Erstes Matt M. Jahrgang Donnerslag, 15. September 1921 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniek und Verlag: vrLhl'sch« Univ.-Such- und Steinöruderei R. Lange. Schnftleitung, Geschäftsstelle und vruderei: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bi« zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit Preis für 1 mm höhe süi Anzeigenv 34mmBreite örtlich 40 Pf., auswärts 50 Pf.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Srcite 180 «Pf Bei Platz. Vorschrift20 Aufschlag. Hauplschristleitcr: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil i.D.: Aug.Goetz; für den Anzeigepleü: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Nr. 2(6 Der Siebener Anzeiger mH der Dienstagsbeilage .Spart-Umfchau- er. scheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Monatliche veznospreise: Mark 5. - «nschlleßlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung l 12; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Antelaer Gießen. PostscherNonto: Srentfirt a. m. 11686. Die Thüringer Wahlen. Aach sehr hartem, stellenweise leidenschaftlichem und heftigem Wahlkampf, in dem es an bedauerlichen Ausschreitungen von links und sogar Misthandlungen gegnerischer "Redner nicht ge- fehll hat, ist die Wahl in Thüringen am letzten Sonntag vonstatteu gegangen. Der Besitzstand der Deutschnationalen bleibt unverändert 4. die Deutsche BvllSparlei gewinnt mit 9 Mandaten einen ölt), den die Demokraten verlieren, öie besitzen nun nur noch 3 Mandate.Das ist vermutlich die Quittung der bürgerlichen Ötimmgeber dafür, dast sich die Demokraten im aufgelösten Landtag geduldig unter die Fuchtel "der Mehrheits- sozialisten gebeugt, diesen bei jeder Gelegenheit den Steigbügel gehalten und sich gegen die Interessen des Bürgertums gewandt haben. Es hat sich hier dasselbe Schauspiel im Meinen wiederholt, das sich schon einmal im Reich und in Preuhen abgespielt hat. 3m bisherigen Landtag standen aus der einen Seite 11 Mehrheitssozialisten. 11 Unabhängige und 4 Kommunisten, also 26 Stimmen, gegen 11 Mitglieder des Landbundes, 8 Deutsche VolkSparteiler und 4 Deutschnationale, also 23 und 4 Demokraten, die sich, wie erwähnt, der antibürgerlichen Mehrheit angeschlossen hatten. 3m neuen Landtag haben die Mehrheits- soziallsten 12, die Unabhängigen 9 und die Kommunisten 5 Sitze, zusammen also 26 Stimmen. Landbund mit 10, Deutsche Bolkspartei mit 9 und Deutschnationale mit 4 Stimmen verfügen über 23 Stimmen. Da anzunehmen ist, dast die Demokraten (3 Sitze) sich nunmehr auf ihre Eigenschaft als bürgerliche Partei besinnen werden, und da die beiden bisherigen "Abgeordneten, die für die Politik der vier Demokraten in erster Linie verantwortlich zu halten waren, nicht wieder aufgestellt worden sind, darf man einigermaßen darauf rechnen, dast sie eine andere Regierungsbildung als die bisherige herbeizuführen helfen werden. Allerdings haben die bürgerlichen Parteien den Verlust eines Sitzes zu verzeichnen. Die Ratl Korresp. hebt das Auftreten der Wirtschaftspariei hervor, die auch "bei den Thüringer Wahlen wieder ihre zersplitternde Kraft zum Schaden des Bürger- wms geltend gemach' hat. Mit der Sonderliste des Zentrums zusammen bat sie rund 10 000 Stimmen aufgebracht, die völlig unter den Tisch ie Beschlüsse des ständigen Ausschusses zu und bemerkte sodann, es werde in der Presse die Be- auptung aufgeflellt, dast er den Ministerpräsidenten gestürzt habe. Zum Beweis dafür werde angeführt, dast schon seit längerer Zeit zwischen ihm und von Kahr tiefgehende Meinungsverschiedenheiten bestanden hätten und dah er beim Katholikentage in Frankfurt a. M. mürbe gemacht worden fei. 3n Frankfurt habe er überhaupt mit niemanden ein Wort über Politik gesprochen. Mit Herrn von Kahr sei er in allen gröberen Fragen einig gegangen. 3n einem sozialistischen Blatte werde behauptet, er habe den Ministerpräsidenten deshalb gestürzt, um selbst sein Aachsolger zu werden. Er möchte hierzu nur beerken, dah er nach der Revolution schon mehr als einmal Gelegenheit gehabt habe, Minister zu werden, es aber grundsätzlich jedesmal abgelehnt habe. Kurz vor der Revolution hätte er sich folglich unter dem äuhersten Zwange der "Verhältnisse dazu herbeigelassen. Abg. Timm (Soz.) erklärte, auch er fei davon überzeugt, dah Held bei den letzten Entscheidungen nur aus rein sachlichen Gründen gehandelt habe Wohl in feiner Situation hätte bis- hc rber Landtag undbesvnders auch die Mitglieder der Oppositionsparteien eine solche Toleranz an den Tag gelegt, wie bei den letzten Vorgängen, wo man sich direkt von Vertretern der Regierung habe hrüskieren lassen. 2wg. Held (Bayer. Dvlkspartei) ersuchte, den Ausrduck „brüskieren" nicht aufr«htzuerhalten. Er selbst sei es gewesen, der dem Ministerrat ^suchte, möglichst noch am Samstagnacht zu einer Entscheidung zu kommen, wodur ch sich die lange Verzögerung ergeben habe Abg. Reumann (USP.i behauptet ebenfalls, da hes sich um ein illoyales Verhalten dem Landtag gegenüber gehandelt habe. Vorsitzender Held wandte sich auch gegen diese Bezeichnung. Der Ausschuh tritt sodann in die Tagesordnung ein und befahte sich mit den Vorgängen in München, Dürnberg und Koburg Das Präsidium des Rcichsbürgcrrats beini Reichskanzler. Berlin, 14. Sept. (WB.) Eine Abordnung des Präsidiums des Reichsbürge r- rats unter Führung des Staatsministers von CbbeU überreichte heute nachmittag dem Reichskanzler eine Resolution des AeichLbürgerrats Die Erklärung der Vertreter des Reichsbürger- rats, nach allen Richtungen versöhnend zu wirken undpositive Mitarbeit beim Wiederaufbau Deutschlands leisten zu wollen, nahm der Reichskanzler dankend entgegen. Mit einer Schilderung der gegenwärtigen politischen Lage begründete der Reichskanzler die Rotwen digkeit der letzthin ergangenen Verordnungen Die Aussprache schloh mit der Erklärung des Staats- Ministers von Löbell ab, dah die Vertreter des Reichsbürgerrats mit den vom Reichskanzler vorgetragenen Grundanschauungen einverstanden seien. Sie hofften, dah durch gemeinsame Arbeit das gewünschte Ziel, die Beruhigung der Politischen Lage erreicht werde. Hergtüber den inneren Frieden. Der Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei, Abg. Staatsminister H e r g t. hat sich im Gespräch mit einem Vertreter des „Verl. Lokal- Anzeigers" folgendermahen geäußert „Riemand weih bisher, auf welche Motive tatsächlich der Mord an Erzberger zurückzuführen ift. "Damit entfällt aber die Berechtigung, aus dieser Tat auf eine Mordatmospbäre in rechtsgerichteten Kreisen zu schliessen. Dagegen könnte allerdings die hemmungslose Hetze, die seit dem Tode Erzbergers unter Mitschuld der Regierung gegen alle nationalgesinnten Kreise eingesetzt hat, durchaus geeignet sein, die Leidenschaften so auszupeitschen, dah daraus Wahnsinnstaten geboren werden könnten Der Deutschnationalen Volts- Partei ist von irgendwelchen derartigen Plänen nicht das geringste betarmt geworden. Bei meiner Besprechung mit dem Reichskanzler hat dieser aber behauptet, tatsächliches Material dafür zu vefitzen, dah Gewalttaten in ultra-rechtsgerichteten Kreisen für die nächste Zeit geplant feien, ohne damit allerdings die Deutschnationale Volks- Partei belasten zu wollen. Diese Behauptungen sind uns in den letzten Tagen von einer anderen Regierungsstelle bestätigt worden, wobei wiederum hinzugefügt wurde, dah die Deutschnati'o- nate Volkspartei mit diesen Plänen nichts zu tun habe. Ja, man glaube sogar Grund zu der Armahme zu haben, dah die betreffenden Kreise absichtlich unsere Partei im unklaren hielten, offenbar m dem Bewußtsein, bei der Partei für solche Pläne mir schroffste Adlaae zu finden, wenn man vielleicht auch glaub’, durch vollendete Tatsachen aut uns ein wirken zu können. Der Reichskanzler hat an leine Mitteilungen bas dringende Ersuchen geknüpft, auch unsererseits mit allem Flachdruck unseren Einkluh auf alle uns zugänglichen Kreise geltend -u machen, um sie von Rechtsbrüchen abzuhalten. Don mir ist schon bei meiner Rücksprache mit dem Reichskanzler der Standpunft eingenommen worden, dah eS in erster Linie Sache der Regierung sei, in dieser Weise vvrzugehen, u xi ihr bisherige« Verhalten jur schwersten BeWmlngung des Volkes wesentlich mit beigetragen habe Zch habe es aber zugleich für selbstverständlich erklärt, dah die Däitschirationale Volkspartei sich ihrersells zu yner entsprechenden Maßnahme zur Verfügung stelle. Sie folgt damit nur dem, was sie schon wiederholt in feierlichster Form zum Ausdruck gebracht hat. Wir lehnen grundsätzlich das Vorgehen mit Gewalt im innerpolitischm Kampfe ab. Wer zum Mittel der Ge walt greift, stellt sich dadurch auher halb der Partei. Richt eine gewaltsame Lösung kann uns frommen, vielmehr vertrauen wir zuversichtlich darauf, dah sich unsere gute Sache in einer völlig gesetzmäßigen, friedlichen Entwicklung von selbst durchsetzen wird. Wohl ist die Empörung und Entrüstung bei unseren Anhängern über die Verfolgungen, denen alle nationalen Regungen zur Zeit ausgesetzt sind, riefen groh und durchaus verständlich. Richt« toärc aber verfehlter, als sich dadurch zu Unüberlegt Hellen hinreihen zu lassen und so hinterher den Angreifern die Gründe für ihre Hetze zu liefern die ihnen bisher fehlen. 3ch kann deshalb nur dringend mahnen, daß alle, die sich zu uns halten, sich nicht vom Boden des Gesetzes ab bringen lassen. Wenn diese Auffassung Gemeingut aller politischen Parteien und aller Bevölkerung» kreise wird, dann hoffe ich zuversichtlich, dah c- trotz allem gelingen wird den schwer bedroht" i inneren Frieden wieder herzustellen." Neue Ieitungsverbote. Berlin, 14. Septbr. (W.D.) Durch die Berorw nung des Reichsministers des Innern in Berlin ist die in Berlin erscheinende „Rote Fahne" vom 15. bis 17 September und das in Gotha erscheinende „Gothaer Dolksblatt" vom 15. bis 22. Septbr beide auf Grund der Verordnung des Reichspräsi. denten vom 29. August, verboten worden. Die Steuergesetze im Reichswirtschaftsrat. Berlin, 14 Sept. Die Generaldiskusssion über die Steuergesehe und den Antrag Wissell wird fortgesetzt. Dr. v. Siemens (3nZ>uftriebertretcr) polemisiert gegen He gestrige Behauptung Wissells, dah die 3nbufttic aus egoistischen Gründen die Erfüllung des Ultimatums erschwere und durch Umstellung sehr wohl befähigt sei, die Anforderungen zu erfüllen. Vom grünen Tisch aus lasse sich eine Umstellung nicht durchführen, am allermindesten durch Zwang. Das Sch lag wort „Gold werte" habe schon viel Unheil angerichtet, denn ein jeder gebe ihm eine andere Auslegung. Wenn der Staat die Substanz einziehe, so könne er wohl die Schuld ablösen, nicht aber ihre Verzinsung. D-- schafft er sich auf Grund der Substanz einen Dorschuh, so wäre das auch nur eine vorübergehende Erleichterung. Der Redner bestreitet, dah die 3n dustrie Devisen zurückgehalten habe und wendet sich gegen die Behauptung Dr. Helfferichs, dah die Wirtschaft die Schuld an diesen "Verhältnissen trage. Redakteur Feiler (Frankfurt a. M.) meint, das Ausland sei schon heute in der Lage, uns völlig aufzukaufen, und uns zu Lohnsklaven zu machen. Unsere*Produktion sei allerdings im Aufblühen. Aber Mittelstand und Beamtenschaft be fänden sich in Rot. Die geistigen Arbeiter geben unter, weil sie der Geldentwertung keinen Wide> stand bieten können Rur durch den Eintritt ist bir Substanz kann der fortgesetzten "Verminderung un seres Rationalvermögens begegnet werden Fabrikant Vögele (Mannheim) (berufener Vertreter) fordert von der Reichsregierung genaue Auskünfte über die Wiedergutmachungsverpflich tungen. 3m Hinblick auf das Sinken unserer Va luta, auf die Teuerung beim Einkauf von Rohmaterialien und Halbfabrikaten, auf das Steigen der Auslandszölle und auf die verminderte Kaul kraft des 3nlandes, werde ein Eingriff in die Substanz zu einer großen Enttäuschung führen. Viel leicht lasse sich der Versuch machen, die Erträgnisse der Sachwerte mit einer erhöhten Steuer zu be legen und diesen Betrag für Vorausbeschaffung im voraus zu eskomptieren Habermann (Deutschnationaler Hand lungsgehilsenverband) will sich mit dem Antrag Wissell nach der gestern hier erhaltenen Aus Icgung einverstanden erklären .Ingenieur Dahl (freie Berufe) befürchtet daß der Gedanke WissÄls von der Gemeinwiri schäft zu einem reinen Staatsbetriebe führen werde. Die Regierung predige den anderen immer Sparsamkeit, ohne selbst solche zu üben. Direktor Wussow (Berliner Straßenbahn« hält den von der Regierung bei den neuen Steuern beschrittenen Weg nicht für gangbar. Man stell die Gesamtsteuer auf Umsatz und Einkommen Diese baue man aus, aber nicht weiter. Wie ein Mann, der im Konkurs stehe, müsse die Re gierung einen Zwangsvergleich mit dem Aus lande anflreben. Wenn die Substanz aber bereits angegriffen sei, sei ein solcher Vergleich nicht mehr zu haben. Rachdem noch Albrecht (Landarbeitervertreter) darauf verwiesen hatte, dah eine De lastung der Sachwerte noch feine Konfiskation bedeute, schlieht die Generaldebatte. Der A n - trag Wissell wird an den Wiedergut- machungsausschuh überwiesen. Der Antrag Max Cohen (freie Berufe), eine freie Vereinbarung anzustreben zur Feststellung von im Auslände befindlichen Vermögens werten, wird angenommen, ebenso ein Antrag Schweitzer sLechnsscher Angestellter der Industrie) Über den Ausbau der Außerchandelsstatistik und ein Antrag Gärtner (Bergarbeiter', der die Arbeitszeit im Steinkohlenbergbau allgemein gesetzlich regelt. Liach Annahme einer Reche weiterer Aus- schußb^chlüsse über eine Reform derErwerbslosen- unterftühung und Abänderung des Gesetzes über die Wochenhilfe im Einklang mit den entsprechenden Beschlüssen des Reichstages vertagte sich das Haus aus unbestimmte Zeit. Das tüchtigste Volk der Welt. Kopenhagen, 14. Sept. (2D. B.) Jur Finanzlage Deutschlands schreibt die J-inanz-Tidende an leitender Stelle u. über England lieber der «t- f Unter scüM völligem, trotte* iden und slan« rtcn. tncr «ochschule endigen Kennt- Kochstunden zu als wenn man 'soll. §ie Koch- auf ihrem eige- )je Lücken und ei« iS!ommen«uno AS- *55' a® ? AnttöS" "’SSi*» wu^ nung d» ' w*! d. Ms* tief *jrf ügend^s 25^3 So" W° mit ««•* Z«3=" »saw 6m SÄ’’ > Mm *{ -rS Stenina ^twagens-g, Fuente, M>. ? dir ?ulen 2Innnhm jWenöci, ^terunafter, die T,. Dünsche Etagen fttoit °m 4. Vktv- Mdvhnelliner. NeMbodofl» Usschuh tpirt) ls dahin über, unter auch rstandete De- '• welche tm neu inngt« "Preisrückgang in Thüringen. Seit einer Woche sind die Preise für freigehandeltes Getreide immer mehr zurückgegangen. Während anfangs für Weizen 240 bis 250 und für Koggen 185 bis 190 Mark gezahlt wurden, sind die Preise jetzt wieder heruntergegangen und betragen für Weizen 200 und für Koggen 184 Mark. Die Preise werden wohl noch weiter weichen, wenn erst der Bus- drulch in größerem Maße einsetzt. Auch die Kar- tnf felpreife gehen zurück. Jetzt ist in Thüringen bereits der Preis auf 55 bis 60 Mark gefallen und Schlesien meldet Preise rfbn 35 bis 40 Mark, ebenso andere Provinzen. - Mit Kücksicht auf die sinkenden Mehlpreise Hot die Bäckerinnung Hannover den ‘Preis für das markenfreie Brot um 50 Pfg. (für ben ßaib herabgesetzt Ebenso ist der Preis für Wm-enbrotchen auf 25 Pfg. ermäßigt worden. vsrnotizen. - lege skalenberfür Donnerstag: Vostkellcr, R' . Uhr, Mitgliederversammlung der Deutschnationalen Dolksportei. - Cafe Keuß, 8 < Uhr, Keriammlung der Demokratischen Frauengruppe. Deutsch nationale Dolkspartei. Dei der Heute f Donnerstag) abend im Postkeller hatlsindenden Dersamrnlung wird über den Keichs- Parteitag in München berichtet werden. Bolksunterhaltungsabend. Der Cvang. '.! r b e । 1 e r o e t e i n hat in den letzten fahren auf kern Gebiete der Volksbildung wesentliches ge- l’iftet. Er versucht besonders seine Mitglieder und ,ireunbc für gute Musik und Literatur, sowie be- uiibers ausgesuchte theatralische Darbietungen zu interessieren. Auch bei dem am Sonntag, 2 5. Sept, abends in der Turnhalle stattfindenden Dolks- unterhaltungsabend ist diesen Bestrebungen n bester Weise Kechnung getragen. Neben musika« ischen Darbietungen wird Frau Mendelssohn-Bar. bolbn mit Rezitationen aufwarten. Weiter sind vor- «sehen Lieder zur Laute, Deklamationen in hessischer Kundart, Märchenaufführungen, sonstige theatralische Darbietungen «sw., so daß auch diesmal den Besuchern ein genußreicher Abend beoorsteht. (Eine kreishandwerkerversamm- I Mn q wird am nächsten Montag vormittag im Hotel •Subern abgehalten. Sydikus Schüttler- Darmstadt wird Ober die N e u o r g a n i s a t i o n des Handwerks sprechen, Architekt K e p p - Frankfurt a M über die Kranken- und Sterbe. Kasse für selbst. Handwerker und ® e. n> c r bje t r e i b e n b e. Landkreis Wietzen. f. Londorf, 14. Sept. Dor acht Sagen traten die Qfrbeiter der „Hessischen Steinbrüche" wegen rte>bnftretHgteiten mit der Firma in den Aus - ft a n b Nachdem nun eine Lohnerböhtlwg von 20 Prozent gewährt wurde, gingen die ©treifenben heute wieder an die Arbeit. Äreie Alsfeld up. Wettsaasen, 14. Hept. Auch unter Ort bat ein älmschaltungsgebäudc für die elektrische Licht» und Araf Heftung erhalten. Dav Aufstellen der Masten führt vor unterem Ort über einen Baialthügel Hier mußten starke Sprengungen vorgenommen werden Da die Dei- ttrführung der Leitung auf Schwierigkeiten gestoßen ist, konnte bis heute die Stromführung noch nicht beendigt werben. Kreis Kriedbcrg. :: P o Hl-Göns, 14. Sept Aachdem erst kürzlich die hiesige evangelische Gemeinde an freiwilligen Gaben über 6000 Mk. zurNeparatur der Orgel aufgebracht hatte, bat nunmehr der Ktrchenvvrstand und die kirchliche Gemeindevertretung unter Vorsitz von Pfarrer Naumann beschlossen. für die zwei abgelieferten Glocken ein vollständig neues Geläute von drei Vronceglocken anzuschaffen Gin entsprechender Vertrag wurde mit der ©Ixxfcngiefterci Schilling in Apolda abgeschloffen und die Gemeinde hofft, bis Advent die neuen Glocken zu haben Hessen-Nassau. mc. Frankfurt a. M., 14. Sept. Eine Frankfurterin hatte vor dem Kriege einen Franzosen geheiratet, kehrte aber bei Beginn des Krieges nach hier zurück und lebte in wilder She mit einem Kaufmann, der vier Zunder entsprossen. Da die Che mit dem Franzosen noch nicht geschieden war und die Mutter starb, galten die Kinder als dem Franzosen gehörig und wurden nach Metz abtranSpor» tiert. Nun ist ein Streit zwischen den Metzer Pflegeeltern und der Stadt Frankfurt entstanden, da beide die Versorgung der Kinder ab- lehnen. Hoffentlich findet sich eine treue Seele, die sich der armen Kleinen annimmt, die wirtlich schwer unter der Sünde der Mutter leiden. mc. Frankfurt a. M., 14. Sept. Das Mieteinigungsamt hat sich gestern mit der Frage beschäftigt, wer die neuenStra- tzenreiniaungsgebühren zu zahlen habe. Man kam zum Entschluß, sie wiederum dem Mieter aufzubürden, jedoch mit der Einschränkung, daß in Häusern, die der Besitzer selbst verwaltet, die Parteien, also Mieter und Vermieter, die Gebühren anteilmäßig zu tragen haben. spb. Flörsheim, 14. Sept. Die Unter- suchung über den Eisen bahn unsall in der Nähe der hiesigen Station hat festgestellt, daß eS sich um einen Fall handel», der sehr leicht von schweren Folgen hätte begleitet sein können. Der Unfall erfolgte durch den Achscnbruch an einem Schlafwagen in dem von Köln nach granffurt nachts hier durchgehenden D-3ugc_ «ine ganze Strecke weit — über 200 Meter — lief der Schlafwagen einseitig außerhalb des ©leite? und bog die Schienen auseinander. Zum Glück war der Schlafwagen von Neifenben völlig unbefeht Gerichtssaal. fpd Saarbrücken, 14. Sept Das hiesige S o nd er ge richt fällte einen ttrteilSfpruck. der weit über den Nahmen feiner bisherigen Tätigkeit hinausgeht unb für die Allgemeinheit von größtem Intereste ist. Der Epezialarztfür Frauenkrankheiten. Dr. Nüttermann «Saarbrücken) hatte an der Frau eines Oberbahnhofsvorstehers eine Operation vorgenornmen. die etwa 45 Minuten in Anspruch nahm unb dafür 500 Franken, nach dem damaligen Kurse 2700 TOt. liquidiert. Später mußte sich die Stau in einem Krankenhaus einer dreistündigen Operation unterziehen und dann dort noch 26 Tage zubringen, wofür sie im ganzen nur 3000 Mk. zu zahlen hatte Der Ehemann stellte gegen den Frauenarzt Strafantrag wegen Preistreiberei. 3n der Gerichtsverhandlung wurde festgestellt, daß der Frauen- arxt nach der Aerztegebührenordnung höchstens 1300 Mk. berechnen durste. Der Staatsanwalt bc antragte gegen den Arzt eine Geldstrafe von 25 000 Mk. wegen Preistreiberei Das Gericht verurteilte Dr. Nüttermann zu 16 000 M!. Geldstrafe und hob ausdrücklich hervor, daß es die Ausgabe habe, die Allgemeinheit gegen jede Ausbeutung zu schützen, ganz egal ob ein Schuster, Schneider, ober etn Arzt in Frage komme Wandern unb Reisen, Bäder. Gautag btt Fahrenden Gesellen Hirzenhain. 14. Sepi. 3n großer cl i in airs Frankfurt a. M hielt die Festrede, die in der Aufforderung gipfelte, den Bruderkamps im deutschen Vaterland einzustellen, um zur deutschen Volksgemeinschaft «zu kommen. Vermischtes. Görlitz, 14. Sept. (DDB.) Die Unterschlagungen von Stempelmarken bei dem hiesigen Hauptzollamt fanden, wie der „®&r- liher Anzeiger" meldet, Aufklärung. Als Däter wurde der Oberzollsekretär Semper, ein langjähriger Beamter des Hauptzollamtes ermittelt, der in seiner Eigenschaft jederzeit zu den Stempel markenfchränlen Zutritt hatte. Semper hat bei der Vernehmung das Geständnis abgelegt und angegeben, daß er die Unterschlagungen schon 5—6 Jahre betrieb. Er sei durch Not und Krank heil in der Familie dazu getrieben worden. Die unterschlagenen Stempelmarken verkaufte er im regelrechten Geschäftsverkehr. Der Wert der unterschlagenen Stempelmarken erreicht nahezu die Summe von 800 000 Mk., doch will Semper sich widerrechtlich nur 30 000 Mk. angeeignet haben 3n seiner Wohnung wurden 12 000 ÄR, vorgefunden. Semper befindet stch in Hast. Kirchliche Nachrichten. Fsrael. Neligivns - Gesellschaft. Sabbatfeier, 17. Sept. Freitag abd 6.10. Samstag Dorrn. 8.00. Nachm. 4.30. Sabbatausgang c.25 — Wochengottesdienst: mvrg. 6.30, abds. 6.00. Gießen, Öen 15. September 1921. in der 8813c Sonnenftrafoe 20 Fernruf 1212 Empfehle diese Woche Reparaturen. Eriatztcillaner. Ml! tlMt TO. UH. 11- PtiiMünMfltifflHiöJBLi.- Gießener Fleischhalle, roantorftr.52. Original: Felle und Pelze aller Art werden zum Gerben und Färben angenommen. Für die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche sagen mir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Paul Müller und Frau Lina geb.Marx. Färberei Braubach & Fischer Chem. Waschanstalt Gegründet 1848 Central-Drogerie, Schulstr. Eine große £cnbunn FaMalm zu den billigsten TageS« preisen eingetroffen. Ludwig Münch Lindeirttrntb. la Wi ab Lager u. in Waggon ladiinaen bietet an IMDOSttlobiig Die Litenz für d. anerkannt größte Reklame- sensation. mit Verteilung v. 18flo Preisen v. zus. Mk. 1 000000.— i. bar (1. 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M tnroetnöen fllntetöliehenen. Gteßen (Steinftr. 63), den 15. Sept 1921. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 31/, Uhr auf dem neuen Friedhof statt. 0lMe" A Wir erfüllen hiermit SWÄÜ die traurige Pflicht, die Rometaben von dem Ab leben unseres werten V Kameraden M Uw r“ Herrn k-toSy? Johann Lapp ’n Kenntnis zu fetzen mit der Bitte, üch zu der am 1 ß. Sevt.. nachm. 8 Uhr, stattffn denden Beerdigung auf dem neuen n-riebbof reckt zahlreich etnznffnden. Der Vorstand. Gießen, den 15. Sept. 1821. ”*v Köbgen, den 14. September 1921. »«' 70 Hochwertig 3 O/o Fettgehalt. [(/ mit Ueilchengeruch. iZu haben 'in allen Colonialwaren-Handlungen lAlleiniger Fabrikant: Saatroggen ausverkauft! Friedrichswerther Berawiuteraerke 1. Adsaat Mk. 215.— pro 50 kg Strubes Dickkopfweizen 1. Absaai Mk. 250.— pro 50 kg noch abzugeben 9940 Saatbaustelle Hofgut Utphe. Kreis» Handwerker- Versammlung Utenina, 19. September, oormittogs 10 Hör ___Im Saale öes Jinborn“, Sieben. 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Wimsterio litt in äußerst ftbe Hungen das erste meinschasisgedanler serr soziale Frcme aeixnden, im Diei unserer Iollsgem eine eigene Wissit Dienste unseres g Die zweite o| tzharakter einer / Tr. Berta Sr Frauenideal". D« Vorträge von Fra wer: ,We Fami und als zweites Familie" von Jri. gzidl. Frau Siebet im -liege zechvrtr Mtsgemeiilschafi i schast. Lebensgeseh niemals zustinwien 220. - Fräulein 6: Weise die Jugend In der vier Der Somrtagm ntten Vortrag von (Serlin) über: fiausftaucnarbck". dviimtz btt Lcmi Side Läuernmm dazu erschi auch Darvam Ä -Die Vertretung d wann sKölnsh-el und innere Prvble Die letzte vffe tagnachm'ttcig en Efichrungen bt !^ld. der Vunt orauenbundes, Megen zu ben’s W ^eder hmak ÄeRi bon 15)19 by, 551 •Ufte* bte mS^btttx ünjig^, bei -8rr. ,eüena,te ir Donnerstag, <5. September (921 Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen) Zweites Bla« (Schluß folgt.) t m (Nachdruck verboten.) 56. Fortsetzung. tag der der Hessen-Nassau. Raubüberfalle. des Gaues im Schau- Breuer, ju umerm crcmren am -juttxni unfrei Volksgemeinschaft und unseres teuren Vaterlandes^ Endloser Beifall lohnte die ausgezeichnete in einer großen Blutlache mit mehreren Stichwunden, vollkommen ausgeraubt, bewußtlos vor. Er kam ins Krankenhaus, doch dürfte er kaum mit dem Leben davon kommen. An derselben Stelle wurde vor einigen Tagen ein Tourist gewürgt und vollkommen beraubt. — Auch in der Äähe der Sachsenhäuser Warte wurde ein Arbeiter mit seinem Rade von drei Kerlen überfallen; er erlitt im Handgemenge so schwere Verletzungen, daß er gestorben ist. Anscheinend handelt es sich um dieselbe Bande, die im Frankfurter Stadt- wald ihr Anwesen treibt. Die Nothersteins. Roman von Erich Sbenstein. Copyright 1919 by Greiner A Eomp., Berlin W 30. das Milieu kennen gelernt, in dem sie aufgewach-- sen war. Was für klare, einfache und gute Menschen waren diese Andermatts im Pfarrhaus und Frau Wenk in Monrepvs! Menschen, denen man in der ersten Viertelstunde bis auf den Grund der Seele sah, und die nicht müde werden konnten, von ihrem Liebling zu sprechen. Wenn Rüdiger bisher noch nicht gewußt hätte, welchen Schatz an Liebe, Reinheit und Poesie Dv in sich barg, er hätte es jetzt begreifen müssen aus tausend kleinen Zügen, die ihm erzählt wurden. Aber er wußte es nur zu gut. Immerhin türmte er nicht müde werden, von ihr sprechen zu hören, er saß stundenlang neben Frau Wem aus der Hausbank, oder drüben im Pfarrhof zwischen den alten Geschwistern und lieb sich erzählen . . Er kam sich dabei vor wie losgelöst aus dem Leben. Die ungewohnte Ruhe nach Monaten der Arbeit und Sorge, der stille Frieden ringsum taten seinen erregten Verven wohl und lieh ihn alles andere beinahe vergessen. Sogar den Zweck feines Hierseins. Rur ab und zu sprach er mit Federlein, der ein sehr praktischer Mensch zu sein schien und feit dem Tode seines Herrn die feierliche Grandezza an den Ragel gehängt hatte wie die fchä- bige Livree — über die Reparaturen, die am Schlößchen vorgenonnnen werden sollten. Federlein machte gleich einen Kostenüberschlag, der erheblich billiger auSfiel, als Rüdiger gedacht hatte. Er erbot sich auch, alles in die Hand zu nehmen. Man brauche keine Handwerker von auswärts kommen lassen, meinte er. 3m Dorf seien tüchtige Leute genug, die alles gut und Rednerin und dje Begeisterung fand ihren Ausdruck in dem Lied: .Deutschland, Deutschland über alles". So schloh die 8. Generalver [ammlung des Deutschen katholischen Frauenbundes, der eine Tagung der Ougendabteilungen, die außerordentlich stark besucht war, voranging. Aus Stadt und Land. Diehen, den 15. Sept. 1921. "Wiederum schärfere Iugkontrolle besetzten Gebiet. Der Reichskommissar wohlfeil auSführen würden. Erlaucht, der Herr Graf könne sich ganz auf ihn verlassen. Auch ein Gärtner sei vorhanden, der einen Teil des Parkes um das Schlößchen herum wieder kultivieren Fönne And bis zum Spätherbst würde alles fertig fein Wenn Rüdiger nicht im Pfarrhof oder im Schlößchen weilte, streifte er traumverloren im verwilderten Park herum und suchte sich Dos Leben dort zu vergegenwärtigen Jeder Baum, feder Strauch, jede Blume sprach von ihr. Rur zwei Dinge vermied er ängstlich: an der Mauer dresche zu verweilen, oder sich von Frau Wenk über Waldemars Besuche berichten zu lassen, wo zu sie mehrmals einen Anlauf nahm. Er brach "bann jedesmal rasch ab und entfernte sich And doch hätte die Wirtschafterin ihm so gern erzählt, daß jemand existierte, der Do über die Maßen lieb hatte und sie zur Frau wollte. Sie meinte, Rüdiger als Vormund müßtt das eigentlich von Rechts wegen erfahren Auf dem Meierhof war Rüdiger noch nicht gewesen. Dieser lag eine Stunde entfernt, und Federlein hatte gemeint, es sei nicht viel anzusangen damit. Das Haus fei ganz baufällig, der Grund fast wertlos, da der ganze Bichelberg aus Schiefergrund bestehe. Der jetzige Pächter habe auch verlauten lassen, daß er den Kontrakt nicht erneuern wolle. Am besten wäre es. das ganze Grundstück dort zu verkaufen und damit die Reparaturen am Schlößchen zu decken Rüdiger fand diesen Vorschlag vernünftig, wollte aber die Sache vorher selbst in Augenschein nehmen, um annähernd den Kaufschilling bestimmen zu können. So machte er sich denn am nierten Tage feines Aufenthaltes auf den Weg dahin. (Fortsetzung folgt) der Ernzelfahrer-Vereinigung Gießen 9a B. D. R. am 18. Septemb.c sind fenster der Fahrvadhandlung Anton Ltndenplatz, ausgestellt. Kreis Schotte«. mc. Frankfurt a. M., 14. Sopt. Dicns- abend gegen 10 Ahr wurde in der Rähe Waldcrholungsstättc ein junger Mann, mit einem Mädchen spazieren ging, von drei Kerlen überfallen. Als das Mädchen von Offenbach mit Hilfe kam, fand man den Mann Briefkasten der Redaktion. M. L. M. 1. Don den Zinsen der Spareinlagen werden 10 Prozent für Steuer in Abzug gebracht. 2. Vorgesehen ist eine Mindestvergü- tung von 120 Mk. pro Wochenstunde, wozu ab 1. Oktober 1920 eine bOprozentige Zulage kommt. Die meisten Gemeinden gehen über diese Sähe Alles weitere können Sie durch die Kreisschulinspektion (Kreisamt) erfahren. 3. 3m vvrlie genden Falle konnnt ein eimnaliges Witwengeld sowie eventuell Waisenaussteuer in Frage. Antrag ist beim Dersicherungsamt oder bei der Bürgermeisterei zu stellen. l. G-e der n, 13. Sept. Der Fußpfad von hier nach Schotten, der seither nut wenigen bekannt war, und durch den die zahlreichen Bogen der Straße Gedern—Schotten bedeutend abgekürzt werden, ist durch einen grünen Strich bezeichnet worden. Er hat nun dieselbe Markierung wie der Weg von Schotten nach Ulrich- stein. — Ende dieses Monats wird Kammersänger Bischoff vom Landestheater in Darmstadt hier wieder ein Konzert veranstalten. Starkenburg und Rheinhessen. fpd. Bingerbrück, 14. Sept. Mit Beginn des Septembers ist die ganze linksseitige Rhein strecke von Bingen bis Boppard mit elektrischer Leitung versehen worden. Durch die Leitung ist eine Zusammenschaltung der Kreuznach — BLinger Werke mit denen von Coblenz vorgesehen, wenn in einigen Wochen die Restfdecke von Boppard bis Eoblenz durchgeführt ist. Eine weitere Verbindung ist mit dem rechtsrheinischen Leitungsnetz der Mainkraftwerke hergestellt. Weiter soll der Kreis Simmern an das Reh angeschlossen werden, doch ist diese Angelegenheit noch nicht spruchreif, da sich erst noch der Kreistag in Kreuznach damit zu befassen hat. für die besetzten rheinischen Gebiete teilt mit: In den Zügen des besetzten Gebietes üben die Minierten jetzt wieder eine schärfere Kontrolle aus. Die Reisenden tun daher gut, sich daran zu erinnern, daß alle Personen über 14 Jahre im Besitz eines Personalausweises mit Lichtbild sein müssen, der jederzeit den Kontrollorganen oorgezeigt werden kann. **2Bas kostet eine Reisenach Amerika? Richt jeder Vaterlandsmüde wird sich die Fahrt über den Ozean leisten können. Die regelmäßigen Passagier- und Frachtdampfer der American-Linie setzten den Preis für eine Fahrt Hamburg - Rew-Pork 1. Klasse auf 220 Dollars, 3. Klasse auf 120 Dollars fest. Rach dem Markkurs wären das rund 22000 bzw. 12000 Mk. " Die Ehrenpreise für das Rennen 8. Generalversammlung des Deutschen Katholischen Frauenbundes zu Würzburg. Eine Gießener Teilnehmerin an der Tagung schreibt uns: Vom 8.—12. September tagte in der schönen Frankenstadt Würzburg die 8. Generalveriannn- lang des Deutschen katholischen Frauenbund«- 900 Teilnehmerinnen au« allen Gauen Deutsch' landS, aus dem besetzten Gebiet, Oberichlesien, Oft- preußen. Danzig, waren herbeigeeilt, um den ..®etu der katholischen Frauenbewegung", der als Ve- samtthema der Verhandlungen galt, auf fcch wcrken zu lasten. Auch das Ausland hatte Delegierte entsandt. Fürstin Star Hemberg aus Wien betonte tote sich di« Frauen Oesterreichs eins fühlen mit ihren deutschen Bundesschwestern. Ties ergreifend waren die Schilderungen der Herzogin von Beaufort über die Röte in Deutschböhmen. Eine Vertreterin aus Ungarn und der Schweiz versicherte die Teilnahme der dortigen Frauen, und besondere Grüße schickten die Frauen au« Nordamerika. Die Dundesvorsitzende. Reichstagsabgeordnete Fri Hedwig DranSfeld, begrüßte zunächst die kirchlichen und weltlichen Oter tretet, den Erzbischof von Bamberg, die Abgesandten des Staates, der Universttät und der Stadt, ferner die Frauen des evangelischen Frauenbundes und der evangelischen Frauenhilfe Der Erzbischof von Bamberg dankte dem la- cholstchen Frauenbund für seine Mitarbeit, die nicht allein in DieSseitSkultur bestehe, sondern den christlichen Geist zu vertiefen suche. Ehristlicher Gemeinschaftsgeist. edle Einfachheit und Sittsamkeit ist das höchste Ziel der christlichen Frau. Sie wird die Rechte, die ihr gegeben sind, auszuwerten wissen und Einfluß zu getoiimen suchen im öffentlichen Leben. Regierungspräsident v. Henle schilderte bie edle Arbeit nationaler Frauenvereine. Oberbürgermeister Löffler hoffte, daß sich die Frauen in Würzburg heimisch fühlen, wenn auch Mc Straßenbahn still liege und die Straßen holperig seien. Prof. Henner bleuchtete in geistvollen Worten Me Beziehungen des Frauenbundes zur Aniversttät. Abg. Pros. Stang verglich in humorvollen Worten die Teilnehmerinnen mit den Schwalben, die Glück bringen. Frl Ministerialrat Weber (Berlin) erstattete m äußerst fabenreichen und spannenden Darstellungen das erste Referat über das Thema : „Gemeinschaf tsgedan len und Gememschaftsdienst '. Untere soziale Frauenarbeit wurzelt nicht nur im Dieseitsgedanken, sondern im bewußten Gottes- gebauten, im Dienste der Liebe und Versöhnung unserer Vollsgenostenschast. Wir haben nicht nur eine eigene Mission, sondern eine Dolksmission im Dienste unseres geliebten Vaterlandes. Die zweite öffenlliche Versammlung trug den Charakter einer „Dante-Feier". Es sprach Fräulein Dr Gerta Krabbel (Köln) über „Dantes Frauenideal' Der zwette Tag brachte bedeutende Vorträge von Frau Klara Siebert (Karlsruhe) über: .Alle gamilteiribeale in neuer Wertung" unb als zweites Referat. .Iugendprvbleme in der Familie" von Fräulein Berta Stehle (Stutt- Sart). Frau Siebert richtete den Blick von der n Kriege zerstörten zu der erneuerten Familie. BluiSgemeinschaft ist unauflösliche Lebensgemeinschaft. Lebensgeseh ist Gottesgesetz. Wir können niemals zustimmen der Aufhebung der §§ 218 bis 220. — Fräulein Stehle behandelte in meisterhafter Weise die Iugendprvbleme in der Familie. 3n der vierten öffentlichen Versammlung sprach Professor Dr. Simon übet „Sinn und Auswirkung des katholischen Friedensideals. — Der Sonntagmorgen brachte ben ausgezeichneten Vortrag von Frau Maria Heßberger (Berlin) über: „Wesen und Ausgestaltung der Hausfraucnarbeit". Großer Beifall lohnte ihre zeitgemäßen Worte. Sin zweiter Vortrag von Frl. Marie Zettlet (München) behandelte: „Die De- deutting der Landfrau in unserer Bewegung". Diele Bäuerinnen in ihrer schönen bunten Tracht waren dazu erschienen. Am andern Tage sprach auch Baronin Kerkerink (Westfalen) über: „Die Vertretung der Landfrauen". Fräulein Hop- mann (Köln) hielt einen Vortrag über: „Aeußere unb innere Probleme der weiblichen Berufsarbeit". Die letzte öffenlliche Versammlung am Sonn- tagnachmittag erreichte ihren Höhepunkt in den Ausführungen von Fräulein Hedwig Dransfeld, der Bundesvotsitzenden des katholischen Frauenbundes. „Wir sind in dielen Tagen hinauf- gestiegen zu den Höhen des Lebens, und wenn wir jetzt wieder hinabsteigen in bie Riederungen der Täler, einige zum Kampf in die Arena des öffentlichen Lebens, so soll der Geist der Liebe und Opferbereitschaft mit uns gehen und all unsere Taten durchdringen, damit wir helfen in der Liebe Wie immer in ähnlichen Fällen, ging Do ganz auf in ihrem Drang, Liebe zu geben und andere zu erfreuen. 3hr eigener Kummer, die Bestürzung über Rüdigers Anbeliebtheit, iogar die Erinnerung an Magelvnes Vorwürfe waren für den Moment völlig ausgelöscht in ihr. Anbewußt war nur die Lehre in ihr lebendig, die Pfarrer Andermatt ihr so oft als einzige Richflchnur fürs Leden eingeprägt hatte: „Kümmere dich nicht darum, was andere tun: urteile weder, noch richte über fie; aber wo man deiner bedarf, gib dich mit ganzer Seele hin, ohne an dich selbst zu denken! Frauen haben nur eine einzige Aufgabe im Leben — Liebe zu geben und versöhnend zu wirken!" Durch den in diesem Viertel der Armut seltenen Gesang an gezogen, tarnen von tiefer liegenden Hütten allmählich ein paar neugierige Nachbarinnen beraufgefliegen. Dies erinnerte Do, daß sie doch endlich auch wieder nach Grafenegg zurück müffe. Sw empfahl also ihre Schützlinge einstweilen der Rachbarschaft, gab einer der Frauen ein wenig Geld, damit diese "ben Kindern dafür ein Abendbrot besorge und versprach, am nächsten Morgen wiederzu- iomntert. Ein reiner, ruhiger Glanz lag in ihren Augen, als sie beim Fürsten ein trat, der sie schon sehn- süchtig erwartete. Der wilde Sturm in ihrem 3ruiern, den Magelvnes Mitteilungen entfacht hatte, war überwunden. „Wir gehen nicht, sondern das Leben nimmt uns an die Hand und führt uns," dachte sie. „So toill auch ich nach Monrepvs zirück- kehren, vorher aber hier noch soviel Gutes tin, als möglich ist. Vielleicht hilft es, die Gegensätze ein wenig auszugleichen." Sie schämte sich auch nicht mehr, daß Magelone ihre Siebe erraten hatte, denn sie fühlle ja, wie rein und selbstlos diese war. Auch Magelone würde das später, wenn sie ruhiger geworden, einsehen müssen . „Run, wo warst du beim so lange?" fragte der Fürst. Do erzählte es Aber sie verschwieg alles, was sie über Rüdiger erfahren hatte, ebenso dessen Veschluß, fie nach Monrepvs zu schicken. Er hätte sonst glauben können, sie wollte sich bei dem alten Herrn betragen ober gegen Rüdigers Entscheidung intrigieren. Denn daß Onkel Abald sie nicht gern würde ziehen lassen, wußte sie. Der alte Herr lächelte ein wenig über ihre „Leidenschaft, überall Samariterin zu spielen", gab zwanzig Kronen als Beisteuer für die Rangen und hatte eine halbe Stunde später die ganze Geschichte vergessen. 25. Kapitel. Rüdiger durchlebte indessen traumhaft stille Tage in Monrepvs. Er war bestürzt unb entzückt zugleich gewesen, als er nach der Ankunft flüchtige Umschau in Haus und Park hielt. Bestürzt, well er viel mehr Schaden vorfand, als er nach Dos Schilderung vermutet hatte, entzückt von dem romantischen Zauber, der über dem alten verwahrlosten Besitz lag. Er begrift nun, toarum Do so sehr daran hing — ja, er begriff ihr ganzes Wesen überhaupt erst jetzt, wo er mc. Frankfurt a. M.. 14. Sept. 3m Hotel Imperial ist dieser Tage ein Kaufmann mit seiner Privatsekretärin und einem Sekretär abgestiegen. Während der Abwesenheit der Männer überfiel nun der Direktor M. die Dame in brutaler Weise, wobei sie Verletzungen erlitt. Auf Vorhaltungen der Herren bat er um Verzeihung und zahlte 5000 Mark zur Herstellung ihrer Gesundheit. Gleichzeitig wandle er sich aber auch an die Frankfurter Polizei, da die Herren Erpressungen an ihm verübt hätten, worauf man den Kaufmann und seinen Sekretär verhaftete. Die beiden Inhaftierten sind früher Flieger-Offiziere gewesen. fpd. Frankfurt a. M., 14. Sept. Während der Abwesenheit der Bewohner brachen Sonntag nachmittag Diebe in eine Parterrewohnung der Parkst raße ein und durchwühlten sämtliche Schränke und verschlossenen Behälter. Sie stahlen neben 1500 Mark "barem Geld ein versiege ltes Testament und Schmuckfachen hn Werte von 4500 Mark. [j Gladenbach, 13. Sept. Seit Sonntag hat der sehr rührige Handwerker- und Gewerbeverein eine Lokal-Gewerbe-Ausstellung eröffnet, die beweist, daß auch das Kleinstadt- und ländliche Handwerk leistungsfähig ist. Am Eröffnungstag, an dem sich auch besonders viele Handwerker aus umliegenden Städten, auch aus Gießen, eingefunden hatten, sand eine vom Kreisverband für das Handwerk einberufene gut besuchte Versammlung statt, bei der Syndikus Äunbiggraber-Wiesbaden und Reichstagsabgeordneter Havemann- Hildesheim über Handwerkerfragen sprachen. Die Ausstellung dauert bis zum 18. September. [] Marburg, 13. Sept. Gestern früh haben in der Städtischen Fest halle die beratenden Sitzungen des evangelischen Verbandes für die weibliche Jugend Deutsch lands begonnen. „Anser Qlnteil am Aufbau" lautete das erste Referat und hieran schlossen s«h kürzere Referate der Vorstände einzelner Vereine über die Jugendpflege bzw. Iugendvereb« und ihr Verhältnis zur Gemeinde usw. Abends fand eine Konferenz von Vertretern von Haus- angestelltenveretnen statt. Heute früh wurden nur geschäftliche Angelegenheiten erledigt. Das Fest- spiel „Die heilige Elisabeth" gelangte heute abend zum vierten Male unter ganz enormem Andrang zur Darstellung. Kreis Wetzlar. wa. Wetzlar, 14. Sept. Infolge einer Kabel» ftörung sind rund 120 Anschlüsse im Bahnhofs- vieriel, In Richtung Garbenheim und Riedergir- mes außer Betrieb. Die Arbeiten zur Beseitigung des Fehlers werden mit Beschleunigung durch- geführt! immerhin ist damit zu rechnen, daß einige Tage vergehen werden, bis die Anschlüsse wieder betriebsfähig sind. Sitzungsbericht der Handelskammer Gietzen. 3n der Vollversammlung der Handelskammer Gießen vom 8. September wurden zunächst die neuen Steuervorlagen der Reichsregierung einer Beratung unterzogen, deren Ergebnis sich in folgenden Worten kurz zusammenfassen läßt: Rach Art. 164 der Reichsverfassung vom ll.Aug. 1919 ist der selbständige Mittelstand in Landwirtschaft, Gewerbe unb Handel in Gesetzgebung und Verwaltung zu fördern und gegen lieber- lastung und Aussaugung zu sHitzen. Diese Grundsorderung der Reichsverfassung erfüllt nun das vorgelegte Steuerprogramm in keiner Weise! es wird vielmehr die Produktionskraft des ertoerbdtätigen Volles in einer Weise beeinträchtigen, die zu einer immer größeren Schwächung und allmählichen Dersiechung seiner Steuerkrast führen muß. Vornehmste Aufgabe bei verfassungsmäßigen Vertretung des deutschen Volkes wird es daher sein müssen, die Steuerpläne auf das hn Interesse der Wiedergesundung der deutschen Volkswirtschaft notwendige Maß zurückzuführen, wobei der Gesichts- punkt in den Vordergrund zu stellen ist, daß bei der direkten Besteuerung als Maßstab für die Bewertung des Grundvermögens und seiner Bestandteile der Ertragswert, nicht der gemeine Wert, und für die Bewertung des VetriebSver- mögens der Anschaffungs- ober Herstellungspreis abzüglich Abnutzung dienen muh. Das Sinken des Geldwertes hat eine Veranlagung der Gewerbetreibenden zur hessischen Gewerbesteuer auf neuer Grundlage notwendig gemacht. Dieser Zweck soll durch eine entsprechende Abänderung des Artikels 11 des Gemeindeumlagegesehes erreicht werden: die von der Regierung ausgearbeitete Vorlage kann aber die Zustimmung der hessischen Handelskammern nicht finden, weil in ihr der Grundfehler des gegenwärtigen Gesetzes. nämlich die Festsetzung einer Rormalrente von 6 Proz. und die Kapitalisierung des über diesen Rormalertrag hinausgehenden Mehr- erttags mit Dem 1—lOfachen wieberholt wird. Die hessischen Handelskammern haben infolgedessen ihren bereits im Jahre 1913 gemachten Vorschlag der Regierung von neuem zur Annahme unterbreitet. Dieser Vorschlag sieht eine andere Art der Ermittelung des Steuerwertes vor, und zwar soll dieser Steuerwert aus 3/4 bes Anlage- und DetriebÄapitals und des Ertragswertes gebildet werden; der Eriragswert soll unter Berücksichtigung der heutigen Geld- Verhältnisse durch Multiplikation des Ertrags mit 15 bei einem Einkommen von mehr als 100 000 Mk., absteigend biS 5 als Multiplikativ ns» faftor bei einem Einkommen unter 40 000 Mk., berechnet werden Rach dem Reichsgeseh vom 26. Juni 1921 find die Länder verpflichtet, zur Förderung der Wohnungsbeschaffung und'der Siedlung für die Jahre 1921 — 1941 eine Abgabe (Mietsteuer) von dem Nutzungsberechtigten solcher Gebäude, die vor dem 1. Juli 1918 fertig gestellt find, zu erheben. 3n Ausführung dieses Reichsgesehes sieht nun die hessische Gesetzesvorlage vor, daß mit der Aufbringung der erforderlichen Mittel und mit der Erhebung der zur Verzinsung und Tllgung dieser Mittel erforderlichen Abgabe die Gemeinden betraut werden sollen. Der Abgabe sollen die Drand» versicherungssummen ohne Berücksichtigung der Gefahrenzuschläge zugrunde gelegt werden. Die hessischen Handelskammern haben unter dem Druck der Verhältnisse ihr Einverständnis mit dieser Gesetzesvorlage erlläri. Zu dem neuen Gesehen t wu r f über die Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter werden die hessischen Handelskammern ihre zum ersten Entwurf geltend gemachten Bedenken, soweit sie keine Berücksichtigung gefunden haben, wiederholen. Die hessischen Handelskammern haben in Übereinstimmung mit dem Wirtschaftsausschuß des besetzten Gebiets in einer ©rfläning ihrer Ueberzeugung dahin Ausdruck gegeben, daß eine Aufhebung der Sanktionen bestehen der Sanktionen selbst, well sie dauernd die Wirtschastspolittk des Reiches von interalliierten Eingriffen abhängig macht und die Anerkennung enthalten würde, daß die Sanktionen rechtsmaßig auferlegt sind, während sie in Wirklichkeit dem Friedensvertrage widersprechen. Das Stenographen-Prüfungsamt der hessischen Handelskammern ist inzwischen errichtet worden: ebenso werden die für jede Provinz bzw. für den einzelnen Handelskaminerbezirk gebildeten Prüfungsausschüsse denrnächst ihre Tätigkeit aufnehmen. Die Prüfungen sollen erstmalig im Oktober stattfinden. Die näheren Bedingungen über die Abhaltung der Prüfung (Prüfungs-Ordnung) können schon jetzt von dem Sekretariat der Handelskammer bezogen werden. Don den hessischen Handelskammern, den Vereinigten Handelskammern Frankfurt a. M.- Hanau und der Handelskammer Wiesbaden sind gemeinsame Vorschriften über die öffentliche Bestellung und Vereidigung von Bücherrevisoren aufgestellt worden. Hiernach soll der Rachweis der theoretischen Kenntnisse durxh ein Zeugnis über eine Fachprüfung auf einer deutschen Handels-Hochschule erbracht werden. Die beteiligten Handelskammern behalten sich vor. f''r eine üedergangszeit von 5 Iahren, zu verlangen, daß sich der Bewerber einer besonderen Prüfung unterzieht. Die praktische Befähigung wird in der Regel durch den Rachweis dargetan, daß der Bewerber bereits 3 Jahre im Berufe eines Bücherrevisors gearbeitet hat. Der Reichsrat bat auf Antrag des Reichsfinanzministeriums die Luxus st euerpflicht auch für Linvleumtepp iche und Linoleumbelag aller Art erklärt. Die Handelskammer hat sich tn Unterstützung einer Eingabe der Vereinigung Deutscher Linoleumfabriken gegen diesen Beschluß ausgesprochen, weil Linoleum ein nötiger Baustoff und kein Luxusartikel ist. unferm kranken Volke, am Ausbau unserer I unter Bedingungen, wie sie vom Obersten Rat be- :- schlossen worden sind, schlimmer sei. als das Fori- it Vere^S. Hansa- thule Gießen fffswtg73. Fmr.82! vJiandelsldvonstah ! J. Kunzelmann, ilorn-Kufmtnn und jlom-HindelsIthrt' 'ligtSdmleamPltty. vlnhaugLSchullaL, rtr tu Fachmann ist. Tages- und bendkurse Hai kaufmännischen htm. Auskunft tag- ich. Prospekt frei- BTSChiedenes] lcher Schüler erteil ’ÄWtdn? chMllW äm; MWiM «an —- I« MM - KV»""" moi* „ zu haben Im 8« tilge darf jetzt Clings- Awaren, ■achtung! ^aben. Aoline Wen ftptehlungei? cht zu kaufen HW w ttbttlfttaht 7. fb. Eschhofen, 14. Sept. Während deS schweren Sturmes, der am Montag tobte, fuhr der Landwirt Diefenbach in dem Augenblick Mietet der Dorflinde vorüber, als der Sturm einen großen Äst herunterrih, der den Warm traf und ihn auf der Stelle tötete. • Eine neue Verlobung des Königs von Siam. Zweifellos ist der König von Siam derjenige Monarch, der mit feinen Der- lobungs- und HÄratsgeschichten gegenwärtig am meisten von sich reden macht. Vor einem halben Jahre erregte er dadurch großes Aufsehen über die Grenzen seines Reiches hinaus, daß er in einer feierlichen Staatsprvklamation seine Verlobung für aufgehoben erklärte. Seine Braut war eine Cousine Prinzessin Vallatha, die Tochter des Prinzen Raraohip. Die Schuld an der Aufhebung der Verlobung schob das offizielle Dokument den schlechten Rerven der Prinzessin zu, die, wie es hieß, „Seiner Majestät in bezug auf die königliche Hochzeit die Annahme nahe- gelegt haben, daß für die Thronfolge unerwünschte Folgen daraus entstehen können". Runmehr hat sich der König, wie aus Bangkok offiziell berichtet wird, wiederum verlobt, und zwar ist es die Halbschwester seiner vorigen Verlobten. Der Herrscher scheint also in der Erkürung seiner Zukünftigen keine grobe Auswahl zu haben. * E i n amerikanischer „Sklavenmark t“. Em merkwürdiges Schauspiel entfaltete sich dieser Tage auf einem der großen Plätze in Boston, wo die Erwerbslosen einen „Sklaven- martr abhielten, um auf diese Weise die Aufmerksamkeit des Publikums auf ihr trauriges Schicksal zu lenken. Bevor der „Sllavenmarkt" eröffnet wurde, erklärte der Leiter der Veranstaltung, daß eine Anzahl kräftiger Männer im besten Alter sich für eine Woche oder länger an jedem Beliebigen verkaufen wollten, wenn sie für ihre Arbeit Hnterfunft und Rahrung erhielten. Dann traten nacheinander einzelne stattliche Männer auf ein Podium und wurden nun zum „Verkauf" angebt)ten, wie in den Tagen vor dem Bürgerkrieg, da die Sklavenmärkte etwas alltägliches waren. Der Ausbieter beschrieb ihre verschiedenen Eigenschaften, pries ihre Körperstärke an und zeigte auf ihre Muskeln. Da bei dem ersten „Markt" nur zwei von 40 Männern auf diese Weise Beschäftigung erhielten, so wurde die Veranstaltung in den folgenden Tagen fortgesetzt und erregte großes Aufsehen. • Kinderlvgik. Die kleine Elli soll ihrer Großmutter zum Geburtstag ein Gedicht aufsagen, in dem Gott gebeten wird, sie recht alt werden zu lasten. „Rein, daS sage ich auf keinen Fall", erklärt sie. „Ha warum denn nicht?" ..Aber sie mühte sich ja schämen, noch immer älter zu werden! Ich will lieber Gott bitten, sie recht jung werden zu lassen, denn alt ist sie schon genug. fianbeL Dom Mehamt te Frankfurt a. M. toirb uns geschrieben: Die Regierung des Freistaates Hessen hat von Anfang an den Frankfurter Internationalen Mesten lebhaftestes Interesse entgegengebracht. Auch für die Frankfurter Herbstmeste vom 25. September biS 1. Oktober hat der hessische Staatspräsident III- rich einen Besuch in Aussicht gestellt. Die Vertreter der bundcsst «etlichen Regierungen und der Reichsregierung sind mit den Vertretern der Pveste für Sonntag 25. September zur Besichtigung der Meste und zur Eröffnung des „Hauses Werkbund" eingeladen. Frankfurt a. M.. 14. Sept. Um die durch die Schließung der Berliner Börse am Mittwoch, 14., und Freitag, 16. September zu erwartende Ueberflutung der Frankfurter Börse mit -wettere» Aufträgen zu verhindern, bleibt auch die Frankfurter Wertpapierbörse entgegen de» früher gefaßten Deschlüsten an diesen betben Tagen geschlossen. Dur Devisen und Roten werden um 12 Uhr notiert. Jeder weitere Handel in den Dörsenräumen ist untersagt. Dagegen findet in Llebereinstimmung mit Berlin am Donnerstag, 15. September, Börsenverkehr statt. Kopenhagen, 14. Sept. (Wolff.) Der „Derlingske Tidende" wird aus Helsingfvrs telegraphiert: Die Direktion der Helsingfvrser Diskvntvbank beschloh, die Zahlungen ein- zustellen. Man rechnet damit, daß die Bank einen Verlust von 15—20 Millionen Mark hat. Die Dank ist vor drei Jahren mit einem Aktienkapital von nur 5 Millionen Mark gegründet worden, das später verdoppelt wurde. Der Zweck der Bank sollte sein, ^lnternehmungen in Rußland zu finanzieren. Die Steigerung der Frankenvalutakurse ist die Hauptursache der jetzigen Krise. Frankfurt a. M., 15. September. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Dries Datum: 13. Sept. 14. Sept Amsterdam« Kotiert). 3326,95 3333,35 3439,05 3445,95 Lrüssel-Anttoerpen . 764,20 765,80 766,70 768,30 Lhristiania...... 1368,601371,40 1408,55 1411,45 Kopenhagen 1880,60 1894,40 1933,05 1936,95 Stockholm . . . . ' .2292,702297,30 2367,60 2372,40 fielfmgfors...... 129,60 129,90 128,85 129,15 Italien........ 457,- 458,- 469,50 470,50 London 402,05 402,95 408,05 408,95 Neuyork 108,89 169,11 109,64 109,86 «Paris......... 776.70 778,30 779,20 780,80 Schweiz 1858.101861,90 1893,101896,90 Spanien 1398,601401,40 1418,551421,45 Wien (alter). . • • . Deutsch-Oesterr. . . . 10,08 10,12 10,18 10,22 Prag......... 124,35 121,65 132,85 133,15 Budapest 22,37 22,43 21,97 22,03 Bulgarien Konstantinopel. ... Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.14. 13.9. 14.9. Zürich Fr. 125,43 5,35 5,25 Amsterdam Fl. 59,23 2,92 Kopenhagen nr. 88,83 5,55 5,15 Prag Kr. 117,83 76,- Stockholm Kr 88,83 4,60 4,30 Wien Är. 117,88 -,-1477,- London Sh. 97,83 4,83 Paris .... Fr 125,4-3 13,50 12,75 Neuyork $ 23,80 0,94 0,91 Züricher Devisenmarkt. 14.9. 15.9. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Fl. =» 182.50 182.25 Deutschland ..... 100 Mk. = 5.25 5.30 Wien.........100 Kr. = 0.55 0.475 100 Kr. = 7.- 6.95 100 Fr. » 41.50 40.10 1 £ = 21.59 21.50 100 L. - 24.70 24.30 100 Fr. - 40.80 40.50 100 Kr. - 1.20 1.15 100 $ = 579 - 530-- 100 Kr. » 2.50 2.40 100 L. ■= 4.40 4.70 Märkte. l. Gedern, 14. Sept. Der gestrige Schweinemarkt war verhältnismäßig gut befahren. Die Kauflust blieb jedoch weit hinter dem Angebot zurück, so daß viele Tiere von ihren Besitzern wieder mit nach Hause genommen werden mutzten. 5—6 Wochen alle Ferkel stellten sich im Preise auf 75—90 Mark, 8—9 Wochen alle auf 115—130 Mark. Läufer aus 180—300 Mark pro Stück, Einleger auf 600—1000 Mart pro Stück. Vari.......... London Italien ....... Brüssel Budapest Neuyork ....... Agram..... • . . bta. Groß-Gera*. 18. Sep4 Der gestrige Ferkelmarkt war ent 806 Stück aut befahren. Für Ferkel wurden erzielt 40—100 Mk. pro Stück, für Springer 120—130 Mk. pro Stück. Einleger waren nicht vorhanden. Der Geschäftsgang war diesmal etwas ruhiger, auch verblieb ein kleiner lleberftaud. U Marburg, 13. Sept. Auf dem heutigen Herbfi-Pferdemarkt, der äußerst zahlreichen Besuch aufwies, standen etwa 270 Pferde und Fohlen zum Verkauf. Bezahlt wurden für abgezähnte Pferde 4000—7000 Mk., für bessere Pferde 15 000 bis 22 000 Mk. und für Fohlen 5000 bis 8000 Mk. Der HandÄ ging statt. Mit dem Markt war eine Prämiierung verbanden. Die Entwicklung der Welttormage von 1914—1921. Rach Lloyd's Schiffahrtsregister (Register of Shipping) für 1921/22 umfaßt die gegenwärtige Welttvnnage 33 206 Schiffe mit 61 974 653 TonS: davon sind S773 Segelschiffe mit 3 128 328 TvnS und 28 433 Dampfer mit 58 846 325 Tons. Die Tonnage der seegehenden Stahl- und Gisendampfer betrug 54 217 000 Tons (gegen 42 514 000 Tons im Ium 1914), von der 19 288 000 auf Großbritannien und 12 314 000 Tons auf die Vereinigten Staaten entfallen. Obgleich erstereS noch über die größte Gesamttonnage gebietet, ist diese doch nur um 411 000 Tons, die der Vereinigten Staaten dagegen um 10 477 000 TonS oder 570 Proz. gestiegen. Die englischen Dominions verzeichnen eine Zunahme von 543 000 Tons und kommen damit auf eine Gesamttonnage von 1 950 000 Tons gegen 1 407 000 Tons im Jahre 1914. Erhebliche Zunahmen wiesen ferner auf Japan (1421 000 Tons), Frankreich (1 128 000 Tons), Italien (950 000 Tons) und die Riederlcrnde (736 000 Tons). In den Zahlen für Großbritannien, Frankreich und Italien figuriert als ein erheblicher Teil die Tonnage, die den genannten Staaten aus den ehemals feindlichen Staaten übergeben werden muhte. Infolgedessen verfügt Deutschland, daS 1914 mit 5 000 000 Tons hinter Großbritannien rangierte, über nur mehr 654 000 Tons. 1914 waren 44,5 Proz. der seegehenden Dampfschiststonnage in englischem Besitz, der jetzige Anteil ist 35,5 Prozent. Rorwegen, das damals an dritter Stelle stand, steht jetzt an sechster und hat den Platz mit Japan gewechselt. Griechenland ist neben Deutschland und Oesterreich das einzige Land, das einen Rückgang seiner Tonnage zu verzeichnen hatte. Was Gröhe und Typen der Schiffe anbelangt, so ist die stärkste Zunahme in der Klasse zwischen 6000 und 10 000 Tons erfolgt, deren Zahl von 1004 im Jahre 1914 aus 1784 im Jahre 1921 gestiegen ist. Eine ausgesprochene Entwicklung drückt sich aus in der Zunahme der Zahl der ölfeuernden Schiffe mit 2536 gegen 364 im Jahre 1914; darnach brennen nach der Tonnage berechnet nur mehr 72 Prvz. der Handelsschiffe Kohle, gegen einen Vorkriegssatz von 98 Prozent. (In einem Test der Auflage wiederholt.) Eine Sympathiekundgebung für die Deutsche» in Tschechien. Berlin, 14. Sept. In der Stadthalle fand gestern abend eine von der Arbeilsgemetnschaft Groh-Derlln des Deutschen Schutzbundes und dem Hilfsverein für das Deutschtum und die Sudetenlander Unberufene Sympathiekundgebung für die Deutschen in Tschechien statt. Der frühere Gouverneur von Reu-Guinea H a h l leitete die Versammlung. Als erster Redner sprach der lkckssvgiali- stische Abgeordnete Jockel aus Prag, der erklärte, das deutsche Volk sei die einzige Hoffnung in der Bedrängnis. Es sprachen dann Aba. Dr. Kaufmann von der Deutschnattvnalen BolkS- partei, Gesandter a D. Dr. v. Kemnitz von der Deuffchen Volkspartei, der demokratische AbK K o p s ch und der Zentrumsabgeordete Dr. Fleischer. SS wurde dann eine Entschließung angenommen, in der nachdrücklich Einspruch erhoben wird gegen die planmähige Ausrottungder tausendjährigen deuffchen Kultur, gegen die Verletzung der MiTiderheitSschutzbestimmungen, gegen die Enteignung deutschen Bodens und gegen die wiederhollen Gewalttaten tschechischer Legionäre. Schließlich wird den 3U Millionen Deutschen die vollste Teilnahme Berlins versichert und erklärt, daß freundschaflliche Beziehungen von Doll zu Voll erst nach Aufhebung deS jetzigen Gewall- shstems möglich fein ttxrrben. Der „SimpltzissimLs" m Düffelbors «b Duisburg verboten. Berlin, 14. Sept. Rach dem „Bert. Tageblatt" hat die französische Dffahungsbehördc den „Simplizissimus" in Düsseldorf und DuiS- burg auf die Dauer von drei Tlimaten verboten. 'Ein Sffenbahmmgkück. Berlin, 14. Sept. Rach dem „Bett. SdL* Anz" stieß im Bahnhof Halver ein Personen- zug auf einen Rangierzug. Mehrere Zugbeamte, darunter der Heizer und der Zugführer, wurden schwer, einige Reisende leichter verletzt. Der Sachschaden ist crbebü<&. Die Abrüstungskonferenz, London, 14. Sept. (WTB.) „Daily Telegraph" schreibt in einem Leitartikel, die französische Regierung werde auf der Was hing- toner Konferenz keine Gelegenheit für btt erneute Aufwerfung der Frage des Schutzbündnisses zwischen Frankreich, Amerika und England haben. Wenn Harding jedoch willens und in der Lage fei, die gesetzgebenden Körperschaften zur Annahme dieses Bündnisses zu bewegen, so würden wohl von feiten Großbritanniens kein« Einwendungen erhoben werden. Paris, 14. Sept. tWTB.) Wie der „Ma- tin" aus London meldet, verbreitet eine offiziös« Telegraphenagentur, daß LloydGeorge durch die irische Frage derart in Anspruch genommen sei, daß es mehr und mehr unwahrscheinlich werde, dah er sich zur Abr üstu n gsk onf erenz nach Washington begeben könne. England und die schlechte denffche Valuta. London, 14. Sept (WTB.) „Daily Wall* zufolge prüft die Münzkommission sorgfältig die Wechselfrage. Der Sturz der Martz sei danach nicht daS Ergebnis der von Deutschland geleisteten Zahlungen, sondern der Unmöglichkeit Deutschlands, der Inflation Einhalt zu tun, die eine chronische Krankheit des festländischen Europas geworden sei. Die Folge sei, daß Deutschlands Märfte sich für englische Artikel mehr und mehr schlössen. Die britischen Industrieverbände trügen sich ernsthaft mit der Absicht, eine Politik zu führen, die das englische Pfund auf dnt Linie zurückbringe, die den Handel mit dem Ausland wieder aufzunehmen gestatte. „Daily Mail “glaubt, dah eine solche Politik trotz allem Aussicht habe, angenommen zu werden. Die Aeberschwenmnmgen m Texas. London, 14. Sept. (WTB.) „Daily Telegraph" meldet aus San Antonio: Bisher wurden 100 Leichen gelandet. Die Handelskammer voa San Antonio schätzt den Schaden auf über 8 Million e n Dollar. 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Weber, Eigenheim-Vereinigung, absolut nichts zu tun. Anmeldungen für uns sind bei dem ersten Vorsitzenden, Herrn Kaufmann Weitzbäcker, Moltkestr. 20 I., abzugeben. 9944 Bet PorffmiO Oet WnilMdm-SmWWsl. 12 376 Oew. o. Abz. M.: 3M ÖOO 175 000 140000 IfiOf i| 1 Porta.Liste uVOu u W. i । jq extra empfiehlt and Teracndct LChrisiiM üotii HaeboTi23,Kibitzstr.«, L-Postsch.-Kto. 38930. J S-par-GliiHkorper^S % I Z-te//stes Licht bei geringstem Gasverbrauch Bestes Erzeugnis der AuerZiehtGese/Zschaft, ßer/in ndan Mä* V«ri»rvg« uitra.ll RrvufUchuhputz Terpentinwor» Owei'VtrtK UjMxymki 4