5 W 5 E E 7731D ■HIUfflliH I 1 B 1 । tuttfo W8 7, I i'te ta.M.BoBBtrkv lerföi Erithiplu. Scbulze-Kableyu ■eisen Sie lelsegeplcke bd ctdoseen in die ver aut dem Weite von des Aufenthaltihn > sof. erhältlich. fas“ iwunji-Act-Gi* heroerSSoJii TelephonjW ttM' rillig von 2 sil'tider» ZK-S ZÄH ^»-1*09^ itto|6orl'5fr'9' ■fW” , *«• i Ä örad vn» Verlag: vrShl'sche Univ.-Such- und Stein&ruderei H. Lange. Schriftleitvng, Seschäfliftelle und Vrvckerel: Schulstraj,- 7 Änaeigenttil: Han» Beck« sämtlich in Dietzen. m. 162 Der Oietzener Mnjdget mit der Diene tags 5 eilage .Zoert-Umscha,» «. sche.nl täglich, außer Sonn, und Feintags. Monatliche vezuaroreisr: Mar» 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Dost bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Feraiprech.Anschlüsse: für die Schriftleitung l 12; für Druckerei. Verlag und Geschäftsstelle 51. Lnschrift für Drahtnach. richten Hnieiger Kietzen. postschecttonto: $T«nf1urt a. M. 11686. Donnerstag, 14- Juli 1921 Annahme von AnzeigeK für die Tagernummer bi» ,um Nachmittag vorher ahnejedeDerdindlichkett. Preis für l mm hohe für Anzeigeno 34mmBrette örtlich 40 Pf . auswärts 50 Pf.; für Reklame« Anzeigen von 70 mm Breite 180Ps Bei Platz. Vorschrift 20'^Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aua. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Retnhold Ienz; für den Erstes Blatt M- Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Vauernbund,Rechtsparteien und Landlagswahl. Don einem führenden Landwirt, der Ungleich Mi a ied teS Hess fchen Bauernbundes unD der Deutschen Dollspartei ist. wird uns folgendes geschrieben: "Die die Zeitungen bereits meldeten, hat der Landesauslchuh des Hessischen Dauern- bundes in seiner Sitzung in Frankfurt mit 34 gegen 24 Stimmen beschlossen, bei den Landtagswahlen eine eigene Kandidatenliste auszustellen. Die Minderheit seht sich aus solchen Vertretern zusammen, die entweder ein Zusammengehen mit beiden Rechtsparteien oder em solches mit der Hessischen (Deutschnationalen) Dollspariei wünschen. Rur meiner Beziehung mag man mit Herrn Driand die Leipziger Prozesse als ein Theaterstück. ein Drama, freilich nicht eine Komödie, sondern eine Tragödie bezeichnen dürfen: nämlich insofern, als Deutschhalten habe. französische Kriegsverbrecher. Paris. 13. 3uL (Wolff.) 3m Anschluß an seine Enthüllungen über den Befehl deS Generals Martin D o u i l l o n, keine Deutschen zu Gefangenen zu machen, veröffentlicht Gvuttenoirr de Lourg in der heutigen „H u m a n i t 6" den Brief eines Dr. K ö ch l i n aus Paris, worin dieser folgendes mitteilt: Die 10. Division Marchand habe sich ganz besonders dadurch ausgezeichnet, das) sie wenig Kriegsgefangene machte, besonders das 52. Kolonialregiment, dessen Oberst von ihm verlangen und erwarten kann, daß er im Einzelnen angibt, in welchen Punkten die getroffenen Entscheidungen irrig |ftn fallen. Tiber denen, die sie erlassen haben, das ehrllche Streben nach Gerechtigkeit abzusprechen, dazu hat er fein Recht. Die Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und strenge Sachlichkeit der deutschen Rechtsprechung, insbesondere der des höchsten Gerichtshofes, das Ergebnis einer jahrhundertelangen Rechtsentwict- lung, ist in der Welt anerkannt und ihr wohlerworbener Ruf wird durch die von der Presse mitgeteiltc Anzweiflung des französischen Ministerpräsidenten nicht erschüttert werden. Wenn sie sich hier im Widerspruch zu der öffentlichen Meinung Frankkreichs befindet, so möge Herr Driand sich erinnern, wie ost die öffenlliche Meinung ,feines Landes llch im Widerspruch iu der elfte» England nnd das französische Vorgehen. London, 13. Juli. (Havas.) Hinterhaus. Aus eine Anfrage eines Abgeordneten, od die Regierung jetzt in der Lage sei, das Haus zu verständigen, daß die französischeRegierung ihre Vertreter von Leipzig wegen der grotesken Urteile gegen die Kriegsbeschuldigten ob- berufen habe, erklärte der Unterstaatssetretar des AevHLru. HarmsDortü. dcch DU starrzMche Reichsjustizminister Schiffer gegen Driand. Regierung tatsächlich diesen Entschluß gefaßt habe. Aus eine weitere Frage, ob es m der Absicht der britischen Regierung liege, sich diesem Vorgehen der franzöf.schen Regirrung anzuschließen und darauf zu bestehen, das) diese Äricg'sb'fdml- digten vor einem alliierten Gericht abgeurteilt würden, sagte Harmsworth, daß er auf diese Frage nicht antworten könne, bevor et 3nftrullwnen er- flnnmigfeit herrsche. London. 13. 3uTl (Wolff.) Sine Erchange- Meldung aus Washington meldet: H a r d i ng beabsichtigt, falls die Abrüstungskonferenz in Washington stattfindet, die Konferenz persönlich zu eröfstien, sich dann aber zurückzuziehen. um die Vertretung der Vereinigten Staaten dem Staatssekretär Hu g h e s zu überlassen dem wahr'ch in ich Senator Root zur Seite stehen wird. Rach der Auffassung der amerikanischen Regierung seien die Seerüstungen zwecklos, wenn nicht daS Problem der Rüstungen und die anderen damit zusammenhängenden Fragen gleichzeitig gelöst werden. London, 13. Juli. (Wolff.) Aus Washington wird gemeldet: Beide Parteien des Kongresses begrüßten den Vorschlag des Präsidenten einstimmig. Senator L o d g e billigte das Vorgehen deS Präsidenten, sagte aber, daß wahrscheinlich nur Abrüstungen zur See diskutiert würden. Senator Dv r a h lehnte es ab, sich zu äußern, doch verlautet, daß er einen Fehlschlag befürchtet, weil die Diskussion entgegen seinem Vorschläge nicht auf die Abrüstung zur See der Staaten England. paa uud Amerika bridixänft bleib« loll. Aufs allen muh die geringe Kenntnis der Verhältnisse der landwirtschaftlichen Organisationen in Hessen, die man im öffentlichen Leben so oft antrifft Deshalb möchte ich meinen Betrachtungen folgendes vorausschicken: Die auf dem Boden des Zentrums stehenden Landwirte Hessens sind im Hessischen Dauernverein zusammengeschlossen. Die vereinzelt vorhandenen demokratischen Landwirte gehören dem Deutschen Bauernbund an. Der Hessische Bauernbund, der sich fast ausschließlich auf Starkenburg und Oberhessen erstreckt. ist deshalb ganz naturgemäß die Vertretung der rechtsstehenden Landwirte, ihm gehören sowohl Mitglieder der Deutschen Volkspartei wie auch der Hessischen Vollspartei an. Da et seinen Ursprung in der Wetterau genommen hat bilden allerdings die nach der deutsch- nationalen Seite hin orientierten Führer die Mehrheit Hingegen dürsten im Odenwald seine Mitglieder zahlreicher der Deutschen Vollspartei »uneigen. Ist doch die Rationalliberale Partei Jahrzehnte hindunh in dieser Gegend allein für die ländlichen Interessen eingetreten. In R h e i n h e s s e n ist die Dauernbewegung nicht in dem Maße politisch orientiert Dort haben sich alle Landwirte, also Demokraten, Zentrumsleute und Volksparteiler in der „Vereinigten rheinhessischen Bauernschaft" zusammen- aeschlossen. die jetzt 26 000 Mitglieder zählen soll und an deren Spitze ein alter Führer der Deutschen Vollspartei steht, Herr Schott-Uff- Hofen. ES geht daraus hervor, daß in Rheinhessen die Dauernbewegung politisch neutral sein wird und nur ihre wirtschaftlichen Ziele verfolgt. Auf Oberhessen und Starkenburg trifff das nicht in dem Maße zu, da. tote wir ja gesehen hoben, die hier vertretenen Dauernverbände mehr oder weniger parteimäßig eingestellt sind. Der Schreiber dieser Zeilen ist stets für eine Neutralität der wirtschaftlichen Verbände gegenüber den politischen Parteien eingetreten. Ihre Mitglieder sollen versuchen, in den Parteien selbst Raum und Deachtung zu gewinnen. Aus diesem Grunde habe ich dos einseitige Dünd- nis des Hessischen Dauernbundes, dos er bei der letzten Reichstagswohl mit der Hessischen (Deutschnationalen) Dollspartei schloß, nicht verstehen können. Jetzt, bei der Landtagswahl, ist das aber doch etwas anders. Jetzt will der Dauernbund eine einseitige Dindung zu der einen Berlin. 13. Juli. (Wolff.) Reichsjustizminister S ch i f f e r hielt heute vormittag im demokratischen Klub eine Rede, worin er unter anderem ausführte: „DieRedendesfranzösischen Ministerpräsidenten enthielten in letzter Zeit in ganz auffallender Weise gehäufte Unfreundlichkeiten und Angriffe gegen Deutschland, wodurch mindestens der Eindruck erweckt wird, als ob immer auf8 neue wieder der Haß und die Leidenschaft der Kriegszeit aufgerührt werden sollten um eine Grundlage für die Fortsetzung der Politik der G e w a l t gegen Deutschland zu schaffen. Rach- dem das Ultimatum nicht nur angenommen, sondern in wesentlichen Teilen schon erfüllt sei, sei wirllich nicht zu verstehen, was die ständig toieöer- kehrenden Angriffe auf Deutschland sonst bedeuten sollten, dessen fester Wille zur Erfüllung der schweren Bedingungen des Ultimatums selbst von französischer Seitee nicht mehr bezweifelt werde. Allen diesen Angriffen gegenüber legte sich die deutscheRegierungbishergröbte Reserve auf. Jetzt aber überschritt Driand die Grenzen, die unserer Zurückhaltung durch unsere Selbstachtung gezogen sind. Auf die Beleidigung, die er 6er deutschen Rechtspflege zufügte, kann ich als Chef der Reichsjustizverwaltung nicht schweigen. Ich darf umso eher reden, als mir ein Einfluß auf die Ausübung des Richteramtes nicht zusteht, ich also nicht etwa für mich selbst spreche, wenn ich für die Träger dieses Amtes eintrete. Rach Zeitungsnachrichten bezeichnete Driand die Leipziger Prozesse als einen Skandal und eine Parodie der Gerechtigkeit, als ein Theaterstück, als eine Komödie. Wenn die Rachrichten zutreffen, stehe ich nicht an. ihm zu sagen, daß er in nicht zu verantwortender Weise mit der Ehre seiner Mitmenschen umgegangen ist. Die Ehre des Richters ist seine Unparteilichkeit. Driand spricht diese Ehre dem höchsten deutschen Gerichtshöfe ab. wenn er behauptet, daß er ein Theaterstück aufgeführt habe, also ein abgekartetes Spiel trieb, eine Verdächtigung, die ohne den Schein eines Deweises in die Well geschleudert werden. Dadurch wird allein dem Kräffeverhält-1 nis innerhalb der Organisation Rechnung getragen. I 2. Den so gewählten Mitglledern des Land-Inen Justiz befunden hat in Prozesten die getagt von der Liste des Bundes müßte von vorn- rade deswillen eine gewisse geschichlliche Deruhmt- »erein das Recht gegeben werden, sich derjenigen | heit erlangt haben! Fraktion anzuschließen, die ihrer politischen Än- icht entspricht. (Also entweder Hessische Volkspartei oder Deutsche Volkspartei.) Es wäre in- tereffant zu erfahren, ob der Beschluß des Bauernbundes diesen Gesichtspunllen Rechnung trägt. Ist das der Fall, so wird eine offene Erklärung von ihm genügen, um eine Bekämpfung der rechten Gruppen im Wahlkampfe untereinander auszuschalten. Die Gefahr der Zersplitterung ist nicht sehr groß, wenn jede der drei Gruppen ihre Kraft nur nach links richtet und in der Wahlbewegung das große Ziel im Auge hält. Ich zweifle nicht daran, daß die Deutsche Vollspartei meine Auffassung teilt und hoffe, daß der Hessische Bauernbund genügende Erllärungen im vor- geschlagenen Sinne abgibt und einhäll. worden ist. Oder genügt Herrn Briand schon die Tatsache, daß die Urteile des Reichsgerichts nicht o ausgefallen sind, wie eine leidenschaftlich erreg‘e propagandistisch a u f a e P e i t s ch t e Stimmung in Frankreich es erhofft hatte? Glaubt er daß das Reichsgericht die Angellagten ledig- lich der Anklage entsprechend zu verurteilen hatte? Wenn es so gewesen wäre, dann allerdings wäre dos Verfahren vor dem Reichsgericht wirllich nur ein Theaterstück, eine Komödie gewesen, zu der sich ein deutsches Gericht niemals hergegeben hätte! Aber dem ist nicht so. Auch Artikel 228 des Friedensvertrages seht Anlloge nnd Verurteilung keineswegs gleich, sondern verlangt Bestrafung nur für den Fall, daß der An- gellagte auch wirllich für schuldig befunden wird. Herr Driand mag enttäuscht gewesen fein, daß die Hauptverhandlung vor dem Reichsgericht nicht überall das Ergebnis der Ermittlungen bestätigt hat, die zur Erhebung der Bezichtigung geführt hatten. Indes weih jeder Jurist, wie oft dies der Fall ist. und auch der Richtjurist wird begreifen, daß es hier um so leichter der Fall sein kann, als es sich um Vorgänge handelt, die viele Jahre zurüclliegen und sich unter Umständen abgespielt haben, wie sie einer objektiven Wahrnehmung und Wiedergabe sicherlich nicht günstig waren. Darüber aber, bah das Verfahren selbst gründlich und gewissenhaft, unter genauester Beobachtung strenger Unparteilichkeit gehandhabt worden ist, liegen genügend zahlreiche und gewichtige Aeuherungen unvoreingenommener, auch nichtdeutscher, Teilnehmer vor, um jede Bemängelung von vornherein als aussichtslos erscheinen zu lassen. Herr Driand mag die gefällten Urteile als irrig angreifen. Das bleibt ihm unbenommen, da alle Menschen irren können; wenngleich man oder anderen Partei nicht vornehmen, • sondern unabhängig von allen Parteigruppen eine selbständige Liste aufstellen. Vielleicht wäre es besser gewesen, ein Übereinkommen mit den beiden Rechtsparteien in die Wege zu leiten, dahin zu wirken, daß beide Parteien mahgebende Dundesmitglieder an sicherer Stelle aufstellten und dann die tatkräftige Unterstützung einer der beiden Parteien zu empfehlen. Wie ich schon sagte, ist der Dauernbund diesen Weg nicht gegangen. sondern hat sich mit Mehrheit für ein selbständiges Vorgehen entschlossen. Die Unzufriedenheit infolge der Zwangswirtschaft, wohl auch die Rücksicht auf die Organisation, mag bestimmend gewesen fein. Jetzt hat es aber auch keinen Zweck, gegen den Beschluß des Landesausschusses Sturm zu laufen. Der Dauernbund wird ja keinen Zwang ausüben, sondern seinen Mitgliedern immer noch die.Möglichkeit lassen, für ihre Partei zu stimmen. Schreiber dieser Zeilen, als langjähriges Mitglied der Rationalliberalen und der Deutschen Vvlkspartei, wird deshalb für letztere eintreten, ohne seinen Standesinteressen Abbruch zu tun. Deshalb möchte ich den Artikel bedauern, den der Vorsitzende der Hessischen Dollspartei, Herr Karl Klingspor, in der Presse über den De- schluh des Ausschusses des Dauernbundes geschrieben hat. Er will den Dauernbund auf dieselbe Stellung festlegen, die für die Reichstagswahl am 6. Juni 1920 eingenommen war. Es dürfte ein schwerer Irrtum sein, wenn Herr Klingspor glaubt, daß mit diesem Dündnis die Hallung des Dauernbundes ein für allemal fest gelegt fein mühtzr. Im Gegenteil: derselbe mu 6as Recht haben, jetzt und zu aller Zeit sein Taktik selbst zu bestimmen. Es wäre auherordenllich zu bedauern, toenn nunmehr eine Bekämpfung zwischen den beiden Rechtsparteien und dem Dauernbund stattfinden sollte. Der Artikel des Herrn Klingspor läht diesen Zustand befürchten. Die der Deutschen Dollspartei angehörenden und nahestehenden Landwirte wünschen das nicht. Sie müssen ober vom Hessischen Dauernbund zweierlei Vorbedingungen stellen. Das wären: 1. Die Kandidaten des Hessischen Bauernbundes, die an der Spitze des Wahlzettels stehen, müssen aus beiden Parteien entnommen land allein seine Kriegsverbrecher zur Verantwortung zieht und sich nicht einmal auf die in der Liste aufgeführten Personen beschränkt, sondern jeden begründeten Verdacht von sich aus verfolgt. Dem kann Herr Driand abhelfen, wenn er diejenigen seiner Lands- l e u t c unter Anklage stellt, die ihm als eines Kriegsverbrechens verdächtig bezeichnet werden. Tut er es nicht, so möge er wenigstens darauf verzichten, durch seine Aeuherungen den Völker- haß noch zu vermehren, der durch die prozessuale Aufwuhlung einer traurigen und schreckensvollen Zeit ohnedies stets aufs neue geschürt wird«, Mange besonders wild gewesen sei. Er Der 9. Kriegsverbrecher-Prozeß. - ?wu nöVJu f $ e «' Zu den Verhandlungen des Reichsgerichts f a n g c n e einzubringen. Unterleutnant Mo - ist noch nachzutragen: I rim, zu deren Zeugnis er vollkommenes Ver- An Hand einer Seekarte wird in der Der- trauen habe, habe ihm bestätigt, daß sogar die Handlung festgestellt, daß die Stelle, an der das Riedermachung eines feindlichen Hospitalschiff torpediert wurde, außerhalbHilfspostens, bestehend aus Verwundeten, der Zone sich befand, die von der deutschen Rerzten und Krankenwärtern von dem Oberst Regierung für Hospitalschiffe vor- angeordnet worden sei, wobei er (Morime) geschrieben war. Mehrere englische Zeugen zugegen gewesen sei. Äodjlin erklärt weiter. Petit bekundeten, daß das versenkte Schiff nie weder de Mange habe sich selbst in Grandsesnoh im Truppen noch Munition geladen habe. Der zweite Departement Oise im Rovember 1915 seiner Taten Offizier des versenkten Schiffes ift vom U-Doot gerühmt. Köchlin bezeichnet drei Divisionen, die an Dord genommen worden: er hat gesehen, wie während der Champagneschlacht kaum Gefan- noch 11 Engländer aus den Dooten an Dord des gene einbrachten, während sie bei anderen Divi- U-Dootes gezogen wurden. Als sich noch drei sionen zu Tausenden gemacht worden seien. Diese Mann im (Boote befanden, habe der Kommandant drei Divisionen seien die 10., die 15. und die mit zwei Revolvern zu schießen angefangen. Der marokkanische Division. Er spricht auch von beut- U-Bvot-Kommandant habe einen englischen Offi- schen Verwundeten (etwa 100 Mann), die bis zier an Bord rufen lassen und ihm gesagt, er nach Suippes gekommen waren und die man dort möge sich mit seinem Rettungsboot so schneit vier Tage absichtlich ohne Hilfe, Rahrung, Wasser wie möglich entfernen. Als sie ein Stück fort- und Unterstand gelassen habe, bis Oberft Petit N» gerudert waren, habe sich das U-Doot wieder Mange sich ihrer angenommen hatte, genähert. Den Leuten tourbe befohlen, sich längs-1 --------- feit« des U-Bootes zu legen. Ein Offizier habe dann den anderen zugerufen: „Ihr habt Munition Wt und acht amerikanische Fliegeroffiziere an Dord!" ttl WashiNglVN. Das hätten die Engländer bestritten und gesagt: Der Reuhorker „HeraD" meldet auSWashing- .Wir haben nur sieben Offiziere aber reute ton. Das Staatsdepartement habe, offenbar in der Flieger an Bord." Das habe der Kommandant Absicht, den Senatoren Dorah und Johnson nicht geglaubt Das U-Boot habe sich dann eine unI) einigen anderen zu antworten, die den Kon- Eurae Strecke entfernt, jedoch wieder gewandt ferenzplan kritisiert hätten, die Gründe auSein- uno den Kurs direkt auf das Rettungsboot ge- andergeseht, die zur Einberufung einer Ent - nommen. Die Insassen haben angenommen, daß waffnungskonferenz geführt haben, an sie überrannt werden sollten. Durch eine schnelle &er Frankreich, Italien, und. auch England und Wendung des Rettungsbootes sei aber ein ^apan teilnehmen werden. Die Senatoren Berah Zwischenraum von 10—12 Fuß geschaffen worden, un& Johnson hätten behauptet, daß die Teilnahme dann fei das U-Boot wieder abgefahren und Frankreichs und Italiens schon im voraus die zum zweiten Male an dem Rettungsboot in knapp Gewißheit gebe, daß die Konferenz kein Ergebnis zwei Fuß Entfernung vorbeigeschosfen. Aunmehr ^5^ werde, well sich Frankreich schon geweigert hätten die Insassen des Rettungsbootes die feste ^&e, ^gend eine Reduktion seines Heeres ins Ueberzeugung gehabt, daß sie in Grund gebohrt ^luge zu fassen. Sie hätten ferner behauptet, werden sollten. Infolgedessen seien sie mit ihrem c^ne Konferenz mit England und Japan über die Boot geflüchtet. Rach kürzerer Zeit horten sie maritimen Angelegenheiten würden ein sicheres Granaten in ihrer Rähe einschlagen. Rach der Ergebnis zeitigen. Das Staatsdeparte- Schätzung des Zeugen sind ungefähr 14 Schüsse ent erklärt, man Hobe sich entschlossen, alle abgegeben worden. Dann habe sich das U-Boot Fragen der Entwaffnung zwischen den fünf entfernt, Aehnliche Aussagen machten einige an- Q^ationen studieren, in der Absicht, daß die dere englische Zeugen. Sie sagen aber, soweit sie h^r Konferenz genügend weit gesteckt werden, die behauptete Beschießung von Rettungsbooten fo^it jede Frage in Betracht gezogen werden gesehen haben wollen, aus, daß ste keines der Wenn einige Rationen sich weigerten. Boote gesehen haben. Sie hätten nicht sehen ^re Heere herabzusehen, dann würden sie die können, ob eines getroffen worden sei, sondern Diskussion über die Seerüstungen nicht verhindern sie hätten nur das Krachen der Granaten ge- Das Staatsdepartement habe außerdem erklärt, hört und die Schüsse auf blitzen sehen, die auch wenn die Ziele der Konferenz eingeschränkt bloß Warnungsschüsse gewe'en sein könnten. Der würden, wie einige vorschlüaen. es unmöglich Erste Offizier an Bord der .Atlantian", die einige toäre irgend etwas außerhalb dieser Ziele zu Tage vorher torpediert wurde, sagte aus, er sei diskutieren, einschließlich der Einschränkung der an Bord des Unterseebootes gebracht worden Rüstungen in der Lust und deS ®e- und habe dort die Übrigens nicht eidliche Der- hrauches giftiger Gase. Wenn einige sicherung geben müssen, über das. was er auf Staaten sich weigern würden, über die Ab- dem Doot gesehen und gehört habe, bis zum rüstungsfrage zu diskutieren, dann hätte die Kon- Waffenstillstand keine Aussagen zu machen. Dies ferenz ein beschränktes Arbeitsfeld. Aber man war üblich, damit nicht etwa In den Gefangenen- ^ätte geglaubt, daß es besser sei, wenn die Kon- lagem militärische Geheimniste betraten würden, jerenz selbst Herr ihres Programms bleibe. Das Del der Abnahme des Versprechens sei nicht be- (StaatSbeixirtement habe ebenfalls erklärt, daß tont worden, daß es sich insbesondere auf bie etnen wichtigen Faktor der Diskussion die Pro- Torpedierung, und was auf sie folgte, beziehen 5 [em e des fernen Ostens bilden werden, sollte Der Decksteward, Heather, sagt aus, dieser Frage sei daS französische und das er habe sich in einem Rettungsboot mit zehn an- italienische Interesse dem orientalischen Interesse deren Personen zusammen befunden. Aus der -^eich. Gegen sie und gegen Amerika könne übri- Sntfernung habe er gehört, wie Schiffbrüchige „ens ein englisch-javanisches Handelsbündnis ge* um Hilfe gerufen hätten, und er habe gesehen, Schiet sein. Die Anwesenheit Frankreichs wie ein anderes Doot umgeschlagen sei. Der un6 Italiens gebe allo den Vereinigten Schiffssteward Abrahams will auch gehört Staaten zwei nicht zu unterschätzende V e r - haben, wie ein Rettungsboot auf Defehl des h^ndete. Das Staatsdepartement habe auch Unterseebootkapitäns unter der Drohung, es würde hervorgehoben, daß die Konferenz zu einem mit dem großen Geschütz geschossen, habe flüchten endgültigen Ergebnis kommen könne, wenn Einmüssen, obwohl der Führer des Dootes gerufen1 -- - - • • - habe: .Wir müssen doch erst die Leute ans dem Wasser auffischen." Der Zeuge Murphy will, als das U-Doot das Feuer eröffnete, noch die Lichter von drei Rettungsbooten gesehen haben; nachdem das Feuer aufgehört habe, sei nichts mehr von den Dooten zu sehen gewesen. Sie mühten also in den Grund geschossen worden sein Zeuge C h a p m a n, über die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen befragt, gibt an, seine Angaben könnten auch auf Phantasie beruhen, denn am andern Morgen habe er gesagt, er habe noch eine ganze Reihe Schiffe gesichtet. Die deutsch -französischen Verhandlungen. Paris, 13. Juli. (WTB.) Die deutschen und die französischen Vertrete r, die in Paris über die Sachlieferungen verhandelt haben, haben heute in einer Vollsitzung ihre Beratungen fortgesetzt und vorläufig zu Ende geführt. Eine Anzahl von Einzelpunkten bleibt noch zu klären. Sie sollen durch Staatssekretär Bergmann und Dr. Guggenheim, welche nach Berlin reisen, mit den zuständigen Stellen geregelt werden. Es ist zu hoffen, Latz in kurzer Zeit unter Zustimmung der ReparaiionSkvmmission ein Abkommen zustande kommt. Das dänische Königspaar auf Grönland. Kopenhagen, 14. Juli. (WTB.) Das dänische Königspaar ist am Sonntag auf Grönland angekommen und am Montag an der Kolonie Godtkaab an Land gegangen. Dies ist der erste Besuch eines dänischen Königspaares auf Grönland. Persien wider die englische Politik. London, 13. 3uIL (Wolff.) Die „Times" meldet: Das neue persische Parlament veröffentlichte ein von der Mehrheit seiner Mitglieder unterzeichnetes Dokument, da« eine Anzahl A n - klagen gegen die englische Politik enthalt. Das Dokument ist bestimmt zur Information der ausländischen öffentlichen Meinung urtb des Völkerbundes. Aus dem Reiche. Bombenanschläge in Braunschweig Braunschweig. 13. Juli. (Wolff.) Die -Braunschweigische Lanbeszeitung" schreibt: Heute nacht wurden wieder zwei Bombenanschläge in Braunschweig verübt. Einer richtete sich gegen das Haus des Gerichtschemikers Dr. AeHring in der Bismarckstraße. Die Ostseite des Hauses mit dem im Erdgeschoß gelegenen Laboratorium ist fast vollständig zerstört. Menschen sind nicht verletzt worden. Der zweite richtete sich gegen die Garnisonkirche tm Stabtpark. Es wurde nur geringer Schaben verursacht. Von den Tatern fehlt jede Spur. In Verbindung mit den Bomben- Anschlägen steht wahrscheinlich der lieberfall auf einen Schutzpvlizeibeamten. der nachts von fünf Männern im Prinzsnpark angefallen und überwältigt wurde. Der Beamte wurde in hilflosem Zustande auf gefunden und liegt besinnungslos j.m Ärantenoaufe. Die „Polizeistunde". Berlin, 13. Juli. Die Blätter erfahren von unterrichteter Seite, daß die Bemühungen Preußens, bei der Reichsregierung um Aufhebung der DundesratSverorBnung vom 3. Dezember 1916, die der Verlängerung der Polizeistunde über 11»/, Ahr hinaus bisher im Wege stand, Erfolg haben würden. In "Berlin werde eine Staffelung der Schlußstun- . den für Theater, Kinvö und Gastwirtschaften ; in Aussicht genommen. Ein Dementi. Freiburg, 13. Juli. (Wolff.) Wie uns von bestinformierter Seite mitgeteilt wirb, ist die Meldung des „Karlsruher Residenz- blattes", der Reichskanzler habe sich verlobt, frei erfunden. Hessische Volkskammer. 10 4. Sitzung Darmstadt, 13. Juli Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9,40 Ahr Die Beratung des Staatsdoran- schlagcs wird bei Kapitel 110. Brücken und Aeberfahrtenfortgesetzt. Hier wird zugleich die Regierungsvorlage, betreffend Entwurf eines Brückengeld- und Aebersahrtsgebührengesetzes beraten und ein Antrag Pie hier ^Soz), das Brückengeld für die Arbeit r, die täglich bet ihrcm Weg zur Arbeit die Brücke bei Koitheim passieren müssen Der Ausschuß beantragt Annahme her Regierungsvorlage und Ablehnung des Antrags Piehler Der Antragsteller begründet seinen Antrag Aba. Knoll (Ztr.) tritt ebenfalls für Annahme des Antrages ein. Abg. Kiel (1ISP.) will ebenfalls Aufhebung des Brückengeldes, die dadurch ausfallende Einnahme könne man durch Abstriche bei her Schupo hereinbringen Finanzmimster Henrich: Es ist nur enieL möglich, entweder man hebt das Brückengeld überhaupt aus, oder es bleibt überall bestehen, eine ungleiche Behandlung ist unmöglich. Der Staat kann heute selbst auf die kleinen Einnahmen nicht verzichten. DaS Kapitel wird genehmigt, die Reglerungs- vorlage angenommen und der Antrag Piehler abgelehnt. In der allgemeinen Unruhe werden Kap. 111 und 112, Detriebskrankenkasse, genehmigt, von der Linken wird die Wiederaufnahme der Beratung über das letztere Kapitel beantragt, wo- tjegen jedoch Widerspruch erhoben wirb. Die Kapitel bis 118 werden debattelos genehmigt. .. . Zu Kapitel 119, Ruhegebalte usw., beklagt sich Abg. Schild dach (Soz.) darüber, daß ein Vertreter der Aeichsregierung. der da« besetzte Gebiet bereiste, sich weigerte, die Wünsche von Gewerkschaftsvertretern entgegenzunehmen. Abg Knoll (Zlr.): Die Pensionärs der alten Ludwigsbahn haben au ihren geringen Bezügen noch keinerlei Aufbesserung erhalten. Finanzmlntster Henrich: In Verhandlungen haben wir erreicht, baß Zuschläge bewilligt wurden, allerdings nicht in der Höhe, wie wir sie beantragt hatten. bittet nochmals, eine Gleichstellung der Altpensionäre mit den Neu- pensionären vorzunehmen. Finanzminister Henrich stellt fest, daß eine Gleichstellung tatsächlich bestehe, allerdings nicht mit iben Bezügen, die nach der neuen Besoldungsordnung noch strittig sind. Man kann nicht gut jetzt Bezüge auszablen, die man später vielleicht wieder zurückverlanaen muß. — Die Kapitel bis 120 werden hierauf genehmigt und bann die gestern ausgesetzte Beratung des Etats des Justizministeriums vorgenommen Zu Kapitel 97, OHt- nisterium der Justiz, wünsch» Abg. Rechtien (Soz.) eine Begnadigung I von in Oberhessen verurteilten Arbeitern und geht näher auf den Wunzen- b e r g e r .<£ a 11 ein. Er fordert Demokratisierung der Strafvollstreckung, Wahl der Richter durch das Voll. Die Strafe sott keine Rache, sondern eine Erziehung sein; wir sind deshalb auch Gegner der Todesstrafe und wir wünschen, daß sich das Justizministerium für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt. Der Antrag des Abg. Kaul (Soz.) und Gen., betr. Abschaffung der Todesstrafe wird mit zur Beratung gestelll. Abg. Schreiber (Dem.): Die heutige Un- tergrabung des Rechtsbewuhtseins ist eine Folge des Krieges und der Zwangswirtschaft. Die Bestimmungen über das Duell müssen beseitigt werden, eine Sonderbehandlung der akademischen Bürger ist nicht gerechtfertigt. Der Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe ist im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht recht angebracht. Abg. Ruh (Z): Für die Abschaffung der Todesstrafe ist der gegenwärtige Zeitpunkt schlecht gewählt. Ein Mensch, der mit voller Ueberlegung einen Mord begeht, muh wissen, datz er sein Leben verwirkt hat. Der Abschaffung der Duellbestimmungen im Strafgesetzbuch stimmen wir zu. im heutigen Deutschland ist kein Raum für zweierlei Ehre. Der Zulassung der Amtsgerichtsanwälte zu den Landgerichten stimmen auch die berufenen Vertretungen der deutschen Landgerichtsanwälte zu. Abg. Wünzer (D. Bp.): Der Assessorismus ist verschwunden, was wir mit Freuden begrüßen. Wenn trotzdem die Zugänge zum Iustizdienst nur- gering sind, so liegt das daran, daß Industrie und Gemeinde heute viel mehr zahlen als der Staat. Zu wünschen ist, daß unsere Finanzen so erstarken, dah später sämtlichen Referendaren die heute nur Bedürftigen bewilligten Entschädigungen gewährt werden können. Die Maßnahmen zur Vereinfachung der Strafrechtspflege sind durchaus zu begrüßen. Die Uebertragung des Rechts der Gewährung des bedingten Strafaufschubs auf die Richter wäre eine Verbesserung und Vereinfachung des Verfahrens. Einer Erweiterung des Einflusses des Laienelemets können wir nicht zustimmen. Untere Strafvollstreckung war schon vor der Revolution innrer eine humane. Die Todesstrafe muß hom Staate vollstreckt werden im Interesse der Selbsterhaltung und im Interesse der Mehrzahl der Bevölkerung. Die Todesstrafe muß abschreckend wirken. Wenn einmal auf Todesstrafe erkannt ist, muß die Vollstreckung beschleunigt werden. Abg. Schildbach (Soz.) verlangt eine Reform der Ordnungsvorschrift für die Strafanstalten. Abg. Frau Balser (Dem.! tritt für die Gleichberechtigung der Frauen auch in der Recht» fprechung ein, tm Familienrecht, in der vermögensrechtlichen Behandlung, in Zulassung der Frauen zum Richteramt. Rachmittagssihung. Vizepräsident Sohcrr eröffnet die Sitzung 3 Ubr 25 Minuten. Abg Kaul (Soz.) begründet seinen Antrag betr. Abschaffung der Todesstrafe Abg. Engelmann (Soz.) bemängelt das Vorgehen von Amts-' unj> Staatsanwälten in belanglosen Füllen unter Hinweis auf einige Vorkommnisse. Abg. Dorsch (Hess. Vpt.) wendet sich gegen die Aufhebung der Todesstrafe. Abg, Dr. Osann (D. Vp.) wendet sich gegen den Vorwurf des Abg. Schreiber, daß unsere Richter unbewußt Klassenjustiz treiben. Es sei zu bezweifeln, ob sich die Frau ihrer ganzen Veranlagung nach für das Richteramt eignet. Iustizminister v. Brentano. Die Arbeit im Justizministerium ist ganz enorm gestiegen. Im Jahre 1914 waren rund 18 000 Eingänge zu verzeichnen, 1920 waren es bereits 33 000 und in diesem Jahre dürften es 44 000 werden. Die Raumfrage bedarf dringend einer Besserung. Die Richter find heute noch immer die sachlichsten Pfeiler unseres Staates und man sollte vermeiden, durch unerwissene Behauptungen diesen Pfeiler zu erschüttern Der Richter in Leipzig ist ein Hesse, und alle, die ihn kennen, halten esfürvollständigausgeschlossen, daß er nicht vollständig unparteiisch nach Recht und Gewissen geurteilt habe. Die Frage der Vollstreckung von Todesurtei- l e n wird sehr eingehend erwogen. Auf Grund von Indizienbeweisen wird man sich wohl nur selten zur Vollstreckung entschlleßen können. Für die Aufhebung der Todesstrafe kann ick nicht eintreten, besonders in der gegenwärtigen Zeit. Das studentische Duell soll man nicht so scharf verurteilen, besonders im Hinblick auf die Ausübungen des Sports. Eine Ausnahmestellung allerdings sollen die Studenten nicht einnehmen. Die Frage der Begnadigungen ist eine schwierige, vielleicht emp- siehlt sich die älebertragung der Befugnis, von dem bedingten Strafaufschub Gebrauch zu machen, auf die Aich ter, aber die höchste Instanz muß immer in der Lage sein, ausgleichend au wirken und hierzu eignet sich besonders die bedingte De- gnabigung. Die Heranziehung des Laienelements zum Richteramt sei durchaus zu unterstützen, aber Oie Wahl der Richter sei volllommen unmöglich, denn zum Pichterarnt ist eine Schulung erforderlich, die nur die juristische Vorbildung vermitteln kann. In der Frage der Heranziehung der Frauen zum Richteramt stimme ich volllommen den Ausführungen deS Abg. Dr. Osann zu. Ministerialdirektor Lorbacher erhebt Bedenken gegen die ilcbertragung desBegncchigungs- rechrs auf die Gerichte. Abg Frau Bierau (D. Vp.) stellt fei, daß die grauen der Deutschen Volkspartei auch für die von Frau Abg. Balser aufgestellten Forderungen eintreten, mit Ausnahme der Frage der Verwendung der Frau im Richteramt; hiep stehe sie auf dem Standpunkt des Abg. Dr. Osann. Abg. Frau Hattern er (Ztr.) stimmt diesen Ausführungen zu. Bet den Jugendgerichten kann die Frau sehr wohllätig Mitwirken. 2lbg. Dr. Köhler (D.Vpt.) wendet sich gegen den Vorwurf der Klassenjustiz. Wenn man diesen Vorwurf gegen Urteile in Strafsachen erbebe, so vergißt man, dah bte Haupttätigkeit der Richter auf anderen Gebieten liegt, auf dem Gebiete der Zivilprozesse, des Grundrechtes usw., und man sollte sich hüten, die Autorität der Richter auf diesem Gebiete zu untergraben. DaS Kapitel 97 wird genehmigt. Die Abstimmung über den Antrag Kaul, betreffend die Abschaffung der Todesstrafe, ist zunächst zweisel- haft. Gegen den Antrag stimmen 22, dafür 20; Der Antrag ist abgelehnt. Es wird vertagt. Nächste Sitzung morgen vormittag 91/» ilhr. — Schlich 6,15 Ähr. Aus Stabt und Land. Gießen, den 14. Juli 1921. Annahme von Anzeigen bis zum Abend vor dem Ausnahmetage. Geschästsstunden von 8—Val u. 2—V26 Uhr. * . * Ausstellung „Ter Friedensvertrag von Versailles". Auffallenderweise hat sich die QI rb eiter- schäft der Ausstellung bisher noch völlig fern gehalten, und doch hat auch sie das denkbar größte Interesse an einer baldigen Revision des Gewaltfriedens von Versailles. Dieser Standpunkt wird auch von Führern der Arbeiterschaft selbst vertreten. So entnehmen wir einer Abhandlung des Steigers Mang aus Buer, welche in den „Wirtschaftlichen Rach richten aus dem Ruhrbezirk" unter dem Titel „Der Geist von Versailles und die deutschen Arbeiter" veröffentlicht worden ist, die folgenden recht beachtenswerten Sätze: „Der Vertrag ist eine Verhöhnung alles sozialen Fortschrittes, würdigt er doch den Arbeiter zum Objekt, zur Ware herab. Unb das ist jetzt, da die Arbeiterbewegung immer mehr zu Worte kommt, wo unsere Zeit das demolratische Zeitalter genannt wird, doppelt drastisch. Die Schamröte müßte jedem kulturellen Menschen ins Gesicht steigen bei dem Gedanken, dah tatsächlich durch den Vertrag in manchen Gebieten der Arbeiter mit den Bodenschätzen z. B. verhandelt oder vielmehr abdiktiert wurde. (Saargebiet.) Der Friedensvertrag maßt sich aber auch über die übrigen deutschen Arbeiter das Verfügungsrecht an. Man lese nur die Ablieferungsund Wiedergutmachungsbedingungen im Vertrage nach, und man wird inne werden, mit welcher Autorität deutschen Arbeitern ihre Leistung zu- diktiert wird. Ob sie diese erreichen tonnen oder wollen, danach wird nicht gefragt. Kraft eines Papiers wird über die Köpfe von Millionen Menschen hinweg diktiert. Die deutsche Arbeiterschaft wird gegeneinander ausgespielt. Der süddeutsche Arbeiter ist ergrimmt über den Ruhrbergmann, der ihm keine Kohle liefert, während er feiern muß. In Wirklichkeit fördert der Ruhr- bergmann in Ueberschichten so viel Kohlen an Frankreich, daß sich mit der Zeit Vorräte ansammeln und Frankreich die Kohlen mit großem Gewinn verkauft. Soviel von der ehrverletzenden Behandlung der Arbeiter durch den Friedensvertrag. Ist sie empörend, so ist der Versuch, den Friedensvertrag restlos durchzuführen, lächerlich. Hier gleicht Deutschland, insbesondere der deutsche Arbeiter, einem Leibeigenen, der für seinen Herrn in einer bestimmten Zeit das zusammengebrochene Haus wieder aufbauen soll, aber der Herr nimmt ihm das Werkzeug und das Qüaterial weg. Der deutsche Arbeiter soll arbeiten, um den Bestimmungen des Friedensvertrags nachzukommen. Older eben dieser Vertrag hindert ihn daran. Er hindert ihn, für eine ausreichende Ernährung zu sorgen, damit der durch die Jahre berr Blockade ausgemergelte Körper neu gekräftigt und zu erhöhter Leistung fähig ist. Er hindert die deutsche Industrie, Rohmaterialien und technische Energie in einer Menge zu beschaffen, die notwendig ist, den deutschen industriellen Arbeiter voll zu beschäftigen. Er hat es durch eben diese Rohstofffrage und die Qlbgabe des Der» kehrsmaterials, durch Zerrüttung des Verkehrswesens fertig gebracht, daß einmal die Kohlenförderung gehemmt, bann aber auch die Kohlen nicht glatt abbefördert werden können. Otugen- blicklich liegen die verschiedenen Häfen und die Zechenplähe voll Kohlen, verschiedene Zechen mußten schon feiern. Dabei liegt die übrige Industrie wegen Kohlenmangels still. Dazu hängt noch immer die Gefahr einer Besetzung über dem Ruhrgebiet, und diese ist durchaus nicht dazu angetan, die Arbeitslust zu heben. Man kann den Vertrag von Versailles von einem Gesichtspunkte betrachten, von dem man will, er bringt praktisch gerade die entgegengesetzten Folgen, die er bringen soll. Er knechtet den Arbeiter, sabotiert die Produktion und vereitelt jeden Versuch zum praktischen Wiederaufbau unserer Wirtschaft. Das deutsche Doll, bas deutsche arbeitende Volk insbesondere, kann den Vertrag nicht erfüllen. Darum hinweg mit dem Dokument, das uns in den Adr und stürzen muh, das Europa in die Rächt des Elends zerren muß." Eine Luftspiegelung bei Lollar. Ein Student der Physik schreibt und: Eine Erscheinung, die man nicht allzu häufig sieht, die aber bei den hohen Temperaturen der letzten Tage verständlich ist. beobachtete ich am vergangenen Sonntag. Ich kam zwischen 12 unb Vel Uhr von Lollar her auf der Marburger Straße nach Gießen. Kurz hinter der Abzweigung der Straße nach der Badenburg fiel mir auf. daß den Bäumen am Ende der Landstraße die unteren Telle des Stammes fehlten. Ich stteg vom R/rbe und beugte mich etwas herunter und schon sah ich die Bäume umgekehrt mit der Krone nach unten und den Stämmen nach oben, m. a.W. eine richtige Luftspieg elung. Die außerordent ich gsofte Sonnenbestrahlung während des ganzen Morgens, verbunden mit vollkommener Windstille, hatte die unterste, bodennahe Schicht der Luft so stark erwärmt, daft sie als Spiegel wirken konnte. — Die Erscheinung war deullich zu erkennen, natürlich zitterte das Bild etwas durch die Unruhe der Luft. Sehr bekannt ist eine ähnliche Erscheinung unter dem Namen „Fata morgana“ aus den Wüstengebieten der Erde. z. B. der Wüste Sahara. Auch auf langen Asphaltstraßen hat man manchmal Gelegenheit, sie wahrzunehmen. Rur unter besonders gftufttgen Verhältnissen bekommt man sie auch im Freien zu sehen, wie in diesem Falle. — Ls wäre interessant zu erfahren, ob in diesen Tagen noch wettere Beobachtungen ähnlicher Art gemacht worden sind. Wettervoraussage für F r e i t a g : Vorwiegend heiter und trocken, tags sehr warm, südliche Winde, Gewitterneigung. Die Wetterlage hat sich wenig geändert. Die Hochdruckswetterlage hält weiter an. Wassermangel. tt. Treis a. b. Ldo., 14. Juli. Während unsere Wasserleitung, die aus zwei starken Quellen gespeist wird, in früheren trockenen Jahren nie versagte, herrscht bei der ungeheueren Trockenheit jetzt auch hier zeitweillg Wassermangel, so daß die Leitung nachts und zu gewissen Tagesstunden abgestellt werben muh. — Mir Beginn dieser Woche hat hier die Roggenemte begonnen. rm. R 0 d h e i m. a. d. Bieber, 14. Juli 2luch hier hat die Wasserversorgung infolge der anhaltenden Trockenheit fast gänzlich versagt. Es schweben zur Zeit Verhandlungen wegen Ankauf zweier im „Äoßgrund" gelegenen Quellen unb Errichtung einer Pumpstation. fpd. Frankfurt a. M., 13. Juli. Die städtischeWasserleitung muft mtt der wachsenden und andauernden Hitze größere Wassermengen abgeben. Während' sie am letzten Freitag noch 90 000 Kubikmeter Trink - wasser abgab, waren es am Montag bereits 105 000 Kubikmeter, und am Dienstag wurde mit 127 000 Kubikmeter der Rekord geschlagen. Mit dieser Summe hat das Wert feine höchste Leistungsfähigkeit aber um 10 000 Kubikmeter überschritten. Die ungeheure Wasser- abgabe wird dadurch verursacht, daß viele Haushaltungen das Wasser zum Kühlen iin- ausgesetzt der Leitung entströmen lassen und daß für manche Gärten das zum Begießen erforderliche Maß weit überschritten wird. * ** P 0 l i z e i b e r i ch t. In der Nacht vom verflossenen Nacht zum Sonntag wurden in hiesiger Stadt mittelst Einbruchs gestohlen: ein Fahrrad. Marke „Dürtopp", mit der Fabriknummer 543 668, eine silb. Herren- uhr mit schwarzen Zeigern, mehrere weißleinene Bettücher, Bettbezüge und Servietten, gez. A. K. oder H. K. Ferner in der verflossenen Nacht aus einem Garten am Wie- seckerweg etwa 100 Stück Blumenkohl Bor Ankauf wird gewarnt. ** Der Alice-Schul-Verein für Frauenblldung und Erwerb hielt am Freitag seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Der Rechnungsabschluß für 1919 ergab einen Fehlbetrag von 7912.64 Mk, zu dessen Deckung die auf dem Grundstück des Vereins ruhende Hypothek erweitert werden soll. Der Abschluß für 1920 stellt infolge Erhöhung der Gehälter des Lehrpersonals dagegen ein Defizit von 73 186,17 Mk. in Aussicht, das zu J/. vom Staat und zu 8/* von der. Stadt Gießen gedeckt wird. Seit Ostern ist zu den Lehrgängen des Vereins das bisher von Frl. Möser geleitete Fröbel-Seminar für Kindergärtnerinnen nebst Kinderpflegerinnenschule und Seminar-Kindergarten hin- zugekommen. das in den erweiterten Räumen des Hauses Gartcnstraße 30 weitergeführi wird. Das Seminar ist z. T. von 32, die Kinderpflegerinnenschule von 16 Schülerinnen, der Kindergarten von 60 Kindern besucht. Das technische Seminar für Hauswirlschasts- und Handarbeitslehrerinnen zähll 24, die Haushaltungsschulc 18 Schülerinnen. Alle übrigen viertel- und halbjährigen Kurse sind voll besetzt. Seit Ostern ist den Seminaristinnen ist auch Gelegenheit gegeben, sich zu Turnlehrerinnen auszubllden durch Teilnahme an dem seitens der Hntoerfität für Studentinnen eingerichteten Lehrgang. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt, wozu noch mehrere Mitglieder des Vorstandes des früheren Kindergartenvereins hinzutreten. Bornotizen. — Tagcskalender für DonnerS- tag. Handelskammer: Ausstellung, Der Frie- benshertrag von Versailles. — LiebigShö^e: 6 übt Farni ienaocmd der Deutschen Vvlkspartei. — Ho cl Einhorn: 8 Uhr, Hochschulring deut'cher Art Vortrag Brausewetter: Unser Danzig in Not. Lichtspielhaus Bahnhofstraße wie gestern. Lichtspiele SelterSweg, GLvßstadtmädeuS. — Der Dor st and des Vereins für das Deutschtum im Ausland bittet uns darauf hinzuweisen, daß auf dem Sommerfest auf der Hardt am Freitag den 15. öS. MtS., i 47 Uhr abenod, gespendete Kuchen und Zigarren zu mäßi gen Preisen verkauft werden. Wir weisen an dieser Stelle nochmals darauf hin, daß der gesamte Reinertrag der Veranstaltung unseren bebrängten Volksgenossen in Oberschlesien, sowie den Ausländsdeutschen zugute kommt. Schon auS diesem Grunde ist ein reger Besuch des Festes sehr wünschenswert. Aufklärende Schriften über Ziel und Zweck deS Vereins können kostenlos durch dic Ortsgruppe bezogen werden. — Auf den Vortrag Draufewetter machen wir nochmals aufmerksam. Herr Brause- Wetter spricht heute adend um 8 Uhr im Einhorn über. „Unser Danzig in Not" und wird dabei auch die Schwierigkeiten DanzigS als Hoch- schulsladt behandeln. — Kaufmännischer Verein Gießen DaS für den 17. d. M. vorgesehene Sommerfell kann ilmftänbe halber erst am Sonntag den 31. Juli abgehalten werden. — Der Turnverein Gießen von 1846 veranstaltet aus Anlaß des 75jährigen Zubi- läums am Samstag den 18. Juli abends 9 Uhr in der Turnhalle einen Ball. — Der erste 116er -Tag sieht für Sonntag, den 21. August 1921, ein kameradschaftliches Zufammensein aller ehemaligen 116er und her Krlcgsformalionen R. 116, Landw. 116, R. 222. 254 und 186 sowie der Ersatz-Bataillone vor. Siehe Anzeigenteil. — Die Männer- unb Frauenver - einlgung der MatthäuSgemeinde hält am nächsten Sonntag im Philosophenwald einen Familientag, verbunden mit einem Kinderfest der Kinderkirche ab. Die Veranstaltungen, die zum Teil im Saal und im Wald stattfinden, beginnen um 3 Uhr. Die Mi toMung des Gernbardischen Ztt?e . und Mand^ in nchor - bei Momdergerschm Qiar- tets. Ans rachen u d andere Darbietungen wertei den Mttglredern der Vere nigung und den Angekö- rigen der MatthäuSgemeinde, Me dazu eingelaben sino, einige Stunden herzlicher und fröhlicher Gemeinschaft verbürgen. Landkreis Gießen. tt Treis a. d. Lda.. 11 Zuli Für die HauSfammlung der Krnderhilfs- woche gingen hier ein 486 Mk, dazu kommen noch 22 Mark Kirchenkollette. bas Fest des SOjätjrigen Dienstjubiläums. gen yiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinimiiTiiiiiiiiiiliE Rtdda ivberhest'en). 7706V btmtAtd berblüücnß Verschiedenes! M ff ff ff ff brannt und > Kinder an St LttieA Sotjungtn Str. LLellW hoppelt flart geruchlos. In «pochehn u. 2) ehrten. fräst neue, tadellos er* halteneKommode «dunkel Eicke, preiswert zu ver« kaufen. Anzuleh. 1-3 Uhr. 0WSI Nord-Anlage »5 V. AAizes SRäödieu zur Hilfe im Berkaus in Meyaerei gesucht. Hch. Voll*er. Wiesbaden, 7d3tiid frriedrichstr. 37 v. Mmo^atwnn Heute treffen in strammer EtSvackung ein: kauft ™ tu höchsten Preisen Erich Beyer Juwelier Bahnhofstraße 1 | Inh.: Th. Weinert | j Gießen $° | S Brand platz, (fegen- = 2 über d. alten Schloß. = liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Tüchtiger Eisendreher für unsere BetriebSschlofserei zu sofortigem Eintritt gesucht! Meldungen uni. 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Abgegeben wurde es in Höhe von 700 Marl. * Berlin, 13 3uli. In Holtorf bei Sch".i- kendurg an der ttlbe vernichtete eblörohfeucr in kurzer Zeit insgesamt 24 Gebäude, darunter ficben Wohnhäuser. Diel Dieb und Inventar ift vernichtet worden Die Kirche ist gerettet, während in der Gemeindekasse sämtliche Gemeindeakteu vei - brannten. Sin Feuerwehrmann ist bei den Re'- tungsarbeilen schwer verletzt worden. Wahrscheinlich führten Kinder, die mit Streichhölzer spielten, den Brand herbei. __ Nordhausen, 13. Juli. Wegen Vohn- streitig ketten sind 270 5 e 11 i l a r b c i t c t und -Arbeiterinnen ausständig. leiten kann. Ser Verein ist gezwungen, einen neuen Vorsitzenden äu wählen. Sw. Darmstadt. 13. Juli. Die Hitze hat zur Austrocknung des Darmbachs geführt, so dah der Wasserstand des großen Woog stark zurückgeht. Dieser Zustand ist seit 1911 nicht mehr eingetreten. WormS. 14. Juli. Der Generaldirektor der Cornelius Heylschen Werke zu Worms. Kommerzienrat Ludwig Pfaff, feiert mor- (3 Mk.) zu äu feer ft niedr. Drellen bet tadelloser, frischer Qualität. w C. G. Kleinhenn Vahnhofftt. 56. teL 66. Kiuderhilfe für Lderschlesien. Die Amerikanerin Miß Rah Veve - r i d g e richtet von Oppeln aus einen Appell an Die deutschen Kinder: Meine Kinder: Zwei Jahre meines Lebens habe ich Euch gegeben Während zweier Jahre habe ich im Auslände um Hilfe sur Such gefleht. — Jetzt flehe ich Euch an. — Kinder helft! Die Not der deutschen Kinder in Oberschlesien ist tausendmal schlimmer als diejenige, die Ihr selber im Weltkriege erlebt habt. Hier müssen grauen und Kinder bei Nacht und Wetter vor den polnischen Banditen fliehen, während ihre Heimatsorte von den Polen abge- Linqesandt. (Für Form und Inhalt aller unter diese» Äubrd stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Zu dem Eingesandt in Nr. 159 kann mitae- teilt werden, datz in in letzter Zeit Vereine, die Kriegsteilnehmer umfassen, und verwandte ^Bereinigungen in Gedankenaustausch getreten linZ) bezüglich der Frage der Errichtung eines Kriege' denkmals. Um jede Zersplitterung und Sondci- beftrebung zu verhindern, soll der Herr Obci- bürgcrmeifter gebeten werden, die Sache in die Hand zu nehmen. Wie der Herr Einsender richtig sagte, muh da« Denkmal allen Gefallenen der Stadt (Sieben und des Regiments 116. tr- wic seiner Kriegssormationen gewidmet werde". Bevor an die Grundsteinlegung gedacht werden kann, müssen wichtige Vorfragen bezüglich des Orte«, des Umfang«, der Beschaffung der Mil,et gelöst werden, was bi« zur kameradschafUichen 3u|ammcntunft der ehemaligen 116er nich: geschehen kann. Unter den zum 21. August hierher koinmenden Kameraden tann aber für den Gedanken geworden werden. -tr Gießener Strafkammer. Gietzen. 12- Juli 1921 Von vormittags 8 Uhr bi« Abends 10 Uhr wurde gegen den Pferdehändler 3. L. von Dietzen wegen Verführung und Betrugs verhandelt. Die Verhandlung, zu der 50 Zeugen und 2 Sachverständige geladen waren, sand unter Ausschluß der Oeffenllichkeit stall L- war zur Last gelegt, ein ILjähriges unbescholtenes Viäd- chen zum Beischlaf verführt zu haben; verbunden mit dieser Anklage war eine solche gegen ihn wegen Betrugs bei einem Pserdehandel. Das Gericht hatte, wie aus der Urteilsbegründung hervorging. die Anklage wegen Verführung für vollständig bewiesen erachtet. Der von dem jede Schuld leugnenden Angeklagten geführte Ent- lastungsbeweis war nach jeder Richtung mist» hingen Der AuSsage des verführten Mädchens, das den besten Rus geniefit. wurde voller Glaube beigemessen. Ihre Angaben wurden durch die Aussagen der Zeugen unterstützt und verstärkt Insbesondere wurde erwiesen, dah der Angeklagte auch andere junge Mädchen mehrfach in unzüchtiger Weise belästigt hatte Mit Rücksicht auf die von dem Angeklagten bewiesene niedrige Gesinnung, die sich besonders auch in schamlosen Verdächtigungen des verführten Mädchens zeigte, wurde er zu der höchst zulässigen Strafe von einem Jahr Gefängnis verurteilt. Von der weiteren Anklage wegen Betrugs wurde er mangels Beweises freigesprochen. müssen Kinder zusehen, wie ihre Väter ermordet werden, ihre Mütter vor ihren Augen mit Peitschen verprügelt werden, wie ihre Schwestern und Brüder von den Polen verschleppt worden. Ihre Heimat, ihre Kleider, ihr Spielzeug, ihre Wiegen und kleinen Betten, alle», alles ist fort! Ich bitte die Kinder im ganzen Deutschen Reiche, eine Opfer Woche zu bringen, v o m 11. Juli bis zum 17. Juli 1921, und in dieser Woche alles, waS sic bergeben dürfen, an die Ortsgruppen der Heimattreuen Oberschlesier oder an das LedenSmittel-Sammellager Breslau- Ost, DirsktionSlager 3, abzugeben. Besonders nötig gebraucht werden Schuhe, Kleider. Spielzeug, Wäsche und Nahrungsmittel. Ich "bitte, dah meine kleinen Freunde in dieser Woche ihr ganzes Zuckerzeug, wchokolade, Keks und Taschengeld den schwergeprüften kleinen Oberschlesiern opfern. Helft mir. ihr Kinder in ganz Deutschland! Tragt oder schickt Eure Gaben an die Kinderhilfe für Oberschlesien nach Breslau-Ost, Direktionslager 3. Schneidet dieses aus den Zeitungen und schickt es an (Sure Verwandten im Auslande Liebesgaben und Geld vom Ausland sollen direkt an dje Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier, BreSIau 2, geschickt werden. Bittet (Sure Eltern, das) sie ein solches elternloses. heimatloses Kind aus Oberschlesien nn- nehmen. (Ls grüht Euch und dank' Euch Cure kleine amerikanische Pflegemutter Ray Beveridge. Hochschulnachrichten, " Diederbesetzuag des OH ar - bürget psychiatrischen Lehrstuhle. Wie wir hören, ist zur Wlederdesetzung des Lehrstuhls für Psychiatrie und Neurologie an der Universität Marburg (anstelle des (S*cb. Med.-Rats R. Wollenbergs ein Ruf an den a. o. Professor an der Münchener Mm - versität, Dr. Georg Stery, Oberarzt ander psychiatrischen Klinik, ergangen. Pros. Sterr. Der zugleich an der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie tätig ist. ist aus Breslau gebürtig. KochfrauTÄ für Kirchweihen u. freit* lichtesten.Zu erir. bei Kra« Herr, Sonnenltr.tt. Derjenige Jnnge, der neitern im frretbab das Hemd und Weib ne nommen bat, ist erkannt, frall» er die Sachen nicht zurlickglbt, ersolat Anzeige. Abzugeben 0^52 Aftcrwea 4», '«S«L nS?* ?itUn9niuf'- Sif ^renZr-fie SIC am Donwa r der hat das nLffa' !ahetum loooo derschritten tDirb. eonntag wurden in ü&fl* gestchen- ''Dürkopp-, mit kr etne !llb. Herren- m weiß. und Ser- .D-^- Ferner tn 6er Mm Tasten m M- stud Llnrneniv^ :nt. 1 2chul°2erein für Deto hielt am Freitag llieberberfamm« lngSabschluh für 1919 von 7912,64 X zu Vern GrunlM de- N erveiten werden 920 f clh infolge 6t- # Lehrpersonaks do* 1186,1? M. in Lus- >taat und zu »/»von ft wird, veil Oftar )es Vereins das bis- esteie Mdel-Serninar i nebst Kinderpflege' nar-KinüergarLn hin- n erweiterten Minen 'ahe 30 vettergeführi ist z.T. von 32, die e von 16 Schülerinnen, 60 Kindem besucht ■ für HauMrtschaftS' innen zählt 24, die Schülerinnen. M lbjährigen Kurse sind :n ist den Lemina- -nheit gegeben, sich -u Men durch Teilnahme niversitüt für Stuben, chrgang. Der bisherige ergewahlt, wozu noch JorstanbeS des frühe« 4 hinzutreten. 'tizen. für Donner«. Ausstellung. Der - Ue MSvS’ nf tunfl S ben W diesem chen. ^-^iisewettei i°r Z-SU , u,b m. Diatraöe u. ein Loia (neu aufgearb.» z.v. Kerl Stark, Tapeilermstr. Wltseck, BlaBaaarStr.a». Lchlichtunstsausschust der Provinz Oberhesscn. Verhandlung am 12. Juli 1921. (Sin von der Firma Ballerstaedt in- Hain° aründau entlassener Arbeiter wurde mit feinem Einspruch gegen die (Sntlaffung auf den ordeni- lichen Rechtsweg verwiesen, da ein Verfahren aus tztz 84 ff. des Vetriebsrätegesehes dort nicht zulässig ist. wo kein Betriebsrat besteht, und zwischen den Parteien streitig war, ob die Einstellung unter Ausschlutz einet Kündigungsfrist erfolgt war. Beide 'Parteien erkannten den Schiedsspruch an. . w v , Die einem BetriebsratSmitglied < öaudele- gierter im Sinne des tz b‘2 des Betriebsräte- gesetzes, der Tiefbauunlernehmer Wagner L Fi'ch in Niedermockstadt ohne Zustimmung des Betriebsrates ausgesprochene Kündigung wurde für unwirksam erklärt. Beide Parteien erlanntcn den Schiedsspruch an. Einige weitere Kundigungsfälle erledigten sich durch Verständigung. S narant. wachs Sehller- hande auch alS Hofhunde sehr nut gerinnet ». oert Job. 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Silber- Gegenstände Nrcis Büdiugerr. Graf Kvuo von Etollberg-Notzla t- 4 Ortcuberg. 14. Juli. Gestern mittag verstarb plötzlich infolge eines Schlaganfalls in Jrantfurt a. M. wohin er sich zu einer Sitzung begeben hatte, Graf Kuno von Stollderg Aotzla im 80 Lebensjahre. Der Verstorbene war viS 1893 Offizier im Garde-^lanen-Regiment tn Potsdam, übernahm nach dem Tode des Fürsten Bodo im Jahre 1893 die Vormundschaft über Den minderjährigen Fürsten Jost Ghristian und nahm tdt 1910 seinen festen Wohnsitz in Ortenberg 9m Kriege war er zunächst als Delegierter Der Krankenpflege im Westen, und später als Kreis- laLptmann in Litauen tätig — Gras Kuno war f-üher langjähriges Mitglied der Hessischen Kammer und als stellvertretender Vorsitzender her Positiven Vereinigung erwarb er sich um das kirchliche Leben arohe Verdienste In letzter Zeit vurdc er zum KomentatSherrn des Johanniter- erdens ernannt. Die Bevölkerung nimmt an dem ibermaligcn Trauerfall des fürstlichen Hau'es >efci> Anteil Die Lieberführung nach Rostla fia- ■ct voraussichtlich am Freitag im Anschliist an getragene Herren- und Damenlleidcr, Schuhe Wäsche, Möbel all. Art. L. Rosenzweig Gießen,Selterswesf581 S halbverdeck, tsitzig. Umstände halber sofort zu verkaufen (7091 Htlirieh Iahet, lehottan. SatdtrotK’sÄronf nuhbaum, innen eiche, mit MiinaiifüiCtiel, 180 cm brei , sowie ein Sdjrdbfefrctär (©pinbfornt, au6 d guten alten .Seit) »u verk »*• eK'Unlage 14 II- glelöetftötDnl« Bückingstraffe 1. Köchi» die etw Hausarbeit über» nimmt, beidohemLodn gesucht. Hau-mädchen vorb. MÄ9 LudwigSpla» l. Sauberes Mädchen Novecllev. am lleüM walle, pet lolort gegen Dogen £oön gelniht. — Frau C. Weiler Köln - Braunsfeld Hoaienet sttape 538. I7rb.fr rau ob.Mädchen für einige Ltunden vormittags gesucht. 0f»S78 Bleichftraffe 10 I. M Bächen -’K erhalten gute Stellen bei bobem Vobn. 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M. voraesehene Sommerfest kann Umstände halber erst am Sonntag öen31.3nli abgehalteu werden. 7791V Der Vorstand. Mtfeli zu kaufen oder größere Pachtung auf AuSbeati zu übernehmen gesucht. Angebote unter Angabe de- Gröhe, Vage und Mächtigkeit deS Vorkommens sowie Einsendung einer kl. Handprobe an * Mebranii & filtmintr, Lbcrdollelidorse.Lt ^Qesang-Derein Heiterkeit. Samstag, 16. Jnll, abds.SU. Ordentliche ktiicralversWmlliiig im Vereinslokal. 7777v Der Vorstand. Freitag frisch eintreffend eine große Sendung Wetrrn neue Kartoffeln, neue Zwiebeln, frische Zitronen und alle Sorten Obst und Gemüse empfiehlt zu den billigsten Tagespreisen R. Mase ! Bahnhofstr. 43. Tel. 1077. SeLte/'tjweaS Z JnhJLiiabeHandßA Heute bis einschl. SOUUtag der vielbesprochene dreiteilige d MI Sittenfilm aus Berlin W Hk u. Damen-Ver. Gabelsberger Samstag, 16. Juli, abends 8*/a Uhr, anf der Karlsruhe Diploni - lusgabe und gemütl. 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Helft unseren bedrängten Ausländsdeutschen! Unterstützt daS Sommertest auf der Hardt am 15. Juli durch zahlreichen Besuch! 7785v] Der Vorstand. ^:e.WoUe.i.n Pfund M. 45.00 Reine Wolle in schwarz, grau, Dfimrl M AH braun, rehbraun, Lot M. 1.20 MUlia IVl. 33.UU Eßlinger Wolle in schwarz, grau, braun« Lot M. 1.35 1.75 2.00 2.50 Erster 116er Am Sonntag, dem 21. August 1921 findet ein temeraöfUflltiOiflinmenfeio aller ehemaligen 116er und der Kriegs- sormationen R. 116, Landw. 116, R. 222, 254 und 186 sowie der Ersatz-Bataillone statt. Programm. Samstag, 20. August, abends: Gemütliches Bei- sammensein der bereits eingetroffenen Kameraden. Sonntag, 21. August: 900 Uhr: Versammlung auf dem Hof der neuen Kaserne und Begrüßung. 9S0 Uhr: Gedächtnisfeier. 11"° Uhr: Konzert der Regiments-Kapelle 15 in der Süd-Anlage. Anschließend Esten in den zugewiesenen Lokalen. l‘° Uhr: Aufstellung z. Festzug auf Oswaldsgarten. 2°° Uhr: Festzug. Don 4°° Uhr ab: Kameradschaftlich. Beisammensein. Festbeitrag 5 Mark. Anmeldungen, auch Einzelner, baldmöglichst an die Anschrift „Festausschuß 116, Gießen, Bergstraße 20, in — feinster ■ insderiLqualität 5 ist wieder überall zu 5 haben, Man achte darauf, daß 1 man die echten Fabrikate mit der § SchutzmarkejOctkefsHellkopf erhält, y Reparatur-Werkstatt 7707c Ersatzteile-Lager Wenn jemand eine Reise tut so gehören zu seiner Ausrüstung Photo-Apparate u. Utensilien W firttrinij. Nächsten 5mn5lßfl,16.3nli, abends Vz9 Uhr: Familien abend im Philosophenwald. Alle Mitglieder und deren Angehörige sind freundl. eingeladen. 7»oiv UTnTxmnQnunroooocoaQ Ab morgen Hb Inkl. Sonntag Hella Moja in ihrem hervorragenden Drama in 5 Akten: MimiW Ferner: Erika Gläßner in d. groflen Saasatlonssehanapiei Ferreol Nach dem gleichnamigen Werk von Victorien Sardou. WMAW-MM über abgelieferte Einkommensteuer für Arbeitgeber, die vom Markenkleben befreit ffnt- Halber Bogen = 50 Bf., bei 10 Stört - 45 Pf. (für 49 Arbeitnehmer ausreichend! 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Im Vorverkauf bei den I Herren Cballier und m sämtltchen Buchhand- f langen zu M. 2.50. Für Studierende bet r Herrn Hausverwalter Ritter zu M. 2.—. | An der Abendkaffe keinerlei Ermäßigung, r 7333D i | Vereine | 168 er Donnerstag abb. 9 Uhr MWWWg bei Henkel, Walltorstr. MLNge logesorönnng. Vollzähliges Erscheinen erforderlich. Sonntag uachm.S^Ubr dauptoenammlung im Bereinslokal Hotel Kobel. Donnerstag, 14» IuU 1921 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) ;e* er immer gefesselter zu, Vie Rüdiger von feinem Auf-, Familienkreis einbezvgen werden nmMe^ Wieder UIHIICL au, IVIC -tvuuiycL von 1 einem -UUJ" > enthalt in England erzählte, wo er sich studien- (Rachdruck verboten.) 6. Fortsetzung. die Höhe des Schiffenbergs erwählte, frommen Augustinern ein Kloster darauf zu gründen. Unb wenig später taucht drunten im Tal zu den Gießen an der Lahnfurt eine Feste empor, die Keimzelle unserer Stadt. Auch drüben vom Veh- berg schallt geschäftiger Lärm; ein starkes Dor- werk lassen die Gleiberger dort errichten. Reue Geschlechter ziehen herauf; fo die Merenberger und die Grafen von Rassau-Weilburg, neue Herren mit neuen Plänen. 1646 aber durch- | braust der Sturm deS 30jährigen Krieges auch das Gleiberger Gebiet; acht schwedische Geschütze peien Verderben gegen die alte Vurg; die Schweden Königsmarks und Wrangels belagerten sie. Durch Hunger bezwungen, mutz sich die Besatzung ergeben. Die Vurg geht in Flammen auf. Was übrig bleibt, verfallt mehr und mehr, und das einsame Gemäuer wird zum bequemen Steinbruch für die Dorfbewohner. Wem In stillem Sinnen die Glanzzeiten der Vurg dort oben einmal vor Augen traten, wem sie erschien in ihrer alten Pracht als stolze De- hausung der Geschlechter, die in ihrer Weise mit fester Hand und sicher als bedeutende Men- schen ihrer Zeit Geschichte machten, der wurde vielleicht gar bitter aus seinen Träumen aufgeweckt, wenn mit dumpfem Gepolter wieder ein Stein in die Tiefe stürzte vom alterszermürbten Die Nothersteins. Roman von Erich Ebenste in. Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin 5V 30. Die sozialen Gegensätze werden überhaupt nie aus der Welt geschafft werden, auch von der Sozialdemokratie nicht; sie können gemildert werden, aber auch dazu bedarf es anderer Mittel als dieses Mittelchen der Einheitsschule. Immerhin würde ich auch nach diesem Mittelchen des sozialen Ausgleichs greifen, schon um meinen guten Willen zu zeigen und vielleicht mit dem Gedanken „batt's nichts, so schad'ts nichts", wenn dadurch andere wichtige Interessen nicht wesentlich gefährdet würden. Ich glaube aber unwiderleglich gezeigt zu haben, daß die Einheitsschule die Interessen aller derer, die eine über die Volksschule hinausgehende Schulbildung an- streben, aufs schwerste schädigt. Die Einführung der vierjährigen Grundschule stellt uns vor die Rotwendigkeit, entweder den Lehrgang der höheren Schule um ein Jahr zu kürzen oder die Schulzeit der Schüler um ein Jahr zu verlängern. Ich sollte meinen, diese schwere Schädigung eines Teiles des Dolksganzen, der doch auch zu dem deutschen Volke gehött, mühte jeden unvoreingenommenen, sachlich prüfenden Menschen zum Gegner der Einheitsschule machen. Wenn sich nun die gesamte Volksschullehrer- schaft gegen die Logik dieser Tatsachen verschlieht, so liegt dies daran, dah für sie die Einheitsschulfrage eine Standesfrage ist. Das ist für mich und alle die, die die Verhältnisse kennen, absolut gewiß, und an dieser Gewißheit werden alle Entschließungen, Aufsätze und Broschüren, die die Volksschullehrerschaft noch veranlassen wird, nichts ändern. , (Anmerkung der Redaktion: Wir sind der Meinung, dah beide Auffassungen hinreichend zu Worte gekommen sind und möchten die Aussprache schließen, weil bei einer Fortsetzung nur Wiederholungen herauskommen könnten. Um unliebsame Mißverständnisse _ auszuschliehen, möchten wir die Feststellung anfügen, dah nach unserer Meinung ein Volksschi sichrer, unbeeinflußt von „egoistischen" Standesinteressen, auch aus ganz sachlichen Gründen zur Empfehlung der Einheitsschule kommen kann.) halber ein halbes Jahr aufgehalten hatte. Wie schön und interessant konnte er sprechen« Man sah ordentlich alles vor sich. Magelone muhte das wohl auch empfinden, denn ihre blauen Kinderaugen hingen wie gebannt an leinen Lippen, und außer Do hörte ihm wohl niemand |o aufmerksam zu. wie seine verwitwete Schwägerin 4. Kapitel. Riemand hielt Do zurück, als sie bald nach Tisch Beklommen bat, sich zurückziehen zu dürfen da sie müde sei. Im Gegenteil. Kaum hatte sich die Tür hinter ihr geschlossen, als Annesiefe sich aufatmend zurücklehnte, die weißen Hände hinter dem wohlfrisierten Kopf verschränkte und erleichtert jagte: »Da, gottlob, der erste Abend wäre überstanden! Ich möchte mir noch wißen, was weiter mit dem kleinen Scheusal geschieht? Denn hoffentlich hat Papa mit feinen Worten von „verwandtschaftlicher Fürsorge" nicht gemeint, daß wir dauernd das Glück ihrer Gegenwart aus Grafenegs« genießen sollen?" Der Fürst rückte unbehaglich aus seinem Stuhl, Sollte es denn schon wieder Streit geben? Anneliese hatte wirklich ein merkwürdiges Talent, immer Propaganda für irgend einen häuslichen Krieg zu machen! Als Karola nach Grafenegg kam, fühlte sie sich in ihrer Stellung dadurch beeinträchtigt, und es dauerte lange, ehe Anneliese sich mit der Gegenwart der Schwägerin, die. nun eine leitende Rolle als Hausfrau übernahm, ausgesöhnt hatte. Später, als Magelone Witwe wurde und notgedrungen enger in den Hr. 162 Zweites Blatt Rüdiger antwortete nicht. Sein Blick hing an der blonden Magelone, die ihn ausschließlich zu interessieren schien. Wie sollte er daneben Augen haben für dieses Rauhbeinchen im schlechtsitzenden Wolllleid?! Er begrüßte Do denn auch nur mit ein paar flüchttgen Worten und war sehr erstaunt, als sie später einen Moment erhaschte, um ihn in überstürzter, hastiger Leidenschaftlichkeit ihre Ditte vor- Anträgen, sie nach Monrepos zurücklehren zu lassen und dieses doch um Gottes willen nicht zu verkaufst. Halb ungeduldig — denn Magelone sah^ich gerade nach ihm um, ob er noch nicht leinen Platz neben ihr bei Tisch einnehme, halb mitleidig, denn das Rauhbeinchen schien ja ganz außer sich — antwortete er: „Darüber kann ich doch heute noch keine Entscheidung fällen! Du mußt dich schon gedulden, bis ich mich an Ort und Stelle über alle Verhältnisse genügend 'informiect habe. Vorläufig kenne ich Monrepos noch gar nicht einmal!" Damit ließ er Do, die tief enttäuscht war, einfach stehen. Dann ging man zu Tisch. Auch jetzt bekümmerte sich niemand besonders um Do. die sich ganz verlassen fühtte am unteren Ende der Tafel und es kaum erwarten tonnte, sich wieder zurückziehen Hu dürfen, älnd doch hörte sie dann wider Witten aber auch schlimmerer Tage, als sie uns belieben sind. Dor allem ehrwürdig in ihrer geschichtlichen Bedeutung und noch al- Ruine stolz grüßt Burg Gleiberg von ihrem hochragenden Basalt» kegcl weithin in die Lande. Richt nur Bruder Studio singt: „Zu des Gleibergs satter Grüne lrxtte unS der Maientag"; gar viele sind s. otc dort oben der Landschaft Pracht auf sich wirken ließen: „Vom Gleibergturm im Abendglüh n seh sanft die Labn ich stießen und eng umschmiegt vom jungen Grün das alte liebe Gießen. ES sprießt und duftet rings umher von blütenschweren Zweigen, es flüstert in dem Blütenmeer wie zartes lindes Geigen." Hnb an einem solchen Abend regt sich s wohl auch geheimnisvoll hn düsteren ©cmauer. und dem beschaulichen Träumer zeigen sich w den efeuumsponnenen Trümmern in langem Zuge und bunten Bildern die ^Hänner unb Frauen, die vom Gleiberg aus in die Geschichte nicht nur unserer engeren Heimat eingegriffen Gemäuer. Zwar, seit 1837, versucht der Gletbergverett nach Kräften, die Burg als bedeutendstes Denk- mal unserer heimischen Geschichte auch für kommende Generationen vor dem Untergang zu retten. Bis heute ist er seiner Aufgabe treu geblieben; nun aber muß er sich mehr als je an toeitere Kreise wenden mit der Ditte um Hilfe am Werk. Schwer ist es freilich, Mittel flüssig zu machen in armer Zeit; aber gerade die Trübsal unserer Tage läßt den Wett unserer heimischen Denkmäler fühlen; und wer ihren Zauber auf sich Witten lieh und ihrer Sprache sich mcht verschloß, der weiß, daß nicht bloß zehrendes Kapital in ihnen steckt, der kennt ihre tausendfach werbende Kraft. Der Gleiberg hat Freunde ohne Zahl. Ob aber diese Freunde auch alle daran denken, ihren Söhnen und Enkeln die Freude an ihm zu sichern? Deshalb ergeht die herzliche Ditte an alle den ©letbergdetein °ls M.'g '-d-r >N feiner Aufgabe zu unterstützen (Eintrittsgeld zu Mark, Jahresbeitrag 5 Mark); Anmeldung^ nimmt Herr Provinzialdirektor Geheirnerat Dr. ilfinger, Ost-Anlage 33, entgegen. Aus Stabt und Land. Dießen, den 14. Juli 1921. Vom Gleiberg. Heute, wo man gern einmal wenigstens in Gedanken aus der trüben Gegenwart sich beraus- versetzt, sprechen ganz besonders beredt die Denkmäler der Vergangenheit zu Verstand, Herz und Gemüt. Und gerade unser Gießen ist in seiner Umgebung besonders reich an Zeugen Mieter, tenntniffes. *♦ Beihilfen an ehemalige KriegSg efangene. Zahlreiche ehemalig^ Kriegsgefangene haben Anträge auf Löhnung oder auf Entschädigung für In der Gefangenschaft abgenommene Sachen bei den Kriegsgefangenenstellen .eingereicht, die abqclchnt werden mußten, weil sie nicht recyt- icitiq eingereicht waren. Da hierdurch häufig empfindliche Harten entstanden sind, hat das Reichsftnanzministerium gewisse Mittel bereit gestellt um bedürftigen Antragstellern Beihilfen zu gewähren. Die Anträge auf eme,solche > Beihilfe sind bei den Hil fSaus sch u ss en für ehemalige Kriegsgefangene zu stellen Dabei sind der Entlassungsschein und vor allem der Ablehnungsbescheid der ehemaligen Militärbehörde mitzubnngen. Auch die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener hat Anträge zur Verfügung. Die Fest- setzung der Höhe Der Beihilfen erfolgt durch die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivil- gefangene, Berlin, unter anteiliger Verteilung der vorhandenen Mittel. Mit einer Auszahlung kann daher erst Ende des Jahres gerechnet werden. Vom Landeshilfsausschuß für ehemalige Kriegsgefangene wird dabei ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß diese von der Reichszentrale für Kriegs- und Zivilgefangene aufgestellten Bestimmungen nicht etwa gestatten, dah nunmehr alle Heimkehrer ihre für die Zeit der Gefangenschaft in Betracht kommende Löhnung erhalten. Eine Beihilfe kann vielmehr lediglich dann gr währt werden, wenn LöhnungSzahlung ob' Entschädigung wegen verspäteten Antrages abgelebnt worden sind. gur Einheitsschulsrage. Herr Direktor Dr. Schnell schreibt uns: Die Ausführungen des Herrn LehrerS Westphal In Ar. 158 des Gieß. Anz. vorn Samstag den 9. Zuli zwingen mich, nochmals zur Frage der Einheitsschule hier das Wort zu nehmen. Zunächst etwas Persönliches: Schon Herr Rektor Fischer hat in feinen Erwiderungen auf meine beiden Aufsätze die Grenze der Sachlichkeit zum wenigsten im Ton nicht ganz eingehalten; Herr Westphal aber hat jene Grenze weit übettchritten, und ich hätte Veranlassung, mich gegen Verschiedenes zu verwahren. Ich überwinde mich und tue eS nicht, weil ich meinerseits nicht dazu beitragen möchte, die Auseinandersetzungen auf die Stufe be« persönlichen Gezänkes herabzudrücken. Ich streite für eine Sache und nicht gegen einzelne Personen, und wer mich bekämpfen will, soll es mit Gründen und nicht mit persönlichen Anwürfen tun Und nun zur Sache: In dem Artikel vom letzten Samstag heißt es, der Volksschullehrerschast liege das Wohl und Wehe des gesamten Volkes am Herzen, und sie erstrebe den Ausgleich der sozialen Unterschiede und die Hebung und Bildung der sogenannten unteren Klassen. Ich kann versichern, daß mir dasselbe am Herzen liegt und dah ich das gleiche erstreben möchte. Sicherlich wäre da« deutsche Voll glücklicher und der deutsche Staat gesünder, wenn das hier als erstrebenswett bezeichnete wirllich erreicht werden könnte. Ferner will nach demselben Artikel die Volksschullehrerschaft nur deshalb für die Einheitsschule kämpfen, weil sie in dieser ein wesentliches Mittel erkenne — nach Diesterweg soll es sogar das Haupt- mittel sein —, mit dem jene großen sozialen Probleme zu lösen seien. Demgegenüber behaupte ich nach wie vor, die Einheitsschule ist ein für diese Zwecke teils gänzlich unzureichendes, teils unbrauchbares Anstatt mich in Allgemeinheiten zu errv ~ will ich mich an Tatsachen halten und frage deshalb, glaubt jemand, glaubt ein Volksschullehrer, daß in der vierjährigen Grund- oder Einheitsschule mehr gelernt werde als vorher In den vier ersten DollSschuljahren, daß die vermittelte Bildung jetzt vettiester, die Erziehung vervollkommneter sei? Wenn dies bejaht und nachgewiesen werden könnte, würde ich auf der Stelle für die Einheitsschule ein- treten. Aber das wird nicht nachgewiesen werden, weil eS nicht so ist und nicht so sein kann. i Denn: Der Fortgang im Unterricht wird durch die Schüler der Klasse bestimmt; wenn die Gesamtheit, vielleicht mit Ausnahme einiger ganz Hoffnungsloser, eine Sache verstanden und ausgenommen hat, dann geht's an den nächsten Gegenstand usw. Das Tempo des Unterrichts ist also ganz und gar abhängig von dem geistigen Gesamtstand der Klasse. Dieser aber wird durch die Einreihung einiger Kinder aus den sog. besseren Ständen — worin bis jetzt doch die ganze Einheitsschulreform besteht — nicht merllich geändett, und deshalb muh der Unterricht in der Grundschule das Tempo der Volksschule beibehalten. Dieses Tempo ist aber wesentlich langsamer als das der höheren und der seitherigen Vorschule. Dies ist durch eine Reihe von Umständen bedingt: Die höhere Schule hat ein durchschnittlich besser veranlagtes Schuler- material, sie hat eine größere Möglichkeit der Auslese, die häusliche Umwelt der höheren Schüler ist der Schularbeit günstiger, und die höhere Schule kann in viel weiterem Umfange auf die mittelbare und unmittelbare Mitarbeit des Hauses rechnen als die Volksschule, die ja geradezu manchmal gegen den häuslichen Widerstand zu arbeiten hat. ©o wird denn also einerseits der Dildungsstand der Vollsschüler durch die Einheitsschule gegen den seitherigen Stand nicht im geringsten gehoben, und andererseits werden die Schüler, die in die höhere Schule gegangen wären, wenn der Staat sie nicht *• Die Krematorien in Leider' ««.“»"Äs1“?.™ (im Vorjahre 73), Olfcnbajf) 226 Friedberg 24 (33) und in Mainz (321), zusammen 632 Personen, wovon 3-.Ö (342) männlich und 306 (256) werblich. - on Den 632 Personen waren 493 evangelisch. 6- katholisch, 29 israelitisch und 48 anderen De- haben. Zieht dort nicht Otto der Salier herauf, Konrads I. Bruder. Gaugraf an der Lahn? Er I hat ja wohl die Burg begründet als Bollwerk in der sagenumwobenen Babenberger Fehde; denn in die Frühe des 10. Jahrhunderts fuhrt das älteste Gemäuer der Ruine. Es folgt in oem I reisigen Zuge Friedrich, Graf von Lützelburg, I Schwager Heinrichs II., dessen Gemahlin Kunigunde auf dem Gleiberg das Licht der Welt I erblickte. Und wieder tauchen Gestalten auf, sämtlich Gleiberger. doch in Familienhader entbrannt: I jene, die truhigen Ritter, die 1057 gegen Heinrich IV. sich auflehnten; dieser aber ist Hermann, Heinrichs IV. Getreuer, der 1075 an der Unstrut den Sieg über die Sad)fen erringen half. Grollend wendet sich von itjnr der „Pfaffenkönig" Hermann | von Gleiberg und Salm, gegen Heinrich IV. zum König erwählt, aber kläglich geschlagen und gefallen. Schallt nicht Kriegsgeschrei? Die Scharen Heinrichs V. stürmen die Burg, den statten Mauern zum Trotz. Doch Hermann, Graf von Gleiberg, der Sachsenbezwinger, auch seine Rach- olger, lassen bald geschäftige Hände sich regen zum Reubau und Ausbau. Was rüstet sich dott? Welch seltsamer Zug? Clementia ist es mit ihrem Gefolge, die 1129 in die G undschule gezwungen hätte, ruf dem Stand der Vollsschüler zurückgehalten. Da nun die Schüler, die in die höhere' Schule gehen oder gehen wollen, doch auch zum Volk gehören, so wird also der Gesamtbildungsstand des Volkes durch die Einheitsschule nicht gehoben, sondern herabgedrückt. Sv sieht's also mit der Hebung der Volksbildung durch die Einheitsschule, von der die Volksschul- lehrerschaft und andere so gerne mit Emphase sprechen, in Wirllichkeit aus. Daran wird auch nichts durch den geforderten einheitlichen L^hrerstand was soviel Heidt wie: dc-rch cin n > k demi'ch geb (beten Vollsschul'ehrer- stand, geändert. Ich bin überzeugt, daß die Volks- fchullehrettchast mit ihrem Wissen und Können ihrer Aufgabe setther völlig gewachsen war, und ich habe bis jetzt auch noch keinen Volksschullehrer kennen gelernt, der selbst daran gezweifelt hätte. Die Volksschullehrerschaft würbe sicher auch mit flammender Entrüstung jeden von außen geäußerten Zweifel an ihrer vollen Befähigung »urückweisen. Gewiß würde es auch die Volks- schullehrettchaft sehr übel vermerken, wenn jemand behaupten würde, die Oberlehrer wären, m c.^^mlsch gebildet, bessere Lehrer für die 'chulen als sie selber. In der Tat ist dies ja auch mcht der Fall. Ja, auch ein Universitäts- Professor, wurde gewiß eine Dollsschulllasse in L n^cn weiter bringen als ein Volks- schullehr«. Von einer akademischen Bildung der Lehrer würden also die Vollsschüler nicht das Geringste haben. Menn ich nun neben diese nüchternen Tat- ■ großen Worte halte, daß durch die Einheitsschule mit dem einheitlichen Lehrer st and die allgemeine Volksbildung ver- heft und vervollkommnet und die Masse gehoben werde, da kann ich mir nicht helfen, d a muh lch diese Worte für Schlagworte er« Hären, und zwar für solche von der allerübel st en Sorte, da sie Hoffnungen erwecken, die nicht erfüllt werden, weil sie nicht erfüllt werden können. Run noch zu der anderen Seite der Oinheits- schulfrage, zu dem Ausgleich der sozialen Gegen- sähe! Selbstverständlich wünsche auch ich diesen Ausgleich. Ich bin aber der Meinung, dah diese Gegensätze viel au tief in den wirtschaftlichen Verhältnissen und Der menschlichen 11atur begründet sind, als daß ihr Ausgleich durch das Zusammenleben der Kinder aller Stände während einiger Schuljahre in nennenswerter Weise gefördert werden könnte. Gewöhnlich wird die Wirkung der Einheitsschule auf den sozialen Ausgleich so auf- gefaßt, daß durch das Zusammenleben die Kinder der höheren Stände Verständnis und Teilnahme für die Kinder aus den niederen Schichten gewinnen und für ihr ferneres Geben behalten sollen. Aach meiner Lebenserfahrung werden die sozialen Gegensätze viel mehr durch die unteren als durch die oberen Klaffen aufrecht erhallen. Was kann ein in der Einheitsschule bei den Kindern angebahnter sozialer Ausgleich, wenn er möglich sein sollte, Helsen, wenn der Lehrling oder- junge Fabrikarbeiter, der eben die Schule verläßt, in die Hände der svzialisttschen Agitatoren und Gewerkschaften gerät, wo er tagtäglich gegen die anderen Klassen aufgehetzt wird. Diese Kreise wollen ja gar nicht den Ausgleich, den wir wollen, die streben nach einem ganz anderen Ausgleich. Kreis Alsfeld. Np. Mücke, 13. Juli. Der Streik der Holzarbetter auf dem Wittichschen Sägewerk, der wochenlang gebauert, ist beigelegt. Die Arbeiter schaffen wieder für die bisherigen Lohne. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 12. Juli. Der Schutzverein für entlassene Gefangene । tagte heute im Saale des Oberlandesgerichts ! unter dem Vorsitz des Generalstaatsanwalts Dr. Preetorius, der den auSfürlichen Rechenschaftsbericht erstattete, aus dem die Zunahme der jugendlichen Abteilung, wie der Kriminalität überhaupt festzustellen ist. Hierzu kommen die Wirkungen der Revolution, die in vielen Teilen des Volles die Meinung befestigte, mit dem Fallen des sog. ObriqkeitsstaateS habe jeder das Recht, zu tun was ihm beliebe. Neunzig Prozent aller Verbrechen und Vergehen sind Eigentumsdelikte Diebstahl, Betrug usw. DaS Anwachsen der Kttminalität machte selbstverständlich die Vergrößerung und Vermehrung der Strafanstalten und andere Maßnahmen nötig, um die Leute alle unterzubttngen. Leider muhte hierbei bad fo bewahrte Einzelhaft- svstem burchbrvchen werden. Ganz besonders bedauerlich sind die durch die französische Besatzung bei den Strafanstalten in Mainz ein. qetretenen Verhältnisse. Oft dort d«. konische Strafen wegen verhältnismäßig geringer Vergehen verhängt. Der Redner gibt bann interc^ante Miltellungen über die ge- ^chtl che Eltt'^cklung des Vereins, der 1842 entstanden ist, sowie über die eigentliche Tätix^ kett die darin besteht, die Bestraften nach Möglichkeit wieder der menschlichen Desell- St Auführcn 70 Proz. von ihnen sind JÄ/auf guien Weg aekmmen. Die mäh- ®nb des Krieges zurückgegangene Zahl der Pfleglinge^ ist inzwischen wied^ statt gewachsen und betrug im Zahre l92O 2vd -per fönen, für d!° über N0°2 Mk. <-u,g-wcnd-t , („in mird sie^dämmerten zu lassen, so Lange H? L unter unserem Schutz hier Weill und nnn un8 als Verwandte behandelt wird. Dor- ?äusia muß sie hier bleiben. Ich habe eS seiner» zeit Achim versprochen und pflege mein Wort ,3u hallen.A^ hatte ruhig, aber sehr bestimmt Annelieses schöne dunkelgraue Augen, die einen Stich ins Olivgrüne hatten und die Farbe lebr leicht wechselten, wurden beinahe schwarz Ich dachte. Onkel Achim habe bestimmt, daß sie bi8 Kloster gehen soll," sagte sie ärgerlich, „sagtest du nicht so. Karola?" Die Grästn nickte. „Allerdings war dies sein Wunsch. Papa muß" sich ja auch noch daran erinnern! Onkei Achim wollte, daß uns so Monrepos wieder zu» fQlk,@ctoll3,“ sagte der Fürst, .aber Dorothea ist gegenwärtig erst achtzehn Jahre alt. Man wird diesen Plan im Auge behalten und ihn aus- führen, wenn die Zeit dafür gekommen ist." Man tonnte sie immerhin einstto i en auch als Gall im Kloster »Zur heiligen Agnes' uni erbringen,“ meinte die Gräfin ruht], »Tas Kioster verdankte seine Gründung doch den Rothersteins, und meine Freundin, die 2Lebtiffin, wurde gewiß gern bereit fein —“ Das ist Rüdigers Dache," unterbrach sie ti)t Schwiegervater kurz. .Er als Vormund hat zu entscheiden." ... Rüdiger war etwas verwrrtt, als er mitten aus seinem Gespräch herausgettssen und nun als Schiedsrichter angerufen wurde. lZottsekung foIgQ [ W'-V-UX, 11 —» 6ott= sich bk Sache ch W Annelieses Antipathie die ung vornhdrttn?o^ tieft, sich um 2nnttteses Wvtte g f^bep merte. »Das Mädchen fteint ja.w »u lein und wtrd uns mch f • meifI »Dich vielleicht nicht, [ebft Aber zurückgezogen in deine Was sollen wir uns, das ist eine andere ©a^ oder wir mit ihr anfangen, wen i V fid) ja schämen, eingeladen hnb < ®ani m. all liniere sie zu pvasentterenl ^evriS Herkunft ist. Man Bekannten, daß sie Plenen w J Mutter Mia njtdes 3- mUienchess Anneste,e, so ge- abstand, die Che h£e»itua£on ^mit getenn- 2tamtn i!,rd Ta’Cie «reis für ..»»oto.abe iu dm. "v^Ä'gen P^e Mutter an jeher Ltt- ken, die dsr preisgeben, um sich fabfaule unLf Joro'.tiM doch nun einmal nie äi>,n?mm^d^u^t9e^^>cm nignuinö |0 taU- Mal s, Ersatzteile-Lager ofderwagen •eichselträger chleifapparate M * spiel in 3 Akten 7 81 leinschl. Sonntag sprochene dreiteilige Im aus Berlin W U 6 Akte. Ferner: ?orffihrung 9 Uhr 7787c Klikomniensteoel SM’*’ k'mer aatteiM V11 T ÄS SH CB eti.: 2etr.: Landes»!! Zu KL Set iv-( Die < ausgehobi Gie 6a oormitti und Sch Anlage, tracht kl Gi 5 8» öir 3nbt Äelsischen verweisen öffentlich! Aersügm Tie Der- m Einve Minden । Wg 6 i Flusses Sedars g dem Lv, maligen Verein, meinde wird de Di AO mindest eine eh a). t j j Znhalk- langh CBetr.: Die 12. bs.1 sperrt Solzhem Sie 3etr.: Ui! Lhrsini die diesji ses ®ie&' 1. Ak 2. Li Gie ® A«-° mark o-- ^gerloijn. jaslbe^V G mebte?5 Ätert ” 4?? 8>Ä richte Äto. ^bitb^ "’M?* Datum: 12. Juli. 13. Juli. 586,90 588,10 964,- 966, 965, KurS Kurs Kurs 76, 280,25 280,25 404, 277 309,50 300. 344.25 330. 6,05 13.7. Schweizer Franken 100 Fl. 100 TTl Ar. 100 L. TUCK 3066* Vertreten August Weidig, Gießen, SteinstraOe 50. Telephon 776. 10,13 ICO, 13 27,72 10,17 100,40 27,78 124,10 346,15 270,70 74,29 391,- 411,50 315'- 124,40 346,85 271,30 74,45 10,42 99,85 26,33 100 100 100 1 100 100 100 100 100 178, 156. 129,10 352,40 279,80 76,93 600,66 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag.... Stockholm. Wien. . . . London . . Pari» . . . Neuyork. . bis 3.50 Ml., Himbeeren 5.80—6 00 HCL, Heidelbeeren 3.00—4.00 Ml., Tomaten 2.80—7.00 ML., Blumenkohl, holl., 2.50—6.50 HCL, Biumenlohl, deutscher, 2.00—8.00 Ml.. Gurken 2.00—6.00 Mk., Bohnen 2.80—3.50 Mk., Erbsen 1.80—2.00 Ml., Wrrsing 0.60-150 Mk.. Weitzkraut 1.20—1.50 Ml- Gelbe Rüben 1.00—1.80 Mk.. im Pack 0.60—OLO Mark, Kohlrabi 0.60—1.20 Mt., Zwiebel 1.00 brs 1.40 Mk.. Kartoffel 1.20-1.80 Ml. 963.- 10^8 99,65 26,27 310,- 275,- 811,50 413, — 339,- 193.25 8.20 0.825 8.- 47.55 22.06 27.70 46.50 1175 603.- 890 8.70 Ai. Ar. fr L. ft 815- 416,- 342,25 317,- 286,52 193.25 8.06 0.825 7.95 47.45 22.01 28.- 46.60 115 602.- 3.85 8.16 590 - 312,50 71,- 348,50 KurS 13.7. 77,50 79,50 76,50 70,10 170,- 300,- 279,50 214,- 183,- 166,50 175,12 154,- 527,25 380,- 401,- 665,- 306,- 278.- 808,- 409,75 343, 310,25 279,50 520,- 218,- 570,- 304,50 70 80 330 - 6,25 16,60 1,28 Morknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden Tas Zahnpulver „Nr. 23" reinigt die Zahne so oo ifommctt bah shon nach kurz. Oiebrauch d. Aussehen derselben bedeut, verliess, ivtrd. Kreex-Qregeri», Bahnhosstr. 5t Drog. 0. WUtarhaU, am Mreiiavlflü. 12.7. 77,50 Frankfurt a. M., 14. Iuü. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief 7,21 17,25 1,34 gezahlt: 12. 7. 7,90 4,07 8,15 13.7. 77,50 1.7.1 U . Fr. 125,» . FC 59,1) . Ar 83,83 . Ar. 117,30 . Ar. 83,8) . Ar 117,88 . Sh. 97,3) . Fr 125,10 . I 2333 13.7. 8,17 4,22 12.7. 77,50 79,75 77,10 69,80 171,- 302,- 280,- 214,50 183,- 166, 178,84 164. ><4 543,25 392,50 411,- 584,- 315,- 281,- 822,- 414,75 344,75 317,- Wechsel auf fiotlanb...... . Deutschland .... Wien ....... Prag........ pari» London ...... Italien ...... Brüssel Budapest Neuyor». ..... Agram. ..... Bukarest Amsterdam. Kotterd. 2447,55 2452,45 2355,1023 9,90 Brüssel-Antwerpen . 549,40 59«),60 572,10 573,60 Christiania...... 1038,95 1041,05 1003,95 1 06.05 Kopenhagen 1223,75 1226,25 1191,301193,70 Stockholm 1623,35 1623,65 1; 73,401576,60 Helfingfor»......128^5 *“ ‘ Italien........351,60 London ...... 279,20 Beuvork 76, 2 Parts 599,50 Schweiz 126*,701271,30 1240^75 1330^ - Spanien ... Wien (alter). , Ventsch-Oesterr. Prag..... Budapest... Bulgarien . . . Konstantinopel Züricher Devisenmarkt. 12. 7. wurden, eine Summe, wie sie bis jetzt noch nicht erreicht wurde. Bei der Wahl des Ausschusses werden für den verstorbenen Domkapitular Dr. Selbst Domdekan Dr. Bend ix und für den ausgeschiedenen Geheimrat Dr. Kayser-WormS Frau d. Biegeleben in Darmstadt gewählt. Landwirtschaft. Np. Aus dem O h m t a l, 13- Juli. Der letzte gründliche Regen fiel h.er vor fünf Wochen. DaS letzte Heu, das der einschurigen Wieien, iit gemacht Der Roggen, in der vorigen Woche noch grün, ist jetzt schon weid. Der Getretde- ernte kann die Hitze und Trockenheit nicht mehr schaden. Das Grummet aus den Dergwiesen verdorrt, die Kartoffeln in trockenen tragen gleich» falls. Das Grünfutter, wie zweiter Klee, fehlt. Auch die Gartengewächse, die Bohnen, Gurken, stehen im Wachstum still und gehen zurück. Der Honigertrag, den die Bienen liefern, ist nicht nennenswert. d. Gonterskirchen (Kr. Schotten), 13. Juli. Gestern fand hier unter Führung von LandwirtschaftSlchrer Schönheit »Schotten ein Gemarkungsrundgang statt, an dem eine gröbere Anzahl Landwirte teil- nahm. Unter anderem erklärte der Führer die verschiedenen Krankheiten, sowohl der Hackfrüchte wie des Getreides, sowie deren Bekämpfung. Der Stand des Getreides auf unseren Feldern ist durchweg ein guter. An- schliehend an den Rundgang fand in der Gastwirtschaft von August Graf ein Dortrag über künstliche Düngemittel und deren Anwendung statt. X Kassel, 12. Juli. An die in diesem Herbst zur Eröffnung kommende höhere Lehranstalt für praktische Landwirte (Seminar für Landwirte) in WolfS- anger hat der Vorstand der LandwiNschaftS- tammer berufen als Direktor und Dozenten für Betriebslehre den jetzigen Direktor des Seminars für Landwirte in Schweidnitz Dr. PhU. Grauer. ------- Müller'sche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 14. Zuli: 20° Qt Handel. Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemartt. 5 r a n t f u r t a. M., 13. Zull. Der Obstmarkt war mit Pflaumen und Birnen sehr reich befahren: rege Kauflust, Preise fest. Iohannis- beeren fehlten fast gäuzllch, Ernte scheint beendet zu fein. Zufuhren an Heidelbeeren, Stachelbeeren, Kirschen und Aepfel ausreichend. Die ersten Rcineklauden waren ang.fuhren. Aus dem Gemüsemarkt waren besondetS reichlich Bohnen an- geliesert. Die anfänglich verlangten hohen Preise der Dormärtte konnten nur selten erzielt werden und am Schlutz der Marktzeit blieb grober lieber- stand. Preise nachlaslend. (Schien waren nur gering angefahren, Preise fest. Wirfing war in guter Qualität gesucht, loser, unauSgewachsener. war reichlich vorhanden, fand aber trotz starr herabgesetzten PretseS wenig Liebhaber. Alle an- d§ren Gemüse waren nur mätzig angefahren. (Sin Kober Posten holl. Blumenkohl- war durch die Srotze Hitze der letzten Tage haldverdorben ringe- offen urü) wurde hauptsächlich vom ©trahen- handel zu spollbUUgen Preisen übernommen. Gurken mävig angetommen, Preise steigend. 3m Grobhandel wurde bezahlt: Kirschen 2 50—4.00 Mark, Birnen 2.50—3.80 Mk., Aepfel 2 80—3 50 Mort, Pflaumen 3.20—3.50 Mk., Pfirsiche 4.50 biS 7.00 Mk., Apritofen 6.00—9.00 Mk., Retne- fiauben 5.00—6.00 Mk., Spillinge 4.50-5.00 Mt, Johannisbeeren 3.50—3.80 Ml., Stachelbeeren 3-CO Dörfenkurfe. Frankfurt Berün Abend- Abend- Schluh- Schlutz- Datum: 5 ', Disch. ÄriegsanL 4*/0 Dl sch. Reichranl. 3 7. Dtfch. Reichsanl. 4 •/, Preuh Konsol, Darms'ä ter Dank . Deutsch« Bank . . . Di»coato-Befellschast Dresdner Ban» . . . Jlationalbanh f. D. . Mitleid. Tredilbank. H.-Amerik Pakrtf. . Norddeutscher Lloyd. Boch Guhstahlwerk . V.-Luxemb. Bergw.. Gelfenklrch. Bergw. . Harpen er Bergbau . Oderschles. Eis«nb.»B. Oderfchlef. Eisenind. . Phönix-Bergb »Akt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Elesttt. A.E.B öchuckert-Werke. . . Fellen-Gullleaume. . Daimler . Bud.« Eisen«., Akt, , Ablerwerke 4°,. Hess.Staatsanl. , Elektron Griesheim. (^n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Abrüstungsfrage. Paris, 13. Juli. (WTB) Wie der .Petit Parifien" mitteilt, hat die Unterkonferenz des D ö l te r b u n b es, dir sich mit der Beschränkung der Rüstungen deschä tigt. und die am 16. Juli in Paris zufammeatreten wird, mitgeteilt, dah sie angesichts der von der amerikanischen Regierung erlassenen Sin'adung au- eigener Initiative ihre Arbeit unterbrechen wird. Energisches Vorgehen der Engländer gegen die Polen. Berkin, 13. Juli. In einer Unterredung mit dem oberschlesischen Korrespondenten der »Voss. 3tg.“ erklärte der englische General H e n n i k e r, dah ein neuer polnischer Aufstand gewaltsam unterdrückt würde. Die polnische Grenze würde jetzt gesperrt werden, und zwar durch Truppen aller drei in Oberschlesien vertretenen Mächte. Henniker bat dann, dah die deutsche Presse die deutschen Oberschlesier möglichst zur Geduld mahnen möge, da irgendwelche Gewalttätigkeiten von ihrer Seite für die Sache der Deutschen von aNergröhtem Nachteil sein werde. Gr hoffe, dah die Entscheidung des Obersten Rates über Oberschlesien bald fallen werde, und könne versichern, dah die interaHHerte Kommission ständig auf Beschleunigung dräge. — Rach einer weiteren Meldung der „Voss. Ztg." sind in Oberschlesien die englischen Truppen In den letzten Tagen an verschiedenen Orten energisch gegen die noch im Besitz von Waffen befindlichen polnischen Banden vorgegangen. 3n Grvh-Dombrowka wurden 200 bewaffnete Polen von englischen Soldaten entwaffnet. Holland gegen die „Schwarze Schmach". Amsterdam, 13. Juli. (WTB.) Laut „Allgemeen Handelsblad" bildete sich in Deventer eine vorläufige Kommission, die eS sich zur Aufgabe macht. In allen Städten Komitees zu bilden, um gegen die Besetzung der Rheinlande durch schwarze Truppen Einspruch zu erheben, die, wie ein Rundschreiben der Kommission erklärt, eine Missetat gegenüber unserer Rasse und ein Hohn auf die Kultur ist. Diese Tat der Franzosen übertreffe an Barbarei alles, was die Weltgeschichte zeige. Dadurch, daß wir dagegen Einspruch erheben, so erklärt die vorläufige Kommission, verrichten wir eine ernste Kulturarbeit, die nicht nur Tausende von Frauen und Kindern der sexuellen Schändung durch afrikanische Reger entziehen soll, sondern auch in weiterer Zukunft Europa vor neuem Unglück, neuem Morden und neuem Unheil behüten soll. Der Zeppelin „Nordstern" schwer beschädigt. Pari-, 13. Juli. (WTB.) Der Zeppelin .Nordstern-, der an Frankreich abgeliefert wurde, sollte von 6t Ehr auS einen Ausflug mit einigen Generalen und Abgeordneten unternehmen, Zur Abfahrt bereit, wurde der ZepreÜn gegen die Halle geschlendert, so bah die Hütte einen langen Rib erhielt. Die Zeppclinhutte ist nach dem .Echo deS Paris" ziemlich schwer beschäblgt. Das Blatt sagt daS Luftfchiff sei sür längere Zeit demoliert. Berlin. 13. Juli. Börsen st immungS- bi 1 d Die Meldung, bah durch Beschaffung ansehnlicher holländischer Kredite weitere Devisenankäufe zu Reparationszahlungen für das laufende (Jahr nicht mehr zu erfolgen haben, hat im Ausland zu einer ansehnlichen Erholung des Markkurses und in Deutschland zu einem empfindlichen Rückschlag geführt. An dem hochgetriebenen Devisenmarkt war das Geschäft bei dem allseitigen Angebot sehr nervös. Die schon am Vormittag eingetcetenen Kursabschläge vergröberten sich später noch. Die Rückwirkung hiervon ist auch schon eingetreten. Der sich gestern anbah- nenbe Rückschlag am Effektenmarkt trat in erneuten starken Kursrückgängen empfindlicher in Erscheinung. Bei dem nahezu allseitigen Angebot, bad hauptsächlich aus den Abgaben ber Börsenspekulation unb zum kleineren Teil aus Glatt- ftcllungcn beS Privatpublikums herrührte, kam es zu erneuten Rückgängen von burchschnittlich 5 bis 15 Prozent für einige bisher bevorzugte Papiere am Montan-, Schlffahrls- und Onbuftriemarft von 20—35 Prozent unb für Golbschmibt von 42 Prozent. Das Angebot war aber keineswegs brängenb unb fanb bei der vorhandenen geringen Aufnahmelust zwar zu wesentlich niedrigeren Kursen, aber doch glatt Aufnahme. Don den Kursrückgängen wurden alle Marktgebiete ziemlich gleich betroffen. Nur der Bankenmarkt erwies sich widerstandsfähig. Don den Rentenwerten bröckelten heimische Renten teilweise ab. SlwaS stärker waren wegen des DalulaumschwungeS Mexikaner rückgängig. In den zu Einheilskursen gehandelten Inbuslriewerten lagen heute zum ersten Male fett langer Zelt neben geringeren Kaufaufträgen als bisher starke DerkausSordreS deS Publikums vor, so bah auch hier die Kursrückgänge überwogen. Die Rückgänge für die zum Einheitskurs gebanbeiten Inbuflriewerte waren teilweise ganz wesentlich. Sonst aber vollzog sich infolge einer bei der amtlichen Festsetzung ber Devisenpreise etngctretenen erheblichen De- fefllgung auch eine Erholung in den Grotzver- kehrswerten. die auch den zuletzt notierten (Sln- Heitskurs-Inbustriewerten zugute kam. Frankfurt a. M., 13. Juli. Börsen- stlmmungSbilb. Die völlig überraschend gekommene Wendung von dem Abkommen eines Kredites mit einer holländisch-!nlernationalen Gruppe hat nicht nur auf dem Devisenmarkt, sondern auch an ber Ef ektenbörse einen Rückschlag herbeige,ührl. Die Zurückhaltung der Spekulation hat zum Teil bereits auf bas Publikum übergegriffen. Den Glattstellungen, die heute fortgesetzt wurden, sch'.otz sich ein Teil ber Dankkundschaft an. An ber Abendbörse trat wieder eine Derste»fung ber Devisen ein, woburch sich die Spekulation wieber veranlatzl sah, Deckungen vorzunehmen. Die Tenbenz war entschlebeen befestigt. Don Auslandswerten waren Goldmexikaner erholt 776, 778. Deutsche Petroleum 785 , 795. Im freien Derkehr sanden PH Holzmann zu 375, 378 Aufnahme, Neckarsulmer 364, Rhenanla 885. Auf dem Montanmarkt waren Phönix, Gelfenkirchen. Rheinstahl wieder fester. Desserüngen stellten sich auch In chemischen Aktien ein, Scheide- anftalt waren stark gefragt; 689.— 25 Proz höher. Höchster 339, 341, Elberfelder Farben behauptet. Elektrizltätswerte neigten ebenfalls nach oben. Schuckert 277 Schwach lagen aber Adlerwerke Kleher 300, Hirsch Kupfer 401. Auch am EinhetiS- markt traten teilweise Kurserhöhungen ein, doch blieb das Geschäst ruhtaer. Seilindustrie Wolsk blieb gesucht. ManSfelder Kuxe lebhafter 4900 4975. Der Schiech war befestigt. vehörtzliche Anzeigen Bekanntmachung. In unser GenossenschastSregister wurde heute Einsetragen: Gemeinnützige Baugenossenschaft Drohen-Linden, eingetragene Genossenschaft mit oe toi änfter Haftpf/echt in Trcchen-Linben. Gegenwand des Unternehmens ist die Beschaffung von Bauland und Errichtung von Wohnungen unter Deehinderung jeglicher Spekulation. Die Haftsumme ist auf 500 Mk. festgesetzt. Zum Dor- stände sind beftellt: 1. Garl Amend, Mühlen- 2. Georg Pfeifser. Stationsschaffner l R., ^Philipp Stengel, Lchlossermeister, 4. Heinrich Dwner, Kaufmann, 5. Heinrich Fischer, Architekt, 6. Wilhelm Watz, Küfer, alle in Grrchen-Linben wohnhaft. Die Satzung ist am 10. November 1920 fest gestellt. Die Bekanntmachungen erfolgen unter ber Firma der Genossenschaft im (Siebener Anzeiger Die Willenserklärungen des Vorstandes erfolaen durch zwei Mitglieder. Die Zeichnung geschieht, indem zwei Mitglieder bet Firma ihre Namensunterschrift beifügen. Die Einsicht der ListeJ>er Genossen ist während ber Dienststunden des Gerichts jedem gestattet. Giebeu, den 8. Juli 1921. 7768B Hessische- Amtsgericht. Die Gemeinde Grünberg beabstchtlgt einen Simmentaler Dutten auf dem Submissionswege zu verkaufen. Schriftliche Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind in verschlossenem Umschläge bis Montag den 18. d. Mtmittags 2 Uhr, wo sie in Gegenwart etwa erschienener Dieter im Rat- hauS eröffnet werden, bei der Bürgermeisterei ein- -ureichen. Dorherige Besichtigung ist geflattei. Brünberg, den 13. Juli 1921. Bürgermeisterei Grünberg. Ranft. Z795D Verdingung. Die Anlieferung ber Im Rechnungsjahr 1921 zur Unterhaltung der Ufer- und Flukbauwerke am helslfchen Teil ber unterhalb (Sichen ersorder» lichen 100 <>d'» Wasserbansteine soll In einem LoS lttfentttch vergehen werden. Die Bedlnguilgen sind bei Hess. Hochbauamt ©leben mährend der Tienftfiunben zur Einsicht offen gelegt, woselbst glich bie uorgeschriebenen An» 6ebok'iformnlnre abgegeben werben. hinsichtlich bet allgemelnenVertragSbeblngungen tölrb auf ble Mlnisterlalerlnüe vom 16. Juni 1893 nnb 24. Februnt 1911 vermiesen. _ ^^j'bvckvrechenberAusschrlsi vetseheneAngebote find biS Mittwoch den 3. August lsd. FS., vor- mittags 10'/, Udr. vottofrei bei ber »uterzeich- ueten Behörde einzureichen. Abgabe ber Bedingungen nach auswärts kann nicht erfolgen. IuschlagSsttü 3 Wochen. Main», den 27. Junt 192L Hess. Wassrrbanamt Maiuz. I. B.: Pabst. f7527nx Zwangsversteigerung. SamStagdenl 6. Juki, nachmittag- 2 Uhr, versteigere ich zwangsweise gegen Dar» Zahlung In Lang-DbnS am Rathaus einen Trumeauspiegel unb ein Sofa, einen zweitürigen Kleiderschrank und acht Hühner. Dersteigeruna voraussichtlich bestimmt. 7734 DerichtSvollziehet-Stellv. Stang. Sieben, Dammstr. 24 l. in ■ ■■ । Versteigerung. Freitag den 15. IuN, von 2 Uhr ab, versteigere ich Rooustrahe 18: 6 KleiderschrSnke (ein. und zweitürig), 8 Waschkommoden, 6 NachtschrSnke 6 Tische, 24 Stühle, 6 Bücherregale, 2 Spiegel' Gartenstühle und Gartentische, 4 Bettstellen mit Mattatzen unb oersch. andere. Versteigerung bestimmt. 09823 H.BcnncrlI.,?1uttionator,Krosdorf.Str.9 Don 11 Uhr ab Besichtigung erwünscht. Versteigerung. Meistbletenb gegen Barzahlung wirb am Samstag den 16. Juli b. 3., vormittags 8 Uhr, tüte größere Anzahl anSgesond. Kasernenqcräte top. im Durchgangslager (Stehen versteigert. 7721D RcichsvermögeuSamt. Nadelgrubenholz "id eingeschntttentnLängen von0.80btSvm u. 7-SOem Pttttenblirchmesser in gröberen Mengen franko Wagaoil für jetzt unb soater lieferbar »u kaufen gesucht. Wut Offenen mit PretSang. werden be- rucksicht. leUr. Weber, Halnroflhudl. .Straberg Brautschleier... . . von M. 60.00 Autoschleier.... . . von M. 48.00 Qesichtsschleier. . von M. 6.00 an In großer Auswahl Robert Haas Nachf. 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