Nr. 218 Der Gießener Anzeiger mit ber Dienrtagsbeilaye e$port-Umlprech-Anschtusse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger filefjen. Postscheckkonto: Sreiffnrt o. M. H686. Erster Blatt . M- Jahrgang Samstag, 17. September 192t GiehenerAilzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Uitiv.'vuch. und Stetnörutferei H. Lange. 5chriftleirrmg, Seschäftrstelle und Druckerei: Zchulftrahe t. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Dreis für 1 mm höhe für Anzeigeno 34 mm Breit» örtlich 40 ‘Pf., auswärts 50 Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite I80Pf Bei platz- Vorschrift 20", Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Loetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil r.D.: Aug. Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dießen. Wochenrückblick. GS scheint, als wolle das tragische Geschick Deutschlands noch immer und in neuer Gestalt die Genrüter erschüttern. Wir werden die inneren Konfliktstimmungen nicht los. Soweit der außenpolitische Druck sie veranlaßt, haben wir unS, wie schlimm die inneren Entfremdungen auch auf die Dauer sind, beinahe daran gewöhnt; es ist unvermeidlich, datz die Geister in der Betrachtung dessen, waS uns ins ilnglüd gebracht hat, auSein- andergehen. Die schlimmsten Kampfwochen und Bürgerkriegsgefahren wurden überwunden, und während die innerpolitische Zerklüftung, der Unftiede der Parteien, fortdauerten, freuten wir uns doch häufig der Feststellung, daß unS das Reich doch geblieben sei und die Deichs e i n h e i t nie ernsllich in Frage ge- stellt werden könne. Umso betrübender sind die Gegensätze, die augenblicklich zwischen Süd und 2 o r d sich aufgetan haben und von frevelnden Händen verschärft zu werden drohen. 2ln der DeichStteue der Bayern war und ist nicht zu zweifeln. Sie hatten die Reste ihres alten ParttkulariSmuS selber abgeschüttelt, und die neue Reichsverfassung umfaßte auch sie mit dem Band der Treue zum gemeinsamen großen Vaterland, dessen Sttirz die deutschen Stämme unterschiedslos ein neues, tief empfundenes Nationalgefühl erleben lieh. Ja, das fühlte man in allen Winkeln Deutschlands, daß die gemeinsame Not uns eng zusammenschloß, nicht nur in der Erinnerung an die diesmal sieglos und schreckensvoll verlaufene Probe von Blut und Eisen, sondern auch in der Erkenntnis, daß wir vollends im Strudel der Schmach und Unterdrückung versinken würden, wenn wir nicht gemeinsam empvrftreben, als geeintes Voll der Sturmflut des Hasses der Sieger, einer ganzen Welt, uns entgegensetzen wollen. Muß nun der aufschäumende Gegensatz zwischen der Sehnsucht nach dem zertrümmerten alten Staat mit seiner Macht und seinem Reichtum und dem ebenso tief gewurzelten Reformergeist der Bannerträger einer sozialen Republik am Ende doch noch die deutschen Länder ausein- anderretßen? Bei der Betrachtung der zwischen 'Berlin und München auszufechtenden Konflikte müssen wir uns klar darüber werden, was denn die angebliche Reaktion in Bahern im Grunde genommen ist. Dieses Land hat tiefer in den Röten und Brandungen des Umsturzes gestanden als die anderen Bundesstaaten; es hat die Räteherrschaft durchaekostet und den Bolschewismus geschmeckt. 3ft eS ein Wunder, daß dort darum das Fühlen und Denken des Dolles in etwas anderen Bahnen sich bewegt als im Norden? Bayern mußte ja seine Reaktion haben, in der Auffassung der Staatsnotwendigkelten zu etwas anderen Schlüssen kommen, als man sie jetzt in Berlin ziehen wollte. Man mag in der Beurteilung dessen, was in Bayern nötig ist, am Ende verschiedener Meinung sein können, aber man muh begreifen, dah die bayerische VollSseele ihre besonderen Lebens- und Leidensrechte für sich in Anspruch nimmt. Dagegen kann der Berliner Zentralismus nichts machen, weil es sich nicht um theoretische ZweckmähigkeitS- fragen handelt. UeberHaupt darf eine Reichsregierung heute nicht als Richter über den Parteien sitzen, sondern höchstens als Sachwalterin einer Mehrheit, die sie vertritt. Die rückschauende Anhänglichkeit zu den früheren Staatsverhältnissen hat sicherlich ihre ganz natürlichen Rechte, und wer sie mit Gewalt auSrvtten wollte, der wäre ein Tor. Das gibt auch Herr Dr. Wirth zu. indem er zugesteht, die freie Meinung und Ueberzeugung solle nicht bekämpft werden. Jetzt aber ist er gegen das „reaktionäre" Bahern schärfer zu Felde gezogen, als es klug war. Wenn der bayerische Gesandte ihm empfahl, 'Bayern mit etwas zarteren Händen anzufassen, so hat er ganz recht gehandelt. Das Land hat seinen eignen Hort der Besinnung über die Zeitereignisse. und wenn gerade Bayern Elemente Birgt und angezogen hat, die in ihren politischen Methoden gegen das sozialistisch- republikanifche Regime nicht einwandfrei sind, so ist daS kein besonderes Wunder und rechtfertigt zwar eine Zurückweisung durch die übergroße Mehrheit vernünftiger Politiker, aber keine aggressiven Maßnahmen der Reichsregierung. Der bayerische AuSnahme- Ruftanö ist, in mehr als dem gewöhnlichen Sinne genommen, ein vom Reich nicht einfach wegzuräumendes Pariikular^echt. Reichsregierung und ReichSvräsident mögen — das ist ihr Recht und ihre Pflicht — kämpfen gegen den Gebrauch unlauterer oder vergifteter Waffen im politischen Kampf; aber sie sollten formale Machtbefugnisse nicht anwenden, um (Snttoicf- hingen zu überschreiten, die sich in der allgemeinen Auseinandersetzung der Geister selber auSreifen müssen. Wir haben früher schon, aus Anlaß der Auflösung der Einwohnerwehren, lebhaft gewünscht, daß Bayern sich nicht auf eine Reaktion versteifen möchte, die sich gegenüber der Macht der Verhältnisse und Tatsachen nicht halten kann. Die Politik vernünftiger Kompromisse. wie sie z. B. der deutfchvolkSpartei- liche Abgeordnete v. Eampe empfohlen hat, vermag neue, der Gegenwart entsprechende Ziele und Programme aufzustellen, die Freudigkeit und Ueberzeugung für sich haben. Eine solche Politik ist jedoch nicht mit der Hetzpeitsche zu fördern. Bayern hat seine Volkskammer, und diese bildet seine Regierung; den Mehrheitswillen darf man von außen her nicht brechen wollen. Es ist ein ungemein peinlicher Auftritt, den uns der Reichskanzler in dem sogenannten UeberwachungSauSschuh des Reichstags bereitet hat, als er die von den bayerischen KoalitionSparteien formulierten Kompromihvorschläge ablehnte. Er sträubte sich, sein Verlangen nach Aufhebung des Ausnahmezustandes einige Tage hinauszuschieben, bis die neue Regierung in München gebildet ist. Hat Herr Dr. Wirth so wenig Achtung und Rücksicht für Vvlksmeinungen und Entscheidungen? Er stützt sein schroffes Vorgehen auf politische Einzelfälle, die nach seiner Feststellung Gefährdungen der Republik darstellen. Das wird, so fürchten wir, in Bayern eine große Mißstimmung aus losen. ES ist eine furchtbare politische Niederlage für den Reichskanzler Dr. Wirth, daß das Schreiben des Staatskommissars für öffentliche Ordnung, das der Reichskanzler öffentlich verlas und über dessen Inhalt er leider mit den maßgebenden Stellen in München nicht vorher in Erörterungen etntrai, sich als fast durchweg unwahr und tendenziös her- ausgestellt hat. Die ausflchrliche Erklärung, die der bayerische Staatssekretär Dr. Schweher in der gestrigen Sitzung des Landtagsausschusses abgegeben hat, bedeutet eine Entkräftung aller Vorhaltungen, die der Weißmannsche Bericht enthält. ES handelt sich zum Teil um alte Lügen und Entstellungen, zu einem andern Teil aber auch, besonders was das „verschanzte Lager" anlangt, um Hirngespinste höchst befangener oder böswll- liger Personen. Auch die „Franks. Ztq." spricht von einer „grotesken Lederstrumpfgeschichte" und.stellt die Bestürzung weiter Kreise fest über die handgreiflichen Entgleisungen der Weihmannschen Berichte. Wie steht nun der Reichskanzler Dr. Wirth gegenüber den von ihm in so ungewöhnlicher Weise geradezu als Verbrecher gebrandmarkten hohen bayerischen Beamten da! Ein einfacher Zeitungsmann, der so peinllche und ftagwürdige Berichte kritlllos und ohne Nachprüfung in seinem Blatt weiter verbreiten würde, müßte nach solchen Aufklärungen als ein gefährlicher Missetäter angesehen und nach den Verordnungen des Reichspräsidenten, für die Herr Dr. Wirth die höchsteigene Verantwortung übernahm, sofort mundtot gemacht werden und als Schürer der Vollsleiden schäften öffentlicher Brandmarkung verfallen. Im Danteschen Höllenkreise werden die Zwie- trachtstister von einem Teufel mittels des Schwertes tn entsetzlicher Weise selbst immer von neuem auseinandergeschlagen und zerspalten. Der Dichter wußte ja auch ein Lied zu singen von den Frevlern und Anstiftern des Bürgerkrieges. Kann Herr Dr. Wirth heute noch als ein Apostel der Doll? Versöhnung gelten? Ist es nicht nun vielmehr erwiesen, daß sein Handeln vorwiegend dem AgitationSbedürfniS entspringt? Wir kennen für die Große seines diesmaligen Mißgriffs kaum eine Entschuldigung. Die eifrigen und vielfach auch vorelligen Deröffentlichungen über die Mörder Crz- bergers und ihre politischen Gesinnungsgenossen durch das Wolff-Bureau entsprechen derselben Methode und ebenfalls dem auffallenden Rededrang des Reichskanzlers. Man sollte, bevor man Schlüsse zieht oder ßerausfordert. bevor man in irgendeiner Weise Stimmung macht, erst einmal die Aufdeckung des nackten Sachverhalts, die volle Aufllärung des Mordes, abwarten. Möglicherweise stellen sich die Derhaftungen als unhaltbar, die Vermutungen ül er ein weitverzweigtes Netz von Mitwisiern der Tat als unrichtig heraus. In jedem Falle muß man eine säuberliche Tren- nuna festhalten von unreifen Verbrechern und ehrlich meinenden und kämpfenden Politikern. Die politische Mordtat wirb auch von der äußersten Rechtspartei, wie sie wiederholt er« Härt hat, scharf verurteilt, und es fordert nicht die in der letzten Zeit immerhin fortgeschrittenen Bemühungen nach ersprießlicher Arbeitsgemeinschaft des Volles, wenn man den politischen Gegner verdächtigt und ihm mordgierige Pläne unterstellt. Der Kampf gegen getoalttätige Umstürzler kann nur dann treffend und wirksam geführt werden, wenn man darauf verzichtet, Staubwollen politischer Verhetzung und erneuter Erweiterung der Gegensätze aufzurühren. Eine (Erklärung der bayerischen Regierung. München, 16. Sept. (Wolff.) 3m Ständigen Ausschuß des Landtags gab a;n Freitagmittag Staatssekretär Schweher folgende Erklärung der bayerischen Regierung ab: Bei der gespannten Lage ist cS vollständig begreiflich, wenn in der Oeffenllichkeit die größte Erregung über die gestern vom Reichskanzler gemachten Darlegungen herrscht. Namens der bayerischen Staatsregierung habe ich dazu folgendes zu bemerken: Es ist zunächst auffällig, daß der preußische Staatskommissar Weiß- m a n n in der Sache tätig geworden ist und nicht der Reichskommissar. Bayern müsse sich nachdrücklich dagegen verwahren, daß ein Organ eines anderen Bundesstaates in Bayern tätig werde, ohne sich mit der bayerischen Regierung ins Benehmen zu setzen. (Zustimmung.) Dieses Benehmen wäre nicht nur mit Rücksicht auf die Unglaublichkeit des Verhallens, das bayerischen Beamten zur Last gelegt wird, notwendig, sondern auch deshalb an- gezeigt gewesen, wett die sogenannten Feststellungen Weißmanns von vornherein den Stempel der Unwahrscheinlichkeit an sich tragen und eine Aufllärung durch die bayerische Regierung möglich gewesen wäre, statt daß in einer so schwierigen politischen Lage, wie sie gegeben ist, plötzlich vor der ganzen Well vom höchsten Beamten des Reiches gegen eine Landesregierung Stellung genommen wird. Man hätte erwarten dürfen, daß man wenigstens nicht auf Kindermärchen, wie das angebliche Vorhandensein eines verschanzten Lagers In der Nähe Münchens (Heiterkeit) und die Ueber- wachung Ehrhardts durch bayerische Polizeibeamte hereinsällt. Zur Klärung der jetzigen Spannung trägt ein solches Verhallen fühlbar nicht bei. Der StaatSkvmmisiar von Preußen erwähnt, er fei bereits im Spätsommer 1920 wegen der schon damals vorhandenen Schwierigkeiten eines offiziellen Verkehrs mit den bayerischen Behörden zu seinem Vorgehen genötigt gewesen. Ich bemerke hierzu, daß gerade die Polizeidirektion München stets im besten Einvernehmen mit Herrn Weißmann verkehrt hat, und weise daher diese Behauptung als ganz ungehörig und unwahr zurück Ich finde es auch unerhört, daß dieser auS.dem Iohre 1920 stammende Bericht des preußischen StaatSkvmmissars der bayerischen Regierung bisher noch in keiner Weise zur Kenntnis gekommen ist. Sachlich habe ich zu den Vorwürfen folgendes zu bemerken: Iustizminister Dr. Roth hat für seine Person bereits zu den gegen ihn erhobenen Anschuldigungen Stellung genommen. Er hat festgestellt, daß diese aus durchsichtigen Gründen gegen ihn aufgestellten Behauptungen glatt erfunden seien. Was weiterhin den angeblichen Verkehr des Polizeipräsidenten P ö h- n e r mit Ehrhardt betrifft, so ist folgendes feslzustellen: Als nach dem Kapp-Putsch im März 1920 die Marine-Brigade Ehrhardt, die damals in Döberih stand, aufgelöst wurde, kam Kapitänleutnant Ehrhardt allerdings einigemal tn das Polizeipräsidium München und auch in andere bayerische Stellen, um dort wegen der Unterbringung einzelner Gruppen seiner Leute vorstellig zu werden.' SS handelte sich ausschließlich um die Beschaffung entsprechender Arbeitsgelegenheiten. Zu derselben Zeit ging Ehr- yardt auch tm Reichswehrministerium unbeanstandet aus und ein. Es war damals noch in keiner Weise bekannt, daß ein HaftbefehlgegenEH'hardtvorliege. Der Haftbefehl geaen Ehrhardt stammt vom 15. Mai 1920. Er wurde lediglich im Deutschen Fahn- dungsblatt am 25. des gleichen Monats veröffentlicht. Auffällig ist, daß bezüglich aller übrigen fo- aenannten Kappisten ein ausdrückliches telegraphisches Ersuchen um Verhaftung an die Pollzeidirek- tion München gerichtet wurde, nur nicht bezüglich Ehrhardts. In dem Telegramm ist her Name Eh-hardt nicht enthalt n: gleichwohl haben sämtliche bayerischen Polizeibehörden auch nach Ehrhardt gefahndet. Auf eine an das Ministerium des Innern gerichtete Mitteilung deS Reichskommissars für öffentliche Ordnung vom 3. März 1921, dah Ehrhardt nicht unter die Amnestie falle und der Haftbefehl fortbestehe, wurde die Polizeidirektion Münchs noch speziell zu sofortigem weiteren Vorgehen angewiesen. Nocham2 4. A u g u st 192 1 erging an die Staatskvmmissare von München und Oberbayern sowie an die beteiligten Bezirksbehörden neuerlicherAuftrag ur Festnahmeder sich angeblich in Bayern noch aufhallenden Kappisten Bauer, Ehrhardt und P a b st. Es ist begreiflich dah In gewissen Kreisen eine Nervosität Platz greift Es sind das jene Kreise, die der bayerischen Polizeidirektion München und den bayerischen Behörden überhaupt nicht trauen und nie getraut haben. Der bisherige Nichtvollzug des Haftbefehls ist so aufgelegt worden, daß unbedingt die böse Hand der bayerischen Behörden mit im Spiel fein müsse. Es wird dabei übersehen, dah auch sonstige Haftbefehle schon feit längerer Zeit nicht mehr vollzogen werden können. Mit Vorwürfen allein ist es nicht getan. Es müssen auch Unterlagen erbracht werden. Das gilt auch für den Vorwurf, daß Ehrhardt noch immer beim Polizeipräsidenten Pöhner ein- und ausgehe. Eine Behauptung, der der Polizeipräsident wtder- spricht und die für jeden unbefangenen Beurteiler den Stempel der Erfindung auf der Stirne trägt. Seit Bekanntwerden de s Haftbefehls ist der Polizeipräsident Pöhner nicht mehr mit Ehrhardt in Berührunggekommen. Ich habe den Eindruck daß der preußische Staatskommisfar in seinem Bericht Höch st leichtfertig vorgegangen ist und kann nur bedauern, dah der Relchskanz- l c r sich diesen Bericht zu eigen gemacht bat, ohne sich zu vergewifsem. Die bisherigen Gestellungen der badischm Staatsanwaltschaft und der Polizeidirektion München in der älnterfuchungSfache Ehrhardt. in der sie gut zusammen gearbeitet haben, berechtigen in keiner Weise dazu, von einer Mörderzentrale in Bayern zu sprechen. Die ^Intetiuchung ist noch im Gange. Es wird daS Ergebnis abzuwarten fein. Die Erklärungen des Staatssekretärs wurden nach kurzer 'Debatte vom Ausschuß zur Kenntnis genommen. * Ein Hetzartikel der Germania. Berlin, 16. Sept. In dem Artikel: „Heraus aus dem Wirrwarr!" schreibt die „Germania", es gebe nur eine Forderung: „Reichskanzler handle!" Nach Aeußerungen des Herrn v. PregerS dürfte tn Bayern die Voraussetzung fehlen, auf dem Wege der Aufhebung des Belagerungszustandes auf Grund einer Verständigung mit Berlin mit der nötigen Schnelligkeit zum Ziele zu kommen. Fasse man einerseits die verfassungsmäßigen Rechte des Reichspräsidenten ins Auge und bedenke man, daß auch in Bayern selbst letzten Endes alles aufatmen werde, wenn der Streit beigelegt Jetn wird, dann sei es besser, den gordischen Knoten entschlossen durchzuhauen, als noch wochenlang auf Kosten der Autorität hüben und der Reichsfreudigkeit drüben daran herumzuzupfen. Die ZeitungSverbote. Berlin, 16. Sept. (WTB.) Nach einer Mitteilung aus dem Reichsministerium des Innern waren insgesamt 28 Zeitungen verboten. Davon sind 20 Verbote aufgehoben worden. 15 Zeitungen haben eine Beschwerde erhoben. Berlin 16. Sept. (WTB.) Der Reichsminister deS Innern verbot die in Berlin erscheinende Wochenschrift .Die Tradition" für die Zeit vom 16. bis einschließlich 29. Sept. Jur Aufklärung der Ermordung Erzbergers. Berlin, 16. Sept. Das „Berl. Tagebl." berichtet aus München die Verhaftung einer Kau fmannswi twe, die die an der Mordsache Erzberger beteiligten Personen gewarnt haben soll. England gegen die Fortdauer der wirtschaftlichen Sanktionen. London, 17. Sept. (WB) Reuter ver- öffenlllcht folgende Meldung: Die ttnterhand- lungen zwischen London, Paris und Koblenz über die Aushebung oder die Aus- rechterhallung der Deutschland airicrkg en wirtschaftlichen .Sanktionen" da em to itcr an. Der Oberste Rat war Im August überein» gekommen, die Zollschranke auf dem rechten Rhein- ufer aufzuheben, vorausgesetzt, daß Deutschland eine Milliarde Gvldmart bis zum 31 August gezahlt hat. Er hatte ferner die Einse ung ei >es interalliierten Abschusses b?fd}lof|en, der die Bewilligung von Ausfuhr- und Eirs hrgcnchm'gun- gen überwachen sollte. Die französische Regierung fordert, daß dieser Ausschuß viel weitere Machtbefugnisse erhalte. Er solle eine souveräne Körperschaft fein mit voller D fugnis. Deulfchlind bin- sichtlich der Erteilung aller Genehmigungen Vorschriften zu machen. Es wird hier nicht t> rLanden, dah Deutschland, toenn der interalliierte Ausschuß so umfassende Mochtbefugni fe erhielte, irgendwelche Vorteile durch die Aufhebung der .Sanktionen" gewinnen wü'de. Obwol l verlautet, daß Deutschland der Einsetzung des vorgenannten Ausschuf es im Prinzip zugestinmt Hit. behauptet die französische Regierung, daß Deu'sch- land nicht gewillt sei, den Plan "burd^u führen, und sie erklärt, daß deshalb die Wirtschaftlichen .Sanktionen" aufrecht erhalten werden müßten. Wenn gewisse Punkte, fo schließt die Reuter- erklärung, durch die jetzt im Gange befindlichen ■Unterhandlungen aufgeklärt sein werden, dann wird zuverfichtlich erwartet, daß die gan-e Frag? tn befriedigender Weise gelöst werden wird. 49 englische Bürgermeister in Frankreich. Pari«, 16. Sept. sWD ) Wie die Blätter melden, sind 49 englische Bürgermeister nach Frankreich gekommen. Sie werden d e verstörten Gebiete besuchen und Im Namen der Stad die sie vertreten, Dörfer adoptieren. Die Besatzungekosten. Paris, 16. Sept. (Wolfs.) Die .Chicago Tribüne" m?ffrt: Di; alliierten Regerun^en sollen b schlossen habcn, in der ersten oder zweiten Oktoberwoche in Brüssel eine Konferenz ab^.uhalten zur Besprechung der Defatzun^skosten Die amerikanische Regierung habe die Einladung zur Teilnahme an dieser Konferenz bereits angenommen. Eine französische Studienreise durch Deutschland. Parts, 16. Sept. (WTB.) Wie dec „Exzelsior" mitteUt, wird Ministerpräsident Brrand in den nächsten Wochen einen parlamentarischen Spezialisten in WrrtschastS- unb Finanz fragen mit einer Studienreise durch Deutschland betrauen. Für diese unter den mrgenbliLlichen Hmftdnben sehr wichtige Mission sei der Abgeordnete de Lastehrie in Aussicht genommen. Erne Ausländsanleihe der deutschen Industrie und Landwirtschaft. Seit etwa 14 Lager ist, so schreibt die „Äoln. Ztg.", ein Plan in Arbeit, der in seinem Entwurf und in seinen Ausmaßen das Gewaltigste darftellt, was bis jetzt zur Rettung des Dater- landcs ersonnen worden ist. Die gesamte deutsche Wirtschaft ist eben dabei, den fagenhaften Eur» trus-Sprung in den Abgrund unsrer Aot zu tun, um ihn zu schließen und so uns über den klaff en- dev Spalt hinübei^uhelfea. Die Arbeit ist zwar noch nicht abgeschlosfeTr, und es wäre gut gewesen, wenn sie in der Stille vollends hätte ausreifen können. Leider ist aber durch eine bedauerliche Ausplauderei der Plan von der Vvssifchen Zeitung der OefsenlllHteit vvrgelegt worden, und zwar anscheinend von einer Stelle, welche die Indiskretion als unverständlich ers Heinen lassen must, besonders nachdem noch gestern von amtlicher Stelle erklärt worden war, es könne im Augenblick nur zu strengster Verschwiegenheit verpflichtet werden. Es handelt sich bei dem Plan um die Aufnahme einer großen Ausländsanleihe, der als Sicherheit die gesamte deutsche Wirtschaft dient, bä Gesamtbesitz der (Industrie, der Landwirtschaft, der Danken, der Gewerkschaften ufw. Von einer Staats- oder Reichsanleihe kann also keine Rede sein, sondern gewissermaßen von einer Industrieanleihe in Gemeinschaft mit den andern Produktiv ständen durch Vermittlung der Danken. Heber die Art und Weise dieser Anleihe wird Aäheres erst später bekannt werden, indes kann so viel gesagt werden, dah sie die mildeste und ungefährlichste Form darstcllt, die denkbar ist, und die es gestattet, das gegebene Pfand eines Tages wieder einzulosen und heimzuholen. Die nötigen ©efefcerrttDÜrfe sind schon ziemlich weit gediehen. Sobald sie erst einmal bor Regen werden, wird sich zeigen, dah all die Phrasendrescher, die bisher von Der Opferscheu der Hauptträger der Dolkswirt- fchaft so laut geschwefelt haben, zum Schweigen verhalten sind. Die nächsten Verhandlungen werden mit Vertretern der Laudwirtfchaft abgehalten werden. Die DöMerbundsversannnlung. Genf, 16. Sept. (Wolff.) Die Völkerbunds Versammlung trat heute vormittag 10 Hhr 45 zu ihrer 14. Sitzung zusammen. Als erster Redner gab O r e u s k h (Tschechoslowakei) in englischer Sprache der Versammlung zur Kenntnis. dah die Tschechoslowakei eine Denkschrift über die Verwaltung der ruthenischeu Gebiete an den Völkerbund gerichtet habe, und legte in langen Ausführungen dar. dah die tfchechoslowaüsche Verwaltung streng darauf besorgt sei, dah alle den Minderheiten gewährten Garantien beachtet würden, dah sie sogar darüber noch hinausgehe. Der polnische Delegierte Askenash erklärte. dah Polen dem Hilfswerk für Ruhland jede Unterstützung bieten werde, da Polen mit allen Staaten in Frieden leben wolle. Damit ist die allgemeine Diskussion über den Bericht des Ge- ngralsekretariatS beendet und die Versammlung nimmt darauf die bereits mttgeteilte Entschliehung, die von Lord Robert Eecil eingebracht worden ist, über möglichst häufige Öffentlichkeit der Volker- bundsversamrnlung, einstimmig an. I Die Versammlung nahm dann einen Vorschlag cur, der Präsident möge an die Regierungsobhäup- tfr aller Staaten der Well Telegramme von her erfolgten Errichtung eines internationalen Gerichtshofes absenden lassen. Hierauf wurde die Versammlung vertagt, um den Immissionen Zeit zu geben, ihre Berichte festzustellen und der Versammlung zu unterbreiten. Sitzung des Völkcrbundrates. Genf, 16 Sept. (WTD.) Der Völker- b u n d r a t beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung unter dem Vorsitz von Willington Koo ausschliehllch mit der freien Stadt Danzig. Wie wir erfahren, schweben über die Eisenbahnfrage VerglLichsverhandlungen. Die Beratung des Entwurfes eines Gesetzes über Erwerb und Verlust der Danziger Staatsangehörigkeit wurde aus formellen Gründen aus die nächste Sitzung des RateS vertagt. Auf der Zunitagung hat der Rat beschlossen, dah der Oberkvmmissar ein Gutachten erstatten soll über die Errichtung eines Anlagehafens (Port d'Attache) für die polnische Kriegsmarine, ohne dah dadurch eine polnische Marinebasis geschaffen würde. Der Oberkvmmissar hat unter Beifügung einer Erklärung der polnischen (Regierung beantragt, ein Gutachten der ständigen Militärkommission darüber einzuholen, welch«: Unterschied zwischen einer Marinebasis und einem Anlagehafen besteht. Präsident Sahm beantragte unter Widerspruch des polnischen Vertreters, dah auch die Regierung von Danzig auf- gefvrdert würde, zu dieser Frage Stellung zu nehmen unter Berufung darauf, dah auf De- fchluh des Völkerbundes in die Danziger Verfassung die Deftimmung ausgenommen worden sei, dah in Danzig keine Militär- ober Marinebasis geschaffen werden dürfe. Der Rat beschloh entsprechend dem Danziger Anträge, dah auch die Danziger Regierung binnen einer Frist von 14 Tagen hierzu Stellung nehmen möge und bann die Militärtommission ihr Gutachten dem Rate erstatten solle. Englandfreundliche Aeutzerungeu des türkischen Kronprinzen. 2 d n b d n, 16. Sept. (Wolff.) Die „Mor- ning Post" deröffenllicht eine Unterredung ihres Konstantinopeler Berichterstatters mit dem türkischen Kronprinzen, den der Berichterstatter als äußerst england- freundlich bezeichnet. Der Kronprinz er- IIarte, das gesamte türkische Ministerium sei vollkommen davon überzeugt, daß Großbri- tonnten mit einer einzigen Handbewegung dem verbrecherischen griechischen Fanatismus in Kleinasien Einhall gebieten könne. Der Kronprinz gab seiner Heberzeugung Ausdruck, dah England wieder zur Polillk Disrealis zurückkehren werde, die sich auf die großen gegenseitigen Interessen der britischen und mohammedanischen Well gründete. Der Kronprinz sagte, es müsse den alliierten Mächten möglich sein, aus chrer gegenwärtigen Haltung striktester Deutralität gegenüber den Griechen und Türken herauSzutreten und die Dermitte- lung zwischen den Griechen und Türken anzubahnen. Falls Griechenland von neuem die Beschlüsse des Obersten Rates verwerfen sollte, wie tm März dieses Jahres, so müsse eS möglich sein, die britische Erklärung der Beendigung der Feindseligkeiten auch auf die Türkei auszudehnen, nachdem diese sich bereit erklärt habe, die Friedensbedingungen anzunehmen, die auf Gerechtigkell begründet seien. Die Türkei warte nur auf die Gelegenheit, den Frieden, die Reparationen und die Reformen zu beginnen. Dieser Friede werde der gesamten mohammedanischen Well Beruhigung bringen. Masfenbinrichtungen in Kiew. Kopenhagen, 16. Sept. (WTD.) Politiken meldet aus Riga: 3n Kiew wurden auf Befehl der außerordentlichen Kommission 830 Personen erschossen. Sie waren beschuldigt, eine Verschwörung zum Sturze der Sotojetregierung gebildet zu haben. Die nationale Bewegung in der Ukraine nimmt beständig zu. Auch die Sow- jetpreste berichtet von einer starken Gärung und schreibt, das Ziel der Bewegung sei die Arbeiterregierung zu stürzen. Aus dem Reiche. Die Grundsteuer. Berlin, 16. Sept. (WTD.) Der Gesetzentwurf über die Grundsteuer geht heute nachmittag oder abend dem Staatsrat zu. Städtische Presseämter. Halle, 15. Sept. (WTD.) Gestern und heute fand in Halle eine Tagung von Vertretern städtischer Dacyrichtenäm- t e r aus 15 deutschen Städten statt. AIS Diederschlag der Besprechungen ergab sich die einstimmige Meinung, die Einrichtung städtischer Presseämter zu fordern. Zwecks Austausch des Materials und ihrer Erfahrungen werden die bestehenden Presfe- uiu) Dachrichtenämter künftig als Arbeitsgemeinschaft mlleinander in Verbindung bleiben, was durch den geschäftsführenden Ausschuß geschieht. Man beschloß, den Deutschen Städtetag zu ersuchen: 1. 3n seine SpezialauL- schüsse Vertteter der städtischen Dachrichten- ämter aufzunehmen; 2. die Mitteilungen des Deutschen Städtetags zur Aussprache über die Aufgaben und Erfahrungen der Dachrichten- bzw. Presseämter zur Verfügung zu stellen. Die Liu ruhen m Siegen. fpd. S i e g e n, 16. Sept. Die letzten Tage sind im allgemeinen ruhig verlaufen. 3n Siegen sind bis jetzt 128 Personen wegen Beteiligung am Aufruhr zur Anzeige gebracht worden. Dem Amtsgericht wurden 44 Personen, darunter zwei Rädelsführer — Dell und Hoffmann — zugeführt. Die bis jetzt vorgenommenen Haussuchungen in Siegen und Weidenau sind größtenteils von Erfolg gewesen, davon in Siegen bisher in 65 Fällen. Außerdem wurden 11 Durchsuchungen auswärts mir Erfolg vorgenomrnen. Bei einer in der Wohnung des Arbeiters Karl Koob hier vorgenommenen Durchsuchung wurden folgende Sachen vorgefunden: 1 Pistole 08, ein Sauerstoffapparat, ein Verbandkasten, zwei Verbandkasten für Gasschutzhauben, vier Patronentaschen. ein Kasten mit Gipsbinden, eine Sanllatsfeldflasche, eine Rolle Zünd- schnur, eine Schachtel mit 52 Stück Sprengkapseln, ein Gewehr, Modell 71, mit 26 Patronen, 30 Patronen S. CSL, 11 Revolberpa- trvnen. 3u Weidenau begannen die Durchsuchungen am 11. September in allen in Frage kommenden Häusern und Straßen. Sie wurden durchgeführt von der örtlichen Polizeiver- waltung und der Schutzpolizei. Wegen Teilnahme oder Verdachts der Teilnahme am Aufruhr oder den Plünderungen wurden in Weidenau bis jetzt insgesamt 54 Personen vorgeführt. Die Durchsuchungen, die bereits gute Erfolge gezeitigt haben, werden fortgesetzt. Aus Hessen. Vom Landesernährungsamt. Die Verschmelzung der beiden Zweige des Landes- ernahrungSarntes, das bekanntlich durch die beiden Präsidenten Hebel und Reumann geleitet wurde, ist nunmehr, wie uns aus Darmstadt berichtet wirb, tm Interesse ber Vereinfachung tm Staatshaushalt erfolgt, und Präsident Reumann hat die Reste seiner Funktionen In die Hände seines Kollegen Hebel gelegt, der nunmehr sowohl die Produktion bzw. Erfassung, wie auch die Verteilung leitet. Da Präsident Reumann bas ihm durch das Gesamtministerium übertragene Amt als Verwalter des Gtaatsfchuldenamtes infolge ber feine Arbeitskraft in Anspruch nehmenden Stellung als prvv. Präsident ber Landesversicherungsanstalt nicht mehr neu aufnehmen möchte, wirb Präsident Hebel auch diese Verwaltung weiter leiten. tm. Darmstadt, 15. Sept. Die Abg. Kaul und Widmann haben an die K a m - mer einen Antrag eingereicht, durch welchen die Regierung ersucht werden soll: 1. Anzuordnen, dah die früheren Hoheitszeichen aus Dienstsiegeln, Formularen, Amtsschildern, und von den Amtsgebäuden innerhalb bestimmter kurzer Frist restlos entfernt, baß 2. sämlliche DilderundBüsten von Mitgliedern ehemals regie- rendetHäuset aus allen Amtsraumen der Staats- und Gemeindebehörden sofort beseitigt werden, 3. daß das Anbringen und Auf- ftellen von im Privatbesty befindlichen Büsten usw. verboten, und 4. die Dichtbeachtung dieser Anordnungen unter empfindliche (Strafe gestellt wird. —■—=* Aus Stabt und Land. Gießen, den 17. Sept. 1921. Holzlesetag iu Gieße». Hohtag heute, alle Leute Ziehen aus vor Tagesfchem Hob sv sieht man groß irab klein sen für den Winter ein. abends, wenn schon Lampen brennen. Gibt's ein Fahren, Laufen, Rennen, Denn zu Wagen, öfter aber auch getragen, Zieht zur Stadt ein ganzer Wall», Hm zu braten und zu kochen. Schweine, Gänse, Fleisch und Knochen. Mittwochs, wenn die Stadt noch in nächtliches Dunkel gehüllt ist, oft schon vor drei Hhr, fahren die ersten Holzsucher zum Walde hinaus, um mit ihren Wägelchen rechtzeitig auf den ergiebigsten Plätzen zur Stelle zu sein, denn wer erst nach Sonnenaufgang hinaus- kommt, muß sich mit der Dachlese begnügen. Die Forstbehörde ist aber noch früher auf den Beinen. Bei Laternenschein werden die Holzlesescheine auf ihre Richtigkeit hin geprüft und wer ohne gültigen Ausweis betroffen wttd, muß den Wald unverrichteter Sache wieder verlassen. Wer an anderen Tagen als Mittwochs beim Holzsammeln betroffen wird, zahlt 60 Mk. (Strafe. Am Mittwoch sah man nur vergnügte Gesichter im Walde: die armen Holz- weibercben strahlten und die Männer sahen unternehmend aus. Der gewaltige Sturmwind zu Beginn der Woche hatte nicht nur die Obsternte sehr vereinfacht und den Dachdeckern und Glasern zur Beschäftigung verhalfen, sondern auch tm Walde derart gehaust, daß die Wege voller herabgewehter dürrer Aeste lagen. Da lohnte sich das Holzsammeln. Die ganz Schlauen, waren schon am Tage vorher in den Wald gegangen und hatten sich hier und da die schönsten Eichenäste bei Seite geschafft, um sie Mittwochs zu holen. Es war aber auch die höchste Zeit, denn der Wald sah aus wie gefegt, kaum daß noch ein dürres Aestchen zu finden war. Dieser vom Sturm verursachte Holzsegen ist den armen Leuten auch zu gönnen. Manche, die bessere Tage gesehen, gehen von der Dot gettieben mit „ins Holz". Oft sieht man Kinder besserer Leute, wo der Schüler mit der bunten Mütze, das kleine Schwesterchen an der einen, ein Säckchen voll Tannapfel in der anderen Hand die Schneisen entlang ziehen. Die Eichkätzchen schlagen knurrend einen Purzelbaum um den andern, um die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zu lenken, aber vergebens, denn diese schauen nur nach Tannäpfeln aus, um der Mutter daheim eine Freude zu bereiten. R. Wettervo raus; age für Sonntag: Wollig bis beiter, trocken warm, Winde aus sübllchen Lichtungen. Heber der Diskaya hat sich ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet entwickelt. ES zieht langsam nordostwärts und drängt das heute über Schottland liegende Hoch vor sich her. Wir werden morgen noch keine wesentliche Aenderung des WetterS zu erwarten haben. ** Die Warenausgabetabelle des Lebensmittelamtes für die kommende Woche ist tm heutigen Anzeigenteil veröffentlicht', ebenfo bie Wochenbrianntmachung beS Brennstoff ajn t e s. " Silberne Hochzeit feierten am Donnerstag August Spitz und Frau, Hammstratze 18. ** Durch bie neue Fernfprechorb- nung wird die Berechtigung der Teilnehmer, Debenanschlüfse auf dem Grundstück ihrer Hauptstelle auch durch private -Unternehmer her» stellen zu [affen, dahin erweitert, daß künftig der Privalunternehmung auch die ^erfleUung von Debensteilen auf anderen Grundstücken freigegeben wirb. ** M i t dem Ausmachen ber Spätkartoffeln wirb in ber Wetterau allenthalben schon begonnen. Gin fester Preis hat sich noch nicht gebildet, so daß die Verbraucher mit Einkäufen bis jetzt noch zurückhaltend ftnb. Einige größere Höfe haben städkischenVerbraucher- organtfationen zur vorläufigen Bedarfsdeckung bereits Massenbelieferung zum Preise von 55 bis 60 Mark pro Zentner angeboten. Leider beginnen ober auch schon die Händler mit den üvllchen Preistreibereien. Hoffentlich schreiten die Behörden in diesem Jahre rechtzeitig gegen den Händ- (erunfug ein, ehe es zu spät ist, b. h. ehe ein großer Teil bei Ernte verschoben ist. •• Kartofselpreise. Für den Zenter Kartoffeln wurden in bieten Tagen folgende Preise notiert: Dannen 65—75 QEL, Berlin 40—60 Mk.. Drchum 60—65 Ml., Bremen 50—53 Ml., Breslau 48—50 Mk., Ehemniy 55—60 All., Cöln 53 bis 90 M. Crefelb 60—70 'TEL Dortmund 56—75 Mari, Dresden 55-60 All.. Suflelborf 60-80 Mari, Elberfeld 60 Mk., Esten 60—80 All., Frank- furt a. M., 75—80 All. Königsberg 45 All, Hamburg 50—65 Mk,. Hannover 40—50 All, Leipzig 55—60 All, Magdeburg 53 All, München (55 All^'Dürnberg *60—70 All, Stettin 45 All — Die Gießener Freiw. Feuerwehr hall morgen ihre diesjährige Schlußübungab. Hm 11 Uhr beginnt bie Aufstellung und Einzel- Geräteübung auf bem Oswaldsgarten. Darauf folgt ein Dranbangriff an einem größeren Gebäude, wobei auch die Freiw. SanitätS- t oT o n n c teilnimmt. Rachmittags 3 Hhr findet eine Familienfeier im Phllosophenwald statt Kinderspiele und allerlei Darbietungen werben zur Unterhaltung beitragen. Doruotizen. — Tageskalen der für Sonntag. Hotel Großherzog. 9 Hhr Militäranwärterver- fammlung. — Turnhall: Ostraldsgarten, 41 ' Hhr Zttheikonzert bes Gernharbtschen Zither- unb Mandolinen chors. — Tageskalenber für Montaa: Hotel Einhorn, 10 Hhr vormittags. KreiShano- toerEerticrfammlung. — Eine Kreishanbwerkerver- fammlung findet am nächsten Montag. 10 Hhr vormittags, tm Saale des Hotels Einhorn statt, in ber die Handwerkskammer allen Handwerkern, ganz gleich, ob sie einer Organisation angehoren ober nicht, bie Möglichkeit einer Aussprache über Derufsfragen geben will- Hanbw.-Katnmer-Syn- I dikus Schüttler wirb über die Deuvrganisation 1 bcs Handwerks unb Architekt Repp- Frankfurt a M. über Kranken- und Sterbriaste für selbständige Handwerker und Gewerbetreibende sprechen. Daß das ^-scheinen jedes Handwerkers an- sereS Kreises zu einer so wichtigen Versammlung notwendig ist, braucht wohl nicht besonders bet- vor gehoben zu werben. Das am Sonntag in ber Turnhalle ftattftn- benbe Zitherkonzert bes Ger uhardt- scheu Zither- unb M a n b v l i n e n ch o r » beginnt um 4I/2 Hhr. Geboten werben in erster Linie Original werke ber erfolgreichsten Komponisten für Zithervrchester (zusammengesetzt au5 Zi- therchor. Streichquartett Mandolinen, Flöte unb Laute), sowie Bearbeitungen des Vereinsdirtge»- ten für diese Besetzung. Gesangliche Abwechslung bringen bie Lieder von Frl. Gustl P f a f s. zur Zitherbegleitung gelungen, sowie ein au5 Mitgliedern und Freunden des Vereins gebildetes gemischtes Quartett — Der Wartburg-Vereiu veranstaltet am morgigen Sonntag, abends 8 Hhr, uf Markusfaal einen Familienabend, der im Zeichen des Sports stehen soll. Außer guten musika- llfchen Darbietungen von älteren Mitgliedern werden von ber Turnabteilung Marmorgruppen gestellt. Daran anschließend findet die Ehrung der Sieger vom letzten hiesigen VereinstoettfdjiDun- men, vom Dundeswetl schwirnmen in Main^ sowie vom Dunges turnen in statt Dähe» reS siehe Inserat. Ärcib Büdingen. B AuS bem oberen "BibberteL 14. Sept, Der Ertrag ber nun beendeten Grummeternte ist äußerst gering; jedenfalls aber so schlecht, wie seit Jahren noch nicht. Viele Landwirte q;ad)ten gar kein Grummet, sondern benutzten die Wiesen als Weidefläche. In einem fo trockenen Jahre wie dem jetzigen -rigt es sich, daß ber Vogelsberger mit Recht stolz P auf ben Besitz seiner Hutweiden, die oft starken Widerspruch sanden, ihm jetzt aber wenigstens einigermaßen aus ber Futternot helfen. — Trotz der Dürre, durch die vieles Obst vorzeitig vom Daum siel, scheint die Obsternte verhaltnlS- mähig günstig zu werden. Die Zwetfchen sind allerdings größtenteils wurmstichig. Die Frühkartoffeln an Stellen, wo sich ber Wasserreichtum bes Vvgelsberges bemerkbar macht, geben an Größe denen in anderen Jahren nichts nach Kreis Friedberg. □ Friedberg, 15. Sept. In ber heutigen Stadt verordneten sitzung wurde neu) dem Vorschläge des FinanzauLschus^es. dem Vorgehen des Reiches entsprechend, befchlossen. die Teuerungszulagen der (Beamten und Angestellten auf 89 Prozent unb die Ktnderzulagen auf 175 Prozent zu erhöhen: die Auszahlung findet erstmalig am 20. September, rückwirkend auf den 20. August, statt — Für bie städtischen Arbeiter wirb vorläufig eine Srundenerhöhung von 55 Pfennig bi- zum endgültigen Schiedsspruch in Berlin bewilligt. — Der Semesterbrttag an der polytechnischen Lehranstalt wird auf 450 Mark festgesetzt. — Der bem Mathilbenflift wird ein laufender Kredit von einer halben Million zu 4$/« Prozent ausgenommen. — Der Schadenersatz der .Hesiischen Zatzn- fabriF* auf 69 290 Mari wegen mangelnder Belieferung von Gas wirb als ungerechtfertigt abgelehnt. — Der Frauenschule wird ein Vorschuß von 10 000 Mark für bas laufende Jahr betoilTigr — Eine Anfrage des Finanzarnts wegen Gewährung eines städtischen Zuschusses für den Bau von Wohnungen wirb gegen fünf Stimmen abgelehnt. — Die ortsüblichen Tagelöhne werden auf den 12sachen Betrag ber Vorkriegszeit erhöht. — Der Antrag bes DauauSschufseS wird angenommen, nach dem bie Abwässer ber »Ober- hessischen Apselweinketterei" in den südlichen Kanal ober durch einen eigenen Sickerschacht abgeleitet werden müssen. — Die Versammluna beschließt, die Bestrebungen, Friedberg in bie Klasse C zu Ersetzen, bei allen maßgebenden Stellen durch entsprechende Gesuche zu unterstützen, ferner eine Abordnung zur persönlichen Fühlungnahme nach Darmstadt zu senden. 4 Dab-Rauheim, 16. Sept. Bei ber gestrigen Versteigerung ihreS Obstes hat bie Stadt rund 50 000 All erzielt. Die Preise waren recht verschieden, überstiegen 300 Mari pro Baum aber nur selten. Den höchsten Erlös, der jemals für einen einzelnen Daum zu verzeichnen war, brachte ein Daum Schafsnasen ein, für den 1000 Mk bezahlt wurden, Im allgemeinen war bad Publikum beim (Steigern vernünftig. Die vielen Käufer liehen Tafeläpfel am Daum nicht teurer als 60—70 All kommen. Die vorjährigen Versteigemngspretse ftnb kaum überschritten. Auch von einigen Kreisstraßen. wo die Hänbler bei den Versteigerungen ausgeschlossen waren, wirb von angemefTenen Versteigerungspreisen berichtet, t- Die Obsternte ist tm allgemeinen doch noch bester ausgefallen, als man ursprünglich erwartet. Rach bem Regen tot August haben sich bie Früchte noch gut entwickelt: sie ftnb allerdings nicht so saftreich wie in normalen Jahren. Zu einem Hektoliter Apfelwein, für bas man gewöhnlich etwa drei Zentner Aepfri benötigt, werden diesen Herbst durchschnittlich übet vier Zentner gebraucht. Hedoch wirb bie Güte beS btesjährigen Apfelmostes als vorzüglich bezeichnet Kreis Schotten. k*l Schotten, 14. Sept. Unter ber Leitung des Hessischen Staatsarchivs (Direktor Dr. Stete- rich) hat fett zwei Jahren auch in unterem Kreise eine lebhafte Denkmalpflege in Hinsicht auf die Erhaltung der Geweindearchide au- gefetzt. Man sieht mehr und mehr ein, wie wert, voll alte Hrfunben, Flurbücher ufw. find Wie wir hören, sind die Bestände der Gemeinde-Archive von Alten Hain. Burkhards. Feldftückrn, Gedern, Großen-Eichen. Höckersdvrf. Kaulstoh, Kölzenßain. Lardeab. ch, Mittel-Seemen, Rieder-Seemen, Oder- Seemen, Ober-Seibertenrod, RedgeShain, Rudingshain, Schotten, Sellnrod mit Schmitten. Hlsti Hlrichstein. Hnter-Seibertenrvd. Wobn^rid bereits fertiggestellt. Die reichen Archiv-Bestände unserer Stadt, die tm schönen, neu her gestellten Rat- taufe untergebracht sind, hat Lehvamtsastestor Hofferb^rth genau geordnet unb ter^eidjnel. t. Saubach, 14. Sept. Ein junger Mann, der schon längere Zeit brim hiesigen Schü"en- verein Scheibenzeiger ist. wollte a?'S feinet sicheren Deckung in jode» Zartenr-Und. Poalbestellui Beten. VerUngea Sie koatimleoe Zaaenduny von M. — 40 die Nr. M. , - viertel}. 3a einet weiteren Enttaffungsfache vereinbarten die Parte» «tue Abfindung des Entlassenen. Auf die Löhne ber bei ben Mitgliedern der Verbindung selbständiger ®ärtner HefseTts tn Friedberg und Bad-Vauheim beschäftigten Gärtnergehilfen soll von der nächsten LohnzahlungS- periode an ein Stunbenlohnznfchlag von einer Mark gezahlt toerben. Der bisherige Höchst lohn für gelernte Gärtner über 25 Zähren war 3.60 Mk. 13 Daugelchäfte in Orten der Streife Alsfeld und Lauterbach, die nach dem Lohn- unb Arbeitstarif für das Baugewerbe tn der Provinz Hesfen- Vassau, den Freistaaten Hessen usw. vorn 21. Juli 1920 in die Lohngruppe V gehören, sollen von der nächsten Lvhnperiode an den Lohn gemäfj dem Nachtrag vom 12. September 1921 -um Lohn- unb Arveitstarif zahlen. Gerichtssaal. mc Frankfurt a. M., 15. Sept. 3n dem Stadtteil Aieberrad fand man eines Morgens ein kaum geborenes Äinb fein säuberlich in CBinbcln gepackt unb mit einem MllchsUischchen versehen. Aach langer Mühe ist es gelungen, die Mutter zu ermitteln, die nervenkrank in die 3rrenanfiaU verbracht wurde, wo ste dem Arzt beichtete. Es wurde ein Vormund bestellt, der die Bestrafung der Mutter wegen Kindesaus- sehung betiteb. Heute fand nun die Verband- lung gegen die vollkommen Kusammengebrochene Frau statt, die angab, auS schwerster Hot gehandelt zu haben. Da das Gericht diese Angaben nachprüsen will, zumal die Frau glaubwürdig erscheint, trat Vertagung ein. Landwirtschaft. Die Wiese alS Viehweide. DaS Kreisamt macht in einer Bekanntmachung auf die Bestimmungen der Wiesenpolizei- vrdnung für ben Kreis Giesten aufmerksam. Danach bür $ en ohne besondere Genehmigung bes Kreisamtes, fowell es sich nicht um abgefonbert gelegene Wiesen handelt, weder vvn den Eigentümern selbst, noch mit deren Zustimmung vvn anderen b.hütel werben: einschlirige Wiesen: mit Schafen vom 1. April bis 1. Oktober, mit Rindvieh dorn 1. 2ipril bis 1. August; sonstige Wiesen: mit Schafen vom 1. April bis 1. Oktober, mit Aindvich vom 15. März bis 15. September. Grund- oder Talwiesen. die mll DewästerungsanlaIen versehen sind, dürfen bei nasser Witterung überhaupt nicht behütet werden. 3m übrigen ist beim Behüten von Wiesen besonders darauf zu achten, dah die Weidetiere nicht durch Zertreten vorhandener Ve- oder Entwässerungsgräben Schäden verursachen. Die Schafweide darf auf fremden Wiesen nur vom 15. Oktober biS 22. Februar oder so lange harter Frost dauert, ausgeübt werden. Weideberechtigungen auf Wiesen mit anderem als Schaf- vieh dürfen nur im Herbst, und ttvar vom 1. biS 15. Oktober, auSgeübt werden. Schweine unb Gänse find von der Weide auf Wiesen ausgeschlossen. Auf Wiesenbistrckten. die künstliche Wäsferungsanlagen haben, darf keine Weibeberechtigung auÄgeübt werden Aus dem Amtsverkuudigungsblatt. •• DaS Amtsverkündigungsblatt Itr. 133 vom 16. September enthält: Aufhebung der Vervrdmmg wer Wer ulto. — Zagävacht- Verträge. — Ferkelmarkt in Lich uno changm. — Das Behüten der Wiesen. — Bei VotstandS- arbeiten gleichzeitig beschäftigte Erwerbslose. — Straßensperre — Feldberemigung zu Alendorf a. b. Lda. Oagd- unb F i f cherei P a ch t ve r- träge fallen nicht unter die Pachtschutzordnung vvm 25. Zuli 1921, da bei Öagb- und F.scherei- pachten Aechte. nicht aber Grunditückc oder der Genuh ber Erzeugnisse vvn Grundstücken verpachtet werden. Dementsprechend lann eine Au, Hebung laufender Zagdpachtvertrüge mit Rücksicht am dte Geldentwertung nicht gefordert werden. Wegen Erbauung eine- Durchlas'es für den Mühlgraben im Steinweg zu Grvsten-Linden wirb die Ärcieftiafje Drosten-Minden HörnB» heim bis auf weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Verkehr ist über die ^ron- hos st raste zu leiten. Lpielplau der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 18. ScpU. abenb# 7 älhr: Cavalleria rusticana. Hierauf Der B.t- jazzo. Montag, 19.: Unbtne. Dienstag 20.: Die Züdin. Mittwoch, 21.: Der Troubadour. Donnerstag, 22.: Zar unb Zimmermann. Freitag, 23. Martha. SamStag, 24 : Madame B ttetfly. Sonntag, 25., abends 6J/i ällhr: Borts Godunow. Montag, 26.: Figaros Hock^eit. Dienstag, 27.: Aida Mittwoch, 28.: Die Fledermaus. — ö d) a u- fpielhaus. Sonntag, 18. Sept., nachmittags 3 Ähr: Alt-Heidelberg. Abends 7 Uhr ^ lhe- ftlea. Montag, 19.: Aobert und Bertram. Dirnstag, 20.: Die Verschwörung deS Fies ko zu Genua. Mittwoch, 21.: Penthesilea. Donners ug, 22.: Der Traum etn Geben. Freitag, 23.: Pen i> - sllea. SamStag, 24.: Der König der dunklen Stammet. Sonntag, 25., nachmittags 3 ill>r: Alt- Frankfurt. AbendS 7 ^Ihr: Rodert und Bertram. Montag, 26.: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Dienstag, 27.: Penthesilea. Mittwoch 28.: Egmortt. anflaoin* yosiilles («et ecWhü yit DuUdrfBoe Nr ZTtesl- m» brfont^s bc4 ÄrhlWI Mkrfrtf, nai?mt)flnkni6. 73»«lhii«e u. Otogcrl-» Besser ale bittere Mandeln u. Zitronen dabei billiger, bequemer und gesünder sind Di". Reppins Backöle „Bittermandel und Zitrone“. 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Mai 1916 (Reichs-Gesetzblatt S. 401) bzw. 18 August 1917 (Reichs-Gesetzblatt S. 823) wird verordnet: Artikel 1. Die Verordnung über Vier und bierähnliche Getränke vom 24. Januar 1918 (Reichs-Gesehbl. S. 55) in der Fassung der Verordnungen vom 5. September 1918 (Reichs-Gesehbl. S. 1101), 23. Mai 1919 (Reichs-Gesehbl. S. 473), 30. Dezember 1919 (ReichL-Gesehbl. 1920 S. 1> und 23. April 1921 (Reichs-Gesehbl. S. 490) tritt, vorbehaltlich der Vorschrift im Artikel 2, mit dem 16. August 1921 außer Kraft. Artikel 2. Das durch § 1 der Verordnung vom 24. Januar 1918 (Reichs-Gesehbl. S. 55) bzw. 23. April 1921 (Reichs-Gesehbl. S. 490) für das Gebiet der ehemaligen Norddeutschen Brau- sleuergemeinschast angeordnete Verbot der Herstellung von Starkbier (8 3, Abs. 2 des Viersteuergesehes vom 26. Zuli 1918 — Reichs-Gesehbl. S. 863) bleibt bestehen. Zuwiderhandlungen werden nach & 9 der Verordnung vom 24. Januar 1918 (Reichs- Gesehblatt S. 55) bzw. 6. September 1918 (Reichs-Gesetzblatt S. 1101) bestraft. Berlin, den 8. August 1921. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. ____________________Dr. Herme s.____________________ Ve 1 r.: Iagdpachtverträge. An den Cbrrbürgcrmtifkr zu Gietzen und die Bürger- meistcreien der Landgemeinden des Kreises. Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß Hagd- und Fischereipachtverträge nicht unter die Pachtschutzordnung vom 25. Juli 1921 (Reg.-Bl. S. 159) fallen, da bei (Zagd° und Fischercipachten Rechte, nicht aber Grundstücke oder der Genuß der Erzeugnisse von Grundstücken verpachtet werden. Dementsprechend kann eine Aufhebung laufender Hagdpachtverträge mit Rücksicht auf die Geldentwertung nicht gefordert werden. Gießen, den 13. September 1921. ____________Kreisamt Gießen. 3. V.: Dr. Heß.____________ Bekanntmachung. Betr.: Ferkelmarkt in Lich. Wir genehmigen hiermit für Montag den 3. Oktober 1921 die Abhaltung eines Ferkelmarktes zu Lich unter folgenden Bedingungen. Es dürfen nur aufgetrieben werden: 1. Ferkel aus Zuchtbeständen des Kreises Gießen. Durch Mr- sprungszeugnisse, auf denen die Ortspolizeibehörden ausdrücklich bestätigen, daß die Tiere aus der eigenen Zucht desjenigen stammest, der die Tiere zum Markt bringt, ist die Herkunft der Tiere nachzuweisen. 2. Ferkel von Händlern, die nach Einführung in den Kreis die vorgeschriebene Quarantäne durchgemacht haben. Rachweis durch Gesundheitszeugnis eines beamteten Tierarztes. 3. Die Ferkel der Händler sind auf einem, von dem Teile des Marktplatzes, auf dem die Züchter ihr Material auftreiben, getrennt liegenden Teil des Marktplatzes aufzustellen. 4. Die Mntersuchung des Antriebes hat abseits vom Marktplatz zu erfolgen. Der Platz ist so zu wählen, daß bei allenfallsigen Beanstandungen die beanstandeten Transporte abtransportiert werden können, ohne den Marktplatz zu berühren. 5. Der Austrieb darf nur in der Zeit von 9—10 Mhr vormittags stattfinden. (§ 47 der Bundesrats-Ausführungsbestimmungen zum RVG.) Gießen, den 13. September 1921. ___________Kreisamt Gießen. 3, V.: Schmidt.___________ Bekanntmachung. Betr.: Ferkelmarkt in Hungen. Dir genehmigen hiermit für Montag den 26. ds. Mts. die Abhaltung eines Ferkelmarktes zu Hungen unter folgenden Bedingungen. Es dürfen nur aufgetrieben werden: 1. Ferkel aus Zuchtbeständen des Kreises Gießen. Durch Mr- sprungszeugnisse, auf denen die Ortspolizeibehörden ausdrücklich bestätigen, daß die Tiere aus der eigenen Zucht desjenigen stammen, der die Tiere zum Markt bringt, ist die Herkunft der Tiere nachzuweisen. 2. Ferkel von Händlern, die nach Einführung in den Kreis die vorgcschriebene Quarantäne durchgemachl haben. Rachweis durch Gesundheitszeugnis eines beamteten Tierarztes. 3. Die Ferkel der Händler sind aus einem, von dem Teile des Marktplatzes, auf dem die Züchter ihr Material auftreiben, getrennt liegenden Teil des Marktplatzes aufzustellen. 4. Die Mntersuchung des Antriebes hat abseits vom Marktplatz zu erfolgen. Der Platz ist so zu wählen, daß bei allenfallsigen Beanstandungen die beanstandeten Transporte abtransportiert werden können, ohne den Marktplatz zu berühren. 5. Der Austrieb darf nur in der Zeit von 9- 10 Mhr vormittags slattfinden. (§ 47 der Bundesrats-Ausführungsbestimmungen zum RVG.) Gießen, den 14. September 1921. Kreisamt Gießen. 3. D.. Schmidt. Bekanntmachung. B e t r.: Das Behüten der Wiesen. Wir sehen uns veranlaßt, die nachstehenden Bestimmungen der Wiesen Polizeiordnung für den Kreis Gießen erneut zur Kenntnis der Beteiligten zu bringen: Artikel 11. insoweit es sich nicht um abgesondert gelegene Wiesen handelt, dürfen ohne besondere Genehmigung des Kreisamtes weder von den Eigentümern selbst, noch mit deren Zustimmung von anderen behütet werden: a) einschürige Wiesen: 1. mit Schafen vom 1. April b i s 1. Oktober, 2. mit Rindvieh vom 1. April b i s 1. August: b) sonstige Wiesen: 1. mit Schafen vom 1. April b i s 1. Oktober, 2. mit Rindvieh vom 15. März bis 1 5. S e p t e m b e r. Grund- oder Talwiesen, die mit Bewässerungsanlagen versehen sind, dürfen bei nasser Witterung überhaupt nicht behütet werden. 3m übrigen ist beim Behüten von Wiesen besonders darauf zu achten, daß die Weidetiere nicht durch Zertreten vorhandener Be- oder Entwässerungsgräben Schäden verursachen: erforderlichenfalls sind sie durch einfache transportable Mmzäu- nungen von den Grabenböschungen fernzuhalten. Artikel 12. Die Schafweide darf auf fremden Wiesen nur vom 15. Oktober bis 2 2. Februar oder so lange harter Frost dauert, ausgeübt werden. Artikel 13. Weideberechtigungen auf Wiesen mit anderem als Schafvieh dürfen nur im Herbst, und zwar vom 1. b i s 15. Oktober, ausgeübt werden. Schweine und Gänse sind von der Weide auf Wiesen ausgeschlossen. Artikel 14. Auf Wiesendistrikten, insoweit sie künstliche Wässerungsanlagen haben, darf keine Weideberechtigung ausgeübt werden. Artikel 15. Die in Artikel 12, 13 und 14 angegebenen Verbote gelten sowohl für eigentliche Weideservituten als auch für Weidcgemeinschaften und sonstige Berechtigungen. Was das Beweiben von anderen Grundstücken als Wiesen anlangt, so verweisen wir auf die Bestimmungen der Art. 2—5 des Gesetzes, den Mmfang usw. der Weideberechtigungen betreffend, vom 7. Mai 1849 in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. September 1899 (Reg.°Bl. S. 754). Gießen, den 13. September 1921. Kreisamt Gießen. 3. B.: Schmidt. B e t r.: Wie oben. An den Oberbürgermeister zu Gietzen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. 3ndem wir Sie auf vorstehende Bekanntmachung Hinweisen, beauftragen wir Sie, auf genaue Befolgung der oben wieder- gegebenen Bestimmungen hinzuwirken und insbesondere das Feldschuhpersonal sowie die Schäfer dementsprechend anzuweisen. Wir machen Sie ferner darauf aufmerksam, daß bei außergewöhnlicher Witterung sowie unter besonders gearteten wirtschaftlichen Verhältnissen eine Verschiebung der in Artikel 11 bis 13 fest gesetzten Termine durch uns erfolgen kann. Dahingehende Anträge wären eintretendenfalls seitens des Wiesenvorstandes rechtzeitig bei uns zu stellen. Gießen, den 13. September 1921. Kreisamt Gießen. 3. V.: Schmidt. mrtag, 17. September 1921 bst dadurch frei haben wollen, sich zu die- »wecke hinter kleine Leute ober gar Witwen . die für sie steigern müssen, treiben die ' unnötig in die Höhe, einzelne Gemeinden 15 000 Mark und mehr für das Gemeinde- Sehr bedauert muß werden, daß die Obst- durch die frühen Versteigerungen der Ge- en und der Kreise viel zu früh eingesetzt. ?ch das Obst in seiner Düte wesentlich be- chtigt wird. Die meisten Sorten dürsten jeden Schaden noch 2—3 Wochen hängen n- — Allenthalben wartet man aus einen -rinnenden Regen, damit der Boden erweicht as Kartoffelausmachcn erleichtert wird Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 18. Sept., 17. nach TrinitaliL tn der Stadtkirche. Vorm. 8 Mhr, zugl. entehre f. d. Reutonfirm. a. d. MatthüuS- nde: Pfr. Mahr. Vorm. 9''s: Pfarralsist. je. 11: Kinderkirche s. d. Markusgemcinde: assist. Ramge. — Montag, 19. Dept., abdS. r. Vereinguna d. kvnfirm. männl. Jugend atthäusgemeinde. — 3n der Zohannes- e. Vorm. 8 Mhr, zugl. Christenlehre s d mfirm. a. d. Lukasgcmeinde. Pfr. Vech- imer. 91/-»: Pfr. AuSfeld. 11: Kinderkirche Zohannesgemeinde. Pfr. Ausfeld. S. Sept. W i e s e ck. Vorm. 91/ : Gottesdienst. Kinderkirche. Rachm. 1: Christenlehre (kons. iche Zuaend). — (25. September Feier d. hl dmahls.) — Sonntag, 18. Sept., vorm. 10 hberg 11: Christenlehre f. d. männltche rd. — Rachmittags 1»/,: Lollar. Katholische Gemeinde. >amötag, 17. Scpt., nachm 5 u. abds. 8 Mhr' enh. z. hl. Deichte. — Sonntag, 18. Sept. >nntag nach Pfingsten. Vorm 6 ?: Gelegenh Beichte. 7: Hl. Messe. Kommunion d. Zung- .1. 8. Aaste illrng d. hl. Kommunion. 9: Hoch- it. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Rachm. 2. mental. Druderschastsandacht. 4• : Zung- i-Kongregation. — Kathol. Gottes' st. 18. Sept. L i ch, vorm. i/a8, nachm. x/3. ungen, vorm. r/,10 Mhr. fr Bei °1 iMZ diVrtkknd fMofa»ofhekerOMo«Vge FrankErhältlich in “ r OV anilie K Apotheken. • 7 ------ r - ~ »u - ---7 nn - ■ y** K!NDERMEHls D enthält beite Alpenmikh die beste Kinderseife rrr.GmHairvLL LHLdSsnau 9786ss in z-Lehr- Institut <"'2t Th.Bäulke Ec^e. ftes Mitglied des Bundes deutscher Tanzlehrer. Z.u den Anfang Oktober beginnenden Winterkursen auf Bekanntmachung. Betr.: Die Mnfalkversicherung brr in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschaftig- hier: DeitragSleistung für Die Heberolle über die Beiträge zur land- und for st wirtschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Hahr 19 20 liegt von heute an während zwei Wochen auf dem Dersicherungsamt der Stadt Gießen, Asterweg 9, Zimmer Ar. 3 zur Einsicht offen. 3nnerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen, nach Ablauf der Offenlegungsfrist, kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Deitragsberech- nung bei dem Vorstände der land- und forstwirtschaftlichen De-ufsgeno'senschaft Ein'p-uch erheben (siehe § 1021—1023 ReichSdersicherunas- ordnung). 100498 Gießen, den 17. September 1921. Der Oberbürgermeister. 3.03.: Dr. Freh. 2luf Marke 1 entfallen 1 Zentner Kohlen, Marke 2 1 Zentner Driketts. Gießen, den 15. September 1921. 100368 Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt und Drennstoffamt.) 1. Verkauf von Brennholz: Abgabe in Mengen von XU Zentner an vom Lager in der Gabelsbergerstraße. Bezugscheine werden im Drennstoffamt ausg-g:b n. Preise: Hartholz geschnitten 15 Ml. für den Zentner, Weichholz 13 M?. für den Zentner. Kleingehacktes Hoh 1.50 Mk. für den Zentner mehr. V^i Abnahme von mindestens 50 Zentner wird ein Preisnachlaß von 1 Mk. für den Zentner gewährt. 2. Ausgabe von Brennstoffen: Marke 1 der Kohlenkarte für Kleingewerbe (rote Karte) wird mU 3 Zentner Kohlen und Marke 2 mit 2 Zentner Driketts beliefert. Die Kohlenkarte für Einzelpersonen kann in unserem Geschäftszimmer in Empfang genommen werden. Schreiben 1 Lackierer? " ............ b.bel auSwärtiae« -Irbeitaeberu: 2 Eisenbeton- arbeit ev, Maurer. Zimmerleute, Einschaler. aiuci Provision»»ctieude. 1 Polsterer, 1 Müller, jünnere lanbroirifdmftL Slnedite. 2 Schneider, 5 Friseure. L Naiienmacher, 7 Schreiner. 3 Anstreicher, ein Soenaler und Installateur, 1 Dreher. Vcbrllnae: 1 Glaser. 1 Schmied. 1 Schreiner, ein Friseur. 1 Schlosser. E» (neben Arbeit: Schriftsetzer. Buchdrucker. Kausleuie. Schreiber und Neiiende, Docker, HaiiSburkchen und ?lu-läuier. Maschinenschlosser, Bau schlosser, Schubuiacher. 1 Krankenpfleger. 4 ent Her n. Polsterer. Bäcker u. Metzger, ntebrere Wellner, 1 Former, 1 ifinn. Schmied, 2'Bntbblnber, Mechaniker^ l Heizer, 1 Wagner. 2 Dreher. 1 uerb. 2 Schäler, 1 oerheir. Hofmeister, 1 ueru, Schmelzer, ! -.avezlerer, 2 Gärtner. 1 Drechsler, 1 ^andichithmacher. Bergarbeiter. Antoschlosser, 1 Schmelzer, 1 Goldarbetter, 1 Installateur und Svengler, 1 Monteur. 1 Bon damit. Masciiinisten und Heiner. 1 Konditor. 1 Möbel^eichuer. 1 Werk- nietner für .Qorfenfobrifation, 1 Tieibauiechniker. GelenenbeitSarbeiteu werden ebenfalls en'gegen- genommen. H u 2 Mechaniker. 1 Frisenr. 1 Elektromon. N'x 1 ^k'rotechntker. 1 Sch-hmacher. 1 Weig- blnöer, 1 Gan ne r. 3 Autoschlosser. 1 Maschinen- schlosser. SVeidliche Abteilung CS können eingestellt werden: 2ci finc"‘‘beitntbern: Mädchen für tagsüber. Dtemunadchen. Vmiftiauen nnd -mädchen für einKlne tone, lucht Alieinmadchen. 2 Köchinnen, 1 Lehrmädchen m Blumengeschäft. 1 Verkäuferin. *>« bei auswärtiaen Arbeitgebern: 3 landmin- »chaiillche Tlenstmädchen, 4 Dienstmädchen, Ailein- wadcheu. Zimmermädchen. 1 landw. HanSl'älterin, z «üchenmädchen. 1 Stütze. 1 Stknoiyostin. a” Arbeit: 2 Perkäuferinnen, 1 Flicke» S* s Lvaschtrauen. einige Lauffrauen, auch für ?lachimt,agsbeschasttgung, Mädchen für tagsüber, f vaushaliermnen. 1 Büglerin, 1 Fräulcin erteil: tran^onichen Unterricht, 1 Gesellschafterin, eine Schneiderin als Beihilfe, 1 Kontoristin. 1 Kranken- vfleaerin. Die Berufsberatung nnd ArbritS Bermitt- /llr Mnstker findet werktags von 10 bis 12 Uhr statt. anstallen. die in derselben Zeit auS der Schule ausgetreten sind und nicht mindestens 1 Jahr der Obertertia angehört haben. Die Fvrtbildungsfchulpllichtigen haben sich am Mittwoch den 21. oder Donnerstag den 22 September von 11—12i/s Mhr bei dem Rektor der Schule, West-Anlage 43 anzumelden. Die Eltern oder ihre Stellvertreter, die Lehr- Herren und Arbeitgeber der Schulpflichten haben diese zum Desuche der Fvrtbildunasschule anzu- halten und ihnen die zum Besuche der Schule erforderliche Zeit einzuräumen. Zuwiderhandlungen werden mit Polizelstrafen von 20—200 Mark geahndet. (Artikel 25 deS Volksschulgesetzes vom 16. Juni 1874 und Gesetz, die Abälwe- rung des Volksschulgesehes vom 16. Juni 1874 bett, vom 13. Auaust 1920 Abs. 5). Mnentschul- digte Versäumnisse unterliegen den gesetzlich«, Schulstrasen: 2 Mk. für jede Versäumnis, im Wiederholungsfälle 4 Mk. 100508 Gießen, den 16. September 1921. Der Vorsitzende des Schulvorstandes: _______3. B.: D r. S e i b. Beigeordneter._______ Aufgebot. Das von uns ausgestellte Einlaaebuch Nr. 17918 für Johannes Schmidt n. Witwe ist abhanden ge. kommen. Der Inhaber des Buches wird hierdurch aufgefordert, dasselbe binnen 6 Wochen uns oor- zulegen, widrigenfalls es für kraftlos erklärt und der Einlegerin ein neues Einlagebuch ausgestellt wird. Gewerbebank zu Gießen ____________________e. G. m. b. H.____________10022D Aepfclvcvsteigernng. Dlontag den 19. ds. Mts. von vormittags 10 Uhr an sollen die Aepsel der Gemeinde Lauter an Ort und Stelle versteigert werden. Der 2lnfang ist am Ott, an der Straße Lauter - Vrünberg. Lauter, den 15. September 1921. Hessische Bürgermeisterei: Aff. 10032D für Anfänger und Fortgeschrittene nehme ich noch Anmeldungen entgegen. it-Einzelunterricht u Einstudierung Aufführungs - T&nzen Jeder Art. Keifer-Hepf ei kauft jede Menge, auch durch Aufkäufer, ftrjttaBii w Sttiijiimrlitifn. Die Lieferung von 1047,71 lsd Mtr. Rahmstücken aus Dasaltlava oder Kunststeinen zur Herstellung von Cinfassungsgräbern und Erbbegräbnisplätzen auf dem neuen Friedhof soll Donnerstag den 29. September d. I. vormittag- 10 Mhr öffentlich vergeben werden. Zeichnung, Arbeitsbeschreibung und Dedin- aungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, find bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. 10048B Gießen, den 15. September 1921. Stadlbauamt Gießen. 3. V : Köhler. Biliiszes Brennt,ol^ Wegen Auflösung der Reichsvermögensstelle Wetzlar find In der ehemaligen Mnterosfizier- schule daselbst einige tausend Zentner aus Ofen- länge geschnittenes ttockenes Duchen- Eichen- und Birkenholz, aemischt, um schnell zu räumen. t>er Zentner zu 10 Mark abzuaeben. Der Verkauf frndet den ganzen Tag über und in jeder Menge statt. 10063D _____________Reichsvermögensstelle._____________ Vullen-versteigerun^ Nächsten Mittwoch den 21. September, vor- mittags 11 Uhr, versteigert die Gemeinde Ruppertenrod einen erstklassigen prima fetten Dullen. Nuppettenrod, den 15. September 1921. Die Bürgermeisterei. 10014 Gestern früh verschied r Vater, Schwiegervater und ( Herr Balthase im 73. Lebensjahre. Heinrich Schor Lollar, 17. September 1921. Die Beerdigung findet Sonnt nachmittags um 3 L) Nachruf! Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, alle Mitglieder von dem Ableben unseres am 14. 9. 21 nnrfjm. 3'/« Uhr an den Folgen seiner im Felde erlittenen KriegSdtenstbeschädigung verstorbenen Kameraden 10033 August Kretz Steiustrake 63, in Kenntnis zu setzen. Wir verlieren in dem Entschlafenen ein treues Mitglied, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Reichrbund der kriearbeschädtgten Kriegs: teilnehmer und Kriegshinterbliebenen. aiiuiiiiiiiimiiiiiniiiiiiiiiimifiiiiiiiimiiiiimimiiiiiiiiiimiiiiiiiiii |Louis Rothenberge | Gießen Frankfurt a. M., West E Neuenweg 22 Adalbcrtstraße 26 E Telephon 176/2124 Telephon: Taunus 4904 = Alteisen - Metalle • Lumpen • Papier sowie sämtliche Rohprodukte Antiquitäten. 5lllDlllllllllllllllllllllllllllllllll)lll(lllllllllllllllllllllllllllillllllllllll Wir suchen möglichst für sofort einen jünger, tüchtigen, akademisch gebildeten Volkswirtschaft!« der redegcivandt sein muh, desgl. einen jüngeren zuverlässigen Herrn als Hilfskraft 1( für unser Büro und Außendienst. Schr. Bewerbung.mit Neserenzen, Bildungsgang und Lichtbild, daS zurückgeht. erbitten wir an die HauvtgeschästSstelle der Liga znm Schutze deutschen ütultur. Landesgrupve Hessen Nc And Westfalen, (ließen, Stepb.instras Bedeutende süddeutsche Firma der Mineral« brauche mit eig. Fabrik und Tankanlage su Mn MlMe für hiesigen Bezirk. Nur angesehene, bei t gesamten Industrie und Derbraucherkundsch, gut eingeführte Herren wollen sich melden un ^kä.^.22üba.AlahaasensteinL Vogler, Mannhei 1006* Alte angesehene Versicherung^ - Gesellscht sucht unter Uebertragung des Inkassos für bestehende Geschäft für den Platz (Niesten gut geführte vertrauenswürdige Persönlichkeit als treler. Strebsamen Personen bietet sich hieri Gelegenheit zu piiM IdmäsiL. Einführung in die Geschäftseinrichtungen und Unterstützung beiBersicherungsabschlüssen wird zugesichert. Angebote erbeien unter 2087 an Ala Haasentteiu & Vogler, Darmstadt. 10017Ä Süddeutsche Fabrik vergibt Generalvertretung mit Monovolvertrieb eines volköwirtsch. bewährten Massenartikels (ncf. gefch.), der in jed. Haushalt, bei Behörden u. der Landwirtschaft leicht und dauernd ab- znsetzen ist. Lausende Barzuschüsse und hohe Provision verbürgen bedeutendes steigendes Einkommen. 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Der Herr Aeichsarbeitsminister wünscht eine Llebersicht über die Zahl der bei Rotslandsarbeiten (mit Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge geförderten Arbeiten) gleichzeitig beschäftigten Erwerbslosen. Wir beauftragen Sie daher, uns bis zum 5. Oktober ds. Zs. unter Benützung des nachstehend abgedruckten Formulars die Zahl der am 3 0. September 1921 innerhalb Zhrer Gemeinde mit Rotslandsarbeiten beschäftigten Arbeitnehmer mitzuteilen. Uebersichk über die bei den mit Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge geförderten Mahnahmen am 30. September 1921 beschäftigten Arbeiter usw. Kreis: Gemeinde: 1_____ 2 Lfd. Nr. Bezeichnung des Unternehmens Wieviel Arbeitskräfte find bei derNotftands- arbeit am 30. Septbr. 1921 überhaupt beschäftigt gewesen? Wieviel der unter Spalte 3 aufgeführten Personen I. sind als Stammarbeit. zu betrachten? II. haben vorher keine Erwerbslosenunterstützung bezogen? Wieviel von den unter Spalte 4 angeführten Personen sind durch öffentliche Arbeitsnachweise dem Unternehmen, bei dem sie am 30. Septbr. 1921 beschäftigt gewesen sindzugewiesenword.? Bemerkungen E E i— E " to ll-s O :Q E S- 6» C, b cde f a I b ) c d e f II Für die gesamten Unternehmungen sind am Schlüsse die Zahlen in den Unterspalten a bis f zusammenzuzählen, so daß sich die Summe aller Beschäftigten Bauführer pp., Poliere pp. usw. ergibt. Eventuell ist Fehlbericht zu erstatten. Gießen, den 14. September 1921. _____________Kreisamt (Ziehen. 3. B.: Or, H e h._____________ Bekanntmachung. Wegen Erbauung eines Durchlasses für den Mühlgraben im Steinweg zu Grohen-Linden wird die Kreisstrahe „Großen- Linden — Hörnsheim" von Freitag den 16. September l. Hs. bis auf weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt. Der Verkehr ist über die Fronhofstrahe zu leiten. Gießen, den 15. September 1921. ___________Kreisamt Gießen. 3. V.: Weicker.___________ Bekanntmachung. Vetr.: Feldbereinigung Allendorf a. d. Lumda; hier: Wunschtermin. Tagfahrt zur Entgegennahme der Wünsche, welche die Beteiligten für die Bildung der neuen Grundstücke geltend machen wollen, findet Montag den 19. September 1921, vormittagslO—llUhr, im Rathaus z u Allendorf a. d. Lumda statt. Die Wünsche sind schriftlich einzureichen und müssen angeben, welche alten nach Flur und Rümmer zu bezeichnenden Grundstücke zusammengelegt werden sollen, und bei welcher alten Parzelle die Zusammenlegung erfolgen soll. Wünsche, die in diesem Termin nicht schriftlich eingereicht werden, haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Zur nochmaligen Aufklärung der Beteiligten über die künftige Gewanneinteilung und Grundstücksrichtung liegen in der Zeit vom 10. ds. Mts. ab entsprechende Pläne auf dem Rathaus zu Allendorf a. d. Lumda offen. Friedberg, den 2. September 1921. Der Hessische Feldbereinigungskommissär: Dr. Hann, Regierungsrat. Druck der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. yauptvertreter von looroSB MN MWNWkWW für dortigen Bezirk gegen hohe Vergütung, evtl, nebenberuflich« für sofort geencht. ES kommen nur Herren in Frage, die orgnnifaiorisch befähigt u. in der Lage sind, in ihrem Bezirk Umeroer» tretet selbst anzufiellen. Energifcbe, arbeitsfreudige Herren werden gebeten, Angebote unter kurzer Angabe bisheriger Tätigkeit einzureichen unter D. Z. 8938 an Rudolf Monee« Dresden. Wir suchen zum baldigen (Eintritt für unser kaufmännisches Bureau einen jüngeren mit guter Vorbildung. 10029 Banninger G. m. b. h., Gießen. Tüchtige SlMltzW von großer Fabrik per sofort oder später gesucht. Schrift!. Angebote unt. 9936D an den Gießener Anzeiger erbeten. vlLi'2 CTrnunnmincia« rST" Sofort -«l nrelsw. abzusehen: 63 m eisern» Kardle ea, 38,elnkarr.l500Schwezan- steine, 296 Klinker, 2 ebn Sandsteinqnaier, 100 Pa z- siegel, 6 Fenster, 800 UiL »Latten, Mild, m Rahmen- ■ebenkel, 200 qm Brstter und Bohlen, 8 Singer-Nah- tna ekieen end verschied, mehr. 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Sept., vormittags 9 Uhr Versammlung veizellN Wichtige Tagesordnung. Um zahir.'Erschein. bittet 100931 Der Borstand. <> <> <> Nr. 218 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (Gen?ral-Anzeiger für Gberhefsen) Samstag, 17. September 1921 Fäden zwischen hüben und drüben. Don W. Kleeberg-Aurich. 3n den Vereinigten Staaten von Nord- amerifa finden sich ausgedehnte, teilweise sogar geschlossene Kolonien von Ostfriesen, die in Ben 60er und 70er Jahren nach dort mis- wanderten, als die schlechte wirtschaftliche Lage In der Heimat sie dazu zwang. Ein weiterer, erheblich mitsprechender Grund zu diesen Masse naus Wanderung en war, daß nach der hannoverschen Höfeordnung die zweit- usw. geborenen Söhne zugunsten des ältesten Vru- BerS von der Erbfolge auf dem elterlichen Besitz ausgeschlossen waren. Wenn nun auch viele die chnen zustehende Abfindung benützten, sich irgendwo selbständig zu machen, andere durch Einheirat selbständig werden konnten, so blieben doch sehr viele junge Leute übrig, die ihr Heil in der Neuen Welt zu erproben in Versuchung waren. So wanderten sie in den damaligen Zeiten tn großer Anzahl nach Amerika aus, zogen den Mistouri und Mississippi aufwärts und siedelten sich tn den Territorien Iowa, Illinois, Nebraska, Wisconsin, South Dakota an, wo auf diese Weise die ausgedehnten Ostfriesensiedlungen entstanden. Die guten Berichte dieser ersten Pioniere riefen bald weitere Landsleute herbei, und heute erstreckt sich die Gesamtfiäche, auf der in Nordamerika Ostsriesenstedlungen sich befinden, auf ein Areal, das größer als ganz Deutschland ist. Zwischen diesen Ostfriesen in Amerika und ihren Landsleuten in der Heimat besteht ein Band, das so fest und unzerreißbar ist, daß es In seiner Art allenthalben Nachahmung verdient, wo geschlossene Kolonien Deutschstäm- miger sich befinden. 3n Breda (Iowa) erscheint eine Zeitung, die diesem Zwecke vor allem dient. Außer einer politischen Plauderei ist in diesem Blatte, das den Namen „Ost- friesische Nachrichten" hat, nichts von Politik zu finden, dagegen wird ausführlich über alle Kleinigkeiten aus den heimatttchen Städten und Dörfern berichtet, auch die Todesanzeigen aus den tn OstfiteSland erscheinenden Zeitungen werden auszugsweise veröffentlicht. Sodann sorgt ein Korrespondent in jeder Kolonie dafür, daß auch aus diesen alles Wissenswerte mitgeteilt wird. Durcft das Aufzählen aller Heinen Einzelheiten, wie Hochzeiten, Anfälle, Krankheiten, größere Reifen usw. gewinnt man den Eindruck, als feien die sämtlichen Ostfriesen in Nordamerika eine ein* zige große Familie, in der sich jedes Glied für die kleinsten Angelegenheiten des anderen interessiert, und so fühlt sich keiner der Kolonisten als Fremder in fremdem Land, son- Aus Stadt und Land. Dieben, den 17. Sept. 1921. Aahrplanändcrungen. Am nächsten Montag, 19. September, treten auf den Strecken Gieße n— K r a n l f u r t a. M. und Friedberg —Echzell fvgvide Fahr- planänderungen in Kraft: Der nur an Werktagen vor Sonn- und Feiertagen verkehrende Vorzug 7 9 4 wird früher gelegt. Er fährt nicht mehr um 4.52, sondern bereits um 4.35 nachm. von Gießen ab. Vorzug 794 verkehrt von Montag bis Freitag jeder Woche auch zwischen Butzbach und Friedberg und zwar Butzbach ab 5.10, Friedberg an 5.32 nachm. Zwischen Friedberg und Echzell und zurück wird ein neues Zugpaar eingelegt und zwar Pz. 4161 Friedberg ab 5.40, Echzell an 6.25 vorm., Pz. 4162 Echzell ab 6.25 Friedberg an 7.00 vorm. Pz. 4162 stellt den Anschluß an Pz. 777 in Friedberg her. (Friedberg ab 7.07 vormittags). iteter die Zeiten auf den Zwischenstationen geben die Bahnhöfe Auskunft. •• Verein ehem. Hessischer Leib- Dragoner im Kreise Gießen. Am 17. Juli wurde der Verein, mit dem Derwaltungsousfchuß m I dem als Glied einer gmßen deutschstämmigen Gemeinschaft. Während so drüben in dieser Zeitung fast alle Fäden zusammenlausen, die nach der Heimat hingehen, sind die anderen Enden der Fäden auf alle in OstfrieSland erscheinenden Zeitungen verteilt. Regelmäßig veröffentlichen sie ihrerseits wiedemm Auszüge aus der Ost- frieseuzeitung in Amerika, so ihren Lesem immer wieder Nachrichten von den Verwandten und Bekannten in der Fremde vermittelnd. Auch längere Aufsätze aus der Feder irgendeines drüben wohnenden Landsmannes dienen demselben Zwecke. Neben diesen durch die Presse geknüpften Fäden laufen noch unzählige andere, so die des familiären oder fremdsprachlichen Briefwechsels, einer ausgedehnten Liebesgabentätigkeit für die Nolleidenden in der Heimat, der religiösen Beziehungen (der Ostfriese ist bekannt» lich sehr kirchlich gesinnt), u. a. Alle diese Fäden haben sich zu einem starken Bande vereinigt, das die Gewähr gibt, daß Die Ostfriesen In der Heimat mit denen tn Amerila dauernd eng verbunden bleiben. And so sollte eS allenthalben sein. Hat man uns auch große Sttecken deutschen Bodens rechtswidrig entrissen und so Deutsche zu Ausländem gemacht, leben auch in aller Welt zerstreut noch so viele Deutsche, laßt es nicht dahin kommen, daß sie sich als Ausländer fühlen lernen, daß sie die Heimat vergessen, well sie sich von ihr vergessen wähnen! Gießen gegründet. Der Verein will, wie er uns I mitteilt, unter Ausschluß aller politischen Bestrebungen die (Erinnerung an das Hess. Leib-Dragoner-Regimcnt ®ad)halten und ohne Rücksicht auf das religiöse ‘Bekenntnis alle die In treuer Kameradschaft zusammen» fassen, die dem Hess. Leib-Dragoner-Regiment ober deren Ersah-Eskabrons, sei es als Offizier, Sanitäts. offizier, Veterinär oder Beamter, sei cs als Unter offizier ober Dragoner angehört haben, sowie die Äameraben ehren, ble im Hess. Leib-Regiment »hr Leben für bas Vaterland gelassen haben und ihre Namen in Stein ober Erz verewigen. Eine G e« düchtnisfeier in Darmstadt ist in Aussicht genommen. Der Verein dem bereits eine große Anzahl Mitglieder angehört, richtet im heutigen An» zeigenteil an die ehern. Hess. Leib-Dragoner des Kreises Gießen, bk bem Verein noch fernstehen, aber gewillt finb, biesem beizutreten bzw. sich an ber Gedächtnisfeier zu beteilen, die Ditte, ihre Adressen bis zum 1. Oktober an den Schriftführer H. Keitzer, Gießen, Goethestraße 52, cinjufenben. " Die Bekämpfung ber Geschlechtskrank, beiten. Auf Veranlassung bes städtischen Wohlfahrtsamtes wirb das Deutsche Hygiene-Museum tn Dresden, bas bie wesentlichen Gegenstände ber berühmten Hygiene-Ausstellung von 1911 enthält unb den Fortschritten ber Wissenschaft gemäß ausgebaut wirb, vom 16. bis 23 Oktober in Gießen eine Sonberausftellung über bas Wesen unb die Gefahren ber Geschlechtskrankheiten vorführen. Es ist bekannt, welche außerorbentliche Verbreitung biese Krankheiten feit Kriegsenbe leiber erfahren haben. Nicht überall ist bekannt, wie ungeheuer bie Gefahren für ben (Erkrankten unb seine Familie finb, wenn bie Krankheit nicht rechtzeitig erkannt unb ärztlich be- hanbelt wirb. Es ist zu wünschen, baß jeber (Er- wachsene beiberlei Geschlechts bie Ausstellung sich an- sähe. Aerzlliche Führungen werben regelmäßig statt- finben. Bestimmte Tage werben weiblichen Besuchern vorbehalten bleiben. Bei dieser Gelegenheit sei auch darauf hingewiesen, baß sich eine Beratungsstelle in ber Klinik für Haut- unb Geschlechtskrankheiten, Klinikstraße 40, bepnbet, bie für männliche Personen Montags von 2-4 Uhr, für weibliche Personen Donnerstags von 2 — 4 Uhr geöffnet ist. Kveis Büdingen. △ Nidda, 15. Sept. Gestern wurden hier die städtischen Aepsel versteigert. Die Stadt erlöste 53 000 Mark. Der ganze Erlös für städtisches Obst beläuft sich auf etwa 60 000 Mark, obwohl in diesem Jahre die Emte in Aepfeln unter mittel, an Zwet scheu und Birnen gering war. Heute beginnen die Qbstversteigerungen an den Krcisstraßen. »)(- AuS dem Ridder 1 al, 15. Sept. Der am Montag herrschende orkanartige Sturm hat an den Obst bäumen großen Schaden ange- richtel und die Obsternte wesenllich verringert. Privatbesitzer, Gemeinden, Kreise erlitten sehr große Verluste, allein an der Straße von Liß- berg und Eckartsbvrn lagen über 200 Zentner feinster Goldbarmänen. Natürlich trieb der Schaden bei den am selben Tag überall beginnenden Versteigerungen die Preise sehr in die Höhe. Dazu kam die Anvernunft der Steigerer, die sich in blindem Eifer gegenseittg Überboten. Auch einzelne, die mit dem Obst Geschäfte machen, und ihr Obst dadurch frei haben wollen, sich zu diesem Zwecke hinter kleine Leute oder gar Witwen stecken, die für sie steigern müssen, treiben die Preise unnötig in die Höhe. Einzelne Gemeinden lösten 15 000 Mark und mehr für das Gemeindeobst. Sehr bedauert muß werden, daß die Obsternte durch die frühen Berit eigerungen der Gemeinden und der Kreise viel zu früh eingesetzt, wodurch das Obst in seiner Düte wesentlich beeinträchtigt wird. Die meisten Sorten dürften ohne jeden Schaden noch 2—3 Wochen hängen bleiben. — Allenthalben wartet man auf einen durchdringenden Regen, damit der Boden erweicht und das Kartoffelausmachen erleichtert wird. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 18. Sept., 17. nach Trinitatis. 3n der Stadtkirche. Borin. 8 Ahr, zugl. Christenlehre f. d. Neu ton firm. a. d. Matthäus- gcm'einöc: Pft. Mahr. Torrn. 9'?: Pfarrassist. Ramge. 11: Kinderkirche f. d. Martusgemcmde: Pfarrassist. Ramge. — Montag, 19. Sept.. abdS. 8 Ahr. Qlcrcingunq d. tonflrm. männl. Zagend o Matthäusgemeinoe. — 3n der ZohanneS- tirche. Torrn. 8 Ahr, zugl. Christenlehre f. d Nenkonsirm. a. d. Lukasgcmeindc: Pft. Bech- tolsheimer. 9i/2: Pft. AuSfeld. 11: Kindertirchc f. d. ZohanneSgemeinde. Pft. Airsfeld. 18. Sept. Wieseck. Torrn. 91/ : Gottesdienst. 10' <: Kinderkirche. Nachm. 1: Christenlehre (tonst weibliche Zugend). — (25. September Feier d. hl Abendmahls.) - Sonntag, 18. Sept., vorm. 10 Kirchberg 11: Christenlehre f. d. männlrche Zagend. — Nachmittags !>/,: Lollar. Katholische Gemeinde. Samstag, 17. Scpt., nachm. 5 u. crbds. 8 Ahr' Gelegenh. z. hl. Beichte. — Sonntag, 18. Sept. 18 Sonntag nach Pfingsten. 'Dorrn. 6 >: Gelegenh. z. hl. Beichte. 7: HI. Messe. Kommunion d. Jungfrauen 8: 'Anstellung d. hl. Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11: Hl. Messe m. Pr. Nachm. 2. Sakramental. BruderschaftSandachst 4> _>: Oung- srauen-Kongregation. — Kathol. Go11rödle n st. 18. Sept. Lich, vorm. i/38, nachm. 7^3. — Hungen, Dorrn. l/»10 Ahr. Ruch u. sicher wlrknd. Erhllllich in Apotheken. .43c WWW ^enthält bdte Alpenmildi _ ^tecKanpfard- die beste Kinderseife 1111 SC T3 ■ ^Hof »vorhekerOHo * • a n Fronkfi rt/'/.o. tMrrovanme , Vertreter: Paul Heidlindemann, Giehen, Goetheftratze 31, Fernruf 665. rtt.Gm«iairvLL LULdLmmu 9786ss Behördliche Anzeigen Stöbt. Arbeitsamt Giesfen Liebilistrafie 16, Teleph. 2054. Es kSnnen elnnefteflt werben: *. bei biefinen Vrbeitacbern: 1 Schreiner, ein Kuoterschmieb. 1 Tilberschmieb. 2M"nrer, 1 Steno- tvvilt, 1 Eiekironionieur, 2 ProvistonSreisenbe, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Schneiber. Lehrlinge: 1 Automonleur, 1 Frisenr, 1 Schuhmacher. 1 Glaser. 1 Schlosser, 1 Kaufmann, ein Schreiber, 1 Lackierer. b. be» auSwärtiae« Vrbeitnebern: 2 Eisenbeton- Arbeiter, Vkanrer, Siminerlcute, Einschalev, zwei Provision-» ciieube, 1 Polsterer, 1 Müller, jüngere lonbroirifdjnftL Knechte, 2 Schneiber, 5 Friseure. 2 Ka'ienmacher, 7 Schreiner. 3 Anstreicher, ein Srenaler unb Installateur, 1 Dreher. Ledrlinae: 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Schreiner, ein Friseur, 1 Schlosser. E- Indien Slrbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, Kaufleute. Schreiber unb Rettende, Vacker, Hausburschen unb Ausläufer. 2)kasch!itenschlosser. Bauschlosser, Schubmacher, 1 Kranken v'tener, 4 Sattler u. Polsterer, iBäcfet u. Metzaer, mehrere Kellner. 1 Former. 1 iüna. Schmied. 2 ^sttchbinber. Mechaniker. I -freuet, 1 Wanner. 2 Treber, 1 verb. Knecht, 2 Schäfer, 1 oerbetr. Hofmeister, 1 verb, Schmelzer, 1 Tapezierer, 2 Gärtner, 1 Drechsler, 1 Handschuhmacher. Beraarbeiier. Autoschlosser, 1 Schmelzer. 1 («olbnrbeiter, 1 dnftnllntenr unb Svennler. 1 Monteur, 1 Banda,n't. Masäilni'ien und Heizer. 1 .stonditor. 1 Möbelzeichuer. 1 Werkmeister für Korkentabrikation, 1 Tieibautechniker. GeleaenbeitSarbciteu werden ebenfalls en.'geaen- flenommen. Lebrliuac: 2 Mechaniker. 1 Friseur. 1 Elektromon- teur. 1 Elekrotechntker, 1 Sch-hmacher, 1 Weißbinder. 1 Gärtner, 3 Autoschlosser, 1 Maschinen- schlosser. «Leibliche Abteilung: ES können einaestellt werden: »-bei biesiacn Nrbeitaebern: Mädchen für taaS- über, Dtennmadchen. Vauffrauen und -madchen für einzelne Tage, nicht. Silleinmädcheit. 2 Köchinnen, 1 Lehrmädchen in Llumeuneschäst, 1 Berkansertn. t». bei auSmärtigen 9lrbcitncbern: 3 landmtrt- schaitliche Tlenstmädchen. 4 Dienstmädchen, Allein, mädcheu. Zlmmermädchew 1 landw. Haushälterin, 2 Kllchenmädchen, 1 Stütze, 1 Stenotyostin. TS suchen Slrbeit: 2 Verkäuferinnen. 1 Flickerin. 3 Waschfrauen, einige Lauttratien, auch für Rachiniltagsbeichaftigung, riiädwen für tagsüber, 2 Haushälterinnen, 1 Büglerin, 1 Fräulein erteilt ftanzäsischen Unterricht, 1 Gesellschafterin, eine Schneiderin als Beihilfe, 1 Kontoristin. 1 Kranken- vffeaerin. Die Berufsberatung und ArbcitS-Bermitt- l»»s kür Mnstkcr findet werktags von 10 bis 12 Uhr statt. Stadt. Lebenzmittelamt. Warenausgabe für die Woche vom 19. bis 25. September 1921. Nicht rechtzeitig abgeholte Ware verfällt. 1. Brot: Wochen menge 1850 Gramm Brot oder 1370 Gramm Mehl. 2. Sonderausgabe des Lebens- mittelamtS: Trvckenmilchpulver 90 Gramm 4,25 Mk. Stabt Brennstosfamt. 1. Berkaus von Brennholz: Abgabe in Mengen von V, Zentner an vom Lager tn der Gabelsbergerstraße. Bezugscheine werden im Brennstoffamt ausg^g b n. Preise: Hartholz ge- schilltten 15 Mk. für den Zentner, Weichbvtz 13 Mk. für den Zentner. Kleingehacktes Hotz 1,50 Mk. für den Zentner mehr. Bei Abnahme von mindestens 50 Zentner wird ein Preisnachlaß von 1 Mk. für den Zentner gewährt. 2. Ausgabe von Brennstoffen: Marke 1 der Kohlenkarte für Kleingewerbe (rote Karte) wird mit 3 Zentner Kohlen und Marie 2 mit 2 Zentner Briketts beliefert. Die Kohlenkarte für Einzelpersonen kann in unserem Geschäftszimmer in Empfang genommen werden. Auf Marke 1 entfallen 1 Zentner Kohlen, auf Marie 2 1 Zentner Briketts. Gießen, den 15. September 1921. 100366 Der Oberbürgermeister. (LebenSmittelamt und Drennstossamt.) Bekanntmachung. Betr.: Die Anfallversicherung der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Personen: hier: Dettragsleistung für 1920. Die Heberolle über die Beiträge zur land- und forstwirtschaftlichen Beruf sgenossenschaft für das Zahr 19 20 liegt von heute an während zwei Wochen auf dem Dersicherungsamt der Stadt Gießen, Asterweg 9, Zimmer Nr. 3 zur Einsicht offen. Innerhalb einer weiteren Frist von zwei Wochen, nach Ablauf der Osienlegungsftift, kann der in der Heberolle als beitragspflichtig in Anspruch Genommene gegen die Deitragsberiech- n u n g bei dem Borstande der land- und forstwirtschaftlichen De-ufSgeno'senschaft Ein'p -uch erheben (siehe § 1021—1023 ReichSvarsicherunas- ordrmng). 100498 Gießen, den 17. September 1921. Der Oberbürgermeister. 3.03.: Dr. Frey. Bekanntmachung. Städtische Fortbildungsschule. Der Anterricht in der städtischen Fortbildungsschule beginnt Montag den 10. Oktober. nachmittags 2 Ahr. im Schulhause West-Anlage 43. Fvrtbildungsschulpflichtig sind: a) alle Knaben, die zu Ostern 1919, 1920 oder 1921 aus der Volksschule entlassen worden sind, b) diejenigen ehemaligen Schüler höherer Lehranstalten, die in derselben Zeit aus der Schule ausgetreten sind und nicht mindestens 1 Zahr der Obertertia angehört haben. Die Fortblldungsschulpslichtigen haben sich am Mittwoch den 21. oder Donnerstag den 22. September von 11—12Va Ahr bei dem Rektor der Schule, West-Anlage 43 anzumelden. Die Eltern oder ihre Stellvertreter, die Gefir- herren und Arbeitgeber der Schulpflich.izen haben diese zum Besuche der Fortbildungsschule anzuhalten und ihnen die zum Besuche der Schule erforderliche Zelt einzuräumen. Zuwiderhandlungen werden mit Polizeistrafen von 20—200 Mark geahndet. (Artikel 25 des Bolksschulae- setzes vom 16. Zuni 1874 und Gesetz, die Abänderung des BolksschulgesetzeS vvm 16. Juni 1874 betr. vom 13. August 1920 Abs. 5). Anentsckml- blgte Versäumnisse unterliegen den gesetzlichen Schulstrafen: 2 Mk. für jede Versäumnis, im Wiederholungsfälle 4 Mk. 100506 Gießen, den 16. September 1921. Der Vorsitzende des Schulvorstandes: ______3. D.: D r. Selb. Beigeordneter.______ Aufgebot. Das von uns ausgestellte Einlagebuch Nr. 17918 für Johannes Schmidt II. Witwe ist abhanden gekommen. Der Inhaber bes Buches wirb hierdurch aufgeforbert, basfelbe binnen 6 Wochen uns vor- zulegen, wibrigenfalls es für kraftlos erklärt unb ber Einlegerin ein neues Einlagebuch ausgestellt wirb. Gewerbebank zu Gießen ____________________e, G. m. b. H.____________10022V Acpfclvevfteigernng. Montag den 19. bs. Mts. von vormittags 10 Uhr an sollen bie Aepsel ber Demeinbe Lauter an Ort unb SteDe versteigert werben. Der Anfang ist am Ort, an ber Straße Lauter- Grünberg. Lauter, den 15. September 1921. Hessische Bürgermeisterei: Ass. 100320 Tanz-Lehr- Institut Wolf- Straße 21 Th.Bäu/ke Geprüftes Mitglied des Bundes deutscher Tanzlehrer. Zu den Anfang Oktober beginnenden Winterkursen für Anfänger und Fortgeschrittene nehme ich noch Anmeldungen entgegen. Aliae Privat-Einzelunterricht „ Einstudierung von Aufführungs-Tänzen jeder Art. KeltepHepfel häuft jede Menge, auch durch Aushäufep, Wal!ei!ftls,Vrlilll!lisse Hd.W PcrBllllß von Akichimarhcilkn. Die Lieferung von 1047,71 Isd Mtr. Rahmstücken aus Dasaltlava oder Kunststeinen zur Herstellung von Einfassungsgräbern und Erbbegräbnisplätzen auf dem neuen Friedhof soll Donnerstag den 2 9. September d. I. vormittags 10 Ahr öffentlich vergeben werden. Zeichnung, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. 100486 Gießen, den 15. September 1921. Stadtbauamt Gießen. I. V : Köhler. Billiges Brennstolz. Wegen Auflösung der ReichSvermögenSstelle Wetzlar find in der ehemaligen Anteroffizier- schule daselbst einige tausend Zentner auf Ofenlänge geschnittenes trockenes Buchen-, Eichen- und Birkenholz, gemischt, um schnell zu räumen, der Zentner zu 10 Mark abzugeben. Der Verkauf findet den ganzen Tag über und in jeder Wenge statt. 10063D _____________ReichSvermögenSstelle._____________ vullen-versteigerung. Nächsten Mittwoch ben 21. September, von mittags 11 Uhr, versteigert bie Gemeinde Rupperteu- tob einen erstklassigen prima fetten Dullen. Ruppertenrob, ben 15. September 1921. Die Bürgermeisterei. 10014 [Bruch 10035ss Bruchheil-Institut Naturgemäße. schmerzlose Behandlung. Spezial-Arzt Dr.med.Bäumges SÄ’ v besonders bei v®1 besonders bei hält Sprechstunden von 0—1 Uhr am Donnerstag, LL. Sept. Operation Gießenf LiebigstraSe 9, „Hotel Kobel“. Gießen, September 1921 D (Bauliga (Bauliga 1 (Schiedsrichter: Herr Lngetter, 1860 Marburg) Statt Karten. 1 Uhr nachm.: 10.30 Uhr vorm.: D. f. B. IV. M I Gießen, 17. September 1921. I SB [tqtlpnbenben 10038D obzukeben 9432 stets im CafL Leib 10019 Kmett mit oatoMMi lani wozu freundlichst einlabct der Borstaud. 10013 der Dorstand 10083v Der Borstand. Alma Kuhl Fritz Grau Verlobte Wasserbruch Heilung L fast allen Fä len nach einmaliger Behänd! Genera! Versammlung Mittwoch bett 21. September 1921, abends 71/, Uür, im Universitäts Vaf^. 1. Stock. Geschänsberichr, Rechuurrgsablage. verschiedenes. Für die anläßlich ihrer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlich Zahnarzt Otto Gonter und Frau Hilde geb. Feiger Gießen, September 1921. Georg Scherer&0o. Weiuarobbandlung Friedberg. Hess. Tel. 63. mit anschließendem Tanz zu Gunsten der Oberschlesier-Hilfe Hothproztnt/g t von unübertroffen ffr 30% Wtehkraft Ihre Vermählung geben bekannt Fritz Seibel Leni Seibel geb. Mandler Weinsz'on Sonntag den 18. September WMWMMW« des Kreises Gießen die dem am 17. Juli gegründeten Kreisverein noch fernstehen, aber gewillt sind, diesem beizutreten bzw. sich an der in Darmstadt Abends 8 Uhr: Gemütliches Zusammensein mit den Gasten im „Hindenburg". Gießener Sport-Tlnb von 1900 e. D. Statt Karten! Wilh. Ommert und Frau Emmy, geb. Gerbig Vermahlte Gießen, 17. September 1921. Vorstehender Stundenplan Ist von der Hess. Regierung genehmigt und wird von ihr überwacht. Der Unterricht fällt in die Zelt von 8V, vorm. bis 1 Uhr nachm. Anmeldungen und Auskunft täglich 8—1 und 3—7 Uhr, Prospekt kostenfrei. 9083c Die Schulleitung. Zar Beachtung! D e HansarSehule ist die alleinige Handelsschule am Platze, deren Inhaber Lehrer und Pachmann ist und daher die Befähigung und Berechtigung besitzt, die Schulleitung selbst zu übernehmen. D.f. B. II. - GL.T.v.1900 II. | D.f.V.III.- GL.L.v.1900111. 8.30 Uhr vorm.: ®mafl6ginp1gtHnn8 n. -SSemaWe Einer v er ehrlichen Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur Kenntnis, daß ich das Konzert- unb Saal-Etablissement Cafe Leib wieder übernommen habe und in gleicher Weise wieder führen werde wie früher. SämtllcheLoka- litäten werden renoniert Die vollständige Er Öffnung erfolgt am 1. Oktober mit einer erstklassigen humoristischen Stimmungs-Kapelle, die ein schönes und billiges Vergnügen bereiten dürfte. Ich stelle meinen Saal und sämtliche Räume bei billigster Berechnung allen Arbeiter-, Eisenbahn, und Post-Organisationen sowie den löbl. Vereinen zur Abhaltung von Dersamm- hingen, Bällen und Feftlichkettenbereitwilligst zur Verfügung. Anmeldungen nehme entgegen. Hans Kirzinger Weißes Brauhaus Gießen Im Drauerei-Ausschank empfehle mein Weizenbier. Sonntag Familiennnter, Haltung. Ls ladet ein Haus Kirzinger. 10065 CT ür die uns anläßlich unserer goldenen O Hochzeit in so reichem Mähe erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir aus diesem Wege herzlichen Dank. Philipp Luh VI. und Frau. Hansa-Schule, Oießen^^ Privat-Handelslehranstalt von J. Kunzeimann, Dipl.-Handelslehrer. Stundenplan für die Halbjahreak!aase, beginnend am 11. Oktober 1921,_____ 5. C. v. 1900 IV. ioo54v Kreis« Handwerkerversammlung MM, 19. Seplmder, öomittags 10 Atzi im Seal? des „Ginhorn“. (Stehen. Vortrag Des Syndikus Schüttler-Darmstadt: Die LWlWMMmdesSmmeüs Dortrag deS DrchitektS Depp-Frankfurt a.M. 8m!es-«. S!eide!M? fücfelOft Um zahlreichen Besuch wird gebeten. ogeiD Sie fjoadwertstemr DannffQöt Falk, Geh. Gewerberat. Abturnen. M litiitttli aeMMra hält Sonntag, den 18. Sept, sein diesjähriges M>- turnen ab. Das Wctturne« beginnt morgens um 8 Uhr. Nachmittags 2*/. Uhr Umzug vom Turner- heim nach dem Turnplatz. Dortselbst Schauturnen, Spiele, Konzert. Abends: MmiM BoWnrni a. I® Es ladet ergebenff ein Kaffee frisch gebrannt, eigene elektrische Brennerei Pfd. ML 24.-, 30.—. 32.-. Reh-Kaffee Kein Landwirt ob. Diehzüchter versäume bei der Aufzucht van Simaoieb aller Art, aut nregung der ivretzlnst u. ffraiüöung d. SnocUen- bauefl unsere beliebte Lebertran- Viehsahne au verwenden. Berkaus lote und in Maschen. Victoria-Drogerie Marktetrete 5. P** -3i£hnng6.-8J)n.13a= Ueberlinger Geld-Lotterie 1237LGewinne o. Abzug 300000 <75000 s j 40 000 1 Lose ä M. 3.60 Borto u. Liste SLLMext L. Hagemann Hambn rjr Gänse markt QO Bostscheck-Konto 40 07L — Gegründet 1834 — M schöne Aussicht Sonntag den 18. Sept, von nachm. an Tanz-vergnügen Eintritt frei 012474 Eintritt frei 9olliÄ6lt Slimes t'söol Sonntag den 18. unb Montan den 19. 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September, nachm. 4'/, Ubr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten ZithcrKonzcrt verbunden mit GeiaugSvortrLgen zur Zither. «„^.,6 Stiftunssfeitfeier mit 2anz i Saalckffnung4Uhr. Karten f. Nichtmitgliedertzu.2M. Gießener Konzertverein Sonntag, 25. Sept 1921, nachm. 5 Uhr, in der neuen Aula der Universität Sonderkonzert Professor Joseph Szigeti (Violine) Budapest-Genf Am Klavier: Eduard Zuckmayer Frankfurt a. M. Serie m Bach, Händel, tacinl, Dvorak, Goelz, Kreisler. Eintrittspreise: 8, 8. 6 und 4 Mk. bei Ernst Chailier und abends an der Kasse. Studmten- karten 3 Mk. beim Hausverwalter der Uni verölt ä gegen Vorzeigung der Ausweisknrte. Stuttgart, Fnednd«n.5f Siegerländer Dam pfkessek Industrie und Handel Neunkirchen, Bez. Arnsberg. Fernruf 98. Beruf:---- Ort u. Straße: Hausfrauen! e nur mit Heitmann’? 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Die Handelskammer hat im Interesse beS Buch- und den drei Provinzen gliedern ----- am letzten Sonntag für Starkenburg eine Der- trauenSmännerversammlung abgehalten, die ihre London. . . . , NeuvorK . . . Pan«...... Schweiz. . . . Spanien . . . Wien (altes). Dentsch-Oestar. Prag..... Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel 9,63 9,67 127,85 128,15 20,87 20,93 Handel. I- ran Kf v rt a. M., 17. September. Berliner Devisenmarkt Geld Brief Geld Brief Amsterdam. Rotterd. 3426,55 3433,45 3416,55 3423,45 Brüssel-Antwerpen . 749,25 750,75 751,70 753,30 Christiania...... 1408,55 1411,45 1401,05 1415,95 Kopenhagen..... 1933,05 1936,95 1910,551914,45 Stockholm . . . . • . 2367,60 2372,40 2340,15 2344,85 Helsingfor» "* ~ ----- Italien . . Gerichtssaal. mc Frankfurt a. M, 16. Sept. Den hier ansässigen Goldwarenhändlern und Juwelieren erwächst keine geringe Konkurrenz durch die in allen Kaffees und Wirtschaften auftret en- den Gold- und Silberschieber galizischer Geburt 3um Schutze deS reellen Handels dient nun eine Verordnung, die den 03erlauf von Gold und Silber Im Hausierhandel verbietet Diese hat der Galizier Isaak Tennenbaum (in Wiesbaden wohnhaft) übertreten. Dafür bekommt er eine Woche Gefängnis und 1500 Mk. Geldstrafe. Außerdem wird er als Folge der Okrurteilung ausgewiesen. verpflichten solle. Zwei Drittel sollten von den Fachverbänden der Autoren, ein Drittel von der Äeichsregieruna zugunsten der Kunst und Künstler verwendet werden: als angemessen wurde eine 1883.10 1891,90 1423,551426,46 SM 9J2 131,10 131,40 20,47 20,53 Da eine Gesundung der Verhältnisse auf dem Eetfenmarft durch Selbsthilfe der Industrie allein nicht möglich ist, hat sich die Handelskammer in lieberemftimmung mit der Seifen-Herstellung«- und Vertriebsgesellschaft für den Erlaß einer OkeichSvervrdnung eingesetzt, durch welche der Verkehr mitSeife und seifen haltigen Reini- gungsmitteln geregelt wird. GS ist vvm 03erbande Deutscher Dühnenschrift- steller und Bühnenkvmpvnisten eine 2 ende- 129,60 129,90 139,60 464,50 ----- ----- Sitzungsbericht der Handelskammer Giehen. (Schlub.) Durch die Verordnung über weitere Ermäßigung der Tabaksteuer vorn 16. März d. Is. war der Reiche finanzrninister ermächtigt worden, die Tabaksteuersätze für Tabak- erzeugnisse zu ermäßigen. Von dieser Ermäßigung ist derart Gebrauch gemacht worden, daß bis zum 1. April 1921 die Ermähigungssätze in dem nach der Verordnung zugelassenen Höchstmaß, d. i. bis zu 75 Prozent, gewährt worden sind, wächrend mit Wirkung vom 1. April 1921 ab eine Abminderung der Ermähigungssätze verfügt worden ist und zwar auf 65 Prozent für Zigarren und 10 Prozent für feingeschnittenen Rauchtabak. Vom 1. Oktober d.IS. ab soll eine weitere Abminderung der Ermäßi- gungssähe in der OBeife eintreten, daß die Steuersätze. wie sie in § 5 des Tabaksteuergesetzes vorgesehen sind, in der halben Höhe, also zu 50 Prozent zur Anwendung gelangen. Diese neuerliche Verminderung deS Steuersatzes wird aber solche Umwälzungen in bezug auf Preise, Packungen usw. mll sich bringen, daß schwere wirtschaftliche Aachteile und Störungen für die gesamte Zigarren- und Tabakindustrie nicht aus- bleiben können, von denen auch die Arbeiterschaft empfilrdlich getroffen werden wird. Die Handelskammer hat daher die hessische Otegierung gebeten, sich bei der Reichsregierung für die Beibehaltung deS bestehenden Zustandes einzusetzen. Die hessischen Handelskammern haben sich gegen eine finanzielle Beteiligung Hessens an der in München gegründeten .Süddeutschen Hochseefischerei - Betriebs-Aktiengesellschaft" zwecks besserer 03ersorgung Süd- oeutschlands mit Seefischen ausgesprochen, weil angesichts der freien Wirtschaft die private Initiative für den Seefischfang schon mit vollen Mitteln ausgerüstet sei und für die Versorgung von die Forderung als kulturfeindlich und gemeinschädlich bekämpft Der Antrag deS hessischen Staatsministeriums, das mittelrheinische Stromgebiet unter einer Wasserstrahendirektivn mit dem Sitze in Mainz zu stellen, ist von dem hessischen Han- delSkammertag unterstützt worden. Die Handelskammer toirb bei dem Fulda- Lahnkanalverein beantragen, daß die künftigen Untersuchungen und Vorarbeiten über die Schaffung eines Schiffahrtsweges zwischen dem Rhein und der Lahn unter Benutzung der Fluhläufe der Lahn, Ohm. Wiera, Schwalm. Eder und Fulda sich auf einen Stichkanal Gießen- Frankfurt a. M. erstrecken sollen. Gin Antrag der beteiligten Werke auf Errichtung einer Haltestelle für Ar - beiterzüge bei Kilometer 1.900 der Strecke Giehen—Gelnhausen wurde angelegentlichst befürwortet Die Bemühungen der Handelskammer um Verbesserung der D e r ke h rS ve r h ä l t- nisse auf den Strecken Giehen— Fulda, Lauterbach—Gedern. Mücke—Laubach haben bisher die gewünschten Erfolge nicht gezeitigt: ebenso sind ie Bestrebungen der Handelskammer auf Herabsetzung der Frachtsätze für verzinkte Eisenblechwaren erfolglos geblieben. Die Handelskammer hat die Bestrebungen auf Schaffung einer Tages- Schnellzugverbindung Trier —Kob- lenz — Giehen — Berlin unterstützt Auf Antrag der Handelskammer hat das Hes- sische Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamt die Staatszuschüsse für die Kaufmännischen Fortbildungsschulen ihres Bezirk insgesamt um 3700 Mk, vorbehalllich der Zustimmung deS Finanzausschusses der Dollskammer, erhöht Vorschläge zur Kandckntenliste der Parteileitung gemacht hat. Eine ähnliche 03cr1ammIung findet bekanntlich am 18. September für Rheinhessen in Arnshcim statt. Die WahldertrauensmännerveD- sammlung der oberhessischen Demokraten wird am 25. September in Ridda abgehalten werden. Die endgültige Otcbaftion wird die Kandidatenliste in einer Sitzung deS LcmdeSauSlchufleS der Demv- lrakifchen Partei am 2. Oktober erhallen. Die Deutsche VolkSpar-tei hat sich für die Aufstellung einer einheitlichen Liste für vaS ganze Land Hessen entschieden. Durch dieses Verfahren wird es der Partei möglich sein, bei der Dominierung der Kandidaten mehr die einzelnen DerufSzweige zu berücksichtigen, als dies die nach den Provinzen gegliederte Liste gestattet: diese hat auf der andern Selle zweifellos den Vorteil, daß die Wünsche der einzelnen Bezirke leichter berücksichtigt werden können, als auf einer allgemeinen LandeSliste. Auch bei der Deutschen VollSPartei wird der LandesauSschuß am 2. Oktober endgültig zur Kandidatenliste Stellung nehmen. Die Hessische Vvlkspartei, wie sich die hessische LandeSpartei der Deutschnationtten VolkSpariei nennt, hatte auf heute nachmittag eine Sitzung ihres Landsswnhlaulschuses ein berufen, die indessen keine Beschlüsse von abschließender Bedeutung saßte. Der Hessische Bauernbund, die 2an- deSorganisation des ReichSlandbundeS, hat be- kanntlich beschlossen, mit einer eigenen Liste in den Wahlkamps einzutreten. Rähere Deschlüste werden in nächster Zell gefaßt werden. Von der Sozialdemokratischen Partei hat man bisher erfahren, dah sie ihre Kandidatenliste nach den Provinzen gruppieren wird Außer diesen Parteien werden auch die Unabhängigen Sozialdemokraten und bu Kommunisten sich am Wahlkampf Beteiligen, so dah man im ganzen mit sieben Parteien rechnen darf, die sich an den Landtagswahlen beteiligen werden. Die Parteien sind zur Zeit eifrig mit den Vorberettungsarbellen zu den im Rovember statt- sind enden Landtagswahlen beschäftigt. Ein lieber* blick über die Kandidatenausstellung ist vor dem 2. Oktober nicht möglich, da die verschiedenen maßgebenden Parteien in diesen Tagen erst die Sitzungen haben, die der Kandidatenliste den Ad- >chluß geben werden. So die Demokratische Partei seltenen deulschen Mr bebet- • «neben, nxrb ba, bereits LL fälltgung und Auftührung gmeinfreier Werke der Literatur, Tonkunst und bildenden Kunst künftig zu einer Abgabe (Kulturabgabe), an daS Reich Marknoticrungen. Für 100 deutsche Mark wurden Datum: 1.7.1t. Zvrich...........Ät.12».» Amsterdam........Fl. 59,1) Kopenhagen........Kr 83,3) Vraa............6r 117,33 Stockholm.........Är. 83,3) ZBien............«r 117,83 London..........Sh 97,8) Paris...........Fr 125, l) Neuyork..........$ 23,83 gtyiblt. 15.9. 16.9. ',32 5,35 2,90 2,92 5,25 5,30 77,25 4.30 4.30 -.-1457,- 4,83 4.87 13,12 13,25 0,91 0,91 Züricher Devisenmarkt. 16.9. 15.9. Wechsel auf Schweizer Franken Solland........100 =■ 182.50 182.25 Deutschland......100 TM. = 5.35 5.30 ©len.........100 Kr. = 0.475 0.475 Prag.........100 Kr. = 6.95 6.95 Paris.........100 Fr. = 49.10 40.10 London........ \ £ = 21.66 21.50 3tollen........100 ß. - 24J»0 24.30 Brüssel........100 Fr. - *0.50 40.50 Budapest.......100 Rr. — 1.10 1.15 NeuyorK........100 $ = 581 - 530.- Agram.........100 Är. » 2.50 2.40 Bukarest.......100 & = 5 - 4.70 Märkte. Frankfurter Obst- und Geurüfemarkt. Frankfurt a. M., 16. Sept. Der heutige Gemüse- und Obstmarft war von hiesigen Erzeugern außerordentlich stark beschickt Insbesondere Dohnen, Wirsina, Weißkraut, Spinat und Römisch-Kohlwaren stark angefahren, während der Großhandel von ausländischen Erzeugnissen wenig oder gar nichts zur Verfügung hat. Es wurden gezahlt pro Zentner: Kartoffeln 72—75 Mk. Weißkraut 90 Mk., Rotkraut 110 Mk., Dohnen 210-220 Ml., Wirsing 140—160 Mk., Spinat 160 Mk., Römisch-Kohl 80—100 Mk., Tomaten 120—150 Mk. Weiter kosteten pro Hundert Kopfsalat 60—80 All. Eslarol 50—100 Mk. Ein- leg gurten 12—38 Mk., Kohlrabi 40—60 Mk. Der Obstmarft war reich beschickt und dürsten größere Mengen unverkauft bleiben. Man zahlte für Koch- äpsel 95 Mk., Drechäpfel 110—140 Mk., Dirnen 95—150 Mk., Pfirsiche 300—400 Mk., Zwelschen 240—260 Mk., Trauben 390h—452 Mk. x Lich 16. Sept. Die Abhaltung deS Ferkelmarktes am Montag, 3. Oktober ist vom Kreisamt genehmigt worden. x Hungen, 16. Sept. Am Montag, 26. September finden in Hungen ein Fer kel- marlt statt. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die sozialdemokratifchen Führer beim Reichspräsidenten. Berlin, 16. Sept. Reichspräsident Ebert empfing gestern nachmittag die sv- zialdemokrattschen Führer zu einer Aussprache über polllische Fragen. Mit der Frage der Devisenbeschaffung hat jedoch laut der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" die Besprechung in keinem Zusammenhang gestanden. Em weiteres Geständnis deS Massenmörders Großmann. Berlin, 16. Sept. Der Berliner Großmann hat gestern nachmittag ein weiteres Geständnis abgelegt, wonach er auch in den ersten Auausttagen einen Frauenmord verübt hat. Bei der Zerstückelung der Leiche sei er von einer DachbarSfrau unterstützt worden. Diese ist nun gleichfalls verhaftet worden. Lloyd George widerruft die Konferenz mit den Sinnseinern! London, 16. Sept. (WTD.) Reuter. In seiner Antwort an De Valera erklärt Lloyd George, dah er, da De Valera auf die Aner- kennung der irischen Souveränität bestehe, sich genötigt sehe, die Vorbereitungen für die engliich-irische Konferenz in Inver- neh zu widerrufen. Er müfle daS Kabinett über die notwendigen Schritte befragen. London, 16. Sept. (WTD.) Die unerwartet entstandene Krise in den Verhandlungen zwischen der britifeben Regierung und den Sinnfeinem bilden das Hauptthema der Presse. Dem „Sailb Chronicle" zufolge halte man nach der Antwort De Valeras gleich den Eindruck, daß eine Lage von höchstem tragischem Ernste geschaffen sei. Lloyd George berufe angesichts der entstandenen Krise eine Konferenz nach Inverneß. an der die Minister teilnehmen werden, die Mitglieder deS Kabinettsrates sind, der Vollmacht erhalten hatte, die irische Frage zu behandeln. Die Rothersteins. Roman von Erich Ebenste in. Copyright 1919 by ®reiner Ä Eomp.. Berkin W 30. 56. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) ,3m .Goldenen Löwen" haben sie Wagen. Ich will Federlein gleich hinsenden." .Tun Sie das, bitte. Ich kleide nrich ih- 4wischen um." Eine knappe halbe ötunbe später bestieg Rüdiger ben Wagen, den Zederlein gebracht hatte. Als er Frau Wenk die Hand zum Abschied reichte, sagte en .Richt wahr. Sie vergessen nicht, längstens bis übermorgen zwei bis drei Dast- timmer in Bereitschaft zu fetzen für die Herren, die ich wahrscheinlich mitbringen werde?" »Gewiß. Erlaucht können stch darauf ver- laflen. Die Herren werden auch hier spellen, nicht wahr?" »Ja Versehen Sie stch mll allem Rötigeu. Die (Einquartierung wird vermutlich ein paar Sage dauern. And entschuldigen Sie mich bei Pfarrer Andermatt. Sagen Sie, es sei mir unmöglich gewesen, noch persönlich zu kommen: doch werde ich ihm später alles er Häven." Die Wirtschafterin sckh dem toftrollenden Wagen kopfschüttelnd nach .Wenn ich nur wüßte, was all dies zu bedeuten hat?" Tagte sie zu Federlein „Der Graf ist ja ganz verwandelt, ilnb wen er wohl mitbringt aiä Wien?" Federlein zuckte philosophisch die Achseln. »Was mich nichts angebt, darüber zerbreche ich mir Mtch nicht den Kopf. Wir iverden's ja sehen, wer kommt. Damit zündete er sich feine lange Pfeife an — ein Erbstück seines verstorbenen Gebieters — und verschwand im Hause. 26. Kapitel. In Grafenegg konnte man sich nicht erklären, warum Rüdiger so lange in Monrepvs blieb. Sein Aufenthalt dauerte dort nun schon in die dritte Woche, und in den kurzen Lebenszeichen, die er ab und zu an seinen Vater sandte, war kein Grund angegeben für diese unvorhergesehene Verlängerung. And "doch wäre seine Anwesenhell hier schon dringend nötig gewesen. Derrn draußen in der Fabrik wollten die Unflimmigteiten lein Ende nehmen. Alle Augenblicke gab es Differenzen zwischen den Arbeitern und Drömel. Man ignorierte dessen Befehle, war lästig bei der Arbeit, und zweimal war es schon zu offenen Widersetzlichkeiten gekommen, so dah Drömel sich zu Entlassungen genötigt sah, um seine Autorität zu wahren. Dies machte erst recht böses Dlut. Zudem fanden die Arbeiter plötzlich, daß sie schlechter bezahlt seien als die Duchauer Gewerksteute. EineS Tages wurde Herrn Drömel eine Deputation der Arbeiter gemeldet, die ihm die Wünsche der Arbeiter tunbtat. Sie forderten erhöhten Lohn und " die Anstellung ihres .Kollegen" Scheibinger. Star. Drömel antwortete, die Entscheidung barüoer liege in Rüdigers Händen, sie müßten warten, bn er zu rückt eh re. Sin Bescheid, der mit Murren entgegengenommen wurde. CBrömel 'telegraphierte an Rüdiger. Aber die Antwort lautete. Rüdiger sei momentan unabkömmlich, wisse auch nicht, wann er zurückkehren könne. Im übrigen sei mll Energie vorzugehen. Rötigenfalls die Störenfriede auszasHerren oder andere Arbeiter aus Südsteiermark zu requirieren. Gerade das aber wollte Drömei vermeiden, da er wußte, es würde nur neuerdings böses Blut machen. In feiner Bedrängnis wandte er sich an den Fürsten. Leider war dieser gar nicht geeignet, die Situation zu mildern. So gut er unter ihnftänben sein tonnte, so eigensinnig, herrisch und autokratisch gab er sich, wenn man nach seinen Begriffen sich „gegen die Herrschaft übernahm". Außerdem war er sehr schlechter Laune, beim sein Prozeß schien, wie ihm der Iustizrat mlt- geteilt hatte, abermals eine ungünstige Wendung zu nehmen. In dieser Stimmung war ihm Drömels Beschwerde gerade nur recht als Ventil, seiner schlimmen Laune ein wenig Luft zu machen. Er beschloß, selbst nach der Fabrik zu fahren, um den Leuten .einmal den Herrn zu zeigen". Magelone, die sich neuestens sehr bemühte, sich in seine Gunst einzuschmeicheln, bestärkte ihn darin. Sell Rüdigers Abreise überschüttete sie ihren Sc^viegervater mit Auftnerlsam.'eiten, las ihm vor, fuhr mit ihm spazieren und Drängte dadurch Do in den Hintergrund. „Ach, Do! Die hat ja nur Sinn für ihre schmutzigen Dvrfrangen und dü.' Korrespondenz mit einem gewissen jemand," sagte sie jedesmal spöttisch lächelnd, wenn der Fürst nach Do fragte. 2m Vertrauen hatte Magelvne ihm längst mitgeteilt, daß zwischen Do und Waldemar etwas im Werk fei, wohl wissend, daß dies den alten Herrn gegen Do insgeheim verstimmen würde. — Die .TimeS" bezeichnet die Lage als äußerst ernst. Das Blatt schreibt, es besteht kein Grund, daran zu zweifeln, daß die brltischc Regierung bis zur äußersten Grenze gegangen sei, die daS Land sanktionieren könne. Die .Times" hofft, daß in Irland doch die Vernunft Oberhand behalten werde. — »Daily Telegraph" schreibt, die britische Regierung verhandle mit Perlonen, die nicht berechtigt feien, für das nationale Irland ju sprechen. — Dem »Daily Erpreß" zufolge befindet sich das 6i rrn feiner- Ra bin c 11 in Händen ber Extremisten, die in der Frage der Trennung Irlands von England nicht nachgcben wollen. In Irland sei jedoch noch eine andere Strömung vorhanden, und Lloyd George wolle dieser Strömung noch einige Tage Zeit geben, sich geltend zu machen. SS sei bekannt, daß daS Dail Eiran in dieser Hinsicht geteilter Meinung sei Lloyd Georges Schreiben bedeute, daß die englische Re- §ierung Irland eine letzte Möglichkeit geben wolle. Inzwischen könne das Dall Sivan seinen Beschluß neu erwägen: die Türe stehe noch immer offen. Einer Meldung des BlatteS aus Dublin zufolge hat das Schreiben Lloyd Georges an De Valera dort Bestürzung benwrgemfen. Man glaube je- doch, daß die Wege zum Frieden noch nicht versperrt seien und daß eine neue Zusammenkunft deS irischen Kabinetts und des Sinnfeinerparlaments sofort ein berufen werden würde, um sich mit der neuen Lag ezu befassen. Die Antwort Valeras an Lloyd Georg«. London, 15. Sept. (WTB.) In het heute abend amtlich bekannt gegebenen Antwort De Valeras auf die Einladung der britischen Regierung zur Teilnahme einer Konferenz in Inverneß heißt eS' In dieser endgülttgen Rote hielten wir eS für unsere Pflicht, von neuem zu bekräfttgen, dah unsere Stellungnahme nur die ist und sein kann, die in unserem Schriftwechsel immer wieder zum Ausdruck gebracht wurde. Ansere Ration hat ihre Anabhängigkeit erklärt und bettachtet sich als souveräner Staat. Rur als Vertteter dieses Staates haben wir überhaupt irgendwelche Beziehungen im Ra- men unseres DolkeS zu behandeln. Der Grundsatz der Regierung mll Zusttmmung der Regierten muß die Grundlage jedes Aeberein- kommens sein, das die endgültige Versöhnung erreichen will. Wir zögern nicht, unsere Bereitschaft zu erklären, in eine Konferenz einzu- tteten, um festzustellen, wie die Verbindung Assoziation) Irlands mit der Gemeinschaft )er Rationen, die als britisches Reich bekannt ind, am besten mit den irischen nationalen Bettebungen versöhnt werden kann. Wir legen die „Regierung mit Zustimmung der De^ gierten“ so aus, wie sie von den einfachen Männern und Frauen der Welt verstanden wurden, als sie am 5. Januar 1918 erklärten: „die Regierung Europas muß auf Unterlagen der Vernunft und Gerechtigkeit gegründet sein, die eine Aussicht auf Stetigkeit bieten. Wir sind daher der Ansicht, daß die Regierung mit Zustimmung der Regierten die Grundlage jeder territorialen Regelung dieses Krieges sein muß“. Die Antwort de Valeras erllärt: Diese Worte seien die wahre Antwort auf die Kritik an der Stellungnahme der Sinnfetner. Die Wünsche japanischer Friedens, gesellschasten. Genf, 15. Sept. (Wolff.) (Eine große Anzahl von japanischen Gesellschaften, darunter die japanische Gesellschaft für den Völkerbund, die Gesellschaft für internationale Erziehung, der japanische Frauenbund für den Frieden und mehrere andere Vereinigungen, zu denen sich auch einzelne höhere Persönlichkelten des japanischen Heerwesens gesellten, richteten an den Präsidenten der Völkerbundsversammlung ein gemeinsames Schreiben, in dem die Einrichtung eines internationalen Erziehungsrates angeregt wird. Seine Hauptaufgabe soll die Prüfung und Kontrolle der Schulbücher sein, da kein wirklicher Friede möglich sei, wenn nicht aus den Schulbüchern, wie über» Haupt aus der Erziehung des Volkes die internationalen Vorurteile verschwinden. Der türkische Kampfbericht. Paris, 16. Sept. (WTD) Amtliche r kemallstischer Kriegsbericht vom 15. 9l Rechter Flügel: Feindliche Angrisfe wurden zu- rückgewlesen. Der Feind hatte große Verluste und wurde durch unsere Truppen verfolgt. Zentrum: Durch unsere Angriffe haben wir dem Feinde gewifle bedeutsame Stellungen und Gefangene abgenommen. Die Verluste der Griechen bei den Angriffen, die wir in den letzten Tagen gegen sie unternommen hatten, sind lehr ernsthaft Denn er hatte nun einmal eine Antipathie gegen alles, was Ruhland hieß. »Aber sag ihr nichts darüber," setzte sie bann jedesmal vorsorglich hinzu. »Denn sie ist so komisch, die gute Do! Sie bildet sich immer gleich ein, man wolle ihre zarten Geheimnisse profanieren." Do merkte sehr gut, daß der Fürst kühler gegen sie war und seltener nach ihr verlangte, sell Magelone sich so viel um ihn zu schaffen machte. Aber sie war viel zu stolz, um dies ändern zu wollen. »Ss ist ja nur natürlich/ dachte sie bitter „Magelone mag mich nicht und weiß, daß ich fort muh. Schon Rüdiger zuliebe trachtet sie, mich bei ihrem Schwiegervater zu verdrängen. Wer weiß, wie bald sie mir auch in der Wirtschaft jeden Wirkungskreis entziehen wird." Daran dachte nun Magelone allerdings nicht Schon aus dem einfachen Grunde, well sie sich um wirtschaftliche Dinge im Hause überhaupt nicht kümmerte und gar nichts wußte von Dos Tätigkeit, die sich so still und geräuschlos abspiette. Sv war es gekommen, daß Do in völliger Unfamtnid über des Fürsten Entschluß Blieb. Desto heftiger erschrat sie, als sie eines Abends, von der Hütte Scheibingers, wo sie täglich stundenlang bei den Kindern wellte und die Ordnung in dem armseligen Haus hall aufrecht hielt, heimkehrend, überall im Dorf Gruppen erregter Menschen sah, aus denen der Äame des Fürsten an ihr Ohr schlug. Sie hätte nicht so viele Freunde unter den armen Leuten haben müssen, wenn sic nicht bald erfahren hätte, um was es sich handelte (Fortsetzung folgt) Unterhaltung ♦ Erhebung ♦ Selehmng Der Wert eines Brennmaterials richtet sich war im Latein, behüben. »Wir stehen er durch Bravorufe übertönt wurde, büttel rufen wir immer Bravo bei sonders wir, die wir nicht studiert »Iacta est aleal" wiederholte er. Seine Durchlaucht stand finster und schweigend an einen Marmortisch gelehnt. Jetzt reckte er sich in seiner ganzen Majestät und sprach also: „Es ist heute das erstemal im Laufe von Jahrhunderten, daß die Bürger Mäusebüttels sich diesem Schlosse in einer Weise genähert haben, die der Ehrfurcht widerstreitet, die treue Untertanen ihrem Landesherrn schuldig sind. Wir tonnten euch deswegen streng zur Berantwortung ziehen, aber Wir sind nicht nur Landes Herr, Wir sind gleichzeitig Landes Vater, und Unser Daterherz verschließt sich den Klagen Unserer Kinder nicht, selbst wenn es am tiefsten verletzt ist — Was wollt ihr?" Der arme Kranich wurde nun vorgeschoben. Er war stark erkältet der junge Mann, und eS dauerte lange, bis er mit dem Räuspern fertig war; endlich begann er: „Merdurch .... Ihre Fürstliche Durch .... Ohre Durchlauchti — Wir — das heißt, die draußen, die wir erwählt haben .... nein, die uns erwählt haben .... oder vielmehr .... die .... die ...." „Schnack," sagte der Schmied und schob ihn hinter sich, „Ohre Durchlaucht: Um eS kurz zu machen: Es geht zum Teufel mit der ganzen Geschichte, — wenn--“ Hier wurde der Schmied durch einen^Stoß des iltcn Müller unterbrochen, der jetzt hervortrat und ortfuhr: „Jawohl, Herr Fürst! Geradeheraus gesagt: Es kann nie im Leben mit solchem Branntwein weitergehen.' — Es sind mehr Pottasche und Pfeffer als Spiritus drin, — er ist ein Skandal fürs ganze Land und äußerst schädlich für die Einwohner. Wir sind zu Spott und Schande für unsere Rachbarn, — die ganze Ration ist zum Aeußersten ganz verlegen darüber, und obgleich Fritz Kranich der jüngste war, schoben ihn Sie oeiden anderen vor, denn ec hatte immerhin einen passablen, schwarzen Rock an. Wort ist gesprochen, die Würfel sind gefallen, jacta est alea!" Mehr konnte er nicht sagen, da On Mäuse- Das zündete; die ganze Doktorpartei übertrumpft, und der Schneider wurde Triumph umhergetragen. Bon jetzt an sprachen am Rubicvn der Revolution — doch nein, das tun wir nicht: wir haben ihn schon überschritten. Wir haben unseren Entschluß gefaßt und sind also ein gutes Stück auf dem Wege ins gelobte Land der Freiheit, wir stehen an den Ufern des Roten Meeres. 3a, meine Freunde: des Roten Meeres! Denn durch Blut müssen wir ins politische Canaan waten, wo Milch und Honig flieht! Was war das für ein Wort, das wir gesprochen haben? Es war das große Wort: Revolution. Wir wollen Revolution gegen die Monopole machen, daS heißt gegen die Privilegien, gegen die Tyrannei, wir wollen Revolution für die Frecheit, für die Gleichheit für das Deutschtum machen. Das goldene Zeitalter^ der Freiheit kann aber erst beginnen, wenn die letzte Krone pulverisiert ist, die große Brüderschaft dec Gleichheit kann erst proklamiert werden, wenn der letzte Fetzen Pergament vernichtet worden ist, und das Deutschtum bie große Weltidee, das tausendjährige Reich, — laßt unS diesen Ramen nicht eher ausspiechen, bis alle geographischen Grenzen ausgewischt sind! ES gibt nur “ine Rationalität auf der Welt, das ist die Menschheit, und das Deutschtum ist ihr Ehrenname. Darum vorwärts, ihr Männer von Müusebü tel! Hinter jedem von euch sieben Millionen! Morgen, wenn Die Sonne aufgeht, sind wir auf Dem Schloßplatz versammelt, — dort werden wir uns das nächste Mctt sprechen, dort werden wir anfangen. Und bei der deutschen Tatkrall, bei der deutschen Einigkeit fei es geschworen: wir werden uns erst dann wieder zur Ruhe legen, wenn Die Revolution in Mäusebüttel. Eine wahre Geschichte auS dem Jahre 1848 aus dem Dänischen des E r i k D ö g h.*) Dor einigen Jahren machte einer meiner Freunde eine Reise durch Deutschland. Unter- wegS geriet er in eins jener gemütlichen Kupees, in denen daS Gespräch nicht zwischen zweien geführt wird, sondern in denen sich sämlliche Fahrgäste an den Debatten beteiligten. Don ^Sranntwein war die Rede. Der Wiener lobte ?inen Schlibowitzer, der Sachse versicherte, der einzige Branntwein, der den Ramen Aqua Vita verdiene, sei ein „Kirschwasser" .das in einem kleinen Gebirgsdörfchen seiner Heimat hergestellt würde, und Der Preuße erklärte mit ehrfurcht- einflößender Feierlichkeit, daß der echte „Quedlinburger Kümmel" ein für allemal von der ganzen Welt als daS Ron plus ultra der Destillierkunst anerkannt fei. „Och frage Sie, meine Herren, haben Sie schon mal .Quedlinburger Kümmel' getrunken? Ech— ten, al— ten Qued—lin—bur—ger Kümmel?" fragte einer langsam mit gebührendem Rachdruck auf jeder Silbe. Die anderen schwiegen geschlagen. Rur ein einziges Iaaa!" ließ sich hören. Es kam aus einer Ecke des Kupees und war von einem originellen Kauz gesprochen worden, der sich bisher nicht inS Gespräch gemischt, sondern ununterbrochen Aufzeichnungen in seinem Rotizbuch gemacht hatte. „Sie kennen ihn?" fuhr der erste Sprecher fort. .Gut! — Kennen Sie einen anderen SchnapS, der ihm an die Seite gestellt werden kann?" „3aaa," erwiderte der andere ständig no- immer zwei ober drei gleichzeitig, und so war es unmöglich, den Berhandlungen länger zu folgen. Am nächsten Morgen brach es im Ernst los. DaS war der große Tag in der Geschichte Mäusebüttels. Das Wetter war herrlich. Der Platz vor dem Schloß war schwarz von Menschen. Sämtliche Bürger aus Mäusebüttel waren zur Stelle, und die meisten hatten Knechte und Mägde, Frauen und Kinder mitgebracht. Es war ein richtiger Landsturm, furchtbar anzusehen. Einige hatten Flinten und Schläger, andere altertümliche Hellebarden, aber die meisten waren mit Heugabeln, Dreschflegeln und ähnlichen Mord- inftrumenten bewaffnet. Zuerst wurde gerufen: „Rieder mit den Monopolen !'/ Dann riefen einige: „Rieder mit der Konsumtion!" Und andere schrien: „Rieder mit der Zensur!" — Schließlich hörte man eine Stimme, die rief: „Rieder mit dem Polizei- meister!" Er war es nämlich, dem die Schuld für die Monopole und die Konsumtion und die Zensur zugeschoben wurde und deshalb stimmten alle zin: „Es lebe die Freiheit! Rieder mit dem Polizeimeister!" 3«, wie ich Ibnen erftärt habe, — auf Ehre: Es war tatsächlich ein Weltskandal! Plötzlich öffnete sich die Balkontür, und der Kammerherr erschien auf dem Balkon, in voller Uniform, blaß wie eine Leiche. Er zog seinen dreikantigen Hut, verbeugte sich nach allen Seiten und rief, so laut es ihm fein Asthma erlaubte: „Meine Herren! Om Ramen Seiner Durchlaucht des Fürsten muß ich Sie hiermit auffordern, auseinander zu gehen, da widrigenfalls die bewaffnete Macht Order erhalten wird, einzuschreiten!" Ein 3ohlen und Pfeifen setzte ein, wie man es ähnlich im Fürstentume nie gehört hatte. Das war zu viel für den Kammerherrn! „Om Ramen des Himmels, Leute: wißt ihr eigentlich, wo ihr seid? — Wißt ihr, was ihr macht?" „3awohl!" antworteten alle wie auS einem Munde: „Wir machen Revolution, Herr Kammer- Herr!" Dieses unerhörte Wort zerschmetterte ihn. Er wackelte zurück nach der Glastür und verschwand rücklings. 3etzt nahm der Mut deS Bolles einen gewaltigen Aufschwung; man begann sogar, Seine Durchlaucht hervorzurusen. Da wurde die Tür abermals geöffnet. Es war wieder der Kammerherr. Er gab nun so feierlich wie möglich bekannt, daß „sofern die treuen Bürger bet guten Stadt Mäusebüttel irgendein Gesuch an üjren Landesherrn hätten, Allerhöchstderselbe allergnädigst geruhen würde, eine Deputation seines Volkes zu empfangen." Diese Mitteilung wurde mit 3ubel und Hurrarufen ausgenommen. Run gall es bloß, eine Deputation zustande zu bringen. Man rief nach Doktor Blitzmeyer und nach dem Schneider, aber weder der eine noch der andere lieh sich sehen. Da rief der Wirt von der Kegelbahn: „Wo ist der alte Müller?" Und im Ru waren alle harin einig, den alten Müller als Deputierten zu wählen. Der Alte wollte Einwendungen machen, aber ehe er zu Worte kam, hatten ihn der Schmied und der lange Fritz Kranich auf die Schultern gehoben und durch die Volksmenge und das Schlohtvr getragen; die Türfl'" 'd wurden gleich hinter ihnen geschlossen und - „da war'S um ihn geschehen 1° — Der Rückzug war allen dreien abgeschnitten. Der Kammerherr empfing die Deputation, die Wache präsentierte das Gewehr, und zwei Lakaien gingen voran und öffneten die Türen. Der Zug bewegte sich die Shrentreppe hinaus nach dem Rittersaal. Hier wartete Seine Durch- laucht, von seinem ganzen Hof umgeben. Aus s o eine Herrlichkeit waren die biederen Bürger nicht gefaßt: sie waren in ihrer Alltagslleldung von Hause weggegangen; diele war zwar sehr gut zum Revolutionmachen, wirkte aber zwischen Den glän^enben Uniformen absolut nicht. DaS merkten die Deputierten erst jetzt und wurden Der BeifallSorkan, der nach dieser Rede loS- brach, übersteigt jede Beschreibung. Der Doktor auf seinen gerührten Mitbürgern ermattet in die Arme. Aber ehe er eine Antwort bekam, war schon ein anderer Redner auf dem Tisch. Es war der Heine Gottlieb Sein, Schneider von Beruf, aber Raturdichter aus angeborenem Talent, ein äußerst blutrünstiges Heines Wesen, das in Paris gewesen war und in geheimen Vereinen gewirkt und dort den Ehrennamen „der deutsche Marat" erworben hatte. Er hatte einen Pik auf alle studierten Leute, selbst wenn sie nur relegiert waren, wie der Doktor: es wären nicht „Männer der Tat" sagte er. Deshalb wandte er ich an seine Kollegen, die Handwerker. Was er sagte, war in Versen und zwar in Versen, wie sie nur ein deutscher Raturdichter schreiben kann. Er sagte: „Jetzt, Bruder, sind auch wir am Platz, Das Ding mit anzugreifen. Denn auf der Fürst- und Pfaffenhatz Soll's etwas besser pfeifen. Erst traute man der Bücherzunst Die werde Rettung bringen, Allein was hilft Der Herrn Vernunft, Wenn sie wie Hasen springen? Wohl war's ein mächtiges Geschrei Und Schmier in jeder Kammer, Doch gall's der Tat — da war's vorbei, Gleich hatten sie den 3ammer. Den Karren aus dem Dreck zu ziehn. Das wollen w i r versuchen, Ob auch Berlin auch flucht und Wien Und dreißig Echos fluchen. Die Q(jt ergreift der Zimmermann, Der Metzger langt zum Beile, Der Schmied kommt mit dem Hammer an, Der Seiler drehet Seile! Der Schreiner weiß der Adlerbrut Die Krallen abzusägen; Der Schornsteinfeger, der geruht, Die Throne leer zu fegen. Und spotte nur fein „Dücherwicht - (Das galt dem Doktor!) Etwa der Scher' und Radel! 's ist völlig gleich, womit man sticht, — Ersticht man nur den Adel! Jetzt noch em Glas und eins gejohlt, Ons Feld dann ohne Sorgen; Denn wenn der Teufel heut uns holt, So holt er uns nicht morgen! — tietenb. „Reben echten, alten Quedlinburger Kümmel?" „Jawohl!" „Wo haben Sie den getrunken?" „Zu Hause!" „Zu Hause — wo?" „On Mäusebüttel!" „On Mäusebüttel? Wie in aller Welt haben Sie denn den da bekommen?" „3a, das haben Sie allen Grund zu fragen. Wir haben ihn auch nicht umsonst bekommen. Er hat uns eine Revolution gekostet." „(Sine — eine — eine--?" „Revolution! Jawohl!" sagte das Original und steckte das Rotizbuch in die Tasche. „On Mäusebüttel?" „Obwohl! Es war im Jahre 1848, in den Märztagen, als sich ein revolutionäres Phänomen nach dem anderen zeigte, als die Erde vor Schreck darübe'- so erzitterte, dah die Throne dutzendweise zu ammenstürzten und fast sämlliche Ministerlaburette alle vier- in die Luft streckten. Wir waren aerade auf der Kegelbahn versammelt, denn -t kam abends fast das ganze Fürstentum zusammen. Wir hatten unsere Wurst gegessen, — sie war nichts teert! — unseren Scynaps dazu getrunken, — er tear jammervoll! •) Wir entnehmen die fröhliche Historie dem „Almanach der Freude" (Verlag der Freude, Wolsenbüttel) einem netten Büchlein, in dem Franz Jos- Pruys etwa 40 Geschichten bekannter Autoren zusammengestellt hat, die alle dem Titel und Charakter des DucheS entsprechen. getrieben worden, und wenn nichts ErnsllicheS in dieser Richtung getan wird, so kommt es, wie der Schmied gesagt hat. Das ist meine Meinung!" Der Fürst senkte die Stirn, kreuzte die Arme und stand eine Welle in Betrachtungen über das. was er gehört hatte, da. „Herr Oberschenk!" sagte er dann. Der Kammerherr hatte nämlich auch dieses Amt. „Herr Oberschenk! Seien Sie so freundlich und lassen Sie Unseren Leiblakai den großen Ebenholzschrank in Unserem Kabinett aufschliehen und daraus die goldgeränderte Kristallkaraffe und vier Gläser herausnehmen!" Das geschah. „Herr Oberschenk!" fuhr der Fürst fort „Seien Sie so freundlich, diese vier Gläser eigenhändig zu filllen und sie sodann durch Unseren ersten Kammerdiener Uns und diesen drei Deputierten Unseres Volles präsentieren zu lassen!" Auch das geschah. Der Fürst nahm allergnädigst das eine Glas und die Bürger allerunter- tänigft die drei übrigen. „Wie findet ihr dieses Getränk?" — Die Gläser wurden geleert Kranich und der Schmied sahen den alten Müller an. Dieser, ein richtiger Kenner, machte große Augen, schnalzte mit Der Zunge und brach in ein bewunderndes .Famos!“ aus. „Bürger von Mäusebüttel!" Hub Seine Durchlaucht wieder an. „Jetzt habt ihr den Branntwein getrunken, den euer Fürst selbst trinkt. Seid ihr damit zufrieden — oder verlangt ihr noch besseren?“ „Rein, — Gott behüte!" „Gut! Wir leben im Oahrhundert der Reformen. Die Forderungen deS Zeitgeistes haben sich auch bei UnS vernehmen lassen; sie sollen nicht vergeblich gestellt fein. Rehmt diese Karaffe, ihr guten Bürger! Sie sei euch als Pfand und zur Erinnerung d’n Unser fürstliches Versprechen geschenkt: Von morgen an soll nur solcher Branntwein aus Unserer Brennerei geliefert werden und — um euren sämtlichen Wünschen auf einmal ent- gegenzu kommen — soll auch das Bier besser werden. Bringt euren Brüdern diesen Unseren Grußl — Adieu I" Einige Minuten später wußte das ganze Fürstentum den Erfolg der Deputation. Das Voll war begeistert, der Fürst erhielt HurraS bis ins Unendliche, und die Karaffe wurde im Triumph nach dem Rathaus gebracht, wo sie noch jetzt neben den Privilegien der Stadt aufbewahrt wird. Abends war die ganze Stadt illuminiert." „Und damit war die Revolutton auS?" „Ratürlich! Und das muß man zur Ehre de» Fürsten sagen: Er hat gehalten, waS er versprochen» hat. Wir haben heute noch ausgezeichnete» Branntwein in Mäusebüttel und ziemlich gute» Bier." „Aber die Zensur? — Und die Konsumtion? — Und der Polizeimeister?" „Gott bewahre und, das haben wir alle- noch immer unverändert!" (Deutsch von Age Avenstrnp und Elisabeth Treitel.) Haupt fein Bier. Dann kam der Briefträger, — das Fürstentum hält nämlich seinen eigenen Briefträger, einen sehr tüchtigen Kerl, der gleichzeitig Barbier und Friseur ist, aber, hast du gesehen, — der Barbier hatte keine Zeitungen mit Der Postmeister, der zugleich Polizeimeister, Zensor und 3ustizminister war, hatte sie sämtlich konfisziert" 3etzt begann ein allgemeines Murmeln: „Was hat denn heute in den Zeitungen gestanden, daß wir nicht vertragen können, sie zu lesen?" fragte der Schmied. „Gott behüte mich zu sagen, was ich gesehen >abe," antwortete der Barbier einem Frager, „aber so viel ist sicher, außer den Annoncen habe ich nicht eine einzige Spalte gesehen, in der nicht ünfmal das Wort Revolution stand!" „Revolution?" riefen wir alte, außer dem alten Müller, der rief: „Ein Maß Helles für den Barbieri" Der Barbier erzählte uns nun alles, was er wußte, und noch ein bißchen dazu. Ueberall in Deutschland hätte man Anzeichen des Aufruhrs Sesehen. Die Durchlauchts packten ein und die Exzellenzen wären schon abgereist. On Hamburg eien Plakate an den Straßenecken angeschlagen worden und in Altenburg hätten sie einen Gendarm in den Rinnstein geworfen, ja selbst in Berlin wäre es so weit gekommen, daß man „Es lebe die Freiheit!" gerufen und Fenster- cheiben etngetoorfen hätte. „Eine Stubenlage HelleS!" rief der Brauer. Da erhoben sich der Leutnant und der Kaplan. Sie hatten bisher allein an einem Tisch gesessen, aber jetzt merkten sie wohl, was die Uhr geschlagen hatte. Sie gingen hinaus, ohne ein Wort *u sagen. Das Bier kam. — Der Brauer war als der größte Demokrat in ganz Mäusebüttel bekannt Der Fürst soll einmal von ihm gesagt haben: „Auf dem Manne sitzt ein gefährlicher Kopf!" Das hatte er später erfahren, und von diesem Tage an kämmte er sich das Haar hintenüber tote Rvbespierre. „Mitbürger!" sagte er, „ich habe euch gebeten, ein Seidel Bier mit mir zu trinken, — und jeder von euch hält sein Glas in der Hand. Aber was ist in dem Glas? Oft das Bier? — Och frage euch auf Treu und Glauben, ihr guten, deutschen Männer: Ost dies ein Getränk, das den Ramen Lagerbier verdient? Ohr antwortet nichts. Gut, dann werde i ch euch antworten. Rein, nein, bis in alle Ewigkeit. Rein! Das ist fein Bier, das ist nie Bier gewesen, und es wird nie Bier werden, und wenn ihr es bis zum jüngsten Tag aushebt. Das sage i ch euch, und ich habe ein Recht, es euch zu sagen beim ich habe es selbst gebraut!“ „Hört! Hört!" rief der ganze Ehor, erstaunt über diese selbstlose Offenheit „Aber", fuhr der Brauer fort „ist es meine Schuld, wenn ihr Spülwasser statt Bier trinfen müßt? Ost eß unseres Freundes. Kreuzmeyer Schuld, wenn er euch Pottasche statt Branntwein ausschenkt? Ost es unseres braven Tabakhändlers Schuld, toerm ihr Zigarren aus Runkelrübenkraut rauchen müht? Rein, w i r tun nur das, wozu tetr gezwungen werden. Und wer zwingt uns dazu? Die Regierungen, die Fürsten, die alles monopolisiert haben: Brauereien, Brennereien, Tabakbau, Mühlenbetriebe ufto.l Es sind die Monopole, die alle unsere Kleinfürsten zu Millionären und alle ihre Untertanen zu Bettlern gemacht haben! Solänge die bestehen, müssen totr Dünnbier trinken und es mit Wucherpreisen bezahlen. Mitbürger! Laßt uns diesen Krug mit dem Wunsche leeren: Besseres Bier und bessere Tage!" Die Krüge wurden geleert, aber noch sagte niemand etwas. Alle blickten auf den alten Müller. Der stopfte seine Tonpfeife so fest, dah der Kopf beinahe geborsten wäre, dann zündete er sie an und bann sagte er: „Mit dem Bier könnte es ja fein, wie es wollte, aber der Branntwein — mit solchem Branntwein geht es nie gut! — daS gibt eine Revolution!" Da sprang Doktor Blitzmeyer auf den Tisch. Er war der beste Redner in Mäusebüttel; eigentlich toar er Musillehrer, aber er gab auch Unterricht in Turnen und Fechten. On seiner 3ugenb war er von der Universität in Heidelberg relegiert worben, unb seit dieser Zeit nannten wir ihn immer Doktor. „Männer! Deutsche! Mäusebüttler! — Das Der Heizwert der Brennstoffe j Der Wert eines Brennmaterials richtet sich ich gar nicht reden, denn eigentlich war es über- nach seinem Heizwert ober wie man auch sagt, nach seiner Heizkraft oder Verbrennungswärme, b. h. nach derjenigen Wärmemenge, welche frei wird, wenn ein Kilogramm des Brennstoffs vollständig tierbremiT. Cs sei gleich darauf hingewiesen, daß von dem Heizwert eines Stoffes die Verbrennungstemperatur zu unterscheiden ist; diese hängt wesentlich von der Menge des zugeführten Sauerstoffs ab, also bei einer technischen Feuerung von der Stärke des Luftzuges, und beträgt etwa 1000 Grad bei einem Kesselfeuer, 2500 Grad bei einem Knallgasgebläse. Eine bestimmte Stvffmenge kann bei den verschiedensten Temperaturen verbrennen, die dabei 'Entwickelte Wärmemenge ist stets dieselbe. Das Maß der Wärmemenge ist 1 Kalorie, d. i. diejenige, bie nötig ist, um 1 Kilogramm Wasser von 14,5 Grab auf 15,5 Grad zu erwärmen. — Die Verbrennung ist ein chemischer Prozeß; es ist bie rasche Vereinigung eines Stoffes mit dem Sauerstoff der Luft. Sehr viele andere chemischen Prozesse sind äuch von Wärmeentwicklungen begleitet, bei anderen wiederum wird Wärme verbraucht, sogar bei der Vereinigung von Stickstoff mit Sauerstoff zu Stickstoffsuperoxyb, — ein Prozeß, den man also nicht als „Verbrennung“ im obigen Sinn ansehen darf. Es gibt feste, flüssige unb gasförmige Brennstoffe. Der Heizwert der beiden letztgenannten Arten kann mit dem Ounkerschen Kalorimeter bestimmt werden. Der Heizwert fester Brennstoffe läßt sich mit dem Bombenkalorimeter leicht bestimmen, daS auch für flüssige unb gasförmige Brennstoffe verwendbar ist. Die Bombe ist ein Gesäß aus Stahl, das innen mit Platin ausgeschlagen ist, und vollständig luftdicht verfchlosfen werden kann. Der zu untersuchende Körper wird in einer Platinschale in der Bombe aufgehängt, der übrige Teil der Bombe, mit reinem Sauerstoff gefüllt unb bann das Ganze durch einen elektrisch zum Glühen gebrachten Platindraht zur Verbrennung gebracht; bei der Untersuchung eines Gases läßt man einen elektrischen Funken das mit Sauerstoff gemischte GaS entzünden. Die Bombe ist während der Verbrennung ihres OnhaltS von einer bekannten Wallermenge umgeben, aus deren Temperaturerhöhung man auf die entwickelte Wärmemenge schließen kann. Die erhaltenen Werte hängen hinsichtlich ihrer Genauigkeit von her Art der bei der Heizwertbestimmung benutzten Kalorimeter ab. ■Zteuerc Bestimmungen ergaben für den Heäwert von Anthrazit 7900, von Steinkohlen- brtkettS 7200, von GaskokS 6800, von trockenem Tors 4000, von trockenem Holz 3700, von oberpflälzischer Rohbraunkohle 1900 Kalorien. Leuchtgas besitzt einen Heizwert von 10 000 und Wasserstoff einen solchen von rund 34 000 Kalorien. — Der Heizwert der Braunkohle beträgt demnach nur den vierten Teil desjenigen der Steinkohle; daher istuß bei der Benutzung der Braunkohlen- Feuerung für Dampfkessel die Brennstoffmenge viermal so groß sein wie bei Steinkohle» um die gleiche Kesselleistung zu erzielen. Dieser Umstand wiederum zwingt zu einer vollständigen Umarbeitung der Rostbeschickung, wenn man Braunkohle verwendet (Treppenrost- unb üntertolnbfeuerung). Daß Schwalben-GeheimniS. 3n England gab eß in diesem Sommer fast gar keine Ahwalben, und die Omitologen zerbrechen sich die Köpfe über diese Erscheinung, btt sie das „große Schwaiben-Geheimnis" genannt haben. Unter den mannigfachen Erklärungen für das Fehlen bet anmutigen Tierchen im Sommerbild Der britischen Landschaft sind die verschiedensten Gründe angegeben worden; besonders will man bie große Trockenheit bafür verantwortlich machen. In der Zeitschrift beß Ackerbauministe- riumß bringt Henry Boase eine interessante Behandlung des Themas. Gr glaubt, daß daß allmähliche Verschwinden der Schwalben nicht in ben Verhältnissen beß gegenwärtigen Sommers zu suchen sei, fvnbern durch die Veränderungen bet letzten Jahre hervorgerufen werde. „Wir müssen uns nur die gewaltige Umwandlung vorstellen.“ schreibt er „bie in ben ßcbenßbebingungen unseres Landes vor sich gegangen ist. Die großen Fortschritte der Industrie Haden die Lust immer mehr verschlechtert, und "eß ist durchaus möglich, dah der zunehmende Kohlenstaub den Vögeln die Lust an der Wiederkehr nimmt Große Forsten sind in Ackerland verwandell worden. Bor allem aber hat die Austrocknung morastiger Gebiete einen bedeutenden Umfang angenommen. Andere Gründe sind in dem kalten nassen Sommer von 1920 zu suchen und in der früheren Abreise der Vogel, die vielfach im Vorjahre nur eine Brut aufgezogen haben." Die größte Wichtigkeit für da» Schwinden der Schwalben schreibt Boase dem Aus- trocknen der Sumpfgebiete zu. Schwalben bevorzugen solche feuchten Gegenden, denn ste nähren sich hauptsächlich von Insekten, die an sumpfigen Oertlichkeiten leben. Rach aU dem kann es nicy' Wunder nehmen, daß die Zahl der Schwalben in England von 3abc 8U 3ahr abnimmt unb i» schon verschwindend Hein geworden ist. die Sonne von neuem aufgeht und vvm Südpol bis zum Rordpol ein einziges — großes — I freies — deutsches Doll bescheint!"