Nr. 2I "> Der Siebener Anzeiger mit der Dienstagsbsilage .Zport-Umschan- er. scheint täglich, außer Sonn» und Feiertoos. MüuaHIchevezuqrpreise: Mark 5. - ernschNeßlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: für dieSchristleitang 112; für Druduret, Verlag und tLeschäftsstelle 51 Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiaer Sießeo. vostschecklanto: Sroiffirt e. M. U686. Driid naö Verlag; vrühl'sche Univ. Such- unö Stetabruderei R. Lange. Schnftlettnng, Sejchäftrftelle und Draderei: Zchnlstraße 7. Annahme von Avzeiae» für die Tagesnammer ois zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit, prrir für l mm höhe für Anzeigen» 34mmBreite örtüd) 40 Pf., auswärts 50 Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz» Vorschrift 206 0 Zlufschlag. ^»prschriftlciler: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil i.D.: Aug. Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Becb, sämtlich in Gießen. Erstes Blaff M. Jahrgang MWvoch, September 1921 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Die Cage in Klein-Afien. Der Kampf der Griechen gegen die Türken In Kleinasien ist in letzter Linie ein Kampf Eng» land« gegen die Türkei. England benutzt die Griechen mit der Absicht, die Stellung der Türkei als '«lamitiUte Vormacht zu brechen. Sine andere Figur in demselben englischen 2piÄ — dessen Preis die unbeschränkte Vorherr- Ichasl in der muhamedanischen Welt ist bedeutet ^r von England eingesetzte und subventionierte Groß-Hcherif von QHeBa, und als weitere Figur erscheint der kürzlich mit großem Pomp in Bagdad als „König des Irak" eingesetzte Scherif Faisal. England will im Prinzip seiner rücksichtslosen Weltpvlttik die Türkei als starke politische Macht und als militärisches Rückgrat des Kalifats aus- schalten. Es erschien den Leitern des englischen Imperiums höchste Feit, gegen eine allgemeine mubamedanische Bewegung vorzugehen, welche auf Indien und Aegypten übergegriffen hatte, und im weiteren Afrika festen Fuß zu fassen drohte. Aach englischer Tradition muhte das Hebet an der Wurzel ausgerottet werden. Deshalb sollte der Kopf, die Türkei, fallens Dies sind die innersten Gründe deS griechisch-türkischen Krieges. Alles andere ist Vorwand und gehört zu der Aufmachung, welche die englische Politik jeder Sache in so geschickter Weise zu geben weih. Aiemals hatte Griechenland lange nach Beendigung des Weltkriegs einen groben Feldzug nach Kleinasien hinein unternehmen können, wenn ihm nicht von England der Bücken und die Tasche gestärkt worden wären. Die Wünsche Frankreichs und Italiens liefen in einer ganz anderen Richtung, und neigten einer friedlichen Lösung zu. Es ist kein Zufall, dah in neuerer Zeit die Hnruhen in Indien einen ernsten Charakter angenommen und jetzt auch auf die nordwestlichen Provinzen übergegriffen haben. An der Spitze dieser Bewegung stehen fanatische Muhamedaner. Die Rebellen kämpfen unter der grünen Fahne des Propheten. Die Empörung richtet sich nicht zum wenigsten gegen die Vergewaltigung der Türkei als islamitischer Vormacht. Rach menschlicher Vor- auSstcht wird es England wohl ohne zu grohe Schwierigkeiten gelingen, auch der jetzigen — wie der früheren — Hnruhen in Indien Herr zu werden. Die Hoffnung, welche die Empörer — sie nennen sich „Armee des Kalifen" auf die Hilfe von Afghanistan gesetzt haben, wird sich nicht bewahrheiten können; es ist noch zu früh dazu! Zur Zeit muh jedenfalls alles das. was im weiteren Orient gegen England geschieht, und was noch in Indien, in Aegypten. Persien, oder in afrikanischen Ländern geschehen kann, als eine Be° gleiterscheinung zum Existenzkampf der Türkei angesehen werden. Die in den muhamedanischen Teilen des Britischen Reiches bestehenden Schwierigkeiten können durch den griechisch-türkischen Krieg noch wesenllich gesteigert werden, wenn England auf seinem Standpuntt des Biegens oder Brechens gegenüber der Türkei verharrt. Die griechische Offensive kann auf die Dauer nicht die Hoffnungen erfüllen, die England in sie gefetzt hat. Sie ist nicht imstande, die Vernichtung der Armee Mustapha Kemals und damit das von England gewollte unbedingte Rachgeben der nativ- nalisttschen Türken zu erzwingen. Man kann heute schon mit voller Bestimmtheit aussprechen, daß sich die sonst so weitsichtige englische Politik in diesem Falle geirrt hat. Richts konnte die Türken zu einem bis zum äußersten verzweifelten Widerstande auf- stacheln, als die Verwendung ihrer Todfeinde, der Griechen, für diesen Zweck. Hier liegt der englische Rechenfehler. Die mllitärische Lage auf dem dortigen Kriegsschauplätze ist zur Zeit als folgende kurz zu schildern: Die Offensive wurde im Juli des Jahres von den Griechen mit sehr starken Kräften begonnen, welche den Türken an Zahl ungefähr um das Dreifache überlegen waren. Die Griechen verfügten dazu über ein zahlreichen modernes Kriegsmaterial — Tanks, Flugzeuge, vortreffliche Munition — das zum Test von England geliefert worden war, während die Türken nur über primitive Hilfsmittel geboten. So gelang es den entschlossen geführten Griechen, die türkischen Kampfgruppen unter Ismet Pascha und Reffet Pascha an der anatoli» fchen Bahn zurückzuwerfen, und diese von Afiun- Karahissar biS Eski-Schehir und Biledjik zu gewinnen. Die griechischen Operationen wurden von König Konstantin und seinem Generalstabschef Dusmanis geleitet. 3m letzten Drittel des Juli trat eine zeitliche Pause ein, die bis über Mitte August hinaus währte. In dem ganz parlamentarisch regierten Griechenland drängte die allgemeine Stimmung dahin, daß jetzt Angora, die Hauptstadt der Rationalisten. genommen werden müsse. Rach einer Aeuherung des griechischen Kriegsministers Theo- tokis vom 24 August erschien es wahrscheinlich, die Operationen in wenigen Wochen zu einem glücklichen Ende zu führen. Die Hoffnung wird sich kaum bewahrheiten. Die Türken hatten nach Verlust der Bahnlinie gegenüber der griechischen Front nur schwächere Abteilungen stehen lassen, während sie die Hauptverteidigung auf den Höhen östlich des Sekaria- Flusses, ungefähr halbwegs zwischen Eski-Schehir und Angora, vorbereitet hatten. Die türkische Front lief dort, an der Mündung des Pursak in den Eakaria beginnend, zuerst von Rord nach Süd, und dann in scharfem Knick direkt in östlicher Richtung. Zwei Verteidigungslinien hintereinander waren dort eingerichtet. Das türkische Hauptquartier war in Polally. Der griechische Hauptangriff wurde nicht von Westen gegen die Sekaria-Front angesetzt, sondern aus direkt südlicher Richtung geführt. Auf griechischer Seite bestand die Absicht, den linken türkischen Flügel mit der Hauptmacht von Osten her zu umfassen und von Angora abzudrängen, während schwächere Kräfte aus westlicher und nördlicher Richtung die türkische Mttte und den rechten Flügel beschäftigen sollten. Die zu der Hmfassung bestimmte griechische Hauptmacht befand sich in den ersten Tagen der Schlacht in räumlicher Trennung von den anderen griechischen Heerestellen. Hierdurch, und durch örtliche Erfolge der Türken in der Mitte und auf ihrem rechten Flügel, erklären sich die türkischen Siegesmeldungen in dem letzten Drittel des August. Rachdem am 29. Aügust die Fühlung zwischm den beiden griechischen Hauptgruppen hergestellt war, wurde die Lage für die Türken kritisch, und die Front Begann an einzelnen Stellen nachzugeben. Jetzt setzten weit übertriebene griechische Siegesmeldungen ein. Trotz der sich vielfach widersprechenden Rachrichten erscheint es doch zweifellos, daß die Griechen auf den meisten Tellen der Front wohl taktische Erfolge gehabt haben, daß ihnen aber die beabsichtigte völlige Hrnfas- fung des türkischen linken Flügels mißlungen ist. Der türkische Widerstand hat sich immer wieder gesetzt und versteift, und es wird weiter gekämpft. Selbst wenn die Armee Mustapha Kemals Angora aufgeben muß, ist der griechisch-türkische Feldzug keineswegs beendigt. Der türkischen Armee ist die Wahl ihres Rückzuges verblieben. Sie hat hinter sich noch ein ungeheuer großes Gebiet. Wie verlautet, soll die nationalistische türkische Regierung im Roftalle nach Kaisarie — zirka 300 Kilometer südöstlich von Angora — verlegt werden. Kaisarie ist eine Stadt von zirka 70 000 Ein- ivohnern, inmitten einer reichen Landschaft. Von dort führen gute Straßen sowohl nach Bem Innern Anatoliens wie über den Taurus nach der cili- zifchen Ebene; eine Bahnverbindung nach Kaisarie besteht nicht. In wenigen Wochen beginnt auf der anatomischen Hochebene, mit ihrer durchschnittlichen Erhebung von 1000—1200 Meter über dem Meeresspiegel, der lange Winter, der den Griechen nicht willkommen sein dürfte. Die griechischen Verluste sind groß gewesen, und ihre Verbindungslinien smd lang geworden. Don Smyrna nach Angora sind ungefähr 700 Kilometer zu messen. Wenn auch die Dahn von Smyrna bis Eski-Schehir von den Griechen in Betrieb gehalten wird, so ist doch fraglos die Bahn von Eski-Schehir nach Angora an den Kunstbauten gründlich unterbrochen. Eine Entscheidung des Krieges hat England durch die griechische Offensive bisher nicht erreicht, und ob es dieselbe erreichen wird, bleibt zum mindesten zweifelhaft. — „Cette politique est bete“, sagte mir vor kurzem ein sehr kluger türkischer Staatsmann von vordem in hoher politischer Stellung, als wir über die Absicht Englands diskutierten, die Türken durch die Griechen bezwingen zu lassen. Er kannte den unauslöschlichen Haß beider Völker am besten. — Daß diese Politik außerdem die schlimmsten Grausamkeiten auf beiden Seiten gezeitigt hat, die jeder Kultur Hohnsprechen, war vorauszusehen. Eine neue Koalition gegen die Türkei kann England im Orient nicht zusammenbringen. Die anderen Entente-Mächte lassen sich nicht gegen die Türkei ausnuhen. Die Franzosen hegen das vielleicht nicht unberechtigte Mißtrauen, daß England allein im Orient herrschen will, und daß es später den neuen König des Irak, Faisal, benutzen wird, um sie aus ihrem neu erworbenen syrischen Gebiet zu verdrängen. — Italien sieht selbstredend mit wenig Freude die griechischen Ausdehnungsbestre- bungen in Kleinasien, welche ein Anwachsen der griechischen Seemacht im Aegäischen Meere zur Folge haben müssen. Es ist nur ein kleines äußeres Zeichen, aber nicht ohne Bedeutung, daß das griechische Kriegsgericht in Smyrna vor wenigen Tagen den italienischen Untertan Alberto Penzo, wegen Spionage für die Kemalisten, zum Tode verurteilt hat. Eine Lösung des griechisch-türkischen Kampfes durch diplomatisches Eingreifen der Sntente wird immer schwieriger, well die griechischen Forderungen sich dauernd steigern, und weil die Türken in ihrem Existenzkämpfe zum letzten unb äußersten Widerstande entschlossen sind. So ist durch das von England vertretene Prinzip der Gewalt die Lösung der Weltfrage im Orient in die Ferne gerückt worden. Wenn man der Entente zugestehen muß. daß sie verstanden hat, Krieg zu führen, so steht ebenso fest, daß sie nicht verstanden hat. Frieden zu schließen. Der neueste griechische Heeresbericht. Paris, 13. Sept. (WTB.) Amtlicher griechischer Bericht vom 10. September. Der Feind hat mit bedeutenden Kräften unser Zentrum und linken Flügel angegriffen. Er wurde zurückgeschlagen. Die Steuervorlagen im vorläufigenReichswirtschaftsrat Ein Antrag auf Erfassung der (Goldwerte. Berlin, 13. Sept. (WTB.) Das HauS trat sofort in die Generaldebatte über die Steuer« gesehentwürfe ein. Geheimrat Schwarz erstattete zunächst einen Gesamtbericht des R e - parativnsausschusses über die neuen Steuervvrlagen. Die Einigung beruhe auf einem Kompromiß, nachdem die Arbeitgeber, Insbesondere die Landwirtschaft, schwere Lasten übernommen habe. Die Beschlüsse seien einstimmig gefaßt worden. Der neue Antrag Wissel! über die Dienstbarmachung der Goldwerte für die Erfüllung der Reparationsverpflichtungen wird zunächst dem Reparationsausschuß überwiesen werden. In der dem Hause vorliegenden Entschließung Wissell-Hilfderding heißt es: Der vorläufige Reichswirtfchaftsrat wolle beschließen, die Reichsregierung zu ersuchen, mit größter Beschleunigung und vor der endgültigen Verabschiedung der neuen Steuervorlagen durch die gesetzgebenden Körperschaften, einen Antrag vorzulegen, durch welchen die Substanz der Goldwerte ohne Erschütterung der Fundamente der deutschen Produktion für die Erfüllung der Reparationspflichten dienstbar zu machen sind. Arbeitnehmervertreter W i s s e l l : Angesichts des neuerlichen riesigen Sturzes der Mark werden wir auch mit den von Sachverständigenkreisen als Gesamteinnahmebedarf des Reiches verrechneten 150 Milliarden Mark noch nicht aus- kvmmen. Haler Ziel muh eine schleunige und weitestgehende Steigerung der Erttägnisse unserer Wirtschaft fein. Wenn auch der Reichswirtschaftsrat diesen Weg nicht findet, bleibt nur ein Eingriff in den Besitz übrig. Mein Antrag will die von der Industrie erzielten Papierwerte in Goldwerte ummünzen, die wir für die Reparationsverpflichtungen brauchen Wir brauchen eine De> Neuerung der Sachwerte, die unabwendbar ist Der Redner legt den Entwurf zu einem Sperr- geseh zur Sicherung der Kriegslastentilgung nm und beantragt dessen Verweisung an den Repa- rattonSausschuß. Stadtrat Humor- München als Vertreter der Hausbesitzer hielt den Antrag Wistell für unannehmbar, da er uns in die Lage des russischen Bauern bringen würde, der fein Sachgut verzehrt hat. Die steuerliche Erfassung der Sachwerte nach ihrem gegenwärtigen gesteigerten Geld werie lei allerdings notwendig Denn die Erträgnisse der neuen Steuern nicht cmSreichten zur Deckung der Reparationsleistungen, so beweise das. daß die übernommenen Verpflichtungen die Leistungsfähigkeit des Reichs übersteigen. Hauptschriftleiter Bernhard ist der An- sicht, daß die vom Reich übernommenen Verpflichtungen unsere Leistungsfähigkeit übersteigen Zweifellos haben Industrie und Landwirtschaft mit der Zurverfügungstellung der Devisen für die Re paration in sehr schmählicher Weise zurückgehalten (Protest), so daß die Reichsbank sogar mit ihrer Goldreserve eingreifen muhte. Unter allen Umständen müste die Sicherstellung ausreichender Devisen für die weiteren Zahlungen erfolgen. Das will augenscheinlich Herr Wissett mit seinem Antrag erreichen. H i f f e r b i n g (Arbeitnehmer): Um aus unserer Finanzlage herauSzukommen. dazu reichen die Steuervvrlagen nicht aus, und eS mühte in die Sachwerte eingegriffen werden. Harttung (Freie Berufe) wendet sich gegen den Antrag Wissel Cohen (von der Regierung berufen) bittet, das Schla gwvr t der Goldwerte endlich verschwinden zu lassen Es gebe keine Goldwerte, sondern nur Sachwerte in Form von Industrie- oder Anteilscheinen. Der Redner beantragt, in dem An- trag Wistel den Ausdruck Goldwerte durch Substanzwerte zu ersehen und die Gesamtabstimmunq über die Steuergesetzgebung auszusehen, bis die Entscheidung über den Antrag Wistell im Ausschuß gefallen sei vRichthofen (Landwirtschaft) sieht tn der Erhaltung der Substanz das einzige Mittel, die Produktionskräfte zu steigern. Der Redner betont, daß die Landwirtschaft auf dem Boden der im ReichswirischaftSrat einmütig gefaßten Beschlüsse stehe, aber jede andere Berechnung ablehne, die nicht auf dieser Grundlage erfolge. Mittwoch vormittag 10 Hhr 1Ö eiter Beratung und kleine Vorlagen. Schluß i/g3 Hhr. Auf der Spur der Mörder Erzbergers. München. 13. Sept. (WTB.) Der Mord an Erzberger hat eine über-- raschende Beleuchtung dadurch genommen, daß es sich herausstellte, daß die Täter in München wohnten, von hier aus vor einiger Zeit an den Tatort fuhren, in Oppenau zur Zeit der Tat wohnten, und nun flüchtig sind. Es handelt sich um den 1893 in Saalfeld geborenen Kaufmann Heinrich Schulz und den 1894 in Köln geborenen Studenten Heinrich Tillesen. Beide Mörder sind ehemalige Offiziere und gehörten seinerzeit der Brigade Eryardt an. Ferner ist unter dem Verdachte der Mitwisserschaft am Morde in Berlin eine aus einer Witwe, mehreren Töchtern und einem Sohn, einem früheren Kadetten, bestehende Familie, verhaftet worden. Berlin, 13. Sept. (WTB.) In Verbindung mit den Ermittelungen der badischen Staatsanwaltschaft, die zur Feststellung der Mörder Erzbergers führten,hatte die Abteilung I a des Berliner Polizeipräsidium vor einigen Tagen mehrere Mitglieder einer in Groß-Berlin wohnenden Familie gu Dantes 600. Todestag. 14. September 1321 — 1921. OJon Alexander von Gleichen-Ruhwurm (München). In Dantes gewaltiger Persönlichkeit beginnt tuv oen, ber unbefangen über die Jahrhunderte zuruckblickt, mit sichtbar fest untriffener Kontur der Rattonalgedanke in Europa, sich als erste An- ttrebswelle politischer Geschehnisse zu zeigen. Der Dichter gab zuerst gestatteten und gestaltenden Ausdruck ernern Gefühl, das in unendlich vielen Herzen unklar nach Erscheinungsform suchte, fein anderer hat fein ganzes Selbst und zugleich das volttische, das religiöse und sittliche Leben seines Volks, das Empfinden, Glauben und Wissen seiner Zeit so gewaltig in seinem Werf zusammengepreht. wie es dem großen Florentiner gelang Er sah in der Sprache das Helligtum der Dölker und im Amt des Dichters die Pr,esterschaft tücfeS Heiligtums. So schrieb er ein begeistertes Lob seiner Muttersprache „aur ewigen Schande und Hntcr- drückung der schlechten Männer, welche die Volkssprache anderer empfehlen und die eigene verachten." In diesem Sinn bricht Dante mit dem Gebrauch der Schriftsteller, sich des Lateinischen zu bedienen und erhebt die Sprache des täglichen Umgangs in das Reich der Dichtkunst. Roch in lateinischer Fassung hat er sein poli- tches Glaubensbekenntnis „über die Monarchie" abgelegt, in dem er Stellung zur großen Zett- fcage, dem Kampf zwischen Kaisertum und Papst um die Oberherrschaft nimmt und die Rechte des Kaisers als Hniversalmonarchen vertritt. Doch wlll er jedem einzelnen Land besondere Rechte gewahrt wissen, „denn die Dölker und Städte haben ihre Eigentümlichkeiten, denen durch verschiedene Gesetze Rechnung getragen werden muß." Der Zweck einer gemeinsamen Oberherrschaft ist nach ihm der dauernde Friede. Für diese Weltanschauung fetzt er feine gewaltige Persönlichkeit ein in stetem Kampf mit den Parteien und Ereignissen der Zett. Er ist und wirtt immer subjektiv, wir erleben mit ihm seine Seelengeschichte, zittern mit seinem Zorn und träumen mit seiner Liebe, die in den Versen des „neuen Lebens" uns ergreift mit ihrer sinnigen Holdseligkeit. Als ein früher Tod die geliebte Beatrice entrückt, verklärt sich in Dantes Klage die irdische Liebe zur himmlischen. Dem Dichter, der in scholastischer Bildung ausgewachsen ist, wird die Angebetete zur „Harmonie der Wett", zu jenem ewig Weiblichen „das hinanzieht". In der göttlichen Komödie, der Wanderung durch Hölle, Fegefeuer und Himmel führt der Zauberer Virgilius durch das Reich der Schmerzen, doch ehe Dante die Gefilde der Seligen betritt, entschleiert sich Beatrice „auf Bitten der sieben Tugenden" vor ihm, um ihn weiter zu geleiten, und er stillt in ihrem Anblick feinen „zehnjährigen Durst". Aber das Werf, das anfangs als ein Gedicht zum Preis der Geliebten geplant war, wuchs bewußt darüber hinaus und sollte, wie Dante selbst ht einem Brief äußerte: „die auf der Erde Lebenden aus dem Zustande des Elends befreien und der Glückseligkeit entgegen führen" Was ist für uns in heutiger Zett das Werk des mittelalterlichen Mannes, der in den Parteikämpfer seiner Stadt lebte und aufging, bald zu Ehren kam und dann verbannt wurde und in der Verbannung zu Ravenna starb? Was gilt uns fein Gedicht, das in scholastisch geschauten Allegorien Politik und Weltanschauung ferner Jahrhunderte verbirgt? 2Iuf diese Frage antwortet mancher Vers ewiger Weisheit und der menschliche Gehalt an persönlichem Erleben, die göttliche Liebe, die aus allem strömt. 2lls Dante, der in die Führerschaft der Republik Florenz (1302) gewählt war, nach ber Eroberung seiner Vaterstadt durch die Franzosen fliehen mußte, die Zerstörung seines Hauses erlebte und zum Feuertod verurteilt war, wanderte er von Stadt zu Stadt „auf sich allein gestellt, er selbst seine Partei" und fühlte ..wie fremdes Brot salzig schmeckt und welch ein harter Weg es ist. fremde Treppen auf und ab zu steigen". Eine Erkenntnis, die den Besten der Rationen, den berufenen Führern nur feiten erspart bleibtJ Aus der Schwelle der gotischen Zeit stehend, legte Dante in sein Gedicht einen politischen Wirk- lichkeitssinn, wie es jeder Zett und besonders der jetzigen entschieden wohltun würde. Wenn er ausführt. daß nicht um des Staates willen das Volk da ist, sondern der Staat um des Dolles willen, so spricht er ein Grundgesetz aus, das nur Harren und Verbrecher zur Seite schieben tonnen — aber wie oft sitzen Darren und Verbrecher am Ruder, toerm ein Land von Parteien zerrissen ist! Dante | will die Einigung und verlangt, daß in Stabt und Staat der Parteihader sich beruhigen solle. Denr als Zweck des Staates sieht der Ächter die Aufgabe. den Menschen zum zeitlichen Glück zu verhelfen, während ihn die Religion zum ewigen führen soll. In der Mttte zwischen dem Vergänglichen und Hnvergänglichen steht der Sterbliche und strebt nach doppetter Erfüllung, nach dem Frieden dieses Lebens, den die eigene Kraft erzwingt, und nach der einigen Seligkeit, der mystischen Vollendung, zu welcher sich diese Kraft durch göttlichen Beistand erhebt. Aus dieser Wettansc^uung gewinnt Dante den Trost beS Frommen; fein mannhafte? Hingen nach Licht und Freiheit ist stets von der mystischen Heberzeugung getragen, daß „et den ruhmvollen Hafen nicht verfehlt, wenn er feinem Sterne folgt“. In allen Qualen hielt ihn fein Vertrauen auf bie sittliche Weltorbnung aufrecht, unb er fand durch Einkehr in sich selbst Gott in den Tiefen ber eigenen Seele. So betrachtete er die zeitlichen Dinge im Lichte der Ewigkeit und erhob sich zum Standpunkt freien Denkens, von wo aus das Treiben ber Erde klein erscheint und der Dichter für weise (fdt, der es gering achtet, Herz und Geist auf das Hnvergängliche gerichtet. An Kiesen weiten Blick des mittelalterlichen Dichters sei erinnert am 600. Jahrestag seines Todes. ehemnhnen 1 10^10^ Terrorismus gegen die Landbevollerung tm Holz- $ Generalstreik in Nordsrankreich. Ser alte tionaliiät sei !® Alte jedoch i Qitßenf 5 -: liiert ^er,B ixni> mhmtc besonders seine Berwallungsarbeit I in den ihm unterstellten Gebieten, so auch im 6om:gebiet. 2lls die wesentliche Schöpfung des Völkerbundes bezeichnete er den internationalen Gerichtshof ufib trat u. a. für die iltrainer in OBeftgalidicn ein. deren 'Protest beim Völkerbund oerücksichtigt werben soll. -2a gerwald und den christlichen Gewerkschaften im Lande Zwietracht säen will, beißt auf Gra- I nil. Die Konferenz ist nach wie vor der Aus- Die Ärists in Bayern. München. 13 .Sept. Proletariat" Und „es gut, eine reiche Ernte zu hallen, und die Arbeiterschaft darf sich nicht scheuen, vor den brutal ft en Mitteln zuru^uscheuen..um ihre Forderungen durchzusetzen. Welches unter vielen anderen diese sor- deimngen find, war unlängst in einem Aufruf „An die arbeitenbe Jugend Deutschlands" zu Men: Proletarische Diktatur, rote Armee des Proletariats. Die Vorbereitung hierzu: ausschließliche Herrschaft der Anhänger dieser Parolen in öffentlichen Remtern und Einrichtungen, und als Bürgschaft für die Durchführung dieser „Säuberungs- allion" eben die Bewaffnung der Maffen. „Die Regierung — so heißt es in Rr. 201 der „Arbeiterzeitung" —. hat sich zu entscheiden. Sofort. Die Dinge liegen so, daß es jede Stunde zum Ausspruch kommen kann. Weicht die Regierung zurück, dann gill's für die Maffen: Heraus auf die fab. Siegen, 13. Sept. Rach den wüsten Tumultszenen vom Freitag und SamStag ist nunmehr Ruhe in die Stadt und ihre ihn* gebung eingekehrt. Biel dazu beigetragen hat er Auftuf des LandrateS. der in maßvoller nr - x I Weise die Bevölkerung zur Einsicht und Ord- • 2luf der Kvnfeiena der und fip in eindringlichster Weist Deutschen ni^----- . terschiede zwischen den Dassen gemacht haben." Außerdem »rtonVmtp der indische Delegierte, die o b e r s ch l e s i s ch e F ra ge fei eine herrliche Gelegenheit für den Vollerbund, sich in der Kullurwett eine sichere Stellung zu erwerben. Wenn auch nur der Dat mit der Lösung beauftragt sei, fv habe auch die Versammlung in dieser Frage eine wichtige Dolle zu spielen, denn der Dat müsse ständig die Sympathie der Versammlung hinter sich spuren und Mit ihr in enger Fühlung bleiben. Rach einigen Lllis- führungen über das Interesse, das Indien dem Völkerbund entgegenbringe, und die praktischen Beweise, die es dafür geliefert habe, führte der indische Delegierte Klage darüber, baß nur ein Beamter- des Generalsekretariats inländischer Ra- Die tt>iirttembergifd)e Regierung für gleiches Mah nach rechts wie nach links. Stuttgart, 13. Sept. Am Dienstag erschien im Stciatsministeriurn eine Deputation, bestehend aus Vertretern der Mehrheitssozialisten, der Unabhängigen Sozialisten und der Freien Gewerkschaften. die vorn Staatspräsidenten und dem Minister des Innern empfangen wurde. Die Deputation verlangte von der württembergischen Regierung Maßnahmen gegen die De gi- mentsfeiern. Sowohl der Staatspräsident wie der Minister des Innern konnten sich mit Rücksicht darauf, daß der Regierung bisher keine Klagen über verfassungsfeindliche Auswüchse bei diesen Feiern fcorgebradjt wurden, nicht dazu entschließen, dem Wunsche der Deputation zu entsprechen. Die Vertreter der Regierung stellen sich aus den Standpunkt daß sowohl nach rechts wie nach links mit dem gleichen Maß gemessen werden muffe. Man pabe erst vor einigen Tagen die kommunistische Demonstration auf dem Marktplatz geduldet, obwohl die Kommunisten den Sturz des Staates offen betreiben. Solange bei den Regie- mentSfeiern nicht der Rachweis erbracht sei, daß sie verfasftingsfeindlichcn Tendenzen Vorschub leisten findet die Verordnung des Reichspräsidenten auf sie feine Anwendung. Eine Fühlungnahme mit den leitenden Persönlichkeiten der noch ausstehenden Feiern, wie sie bereits in früheren Fällen erfolgt ist, wurde von der Regierung in Aussicht gestellt. und handschriftliche Korrespondenz zutage. Die Vernehmung der Sistierten ergab, daß sie ihrer politischen Gesinnung nach auf rechtsradikalem Boden stehen und daß sie die Person und das Wirten Crzbergers auf das schärfste verurteilen. Da ihnen aber hinsichtlich des Mordes weder die Mittäterschaft, noch die Mitwisserschaft, noch eine Begünstigung nachgewiesen werden kann, wurden sie am Abend von der Polizei wieder aus der Haft entlassen. Berlin, 14. Sept. Wie das „Verl. Tagebl.“ aus München meldet, teilt der Polizeibericht mit. Laß dort sechs Personen unter dem Verdacht, an den Vorbereitungen zur Ermordung Erzbergers teilgenommen zu haben, verhaftet worden sind. Laut „Verl. Lvkalanz" ist ein hoher Beamter des Berliner Polizeipräsidiums gestern abend ng,ch Baden gefahren,- um dort eine aussichtsreiche Spur der Verfolgung aufzunehmen. Ditte keine Täuschung! Man schreibt uns : ES wird unS vielleicht in diesen „demokratischen" Zeitläuften noch erlaubt fein, einige Sähe aus solchen Zeitungen zu wiederholen, die von der Reichsregierung nicht verboten worden sind. Die betreffenden Sähe richten sich wohl unmittelbar an bestimmte Volkskreise, dürsten aber auch für das ganze deutsche Voll, insbesondere die De- vlolkerung Hessens und seiner Rachdar- gebiete, von Interesse sein. Schließlich hat jeöer Tffinbigc Mensch ein Anrecht daraus, zu erfahren, tea« Vorgeht, und deshalb ist es wichtig, Auslassungen wie den folgenden weitestgehende Der- Wn^'schaftspartei 6’ BÄ ben Wahlen am 20. Zuni I die Arbeiter schon — gÄ». UÄ o un» > bene Ä trum ' dazu' bereit, da sie ja seit Beginn des Konfliktes , , immer Verhandlungen verlangt hätten. Hierauf Die Bölkerbundsversammlung. wurden die Vertreter der Geweickfchaften von _ « I Tourcoing und Äoubaif gehört, die ebenfalls Genf. 13. Sept. (Wolff.) In der Rede. beabsichtigten Zusammenkunft ihre Zu- die der indische Delegierte Sri navas a S a ft r i ftimmung gaben. am Schluß der geflrigen Versammlung hielt und ' y „ deren Text heute morgen übergeben wurd^ sind . . vor allem seine Darlegungen Hul- I Sowjet-HocyMUl. bi^ngf SiebmKn ’solonifrtirmamäfcob^ Sija,12. Sept. ! NLNg'aüttief und sie in Eindringlichster Weise touiben. Der Delegierte Sagte ixn^er M6 M Mr i« Verhetzung durch ftenide Elemente den Wandntegebtetm. die mit dem Duchstaben c. warnt. Der Landrat gibt besannt, dass die Ta- be^ichn-t werden und der N°lizel mit dem L« in ©ebute des veirenenacn ->iau e» einzige Hindernis zur Ausdehnung der Metallindustrie nichts zu tun &a£* unb - ' --- • 'rr—nt I öie fremde Polizei sofort nach Rückkehr geordneter Zustände das Siegener Land wieder verlassen werde. Die Abstimmung über die Fortsetzung des Streiks hat eine Mehrheit für dens^ben nicht ergeben. Die Organi- sationSleitungen haben daher beschlossen, den Streik ordnungsmäßig abzubrechen.Die Arbeit wurde heute vormittag in allen De- 2gttä)en Wg und so flärt Verden ffliüer eheL iiitnr etites flärung unde einem Zufall ihm, d« sein verdanke, dal gerade einem 3?Dlogc Var. Äustlarungsab dert das Wohl des gesamten Bolles, von dem die Arbeiterschaft den größten Test darftelll. daß Stegerwald so lange in seiner jetzigen Stellung verharren muß, bis die utuungäng licdeu DorauSsetzungen für den Wiederaufbau des deutschen Volkslebens geschaffen sind. „ Rnr auf dieser Grundlage kann letzten Endes lk in d^Gegend ton Sille aud) eine schlagkräftige GewerffchaftSbewe- gemein zur Durchführung Zettmimem Dre Zahl aufrecht erhalten und weiter aus- der Streckenden wird auf 75000 geschätzt. lallen. Die Konferenz hofft jedoch anbei Arbettsmuiister l^tt gestern die ^Gr^e^r. sichttich, daß die gegenwärttge Rotlagc bal- intoftrieUen Verbände empfangem wobei dic überwunden werden könne. Industriellen dem Munster die wirtschaftlichen bar %oblentotrtfaft erlaubten, die Lohnverminderung von 20Een- Berlin, 13• $eto Me times rückgängig zu machen Der Minister hat U ÄÄ för morgen Vertreter der Arbeitgeber ftick) ArBraunkohle (und zwar Dohlohle), Grudekoks, bettnehmer zu sich geladen und will nochmals Gaskvks und Raßpreßsteine vorn einen Dersöhnungsversuch unternehmen. 1 Oktober an aufzuheben, ferner noch für eine Lille 13. Sept. (Wolff.) Die GrU- Reihe von minderwertigen Drennstvffen. die benfammei der Gebiete Rvrd und PaS den Zechen fallen. Don S^rmten 3eit- I de EalaiS hat den Beittetern der Bergarbei- Punkt an die Kimmung ^ube^Be- tershndikate eine Zusammenkunft vo^ £4gc, über diese Brennstoffsorten geschlagen, die am nächsten SamStag in Douai ol>ne Einschränkung frei zu verfügen. Der Reichs- stattfinden Wird. lohlenkommiffai- behält sich jedoch vor, die De- Paris 13 Sept. (WTD.) Rach einer Ha- gelang der Verteilung dieser Sorten in beton- vas-Meldung haben die Vertreter der streiken- deren Fällen, bei plötzllcher Knappheit oder herben Textilarbeiter aus der Gegend non gleichen, wieder zu übernehmen Vorläufig de- Tourcoing und Roubaix dem Arbeits- sieht jedoch in diesen Sorten kein Mangel auch Minister erklär t daß sie die Aufrechterhallung I Verband können, wie uns an mangebenber der gegenwärtigen Löhne als gerechtfertigt erachten Stelle versichert wird, keine Schwiengteiten ge- I tm Hinblick daraus, daß seit dem Schiedsspruch des macht werden. Auf die Preisbemeffung hat dieser' __ _ .z-, 40 -r 1 aha OäIwo I r I.. v. » • X/i c* rrnrn tTYK* Dvllspartei. w r„ c. 3 _ Wahlkreis Altenburg: Vorläufiges Gesamtergebnis: Kommunisten 4968, llSPD. 12 326, SPD. 45 328, Demokraten 5767. Zentrum 418, Deutsche Dvckspartei 9834, Deutschnationale 8905 Landbund 16409. Wirtschaftspartei 4126. Danach sind gewähll: 1 Unabhängiger, 3 Mehrheitssozial- demokraten, 1 Landbund. Ersurt, 13. Sept. (WTD.) Rach dem bisher vorliegenden Ergebnis der Thüringer Landtagswahlen haben insgesamt a> baUen: SPD. 152 178, Landbund 123686, llSPD. msten 64 935, Deutschimtwn Wirtsckcrsts- nicht mehr erhöht worden feien, wie es traft vom Reichskohlenverband bzw. dem Reichs- D«n°krat-N 67t. Scntrum 6206, Wirtschaft- g-schch-n fofcn imb lo6IenIat fefiflefebt »erben. Für Steink-dler. Partei 4126 Stunmen^^ Tt . Mehr- daß dm neuerliche Abzug nicht im Verhältnis I ^Dto\c Briketts bleibt die ZwangS- 9^Sfmnb 10 llnab- stehe zu der Herabsetzung und der Teuerung der Bewirtschaftung be steh c n eS ist auch an ^^i^^5^ck^^lä'partei9 Komnu^nisten 5, Lebenshallung. Die Aufrechterhaltung der gegen- eine Aushebung nicht ^ barten, solange nicht btc wäEgL Lahn- s-i um °b-rschte,l,che Frage g-klar. ,st. W.r,LstSpaftÄ L ■3tibS | kante I Der Austritt b-.K. AP. D. aus d« Kaur«» uistffchen Internattoaale. heutigen Völker bundsverf ammtun g, vorhanden. Sei' ©otoietregitoing tu die kurz nach lZ410 llhr eröffnet wurde, begann Möglichkeit gegeben, einzelne Eisenbahnen in xpn- mit einer längeren Debatte über btc Art der I ^ssion zu geben, wie etwa die Rordbahnen tnel- Debandluna neu einlaufender, auf der Tages- seicht auch den Dau einer Dahn zum norDiiqjen Ordnung nicht vorgesehener Anträge. Der Prasi- I Eismeer. Man beabsichtigt wrck die Aufnowne dent van Karlebeck schlug vor, daß eine I ^net großen ausländisch«! , * | Kommission zunächst die Frage prüfen solle, ob Währung der Anleihe ifi dte logische Folgerung diese Anträge auf die Tagesordnung gesetzt wer-1 Gedankens, daß eine Gesundung Europas den sollen. Rachdem Raufen, der eine Derschlep- | ^hne Rußland unmöglich ist. Die allen Schuwen pung der neuen Anträge befürchtete die Der- ^dessen verlangen längere UnierhanDhingeiL 2in- sicherung schneller Erledigng erhalten hatte, schloß krc erste Forderung ist. daß ferne sich die Dersammlung dem Vorschlag- des Prasi- wn fetten Finnlands, Polens oder RumanuM« an. t k I unternommen wird. Sine Lm.gmtg m bteler Hieraus machte van Karlebeck eingehende ist nicht ausgesc^ossen. ^k"°e7n^o n a^e°n ' gl n'E^ Tr-tzkis Rücktritt als Zivi»°N,mi«°r. richtshos, die morgen von der Versammlung Paris, 13. Sept. (WD.) Rach einer MA- Dorgenommcn werden soll. xuna Liberte" aus Riga hat T r v h k i seine Dei der Fortsetzung der Debatte über dmi, em i Ilion als Zivilkvm mts s ar gege- Ratbericht erwähnte der Australier Druce Die . ^ein Rachfolger soll der General Franze Opfer, die Australien dem 'Delttriege gebracht f^^here Defehlshaber Der Südarmee, habe Es sei mit der Heb er Beugung in den Krieg ! ' ■ — ---- —*— *— getreten, für eine gerechte Sache zu kämpfen. Er verzichte aber darauf, sich über die Kriegs- ursachc zu äußern, um so mehr, als jetzt in Der Versammlung Mitglieder ehemals femdlichcr Staaten seien. Er begrüßte lebhaft die Washingtoner Konferenz, der Australien sympathisch gc- genüberfiebe und dieselben Fiele verfolge, die auch Australien anftrebz. Der Vertreter Canadas. D o d c r t y. schloß sich der Anerkennung an. Die bereits andere Red» j ncr Der Arbeit des Völkerbundes gespendet Haden > trieben wieder ausgenommen. Der Wetzlarer Wunsch nach Anschluß aa die Proviaz Heffen-Raffau. Zu dem von Der preuhffchen Regierung ver* öffentlichen Gesetzentwurf einer neue! ßanbge- meinDeorbnung nahm Der Demokrat is ck e KreiSverein Wetzlar einstimnng folgende Entschließung an: „Die Kreisvertreterversammlung erhebt gegen den Gesetzentwurf einer neuen Landgemeind-wrd- nung schärfften Protest, durch Den Die Deztr»- hürgermeiflerämter Der Dheiiwrovrnz mcht aufgehoben. sondern in ganz Preußen eingefuhri wer- d-n s-ll-n. ete forbert bic steift- MWninj bes Artikels 70 der preußischen Verfassung, welcher den politischen Gemeinden und Ge- meindeverbänden bas Recht der Selbstverwaltung ihrer Angelegenheiten unter der gesetzlich geregelten Aufsicht des Staates gewährleistet. Deshalb fordert sie ferner die fioStrcn- nung des Kreises Wetzlar von der Rhein- Provinz und den AnschluhandieProVinz Hesfen-Rassau, um die Bevölkerung des Kreises Wetzlar mit dem Volkstum auch formal zn vereinigen, mit dem sie nach Abstammung SMe, Sprache und Religion von altersher eine Einheit bildet. Sie erwartet von der Einsicht der I parlamentarischen Vertreter des preußischen ßanD* I tages volle Würdigung und konsequente Erfüllung dieser berechtigten Forderung, um dadurch einen unvermeidlichen, der Volkseinheit zur Zeit nicht dienlichen Volksabstimmung über diese Frage gv begegnen.“ . ^Si-D r» Jel 2 ^5 ßlLM- Aust Dain? fttzevfe d viozlalgl partei. •lilitärgerid nenrrteilt» v nacht »Wb einem vüsch bei - baltenen F sahne trug, jeftit) eine Triften de lulödaßöer *partei und i M veranüvo 6(1 an * SA Sil ro^rtic Gens, 13. Sept. (Wolff.) In Der heutigen Sitzung Der Völkerbundsversammlung wurde, wie bereits int Vorjahre, ein Antrag auf Förderung der internationalen Hilfssprache gestellt und das Genevalselletariat auf- gefordert, der nächsten Versammlung einen Bericht über die aus diesem Gebiet erzielten Ergebnisse vorzulegen. 'Der Antrag, wurde vor' ben -------------- —- Delegierten Südaftitas, Rumäniens, Smckiens, fgsj^^g daß die christtiche Gewerkschafts- Belgiens, Der Tschechoslowakei, Columbiens, &bi- Lcmcauno Kraft SteaerwaldS dringend und Sn nur mü dcm Sodxbatt. lmv nicht der gewaltigen Notlage, dte stch aus der oto übernationale Sprachen mir solch- ang-i-d-n furchtbaren Lage unseres Dolles IN seiner Ge- werden die in keiner Weise das Zahrhundertc samcheit ergibt. In einer solchen Lage ersor^ alle Recht und Ansehen der ftanzösischen Sprache ' * ' " als internationale Diplvmatensprache cmtasten. UvHihch. ® Vxi, W eichSloiri« vvgSvirtschaft *). Wime btnr. noch für eine Men, die aut nannten ßät« rain g über 2e» ii> i i£ Werte remchoffsorten . Der Leichs- vvr, die 2e- :öt in belon- Xit oder dev- Vvrlaufig be> Mangel, aud) 1 mahzebeob« nerigltiien M. i'ung hat dtefer Palle nach Vic o. dem Leichv» fteinlvhlen c Zwang-. , es ist auch an vlangc nicht die schick-' fffau- n Legiert £r* • neuen 2* fftiimsg W W«*S. 2® flöbti. y L-K ft 36 ^unb sA ^vch lH aus der "sellterTe. Lage erfor^ ?s f2Lhem barstes 1161 jetzigen Hanfbau >affeli sind ^en Eudes chaftsbelve. weiter aus. tM E w » 3rfW. 5» Sm- Selbfwv Sz nKe±i M M Cafiereirt ^PlrAüMg Ä* {S*^ niitfl i der Kommt" lale. Lote Kchue" 21. P.D. aus ifik. beendet. lach den wüsten d Samstag ist und ihre ihn* »eigewigen Hal r in maßvoller ficht und Orb- Mster Deise indc Slcmnkc t, dch die 53* , Lohnstreit in tun habe und nach LüÄehr enei Land wie- nnming üöerdie eine Dchrheil Sie Oigam* beschloß dvl abrechea-D« g in allen De- CBeretnMnmg über die Erhöhung der Be- züge der Fe st besoldeten. Sie be- dcuiert, daß die vom D. B. B. aus sozialer Einsicht ausgestellten Forderungen auf einen einheitlichen .Anschlag und die schon vom 23er Ausschuß des Reichstages beschlossene (Sleichseyung der TeuerungS- und Kmderzula- gen in den 5 Ortsklassen nicht verwirklicht wurden. Sie verurteilt, daß weiterhin die un- .gerechtfertigte Spannung nicht vermindert, sondern troy Annäherung der Prozentsätze noch vertieft wird. Die Beamtenschaft kann die getroffenen Bereinbarungen nicht als endgültig anerkennen, sondern erwartet, daß die Stellungnahme des Reichstages eine den Teuerungs- Verhältnissen angem^senere und gerechtere ist. Der Dorstand der Gewerkschaft der Hessischen GeineinLebeamten stellt lediglich eine Tatsache fest, wenn er ausspricht, daß mit dieser Regelung eine Beruhigung unter der Be-. amtenschast nicht einaetreten ist und er jede Derantwortung für die aus dieser Sachlage entstehenden Schwierigkeiten ablehnt. Die Ge- ineindebeamtenschaft fordert außer der laufenden Erhöhung der Bezüge zur Entdeckung des Winterbedarfs unter allen Llmftänden eine unrückzahlbare Dirtschaftsbechilfe von 2000 Mk. für Verheiratete und von 1200 All. für Ledige. Aus dem besetzten Gebiet. Mainz, 13. Sept- iWTB.I Der Dor- ksitzende der rheinhessischen Pro- vinzialgruppe der Deutsch. Dolks- partei, Berck, wurde vom französischen Militärgericht zu 300 Mt. Geldstrafe verurteilt, weil er dafür verantwortlich ge^ macht wurde, daß ein 13jähriger Schüler bei einem Festzug anläßlich eines auf »der Teufelsrutsch bei Wendelsheim (Kreis Alzey) abgehaltenen FeftzugeS eine rot-weiße Kinder» fahne trug. Das Gericht erkannte, daß objekiv eine Uebertretung der Flaggenvor- schriften der Rheinlandbommission vorliegt, mnd daß der Angeklagte als Dorsitzender der «Partei und Leiter des Festzuges gesetzlich da- «für verantwortlich zu machen sei. H Gießener Stadttheater. * LottcheuS Geburtstag. '■* Lustspiel von Ludwig Thoma. Tauzgastspiel Hannelore Selle. Gießen, 13. Sept 1921. Lottchen wird zwanzig Jahre all und heiratsfähig und soll daher über gewisse Dinge ausge- 'klärt werden. Darob ent sieht zunächst ein amüsanter ehelicher Zwist. Der Dater. die Karri- iel die Tänzerm begleitete und kleinere Pausen aussüllle und den lebhaften Beifall ehrlich ver- bientc IRü diesem Abend, bei- zum Gedächtnis des lüngsl verstorbenen Ludwig Thoma gegeben tnutl>c, sind die Sommergastspiele des Rauheimer KurlheaterS wohl endgültig abgeschlossen Als verheißungsvoller Auftakt der neuen Winter- spielzell ist uns Shakespeares „Was ihr wollt" angekündigt. gl. 2>armftäl)ter Theaterbrief. R. Darmstadt, 14. Sept. Die Saison des Hessischen Lavdestheaters hat vielversprechend au dem Gebiet ber großen Oper, weniger auf dem des Schauspieles, bas bisher bedauerlicher Weife nur einen Schmarren heransbrachte, begonnen. Das ist Zwar in technischen Dingen begründet - das Personal des Schauspieles hat durch die „Nachsaison" der vorigen Spielzeit länger Urlaub - hätte aber aus künstlerischen Gründen vermieden werden müssen. Die erste, der großen Oper gewidmete Woche war, wie gesagt sehr vielversprechend. Wundervolle Großzügigkeit, orchesttale und gesangliche Frische zeichnete die Eröffnungs.Vorstellung „Die Frau ohne S ch a 11 c n * ans. Dem Orchester, das unter Balling hervorragendes leistete, wie den Solokräften, die ihre Riesenpartien — Kaiserin: Fanny Tleoe, Amme: Anna Jakobs, Färbersfrau: Johanna Hesse, Kaiser: Janssen, Färber: Bischoff - mit bewundernswerter Frische erledigten, merkte man die Erholung der Sommerpause wohl an. Strahlender Glanz in Gesang und Musik, tiefes Erfassen der künstlerischen Aufgabe, brachten das Werk Richard Sttauß' vollendet zur Wiedergabe. Gleicher Glanz und Größe zeichnete die Aufführung der „Aida" aus, die von fther eine hervorragende festliche Leistung unserer Oper bildetc. Während diese beiden Opern und die Meistersinger in der Inszenierung der vorigen Spielzeit geblieben find, die auch einer Neubearbeitung kaum bedarf, bot die ,/E o s c a" dem neuernannten Oberregisseur der Oper Joses Schlembach willkommene Gelegenheit, sein Können zu zeigen, das den Intentionen Gustav Hartungs verständnisvoll folgt. Bühnenbilder von farbigem Reichtum, von monumentaler Wirkung und wo historische Gründe nicht entgegenstanden, von feiner moderner Still- sierung liehen der alten Oper neues Leben und künstlerischen Wert, dabei die krasie Realistik des Vorwurfes mildernd, ohne die starke Wirkung zu beeinträchtigen. Leider ist in musikalischer Hinsicht nicht das Gleiche zu sagen. Der neu engagierte Kapellmeister Georg S cell hat noch nicht den nötigen innigen Kontakt mit dem Orchester und auch mit den Solisten, so daß Ungleichheiten und Um ficherheiten oft störten. Bei der sicher vorhandenen Begabung des neuen Dirigenten ist eine Besserung für die Zukunft wohl zu erwarten. - Ws hoch, erfreuliches Zeichen steigenden Kunstverständnisses des neuen D)eaterpublikums kann die Tatsache festgestellt werden, daß sämtliche Opernvorstellungen ausverkauft waren. Aus Stabt und Land. Gießen, den 14. Sept. 1921. Der Radfahrverkehr. Da die Vorschriften über das Derhallen der Radfahrer auf der Straße immer noch nicht genügend beachtet werden, sieht sich das Polizeiamt veranlaßt, die wichtigsten Bestimmungen nochmals bekanntzugeben. Wir entnehmen aus dieser Bekanntmachung einige Einzelheiten. Fedes Fahrrad muh mit einer sicher wirkenden Hemmvorrichtung, mit einer helltönenden Glocke zum Abgeben von Warnungszeichen und während der Dunkelheit sowie bei starkem Rebel mit einer hellbrennenden Laterne versehen sein. Innerhalb geschlossener Ortsteile darf nur mit mäßiger Geschwindigkeit gefahren werden. Das Einbiegen in eine andere Straße hat nach rechts in kurzer /Dendung, nach links in weitem Bogen zu ge- fiHAen. Der Radfahrer hat bei der Fahrt die rechte Seite der Fahrbahn einzuhallen und entgegenkommenden Fuhrwerken, Kraftfahrzeugen, Rettern. Radfahrern, Fußgängern, Viehtrans- potten oder dergleichen rechtzeitig und genügend nach rechts ausAMveichen oder, falls dies die ^Imstande oder- die Oertlichkett nicht gestatten, solange abzusteigen. bis die Dahn frei ist. Das Vorverfahrenan emgeholten Fuhrwerken. Kraft- r-Leitern, Radfahrern, Fußgängern, Diehtransporten oder dergleichen hat aus der Unken Seite zu erfolgen. An unübersichtlichen ötenen sowie überall, wo die Fahrbahn durch Fuhrwerke, Krafttabrzeuge ufw vereng' ist, ist das rleberholen verboten Das Radfahren ist. Mrßcr auf den für den Radsahrverkehr eingerichteten besonderen Wegen ।Radfahrwegen), mir auf den für Fuhrwerke bestimmten Wegen und Plätzen gestattet Auherball» der geschlossenen Ortschaften darf das Fahren mit Zweirädern auch auf den neben den Fahrwegen hin führenden nicht erhöhten Banketten stattfinden. Auf den Haltruf oder das Haltezeichen eines als solchen lenntüeben Polizeibeamten hat jeder Radfahrer sofort anzuhaften und die Radfahrkarie. die er bri sich führen muß, auf Verlangen vvrzuzeigeu. Wettervoraussage für Donnerstag Wolkig, nur geringe Riederichiage. Temperatur wenig verändert, westliche Winck>e. Das über England liegende Tief hat lerne Sage, langsam ostwärts ziehend, nur wenig verändert Heber Deutschland hat sich das Hochdruckgebiet verstärkt. Morgen werden wir aber wieder unter den Einfluß deS tiefen Drucks kommen und mit Zunahme der Bewölkung rechnen können. » Eine öffentliche Sitzung des P r ovi n zial a usschu sses findet am Samstag. 17. September, vormittags 9 Uhr im Sitzungssaal ^des Regierungsgebäudes zu Gießen. Land- graf--Philipps-Platz Rr. 3 mit folgender Tages- nung statt' Klage der Gemeinde Büdingen gegen da» Beschluß des Kreisamts Büdingen wegen Gewährung eines Zuschusses zur evangelischen Kirche zu Büdingen. — Klage des Emil 'Krommelbetn zu Grünberg gegen das Kreisamt Gießen wegen Bersagung eines- Wandergewerbescheins für Kurz- waren. — Klage des Ortsarmenverbandes Friedberg gegen den Ortsarmenverband Ost beim wegen Erstattung von Llrtterstühungskosten für die Katharine Schwarz von Friedberg. — Berufung der Gemeinde Münster gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 13. Dezember 1920 über die Festsetzung des Gehalts des Gemeinderechners Repp zu Münster. ” Der Wochenmarkt beginnt vom 15. d. Mts. ab um 8 Uhr morgens unb endet um 2 Uhr. ** öchaufensterdiebstahl. In ber verstossenen Nacht wurde mittels Einbruchs aus einem Schaufenster in dem Seltersweg zwei Stücke Herren- Anzugstoff, von je drei Metern im Werte von 2000 Mark gestohlen. Der Dieb hatte mit einem Ziegelstein die Scheibe zertümmeri und bann die Stoffe herausgeholt. Dor Ankauf wirb gewarnt. **DeueDersicherungsmarken. Rach dem Gesetz über die Reufestsehung der Leistungen und der Beiträge in der Invalidenversicherung vom 23. Huli 1921 dürfen für die Zeit nach dem 1. Oktober 1921 Dersicherungsmarken in den bisher vorgefchriebenen Werten nicht mehr verwendet werden. An neuen Dersicherungsmarken werden eingeführt Marken für Wochenbeiträge von 3.50 Mk. für Lohnklasse A, 4.50 Mk. für Lohnllasse B, 5.50 Mk. für Lohnllasse C, 6.50 Mk. für Lohn- klasse D, 7.50 Mk. für Lohnllasse E, 9 Mk. für Lohn- klasse F, 10.50 Mk. für Lohnllasse G und 12 Mk. für Lohnllasse H. Es entspricht der Lohnklasse A ein Gahresarbeitsverdienst bis zu 1000 Mk.. B über 1000 bis 3000 Mk.. C über 3000 bis 5000 Mk., D über 5000 bis 7000 Mk., E über 7000 bis 9000 Mark, F über 9000 bis 12 000 Mk., G über 12 000 bis 15 000 Mk., H über 15 000 Mk. Ob Mehr- wochenmarken eingeführt werden, steht noch nicht fest. Die Zusatzmarken fallen fort. Mit dem Berkaus der neuen Marken beginnen die Postanstalten am 26 Sepfimbn: Unverdorbene alte Marken tauschm die Postanstalten bis zum 30. September 1923 gegen neue Marken um, wobei die alten Marken zum doppelten Rennwert angerechnet werden. ** 3_u dem Unwetter am Montag er-- ahren wir noch, daß vom Sturm im Bergwerkswald und S d)iff enberger Wald zahlreiche Bäume entwurzelt wurden. - Aus Hungen wird gemeldet, daß auch dort in den Wäldern unb an Obftbäumen viele Verwüstungen angerichlet wurden. — In Wölfersheim hat der Sturm in der dortigen Ueberlandzentrale eine große Zahl von Störungen verursacht Das ganze Personal mußte zu ihrer Auf- uchung und Beseitigung verwendet werden. - In Weckesheim wurden vier Masten umgeworfen. - In Friedberg wurden gleichfalls Bäume entwurzelt. - In Offenheim wurde bas Dach ber Schudtffchen NA)rmittelwerke samt Balken unb Sockel mit großer Gewalt fortgeschleuderi; der Sachschaden ist recht bedeutend, während Menschen glücklicherweise nicht zu Schaden kamen. ** Möbelausfuhr aus El sah- Lothringen. Der General-StaatSanwalt aus Elsah-Lvthringen läßt bis 15. September 1921 eine Lifte derjenigen deutschen Mvbi-- liare aufstellen, deren Eigentümer bisher die Zwangsverwaltung noch nicht beantragt haben. Aehnliche Liften wurden bereits vor einigen Monaten von den ftanzösifchen Behörden der Möbelausfuhr Kehl zur Verfügung gestellt, welche die Damen der Eigentümer wiederholt in den Elsaß-Lothringischen Mitteilungen, Verlag Berlin D. 8. Tauben- srraßc 34. veröffentlicht hm. Sobald die neuen Listen der Kommission zugegangen sind, wird eine nochmalige Veröffentlichung erfolgen. Diejenigen Eigentümer, welche darauf keinen Anttag auf Freigabe ihres Mobiliars bei der Möbelausfuhrkonuniffion in Kehl stellen, haben die Deräußeruitg ihres Mobiliars durch die ^oangsverwalter ohne Anspruch auf Ersatz zu gewärtigen. Bormotizen. — Tageskalender für Mittwoch Astoria-Lichtspiele, heute .Das Mädchen au6 der Ackerst raße" und „3m Zeichen des Ma Iahe»", ab morgen „Ser Held des Tages" unb .Knoppchen im Tarameter 8748“. — Lichtspielhaus, hckite .Die Ratten", ab morgen bis Sonntag .Der Hcrv der Bestien" und .Der Seelenretter". Mreie Alsfeld. X Elbenrod (Kreis 2usfelb. Der Samstaa brachte für unser Dorf endlich die (Ein|d>altuno des elektrischen Stromes. 3m Anschluß daran fand ein Lichtfest statt. Unter den auswärtigen Gästen befanden sich der Landrat von Ziegenhain und der Kreisbirektor von Alsftld. Rach einem Umzug durchs Dorf fand bei Eduard Decher die eigentllche Feier statt. Chöre des Gesangvereins und Lieder ber Schüler verschönerten den Abend. Den Glanzpunkt bildete das vom hiesigen Lehrer im (Elbenröber Dialekt oen faßte Theaterstück „ 's elektrisch Licht". Bemerkens wett ist noch, daß bei dem Tanze auf Beschluß des Festausschusses nur rein deutsche Tänze erlaubt waren. Kreis Lauterbach. ed. Aus dem Vogelsberg, 14. September. Der Grünfuttermangel hat nun seinen Höhepunkt erreicht. Hutweiden und Wiesen sind kahl. Die Tätigkeit der Weidhirten besteht einfach darin, daß sie von Kirschbäumen unb Feldeichen Aeste absägen, von denen bas Vieh mit Heißhunger Blätter und unge Triebe abweidet. Um die knappen Heuvorräte nicht oorzeifig angreifen zu müssen, werden Kartoffel- kraut unb allerlei grünes Rankenzeug aus den Hecken zur Stallfütterung benutzt. Der Milchertrag ist infolge des minderwertigen Futters ganz erheblich zurückge- gangen. Die Regenfälle ber letzten Tage vermögen den Grünfuttermangel nicht mehr zu beheben. Hessen-Rasiau. Das Blatt des Wunderdoktors verboten. mc. Frankfurt a. M., 13. Sept. Das „Deutsche Blatt", in welchem ber sog. Wunderdoktor Müller Czerny. Bad Homburg, feine angeblichen Heilerfolge verzapft und sonst noch allerhand unsinniges Zeug veröffentlicht, ift wegen seiner aufreizenden Artikel in Rr. 12 vom 22. August 1921 für die Dauer von 14 Tagen verboten worden. EigeMlich zuviel Aufhebens für dieses Presse-Erzeugnis, das kein vernünftiger Mensch ernst nehmen wird. — Wie gemeingefährlich das Treiben des Wunderdoktors ist. geht aus der Tatsache hervor, daß er sich für einzelne Konsultattonen 60 Mk. und mehr bezahlen läßt Also die Menschenfteundlichkeit, die in die Lande pr-saunt wird, beruht auf einer durchaus materiellen Grundlage. Aeberfall auf der Laudstraße. fd. Frankfurt a. M, 13. Sept. Zn der vergangenen Rächt wurde an der Sachsenhäuser Warte ein Arbeiter aus Reu-Isenburg von zwei Radfahrern überfallen, niedergestochen und beraubt. Der Schwerverletzte schleppte sich noch nach Reu-Fsenburg, mußte aber sofort dem Frankfurter Krankenhaus zugefühtt werden^ wo er kurz nach der Ginlieferung verstarb. mc. Fra nkfur t a. M., 13. Sept Der Re- giermigspräsident macht daraus aufmerffam. daß Ausgrabungen privater Personen verboten sind. 3n letzter Zeit wurde nämlich mehrfach beobachtet, daß Leute Ausgrabungen namentlich am Ringwall und an der Saa 1 - bürg Vornahmen, die nicht ohne Erfolg gewesen sind. Uebrigenä macht sich der Besitzer solcher Fundstücke ebenfalls strafbar. fd. Frankfurt a. M, 13. Sept. An der Landesgrenze bei Offenbach versuchte heute nacht der Diehlreiber Heinrich Müller auf ein fahrendes Auto aufzuspringen Er geriet unter die Räder, wurde überfahren und au# der Stelle getötet. Landwirtschaft. Gießen, 14. Septbr. Die Verpächter dox landwirtschaftlichen Grundstücken im Kreise Gießen haben sich am 29. August zu einem Verband, Sih Gießen, zusammengefchlosien. Dieser zählt schon viele Mttglieder und will für diese eine dauernde Beratungsstelle einrichten. Durch gemeinsame Beratungen aller Fragen, welche sich durch das neue Pacht» chutzgesetz ergeben haben, sollen die Intereffen der Verpächter mit allen hierzu erforderlich erscheinenden Mitteln geförbert werben. Der Pachtpreis soll den heurigen Verhältniffen entsprechenb angepaßt werben und anstelle des schwankenden Markwertes soll der Preis für Werte in Naturalien, etwa 2—4 Zentner pro Morgen, als Pachipreis zugrunde gelegt werden. Johann Lapp Dachdeckermeister im Alter von 62 Jahren nach langem Leiden, für uns jedoch unerwartet, sanft entschlafen ist. 012335 Für die Hinterbliebenen: Friederike Lapp geb. Kümmel. Gießen (Schloßgasse 9), den 14. September 1921. Die Beerdigung findet Freitag den 16. September, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiben unserer lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Knieper an dem Grabe, sowie für die so zahlreichen Kranz- unb Blurnenspenben und das ehrende Grab- geleite sprechen wir hiernrit allen unseren herzlichsten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen: Philipp Krombach FamMe Karl Krombach Familie Emil Krombach. Krofdorf, den 13. September 1921. MgemillkLrtslMeükgjstWeil Die noch rückständigen Beiträge zur Kranken» Kasse und Invalidenversicherung für den Monat 3«Ii können noch bis zum 30. bs. Mts. ohne Kosten bezahlt werben. Nach Ablauf bie^s Termins sind ber Einzahlung auf unser Postscheckkonto auch die Kosten beizufügen. Gießen, den 14. September 1921. 9937c Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen. I. 21.: H. Hinkler. Hierdurch die traurige Nachricht, daß Montag abend 101, Uhr mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heute u. morgen erhalte wich- | Seefische August Wallenfels 17 Marktplatz 17 Donnerstag u. Freitag eintreffend, empfehle „ „ SWW „ „ WMM „ ,,'SeeMk ß. Str. Sltzeilslsltzk w neue Snisge C.G.KIeinhenn Bahnhofstraße 59. Telephon 66. Zrische Zische! Heute und morgen treffen ein: Feinste Brat-Schellfische per Pfand.....M. 1.80 Nords ee-Schellfische 2pfünbifl, per Pfund M. 2.80 Frische gerSach. Schellfische per Brunb.....M. 3.50 Kieler Bücklinge Vfd. M.K.—,5-Pfd.-SifteM. 28.- Neuer Rollmops vn Dose 128 Stück, M. 30.00 littet .boie tat 6 3ttf.i M. S.50 Mc .... 3 Stück M. 4.00 feinste neue große Vollberinge 3 Stück M. 2.75 Margarine Pfund M. 11.50, 13.00, 16.00 Palmin, Schweine-Schmalz GebrüderBerbux Babnbontr. 27 ^ernipr. 1631 AW MM. . 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Gegen Belohn, a b z u g e b. tt aiser-AlleelT. \ Vereine | Demokratische Frauengruppe Versammlung Donnerstag, 15. Sept., abends 8'/. Uhr, Z im Caf6 Kouß: < „Dieffrauenkandidatur zur Landtagswabl." Don Seiten einiger Mit- glieder ist für nächsten Sonntag eine «uhwanderung beabstchtigt. Mitglieder, welche sich daran beteiligen wollen, werden gebeten, am Donnerstag zum BereinSabend zu erscheinen. 99i7v Der Vorstand. Beteln WnMa Donnerstag abend ©eneral-Detfümoiliiiig PollzähligeS Erscheinen erforderlich. 012314 Der Vorstand. Gielen 1900 Die Solelet-Berlammlung findet nicht am Donnerstag sondern Freitag abend 8 Uhr bei Sauer, Oswaids- garten, statt. 9939v DieMbaMeilW. Hr. 215 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesjen) Mittwoch, H. September Ml Rhein - Main - Donau. Der geniale Gedanke Starld des Drohen, den Main mir der Donau zu verbinden, der an der Unvollkommenheit der damaligen Technik schei- terte, ist im Lause der Zahrhunderie immer wieder aufgetauchl König Ludwig I. war es, der die Kanalidee durch den Bau des Ludwige-Donau- Main-Kanals im Jahre 1846 verwirklichte, allerdings in einer Form, die schon sehr bald nach der Bollendung die Erwartungen enttäuschte. Die veranschlagten Baukosten und die Ausmaße des Kanals, der nur von Schissen mit einer Tragfähigkeit von 120 Tonnen befahrbar war, erwiesen sich als viel zu gering, um dem ßtoed des Kanals, als Durchgangsstrecke sür die internationale Großschiffahrt zu dienen. Die Zeiten wirtschastlicher Bot, die schon immer im Leben der Völker die Träger und Förderer grober Ideen waren, werden nun den -genialen Gedanken Karls des Grotten, gestützt auf die Fortschritte der Technik, seiner Verwirklichung in großzügiger Weile entgegenführen. Verkehrsnot, Arbeitslosigkeit, Kvhlennot, gewaltige Preissteigerungen aus allen Gebieten des Wirt- schastslebens und die Verarmung des Volkes infolge Ersüllung des Friedensvertrages von Versailles drängen dazu, Deutschland möglichst bald wieder den Anteil am Welthandel und Weltverkehr zu verschaffen, den es früher besessen hat. Milliarden Kilowattstunden jährlich erzeugen. Dadurch werden der deutschen Volkswirtschaft 3 Millionen To. Kohle jährlich erspart. Die 2V? Milliarden Kilowattstunden sichern nicht nur die Versorgung Bayerns mit Licht und Kraft, auch die Städte des unteren Mains, Hanau, Offenbach Frankfurt, Höchst, Mainz usw., ferner Thüringen! Sachsen, Württemberg, Baden. Hessen und die übrigen angrenzenden Länder können mit dem erzeugten Strom versorgt werden, so daß Dörfer, Städte und Länder Vorteile aus der Kraftwasserstraße Rhein—Main—Donau mit ihrem billigen Wasseriraftstrom ziehen werden. Durch den Ausbau der Großschiffahrts- und Kraftstraße wird aber auch die A r b e i t s l o s i g- t c i t infolge Schaffung produktiver Arbeit wirkungsvoll bekämpf. Der siedlungsbelebende Einfluß wird umso großer sein, als mit der Großschiffahrtsstraße gleichzeitig Wasserkraft- werke errichtet werden. Durch den Erlös aus Wasserkraft allein, ohne die Erträgnisse der Schifffahrt ist eine glänzende Finanzierung des gesamten Unternehmens ermöglicht. Hierzu kommt noch der volkswirtschaftliche Ruhen aus der Frachtersparnis, der durch die Benutzung der Wasser- Die Nothersteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by ©reiner & Eomp., Berlin W 30. 54. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Magelone ging. Erst als sie langsam die Treppe hinabstieg, dämmerte ihr, wie unvornehm ihr eigenes Benehmen gegen das Dos gewesen toor. Eine Erkenntnis, die ihre Laune nicht eben verbesserte. Und was nun? Woher das Geld nehmen, das um jeden Preis beschafft werden mußte? Rainer. Carola und der Fürst kamen nicht in Betracht. So wenig wie Rüdiger. Wenn sie Do weismachen wollen, daß sie diesen, falls er hier gewesen wäre, darum ersucht hätte, so war das eine dreiste Lüge. Sie wußte zu gut, wie man aus Grafenegg über derartige Schulden dachte, und daß sie sich damit moralisch ihr Grab gegraben hätte Rein, es gab nur einen einzigen Weg für sie. Er war schwer und peinlich — besonders, da man diplomatisch vermeiden mußte, Konsequenzen daran zu knüpfen. Aber er mußte eben gegangen werden . Das Blut stieg der schönen Magelone auch bis in die Haarwurzeln, als sie unten einem Diener mit unsicherer Stimme befahl, für sie an» spannen zu lassen, da sie spazieren fahren wolle. ..Wohin befehlen Erlaucht? ' fragte der Kutscher eine Viertelstunde später. ..Rach der Buchau," antwortete Magelone berrisch. Diesmal nahm sie keines von Rainers Kindern mit. Do stand immer noch mit marmorblassem Besicht am Fenster, als unten die Equipage mit Magelone fortfuhr. Sie war wie betäubt und konnte kaum atmen. Was sie tief in sich verschlossen trug und vor aller Welt verborgen glaubte, hatte Mage- l»ne mit unbarmherziger Grausamkeit ans Licht ft raße den Verkehrstreibenden erwächst und zu der notwendigen Verbilligung der Lebensrnittel und sonstigen Erzeugnisse führt Der Kanalbau und Wasserkraftkanal, der demnächst in Angriff genommen wird, wivd ein Kulturwerl von höchster volkswirtschaftlicher Bedeutung werden. Unter Beteiligung von Reich, Ländern und Privatkapital nimmt ein gemischtwirtschaftliches Unternehmen in Form einer Aktiengesellschaft den Bau dieses überragenden Werkes, das die nachhaltigste finanzielle Förderung verdient, in die Hand. Damit hat dann endlich die Rot der Zeit allen hemmenden Pessimismus in den Winkel geworfen. Ein Grundpfeiler für den Wiederaufstieg des deutschen Wirtschaftslebens und damit für deutsche Hoffnung auf eine bessere Zukunft wird gefdxifjcn; denn Reich, Länder und Gemeinden haben, gestützt auf die Fortschritte der Technik, gesichert gegen die Zufälle unserer Wirtschaftslage, unterstützt von den Großbanken, der Industrie und der Allgemeinheit die segensreiche Lehre aus dem Wort Goethes gezogen, das in der heutigen Zeit und gerade für den Ausbau der Großschiffahrts- und Kraftstraße Rl)ein—Main—Donau seine besondere Geltung hat: „Feiger Gedanken, däng ichesSchwanken, weibliches Zagen, ängstliches Klagen, wendet fern Elend, macht dich nicht frei. Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten, nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen, rufet die Arme der Götter herbei." F. H. Aus Stabt und Land. Gießen, den 14. Sept. 1921. Die Drucksachcnknrte. Bei der letzten Erhöhung der Postgebühren hat die Postverwaltung als neuen Versendungs- gegenftanb die Drucksachen karte eingeführt, die zu der ermäßigten Gebühr von 10 Pf. befördert wird. Diese Art der Rachrichtenübermittelung findet noch nicht die Beachtung, die ihr wegen ihrer Billigkeit zukommt. In Form und Papierstärke dürfen die Drucksachenkarten nicht wesentlich von den amtlich ausgegebenen Postkarten ad- weichen. Die Aufschrift „Postkarte" sollen sie nicht tragen, doch wird bis auf weiteres über diese Bezeichnung hinweggesehen. Zwei- oder mehrteilige, oder irgendwie gefaltete Karten sind nicht, zugelassen. Auf der Rückseite und dem linken Teil der Vorderseite der Drucksachenkarten können Angaben jeder Art durch Druck oder durch ein anderes mechanisches Vervicl altigungsverfah- ren angebracht werden. BUderschmiuck ist ebenfalls an diesen Stellen zulässig. Im weiteren dürfen Geschäftsanpreifungs-, Wohltätigkeits-, Gedenk- und ähnliche Marken auf dem linken Teil der Vorderseite oder auf der Rückseite angebracht werden. Zur Angabe des Empfängers oder Absenders können aufgeklebte Zettel benutzt werden. Aufklebungen sonstiger Art sind nicht zugelassen. Wörter oder Teile des Drucks zu streichen, durch Anstreichen hervorzuheben oder zu unterstteichen, ist ebenso unzulässig wie die Anbringung von Zusätzen oder Aenderungen irgendwelcher Art. Gestattet ist jedoch die handschriftliche oder mechanische Angabe des Absendungstags, der Unterschrift oder Firma, sowie des Standes und Wohnorts nebst Wohnung des Absenders. Zulässig ist auch die handschriftliche Angabe der Buchungsnummer oder des Datums bei einem Vordruck wie „Betrifft unser Angebot vorn .... auf Gaskocher", ober „Bezugnehmend auf unser Angebot vorn . . .", wenn sich diese Angaben auf Bem linken Teil der Vorderseite befinden. Der rechte Teil der Vorderseite dient lediglich für die Anschrift und für die Freimachung. Die Angabe „Einschreiben", „Durch Eilboten" und dergleichen ist ebenfalls auf dem rechten Teil der Vorderseite anzubringen, wenn der linke Teil lernen Raum dazu bietet. Das Gesagte gilt auch für Drucksachenkarten im Verkehr mit dem Saargebiet, der Freien Stadt Danzig, dem Memelgebiet, Oesterreich, Ungarn und Luxemburg, wohin die Gebühr ebenfalls nur 10 Pf. beträgt. Druckfachenkarten können auch mit Rachnahme (bis 5000 Mark) belastet werden. Die Anfügung einer Zahlkarte oder Postanweisung ist zulässig. Hierdurch erhalten die Rachnahme-Drucksachen- farten nicht die Eigenschaft einer zweiteiligen Karte. g " D i e Preise der ersten Vereins- Regatta des Wassersport-Vereins „Hellas" 1920, die am 18. September ftattftnbet, sind im Zigariengeschäft von Paul Koch. Seltersweg. neben dem Zenttal-Automat, ausgestellt. Landkreis Gietzen. Lich, 14. Sept. Mit der diesjährigen Kirchweihc. die am 2. und 3. Oktober abgebalten wird, soll feit langer Zeit wieder mal ein Vieh- und Krämermarkt verbunden werden. _ J Ettingshaufen. 12. Sept. Beim Obst» pflücken st ü r z t e ein Schulknabe vom Baum: er wurde bewußtlos heimgefahren. Mrete Alsfeld. oz. Alsfeld, 13. Sept. Bei der W a h > eines Beigeordneten haben von 3144 wahlberechtigten Bürgern und Bürgerinnen 1962, also nur 62,40 Prozent, von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. 1948 gültige Stimmzettel wurden abgegeben. Es erhielten Wilhelm Vogeley 21.59 21.59 Italien 100 ß. - 24.60 24.70 Brüssel 100 Fr. - 40.85 *0 80 Budapest 100 Kr. *> 1.20 1.20 Neuyork 100 I = 679.- 579 - Agram.........100 Kr. - 3.70 2.50 Bukarest 100 ß. = 5.20 4.40 Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. Frankfurt a. M, 13. Sept. Der heutige Marit war bedeutend besser wie sonst mit Gemüse beschickt. Cs wurden vom Großhandel an- geboten: Kartoffeln zu 75—78 Mart -der Zentner, Weißkraut 90—95 Mark, Einlegegurken 12—30 Marl'das Hundert, Tomaten 120—150 Mart der Zentner. — Bei den Erzeugern aus dem Frankfurter und Umgegenbggcbiet war eine starke Anfuhr von Dohnen und Spinat erfolgt, erstere gingen daher auf 250—300 Mari der Zentner, letzterer auf 180—200 Mart zurück. Tomaten 100 bis 120 Marl, Blumenkohl Pro Kopt 2,50—3.00 Mark, Kopfsalat das Haupt 60—70 Pf., Eskarm 50—100 Pf. Am Obst markt zeigten bei cei<> sicher Anfuhr die Preise anfangs eine steigende Tendenz, gingen aber bei der gezeigten Zurüch- Haltung der Käufer rasch zurück. Cs wurden gezahlt für Aepfel 90—125 Mart der Zentner, je nach Größe und Qualität, Birnen 100—140 Mark, Pfirsiche 200-400 Mari. ...... " ' ."!■ - (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Stimmung in München. München, 13. Sept. (WTB.) Die „München - Au g s bu rg e r A"b en d z tg." meint, sie könne sich des Eindrucks nicht erwehren, daß man sich hinsichtlich des Sturzes des Ministerpräsidenten der geschichtlichen Bedeutung des Augenblickes nicht bewußt gewesen sei. Die Koalition habe nicht zu bestehen aufgehört. Der Sturz des Minislerpräsidenten mache alle Revolutionäre aufs neue stark. — Die sozialdemokratische „M ü n- chenerP 0 st" erklärt, daß das Ziel des Kampfes, die Aufhebung des bayerischen Ausnahmezustandes und die Sicherung der demokratischen Republik mit dem Sturze der Kahrregierung allein noch nicht erreicht sei. Die Arbeiter wer dem aufgefordert, sich In höchster Bereitschaft zu halten, solange die Rechtsputschisten ungehindert ihr gefährliches Spiel treiben. Italien und die Zwischenfalle im Dnrgenland. Rom, 13. Sept. (WTB.) Einige itallenische Blätter behaupteten, die italienische Regierung habe beschlossen, Truppen nach ilngarn zu schicken, wenn die Zwischenfälle im Burgenlande nicht rasch gemäß den mternatto* nalen Verträgen beigelegt würden. Wie die Zeitungen heute melden, wird in amtlichen Kreisen erHärt, daß die Nachricht jederBegrünoung entbehre. Italien habe wegen der besonderen Verhältnisse zu Ungarn und Oesterreich das größte Interesse in dieser sehr ernsten Fraae, und habe aus d^sem Grunde stärker als die anderen Mächte seine Stimme in der Aufforderung an Ungarn, die angenommenen Verträge zu achten, erhoben. Italien hatte indesien niemals die Absicht, eine persönliche Initiative zu einer bewaffneten Intervention zu ergreifen, die, wenn sie nötig würde, nur gemeinschaftlich mit anderen Verbündeten stattfinden Bnnte. Eine Verschwörung tu Konstantinopel? L 0 nd 0 n, 13. Sept. (WTB.) Rach einer Ren- termelbung auS Konstantinopel haben die dortigen Behörden weiteres Material für eine Verschwörung aus gefunden, die von Angora aus organisiert und unterstützt worden sein soll. Sie soll das Ziel verfolgen, eine Revolution in Konstantinopel Hervorzuruf en. <£axin’*onfe™ C Ärztlich em proKlen bei Darmträ^hejLHämorrtioiden^^y Die Allgäuer Milch Gebirß-6!en. berühmt durch ihre hervorragende Qualität, wird an Ort und Stelle zur Herstellung von Nestle'ö Linder- mehl verarbeitet. Herrscht Milchknappbett, so wird man also gut tun, dieses milchhalttge Präparat alv Nährmittel für Säuglinge und als Stärkungsmittel für Kranke, welche eine Milchdiät durchmachen müffen, zur Anwendung zu bringen. Erhältlich in allen Apotheken, Drogerien und feineren Kolonial Warenhandlungen. 8lS9», Jsherlanfl, täte ich t*rO •Artntf) von OdaweyerV Medlzvtol- r£) 0 . • 0 beseitigt, x°Z- te' /■>M A 1.44 DIB bad tu alle entern itMilWinWfl’XÄK / 'J MvVnrNacobeydla. W ist 0ced»ar-we zu cm« vftoten. Zn hod« tn alle» «poch, «rogerien u. ParfümtUcn Zwelschen zu Brennzwecken kauft 012351 Chr. Jnderthal. Astoria-Lichtspiele Seltersweg 81 Telephon 2166 Heute letzter Tag: Das Mädchen aus der Ickertie 3. Teil. 6 Akte. Im Zeichen des Malayen Detektiv-Drama. 5 Akte. Ab morgen die große Sensation des Tages: Hans Breitensträter, der deutsche Schwergewichtsmeister, in Der Held des Tages. 7 Akte. Ferner: Kn opp eben imTaxameter 8748 Letzte Vorführung ' 9 Uhr. f] Berte letzter Tn<: 1V ® »Der Herr der Bestien1 • *2? Der erst eJobn-Hatrenbeck-Abenteurer- W Sensation»- Raubtier-Film in 6 Akten. W Ferner Arnold Rieck in seinem neusten Lustspiel in 3 Akten: 5 „Der Seelenretter“. * • Ab Hontag 9911c ein Wunder der Llchtspielkunet: H Die Bettlerin von Stambul A egen Platzmangel verkaufe: Flüssige Haut Gesetzt, geschützt. Besser, bequemer und billiger als Heftpflaster und Verbandszeug. Blutstillend, desinfizierend, läßt sich durch Wafler und Seife nicht abwaschen. In allen einschläg. 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