Nr. |89 Der Siebener Anzeiger mil der Dienstagsbellagr »Sport»U*|d)«e* «. scheint täglich, anher Sonn- und Feiertags. Monatliche Vezvarpreife: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlusse: ftirdieSchriftleitung 112 ; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Siehen. postschelNonio: Krantsutt a. w. 11686. Ul. Zahrgang Montag, GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Brarf und vertag: vrLhl'sche Univ.-Vuch und Steinbrnderti H. Lange. Zchnftltitung, Gefchäftrstelle und Vruckeret: Zchulftratze 7. 15. August (921 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Dachnnttaa vorher ohne jede Verbindlichkeit. Vreir für 1 mm höbe für Anzeigen v 34mm Breit« örtlich 40 Pf., auswärts 50 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz, vorfchrist 20’ 9Aufschlag Hauptschristletter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für bin übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: Han» Beck, sämtlich in Gießen. „Chicago Tri- au Wissen, daß • London eine den seien, habe der Oberste Rat ausdrücklich er- llart. daß sie erst aufgehoben wurden, wenn sie zu einer zufriedenstellenden Regelung in der Frage der Reparationen, der Entwaffnung und der Bestrafung der Schuldigen geführl hotten. Dieser Text fei von Lloyd George selbst sestgestellt worden. Als sich die Alliierten im Mai überzeugt hätten, bah Deutschland fortsahre, die Zahlung der Reparationen zu verweigern, habe Frankreich vorgeschlagen, die Sanktionen durch 'Besetzung des Ruhigebietes zu verschärfen. ES sei unzweifelhaft, dah die deutsche öffentliche Meinung in ihrer Gesamtheit noch nicht begriffen habe, dah der Krieg von den Aili» Paris, 14. August. (WTB.) Der diplo- matische Berichterstatter der „Chicago Tribüne", Henry Walsh, glaubt r" *~zr Polnischer Widerspruch gegen den Oberste» Rat. Paris, 14. Aug. (WTB.) 2tach einer Havasmeldung aus Warschau hat der Ministerrat in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, an die alliierten Mächte eine Idole zu richten, in der erklärt wird, dah die Vertagung der Lösung der oberschlesischen Frage einen nicht wieder gut z u- machenden Nachteil verursacht. Die Verweisung deS Problems an den Dölker- bundSrar verlängere in unnötiger Weise den Zustand der Ungewißheit, in der sich gegenwärtig die oberschlesische Bevölkerung bc- finde, denn er vertage die endgültige Einrich« Paris, 14. Aug. (WD.) Der diplomatische Berichterstatter der »Chicago Tribüne", Henry Walsh, teilt über die Schlußsitzung des Obersten Rats noch mit es sei angekündigt worden, dah die Alliierten die auf Grund des Versailler Vertrages ausgeliefertendeut- schen Schiffe Deutschland mit 20 Pfund Sterling pro Tonne rückvergüt en würden. Diese Entscheidung berühre auch die Vereinigten Staaten, da Präsident Wilson auf der Friedenskonferenz die Abmachung getroffen habe, dah Amerika den von den Alliierten beschlossenen Preis pro Schiffstonne auch seinerseits annehmen werde. Da in den amerikanischen Höfen 600 000 Tonnen deutscher Schiffe beschlagnahmt worden seien, würden die Vereinigten Staaten Deutschland ungefähr 60 Millionen Dollars gutfchreiben müssen für den Fall dah von Deutsch- der Frage der Kontrollkommissionen in Deutschland. Hierzu hatte Marschall Foch eine Entschließung vorgelegt, die von dem Interalliierten Militärkomitee in Versailles einschließ lich angenommen worden war und die Aufrecht- erhaltung der Kontrollkommissionen in Deutschland, namentlich in bezug auf die Luftschiffahrt, vorschlägt. Eine ziemlich lange Diskussion wurde über diesen Gegenstand geführt. Die interalliierten Vertreter waren einmütig der Ansicht, dah eine Heberwachung der Entwaffnung in Deutschland, so wie der Friedensvertrag ie vvrschreibe, fortgesetzt werden soll. Sie Frage sei nur, ob die Kontrollkommissionen in ihrer jetzigen Form ständig erhalten bleiben sollen. V r i a n d erllärte, dah Frankreich sich einer Herabsetzung dieser Organismen, die zum Teil Ichon durchgeführt sei, nicht widersehen werde. Der italienische Ministerpräsident B o n o m i ist Anhänger einer zeitlichen Beschränkung dieser Kommissionen. Lord Curzon verlangte, daß sie nicht mehr in Deutschland ihren Sih haben sollten. Es scheint, so meint Havas, dah die anderen Delegierten darüber einig sind, dah diese Kommissionen, toenn nicht in Berlin, so wenigstens doch in den Städten Deutschlands ihren Sitz haben sollen, wo dies nötig ist. Heute nachmtttag wird Marschall Foch eine neue Formel vorlegen, die er im Einverständnis mit der Interalliierten Mi- litärkommission in Versailles finden soll. Der Oberste Rat tritt um 3V< Hbr wieder zusammen, um die Frage der Sanktionen zu diskutieren. Dies wird die letzte Sitzung des Obersten Rates sein. Paris, 14. Aug. (Wolfs.) Heber die gestrige Rachmittagssitzung des Obersten Rates verbreitet die H a v a s - Agentur solgenden Bericht: Der Rat pruste folgende Fragen: 1. Kost en der Be sa tz u n a s a r m e e. Die Finanzsachverständigen wiesen darauf Yin, dah die Besahungskosten zu hoch feien. Lord Curzon erklärte, dah dies aus den zu hohen Effektivbeständen betrübte. Der Rat war in seiner Gesamtheit der Meinung, dah es sich nicht um eine Frage der Esfekttvbeftände, sondern um die Kosten der Einheit handle, die zu hoch seien. Der italienische Finanzminister S v l e r i wies darauf hin, dah die Zivillommissionen zu kostspielig seien, Brian d und Za spar stimmten dieser Bemerkung zu. Der Rat beschloß, prüfen zu lassen: 1. Die Frage der Besahungskosten per Einheit und 2. die Frage der Kosten der Zivillommissionen. Diese Fragen sollen durch eine Kommission geprüft werden, die konkrete Vorschläge vor dem l.Ro- vember machen soll. 2. Sanktionen. Loucheut erläuterte die Frage und erinnerte an die Erklärung vom 9. März 1921, nach der Deutschland die Entwaffnung, die Reparationen und die Frage der Kriegsbeschuldigten erledigen müsse, um die Aufhebung der Zwangsmahnahmen zu erreichen. Er er Härte, dah die Sntwaffnungsforderung nicht erfüllt sei, so in der Frage der Rekruttetung für Obetschlesien. Er erinnerte an die parteiischen Urteile d§s Leipziger Gerichtshofes. Bei der Frage der Reparationen erklärte er, dah verschiedentlich von Deutschland Schwierigkeiten gemacht worden feien, um sich der vollkommenen Ausführung des Vertrages zu widersehen. Immerhin erkannte er an. dah der Beginn der Ausführung erkennbar sei und dah die deutsche Regierung den guten Willen zu haben scheine, ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Er schlug daher die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen vor, allerdings unter zwei Vorbehalten : 1. daß am Verfalltage, dem 31. August, an dem Deutschland eine Milliarde Goldmark zahlen sollte, die Zahlung geleistet fei; 2. dah die deutsche Regierung die Maßnahmen. die schon zwischen ihr und der französischen Regierung besprochen worden seien, ergreife um die systematische Verweigerung der Einf'uhrerlaubnifse für alliierte Erzeugnisse in die besetzten Gebiete abzustellen. „ Dagegen sollten die m i l 11 a r t s ch e n Sanktionen beibehalten werden. LordCur- zvn nahm in der Frage der Eanktio- nen einen anderen Standpunkt ein, die Sanktionen müßten in ihrer Gesamtheit aufgehoben werden, da Deutschland das Ultimatum der Alliierten angenommen habe. Lord Curzon versicherte, dah die Haltung Deutschlands korrekt gewesen sei in der Frage der Entwaffnung, der Reparationen und Kriegsbeschuldigten (da ja Urteile erfolgt seien). Die Sanktionen kosteten sehr viel. Sie seien für das deutsche Ration al- qefühl aufreizend. Und schllehlich muhe man dem Kabinett Wirth helfen das seinen guten Willen bewiesen habe. Zum Schluß ersuchte Lord Curzon den Rat. den sukzessiven 2lbbau der militärischen Sanktionen ins Auge zu fassen V r i a n d legte dar. dah die französische Regierung durchaus nicht den Wunsch habe, auf unbefebräntte Dauer die militärifche Besetzung Düsseldorfs, Ruhrorts und D-lis- buras aufrechtzuerhalten. In Gegenteil ste wünsche, sobald wie möglich die Besayungstruppen zurückziehen zu können, rnd wenn es die Umstande erlaubt hätten, würde fie dazu bereits die Initiative ergriffen haben. Zur Rechtfertigung der gegenwärtigen Haltung der französischen: Regierung in dieser Stage erinnerte Driand an die Umstände, unter denen die Sanktionen besch'ost en wurden Die Alliierten hätten llch darüber Rechenschaft gegeben, dah der Versailler Vertrag nie : von ZTutschland ausgeführt wurde, toenn feine Sanktionen ergriffen würden, um es dazu z i zwingen Als diese Santtionen angenommen wvr- zuAnfangSePtemberin neue Tagung des Obersten Rates stattfinden werde. Bis dahin würden einige der eingesetzten Ausschüsse zur Berichterstattung bereit sein. Auf dieser Tagung werde die Zurückführung der französischen Truppen aus dem Abschnitt Düsseldorf besprochen werden. Außerdem werde auch der Ausschuß für die Herabsetzung der Kosten und des Umfangs der De- satzungsheere und der Zivilkommissionen seine Vorschläge machen. land in bem Sonderfrieden zwischen Washington und Berlin Reparationen gefordert würden In bei lebten Sitzung bes Obersten Rates sei auch borgefd)lagen worben, bic deutschen Re- parationsschuldverpflichtungen durch ein Konsortium internationaler Banken mit bem Einschith deutscher Institute zu verteilen. Schließlich berichtete der Korrespondent noch von einem Abkommen, wonach alle künftigen Mei- nimgsverschiedcnbeiten über Finanztransaktionen zwischen den alliierten Mächten dem Vorsitzenden des Völle cbundsrates zur schiedsgerichtlichen Erledigung überwiesen werden sollen (Sun 2d)teibeu Briands Berlin. 14. Aug (Wolff. 1 Der Oberste R a t überfaftbte gestern abend dem deutschen Geschäftsträger in Paris nachstehendes, von Brian d gezeichnetes Schreiben mit gestrigen Datum: ..Herr Geschäftsträger! In anbetracht b* Schwierigkeit, welche die Festsetzung der Grenze zwischen Deutschland und Polen in Oberschlesien bietet, vertagte der Oberste Rat die Entscheidung, welche ihm in dieser Hinsicht gentan Art. 88 des Vertrages von Versailles obliegt Der Oberste Rat ist sicher, daß die Bevölkerung Ober- schlefiens die Gesinnung zu würdigen wissen wird, die ihn dazu geführt hat, eine überstürzt^ Lösung abzulehnen Im übrigen wird nichts unterlassen werden, damit dieser Aufschub so kurz wie möglich i st. Der Oberste Rat rech» net fest darauf, daß bic deutsche Regierung ihrer- feite das deutsche Volk auf fordern wird, bis zur endgültigen Entscheidung die größte Ruhe bewahren und daß sie gleichzeitig ihren ganzen unmittelbaren und mittelbaren Einfluß auf die Bevölkerung Oberschlesiens auSüben wird, damit diese die Autorität der interalliierten Kommiffion achtet. Der Oberste Rat lenkt insbesondere die Aufmerkfamkeit der deutschen Regierung auf die schwere Verantwortung, die sie auf sich laben würde, wenn sie es unterlaffen sollte, auf ihrem Gebiete, insbesondere an den G renzen Oberschlesiens, bic geeigneten Maßnahmen zu treffen, um jeden Versuch zu verhindern, der darauf abzielt. Unruhen in dem Abstimmungsgebiet zu fördern, oder wenn fie nicht jede Zufuhr von Waffen und Munition und jeden Hebertritt von Banden ober Bewaffneten ftreng unterbindet." Hierzu macht das amtliche Wolffsche Bureau folgende trockene Bemerkung Die Rote des Obersten Rates stellt leider fest, daß die Entscheidung über Oberschlefien erneut verschoben wird. Was die Ermahnung an die deutsche Regierung anbelangt, so ist diese bekanntlich stets bemüht gewesen, die Ruhe in Ober- schlesien zu wahren. Lediglich durch polnische Umtriebe und Gewalttaten ist die Ruhe in Oberschlesien gestört worden. Der Oberste Rat und der Schiedsgedanke. Parts, 14. Aug. (Havas.) Der Oberste Rat hat eine Entschließung angenommen, nach welcher die Reparationskommission ermächtigt wird, einen Schiedsspruch anzurufen, wenn eine Uebereinstimmung zwischen seinen Mitgliedern nicht möglich ist, vorausgesetzt, daß über den einzuschlagenden Geschäftsgang und über den Schiedsrichter Einstimmigkeit erzielt werden kann. Der Zusammentritt des Völkerbunds» rates. Paris, 14. Aug. (Havas.) Der Vorsitzende des VölkerbundSrates, Vicomte IS hi, hat seine Kollegen von dem Briefe DriandS verständigt, in dem ihn dieser von der vom Obersten Rat getroffenen Entscheidung, die oberschlesische Frage dem Völkerbunde vorzulegen, unterrichtet. Er verhandelt gegenwärtig mit ihnen über den Tag deS Zusammentritts des DöllerbundSrateS. Eine neue Tagung des Obersten Rates in London? i c r Ec n gewonnen worden fei. Eine Demonstration bei Macht fei nötig, um bic Ausführung bei Bedingungen in ber Reparationssache zu erreichen. Die Wirkung der Mobilisier.ing einer Iahresklastc in Frankreich fei eine sofortige gewesen. Dr. Simons fei zurückgetreten und buch Dr. Wirth erseht worben, der sich bemühe, loyal bic Verpflichtungen seiner Regierung zu erfüllen. Die energische Haltung Frankreich unb feiner Alliierten hätten sofort ein günstiges Ergebnis erzielt. Wenn in ben letzten Tagen bic Politik ber beu t fd) c n Regierung sich geän- bert habe, so komme das baher, weil bic Deutschen glaubten, bah zwischen ben Alliierten nicht mehr derselbe Zusammenhalt bestehe wie im März, als bic Sanktionen ergriffen wurden, und im Mai, als die Besetzung des Ruhrgcbictes einstimmig ins Auge gefaßt wurde. Keinesfalls könnten die Alliierten vergessen, daß es in Deutschland störende Elemente gebe. In 15 Tagen hätten die Deuts^n em Heer von 40 000 Mann wieder aufgestellt, das reichlich mit Kriegsmaterial versehen gewesen füi. Es bestehe daher die große Ge- fahr, das Kabinett Wirth könne durch ein reaktionäres Kabinett gestürzt werden. Unter diesen Umständen würde die vorzeitige Aufhebung der Sanktionen nicht eine Besänftigung, sondern eine Verschärfung der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland herveiführen, und die alliierten Regierungen wären gegenüber dem schlechten Willen der neuen Lenker des Reiches entwaffnet. Frankreich habe keinen Hintergedanken. Seit zwei Zähren erwarte das frabzöllsche Volk gerechte Reparationen. DaL französische Volk würde es nicht verstehen, daß am Tage, nachdem ferne Gerichtsbeamten in Leipzig beleidigt worden seien, die deutsche Regierung die Aushebung der Sanktionen erreichen würde In Be^ rücksichtigung der Tatsache jedoch, daß die deutsche Regierung sich in gewissem Umfange bemüht habe, ihren Verpflichtungen vom Monat Mai nachzukommen, schlage die französische Regierung selbst die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen unter den von Louchear angegebenen Bedingungen vor. Was die militärischen Sanktionen anbetreffe, so fei die Stunde noch nicht gekommen, sie aufzuheben. Sie werde bald kommen, wenn Deutschland seinen Verpflichtungen in der Reparationsfrage nachkomme und wenn es die Arbeit der mit ber (Snttoaffnung betrauten Kommission erleichtere. Die Frage der Aufhebung der militärischen Sanktionen müsse bei der nächsten Tagung des Obersten Rates wieder aufgenommen werden. Rach ber Rede Driands schloß sich ber Oberste Rat seiner Ansicht an und beschloß: 1. die militärischen Santtionen beizubehalten! 2. Die wirtschaftlichen Santtionen vom 15. September ab aufzuheben unter folgenden Bedingungen : a) Am 31. August muß die Milliarde Goldmark vollständig von Deutschland bezahlt sein. b) Es wird eine interalliierte Organisation ?ebildet zur Ueberwachung ber Ertei- ung der Einfuhrerlaubnis für Erzeugnisse, die nach bem Rheinland gehen. Anbe° rerscits wird die Kommission in Koblenz ein Hebergangsregime für das Inkrafttreten ber obengenannten Maßnahmen ausarbeiten. Dann einigte man sich über eine Entschließung betr. ber in Deutschland bestehenden Kontrollkommissionen. Es wurde beschlossen, diese Kommissionen beizubehalten. Gemäß bem Vorschläge des Marschalls Foch wurde ihre progressive Verminderung ins Auge gefaßt. Der Sitz ber Luftschiffahris-Kontrvllkom- missionen wird von dem interalliierten militärischen Ausschuß in Versailles bestimmt. Auf Antrag Briands und mit Zustimmung sämtlicher Mitglieder nahm der Oberste Rat dann noch nachstehende Entschließung an: Bei Beendigung seiner Arbeiten beftätigt der Oberste Rat abermals seinen Willen, ein r eg es Einvernehmen zwischen den Alliierten aufrechtzuerhalten. Er hält dies mehr als je unumgänglich nötig für den Frieden ber Welt. Hm 8,25 Hhr abends wurde die Tagung des Obersten Rates geschlossen. Eii Triumph Frankreichs in der Schlußsitzung. Die letzte Sitzung des Oberften Rates in Paris, am SamStag, hat Frankreichs Politik unerwartete Erfolge gebracht. Freilich, der englisch-französische Gegensatz trat wiederum in vollster Schärfe hervor, indem Lord Cur- zon sowohl in der Frage jher Besatzungskosten wie auch der Sanktionen und Kontrollkommissionen Herrn Briand bittere Bemerkungen vorhielt, womit er eine Wendung in der bisherigen Politik empfahl. Wir sind auf die Berichte der H a v a s - Agentur angewiesen, und es ist darum anzunehmen, daß wir die volle Schärfe der Gegensätze in den bisherigen Berichten noch nicht erfahren. Bemerkenswert ist aber, daß der Oberste Rat in seiner Gesamtheit nach Havas den Standpunkten Frankreichs sich angeschlossen hat. Demgemäß wird die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen an Bedingungen geknüpft, die für Deutschland in höchstem Maße aufreizend sind. Roch in den letzten Tagen waren wiederholt Beschwerden durch die deutsche Presse gegangen, dah die interalliierte Kommission in Koblenz die Heberschwemmung nicht verhindert, die im Hereinschleppen französischer Luxuswaren und überflüssiger Genuhmittel die deutschen wirtschaftlichen Existenzen, Handel und Wandel in den Rheinlanden aufs äußerste bedroht. Das Verdienst geht ins Ausland, und das mehr und mehr verschuldete Deutschland kann sich nur mit der Aufnahme von Devisen helfen. Ein Mitarbeiter der „Vossi- schen Zeitung" hat uns vor einigen Tagen die französische Wirtschaft in dem Emser Zollamt auf Grund persönllcher Wahrnehmungen eingehend geschildert und dargelegt, wie zügellos die Einfuhr zweifelhafter, französischer Produkte dort um sich greift. Hnd nun beschließt der Oberste Rat, die wirtschaftlichen Sanktionen nur bedingungsweise auf zuheb en, aber auch nach dem 15. September bic Erteilung der Einfuhrerlaubnisse für das besetzte Gebiet an die Entscheidungen einer interalliierten Organisation zu binden, die natürlich den französischen Handelsinteressen, und namenllich dem umsichgreifenden Schie- bertum unverminderte und auf die Dauer unerträgliche Konzessionen machen wird. ES wird also im günstigen Falle bloß die sogenannte Sperrlinie am Rhein fallen. Die militärischen Sanktionen werden aufrechterhatten. Die HavaS-Agentur, die Lord Curzons Argumente nur ganz kurz erwähnt, bringt dagegen eine lange Rede Briands, in der er die französische Gewaltpolitik aufs neue zu rechtfertigen sucht. Wir werden in den nächsten Tagen zu forschen haben, welchen Eindruck dies Vorgehen in London macht und ob die englische Presse nachträglich zu der französischen Heberhebung noch etwas zu sagen hat. Paris, 13. Aug. (Wolff.- Der Oberste Rat beschäftigte sich in feiner heutigen Vormittagssitzung auch mit der Frage der Ernährung Rußlands und beschloß, einen internationalen Ausschuß, ber nicht interalliiert fein soll, einzusetzen, um bic erforderlichen Vorbereitungen zu treffen. Der Oberste Rat soll in diesem Ausschuß durch drei Mitglieder vertreten sein. Des ferneren wurde bic Frage bes Orients besprochen Marschall Foch gab Aufklärung über bic strategische Lage der Meerengen und über deren Verteidigung, bic sichergestellt sei. Außerdem besprach ber Oberste Rat die Finanzlage Oesterreichs. Die für Oesterreich vorgesehene Hilfe ist abhängig davon, daß Amerika aut feine Hypothek auf Oesterreich verzichtet. Der amerikanische Botschafter Harvey erhärte, eine Dill sei dem amerikanischen Parlament zugegangen, um diese Hypothek zu streichen. Der Oberste Rat sprach infolgedessen den einmütigen Wunsch aus, die Regierung der Vereinigten Staaten möchte diese Bill raschestens votieren. Paris, 13. Aug. (Wolff.> In ber heute vormittag fortgesetzten Sitzung des Obersten Rates wurde in erster Linie der Text des Briefes festgesetzt, der von bem Vorsitzenben bes Obersten Rates an die deutsche Botschaft in Paris unb an Ben polnischen Gesandten übermittelt werden soll, um sie von der Entscheidung des Obersten Rates in Kenntnis zu setzen unb um zu verlangen, daß die beiden Regierungen bic nottoenbigen Vorkehrungen treffen, um bic Ruhe in Ober- schlesien aufrechtzuerhalten. In der Mitteilung soll auch die Aufmerksamkeit der beiden Regierungen aus 'die Verantworrung hin» gelenkt werden, die beide Regierungen trifft, falls QD affe n u ndTru ppen über die Grenze geschafft werden. An zweiter Stelle beschäftigte sich der Oberste Rat mit der Frage der Aburteilung der Kriegsbeschuldigten vor den Reiche - gericht in Leipzig. Ein Ausschuß lolt'die g:- fällten Hrteile prüfen und nach gründlichem juristischen Studium dem Obersten Rate Vorschläge machen über die Berichtigung ber deutschen Rechtsprechung, sei es, daß Hrteile ka s sie r t werden oder baß bic Beschuldigten in contumaciam verurteilt werden sollen Dieser Ausschuß wird sich aus je zwei Richtern derjenigen Länder zusammenleyen. die an bem Richtspruch von Leipzig interessiert sind. Der Oberste Rat beschäftigte sich sodann mit Der reumütige Rückzug der j durch einen Völkerbund geschehen könne, der »»Darmstädter ^eitUNd". alle zivilisierten Nationen umfasse <• - v “ 1 Ferner fordert der Kongreß, daß alle Schiffsbau- öem toir H1 l?^rcr SamStagnummer OKit- ten eingestellt werden und daß als erste Etappe gemacht haben, nötigt noch zu einigen ata» 3 r u n g c n getroffen: Monatliche Sonder- Jür Ouiguft und September in Orten bis tionalbank of New TJorf, C tc in Berlin angewiesen, im Sißne des . >v. ,.............;—, 1 uocu jt- ' Prozeni izu 221 an. ata tp en au und hatte eine längere I Ledige unter 24 (Zähren erhalten zwei drittel Besprechung Mit ihm. I dieser Sätze, Hilfsarbeiter anteilsmäßig- Für die auf, Er- Wichtige Beschlüsse der Finanzkonferenz. Tschitscherin an die Franzosen. Paris, 15. August. (WTB.) Die „Hu- manite" veröffentlicht heute morgen ein Dokument Tschitscherins, in dem es heißt: Möge die französische Regierung ihre Haltung uns gegenüber ändern und wir werden dann mit offenen Augen alle Kaufleute und Industrielle, die mit uns ernstlich Geschäfte machen wollen, aufnehmen. Möge Frankreich dem Beispiel Englands folgen, dann stehen ihm c alle möglichen Vorrechte zur Verfügung. Ein griechisches Dementi. Athen, 14. Aug. (Havas.) Der General- stab dementiert die türkische Nachricht von einer neuen Schlacht jenseits von Cfkischefrir Dort hätten lediglich einige Plänkeleien stattgesunden. Streiktage wird kein Lohn, aber Wnnschafts- unS Sonderzulage bezahlt Die Arbeit wird so» svrt wieder ausgenommen. iung einer inneren Verwaltung auf stimmte Zeit. ~ ... . Y. 7 der l r p, mit seiner Familie in Berlin eingetroffen. Er empfing gestern den Besuch des ihm befreundeten Wiederaufbau- Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. Aug. 1921. Em Besuch Nathenaus. Berlin. 13. Aug. (Priv.-Tel.f Wie die B. Z. a. M." meldet, ist bei ** """ ‘ " Die Angebote Lloyd Georges an Irland. London. 14. Aug. (WB.) Sauter. Seite w der Text der Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und Irland ver- ossentlicht worden. Er zeigt, daß die Negierung Irland den Statusderbritischenpleber- see-Dominien anbietet und vollständige Au» l 0 n 0 mie in der Besteuerung, den Staatsstnan» zen und der Verteidigung im Innern. An das Anerbieten ist aber eine Reihe von Bedingun- g e n getn'üpft, unter denen zu erwähnen ist, daß die britische Flotte das Meer kontrollieren und daß Irland im Verhältnis zu den Kosten des britischen Heeres, der Flotte, der Kriegsschulden und der Pensionen beitragen müsse. De Valera sagt in seiner Erwiderung, daß das Sinnseiner-Parlament die britischen -Vorschläge nicht annehmen könnte und daß das irische Volk sie nicht annehmen würde, da sie sich widersprächen. Die Vorschläge erkennten Irlands Recht auf Selbstbestimmung an, machten diesen Grind- satz aber unwirksam durch die darauf folgenden Festsetzungen, die eine unzulässige Einmischung in irische Angelegenheiten bedeuteten. Die Ant- Der internationale Friedenskongreß in Luxemburg. Luxemburg, if Äug. (WTB., Der i n - tcrnationajc Friedenskongreß hat seine Arbeiten nach Annahme verschiedener Resolutionen bandet, deruuter einer, die der Ini» Jtatinc des Präsidenten Harding zur Einberufung | Der Aufstand in Marokko. Paris, 15. August. (WTB.) Nach einer Meldung des „Zournal" aus Madrid marschieren 10000 RiffleuteaufMel- lila. In Enis sind vier Kompagnien, die dort lagerten, niedergemetzelt worden, wobei den Rebellen große Vorräte von Dynamitpatronen in die Hände fielen. Niederländisch - deutsche Verhandlungen. Berlin, 13. Aug. (Wolsf.) Wir vernehmen, daß die niederländische und die d e 1 t s ch e Regierung eine Kommission eingesetzt haben, welche demnächst in Berlin zusammentreten wird, um die Regelang der Grenz frage an der Unterem« zu beraten. wort wiederholt, daß das irische Recht, für sich selbst zu wühlen, als unantastbar betrachtet wer- ben müsse. Irland fei gleich den kleinen Staaten Europas bereit, seine plnabhängigkeit auf der Grundlage seines moralischen Rechtes zu wahren. Lloyd George antwortete auf diese Erwiderung de Valeras am 13. August. Er erklärte, die britische Regierung könne ein Recht Irlands, * ich vom britischen Reiche zu trennen, nicht anerkennen. Auf das nordische Irland könne kein Zwang ausgeübt werden. Die geographische Lage Irlands mache Irland zu einem untrennbaren Teil des britischen Reiches Lloyd George forderte de Valera von neuem bie Vorschläge der englischen Regierung in Wägung zu ziehen. . daris, 14. Aug. (Wolfs.) Havas. Die Yateralliierte Finanzkonferenz hat heute nacht chre Arbeiten mit der 4lnterzeichnung eines Proto- rvlls abgeschlossen, das von den Ver- ^etern Frankreichs und Iapcms unter Vorbehalt ber Anerkennung burch ihre Regierungen angenommen wurde und in großen Umriffen besagt: Die erste von Deutschland gezahlte Milliarde wird teilweise verwendet zur Deckung der Kosten der englischen Besatzungsarmee, teils zur Bezahlung der festgelegten Anteile der belgischen Priorität. Um seinen Alliierten 1 - leichterungen zu gewähren und als Konzessionen für die Ansprüche der Alliierten aus den von 1919 übernommenen Verpflichtungen soll Belgien die Regelung feiner Priorität auf die deutschen y^blungen bis zum 31. August 1922 erstrecken und sich im Prinzip verpflichten, nicht den Gegenwert der Lieferungen in natura an die anderen Mächte vom 1 Mai 1921 ab zu fordern. Dadurch er» Alten bie Mächte, bie auch weiterhin normale Lieferungen in natura empfangen, die Gewißheit, daß sie an die Reparationskaffe keine Rückzahlungen zu leisten haben. Ferner wird dadurch -ermöglicht, daß bis zum August 1922 Verteilungen der bis dahin gemachten Barzahlungen an die verschiedenen für die Reparationen in Frage kommenden Mächte erfolgen können. Weiter werde vereinbart, daß die gesamten Kohlenliefe- rungenDeutschlands über Rotterdam oder Antwerpen bis zum 31. August 19gl, die zum Exportpreis der englischen Kohle verrechnet wurden, zum deutschen Inlandspreis angerechnet werden. Diese Entscheidung bedeutet für Frankreich gegenwärtig einen Vorteil von 140 Millionen Goldmark. Feststellungen. Das Amtsblatt hat seine skandalöse Notiz teilweise damit zu rechtfertigen versucht, daß auch die Rechtspresse taktlose persönliche Angriffe gemacht hätte. Soweit wir die Presse verfolgt haben, ist diese Behauptung durchaus unrichtig. Wir erinnern uns nicht, gelesen zu haben, daß über die Fähigkeiten des nunmehr zum Direktor ernannten Dr. Ebel überhaupt in der Presse (Erörterungen stattgefunden hätten. Die „Hess Landeszeitung" in Darmstadt, das Organ der Deutschnationalen Volkspartei, hatte an der Besprechung des Falles sich überhaupt nicht beteiligt. Es ereignet sich selten, daß ein ernst zu nehmendes Blatt in einer politischen Polemik Jp unsachlich und inkorrekt, so un- vomehm und taktlos sich ausdrückt wie die „Darmstädter Zeitung", die unter dem demokratischen und frecheitlichen Regime wirklich nichts Gutes hinzugelernt hat. Wir werden gebeten, noch festzustellen, daß entgegen der ursprünglichen Notiz des Regierungsblattes die Beamtenschaft der Universitätsbibliothek in der Angelegenheit der Ernennung eines neuen Direktors nicht gefragt worden sei, also auch nicht Gelegenheit gehabt habe, Herrn Prof. Dr. Heuser für ungeeignet zu bezeichnen. zutage Jür Quiguft und September in Orten bis Vh Prozent Lokalzuschlag 75 Mark, 10—15 Prozent 90 Mark, über 171 2 Prozent 120 Mark. auf dem Wege der Entwaffnung zu Lande bie Armeen der Großmächte auf das M i n d e ft m a ß zu reduzieren feien, welches Deutschlanb burch den Versailler Vertag zugestanden wurde. Alle Vorschläge, die von der Propaganbakom» Mission eingebracht würben, würben angenommen, ebenso bie ber Kommissionen für Erziehungswesen i”ib soziale und wirtschaftliche Unternehmungen. Der nächste Kongreß soll in London stattfinden. erleidet hiernach einen Verlust von 340 bzw. 740 Mark je Tonne nicht abgelieferten Umlage- getreides. der sich bei weiterem Rückgang ber Preise für einheimisches Getreide oder bei steigendem Weltmarktpreise oder Verschlechterung der deutschen Wahrung bis zur Fälligkeit der ersten Umlagerate im Oktober 1921 entsprechend erhöht Abgesehen von dem eigenen Interesse, das vier nach der Landwitt an der restlosen Erfüllung der Umlagepflicht hat, ist es auch eine vaterländische Pflicht ber Landwirtschaft. das Reick burch bie Ablieferung des einheimischen Getreides von der Notwendigkeit zu bewahren, aus dem Auslande noch mehr Getreide einzuführen und hierfür noch mehr fremde Zahlungsmittel zu beschaffen. Uebermäfciger Getreideaufkauf m Bayern. München, 14. August. (WTB.) Ministerpräsident Kahr richtete laut „Bahr. StaatSztg." infolge der durch die Vorgänge auf dem Getreidemarkt geschaffenen bedrohlichen Lage ein Telegram man den Reichskanzler, worin erklärt wird, daß derGetreideaufkaufinBayern infolge der Preistreibereien und der unbe- fchräntten Ausfuhr Formen angenommen habe, die nicht nur die Brotversorgung, sondern auch die öffentliche Sicherheit gefährdeten. Abhilfe sei nur durch die in § 42 der Reichsgetreideordnung dem Reichsernährungsminister eingeräumten Befugnisse möglich. Die Ablehnung des darauf bezüglichen bayerischen Antrages durch das Reichsernäh- rungSministerium bedauere er tief, auch wegen der politischen Folgen. Er erbitte eine nochmalige Prüsitng und umgehende Mtttei- Aus dem Reiche. Die Hilfe für Rußland. Berlin, 13. 2hig. Die drei sozialistisch cn Fraktionen unterbreiteten der Berliner ©tabtberovbnetem>ec|ammlung folgenden Dringlichkeitsantrag- Die ©tabtoerorbneten- versammlung ersucht den Magistrat, mit größter Beschleunigung dem offiziellen Hilfskomitee für Rußland 100 000 Mart zu bewilligen Die Ablieferung der Getreide- Umlage. Berlin, 12. Aug. (WTB.) Die Miefe- [ rungen auf Umlage weisen, wie das Reichs- - ernabrungöminificrium mitteili, in vielen Gebieten bereits erfreuliche Ergebnisse auf in anderen Gebieten kommt jedoch die Ablieferung, auch wenn berücksichtigt wird, daß dort die Ernte zum Teil später beginnt, nur langsam in Gang. Es kann daher nicht genug betont werden wie sehr es gerade im Interesse der Landwirte selbst liegt, ihre Umlage so schnell als möglich zu erfüllen, da sie bann für den Rest des Wirtschaftsjahres in der Verfügung über den übrigen Teil der Ernte völlig frei werden. Nach dem Gesetz über die Regelung des Verkehrs mit Getreide vom 21. Iuni fallen der Erfüllung bei Umlage für den Landwirt mit Ausnahme des Verfütterungsverboies für Brotgetreide alle Beschränkung en m seiner Wirtschaftsführung für Getreide fort Es soll dccher jeder Landwitt dieses Ziel völliger Befreiung von behördlicher ©intoirfung und Ueberwachung möglichst schnell durch Ablieferung seines -Umlage- getreides zu erreichen suchen, sich mdbefonbetc auch nicht durch bie augenblicklich für Weizen ungesund hohen Preisen auf dem freien QÄarfte verleiten lassen, etwa zuviel Getreide auf den Markt zu werfen und dadurch die Möglichkeit, feine Umlage zu erfüllen, zu gefährden. Die Haftung, die ihn in diesem Falle trifft, und die nach dem Gesetze unnachsichtlich in Anspruch genommen wirb, würbe nicht nur für ihn alle jetzt auf dem freien Markt erzielten Gewinne verschlingen. sondern darüber hinaus noch einen erheblichen geldlichen Verlust bedeuten. Ein Beispiel möge dies erläutern: Der Landwirt wird heute für den Zentner Weizen vielleicht noch den Preis von 225 Mark erzielen, und zur Zeit des höchsten Standes etwa 245 Mark. Das macht für die Tonne 4500 bzw. höchstens 4900 Mark und bedeutet gegenüber dem Preise für Umlage' igetveibe mit 2300 Mark je Ton^e zwar eine äugen-- blickliche Mehreinnahme von 2200 bzw. 2700 Mark Nach bem Gesetze zahlt der Landwirt, wenn die Umlage nicht erfüllt wird, den Unterschied zwischen für den Umlagepreis für Weizen und dem Preise für inländischen Weizen zuzüglich des Zuschlags von einem Viertel dieses Unterschiedes als Haftsumme. Der Unterschied berechnet sich, wenn man bie gegenwärtigen Preise von etwa 4750 Mark für bie Tonne auslänbischen Weizen einsetzt, auf 2350 Mark, mit einem Zuschlag von 25 Prozent auf etwa 2940 Mark. Der Landwirt Beendigung des Buchdruckerstreiks. M a i n z, 14. Aug. Zum Buchdruckerstreik in Mainz und Wiesbaden wird gemeldet: Am Samstag wurden vor dem Sarifamt in Berlin zwischen Prinzipalen und Gehilfen folgende V e r- cinbarungcn getroffen: Monatliche Sonderluna. — Gleichzeitig wurde der bayerische Gesandte in Berlin anaewiesen, im Sinne der. .Antrages beim Reimskanzler mündlich vor- I stellig zu werden Eine Tannenbergseier in Königsberg. Berlin, 15. Aug. In Königsberg and gestern, wie die „Montags-Post" meldet, die dresjährige Tannenbergfeier unter Teilnahme von Zehntausenden statt. Freiherr von G a h l, der frühere AbstimmungSkom- missar für Ostpreußen, forderte in einer An- prache ein ungeteiltes, deutsches Oberschlesien General Ludendorff, dem am Abend vorher bie Studenten einen Fackelzug 'gebracht hatten und der von der medizinischen Fakultät der Königsberger Universität zum ^E h - rendoktor ernannt wurde, sprach als Vertreter Hindenburgs und als Mitkämpfer von Tannenberg, indem er zur Einigkeit ermahnte und auf die Tugenden des alten Heeres hinwies, die die Reichswehr und die Marine in die neue Zeit hinübernehmen sollten. Die Modalitäten ber Rückzahlung ber belgischen Kriegsschuld, d. h. der von ihm während des Krieges von Frankreich, England und Amerika erlangten Vorschüsse, wurde derart geregelt, daß keine fühlbare Verminderung des Anteils Frankreichs an den deutschen Zahlungen im Laufe des ersten Iahres erfolgt. Der Noch festzustellende Wert der Saarkohlen soll Frankreich auf die Zahlungen vor dem 1. Mai 1921 anaerechnet werden. Der Wert, den diese Gruben darstellen, und bie Lieferungen in natura seitens Deutschlands, übersteigen bie Gesamtkosten Frankreichs für bie Unterhaltung feiner Be- fatzungsarmee. Der Ueberfchuß wird von der Re- parationskommifsion in einem Zeitraum von fünf Iahren vom 1. November 1922 ab berücksichtigt b. h. von dem Zeitpunkt ab, wo die belgische Priorität wahrscheinlich bezahlt fein wird und infolgedessen die Verrechnung des gesamten Ueber- schusses auf den Anteil Frankreichs an den deutschen Zahlungen ohne Schwierigkeiten vorgenommen werden kann. Paris, 13. Aug. (WTB.) Der „Temps" schreibt, die Finanzkonferenz, die gleich- - zeitig mit dem Obersten Rat in Paris tagt, hat Sestern nachmittag anscheinend eine grundsätzliche Entschewung von großer Wichtigkeit getroffen. Der Wert der Saarbergwerke soll t r"sia?E.reichzurLast geschrieben werden, aß das Saldo der französischen Besatzungs- / kosten für das Rheinland damit mit einem Schlage " Win J*n cn « Ldeiitt ^nbüyttc.- Jetreibe Sie U/iesc- i ÄeichK. eilt, in bir- ebnilfe auf, ie Mich,' ab dort die (angfam in uni werden, c Lachwiru ati möglich ft des Mi- den übrigen Aqch dem hrs mit Verfüllung bei lsnahme der treibe alle irtfWfüp* daher jeder ung von be- ichMg mög* es llmlagt' •nrtefortetc Är Detzeu dem Ycexui iü Tetmdc ch die M' u gefährden le trifft und in Anspruch für ihn alle Gewinne der- >ch einen «• Sm Dki' idviri Wirb lleicht noch nb zur 3eü Das machl M Ml für Ilmlags' r eine äugen- 2Z00W rt, wenn die erfchied M- «n und dem LH rechnet sch e pon etwa eben W' in MO > im W tüW !' 6« bei itte,$ chkitd cchoS- bai }iet Erfüllung eine Datei’ Ä«* aus dem führen ittel zu bc , Dayer«- xÄ T' chtete äC 'j’J' unt>C’ d)c.‘ 4 43 Ä I* LZ! °'N * ** »e« ÄS’- Schweizer Franken 100 Fr. 100 Kr 100 $ tz 100 Kr. 100 L. 184.50 7.15 0.725 5.10 46.25 Fl = AK. = 184.50 6.95 0.70 7.15 46 20 21.68 25.90 45.- 1.69 591.- 3.50 7.50 Kirche und Schule. " Der Landeslehrerverein halt feine diesjährige Dertreterverfammluog am 8. Oktober in Mainz ab. = 21.69 - 25.90 - 45.90 == 1.60 = 595.- = 3.50 - 7.60 . 100 . 100 . 100 . 100 . 100 . 1 . 100 Kr. fir. Fr. £ L. Hänsom und August der Starke die bevorzugten Zigaretten 8292A nialbiewft usw. angefteHl gewesenen Beamten zu sorgen. Falls sich diese Beamten in Verwendungen im Landesdienst bewährt haben, sollen sie in einer ihrer Verwendungstätigkeit entsprechenden Stelle angestellt werden. ES ist hierbei hauptsächlich an solche Beamte gedacht, die aus Hessen stammen. Alm die Rechte der einheimischen Beamten nicht zu schmälern, empfiehlt eS sich, die Anstellungen in neuen, über den Etat hinausgehenden, nur für die Inhaber zu bewilligenden Stellen zu vollziehen. thes »Götz" bereits im Keim enthalten find, die Zusammenstimmung von Natur und Vorgang, die historische Verklärung wie die Zigeunerrvmantik und die Ausmalung des kulturhistorischen Details. Aus diesen Anregungen heraus schuf er eine neue Kunstfvrm, die die ganze Wellliteratur befruchtet. Vis auf Flauberts »Salambo" ist kein historischer Vornan entstanden, der nicht Scotts Spuren zeigt, und auch daS so ganz andersartige Werk des Franzosen hat von ihm den Ausgang genommen, ihn zum Schluh noch diese gewaltige Nachwirkung kurz zu streifen, Wersen wir einen Blick aus seine Nachahmer. Manzonis „Verlobte" sind wohl das größte Kunstwerk, das in seinem Geiste geschaffen wurde, aber auch die historischen Meisterromane de VignhS, Balzacs, Hugos, Me- rimees, und überhaupt die ganze französische Ao manttl sind ohne ihn nicht denkbar. 3n Amerika war sein frühester Schüler Evoper und sein aröß- tcr Hawthorne: in England Bulwer und Thacke- ray. 3n Rußland lernten Puschkin und Gogol von ihm. 3n Deutschland trat Willibald Alexis, der ,Walter Scott der Mark", mit dem „Wall.rd- mcor“ gierst in ferner Maske auf, und Mauris „Liechtenstein" machte ihm die Popularität streitig Die ganze Blütezeit des deutschen Romans von Tieck und Fouquö über Spindler und Hein rief) König bis zu Frehtag und Fontane benutz: die Scottfche Technik. Eberrso ist die Geschichtsschreibung von ihm reich befruchtet toorben Augustin Thierry bekannte, durch „3vanhoe zu seinen Studien angeregt zu sein, und kein einziger Geschichtsschreiber jener Zeil, auch Ranke nicht, verleugnete seinen Sinstutz. pulärsten sind nicht die künstlerisch besten dieser Werke, die noch aus erlebter Tradition eine nahe Vergangenheit darstellen, wie der erste Meisterwurf ..Waverleh". der großartige Sittenroman „Guy Mannering", der humorvolle „Altertümer" oder „Robin der Rote" und „Das Herz von Midlothian", sondern am meisten gelesen werden die stofflich interessantesten, wie ,3vanhoe". _KoniIworth", .Quentin", ,D u r w a r d", ^D c r Talisman". Es ist Scott gegangen wie allen groben Erzählern. Er sank zur Zugenb- türe herab und wurde erst dadurch in aller Welt ganz heimisch, ähnlich wie Desoes „Robinson", Swifts „Gulliver" und letzten Endes der .Don Quirote". Aber deshalb werden auL die Groben seiner nicht vergessen. Gesunde Leser auch mit den höchsten Ansprüchen werden stets die Bewun- derung teilen, die ein Alexis und Jchntane, ein E F. Meyer und Luise von Francois für ihn hegten, werden der Weisheit seiner Technik, der Feinheit seiner Form nachspüren, die Hauff. Otto Ludwig, Gustav Frehtag so eifrig studiert haben. Der Mensch Scott, diese Mischung von Aa- turburschc und Patriarch, ist ein Wunder für sich, ebenso sein von märchenhaften Erfolgen erfülltes und doch im aufreibenden Daseinskampf austönendes Leben. Rirgends ist sein Wesen besser geschildert als in einer gelegentlichen Bemerkung Fontanes^ „6r hat ganz den Stempel des Genies, und zwar nicht in dem einen oder andern, sondern in allem. 3mmet jung, bis zu dem Moment, wo Unglück und Krankheit ihn nieder- warfen, von immer gleicher Kraft und Frische. Ein Sonnenschein war um ihn her Der ganze Mann leuchtete, Hm sein eigenes Wort zu ae- brauchen, »che did ti>c hmmrs for SLLrlaad", Dir Einladung zur Washingtoner Konferenz. Washington, 12. August. (Wolff.) 3n der Einladung des Staatsdepartements zu der Abrüstungskonferenz heißt es: Die produktive Arbeit droht unter der zu schweren wirtschaftlichen Last zusammenzubrechen, wenn nicht die gegenwärtigen ungeheuren öffentlichen Ausgaben vermindert werden und eS ist vergeblich, nach der Befestigung oder Sicherung der sozialen Gerechtigkeit oder nach der Sicherung des Friedens zu suchen, solange die ungeheueren unproduktiven Ausgaben Diese Bemühungen ihres wirklichen Erfolges berauben luno die Aussicht auf den Fortschritt zunichte machen. Die ungeheueren Ausgaben beim Wettrüsten bilden offenkundig den gröberen Teil des Druckes, der auf den Anternehmungen und auf dem nationalen Wohlstand lastet. Die v e r m e i d b a r e n und übermäßigen Ausgaben dieser Art sind nicht nur wirtschaftlich unberechtigt, sondern sie bilden eher eine ständige Bedrohung deS Weltfriedens. Indessen wäre eS wohl unbegründet, das Einhalten in diesen wachsenden Ausgaben zu erwarten, wenn nicht die am meisten betroffenen Mächte eine befriedigende Grundlage finden für ein dahingehendes Bebereinkommen. Die Erklärung fährt fort: ES ist ganz klar, daß eS keine endgültige Sicherung des Friedens in der Welt geben kann, wenn der Wunsch nach Frieden fehlt und der Ausblick auf die Einschränkung der Rüstungen ist nicht hoffnungsvoll, wenn dieser Wunsch keinen Ausdruck findet in dem praktischen Bemühen, die Ursachen der Uneinigkeit zu beseitigen und den Grund zu einer Verständigung über die Grundsätze in deren Anwendung zu suchen. Es ist der ernste Wunsch der amerikanischen Regierung, daß es durch den Austausch der A n s i ch t e n auf der Konferenz möglich lein möchte, eine Lösung betreffend deS Stillen Ozeans und der Fragen des Fernen O z e a n S, die augenblicklich von unbestreitbarer Wichtigkeit sind, zu finden, nämlich eine gemeinsame Verständigung über die Gegenstände, die von internationaler Bedeutung waren und eS noch sind, da sie dazu dienen können, eine dauernde Freundschaft unter den Völkern zu fördern. ans aus Es ift schon fange Betont, daß der Wärmegehall dieser Waffermallen von hoher Bedeutung für das Klima ist Die beiden norwegischen Forscher haben nun wichtige Gründe dafür beigebracht, daß die Schwankungen der Wassertemperatur zu den Schwankungen der Sonnen- aktivität in enger Beziehung stehen. Dieser Zusammenhang ist allerdings nicht unmittelbar, sondern die Strahlungsschwankungen machen sich zuerst in den oberen Luftschichten bemertoar. äußern sich dann in Luftdrucksschwankungen, und die bat au8 entstehenden a roßen atmosphärischen Zirkulationen rufen erst sich weithin erstreckende Temperaturperioden von verschiedene» Länge hervor. Man hat solche Temperaturveränderungen mit einer Dauer von acht Monaten bis zu zwei Fahren beobachtet. Auf ganz andere Art suchte der argentinische Meteorologe Clayton dem Problem nahezukommen. Er stützte sich auf die direkten Messungen der Schwankungen der Solarkonftante, die bis zu6 °o betragen. Er dehnte seine Studien aus 30 möglichst gleichmäßig über die ganze Erde verteilte Stationen aus und stellte so periodische Wechsel in der Witterung fest, die von dem Maximum oder Minimum der Solarkonstante abhängig sind. Seine Ergebnisse stimmen in vielen Punkten mit denen der beiden' skandinavi- schen Gelehrten überein, und in Argentinien hat man sogar die Elatztonschen Regeln für den praktischen Wetterdienst verwertet. Wechsel auf Holland....... Deutschland..... Wien ........ Prag........ Pari» ...... London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Neuyord....... Agram........ Bukarest...... er war der eigentliche Beherrscher seines Landes, weit mehr als Georg IV. mit seinen Drummels und feinem weißgestickten Jabot, und wie es in einem schottischen Sprichwort heißt: „21 Kings face shall give grace“ (eines Königs Blick bringt Glück), so beglückte und begnadete auch Sir Wal' ter, wohin er sah. Sein ganzes Leben war ein unausgesetztes Wohltun. Die Tiere umdrängten ihn, wenn sie ihn kommen sahen: denn er kam mir, um zu liebkosen, äu streicheln und — zu §eben. Seinen Dienern der gütigste Herr, seinen »ästen dec gastlichste Wirt, seinen Kindern ein 3deal des Lebens. Arglos, neidlos, loyal und pietätvoll. Sein Herz für Schotlland und feine Werke für die Welt, so ist er durch die Zeitlichkeit gegangen, wie ein großer Beglücker, Segen auf allen seinen Spuren." Seine Kunst erwuchs ihm notwendig und zwanglos aus diesem Leben und dieser Persönlichkeit. natürlich, gefunb, unproblematisch. Er sammelte Sagen und Lieder aus dem Munde der Hirten und Bauern, er schlief in jeder Schäferhütte und kroch in jede Ruine. Die würzige Luft der schottischen Hochlande weht durch seine Bucher und der ewige Schlag des Menschenherzens pocht bei ihm unter jedem historischen Kostüm. Scott hat den historischen Roman aus dem Nichts geschaffen. Er steht auf den Schullern der genialen englischen Erzähler des 18. Jahrhunderts, eines Fielding und Smollett. Die Anregung für seine Beschäftigung mit der Geschichte und der Volksdichtung empfing er vom deutschen ©türm unb Drang. Mil llebersetzungen des -Götz" und der Bürgerschen Gedichte begann er ferne Laufbahn, unb man hat nicht mit llnrecht betont, baß dzc der LcvttjchLN Rumäne m (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die französischen Absichten. Paris, 13. Aug. - Hintre, hundebefitzer taufen Hundekuchen und alle Tierarznei* mittel gutu. zuverläffig Gute Birnen zu verkaufen. Herren - Socken Paar M. 6.50 Seefische August Wallenfels 17 Marktvlatz 17 Bnerg. Prlvalnnterr., Vor. Griech., Engl-.Frz. OborL Dr.Hoese, (^oetbeftrSkw* Die Mitglieder könne» ihr Fcstabzeicheu für den ersten 116cr Tag bei den Kameraden Sally Loeb. Bahnhof- strotze 52 A und Heinrich Werner, Bahnhofstrabe27(Wer» ner & Maranard) gegen Erstattung von 5 Mark in Empfang Billige Strumpf waren tata-Miis Meter ... 25 Pf. Strick-Wolle schwarz und grau Lot 95 Pf »mM Gesangverein Dienstag, den 16. Aug. Frankfurter Hof Singstunde. 8878v Der Vorstand. Ludwig Feige GIESSEN U SonnenstraBe 20. 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Auftust 1921 \nhAit- iirh?rriAf ^eoeieit für F-ldhuhner und Fasanen - Höchstpreise für Mehl und Brot. - Verschwinden des Ernst Goebel aus G^eken - Dienstbe,^?er Dolksschullehrer. - Walzarbeiten bei 'Dorf.®ütL - Verlöngerung der Wasserleitung in Reiskirchen. - Wolldecken. - u 0 Feldbereinigung Münster. Bekanntmachung betreffend Hegezeit für Feldhühner und Fasanen. Vom 10. August 1921. Auf Grund des § 3 der Verordnung die Ausführung des Jagd- ftrafaesetzes betreffend vom 29. April 1914 wird hiermit der Aufgang der Hühnerjagd auf Montag den 15. August 1921 in sämtlichen Areifen des Landes festgesetzt. Wir bringen dies mit dem ausdrücklichen Hinweis zur öffentlichen Kenntnis, bafo die Hegezeit für Fasanen keine Abkürzung erfahren hat. Die Jagd auf Fasanen beginnt daher erst am 16. September ds. Is. Darmstadt, den 10. August 1921. Ministerium des Innern. 3. D.: Matthias. Bekanntmachung. Betr.: Höchstpreise für Mehl und Brot. Durch Beschlust des Kreisausschusses des Kreises Diesten sind mit Genehmigung des Hessischen LandesernährungsamtE in Darmstadt die Verkaufspreise für Mehl und Brot an die D e r- braucher der Landgemeinden des Kreises vom 16. August l. Is. a b wie folgt festgesetzt: Pfund, Pfund, . Mr. 1,95 . . Mk. 1,85 . . Mk. 2 20 das das das 1. für Mehl a) Roggenmehl b) Weizenbrotmehl c) Gerstenmehl d) Kranken mehl 2. für Brot a) für den 4-Pftmd-Laib b) für den 2-Pfund-Laib Das Verkaufsgewicht des BroteS seiner Fertigstellung vorhanden sein. Das vom Kommunalverband gelieferte Mehl darf nur gegen Brotmarken abgegeben werden. Zuwiderhandlungen sind nach § 49 Ziffer 5 des Reichs- gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide vom 21. Juni 1921 (RGBl. der Domänenpächter, besonders waS den Derrs von Material und Vieh anbelangt, zu bergen. Polen hatte bekanntlich am 14. Juli 19 auf Gruird des Artikels 256 des Friedens- iges, der die Erwerbung der Kronrechte im ab- retenen deutschen Gebiet Polen zusteht, ein Ge- > erlassen, wonach der polnische Staat für alle iter, die früher dem Hause Hohenzollern und m preuhischen Fiskus gehört batten, alS Inder einzutragen sei und sie lastenfrei über- hmen dürfe. Auf Grund dieses Gesetzes, das in •len Bestimmungen im Friedensvertrage kein« undlage findet, deshalb deutscherseits nie an- annt wurde, wurden bei dem weitaus gröhten ile der Domänenpächter Zwangsverwaltungen igeseht, obwohl diese den Eingriff in die schwe- iden Verträge gerichtlich angefochten hatten rner wurde die zwangsweise Entfernung der ichter von den Gütern auf administrativem ege vielfach angeordnet. Auch wenn diese letz- c Mahnahme auf Anordnung von Warschau s am 1. Juli rückgängig gemacht wurde, so trde dieser Widerruf von den untergeordneten ganen keineswegs beachtet. 2luhcrdem wurde n den neuen Pächtern auf gerichtlichem Wege • Exmissionsklage eingereicht, die von den pol> chen Gerichten mit ungewöhnlicher Schnelligkeit arbeitet und von den gerichtlichen Exekutiv» amten noch schneller ausgesührt wurden. — igesichts dieser Tatsachen bedeutet der Deschluh i Pariser Botschafterrates hoffentlich eine, wenn ch nur vorläufige Erleichterung für die deuten Dvmänenpächter. Die deutschen Kohlenlieferungen vorübergehend herabgesetzt. Pari«, 15. Aug. (WTB.) Wie der „XentpS* ttelll, hat die Reparationskommission die K o h- nlieferungen, wie sie im 2lbkvmmen von na vorgesehen waren, vorübergehend rabgesetzt. Diese Herabsetzung wurde von c Kommission für notwendig gehalten, um dem genblicklichen Produktionsdeftzit Deutschlands kchnung zu tragen. Das theoretische Programm n 2L Millionen Tonnen monallicher Gesamt- ferungen an die 2llliierten bleibt aufrechter- lten. Man sei sich aber darüber einig geworden, h man von Deutschland mit besonderer Dring» )keit die Lieferung von 1,6 Millionen Tonnen >hlen verlangen müsse, wovon Frankreich und xemburg 1,1 Millionen Tonnen zuständen. DaS die Grundlage, auf der die Lieferungen gegen- irtig vor sich gingen. Druck ber Br Sb l'lcken Unin-rsitäts-Bu». unb Stein bru*em R Gange ®ieUm Über andere Fragen. riS, noch niettett ver vra göwT'er ift an den ««- London, 15. Aug. (Wolff./ Der „Oblerber** schreibt, solange Deutschland aus dem Völkerbund ausgeschlossen sei, sei die geistige Kraft des Bundes gleich null. Staatsarbeiterstreik in Bremen. "Sternen, 15. August. (WTB.) Ds' Streik der Staatsarbeiter Dauert e Dothilfe wurde ty Ermordung eines italienischen Terganten durch die Polen. Berlin, 16. Aug. 3m .Lokalanzeigei^ schilt dert ein Augenzeuge die grausamen Mihhandlun- gen eines italienischen Sergeant en aw dem Bahnhöfe Charlottengrube bei Rybnik durch polnische 3nsurgenten. Etwa 30 3rJ vgenten rissen den Sergeanten aus dem Zugabteil heraus und schlugen unter Verwünschungen auf Italien o lange aus ihn ein, bis er zusammenbrach. Die französische Dahnhofswache sah dem Vorfall untätig zu. Der 3taliener, der sich wieder m den Zug geschleppt hatte, wurde dort von den 3murgenten ® . r . c f, re. -Q X a« 37/»rrAhunnMi aai Paris 15. 2lug. (Wolff.) Vor seiner Abreise von Paris erklärte der italienische Ministerpräsident Bonomi einem Vertreter des „Petit Parisien", es wäre ein grober 3rrtum, die Verweisung der vberschlesischen Frage an den Völkerbund als eine Riederlage Frankreichs anzusehen. 3n dieser Frage gebe es weder Sieger noch Besiegte. Frankreich sei ein doppeltes Zugeständnis gemacht worden: 1. indem beschlossen wurde dah der Spruch erst später gefallt werde und 2. indem beschlossen wurde, dah die Frage einem neuen Gericht, nämllch dem Völkerbundsra:. unterbreitet wird. Bvnomi erfiärte ferner, man Dnne nicht im voraus sagen, dah die Ansicht des Völkerbundes im britischen Sinne ausfallen werde. Was im besonderen die italienische Regierung betreffe so sei die Absicht Donomis. dem italie- nischen 'Vertreter im Völkerbundsrat die gröhte Freiheit zu lassen. Bei Besprechung der Rolle der italienischen Abordnung im Obersten Rat erklärte Bo- nvmi: ..Was mir am wichtigsten erschien, war die Vermeidung eines Bruches, insbesondere an der Tafel vom Dienstagabend, welche uns mit unseren britischen Kollegen vereinigte. 3ch hatte keine Mühe, Lloyd George zu überzeugen, der, wie ich gefunden habe, unbedingt für bie Aufrecht- erbaltung der Entente ist. Wir haben sodann mit ihm die Verweisung der oberschlesischen tfrage an den Völkerbund besprochen. 3m übrigen hatten wir bereits Gelegenheit, uns mit Loucheur und te ehemaligen deutschen Kolonien iu Afrika. L o n b o n, 15. August. (WTB.) Omlln» rhause teilte Lloyd George mit, dah > britische Regierung mit ber Regierung der rreinigten Staaten durch Vermittelung des lerikanischen Botschafters in London über len ManbatSentwurs betreffend die ehe- aligen deutschen Kolonien in f r i k a in Verbindung stehe. Sie habe je* ch bisher noch keine Darlegung der Auf- , Jfung der Vereinigten Staaten in dieser Frage erhalten. eine neue Gesellschaft Ker Rationen schaffen oder tn neue Beziehungen zu Deutschland treten könnte. Cie sind daher überzeugt, dah bie Vereinigten Staaten früher ober später ihren Stolz beiseite feyen unb an dem Werk der internationalen Zusammenarbeit auf ber in Verfailles festgelegten Basis werden teilnehmen müssen. Dieser Zeil ber öffentlichen Meinung wirb hauptsächlich durch jene Organisationen und Personen bargestellt, die am lebhaftesten die Wilsonsche Politik unterstützt Twi hi*n Andererseits sieht ein grober Teil ber Ration in Präsident HardingS Schritt ein kvnseuqentes Weitergehen auf der auhenpolitischen Dahn, die sich die republikanifche Partei während ber Wahl- Campagne zu eigen gemacht hat. 3n diesen Harbing ergebenen Kreisen erwartet man, dah die Konferenz, wenn sie zu gedeihlicher Arbeit zusammentritt, bie Grundlage für eine neue Gesellschaft ber Rationen unb eine neue Friedensregelung bilden wird, welche Völkerbund und Versailler Frieden auslöschen und ersetzen sollen — eine Gesellschaft unb eine Regelung, in der die Vereinigten Staaten jene beherrschende Stellung entnehmen werden, die sie auf der Friedenskonferenz unb im Völkerbunb zu gewinnen verabsäumten. Diese Ansicht beruht auf dem Gefühl, dah eine Abrüstungskonferenz, wie sie geplant ist, nichts leisten kann, was der Mühe wert wäre, ja nicht einmal das Abrüstungsproblem selbst ernsilich in Angriff nehmen kann, wenn sie nicht gleichzeitig den gesamten Fragenkomplex der Friedenskonferenz neu aufrollt. Die rein europäischen Probleme der deutsch-französischen Beziehungen könnten als mehr oder weniger geregelt ange- Ein (tzefecht an der oberschlefischpolnifchen Grenze. Berlin, 16. Aug. Wie die Blätter melden, versuchten gröbere polnische Banden von jenseits ber oberschlesischen Grenze in ber Rahe von Myslowitz inOberschlesien einzubringen. Desahungstruppen unb Apo beamte wandten sich ihnen entgegen. Aach kurzem Feuergefecht zogen sich die BaÄ>en über bie Grenze zurück. Als sie toieber jenseits ber Grenze waren, eröffneten sie eine lebhafte Schieberei auf bie vberschlesischen Ortschaften nächst ber Grenze. Ein Handgranatcn-Attentat gegen einen englischen Offizier. Berlin, 16. Aug. 3m Kreise Rosenberg würbe, wie bie „Vollische Ztg." melbet, gegen das Auto des wegen seiner Unparteilichkeit bei der deutschgesinnten Bevölkerung beliebten englischen Polizeioffiziers, Major Er es sh, eine Eierhandgranate geworfen, die zwar explodierte, aber keinen Schaden anrichtete Aus dem Reiche. Schulstreik in einem Berliner Vorort. Berlin, 16. Aug. Eine Elternver^ sammlung tn der Gartenstadt Staken bet Berlin beschloh gestern, in ben Dchulstreck zu treten, um dadurch die Schaffung eines Röt' gesetzes zu erzwingen, das bie aus dem konsento» netten Religionsunterricht aus scheidenden Kinder in Freischuten zusamm-enfaht. oringnch zu veyanoeln. Die Frage oer Ao- Haltung einer Tagung in nächster Zeit oerde jetzt vom.Völkerbunb erwogen werben. Auf bie Frage, ob die Vertreter Deutschlands und Polens ersucht werden sollen, ihre Sache darzulegen, erklärte Llohd George, er hege keinen Zweifel, daß den Beteiligten Gelegenheit gegeben werde, ihre Sache zu vertreten; indessen liege solches lediglich innerhalb der Befugnisse des Völkerbundes. Aeußerungen des italienischen Ministerpräsidenten. Die Verschlechterung der englisch-irischen Lage. London, 15. Aug. (Wolff., 3n ben grw densverhandlungen zwischen England unb 3t- land ist. wie bie Blätter melden, nach Ablehnung der Vorschläge ber britischen Regierung durch de Val er a eine sehr ernste Lage entstanden. .Daily Chronicle- zufolge werde tn politischen Kreisen die tiefe Enttäuschung über die Wendung zum Ausdruck gebracht. Aller Augen seien auf die morgen statt findende Sitzung des Sinnfeiner-Parlaments gerichtet, die für die unmittelbare Zukunft Irlands entscheidend let. ®er Daily Herald" nimmt an, dah das Sinn- feiner-Parlament beschliehen werde, das Angebot der brftischen Regierung dem irischen Volle zur Abstimmung unterbreiten. Chamberlain teilte im Unterhause mit, daß Lloyd George morgen nachmtttag im Unterhause eine Erklärung abgeben werde über die Sitzung des Obersten Rates in Po über Oberschlesien und vielleicht auch sehen und das Problem der Deschräntung ßer Rüstungen zu Lande damit auherhalb 'der Diskussion gelassen werben: aber bie lange Reihe der Probleme, bie sich aus ben Mandaten, der Verteilung der deutschen Kolonien, den Beziehungen zwischen England. Japan, China und den Vereinigten Staaten in Asien und dem Pazisii ergeben, sind auf der Friedenskonferenz kaum berührt oder jedenfalls nicht befriedigend gelöst« worden, wie schon ihr wachsender Ernst für bie internationalen Beziehungen des vergangenen | 3 Dr. Hochs Conse Staatlich subventionierte An Hochschule für alle Zweige Kursus, Orchesterschule, S Lehranstalten in -Preußen. Vor ===== 5. September. — F Von der Reise zurü Hans Mangelsdorff, Den! staatl geprüft nach § 123 R. V. 0. Siid-Anlage 18. 0 Dar! die P KZ r. •«’ -5-ri 6. ST; S’S für Dru^' anid)rttj; Mikl WlkklW Künstler-Musik, Kunstgesan Weihes Brauhaus, Sie Wetzsteingasse. Besitzer: Hans Kir Eigener Brauerei-Aussch ___________________Eintritt frei.___________ Kartoffel zum billigst. Tagespreise hat laufend abzi Ioh. Müller Lun-esprodukte en gros u. en d Günstige Gelegenheit für Wiederoerl Kleinverkauf ab Lager Geilsus, west-A Telephonische Bestellungen 1560. 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Schul turnballe, Wen-Anlage: Beginn ö.UeönnQ5)tnnöF P linkt l. Erscheinen ist Pflicht eines jeden Mit- gltedeS. Der Vorstand. ÖÄ Jugend- Versammlung. Heute abend 7 Ubr: Aquarium. Pünktliches, vollzähliges Erscheinen Pflicht. Der Iugendleiter. OOOQDSSOOQODE8B6GQQQ6I Sie eig lie vom 2 rWvgsbm Mherrschm htnterloüen Leo Hchritl gell standen du feine 3eb* Mr das daß die 2 jMowYen Lichtung, t in den letzt scheidend t herauSlvm totau^ufi vorerst di tote Punkt welche die len Politb ^räsidente frin scheine Zeit keine wenigstens -ublikanisch um eine des Deziehunge Hatütl Sümi htmi rdem densverha rikanischen blemen de ein altzem der Krieg lernt- und über See u und ÄonfTr llärlichen f. kanische Pa erfolgreiche Abneigung Dilkerbuich Trotzdem V durchwegs darsiellte, ÄD un Jeden vorsichtig Oefsenilich heute die ( licherweise fötal der machen lei dtoer Sch ^nedenSk Umröbtt Ersuche., Vertrags. 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