Erster Blatt M- Jahrgang Wochenrückblick vom Pfluge Obersten deshalb. weil unauslöschliche rührt. zusammen 34 Wohnungen. die Rat ihm Stier den von mit nen Dollar zwecks Ankaufs von Oe» treidezu verhandeln. Außerdem fanden Besprechungen über eine Anleihe in Höhe von 20 Millionen Dollar statt, die zu gleichen Teilen von Neuhork und London gewährt werden soll. Auf die Anleihen würden Vorschüsse für eine Frist von 30 Tagen bis zu einem Jahre gegeben werden. Deutsche dkinanzvcrbandlungen in Ncuyork. zwar, wie nicht ander- zu erwarten war. nicht für den Abfall, sondern für ein Derbleiben beim alten Reiche. Wir sind ein besiegtes Dolk. Es ist dies die allerbitterste Wahrheit, daß eS 1921 überhaupt noch Sieger und besiegte Völker geben kann und in Sonderheit unter den europäischen Völkern ein so wie wir vom Sieger entmündigtes Volk, ich sage das nicht als Deutscher, sondern als Europäer, als Europäer, dessen Idee Europa ist. Wir warnen den Obersten Rat vor einer Politik, der in Permanenz erklärten Gewalt. Die Gewalt im Rahmen des Krieges besitzt immerhin eine gewisse Gröhe, einen gewissen Adel, die der Gewalt im Frieden vollständig fehlt. Die Gewalt, die im Friedenszustand geübt wird, ist etwaS. wodurch sich die Menschheit bis ins letzte hinein demoralisiert. (Zustimmung.) Es würde Gewalt sein, im Frieden geübt, darüber soll sich niemand täuschen, wenn man unseren Reichsbesitz Oberschlesien vom Reich loSreihen, uns wegnehmen und einem anderen Verbände angliedern wollte. Wir warnen also den Obersten Rat vor Ausübung der Gewalt, vor der Ausführung der Gewalt im Zustande des Friedens. Es geht nicht an, dah einer den Pflug führe und in heiliger Wehrlosigkeit arbeitet, wahrend ein sanktionierter Gewaltmensch mit dem Schwert in der Hand, ihm den Holzhäuser für Nordfrankrcrch. Berlin. 15. Juli. (WB ) Die Verhandlungen zwischen der deutschen und der tranzö- sisc^n Regierung über die Lieferung von Holzhäusern fürRordfrankreich führten zur Bestellung von 66 Prvbehäufern mit 8c Wohnungen. Die Häuser sollen mit größter Beschleunigung vergeben und in den zerstörten Gebieten aufgestellt werden. Es handelt sich um folgende itDnftrultiDnen: 1. Häuser haldgemischter Bauweise (Außenwände auS Holz. Innenwände aus übertünchten Gypsplattens. und zwar vier Doppelhäuser und fünf Einzelhäuser von SV 1 (Arbeiterwohnungen drei Doppelhäuser und vechS Einzelhäuser von Typ 2 (Mcisterwohnungen). und neun Einzelhäuser von Typ 3 sBeamtenwohnun- gen), zusammen 37 Häuser mit 34 Wohnungen. 2. Häuser gemischter Bauweise (Holzgeripve, Außenwände aus Zementplatten, Innenwände aus mit Kalkputz versehenen. üb?rt'lnchten GypS- platten). und zwar zwei Dovvelhäu'er und zwei Einzelhäuser von Typ 1. zwei Doppelhäuser und sechs Einzelhäuser von Typ 2. und drei Einzel- Häuser von Typ 3, zusammen 15 Häuter mit 19 Wohnungen. 3. Holzhäuser, und zwar 16 Doppelhäuser von Typ 1. 10 Doppelhäuser TYP 2 und vier Einzelhäuser von Typ 3. nimmt. Wir warnen schließlich und endlich nichts daran liegen kann, heimliche Brand- Pa riS, 15. Juli. (WTB.) Wie ... Chicago Tribüne aus Aeuhork meldet, sind dort eine Anzahl deutscher Finanzagenten eingetroffen, um mit den dortigen Danken über die Anleihe von 4 9 Millio - GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen deutscherseits auch dieMißstande Sur Sprache gebracht, die durch die Einrichtung des alluer en Zollregimes im Rheinland infolge der durch das .Loch im Welten erfolgenden Einfuhr von großen Mengen u> erwuistch erWaren für Deutschland entstanden. «zranzostscherseNs wurde offiziell erklärt, dah Frankreich auS dem gegenwärtigen Zustand irn Rheinland keinerlei Sondervorteile für seinen Handel erstreben wolle. Die Unterhändler einigten sich über ein Programm hinsichtlich der Einsuhrregelung. welches es der deutschen Regierung Hof- fentlich ermöglichen wird, alsbald aus die Handhabung der Gin- und Ausfuhrbewilligung im Rheinland Einflub zu nehmen. Dabei soll auch dem besonderen Bedürfnis Deutschlands au, Sicherstellung der Devisenbeschaffung für die Reparationen Rechnung getragen werden. Die französische Regierung wird der deutschen Regierung ihre Wünsche wegen der französischen Einfuhr Mitteilen. Hierüber soll im August weiterverhandelt werden. Die Tragweite der getroffenen Abmachungen wird sich erst überleben las en. wenn die diesbezüglichen Anordnungen der Rheins ind- kommission getroffen wurden. Die andei-weiten Bemühungen der deutschen Regierung, die Alliierten von der 'Rotwendigkeit zu überzeugen, den Gefamttompler der ..S a n k t i o n c n", insbesondere der für die deutsche Wirtschaft so schädlichen Eingriffe in das deutsche Zoll- und Steuerwesen, sowie die Zwischenzollinie endlich außer Kraft zu setzen, werden selbstverständlich dadurch nicht be- Kundgebunyen für Oberschlesien. Eine Nrde («erhört Hauptmanns. Berlin. 15. Juli. (WTB.) Die heutige Kundgebung für ein ungeteiltes Oberschlesien im großen Saale der Philharmonie gehörte zu den eindruckvollsten, die die Hauptstadt je gesehen hat. Tausende drängten sich in den bis zum letzten Platz gefüllten Saal: hunderte mußten ohne Einlaß zu finden, umkehren. Die Versammlung wurde etn- geleitet durch Beethovens Choral „Die Ehre ®ot- tes in der Natur". und von dem Vorsitzenden Dr. v. H a r n a ck mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Rach ihm ergriff Gerhart Hauptmann das Wort, der in 12. Stunde einen warnenden Appell an den Obersten Rat richtete. Dem berühmten Dichter der eiaens aus Schlesien herübergekommen war, um für sein Heimat and zu zeugen wurde vott der Versammlung ein nicht endenwollender Verist wieder riesengroß geworden, und sie wird noch stärker werden, wenn er sich trotz aller imperialistischen Rivalitäten erst wieder zur geschlossenen Einheit gegenüber dem Proletariat international zusammengefunden haben wird. Aber wenn die sozialistischen Parteien, die Gewerkschaften und Genossenschaften. zumal auf internationaler Basis, ihre geistigen und materiellen Kräfte auch erst einmal zur einheitlichen planvollen Daueraktion zusammenrasfen wollten, könnten sie den Kampf um die Gewinnung der Dolks- mehrheit. auf die alles ankommt, mit voller Zuversicht aufnehmen I" Die Sozialdemokratie, die noch immer ihr überlebtes, unrevidiertes Programm mit sich herumschleppt, will also auf ihre Utopien nicht verzichten. Bei ihr finden wir keinen wirt- schäftSpolittschen Realismus. Sie befindet sich auch immer noch in einiger Abhängigkeit von dem radikalen Heißhunger der Unabhängigen und Kommunisten. Der neueste sozialdemokratische Ansturm im Preußischen Landtag gegen das Kabinett Stegerwald und sein nationales Programm hat unsere kläglichen deutschen Parteiverhältnisse in einem neuen Lichte gezeigt. Kleine und kleinliche Anliegen des Parteiprinzips werden von der Linken mit einer Wichtigkeit beredet, die dagegen den brennenden Haupt- und Lebensfragen unseres Volkes im Ringen mit den fremden Bedrückern nicht eingeräumt wird. Wann endlich werden die furchtbare Not des Landes, die Fremdherrschaft und der Drang, sie wieder zu beseitigen, die vernünftigen Elemente des deutschen Volkes einigen und vor Zersplitterung bewahren? Ist die von unseren Feinden so sehr mißachtete und mißhandelte Demokratie das vergebliche Liebeswerben um die Gunst der anderen Völker nicht endlich müde? Besser und nützlicher wäre ein Programm der Würde, festen Widerstandes und ehrlichen Zornes gegenüber den Ungerechtigkeiten, der Willkür und Schmähsucht, die von außen her sich über uns hinwegwälzen. Nie dürfen wir die Hoffnung schwinden lassen auf eine Revision des Gewaltvertrags von Versailles! Die Reden des Reichskanzlers in DreS- Japan und die Washingtoner Konferenz. Paris, 15. Juli. (WTB.) Wie bk Chicago Tribüne aus Washington meldet, hat die japanische Antwort auf die Einladung deS Präsidenten H a r d i n g wegen ihrer Zweideutigkeit, oder besser gesagt, weil sie nichts weiter ist als eine einfache Annahme der Einladung, in den Vereinigten Staaten großes Mißfallen erregt. Man nimmt an, daß Japan beabsichtigt, vor der Washingtoner Konferenz seine Bedingungen mfzuteilen. darunter die Beiseitelassung der Fragen von K o» rea, Formosa, der Mandschurei und Ostsibirien. Indessen hofft man, dah eS England gelingen werde, die japanischen Ein» Wendungen zu beseitigen. Italien wird möglicherweise die Frage der interalliierten Schulden an die Vereinigten Staaten in Washington anschneiden. P a r i S, 15. Juli. (WTB.) Wie die Chicago Tribüne aus Washington meldet, hat die Reg erung sich entschieden gegendenPlan einer Konferenz in London oder einer anderen europäischen Hauptstadt über die Frage des Sttllen Ozeans als Vorkonferenz der Washingtoner Abrüstungskonferenz ausgesprochen. Aus denr besetzten Gebiet. D e r l i n, 15. Juli. (Wolff.) Der Reichs« bürgerrat teilt mit: Nach erst jetzt hier eingegangenen Nachrichten hat die Entente am 16. Juni ohne Angabe irgendwelcher Gründe die Auflösung des DürgerratS in 5)ui£* bürg befohlen. lau und besonders die des ReichSjustiz- ministers Schiffer im Demokratischen Klub zu Berlin waren immerhin Fortschritte. Herr Dr. Wirth, von der nationalen Welle halb gegen seinen Willen emporgehoben, und von den nationalistischen Windstößen Frankreichs unsanft an ein Felsgestade geworfen, findet Protestworte gegen die Entente. Herr Schiffer aber hat gegen die D r e i st i g k e i t B r i a n d S ausgepackt, mit der dieser in öffentlichem Auftreten die Ehre unseres obersten Gerichtshofes besudelt habe. Wir haben uns über den ungedämpften, erfrischenden Ton Schiffers gefreut; lange hatten wir so beherzte, überlegene und schlagende Worte von unseren Reichsministern nicht mehr gehört. Der oberflächliche Franzose hat sich daraufhin etwas geduckt. Seine von der Havas-Agentur verbreitete Entgegnung war ein klägliches Verlegenheitsprodukt. Er klagt über die .Herausforderungen" der deutschen Presse, die er für den wachsenden Haß zwischen beiden Völlern verantwortlich machen müsse. Das ist nicht mehr nur besinnungsloser Siegerrausch, sondern ein einfältiges Sathrspiel mit der Wahrheit. Nach siebenjähriger Völkerfehde wird die gläubige und genasführte Welt für solche Possen aber doch wohl bald nichts mehr übrig haben! __ Wer in diesen beklemmenden Sommer- ( tagen noch politischem Denken und nicht reinem Verzagen oder verzweifeltem FatclliS- mus sich hingibt, dem will der sonderbare, Die- dermeierische Optimismus des Reichskanzlers Dr Wirth nicht auS dem Sinn. Aehnlich hatte uns in den schwärzesten Taaen nationaler Not der behäbige Erzberger durchschauert, der „ewig muntere Postillion der neuen Republik", wie ihn ein demokratisches Blatt, spöttisch von ihm abrückend, damals nannte. Selbst bei der Breslauer Rede des Reichskanzlers, in der er sich sichtlich bemühte, mit patriotischer Entschiedenheit Versäumtes nachzuholen, toolltc man nicht so recht warm werden. Zu nah ist der Abgrund seiner Finanz- «und Erfüllungspolitik. ,, , Der sozialdemokratische Reichswirtschaftsminister Schmidt hat sich einem Mitarbeiter des Berl. Tagebl. gegenüber über das Finanzprogramm mit einer gewissen ehrlichen Trauer geäußert, indem er zugab, das Jasager, sei immer leichter als das Erfüllen. Schmidt rechnet im ganzen mit einer jährlichen Verpflichtung von 33/< bis 4 Milliarden Gold-Mark, also mit 50 bis 60 Papiermark- Milliarden. Er kennt auch die vielfältigen Gefahren der 26prozentigen Ausfuhrabgabe. Nicht uninteressant ist. wie Schmidt den sogenannten Wehrbeitrag vor dem Kriege mit den heutigen Forderungen an die Steuerleistungen vergleicht: Damals ein Volkseinkommen von über 40 Milliarden Goldmark und eine einmalige Last von einer Milliarde — heute, bei gesunkenem Kaufwert des Goldes. ein auf höchstens 25 Milliarden Goldmark geschätztes Einkommen, und eine jährliche Forderung von 3V? Milliarden Goldmark. Schl H olge U"g: wie viel mch'wi d man heu'e „auf das Kapital zurückgreifen" müfsen, nicht nur auf das Einkommen, als damals. Für die Schonung des Wirtschaftsorgan ismus, dem Herr Schmidt die Möglichkeit inner- wie außenwirtschaftlicher Ausdehnung geben möchte, weih der Minister kein Rezept. Er arbeitet dagegen nur mit dem drohenden und unbekümmerten Schlagwort, daß wir uns bei dieser zweiten großen Finanz- refonn „nicht mit halben Mahnah - menbegnügen“ dürften. Dann läßt er uns. wie Herr Dr. Wirth, an der Gefängnismauer des Ultimatums stehen, ohne die Erfüllungspolitik in ihrer Gesamtheit einer Revision zu Herde zu T dj a f f e n , d i e das Werk des Friedens bedrohen. Ein neuer Weltbrand würde den letzten Rest menschlichen Wohlstandes und menschlicher Gesittung Hinwegraffen, die Gebäude menschlicher Kultur dem Boden gleich machen und Aschenhausen zurücklassen. Es war umbedingt ein großer Augenblick, als der mächtige, europäische Staatsmann Lloyd George sein Wort „fair plah" in das Chaos warf. Ich sage: Ein Mann, ein Wort. Ich baue daraus und glaube daran! (Beifall.) Und wir nach dem Licht des Friedens Hungernden haben von jenseits des Ozeans eine andere Stimme, die Stimme Har- d i n g s , gehört, die eine Zeitung „Sun", das heißt Sonne, das erste Licht nannte. Wie finster muß diese Sonne der Welt erscheinen, wenn sie selbst so entzückt das erste Licht begrüßt. Diele arme Sonne hat recht, es sind finstere Zeiten! Aber eine Stimme rief: Waffen nieder! von jen- feits des Ozeans. Das will bedeuten, daß diese Stimme Friede, Friede! rief. Fort mit den Taten der Gewalt! Und allo möge es endlich Licht werden! (Stürmifcher Beifall.) Rach Gerhart Hauptmann sprach zunächst als Vertreter der Deutschen DollSvartei der frühere Rektor der Universität in Berlin Geheimrat Dr. Kahl, hieraus der oberschlesilche Zentrumsabgeordnete Hörschel, der ein erschütterndes Bild der Leiden der oberschlesischen Bevölkerung aus den letzten Monaten entwarf, sodann Staatsrechtslehrer Professor S ch ü ck i n g für die Demokratische Partei, der frühere Außenminister Dr. Köster für die Sozialistische Partei und endlich der Historiker Professor H ö h s ch für die Deutsch- nationalen. — Zum Schluß einigte man sich einstimmig auf eine dem Sinn der Vorträge entsprechende Entschließung. Berlin. 15. Juli. (WTB.) Die von den Verbänden heimattreuer Oberschlesier in Kassel veranstaltete Massenversammlung sandte an den Minister deS Aeußern am 12 Juli eine Entschließung. worin in letzter Stunde feierlichster Proteste erhoben wird gegen jede Antastung des Selbstbestimmungsrechtes des oberschlesischen Volkes. t Eine ähnliche Entschliehuna nefjt^en an den Reichspräsidenten die deutschnationalen Frauen des Freistaates Danzig, die mit den Worten schließt: „Wir Danziger sind gegen unseren Willen und gegen den Geist des Se'bstbeslimmungsrechtes zu Ausländsdeutschen gemacht worden. Wir fühlen Eure Rot, Ihr deutschen Oberschlesier, und rufen Euch zu: Bleibt treu! Wir trauern mit Euch, wir leiden mit Such, wir hoffen mit Euch!" • BreSlau, 15. Juli. (Wölls.) Die „Schlesische Zeitung" meldet: Das deutsche Ple- biszitkommifsariat wurde a u f g e I ö ft Zur Wahrnehmung der deutschen Interesten Oberschlesiens wollen sich Die deutschen Parteien und sonstigen deutschen Organi otionen OdrrschlesierS zu einem Volksrat zusammmschl.eßen, an dessen Spitze Dr. L u k a s ch e k tritt Korsanty in Paris? Berlin, 15. Juli. Nach einer Meldung des „Oberschlefifchen Kuriers" soll Kor- f a n t h, der sich gegenwärtig in Warschau befindet, in den nächsten Tagen nach Paris reisen, um dort nochmals den polnischen Standpunkt in der oberschlesischen Frage dar- zulegen. Wie die „Vossische Zeitung" meldet, wird । das englische Hauptquartier in Ober- 1 schlesien in den nächsten Tagen von Groh- t Strehlitz nach Beuthen, also näher der pol- > nischen Grenze, verlegt Die deutsch-französischen „Roch ist es Zeit, Versäumtes nachzuholen. I Roch ist es Zeit zur Sammlung, zur Orientierung, I Steigerung und Beseelung des Kampfes zur So-1 zialisierung. Die Machtdes Kapitalismus Derhandlunqen. Berlin, 15. Juli. (WTB) Wie mehrfach gemeldet wurde, nahmen Staatssekretär Hl r f ch im ReichSwittlchaftSministerium und der Re'chs- tomminar für Die Sin- und Ausfuhr T r endeten b u rg an den Verhandlungen mit Der französischen Regierung in Paris (Sn&e Donger Woche nr. m Ter eigener Anzeiger mH her'Dienstagsbeilage .Zport-Umjchan- er- scheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatliche veznorvreise: 9).arte 5.— einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fern'prech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Derlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anreißer Gießen. poftschecktonts: Sranffurt a. M. 11686. unterziehen. Wo geht die Reife hin? Ist die Finanzreform zu machen ohne eine Aenderung der jetzigen RegierungSkoalition? Dr. Strafe- mann, der Führer der Deutschen Volkspartei, hat in den letzten Tagen in Wort und Schrift mit Nachdruck auf dieLin k S f ch w e n- kung der Zentrumspartei hingewiesen. die in der Tat manches alte Mitglied dieser Partei vor die Frage stellt, ob eS nicht besser sei, den ..Turm" zu verlassen. In der Zentrumspresse war die Linksschwenkung bestritten worden, aber Sttesemann zählte in der „Köln. Ztg." noch einmal recht wirksam alle die Beweiserscheinungen für seine Behauptung auf: Die Brüskierungen der Deutschen Volkspartei bei der Kabinettsbildung, wogegen die ZenttumSpartei der Svzialdemokra- tie die zarteste Rücksicht zeigte, ferner die Linksentgleisungen Dr. Wirths, nämlich bei seiner Rede über den Mord an dem Unabhängigen GareiS, seiner Abstimmung über die Handelsflagge, und endlich auch bei seinem Verhalten in der Frage der Amnestie für Vergehen bei den Kommunistenaufstanden. Nicht zuletzt gibt auch die Art zu denken, wie die politische 'Wiedergenesung des Herrn Erz- b e r g e r vom Reichsausschuh der Zentrums- Partei in die Wege geleitet worden ist . . . Diese Kritik am Zentrum will diese Partei zur Selbstbesinnung bringen, fie will feine neue Erbitterung in die Beziehungen der bürgerlichen Parteien hineintragen, sondern im Gegenteil diese enger zusammenschliehen. In der Tonart Stresemanns lag ein versöhnlicher Zug. Es ist bemerkenswert, dah die ..Germania^. das Berliner führende Zentrumsorgan, nunmehr für Orientierung der parteipolitischen und parlamentarischen Tätigkeit nach außenpolitischen Gesichtspunkten eintritt, was eine Politik der Mitte und die Bil- dungeineSfestenDlockeSderMitte zur Folge haben müsse. Mit Recht sagt auch die „Kölnische Zeitung", denr deutschen Volke könne aus seiner Notlage kur ein w i r t s ch a f t S p o l i t i s ch e r R e ° alismus helfen, den nur die bürgerlichen Parteien bieten könnten. Die S o z i a l d e m o- Iratie strebe utopischen Zielen zu. rlm die Wahrheit dieser Feststellung nachzuprufeu braucht man nur zu lesen, toa£ der „Vorwärts am Donnerstag über des Genossen Hemrick Ströbel Buch, „DieSozialisierung , _ geschrieben hat. Er lobt es als em „tapferes, fugung ckukunftsfreudiges Buch" hmvn, ui» cm । fügiuig Über unseren Laiches f r«f und zitiert darausStimm-Hi-rbä wurden Samstag, 16. Zuti 1921 Annahme von Anzeigen für die Tayesnummer bis -um Nachmittag vorhe, ohne jede Verdmdstchkeit. Preis für l mm höhe für Anzeigeno 34 mm Breit« örtlich 40 Pf . auswärts 50 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz- Vorschrift 20.Aufjchlag- Haupstchristleiter: Aug. Lioetz. Verantwortlich für Politik: Aug Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Remhold Zenz: für den Anzeigenteil. Han» Deck, Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-Vuch- und §teindruckerei R. Lange. Schristleitung, Seschaftrstelle und Druckerei: Schulstraße 7. |Qtnllld) In __ Die Nothersteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by Greiner L Eonrp.» Berlin W 30. 8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) »Entschuldige — die Gültigkeit steht außer sedem Zweifel. In dem ursprünglichen Lehens- Vertrag heißt eS ausdrücklich: »Für ewige Zeiten." Auherdem heißt eS wörtlich: »Der Lehensherr" — es handelt sich um Leopold I. — „verpflichtet sich, die LehenSträger" — das sind wir. die Nothersteins — „auf ewige Zeiten im Genuß dieser Rechte zu erhalten, ihnen gegen jede Verletzung der LehenSrcchte Hilfe zu leisten und den Lehensbesitz ohne vorherige Vergütung nicht -,u entziehen." Das Lehensrecht, das unser Ahnherr Übrigens für 10 640 Dukaten und 20 Groschen erwarb, bestand in einem teilweisen Rutzeigentum aller Güter der damaligen Vucterau, also der heutigen Buchau. Zeder Besitzer hat ein Achtel seines Einkommens an die Rothersteins auf Grafenegg abzuführen — in Geld oder Naturalien." „Wer dann kann der Vertrag nicht mehr zu recht bestehen! Mit der Aufhebung der Feudalherrschaft mutzte er erlöschen!" „Keineswegs. Gs handelt sich ja habet gar nicht um ein altes Feudalrecht, sondern um einen mit dem ReichSoberhaupt persönlich abgeschlossenen, ausdrücklich für ewig gültigen Lehensvertrag. der noch dazu eine für Vie damalige Zeit bedeutende Summe Miete. Eine Art Kauf also. Uebrigens wurde im Jahre 1891, nachdem die Buchauer Grundbesitzer auf Grund der neuen fd. Frankfurt a. M, 15. Juli. Der Nachtschnellzug Franffurt—Stuttgart stieh bei Mühlacker auf einen Güterzug. wobei dieser schwer beschädigt wurde. Personen kamen nicht zu Schaden. Der Schnellzug konnte nach Inständigem Aufenthalte seine Fahrt fortfetzen. 5G—60 Morgen Wald und Kulturen wurden bet Krausenbach i.Sp. am Mittwoch durch einen Brand zerstört. — Ein gewaltiger Brand richtete in den Erbacher Waldungen einen noch ni^t zu übersehenden Schaden an. Den Flammen f.elen mehr als 230 Morgen zum Opfer. En Mann, durch dessen Fahrlässigkeit vermutlich der Brand entstand, kam in den Flammen um. Man sand bei den Aufräumungsarbeiten später die verkohlte Leiche. — Durch Funkenauswurf entstand zwischen den Vororten Ginnheim und Bockenheim ein Böschungsbrand, der in wenigen Augenblicken auf eine benachbarte Wiese Übergriff und hier etwa 10 000 Quadratmeter Grummeternte zerstörte. Durch Grobfeuer wurde am Donnerstag nachmittag in Frankfurt die städtische Schweinehaltung am Gutleuthof zerstört. Die in den Sia'- hingen vorhandenen Schweine, mehr als 200. tonnten rechtzeitig gerettet werden. — Die am rechten Rheinufer gelegene große Holzschneiderei von Adam Hofmann in Mainz-Kastel ist in der vergangenen Nacht ein Raub der Flammen geworden. Nur die Verwaltungsgebäude tonnten vor der Einäscherung behütet werden. Die Feuerwehr hatte mit der Bekämpfung des umfangreichen Brandherdes bis in die Mittagsstunden zu tun - Sn den Waldungen -wischen Lall. Gemünd und Voissel in der Ei e' brennt es seit Donners' tag abend an fünf Stellen. Das Feuer dehnt sich bei dem gänzlichen Wassermangel immer weiter aus. Die Feuerwehren sind machtlos. — Der Weitersburger Wald beiVallendara. Rh. wurde von einem Brande heimgesucht, der riesigen Schaden anri^tete. Das Feuer ist zur Zeit noch nicht erloschen. — 3n Rehbach bei Kreuznach wurde ein grohes Dauerngehöft durch eine Feuersbrunst zerstört, wobei auch das Vieh umkam. — Bei einem Grohfeuer in der Holzschneiderei von Mosel u. Lo. in Bonn, wurden Holzvorräte und Maschinen im Werte von nahezu einer Million Mark vernichtet. ** Die Orts- und die Zugend - gruppe brr Deutschen Dolküpartri hielten am Donnerstag einen F amilie nabend aus der Liebigshöhe ab. Ein ernster Teil, der musikalische, gesangliche und rezitatorisch» Darbietungen und eine kurze Ansprache umfaßte, leitete den Wend ein. Gin ernst-humoristisches Gedicht: VerhaltungSmatzregeln für Michel, und ein lustiges, von Mitgliedern der Zugendgruppe sehr flott gespieltes Theaterstück, führten zum Tanz» über, der jung und alt bis weit nach Mitternacht gemütlich beisammen hielt. •* Anläßlich des Turnfestes in Londorf am Sonntag den 17. Juli werden folgende Sonderzüge gefahren: Gießen ab 10,30 vorm., Rodberg 10.34, Badenburg 10,38, Lollar an 10,43, Lollar ab 10,45, Daubringen an 10,50, Daubringen ab 1051, Mainzlar an 10,54, Mainzlar ab 10,55, Treis a. d. Lda. an 11,02, Treis a. d. Lda. ab 11,03, Allenöorf a. d. Lda. an 11,08, Allendorf a. d. Lda. ab 11,09, Londorf an 11,16. Nach Gießen zurück: Londorf ab 8,45, Allendorf an 8,52, Allendorf ab 8.53, Treis an 9,00, Treis ab 9,02, Mainzlar an 9,12, Mainzlar ab 9,14, Daubringen an 9,17, Daubringen ab 9,18, Lollar an 9,25, Lollar ab 9,26, Gießen an 9,37 Ahr. Bormotizen. — Tageskalender für Samstag: Handelskammer, Ausstellung, Der Frieöensver- trag von Versailles. — Vorrennen der 19. Ruderregatta. — Turnverein 1846, 9 Uhr. Turnhalle, Dall. — Licht'p'e'haus, Bahnhofstraße, Fußball- film, 5,15 und 8,15 Ahr. — Lichtspiele, wie gestern. — Tageskalender für Sonntag: Handelskammer, Ausstellung, Der Friedensvertrag von Versailles. — Oöerhessisches Museum und Gailsche Sammlungen: Altertumsmuseum, Volker- und Kriegsmuseum, geöffnet Sonntag 11—1 ^Ihr, Eintritt 1 Mark, Kinder unter 14 Galjrcn 50. Pf. — Kath. Vereinshaus, 91/., Ahr, Versammlung des Deutschen Deamtenbundes. — Botanisch-geologische Exkursion auf den Hangel- flem und den Lpllarer Kopf. Wmarsch vom W o ch e n m a r k t b e r i ch t. Auf dem heutigen Wochenmarkt wurden gezahlt: Salat 40 bis 80 Pf., Weißkraut 150-1.80 Mk., Wirsing 1.60 tis 2.00 Mk., Oberkohlrabi 40—80 Pf.. Stangenbohnen 2.80—350 Mk., Buschbohnen 550—3.20 Mark, Gelbe Rüben in Bündel 0.80—1.00 Mk., Im Pfund 1.80—2.20 Mark, Blumenkohl 3.00 bis 8.00 Mk.. Erbten 1.80-2,30 Mk.. Zwiebeln 1.50 Mk.. Johannisbeeren 350- -4.50 Mk.. Heidelbeeren 3.00—4.00 Mk., Stachelbeeren 3 20—4.00 Mark, Eier, 1.60 Mk., Butter 23.00—24 00 Mk Neue Kartoffeln 90—100 Mk. — Die Preise haben infolge der anhaltenden Trockenheit etwas angezogen, doch dürste die Steigerung nur vorübergehend sein. ** Unfälle. Am Donnerstag geriet im Gailschen Tonwerk ein Arbeiter beim Riemenauflegen in die Transmission und neben anderen Verletzungen wurde ihm der Brustkorb eingedrückt. Die Mitglieder der Freiwilligen Sani- die Mitglieder der Freiw. Sanitätslolonne die waren, tonnten nur den Eintritt des Todes feststellen. — Gestern stürzte beim Aufsteigen auf sein Rad ein Mann in der Liebigskrahe und kam mit dem Fuße unter die Straßenbahn, wobei er eine erhebliche Fleischwunde davvntrug. — Ein anderer Mann trat In der Neuen Däue beim Aeberschreiten eines Rinnsteines fehl und brach den.Unterschenkel. Auch in diesen Fällen leisteten die Mitglieder der freiw. Sanitätstolonne die erste Hilfe und brachten die Verunglückten zum Arzt bzw. zur Wohnung. ** Leichen fund. Gestern wurde in einem Kcrnacker in der Nähe von Heyligenstaedts Fabrik eine schon stark in Verwesung übergegangene männliche Leiche aufgefunden. Die Feststellungen haben ergeben, daß es sich um einen von auswärts stammenden jungen Mann handelt. ** Die Diebschronik. Am verstossenen Donnerstag wurde hier aus einem Hausflur in der Gartenstraße ein Fahrrad gestohlen. Durch die sofortige telephonische Verständigung der Polizeibehörden der Nachbarstädte gelang1 es nach etwa zwei Stunden den Täter mit Rad in Friedberg feftzunehmen. — Gestern entwendete ein aus Harbach stammender junger Mensch, der sich stellenlos in hiesiger Gegend umhertreibt, einem Pflegling in der Provinzial-Pflegeanstalt Gießen ein Sparkassenbuch und begab sich auf die hiesige Sparkasse um 2000 Mk. abzuheben. Die Tat wäre ibm auch gelungen, wenn nicht ein zufällig an der Kasse anwesender Mann aus seinem Heimatsdorf dis Beamten auf ihn aufmerksam gemacht und geäußert hätte, daß das Buch gestohlen sein müsse. "Pachtgeld. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen be- finbet sich auch die Anforderung der Stadtkasse zur Zahlung der Pachtgelder von den städtischen Grundstücken für das Rj. 1921 und der Beiträge zur Landwirtschaftskammer für das Rj. 1920. Die Zahlung kann noch in den nächsten acht Tagen ohne Kosten erfolgen. "OberhesslsckerKunstoerein. Die setzige Ausstellung, in der überwiegend graphische Kunst ausgestellt ist, die aber auch Gemälde von Pellar, Toepfer und Marie Zeichner auf» toeift, erfreut sich trotz der Hitze eines regen Besuches. Erfreulicherweise nimmt der Besuch der Ausstellung durch Schüler hiesiger und auswärtiger Lehranstalten immer größeren Umfang an. Die Ausstellung ist täglich, mit Ausnahme ©amä» tags, von 11—1 Ahr geöffnet Sm übrigen verweisen wir auf die Besprechung der Ausstellung in der heutigen Nummer. Waldbrände und Großfeuer. An der Straße Burg Macken im DeHb ach- tal an der Mosel wurde ein großer Wa lotet l durch einen Brand, der stundenlang wütete, zerstört An der Hilfeleistuna beteiligten sich trotz wiederholter Aufforderung Der Ortsbehörde nur wenige Personen. — 3m Snteressentenwald Struth bei Allendorf a. d. L. wurden durch einen Waldbrand etwa 50 Morgen Fichtenbestände vernichtet. Dus Stadt und Land. Gietzen, den 16. Zuli 1921. Aufruf zur Sammlung für das „Oberschlesier-Hilfswerk". Oberschlesien brennt! Die Leiden unserer oberschlesischen Brüder sind unendlich. Man hat sie aus ihrer Heimat vertrieben, man hat sie beraubt, man hat sie mißhandelt Deutsches Blut ist geflossen, um deutsches Recht deutsches Lebensgut zu verteidigen. Nun kommt es darauf an, die Oberschle- fier in ihrer Not nicht zu verlassen. Es darf nick)t so sein, daß die Vertriebenen, die Bedrückten und die Verängstigten den Eindruck gewinnen, niemand in Deutschland kümmere sich um sie. ES geht um sehr hohe und sehr ernste Dinge. Es geht um die Seele der deutschen Oberschlesier. Sie haben ihre Schuldigkeit für Deutschland getan. Treue um Treue! Wir eröffnen hiermit eine Sammlung, um den Vertriebenen, den Mißhandelten, den Verängstigten zu helfen. Wir werden öffentlich für die Summen quittieren und die Ge- samtspende dem „Oberschlesier-Hilfswerk". Berlin NW. 7, Unter den Linden 78, zuführen, zu dem sich das „Deutsche Note Kreuz". die „Vereinigten Verbände heimattreuer Ober» fchlesier" und der „Bund der deutschen Grenz- marken-Schutzverbande" -usammengeschlossen haben. Redaktion und Verlag des Gießener Anzeigers. Die Entwicklung der Obftpreise. Mit Rücksicht auf die Ungunst der Witterung hat sich die Frühobst- und Frühgemüseversorgung unseres Wirtschaftsgebietes äußerst ungünstig gestaltet. Der größte Teil des Frühgemüses und Frühobstes muß aus weiter entlegenen, teils ausländischen Erzeu- gungsgebielen beschafft werden. Es wird deshalb leider nicht möglich sein, die Bevölkerung zu den erwünschten billigen Preisen mit Obst und Gemüse zu versorgen. Die PreiSPrüfungs- stelle Oberhessen sowie die Kreis- und städt Dreisprüfungsstellen richten aber an den Handel das dringende Ersuchen, sich seiner Pflicht zur Versorgung der Bevölkerung mit Gemüse und Obst zu erschwinglichen Preisen bewußt zu sein und sie warnen vor jeder wucherischen Preisüberforderung. Die genannten Preisprüfungsstellen machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß nach Vereinbarungen mit dem Handel bei jedem reellen Obst- und Gemüsegeschäft folgende Kalkulation verlangt werden muß: 1. GestehungSpreiS, 2. Unkosten, 3. Grohhandelgewinn ----- 15 Proz. des GestehungSpreiseS. Dom Kleinhandel kann verlangt werden: 1. GestehungSpreiS, 2. Unkosten, 3. 25 Prozent der Gestehungskosten als Verdienst. , Jegliche andere Art der Preisberechnung und jegliche Ueberschreitung der Gewinnzuschläge wird als W u ch e r verfolgt und von den Gerichten streng bestraft werden. Die Preisprüfungsstellen bitten die Be- döllerung, so bald diese glaubt daß ihr von den Händlern unbillige Preise verlangt werden, um Mitteilung zwecks Strafverfolgung. Regen in Sicht. Die Wettervoraussage für Sonntag und Montag besagt: Zunahme der Bewölkung, Gewitterregen, warm, Süd- bis Süd-Westwind, später Westwind. Das Hoch verlagert sich langfam ostwärts. Don Westen folgt eine Depression, die allmählich Einflutz auf unsere Wetterlage bekommt Randwirbel begünstigen die Gewitterneigung. Oberhesfischer Kunstverein. Ausstellung des Verbandes der bildenden Künstler in Hessen. Gießen, 15. Zull 1921. Die diesmalige Ausstellung umfaßt in der Hauptsache nur graphische Arbeiten, Man möchte sagen: Gott sei Dank, denn bei der tropischen Hitze, die auch vor den Ausstellungsräumen nicht Halt macht dürste selbst der Anblick von allzu- vielen „Oelschinken", wie der Waler seine Od- bllder nennt von der Magengegend her ein Ge fühl des Unbehagens aufsteigen lassen.Darum feiert auch die Oelb lder schnell zuerst betrachtet 31)re Aussteller gehören dem Verbände der bildenden Künstler in Hessen nicht an H. Pellar. der bei der letzten Ausstellung gute Verkaufserfolge hatte, zeigt abermals drei Rokokobllder, von denen die „6iefta“ in Komposition und Farbenharmonie die beiden anderen weit überragt Von E. Töp- f er erscheint ein „Stilleren" mit Haselnuß- klüten, Primeln und Nelken am charr.ker'stifchstk>'' und wertvollsten. Seine Lahnlandschaften lassen eine persönliche Note vermissen. Von den Mitgliedern des Verbandes ist bet klarste Dildseher Willy M u l o t-Wiesbaden. 3n Tuschezeichnung großen Formates setzt er mit wenigen, außerordentlich sicheren Pinselstrichen Landschaften hin, die voller Weite und Tiefe find. Neben ihm fei 3. Harnan n-Bensheim genannt, der die Landschaft ebenso Har stilisiert und in einigen Blättern, wie „6t Leonhard am Bodensee" fast mystische Stimmungen erzielt Von starkem Interesse sind die überzarten Federzeichnungen von G. Gundels in ger-Darmstadt Die im Striche sehr bewußten Kalt^adelstiche von H. Z e rn i n - Eberstadt und von Sophie G rösch- Gonzenheim, die Radierungen von Earl Geist- Wimpsen und einige Holzschnitte in llaren Fvr^ men von Theodor (Pengnagel. Tüchtige Land' schasller sind außerdem Bruno Panitz- Mainz, R. W. Balsam-Mainz, die in Gießen fefr geschätzte, aber diesmal nicht sonderlich gut ver tretene Elisabeth Bvnin - Worms, Konrad Pfau- München, und die sehr weiche Halbtöne erzielende Marie Mendelsohn - Darmstadt Ernst Eimer hat sich ein besonderes Reich im Märchen erschlossen, auf das auch diesmal einige Blätter hindeuten. Prickelnden Reiz haben die farbigen Scheren- und Linoleumschnitte von Maria Kull mann- Frankfurt, die trotz bewußter Primitivität hohe Färb- und Formkultur betraten Als Gießener gehören der Vereinigung Heim Geilfuß an, der sich auf Bewegungsstudien etwas barocken Charakters allmählich festzuleaei scheint die auch tatsächlich seine größte Stärke bilden, sowie Willy Woelke mit kunstgewerb lichen Plakaten. Von nicht dem Verbände angegliederten Gießenern stellt H. E. Steinbach Radierungen aus, die einen ganz erheblichen Fortschritt bedeuten, H. H e ck r o t h talentvolle, aber völlig unfertige Ateliersskizzen, Marie Felch- n e r Pastellporträts. Für sich stehen noch zwei kraftvolle Graphiker, Arminius H a s e m a n n - Berlin und Ph. - Haltepunkt Wiesecker Weg um 10 Ahr. — 2i > Ahr ! nachm. Regatta. Philofophenwald, 3 ilbr' Fa- > milientag der Männer- und Frauenvereine der ' MaLthäusgemeinöe. — Naturheilverein, 3 Uhr, i Familienausflug. — Hotel Kobel, 31 4lhr. Haupt- . Versammlung der 163er. — Stadttheater. 7 Uhr, । Der Liebestrank. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Fuhballfilm, 6,30 und 8,30 Ahr. — Lichtspiele, 1 wie gestern. 1 — Aus dem Stadttheater- Bureau. Nochmals fei auf die morgige Aufführung des Schwankes „Der Liebestrank" hingewiesen, die in erster Besetzung sicher denselben Erfolg haben wird, wie an allen Bühnen, an denen das Werk bisher gegeben worden ist. — Zu dem Gastspiel Toni Impekoven am Dienstag in den „Drei Zwillingen" werden von morgen ab die Karten auSgegebeit — Die Mitglieder der Deutsch- demokratischen Partei werden nochmals auf die Dienstag abend einberufene Versammlung auf der „Schönen Aussicht" aufmerksam gemacht Die Wichtigkeit der Tagesordnung erheischt unter allen Umständen die Teilnahme aller Mitglieder. — Matthäusgemeinde. Der Fami- Itcntag der Männer- und Frauenvereinigung, zu dem alle Angehörige der Matthäusgemeinde ein- gelaöen find, beginnt morgen, Sonntag nachmittag, um 3 Ahr im Saale des Philofophenwald. — Der Wartburg-Verein veranstaltet morgen Sonntag, 17. d. M im Markussaal einen Familienabend mit musikalischen Darbietungen, in dessen Mittelpunkt ein Vortrag über .Kraft und Schönheit" von Kaufmann Scholz steht Nähere- siehe Anzeige. Landkreis Gießen. Mainzlar, 15. Juli. Vergangenen Sonntag gab öer Gesangverein „Sängerrunde" Mainz dahier ein Konzert mit reichhaltigem Programm. Die Chöre (hauptsächlich rheinische Lieder) ernteten begeisterten Beifall. Ein Komiker brachte humoristische Couplets zum Vortrag. Außerdem fanden noch besonderen Anklang He Tenorfoli von Graf-Mainz und die Vrolin-Solr von Schmidt-Mainz. Schmidt ist ein Sohn des früheren, auf hiesigem Postamte beschäftigten Briefträgers Schmidt. Sämtliche Mainzer Sänger, 55 Mann, wurden von den Mitgliedern des hiesigen Gesangvereins aufs beste bewirtet. Zum Zeichen der Dankbarkeit für die Gastfreundschaft brachten die Mainzer Sänger am Abend vor dem Hause des Herrn Bürgermeisters ein Ständchen. Montag morgen .setzte die „Sängerrunde" ihre Sängerfahrt nach Marburg fort Kreis Büdingen. Ein Förster erschossen. 4 Wenings, 16. Juli. (Drahtn.) Gestern abend wurde der Forster Maul von hier im Walde, der in der Gemarkung Merkensritz liegt, crf chosfen aufgefunden. Die Tat scheint von Wilddieben ausgefuhrt worden zu fern. Das Nähere muß erst die gerichtliche Untersuchung ergeben. Förster Maul war schon im Ruhestand, tat aber zur Zeit vertretungsweise Dienst. Er war in allen Kreisen der Bevölkerung sehr beliebt und geachtet. Kreis Friedberg. L! Friedberg. 15. Juli. 3n der gestrigen Stadtverordnetensitzung teilte der Bürgermeister mit, daß der Ertrag der städtischen Vergnügungssteuer von dem Schützenfeste ungefähr 6000 Mk., von dem Wetterauer Rekterseste nahezu 13 000 Mk. "beträgt so daß der S adt aus diesen Veranstaltungen ein recht ansehnlicher Betrag zu geht. — Das Gesuch des 'M. (Sauf) um Herstellung einer Stützmauer an der Obermo-ier Straße wird abgelehnt, dagegen erkennt die Stadt die Verpflichtung an, die Straße in einem ungefährlichen Zustande zu erhalten. — Der Kinderhilfstag, der unter Leitung von Frau Stadtv. Kloos und ben beiden hiesigen Säuglingsschwestern am letzten Sonntag stattgefunden bat, ergab einen Erlös von etwas über 4000 Mk. Hessen-Nassau. Ordnung seit 1852 die Zahlungen eingestellt hatten, als Schluß langwieriger Prozesse von der Regierung unsere Familie neuerdings im Sinne des alten Vertrages belehnt Diese Investitur wurde, da es derzeit nur wenige kleine (Srunö- bescher in der Buchau gab und die ganze Buchau mzwischen Wollentteter Gemeind.besitz geworden war, in dieser Weise durchgcführt, daß die Gemeinde Wolkenriet uns dafür einen Pauschalbetrag zu leisten hatte —" -Der keinesfalls hoch gewesen sein tonn!“ »Aein, er war nicht hoch. Smmerhm aber ein kleiner sicherer Zuschuß zu unseren leider nicht allzu glänzenden Einnahmen. And nun hegen die Dinge ja anders, AlS sich die Ruhtands vor zehn Zähren in der verödeten Buchau niederließen, um ihre Stahlwerke zu vergrößern, bekamen sie das ganze Gelände um einen lächerlich geringen Pachtzins untz sicherten sich durch einen zehnjährigen Vertrag gegen Steigerung. Der alte Rußland war eben immer ein schlauer Kops, i>er gut rechnen konnte . . ." .Nimmst du ihm das übet Papa?'' .Durchaus nicht. Zch will es jetzt nur nachmachen I Solange er Pächter war, konnte ich ja nichts tun. Nun aber ist er der Besitzer last der ganzen Buchau, und ich denke, ein Achtel besten, was er in seinen Hämmern und Drahtz'ehereien dort gewinnt mühte ein ganz nettes ©ummchcn ergeben. Aebrigens weigert er sich vorläufig, überhaupt etwas zu zahlen. Nicht einmal den kleinen Betrag, den die Gemeinde Wollenriet bisher zahlte. Schmerling, sein (Süteröircltor, ap den ich mich wandte, lieh mir sagen, die ganze Geschichte ginge sie überhaupt nichts an. Sie hätten die Gründe ohne irgend welche Bedingungen mnslich erworben, damit basta. 2ch solle mich deshalb mit den Wollenrietern auseinander- fetzen." »Das scheint mir von seinem Standpunkt aus auch richtig, Papa. Warum, wenn die Gemeinde deine Rechte bei Abschluß des Kaufvertrages ein» fach verschwieg, verklagst du nicht die Gemeinde, sondern Ruhland?" „Well ich kein Narr Bin, um die paar hundert Kronen zu kampsen, wo ich taufende herausschlagen kann!" ereiferte sich der Fürst. .Denn die Sache liegt jetzt fo: Entweder wird Ruhland verurteilt mir ein Achtel feiner Buchauer Einkünfte zu bezahlen — was ich immerhin ruhig mit zehn- bis fünfzehrttauf end'Kronen anschlagen tanm Oder die Behörde erllärt meine Anfprüche für überlebt, dann muh die Regierung mir ctber auch als Vertreterin des Staates den verlorenen Lehenssitz vergüten. Denn eS heiht ja ausdrücklich: (Sine Entziehung kann nur stattfinden nach Dorbergegangener Vergütung. Das ist doch klar." .Nicht fo ganz, Papa. Aber ich meine, vorläufig kamen für uns noch ganz andere Fragen in Betracht. Hast du denn nicht fo gut wie jedermann hier gewuht, daß Ruhland die Buchau kaufen wolltet Warum erhobst du damals nicht deine Ansprüche — ehe der Kaufvertrag perfekt wurde?" ,Well ich gar nicht daran dachte, mich für alle Zeiten mit dem Pettel abfinden zu lasfen, den die Wollenrieter mir bisher zahlten. 3m Zähre 1891 war die Buchau noch ein verödetes Waldtat das fast nichts eintrug. Nun ist sie durch die Gewerke zu einer Geldgrube geworden — auch für unSf, Rüdiger zerrte nervös an seinem schwarzer Schnurrbart. ,And verzeih die 'Frage, Papa — findest öu eine solche Denlunasw.ise, die nur auf Erwerb bedacht ist, — mühelosen Erwerb auf Kosten anderer — eines Kavaliers würdig? Du hast dir doch sonst immer so viel aus deine noble Gesinnung zugute getan, und mit Recht! 3d) kenne wenige Menschen, die so vornehm dachten wie du." Der Fürst war bläh geworden. Der eigensinnige harte Zug um seinen Mund dertiettc sich plötzlich. »Zum Kuckuck mit der noblen Gesinnung, wenn einem das Wasser bis an den Hals geht! tief er heftig. .Papa! ?“ Rüdiger blickte erschrocken auf. "Run ja — bist du blind, dah du nicht siehst, wie der Hase läuft? Liegen sie mir nicht alte hier aus'der Tasche: Rainer mit seiner Fran und den drei Kindern. Anneliese, Hertha und Vlagelone? Alle soll Grafenegg ernähren und kleiden . . . und wie lleiden! Sch wollte nur, du müßtest alljährlich den Hausen Schneider- und Modistenrechnungen bezahlen. Za. ja, cs gebt eben nicht mehr mit der Vomehmdenkerei heutzutage," murrte er, „daran ist diese ganze Zeit selbst schuld, die den Leuten die Gelbsucht ins Blut gejagt hat und die maßlose (Sier nach Luxus und Genuh. Aeiidere eS, wenn du's kannst!" (Fortsetzung folgt) tfranMterlhr ^Temair« wagt sich nttt meisterlich er Sicherheit be« Holzschnitte« an die Ccha- rakteri'tik zweier Unterwelten, der Landstraße und de« Zirku«. Ist er in dem Mappenwerk ..Himmel und Hölle auf der Landstrahe" noch etwas schwer im Ausdruck. so erreicht er ün .3irfuä" eine der- artig spielerische Leichtigkeit, dah das Handwerk- liche. ja fast da« Stoffliche hinter dem überlegen geistreichen Vortrag Aurüdtreten. So üben seine Blätter einen bestrickenden Zauber au«. Ph. Frank dagegen bleibt bewußt im Stofflichen^ da« von verhaltener Kraft vibriert. Wit Plastiken ist nur der Gießener 3. Köd- btn g vertreten. Sein neuerer Weg. die Figur nur ganz vage au« der Materie herauszuarbeiten, ist in „Trauer" wohl wirksam, erscheint aber auf die Dauer gefährlich und unfruchtbar. Ein besserer Weg ist der gespannte Körperausdruck des Manne« am ,Abgrund". zz. Kirche und Schule. - Sich. 14. 3uIL In dem Bericht über da« Zugendfest ist ein Druckfehler unterlaufen. E« darf in den Schluhzeilen nicht heißen „feine Ausflüge", sondern „kleine Ausflüge". 0 Gedern. 15. 3ult Ein Lehrerwechsel vollzog sich kürzlich an der hiesigen Volksschule, indem die Lehrer S ch n i e r l e - Gedern und Häusel- Bleichenbach die Stellen tauschten. In Herrn vchnierle, der seit 1914 hier wirkte und den Krieg al« Refcrve-Offizier mitmachte, verlor die Gemeinde einen sehr tüchtigen Lehrer und verständnisvollen Freund der Jugend Aus dem Amtsverkündigungsblatt. *' ®a 8 AmtSverkündtgungSblatt Jtr. 102 bom 15. Juli enthält Voranschlag der Provinztalkosse der Provinz Iberhessen für daS AechnungSwhr 1921. - Preise für da« llmlage- a2L® bcr ®rnle 192L - Scheinwerfer bei ÄtaftoxigcTL — ^rwerbSlofenfürsorge. — Acht- r5^t?la-9t in Gewerbebetrieben und kauf- Snllchädigung für an b «efallene Rinder und Zlegen. — Viehseuchen. — Feldbereinigungen M Oher-^,,b'9"’- - aufber nach dein Gesetz über 21 tflSI ^trcidc vom ™ (ReichS-Gesehblatl S. 737) auSge- ^riebenen Umlage zu liefern ist. werden d^i &e121Mefrt «ezahlti für die Tonne Doggen 2100 via. für die Tonne Weizen Spelz (Dmkel. Fesen), Emer, Einkorn 2300 Olil für ?8ÄnCS®2rft®i=0i,n, fÜr 6ic 1800 Tu § 2 Die im § 1 genannten Preise gel- ten für Getreide von mindestens mittlerer Art und ®ütc. etc schließen, voU>ehalUich anderweit er Regelung nach § 3. die Kosten der Beförderung bi« zur Verladestelle de« Ortes, von dem die Ware mit der Bahn oder zu Wasser versand! wird, sowie die Kosten de« Gmladens daselbst ein DieScheinwerferan Kraftwagen. In neuerer Zeit werden von Kraftwagenbesiyern vielfach Scheinwerfer benuht. die ein übermähtg Helle« Licht auSftrahlen und durch die blendende Wirkuna die aus der entaegengesehten Richtung kommenden Fuhrwerke und Fußgänger stark gefährden. Es wird darauf hingcwiesen. dah übermäßig wirkende Scheinwerfer nicht verwendet werden dürfen. Vach einge-vgenen technischen Sach- Verständigen-Gutachten genügen für elektrische« Licht VOkerzige Lampen und für Karbidbeleuchtung 25-Liter-Brenner, e« muß hierbei aber die Dirne selbst mattiert oder die Scheibe stark geriffelt fein. Stärkere Lichtquellen dürfen keine Verwendung finden. Die Maul- und Klauenseuche ist in Leihgestern (Veuhvf) erloschen. Die Gemarkung Leihgestern (Veuhvf) wird aus dem Sperrgebiet auSgeschieden. Die Gemarkungen Leihgestern. Groden-Linden. Grüningen, Lang-Gön-, Ober-Steinberg, Holzheim werden au« dem De» obachtungsaebiet ausgeschieden. — Unter dem Viehbestand in WehrShausen (Kreis Mar- bürg) ist die Maul- und Klauenseuche au«gc- b rochen. Die Räude M tn MMngrn neter ber Schafherde erloschen. Die angeordneten Maßnahmen werden aufgehoben. " Wegsderre. Anläßlich der morgen stattfindenden 19 Gießener Regatta wird der Feldweg zwischen der Watn-Weler-^is nbahn und dem Grundstücke der Gießener Ruder-Gescll- schaft auf ßanac diese« Grundstücke« von 7 Udr morgen« bi« abend« 7 Uhr für den Durchgangsverkehr a e s v e r r t. •• Meldewesen. Da« Pofizeiamt Gießen läßt auf den im AmtSverLlndigungSblatt veröffentlichten Auszug au« der Meldeordnung für die Stadt Gießen besonder« aufmerksam machen Handel. •• Der Pserdemarkt zu Alsfelk wird am Montag den 25. Juli L IS in Verbindung mit Rlndvieb-, Ziegen- und Schweinemarkt abgehalten. Die disder übliche Prämiierung ist auf Anregung der Landwirtschaftskammer usw. vom nächsten Jahre ab wieder vorgesehen verleibt ro«lee^)uf«n4frl»chr* rr2 elEEeTe ■. r«u». iei°. W ■ DUEII Alle« erreugi die echte SthähhEif-SS» Obcrall ro bebe« wer zwo Süßen von Speis«. SetrLnken usw. sowie jur Streifung een Kompotten oder gum dinfodjen een Ossi usw. (Süßstoff oeroenbet Vorzügtu- - billig - Hf>ORnU*. A 171 artn>frei echättllch In Dregco» und RoUmlatuweathinbUmgen. Versteigerung von Kelterei-, Abfüll- und sonstigem Wirtschaftsgeräte. Montag den 18. d. M., von nachmittags r Uhr ab, »erben im Hofe Kaiser-Allee 27 (Restauration Krokodil) meistbietend versteigett: 1 große Kelter, 1 Wasserabfüllapparat, 1 Deuher Gasmotor, 1 Senfmühle,! Wasierpumpe m.Riemenscheibe und Röhren, 1 Petrol-Pumpe mit Dleibassin und Meßapparat, 1 große Partie Kisten und Waffer- kasten, 1 Billard mit Zubehör, 1 Anzahl Mauer- stangen, verschiedene Tische, Stühle, Betten, Sofas, Bilderrahmen, Garderobe- und Galerieleisten, 1 Flaschenetagere zum Ausstellen, Pferdegeschirre, Gläser und o eles andere; ferner: 1 Kleid erfchrantz und 1 Eisschrank. Versteigerung bestimmt. L. Althost, Walltorstrahe 16. Freihändig abzugeben: Die gesamte Fastage mit und ohne Aepfelwein, Maisch- und andere Bütten sowie Keltereigeräte aller Att. [7893 können sich durch sofortigen Abschluß ober E- Höhung bestehender LebenS-Bersichernng vom Beiirikt zur 7904 Wem-Betwniiig befreien GiöstteGefellfchait deS Kontinents. Kosteufreie Auskitnft burdi langiahrtgen Pernch'rungs-Fachmann: Heinrich Schmitt, Friedrichftr.SlI Geschäftsempfehlung Einer geehrten Einwohnerschaft ron Gießen n. 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Zu berücksichtigen sind Forderungen int Be trage von Mk. 22477258. darunter keine bevorrechtigten, mtibln 18V> Da« SchluKverzeichni« liegt auf d. i«ertcht«fchreiberei de« hiesigen AuttSgcrichtS utr Einticht au«. m- Gießen, den 16. Juli 1921. Der Berwalter: ______Ultdoff. K. 6/21. 3iBann§ötrfttintrm Dienstag, den 19. Vitali M)2l,vormittnne«Mlbr, wird im diesigen Amtsgericht, Amt wer Nr. 14, daS dem Heinrich Neu» rotb in Gienen Auoeftbrie« bene Grundstück rtlttr 1 Nr. 1397 = 80qm befreite, WaUtorstr. 45, zwangS- wetfe versteigert. Die aintsgerichtliche Verfügung ist an derOrtS- täfel Bergstr. 20, öffentlich attsgedängl Gießen, bett4. Juni 1921. Hetsiiche« Crt«oertd>t. g7a>P L e o. Kleine« Häuschen, 3 6t« 1 Aimmer. auf dem Lande au tauf. evtl. Wohnung o. 3 Alm. zu mieten aefudji; auch kann eine 3- Aimmer' Wohn, in Tausch gegeben werben. Off. mit BreiS- aug. an .sianzleifekretär Kalberlab, Frankfurt a.»., Wenbelsweg H 1. (7773 «K terrlehi. 2dir. Ang. mit Preis u. 099M a.d.G.«nz. 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Alle rait Schr. Angel», unt. 09068 an den Gieß. Anz. i)rl. o. Lande, 3$ I. alt ev., m. 2 Sind., eig. E>eim n. etwa- Land, wünscht sich alsbald mit bravem, fleist. Arbeiter ob. Handwerker lSchuster. Schnei- ber) zu rei-helraten. Auf VermSgen wird nicht aefeben. Schr Angeb. u. 0M87 an den «ieh. Anz. (SeschaftSm^ 33 3. a., sucht Bekamt tsch. 1 Wwe. m. Äh. zw. spät Heirat. Etwa« Perm, erwünscht Schr. Ang. u. 09957 a. d. G. Anz. Arbeiter, .17 3., mit gut (5inL u. eig. HauS m. gr. Warten, ro. m. alt 3»8uL ob. Witwe bet zu werd, »w. Srnstgem. fv. ♦/"irUL Zuschrift, erb. unt. W. V. HS lagere« Leiter. 099® Wartburgverein Lonntag, den 17. Juli, abends 8 Ubr, im MarkuSfnal, Ätrebftr. 9: 3ramilienabenb. Mnsikat Darbietungen «. Vortrag deS Herrn Kaufmanns Scholz- Wehen über ,Ärott u. Schönbett". Eintritt für Mitglieder und deren Jamilien frei. Gäste willkommen. ie*v Männer- «nö Zraven- vereinigllng der MatthSusgemelllde. Morgen Sonntag Zamilientag. Beginn 3 Uhr ta Saal Auch die Angehörigen der Matthäusgemeinde sind dazu herzUchst ein- geladen. 788» Der voriteud. Nachruf! Annerod, den 16. Juli 192L OtMO 09973 Hausen, den 15. Juli 1921. Gesangverein Eintracht 7900 Bieber, den 16. Juli 1921. 90 Mik. ein Zentner [7878v Bist Du krank? Um reuen Besuch bittet der Vorstand. September geschlossen 7877 v flethmaW Mir retten )hre haare! B BÄ ES Sm MVW Senden Sie sofort zur mikroskopischen ■ eW •BBe® WW Untersuchung unter ärztlich. Leitung Jbre mikroskovischeu Leitung Jbre 7350D Walltorntraße 75. Behandlungszeit 9—1 und 2l/a—5 Uhr. v/H r L 2. 3. Albert Jckler Heinrich Jckler Karl Jckler Tbco Jckler, Enkel Schönen Aussicht. Tagesordnung: Die Landtaasmnlilen. Wahl der Delegierten zum Kreistag. Verschiedenes. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinschechen unserer lieben Enischlasenen sagen wir allen, insbesondere Herrn Pfarrer Groth für die trostreichen Worte am Grabe, der Krankenschwester für die liebevollePflege, sowie sür die vielen Kranz- und Blumenspenden herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludw. Volk IL Familie Pbil. Schäfer XIII. Familie Will». Volk. kann geheilt werden. Sprechstunden inGiehen, Babnbossbotel Lenz, jeden Montag von 10 bis 1 Uhr. Dr. moil. Alberts, Spezialarzt, Berlin S WH. Danksagung Allen denen, die uns beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen ihre Teilnahme bewiesen, sagen wir unseren Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Giter Hausfrauen Vereis Die Schneiderstube ist bis Anfang C. Rübsamen. T el. 1659. oeess auögekämmten Haare. Darauf erhal en Sie von uns genaue Vorschrift für Ihre Haarpflege. Untersuchung u. Vorschrift kostenlos. Kur- iinb Skiluusialt Siiioß Mtnbttg bei Grünau 453 lMarki. 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I 250.- teralnfunn Wetterauer 09917 Schiff gebracht Ergebnis der der er gesehen habe, dah schon vor formierte Abteilungen auf d-as wurden. DaS ist das wesentliche Ur« wird fiergestefft aus den sen. Der Oberreichsanwalt beantragte am Schlüsse des Plädoyers gegen beide wegen versuchten Mordes je vier Jahre Zuchthaus. v reinsten Rohmaterialien. Leipzig. 15 Juli. (WTB.) DaS teil im Prozeß gegen Dittmar-Boldt Samstag 1 älhr verkündet. cS sei ge- gewesen, bei fahren 11 n i- 3m Lichtspielhaus in der Bahnhosstraffe kommf der Film .DaS Endspiel um die Deutsche 5unbalb Meisterschaft Rürnberg—Berlin 5:0 in Düsseldorf" zur Ausführung. Klare Bilder und gute Momente au- dem Splelveclauf zeichnen den Zum aus: man kann die sichere Abwehrarbeit der Hausen, den 15. Juli 1921. Hessische Bürgermeisterei. Happel. schlachtens. Darmstadt, den 13. Juli 1921. Hessische LandaestütS-Direktion. Schörke. flugust Jacobi .Seifenfabrik. Darmstadt. Gießener Volksbad A. G. Die Anstalt ist vom Montag, 18. da Mts. ab täglich wieder von 9 bis 1 Uhr und 3 bis 7 Uhr geöffnet Nürnberger Hintermannschaft bewundern, gegen die die Borwärtsstürmer vergeben- ankämpsen, daS eifrige Spiel deS kleinen DÖS und die rubigi Deckung von Kalb und Riegel fallen aus. und so jeder Sportter aus dieses Ereignis hin» Aussagen der einzelnen Zeugen, die man vernommen hat. Ich habe auch gestern schon bemerkt, daß wir davon auSgingen. daß derartige einseitige Beweiserhebungen irgendwelche Bedeutung nicht haben könnten. Es müssen beide Seile gehört werden. Es wäre notwendig gewesen, der Gegenseite das Wort zu geben und über tie c einzelnen hier ausgestellten Behauptungen die erforderlichen Erhebungen anzustellen und die nötige Zahl von Gegenbeweisen zur Stelle zu bringen. Es würde dem deutschen Rechtsempfinden direkt widersprechen, wenn man auf Grund derartig einseitiger Beweiserhebungen irgendwelche £a - fachen zu Gunsten oder zu Ungunftcn des einen oder des anderen Teiles als festgestellt erachten sollte. 3ch glaube auch nicht, daß der hohe Ge- richtshvs in der Lage fein wird, nach dieser Richtung hin irgendwelche Feststellungen dahin zu treffen, dah erwiefen fei. dah von englischer Seite Lazarettschiffe mihbrauchl wurden. Ich darf dabei nur darauf Hinweisen, dah wir gestern eine Reihe englischer Zeugen hörten, heute CZKajor Lyon, die uns versicherten, dah nie ein derartiger Xtibbraud) vorgekommen fei. Zuchthausstrafe beantragt! Bekanntmachung. Durch Beschluß der Städtischen Lebensmitteldeputation vom 15. 7. 1921 wird der Kleinverkaufs. Höchstpreis für Dollm Ich bis auf weiteres auf Mk 3. - für den Liter festgesetzt. 7914k Ein Stallpreis wird nicht mehr vorgeschrieben. Gießen, den 15. Juli 1921. Dcr Eberbürgermrister. (Lebensmittelamt.) Bekanntmachung. Das am 15. sluli ds. Zs. fällig gewesene Pacht» gelb von den städtischen Grundstücken, der Armenkasse und der Plock'schen Stiftung für das Ni. 1921 kann in den nächsten acht Tagen noch ohne Kosten an die Stadtkasse bezahlt werden. Besondere Anforderungs» zettel werden nicht ausgegeben Die Beitrage zur Landwirtschaftskammer für das Nj. 1920 können in den nächsten acht Tagen ebenfalls noch ohne Kosten bezahlt werden. Gießen, den 16. Juli 1921. W~ Besichtigung ohne Sauszwang. "Mi J. Jttmann Giessen, Bahnhofstraße 29. Verland durch ganz Deutschland. t,t,c Kennen Sie Großstadtmädels? Turnen, Spiel und Sport. — I. F. E. Rürnberg in Giehen. Trotz herrschenden Fuhball-Spielverbots kann der Die Gemeinde Hausen sucht einen angekörten, sprungfähigen, jungen Ziegenbock. Angebote find bis spätestens Samstag, den 23. Jul an die Bürgermeisterei einzureichen. des Paragraphen 244 der Strafprozehordnung gezwungen, die von der Verteidigung zur Hauptverhandlung geladenen Zeugen zu vernehmen und er konnte lediglich in Anwendung des Paragraphen 244 bei den einzelnen Fragen, die an die Zeugen gestellt wurden, diese Fragen mit der Erklärung zurückweisen, dah sie nicht zur Sache gehörten ober ungeeignet seien. Man Hut infolgedessen also diesen Beweis zunächst zu erheben begonnen und einige Zeugen darüber vernommen, dah von englischer Seite Mißbrauch Gehen Sie in »w UchtsDlele Seltersweg In nur guter Verarbeitung liefere Ich: in ^idien imU 1 r,r>0 ” SMtsMMti. echt Eicken 3 r>on.~ mit echiem Marmor und gefdillrfenem Soienel M. 95Ü.— mehr, mit Rahmen und 3ieilifler iiiatraöe für beide Bet en M. 700.— niebr. 1<177Sc schwarz gebeizt, Bl'leit ejfllfjlinnlrr streben», risch 4 Stühle ■Ili. 2 KOO.— r7u.il-, imme? echt eichen, dunkel nebeln, LjttlfkMlllll belieb n. 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Der Laus des Krieges hat das Flotlenkommando mit Rücksicht aus die Art. wie sich die Kriegsbräuche entwickelten, ver- anlaht. die ll-Bootkommantanten darauf hinzu- weilen, bah sie ihre vaterländische Pflicht auch dahin erfüllen müssen, dah sie nicht durch daS Gefühl der Menschlichkeit etwa die Durchführung der Kriegsaufgabe oder die eigenen Boote in Gefahr brächten. Sachverständiger Korvettenkapitän Saal- Wächter: Es scheint dem, der ein U-Boot nicht kennt. alS unmenschlich, dah der Kommandant die Leute Im Rettungsboot, die mit dem Auffischen von Menschen beschäftigt waren, nach der Längs- |Ate befohlen hat. Aber vom Turm aus konnte er die Leute nicht auSfragen. Wenn er nun sah, dah die Leute nicht heranruderten, so war es begreiflich. dah er Schreckschüsse abgab; denn die Erfahrung haben alle U-Boottommandanten gemacht. dah häufig Rettungsboote den Befehlen nicht nachkamen. Weiter handelt es sich hier darum, ob aus die Rettungsboote aus einem Geschütz geschossen worden ist und wer das Geschütz bedient hat. 3n diesem Falle ist es nach meiner Erfahrung selbstverständlich, dah der Geschützführer allein geschossen hat: denn ein Entfernungsschätzer war in diesem Fall nicht notwendig. Die schlechten Erfahrungen, die man mit den tt-Dootsallen der Gegenseite gemacht hatte, zwangen dazu, auch ganz harmlosen Fahrzeugen, ja Rettungsbooten gegenüber Mißtrauen zu haben. Es ist au her Zweifel, dah die Torpedierung auf einem Gebiet erfolgt ist, auf dem das Lazarettschiff nicht versenkt werden durfte, worüber später beim Kommandanten auch kein Zweifel bestanden haben wird. Dah Dltymar abgeraten 1 oseS Unternehmen war, in einer dunklen Rächt, nachdem eine gewisse Zeit bereits verflossen war, die Rettungsboote sämttich wiederzusinden und sie mit Aussicht auf Erfolg zu vernichten. Es wird die Frage behandelt, ob die beiden Angeklagten den Gehorsam verweigern konnten. Der Sachverständige erklärt, dah diele Frage erst nach "bem Kriege aufgetaucht sei. Der Kommandant eines U-Boctes toare bered) igt gewesen. eine Gehorsamsverweigerung mit der Pistole zu beantworten. Aus den Ausführungen des Oberreichsanwalts in dem Schluhvortrag im Prozeh Di11 - mar-Boldt ist folgendes hervorzuheben: Die Frage, ob .Llandovery (Sattle“ mit Recht oder Unrecht versenkt worden ist, interessiert uns hier in keiner Weise, denn wir verhandeln nicht gegen den Kapitän Patzig wegen Versenkung des Lazarettschiffes, sondern Gegenstand der Verhandlungen ist. was der Versenkung des Lazarettschiffes nachfolgte: Die den Angeklagten zur Last gelegte absichtliche Zerstörung und Versm- kung der Rettungsboote und die Tötung der darauf befindlichen Menfchen. Es ist deshalb, wie gesagt, für uns ganz einerlei, ob Patzig dieses Lazarettschiff mit Recht oder Unrecht versenkte, oder ob er sich dem Glauben hingab, er sei zur Versenkung des Lazarettschiffes berechtigt. Roh unerheblicher für uns aber und vollkommen gleichgültig ist die weitere Frage, ob von englischer Sette überhaupt jemals ein Mißbrauch von Lazarettschiffen stattgefunden hat. Die Verteidigung trat in dieser Richtung einen sehr umfangreichen Beweis an. 3ch erachtete, wie ich schon gestern bemerkte, diesen Beweis von Anfang an als für unsere Sache durchaus unerheblich. 3ch bat deshalb seinerzeit den Senat, den Beweis abzulehnen: das ist geschehen. Darauf hat die Verteidigung die bett. Zeugen unmittelbar geladen. So kam der Senat in eine gewisse Zwangslage, die Kirchliche Nachrichten. Sdanaelische Gemeinde. Sonntag, 1*. 3ulL 8. nach Trinitatis. 3n der vtadtkirche. Torrn. 8 Uhr, zugk. Christenlehre f. d. Reukonfirm. a d. MarkuS- gemeindc: Pfr. Decker. 91: Pfr. Mahr Beichte u. Feier d. hl. Abendmahls f. Matthäus- u. MarkuSgemeinde. ll‘/4: Rinbcrhrdr f. d. Mat- tbausgem.: Pfr. Mahr. — Donnerstag. 21 Gull, abds. 8: Zusammenkunft d. FrauenvereinS der Markusgem. — 3n der HohanneSklrche. Torrn. 8 Uhr. zugl. Christenlehre s. d. Reukonsirm. a. d ZohanneSgemeinde: Pfr. AuSscld. 9>/§: Psr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirchc f. d. Lukasgemelnde: Pfr. BechtolShrlmer. AbdS 8: Bibelbefprechung im Hohannesfaal P arralf st. Müller — Jugend-Vereinigung b. LukaSgem. Montag, 18. Juli. abbs. 8 Uhr, welbl. Al t g — Mittwoch. 20. Juli, abd». 8 Uhr, männl. Adlig. UnlversltätS-Gottesbienst. Sonntag. 17. 3uli, norm. IN/«: Predigt. D. 0 d) i a n. 17. Juli Wieseck. "Torrn. 9'?: P ar afstst. Ramge. IO3/,: Kinderkirchc. — Sonntag 17. Zull, vorm. 10: Kirchberg. 11: Christenlehre f. b. toeibl. Jugend. — Rachm. !»/,: Mainzlar. Katholische Gemeinde. SamStag, 16. Juli, nachm 5 u. abdS. 8 Uhr; Gelegenh. z. hl. Beichte. — Sonntag, 17. 3ull 9. Sonntag nach Pfingsten. Torrn. 6'/2: Gelegenh. z. hl. Beichte. 7: Hl. Messe. Kommunion d Jungfrauen. 8: Austeilung b. bL Kommunion. 9> Hochamt m. Pr. 11: Hl Messe m. Pr Rachm 2: Christenlehre: darauf Andacht, 4*/a: 3ungtrauen» tongregatlon. Kalhol. Gottesdienst. 17. 3 IL «ich, vorm. 10, nachm. y>3. — Hungen, vorm. 8 Uhr. Vergessen Sie nicht !6r Sie Helse U* QQU 1 Tube Zahnpasta „Ifu. Zu (Dr.Ba^ rs berühmtes Zahnpulver „Nr. 28u in Pasten- form) eInsultaulen. In den»tilb.V< rkaufsetp|l.vorr&L weis, so weit er gehört wurde, nicht. Zeuge Meyer sprach lediglich von französischen Schissen, die er In Toulon habe beladen gesehen, daS scheidet also einfach auS. ZeugeS chikowfki konnte unS nichts weiter sagen, alS dah er in Portsmouth, wo er gefangen war, von einem Handelsoffizier darauf aufmerksam gemacht wurde dah Lazarettschiffe, wenn sie von Frankreich zurückkämen, m der Lagelinie viel höher seien, als wenn sie nach Frankreich hinüber, fahren. R o m w t o n behauptete, rabe die „Llandovery Castle" Stadl. £ebensmittelamt. Warenausgabe für die Woche vom 18. bis 24. Hüll 1921. Richt rechtzeitig abgeholte Ware verfällt. 1. Trot: 1850 Gramm Brot oder 1370 Gramm Mehl Kg. 2,25 Mk. Brötchen 15 Pf. ,Welzenbrotmehl Kg. 3,10 Mk. Kranke n b r o t Kg. 2.60 Mk. — Krankenbrot- Häcker: Aplh und Erhard, Marburger Str. 34, C. Haas II., Bleichstrahe 21, L. Weber !., Frankfurter Straße, Ecke Hillebrandsttatze. — Mehl für Kranke: Kg. 3,30 Mk. (Verkaufsstellen siehe unter Rr. 2). 2. Mehl, Rährmittel und Zucker für Kranke: H Jung Rachf., Rittergafse 11, Heinr Decker, Löwengasse 28, Emil Dörr, Grotzer Steinweg 14. 3. Sonderausgabe des Lebens- mittelamtS: r Leberwurst in l-Kg.-Dosen 4 Mk. die Dose. Verkauf erfolgt bis auf weiteres von 8—12 Uhr vormittags und 3—5 Uhr nachmittags im Stadthaus, Gartenstrahe 2, Zimmer Rr. 8, an jedermann. Samstags erfolgt Verkauf nur von 8 bis 12 Uhr vormittags. 4. Ausgabe von Hafer an Pferde- und Kleintierhalter. Be ug'ch'ine we bei ausgesteltt. solange Vorrat reicht, vom Montag den 58 3uli 1921 ab auf Zimmer Rr. 3 des CebenSmittelamteS. Lebensmittelausweis di rte ist vorzuzeigen. Der Preis beträgt 1 Mk. für das Pfund Die Ausgabe erfolgt durch die Städtische Futtermittelverteilungsstelle Steinstrahe 11. Die Mitglieder des Geflügelzuchtvereins und des Kaninchen-Zucht- und Pslegevereins erhalten die ihnen zugeteilte Menge durch die Futtervertei- lungsslellen dieser Vereine. 5. Zucker: Monatsanteil für Juli 1921. 750 Gramm Zucker zum Preise von 4,10 Mk. Ausgabe in den Klein Handelsgeschäften gegen W- gabe der Zuckermarken für (Mi 1921 bis ein- schlietzlich 31. Juli 1921. Die Kleinhandelsgeschäfte haben die eingegangenen Zuckermarken, gebündelt zu 100 Stück, unter Angabe des noch vorhandenen "Bestandes am 4. August 1921 dem Lebensmittelamt, Zimmer Rr. 8, einzureichen. Stadt. Breunstoffamt. 1. Ausgabe von Gaskoks für den Hausbrand und gröbere gewerbliche Betriebe. Gegen Abgabe der Marke 4 der Haushaltungskohlenkarte (blaue Karte) können bis zu 5 Zentner Gaskoks bezogen werden. Die größeren gewerblichen Betriebe, denen Gaskoks zugeteill Ist, werden aufgefordert, die ihnen au- geteilte Menge bis spätestens 1. August 1921 zu beziehen. Gaskoks kann durch das städtische Gaswerk und durch die Kohlenhandlungen bezogen werden. 2. Verkauf von Brennholz. Die Abgabe erfolgt in beliebigen Wengen von Vs Zentner an vom Lager in der Gabelsberger- strabe täglich von 8—11 älhr vormittags und 1—4 il^r nachmittags. Bezugsscheine werden täglich von 71 0—12 älhr vormittags und Vs3—5Vs jlbr nachmittags im Trennftoffamt. Gartenstrabe 2, Rebengebäude (früheres Ortsgericht) ausgegeben. Preise: Harcholz, geschnitten. Zentner 14 Mk., Weichholz, geschnitten, Zentner 12 Mk. Für Ilein- gehacktes Holz wird ein Zuschlag von 1 Mk. für den Zentner berechnet. Dct Abnahme gröberer Mengen, mindestens 50 Zentner, wird ein Preis- uachlab von 1 Mk. für den Zentner gewährt. Gieben, den 14. Hüll 1921. 7871B Der Oberbürgermeister. ^Lebensmittelnmt und ‘Srcnnftoffanit^ Bekanntmachttttg Der Voranschlag der Gemeinde Kefielbach für Rj. 1921 liegt vom Montag, 18 Juli bis einschließl. Montag, 25. Juli 1921 auf der hiesigen Bürgermeistere zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen gegen den Voranschlag schriftlich oder mündlich zu Protokoll gebracht werden. (Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Kesselbach den 15. Juli 1921 Hessische Bürgermeisterei. ____________I. D.: Dietz, Beigeordneter. 78807) Bcknuntuinchnng. Der Voranschlag der Gemeinde Staufenberg, vom Gemeinderat durckberaten, liegt vom 17. Juli an eine Woche lang auf dem Amtszimmer der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht der Intereffenten offen. Einwendungen dagegen können während dieser Zeit schriftlich oder mündl'ch vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage vorgesehen, zu der auch die Frühkartoffeln (flaiferhroBe) vrtma Qualität empkeblt au billigsten Tagespreisen W. Haukes Slödt. Arbeitsamt (tzieistn Liebigftraße 16, Telcph. 2054. (Ff können elnaestellt werden: a. bei biesinen Vrl eitnebern: 2Vroviston?reisende. 1 ^Tcinhok- nnbTrrratiolenrr, 1 nft. Bnufchlosser, 3 Cttinfer, 1 .mmmermnnn, 3 schreiner. Lcbrlinne: 1 Vndierer. 1 Antomonteur, 2 Friseure, 1 Schreiber, 1 Schndwach-r. b. bei nnSwörtiMen ffrbeltaebem: 2 Wickelmacher, 1 ^fiOer. 2 leib '. Knechte, 2 Cisenbetonarbei'er, 2 ProvistonSreise-'de, 1 Svenaler, 3 Zieaelei- arbeiter. 1 flonbbor, 1 .^iaarrenmeister. 1 iflng. Innbrorrffrb. flnedit nnd Arbeiter, 1 CFfeFtromon- tenr, 2 Ziaarrenlortierer, 1 Dreber. 20 Brnchstetn- nmurer, 2 Schneider. 4 ^rtteure. 6 Schreiner 4 Zimmerleute. 1 Anstreicher. 2 ält. Bau. und Ma'chinenichloffer, 2 Steinmetze, 1 Küchenchef, 2 Kürschner. Vebrlinae: 1 Mlaker, 1 Schmied, 1 Schreiner. (V# in den dlrbeit: Schriiilever, Buchdrucker, Schreiner, Kaufleute. Schreiber und 3ielfenbe, Packer. HauSburlchen und Ausläufer, Maschinen- schloller. Baukchlofser, Schubmacher, 1 Kranken- pfleaer. 4 Sattler u. Pol'terer. Packer und Metzaer, niedrere Kellner, 1 Qrnftfnbrer. 1 Former. 1 iilntv S't'mied. 2 Buchbinder. Mechaniker, 1 Klavierspieler. 1 freuer, 1 Küfer. 1 Wagner. 2 Treber. 1 Tnneilrrer. 2 Clektromonteure, ein Drechsler. 1 Oandichubmacher, Beraarbeiter, Autoschlosser, j Crtifrr. tSchmelzer.1 Moldarbeiter. IrV stalla'enr und Soengler, rin Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Hei-er. «eleaenbeitSarbeiten werden ebenfalls entgegen: genommen. Lehrlinge: 2 Mechaniker. 1 ftrifenr. 1 Elektromon- tenr. 1 Sch-bmacher, 1 Weißbinder, 1 ©ärtnei, 3 Äutofchlosicr. 7886B WeibUck» e Nb teil ung: können eingestellt werden: e. bei hiesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen. Laufirauen und -mäbtüen für einzelne Tage, tüchtige Alleinmädchen, 2 einfache Stützen. 2 Köchinnen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 lanbrotrt» fchaftliche Dienstmädchen. Dienstniädchen, Hau-- mädchen. Aiiumermädchen. Aileinmäochen. Aroet ,Qö.i>inneit 3 Stützen, 2 Friseusen, 1 Büglerinnen, 1 landw. HauSi älterin. (5S Indien Nrbeit: 2 Perkäuferinnen. 2 Flicke- rinnen, 3 Waschfrauen, einige Laufirauen, auch f. 3tach>nittaasbeschaftigung, Mädchen für tagsüber, i Büglerin, 1 E)ansbälterin, 1 Büfettfräulein, ein Fräulein er'eit' 'ranzöstfchen Unterricht, 1 Gefell- fchgfierin, 1 Schneiderin, 1 Kinderfräulein.______ ” Der pferdemartt zu Alsfeld am Montag, den 25. Juki I. Is. wird in Verbindung mit Rindvieh-, Ziegen, u. Schweinemarkt ab- gehalten. Die seither Übüche Prämiierung ist auf Anregung der Landwirtschaftskammer usw. 00m nächsten "fahre ab wieder vorgesehen. Alsfeld, den 13. Juli 1921. 7852V Hessische Bürgermeisterei Alsfeld J.D. W ettz. Staufenberg, den 15. Juli 1921. Hessische Bürgermeisterei Staufenberg. Meyer. Pferdcverstcigernng. Montag den 18. Juli 1921, vormittags 10 Uhr. sollen Im Marstallgebäude dahier. Mathildenplatz 17, zwei ältere auSgemusterte Landgcstütsbefchäler versteigert werden. Hiervon einer unter der Bedingung des sofortigen Abhat, war entschieden richtig. Cs wird mir, fährt iwmmtn, vuU yv» - -- —---- er fort, jeder uiglifdje Kommandant bestätigen, mit Lazarettschiffen getrieben wurde. JrgenD- dab eS Eigentlich ein vollkommen au 2 sichts -1 welche Erfolge hatte meines Erachtens der Be- 5«toWn ms floanltotono. Die Ouarzitausdeute bn Domanialwalddistttkt .Burgwald- soll im Wege des öffentlichen Ausgebots oergeb-n werden. Die näheren Bedingungen sind auf dem Geschäftszimmer der unterfertigten Stelle (Bad-Nauheim, altes Nathaus), zu erfahren, woselbst auch jede weitere Auskunft erteilt wird und die Bedingungen gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben werden. Schriftliche Angebote bis längstens Montag, den 1. August 1921, vormittags 11 Uhr, um welche Zeit die (Eröffnung der Gebote in Gegenwart etwa erschienener Bewerber stattfindet- — Iuschlagsfrist 3 Wochen. Bad-Nauheim, 15. Juli 1921. Hessische Oderförfterei Ober-Rosboch. Ohl._______________7863F) Versteigerung. Tonnerltas, 21. Jnli, nachm. 1.80 llbr. Formen von dem verstorvrnen Bbilivv Böcker in Laafen bei Gteken, 3 Minu'en vom Bahnboie eine schöne noch gut erhaltene Hosrei'.e mit 9 Zimmern, Küche, nuten Stallungen «nd Scheuer, loivie zwei sehr fd'öne und gute ©rabgäiten zur Versteigerung Saasen, den IL 3uli 1921. 7S>6D Die HiuterbUebenen. Hotel Schütz Sonntag den 17. Juli Familienkonzeh Anfang >/,8 Chr abend« Ihre Derlobmig beehren sich cmzuzeigen r Aenne Rotz Hugo Frees r Gießen, im Juli 1921. Luise Römer s Heinrich Bergen 111. Verlobte Glimbach Allendorf a. d. Lda. 17. JuTt 1921. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Ernst Simon, Lehrer und Frau Frieda geb. Reeb Gießen (Mäusburg 13), den 16. Juli 1921. Statt Karten! Unsere Tochter Irmgard hat sich mit dem Gerichtsreferendar Herrn Kurt Schemmel verlobt Sanitätsrat Dr. Seipp und Frau Krofdorf Meine Verlobung mit Fräulein Irmgard Seipp beehre ich mich anzuzeigen Kurt Schemmel Gerichtsreferendar Kirchhain (Nieder-Lausttz) Juli 1921. 200 Mill. 5% zu 102% rückzahlbare Anleihe Plockstraße 13 ZWEIGSTELLE GIESSEN Telephon 62 und 2039 7858D Achtung! Achtung! Achtung! Achtung! Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. Gießen teeltiaililirliiiberliiKlIrmfc im 2X CafeLeib Dr. med. W. Rupp und Frau 09942 Stomborf (Kreis Alsfeld), 15. Juli 1921. 7897c 7S54D Allen für die Glückwünsche zu unserer Vermählung herzlichen Dank ir-. I i Dr. med. Ludwig Kröck und Frau Bertel geb. Emmel Neu-Petershain (Niederlausttz) Juli 1921. 7 .j ' ■ *r Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten herzlichen Dank! Als Vermählte empfehlen sich Karl Knoll und Frau Luise geb. Kretz Ihre Vermählung geben bekannt Hans Roth und Frau Elisabeth geb. Kraushaar ■ Niederlahnstein Gießen (Schanzenstr. 16) den 16. Juli 1921. Theateraufführung Mittwoch den 20. Juli, abends 7'/, Ubr, Katbolischen BereiuShauS. r. Die Laune des Verliebten Berichtigung, i Der Sonderzug nach Londorf zum Bundesfest geht nicht wie angezeigt ist, um 11.00 Uhr ab Giehen, Mm 10.30 W Ä Wil. w MÄ Grau - Stückkalk stets frisch auf Laaer u. ab Waggon. Nur Labnkalke, die am besten, ctgicbiflftctt und billigsten sind, l**' C. Mteamen Fernsprecher 1659. □□□□□□□□□□□□□□□□□□ An die ehem. Angehörigen des Landsturmbataillons Nr. 49 spät. 18 9 Gießen. Auf vielseitigen Wunsch soll nach Beendigung der Erntearbetten eine Zusammenkunft der ehem. Angehörigen des oben bezeichn. Balls, slattstndon. §u einer Borbesprechung werden dieKameraden onnerStag den 21. Juli 1921 abends 9 Ubr in den Postkeller eiugeladen. 09961 Die Einberufer. □□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ wiener eingeMen. Äug. Lotz, 3 Wieseck, lel. 1079, Auf die Hardt! im großen Saal zum Tanz. Bei einbrechender Dunkelheit O98W Lamptonpolonaise. Auf nach Linnes Zum 11. Stiftungsfeste verbunden mit Fahnenweihe des Gesellschafts-Vereins „Fidelio" Klein-Linden in den sämtlichen Räumen des Gasthauses Jur deutschen Eiche. Tanz im Freien und im Saal bei gut besetzter Tanzmusik. Großer Iuxplatz Es ladet ein Der Vorstand« Zu dem oben erwähnten Feste halte ich meine reinen Weine, pr. Biere, la Apfelwein sowie meine erstklassige Küche bestens empfohlen. Eigene Metzgerei. 09989 Der Festwirt: Franz Äathenow Calciffl-Mii in allen Körnungen liefert in Wagenladungen u. einzelnen Trommeln Lari Gaerthe, Wetzlar, 7J*h Carbid - Großhandlung. EiNHORN Sonntag nachmittag 5—7 Uhr = Fünf» Uhr-Tee Neues Orchester» 06842 .........................-......*.............. Ihre Vermählung zeigen ergebenst an 1 Konrad Rust Bauingenieur und Betriebsleiter Oberleutnant d. R. a. D. Thekla Rust geb. Dechert (Badenwerk). 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Der Vorverkauf findet statt: Freitag, Samstag von 10—1 Uhr, Sonntag von 11—12'/, Uhr an der Theaterkasse. 7733c Dienstag, den 19. Juli, abends 7 Uhr (Einmaliges Gastspiel pon Toni Impekoven vom Schauspielhaus Frankfurt a. M. Je ütel MW* Schwank in 3 Akten von Impekoven u. Mathern. Kastenüffnung 6V, Ubr. Ende nach 9 Ubr. Der Vorverkauf findet statt: Sonntag von 11-12'/, Ubr, Montag 10-1 Uhr, Dienstag 10-1 Uhr und 3'/,-5 Ubr an der Theaterkasse. Ab Montag: ?Lepain? Der König der ßentlemaDeiDbrecher | 3. und 4. Teil, 12 Akte. Ohne Effekthascherei verfolgt N man mit glühender Spannung C die von Sensation en Sensation W logisch aufgebaute Handlung. A ________________ 7M2cS Garbenteich, den 16. Juki 1921. ...............~........... .7X Nur noch heute u. morgen Der vielbesprochene Sittenfilm 1 WsMIÄ 1. Teil. 6 Akte. Ferner: Das lustige Beiprogramm!! Jeder Besucher spricht begeistert: „Den Film sollte sich jeder Meilen!" Vertreter für Oberhessen: Anton Kttchler, Gießen, Frankfurter Straße 7. 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W * beiden Prr bricht nicht »ngiheuer. um die De yn Weer. zuzustimme Aonau-Kat stützung fir direkt Intel Hessische 1\ Mi Dau d 2lbg. 5 Jage ebenfa als wenn bi Hanoi nicht der Aeckart für Oberhes ist bisher fr Vörden. Wg. < das langsa tn Bayern. Finanz jette stehen wirtschastld WlnOom deshalb ha tatung imn jutrfl in 3 übrigen tßr berg betriebe Die Dor 3s folgt betreffend q von weiteren sich um 10,4 tosten. Die Den A, vbhung der beantragt b( ttits heute Wen erhol «Höhung fei Wg. 6 «ahme des C ^r .Annahr Sartman mbantrage tzbt zu bebi 5^ Arhohu ■^flitrung n nehmen. Der An hnrT& lom °vrlage, bei Mesche- hie bi Die Dori "ngenommei •ESfe Antrag 1 &'Wtb Seidenstrümpfe.......von M. 65®° bis M. 175°° Seidenflorstrümpfe sVcht"mn“eren’. M- 32s° Strumpfbänder M. 4°° Hreltalscte f arten- irail kclimliislrit Filiale Gieöcn 2288D Fernsprecher 2134 Pieckstraße 10 !tt. M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, (6. Juli 1921 Hessische Volkskammer. St. Darmstadt, 15. Hüll 2Un Regterungstisch Staatspräsident U l r i d). 3ttfH»mintfter v. Brentano, Finanzminister Henrich, die Präsidenten der Landesämter und Itegleru n gstomrr. i'sare. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.50 Uhr. Zur Beratung kommt die Re- aierungsVorlage bctr. die Revision des ilr* künden st «mpelgeseyeS ncbst Rachtrag hierzu Das ®cfeh an sich wird wesentlich nicht aeündert, es handelt sich lediglich um eine zeit- gemäße Erhöhung der Sähe. Der Vorlage wird Tj/id) dem mündlichen Bericht deS Adg. Herbert -ugestimnü, anschließend auch in zweiter Lesung Es folgt die Regierungsvorlage bctr. die Aenderu ng deS Richtergesehes (über da- richterliche Dienstalter). Auch diese Vorlage wird in erster und zweiter Lesung dedattelos genehmigt, desgleichen eine Vorlage bete. Kaut einer Hosreite in Rockenberg zur De- schastung von QBobnunflcn für Staatsbeamte. Heber die Vorlage betr. die Veaarkanalt- fation und den Ausbau der Reckar- Wasserkräfte berichtete Abg. Dr. Düchner. SS handelt sich um die Beteiligung Hessens an der Aeckar-A.-G. mit einem Aktienkapital von zunächst 2,5, später 5 Millionen Mart au« Mitteln deS Staatskredits, ferner um Hebernahmc der ges amtverbindlichen Bürgschaft für öic von der Gesellschaft auSzugebcnden Ob'igationen. 2ldg. Engelmann (Soz) begrüßt das Projekt, ersucht jedoch die hessische Regierung, sich mehr für da« für Hessen viel wichtigere Prviekt deS Rhein-Donau-Kanals einzusetzen. Abg. Dr. Kohler (D. Vp.): Welches der beiden Projekte das wichtigere ist, läßt sich so leicht nicht entscheiden. Aus jeden Fall ist die Vroßzügigkeit und die Bedeutung dirser Projekte Zmg« Heuer. Es handelt sich um nichts weniger als um die Verbindung der Vordsee mit dem Schwarten Meer Der Regierungsvorlage ist natürlich zuzustimmen, aber auch das Proiekt des Rhein- Donau-KanalS wird selbstverständ'ich die Unter- stützung finden, wenn auch WormS hier weniger direkt interessiert ist. Aus keinen Falt darf die hessische Regierung bei Bildung der Gesellschaft zum Dau des Ahein-Donau-Kanals abseits stehen. Abg. Schreiber (Dem.) stimmt der Vorlage ebenfalls zu. hat aber auch das Empfinden, als wenn die Regierung dem Rhein-Main-Donau- Kanal nicht dasselbe Interesse entgegenbringt wie der Reckarkanalisierung. Der Main ist besonders für Oberhessen von besonderer Bedeutung. Mainz ist bisher vom Staat sehr stiefmütterlich behandelt Worden. Abg. Hartmann (Soz.) beklagt sich über das langsame Fortschreiten der MainkanalisatiJN in Bayern. Finanzminister Henriche Die beiden Projekte stehen miteinander nicht in Konkurrenz. Der Wirtschaftlichen Wichtigkeit für Hessen nach ist der Wain-Donau-Kanal zweifellos das wichtigere, deshalb haben wir unS auch bisher an der Beratung immer beteiligt. Daß der Reckarkanalbau zuerst in Angriff genommen wird, liegt an der rührigen Propaganda, die besonders in Württemberg betrieben wird. Die Vorlage wird hierauf genehmigt. Es folgt Beratung einer Regierungsvorlage, betreffend Bewilligung von Mitteln zum Bau von weiteren 100 Beamtenwohnungen. Es handelt .sich um 10,4 Millionen Mark nicht gedeckte Dau- toften. Die Vorlage wird angenommen. Den Antrag Ruß (Zentr.), betreffend Erhöhung der Gebühren für die Feldgeschworenen beantragt der Ausschuß abzulehnen, e« liege bereits heute bei den Gemeinden, ob sie die Gebühren erhöhen wollen ober nicht, eine allgemeine Erhöhung sei nicht angebracht. Abg. Schreiber (Dem.) spricht für Annahme des Antrags. - Abg. Ruh (Zentr.) tritt für Annahme seines Antrages ein. — .Abg. Hartmann (Soz.) ist für Annahme des Ausschuhantrages. — Abg. Dr. Köhler (D. Bp.) gibt zu bedenken, daß auch andere Funktionäre eine Erhöhung ihrer Bezüge nötig haben. Die Regierung möge rechtzeitig diese Erhöhung vornehmen. Der Antrag Ruß wird angenommen. Es kommt zur Beratung die Regierungsdorlage, betreffend Abänderung des Versiche- rungsgefehes für gemeindliche Beamte. Es handelt sich hier um die Hinaufsehung deS der Berechnung des Ruhegehaltes zugrunde liegenden LAensteinkommens von 10 000 auf 20 000 M. — Die Vorlage wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Es folgt Beratung des Antrags des Abg. Dornemann (Soz.), betreffend die Fischerei- berechtigungen. Der Antragsteller gibt eine eingehende Begründung seines Antrages. Abg. Hofmann (Ztr.) weist darauf hin, daß nicht nur EtandeSherren Fischereigerechtsame in Hessen besitzen, sondern auch kleine Fischer. Auf jeden Fall müssen die Rechte dieser Fischer gewahrt werden. — Der Antrag des Ausschusses, denAntraa der Regierung als Material zu über- Weifen, wird abgelehnt. Eine weitere Behandlung des Antrags Bornemann ist nicht möglich, da der Berichterstatter nicht anwesend ist. Die Angelegenheit wird deshalb an den Ausschuß zurück- verwiesen. Rach der Pause teilt der Präsident eine Einladung deS Hessischen Deamtenkariells zum ersten Decmtentag der Reichs-, Staats- und Gemeindebeamten mit. Cs ist ein Antrag sämtlicher Parteien eingegangen. daß die Regierung ersucht werden solle, bei der Reichsregierung erneut wegen erheblicher Herabsetzung der Getreideumlage vorstellig zu werden. Präsident Reumann teilt mit, daß die Regierung bereits einmal, leider erfolglos, darum vo^tellig geworden ist. Sie sei aber bereit, erneut bei der Reichsregierung Vorstellungen zu erheben. # Abg. Brauer (Hess Vpt.) stellt fest, daß derselbe Antrag vor einer Woche von feiner Fraktion gestellt und vom Hause abgelehnt worden sei. Abg. Engelmann (Soz.) betont, daß die schlechten Crnteaussichten feine Fraktion veranlassen, jetzt diesem Antrag zuzustimmen. Abg. Feldmann (Sem.) erklärt, daß die Ernteergebnisse in Rheinhessen weit hinter denen von Oberhessen zurückstehen, und man sollte bei der Umlage dies berücksichtigen. Abg. Kiel (USP.) meint, eine schlechte Ernte müßte Anlaß fein, die Erfafsung von Getreide zu verschärfen Er lehne den Antrag afi. Mg Dorsch (Hess. Bat) macht Angaben über seine eigenen Versuche in Berlin, eine Herabsetzung für Hessen zu erreichen Der Antrag wird gegen die Stimme des Abg. Kiel (U6P ) angenommen. ES folgt Beratung der Regierungsvoriage. betreffend Bewilligung von Mitteln für die Regulierung des EeegrobenS und Entwässerung der Rheinniederung in den Gemartungen Rhein-4)ü.l- beim, IberSheim, Hamm, Sich und Gimbsheim. Die Gesamtkosten dieses Projekts sind auf Mark 3 700 000 veranschlagt, davon werden 176? 300 durch die produktive Erwerbslosenfürsorge gedeckt, die restlichen 2 Millionen sollen zu einem Drittel vom Staat, die anderen zwei Drittel von den Gemeinden ausgebracht werden. — Der Vorlage wird zugestimmt. ES folgt Beratung der Vorlage auf Bewillig gung einer Million Mark für ein Lederforschungsinstitut an der Technischen Hochschule Darmstadt Hierbei macht Abg. Bornemann (Soz.) Mitteilungen über die Gegnerschast in Hessen gegen die Errichtung eines Institutes in Darmstadt Es sei ausfallend, daß zur gleichen Zeit, wo die Entscheidung für Dresden gefallen ist, der Generaldirektor der Lederwerke von Heyl In Worms zum Ehrendoktor der Untoerfität Dresden ernannt worden ist. — Abg. Dr. Osann (D. Vp.) erflärt, daß die Gegnerschaft gegen die Errichtung eines derartigen Institutes in Darmstadt schon alt sei. Zurückzuweifen sei der Angriff des Abg. Borne- mann gegen den Generaldirektor der Wormser Lederwerke, weil man die Zusammenhänge nicht kennt. Die R^ierungSvorlage wird angenommen. Sine Vorstellung der Stadl AlSseld wegen der Eigentumsverhältnisse des WaldeS Homberg, wird der Regierung überwiesen mit dem Ersuchen, dir Frage in gebührlicher Weise mit der Stadt AlSseld zu beraten. Die Anfrage des Abg. Feldmann wegen der hessischen Ausführungs-Verordnung über die Bilanzierung der Kriegsanleihen ist von der Regierung ausführlich beantwortet worden. Die Antwort liegt gedruckt vor Bon einer Mitteilung des Staatsministeriums, betreffend eines Strafverfahrens gegen den Abg. Lang wird Kenntnis genommen und die Erlaubnis zur Strafverfolgung versagt. Einige Anträge werden als durch die Reichsgesetzgebung erledigt erflärt. Die Vorstellung des Zentralverbandes der Invaliden- und Witwen Deutschlands, Gau Offen- bad), die Rotlage der Arbeits-Invaliden betreffend und zwar: 1. Schaffung einer hessischen Zentrale: 2. Bewilligung von 10 Millionen, 3. Bereitstellung von 200 000 Mk. zur Arbeitsbeschaffung für Erwerbsbcschränkte ist von der Regierung eingehend geprüft und die Stellungnahme zu den einzelnen Punkten mitgetellt worden. Der Ausschuß beantragt, die Vorstellungen abzulehnen, und die Regierung zu ersuchen, beim Reich auf Schaffung der instruktiv geforderten Einrichtung hin- zuarbeilen. Dem AuSschußantrag wird zugestimmt, die 200 000 Wk. dagegen werden bewilligt. Zur Kenntnis genommen werden gemäß Artikel 32 der Geschäftsordnung die Regierungsvorlagen, betreffend die Beschälseuche der Pferde, betreffend Rotstandsarbeiten, hier: Entwässerung des Rieds, betreffend Reparatur der Akkumulatoren-Batterie in der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Alzey, betreffend Beschaffung von Arbeitsgelegenheit au« Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorge, betreffend Ankauf deS Hauses Bahnhofstraße 8 in Heppenheim, betreffend Entwässerung deS WiesengeländeS der Gemarkung Klein- Hausen. Die Anfrage deS Abg. 6 a m e S u. G e n., betreffend Lieferungen für daS Zimmerhandwerk und der Antrag de« Abg. H o f m a n n. betreffend Versorgung fccS Handwerks mit Schmiedekohlen, werden nach den Ausschußanträgen erledigt. Der Regierungsvorlage, betressend Verordnung über die Versteigerungen von Heu- und Grummetgras der Ernte 1921 wird zugestimmt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Zu einer persönlichen Bemerkung erhalt daS Wort der Abg. 11 r ft a b t (Dem ): Wir haben einen Antrag auf Vereinfachung eingereicht und das Verlangen gestellt, daß dieser Antrag gleichzeitig mit dem Staatsvoranschlag verhandelt werde. Da« ist nicht geschehen. Der Ausschuß hat sich noch nicht einmal mit dem Antrag befaßt. Eine beraribe Behandln ig unseres Antrages ist unbegreiflich uno wf. verlangen, daß der Ausschuß endlich an die Beratung des Antrages geht. Präsident Adelung erflärt, daß der Antrag an den Finanzausschuß gegeben wurde. Dieser habe sich aber nicht für zuständig gehalten und ihn an den 2. Ausschuß weitergegeben. Für die Behandlung der Anträge im Ausschuß sind die Vorsitzenden der Ausschüsse verantwortlich, et wünsche aber, daß alle Anträge beschleunigt behandelt werden, damit bei der letzten Tagung, die jedenfalls anfangs Oktober ftatt- finden wird, möglichst wenig Rückstände übrig bleiben. — Rach einer persönlichen Bemerkung des Abg. Kiel wegen Amnestierung der Keller u. Gen. vertagt der Präsident daS Haus mit Dankesworien an die Abgeordneten für das treue Aushallen bis zum September oder Oktober, und teilt mit. daß die nächsten Wahlen wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des RovemberS stattfinden werden. — Schluß 12,40 Uhr. Kirche und Schule. Dantefeieru iu der Lchulc. Das Landesamt für das Dildungswelen, Dr. Strecker, erläßt an die Direktionen der neun- stufigen höheren Lehranstalten und der Seminare folgende Aufforderung: Ss entspricht der hohen Bedeutung Dante« für das geistige Leben überhaupt, daß auch die hessischen höheren Schulen und Seminare die 600jährige Wiederkehr seines Todestages nicht unbeachtet vorübcrgehen lassen. Wir regen an, die letzten Vormittagsstunden an einem Tage im September dazu zu benutzen, um den Schülern der oberen Klassen ein Bild »des Anwaltes für Freiheit und Recht in der christlichen Welt" zu zeichnen und die ethische Bedeutung der Göttlichen Komödie für unsere Zeit klarrulegen. Landwirtschaft. Schafbockauktionen in Oberhessen. Zur Versteigerung der Iährlingsböcke in Lich hatten sich zahlreiche Liebhaber eingefunben. Die Böcke, besonders der 1. Klasse, erzielten Preise, wie sie in Oberhellen bisher noch nicht verausgabt worden finb Die beiden ersten Böcke, die der Landwirtschastskammer-Ausschuß für seine Stammschälerei Dodenhausen ff erwarb, kosteten 4040 Mk bMr 3630 Mk Don 32 Böcken sanden 24 ihre Liebhaber Der Durchsckmitiserlö« betrug Kommenden Mittwoch den 20. Juli vormittag« 1 1 116 r kommen die in den Stammschäsereien im Tage! «berg gezüchteten Lammböcke in Götzen zur Versteigerung Die Lammböcke wurden bereit« au-gesuchl und 31 Stück yir Auktion zugelallen. Gleich-eilig ^werden 6 altere Böcke, darunter hervorragende Tiere, verlauft Bei der Gute de« zum Verkauf kommenden Material« ist zu erwarten, daß fick auch diese Versteigerung eine« regen Zuiprucy« erfreuen wird Götzen ist bequem von Schotten au« zu erreichen, nach welcher Station sämtliche Früb- Aüge guten Anschluß haben Handel. Berlin, 15. Juli. B ö r s e n st i m m u n g «- bild Die ziemlich heftigen Kursschwankungen, denen die Börse in dieser Woche auSgefetzt war, »oben neben dem Auf und Rieder am Devise« markt und der Unsicherheit darüber, wie sich die Verhältnisse am Devisen- und Effektenmarkt wegen der bereits abgeschlossenen bzw. noch schwebenden Verhandlungen über große AuSlandskreditc getanen werden, bereits zu einer Einschränkung der Geschäftstätigkeit an der Börse geführt. Dies war im Großverlehr heute schon deutlicher fühlbar. Die Grundstimmung war immerhin unsicher, wenn auch noch Kursbesserungen im Durchschnitt von 5—8 Prozent über mögen und bei lebhafteren Umsätzen Gewinne bis 30 resp 20 Prozent bei Rheinstahl und vachsenwerken erzielt wurden. Daneben waren auch für eine geringe Anzahl Papiere Kursabschläge biS 5 Prozent, für ßaurahütte bl« 10 Prozent, und für Adlerwerke, unter Berücksichtigung des DezugsrechteS bi« 20 Prozent feststellbar. Später traten wesentliche Veränderungen nicht ein. Auch in den zu Einheit«kurfen gehandelten Industrieturien hat der Kaufandrang des Publikums weiter nachgelassen Die Devisenpreise waren still und wenig verändert. Die Kurögestal- tung in den für den zu Einheitskursen gehandelten Indrstriewerten war überwiegend nach oben gerichtet. Sonst schloß die Börse ruhig, aber fest. (Frankfurt a. M.. 15. Juli. Dorfes stimmungsbild. Mit heutiger Abendbörse schließt die Geschäftswoche. Der Verkehr gestaltete sich ruhig bei ‘fetter Haltung. Vereinzelt bemerkt man noch Deckungskäufe, übte aber nur wenig Einfluß aus. 3m freien Verkehr waren Mainzer Gas beachtet, deren Kur« sich wieder befestigen konnte. Eine erhebliche Sieiaerung erfuhren Ehernifche Rhenania. welche mit 515, 520. 525 gehandelt wurden. Sehr fest lager, ferner Gebrüder Fahr, wo sich die Interestenkäufe fortsehten und zu 405 bis 408.— umgesetzt wurden In Montanwerken Hieben Eschweiler Bergwerk stark gefragt, sonst blieb die Kursbewegung bescheiden. Aus dem Gebiete der chemischen und Elektrizitätsaktien zeigte sich behauptete Tendenz. Adlerwerke Kleyer notierten 265 ejrtl. Bezugsrecht. Unter den Lokalpapieren waren Pokorny-Wittekind 449.— gehandelt, unter großer Rachfrage standen Oberursel. Schriftgießerei Stempel, Zement Karlstadt und Siemen«- Detriebe. Dcheideanstalt 683>/,. Rheinstahl 565.— büßten 7, Deutsch-Luxemburg mit 280i/2 7V- Prvz. ein, Harpener 573.— zogen 5 Proz. an. Elektro Lahmeyer 245.— 2 Proz gebessert. Der Schluß gestaltete sich ruhig und vorwiegend fest. Frankfurt a. M., 16. Juli. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 14. Juli. 15. Juli. Hm|ierbam- ttotterb. 2377,60 2382,40 2375,10 2379,90 Vrüssel.Antiverpen . 575,40 576,60 569,90 571,10 Christiania 1011,45 1013,55 1005,90 1< 08,10 Kopenhagen 1193,801196,20 1182,801185,20 Stockholm ..... 125,101589,10 1578,401580,60 Helsingsorr 128,85 125,40 124,35 124,65 Italien........ 347,15 347,85 342,65 343,35 London 271,95 272,55 270,95 271,55 -Jleunotft 74,79 74,95 74,54 74,70 Paris 5*6,40 587,60 584,40 585,60 Schweiz 1237,75 1240,25 1 236,25 1268,75 Spanien ...... 974,- 976,— 964,— 966, - Wien (alles). Deutsch-Oeslerr. . . . 10,98 11,02 10,28 10,32 Prag 99,20 99,40 98,20 98,40 Budapest 26,27 26,33 25,07 25,13 Bulgarien ..... — Konstantinopel. ... — Börsenkurse. Frankfurt Berlin Abend» Abend- Schluß- Schluß- Kur« Kurs Kurs Kur« Datum: 14.7. 15.7. 14.7. 15.7. 5 •/ Disch AnegsartL 77,50 77,50 77,50 77,60 4'/. Disch. Reichsanl. —,— 79,75 79,60 3'/, Dtfch. Reichsan!. —76,50 76,75 76,40 4Preuß Konsols 70,50 70,30 Darmstädter Bank . 170,- 170,- 170,50 Deutsche Bank . . . —300,— 300,- Disconlo-BeseSschast 279,50 —279,- 279.50 Dresdner Bank... 214,— 214,— Rattonalbank f. D. . 183,- 183,- Mitteld. Trebitbank. 166,50 166,50 h,. Am«rik Pakets. . 178,- 177,- 177,- Rorbdeutscher Lloyd . —152,75 153,84 153,— Loch.Gußstahlwerk . —,- 526,50 520,- D.-Luxemb. Bergw. 382,— 380,50 381,— 386,50 Delsenkirch.Bergw. . 400,50 402,- 403,50 harpener Bergbau . 573,50 565,- 574,- Oberschles. Eisend..« 312,- 311,- 307,50 310,- Oberschles. Eisenrnd. . 281,- -,- 286,- 283,- Phönix-Bergb .Akt.. 813,- -,- 808,- 810,- Bad. Anilin, u. Soda 411,- 409,- 411,75 414,- höchster Farbwerke. 339,— 334,75 339, — 339,75 Llekir. A.E.B 312,- »>9,5C 312,- Schuckert-Werke. . . 281,50 281,- 279,75 279,84 Festen-Guilleanme . 580,— 530, - Daimler 223,50 223,- 219,75 230,- Bud.- Lisenw.» Lki. . —5 0,— Adlerwerke 306,- 268,— 312,- 275,- 4*/« Hess.Staaisanl. , -, — 70,50 69 60 Elektron Griesheim —, — 330, — 334,— 384,— Markaotierungen. Für 100 deutsche Mari wurden gezahlt. Datum: 1.7.1 L 14.7. 15.7. Zurich .......... Fr. 125,43 8,05 8,07 Amsterdam Fl- 59,23 4,21 4,21 Kopenhagen ....... Kr. 8831 8,45 8,60 Prag Kr. 117,30 —,— —, — Stockholm ...... Kr. 83,8 ) 6,35 6,35 Wien Kr. 117,88 London Sh. 97,3) 6,35 7,20 Paris ...... Fr 125,40 —, — —, — Reuyork$ 23,83 1,32 1,83 Deutsche! 764 il) Rauft deutsche Ware — Trinkt deutsche Liköre! Züricher Devisenmarkt. 15.7. 1 7. Wechsel auf Schweizer Franken Holland . . 100 31. = 193.1U 19 .25 Deutschland......100 MK. « 8.10 Wien 100 Kr. = 0.83 0.825 Prag 100 Ät. = 8.06 735 Paris ........ 100 Fr. - 47.40 47.45 London 1 / Jtalien 100 ß. — 27.65 28.- -Srüiicl 100 Fr. - 45.30 46^0 Budapest 100 Ar - 2-10 2-lb -tteuyork 100 S » 605. - 602.- Agram. ....... 100 Kc. => J90 L85 Bukarest 100 ß. ™ L65 8.16 Märkte. Frankfurter Obfl* und Gemüfemaril Frankfurt a. M 15. Juli Der heutia, Markt war mit Birnen sehr reich befahren. Prelle fest. ES blieben große Hebcrftänbe. Kleinere Zufuhren von Pflaumen, Preise steigend bei alatter Räumung Kirschen geringe Zufuhren, Pr«se fest bei geringer- Kauflust Johannisbeeren aeringe Zufuhren bei hohen Preisen Stachel- und Leidet beeren waren gut beschickt, die Preise für Stachelbeeren waren nachlasscud, bei Heidelbeeren lest Die Zufuhren von Pfirsichen waren ausreichend, von Aprikosen gering Der Gemüsemarit war besonder« mit Bvhnen und Einlegegurken reichlich befuhren, die Preise waren nachlussend Blumenkohl war rcicklich vorhanden, bei schöner Ware waren die Preise höher als am VvrmarV Weißkraut war reichlich vorhanden die Preise waren niedriger, dasselbe bei Gelben Rüben, Wirsing hatte geringere Zufuhren, die Preise für gute Waren waren fest, geringere Ware war niedriger im Preise. Die Zufuhr von allen an deren Gemüsen war nicht ausreichend bd guter Kauflust Im Großhandel wurde bezahtt für Dirnen 2,50-4,- Ms , Aepsel 3—3,50 Mk .Pflau men 3,50 Mk.. Pfersiche 4—5.50 Mk, Aprikosen 6—8 Mk., Reinellauden 4—5 Mk, Mirabellen 6 —7,50 Mk . Kiijchen 2,80-3,60 Mk. Johanni«, beeren 3—3,40 Mk. Stachelbeeren 2 50—3,30 Mk.. Heidelbeeren 3—3,70 Mk., Tomaten 2 25 —5 Mk.. Erbsen 1.50-2 Mk. Dohnen 2-2.83 Mk.. Weiß traut 0,90-1,20 Mk. Rotkraut 120-130 Mk. Wirsing 0,80—1.80 Mk. DIumenkohl, hollänbischer 4—6 Mk.. deutscher 130—7 Mk, Gurken, holl 4,25- 4,50 Mk. Salat 1,80-4,50 M, Sensgurien 1—1,20 ba& Stück, Essiggurken 17—35 Pf. da« Stück. Salat 0,60—1 Mk, Rettig 50-80 Ps. Rhabarber 40—60 Ps. das Psund Müllcr'sche Badcauftalt. Wasserwärme der Lahn am 16. Iuü: IS Grad R (In einem Teil der Auslage wiederholt.) Massenflucht auS Oberschlesien. D e r l i n, 15. Juli. Wie dem .DorwärtS" vot> unterrichteter Seite mitgetellt wird, haben fett Eröffnung de« Eisenbahnverkehr« bl« jetzt übet 40 000 Personen Oberschlesien verlassen, um in das Innere Deutschlands ou*- zuwandern. Dorkonfereuzen der Abriistuug-konferens. Paris, 15. Juli. (WTD.) Die .Shicag» Tribüne" meldet au« Ottawa im Zusammenhang mit der Adrüstung«konserenz. daß eine er st« Konferenz abgebaden tuerben soll, an der die Bereinigten (Staaten, Ja van, England, Kanada, Amerika und Reu-Seeland, und eine zweite, an der alle Mächte teiluehmen solle« Abreise des englischen Generalftaatsanwalt« aus Leipzig. Berlin, 15. Juli. Die Blätter melden aus Leipzig, daß der englische Generalstaatsanwalt Sir Ernrit Pollock seine Rückreise nach London bereits angetreten habe. Er habe den gestrigen Derhandlunpen In Leipzig nicht mehr bei- gewoynt. Bei feiner Ankunft in Leipzig hatte er geäußert, daß er dem Prozeß nur während der ersten Tage beiwohnen werde, da er in London die Erledigung wichtiger dienstlicher Aufgabe« nicht länger hinausschieben könne. Die übrigen Mitglieder der englischen Delegation sind in Leipzig verblieben. Lloyd George über die irisch« Frage. London, 15. Juli. Auf einem Festessen hielt Lloyd George eine Rede, in der er erklärte, er habe sich mit feinen Kollegen über die ilnter- redung mit De Dalera besprochen und dann dem König darüber Dericht erstatten müssen. In der irischen Frage ist nunmehr ein großer Umschwung eingetreten Ich bin gewiß, daß De Dalera und auch ich da« Möglichste getan haben, die beste Lösung zu finden. Dom ehemaligen deutsche» Kaiser. PartS, 15. Juli Havas. Der Londoner De« richterstatter deS .Petit Paristen" meldet, daß der Gemeinderat von Doorn dem ehemaligen deutschen K a i s e r aus einen Einspruch gegen die Veranlagung zur Gemeindesteuer g-antwortet habc, daß niemand den ehemaligen Kaiser etn- geladen habe, sich in Doorn niederzulassen, und daß es ihm vollkommen frei stehe, nach irgendeinem andern Orte uberzusiedeln, wenn er nicht zufrieden sei. Sr mäste jedoch zuvor die veranlagten 5000 Gulden bezahlen. Witterungsumschlag in England. London, 15. Juli. Rach einer mehr al« zweiwöchigen Hitzeperiode ist heute eine Abkühlung eingetreten In London und anderen Teilen Englands fanden Regenfälle statt. anflaoin- Müllen (»n. ***** 5» DnWtff.ee ter ZRaM- 1M Ä-chochSG» tefeetete M 6rW. •** SSÄT—- °" ti »te »»«tbctre t. DregetUli Unterhaltung ♦ Erhebung ♦ Selehruvg Die Notwendigkeit verstärkter Desinfektion zur öffentlichen Gefundheitspstege. Von Julius Vörden (Berlin). Schon vor dem Krieae ist das enge Zusammen- Wohnen in den Großstädten und besonders in Berlin als ein großer Hebelstand, vor allem in fittlidSer Deziehimg, empfunden worden. Diese Verhältnisse haben sich nach Deeirdiannq des Krieges noch wesentlich verschlechtert. Dach den Aufstellungen des fta^iitifchen B"reans im Der» lrner Wnbnunq^amt fehlen 120 COO Wohrnrnaen. Diese 120 000 Wobnungssucher mögen, da es sich zum Teil um Familien handelt, mit einer Vieriel- miMon Köpfen nicht zu hoch aegriffen sein. Merkwürdig ist bei dieser Statistik, daß diese 250 000 Menschen trotzdem in Berlin unterge» bracht sind. Sn welche, Weise es geschehen ist. soll nicht Gegenstand dieser Seilen sein. Es soll nur auf die große Gefahr in sanitärer Hinsicht hingewiesen werden. Mir marschieren in Deutschland hinsichtlich hygienischer ^nrichtungen keineswegs an der Spitze der Völker. Sn England, Amerika und Iavan ist in dieser Beziehung vorbildlich gearbeitet worden. Ganz abgesehen davon, daß wir in Deutschland das obligatorische Badezimmer bei feder Wohnung nicht kennen, wird auch im allgemeinen bei uns nicht so viel gebadet tote in anderen Ländern. (Zavan verdankt seinen durchschnittlich hohen Geknndb»itszustand nicht nur dem fast täglichen heißen Bade, sondern fedeS Haus der Javaner wird jährlich eimnal, in manchen Distrikten sogar zweimal, gänzlich aufgeräumt und es werden alsdann die Möbel und Kleider im Freien und besonder- dann die leeren Wohnhäuser auf das gründlichste gereinigt Wenn wir mm auch bei uns die Verhalt- RtfTe der Badestuben Englands und Amerikas und der Deinlichkeitsbestrebungen Japans noch nicht im gleichen Maste anzuwenden vermögen, so ist es um so mehr eine zwingende Pflicht, Last die Wohnungen und die dichtbevölkerten ganz besonders einer regelmäßigen gründlichen Desinfektion unterzogen werden. Sn erschreckender Weile hat die Verlausung und Derwanzung in manchen Städten zugenommen Es ist eine foiiale Pflicht, Last unsere Gesund lx-it^behöiden fick mit dieser Frage ernstlich beschäftigen Erfreust cherweife haben sich im SeTTtrÄverband für Desinfektion und Hygiene 'Regierung, Wissenschaft und Industrie zusammen- pefimben, welche an der großen Aufgabe der QIirffRmmg über die allgemeinen Dolksgesund- heitAraoen Hand in Hand arbeiten. Der Ministerialdirektor im BvtkSwvblfahrt-Ministerium, Herr Geheimer Obermedizinalra! Professor Dr. Lenh, der Herausgeber der Zeitschrift „Desinfektion". die bei der Deutschen Deriagsgesellschaft für Dvlitik und G^chichte, Berlin, erscheint, hat sich dieser Biesenarbeit in besonders anerkennenswerter Weise angenommen. ' Garn vorzügliche Desinfektionsmittel und Desinfektionsapparate stehen seitens der deutschen * Industrie in unbegrenzten Mengen jetzt wieder • zur Verfügung und der genannte Sentralverband 9 ist bereit jedem einzelnen mit seinem Bat zur v Verfügung zu stehen. Desinfektion und Desinfektionsmittel sind durchaus nicht erst Errungenschaften der modernen Zeit Shr älrsprung liegt wahrscheinlich in der instinkttven Abneigung jedes Menschen allen üblen Gerüchen gegenüber, und schon in der ältesten Seit bat man versucht diese Gerüche durch aromatische Substanzen zu beseitigen. Viele religiöse Gebräuche, wie beispielsweise das Brennen von Bäucherkerzen haben denselben Ursprung. Die Einbalsamierung, also die Benutzung von balsamischen Salben und Kräutern, wie sie schon bei den alten Aegyptern in Gebrauch waren, ist ein gutes Beispiel für den erfolgreichen Versuch, schlechte Gerüche zu beseitigen. Die alfen Völker haben mit ihrer frühesten Knlturentwicklnng bereits gesundheitliche Lehren und die Anfänge der Desinfektion gezeigt, ohne daß ein Reichsgelundheitsamt existierte. Die Beobachtung ansteckender Krankheiten, tote des Aussatzes, und die Kontrolle bei Epidemien wurden von den Priestern ausgeübt, welche damals gleichzeitig den mühevollen Beruf der Mediziner übernommen hatten Sm Talmud kann man nach- lesen daß im Tempel stets ein Priester besonders beauftragt war, auf die Gesundheit der anderen zu achten Die Bibel zeigt ein wichtiges sanitäres Gebot fax bezug auf die Schlachtung, bei welcher Blut und Anreinlichketten sofort mit Erde oder Asche verdeckt werden mußten. Alle tlnreinlich- Eetten mußten außerhalb des Lagers der Erde Übergeben werden Bei Befolgung der Gesetze, die sich auf das Baden und sonstige Handlungen der Reinlichkeit beziehen, hat man schon damals feststellen können, daß in den reinlichen Quartieren der Gesundheitszustand der bessere war. Während der langen Periode des Mittelalters haben die Alchimisten sehr wenig für die Desinfektion gearbeitet, ihre Bestrebungen gingen nach ganz anderen Bichtungen. Vielleicht daS älteste Dokument von Wichtigkeit ist verfaßt von Pringle: „QHemolre für les substances sep- ttgues et antifebtique“ in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts. Hier sind 49 Experimente notiert, welche die Behandlung von frischem Fleisch in Verbindung mit verschiedenen Substanzen betreffen, um antiseptische Wirkungen derselben festzustellen. Die Versuche beziehen sich auf gewöhnliches Salz, auf Ammoniak, Pottasche, Salpetersäure, Borax, Kampfer, Aloe usw. Die Experimente sind in ziemlich systematischer Art zusammengestellt und haben sogar für die heutige Zett noch einen gewissen Wert. Es zeigen sich hier schon Uranfänge einer Normalisierung, in- dem man als Grundlage 60 Grain Salz in zwei Unzen Wasser löste und in diese Lösung das frische Fleisch hineinlegte. Man beobachtete dann die cmttsepttsche Wirkung bei schwächeren Lösungen und kam hierbei zu einem gewissen Standard. Die Forscher der modernen Chemie b-s Beginn dieses Jahrhunderts haben wenige Arbeiten auf dem Gebiete der Desinfektion geleistet. Unsere Biologen haben gezeigt, daß zum Beispiel die Genus:mittel durch Bakterien der verschieden- ften Art dem Verderben ausgesetzt sind. Pasteurs fundamentale Arbeiten haben neue Wege gewiesen, auf welchen heute noch gearbeitet wird. Hllfettionen können verhindert werden erstens durch natürliche Vorgänge: durch Lust, Licht, besonders Sonnenlicht, Regen und Filter, zweitens durch mechanische Mittel, drittens durch Chemikalien (Desinfektionsmittels. Die letzteren sind so zahlreich und in vielen Fällen so untotrf» tarn auf den Markt gekommen, daß eine Kontrolle äußerst schwierig ist. Ans diesem Grunde wird vom Sentralverband für Desinfektion und Hygiene in Verbindung mit den Hygienikern und der Regierung die Rormallsierung von Desinfektionsmitteln angestrebt. Sch möchte nur nochmals darauf aufmerksam machen, daß der Verkauf von Desinfettionsmitteln unbedingt unter wissenschaftliche und staatliche Kontrolle genommen werden muß, weil das Publikum ein Recht hat, gegen unbrauchbare Fabrikate geschuht zu werden. Richt nur in Deutschland, sondern beinahe in der ganzen Welt lind die Rachkriegsopfer, besonders durch die verheerende Grippe, noch größer als die direkten Opfer des Krieges. Erschreckend groß sind ferner die Opfer der Tuberkulose, von der besonders die Schwerkriegsbeschädigten heimgesucht sind. Unter diesen Leuten allein befinden sich zwölf Prozent Schwindsüchtige. Bei der hohen Ansteckungsgefahr der Tuberkulose ist es von erhöhter Wichtigkeit, baf» terienfreie Wohn- und Arbeitsstätten zu erhalten. Aufgabe der verantwortlichen Kreise war es, im Snteresse der Volks-. Tier- und Pflanzengesundheit die breiteften Schichten des Volkes übet den Wert einer regelmäßigen und geeigneten Desinfektion aufzuklären. „Thersites" bei unfern Klassikern. Wie Homer den strahlenden Gestalten seiner Helden die Figur des ewigen Schmähers Thersites beigibt, so fehlt auch den geistigen Heroengestalten niemals die llaffende Meute der Krittler, denn „es liebt die Welt das Strahlende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen". Der Thersites unserer deutschen Klassik heißt Gar- lieb Merkel, und deshalb gibt unter diesem Titel Maximilian Miller - Iabusch die Erinnerungen des deutsch-baltischen Journalisten bei der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin neu heraus. Die autobiographischen Schriften dieses Mannes, der um die Wende des 18. und 19. Jahrhunderts durch seine einflußreiche literarische Tätigkeit den Publikumsgeschmack bestimmte, enthalten eine Fülle wichtigen Stoffes, so daß sich eine Auffrischung dieser verschollenen Kulturbilder, um manch älnbekanntes bereichert und durch kritische „Zwischenkapitel" erläutert, Wohl lohnt. Merkel ist seinerzeit nicht nur als Literaturkritiker, sondern auch als politischer Schriftsteller tätig gewesen, und wenn er sich durch seine Schmähungen Goethes und Schillers einen hervstratischen Ramen erwarb, so hat er als Politiker im Auftrage Hardenbergs. Steins u. a. Tüchtiges geleistet. Wirkliche Bedeutung aber, die nicht vergessen werden sollte, besitzt er nur als Journalist. Sn der Spenerschen Zeitung schuf er zu Anfang des 19. Jahrhunderts das erste Zeitungsfeuilletvn im modernen Sinne, und führte die ständige und soforttge Theaterkrittk ein, wodurch er zum Vater der Tageskritik wurde. Er besaß ein echtes Seitunggtemperament. hatte sich aber auch vorher durch seine Studien ein reiches Wissen erworben. Als Student in Weimar und Jena trat er auch den Klassikern nahe, und diese persönliche Berührung hat seine spätere Stellung zu den Einzelnen nicht wenig beeinflußt. Goethe lernte er bei einer Gesellschaft im Hause des Professors Loder kennen. „Sm Prunk- zimmer", so berichtet er, „stand Goethe mit ernster stolzer Miene vor dem Spiegeltische, auf beiden Seiten von Kerzen und vorne vom Kronleuchter beleuchtet, prunkend da, und um ihn eine Halbrunde von mehreren Reihen ehrfurchtsvoll Lauschender. Er sprach gerade In einem dotierenden Ton über Raffaels Gemälde im Datttan. Den letzten Umstand hatte ich bemerkt und sagte: „Es wäre viel, wenn die Franzosen sich ihrer nicht bemächtigten." Mit einer wegwerfenden Miene als hätte ich eine Dummheit gesagt, erwiderte Goethe: „Sie sind auf die Mauer gemalt." „Doch nur auf Stuck", antwortete ich und zog mich aus dem bewundernden Halbkreise zurück und habe mich Goethe nie wieder genähert." Von dieser als Kränkung empfundenen Zurechtweisung nahm also der Goethehaß Merkels seinen Ausgang. Aber auch Schiller, den er in Jena in seinem Garten besuchte, stieß ihn ab. Dagegen ist Herder, der ja stets der gefeierte Herrscher im Lager der Goethefeinde war, der verehrte Meister Merkels, zu dem er in enge Beziehungen tritt Charakterbild und Wesensart dieses Großen hat er wirklich eindrucksvoll geschildert. Er erzählt uns von seiner drückenden wirtschaftlichen Lage, von der aufopfernden Sorgfalt mit der ihn seine Frau umgab, von der edlen Größe seines künstlerischen Seherturns. das ihn bei jedem Gespräch und in jeder Umgebung über das Srdische hinaushob. Roch größere Liebe hegt er für Wieland, in dem er den größten deutschen Dichter verehrt „Wielands Aeußeres und gesellschaftliches Benehmen war bürgerlich," schreibt er, „mit einer leichten Beimischung vom Höfischen, in manchen Augenblicken auch vom Romantischen. Denn den größten Teil seines Lebens verbrachte er an dem Heinen Hofe der Herzogin Amalie, und von der Romantik seines Dichtungskreises ging, ihm wahrscheinlich unbewußt, mancher Zug Tn sein Benehmen über. So war die Verbeugung, mtt der er vornehme Damen begrüßte, immer eine Art Adoratlon mit einem gebogenen Knie. Sein moralischer Charakter war rechtlich und bis zum Ebel- mute nachsichtsvoll und liberal." Sn langen Gesprächen glaubt Merkel das Geheimnis seiner Persönlichkeit ergründet zu habon: .So fand ich denn bild, daß lh hier vor einem jen^r wunder- seltenen und beneidenswerten ot^rollchen stand, denen die Ratur neben dem Uebermaß der Phantasie und deS leicht erregten Gefühls, ohne das der große Dichter nicht scheint entstehen zu können, so Hellen kräftigen Verstaub und so festen Charakter verlieh, daß sie jene, ohne sie zu nehmen, beherrschen, sobald es ihnen gefällt Um als Dichter zu sehen und zu empfinden, darf Wieland sich nur gehen lassen: um als Weiser zu denken und zu urteilen, braucht er sich nur besinnen zu wollen." Während sonst „Thersites" gern die schlechtesten Seiten bei den Menschen hervorkehrt und reich an hämischen Zügen ist, teilt er uns von der kindlich naiven Art Wiriands viel Liebenswürdiges mit, schildert ihn, wie er Im Theater mit lebhaftester Anteilnahme dem Dühnenelndruck sich ganz gefangen gibt, wie er als Großpapa von den mutwilligen Streichen eines lausbüblschen Enkelchens erschreckt wird. Don Fichte, besten oberster philosophischer Grundsatz war: „Scb setze mich schlechthin!", erzählt er, daß er einmal In Weimar auf dem nassen Pflaster ausglltt und hlnfiel, worauf ein hinter Ihm gehender Student rief: „Fichte seht sich schlecht hin." Ueber Sean Pauls Heirat Hatscht er, daß dieser bei einem Essen bei dem Kriegsrat Maier stark getrunken hatte und im Rebenzimmer auf einem Sofa eingeschlafen war. „Demoiselle Maier tritt hinzu und drückt dem Endymion einen Kuß auf den Mund. Er erwachte davon und war nun überzeugt, sein Glück in ihr gefunden zu haben." Das Gewicht der Erdkugel. Wir können unmöglich die Erdkugel auf eine Wagschale legen und ihr Gewicht durch direktes Wiegen feststellen: man hat ihr Gewicht trotzdem gefunden, und zwar, um diese ungeheuere Zahl gleich vorwegzunehmen, zu rund 6.1031 Kilogramm, d- L eine Kilogramm-Zahl, die mit 6 anfängt und 24 Dullen hat. Es wiegt 1 Liter Erde durchschnittlich 5,5 Kilogramm. Die angegebenen Zahlen sind so zu verstehen, daß sie Vergleiche darstellen mit gleich großen Wassermengen: die Dichte der Erde, d. h. die Gesamtheit aller Massenteilchen, die etwa in 1 Liter enthalten sind, ist 5,5 mal so groß wie die Dichte des Wassers. Es war nicht sehr einfach, diesen Massenvergleich durchzuführen, und die Rachprüfungen der Messungen erstrecken sich in die neueste Zeit. Alle diese Messungen beruhen auf dem von dem großen englischen Physiker Rewton im Jahre 1666 aufgestellten allgemeinen Gravitationsaeseh, d. h. Massenanziehungsgesetz, nach welchem sich alle lassen in der ganzen Welt gegenseitig anziehen, und zwar mit einer Kraft, die den anziehenden Masten direkt, dem Ouadrat ihrer Entfernung in- direkt proportional ist. Die Gültigkeit des Rew- tonschen Gesetzes erwies sich zunächst nur für die großen Massen der Himmelskörper, allerdings bis auf eine Ausnahme, die von Einstein auf Grund seiner neuen Lehre prophezeit und von den Engländern im Jahre 1919 als Tatsache bestätigt worden ist, — doch darüber ein andermal. Daß sich auch Heinere Massen, etwa diejenigen aller Körper auf unserer Erde wie beispielsweise Häuser, Men- schen.Tische,Stühle usw. gegenseitig nach dem Rew- tonschen Gesetz anziehen, ließ sich zu Rewtons Zeiten nur vermuten, doch war der Rachweis durch das Experiment wegen der geringen Anziehungskräfte unmöglich. Erst im Jahre 1298 gelang es Henry Cavendish, mit Hilfe einer sogenannten Drehwage die Anziehung experimentell nachzuweisen: er benutzte dabei zwei Massen von je 158 Kilogramm Gewicht, die an einer um eine Achse drehbaren Stange aufgehängt waren, und denen zwei Heinere Massen von je 730 Gramm gegenüberstanden. Cavendish fand, daß die Masse von 158 Kilogramm diejenige von 730 Gramm in der Entfernung 20,32 Zentimeter mit einer Kraft von 0,01 987 Dyn. anzog, d. i. eine Kraft von ungefähr Vso Metergramm. Die Versuche wurden 1878 von dem deutschen Physiker Jolly in München in etwas anderer Form wiederholt und bestätigt. Die genauesten Messungen stammen von dem vor einigen Zähren verstorbenen Marburger Physiker Richarz, die dieser zusammen mit Krigar-Pkenzel zu Spandau 1896 ausführte. Man benutzte hierbei einen Dlelwürfel von zirka 2 Meter Kantenlänge (100 000 Kilogramm), lieber dem Klotz befand sich eine Wage, deren eine Schale sich über dem Klotz, deren andere sich unterhalb desselben befand und an einem Faden hing, der durch fine in den Bleillotz gebohrte Röhre geführt war. Sn jeder Wagschale lag eine Masse von 1 Kilogramm. Die Massenanziehung zwischen Bleillotz und Gewichtstücken rief eine Drehung der Wage hervor, aus der man auf die Große der Anziehungskraft schließen konnte. Hunderte von Messungen und Arbeitstagen waren nötig, um das Resultat genau zu erhalten, und man fand, daß der Bleillotz die Masse von 1 Kilogramm mit einer Kraft von 0,721 Metergramm anzog. — Heutzutage benutzt man zum Rachweis der Massenanziehung bedeutend Heinere Massen. Sm Prinzip wird dabei die Drehwage von Cavendish benutzt: der Faden, der den Wagebalken mit den leichteren Massen, je 2’4 Gramm, trägt, ist ein äußerst feiner Quarzfaden. Den Heineren Massen stehen größere von je 2,8 Kilogramm fest gegenüber, und die Ablesung der Drehung des Quarzfadens und damit die der Heinen Kugeln erfolgt mittels Spiegels und Lichtzeigers. AuS den gefundenen Werten, ferner aus der Entfernung eines Körpers vom Mittelpunkt der Erde und der Dimension dieser selbst findet man dann durch eine leichte Rechnung die Zahlen für die mittlere Dichte und die Masse der Erde, wie sie oben angegeben sind, und damit ist daS großartige Werk gelungen, die Erde „gewogen^' zu haben. Th. Die Gntte ohne Sense und Dreschflegel. Die Zeit der Ernte naht wieder heran, und damit steigen vor unferm geistigen Auge Idyllische Bilder auf: das Heer der Schnitter und Schnitterinnen mit Sense und Sichel, die hochbeladenen Erntewagen, kurz, jene Szenen, wie sie Schiller In der „Glocke" geschildert, wie sie Ludwig Richter und andere Meister so oft dargestelli haben. Aber diese poetischen Erntebilder gehören schon heute der Vergangenheit an und werden unsere Kinder oder Kindeskinder so altertümlich-romantisch berühren, wie uns etwa Postkutsche und Rachtwächter. Rur die Dauern und Kleingrundbesitzer arbeiten heute noch in dieser Weise. 3m Großbetrieb der Landwirtschaft ist die Maschine an die Stelle des Menschen getreten: es wird ohne Sense geerntet und ohne Dreschflegel gedroschen. Diese „Ernte von heute" schildert Dr. Albert Reuburger in einem Aufsatz von „Reclams Universum". An die Stelle von Sense und Sichel tritt der Bindemäher, der die Halme abschneidet und sie sofort selbsttätig zu Garben zusammen- binbet, die er in regelmäßigen Reihen niederlegt. An die Stelle des Tiergespanns tritt der Motor- Pflug. dellen Pflugscharen für die Erntearbeit abgenommen sind, und der bann als Zugwagen Verwendung finbet Daneben gibt es auch noch besondere Erntewagen, „Trekker" oder „Schlepper", die wie der Motorpflug von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden. Ein solcher Motorwagen zieht gleich eine ganze Anzahl von Dindemähern hinter sich her, die, staffelförmig angeordnet, außerordentlich rasch arbeiten. Auch Heine Automobile, Mähmaschinen gibt es. Sind die Garben trocken, so ziehen die Trekker gleich eine I ganze Anzahl hochbeladener Erntewagen hinter I fich her jur Scheune; es lassen fich an einen! Achen Motorwagen mit 60 oder 80 PS gar ottll solcher Erntewagen anhänaen. Unb der Motor bebarf feiner Ruhe wie Tier unb Mensch; er afoeltet Immer, wenn es nötig ist auch bd Deshalb hat man besondere Beleuchtung-- emrufctnugen für bie Felber geschaffen, so baß bei drohenden Gewittern und Regen auch In bet ©unterbeit geerntet werben kann. DaS lustige Ttck-ttck-tack beS Dreschflegels ist von ber Dresch- maschine abgelöst, bie von Dorf zu Dori unb bon Gut zu Gut fährt, bie Korner ausbrischt unb sogleich von ber Spreu befreit Mit ihr zusammen arbeitet bie Strohpresse, bie baÄ Stroh Aufammenblnbet unb selbsttätig aus 'den Doben der Scheune beförbert Der Transport ber Ernte erfolgt burch großartig ausgestaltete Einrichtungen, bie ein rasches llmlaben von ben Eisenbahnen unb Schiffen In bic Getreidespeicher unb umgekehrt ermöglichen. Die Waschung ber Körnerfrucht, bie bas Verb erben während der Lagerung verhüten soll, erfolgt ebenso wie bie Trocknung burch große Maschinen. Für bie Bewegung ber ©etreibemengen sinb gewaltige Becherwerke vorgesehen, bie bas Betreibe aufschaufeln unb btö zu ben Rinnen emporheben, in benen eS In bas Innere ber Getreibespeicher btneinglettet Sie schaufelnben Decher sind an einer Kette ohne Ende befeftlgt, bie über zwei Rollen läuft Auch Pneumatische Gerteibeheber finben Verwendung, von denen mit sog. „Säugrüsseln" bic Körn« auL9.ela^9t und nach bem Ort ihrer Desttmrnung getotrbett toerben. Diese mobernen Getreibespeicher, bie Silos, sinb mit ihren erstaunlichen trine r n Einrichtungen ebenso wie die nwberne Stoible, bei ber es kein Mühlrad unb feinen ©taub mehr gibt, bie rechte Ergänzung zu ber Ernte ohne Sense unb Dreschflegel. Das Papierdorf. Eine Ansieblung, beren Dewohner sich ausschließlich mtt ber Herstellung von Papier beschäftigen unb bie daher von den Europäern das Papierdorf genannt wird, befindet sich in dem französischen Protektorat Tongking, eine Fahr- ßunbe von ber Hauptstadt Hanoi entfernt Von bem Leben unb Treiben in biefem interessanten Papierborf erzählt 3. C. Martin in „lieber Land unb Meer". Die Mutter Ratur bietet bie zur Papierbereitung nottoenbige Zellulose ben Bewohnern bes Papierborfes in ber leichtesten unb bequemsten Weise bar. Die Waldungen bestehen nämlich zum größten Teil aus sog. Papiermaulbeerbäumen unb Strohkräutern, beren Rinde ben nötigen Zellstoff liefert. Kaum betritt man baS Papierborf, so fällt einem auch schon bie eigenartige Tätigkeit auf, ber sich Männer, Frauen und Kinber mit Eifer bingeben: links unb rechts von ber beschatteten Dorfstraße sieht man mtt Wasser angefüllte Erbgruben, in denen bie Rinben aufgeweicht werben, worauf sie Heine Mädchen unb Knaben in nassem Zustande mtt ihren zarten Fingern ablosen. Gleich daneben stehen hohe Lehmofen, in denen die gelösten Stücke zum Abkochen gebracht werden. Vorn am Wege hantieren unter offenen Hallen Frauen vor Trögen, in denen die weißlich graue Masse als Zellulose schwimmt. Die Frauen schöpfen sie zunächst in Kästen von 50 Ztm. Länge unb 25 Ztm. Breite unb nehmen bann mtt sehr feinen, gerahmten, biegsamen Dambusmatten einen Teil bavon auf, ben sie so lange ununterbrochen schütteln, bis bas überschüssige Wasser abgeflossen ist. Auf biese Welse bilbet sich eine bümte gleichmäßige Lage, bie vorsichtig abgehoben unb seitwärts auf einer Steinplatte ausgebreitet wirb. Haben bie Stöße eine Höhe von etwa 20 Zentimeter so wirb ber Rest ber Flüssigkeit auf bie primitivste Weise herausgepreßt, inbent man Steinplatten mit Hebeln unb Stricken verwendet. Run kommen Lagen von etwa 10 Stück auf heiße, mtt Reisstroh geheizte Kalkwänbe, auf benen nach kurzer Zeit bie völlige Austrocknung erfolgt tfc unb bann werben bie einzelnen Blätter vonein- anber abgezogen, was ohne Schwierigkeiten vor sich geht. Durch wiederholtes Kochen ber Maste lassen sich drei verschiedene Qualitäten Papier Herstellen: das letzte Aufbrühen gibt bie geringste Sorte her. Dieses Büttenpapier eignet sich nur zum Packen, und man findet es in jedem Laben In Hanoi unb an ber Küste. Wohl nirgenbS sonst wird noch Papier auf eine so primitive Weise, bie an bie Zeiten ber Anfänge ber Papierfabri kation erinnert, hergestellt. Wettaugeln. Sin Sport, ben man bei unS gar nicht leimt bem aber bie Briten leibenschaftlich huldigen, ist bas Wettangeln, bas jetzt toleber in England In großen Kämpfen vor sich geht. Eine anschauliche Vorstellung von biesen merkwürbigen Veran- ialtungen gibt uns eine Schilberung Christopher Decks in einem Lonboner Dlatt: „Das Wettangeln ist eine Spezialttät Rorb- unb WestenglanbS. Die Anmelbungen für einen großen Wettbewerb belaufen sich biS zu 1000. Früh am Morgen bes schicksalsreichen Tages bringen Sonberzüge bie Angler an Ort unb Stelle, und ein ganzer Strom von Männern ergießt sich bann an ben Versammlungsort, alle haben sich mit den besten Anglergeräten unb ben nach ihrer Meinung vortrefflichsten Kobern ausgerüstet. Die Leiter des Wettbewerbes warten bereits mit ben Zahlen, von benen sich jebe in einem versiegelten Kuvert befindet. Es erfolgt bann bas Verlosen ber Plätze. Die Aufregung, bie bei blefer Lotterie herrscht, erklärt sich baraus, baß bie Zahl, bie man sieht, bie Länge bes Weges bestimmt, ben man bis zu seinem Angelplatz zurückzulegen hat. Wer nur ein paar hunberi Meter zu gehen braucht, hat eS natürlich bequemer als ein an» berer, ber ein paar Kilometer zurücklegen muß. Riemand aber barf zu angeln beginnen, bevor nicht bas Signal gegeben ist. 3m Ru starrt das Waster von ausgeworfenen Angeln, unb bie verschieb en- artigften Köber schwimmen im Wasser. Heber Sportsangler hat sein eigenes Köberrezept, bem natürlich bie Fische nicht wiberstehen können; ber eine angelt mtt künstlichen, ber andere mtt lebendigen Fliegen, ein dritter mit einem geheimnisvollen Köber, ben er sich aus ben verschie- benariigsten Dingen bereitet Rach einer bestimmten Anzahl von ©tunben ist baS Wettangeln beendet, und nun erfolgt bas Wiegen bes Fange-. Die Preise werden nämlich an biejenlgen verteilt, beren Körbe das größte Gewicht haben. 3n rüheren Zetten würben große Mengen gara Heiner Fische gefangen unb getötet, um dadurch bas Gewicht ber Deute zu vermehren. Jetzt aber inb gewisse Grenzen für bie Größe ber Fische festgesetzt, so baß nur bereits ausgewachsene Tiere beim Wiegen zugelassen werden.