. ' , . ■ . . Die -zteiajeregitiuiiy uuuj • u n g galt, fehlte jebe. oeffentlicf)reit Aufklärung schuldet. Wie steht Woher sollte sie auch ' Fall Langewin? WaS wird gderfttmmung. Die entscheidende Sitzung. die uns als Rest der Pariser Auseinanderalliierten und assoziierten Hauptmächte vorae men werde und nicht durch den Völkerbund. t im I tief* ant-1 Die Feiersitzung im Berliner Opernhaus, die kein vaterländisches Ereignis war. sondern 'sich als ein mäßiger parteipolitischer Propagandaversuch auswies, hat mitsamt den auch in einigen anderen Städten veranstalteten gleichartigen Versammlungen, in denen noch aufdringlicher die demokratische Werbetrommel gerührt wurde, einen unerwarteten Dachklang gehabt. Wie das Erwachen aus einem Rausch nimmt es sich aus, daß Herr Dr. Wirch, eben noch in Festeslaune, die Herren Lobe und Stresemann telegraphisch ES gibt in der Tat mancherlei, worüber die Reichsregierung auch der größeren alliierten und assoziierten Mächten obliegt. In Anbetracht der Lage OberschlesienS wird der Dölkerbundsrat gebeten, das Verlangen a l S linie felbft zu ziehen. Er habe sich im gälte Albaniens bereits geweigert. Vorschrift 20' . Aufschlag. f)aupi|d)riftleiter : ’Jlug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Ke.nhoid Ienz; für den Anzeigenteil: tzan» Geck, sämtlich in »itfeen. Die Einigkeit im Pariser Ministerrat. Paris. 12. Aug. (WTB.) Erst als Vriand dem eng'l chen Ministerpräsidenten Lloyd George mitteilte, daß der französische Ministerrat tec Qlnfitl ei. Zi geständnlssr über die Ssor ali lie nicht machen zu können, schlug Lloyd George vor, den Schiedsspruch tesDölkerbundsratsan- zurusen, um es nicht zu einem Druch der Entente kommen zu lassen, da die öffentliche Meinung der beiden ßänber dagegen auf daS Entschiedenste Stellung genommen hatte. Paris, 12. Aug. (WTV.) Heute abend 6 Llhr 30 wird rin neuer Ministerrat unter dem Vorsitz Millerands stattfinden. Ein Bruch der Entente? Paris, 12. Aug. (Wolfs.) 2'Oetore“ schreibt, ob zwar Lloyd George Lord Curzon und die englischen Sachverständigen in Paris zurücklasse, könne seine Abreise nicht verfehlen, als ein Abbruchder interalliierten Verhandlungen, ja vielleicht als ein Vruch der Entente gedeutet zu werden. Das Bstill sagt, das gestrige Mittagessen in Rambouillet sei stell verlaufen. Bei einem Spaziergang habe Millerand Lloyd George sein Bedauern über die Lage ausgesprochen. Lloyd George habe gesagt: ,3^ bin nach Berlin beruft, um mit ihnen den Ernst der politischen Lage zu erörtern. setzungen angekündigt wird. Vielleicht kommt auch diese Frage vor den Völkerbund. Wir Deutsche haben keinen Anlaß, die P a r i S. 12. Aug. (WTV.) Aus der Sitzung des Obersten Rates, in der heute vormittag die ilebertoeifung der oberschlesischen Frage an den Dölkerbundsrat beschlossen wurde, erklärte Lloyd George: Die englische Regierung sei mit dem Vorschlag Vriands einverstanden. Gestern abend hatte die englische und die italienische Delegation anerkannt, daß hierin die beste Lösung liege, dem Wochenrückblick. Der Veranstaltung Im Berliner Opern. A a t nahm heute vormittag folgende Resolution an: Der Oberste Rat beschloß, bevor er über die Grenzfestsetzung zwischen Deutschland und Polen auf Grund des Artikels 86 des tfrte» densvertrages entscheidet, die Schwierigkeiten, die bei der Festsetzung der Grenzen entstanden, dem Dölkerbundsrat zu unterbreiten. Der Oberste Rat wünscht ein Gutachten über die Grenzlinie zu hören, deren Destimmung den hause, die der Erinnerung an das zwei- zLhrige Bestehen der deutschen Deichsverfafsun Der Eindruck in London. London, 12. August. (Wolff.) „Daily Telegraph" zufolge hat die Nachricht, daß ein S t i l l st a n d in den Verhandlungen zwischen Großbritannien und Frankreich über Oberschlesien entstanden ist, in diplomatischen Krer» sen große Aeberraschung und Niedergeschlagenheit verursacht. Dem parlamentarischen Berichterstatter des Blattes zufolge ist gestern eine Mittellung von Lloyo George über die Verhandlungen des Obersten Rates in der oberschlesischen Frage hier troffen. Chamberlain berief darauf einige Mitglieder des Kabinetts zu einer Konstrenz zusammen, auf der das Schreiben Llohd Georges erörtert wurde. , Die „Times" schreiben über die Verhandlungen, man nähere sich einem Bru ch. 3n gut unterrichteten französischen Kreisen befurch e I zwei Stilen: Die De, Shrd ungderE ntente und den Zwang eines Vklnisterwech Frankreich. 3n feinem £eUartdeI erllarte Dar reich und England zu geben.^Da Llohd George und Vriand den Bruch vermeiden und sich ^ur Behandlung der Frage Zeit lasten wollten, hüllen sie vorgezogen, die offizielle Diskussion unter dem Vorwande abzubrechen, um später mit ruhigeren Köpfen die Verhandlungen wieder aufzunehmen. Die Schlußsitzung. Paris, 12. Aug. HavaS. Der Oberste Rat wird morgen seine Arbeiten beenden. In der Sitzung am Vormittag werde er, wie HavaS meldet, die Frage der nach Ober- schlesien zu entsendenden Verstärkungen regeln und ebenso die Frage der Aufhebung der wirtschaftlichen Sank- t i o n e n. Die in Paris verbliebenen englischen Delegierten werden am Sonntag nach England zurückkehren. Französische Prcsseftimmen. . werden, soll die Parteien zu gemeinsamer Arbeit zusammenführen. Aber die demokratische FeicrtagSpredigt des gegenwär- ttgen Reichskanzlers weckte nur gemischte Ge- fichle und keineswegs die besten Erinnerungen. Wo war denn der Glanz der beiden verflossenen Jahre? Hat daö Reich nicht ost die Führung wechseln müssen, und hat das neue i und aCtgeix, ob der Bruch der Entente endgul- parlamentarische System uns dabei nicht ost in bevorsteht. Dann tritt die deutsche Politik Tage dumpfer Verzweiflung gefühtt? Wie tnö ein Stadium über, das Männer wie Herr kläglich die Bildung einer sogenannten Mehr- <$-. Wirth und seine Mitarbeiter nicht mehr heitsregierung meist verkümmerte, davon ist bewältigen können. das Kabinett Wirth selbst der sprechendste X6ÄDruch And.,. Denn nach allem, was über die engUfd)-rran» bcn Vertreter der Vereinigten Staa- zöstschen Verhandlungen bisher verlautete, ist tcn beim Obersten Rate erflärte, es scheine ihm es doch Wohl ein Bruch im Einvernehmen immer mehr, daß diese Frage einen rein cur o- der verbündeten Länder, wenn Lloyd Ge- pzischen Charakter habe. Er beteiligte sich orqe unmutig die französische Hauptstadt ver- an der Debatte nicht weiter. Rach der Slbreife Wt unb bei den langen Anstrengungen, ^eü. > Lloyb ^a^^utben ^er^ngen^foti- Pariser Ereignisse etwa mit Freude zu begrüßen. Die VerschleppungStakttk der Franzo- son ist chnen einstweilen gelungen. Aber in der Gestaltung des neuen englisch-französischen VerhälMisses ist noch nicht aller Tage Abend, und die nächsten Tage und Wochen werden ob der Bruch der Entente endgül- Ersreulichelweise ist der Widerhall di^er > w e i s u n gje r°ber,chle NI 4™ Frage Ministerpräsident mit einer Sprache, die nicht mißzuverstehen ist, nach dem Zerwürfnis beantragte, bedeutet doch so viel, daß der Oberste Rat als unfähig zur Lösung einer wichtigen Friedensstage betrachtet wird und daß an seines Stelle ein Kollegium von enanni, oeu gienn uie ueue .zv— , Vertretern herangezogen wird, das in seiner 6treit Ein Ende zu machen, aber es handle sich »eint. Gesamtheit nicht so unmittelbar Von stegbe- ^cht um eine Meinungsverschiedenheit zwischen kurz rauschten Dittawren beherrscht ist. ES ist sehr Englund unb Frankreich. Die italienischen Sach- zu- charakteristisch, daß die Attikel 11 und 12 verständigen wie auch der japanische Delegiere des DölkerbundsstatutS, die in der Ent- feien derselben Ansicht, wie die englischen Sach- Krieg“, von einer möglichen Störung bei toMben^ab guten Einvernehmens zwischen den Nationen, England, indem es sich der Auffassung widersetze, von einer „entstehenden (Streitfrage, die zu ni$t aQein fte&e Die Schwierigkeiten rührten nicht einem Pruche führen könnte", die Rede ist. au$ 5er Frage an sich, sondern von der N e r v o - in der letzten örama* fität de r öffe " ' sehr dringend z u betrachten. In der Frage der Aburteilung der KrlegS- beschuldigten beschloß der Oberste Rat, die Justizbehörden der verschiedenen beteiligten Länder zu ersuchen, daß ihre Beamten, die den - , . , — _________ v, Verhandlungen vor dem Reichsgericht in Leipzig kommen, wie sollte eS frohe Gesichter foem französischen General Masterman, der beiwohnten, Vorschläge über die einzunehmende geben in dieser Zeit, die uns nur in ernste daS anstößige Benehmen seines Untergebenen Haltung machen. Die nächste Sitzung findet heute Sorge peinvolle Spannung und in unerquid- in Schutz nehmen möchte und in so herrischen vormittag halb- elf UhrAus der Tages- W politische ^ina^etiungen Sonnen W 12 lu^ Äj oVeVfU stellt? Statt einer Kanzlerrede, die sich mit den witett französischer Her- ^^t entschied, die oberschlesische Frage dem 6renn«nb«n Tagesjrag-N .Me ^f^erüng^n L° n^u? bAn auf die tragischen Iichalte und die Len Derhandlungen des Obersten Rates in Paris dieser Organisation zu der ©einigen gen heutigen und künftigen Geschehens pog)i. geftatlet e6 nunmehr unserer Regierung, die m a ch e n werde. Man einigte sich also offiziell Hütten wir ein Langes und Breites von Be- 6^er geübte Zurückhaltung aufzugeben und auf einen Schiedsspruch. Die alliierten juristischen lenntnlHen eines redseligen PatteipolitikerS, zu den Geschichtsverdrehungen des Herrn Sachverständigen beschäftigen sich jetzt damit, eine bei den Forderungen und Gefühlen der Volks- gesamtheit fremd gegenübersteht, well er mir den theoretischen Faden formaler, sehr anfechtbarer Grundsätze spinnt. Dabei handelte sichS um eine „Feier", die allzu aufdringlich der Volksbelehrung galt. Wenn Herr Dr. Wirth über diejenigen schalt, die sich dem Strom seiner Anschauung abseits halten itichlÄ etonc«» ®e?äCnL dn "er® dtcrilng I g'emeinfäm« Ziel zu "finden, lüchi daS De-IA-A oct der bellagten Kluft im Volke hinauszulaufen? ringste herauSgekvmmen ist. Die Ueber- Abutte g g cy ^g sonderbaren Dollsaufmunterung durch die Re-1 gterung in den Kreisen ihrer Widersacher nicht laut und lärmend. ES ist geltend zu machen, daß der Entwurf deS Herrn Hugo Preuß, wie er vor zwei Jahren von der Nationalversammlung angenommen worden ist, keineswegs das Idealblld einer Verfaf- fung darstellt, wie es dem politischen Cha-1 rakter des deutschen Volles angepaht erscheint. Zwei Jahre sind in jedem Falle gar zu f um eine Erinnerungsfeier zu rechtfertiaen, zu> mal in einer Zeit, die von erschütternden und ernüchternden SchicksalSschlägen erdröhnt. Die! geschichllichen Tatsachen der kurzen Spanne, mit denen daS DerfassungSwerk umwunden erscheint, sind doch auch allzu umstritten, und man darf eS offen sagen: zu unzulänglich und GedeÄe^^zu ^treuen ^n ^nem ^l 1 .^August I Lloyd George hat in der letzten drama- I ft t ä f de r° öffe n t'l ich en Meinung her. ^Iab^ 1919 aewiß kxi haben wir alle ttschen Sitzung als Anttagsteller darauf Wert Die Mehrheit des Obersten Rates habe sich einer nämlich, daß daS Chaos der RevoluttonS- tm Sinne der Vollerdulwssatzung eme svicye ngelegenheit voreinanderesTribu- monate sich allmählich Hätte und einer Er- Onttwtive zu ergreifen, daß ^vielmehr nur I { ,um zu einer Lösung zu gelangen. Nüchterung wich. Der demokrattsche Gedanke bestrebt sei, den endgülttgen Zerfall der En- Ser die Frage an den Völkerbund zu Var unS entschieden lieber als die Diktatur der tente nach Möglichkett zu verhindern. Der eng- Dertoetfeni fei nicht Sache einer, sondern der Ge- Soldaten- und Arbeiterräte und die parla- lische Staatsmann stellte erhobenen Tones sarntheit der im Obersten Rate vertretenen Machte, mentattsche Neuregelung versprach die Wie- Frankreich als halsstarrigen Eigenbrodler hin, Paris, 13. Aug. (WTB.) Wie. der „Ma- bertebr baTbtoegö georbnetet Zustände. Wir der sich der MehrheilSmeinung im Obersten meldet, wird Polen -lS Mrlglied des ^llen uns auch heute Dom Doden des da- Rate widersetzt habe. üUa “b «u' malö beschlossenen V-rs°ssungSw°r!-s keines- Ion der Fvtisetzung der Pariser Dera. 'ch -v ch- Setirüe gehoti \i Wegs entfernen. ES mag den Rahmen abgeben tungen unter der Teilnahme von Lord Curzon 2lufnahme eines der11 chen für einen allmählichen Wiederaufbau. Nicht an Stelle des abgereisten Llohd George darf I ^teme'rten toirZ> jedenfalls angenommen werden. Innerer Stteit und Zersplitterung führen uns man sich nicht viel versprechen. Die Englän- Das Blatt sagt, es sei nicht sicher, daß der weiter, sondern Einhett und Einigkeit, lieber der sind offenbar durch die Tatsache eines I Döllerbundsrat es übernehmen werde, die Grenz- den rätselhaften Sinn des von Herrn Dr. polnisch-französischen Geheim- Witth Lerührnten Verdienstes, „dem reinen Vertrages peinlich überrascht worden, und Pttnzip zur Form verholfen zu haben", wol-I fn der Gewitterschwüle der Konfliktstimmung Len wir nicht toCTter nachgrübeln. Wir er- nähert sich nun noch die düstere Wolke der blicken ein Verdienst darin, alle unnützen und sogenannten Sanktionsfragen. Es ist kaum am» gegenwärtig nicht zu lösenden Streitfragen in zunehmen, daß eine Entscheidung hierüber in unserer inneren Politik vorläufig zu begraben, der kurzen Schlußsitzung gefällt werden kann. Die ßöfung der wichtigen, sich heute jedermann aufdrängenden nationalen Probleme, die uns von außen her in den Weg gewälzt Samstag, 15. Augvst 1921 Lnnahmr MR Mnjri|d| für die lagesnummfr bt» gern Nachm ttaq vorher ohne jede Derdindlichdeit. Dreis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breit« örtlich 40 Pf., auswärts 50 Pf.: für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 180PI Bei Platz» Beweis. Die heuttge Methode verfasfungS- —*■**■—— mäßiger Bestallung unserer Kanzler und Mi-1 nister ist noch recht willkürlich uiw unvolllom- T)tC 00erschlesisa)^ tjTQ9^ ÖCTTt men. Gesinnungstüchtige Patteimänner habenI Völkerbund Überwiesen! .------ o . „ _ tn der Regel keineswegs schon das Zeug zum I m n r OTn_„rt frm,nx« \ ist »u einem Abkommen bereit; Brianv weigert sich' Staatsmann, und ihre Marschlinie steht zu Parts, 12. August. (Wolffs f Man ist I toorauf cBnanb gesagt habe: .3» gebe m dem r_i.r 1inf,r Qmnnn nnh 1 uberetngefonnnen, die oberschlesische! aach Entgegenkommen |o weit, wie ep unter Zwang u^ ^hiebung, em anzuschließen, was es für eine falsche Auslegung ansehe, dann könne man ihm nicht den Vorwurf machen, durch seine eigene Halsstarrigkeit die Krisenstimmung in Europa verlängett zu haben. Die französische Regierung scheine im voraus geneigt zu sein, sich dem Verdikt zu fügen, das der Völkerbund fällen werde, selbst, wenn dieses Verdikt nicht einstimmig, sondern mit Stimmenmehrheit abgegeben werde. DaS sei rip wesentlicher Punkt, der unterstrichen werden muffe. Das Blatt tritt für die Entscheidung durch ein, Mehrheit em. Frankreich könne ja, wenn es wolle, eine Art Obstruktion unternehmen. Das werde es aber nicht tun. Periina? lagt weiter, am zu einem Ergebnis in der Teilungsfrage za gelangen, hätten sich Lloyd George und Vriand übet eine Prozedur geeinigt, die über kurz oder lang die Ausgabe ihrer Standpunkte nach sich ziehen werde. Es sei verletzend, daß die Regie- r u n g von Peking, deren Autorität sich nur über einen kleinen Test des himmlischen Reiche- erstrecke, dazu beitragen solle, das Schicksal deS wichtigsten Bezirkes von Europa festzulegen. P a r i s , 12. Aug. (WTB ) Die Entscheidung , des Obersten Rates, die Lösung der oberschlesischen Frage dem Dölkerbundsrat zu überweisen, wird bon der Llbendpresse zum Teil sehr skeptisch ausgenommen. Zustimmung findet der Beschluß bis jetzt noch nicht. Auguste G a u D a i n sagt im .Zournal deS Debats". die hinkende Losung, auf die man sich geeinigt habe, sei ein Notbehelf, aber es sei die einzige Lösung, die einen Bruch habe verhindern können. IaqueS Bainville sagt in der „Biber 16 , ' hie Wahrheit müsse öar ausgesprochen werden, die sich aus der oberschlesischen Frage Dar ergeben habe: Frankreich ziehe hüh, England Hot. Heute morgen sei der Wpgen regelrecht stecken geblieben. Hm ihn wieder flott zu machen, hab«, man zum Spruch deS Völkerbundes gegriffen, das sei ein Verlegenheitsmittel Bainville hat Bedenken ob der Spruch deS Döllerbundes genügend Autorität besitze und wieviel Zeit der Bund brauchen werde, um ihn zu fäUtm Durch das Aushilfsmittel des Schiedsspruches hatten die Regierungen zwar das Gesicht gewahrt, aber die schlesische Wunde bleibe offen. Sehr kritisch verhält sich ter -Tem Ps". Frankreich habe zuaestimmt, dem Obersten Rat die, Lösung der oberschlesischen Frage zu entziehen auS Gründen ter äußeren Politik. Es habe einer ena- lifch-franzöfifchen Meinungsverschiedenheit eia Ente bereiten wollen. Das Blatt zweifelt eS an, daß der Völkerbund berechtigt sei, die Mission an» zunehmen, die ihm der Oberste Rat übertragen habe Das Blatt ist der Ansicht, daß ter Vertrag erfordere, daß die Teilung Oberschlesiens durch die „rGioT-t-n und assoziierten Hauptmächte vorgenom- Ht. 188 Erstes Blatt IN. Jahrgang Ver •itftcutr Spritzer Ä TT d Hi GietzenerAMger MW General-Anzeiger für Gberhefsen vnick Mir, Verlag: »riihl'Iche llmv.-vuch- e*ö Sleintzruckerel H. lange. S^riftletlniq, »e,chätl5tzell- und Praierel: rchu"tta»e 7. I gestern Landwirtschafr. toutbe, hielt sich auf dem Bahnsteig aut. wo der 3ug abfahren sollte. Lloyd George wurde vom Polizeipräsidenten begrüßt und unterhielt sich in feinem Waggon mit dem Chef des Pressedienstes Lord Riddel, der gleichfalls gekommen tvar, um ihn vor seiner Abreise zu begrüßen. Lloyd George fcat keinerlei Erklärung abgegeben und der Zag setzte sich pünktlich um 12 Uhr ohne Zwischenfall in Bewegung. Die Kartoffelernte bei Frankfurt. mc. Srantf urt a, Q2L. 12. Aug. Um fest- luflellen, waS an den Alarmnachrichten über die- chte Kartoffelernte ist, haben gefcrn nach« erschienen war, wurde zu 2000 Mk. Geldstrafe verurteilt. Bornotizen. — TageSkalender für SamStag "k"n‘ 8 älhr. Deutsch« MchtspieliHeater, wie _ Tageskalender für Sonntag: D- H Dieben, Jelsenkeller, 81,. Uhr vorm, Delegiertenverfammlung. 4 Uhr, 'Waldfest am Ludwigsbmnnen. — Felsenkeller, 3 Uhr Hauptversammlung des Oberhessischen Obstbaüvereins. Philofophenwald, 4 Uhr, Sommerfest des KriegervereinS. — Lichtspieltheater, wie gestern. — Der B. H. C., G i e V e n. veranstaltet anläßlich der Xagung der benachbarten Zugente gruppen heute, SamStag, 13. August, abends ° in der Turnhalle am Oswaldsgarten einen I Morgen, Sonntag, 14. 2Lug„ | Französffche Hotelerwerbung. spd. Griesheimb. Darmstadt, 11. Aug Das allen ehemaligen Besuchern des Truppenübungsplatzes wohlbekannte „H o t e Roth" ist von seinem jetzigen Besitzer an einen Franzosen verkauft worden. Der Kaufpreis beträgt angeblich 400 000 Mark Matt, man könne nur hoffen, dah der Ernst der Lage die «Staatsmänner Großbritanniens und TrankreichS zu eincr baldigen Lösung zwingen und ber Welt Gerechtigkeit und die Einigung der Alliierten erweisen werde. Aeußeruugeu der englischen Presse. Bonbon, 13. Aug. (WTD.) Alle Blätter befassen sich mit der dramatischen Wen - bn ng die die Pariser Verhandlungen über öt>exf$lefien genommen haben. Sie begrüben es, «v durch die Verweisung der oberschlesischen Frage an den Völkerbund der Bruch der En- tenie vermieden wurde und heben hervor, dah «eser Vorschlag von feiten Großbritanniens kam. »Pall Mall and ©lobe“ schreibt^ wenn Tvankceich durch einen Sondervertrag sein Schick- sUan eine Wacht fettete, die unstet in ihren Entschlüssen sei, wie das neue Polen, so müsse fA Frankreich auf die feste Weigerung seiner Alliierten gefaßt machen, sich in ein solches Unternehmen hineinziehen zu lassen. Wenn es sich erweisen sollte, hab Frankreich bereits in den Retzen der Geheimdiplomatie stecke, bann solle es Heber abseits von den.oberschlesischen Schwierigkeiten stehen und den anderen die Verantwortung Überlassen. Brände, fp. 2eustabta.S, 11. Aug. 3n Sondemau brannten am Dienstag zwei Wohnhäuser und drei mit Erntevorraten gefüllten Scheunen nieder. Das Schulhaus erlitt schwere Beschädigungen. fpd. Aus dem Elsaß, 12. Aug. Sin an« geheurer Waldbrand, der im Lutterbacher WaDe ausgebrochen war, hat die ganzen OBalb- bestände zwischen Lutterbach und Reichweiler ergriffen. Während des Brandes explodierte bte nod) im Walde Herumliegende und vorn Krieg her- rührende Munition. Der Schaden ist außerprbent» lich grob. Die Aussprache beim Reichskanzler. Berlin, 12. Qlug. (WTB.) Beim Reichskanzler sand heute eine eingehende Aussprache über die gesamtpolitische Lage statt, an welcher, wie schon mitgeteilt, der Reichstags- Präsident L ö b e und der stellvertretende Vorsitzende des Reichstagsausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Müller-Franken, teilnah- men. Die Besprechung wird morgen mit Strese- m a n n, dem Vorsitzenden des Reichstagsausschus» s^ für auswärtige Angelegenheiten, der inzwischen in Berlin eingetroffen sein wird, wieder aufgenommen. Der Gegenstand der heutigen Aussprache war bei der Erörterung der auswärtigen Politik insbesondere die oberschlesische Frage. Der Reichskanzler legte den Ausgangs- Punkt, die Richtung und das Ziel seiner Politik mit allen Konsequenzen bar. Auch die Steuerpolitik, die für die Leistungen Deutschlands grundlegend ist, war der Gegenstand eingehender Würdigung. Ebenso wurde die für die deutsche Leistungsfähigkeit und das deutsche Budget bedeutungsvolle Frage der Lohn- und Gehaltsempfänger erörtert. Ueber den Zeitpunkt des Zusammentritts des ReichstagsauS- chusses .für auswärtige Angelegenheiten konnte begreiflicherweise Endgültiges noch nicht festgesetzt werden. Die Beratung der Ainanzminifter. Paris, 12. Aug. (WTB.) Die Beratung der F i n a n z m i n i st e r galt in der gestrigen Rachmtttagssihung dem Abrechnungsstand vom 1. Mai für die verschiedenen Länder, die an der des Rheinlandes teilnebmen. Ferner beschäftigten sich die Sachverständigen mit der Frage der D e s e h u n g s k o st e n, schließlich mit der Frage, wie die deutschen Schahbonds verkauft werden können und in welcher Weise die deutschen Zahlungen verteilt werden sollen. Die Beratung wurde heute vormittag 11 Uhr weiter fortgesetzt, und zwar vorerst durch die Sachverständigen, da erst für nachmittags 3 Uhr eine Vollsitzung der Konferenz in Aussicht genommen war. Eine deutsch-polnische Aussöhnung. Kattowitz, 12. August. Maßgebende Vertreter der deutschen und der polnischen Partei haben auf Einladung der letzteren am Freitag in einer etngeheillren Besprechung die Möglichkeit erwogen, auf das oberschlesische Volk einzuwirken, um die tief- bedauerlichen Auswüchse der letzten -Zeit zu beseitigen und insbesondere die Beruhigung des Volkes im Hinblick auf die bevorstehende Entscheidung zu erreichen. In den nächsten Tagen werden beide Parteien einen entsprechenden Aufruf veröffentlichen. - , ßanbregen geht feit Mittwoch nieder. J3r hat das Erdreich, besonders auf lockerem Boden bereits in einer Tiefe von 15—20 Ztm burdjfeudjtet. Hoffentlich hält er noch einige Zeit «L our viele Kulturen kam er noch zur rechten Zett So besonders für die Spätkartoffeln auf lehmigem Boden, die noch nicht abgestorben waren. Diese haben eine schone dunkelgrüne Farbe angenommen. Auch die Aussichten für eine er- gtebigere Dickwurzernte bestem sich. Wenn diesen tHl -Aeterschlägen weitere folgen, wirb hoffentlich auch die Entwickelung der Spätgemüse besser werden. Die verschiedenen Kohlarten sind ja wohl durch Ungeziefer, wie Erdflöhe und Blattläuse, arg mitgenommen, aber ein genügend durchfeuchteter Boden bewirkt auch hier Wunder. Die Hvff- I iTUrnien Eine, wenn auch geringe Dohnenernte beleben sich auch, denn viele Stöcke sind noch grün- diese treiben jetzt noch frische Triebe und könnten bei emtretenbem warmen Wetter noch Erträge I bringen. Die Gartenarbeiten, welche durch die lange Trockenheit und bas viele Giehen zurück sind, müssen mit allen Kräften gefordert werden, ^m wichtigsten ist es, die Pflanzungen durch Hacken zu lockern, damit sich die Feuchtigkeit länger im Boden hält. Iedes Stückchen Land, wel- abgeerntet ist, kann noch mit Aussicht auf Erfolg frisch mit Grünkohl, Spinat, Feldsalat, Endivien usw. bestellt werben. Jedenfalls gelingt es bann den Bemühungen unserer Gartenbesitzer und Landwirte, den hiesigen Markt besser mit Gemüse Su versorgen, als es in letzter Zeit bei Fall war. ** Personalnachrichten. Ernannt tourbc am 2. April 1921 der Studienrat an der Realschule und dem Proghmnasium in Al- zeh, Heinrich Mi schier, zum Studienratan dem Lanügraf-Ludwigs-Ghmnasium in G i e - ßen. — Uebertragen wurde am 6. August der Lehrerin Else F r ö h l i ch zu Eberstadt. Kreis Darmstadt, eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Friedberg, der Lehrerin Elisabeth ?bo^lter zu Friedberg eine Lehrerinstelle an der Volksschule zu Gberstadt. Kreis Darmstadt. Die Abreise Lloyd Georges. 22-.?119- (.Wolff.) HavaS meldet, daß die D e r w et jung ber vberschlesischen Frage an den Völkerbund auf britische 3 n t- tiatiöe h i n erfolgte, die von der japanischen und der italienischen Abordnung unterstützt worden ist. Die Sitzung des Obersten Rates ist um elf Mr eröffnet worden. Lloyd George bat bat Quay d'Orsay um 11 Uhr 45 Minuten verkästen und sich nach dem Rordbahnhof begeben um nach London adzureisen Paris, 12. Aug. (Wolff.) Havas. Lloyd George Ätw{— rm:—*— — - fgjIufTeÄ der benachbarten Zugenogruppen ;u einem mit anschließende Deffchtigung des Museums. statt. Den Schluß vieler Tagung bildet ein von nachmittags 4 Uhr ab am LudwigS- brunnen statt indendes Waldfest. Btt ungültiger -Witterung gemütliches Zusammensein Tn der Tum- halle. Landkreis Gießen. __ -^Rödgen, 13. Aug. Am Donnerstag veröffentlichten wir eine Rotiz, wonach der Gemeinderat beschlosten haben soll, die diesjährige Kir- mesausfallenzu lasten. Wie uns heute mitgeteilt wird, kam dieser Plan im Gemeinderat wohl zur Sprache: ein Beschluß wurde i-doch nicht gefaßt. Kreis Kriedberg. & Kerfl’ 12r?Ufl- In her gestrigen S t a v t v e r o r d n e t e n s l h u n g . die wegen Beurlaubung des Bürgermeisters durch den Dei- - geordneten Kühn geleitet wurde, lehnte die Der- sammlung ab, einen Teil des Reinertrags des Xinderhilfstages an den Kreis abzuführen. Der Erste Stemm- und Ringklub" erhielt auf fein suchen einen Ehrenpreis von 100 Mk. — Zur Wanderausstellung des .Wetterauer Dienenzüch- terverems wurde eine Beihilfe von 200 Mk. ae- ?le, bDn Öer ®tabtDerorbnetenoerfamm- a%Cnen, ®Zbööun9en der städtischen Bnbrauchsabgaben sind von dem Ministerium nt7t ,Ln der vvrgeschlagenen Höhe genehmigt und für Wein und Schaumwein ganz abqe- l^nt toorben: es soll deshalb noch einmal bei dem Ministerium Einspruch erhoben werben. - <$u Mitgliedern des landwirtschaftlichen 2luS- schusses wurden Zoh. Wilh Loth und der bisherige seldschütz Lebeau gewählt. — Sem Schloh- ofannarz wird die Grasnuyung in dem städtischen Burggarten für 50 Mk. überlassen. - §^^?Ävertrag mit Dr. Megerle über städti- m ™c-b genehmigt. - Zu Beisitzern im städtischen Mletetnigungsamt werden Real- l5^aum "ad Zugführer i. R, Trapp aewahtt — Für einen Koch- und AähkursuS in Ladtischen grauenschule sollen hinfort statt 102 Mk. 150 Mk. bewilligt werden. — Der an die Srauenschule gewährte Vorschuß von 5000 Mk ist zuruckerstattet worden. — Gegen den Plan, die "En Abortanlagen in der Volksschule durch das tadtische Gas- und Wasserwerk ausführen zu wssen, hatten die hiesigen ZnstallationSfirmen Einspruch erhoben: da der Voranschlag der 3n- 43 000 ™ und der des Gaswerkes r ^trägt, soll die Arbeit doch vom städtischen Gaswerk auSgeführt werden. .. * Bad-Aauheim, 12 Aug. Bis zum 11. August betrug der ©cfamtbefud) 36 074 Äur- gafte und Passanten. Starkenburg und Rheinhefferr. Die Offenbacher Milchversormmg. spd. Offenbach. 12. Aug. Die Stadt- veroibnetenverfammlung beschloß zur Durchführung ber M i l chverf orgu ng die Errichtung einer Gesellschaft m b. H Die Geielllchgf.' besteht aus dem Milchhändlerverein und der Stadt- veiwallung. Von einer Staffelung des Milch- Preises nach dem Einkommen will Ynan Abstand nehmen. Raubmord. _ ** Hegezeit für Feldhühner und O as aneu. Der Aufgang der Hühnerjagd ist in sämtlichen Kreisen des Landes auf Montag den 15. August festgesetzt. Die Hegezeit für Fasanen hat keine Abkürzung erfahren. Äe Jagd auf Fasanen beginnt daher erst am 16. September d. I. "Die Ortssatzung über die Er- Hebung einer Fremdenabgabe in der Stadt Giehen ist im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes veröffentlicht. Das Finanzamt ist wegen Umzug „W estminster Gazette" schreibt, die Oberschlesische Frage sei ein akutes Beispiel der verschiedenen Geistesverfassung, mit ber die Engländer und die Franzosen an eine ganze Gruppe bon Fragen, die sich aus dem Frtedensvertrag er» & herangetreten seien. Es handele sich hier ob die französische Theorie der gewaltsamen Zerstückelung Deutschlands Dder hie britische Tbeorie der Erzielung einer Trieblidjen Regelung durch Versöhnung die Oberhand gewinnen sollen. Dies sei ebenso in der Frage ber Sanktionen am Rhein, wie in ber oberschlesischen Frage zu erwägen. Frank- Teich werde die Unterstützung ber *20eit nicht erhalten bei seinem Ver- fuch, Deutschland zu seiner eigenen Sicherheit zu zerstören. Es riskiere, daß es sich in einer isolierten Minderheit einem überlegene Feinde gegenüber befinde, den es so geplagt habe, daß eine Versöhnung ausgeschlossen London. 12. Aug. (Wolff.) Der Stillstand in den Pariser Verhandlungen über Oberschlesien unb die bevorstehende Abreise Lloyd Georges nach London haben, wie die Blätter melden^ hier großes Auffehen erregt Die gesamte Pressih bespricht etngehend die Lage. . t -Daily Expreß" meldet aus Paris, baß sowohl Lloyd George als auch Briand ihre Karten auf den Tisch gelegt hätten. Briand habe Lloyd George über die militärischen, finanziellen und industriellen Abmachungen Frankreichs mit Polen unterrichtet und erklärt, er könne den Engländern keinen Zoll Boden nachgeben, ohne vorher die französische Kammer zusammenberufen zu haben. Der diplomatische Berichterstatter des »Daily Telegraph" erllärt, am Mittwoch «benb frbeine Briand eine ernste Mitteilung vom Präsidenten der Republik «hallen au haben, die dazu geführt habe, bah Briand Lloyd George erflärte, daß Frankreich den brittschen Standpunkt nicht annehmen könne. 3n Anbetracht dieser Haltung Driands bestehe der ' starke Verdacht, daß als Ergebnis eines Mei- lliungSaustausches zwischen den Oberhäuptern -Frankreichs und Polens schon seit einigen Mo- i ^aten gewisse wirtschaftliche und vielleicht auch j •ierttoriale Verpflichtungen Frankreichs gegen- 1 über Polen beständen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 13. Aug. 1921. Die neuen Brotpreise für Giehen. Die Städtische Lebensmitteldeputation hat die Preise für das auf Brotmarken abzugebende Brot und die Brötchen wie folgt festgesetzt: 1-Pfund-Laib Mk. 1 70, 2-Pfund-Laib Mk. 3.40, 3-Pfund°Laib ML 5,—, 4-Pfund-Laib Mk. 6,70, Brötchen zu 50 Gramm 20 Pf. das Stück. Diese Preise treten am 15. August 1921 in xraft und gelten für auf die Brotmarken für die 34. und die folgenden Wochen entnommenen Back- toaren Die wöchentliche Brotmenge beträgt in ber 34. Woche 1850 Gramm. _ Die auf Brotmarken abzugebenden Backwaren müssen mit dem Buchstaben „K“ gezeichnet sein. Die Bäcker-Innung von Gießen macht zu ben neuen Brotpreisen bekannt, daß von ihren Mitgliedern laut QRitteilung des Lebensmittelamtes auf Brotmarken ber 33. Woche und auf altere Marken vom 15. ds. Mts. ab keinerlei Back- waren mehr verabfolgt werden bürfen. Zwei neue Zuge auf der Strecke Giehen—Grünberg. Don Montag ab werden auf der Strecke Gießen-Grunbtrg bis auf weiteres zwei neue Personenzüge eingelegt: Dießen ab 10,20 vorm.. Grünberg an 11.04. Grünberg ab 1,37 mittags, Gießen an 2,20. Wettervoraussage für Sonntag: weitere Aufheiterung. Regenschauer nicht ausgeschlossen, nordwestliche Winde, nachts kühl. Den nach Aordosten abziehenden Tiefs, die mit ihren OluSLäufern noch unsere Wetterlage beeinflussen, folgt von Aordwesten her hoher Druck so daß wir mit weiterer Aufheiterung rechnen dürfen. Die gefttige Diederschlagsmenge betrug in Gießen 9.3 Millimeter, in Darmstadt 12 und in Lauterbach 11 Millimeter 2!us dem befehlen Gebiet. Frankreich kamt keine Wahrheiten vertrage«., Mainz, 12. August. (WTB.) On WieS- Tumballe. Dord-Anlage, baden hat die Ortsgruppe der d e u t s ch n a - l Albend des D. H. E. — *1 ?• "ri1 e nJP a r te i eine Versammlung mit politischer Tagesordnung abgehalten, ohne diese Versammlung vorher den Delegierten der interalliierten Rheinlandkommission anzumelden, wie dies Vorschrift ist. Zn der Der-. sammlung machte der Referent Bemerkungen, — welche die BesayungSbehörde als B e l e i d t - a u n g e n gegenüber Frankreich auffahte. Der Vorsitzende und der Geschäftsführer der Ver- r sammlung wurden vor das Kriegsgericht STuk* ffl mtge anmuten vor 12 älhr au, | heil ,u einem Jahr ®efängm8 unö 12000 2M. UÄÄ Aus Hessen. Der neue Direktor der Gießeuer Universttäts. bibliochek. Die „Darmstädter Zellung" veröffentlicht in ihrer Ar. 187 vom 12. August nunmehr folgende Richtigstellung. Wir behallen uns vor, auf diese Wendung der Dinge noch zurückzukommen. , t Da rmfta d t, 12. Aug. Wie auS B echen» ’ keim (Rheinhessen) gemeldet wird, ist ber . Z5jabnge Landwirt Braun im Bett tot auf- gesunden worden. Es liegt Raubmord vor Sin Verdachliger wurde verhaftet. Derhandlunge« im Duchbrnckerstreik. Mainz. 12. Aug. (Wolff.) Zum Vuch- : dr ucker streik wird gemeldet: 3n Wiesbaden sanden gestern auf Veranlassung ber Regierung Besprechungen zwischen Vertretern der Druckereien und der Gehilfen statt, bei denen oon Regierungsseite vorgeschlagen wurde, daß btc 21^0611 io fort wieder aufgenommen und biä zur Entscheidung des Tarifamts emc von ben Regierungsvertretern festzusetzende ? nrI5nU4tg t Vesahungszulage gezahll werden solle. Wahrend der Sitzung traf jedoch eine tele graphische Einladung zu einer am SamStag vor- inittag nach Berlin etnberufenen Sitzung des Larifamts ein. an der von beiden Seiten ein Der- treter aus Mainz teilnehmen soll. 3n dieser ©iljung des Tarifamts wird sofort und für beide Telle endgültig entschieden. Man nimmt daher an. oab sofort nach der Entscheidung des Tarifamts die Arbeit wieder ausgenommen wird. Die als Aotblatt von ben vier bürgerlich en Zeitungen herausaegebene »Gemeinsame Zeitung" ist seit gestern nicht mehr erschienen. Die schwarze Schmach. rm. Darmstadt. 12. Aug. (Sin neuer Ueberfaü an einer 50jährigen schwe kranken Frau durch Marokkaner wird durch einen hiesigen Arzt gemeldet. Danach ließ sich vor wenigen Tagen die schwer rückenmarkleidende Frau von ihren Angehörigen in den Tannenwald fahren und lagerte dort (auf neutralem Gebie f). Um die Mittagszeit waren die erwachsenen Söhne nach Hause gegangen und die Frau blieb mit zwei kleineren Kindern allein, als sie vlöhlich aut ihrem Schlummer erwachend, sich zwei Marokkanern (die doch dort sicher nichts zu suchen hatten) gegenüber sah. Während der eine den alleren Zungen unter Angebot von Schokolade usw zur Seite führte, stellte der andere Bursche an die zu tot erschrockene Frau unsittliche Anforderungen, so dah sie mit dem kleineren Enkelkinde laut aufschrie. Wahrscheinlich dadurch aufmerksam gemacht, entzog sich der ältere Zunge dem anderen Marokkaner und eilte zurück, worauf die beiden Teufel verschwanden. Der Zustand der 5tau hat sich nunmehr bedeutend verschlimmert Aach der weiteren Mitteilung des Arztes ist die Polizei sosott benachrichtigt worden, doch wird bedauert, dah die Oeffentlichkeit nicht benachrichtigt und gewarnt wurde. „Die in unserer Rümmer vom 9. August unter dieser Aeberschrist gebrachte Mitteilung verweist im Texte darauf, daß sie nicht amtlichen Charakter ttägt, sondern auf einer Dach- richt „aus akademischen Kreisen" fußt; insbesondere hat das Landesamt für das Dilbungs- wesen, dem oder dessen Leiter die „Darmstädter Zeitung" nicht untersteht, erst nachträglich von dem betteffenden Arttkel Kenntnis erhalten. Der Herr Präsident des Landesamtes hat uns daraufhin ungesäumt darüber aufgeklärt, dah die uns zugegangene Nachricht eine ganze Reihe irriger Angaben enthalte, und daß er die Veröffenllichung in unserem Blatte besonders im Interesse des an i seinem Platze wohlverdienten Oberbibloche- karS Professor Dr. Heuser bedauert. Zu unserer Rechtfertigung dürfen wir übrigens wohl — abgesehen davon, daß es sich um eine Rottz im nichtamtlichen Teil handelt — hervorheben, dah diese ganze unerquickliche Polemik über die Siebener Uni- versitätSbibliothekSPersonalien nicht ent- standen wäre, wenn nicht die Rechtspresse auch diesen Anlah, wie schon so manchen anderen, wieder zu taktlosen, Persönlichen Angriffen benutzt hätte. Rur dadurch, dah der neuernannte Direktor D r. Ebel zugunsten des Herrn Dr. Heuser herabgesetzt wurde, kam des letzteren Qla- "st m die Oeffentlichkeit. ------------- Wldug Gleichwohl stehen wrr nicht an, auch un- vom 15. bis 20. August d. Zs. vollständig ge- sererseitS unser Bedauern über die Veröffent- schloffen. Ad 22. August d. Zs. befinden sich die lichung der Rotiz in bet vorliegenden in ber Allen Klinik (ßiebigftr. 16) Fassungzum Ausdruck zu bringen.“ Obergef ürM*tü* lezimal-1. Iittenwiaqei [011107 empfiehlt Karl Bcknd4L Neuenw. 42- hast bei 8T»4 Kein Laden Mein Gaben 98-138 138-198 198-ats 248-298 298-375 375-440 440-520 4— 5 Woch. alt 5— 7 n n 7—9 » 9-10 „ 11-13 , 18—16 , 16-18 „ , 18-20 , Spiclplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 14. Aug., abend« 7 übt: Die 'Sobtme. Montag. 15.; Martha Dienstag. 16.: Jpbtgente auf Tauris. Mittwoch 17 : Martha. Donnerstag. 18.: Einmaliges Tanz- Gastspiel von Mary Wigman. Freitag, 19. Der Troubadour. SamStag, 20.: Die Bohöme. Sonn- tag 21, adendS 7 Uhr: Der fliegende Holländer Mc'ntag. 22 . Der letzte „OBaUcr DienStag. 2^ Die ZauberflSte. Mittwoch, 24.: Die FledermaaS — Schauspielhaus. Sonntag, 14 Aug., abends Zy3 Uhr: Der Traum ein Leben. Montag 15 Robert und Bertram. DienStag. 16.. Sei Traum ein Leben. Mittwoch, 17.: 21lt-Frankfurt ! Donnerstag, 18.: WaS ihr wollt! Freitag. 19 Maria Stuart. SamStag, 20.: Der Traum ctr Leben Sonntag, 21., abends X Uhr: Der König der dunklen Kammer. Montag, 22.: All-Frank- furt. Dienstag. 23 : Haus Herzenstod Mittwoch I 24.: Der Traum ein Leben. BUD. S«A« Zchuhmachermekster, Ederltratze 5. 11UM Spezialgeschäft für weis für seine hohe Spielstärke. Das Vorspiel in Koblenz gewann 1900 knapp 2:1 Die Gäst« Ferkel fürMäfter,Züchter und Händler v.besterZucht.schnellwüch- sine Rasse, lanflneftretfte, breitbuckiTiere.die beiten Reparaturen gut und preiswert. en er Frankfurt en angerichtet. Schornsteine wurden von den Dächern gerissen und Baugerüste niedergeworfen. Drohe Derheerungen richtete der Sturm in den I Anlagen der Isar und im englischen ©arten an. | Telegraphen- und Zernsprechleitungen w irDen gestört. Gin Kampf mit Zigeunern. fpd. Bruchhausen (Wests.), 12. Aug. Als der Landwirt Leonhardt von seiner Miese di- Pferde einer Zigeunerbande sorttreiben wollte, fielen die Zigeuner über ihn her und verletzten ihn durch ^arlenschläge aus dem Kop» lebensgefährlich. Sein Sohn, der dem Baier zu Hilfe eilte, wurde mit Dedolverschüssen empfangen und durch einen Kopfschutz augenblicklich getötet Bei der Bersolgung der Dand- wurde ein Zigeuner erschossen, ein anderer schwer 1 verwundet. Der Rest wurde verhaftet. die durch die Weimarer Dativnalversammlung nachträglich beftätigt worden ist, verboten. Alle Bemühungen des Konditorenverbandes. diese sie schwer schädigende Verordnung wenigstens etwas zu mildern, sind bis jetzt vergeblich gewesen. Die Konditoren wiesen darauf hin, datz sie in einer Dotlage gehandelt hätten, da sie diese leicht verderblichen Waren tags vorher nicht fertlg- fldlen lassen tonnten und das Sonn- und Feier- tagspublikum gerade diese Waren verlange, allein das Gericht war nicht in der Lage, ihrem Anträge auf Freisprechung nachkvmmen zu können da eS an die gegebenen Bestimmungen gebunden ist, otme deren Zweckmäßigkeit prüfen zu dürfen. 3toei Konditoren wurden daher zu ie 30 Mark Geldstrafe verurteilt, während ein dritter frei- gesprochen wurde, da seine Behauptung, seine Leute hätten ohne sein Wissen und gegen seinen Willen am Himmelfahrttage die geringfügige" Arbeiten vorgenommen, von diesen eidlich di (tätigt wurde. Ein Pferdehändler aus Oberläufen KreiS Ufingen, der aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde, hat im Dachsommer 1920 einem hiesigen 3igarrenfabrifanten Waren im Werte von etwa 400 Mark aus geschwindelt, weShalb er 4 Wochen Gefängnis erhält. Dachstehender Fall möge allen Nahrung S- mittel- und insbesondere Milchsälschern zur Warnung dienen. Am 23. März L HS. wurde bei der Johann Ludwig Philipp Ehefrau in Watzenborn im Augenblick der Milchabllefe- rung eine Bollmllchprvbe erhoben die bei der chemischen Untersuchung nur einen Fettgehalt von gredfcOamfcßttBt ein rollet«, jugeadlnschei Antlitz und einen zarten, blendend «chOneu Teint. Allee dies erzengt die echte beete Unmmlldudft w. Bern»*«■ d» C^, BtdebetI. Kirche und Schule. — Die hessische Landesvereinigung des Deutschen Evangel. Ge- miel and Vpart. - B.s.R Koblenz 06 Liga- Gietz en - . 1900 Liga. Dieses Spiel findet morgen Sonn- Prozent ^g nachmittag 4.30 llbr auf dem Platz an der deS GefamtfetteS entzogen worden war. Da die I Hardt flau. Der Gietzener 6.6.1900 eröffnet Angeklagte nach threr eigenen Angabe die Kühe hiermit seine Futzballsaison gegen einen Vcretn melkt und die Milch besorgt, erhielt sic toegen ber mit seinem Jutzballlönnen tn seiner Setmat Milchfälschung einen Strafbefehl über 500 Mark an erster Stelle steht. 11. a. schnitt Koblenz 06 Geldstrafe. Hiermit war sie jedoch nicht zufrieden, I gegen den Ruhrgaumeister Dortmund 95 4 » sondern legte (Einspruch dagegen ein und behaup- Lutzerst günsttg ab und lieferte damit einen Betete heute, die Milch habe etwa i 3 biS 3 4 Stun-1 weis für feine hohe Spielstärke. Das Voriptel den gestanden, infolge davon sei der grbtzte Teil l in Koblenz gewann 1900 knapp 2:1 Die Gäst» des Aahms nach oben gezogen und verschiedenen I treten in folgender Aufstellung an: Leuten, die vor der Ätlnahmc der Mllchprvbe I Walterich MUch erhalten hätten, verabfolgt worden. 'DeS- I Schiel Marmann halb habe der MUchrest, von dem die Probe ent- I Magnus Lehn Braun nommen worden sei, einen so geringen Fettgehalt I Deinand Müller Brühl Tollisy Göiz gehabt. Das Gericht lieh sich auf diese leere Der hiesige ®lub stellt seine bewährte Mannschaft. Ausrede nicht ein, sondern verurtellte die 2ln- die tn der Verteidigung durch Umstellung ein gellagte wegen Betrugs und wegen Milch- neues starkes Rückgrat besitzt. (Weiteres sieh« s ä l s ch u n g zu einem Monat Gefängnis und 10001 Inserat.) Mark Geldstrafe, bzw. im Falle der Atchtzahlung Am Vormittag um 9.30 Uhr steigt dann noch zu weiteren 200 Tagen Gefängnis. SS betonte in das Endspiel der Diplvmrunde deS Bez. Dietzen- der Urteilsbegründung, datz die Angellagte nicht Wetzlar: etwa zufällig, sondern offenbar auS schnöder Ge- i F. E. Oberndorf—5. 6. Wetzlar 4. winnsucht vorsätzlich und planmätzig die Mllch ent- Zu berichtigen ist noch, wie unS mitgeteill rahmt babc. Gin solches Vorgehen müffe unter wird, datz in dem ebenfalls morgen ftattflnbenben den heutig.'n Te hältn.f en, bei der heutigen Milch- Spiel Pfalz Ludwiashafen—V. s. B. Gletzen der not und bei den heutigen Milchpreisen al- ein berühmte Mittelspieler Dollond n t ch t mitspiell. Verbrechen an der Gesundheit unserer D. wirkt vielmehr am gleichen Tage bei V f. A. an sich schon so schwer nolleldenden und unter-1 Mannheim gegen Eintracht Frankfurt a. M mit ernährten städtischen Bevölkerung, insbesondere der Kranken und der Kinder bezeichnet und deshalb auf das schwerste geahndet werden Wer heute Mllch verfälsche, habe nicht da- Aecht, aus eine gelinde Strafe zu rechnen, es muffe vielmehr! mit ben schärfsten entehrenden Freiheitsstrafen einem derartigen f cham- und gewissenlosen Treiben entgegengetreten werden, da Geldstrafen allein bei der heutigen Geldentwertung und den Vei-mögensverhältnlssen vieler Fälscher keine abschreckende Wirkung hätten. Derartige Fälscher müssen an den Pranger gestellt werden, weshalb wir auch entgegen unserer sonstigen Gewohnheit den Flamen deS Verurteilten veröffentlichen. Die- wird In Zukunft bei allen Nahrungsmittel- und Mllchfälfchern geschehen. bereifet man vottelfhast mH Gühsioff Ulan k-s eine H .pdcfung für 75 pf. in */i Ziter warm« Dassers auf und verwendet diese LSsung wie Zucker. Süßstc-ss schmeckt vSM- rein, Ifl billig und bekömmlich. drbiltUd) in Rolonialrroren-, D'vgenhandlua-e» und Loothekm. Achtung! Berkause Montag von n Ubr an am „^cHcn- fefler*, Babnbosftratze HDQfigonlDelfilrant, Bottiant, 3iDieütia, griffe Hüffen, Solat- ubö killlnlllvgllllen. Frau Frosch Televbon 10S1. sl)11102 Fässer. Kaufe Schmalzfäffer, Oelfaffer jeder Art. Verkaufe Weinfässer von 20-10001 Inhalt | D. Desoi, Fakgrohhan'olnng, Frankinrt a. UN., Fernsprecher Hcinia —Wer erfindet?-« Die Industrie sucht Er- fl idun^en. Anreguntr zum Erfinden in uns. Broschüre mit Gutschein über 20 Mk. umsonst. 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Braun nach langem, schwerem Leiden im 31. Lebensjahre zu sich zu rufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Seipp I. Altbürgermeister Braun Familie Lehrer W. Brau Familie Heinrich Braun Familie Lehrer Hans Braun Familie Karl Seipp. Allererste Weinflrma mit großen Kellereien und eigenem Weinbergbesitz sucht für den Bezirk Gießen seriösen, besteingeführten Herrn als Vertreter gegen hohe Provision und Bureauzuschuß. Feinste Privat- und Hotelkundschaft bereits vorhanden. Gefl. ausführliche Offerten mit Aufgabe von Referenzen unter K. C. 2658 an Rudolf Mosse, Köln erbeten. [8843ss Tüchtig. Alleinmädchen sür besseren Haushalt (2 Pers.» nach Frankfurt a. M. gesucht. Schr. Angebote unter 8066 an den Gießener Anzeiger erbet. Aeltere unabhängige Stan oder Mulein zur Führung mein. Haushaltes ges. Og. 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Denn ide ^ltwn sch Arbeitskräfte schwebten Rüdiger ideale andere schien als diejenige, die in Wollenriet dre abredet, datz auch Rüdiger sich, falls ihm die Ml! die RrbeUs rg W»zirmut in und um trauernde Witwe spielte! Dache ebenso, lukrativ, wie Dlomberg erschien, an Plane vor. Es gab in uno (Rachdruck verboten.) 28. Fortsetzung. berechtigt, als Dewertungsgrundlage den gemeinen Wert oder die Gestehungskosten zu wählen. trauernde Witwe spielte! Es war ein harter Schlag gewesen, nicht nur für sein Herz, sondern auch für feine Ehrbegriffe Selbst wenn seine Liebe für Magelone hundertmal tiefer gewesen wäre, hätte er ihr dies heuchlerische Lügenspiel nie vergeben können. Ruch lehnte sein korrekter Sinn sich gegen den Ort aus, an dem seiner Meinung nach eine vornehm empfindende Dame überhaupt nicht hingehörte. teüunfl1^ 8bl/ Kommunion. 9: Hochamt m. Pr 11: Hl. Messe m. Pr. Rachm. 2: Festandacht m Wollenriet, seit der Bauernstand immer mehr herab kam und man in den Dachauer Gewerken mit Dorliebe billige Arbeiter von auswärts her- Die Rothersteins. Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1919 by Greiner & Somp., Berlin W 30. Das Programm war also angenommen und wurde ausgesührt. Leider — oder gottlob? Rüdiger wuhte es heute noch nicht. Rur das wusste er: das) es bei ihm viel gekostet hatte. Einen holden Traum, der jäh zer- frört wurde, seinen Glauben an das Weib und Has Vertrauen, das er bisher in seine Menschenkenntnis gesetzt hatte. 3rt einem mit grobem Luxus aus gestatteten und bis auf das letzte Plätzchen gefüllten Variete ioar es gewesen, wo ihm die Binde von den Augen und eine auskeimende, kaum sich selbst noch eingestandene Liede aus dem Herzen gerissen wurde. Sie waren erst lange nach Beginn der Bor- Heilung eingetreten, und eine Kupletsängerin in sehr luftiger Toilette gab eben Lieder zum befrei) die an Zweideutigkeit nichts zu wünschen übrig Lehen. älnd hier muhte sein vor Entsetzen förmlich starr werdender Blick diejenige erblicken, der seine schwärmerischen und deinen Gefühle gehörten! Magelone in einer hochmodernen, ziemlich exzentrischen Toilette von blahblauer Gaze, neben der als sehr lebenslustig bekannten Baronin Eeller und Edith Ruhland, umgeben von Offizieren, unter denen sich auch Zdenko Wendloh befand. Magelone, die hier selbst die äutzeren, durch die Konventenz gebotenen Zeichen der Trauer ab- Landkreis Gießen. is. Steinbach. 12. Aug. Unsere seit 190'4 bestehende Was »erleitung mutzte schon einige Jahre nach ihrer Erbauung erweitert werden, Dj sie den Wasserbedarf der Gemeinde tm Sommer nicht deckte. Durch die anhaltende Trockenheit Weder Anneliese noch Carola würden ein Vergnügen daran gefunden haben, sich in einer Prater-Varieteloge dem Sonntage Publikum zur Schau zu stellen. Don Edith Ruhland wunderte es ihn nicht. Sie hatte immer einen gewissen Stolz darein gesetzt, für .hochmodern" und »vorurteilslos" zu gelten. »Gleiches Recht für Mann und Frau" lautete ihre Devise, über die Frau Ruhland grotzen Kummer empfand. Schliehlich war Fräulein Ruhland als Millionenerbin und Bürgerliche ja auch viel unabhängiger als eine Gräfin Rotherstein . Rüdigers erster Impuls war gewesen, vor Magelone hinzu treten. Aber er war so verstört und aufgeregt, dah er sich nicht die nötige Besonnenheit du traute, einen Eklat unter allen Umständen zu vermeiden. So verabschiedete er sich nur hastig von ‘Blomberg, sagte, datz er müde sei und schärfte ihm ein, gegen niemand, wer immer es sei, von seiner Anwesenheit zu sprechen, was Blomberg, einigermaßen erstaunt, denn auch versprach. .Aber vergib nicht, mich morgen um neun sifrr abzuholen, Daeit ich dich mit Uta Herren Aus Stadt und Land. Gietzen, den 13. Aug. 1921. * ErsüllungderDetreide-Um- lagePslicht. Erzeugern, die ihre Lieferpflicht voll erfüllt habssn, wird aufAnt rag von dem Kommunalverband eine Bescheinigung ausgestellt, dah sie ihrer Verpflichtung nachgekommen und in der Verfügung über den Rest ihres Getreides unbeschränkt sind, mit dem Hinweis, dah eine Derfütterung von Brotgetreide oder Brotgetreidemehl gemäh 8 43 des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide vom 21. Juni 1921 (RGBl. S. 737) nach wie vor verboten ist. Er. 188 Zweites Blatt dessen Geschäften beteiligen solle. Diese Geschäfte hielten dann Rüdiger noch einige Tage in Wien fest. Aber er suchte Wage- lone nicht mehr auf, die glaubte, datz er, wie anfänglich bestimmt, schon am Montag nach Grafenegg zurückgekehrt sei. Als er dann wirklich zurückkehrte, hatte er den Entschlutz gefaßt, die ganze Sache auch Rla- gelone gegenüber totzuschweigen. Gin offener Bruch mit ihr hätte ja nichts geändert an den Tatsachen, und nur den Unfrieden in der Familie vermehrt, der ihm oft schon peinlich genug zum Dewutztsem gekommen war. x Er warf sich also ganz auf die Arbeit mb bemühte sich — zu vergessen. Sein Plan, einen Teil des zu Grasen egg gehörigen Waldvesttzes zu opfern, das wertvolle Holz an die Export- Gesellschaft zu verkaufen und zur Verwertung des Restes eine Holzstoff-Fabrik zu errichten, gab ihm dazu die beste Gelegenheit. Er hoffte in dieser Weise mit Hilft des Bargeldes, das ihm die Gesellschaft zahlen wurde, -nicht nur baß Darlehen zu tilgen, baä sem Datei auf den Ebreicher Forst aufgenommen hatte, und diesen zu retten, sondern auch noch Mittel genug, zu behalten, um den Fabrikdetried instand zu setzen. Alle Derhältnisfe waren diesem Plan günfrig. Es gab Wasserkraft, günstiges Terram und sogar schon ein vorhandenes Gebäude, eine au>- aelaDene Papiermühle, die sich leicht für den n^en betrieb umgestalten lietz. Allerdings ge- tzücle ste den Ruhlands, .Ader ste desaü nur Katholische Gemeinde. Samstag, 13. Aug.. nachm. 5 u. abdS. 8 Uhr. Gelegenh. z. hl. Beichte. - Sonntag. 14. Aug. 13 Sonntag nach Pfingsten. Dorrn. 6»,: Gelegenh z hl. Deichte. 7: Hl. Messe. 8: Austeilung d hl Kommunion. 9: Hochamt m. Pr. 11 Hl. Messe m Pr. Rachm. 2: Andacht. 3: ZunglingS-Kon- gregation. 31/2: Hausangestellten-Berein. _ haben die Quellen wieder lo nachgelassen, datz eine regelrecht Versorgung nicht mehr möglich ist. Da die Heruellung der iScmeinbcbrunnen gröber» Kosten verursachen und auch diese sehe niedrigen WcMerstand haben, befchlotz der G.'meinDe.at, bi» Wasserleitung nochmals zu cctocitcr 1. Unterhalb unseres Ortes, an der ©trabe nach Ribach. liegen starke Quellen in geringer Tic e, wc ch in - Sommer für die ganze Gemeinde das @.ci uxtflcr in Gärten und Felder lieferten und immer gleich tarf laufen. Diese sollen nunmehr der Leitung zugeführt werden. Die Entfernung i'i nicht zu grotz und die Kosten dürften sich lohnen. Die Vorarbeiten sind im Gange. Der Anschluß wird »öffentlich recht bald bewersttelligt, denn es mutz mmer noch mit einem weiteren ©inten des Wasserstandes gerechnet werden. Der Beschlutz des Ge» rneinderates findet in unserer Gemeinde allgemein« Anerkennung. Starkenburg und Nheinstessen. rm. Rimbach i. Odenw., 11. Aug. An einem Bahnübergang, der ebenso tote die übrigen ohne Schranken ist, und der schon wiederholt der Schauplatz von Unglücksfällen war, ist ein Zigeunerfuhrwerk überfahren worden, wobei verschiedene Personen schwer verletzt, auch eine getötet wurde. Unter» suchung ist, eingeleitet. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. ©ornitag. 14. August. 12. n. Trinitatis. 3n der © tadtkirche. Dorrn. 8 Uhr, zugl. Christenl f. d Reukonftrmterten a. d. Warkus- gemeinde: Pft. Becker. 9>/=: Pfarrassist. Ramge. — Montag, 15. Aug., abds. 8: Dereinigung d ton- firmierten weidl. Jugend d. Martusgemeinde. - Donnerstag, 18. Aug., abds. 8: Zusammenkunft d Frauenvereins d. Martusgemeinde. — 3n der ZohanneSkirche. Dorrn. 8 Uhr, zugl. Christenlehre f. d. Reukonfirmierten a. d. Zo- hannesgemeinde: Pfr. Ausfeld. 9>/,: Pfarrassist. Müller. Abds. 8: Bibelbesprechung im Zohannes- saal: Pfarrassist. Ramge. 14 Aug. Wieseck. Dorrn. i/210: Kirchweihegottesdienst (Kinderchor). - Opfer für die Innere Mission — Sonntag, 14. Aug., norm. 10: Kirchberg. 11: Christenlehre f. d. weidl. Jugend. — Dorrn. 10: Kindergottesdienst Lollar. - Vachm. iy8: Saubringen. — Rachm. I1/,: Mainzlar. KreiS Büdingen« —/— Ortenberg, 12. Aug. Einer der bekanntesten Männer des öffentlichen Leben- in hiesiger Gegend wurde heute unter grober Beteiligung aus allen Gemeinden des AmtSgerichts- bezirks Ortenberg zu Grabe getragen, Justiz- bureauinspektor Karl Heuhenröder. Der Ortsgeistliche führte am Grabe noch einmal auß, was der Verstorbene seiner Familie, dem Staate, seinen Kollegen und Untergebenen, den verschiedenen Vereinen, der evangelischen Kirche und Kirchengemeinde und ihm selbst gewesen ist. Es sprachen ferner und legten prachtvolle Kränze am Grabe nieder: der Kirchenvorstand, das Amtsgericht Ortenberg, Krieger-, Turnverein und D. H C. der Verein mittlerer Iustizbeamten, Bezirk Riddä und Gietzen, Oberamtsrichter Dr. Fuhr für sämtliche Richter, die dienstlich mit dem Der- storbenen zu tun hatten. Sin Chor des Kirchen- gesangvereins schlotz die Trauerfeier. -Die Stelle wird durch Inspektor Knapp weiter versehen. + Ortenberg, 12. Aug. Für eine würdige Ehrung der Gefallenen unserer Stadt in unserer Kirche veranstaltete der Kirchenvorfrand durch Kriegskameraden der Gesallenen eine HauS- fammlung, die bis jetzt 6000,50 Mk. einbrachte. Es ist eine schone Gedenktafel vorgesehen, die unter Beratung durch den Hessischen Denkmalpfleger .Professor Walde entworfen und her- gestellt werden soll. nun, — — -------, , , . Volksbildung zu dieser Frage stellt. Em Vater hatte sich nämlich auf Grund des Art. 145 der Reichsverfassung geweigert, Lernmittel für seine Kinder zu beschaffen. Daraufhin erteilte der genannte Minister auf eine Anfrage der zuständigen Regierung den Bescheid, datz diese D e r • fafsungsbestimmung erst geltendes Rechtwerde.wennein Ausführungsgesetz dazu ergangen sei. Hierzu gehörten vor allem auch Bestimmungen über die Kosten dafür und deren Verteilung auf Reich, Länder und Gemeinden. Bis dahin verbleibt es bei dem bestehenden Recht, wonach die Beschaffung der notwendigen Lernmittel in erster Linie eine Pflicht der Eltern oder ihrer gesetzlichen Vertret e r sei. Rur im Falle des Unvermögens hät- anzog Wie schön wäre eS, dieser Rot adzuhelfen, diesen Armen Arbett zu geben, mit ihnen gemeinsam zu beiberfeiligem Vorteil zu arbeiten! Papa hatte ihm ja freie Hand gegeben. E) tonnte also leinen Plan wohl ausführen. In der Tat hatten die Vorarbeiten zur Ausführung seines Planes ihn bisher so in Atem gehalten- datz er wenig Zeit fand, an anderes zu denken Aber nun hatten Dos blaue Augen alles wieder aufgerührt in ihm. Er hatte die Grenzen des Parkes längst überschritten und wanderte stundenlang ohne bestimmtes Zier herum, bis er sich zufällig vor jener alten Papiermühle befand die er in eine Holzstoff-Fabrik umwandeln wollte Erst das führte seine Gedanken wieder in die Wirllichkeit zurück. Er betrachtete das noch gut erhaltene Gebäude, das gegenwärtig als Magazin benutzt wurde, mit kritischem Blick und fand, datz die Kosten der Umtoanblung verhältniSmätzig gering sein würden. Gleich morgen wollte er lup mit Ruhland über den Ankauf ins Einvernehmen setzen und dann sofort mit den Arbeiten beginnen lassen Vorher aber mutzte er natürlich mit Papa sprechen. Dies sollte noch denselben Abend geschehen. Mit diesem Entschlutz trat er den Heimweg an Sein Vorsatz in bezug aus Do war Der» asleL. (Fortsetzung folgte Gemätz den programmatischen Ausführungen bei Reichskanzlers Dr. Wirth vom 6. Juli d. I. hat die Regierung nunmehr in kurzen Umriffen die Entwürfe zu den neuen Steuergesetzen charakterisiert. Cs find 15 an der Zahl, von denen die Entwürfe über die Zuckersteuer, die Sutzstofs- steuer und das Branntweinmonopol bereits tm Frühjahr bekannt waren. Die neuen Steuern sol- .....- . - --- . _ - ,. len der Regierung bekanntlich in der Hauptsache banke eines allgemeinen Rvtopsers m Zukunft bie Mittel sür die Bezahlung der »Repa- aufgegeben werden soll. Die Regierung hat sich rationen“ schassen. Der augenblicklich cinge- ben Schwächen des bestehenden Reichsnotopfeis fchlagene Kreditweg ist natürlich auf die Dauer „icht verschlietzen können, die darin bestehen, dan nicht zu beschreiten. Gegenwärtig ist nur der in- Wertminderungen des einmal veranlagten Der- nere Etat gedeckt. Zum größten Teil ohne Del- mögens nur unzulänglich berücksichtigt werden tung ist der ausserordentliche Etat, während der I fönnen, während neugebildete Vermögen über^ ReparationSetal überhaupt noch keine finanzielle I nicht erfassbar waren. Man will daher Grundlage hat Die »Reparationen" erfordern be- ^biglich bas Gesetz über die beschleunigte Er- kanntlich jährlich 3,3 Milliarden Goldmark, von ^ung bes Reicl-snotopftrs vom Dezember V.Z. denen 2 Milliarden feste Leistungen unb 1’Thl- Kut Ausführung bringen, im übrigen aber an die Kurden variable Leistungen darstellen. In Papier- Stelle des Restbetrages des Reichsnotopfers eine marf lässt sich diese Summe schwer auSdrücken laufende Vermögenssteuer setzen, die in Zeitabba man damit rechnet, datz ein erheblicher Teil jAntttcn von 3 zu 3 Jahren zu veranlagen ist btder Leistungen in Sachwerten aufzubringen ist, unb Steuersätze bis zu 1 Prozent enthält. Hierzu über deren Vergütung man bis jetzt noch kein allerdings ein vorübergehender Zuschlag tre- " n°“:-----:f‘ Xi ten und zwar auf die Dauer von 15 Jahren, dem die physischen Personen mit 300 Prozent und bie nicht physischen mit 150 Prozent unterliegen. Ausgesprochene Absicht des Gesetzgebers ist es, den Druck auf das Betriebs- und Grundvermögen zu steigern, selbst auf die Gefahr hin, datz durch die Vermögenssteuer und den Zuschlag in vielen Fällen ein Eingriff in die Dermögenssubstanz erforderlich wird. Im letzteren Falle soll allerdings in schonender Weise vorgegangen werden: indem es der Entschliehung des Steuerpflichtigen überlassen bleibt, in welcher Weise er seine Steuerlast abbürden will. Grundlage der Wertermittlung ist der gemeine Wert auf Grund der Reichs- Heiden zuletzt genannten Steuern eine ganz ungeheure Belastung der deutschen Wirtschaft bar- ■fr eilen, eine Belastung, wie man sie in normalen Zeiten auf keinen Fall hingenommen haben würde. Es läht sich eben auch kein anderer Grund zur Rechtfertigung gerade dieser Steuern heranziehen, als die grohe finanzielle Rot, in der sich das Reich befxnbet und der man in irgendeiner Weise Herr zu werden wünscht. Die Ergiebigkeit dieser Steuern ist auherordentlich grob, der Ertrag der Umtob,fr euer wird ebenso hoch wie der der Einkommensteuer, d. h. mit 12 Milliarden Mark jährlich veranschlagt. Durch die Erhöhung der Kohlensteuern um 10 Prozent verteuert sich die Tonne Kohle um rund 25 Mk. Dadurch kann der Ertrag der Kohlensteuer, die augenblicklich etwa 6 Milliarden jährlich einbringt, auf 9 Milliarden Mk. . gesteigert werden. Diejenige Kategorie von Steuern, die ein ganz besonderes Interesse erweckt, ist die Besitzbesteuerung. Man hat nach dieser Richtung Börse und Erwerbsgesellschaften sind ebenfalls mit neuen Steuern bedacht worden. Das kommende Kapital-VerkehrS st euer- g e s e tz wird zu einer vollkommenen Zerschlagung des bestehenden Reichsstempelgesetzes führen Aus diesem werden die Rennwettsteuer, die Kraft- fahrzeugsteuex und die Dersicherungssteuer herausgenommen und zu besonderen Steuergesetzen ausgestaltet, natürlich unter gleichzeitiger erheblicher Steigerung der bestehenden Sätze. Das Kapital-DerkehrSsteuergesetz hat zum Gegenstand alle Vorgänge, die der Kapitalbildung dienen. Insbesondere ist eine Erhöhung des Gründungs- stempels der Aktiengesellschaften von 5 auf 7°/o vorgesehen. Es ist flar, dah eine verschärfte 'Beteuerung des Besitzes nicht an den Börsensteuern dd rüber geben kann. Sv ist eine Erhöhung der Börsenumsahst euer von 3 auf 6 pro Mille in Aussicht genommen. Ferner ist die Möglichkeit einer Devisenbesteuerung gegeben, die aber erst Platz greifen soll, wenn es die wirtschafttichen Verhältnisse für angezeigt erscheinen lassen. Die Erwerbsgesellschaften werden durch die Erhöhung der Körperschaftssteuer auf 30 Prozent getroffen. Mit Rücksicht darauf, dah die Körperschaftssteuer eine Doppelsteuer darstellt will der Gesetzgeber eine Milderung dadurch herbeiführen, dah das Dividendeneinkommen nicht so scharf wie bisher herangezogen wird. __ Unentgeltlichkeit der Lern- mittel in den Volks- und Fortbildungsschulen. Rach Art. 145 der Reichsver- fassung sollen der älnterricht und die Lernmittel in den Volks- und Fortbildungsschulen unentgeltlich sein. Dementsprechend hatte die hiesige 11. S. P. in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag gestellt, die Lernmittel in den genannten Schulen unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Dieser Antrag, der von Der S. P. D. unterstützt wurde, wurde namenttich auf das 'Betreiben der der Versammlung angehörenden Lehrer ab- gelehnt. Diese waren einstimmig aus pädagogischen Gründen dagegen, weil die Kinder erfah- rungsgemäh die unentgeltlich geliefert t e n Lernmittel weniger gut behandelten, als die auf eigene Kosten angeschafften. Abgesehen hiervon erhalten die Kinder bedürftiger 5a- milien — als solche gelten ohne weiteres alle dir, die ein Einkommen von weniger als 6000 Mk. haben — die Lernmittel schon ohnedies unentgeltlich. Ein Antrag des Stadtv. Simon, der demnächst den Finanzausschuh beschästigen wird, geht dahin, diese Summe auf 10 000 Mk. zu erhöhen., Die Mehrheit ging bei ihrer ablehnenden Haltung von dem Standpunkt aus, dah das Reich, falls eS derartige Bestimmungen treffe, auch d i e hierzu erforderlichen Mittel zur “ fügung stellen möge. Interessant ist tote sich der pr euhische Minister für Die neuen Steuern werden auf jeden Fall einen geradezu ungeheuerlichen Druck auf die Wirtsckülft ausüben. Dabei soll gerne zugestanden werden, dah die Regierung bei Ausstellung ihres Programms bemüht war, die Lasten nach Mög- lichteit tragbar zu machen und eine gleich- mäßige 'Bcrlcilung auf den Wiitschaftskörper her- beizuführen. Ob die Steuern in der Tat tragbar darüber läht sich heute noch kein Urteil —.1, darüber steht der Praxis das letzte Wort zu. Eine andere Frage ist, ob die Regierung mit den neuen Steuern ihren gesamten Gelobedars decken kann oder nicht. Rach dieser Richtung liegen allerdings berechtigte Zweifel vor, wenn man sich vergegenwärtigt, dah der durchschnittliche Bedarf der nächsten Jahre sich um 100 Milliarden Mark herum bewegen wird. Man wird daher gut tun, wenn man sich vor Ueberraschungen schützen will, dem letzten Satze der Regierungserklärung besondere Beachtung zu schenken, in dem es heiht, dah die Frage, ob und wie weit noch auf anderem Wege als dem der Besteuerung der Besitz zu den Lasten des Reiches heranzuziehen sei, noch der eingehendsten Prüfung des Kabinetts 6efl^a t b o L Gottesdienst, 14 Aug. Lich norm. y«8, nachm. V, 3. —_ -öu ng en, vorm 1/10 — 15. Aug. (Mariae Himmelfahrt). Lich vorm. 10, nachm. HS. — Hu n g e n, norm. 8 Uhr hm mit einem vollkommenen Umbau des bisher geltenden Systems zu rechnen. Das Haupt- und Kernstück der Desitzbesteuerung wird danach in Zukunft eine Vermögenssteuer bilden, die durch ein Vermögenszuwachsfreuergeseh und das einen vorübergehenden Eharakle^ tragende Gesetz über Die Abgabe vom Vermögens-mwachs aus der Rachkriegszeit ergänzt wird. Man könnte dies. letztere Gesetz vielleicht als das Rotopfer der I strch, da Rachttiegsgewinne bezeichnen, während der^Ge- | abgeben, worden. Bei den neuen Steuern handelt es sich, darüber kann kein Zweifel sein, um die Ausschöpfung der letzten Reserven der deutschen Wirtschaft. Der ungeheure Druck, der infolge der Teuerung auf Den einzelnen wirtschaftenden Personen lastet, wird durch die Steuer um ein Vielfaches verstärkt. Welche Wirkungen ein derartiger Steuerdruck schliehlich auf die Wirtschaft haben wird, läht sich kaum ahnen. Die neuen Steuern verteilen sich auf den Verbrauch, den Aufwand, den Verkehr und den Besitz. Die Regierung ist be- w H_____________ müht gewesen, dem Grundsatz einer »ausgleichen- abgabenordnung. Es wird jedoch eine verschiedene den steuerlichen Gerechtigkeit" Rechnung zu tra- -Dewertungsgrundlage für Sach- und Geldkapi- gen in der Weise, bah die ©efamtbelafrung durch ta(tcn oorgefeben deren Grundsätze vom Finanz- Grefte Steuern im Gleichgewicht steht Wieweit Minister nach Anhörung verschiedener Stellen er- ihr das gelingen wird, läht sich heute noch nicht Ia^en werden und die sich nach Dem jeweiligen überleben. Dazu muh man erst abtoarten, wie sich Mertfrand der Mark richten. In diesen Dorschrif- die einzelnen Steuern, die ja samt und sonders I |en die besondere steuerliche Behandlung der noch einer eingehenden ‘Beratung bedürfen, in sogenannten Sachwerte, Deren Berechtigung Davon die Wirklichkeit umsehen werden. hergeleitet wird, Dah tatsächlich Das Sachver- Zunächst kommt also ein Ausbau der Ber - mögen nicht wie Das Kapitalvermögen Der Abbrauchs steuern in Betracht. Man ist in Die- wärtsbewegung Der Mark folgt. Wie ,ch°n cefag. wird Ä-upM-de- bte gegebenen Steuersätze einfach um ein Viel- Besihsteuer in Doppelter Werfe ergänzt. Einmal faches zu steigern. Diese Steigerungen sinD teil-1 ist eine Vermögenszuwachs st euer ge- toeife ganz auherorDentlicher Ratur. Der Satz Der plant, Die an die Stelle Des ®eID- unD Besih- Zi-ckersteuer wirD etwa um das siebenfache erhöht, steuergeseheS zu treten bat Die GrunDsähe Der das Branntweinmonopol rechnet mit 5mal höheren Bewertung sind dieselben wie bei der Vermögens- Heftolitereinnahmen. Bier und Leuchtmittel toer- ((CUer; freigelassen sind Vermögen, Die nicht mehr den um Das vierfache erhöht währenD man sich ^ls 100 000 Mk. betragen unD ein Zuwachs, Der bei Den Zündwaren und Dem Mineralwasser mit 25 000 Mk. nicht übersteigt. Die Steuersätze be- einer Verdoppelung begnügt. Die Erhöhung der wegen söch zwischen 1 und 10 Prozent. Eine Zolle betrifft in der Hauptsache Waren, die ungleich höhere Belastung ist dem allerdings nur einem LuxusbedürsniS dienen. SS ist beabsichtigt, einmal zu veranlagenden Vermögenszuwachs aus den Zoll für Kaffee um 70 Mk. auf 200 Mk. jub>er Rachkriegszeit zugedacht, der zwischen 5 und steigern. Die neuen tragenden Pfeiler des Sy- 30 Prozent opfern soll. Hier bleiben Vermögen fremd der indirekten Besteuerung werden in Zu- 200 000 Mk., ebenso ein Zuwachs von nicht Linst Die Umsatz fr euer und die Kohlen- mehr als 100 000 Mk. unberücksichtigt. Bei diesem freuet sein. Die Umsatzsteuer soll von IV2 Pro- Gesetz ist eine doppelte Bewertungsgrundlage vor- zent auf 3 Prozent gesteigert, d. h. also verdoppelt gesehen während Kapttalvermögen und umlauwerden, während die Kohlensteuer von 20 auf s^ndes 'Betriebskapital nach dem gemeinen Wert 30 Prozent des Werte« erhöht werden soll unter angeseht werden sollen, ist für Grundvermögen gleichzeitiger Ermächtigung des Reichs!inanzmi- ^d stehendes Betriebskapital der Steuerpflichtige nistetS, vorübergehend eine Ermähigung auf 25 Prozent eintreten zu lassen. Man hofft jedenfalls mtt Hilfe dieser Einschränkung denjenigen Steinkohlenrevieren in Deutschland, die eine geringere Kohle produzieren, und den Braunkohlenrevieren eine Erleichterung zu gewähren. Heber die Behandlung der HauSorandkohle ist in der amtlichen LegierungSerllärung noch nichts gesagt, doch ist anzunehmen, dah in diesem Punkte noch eine Sonderbehandlung eintreten wird. Es unterliegt feinem Zweifel, dah gerade die Verschärfung der Behördliche Anzeigen folgt festgesetzt: wie l-Pfund-Laib Mk. 1.70 1,70, Preis für 3- und steigt. Aufenthalt werden. § 3. Die Abgabe täglichen den oder die den oder die den oder die den oder die den oder die den oder die des Preise- steigt die Der' Oberbürgermeister: Keller. 88188 88300 Zacheis. (8868c 7854P Satzung ist nicht über- für für 2 3 3.40 5.- Tag Tag Tag Tag Tag Tag Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. für für für für § 7. Die Aufsicht über 4. Verkauf von Brennholz. Die Abgabe erfolgt in beliebigen Mengen von V2 Zentner an vom Lag ' ‘ ~ " stratze täglich Ausführungsvorschriften nicht berührt. Gießen, den 10. August 1921 Gießen, den 13. August 1921. Telegraphen-Dauamt. Bekanntmachung. Die am 1. Juli Ifb. Zs. fällig gewesenen Zinsen können noch in den ersten acht Tagen ohne Kosten bezahlt werden. Eine besondere Aufforderung erfolgt nicht. Gießen, den 12. August 1921. Dezirkssparkasse Gießen Llebernachtung. ‘ Mir jede weitere Mark Abgabe um 10 Pf. Gießen, den 11. August 1921. 1 Der Oberbürgermeister. (Lebensmittelamt und Brennstoff amt.) Der Plan über die Herstellung einer unterirdischen Telegraphenlinie in Sich (Oberhessen) liegt bei dem Postamt in Lich (Oberhessen) von leutc ab 4 Wochen aus. 4 „ 6.70. Brötchen zu 50 Gramm 20 Pfg. das Stück Diese Preise treten am 15. August 1921 in Kraft gelten für auf die Brotmarken für die 34. und die folgenden Wochen entnommenen Backwaren. Dir wöchentliche Brotmenge beträgt in der. 34. Woche 1850 Gramm. 5täöt. Lebensmtttelamt Warenausgabe für die Woche vom 15—21. August 1921. Dicht rechtzeitig abgeholte Ware verfällt. Ortssahung Aber die Erhebung einer Fremdenabgabe in der Stadt Giehen. Auf Grund des Art. 199 St. O. wird auf Deschluh der Stadtverordneten-Bersammlung vom 19. April und 29. Juli 1921 nach Begutachtung durch den Kreisausschuß und mit Genehmigung des Ministeriums des Annern vom 4. Juni 1921 zu Ar. M d. 9.15 883 für den Bezirk der Stadt Gießen das Folgende bestimmt: § 1. Wer gewerbsmäßig Zimmer oder Wohnungen in Hotels, Gasthöfen, Gasthäusern, Wirtschaften, Pensionen, Privathäusern utw. an Personen zu vorübergehendem Aufenthalt vermietet, hat eine Abgabe an die Stadtkasse zu entrichten. Vorübergehend im Sinne dieser der Aufenthalt, wenn er 3 Monate polizeilichen Vorschriften über die Fremde werden durch vorstehende 8836B Bullenverkauf. Die Gemeinde Ruttershausen beabsichttgt einen etten Bullen zu verkaufen. Schriftliche Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis Dienstag den 16. August nachmittags 3 Uhr bei der unter- zeichneten Bürgermeisterei einzureichen. Ruttershausen, den 12. August 1921. ,MTD Bürgermeisterei Ruttershausen: KUnkel. Uebernachtung, über 3 Ml.: 20 ^lebernachtung, über 3—4 Mk.: 30 Uebernachtung, über 4—5 Ml.. 40 Uebernachtung, über 5—6 Mk.: 50 Uebernachtung, über 6-7 Mk.: 60 NWckkMfMiikiiWW Die noch rückständigen Beittäge zur Krankenkasse und Invalidenversicherung für den Monat Juni 1921 können noch bis zum 31. ds. Mts ohne Kosten bezahlt werden. Nach Mrlauf dieses Termins sind der Einzahlung auf unser Postscheck- Konto auch die Kosten beizufügen. Gießen, den 13. August 1921. 8848c Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen 3. 21.: H. Hinkler. Ausführungs-Vorschriften für die Erhebung einer Fremdenabgabe in der Stadt Giehen. Auf Grund des § 5 der Ortssatzuna über die Erhebung einer Fremdenabgabe in der Stadt Gießen vom 10. August 1921 werden folgende Aus- führungsvorschrlften erlassen: § 1. Wer Zimmer oder Wohnungen in Gasthöfen, Gasthäusern, Pensionen und sonstigen Anstalten und Privathäusern an Personen zu vorübergebendem Aufenthalte vermietet, hat, soweit er nach den polizeilichen Vorschriften zur Führung eines Fremdenbuches verpflichtet ist, in diesem bei jedem Eintrag einer Vermietung den Mietpreis zu vermerken. Ist für Beherbergung und Beköstigung ein Gesamtgeld vereinbart, so kann füi die Beköstigung ein angemessener Teil abge- seht werden. Die Entscheidung darüber bleibt dem Oberbürgermeister Vorbehalten. An dem Preise darf ferner die Aeichsumsatzsteuer nach § 25 des Umsatzsteuergesetzes vom 24. Dezember 1919 (Aeichs-Gesetzblatt Seite 2157) in Abzug gebracht werden. Abzüge für Bedienung und sonstige Nebenleistungen dürfen nicht gemacht werden. Al« vorübergehender Aufenthalt ist ein solcher anzuseben, der nach den Umständen bei Beginn des Aufenthaltes auf nicht länger als auf drei Monate berechnet ist. § 2. Die dem Polizeiamt täglich etnzureichen- den Fremdenanzeigen haben künftig neben den nach den polizeilichen Vorschriften für das Fremdenbuch erforderlichen Angaben den Mietpreis der gemieteten Räume (bergt § 1 Abs. 1) in einer besonderen Spalte zu enthalten. § 3. Die Einnahmen aus der Vermietung gemäß § 1 sind in geordnet geführten Büchern zu verbuchen. Bis zum 3. des nächsten Kalendermonates find monatliche Abrechnungen bei dem städtischen Steuerbureau einzureichen, aus denen die auf Grund der Ortssahung über die Erhebung einer Fremdenabgabe geschuldete Abgabe errechnet ein muß. Die geführten Bücher sind auf Anfordern dem Steuerbureau vorzulegen. Das Steuer- bureau kann auf die Führung der Bücher verzichten, sofern der Nachweis geführt wird, daß in anderer kaufmännisch einwandfreier Weise die Einnahmen aus den Vermietungen gemäß § 1 fortlaufend ausgezeichnet werden und Der Antragsteller ich verpflichtet, diese Geschäftsaufzeichnungen zur Nachprüfung der monatlichen Abrechnungen jeber- zeit dem Steuerbureau vorzulegen. § 4. Die Mietpreise der zu vermietenden Räume sind in diesen in deutlich lesbarer Form anzuschlagen. § 5. Das Fremdenbuch ist den von dem Oberbürgermeister dazu besonders beauftragten und mit schriftlichem Ausweis versehenen Personen edenett zur Einsicht vorzulegen. § 6. Vermieter von Räumen zum vorübergehenden Aufenthalt (§ 1), die zur Führung eines Fremdenbuches nicht verpflichtet sind, haben am Schlüsse eines jeden Kalendermonats dem städti- chen Steuerbureau ein Verzeichnis der im ab- gelaufenen Monat von ihnen beherbergten Per- onen einzureichen. Das Verzeichnis muh enthalten: 1. Laufende Nummer, 2. Familien- und Vorname, 3. Beruf, Stand oder Gewerbe, 4. Tag der Ankunft, 5. Tag der Abreise, 6. Mietpreis des Zimmers (nach Abzug des Entgelt- für die Beköstigung und der Reichsumsatzsteuer). er in der Gab?lsberger- „ . von 8—11 älhr vormittags und 1—4 Ähr nachmittags. Bezugsscheine werden täg- lich von 71/2—12 Ähr vormittags und 1/28—51/2 älhr nachmittags im Drennstofsamt. Garten- stratze 2, Nebengebäude (früheres Ortsgericht) auSgegeben. Preise: Hartbolz, geschnitten, Zentner 14 Mk., Weichholz, geschnitten, Zentner 12 Mk. Für klein- aehacktes Holz wird ein Zuschlag von 1 Mk für den Zentner berechnet Bei Abnahme größerer Mengen, mindestens 50 Zentner, wird ein Preis- nachlah von 1 Mk. für den Zentner gewährt 2. Nährmitteln. Zucker für Kranke. H Jung Nachf., Rittergasse 11, Aug. Wallenfels, Marktplatz 17, A Plack, Neuen Baue 17, Konsumverein, Frankfurter Stratze, Ecke Klinikstr. 3. Sonderausgabe des Lebens- mittelamtS: Leberwurst in l-Kg.-Dosen 4 ML die Dose. Trockenmilchpulver 60 Gr. 2,05 Mk, 90 Gr. 3,10 Mark, 120 Gr. 4,10 Mk. Das Trockenmilchpulver ersetzt nach Anrühren mit Wasser die beste Vollmilch und ist auch genau wie solche zu behandeln. Verkauf erfolgt bis auf weiteres von 8—12 Uhr vormittags und 3—5 Llhr nachmittags im Stadthaus, Gartenstrahe 2, Zimmer Nr. 8, an jedermann. Samstags erfolgt Verkauf nur von 8 bis 12 Hbr vormittags. 4. Zucker: Monatsanteil für September 1921 — 750 Gramm, sowie eine Sonderausgabe von 1 Pfund Zucker zum Preise von 4,10 Mk für das Pfund. Ausgabe in den Kleinhandels- aeschäften gegen Abgabe der Zuckermarken für September. 1921 bis einfchl. 3. Sept 1921. Die Kleinhandelsgeschäfte haben die eingegangenen Zuckermarken gebündelt zu 100 Stück, unter Angabe des noch vorhandenen Bestandes am 6. September 1921 dem Lebensmittelamt, Zimmer Nr. 8, zureichen. 5. Zuckerzur Bienenfütterung. Die Zuckerbezugsscheine zur 'Bienenfütterung 1921, 2. Rate, sind eingetroffen und können ab 8. ds. MtS. auf dem Lebensmittelamt, Zimmer Nr. 8, in Empfang genommen werden. Stöbt. Vrennstoffamt. 1. Ausgabe von Gaskoks für den Hausbrand und gröbere gewerbliche Betriebe. Gegen Abgabe der Marke 4 der Haushaltungskohlenkarte (blaue Karte) können bis zu 5 Ztr. Gaskoks bezogen werden. Die gröberen gewerblichen Betriebe, denen Gaskvks zugeteilt ist. werden aufgefordert, die ihnen ^geteilte Menge umgehend zu beziehen. Gaskvks kann Durch das Städt Gaswerk und durch die Kohlenhandlungen bezogen werden. 2. Ausgabe von Braunkohlen. Gegen Abgabe der Marke 5 der Haushaltungskohlenkarte (blaue Karte) können bis zu 3 Ztr. Braunkohlen oder Braunkohlenbriketts von den Kohlenhandlungen bezogen werden. 3. Verfall von auf gerufenen Kvh- lenmarken. Als Verfalltag für die Marken 1 und 4 ist der 1. September 1921 festgesetzt Beide Marken werden nach diesem Zeitpunkt nicht mehr beliefert. Brotpreis. Nachdem durch Verordnung der Reichsregierung vom 4. Juli 1921 die Preise für das Umlage-Getreide eine wesentliche Erhöhung erfahren Haden, hat die Städtische Lebensmitteldeputatton die Preise für das auf Brotmarken abzugebende Brot und Brötchen Vertreterfflr Oherheeeem Anion Stichler, fließen, Frankfurter Straße 7. Die Abgabe ist bet längerem Aufenthal für jeden angefangenen Tag, bet kürzerem Aufenthalt für jede Uebernachtung, nach dem für das Zimmer oder die Wobnung festgesetzten oder zu berechnenden Tagespreis zu bemessen. Findet eine Uebernadjtung nicht statt, so wird die Abgabe für jeden angefangenen Tag berechnet Bei oer Berechnung des Tagespreises wird das Hahr mit 360, der Monat mit 30 Tagen angeseht. Verköstigungen in irgendwelcher Form, insbesondere Frühstück, darf in diesen Tagespreis nicht eingerechnet § 4. Die Abgabe ist vom Vermieter zu entrichten. Gr ist berechtigt, den Betrag der Abgabe von der Mietpartei einzuziehen. § 9. Der Oberbürgermeister trifft die näheren Bestimmungen über die Anmeldung der nach § 1 abgabepflichtigen Vermietungen und die Art der /Entrichtung der Abgabe. § 6. Soweit nach den allgemeinen Strafgesetzen keine härtere Bestrafung zu erfolgen hat, werden Hinterziehungen der Abgabe mit Geldstrafe bis Oum löfachen Betrag b^r hinterzogenen Abgabe und im LlneindringlichkeitSfalle mit Haft bis zu t> Wochen, sonstige Zuwiderhandlungen mit Ordnungsstrafe bis zu 150 Mk. bestraft. § 7. Diese Satzung tritt am 15. August 1921 in Kraft. Giehen, den 10. August 1921. 8835B Der Oberbürgerrneister: Keller. Für die Feldbereinigungen Nieder-Des- singen und Münster soll die Chaussierung von Feldwegen, veranschlagt für Nieder-Dessingen mit 3300 ML, für Münster mit 12720 ML. in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf den Bürgermeistereien offen, wohin auch die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen und postsrei ein- zureichen sind. GröffnungStermin: Dienstag, d e n 2 3. dS. MtS. auf dem Rathaus /uNieder- Dessingen vormittags 9 Llhr. auf dem Rathaus zu Münster Dorrn 11i/2 11 br. Zuschlagsfrist 14 Tage. Giehen den 8. August 1921. 8809O Hessische Kulturinspektion Giehen. Z. V.: Krause, RegierungS-Baumeister. 3 40 fund-Laib Mk. 5'—^ Preis für 4-Pfund-Laib ML 6,70, Brötchen zu 50 Gramm ML —*20. Das Backen von Krankenbrot wird in Den nächsten Tagen eingestellt. Die auf Brotmarken abjugebenben Backwaren müssen mit dem Buchstaben „K“ gezeichnet fein. Dießen, den 13. August 1921. 88478 Der Oberbürgermeister. (LebenSmittelantt.) Stöbt. Arbeitsamt Gienen Liebigftratze 16, Teleph. 2054. C» können eingestellt werden: "-bei hieftgen tMrbeitnebcrn: 2 Krankenpfleger, l(£lcttromonieiir, t Kupferschmied, 1 Sllbersäimied 1 Renaler nnb Installateur, 2 Weißbinder, ein Glaser, 1 Müller, 1 Schmied, 1 äh. Bauschlosser Lehrlinge: 1 Automonteur, 2 Friseure, 1 Schreiber- 1 Schuhmacher, 1 Glaser. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Eisenbeton, orbeher, Maurer, Zimmerleute, Elnschaler, zwel Prooisionsreise-ide, 2Svenalcr und Installateure. 1 Auditor, längere landwirtschaftliche thiedite und Arbeiter, 2 Schneider, 2 Friseure, 2 Kasten- macher, 4 Schreiner, 3 Anstreicher, 2 Kürschner. vebrttnge: 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Schreiner, ein ötneur, 1 Schlosser. GS suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker. Schreiner, Kattsleitie. Schreiber und Reisende, Backer, -vattSbnrschen und AuSläitser, Slnfrtjinen- sch lasier, Banschlosier, Schuhmacher, 1 Kranken Wiener, 4 Sattler u. Polsterer. Bäcker und Metzger, mehrere Kellner, 1 Kraftfahrer, 1 Former. 1 iüng Schmied, 2 Buchbinder, Mechaniker, 1 Klavierspieler. 1 Heizer, 1 Wagner, 2 Dreher, 2 verh. Knechte, 2 Schäfer, 1 verh. Schweizer. 1 oerv Hofmeister, 1 Tapezierer, 2 Gärtner. 1 Drechsler. 1 Handschuhmacher, Sernnrbcitcr, Autoschlosser. 1 Optiker, 1 Schmelzer, 1 Goldarbeiter, 1 Fastalla teur und Spengler, 1 Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Heizer, 1 Konditor. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen genommen. Lehrlinge: 2 Mechaniker. 1 Friseur, 1 Glektromon. teur, 1 Schuhmacher, 1 Weißbinder, 1 Gärtner. 3 Autoschlosser. Weibliche Abteil nng: ES können eingestellt werden: bei diesigen Arbeitgebern: Mädchen für tag»« über, Dienstmädchen, Laufsranen und -mädchen für einzelne Tage, tüchtige Alleinmädchen, 2 einfache Stützen, 2 Köchinnen, 2 Büfettfräuleins, 1 Hotel kächin, 1 Schneiderin als Beihilfe, 1 Flickerin. 1 Friseuse, 1 Lehrmädchen in Blumengeschäft. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 8 landwirtschaftliche Dienstmädchen, 4 Dienstmädchen, 2 Haushälterinnen, Alleinmädchen, 2 Köchinnen, Zimmermädchen, 1 Büglerin, 1 landw. Haushälterin, 1 Kaffeeköchin, 2 Küchenmädchen, 1 Stütze. GS suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 1 Flicke- rin, 3 Waschfrauen, einige Lauffrauen, auch für ?kAb"'.'"aaSbeschäftiguna, Mädchen für tagsüber. 1 Büglerin, 1 Fräulein erteilt französischen Unter- richt, 1 Gesellschafterin, 1 Kinderfräulein. (87888 Arbeitsvergebung. Die zum Neubau eines Wohnhauses in Mühl- sachsen bei Nieder-Bessingen erforderlichen Schreiner.. Glaser-, Schlosier. und Weißbinder-Arbeiten sollen vergeben werden. Zeichnungen und Bedingungen können bei unserem Architekten, (Tont. Schuhmacher in Gießen, Roonstraße 31, eingesehen werden, wo selbst auch Ängebotsformulare gegen Erstattung der Abschreibegebühren erhältlich find. Einreichung«', termin ist der 18. August d. Z., mittags 12 Uhr. Lich, den 9. August 1921. Fürstliche Rentkammer. 8701D 1. 03 rot: Wochenmenge 1850 Gramm Brot oder 1370 Gramm Mehl. Preis für 1-Dfunb-Laib ML Preis für 2-Pfund-Laib Mk. „ beträgt bei einem Zimmer- oder WvhnungSPreise bis zu 2 Mk.: 10 ' Fahrradlaternen in großer Auswahl. Billigste Preise. Göbel & Appel, inh.: H. Appel Seltersweg 73 8622c Automobil- u. Fahrrad-Reparaturwerkstätten. Darmstadt. RergestefTt aus den V reinsten RobmaierfaHen. Asthma G.KÖNIGV PFLASTER kann gebellt werden. Sprechstunden intSieKen, Badnboisbotel tfenv jeden Montag von 10 bis 1 Uhr. Dr. eed. Allerts, Soezialarzt. Berlin S WIL Das neuste [wec Favorite-Moden-Album Herbst u. 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Woche und auf ältere Marken vom 15. d M. ab keinerlei Backwaren mehr verabfolgt werden dürfen. Um unsere Mitbürger vor Schaden zu bewahren, machen wir auf obige Verordnung ausdrücklich aufmerksam. 8858 Mel-Bung MW hunöebefitzer taufen HUNdelllcheN und alle Tierarznol- mIttel out u. -uverläsiia in der 8813c Central-Drogerie, Schulstr. W-Su'ijs besonders billig. -W» Bitte Muster 76 verlangen Knnf Frankfurt cu M., I ^VPI,Mlerhetügemtr.20. pr°afc°f-d I ßpO* doch die 1 „H Besten' ' Zu haben In Apotheken u.Orogerten| i «TOolerftie»teln, Ta petenschercn sowie sämtliche Handschereu für gewerbliche u. HauS- Haltungs-Zwecke werden billig u. vromot neliefert Wnfrna. erbet, u. SS 21 an bte ÄiielBai-Veradttlang Wilhelm Stela, BamNsreM Kaiser-Wtlh^Str.23. Sommersprossen Das wundervolle Geheimnis ihre«Vertch windens teilt allen Leidens- g- fahrten kostenlos mit E.Bterabero. Berlin8WU. Junkers traue 254 B. [*• STÜCK Vertreter. Augast Weid.g, U.eßee. Koator und Lager. WalltorstraBe 48. 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Ihre Verlobung geben bekannt Fanny Neuberger Moritz Nosendaum Nia Prinz Eduard Schneider Verlobte Original* Gldenburgeru.Rheinisch-Belgier findet cm Dienstag den 23. 1 2Uhr.im Relthausedes LauLgeslütsDUleubueg gegen Barzahlung statt. Fehlerlisten können nicht versandt werden. GestiUsdirettion Dillenburg. verbunden mit der Aathaus-Einweihung wird freundlichst eingeladen. 011070 ^ür hule Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Gut besetzte Tanzmusik. _ 3u der am Sonntag, dem 14. August Mariechen Buchenau Ludwig Krausmüller Verlobte Für die uns erwiesenen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer silbernen Hochzeit danken wir herzlich. Karl Stark und Frau. Meine Verlobung mit Frau Änne Flick geb. Freihöser. Tochter des verstorbenen Herrn H. Freihöser und seiner Frau Ge. mahlin E. Freihöfer geb. Hammel, beehre ich mich anzuzeigen. Otto Wilms. Ihre Verlobung geben bekannt Ottilie Debus Hermann Düringer Hainstadt L Baden Münchholzhausen August 1921 Stickereien für Wäsche Meter M. 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August 1921 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen) Drittes Blatt Nr.M (Ein deutscher Bries aus Mexiko vertragschließenden Teil r Der Briesschreiber erzäb! Lana. bodtAutommen und Tendenz. Brüstel-Antwerpen . llhristiania...... KurS KurS 164,50 390, 356, 999,- 1035, 345, 249,50 350*- 360,- 13.8. Schweizer Franken es ist Är. = Är. 100 L. 481, 759, 361,60 302,15 82^3 643.85 6,52 15,50 1,22 Grün- immer 164,25 176,75 124,05 356,90 298,67 81,84 430, 335, 345, 12. 8. 7,17 3,92 100 100 1 100 100 100 100 100 480,- 247,- 629,75 294,50 ß. F-. Är 123,75 356,10 298,07 81,66 639,35 11.8. 77,50 79,- 76,90 70,75 170,- 304,- 261,50 215,75 191,- 164,50 173,25 159,84 560,- 456,- 465,- 750,- 410,- 330,- KurS 12.8. 77,50 78,80 76,60 70,70 170,- 305,- 261,— 216,50 191,75 164,75 177,50 159,- 610,- 460,- 494,75 736,- 400,50 320,- F rankfurt a. TL, 13. flugnft. Berliner Devisenmarkt. . 100 3FL - . 100 Töl =1 . 100 Är. - Landwirtschaft. Vetreideschieber an der Arbeit. 11.8. 7,32 3,96 7,95 5,95 6*49 15,75 1,23 Spanien . . . Wien (altes). Deutsch-Oesterr. Prag..... Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel 123,15 362,40 302,85 82,71 645,15 12.8. 77,50 (3n einem Teil der Auslage wiederholt.) Die französische Presse über den Ernst der Lage. Pari«. 12. Aug. (WTB.) Per t Ina? sagt nn Scho de Daris", die Verhandlungen über die Teilung Oberschlesiens hätten zu einer KurS 11.8. 77,50 Wechsel auf Holland....... Deutschland • • • • • Wien ....... Prag........ Varis........ London ....... Italien....... Brüssel....... Budapest...... Neuyork....... Agra«........ Bukarest...... Aus dem Amtsverkiindigungsblalt. " DaS Amtsverkündigungsblatt Ar. 117 vom 12. August enthält: Viehseuchen. — Dienstnachrichten. — Feldbereinigungen Münster und Lich. — Aenderung der Ortssahung über die Benutzung der Demeinbevieh- und der Fuhrwerks- wage zu Obbornhofen. Milzbrand. Der bei einem Binde des Johannes Burk zu Garbenteich ausgebrochenc Milzbrand ist erloschen. Die angeordneten Sperrmaßregeln werden hiermit ausgehoben. DienstnachrichtendesKreisamtes. Dem Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin hat das Ministerium des Innern auf Grund der Dundesratsverordnung vom 15. Februar 1917 (Reichs-Gesetzblatt 6.143) zur Unterstützung der notleidenden Juden in der Llkraine die Erlaubnis zur Sammlung von Geldspenden in jüdischen Kreisen durch Aufrufe und Werbeschreiben bis zum 30. September 1921 für das Gebiet des Dolks- staates Hessen erteilt. Züricher Devisenmarkt. 12. 8. 352,- 503!- 250,- 630,- 295,50 Stunde. *• Grove Verheerungen richten die Feldmäuse in diesem Sommer an. Sie fressen Dickwurzeln und Rüden, unterwühlen die Kartoffelbusche und fresten die jungen Knollen ab. Manche Kartoffel- und Runkeläcker wimmeln von Mäusen Ja. sie fressen die Bohnen an der Erde oder in der Erde ab, klettern an Erdsenreisern und Bohnenstangen hinauf und fressen die Früchte. Aus den Wiesen durchwühlen sie den auSgedörrten Rasen. np AuS dem Ohmtal, 10. Aug Die Getreideernte ist vollendet, ungcmetn rasch, weil das stete hcive Wetter alle Fruchtgattungen miteinander reifen lieh. Mit Ausnahme der feuchten Grundwiesen gibt es kein ®rammet; "* ,f* überall vertrocknet unb verbrannt. Das futter, besonders der Klee, verschwindet mehr, da kein Rachwuchs vorhanden. Marknotierungen. u * Für 100 deutsche Mark wurden gezahtt: 184^0 7.15 0.725 5.40 46.25 2L69 25.90 45.90 1.60 595.- 3.50 7.60 184.50 7.275 0.72 7.45 46.50 21.70 26.- 45.10 1.675 590.- 3.60 7.70 Kopenhagen Stockholm . ßefflngfors. Italien . . . London. . . Neuvork . . Paris. . . . Schweiz. . . 10,88 10,92 10,48 10,52 101,65 101,95 101,75 102/J5 23,22 23,28 22,97 23,03 Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Sto^holm.' Wien. . . . London . . Paris . . . Neuyork. . Börsenkurse. Frankfurt Berlin Abend- Abend- Schluß- Schluß- Material. Von den bevorzugten Papieren, tme Chemische Anilin, Höchster, AEG.. Bergmann. Gelsenkirchen, Rheinstahl und verschiedene Kassa- induslrieaktien konnten deshalb Abschlüße nicht zustande kommen. Zuckerfabrik Stuttgart, Hydrometer, .Frankfurter Maschinen, Kleyer wurden höher genannt. 5proz. Goldmcxikaner 850—855 genannt. Sehr fest lagen Chemische Rhenania. 545- 555. Ludwig Ganz 315—316. Gebrüder Fahr 518 — 5 Proz. Silbermexikaner 490.— . Zur Rotterang kamen bei lebhaften Umsätzen Schuhs. Deineis. WesselS 432.— PluS 32 Proz., 3eh- stofs Aschaffenburg 539 - PluS 19 Proz , Berlin- Frankfurter Gummis. 458 PluS 14 Proz. Deutzer GaS notierten 390.—. Deutsch-Luxemburg höher. 464.—. Ferner waren Waschs Riedinger zu ster- genden Kursen gesucht. Scheideanstalt, 700.—, gewannen 10 Proz. Holzverkohlung 529. . Elektron Griesheim ca. 20 Proz. höher genannt. Der Schluß zeigte bei erregtem Geschäft sehr feste Oberschles. Nseninb. . Phönix-Bergb.-Lkt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Llektr A.E.S..... Schuckert-Wercke. . . Felten-Guilleaume, . Daimler....... Lud - Eisenw - Akt. . Adler werke...... 4'/. Hesf.Staatsanl. . Elektron Griesheim. (Berid)tsfaaL Milchfälscher am Pranger. fpd Au S dem Spessart, 11. Aug. In Stetten wurden fünf Landwirte wegen Milchpantscheret zu empfindlichen Geldstrafen verurterlt. Außer- dem verfügte das Gericht die Aushängung der Strafbefehle am schwarzen Brett der Bürgermeisterei. Am nächsten Morgen waren die Strafzettel zu tausend kleinen Fetzen zerrissen. Runmehr wurde verfügt, das) die Zettel auf Kosten der Milchpantscher, übrigen- die wohlhabendsten Leute im Orte, neu hergestellt und auf volle 14 Tage zum Aushang gebracht werden. 1.7.14. yr. 125,40 59,20 Är. 88,83 Är. 117,80 Är. 88,83 Är. 117,88 Sh. 97,33 Ort 125,40 1 23,80 Kunst und Wissenschaft. Ziel und Spielplan der hessischen Landes- Wanderbühne. Die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege in Hessen, die Schöpferin her hessischen LandeSwauder!?uhne, verbreitet einen gröberen Aufsatz: ,WaS will die hessische Lande-Wanderbühne und waS wird sie bringen?". Sandele Berlin, 12. Aug Börsen st immun gs- biib. Von unwesentlichen Rückschlägen abgegeben, zieht die Aufwartsbewegung der Kurse bei sich verstärkender Beteiligung immer weitere Kreise. Unterstützt wird sie von der am Devisenmarkt erneut eingetretenen Befestigung. Obwohl sich die Spekulation hier sorgfältig verhält, kauft sie wegen der Unsicherheit über den Ausgang der Pariser Konferenz ausländische Zahlungsmittel, besonders solche der Ententestaaten. Die Träger der Aufwörtsbewegrng blieben bei einer Kurssteigerung von 10 bis 25 wiederum rheinischwestfälische, Montan- und Anilinwerte. Doch a ich Elektrizitätswerke werden neuerdings und besonders heute stärker mit nach oben gezogen, wobei neben AEG. und Felten u. Guilleaume besonders Siemens u. Halske, Schuckert und die Werte des Rhein-Elbe- und Anilin-KonzernS bei Kurssteigerungen von 30 bis 40 Prozent die führende Rolle spielten. Odsrschlesifche Montanwerke bUe^ ben au« den gestern angeführten Gründen vernachlässigt, behaupteten fedvch bis auf La irahütte, die 10 Prozent niedriger waren, ihren Kursstand. Andere Jndustriepapiere stiegen bei ruhigerem Geschäft um ungefähr 10 Prozent. Vereinzelt waren sie auch um diesen Betrag niedriger. Starter aber gaben nach Augsburg-Rürnberger- 3n Bank-, Schiffahrts- und Valutapapieren bestand bis auf die sehr festen Mexikaner bei mäßigen Kursbesserungen rihigeres Geschäft. 3n den Sinheitstursen gehandelten Znduftrrevapieren führt die anhaltend starke Kauflust des Publikums Wieder zu erneuten ansehnlichen Kurssteigerungen Die Umfähe bleiben hier so umfangreich, bah sich die Kursfestsetzung bis über 3 Hhr hin auszieht. Frankfurt a. M, 12. Aug. Dörsen- stimmungsbild. Das Hauptgeschäft wickelte sich im freien Verkehr ab, da wegen üleberlastung der Makler offizielle Kurse nicht zur Rotierung gelangen konnten. Vielfach mangelte eS auch an Märtte. Frankfurter Obst» und Gemüsemarkt. Frankfurt, 12. Aug. Der heutige Markt zeigte geringere Zufuhren an Obst- nur Zwetschen waren reichlich angefahren unb wurden zu etwas ermäßigten Preisen glatt geräumt Falläpfel fehl- ten. Alle anderen Obstsorten wurden zu festen Preisen glatt geräumt. Der Gemüsemarkt war heute reichlicher beschickt, doch reichten die Zufuhren, besonders bei frischen Gemüsen, nicht auS. Auch ausländisches Gemüse war reichlich abgefahren; hier blieb, besonders in Rotkraut, bei hohen Preisen Heberstand. 3m Grobhandel wurden bezahlt. Apfel ITafeläpfel) 2,50-3,00, (Wirtschaft-- Lpfel) 1,50—1,80, (Falläpfel) 0,60; Birnen 1,50 bis 3,50; Reineklauden 230—3,00; Mirabellen 3,50 biS 4,25; Zwetschen 2,50-2,80; Heidelbeeren 1,80 bi« 3,50, Preistelbeeren 4,00—4,50; Tomaten, ausländische 2,20-2,80, einheimische, 3,20-3.50; Gurken, Salat, holl., 2,50-4.00, hiesige 2.80-9.00; Blumenkohl, holl., Stiege (20 Stück) 150,00, deutscher fehlte; öinlcgegurfen 0,40—0,75; Weißkraut 1,00—1,50; Rotkraut 1,70—2,00; Wirsing 1,50 bi« 1.80; Römischkohl 1,00-1,20; Salat 0,80-2.00; Endivien 1,00—1,50; Sellerie 2,00—3,00; Lauch 0,10 bis 0 25; Rettich 0,80-1.80; Rabies 0,80—1,00; Zwiebeln 1,20-1,50; Kartoffeln 0,90-0,95. Geld Brief Sell» Brief Datum. 11. August. 12. August. LmsterDam- «otterb. 2527,35 2532,55 2557,40 2562,60 --- 618,35 619,bö 626,36 626,65 1044,95 1047,051068,90 1071,10 1286,20 1288,801311,15 1313,85 1703,25 1706,75 1733,25 1736,75 ----- ----- 122,85 680,65 1376'101378,90 1388,601391,40 1353,901066,10 1063,90 1066,10 sehr ernsthaften Krise geführt. Er trage, ob sie über den heutigen Tag hinaus fortgesetzt werden könnte. Die Abreise Lloyd George« bedeute notwendigerweise nochnicht den Br u ch, weil Lord Curzon nach Schwankungen sich bereit erllärt habe, provisorisch In Pans zu bleiben, und sich nicht auf feinem George Washington" eingeschifft habe. Ader eS fei Dar. hast, wenn die Unterredung heute morgen nicht gestalte, aus der Sackgasse derauSzukommen, die augenblicklichen Verhandlungen mindestens unterbrochen würden. Da« .Journal" sagt, eine Tatsache habe den gestrigen Tag beherrscht; der Oberste Rat habe seine Verhandlungen unterbrochen. Wann werde er sie wieder aufnehmen? Da« wisse man nicht. Vielleicht werde man e« erfahren, nachdem der Ministerrat im Elhlee Aufammcngetreten sei und nachdem Driand Lloyd George wieder gelben habe Jedenfalls werde aber die nächste Sitzung de« Obersten Rate« nicht vor einigen Lagen wieder zusammentreten Da« Blatt behauptet Lord Surzon blieb mit den englischen Sachverständigen in Pari«, um die Rückkehr Lloyd George« abzuwarten Berlin 11. Aug. (WTB.) In Dersvlg der Ruhland angebotenen Hilfsaktion des deutschen Roten KreuzeS ist dem b e u t s ch e n R 0 t en KreuzvomrusfischenRvten K r e u xdiw Antwort zugegangen Da« russische Rote Krraz erllärt dah es nach Einvernehmen mit der rassischen Regierung das Anerbieten deS deutschen Roten Kreuzes vom 30. Juli mit Dank annimmt. DaS russische Rote Kreuz betont, dah eS der weitestgehenden Unterstützung ber rassischen Regierung sicher sei, und bittet daS deutsche Rote Kreuz, die Einzelheiten in unmittelbarem Benehmen mit bem russischen Roten Kreuz zu regeln. Da« rassische Rote Kreuz begrüßt unter Bestätigung seine« vol (en Einverständnisse« mit den organisatorischen Grundlagen der gesamten Aktion die Bestrebungen des deutschen Roten Kreuze« zur Schafsung einer internationalen Roten-Kreuz-Hilfe Sin De< legierter des deutschen Roten KreuzeS ist bereite nach Moskau unterwegs. Au« einer kleinen Stabt in Mexiko erhält das Deutsche AuSland-Jnstitut einen Bries, dessen Schreiber unmittelbar nach dem Kriege auSgewan- bert ist und der lebhaft vor schlechten Elementen warnt, seine Landsleute bittet, ja vorsichtig zu sein ueb solchen Leuten kein Geld anzuvertrauen, na- necntlld) aber nicht auf« Geratewohl auszuwan- bern. .AuS meinem Unglück unb auS bitteren Erfahrungen will ich kein Geheimnis machen, andere, die eS angeht, sollen lernen, sollen vermeiden, nut tm Ausland ungültigen Verträgen über Vergesellschaftung oder Kapitalverteilung auSuiwandern oder Verbindungen einAugeben, wo sie den andern vertragschließenden Teil nicht genauesten» kennen. Der Briesschreiber erzählt bann wie eS ihm gelang. hoch zu kommen und sogar für daS Deutschtum an feinem jetzigen Aufenthaltsorte Wesentliches zu leisten, und fährt fort: Einen für die wirlliche Dölkerversöhnung tt>- Fall erlaube ich mir hier beizufugen, wes' er mir gerade heute vorkam: Ein Eigener, ein Phantast, wie so manche in der Welt umhcrAiehcn. ohne bestimmtes Ziel und ohne bestimmten Beruf, von Geburt Schweizer, wollte gestern hier seine gute Uhr an den deutschen Uhrmacher verllopsen, *m ein bißchen Geld zu erhalten. Der Plan fiel infolge der Mittellosigkeit deS Deutschen (auS Sa- moa) ins Wasser und der Schweizer mußte sich heute früh an daS französische Konsulat um Unterstützung wenden. Er erhält die zurückweisende Antwort; «Ich sah Sie gestern bei einem Boche stehen, lassen Sie sich von Ihren Boches unterstützen!" Derartige Anrempeleien gibt eS viele hier. Und wir Deutschen sollten diese Fälle; auS denen so die wahre HerzenSgesinnung der grande nation her- vorgeht, laut in die Welt hinauSposaunen. wie wir auch mit unseren Dokumenten über bie wahre Kriegsschuld und über die rohen Grausamkeiten unserer Feinde, über ihre Lügen und Gemem- heiten viel, viel wehr Licht und Klarheit verbreiten sollten in der ganzen Welt! 3n allen Sprachen! Da wäre da- Gell) besser verwendet al« zu architektonisch oft gar nicht hervorragenden Gedenksteinen und Denkmälern. Wir wollen unsere Toten ehren, indem wir sie rächen an unseren ewigen Feinden! Heraus mit den politischen ®e- bebnatten usw.. heraus an die Oefsentlichkeit im breitesten Sinne mit den Schmach- und Schand- Dokumenten ans dem Weltkrieg, über die Feinde! Dann aber aus die Zähne gebissen und gearbeitet am Wiederaufbau, nicht deS Feindeslandes, sondern deutscher Größe, deutscher Kraft, deutscher Ehre und deutscher Wissenschaft." DaS .PetitJvurnal" sagt, es sei wahrscheinlich, daß im Laufe de« heutigen Tage« man sich entweder auf einen Vergleich einigen oder daß eS zum Drache kommen werde. Rach dreitägiger DiSkusfion und Studium stehe man vor dieser beunruhigenden Alternative. Hava« Über de« Tcilungsplan. Par iS. 12. Aug (WTB./ Die TLgentaf Havas verbreitet solgenden 'Bericht über Mt diplomatische Lage: 3m Lause deS gestrigen Tage« hat der SachverstündigenauSscduß sei - n e n Bericht auSgeardeitet. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, daß im InlmstmSbezirt 16 unmittelbare Gruppen bestehen, von denen 10 entschieden polnisch und 6 deutsch sind. Unter Öen letzteren befinden sich öle großen ötäöte Beuthen. Kattowitz, Gleiwltz, Hinöenburg unö König-Hütte Rachöem ölefe fachlichen Vorarbeiten zu Ende geführt sinö, bleibt es nunmehr öle Aufgabe der Regierungen, öte Grenzlinie selbst sestzusehen. Rach Erkundigungen ÖeS öiplomatischen B» richte», statters öcr Havasagentur bürste Ölefe Grenzlinie Deutschland Da« ganze Industrie- öreied zu fallen lasten, mit Ausnahme eine« flctnen TcileS östlich von Katiowih, wodurch Den Polen Kollowitz, SchönwalD, Deutfch-Szgerain und WhS lowltz mit ihren Graben unö Zinkfabriken fallen würbe. Diese Grenzführung ei,t!preche Durchaus der ursprünglichen Linie Percival bt Martnt, bie Polen die Bezirke Pleß unb Rybntck zuweist, die allerdings recht ausgedehnt sind, deren Ausbeutung aber wenig produktiv ist, während an Deutschland Kattowitz, Königshütte, Beuthcn, Hindenburg, Gleiwih und Tarnowitz fallen würden, Da« heißt die hauptsächlichsten Industrie- zentren. Die englischen Zugeständnisse der Linie Percival—öe Marin» gegenüber kommen nur in bem landwirtschaftlichen Teil im Rorden öe« 3n- öustriebezirkS zum Vorschein, lvo öle vorgeseheiw Drenzsübrung nunmehr Lublinltz. Guttenlag um) Rosenberg an Deutschland fallen würde. Die HavaSagentur meldet weiter, Lloyd George habe gestern abend pie italienischen Vertreter zum Esten etngetaöen und sodann Den amerikanischen Vertreter tm Obersten Rat, Harsay, empfangen. Während der Abwesenheit Lloyd Georges von Paris wird Lord Surzon die Der- hanÖlungen führen. Pari«, 12. Aug (WTB.) Zu der Hcwnt- melöung, Daß Brtand alS letzte Lösung öte Sforzalinie annehmen wurde, sagt Hava« weiter: Die Sforzalinle teilt bekanntlich den westlichen Teil des Industriegebiete« Deutschland -u. Die französischen Sachverständigen haben gestern abend vom völkischen Gesichtspunkte auS die Prüfung der Folgen vorgenommen, die die Annahme ber gestern von Lloyd George unb Lord Eurzon m bezug aus das Abstimmungsergebni« vorgeschla- genc Grenzlinie haben würde. Die einfachen Zahl«» ber Volksabstimmung: 60 Prozent für Deulschians unb 40 Prozent für Polen genügten, um darzutun, daß ber englische Vorschlag unannehmbar fei. Mangelhafte Ergebnisse in den Verhandlungen der Finanzmtnifter. Pari« 12. Aug (WTB.) Wie da« .Scho dePari mittetll, haben dieDerhan diu n- gen der alliierten Finanzminlster ' feinen schr glücklichen Verlauf genommen Weder in der Frage ber Besahungskosten, noch In der Frage der belgischen KrieaSschuld, noch über di« Festsetzung deS deutschen Kohlenpreisesi zu Wasser noch inbezug aus da« Loucheur-Rathorau- Abkommen sei ein Einverständnis zustande gekommen. Die Rote-Krenz-Hklse für Rußland. dem wir folgende Einzelheiten entnehmen: Die Lanoeswanderbühne muß praktisch wirken. Sie hat nicht in erster Linie der Kunst, sondern der Volksbildung zu dienen. Sie muß sich auf bie Menschen einstellen, muß bie Kunst wirksam an sie herantragen und wird daher mehr mit Erprobtem alS noch zu Erprobendem arbeiten müssen. Sie wird daher keinen ausschließlich literarischen Ehrgeiz entfalten können und unter den wertvollen Bühnendichtungen diejenigen au«- wählen müssen, die den volkstümlichen Geschmack ansprechen. Sie wird Schiller eher durch die „Räuber" repräsentieren, als burch bie .Braut von Messina", Shakespeare eher durch eine seiner Lustspiele als durch eine der großen Tragödien; Kleist eher durch den .Zerbrochenen Krag" als durch „Phenthefilea". 3n der Gattung der ilnter- haltungsstücke wird sie selbstverständlich das Un- merttge streng vermeiden, aber sie wird leichte, heiter« liebenswürdige Dichtungen bringen, auch wenn he keine ausgesprochen literarische Bedeutung haben, und wirb ihnen durch eine vornehme, geschmackvolle Art der Darstellung künstlerischen und bildenden Wert geben. Der Spielplan ber Hessischen Landeswanderbühne ist unter sorgfältiger Durchdenkung der dieser Bühne gestellten Aufgaben zustande gekommen. Bei einem Teil der Stücke steht der bildende, bei einem anderen Teil der unterhaltende Zweck mehr im Vordergrund. Doch in allen Fällen ist dafür gesorgt, baß da« Bildende zugleich anziehend, da« Unterhalten be zugleich veredelnd sei, wobei gehaltvolle Darstellung überall al« eine wesentliche Größe in Rechnung gestellt ist. Zu erwähnen ist auch daß bei der 2ll»Swahl der Stücke gewisse Um- ftänSe technischer Art mitsprechen. Die Larrde«- wanderbühne ist außerdem eine .Stilbühne", sie macht sich die modernen Anschauungen von stilistischer, d. h. bloß andeutender Gestaltung des Bühnenbildes und der Darstellung flug zu nutze, und erzielt dadurch eine beträchtlicheDereinfachung des Apparats. Sie kann sich alfv nicht darauf einlassen, Räume bis zur Täuschung getreu nach- Auahmen und Stücke, die dies ausdrücklich verlangen. kommen für ihren Spielplan daher nicht in Fruge. Die großen Rainen der deutschen Dichtung sind Im Spielplan der hessischen LandeSwanderbühne vertreten durch Schiller, Goethe, Kleist und HanS SachS. Schil- l e r erscheint mit den .Räuber n", Goethe bietet die schlechthin größte Bühnendichtung der Deutschen den .Faust". Die Hessische Landeswander- , bühne wird den Beweis erbringen, daß e« möglich , ist. mit einfachen Mitteln, doch unter äußerstem । Einsatz menschlicher unö könnerischer Kräfte diese« 1 Werk herauszubringen. Daneben wird Goethe - von seiner liebenswürdigen Seite in ber .Laune de« Verliebten" gezeigt. Von Kleist kommt .Der »erbrochene Krug". Als Beleg de« alten deutschen Humors werden schließlich die .Hans S a ch s s p i e l e“ gegeben. Shakespeare kommt mit .Der Wider- f penst igen Zähmung' zu Worte. Dazu kommt noch .Onkel Jochen" von Fritz R e u- t e r und die .Deutschen Kleinstädter" von Kotzebue. Die Gattung deS feineren modernen DerSlustspielS wird durch öte ,® t>löene Eva" von Schönthan unö Koppel-Ellfelb repräsentiert, die anspruchslose Komik deS bürgerlichen Lustspiels durch .Der Herr Senator" von Schönthan-Kadelburg. An den .Zerbrochenen Krug" schließt sich nach der modernen Seite hin Hauptmanns .Biberpelz" unb .Schneider Wibbel" von Müller- E ch l 0 s s e r an. 3n graue germanische Sagenwelt führt ,W ielanb der Schmied" von Friedrich Lienhard zurück. Die Stimmung des naturalistischen DramaS spiegelt sich im .S t r 0 m" von Mar Halbe; die Gattung des dramatischen KindermärchenS wird durch eine Reuheit .Der kluge Prinz von Frohland" von Walter Jensen vertreten. Die Hessische Landes-Wanberbühne will nicht geradeso spielen, wie die stehenden Bühnen. Sie will nicht raffiniert, nicht expressionistisch spielen, sie will keine schauspielerische Treibhauskunst pflegen. Sie will herzhaft unö volkstümlich spielen, vornehm aber faßlich, fein aber nicht verstiegen, eigenartig aber nicht schrullenhaft. Datum: »•/, Dtich Ärieaseml. 47, Dtsch. Reichs««!. 8 7e Dtfch. Reichsan!. 4 70 *preuß. Äonlols Darmstädter Dank . Oeutsche Bank . . . Disconto-Desellschast Dresdner Dank. . . Nationalbank f. D. . Mitteld. Tredilbank. tz,.Am«rik. Pokeif. . Norddeutscher Lloyd. Boch.Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Berga).. Gelsenklrch. Bergw. . ftarpener Bergbau . Oberschles. (Eifenb^B. BOHNERWACHS O.WliterfceH,Me«.Drst. s.Krett»p!«U. 9. Blehel. KrOTOs-breporle. Wslitsrst«. Tie verhängnisvolle Milchnot macht sich noch allenthalben bemerkbar. Jede Mutter entgeht allen bamit verbundenen Gefahren für Ihren Lievling, wenn sie unbedenklich au Nestle'S Sinder- mehl grei't, daS alle Borzüge voll rahmiger Atven- milch, unter Ausschluß der Nachteile frischer Milch, in sich vereinigt unö, einfach mit Wasser angerübn unb aufgekocht, ein ebenso beauemeS und stelSsrch bewahrendes Nahrungsmittel bietet. 8089ke fö Frankfurt a.M. 10. Aug. Au« lanö- wktschaftlichen Kreisen ber verschieöensten ®e- buten des Frankfurter WirtfchaftSbezirkS wird mitgeteilt. daß erhebliche Wengen be« tm freien Verkehr gehandelten Getreide« den W e g über öiedeutschc Grenze finden soll. Wenn schon unter normalen Verhältnissen bedeutende Mengen ausländischen Getreide- zur Ernährung deS deutschen DvlkeS eingeführt werden müssen, so werden in diesem Jahre bei der herrschenden Dürre, und wenn die Getreideschiebunaen so weiter gehen, besonders weitgehende Auslandszuschüsse zur heimischen Detreideerzeuguna erforderlich. Die Fracht wird von Detreideauskäufern zu noch nie dagewesenen Preisen erstanden und heimlich verschoben. Durchgreifende Gegenmaßnahmen gegen dieses Hebet sind ein dringende« Gebot der Unterhaltung ♦ Erhebung * Selehmng nachgab. „Das Gelb," sing er an, Wie Raffael arbeitete. ml -'i kreis gewichtslos sein. Die ältesten deutschen Spielkarten. Bitten und mit Versicherungen von ihrer Der. I fiunbc können schwiegenhert solange in den Mann, bis er ihr | solchen hat E A schnellere» Parallel- LH. del-Well, in der sich Storm so wohl fühlte, lebt sem letzter Brief vom 5. Juli 1888; von dem modernen Naturalismus flüchtet er zu Leberecht Hühnchen, und mit Seidels Ohren lauscht er dem Vogelsang im Garten, dem Idyll der Natur wieder begegnen; ich vermag sie nicht abzulegen denn meine Kraft reicht nicht so weit und ich muh nun so verbraucht werden. An dem was für mich erreichbar ist. habe ich Mühe und Arbeit nicht gespart." Und wie bescheiden klingt seine Aeuherung über dieses Buch. ..Es ist der erste kleine Erfolg in meinem Leben, und ich bin 40 Jahre darüber alt geworden. Vielleicht ist nun der Dann gebrochen." Die Sonne bringt es an den Tag". Hat die Drehung der Erde um ihre Achse Einfluß auf das Gewicht eines Körpers? verraten zu werden. Der Mond schien damals dell wie er jetzt scheint. Da sagte der Neisende. der Mond werde mich verraten. Aber" setzte der Fleischer lächelnd hinzu, „dec Mond fort eg doch nicht getan." — Nach einiger Zeit entstanden Mchhelligkeiten zwischen beiden Ehe- leuten; die tfrau offenbarte das Geheimnis, und der Mann empfing seinen Lohn." Spielkarten werden rasch abgenutzt, und es ist daher begreiflich, daß sich aus 'jenen Anfängen des Holzschnittes, in denen die ersten deutschen Spielkarten verfertigt wurden, nur wenige Beispiele erhalten haben. Die Arbeiten der „Karten- macher". die ihre Karten mit allerlei Einblatt- drucken. Loos- und Schicksalsbüchern, Helligenbildern usw. verkauften, waren die frühesten Form- und Holzschneider in Deutschland. Aber ihre Merke sind fast völlig zugrunde gegangen, und es ist bisher nicht möglich gewesen, das Urbild der deutschen Spielkarten oder deren Entwicklung mll einiger Vollständigkeit aus den vorhandenen Bruchstücken zu erkennen. Nur zufällige ,x t uns da Weller bringen, und einen Erwin Volckmann gemacht, als er Da mußte ihm die Anerkennung, die durch die Urteile des verehrten Meisters bei allen Einschränkungen warmherzig durchklang, unendlich Wohltun. Storm macht ihm eingehende Derbesse- rungsvorschläge. gibt ihm guten Nat und wird nicht müde, ihn zum Weiterarbeiten an der Vervollkommnung seiner Kunst anzuspornen. „Da Sie mir die Kritik gestatten", schreibt er 1873. Sn Trii bet Sielet Paris, a® unerwartete t englisch« Sw« öS ,0N sowohl kosten wie auc konnnissionen hingen vorhie der bisheriger die Berichte t sen, und es i die volle Sch herigen 'Serie Wert ist c ner Gesanch len Franken maß wird di Sanktionen । Deutschland Noch in den Beschwerden gen, daß die lenz die llei die im Herr waren und ük schen wirtschc Wandel in bi droht. Das und das mef land kann s Devisen hels schen Zeitun ftanMsche auf Grund | sehend gesck ws die E Produkte dl schließt der Sanktionen achuheben, c die Erteilung besetzte Geöie mteiolliietten natürlich den und namenüi bettum ander erträgliche $ wird also in nannte Sperr täuschen Men. Die; Mrs Argumei ^4egen eine die sranzosisc rechtfertigen s Tagen zu fr "les Sorget)! Mische Prr scheu Aeberh in Würzburg erschienenen üni> Gcwerbegassen" teilt "t. ^Cl. ?G.C De Handlung der Kartenmaler Näheres E blese Entdeckung mit. In einem alten Sam- rnel&anö befand sich neben verschiedenen Hand- Niederdeutscher Minnelieder und einiger Frühdrucke auch ein acht Blätter umfassendes gänzlich undatiertes Heftchen, auf dessen zweiter Gerte unter einem kräftigen Holzschnitt die vier Druazeilen stehen: ,.Ehn Lohbuch aus der Karten gemacht Und alleyn durch kuczweil erdacht wer aber zu glauben sich daran wolt fereh: Das selbia Msich unrecht leren". Auf den folgenden sechs r?r?lter^< neben jedem achtzelligen „Schick- -^erliche, aber scharfe Holzschnitt eines Kartenbildes, so daß insgesamt 48 Spiel- ?at!f-nr k6l'9eftellt sind. Da damals die 10 noch S/mLw e !? öied ein vollständiges Spiel der deutschen Karten, und aus dec Enlstehungszeit der Holzschnitte läßt sich erkennen, daß es sich hier um die ältesten deutschen Spielkarten, die bisher aufgetaucht sind, handelt. Die Gewandung und besonders die Schnabelschuhe der dargestellten Kartenfiguren deuten darauf hin, daß die Zeicb» spätestens zum Beginn des letzten Drittels des 15. Jahrhunderts entstanden sind. Wissen wir doch aus verschiedenen Chroniken, daß um 1490 öie Schnabelschuhe bereits altmodisch geworden und durch breite Schuhe, die sog. „Kuhmäuler" ?/*cr ••Barentaeen“ erseht waren. 1480 wandte sich Papst Pius IV. in einer besonderen Bulle gegen den Unfug der Schnabelschuhe, deren überlange, Mit Glöckchen besetzte Spitzen zu einer allgemeinen Modenarrheit ausgeartet waren Die Kartenzeichen zeigen deutlich die Formen der Spätgotik, und Kenner des frühen deutschen Holzschnittes haben auch den Schöpfer der Äarten- holzschnitte festgestellt: sie erkannten ihn in dem Meister der Himer Aesop-Ausgabe. Danach wäre die Entstehung dieser Spielkarten spätestens in den Zeitraum von 1470—75 zu sehen, und damll ind sie als die frühesten deutschen Spielkarten erwiesen. Die „Farben" des Spiels haben fol- gende Reihenfolge: Herren, Schellen, Eicheln und Laub oder Grün; die Bilder bestehen aus: König. Obermann. Untermann und Bauer. An Zahlen ind vorhanden: Neun, Acht, Sieben, Sechs, Fünf Vier, Drei und Zwei. In diesem ältesten deut-' schen Kartenspiel fehlt also die Zehn, die ja auch letzt noch in der Schweizer Karte durch das „Banner" vertreten ist. Auch das Aß oder Daus'fehlt, doch ist anzunehmen, daß das Danner ursprünglich das Daus ersetzte. " An d Träges $ UKistl- S «Seschast- ,-schrist Anzeig yoM« ztaMP 61 ,, Paris, U-hung au. Alands ADn,alen 2 ^Nunqen u ft. Vf ?-A'entsbk ^9 über ww über boTt .^derbem bes iage Oeste eichene 5)jrfp seine L otT iet hem ( aus V ins Stehl’* SSt* an Sen . b ’S s** ft? per r niad W'l! ®te Entdeckung dieser Quelle, in der wohl zweifellos der Keim des Chamissoschen Gedichtes zu finden ist, gibt von Maaßen Anlaß, die Wichtigkeit einer solchen Motivforschung hervvrzu- P5en- ^d er meint mit Recht, „daß Chamissos schönes Gedicht erst letzt in seiner ganzen Vortreff- lichkeit bewundert werden kann". Die Umbildung des rohen Stoffes durch die feine Dichterhand läßt uns nämlich einen tiefen Dlick in die Geheimnisse künstlerischer Schöpfung tun. Chamisso unter- was die Anekdote kaum berührt' die Schwatzhaftigkeit der Frauen. Aus der an sich grausigen Geschichte, die eigentlich nur eine lehrhafte Warnung sein soll, formt er ein Kunstwerk. in dem dämonischer Ernst, leise Ironie " r,'ast liebliche Schelmerei zu einer Einheit verschmolzen sind. Sodann mischt er einen der Anekdote gänzlich fehlenden rührenden Zug fo>i- per Erschlagene wird von ihm zu einem alten schwachen Mann gemacht, dessen ganze Darschaft nur 8 Pf. beträgt. So ist der gräßliche Mord um nichts geschehen, wahrend in der Anekdote der Metzgermeister seinen Wohlstand dem Morde verdankt. Chamisso hat die Art des Handwerks bei seinem „.Meister Nikolas" Überhaupt nicht erwähnt. Dadurch, daß die Sonne an Stelle Mond^ tritt erhält das Ganze erst seine tief symbolische Dedeutung. Der Masse des Lesepublikums hätte ftellich die Schauerromantik einer Mondnacht mehr zugesagt. Chamisso aber vermeidet derartig grobe Mittel und hebt sein Thema in eine künstlerische Höhe, die wir erst richtig abschähen können, wenn wir das Vorbild kennen. Rote Dächer! Von Arno Holz. Aus den Schornsteinen, hier und da, Rauch, oben, hoch, in sonniger Luft, ab und zu. Tauben. Es ist Nachmlltag. Aus Mohdrickers Garten her gackert eine Henne, die ganze Stadt riecht nach Kaffee. Ich bin ein kleiner, achtjähriger Junge und liege, das Kinn in beide Fäuste, platt auf dem Bauch, und gucke durch die Bodenluke. Unter mir, steil, der Hof. Hinter mir, weggeworfen, ein Buch . . Franz Hoffmann . . . Die Sklavenjäger . . . Wie still daS ist! Nur drüben in Knorrs Regenrinne zwei Spatzen, die sich um einen Strohhalm zanke«, ein Qlla rm, der sägt, und dazwischen, deutlich von der Kirche her in kurzen Pausen, regelmäßig, hämmernd, der Kupferschmied Thiel. Wenn ich unten runter sehe, sehe ich grade auf Mutters Blumenbrett: ein Topf Goldlack, zwei Töpfe Levkojen, eine Geranie und mitten drin, zierlich in einem Zigarrenkistchen, ein Hürnpelchen Reseda. Wie das riecht? Bis zu mir rauf! Unb die Farben! Jetzt! Wie der Wind drüber weht! Die wunder-, wunderschönen Farben! Ich schließe die Augen. Ich sehe sie noch immer. Zu den bekanntesten Gedichten unseres Schrifttums, die in allen Lesebüchern zu finden sind und die man bereits in der Schule lernt gehört Adalbert von Chamissos „Die Sonne bringt es an den Tag". Das Gedicht, das zuerst in dem „Gesellschafter" von Gubih am 26. März 1827 veröffentlicht wurde, ist zweifellos eine der schönsten Schöpfungen dieses französischen Dichters, der einer unserer großen deutschen Lyriker wurde. Wodurch Chamisso auf die Behandlung dieses Themas kam, war bisher nicht bekannt. Die wahrscheinliche Quelle des Gedichtes teilt nunmehr Carl Georg von Maaßen in dem Romantik- Sonderheft des von ihm herausgegebenen im Horst-wtobbe-Verlag zu München erscheinenden „Grundgescheuten Antiauarius" mit. Die Geschichte, auf die das Gedicht zurückgeht, findet sich m einer zu erzieherischen Zwecken zusammen- gc|«elltcn Anekdotensammlung mit dem Titel „Entdeckung und Strafe geheimer Verbrechen. Eine oammlung merkwürdiger Dehspiele zur Warnung und Belehrung des Volkes und der Jugend" die 1804 in der Buchhandlung des Hallcschen Waisenhauses erschien. Die Anekdote, die Chamisso freilich auch wo anders £er kennen gelernt haben könnte, da sie der Kompllatvr für fein Duch wohl einer Zeitung entnommen hat lautet folgendermaßen „Ein Fleischermeister hatte sich mit seiner Frau zur Ruhe begeben. Der Mond leuchtete ihnen so hell in die Augen, daß sie nicht einschlafen konnten. Dieses gab Gelegenheit daß der Mann sagte, er denke jetzt an etwas, das er keinem Menschen sagen könne. Diese Worte erregten die Neugier der Frau, und sie drang mit Es gehört zu den interessantesten Aufgaben ber Kunstgeschichte, in die Schaffensweise großer Meister einzudringen und die Geheimnisse ihrer Werkstatt au belauschen. Zum Verständnis der Arbeitsweise Raffaels bieten sich als ein unvergleichliches Material seine Zeichnungen dar, über deren Bedeutung im Werk des Meisters der Herausgeber des großen Corpus der Raffael- Handzeichnungen Prof. Oskar Fische! im „Sammler sich ausspricht. Aus dem Zu stand der einzelnen Blätter läßt sich ein sehr anschauliches Dild von seinem Schaffen gewinnen, und wir ersehen daraus, daß auch dieser geniale Geist, in dessen vollendeten Arbeiten man so nichts von Mühe zu spüren meint, um die wundervolle Harmonie seiner Werke heiß gerungen hat. Raffael pflegte Gedanken für ganze Kompositionen und Gruppen mit der Feder oder auch mit dem Pinsel so rasch hinzuwerfen, daß man früher geneigt war, solche sorglos gezierten Studien sogar für Fälschungen zu halten. Man beachtete dabei nicht, daß die gewissenhaft ausgeführten Zeichnungen, die als selbständige Stiftungen von dem Künstler aufgefaßt wurden, von ihm ganz anders angelegt waren als diese flüchtigen Ginfälle. Genau wie beim Zeichnen verfuhr Raffael, wenn er in seinen großen eigenhändigen Dlldem rasch einen Kopf anlegte oder im Hintergrund Nebendinge flüchtig sesthiell. Er entwarf zuerst von jedem größeren Plan eine große Anzahl von Studien, die immer ausführlicher wurden und die Komposition immer klarer und reiner gestalteten. War er so mit dem Aufbau völlig fertig, dann schritt er zur Vergrößerung der Studien im Karton und verfertigte eine sehr sorgfältig durchgearbeitete Zeichnung, die schon fast wie das Bild im Kleinen wirkt und als letzte Fassung der Entwürfe naturgemäß mit dem fertigen Bilde im wesentlichen übereinstimmt. Diese großen Kartonzeichnungen, von denen eine Anzahl erhallen ist, dienten als Unterlage auf dem Arbeitsplatz und wurden wenig geschont. Sie waren auadriert, um vergrößert zu werden, und gerade diese Spuren der Benutzung, die sich auf diesen Blättern finden, sprechen am deutlichsten für ihre Echtheit. In ihrer durchstochenen oder durchgedrückten Kontur tragen Blätter, wie die Studien zur „Delle Iardiniöre" oder zur „Mackintosh Madonna" den äußerlichen Beweis an sich, daß sie für das Bild als Hilfsmittel gedient haben. Doch auch zwischen diesen Kartons und dem fertigen Gemälde standen gelegentlich noch Zeichnungen, indem Raffael, um genau zu fein oder Zeit zu sparen, die Kontur des Kartons aus ein handliches Blatt durchpauste. So stellen die Handzeichnungen des Meisters eine verwirrende Fülle der Formen und einen außerordentlichen Reichtum an Erfindungen dar. Was dem Meister als letztes künstlerisches Ziel bei seinen Arbeiten vvrschwebte. das lassen gerade diese Skizzen häufig mit großer Deutlichkeit erkennen. Die verschiedenen Zustände der Erhaltung der einzelnen Blätter passen gut zu der Art der Arbeitsweise, die Armenini von Raffael geschil- £>ert hat. „Wenn eine Kompositton im allgemeinen fertig vor seiner Idee stand, pflegte er eine große Anzahl von Zeichnungen vor sich auf den Tisch auszubreiten, deren Motive seinem augenblicklichen Thema verwandt waren. Er sah dann über die Blätter hin von einem zum andern, und unaufhörlich rasch zeichnend,feuerte er durch die Fülle dieser Eindrücke die Phantasie an und fand so für seine Gedanken die sprechendste Form " Aus neuen Briefen Theodor Storms und Heinrich Seidels. Storm war Seidels Meister und der yöchste Richter in allen Fragen dec Kunst. War auch des Husumer Poeten Temperament dunllec und leidenschaftlicher, sein Dichten tiefer im dunkeln Urgrund der Seele verankert, so war doch beiden gemeinsam der bunte Märchengeist, die lyrische Naturbettachtung und die Freude äm Familienidyll. in dessen Verklärung der Schöpfer des „Leberecht Hühnchen" sein Höchstes geleistet Seidels Sohn, H. Wolfgang Seidel, macht allen Verehrern der beiden Dichter ein kostbares Geschenk durch die Veröffentlichung ihres Brielwech- sels. die sich im neuesten Heft der „Deutschen Rundschau" findet, ©torm erscheint in diesen Brie- beleuchteten Zimmern gewährte einen sehr ftatt- sichen Eindruck, worüber der Kaiser selbst sich aussprach. Seine Einführung darin war durch die betreffenden Beamten in den besten Formen vorbereitet und hätte für den Empfang jedes erbetenen fürstlichen Gastes genügt.“ Zum Schluß batte Doyen eine lange Unterhaltung mit Napo- leon bet der der Kaiser seinen lebhaften Dank «lussprach. Er sprach von der Ueberlegenheit der deutschen Artillerie, deren Deschießung von Sedan auf ihn großen Eindruck gemacht hatte und berührte J5 -Wenn ich es siegten Gegner behandelten, ifl ber u n ter ö f - 5nb “■ ist tot“ fentlichte offizielle Der i cd t von der r • "mner wieder kommt er in diesen Briefen zu Ueberführung des Kaisers Napoleon ga?>eiß bei ihm unbestech- n a ch W i l h e l m s h ö h e, der jetzt in der Deut- Einstes Eingehen zu finden, schen Revue" mitgeteilt wird. Unterm 28° Sep- sAreM besondere 5reui>e“, fernher 1870 berichtet der mit bet Bealeituna des 1884, „wenn ich em neues Buch an kaiserlichen Gefangenen beauftragte Generaladju- ^UTn‘ Allerdings ist sie, niemals tont von Böhen ausführlich an'König Wilhelm SJärfAf2ln9Jt Wer diese Ereignisse ^oleon äußerte bim r QBunfcb, fordf) Belgien zu reifen und vor allem Jorinde"' mHnf? Übersendung seiner Sedan nicht zu berühren, weshalb ein Umweg von die allen fiXer Anen „wohl 2lJ2 Meilen gemacht wurde. Der ganze Weg I JÜÄLSJSS :^±_Öic I^nn öfter rügten, biss zur belgischen Grenze mußte im Schritt zurückgelegt werden, da der Kaiser gebeten hatte, lang- fam zu fahren. „Er führte uns", schreibt Doyen. ..bis in chie Nähe der belgischen Grenze, fast unausgesetzt an Truppen aller Waffen vorüber, welche im Marsch begriffen waren, unterbrochen durch lange Reihen von Gefangenen und Geschützen, welche in unsere Hände gefallen waren. Die Haltung unserer Mannschaften war sehr anerkennenswert, wiewohl jedem Soldaten die kaum zurückzuhaltende Freude über die Begegnung aus den Augen sah. Einzelne Regimenter standen neben der Straße und machten bei unserer Annäherung Front. Die Offiziere salutierten. Den Zug des Kaisers langsam an diesen lautlosen Truppen vorüberdefilieren zu sehen, war ein außerordentliches dramatisches Bild. Don den Gefangenen, f „ , - - rst gegen den Kaiser selbst nichts Insultierendes moc^te S^nen zurufen, was ich oft mir ausgegangen. Beim Passieren der Generale nah- silber zugerufen: „Nicht tief genug! Noch tiefer 1“ men sie indes bisweilen eine sehr drohende Hal- ^Jonoerd eingehend beschäftigt er sich mit der tung an und riefen ihnen „malheur ä la France A^archendichtung Seidels. „Mit dem Kunstmär- „ rieft heureux qu'ils f’en vont" usw. zu. $en T[f freilich eine heikle Sache", erklärt Glücklicherweise blieben sie in fortdauernder Be- F’ ^)aben “mm ein Dutzend, die in Betracht toegung, und die Fatalität war also auf kurze ^mmen. und ich bilde mir in der Tat ein wenig Momente beschränkt. Der erste Halt wurde an , baß ich viele Jahre nach dem „Hin- der Grenzstadt Bouillon gemacht. Beim Diner Smcl€rr • n? sichtlicher Befangenheit auS dem Hause und nahm Ä» Hüpfen." sofort den Arm des Generals Chazal" schreibt c5L”®leP?un 3a$re> Doyen. „Ich stellte mich auf seine ande're Seite ich auf dem 2an5e verlebte, erscheinen mtt die Offiziere dahinter und so durchzogen wir die ""r bis an den schreiende Menge, die wtt mehrmals mit unseren Oiertwi Jahres zuruckreicht) als die Körpern zurückdrängen mußten Die preußische Lebens, und ich hege die Grenze war bald erreicht und von da^an nal)m Voet^!!9^^9'; ba6’ to