sonderinteressen dient. Er sagte, bie Ruhe im Aufstandsgebiet sei wiederhergestellt. Alle amtlichen unb privaten Meldungen wiesen auf gefährliche neue Unruhen hin. Wenn in einem solchen Falle bie Deutschen bie polnische Linie durchbrechen unb mit ben hinter ihr stehenden Franzosen zusammenstohen würben, wären bie Folgen unübersehbar. Angesichts dieser Möglichkeiten, bie nach einer schleunigen Lösung schreien, schlägt Frankreich die Ernennung eines neuen Sachverständigen-Ausschusses vor. Diese Maßnahme kann wenig mehr als eine neue Verschleppung herbeiführen: beim bie alliierte Kommission erHärte sich bereits zweimal auberftanbe, zu einer Einigung zu gelangen. Frankreich will das deutsche Kriegsarsenal in Oberschlesien an Polen geben, um Deutschland militärisch zu schwächen. Mit diesem Verfahren sind wir nicht einveftianben, benn wir glauben nicht, daß eine so große Ration, wie bie beutsche bauemb gewaltsam niedergehatten werben kann. Die Polen, die schon mehr Gebiet verschlucken als sie »ertragen können und bie finanziell bankerott sinb. sinb schlecht geeignet, Bergwerk- unb Industrieunternehmen zu betreiben, die burch bie deutsche Intelligenz und das deutsche Kapital geschaffen worden sind. Der von einer Gruppe deutscher Magnaten erdachte Plan, Oberschlesien zu einem unabhängigen Staat zu machen, ist auch nicht sehr emst zu nehmen. Es bleibt also nichts übrig als eine Teilung des In- Aus der deutschen Antwort an Frankreich. Berlin, 18. Zull. (WTD.) In der vorläufigen Antwort, bie der Minister des Aeuheren. Dr. Rosen, auf die Eröffnungen ber französischen Regierung über die L a g e i n O bersch l e si e n unb ber daraus abgeleiteten französischen Forderungen gab, wurde auch Bezug genommen auf bie Unterredung des Ministers mit dem französischen Botschafter vom 7. Juli. Zu dieser hatte Dr. Rosen einen Großindustriellen aus dem östlichen Teil Oberschlesiens beigezogen, ber dem französischen Botschafter als Augenzeuge einige sachliche Angaben über bie wahre Lage im Laiche machte. Wir bringen aus diesen Mitteilungen, bie ber franz. Regierung sofort zugänglich gemacht würben, bie wesentlichsten Punkte. Sie zei- ?en, baß bie Darstellung ber oberschlesischen Der» ättnisse in der Demarche der ftanzösischen Regierung auf diese zweifelsfreien deutschen Angaben keinerlei Rücksicht genommen hat. Wie dieser ober» schl« fische Industrielle über diese Unterredung mitteilt, gab er auf bie Frage bes ftanzösischen Botschafters, tote bie Zustänbe in Oberschlesien seien, folgenden Bericht: 1. Aeußerlich sieht es besser aus, als vor dem Abkommen mit Korfanty wegen der Räumung, weil die großen Straßen von den polnischen Insurgenten frei seien unb man ungehindert auf ihnen verkehren könne. So bin ich vorgestern früh im Automobil von Kattotoih über Rikolai nach ©lei» Witz gefahren, um dort ben Schnellzug nach Berlin zu erreichen. Die Eisenbahn zwischen Kattowih und Gleiwih war nicht benutzbar, weil bie Züge von polnischen Insurgenten angehalten unb geplünbert wurden. Die polnischen Insurgenten sind nach wie vor teild in der Rähe der geräumten Orte, z. B. dicht bei Kattowitz, teils auch in den Orten verblieben oder in bie Orte zurückgekehrt, welche sie nach dem Abkommen geräumt haben sollten. So sind bie polnischen Insurgenten, welche aus den nördlichen Stadtteilen von Konigshütte abgezogen Hmtsoerfflnbigiingsblatt für die ProvinzialdireNion Gderhessen und für dar Kreisamt Siehen nach Bedarf Montag, Dientte*, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post ,u beziehen gegen Md. 2.W vierteljährNch Dienstag, (9. Juli 1921 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen!) 34 mm Brette örtlich 40 Pf , auswärts/ 50 Pf.; für Reklame^ Anzeigen von 70 mm Breite 180 Pf Bei Platz- Vorschrift 20'/. Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich- für Politik: Aug. Goetz; für den Übrigen Teil: Dr. Remhold Ienz; für betr Anzeigentett: HansBeck^ : Zchulfttatze 7. sämtlich in Dietzen. Die Absichten Hardings. Baris, 17. Zuli. (Wolff.) „Chicago Sri*. ' Meldet aus Washington, es werde erklärt, bie Abrüstungskonferenz möglicher» ohne Ergebnis auSgefcen werde. Aber bann ! Präsident Har bing seine Karten offen Den Tisch legen, und jedermann werde sich' 5er klar werden können, an welchem Hindere Die Verhandlungen gescheitert seien. Unter i Umstanden glaube man, daß Japan er Konferenz nicht entziehen tonne, so sehr dis iahme diesem auch widerstreben möge. Die nigten Staaten hätten der japanischen Heng eine Mitteilung zugehen lassen, daß eS Sache einer einzelnen eingelabenen 21egte» sei, das Programm der Konferenz zu be» en, das müsse der Vereinigung der Konfe» eilnehmer selbst überlassen werden, obwohl orangehender Meinungsaustausch durchaus xgig sei. Bekanntmachung. Betr.: Entwicklung der Obstpreise. Die Preisprüfungsstellen machen darauf aufmerksam, daß nach Vereinbarungen mit dem Handel bei jedem reellen Obst- unb Gemüsegeschäft folgende Kalkulation verlangt werden muh: 1. Gestehungspreis, 2. Unkosten, — 3. Grobhandelsgewinn 15 Prozent des Gestehungspretses. Dom Kleinhandel kann verlangt werden: 1. Gestehungspreis, 2. Unkosten, 3. 25 Prozent der Gestehungskosten als Verdienst. Jegliche andere Art der Preisberechnung und jegliche Ueber- schreitung der Gewinnzuschläge wird als Wucher verfolgt und von den Gerichten streng bestraft werden. Gießen, den 13. Juli 1921. Kreisamt Gießen. I. 23.: Hemmerde. D i e Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises werden angewiesen, vorstehende Bekanntmachung sofort ortsüblich zu veröffentlichen. Die Gendarmerie- ft a t i o n e n haben die Überwachung durchzuführen und Zuwiderhandlungen sofort zur Anzeige zu bringen. Gießen, den 13. Juli 1921. Kreisamt Gießen. I. D.: H e m m e r d e. Betr.: Umwandlung von Wohnräumen in Geschäftsräume. An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Bei der gegenwärtigen überaus ungünstigen Lage des Woh- nungsmarktes in Deutschland, gegen die nur eine umfangreiche Bautätigkeit Abhilfe schaffen kann,-muß die Umwandlung von Wohnräumen in Geschäfts- ober Burauräume, wie man bies Nr. KO3 3n(Mlte.UtbcrÜd-k°I°rrh. - .Strastenfperre. - Dienftnachrichten. - Felbbereinigungen ßumba unb Nleber-Bessmgen. Ae läufig Neußer? MNf. tt; y’Nen '? halte Zr gt «Mie Millht' Ttt i $ g! «sstbtz Zchlii §-rnIr färbte 5 für D' Ufib *T Anfchn rieten: Hooo Lage bett ÄN! über bei an Deut Achen V< Gelegen Dill au Kredits fuhr am der Sta Ablehm Finanzi> lassen ii Lage in beLrvhl mrr hv Derein ten A< fiarbe unb fai ropöi'slh aufbrini mngsmi Daumw Dedarf ter Dah rang sie in grri' die ein; von ft mittelt ropaifc gemein Bedarf eine an Dushel! Lenden rungsm lange L virö da lassen m erst in d Ernte ei Di Raffen Bama Ost dies Bankkof Aegieru baßes dollem ßan bedingt gedrückt in 6ngl bersetzun ^eningi Folge g Delt Qr dir dürs lagern; den Br lich, toe W es Zner^ I^'lisck äH wlgenLe fcUie ™r9enten s$ Xs UM t* v Sfr X Wetterauer Frühkartoffel (Kaiserkrone) vrima Qualität empfiehlt au billigsten Lage-pretsen V w. Sankel Wilhelmszeck ' 66W5ge(eöWtm.ö.f)' remruf m Limburg Ld. t (Ufert von eigener geche in Bach p Braunkohlen roh u. gebroch. f. Industrie u. Hausbrandzr schlachtung ist zu gestatten, jedoch dürfen die Tiere anderweit nicht eingestellt werden. Als verdächtig sind den gleichen Mahnahmen zu unterwerfen alle mit seuchekranken in derselben Stallung untergebrachte männliche und weibliche Rindviehstücke. § 3. Das Verbringen von Kühen und Rindern eines Seuchenortes zu den in anderen Orten aufgestellten Dullen ist verboten. § 4. Aach dem Erlöschen der Seuche in einer Stallung ist die Desinfektion derselben, sowie der Stall- und Puhgeräte nach Angabe des Kreisveterinärarztes und unter polizeilicher Ueber- wachung vorzunehmen. § 5. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Anordnung werden, insoweit nicht nach bestehenden gesetzlichen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist, nach §74 Ziffer 3 des RVG. bestraft. § 6. Das Kreisamt kann bei besonders mildem Verlauf der Seuche von den in dieser Verordnung enthaltenen Mahnahmen mit Ausnahme derjenigen des § 3 für einzelne Orte ganz oder teilweise entbinden. Giehen, den 11. April 1913. _____________Grohherzogliches Kreisamt Giehen. Bekanntmachung. Die Kreisstrahe „H u n g e n — R o d h e i m" wird wegen Erbauung einer Straßenbrücke bei Km. 3,25 in Gemarkung Langd vom 18. Juli ds. Is. ab bis auf weiteres gesperrt. Der Personen- und Fuhrwerksverkehr wird über Inheiden, Trais- Horloff, Steinheim (und umgekehrt) geleitet. Der Verkehr der Kreisstrahenstrecke „Hungen—Langd" bleibt aufrecht erhalten. Die Bürgermeistereien der umliegenden Orte wollen dies alsbald ortsüblich bekanntgeben. Giehen, den 13. Juki 1921. Kreisamt Giehen. 3. V.: W e l ck e r. Dicnstnachrichten des Mrcieomtce. Frau Margarethe Fried geb. Schweitzer zu Langd wurde zur Gememdehebamme in Langd bestellt und vom Kreisamt verpflichtet. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung Lumda; hier: die Verschleifung der Burghohl. 3» der Zeit vom 15. bis einschließlich 29. Juli 1921 liegt auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei zu Lumda das Projekt mit Kostenanschlag vom 18. April 1921 und der Kommissionsbeschluh vom 2. Juni 1921 zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses während der Offenlegungszeit bei der Bürgermeisterei zu Lumda schriftlich und mit Gründen versehen einzureichen. Friedberg, den 7. Juli 1921. Der Hessische Feldbereinigungskommissär: Schnittspahn, Regierungsrat. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung Ober-Bessingen: hier: Wetterregulierung. 3n der Zeit vom 18. Juli bis einschließlich 1. August 1921 "egt auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei zu Ober-Bessingen das Projekt mit Kostenanschlag vom 13. Mai 1921 und der Kommlsswnsbeschluß vom 21. Juni 1921 zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meidung des Ausschlusses während der Offenlegungszeit bei der Hessischen Bürgermristerei zu Ober-Bessingen schriftlich und mit Gründen versehen einzureichen. Friedberg, den 7. Juli 1921. Der Hessische Feldbereinigungskommissär: S ch n i t t s p a h n, Regierungsrat. Stadt-Theat« Leitung: Hermann Tteingoetter. Dienstag, den 19. Juli, abends 7 1 (Einmaliges Gastspiel von Toni Impekoven vom Schaust Haus Frankfurt a. M. Je Drei MW Schwank in 3 Akten von Impekoven u. Math Kasserröffuuua 61/. Ubr. Ende nach 9 Der Vorverkauf findet statt: Dienstag 10—1 Uhr und von 3V,—5 Uhr an der Theater Ab heute, nur bis Mittwoch:' Lepain Der König der Gentlemaneinbrecher 3. und L Teil, 12 Akte. Ab Donnerstag: ■weiter Teil. 7929c Druck der Brühl'schen Universitäts-Buch. und Steindruckerei R ßonqt Gieße,, Bettücher, schwerer Rohnessel, Größe 140x230 Bettücher, bester Rohnessel, Größe 160x245 . Bettücher, prima Cretonne, Größe 150x230 . Bettücher, prima Cretonne, Größe 160x240 . Bettücher, prima Halbleinen . . . Bettbezüge, prima Cretonne . . . Bettbezüge, prima gestreifter Satin Bettbezüge, prima Damast .... Kattunbezüge, beste Stoffe .... Außer den oben aufgeführten Artikeln ist der größte Teil des Waren- lagers wesentlich im Preise reduziett. . . M. 29.50, 27.50 . . 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Weiße Handtücher, starkes Gerstenkorn . Weiße halbleinene Jacquard-Handtücher Reinleinene Damast-Handtücher..... Frottier-Handtücher............ M. 60.— M. 65.- M. 85. - M. 88. - Versteigerung von Kelterei-, Absüll- und sonstigem Wirtschaftsgeräte. Montag den 18. d. M., von nachmittag« 2 Uhr ab, werden im Hose Kaiser-Allee 27 (Restauration Krokodil) meistbietend versteigert: i große Kelter, 1 Wasser abfüllapparat, 1 Deuker Gasmotor, lSenfmühle, 1 Wasserpumpe m.Riemen, scheibe und Rohren, 1 Petrol-Pumpe mit Bleibassin und Meßapparat, 1 große Partie Kisten und Wafier- kaften, 1 Villard mit Zubehör, 1 Anzahl Mauer, hangen, verschiedene Tische, Stühle, Betten, Sofas, Vllderrahmen, Garderobe- und Galerieleisten 1 Flaschenetagere zum Ausstellen, Pferdegeschirre' Gläser und vieler andere,' ferner: 1 Kleiderschrank und 1 Eisschrank. IW* Versteigerung bestimmt. C. Althost, Walltorstrabe 16. Freihändig abzugeben: Die gesamte Fastage mit und ohne Aepfelwein, Maisch- und andere Bütten sowie KellereigerSte aller Art. (7893 Angebotsformulare können, so lange der Dorrat reicht, gegen Erstattung der Herstellungskosten von uns bezogen werden. Angebote find verschlossen, mit entsprechender Aufschrist versehen, postftei bis Montag den 1. August d. j., vormittags 11 Ahr, bei uns einzureichen, wo sie in Gegenwart etwa erschienener Bewerber eröffnet werden. Iuschlagsfrist 4 Wochen. Die Genehmigung Hessischen Ministerium« bleibt Vorbehalten. Gießen, den 15. Juli 1921. Hessisches Hochbauamt Gießen. Barth. 7F25O Nch nHb BrenchlMrsteigeiMg. Freitag, den 22. Juli, vormittag« 8 Uhr beginnend, werden aus den Domanialwalddistrikten Auf dem Dusch, Todtenberg, Iipfenwald, Duchwald, Himberg, Hege, Alleummer, Ohnewäldchen, Hainbuch und Osterwäldchen versteigert: Stämme: 0,93 Fstm. Eiche 6. Kl.; Derbstangen: 0,25 Fstm. Eiche, 34,52 Fstm. Fichte; Rutzscheiter: 2 Eiche. Ferner an Brennholz Knüppelreifig Rm.: 23 Buche, 52 Eiche; gewöhnliche« Reisig Rm. 1084 Buche, 333 Eiche, 38 Fichte; Stöcke Rm.: 5,5 Buche (ungespalten), 2 Eiche (ungespalten), 1 Kiefer, 11 Fichte. Das in den Distrikten Alleummer, Hege und Ohnewäldchen zu versteigernde Holz ist blau unter- strichen und wird nicht vorgezeigt. Die Zahl der Mitbietenden ist unbeschränkt. Herr Förster Ding und die unterzeichnete Stelle erteilen auf Wunsch weitere Auskunft. Treis a. d. Lda., den 15. Full 1921. 7896V Oberförsterei Treis. Schneider. Jutesäcki liefert en billigten Preisen an Wlederv känfer und Selbstverbraucher B. Sytner, Sackgroßhandlun Frankfurt a. M. 7177V Eröffnung den Zweiggeschäftes am 28.Juni 1921 Gießen, Sonnenstraße 1.