m. Jahrgang Erstes Blatt örtlich 55 Pf., ausmärt* 65 ‘Pt.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite'250 Pf. Bei platz. Vorschrift20 ^Aufschlag. Haupischristlelter: Äug. Goetz Verantwortlich für Politik: Äug. Goetz; für den übrigen Teil i D.: Äug. Goetz; für den Anzeigenteil: Han» Beck, sämtlich in Diehen. Ur. 241 Per Lietzener Anzeizer erscheint täglich, autzer Sonn, und Feiertags. Monatliche Vervgrpreife: Mk. 5.50 einschl. Träger- lohn, durch die Post Mk. 6.50 einschl Bestell- gelb, auch bei Nichterschei- nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech. Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen. Postscheckkonto: Srflwtfiri a. M. 11686. Zreilag, 14. Oktober 1921 Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv 34 mm Breite GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrLhl'fche Univ.-Vuch- und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstrahe 7. Gewissensnöte des Völkerbundes? Genf, 13. Oft. (WTD.) ®8 ist hier bereit# deutlich zu verfolgen, dah man sich in den Kreisen d«s VölkerbunbeS der groben Schwie- r lg fei t en bewirfst wird, in die der Völkerbund und die Werbekraft des VöllerbunbSgeban- fen# durch die Entscheidung in der oberschle- fischen Frage geraten ist. Daraus erklären sich gewisse Bemühungen, die seit einigen Tagen hier einsehen, um die Verantwortung für die politische Grenzlinie hauptsächlich dem Obersten Rat zuzuschieben. Diese Bemühungen sind vor ollem in der amtlichen Mitteilung von gestern abend erkennbar, in der offen zugegeben wird, hast daS Wirtschaftsgebiet ein einheitliches Ganzes bildet und dah die Teilung auS Rücksichten auf die Würtsche und Hoffnungen erfolgen nutzte, die daS Plebiszit erweckte und zu denen es ermutigte. Damit wird ausgedrückt, dah der Friedensvertrag und die durch ihn aufgeworfenen nationalen Fragen in Oberschlesien im schärfsten Diders^nlch zu den wirtschaftlichen Lebensbedingungen des Landes stehen. Das gebt mit fast noch gröberer Schärfe aus den Snftruftionen des Viererrates an die Sachverständigen hervor. 2hif der anderen Seite bemühen sich hier weilende Ententepersönlichfeiten, diese Verantwortung von den Entente- Regierungen auf den Völkerbundsrat abzuwäl- zen. Sie erklären, da Halle Ratsmitglieder ohne Instruktionen ihrer Regierungen und in ihrem eigenen (Hamen gehandelt haben und datz. da der Oberste Rat sich von vornherein zur Annahme des Volke'bundsentscheideS verpflicht t^, die Ber- anttoortunn ci'^schließlich beim Dölkerbundsrat liege und die 'h.'gierunqen sich auch in ihren Parlamenten auf die ? Tatsache b rufen könnten Dcm- qc - nüber ist auf Grund der Verhandlungen festzustellen, dah die Ratsmitglieder ständig im Auftrage ihrer Regierungen und in unaufhörlichem Kontakt mit den Regierungen arbeiteten, wie andererseits der Oberste Rat unter seiner eigenen Verantwortung das Gutachten des Völkerbundes eing-'forbert und hierauf unter seiner eigenen Verantwortung das Gutachten als bindend anerkannt habe. Die privaten Beziehungen zwischen dem Obersten Rate und dem Völkerbundsrat können daher an der Tatsache nichts ändern, da nach dem Friedensvertrage die Entscheidung bei dem Obersten Rat liegt, gleichviel, ob er gegen zustehende Befugnisse Überweisungen an eine andere Instanz vornimmt oder nicht. Ebenso wird von Kreisen, die dem Völkerbunde nahestehen, zugegeben, hab natürlich auch der Völkerbundsrat sich nicht auf die durch den Friedensvertrag oder die Haltung der Grob- Mächte geschaffenen Vorbedingungen berufen kann, da es ihm vollständig freistand, nach der Erkenntnis der wirtschaftlichen Unteilbarkeit des Gebietes eine mit dieser Erkenntnis unvereinbare Ausgabe abzulehnen. Die Mitteilung des Ents i eids an die Negierungen. Paris. 13. Oft. (WTB.) Wie die Havas- agentur mittelst, hat Ministerpräsident D r i a n d als Vorsitzender des Obersten Rates heute vormittag durch einen Sonderkurier des Völkerbundes die am Mittwoch vom Völk.-rbundsrat gut- gehcitzene Empfehlung hinsichtlich der Teilung Ob'rschlesiens im Wortlaute erhalten. Ministerpräsident Briand hat dieses Dokument alsbald den alliierten Regierungen mittei- I c n lassen und zwar durch Vermittlung ihrer Dotlchalter, damit die Maßnahmen zur Ausführung dieser Empfehlung entsprechend den Beschlüssen der letzten Pariser Konferenz getroffen werden können. Rach dem . Journal des Debats" besteht das Dokument des Völkerb indsrates aus einem Handschreiben, einem Voi-wvrt, in dem auseinandergesetzt wird, wie die Arbeit des Völkerbundes vor sich gegangen ist. aus einer Wiedergabe des Arguments und der Belegstücke, auf die sich der Völkerbundsrat bei der Festsetzung der Grenzlinie gestützt hat, und schlietzlich aus der Anführung £er Gründe Wie das Blatt mitteilt, weib man noch nicht, ob die Ratifikation durch den Obersten Rat oder durch den Dotschafterrat erfolgen wird. Moralische Druckmittel? Genf, 13. Oft. (WTD.) In hiesigen politischen Kreisen erwartet man die Veröffentlichung des amtlichen Textes über die Lösung der ober- schlesischen Frage mit grösster Spannung, weil auf Grund der gestern erfolgten Mitteilung des Völkerbundssefretariats noch ernste Zweifel darüber bestehen, ob der Versailler Vertrag überhaupt den Obersten Rat hazu berechtigt, Deutschland und Polen die Annahme der in der Losung vorgesehenen Wirtschaftsabkommen uid die Kontrolle durch ei ne neutrale Kommission aufzuzwing en. Von unterrichteter Seite wird dazu bemerkt, datz man die Annahme dadurch zu erreichen glaubt, datz Deutschland gewisse Zugeständnisse nationaler Ratur gemacht werden, mit deren Hilfe es dann einen starken Druck ausüben könne. Ebenso sollen Klauseln Vergünstigungen für die Bevölkerung der ob- getrennten Gebiete enthalten. Diese Klauseln wären aber nur dann in Kraft treten wenn Deutsch- land das Abkommen annimmt; dadurch würde ein neuer starker ni oralischer Druck aus Deutschland zugunsten der polnischen Wirtschaftsinteressen ausgeübt werden. Die Kabinettsfrage. Berlin. 13. Olt (Privattel.) Heber die Auffassung der Regierung hinsichtlich der politischen Lage erfahren die Blätter von zuständiger Stelle, dah die Regierung sich die Ent-1 fcheidung über die Frage des Rücktritts des Kabinetts noch Vorbehalten bat. Sie wird diese Entscheidung nicht treffen, ehe nicht die tatsächliche Grundlage für die Reubilduna des Äabinett# vorhanden ist, sowie ein Ausblick, in welcher Richtung die Weiterführung der Politik zu erfolgen hat. Für diese Stellung der Regierung war der Gedanke mabgebenb, bab es km Zeitpunkte der gröbten Gefahr nicht zu verantworten wäre, das Reich ohne feste Leitung zu lassen. Die Geschichte der bisherigen Regierungskrisen zeigte die groben Gefahren, welche die im Drange des Augenblicks vollzogene Demission mit sich bringt. Das Kabinett im Zustande der Demission hat keine ausreichende Aktionsfähigkeit. Das jetzige Kabinett halte es daher für seine Pflicht, solange am Ruder zu bleiben, bis die Entscheidung des Obersten Rates über Oberschlesien gefallen fei und dann die Aussprache im Reichstage über die mögliche neue Politik ftattgefunhen hat. Berlin, 13. Oft. (WTD.) Der Reichskanzler hatte heute vormittag mit dem Führer der Deutschen Dolkspartei, Stresemann, eine llnlerrehung. Auch zwischen dem Reichstagspräsidenten und dem Abg. Spahn fand eine Besprechung statt. Wie der „Lokal-Anzeiger" aus parlamentarischen Kreisen erfährt, tritt abends der Aeltestenrat des Reichstages zusammen, um Beschlub zu fassen, wann das Plenum zusammentreten soll. Die Deutschnationale Reichstagsfraktion richtete ein Schreiben an den Präsidenten des Reichstages, worin sie diesen ersucht, sofort den Reichstag zu einer Sitzung mit der Tagesordnung „Oberschlesien" einzuberufen. Zur Frage der Demission hesReichs- kabinetts schreibt das „Derl. Tageblatt": Durch die Teilung Oberschlesiens sind die materiellen Voraussetzungen für die Durchführung der Finanz- und Sachleistungen zu einem Teil entfallen. Daraus wird das Kabinett die Konsequenzen zu ziehen haben und dem Parlament die Demission anbieten müssen. Der Reichstag wird dann zu befinden haben, ob das Demissionsgesuch begründet ist, ob eine neue Regierung und gegebenenfalls eine neue Koalition für die völlig veränderte politische Sachlage gebildet werden mutz. Das Zentrum und die Sozialdemokratie lietzen bisher Feinen Zweifel, hab sie Wirth nach wie vor Vertrauen schenken. Auch weite Kreise der Demokraten sind der Ansicht, datz Wirth der geeignetste Mann für die Bildung eines neuen Kabinetts wäre. Dieses neue Kabinett wird, wie es auch aussehen mag, sich vom Reichstage ein neues Mandat geben lassen müssen. Dieser Auftrag kann unter den gegebenen Verhältnissen nicht anders lauten, als nunmehr mit allen Mitteln auf die Revision des Revarationsultimatums ijin- zuarbeiten. Für eine solche Politik, die dem Auslande gegenüber mit starkem Willen und grober Tatkraft geführt werden mub, kann die parlamentarische Basis nicht breit genug fein. Der Neill'staq. Berlin, 13. Olt (WTD.) Der Aelte- stenrat des Reichstags hielt abends eine Sitzung ab, um sich über die Einberufung des Reichstags zu verständigen. Da die amtlichen Grundlagen für die (Beurteilung der jber- schlesifchen Frage noch fehlen, wurde von einer sofortigen (Berufung des Reichstags Abstand genommen. Der Aeltestenrat des Reichstags wird spätestens am Montag vormittag zu einer Sitzung zusammentreten. Die Mitglieder des Reichstags ftnt> aufgefordert worden, sich auf eine rasche Einberufung des Reichstags einzurichten. Der Reichskanzler, der an der heutigen Sitzung des Aeltestenrates teilnahm, stellte fest, bab nach einmütiger Auffassung des Kabinetts ein Rücktritt der Reichsregierung vorläufig nicht in Frage kommt, damit in dieser schwierigen Zeit eine aktionsfähige Regierung im Amte ist. ♦ Eine Kundgebung des Preußischen Landtags. (Berlin, 13. Oft (Wolff.) (Bei Eröffnung der heutigen Sitzung des Preutzischen Landtages verlas der Präsident ßeinert vor dem Eintritt in die Tagesordnung eine Erklärung namens aller Parteien mit Ausnahme der Kommunisten undberU SP., in der gegen die Entscheidung des Völkerbundes in der ober- schlesischen Frage entschieden Stellung genommen wird. Die Parteien protestieren darin gegen die Vergewaltigung des Selbstbestimmungsrechtes des oberschlesischen Volkes und gegen den Druch des Friedensvertrages von Versailles. In der Erklärung heißt es weiter, dah der Preubifche Landtag gegen die Ausführung der vorbereiteten Losung in der oberschlesischen Frage Stellung nehmen müsse, und datz er mit unwandelbarer Treue zum oberschlesischen Volle stehe, das nicht von der Gesamtheit des deutschen Dolles getrennt werden dürfe. Das Urteil Salomos. London, 13. Oft (WB) Das Parlamentsmitglied Kenworthy, das soeben aus Oberschlesien zurückgekehrt ist, erklärte in einer Rede, die fegen. „Losung" der vberschlesischen Frage sei ebenso furchtbar wie das Urten Salomos gewesen. Wenn es durchgeführt worden wäre, hätte man das Kind in zwei Teile geschnitten. Es würde dies nicht furchtbarer gewesen fein, als die augenblickliche Regelung des oberschlesischen Problems. Kenworthy sagte: Die ausgeklärten oberschlesischen Arbeiter, die an tortgeschrittene Arbeitergesehe gewohnt sind und in reinlichen, gutverwalteten Städten gelebt Haden. werden den Polen ausgehändigt, die in Degradation und Schmutz leben. Das ist dasselbe, als wenn ein Rolls-Reyce- Wagen (beste englische Automobilmarte) einem australischen Wilden übergeben würde. Die ober- schlesischen Arbeiter werden damit den Kommunisten in die Arme \ getrieben und man kann sie deswegen nicht tadeln. Hcrv^ über die militärischen „Sanktionen". Paris, 14. Oft. (WTB.) Gustave 5>erDe schreibt im „Oeuvre", die deutsche Demokratie mühte mit der demnächstigen Aufhebung der militärischen Sanktionen rechnen können. DaS verstehe sich nach der Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen; denn die Besetzung von Düsseldorf, Ruhrort und Duisburg habe keinen anderen Zweck gehabt, als den Sperr-Ring aufrechtzuerhalten. Der Gendarm habe den Zollbeamten unterstützt. Nachdem der Zollbeamte fort fei, diene der Gendarm zu nichts mehr. Regierungswechsel in (England? London', 13. Oft. (Wolff.) Lord Robert Cecil richtete an Oberst Ellis ein Schreiben, in dem er unter Bezugnahme auf Lord G r e h s letzte Angriffe auf die augenblickliche Koalitionsregierung fragt, ob Grey der richtige Mann fei, an der Spitze einer neuen Regierung zu stehen. Eecil erklärt, er persönlich sei bereit, mit Grey zusammenzuwirken. Die Lage im In- und Auslande sei sehr kritisch. Seiner Ansicht nach bestehe wenig Aussicht, dah die augenblickliche Regierung der Lage erfolgreich begegnen könne. Alle Personen, die so dächten wie er, welcher Partei sie auch angehörten, mühten sich zusammentun, um dem Lande eine Regierung zu geben, die die Sicherheit nach innen wieder herstelle und dem Ausland Vertrauen einflöht. Englische Arbeitslosenkundgebung. London, 13. Oft. (WD ) Heute fand hiev cire grobe ArbeitSlosendemonstratron statt, an der viele Tausende von Erwerbslosen teilnahmen. Hunderte von Prl z sten hielten d e Ordnung aufrecht. Die ilmg?bung der Downing- street wurde für den Demonstrationszug gesperrt; doch wurde eine Arbeitslosenabordnung vom Sekretär Lloyd Georges empfangen. Der Trafalgar-Platz war vollständig von Polizisten umrinat, und keinerlei Verkehr aus dem Platze zugela'sen. Jin großen und ganzen verlief die Kundgebung ruhig. Es wurden nur einige Personen verhaftet. Eine österreichisch-ungarische Einianng. Budapest, 13. Oft. (Wolff.) lieber die Einzelheiten der Vereinbarungen in Venedig erfährt der nach Venedig entsandte Sonderberichterstatter des llngarifchen Korresponbenz- bureaus folgendes: Acht Tage nachdem die interalliierte Generalkommission die erfolgte Entwaffnung festgestellt hat, wird in Oedenburg und .Umgebung, Agen- dvrf und Brennberg unter Kontrolle einer Kommission die Volksabstimmung abgehalten. Was die infolge der llebergabe Oesterreichs gegenüber erhobenen finanziellen Forderungen Ungarns betrifft werden in dieser Frage in vierzehn Tagen die Verhandlungen in Wien eröffnet. Wenn diese binnen vierzehn Tagen nicht zu einem Ergebnis führen, wird gemäss den Bestimmungen des Friedensvertrages von Trianon ein gemischtesSchieds» gericht über diese Frage entscheiden. Aus dem Reiche. Eisenbahnerstreik? Berlin, 13. Oft. (Privattelegr.) Im Eisenbahnbezirk Halle droht infolge einer Neuregelung der Arbeitszeit der Ausbruch eines Eisenbahner st reif S. Heute finden im ReichSverkehrSministerium mit den drei Verbänden, dem Deutschen Cisenbahnerner- hand, dem Allgemeinen Eisenbahnerverbanü und der Gewerkschaft deutscher Eisenbahn- bediensteten Verhandlungen zur Dellegung der Differenzen statt. Aus Hessen. Aus dem Finanzausschuß. rm. Darmstadt, 13. Oft Der Finanz- ausschuh des Landtags beriet heute nochmals die aus der Plenarversammlung zurückverwiesene Vorlage bett, die Tagegelder für (Beamten und beschloß, diese auf 150 Prozent zu erhöhen. Die Regierung wird habet ermächtigt, bis zur demnächstigen Regelung durch das Reich die Vergütung möglichst den Reichssähen entsprechend vorzunehmen. Die Regierungsvorlage bett, die Regelung der Brenn Holz frage wird angenommen, ebenfo die Anträge der Abgg. Reiber und Reh bett. Tarifhol; und Losholz nach dem Vorschlag des Abg. Reh. Zwei Anträge zu der Desoldungsvorlage. welche die Stteichung des Zusatzes, nach der die Kinderzulage vom 21. bis 24. Jahr nur bei Bedürfnis gezahlt werden foll, werden angenommen. Die geplanten Erhöhungen der Post-, Telegraphen- und Fernsprechgebühren. Berlin, 13. Olt. (WTB.) 3m Reichs* Postministerium wurde gestern und heule mit bessern Verkehrsbeirat unter dem Vorsitz deS ReichSpvstministerS und auf Veranlassung der Reichsfinanzverwaltung im Reichspostministerium der inzwischen ausgearbeitete vorläufige EntwurfderneuenPv st - .Telegraphen- und Fernsprechgebühren durchberaten. Nach diesem, dem Reichsrat und dem Reichstag vorzulegenden Entwurf werden unter anderem die folgenden neuen Ge-4 bührensäye in Vorschlag gebracht: Für Briefe im Ortsverkehr bis 20 Gr. . Mk. 0.75 über 20—250 Gr.............1.— im Fernverkehr bis 20 Gr....... . 1.— über 20-100 Gr.............1.50 über 100-250 Gr.............2.— Für Postkarten im Ortsverkehr .... „ 0.50 im Fernverkehr............. „ 0.75 Für Druckfachenkarten......... „ 0.25 Für Drucksachen bis 50 Gr....... , 0.30 über 50—100 Gr.............0.50 über 100-250 Gr.............1.- über 250—500 Gr.............2.- über 500 Gr. bis 1 Kilo....... „ 3.- Für Geschäftspapiere (ebenso wie für Mischfendungen) biS 250 Gr..... . !.— über 250-500 Gr.............2.- über 500 Gr. bis 1 Kilo . ...... „ 3.— Für Warenproben bis 250 Gr..... „ 1.— über 250- 500 Gr.............2.- Für Päckchen bis 1 Kilo ........ „ Z.- Für Pakete in die Nahzone bis 5 Kilo „ 4.— über 5 bis 10 Kilo...........8.— über 10 bis 15 Kilo.......... w 14.— über 15 bis 20 Kilo............20.- Für Pakete in die Fernzone: dementsprechend Mk. 6.—, 12.—, 22.—, 30.- Die Gebühr für Postanweisungen soll (mit Einschluh des Bestellgeldes) betragen: bis 50 Mk........ . 1.- über 50 bis 250 ......... 2.- über 250 biS 500 ......... 3.- über 500 bis 1000 „ ....... „ 4.- über 1000 blS 1500 . ........ 5- über 1500 bis 2000 „ ....... . 6- Die Zeitungsgebühr soll für eine ZeitungS- nummer betragen: bis 20 Gr...............3'/, Pf. über 20 „ 30 ...............4 w „ 30 „ 40...............5 ,, »40 „60. ..............7 „ und für jede weiteren 30 Gr. 2 Pf. mehr. Berlin, 13. Oft. (WTB) Der Entwurf hei Verordnung betreffend die Erhöhung der AuS - landspo st gebühren gestaltet sich in einem Verhältnis für die Gebühren von einfachen 3n- und Ausländsbriefen von 1:J2, so dah die Gebühren im Weltpostverkehr sich tote folgt stellen werden: Für Briefe bis 20 Gramm aus 2Mk., füt jede weiteren 20 Gramm auf 1 Mk; für Postkarten auf 1^0 Mk., bei Druckfachen auf 40 Pf. für j« 50 Gramm. Der Entwurf des Gesetzes zur Aenderung deS Postscheckgesehes sieht eine Festsetzung der Zahl- kartengebühr auf 50 Pf. bei (Beträgen bl« zu 50 Mark, bei Beträgen über 50 bis 500 Mk. l,50Mk„ bei (Beträgen über 500 bis 1000 Mk. 2 Mk., bei 'Beträgen über 1000 bis 2000 Mk. 3 Mk., bei 'Beträgen über 2000 Mk., ferner bei baren Auszahlungen durch Postscheck tritt eine Erhöhung bei festen Gebühr von 30 auf 50 Pf. ein. Nach dem Gesetzentwurf übet die Aenderung der T-lgraphengebühren soll die Wortgebühr für Tel gramme künftig betragen: Bei gewöhnlichen Telegrammen 50 Pf, mindestens 5 Mk., bei Presse- telegrammen die Hälfte dieser Sähe. Der Entwurf der Verordnung betreffend die Aenderung der in den §§ 3, 4 und 8 des Fern- sprechgebührengesetzeS vom 11. Juli bestimmten Gebührensätze sieht eine Erhöhung von 20 v. H. dieser Sähe vor. Gegenüber diesem letztgenannten Entwurf er- klärte der Verkehrsbeirat, dah eine abermalige Erhöhung der Fernsprechgebühren schon mit dem Inkrafttreten der geplanten übrigen Vorlagen, ihm verfrüht erscheine. Der Entwurf eines Gesehes bett, die Aenderung der ^elegraphengebühren wurde vom Verkehrsbeirat mit überwiegender Mehrheit angenommen; ebenso der Entwurf des Gesetzes zur Ae.ide- rung des Postscheckgesehes mit einer Aendenng Berlin, 13. Oft. (WTB ) Zu dem Entwurf des Gesehes über die Postgebühren beantragte der Derkehrsbeirat. die Postkartengebühr im Ortsverkehr auf 40 Pf., im Fernverkehr auf 60 Ps. zu ermäßigen und die Gebühr für Drucksachenkarten auf 20 Pf. herabzusetzen; ferner die Gebühr für schwerere Drucksachen über 250 bis 500 ©ramm auf 1,50 Mk., und über 500 Gramm bis 1 Kilogramm auf 2 Mk. zu ermäßigen. Den Vorschlägen her Postverwaltung über eine Erhöhung der durch die Postordnung festzusehenden Nebengebühren hat her Derkehrsbeirat §ugeftimmt, jedoch empfiehlt er, die Einschreibegebühr von 2 (Bit auf 1,50 Mk. herabzusetzen. (Bei her Durchführung der vom Postbeirat zu dem Postgebührengefchentwurs gestellten Anträge würden aus den Gebührenerhöhungen die zu erwartenden Mehreinnahmen um mehr als 200 Millionen Mark verringert werden. Die Entscheidung über die endgültige Gestaltung des neuen Posttarifes muh hiernach ben gesetzgebenden Faktoren überlassen bleiben; sämtliche Vorlagen werden nunmehr dem Reichsrate zugehen, nebst einer Uebersicht vom Postbeirat über hie beantragten Amderungev Die Getreideausfuhr der Vereinigten Staaten nach Europa. Don O. P. Austin. ©tatiflilcr der Reuyorker Itational Litt) Darrt Die Vereinigten Staaten entäußern sich ihrer GetreidevorräLr in nie dagewofenem Um ang an Europa; wenn dieser Versand von Weizen, Mars, Reis und anderen Dodenfrächten wettergeht wre bisher, |o wird der zum eigenen Gebrauch übrig bleibende Rest der seit vielen fahren niedrigste sein. Das gilt vor allem vom Weizen. Die Weizenaussuhr in den ersten acht Monaten des Kalenderjahres 1921, über die seht Berichte vor- liegen, beläuft sich aus insgelamt 257 000 000 Dushels (einschließlich Weizenmehl) gegen nur 165 000 000 Dushels in den gleichen Monaten des Dvrsahres; von den 257 Millionen Dushels entfallen allem 67 000 000 Dushcls aus den Monat Äugust gegen 32 000 000 im August 1920. Sollte die Ausfuhr in den restlichen vier Monaten des Jahres in dem Maste der ersten acht Monate weitergehen, so käme die Defamtaussuhr des Jahres 1921 aus 400 000 000 Dushels, nach dem Maste der Äugustausfuhr sogar aus 500 000 000 Dushels Aus jeden Fall steht schon heute fest, dast die Weizenausfuhr des Jahres 1921 der Quantität nach Die jedes früheren Jahres wett übertrifft, und dast der für den einheimischen Konsum verbleibende Rest weit unter dem sonstigen Jahresdurchschnitt liegt. Rach Abzug der Ausfuhr von der gesamten Inlandserzeugung plus Einfuhr verblieben in den letzten zehn Jahren (einschließlich Saatgut) rund 6 Dushels pro Kops der Devöllerung. Dieser Durchschnitte betrag dürfte in diesem (Zähre auf nur 4 Dushels Pro Kops sinken. Die Gelamternte des laufenden (Zahres an Weizen schätzt das Handelsdepartement aus 757 000 000 Dushels, den Überschuß von der letzten Ernte auf rund 100 000 000 Dushels, und die Einfuhr des Jahres auf 25 000 000 Dushels, das ist eine für das Kalenderjahr 1921 verfügbare Menge von 882 000 000 Dushels. Führen die Der- einigten Staaten hiervon 450 Millionen Dushels aus, wie wir nach obigen Derechnungen wohl annehmen dürfen, so verblieben für die Bereinigten Staaten nur 430 000 000 Dushels für Rnh-^ungs- zwecke und für die Aussaat. Das hieste; pro Kops rund vier Dushels gegen runb sechs Dushels pro Kops im Durchschnitt der früheren (Zahre. So verkürzten die Bereinigten Staaten ihre Weizenration um 33 Prozent, um die nach Europa gehenden Quanten zu erhchnr. die faktisch neun Zehntel der gesamten Weizenausfuhr der Bereinigten Staaten betragen. Die Tendenz, den Weizenkonfum einzuschränken. wird dadurch gefördert, dast die Kartoffel-, Reis- und Maisernte des letzten Jahres abnorm grob, und die Preise dafür gering waren, und dast die Reigung bestehl, diese weniger kostspieligen Rabrungsmittel in stärkerem Umfange zum (Inlandskonsum heranzuzicchen als früher, durch welch' beides eine größere Menge Weizen zum Transport frei wird. Sin subjektives Moment, das bei dieser massenhaften Weizenausfuhr ebenfalls mitgesprvchen hat, war der Geschäftseifer der Exporteure, die aller Rückwirkungen auf die Vorräte des Landes nicht achtend, den Weizen den wartenden Märkten zugeführt haben. In Durchschnittsjahren belief sich der zur Ausfuhr gelangende Teil der Inlandsernte auf 20—30 Prozent, nur einmal in dem Rechnungsjahr 1915 auf 37,3 Prozent, während wir für dieses Jahr nach allen bisherigen Anzeichen mit einem Satz von weit über 50 Prozent rechnen müssen. . Auch in anderen Getreidesorten ist die Ausfuhr abnorm stark. Die bis zum 31. August exportierte Menge von Mais beläuft sich auf 86 <700 000 Dushels gegen 10 000 000 in der glei- dyn Jett des Borjahrs; im August allein wurden 13'/, Millionen Dushels ausgeführt, wonach wer für dieses Jahr mit einer gesamten jährlichen Misfuhr von Mais in Höhe von 125 000 000 Dushels rechnen dürfen — das ist mehr als das Doppelte ber größten Ausfuhr im letzten Jahrzehnt. Auch die Ausfuhr von Reis, den die Bereinigten Staaten in den letzten Jahren in großem Mahstab angebaut haben, ist die bisher bet weitem größte; sogar die Ausfuhr der Kartoffel, wenngleich diese Frucht für den Export weit weniger in Frage kommt, übersteigt bereits die Rusführ in den entsprechenden Zeiten des Jahres 1920 und 1919 um rund 50 Prozent. Dast diese Ausfuhr |m einer Gruppe von Rahrungsmitteln, die fast ausschließlich nach Europa geht, ein hohes Vertrauen bedeutet zu Europas Fähigkeit, Mittel und Wege zu finden, für seinen Bedarf zu zahlen, das wird ersichtlich auch aus den jüngsten amtlichen Zahlen, Lenen zufolge die Verkäufe der Bereinigten Staaten an Europa in den ersten sieben Monaten des Jahres 1921 dem Werte nach rund dreieinhalb mal so groß waren wie die Waren, die es nach den Vereinigten Staaten zum Ver- fanb gebracht hat; die Ausfuhr nach Europa hatte in den genannten sieben Monaten einen Wert von 1473 000 000 Dollars, während die Einfuhr von dort in der gleichen Zeit nur einen solchen von 433 000 000 Dollars hatte Aus Stabt und Land. Diesten, den 14. Oft. 1921. Schutz der Kriegshinterbliebenen gegen Zwangsvollstreckung. Rach Ablauf der zuletzt bis zum 1. Juli verlängerten Gültigkeit des zum Schuh der Kriegsteilnehmer gegen Zwangsvollstreckung erlassenen Gesetzes ist von einer Verlängerung dieses Schutz- gesehes abgesehen worden, da nach übereinstim- menber Ansicht der zuständigen Reichs- und Landesstellen der Zweck des Gesetzes durchaus erreicht war. Die Kriegsbeschädigten sind, wie uns von zuständiger Stelle geschrieben wird, inzwischen in den weitaus meisten Fällen wieder in der Lage, ihre wirtschafllichen Verhältnisse allein zu regeln; ein weiterer gesetzlicher Schuh würde ihrer Selb- ftändigleit und auch ihrer Kreditfähigkeit Abbruch tun. Anders stehen in dieser Beziehung die Kriegshinterblieb enen da. Schutz ist ihnen daher gewährt worden, zwar nicht in Ge- sehesform, wohl aber durch die Einführung eines zweckentsprechenden, den wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung tragenden Zusammenwirkens zwischen den Prozeßgerichten und den Fürsorgestellen der sozialen Kriegsbeschädigtenfürsorge. Auf Anregung des Leichsarbeitsministers hat der Reichs- justizminifter am 29. April 1921 ein Rundschreiben an die Landesjustizverwaltungen gerichtet, in w achem die Gerichte veranlaßt werden, von sich aus Feststellungen zu treffen, ob es sich bei Beklagten um schutzbedürftige Kriegshinterbliebene handelt. Kommen solche in Frage, dann werden die Gerichte hinfort den Fürsorgestellen Mitteilung machen und diese Stellen dadurch in die Lage versehen, mit größter Beschleunigung zu prüfen, ob ein Eingreifen der Fürsorge nach Lage des Falles notwendig erscheint. Die erforderlichenfalls alsdann sofort einsetzende Tätigkeit der Fürsorgestellen hat dahin zu wirken, dast durch Verhandlungen mit den Gläubigern erleichterte Zahlungsbedingungen. Stundung, Herabsetzung b»r Schuldsumme usw. vermittelt werden. Sie hat ferner für Bereitstellung von Mitteln unb Hergabe von Darlehen Sorge zu tragen, aber auch anderseits der pünktlichen Innehaltung der für die Verpflichtung erwirkten günstigeren Zahlungsbedingungen Beachtung zu schenken. Soweit ausnahmsweise einzelne Kriegsbeschädigte zur Führung ihrer Angeleg-m- hetten, einschließlich etwaiger Prozesse, nicht in der Lage sein sollten, werden die Fürsorgestellen der sozialen Krieasbeschädigtenfürsorge ebenfalls ohne weiteres eintreten und -ihnen Schuh und Hilfe angedeihen lassen. Die Wählerliste für die LandtagSwcchl liegt in der nächsten Woche auf dem neuen Stadthause in Steins Garten zu jedermanns Einsicht offen. Näheres über die Zeit der Einsichtnahme ist aus einer Bekanntmachung des Anzeigenteils ersichtlich. Einsprüche sind bis zum Ablauf der AuSlegungSfrift schriftlich anzuzeigen. Die in der Wählerliste bereits verzeichneten Wahlberechtigten wurden durch eine Postkarte des Wahlamts von ihrer Eintragung benachrichtigt. Wer eine solche Postkarte erhalten hat, besitzt also die Gewähr, in der £;fte eingetragen zu sein und braucht daher nicht zu reklamieren. Dagegen ist allen denen, die keine solche Benachrichtigung erhielten, anzuraten, rechtzeitig ihren Wahlanspruch auf der Bürgermeisterei geltend zu machen. Im übrigen ist baß Wahlverfahren im wesentlichen das gleiche wie bei den letzten Wahlen. Der Gießener Mielerverein hielt gestern-abend im Saale des Cafß Leib eine öffentliche Versammlung ab. Rach einer kurzen Einleitung durch Vorstandsmitglied Heß sprach der Vorsitzende des Hess. Landesverbandes der Mieterschutzvereine Wolff (Mainz) über die T'agung des deutschen Mieterbundes in Dresden, Miet st euer und Reichsmietengesetz. Der zweite Redner, Prof. Michel (Gießen), wandte sich gegen die Zustände am h esigen Mieteinigungsamt, bei dessen Entscheidungen mehr soziclles Empfinden wirken m;iffe. Bei den Verhandlungen müsse von jeder Partei ein Sachverständiger gehört werden, Kosten dürften dabei nicht gescheut werden. Die Mieterhöhungen müßten vom Hausbesitzer einwandfrei begründet werden. Prof. Michel sprach dann gegen die geplante Erhebung von Gebühren für Straßen- reinigung und Müllabfuhr. ES sei ihm von sehr ernsten Leuten vorzeschlagen worden, die Reinigung wieder dem Hausbewohner zu übertragen, doch sei dies nicht durchführbar. Der Redner empfahl die Reinigung durch Kehrmaschinen, doch dürften dadurch Arbeiterentlassungen nicht stattfinden, überflüssige Arbeitskräfte sollten zu Äulturarbdten, Erweiterung des Straßennetzes usw. Verwendung findem Im Anschluß an die beiden Referate berichtete Vorstandsmitglied Heß über die vom Wieterverein bezüglich des MieteinigungSamtes sowie der geplanten Abgabe für Müllabfuhr und Strahenreinigung unternommenen Schritte. Die hierauf einsehende Diskussion zog sich bis nach Mitternacht hin. Folgende zwei vom Vorstand über die Forderungen der beiden Referenten vorgeschlagene Eingaben an die Stadtverwaltung wurden mit kleinen Adände ruug en gutgeheißen. Der Gießener Mieterverein nimmt zu dem in Rr. 217 des »Gießener Anzeiger" vom 16. September 1921 veröffentlichten Entwurf einer Ortssatzung betreffend Erhebung einer Gebühr für Straßenreinigung und Müllabfuhr folgende Stellung ein: »I. Der Mieterverein vertritt die Ansicht, daß durch Dereinsachung der Sttaßenreinigung und Anschluß des ganzen Betriebs an die Betriebe der Konalreinigung und der Kläranlagen bedeutende Ersparnisse gemacht werden können. Frei werdende Arbeiter könnten von der Stadt anderweitig beschäftigt werden, wozu die Herstellung von Siede- lungsgelände angesichts der Wohnungsnot reichlich Gelegenheit bietet. II. Die Erhebung einer Gebühr, die sich aus den Miet- ober Pachtwert der einzelnen Wohnungen gründet und durch den Grundstückseigentümer von seinen Mietern oder Pächtern erhoben werden soll, hält der Mieterverein für ungerecht und unsozial. Er wünscht statt besten: 1. Die Erhebung einer gleichen Grundgebühr und zwar einer solchen für sämtliche Steuerzahler der Stadt Gießen, die keine Grundeigentümer sind, und einer solchen für sämtliche Grundeigentümer, wobei der Wert des Objektes nach der letztmaligen Veranlagung zur hessischen Vermögenssteuer für 1919 zu Grunde gelegt werden könnte. — 2. Zuschlag für solche Gewerbetreibende, die durch ihr Gewerbe für Verunreinigt! ngder Straßen und ösfenllichen Plätze sowie zur Müllerzeugung besonders beitragen. — 3. Uschlag nach dem fteuerbaren Vermögen, wobei zunächst das Reichsnotopfer zu Grunde gelegt werden konnte. — 4. Gänzlichen oder teilweifen Erlaß der Gebühr auf besonderen Antrag für solch: Steuerzahler, Die nachwttsen, daß sie nur ein Einkommen bis zu einem noch zu bestimmenden Betrag besitzen, wobei die Kopfzahl der Familie zu berüctsichtigen wäre, und überhaupt in allen Fällen, in denen die Erhebung der Gebühr eine unbillige Härte bedeuten würde." • „Der Gießener Mieterverein verkennt nichi die Schwierigkeiten, die das Miete tnigung samt der Stadt Gießen andauernd zu überwinden hat, wenn es den Interessen der Vermieter und Mieter in gleicher Weise gerecht werden will. Gerne erkennt er auch an. daß durch die Anordnung vom 15. September 1921 den Mietern die RLg- lichlcit gegeben ist, ihre Interesten besser zu wahren, als es ihnen vorher möglich war. Er verweist jedoch hierbei auf eine Vorschrift, die eß dem Vermieter zur Pflicht macht, die Rot- Wendigkeit der Mietsteigerung dem Mieter gegenüber durch zahlenmäßigen Rachweis feiner Mehrausgaben für die betreffende Wohnung ausführlich und einwandfrei zu begründen. Auch sollte dem Mieter G l.genheit g geben sein. Ein- Wendungen gegen die b.attragte Erhöhung der Miete beim QItict.iugungd-.-unt mündlich vorzubringen, ehe dir Vorentscheidung get.o f en wird. Bezüglich de§ ganzen Verfahrens wascht der Mietervrrein, daß dieses mehr, als es bisher üblich war, daraus ang'legt werde, zum Zwecke eines billigen Ausgleichs zwischen den Parteien zu vermitteln. Was insb Io adere die Begutachtung der in Betracht kommenden Wohnung durch Sachverständige anlangt, so wünscht der Mieterverein, daß hierzu in Zukunft zwei Sachverständige herangezogen werden, einer aus HauLbcsitzerkreisen und einer aus Mieterkreisen, und zwar Persönlichkeiten, denen außer der erforderlichen Sachkenntnis auch das nötige soziale Empfinden für die persönlichen, häuslichen und beruflichen Verhältniste der Mieter nicht abge- sprrchen werden kann." •* Amtliche Personalnachrichten. Am 30. September wurde Fräulein Amalie Keller zu Darmstadt zur Referentin für Frauen- angelegeuheiten im LandeS-ArbeitS- und Wirtschaftsamt mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 ‘ an ernannt — Am 3. Oktober 1921 wurde der Förster Jkt Forftwa tei OhmL.Julius Schmidt zu Ohmes, in gleicher Diensteigewchast in die Forstwartei Üben bauten, Oberförsterei Grebenau, versetzt — liebertragen wurde am 3. Oktober dem Lehrer Heinrich Imbescheid zu Kefenrod die Lehrerstelle an der Volksschule zu OrleShau- s e n. KreiS Büdingen; am 5. Oktober dem Schul- am »anmärter Karl Reinhardt aus Hungen die Lehrerstelle an der Volksschule zu Hitzllrchen. KreiS Büdingen. — Der öffentliche Zettelanschlag in Gießen ist bekanntlich durch eine Polizeiverordnung geregelt, die neuerdings wieder im Amtsverkündigungsblatt veröffentlicht wird, da sie in letzter Zeit vielfach übertreten wurde •• Sein 25jähriges Dienstjubiläum feiert morgen der AmtSgehilfe Ludwig Schäfer am chemischen 11 n i b er f i t ä t S • laboratorium. — Die Ringkämpfe im Einhorn hatten gestern abend folgendes Ergebnis: Der ge- wandte Sachse Opitz rang gegen Gerber (Hessen) 20 Minuten unentschieden. Ebenso blieb auch das Treffen zwischen den beiden starken Ringern Zilch und v. Berg ohne Resultat. Was der Oesterreicher an Kraft voraus hatte, ersetzte v. Berg durch größere Ruhe, welche ihm auch in gefährlichsten Situatwnen ermöglichte, sich zu befreien — Wider Erwarten endete der Entschgidungs- kampf zwischen Achner (Bapern) und Altmeister Hitzler schon «ach einer Gesamtzeit von 33 Minuten mit dem Sieger Achners. Dieser faßte Hitzler mit Untergriff hon hinten und warf ihn direkt auf beide Schullern. Hitzler schlug dabei mit dem Hinterkops so unglücklich auf eine dünne Stelle des Teppichs, daß er bewußtlos weg- getragen werden mußte. Heute Freitag sind aus- gelofl: v. Berg gegen Achner, Gerber gegen Christensen, sowie im Entscheidung-kamp) Opitz gegen Hitzler. — Der wertvolle Gvldpokal füi den 1. Sieger der Konkurrenz ifl im BlumenhauS Dietz, Seltersweg. ausgestellt. Vornotizcn. — TageSkalender für Freitag Etadtthstter, 7 Uhr. .Der Liebestrank' — Saf£ Amend, 8 Uhr, Wvhltätigkeitskonzert zugunsten der Oppaufpende. — Hotel Einhorn, 8 Uhr, Ringkämpfe und Variete. — Aus dem Stadttheaterbureau. Auf zahlreiche Anfragen fei festgestellt, daß vorläufig noch für alle Plätze Karten $um „Hannelore Ziegler-Gastspiel" zu haben sind Bei dem starken Andrang werden Interessenter gut tun, sich bei Zeiten Plätze zu sichern. tdettervorauefage für SamStag Frühnebel, dunstig und wolkig, meist trocken. Tag etwas kühler. Rächt kall. Winde auS nördlichen Richtungen. liebet Skandinavien liegt ein starkes, ausgeprägtes Ties und bringt uns heute nacht merkliche Abkühlung. Diesem nach Rordvsten ziehenden Ties folgt von ber Biskaya hoher Druck. Die Witterung wird sich nicht wesenllich ändern. Kreis Wetzlar. ra. Wetzlar. 13. Ott Der hiesige Spar- und Dauverein hat jetzt Gebäudebesitz in der Babelsberger-, Rauborner. Helgebach-, Moritz-. Waldschmidt-, Formerstrahe und in der Stoppelbergerhobl. Die Gebäude enthalten zusammen 224 Wohnungen, und zwar. 3 Einzimmer-, 62 Zweizimmer-, 96 Dreizimmer- und 63 Vierzimmerwohnungen. Von den Vrerzimmer- wohnungen sind alle bis auf drei Einfamilienhäuser. Heffen-Nafia«. Lohnbewegung der Eisenbahner. fpd. Frankfurt«. M. 13. Oft. Eine außer» ordentlich stark besuchte Versammlung des Deutschen Gisenbahnerverbandes nahm nach ausgiebiger Aussprach? über die Verteuerung der Lebenshaltung und der daraus folgernden Lohnerhöhung Sine Entschließung an, in der für jeden Eisenbahner eine einmalige Wirtschaft-- beihilse von 2500 Mk., ei« Erhöhu na der Stundenlöhne für Männer um 2 Mk. und für Frauen um 2,50 Mk., eine Erhöhung ber Beamt engehälter bis zur siebenten Gehalts klasse, eine Erweiterung der Rechte der Betriebsräte und die strikte Wahrung des Achtstundentages bzw. der Achttindvicrzigftundenwvche gefordert werden. Die Versammlung wandte sich auch mit Schärfe gegen die Bestrebungen, die deutschen Eisenbahnen dem Privatkapital in die Hände zu spielen und ließ darüber keinen Zweifel, daß derartigen Bestrebungen von den Eisenbahnern der schärfste Widerstand entgegengesetzt werde. Keine Derftändigtmq in der chemischen Industrie. sd. F r a n k s u r t a. M, 13. Oft Der Höchster SchlichtungSausschutz tagte aber- Alt-(Siebener Iugenderinnerungen. Bon D r. Fried r. Roack (Schluß.) IV. Einen Höhepunkt der Gartenfreuden bildete im Herbst das Cinkochen des Zwetschen- ii n b Birnenhonigs in dem großen Kupferkessel der Waschküche, den wir Knaben nach erfolgtem Ausschöpfen des süßen Produkts vollends auskratzen dursten. Das Dorspiel zum Hvnigkechen bestand am Tag vorher in einem Miszug zur Stadt in Begleitung unseres alten ©artentag- löhnerS Johann Müller und des Dienstmädchens. Da brachten wir auf einem Wägelchen den Dimen- vorrat in die Hintergasse, wo irgend jemand eine Kelterpresse zur Benutzung vermietete, und da das Keltern den ganzen Bormittag in Anspruch nahm, so durften wir, was ein besonderer Genuß war, mit Johann Müller Brot und Käse früh- stücken und einmal an seinem Schnäpschen nippen. Dieser Taglöhner, der den väterlichen Garten bestellen half, war unser ältester Kindheitsfreund; er lehrte uns unsere eigenen Beetchen umgraben und mit Kressen besäen, die wir später aufs Butterbrot legten, machte unS mit der Bvgelwett und mit den Gartenschädlingen bekannt, zeigte uns, wie man aus Holzstäbchen und Ziegelsteinen Maulwurfsfallen machte, lehrte uns aus Wei- denzweigen Pfeifen schneiden nach dem Vers „Gibt's fei' Pfeif, so gibt's c Farz", und hundert andere nützliche und luftige Dinge mehr An Sonntagen kam er manchmal im dunkelblauen Schößenrvck und hohen schwarzen Filzhut vvrs Dalltor spaziert, sah sich im Garten um und überlegte mit den Eltern, was demnächst zu schaffen war. Eines der wichtigsten Gartenge- fchäfte und zugleich ein Fest für die Kinder war die Kartoffelernte. Wenn wir dabei brav geholfen hatten, so durften wir nachher mit dem Kart off elstrvh ein Feuerchen anzünden, und Johann Müller zeigte uns, wie man in der heißen Asche Erdäpfel schmorte, die bann viel besser schmeckten, als wenn sie aus der Küche in anderen Gestalten auf den Tisch tarnen. Der Herbst brachte noch andere Freuden. Wenn die weiten Wiesengründe, die sich zwischen unserem Garten und der Stadt ausbreiteten, die sogenannten Gänsäcker längs der Wiefeck und die Wiesen der Schwarzlach zum zweitenmal abgemäht waren, dann konnte die Jugend sich darauf herumtummeln, ohne das Einschreiten des Flurschützen Mallomesius fürchten zu müssen, der uns mit seinem fuchsroten struppigen Bart gewaltigen Respekt einflößte. Einige von unseren Kameraden hatten auch ein böses Gewissen vor ihm wegen früherer Beutezüge auf dem „Aeppelwieschsn" am Rodbsrg. Einmal war ich auch mit dabei gewesen, doch war es mir nicht gelungen, das 7. Gebot zu übertreten, denn in dem Augenblick, als ich die srevelnde Hand nach einem rotwangigen Apfel ausstreckte, fiel mir von dem Daum herab ein kleines Insekt inS Auge und peinigte mich stundenlang, worin ich begreisiicherweise die verdiente Strafe der Vorsehung für meine böse Absicht sah. Wenn wir auf die geschorenen Wiesen .'.ogen, um dis selbstgemachten Papierdrachen an langer Kordel steigen zu lallen, dann brauchten wir den Mallomesius nicht zu scheuen; manchmal jedoch kamen wir in die Lage, feine Hilfe an» «urufen. Denn unter der Jugend, die sich dort । herumtrieb, gab es auch böse Buben, die den länderen gern einen Schabernack spielten und. ehe man sich's versah, eine Drachenkordel durchgeschnitten hatten, so daß man dem vom Wind davongerri.'benen Flüchtling eine gute Weile nach- laufen mußte, wenn man ihn überhaupt wieder einfing, denn es lauerten auch fremde Hände auf ihn. Im Winter war dann die Eisfläche der überschwemmten Wiesen oder der zugefrvrenen Löcher der Ziegeleien an der Schwarzlach, bevor die Eisdecke der Lahn fest genug war. ein willkommener Tummelplatz fürs Schlittschuhlaufen. EiSvercin und künstlich gepflegte Bahn waren damals noch unbclarmt, man nahm mit den Gelegenheiten vorlieb, wie die Ratur sie bot Einen Anlaß, über den alltäglichen KreiS der nächsten Umgebung hinaus die Anschauungen von Welt und Menschen zu erweitern, boten die Zahrmärkte auf dem .Oswalds Garten" und vor dem Lahntor. Da strömte die Bauernschaft von weit her mit ihrem verkäuflichen Vieh zusammen und machte auf dem Markt oder in den Läden ber Stadt Einkäufe für den Hausbedarf. Auch die Bürgerschaft selbst war gewöhnt, von dieser Ein- kaussgclcgenheit reichlich Gebrauch zu machen, obgleich der Markt, abgesehen von den Karussells, Schieß-, Schaubuden und Moritaten nichts mehr barbot, aB was man täglich in den Ladengeschäften haben konnte. Es war nun einmal altes Herkommen, daß man auf den Markt zog; die Kinder hatten ja auch ein historisch geheiligtes Anrecht auf ein .Marktstück'. Sie rückten also nach dem Mittagessen mit der Mutter und dem Lieschen oder Bettchen, das einen großen Waschkvrb mitnahm, aus und kehrten, nachdem sie einigemal Karussell gefahren waren, die bluttriefende Darstellung der neuesten Mordgeschichte, die wvhlpropvrttonierte Riesendame und die Seiltänzer angestaunt hatten, gegen Abend mit ihrem Markt stück, einer Peitsche oder irgendeinem Lärminstrumeitt, seelenvergnügt nach Hause zurück. Außergewöhnliche Jahrmarkts» genüsse waren manchmal die zeitgeschichllichen und geographischen Panoramen, in denen man durch ein paar Gucklöcher in der geheimnisvollen Leinwand für drei Kreuzer die großen Schlachten in der Lombardei vom Jahre 1859 mit ansehen oder im Bilde eine Reise durch die südamerikanischen Kordilleren machen konnte. Wenn'S hoch kam, schlugen .Englische Reiter" einen ZirkuS auf OS- waldsgarten auf, und für wenig Groschen konnte die ganze Familie in atemloser Bewunderung dix leichtgeichürzten Retterinnen durch die Reisen fbringen, die Akrobaten auf den Händen laufen und lebendige Pyramiden stellen und die abgerich- toten Pferde. 5fd, Affen und sonstiges Getier ihre Kunststücke vvrführen sehen. Ein solches ungewöhnliches Schaustück beschäfttgte die Gedanken der Kin- der für viele Wochen und' erfüllte ihre Einbildungskraft mit den wundersichsten Vorstellungen von merkwürdigen Dingen, die es außerhalb Gießens in der wetten Welt gab. und sie träumten wochenlang von den neuen Wundern, die der nächste Jahrmarkt bringen würde. Man war genügsam m der guten allen Zett vor 60 Jahren; mit ein paar Groschen oder Sechsern konnte man der lieben Jugend Freuden bereiten, an denen sie lange Zeit zehrten. Die dauer haftesten und gediegensten Freuden aber fanbei wir als Kinder kostenlos in dem Verkehr mit de Ratur bi der schönen Umgebung der Vaterstadt in Wald und Feld auf Streifzügen zum Sammell von Blumen, Käfern, Schmetterlingen, und wii waren glücklicher dabei als die verwohnten Kindet des 20. Jahrhundert« mit ihren teueren und ausgeklügelten Spielsachen. " ----J " e , 45 Är. von 13. Oht Datum: 12. OKI. Amsterdam-Rotterd. 4395,60 4404,40 4845,15 4854,86 944,05 945,95 1003.95 1006,05 198,30 Börsenkurse. Berlin 77,50 77,50 kündigungszeit der Lohn für volle Arbeitszeit gezahlt werden. — Demätz § 97 des Betriebs- 438, 339, 399,60 740, 610. 609, 885. 525. 530, Eisenbahnunsälle 14. 10. Schweizer Franken Wechsel auf 100 Fr. 100 L Bietzen, den 13. Oktober 1921. •U47T Gießen, den 14. Oktober 1921. 013557 10978c nur für weiblich« Besucher geöffnet. zu haben im 345, 250 100 100 100 100 Wien. . London. Pari-. . Reuyork 132,14 141,35 141,65 964,50 1005.46 1007,65 12.10. 4.10 2,27 4,15 760, 780, 980, 682, 664, 970, 590, 1.7.14. 125.40 oaso 88.80 117.80 88.80 4.01 10,85 St- 31. Str 509 45 1N.86 925, 695, 655, 930, 590, 31 Ml- Kr- Är. 420, 384, 329. Brüffel-Antwerpen. Ehristiania Kopenhagen Stockholm Helsingfvrs Italien London Aeuyork....... Paris Schweiz Spanien Wien (altes) . . . Deutfch-Oesterr.. . . Prag . Budapest Buenos AireS . . Bulgarien Konstantinopel . . 6,92 141,15 19,52 43,55 Holland. . . Deutschland Wien . . . . Prag . . . , Pari« . . . . London. . , Italien . . . Brüssel . . . Budapest . . Aeuyork. . Agram . . . Bukarest . . Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen 7,18 160,80 22,47 45,95 Datum: 5°/,Dtsch.KrieaSanl. 6>3 140,85 19,48 43,45 -Kränze -Schleier ■Seide .-Handschuhe -Wäsche 180.75 3.80 0.25 5.90 38.85 20.80 20.60 38 50 0.80 534 - 2.- 306,- 296,- 197,- 419,75 830,25 723,- 720,- 896,- 690,- 666, - 910,- 565,- 660,- 607,- 550,- 860,- 468,- 839,- 526,- 62,- 682,- LiädtetageS 700 Mk. und freies Lokal. 3m Dlll- kreiS werden anher den bestehenden 9 Berufsschulen weitere 9 neue gegründet und die Schüler der übrigen Orte des Kreise« in diesen 18 Berufsschulen eingegliedert. Für die wohltuende Teilnahme an unserem schweren Verlust danken wir herzlichst. Lina Schönfeld geb. Becdns Zritz Schönfeld. beitSverhältnisses geltenden ÄüubigungSfrift vorher angekündigt worden war. muh für diese Ansteigen aufrecht erhalten. Um 5.30 nachmittags ipar die Strecke wieder fahrbar. fpd. H e i d e 1 b e r g. 13. Oft. Auf der Station . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 13.10. 3,77 2,12 3.80 65,25 3.10 2097,— 3,65 9,75 -.70 DtnitiflthCT ieöCTltt M8ffamiagM!?eill?v?e^- eerTitt BaUHW Lviv.-Lcvüem. l £we. Sieben räteaefetzeS ersetzte der SchlichtungSauSschust die Zustimmung des Betriebsrates zur Kündigung gegenüber dem Betriebsrats Vorsitzenden. hoch/jrozen t,g von unübertroffener 30% Watch kraft 30% Njud4-3äa&/i ugjvtvAg^V . Kr. 117.80 . 6b- 97.80 . Fr. 125.40 . $ 23.80 Der Vorstand der allgem. Ortskrankenkasse Bietzen. Ad Bolz, 1. Vorsitzender. KreiS Biedenkopf zur Weiterbildung der Ämnmu- t i(beamten als Sinrichtung deS nassauischen Berliner Devisenmarkt. 13. 10. Danksagung Für die in so reichem Maße erwiesene Teilnahme bei dem schweren Verlust unserer treuen Lissi sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Familie Waldemar Franck. Bekanntmachung. Das deutsche Hygiene-Museum in Dresden Der» anstaltet in der Zeil vom 16. bis 23. Oktober d. Is. in den Hörsälen der Alten Aula (Universität), Ludwig- ftratze, eine Ausstellung zur Bekämpfung der Geschlechts-Krankheiten. Wir machen unsere Mitglieder und deren Angehörige auf diese Ausstellung aufmerksam und empfehlen deren Vesuch. An unsere über 16 Jahre alten Mitglieder werden während der Ansstellungsdauer an unseren Schaltern von 8 bis 1 Uhr (Eintrittskarten zu verbilligtem Preise abgegeben Donnerstag, den 20. Oktober ist die Ausstellung Kinder-Sweaters in allen Größen, reine Wolle, zu staunend billigen Preisen. Zwirn- u. Klöppel-Spitzen \ wieder eln- Wasche-Stickereien f getroffen. Kurs 10.10. 77,50 72 40 78,- 64.25 Kurs Kurs 10.10. 13. 10. 18L75 4.125 0.25 5.95 39.45 20197 21.15 39.- 0.80 545.- 2.10 400 Wein, la Soeifetortofiela treffen täglich ein und nehme Bestellungen entgegen. — Lieferung geschieht promot. 10949 Naas Frankfurter Hof Tel. 1521. Ltndengaffe L Marknotierunge». 5ür 100 deutsche Mark wurden gezahlt: ArnSderg. 12. Oft. (Wolff.) Amtlich. Heute vormittag 6.30 flieh der Personenzug Ar. 1361 aus der Strecke Altenhunden—Fredeburg infolge grober Fahrlässigkeit tm Fugmelde- dienst mit einer leerfahranden Lokomotive zusammen. Sin Heizer wurde getötet, andere Beamte wurden schwer verletzt. Die beiden Lokomotiven und zwei Personenwagen wurden start beschädigt. Der Betrieb wird durch Um- 4° „Dtsch. AeichSanl. 3° „Disch. Reich San!. 4°. Preuh. Kvnfols Darmstadter Bank . Deutsche Bank . . . DiSconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Dtsche. Dereinebank Aationalbank f. D. . Mitteld. Sreditbank. H.-Amerik. Pakets. . Aorddeutscher Lloyd Boch. Guhflahlwerk. D.-Luxemb. Bergw.. Selsenkirch. Bergw.. Harpener Bergbau. Oberschl. Eisenb.-D. Oberschles. Eisenind. Phönir-Bergb.-Akt. Bad.Anilin-u. Soda Höchster Farbwerke. Elektr. AEG... Schuckerl-Werke. . . Felten-Guilleaume. Daimler Bud - Gisenw -Akt.. Adlerwerke 4° o Heff. StaatSanl, Elektron DrieSheim. L20 161,20 22,53 46,05 L. = Fr. = Kr. = r Kr Am 13.Cft. vernarb unter lieber Kamerad x öerr 3uitus öoos Die Beerdiguna findet morß. 2nmc-= tag nadim. 2% Ubr auf dem Steuert tZriedhof statt. trw4v Wir biltcn,bcmi£ntfcblarenen recht wblrcrdj die letzte Ehre zu erweisen. Der Vorstand. 13.10. 77,50 71,75 79,- 63,30 31*,- 4c5, — 380,- 324,75 254,- 317,— 298,75 378,- 417,25 860,- 755,- 780,- 950,- 655,- 655,- 930,- 580,- 554,84 606,25 638,- 895, - 464,75 846,- 530, — 62,10 585,- 961,50 2437,55 2442^45 2'97,40 2602,60 1758,20 1761301873,10 1876,93 Berlin, 13. Ott (Prtv.-DÄ.) Heute morgen fuhr am Bahnhof Hu n g fern h e i de bei Berlin ein EiIzug in eine Kolonne Strecken- arbejtet Ein Arbeiter wurde sofort getötet, zwei andere schwerverletzt ins Krankenhaus ge- Ludwig Feige Sonnenstr. 20 MMe, Sonnenstr. 20 1608,35 1611,65 1743,25 1746,75 2497,60 2502,50 2717,25 2722,75 3056,60 3063,10 3256,70 3262 30 198,30 198,70 229,25 230,70 521,95 523,05 536,95 538,05 ----- 510,55 650,40 551,60 Billige Strumpf-Waren Damen-Flor-Strümpfe schwarz und weiß Paar M. 5.95 Damen-Flor-Strümpfe schwarz, verstärkte Spitze u. Kinder-Strümpfe schwarz, Baumwolle, Partie A Aß zum Aussuchea . . Paar M. U.VU Kinder-Strümpfe schwarz. Wolle, Größe 7—10, IC Aß zum Aussuchen . Paar M. U.UV Mannheim nach 'Bafel abgelaf lenen Schnellzug 108. der auf der Strecke vor der Unfallstelle stehen geblieben war. auf. Die Lokomotive des Personenzuges entgleiste. und der Packwagen des D-3ufl« schob sich in den letzten Personenwagen gen vor dem sicheren Tode retten. Mannheim, 13. Oft. (Wolf' ) »in schwerer Eilenbahnunfall, der leicht zu unabltb- baren Folgen hätte führen können, ereignete sich heute morgen um 6 Uhr 20 auf der wenige Kilometer vor Heidelberg gelegenen Station Wieblingen. Dort überrannte ein Leergüterzug daS Stellwerk. Der Telegraphen- und eig- nalvertehr wurde unterbrochen, wodurch eine starke Gefährdung des um diese Zeit sehr grohen Ber- Völkertiund- WcISe solange Vorrat reicht 10 Lot Mk. 5.—. Franz Bette. Mäusburer 10. 10998c SchlichtnngSauSschutz der Provinz Lderhcste«. Sitzung vom 13. Oktober 1921 3n der «nspruchssache deS BetriedSratS- oorfitzenden des Scheidhauer & Gietzingschen Quar- ^itsteinbruches in Homberg a. d. Ohm gegen seine fristlose Entlassung wurde gemäst § 86 Absatz 2 des BelriebSrätegesetzeS das Verfahren auSaeseht, weil die Firma die Berechtigung der fristlosen Entlassung gerichtlich feststellen lassen will. Die Main-Wes er-Da saltwerke G. m. b. H. in Saasen sollen vom 15. 10. 1921 an 20 Prozent Lohnerhöhung zahlen — Wegen Mangels an Aufträgen war die Arbeitszeit verkürzt worden. Da dies nicht gemäb § 12 der Beiordnung vom 12.2. 1920 mit der für die Kündigung des Ar- (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Vorbereitungen der Abrüstungskonferenz. Washington. 13. Oft. (WTBl Die zur Abrüstungskonferenz bezvchnelen amerikanischen Abgeordneten haben heute ihre erste Sitzung abgebatten. in der die Sraac der Zulassung von Pressevertretern und sonstige Vor- bereitungSmahnahmen für den Zusammentritt der Konferenz erörtert werden. 3n Beantwortung eiltet Schreibens, in dem gebeten wird, alle Anstrengungen für die Deltabrüstung »u machen, erklärte Präsident Har ding, day die Weltabrüstung wenig Hoffnung habe, durchgeprüft zu toerden, und daS sei auch nicht wün- schenSwert. aber eine vernünftige Begrenzung der Rüstungen sei wünschenswert io dieser Konferenz. Der Sufammentritt deS Obersten RateS. Paris. 13. Oft. (WTB.) Wie der .Malin" aus London meldet, wird im Lause der nächsten ober übernächsten Woche der Oberst« Rat in London zusammcntrclen. um die Entscheidung deS Völle rbundsrates in ber oberschlesischen Frage zu diskutieren. Die Londoner Konferenz für wirtschaftliche Wiederherstellung. London. 13. Oft (WTB.) 3n der heutigen Sitzung deS Kongresses für die wirtschaftliche Wiederher st ellung und den Weltfrieden erklärte der cnglifdx Finanzsachverständige G. P a i s h, eS sei ein Fehler zu glauben, dah die Krise im Handel im Abnehmen begriffen ist. RächsteS 3 -iemlich gleichmäßig au verteile». Der Pemlemnad: gab jedoch den AuSlchlag. Aus diesem Gebiet ci> hielt sich grobe Rach frage nach Devisen Reuhort. Die Abgeber sinb jedoch sehr zurückdaltenb. Dte Steigerung auch der anberen au6Iänbird)en Zahlungsmittel machte weitere Fortschritte. Polennoten erheblich höher. Die Tendenz im allgemeinen war wieberum uneinheitlich, die Grundstimmung aber fest. Am Markte ber unnotierten Werte war bas Geschäft wieder sehr lebhaft. Die Kursbewegung wurde im Verlause schwankend. Deutsche Petroleum 1225—1230 Hanla Lloyd 4C5 bis 390. Benz-Motoren 520-523-518. Rastatter gut, 650—610. Auslands werte fest, besonders Mexikaner. Üm 1 llhr Mvnlanatlien lebhaft gefragt. Mannesmann sehr gesucht. Oberbebart schwächer. Laurahütte angeboten. Gut erhiellen sich Schiffahrts- unb Bankaltien. 3m werteren Verlaufe tarnen die Werte mit Srndeitsturlen mehr flur Geltung. Gesucht Reckarftilmer. Die Börse schlof) ruhig, aber fest. PrivatdiStvnt 3$/4 Prozent. Frankfurt a. M. 14. Oftoder. Derlmer Sebifenmarft. Geld Brief Geld Brief Für Wtimr. Kein 6(6leften der Ra ncrmcüer il Avpnraie- Slüngen; wenn Sic mei ne ^diarfmafie gebrau wem'vreis t)St»7» Marktstrafte 2 I. 20-25'000 Mk. auf 1. oder 2. Hvvothek zu vergeben. Schr. Augeb. u. 018309 an den G An». Tücht. arbeitSfr. Kaufmann, verb, mit lang- fahr. 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Schon alber Deneral da- Podium betrat, toste minutenlanger DearuhungSjubel zu ihm empor Stand er doch al- Künder unvergessener und unvergänglicher deutscher Kriegsleistungen vor uns. als stolzer Zeuge de- groben und mächtigen Deutschland« vor 1918. Und so wuchs der Abend aus dem Rahmen einer Motten Parteiveranastltung und ward zu einer eindrucksstarken vaterländischen Kundgebung, für die Zusammenfassung aller guten Kräfte an der Wiederaufrichtung des Reiche«. Lettow-Dorbeck brachte dieses Gefühl in die rechten Worte, alS er zum Schlüsse tagte, gröber als der Zusammenbruch sei die Leistung deS Volkes im Kriege, und dab auS dieser stolzen Erkenntnis die Hoffnung wachse, Deutschland werde auch in Zukunft wieder zu gröberen Leistungen fähig. Verbände unS doch alle gemeinsames Blut, gemeinsames Vaterland, gemeinsame Rot, in der Einzel- und Parieiegoismus keinen Platz haben, und in der es nicht das Vorrecht einer Partei sein dürfe, sich deutschnational zu nennen alle ohne Ausnahme müßten in erster Linie deutsch sein und national General von Oettov»Vorbeck führte u. a. aus. datz die Kolonie sehr schlecht vorbereitet in den Krieg getreten sei. Bei unseren ReichsbeHörden habe eine einheitliche Anschauung darüber gefehlt, welche Rolle unsere Kolonien in einem Kriege spielen sollten.' Alnb wenn manche Leute bet Ausbruch des Krieges sagten, was sollen wir unS drautten in den Kolonien bemühen, wenn nufer Schicksal doch auf den europäischen Schlachtfeldern entschieden wird, so konnten sich unsere kraftvollen und weitblickenden Siedler mit dieser schwächlichen Auffassung nicht befreunden. Man lehnte es ab, einfach die Hände in den Schob zu legen, und gewann Klarheit über das Ziel, möglichst viele feindliche Kräfte auf den afrikanischen Rebenkriegsschauplatz abzulenken. Der Schutz der Kolonie an sich kam erst in zweiter Linie. Rur schwache militärische Mittel standen für den Kamps bereit: 2400 Mann ohne moderne Geschütze. Zwar wurden im Laufe der Zeit neue weihe und schwarze Soldaten auSgebildet, aber die Höchstzifscr war mit 3000 Mami Weihen und 11000 Schwarzen erreicht. Und diese kleine Zahl hat es vermocht, ungeheuere Truppenmengen des Feindes fern vom europäischen Snlschcidungsfelde festzuhalten. 3m Laufe des ostafrianischen Feldzugs hat der Feind 300 000 Mann gegen uns ins Feld geführt, darunter 140 Generale. 3m Herbst 1918 kamen auf einen deutschen Askari 100 Feinde und 10 Automobile. Für uns kam es von vornherein nicht darauf an, die lange Grenze zu verteidigen, sondern unter Zusammenfassung unserer schwachen Kräfte den Feind an seiner empfindlichsten Stelle anzugreifen. Während wir diese Stelle im Ror- den in der Richtung der britischen Uganda bahn suchten und einen zähen Kleinkrieg im Kili- mandscharvgebiet führten, erschien Luifang Ro- vember 1914 plötzlich eine britische Transport- flotte vor dem Hafen Tanga. Schnell wurden alle verfügbaren Kräfte zusammengezogen und mit der Kleinbahn nach der Küste abgervllt. 6000 Feinde waren schon gelandet. Mit kaum 1000 Rlarrn ihnen entgegenzutreten, war ein gewagtes Unternehmen. Nachdem unsere Askaris dem ersten Ansturm des Feindes weichen muhten, führte im kritischen Moment der Stvh einer unserer Abteilungen in die Flanke des Gegners und verwickelte ihn in Flucht und Niederlage. Nur Trümmer kamen auf den Schiffen an. Die Engländer konnten sich ihre Niederlage so wenig erklären, dah noch hn Herbst 1918 nach dem Wasfen- üillfhmb ein englischer General mich fragte: .Sagen Sie mal, ist es wirklich wahr, dah Sie uns damals bei Tanga mit dressierten Dienen schlugen?) (Verirrte Kugeln trafen Bienenstöcke und machten deren 3nfaffen wild.) Der Sieg von Tanga erfüllte unsere Truppe mit Stolz und Selbstvertrauen; im ganzen Jahr 1915 bestand sie im Norden der Kolonie erfolgreiche Kämpfe, immer nach dem Grundsatz, die sie am Schluh des Kampfs mehr Patronen haben muhte als am Anfang. Da die Engländer nunmehr mit grober Machtentsaltung an die Eroberung unserer Kolonie herangingen, beschloh ich von jetzt ab dem Feinde auszuweichen und ihn dabei immer wieder mit blutigen Köpfen heimzu schicken. Der afrikanische Busch, seine Aln- wegsamkeit und die Ellenbogenfreiheit kamen unS zu statten. Als wir im August 1916 die Zentralbahn in südlicher Richtung überschritten, versuchte SmutS, uns mit einem wuchtigen Schlage überholend zu zermalmen. Ader da seine Kolonnen kleckerweise eintrafen, gelang es uns, eine nach der anderen so gründlich zu schlagen, dah Smuts für eine weitere Expedition ganz von vorne anfangen muhte. 3m Oktober 1917 standen wir nach drei Kriegsjahren erfolgreich kämpfend noch auf deutschem Boden. Die Disziplin der Truppen war ideal. 3m Laufe der 'Zeil traten eine grobe Anzahl vortrefflicher Führer und Unterführer hervor, denen man mit gutem Gewissen auch die schwersten Aufträge übertragen konnte. Trotz dem erfreulichen moralischen Zustand und "bet" hohen soldatischer' Entwicklung wurden doch unsere Aussichten täglich trüber. Untere wenigen Geschütze waren vernichtet, unsere modernen Gewehre hatten nur noch 20 Patronen pro Laus Wir muhten zurückgreifen auf unsere rauchstarken Patronen mit dem Gewehre 71. Beim Rückzug über die Hochfläche im Süden der Kolonie, im Rov. 1917, war unsere Lage verzweifelt. Feindliche Detachements rückten von allen Seiten an und waren überall nur wenige Lagemärsche von uns entfernt. Es muhte daher zu einem letzten verzweifelten Mittel gegriffen werden und ich entschloß mich, einen gröheren Teil unserer Truppe zurückzulasten, um den Rest, 200 Weihe und Sin- geborene einigermassen ausrüsten zu können. Don nun an bekam der Krieg einen neuen Charakter. Ohne rückwärtige Verbindung, ohne Dagage, waren wir angewiesen auf die Magazine und die Patronentaschen des Feindes. Als wir Ende November 1917 den portugiesischen Grenzfluss Ro- vuma überschritten, trat uns sofort ein Detachement entgegen. Unsere Lage war so verzweifelt, dah wir sofort die Portugiesen angriffen. Der Erfolg war der. dah am Abend unsere Truppe frisch ausgerüstet mit Munition und Kleidung, diesmal portugiesisch, bereit zu neuen Taten stand. Rach verschiedenem Hin und Her gingen wir nach Deutsch- Ostafrika zurück. 3m "November 1918 waren wir gerade daran, eine britische Etappenlinie in Zentralafrika aufzurvllen. Abgesehen von einigen Seuchen, die uns heimgesucht hatten, war die materielle Lage glänzend. Wir führten grotte Viehherden mit uns und erbeuteten oft so viel Patronen, dab wir Gefechtsschieben veranstalten muhten, um sie wieder los zu werden. Auch waren wir jetzt so weit von der Küste entfernt, dah der Feind trotz seiner hundertfachen üleberlegenheit an Ort und Stelle uns kaum gefährlich werden konnte. Wir waren fest entschlossen, weiterzusechten, wenn es sein muhte, kämpfend durch ganz Mittelafrika, bis zur Westküste zu ziehen. Da traf in der Nacht zum 14. Novcmber völlig überraschend die Nachricht vom Waffenstillstand ein mit seiner bedingungslosen Lieber gäbe aller deutschen Kolonialtruppen. 3n stolzer Haltung marschierten unsere Soldaten nach Qwercorn und legten dort ihre Gewehre nieder, von denen keines mehr deutschen Ursprungs war. Bezeichnend für die Stimmung unserer Truppe ist der Vorschlag, der mir allen Ernstes gemacht wurde, alS wir unbewaffnet zur Küste marschierten: Wir möchten doch mit Stöcken das englische Lager stürmen und uns Waffen holen. Die mllitärische Haltung der schwarzen Soldaten war bis zum letztenAugen'olick musterhaft: alle Verlockungen zur Meuterei wiesen sie zurück, und dies ist wohl der beste Beweis für das Ansehen das wir in unseren Kolonien besahen und für die Hohlheit und Lügenhaftigkeit der gegnerischen Propaganda. Auch das Ende de« Vortrags klang in unerhörten Beifallsjubel au« und spontan wurde nach dem kurzen Schlußwort des Oberpostsekretärs Kohlhaase „Deutschland, Deutschland über alles" angestimmt und begeistert zu Ende gesungen. Einen besonderen Sinn bekam her Abend noch durch eine einmütige Entschließung für ein ungeteiltes Oberschlesien. Aus dem besetzten Gebiet. In Abwesenheit verurteilt, fpd. Frankfurt a. M.. 12. Oft. Der beim Grenzzolldienst in Griesheim a. M. tätig gewesene Zollassistent Otto (Seltner aus Frankfurt wurde heute vom französischen Kriegsgericht in Mainz wegen Zollbetrüae- reien und Unterschlagungen zum Nachteil Der interalliierten Zollkasse in contumaciam zu 2 Jahren Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe verurteilt. Gefährliche Schießübungen. fpd. Bonder Nahe, 12. Oft. Die französische Artillerie hält gegentnärtig in der Nähe von Kirn Schießübungen ab. Hierbei passiene es, dah eine Anzahl scharfer Schüsse in unmittelbarer Nähe des Dorfes Becherbach niedergingen und explodierten. Glücklicherweise wurde niemand der Ortsbewohner verletzt. Das Feuer wurde sofort eingestellt, als der Bürgermeister dem Regiment davon Mitteilung machte. Das End« de« Pfälzer Waldes. fpd. Kaiserslautern, 12. Oft. Um Raum für einen französischen Truppenübungsplatz zu schaffen, müssen im schönsten Teil des Pfälzer WaldeS große Strecken schleunigst ab geholzt werden. Zwischen Dahm und Pirmasens werden zur Zeit in dem Dörfchen Ludwigswinkel, dell'n Namen der neue Truppenübungsplatz erhält, von der ReichS- vermögenSverwaltung Kaiserslautern die Arbeiten für ein Generaldienstgebäude, für eine Familienwohnung für den Kommandanten und einen Major, sowie UnterkunftSräume für die ständige Lagerkompaanie ausgeschrieben. Verhaftung französischer Kausleute. fpd. Mainz, 13. Oft. Die franzöfi- sche Militärpolizei verhaftete mehrere französische Kaufleute unter der Anschuldigung, zollpflichtige Waren in Eisenbahnwagen aus Frankreich nach dem besetzten Deutschland eingeführt zu haben, ohne daß Dafür Zoll entrichtet wurde. Die Wagen wurden mit einem zollfreien Zug mit ftanzösischem HeereSgut durchgeschmuggelt und passierten auf diese Weise unbeanstandet die Zollstativ- nen. Die Angelegenheit wird friegSgerichtlich abgeurteilt, weil das Vergehen noch unter die Zeit der bestehenden Sanfttvnen fällt. Aus Stabt und Land. Gießen, den 14. Oft. 1921. Das Winterobst fault. Ein so sonnenreicher, warmer und trockner ©ornmer und Herbst wie der vergangene, find seit Menschengebenken noch nicht dagewesen. Man sollte darum annehmen, daß alles Obst, gut ausgereift, wie es sonst nur bei Südtiroler Obst der Fall ist, besonders haltbar sein müßte. Aber von allen Seiten werden Klagen laut, die das Gegenteil beweisen. Alles Obst, Aepfel wie Dirnen, selbst ganz hartes Winterobst, fault mehr als nach feuchten Sommern, und manche Hausfrau nimmt mit "Besorgnis wahr, daß der für teures Geld erworbene kleine Vorrat trotz aller Vorsicht schon jetzt teilweise verdirbt. Zur Erllärung dieser ausfallenden Erscheinung mutt daran erinnert werben, bat) in diesem Zahre alles Obst besonders zuckerreich und der Wassergehalt infolge der Trockenheit geringer ist als in normalen Zähren. Oebecmaim weiß, batt zuckerreiche Früchte gierig Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen, die die Zellwände teilweise sprengt. Man sieht z. D. an reifen Reinellauden wie sie bei feuchtem Wetter oder vorübergehendem Regen platzen und dann dem raschen Verderben ausgesetzt sind. Run tritt diese Erscheinung bei Kern- obst mit seinem harten Fruchtfleisch und der derberen Schale nicht in solch augenfälliger Weise auf, aber nur eine ganz geringe, dem bloßen Auge nicht wahrnehmbare Zerreißung genügt, um den Fäulnisbakterien die Türe zu offnen. Daß bei dem kühleren und feuchterem Herbstwetter mit seinem Morgennebel die Früchte tatsächlich wasserreicher werden, läßt ftch am Gewicht nachweisen und das wird in um so größerem Maße der Fall sein, je trockener der Standort war, auf dem sie wuchsen. Man wird darum gut tun, sein Obst in diesem Jahre nichtinallzuseucht en Kellern aufzubewahren und durch fleißiges Auslesen der angefaulten Früchte die übrigen zu schützen suchen. ' Kostenfreie Alebe r m i 11 lun g an« gekommenerTelegrammedurchFern- sprechcr. Der Fernsprechteilnehmer farni bei seiner Telegraphenanstalt schriftlich beantragen, daß für ihn angekommene Telegramme der von ihm bezeichneten Sprechstelle übermittelt werden. Diese Alebermittlung erfolgt jetzt kostenfrei. Die Airsprungsausfertigung des zuge'prvchenen Tele- gram ms wird dem Fernsprechteilnehme r mit der Post als gewöhnlicher Drief — ebenfalls kosten- frei — zugestellt. Ebenso werden Telegramme an einen Empfänger, der sich bei einem .Fern- sprechteilnehrner aufhält oder in dessen Diensten steht, zugesprochen. wenn der Empfänger Es beantragt und der Anschlußinhaber zustimmt. Meldet sich bei der Teilncbmerstelle ein Unbefugter zur Entgegennahme des Telegramms oder hört er dessen Inhalt mit, so ist die Teie^rapbenver- waltung für eine Verletzung des -ickgramm- geheimnisses nicht verantwortlich Handelt c« sich um sehr lange oder um geschlüsselte Telegramm« ober um solche in fremder oder verabredeter Sprache, so kann die Telegrapbenverwaltung abweichend von der Vereinbarung sie durch Boten abtragen lassen, wenn die Telegramme aus diese Weife schneller und sicherer zugestellt werden. " Oeff entliehe Bücher halle. 3m September wurden 1392 Bände ausgelleben Davon kommen aus: Erzählende Literatur 897. Zeitschristen 86. Zugendschriften 145, Literaturgeschichte 10. Gedichte und Dramen 23. Länderund Völkerkunde 35, Kulturgeschichte 23, Geschichte und Biographien 34, Kunstgeschichte 14, Naturwissenschaft und Technologie 67. Heer» und Seewesen 10. Haus- und Landwirtschaft 3, Ge- sundbeitslehre 11, Religion und Philosophie 18, Staatswissenschast 6. Sprachwissenschaft 4. Fremdsprachliches 6 Bände. Rach auswärts kamen 32 Bände. Kreis Büdingen. 4. Ortenberg, 12. Oft An Stelle de« verst orbenen Oberaktuars HeuNenröder wurde der Zustizbureauinspektor Knapp zum geschäftsleitenden Zustizbureauinspeftor ernannt Kreis Alsfeld. Da. Alsfeld, 12. Olt. Für die Reinigung des SchwalmbetteS von der Ful- der- bis unterhalb der Hersfelder Drücke waren bereits 15 000 Ml. bewilligt worden. Die Summe batte sich aber als unzureichend erwiesen: es wurden daher vom ötabtbauamt 5000 Mt. nachgefordert, die auch bewilligt wurden. Aus Anlaß der Genehmigung für Baukostenzuschüsse für drei Häuser in Höh« von etwa 52 000 Mk erklärte der Vorsitzende des Stadtvorstandes, daß man sich angesichts der durch diese Zuschüsse immer mehr anwachsenden Belastung der Stadt die Frage vorlegen müsse, ob dieses Stzstem der Dauhilfe, das der Stadt jährlich etwa 200 000 Mk. zinslos entziehe, beizubehalten sei. Hessen-Naffan. Die Ueberschwemmung mit Ausländern. mc. F r a n k f u r t a. M., 12. Oft. Wer eben durch die Straßen der Stadt wandert, wird erstaunt sein über die zahlreichen Ausländer, die sich hier aufhalten. Alle Hotel« haben einen großen Prozentsatz ihrer Gäste au« dem Ausland. Ulan gebt wohl nicht fehl in der Vermutung, dah die außerordentlich niedrige deutsche Valuta die fremden Gäste zu uns lockt, die dann bei dem hohen Wert ihres Gelbe« billig einkausen. Um aber einem deutschen Ausverkauf vorzubeugen, sind verschiedene Frankfurter Geschäftsleute dazu übergegangen, für Ausländer einen kleinen V a l u t a a u f s ch l a g zu nehmen, was übrigens in den Hotels schon lange üblich ist » [j Marburg, 12. Oft. Nachdem die Stadtverordneten kürzlich für den Ausbau des Elektrizitätswerks 2 078 000 Mk. für Anschaffung zweier Dieselmotoren bctoilligt hatten, wurden in der ge- st em abend abgehaltenen Versammlung lveitere Anträge welche die Errichtung einer Zentralschaltstation für die Lieberlandanlage, den Einbau einer Aklumulatorenbatterie und Eiwichtung einer Zählerreparaturwerkstätte betrafen, genehmigt. Dieser Kostenaufwand stellt sich auf rund 3 120 0C0 Mai-k Rian hofft, daß dann das Werk, völlig unabhängig von all den unzuverlästigen Kraftquellen, seiner Ausgabe völlig genügen wird. Ferner wurden 100 000 Mk. zur B e s cha f f u n g v o n Kartoffeln für die Arbeitslosen und Notstandsarbeiter bewilligt. Die schuldigen Beträge werden nach und nach von der Arbeit s- losen-Unterstützung und dein Lohn wieder abgezogen Außerdem sollen 100 000 Mk. zur Deschaf- sung einer Kartvffelreserve für die Minder bemittelten bereitgestellt weiden. Bei der Gelegenheit kam es zu einer 2luSeinandersehung über die Kartoffelfrage. Es wurde gesagt, dah die in Aussicht gestellte Verbilligung durch die Aushebung der Zivangswirischast das Gegentell, nämlich unheimlich steigende Preise, zeitigte. Wenn auch In Hessen die Kartoffelernte schlecht ausgefallen sei, so stelle sich diese doch im übrigen Deutschland nach den neuesten Feststellungen besser. wie man erwartet. Die unruhigen Verhältnisse und die steigenden Preise seien Erschetnun- gen, die nur aus die wilden Auskäufe und die dabei gemachten Preisangebote zurückgeführt werden könnten. Unb wenn die Erzeuger absolut mehr geboten erhielten, dann schlügen sie eS Der Schuh im ©lut. Roman von Horst B o d ein e r. 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Maria fühlte sich sehr wohl. Die beiden Männer hielt sie fest in der Hand, im Vater- Haufe waren oft Brandbriefe an Ernst abgeschickt worden, der auch das Vermögen feines in Ztapstadt befindlichen Bruders verwaltete. Diese peinlichen Schriftstücke hatte ste immer abfaffen müsstm, hier kannte man Not nicht. Alnb daß die Wär Hahn sche Verwandtschaft zum gut Teil recht derbe Bauern waren, störte sie weiter nicht, der Vater war nie wählerisch in seinem Almgange gewesen, daS hatten die Sängerfeste mit sich gebracht. 3m Gegenteil, ste hatte ihren Spaß daran, denn die Verwandten ihres Mannes sahen in ihr .was ertra Feines" und meinten es alle herzlich gut mit ihr .. . Als die ersten Rosen auf dem großen Blumenbeet vor der Hausfrvnt sich zu entfalten begannen, fühlte sich Maria Mutter. 3hr Mann nahm die Kunde glückstrahlend auf, ganz aus dem Häuschen war aber ihr Schwiegervater. Mit den flachen Händen schlug er sich auf die Knie. .Herrgott, Maria, daraus mästen tmr ein paar Flaschen Marcobruimer AuSlese sehen! Und natürlich zuerst kommt ein Zunge!" Sie lachte verlegen und war doch sehr glück- llch. 3n seinem Arbeitszimmer nahm am Abend der Celonomierat — er war hinter den Geschmack der Rheinweine gründlich gekommen — die Mamsell vor. .Guste, im Zanuar oder Februar schreit ein kleiner Wär Hahn in der Wiege! Na, Himmelkreuzdonnerwetter, freu dich doch mit! Alnb patz mal auf, der hat den »Schuß im Blute". 3n vier Zähren seh' ich mich zur Ruhe und i fang an, den Zungen zu erziehen!" Nein, die Mamsell freute sich nicht mit, siel sagte gekästen: »Sie werden stch in vier Zähren nicht zur Ruhe sehenl Und was soll die Frau dann anfangen, wenn sie ihr Kind nicht v e r ziehen kann T Langsam erhob sich der Oekoiwmierat. Einen roten Kopf hatte ihm bereits der Marcobrunner gemacht, trat auf seine langjährige, getreue Helferin zu. Seine Stimme wurde kalt und hart. »3ch hab' euch beide beobachtet, meine Schwiegertochter hat es nicht verdient, daß du ste schlecht behandelst!" .Zu faulen Menschen kann ich nicht freundlich fein. And wenn sie mir meinen PflichtkreiS einschränkt, geh' ich!" An beiden Schultern packte der alte Wär- hahn die Mamsell. .Dann möcht ich bloß willen, wie ste diris recht machen soll!" . Die Guste riß ihre linke Schulter frei. Das weih ich auch nicht! Und dafür kann sie erst recht nichts! Sie gehört eben nicht in einen Gutshaushalt hinein! Alnb auf „ben Schutz im Blute" bin ich gespannt, der kommt ja nun bald!" .Guste!" . a , , »Sie werden toieber lernen tm Hainbuchen- gang auf- und abzugehen, Herr Oetmwrmerat Aber nicht wie einst! Gebückt werden Sie gehen und sich den Schweiß von der Stirne wischen. Da atmete der Alte doch schwer. 5he treue Helferin meinte es gut mit ihm, wenn ihre Ansicht auch ganz verbohrt war .Dann Guste — bann muhte das auch ertragen werden! 3ch bin mit mancher Sorge fertig geworden. Solange ich atme, laste ich mich vom Schicksal nicht werfen! Alnb der Henner ist mein Fleisch und Mut!" „Das ist auch mein Trost, Herr Wärhahn!' ,Na. nun geh schon! Du siehst Gespenster am Hellen Tage! 3ch denke, es kommt ganz anders. Verdirb mir die Laune nicht unb stell bich besser mit meiner Schwiegertochter, weil wir WärhahnS bas so haben wollen!" ,3ch will mir Mühe geben! Gute Nacht!" Dem Oekonomierat war auf zwei Wochen bie gute Laune abhanben gekommen. Allmählich brachten ihn bie Abenbe im Musikzimmer über bumme Gebanken hinweg, bie auf einmal aufgetaucht waren — unb sich nicht bannen lassen wollten . . . Sin heißer Nachmittag zur Zeit ber Roggen» ernte. Früh hatte Maria in ben Gärten sich ein wenig nützlich gemacht, wie all bie Zeit währenb bei Beerenernte. Dann hatte sie sich auf ben Auftritt an ben Nähtisch gesetzt unb an ber Erstlingswäsche gearbeitet. So verging bie Zeit Gegen Abenb pflegte sie hinaus auf bie Felder zu gehen und ihren "Mann abzuholen Hinier einer Kiefernschonung surrte bie Mähmaschine, den Hang weiter abwärts wurde Getreide auf geloben. Es war noch zu früh, langsam schritt ste ben schmalen Psad durch bie würzig buftenben Kiefern: hinter Fritzlar.an ben Walbecker Bergen hatte sich eine Wolkenwand gebildet. Das Barometer war mittags plötzlich stark gefallen, da galt es bis zur sinkenden Nacht zu bergen, was trocken zur Einfahrt war . .. 2lls sie aus der Kiefernschonung heraustrat— sie trug ein weißes Kleid unb einen breitranbigen Strvhhut, Ernsts Worte, immer tabrilos gellridet vor ihrem Manne zu erscheinen, hatte sie sich gern zu Herzen genommen — hielt keine hunberi Schritte entfernt, neben ihrem Schwiegervater unb ihrem Henner auf einem hohen, schnittigen Goldfuchs, eine elegante schlanke Reitergestalt. Rittmeister Baron Züschen wurde ihr vorgestellt. Sc kühte ihre Hand, redete braus los. .Meine gnäbigste Frau, vvrläuftg hatte ich nur bie Ehre, Sie auf weitere Entfernung be- wunbem zu bürfen. 3ch hoffe, Sie werden einem einsamen Junggesellen dann und wann einmal ein Plätzchen an 3hrem Herbe bewilligen! Heute nicht Gott bewahre! Heute habe ich mich lebig- lich auf meinen hübschen .Sturmwind ', DaS Biest hat Rennen gewonnen, gesetzt, um wieder einmal bei Ihrem Herrn Schwiegervater in die Lehre zu gehen! Das tun wir hier in ber Gegenb nämlich alle, wenn wir mit unserer lanbwirtschaft- lichen Weisheit Matthäi am letzten finbl Bei mir kommt das häufiger vor als bei anderen, weil ich erst seit knapp drei Zabren auf meiner Klitsche sitze, ohne die nötige Vorbildung genossen zu haben! Mein guter Vater starb ganz plötzlich, ich war Husar in Straßburg, Allan in Hannover, dann zwei Zähre bei ber Schutztruppe in Afrika, bekam bei meiner Berabschiebung ben zweiten Stern auf bie Achsel gedrückt unb hopse nun immer noch recht hilflos auf meinen Stoppeln herum. 3hr Herr Schwiegervater wirb bas mit seinem Sachverstänbigeneib bezeugen können!" Der wehrte ab. So schlimm sei es gar nicht. Maria aber muhte lachen. Das war endlich ein anderer Ton wie der, ben sie bisher in Hessen xu hören bekommen batte. Sie strich bem Goldfuchs den seibenweichen Hals. .Herr Baron, herzlich willkommen, wenn Sie bie Lust einmal antoanbeln sollte, zu unS zu kommen — ober bie Langeweile!" .Deibes fürcht ich, meine Gnädigste. 3m übrigen bin ich auch musikalisch nicht gaiJ schim- | merlös, ein Waisenknabe bleib ich natürlich 3hnen gegenüber! . . . Za, meine Herren, äußern Sie I sich auch zustimmend?" (Fortfetzung folgt.) j rMft aus, ebensowenig wie alle anderen Berufe. Di« Dorslände der Organisationen könnten die schönsten Aufrufe erlassen, in vieler Hinsicht versagten die Mitglieder in ihrer Gefolgschaft. 5he Kartoffeln seien da, es herrsche nur Wagen- mangel, um sie heran zu schaffen, das müsse nach imi> nach geschehen, ilnö wenn die Städter sich Dei dem Fleischgenuß beschränkten, damit nicht so viele Kartoffeln fürSchweineverfüttert würden, dürste es auch später noch genug geben. mc. Frankfurt a. M., 13. Ott 3n diesem Hahr« waren 6000 Kinder klassenweise mit ihren Lehrern auf dem ehemaligen Truppen- Mungsplah W e g s ch e i d e bet Bad Orb unter- gebracht. Die Erfahrungen, die man mit dieser Art Erholungsfürsvrge gemacht hat, sind so gute, das) man auch im nächsten Jahre sämtliche zur Entlassung kommenden Schulklassen auf 4 Wochen die Weg scheide besuchen lassen will. Die notwendigen Gelder sollen wieder, wie in diesem Hahre, größtenteils durch Stiftungen aufgebracht werden. mc. Frankfurt a. M., 13. Oft 3n allen katholischen Pfarreien Limburgs wird am kommenden Sonntag eine Kollekte veranstaltet, deren Ertrag dazu dienen soll, den Armen Limburgs die notwendigen Winterkar- toff ein zu kaufen, was ihnen ja so nicht möglich ist. Dekan Fendel ist der geistige Vater dieser an sich sonderbaren aber sozialen Kollekte. Schöffengericht. Gießen, den 13. Oktober. Ein vielfach wegen Betrugs und Diebstahls vorbestraftes Laufmädchen erschwindelte sich bei einer Frau 5 Mk. und bei einer anderen Frau 34 Pfd. Kartoffeln und verkaufte letztere sofort weiter. Da sie rückfällig ist, erhielt sie 3 Monat« 10 Tage Gefängnis. Sachen im Werte von 3500 b i s 4000 M k. hat ein arideres, ebenfalls wegen Diebstahls vorbestraftes Dienstmädch en einem hiesigen Schneidermeister und dessen Tochter entwendet. Sie wurde deshalb zu B M o - naten Gefängnis verurteilt und sofort in Haft genommen. Sich selbst angezeigt bat sich ein Hausdiener aus der Pfalz, der zur Zeit im Zuchthaus in Ebrach i. B. 8Hahre Zuchthaus verbüßt. Er war im Jahre 1917 hier in einem Gasthaus als Hausdiener beschästigt und hat aus einem Haus in der Süd-Anlage einem Studenten einen Mantel gestohlen. Da seine Angilben sich als richtig erwiesen, erhielt sr eine Zusahst r a f e von 3 Monaten Zuchthaus. Ein Eifenbahnarbeiter aus L i ch hatte im Sommer 1920 ein Paket zur Abgabe an eine Frau dort erhalten, es aber nicht abgeliefert-, zur Red« gestellt, behauptete er, er habe im Zug einen epileptischen Anfall erlitten und dabei sei es ihm abhanden gekommen. Da dies nach Lage der ganzen Verhältnisse unglaubhaft erschien, erhielt er wegen Unterschlagung durch Strafbefehl eine Gefängnisstrafe von 3 Wochen. Sein. Einspruch dagegen wurde wegen seines Aichterscheinens im heutigen Termin verworfen. Aus der Strafhaft vorgeführt wurde ein Ehepaar von hier, das sich im März und April L H. in eh*m hiesigen Wirtshaus unter falschem Damen einlogiert und dort Wäsche gestohlen hatte. Unter Einbeziehung von früheren Strafen, die sie eben verbüßen, erhielt der Wann eine Gesamtstrafe von 1 H a h r 3 Monaten, die Frau dagegen eine solche von 8 Monaten, Einen groben Vertrauensmißbrauch hat sich ein Arbeiter von hier, der als Wachtmeister im Durchgangslager beschäftigt ist, zuschulden kommen lassen. Er hat eine verschlossene Baracke mittels eines falschen Schlüssels geöffnet und einen Schrank daraus entwendet Er wird deshalb zu vier Monaten Gefängnis verurteilt Am 23. August wurde ein lüderliches Frauenzimmer von hier wegen R ü ck - fallsdiebstahls zu einem Hahr Gefängnis verurteilt weil es in Gemeinschaft mit einer anderen Dirne einem Dachdeckergesellen, mit dem sie die ganze Dacht gezecht hatten, im Philosophenwald, während er schlief, 100 Mk. aus der Brieftasche entwendet hatte. Diese Strafe machte einen solchen Eindruck auf die Person, daß sie zwei Tage darauf in Gemeinschaft mit einer anderen Dirne in der Süd-Anlage einem verheirateten Bäcker und Wirt aus Dauheim bei Darmstadt, mit dem sie den ganzen Dachmittag u-d Abend in einer hiesigen Wirtschaft gezecht hatten, während er eingeschlafen war, 6500 Mk. aus der Tasche stahl. Sie konnten sich nicht lange ihres Raubs erfreuen, denn sie wurden morgens um 5 41hr von der Polizei aus den Betten geholt und festgenommen. 3m Bett versteckt fand man noch 5920 Mk. vor, wohin der Rest gekommen ist, war nicht festzustellen. Die rückfällige Diebin erhielt ein Jahr sechs Monate Zuchthaus, auch wurde auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht gegen sie erkannt. Die andere Person wurde wegen Diebstahls zu einem Jahr Gefängnis und wegen Dewerbsunzucht zu sechs Wochen Hast und zur Lieberweisung an die Landespolizeibehörde verurteilt. Auch wurden ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 bzw. 3 Jahren aberkannt. Das Gericht war der Auffassung, daß man mtt dem Bestohlenen, der als verheirateter Mann sich in eine derartig schlechte Gesellschaft begeben hat kein Bedauern zu haben braucht daß aber gegen die lüderlichen Frauenzimmer strengstens vorgegangen werden müsse, um sie für eine Zeit lang unschädlich zu machen. Beide erkannten das Urteil sofort an. Gerichtssaal. X Hanau, 12. Oft. Der Steinrichter Peter Guillemont aus Waldensberg (Kreis Gelnhausen) war am 12. März d. H. vom Schwurgericht Hanau wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit Widerstand gegen Fvrstdeamte und wegen unbefugten Waffenbesitzes zu einer Gesamtstrafe von 3 Jahren 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Es handelte sich um Vorgänge, die sich am Palmsonntag 1920 an der hessisch-preußischen Grenze zwischen Vsenburg-Büdingen sch en Forstbeamten und Dosbewohnern der Umgegend abgespielt hatten, wobei es zu einem Feuergefecht gekommen und der Bruder des Angeklagten erschossen worden war. Diese Vorgänge hatten eine starke Erregung in der Bevölkerung verursacht, so daß sogar eine Abteilung Reichswehr kurze Zeit nach Büdingen verlegt werden mußte. Gegen das Urteil des Schwurgerichts hatte Peter Guillemont durch seinen Verteidiger Revision einlegen lassen mit dem Erfolge, daß der erste Strafsenat des Reichsgerichts am 7. Huli das Urteil aufgehoben und die Sache zur ander weiten Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurück- verwiesen hat. Am 20. Oktober und die folgenden Tage wird nunmehr das Schwurgericht Hanau erneut diese Sache verhandeln. Geladen sind 37 Zeugen. Aus dem Amlsverkundi-uugsblatt. " Das Amtsvertündigungsblatt Dr. 144 vom 13. Oktober enthält: Verordnung über die Meldepflicht der Ausländer. — Produk- tive Erwerbslosenfürfvrg«. — Einzelförderungen aus Mitteln der produktiven Erwerbsloienfür- sorge — Gewährung der Erwerbslosenfürsorge an Ausländer. — Das Einhalten der Tauben zur Saatzeit. — Landtag-Wahl. — Straßensperre. Die Sperrung der Kreisstraße „Großen- Linken —Hörnsheim" wird aufgehoben. Turnen, Sport und Spiel. Zur Frage „Turne» und Sport" übergibt uns die Deutsch« Turnerschaft folgendes znr Veröffentlichung: Die Verträge mit den Sportverbänden, die am 20. März vom Vorstand abgeschlossen waren, sind vom Turnrat als rechtsgültig anerkannt worden. Ueber Dender un- gen soll verhandelt werden. Die Schwierigkeiten, ie sich aus den Verträgen ergeben haben, gehen meist daraus zurück, daß Vereine, Abteilungen und einzelne außer der D. T. einem Sportverband angeboren. Sie lassen sich zum größten Teil beseitigen, wenn man rechtzeitig mit den betreffenden Unterverbänden der Sportverbände die Terminlisten austauscht oder vereinbart. Dazu raten wir also dringend. Um für alle Fälle Klarheit zu schäften, hat der Turnrat folgende Bestimmung getroffen: „Bei gemeinsamen Veranstaltungen von Turnerschaft und Sport oder bei zeitlichem Zusammenfällen gleichwertiger turnerischer und sportlicher Veranstaltungen sind die Mitglieder der Turnvereine im Falle ihrer Beteiligung verpflichtet, bei der Turnerschaft anzutreten. Bei Verletzung dieser Bestimmung Ausschluß auf Zeit von turnerischen Wettlämpfen und im Wiederholungsfälle Ausschluß für immer aus dem Verein oder, wenn es sich um einen Verein handelt, aus der Deutschen Tumerschaft. Es ist also die Möglichkeit offen gelassen, daß man auch fernerhin in zwei Verbänden Leibesübungen treibt. Wir müffen aber darauf bestehen, daß sich unsere Mitglieder in erster Linie als Mitglieder der D. T. fühlen. Kassel, im Oktober 1921. Dr. Berger. Lachenmeier. Breithaupt. Eingesandt. (Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Boxkampf. Gießen, 12. Oft. 1921. 3m gestrigen Gießener Anzeiger las ich einen Bericht über den am Abend vorher veranstalteten Boxkampf im Hotel Stnyvrn. 99 fei mir erlaubt, über diesen Borkampf einiges zu sagen, um nicht eine irrige Meinung vom schonen Boxsport au Rommen zu lassen, zumal der Boxsport in Gießen nicht mehr ganz neu ist, sondern schon einige Kämpfe (wenn auch in anderer Art) gezeigt wurden. Was mich besonders eigentümlich berührt hat, war, daß der Boxkampf im Einhorn wirklich wenig 3nteressanteS bot und vor allem, daß er von einem früheren englischen Leichtgewicht-meister" in ziemlicher Unkenntnis der Boxsportregeln geleitet wurde. (Ethischer Leichtgewichtsmeister? Wer lacht da?) Für das Gießener Sportpubliku« wäre es weit interessanter und lehrreicher gewesen, eine angeblich so tüchtige Kraft selbst im Boxen bewundern zu können. Rebst anderen Zuschauern hau« ich den bestimmten Eindruck, daß der zum Schiedsrichter engagierte sogenannte Leichlae- wichtsmeister sich seiner Würde gar nicht voll bewußt war, denn die Bekanntgabe seines Titel- bereitete ihm Schwierigkeiten insofern, daß er Mühe hatte, ein verlegenes Lächeln zu unterdrücken. Wenn auch in hiesigen Sportkreisen etwas dick mit Meistern und hier und dort ausgetrumpft wird, so war dieses doch etwas zu starker Tabak. Auch dürfte der Herr Schiedsrichter den Rin^ und Boxkampf während verschiedener- Kampf- Phasen verwechselt haben, indem er den beim Ringen üblichen Ruf: „Zur Mitte" irrtümlicherweise sehr häufig anwandte. (Wozu der Ring?) Einem englischen Leicht gewichtsmcnsttr mute ich schon allerhand zu, daß er aber bei Beendigung eines Kampfes von über sechs Runden, ohne die zu einem Boxkampf unbedingt erforderlichen Punktezähler zur Seite zu haben, den Kamps als unentschieden auSruft, läßt vermuten, daß die Kenntnis dieses E Portzweig es bei hiesigen Sportfreunden etwas yu niedrig emgeschötzt wurde. Endlich liegt dem Gießener Publikum auch nicht daran, bei einem derartigen Kampf« ein leichtes Daseichluten zu sehen, sondern festgestelkt zu wissen, wer der überlegener« Boxer war. Ausdrücklich wurde vonx. Schiedsrichter vorher bekannt gemacht, daß in Ermangelung eines knock out (auf deutsch. Diederschlag» der Kampf nach Punktwertung vor sich ginge. Wo steht denn da- geschrieben, daß es in einem Boxkampf kein knock out gibt, oder welche Kämpfer sind sich vorher darüber einig? Wer lacht da zum zweiten Male? AW. Kirchliche Nachrichten. 3 sr ael.R el igi on sgemei nde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, 15. Oktober. Vorabd. 5.15. Morg. 8.30, Abds. 5.40 und 6.20 Uhr. 3 f r a e l. ReligionS-Gesellschaft. Sabbatfeier, 15. Oktober. Freitag abd. 5.06. Samstag vvrm. 8.00. Dachm. 4.00. Qabbatau* gang 6.20. — Montag. 17., und Dienstag, 18. Oktober: Hüttenfest. 1. Tag: Dvrabd. 5.10. Morg. 8.00. Predigt. Dachm. 4.00, 2. Tag: Vorabd. 6.10. Morg. 8.00. Dachm. 4.00, Festesausgang 6.10. — WochengotteSdieuft: morg. 6.30, abds. 5.00. Ausgestellt sind: Häkeleien, Woll-, Loch-, RichelieuPlattstich-, Kreuzstich-, Kettenstich-Arbeiten Kommenden Sonntag, den 16. Oktober, nachmittags von 3 bis 7 Uhr im Parterre-Lokal und in 7 Schaufenstern Sehenswerte Auslese künstl. Handarbeiten vornehmen Geschmacks in den neuesten Techniken und Materialien i Montag und Dienstag ist ein Teil der Arbeiten noch | in den Fenstern ausgestellt | TVmnuimiiiiiiimiimiiimiiiiiiminiiMiiiiiiiiMiiiiutiiiiiimfiiHMiitwiMiiiiiiiwiiimiiiiiniiiiiiH \ Die ausgestellten Artikel sind vorgezeichnet zu haben, | | die Ausführung derselben wird bereitwilligst gelehrt | ittMHMIMilMlltllHUIIlmilMIHIIHIIlMiUllIHNIUIIIIIIlIHHIIMIimiUtMtHIIIIIIHMUiUJItllllllllMHIM ,„,„C ^tell^er Auätief|Saen kü/!arbe Filet- und KlöppeldeckenKelim- und Gobelin-Arbeiten aller Art <1 at\ u '-------------------------- [3 *** Jede Dame, die Interesse für Handarbeiten hat, ob sie gerne häkelt, strickt oder stickt, versäume nicht, diese sehenswerte Ausstellung zu besichtigen Vehördliche Anzeigen Bekanntmachung, die Wahl zum hessischen Landtag betreffend. Die Wählerliste (Kartei) für die zu der Wahl zum hessischen Landtag m der Stadt Gießen mit der Gemarkung Schiffenberg und Herrenwald stimmberechtigten Personen liegt vom Sonntag den 16. Oktober 1921 bis einschließlich Sonntag den 23. Oktober 1921 und zwar an den Werktagen vormittags von 8-1 Uhr und nachmittags von 3-6'/, Uhr, an den beiden Sonntagen nur vormittags von 8-12 Uhr auf dem Stadthaus - Bergstraße 20, Zimmer Nr. 14 - zu jedermanns Einsicht offen. Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste (Kartei) sind bis zum Ablauf der Aus- leaunysftist bei Meldung des Ausschlusses bei dem Oberbürgermeister (Wahlamt, Stadthaus Bergstt. 20, Zimmer Nr. 14) schriftlich anzuzeigen oder zur Nieder- fchrifi zu geben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn der Kreis- ausschutz endgülttg. 109846 Gießen, den 14. Oktober 1921. Der Oberbürgermeifter. 3. D.: Dr. Seib. Al!gemkiilkLrtskraliktllkilße8ießkii Die noch rückständigen Deittäge zur Kranken- Kasse und Invalidenversicherung für den Monat August 1921 können noch bis zum 31. ds. Mts. ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieses Termins sind der Einzahlung auf unser Postscheck. Konto auch die Kosten beizufügen. Gießen, den 14. Oktober 1921. 110008 Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen. 3. 21.: H. Hinkler. Fichtendeckreisig. Aus dem Licher Stadtwalde sind ca. 500 Gebund Fichten-Deckreisig zur Selbstgewinnung abzugeben. Gebote je 100 Gebund sind bis spätestens 22. Oktober hierher einzureichen. Lich, den 12. Oktober 1921. Hessische Bürgermeisterei Lich 3. v.: Heller, Beigeordneter. (109768 Stadt. Arbeitsamt Gießen Liebigftratze 16, Teleph. 2054. ES können etneeftedt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 2 Maurer, ein Elektromonteur, 1 ölt. Schlosser, 1 Schneider, 2 Provisionsreisende, 1 Glaser, 1 selbständiger ölt. Sattler und Polsterer. Lehrlinge: 1 Automonteur, 1 Friseur, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Schlosser, 1 Kaufmann, ein Schreiber, 1 Lackierer, 1 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Uhrmacher, 1 Photograph, 1 Gärtner. b. bei aa-wärtiaen Arbeitgebern: 2 Provision-' reisende, 1 Müller, 1 Schmied, jüngere landwirt- schaftl. Knechte, 2 Schneider, 5 Friseure, 7 Schreiner, 3 Anstreicher, 1 Spengler und Installateur, 1 Dreher. Lehrlinge: 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Schreiner, zwei Friseure, 1 Schlosser. GS suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Backer, HauSburschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Schuhmacher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler u. Polsterer, Backer u. Metzger, mehrere Kellner, 1 Former, 1 jüna. Schmied, 1 Buchbinder, Mechaniker, 2 Heizer, 1 Wagner, 2 Dreher, 1 verb. Knecht, 2 Schäfer, 1 oerheir. Hofmeister, 1 very. Schweizer, 2 Gärtner, 1 Handschuhmacher, Bergarbeiter, Autoschlosser, 1 Schmelzer, 1 Installateur u. Spengler, 1 Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Heizer, 1 Konditor, 1 Zeichner, 1 Tiefbau- techniker, 1 Verwalter, 1 Photograph, 1 Polsterer und Tapezierer. GelegenbeitSarbeite« werden ebenfalls entgegen’ genommen. Lehrlinge: 2 Mechaniker. 1 Friseur, 1 Elektromonteur, 1 Elektrotechniker, 1 Schuhmacher, 1 Weißbinder, 3 Autoschlosser, 1 Maschinenschlosser. Weibliche Abteilung: E» können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und -mödchen für einzelne Tage, nicht. Alleinmädcheu, 2 Köchinnen, 1 Stütze, 1 Privatsekretärin, 1 Lehrmädchen in Blumengeschäft u. in Schuhgeschäft, 1 Haushälterin, 1 Zimmermädchen. 1 Küchenmädchen. b. bei auswärtigen Arbeitgeber«: 3 landwirtschaftliche Dienstmädchen, 1 Dienstmädchen, Allein- mädchcn, Zimmermädchen, 2 Küchenmädchen, eine Stütze. ES suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 1 Flickerin, 8 Waschfrauen, einige Lauffrauen, auch für Nach- mittagSbeschäftigung, Mädchen für tagsüber, zwei Büglerinnen, 1 Fräulein erteilt iran»ös. Unterricht, 2 Kontoristinnen, 1 Schneiderin als Beihilfe. Die Berufsberatung und Arbeits Vermitt- lnng für Musiker sinbet werktags van io via 12 Ubr statt. 10992B Bett.: Landzuteilungsverfahren Hungen - Langsdorf. Bekanntmachung. Der Plan über die Durchführung des Verfahrens liegt in der Jett vom 15. bis einschließlich 19. Okt. 1921 auf den Bürgermeistereien Hungen bezw. Langs- darf während der Dienststunden offen. Plantag zur Erläuterung und (Erörterung des Plans vor dem Landausschuß findet statt Freitag den 21. Oktober 1921, oorm. 9.15 Uhr, im Rathause zu Hungen. Einwendungen gegen den Plan können von den am Verfahren Beteiligten innerhalb der Offenlegung»- frist schriftlich bei den bett. Bürgermeistereien sowie auch im Plantag vorgebracht werden. 109888 Bad Salzhausen, den 11. Oktober 1921. Der Landamtmann zu Bad Salzhausen. Brill. Bullenverkauf. Ein fetter, zirka 20 Ztr. schwerer Simmentaler Bulle der Gemeinde Oppenrod soll im Submissionr- wege verkauft werden. Angebote pro Ztr. Lebendgewicht find bis zum Montag, den 17. Oktober I. I., nachmittags 1 Uhr, an unterzeichnete Stelle einzu» reichen, woselbst die Verkaufsbediugungen bekannt- gegeben werden. Gleichzeitig häuft die Gemeinde einen schönen fprungfäßigen Bullen derselben Rasse. Angebote unter Angabe des Alters und Verkaufspreises sind bis zu demselben Termin an uns einzureichen. Oppenrod, den 10. Oktober 1921. 108828 Bürgermeisterei Oppenrod. Balser. 1 Gelegenheitskäufe in Kissenbezügen Stück von MK. 29.50 an noo2c Fritz Nowack Ausstattungshans | ÄMrWWm jeder Art und Größe werden an gefertigt bei wnt Rudolf Rödiger, Walltorstr. 55. Großes Lager ht vrahtgeftellen sowie sämtl. Zutaten. Anleitung zum Selbstanferttgen wirb gern erteilt Wirtschastsrvasche weiße und farbige Handtücher Gläsertücher, Messertücher usw. 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