Cr. 185 Ü« Giefctner Lnzeiger mit ee Dienstagsdrilag« „S|#ri»Umfd|«ne er- scheint ttglich. außer Sonn- und Feiertags. Monatliche ve,na,preise: mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fern sprech-Anschlüsse: für die Schriftleüung 112; für Druckerei, Verlag und Geichäflsstelle 61. Anschrift für Drahtnachrichten^ An,etaer Gießer». pestschecklonta: Frankfurt a. M. 11686. Ul. Jahrgang Mittwoch, 10. August 1921 Erstes Blatt SiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Otnd und Derlag. Vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steintruderei R. Lange. Zchristlettrm-, Seschäflrjtelle und Drnderei: Zchulstraße 7. Annahme van Anzeige» für die Tayesnummer bi» zum Rachm ttag vorher ohne jede Verbindlichkeit Srtis für I mm tsSde für nzeigenv 34mmBreit» örtlich 40 Pf, auswärts 50 Pf.; für Reklame' Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz. Vorschrift 20',Aufschlag. Hauplschristielter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz, für den übrigen Teil: Dr Reinhold Ienz; für den Anzeigentett: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Lothringen machen. Die Gesamtbevölkerung von 5 200 000 Menschen enthalte nur 1 200 000 Polen. Das britischeReich würde niemals eine Lösung annehmen, die daraus keine 2t ü d f i <Ö t nehme. Lloyd George schlug alsdann vor, die Frage noch einmal durch Sachverständige prüfen zu lassen; sein Vorschlag wurde angenommen. Diese Prüfung müsse aus folgender Grundlage erfolgen: Alle Stimmen mühten für die Zuteilung des Gebietes an die eine oder die andere Macht gezählt werden. Diese Zuteilung könne nicht gemeindeweise erfolgen, sondern entsprechend der Mehrheit, die sich herausgestellt habe. Einzig und allein die Industrie- gebiete bildeten ein unteilbares Ganzes. Die Industriezvne, die viel ausgedehnter sei, als es der französische Vorschlag vorsehe, sei eine künstliche Schöpfung. Das Industriegebiet müsse Deutschland zugesprochen werden, das dort die Mehrheit erlangt habe. Die industriellen Gemeinden seien voneinander untrennbar, denn sie bildeten eine eigene wirtschaftliche Einheit. Lloyd George sagte zum Schluß, er verstehe vollkommen den Wunsch Frankreichs, Garantien tn bezug auf seine Sicherheit zu hadm. Der Oberste 2Üt werde sicher darauf Rücksicht nehmen. Wenn Frankreich aufs neue ungerechtfertigt angegriffen werde, so werde das gesamte britische Reich wie in der Vergangenheit an seiner Seite stehen. Aber Frankreich ser augenblidlich nicht in Gefahr, und es müsse von seinem Siege nur mit Mässigung und Billigkeit Gebrauch machen. Der Berichterstatter der .Agence HavaS" fügt diesem Bericht hinzu, den Eindruck, den man aus der heutigen Vormittagssitzung gewonnen habe, sei der, das) man sich einem Kompromiß nähere. Die Tatsache, das) man die Sachverständigen gebeten habe, die Frage aufs neue in Betracht zu ziehen, scheine ein günstiges Anzeichen. Cs sei auch möglich, das) die privaten Unterredungen, die Driand und Loucheur heute beim Frühstück mit Lloyd George und Lord Curzon hatten, geeignet seien, eine Verständigung zu begünstigen. Weiteres aus Lloyd (Heorges Rede. Paris, 10. Aug. (WTB.) Das „Echo de Paris" gibt die Rede Lloyd Georges offenbar in einer von englischer Seite ausgehenden Fassung wieder. Eine Stelle verdient besonders hervorgehoben zu werden. Lloyd George sagte: Schlesien wäre 700 Jahre deutsch gewesen, das heißt während einer längeren Zeitperiode als die, die verflossen ist, seitdem die Rormandie zu Frankreich gehöre. Es ist wahr, daß Schlesien zu Oesterreich gehört hat, bis es von Friedrich dem Großen erobert wurde. Selbst wenn man von der preußischen Eroberung an rechnet, muß man doch zu- gestehen, daß Schlesien 177 Jahre zu Deutschland gehörte, also i^ne längere Zeitperiode als die, während der Frankreich Elsah-Lochringen besessen hatte, bis es ihm 1871 abgenommen wurde. Die Antwortrede Briands. Paris, 9. 2lug. (WTB.) Wie die Havas- agentur berichtet, hat in der heutigen Rachmiktags- sihung des Obersten Rates zunächst Präsident Briand das Wort ergriffen, um den französischen Standpunkt darzulegen. Er sagte zuerst, die Politik Frankreichs bestehe nicht darin, einem Verwundeten aus dem Schlachtfelde das Leben zu nehmen, aber nach jedem Kriege gebe es Sieger und Wiegte. Der Friedensvertrag von Derfailles spreche sogar ßar aus, daß die Besiegten auch noch die Verantwortlichkeit des Krieges trügen. Frankreich wünsche ebenso wie seine Verbündeten. den Besiegten ein gerechtes Schicksal zu bereiten, aber nicht etwa ein privilegiertes Schicksal. Die Alliierten hätten beschlossen, einemVolle zumWiederaufstchen zu verhelfen. Das sei das polnische Volk. Indem sie diesen Beschluß gefaßt hätten, hätten sie sich auch verpflichtet, ihm die Lebensmöglichkeit sicherzustellen. Die Grenzfrage sei sofort den Mitgliedern der Friedenskonferenz gestellt worden und das Problem in ethnographischer Hinsicht besonders studiert worden. Einstimmig hätten die Mitglieder der Friedenskonferenz Oberschlesien Polen in den Friedensbedingungen zugesprochen. Dadurch habe man Hoffnungen erweckt. Briand sagte, man könne deutsche Werke anführen, so u. a. Brockhatuch Konversationslexikon, daß Oberschlesien niemals für vollkommen Deutsch erklärt worden sei. Der französische Ministerpräsident spricht alsdann t-n4 s^nebnis der Volksabstimmung durch und sagt die Stimme eines Arbeiters hab: den nie - chen Wen wie tue Stamme eines Dauern, aber es gäbe eine moralische Erwägung, die im Zweifels- falle für die Interpretation der Volksabstimmung herangezogen werden müsse. Man habe die Aus- gewaick>erten abftiminen lallen, und ihre Stimmen könnten doch nicht den gleichen Wert wie die der Einwohner, die im ßanbe g blichen seien, haben. Diese seien auch viel interessierter an dem endgültigen Schicksal ihrer Heimat. Von den 200 000 Ausgewanderten, die an der Abstimmung tell- Smmen hätten, hätten 180 000 für Deutschgestimmt. Im ganzen genommen habe das Ergebnis der Volksabstimmung gezeigt, dah der deutsche Bewohner im Osten, der polnische im Westen wohne. Geographisch genommen sei also die Lösung leicht und wirtschaftliche Fragen kämen nur im polnischen Telle in Betracht. Es gebe dort bedeutende deutsche Industriezentren. Indem man einige von diesen Industriezentren gruppiert habe, habe man das Industriedreieck erzielt, aber um zu beweisen, wie künstlich diese Schöpfung sei, werde daran erinnert, dah 1870 In Kattowitz nur ein Gasthaus sich befunden habe. Im Indu- striebecken hätten die Polen 30 000 StimmenMehr- heit erzielt. Die ethnographischen Erwägungen Ein englisch-französisches Äompromih in Vorbereitung Die gestrige Sitzung des Obersten Rates in Paris muß außerordentlich interessant ae- wefen sein. Lloyd George und Briand haben gegeneinander Reden gehalten, deren Schärfe über die Wände des Konferenzsaales nicht hinausdringt. Wir müssen uns mit Havas- meldungen begnügen, die natürlich die Aussprache im französischen Sinne etwas färben und zurechtstutzen. Immerhin wird zugegeben, dah Lloyd George wiederum scharf gewarnt hat, den Bogen des „Siegers" zu Überspannen. Er ist jedoch geneigt, trotz seiner Heber* zeugung, daß das industrielle Oberschlesien von Rechtswegen, aus geschichtlichen, wie aus wirtschaftlichen Gründen, Deutschland zuzuteilen sei, den Franzosen kleine Konzessionen zu machen. Darum schlug er eine neue Sachverständigenberatung vor, worin die Nachzählung deS Abstimmungsergebnisses noch einmal auf besondere Weise erfolgen soll, so dah sich wahrscheinlich schließlich doch noch eine Teilung deS Industriedretecks ergibt. Das nähere ist aus den nachfolgenden Meldungen zu entnehmen. Herr Briand hat in seiner Erwide- rungSrede wieder allerlei Ausflüchte und besondere Zurechtlegunaen gemacht; jetzt beruft er sich sogar auf ein deutsches Konversationslexikon, so dah vielleicht über die mehr oder weniger klare Fassung in diesem Buche noch eine hochnotpeinliche, weltpolitische Untersuchung stattfinden muh. Wir übergehen aber diese Ausflüchte, die einer Widerlegung kaum noch wert erscheinen. Die Rechtslage ist nach den englischen Feststellungen, die uns ja keineswegs freundschaftlich gesonnen sind, ganz klar, und jedes Kompromiß wird ein Herd zu künftigen Konflikten sein. P a r i S, 9. August. (Wolff.) In der heutigen, um 12 Uhr mittags stattfindenden Sitzung deS Obersten Rates werden General Le Rond, Sir Herald Stuart und General de Warinis sich über die augenblickliche Lage in Obersck)lesien atzssprechen, sowie über die verschiedenen Probleme, die sich aus ihr ergeben, insbesondere aber über die Frage der Sicherheit. Einer von ihnen würde, dem „Pe- ttt Parisien" zufolge, die Frage der Grenzziehung berühren. Heute nachmittag sollen alsdann die Regierungschefs die große Debatte ' eröffnen. Paris, 9. Aug. (Wolff.) Havas. In der zweiten Sitzung des Obersten Rates ergriff an erster Stelle General L e r o n d das Wort, um für dieAvtwendigkeit der Entsendung von Truppenverstärkungen vor der Qlnrünbigung der Entscheidung des Obersten Rates einzutreten. Es gäbe eine deutsche und eine polnische Gefahr. Die Devöllei-ung sei nicht entwaffnet, die Freikorps nicht aufgelöst. Deutsche und Polen könnten jeden Augenblick über 100 000 Kämpfer verfügen. Lerond nannte Oberschlesien einen Bullan, beflen Ausbruch immer zu befürchten fei. Der englische Oberkvmmissar Str Harold Stuart erkannte an, daß die Bevölkerung noch immer Waffen besitze, er erklärte jedoch, daß die Truppen des Generals Höfer sich nur erhoben, um die polnischen Aufständischen au bekämpfen. Es sei nicht zu befürchten, daß die Deutschen die Waffen wieder ergreifen würden, wenn keine polnischen Angriffe erfolgten. Er schloß, indem er sagte, die Entsendung von Truppenverstärkungen sei unnötig, aber ein rascher Entschluß und die Aufrechterhaltung der Einheit der alliiertenAktion fei geboten. Der italienische General Martinis erkannte an. daß die Truppen, über welche die Obec-kommission verfüae, ungenügend seien. Er sprach sich für einen raschen Entschluß aus und die sofortige Zuteilung der Gebiete an Deutschland und Polen, damit die alliierten Truppen sofort nachher zurückgezogen werden könnten. Hierauf ergriff Lloyd George bas Wort zu längeren Ausführungen über die englische These. Lloyd George bezeichnete nach Havas das oberschlesische Problem als eines oer verwickeltsten, das je den Obersten 2tat beschäftigt habe. Die Verantwortlichkeit der Alliierten wäre ungeheuer, wenn nach der erfolgten Entscheidung ein Konflikt entstehen würde. Lloyd George erklärte, die Regelung der schlesisch-polnischen Grenze gehe besonders die drei Mächte an, die die Aufgabe übernommen haben, die Volksabstimmung gemäß den Tteftimmungen des Friedensvertrages durchzuführen, also Frankreich, Italien und Großbritannien. Die beiden letzten Mächte hatten in dieser Frage eine ziemlich gleiche Ansicht, der französische Standpunkt aber sei verschieden. Man müsse versuchen, die in Frage kommenden Thesen aus- zugleichen, denn der Weltfriede hänge von der Entscheidung, die getroffen werde, ab. Die Regelung der Frage könne nicht auf Kosten der Mehrheit der 'Bevölkerung Oberschlesiens geschehen. Zur näheren Kennzeichnung dieser Mehrhell entwickelte Lloyd Geovge die Geschichte Ober- schlesiens, das zum Tell deutsch und zum Tell österreichisch gewesen sei, deshalb habe man auch auf der Friedenskonferenz nicht zugestanden, daß feine Bevölkerung ein homogenes Ganze barst eile. Diese Ansicht fei «>urch das Ergebnis _ber Volksabstimmung bestätigt worden. Man dürfe nicht aus Oberschlesien ein neues Elsaß- müßten vorherrschen. Sie hatten die französische Regierung geleitet, und in ihrem Entwürfe erhalte Deutschland die Mehrheit der Stimmen, die für Deutschland gestimmt hätten, aber auch Polen. Der englische Plan jedoch habe diesen Vorzug nicht; denn er will 70 Prozent der polnischen Stimmen Deutschland übertragen, während er nur 11 Proz. der deutschen Stimmen Polen zuspreche. Lloyd George habe heute vormittag bemerkt, damit das Industriegebiet leb n könne, müsse man ihm die Arbeiterzentren der ländlichen Kommunen angliedern. Wenn diese Arbeit gemacht werde, bleibe das Dreieck trotzdem eine Enklave in der polnischen Masse, und um cS dem deutschen Gebiet anzugliedern, stelle sich die Fratze des Korridors. Briand schloß mit der Erklärung: wenn sich die Alliierten nicht einigen können, werden bie Folgen unberechenbar sein. Die französische Regierung sei sich dieser Gefahr immer bewußt gewesen und habe die Frage geprüft, überzeugt davon, daß der einmütige gute Wille der Alliierten ^s gestatten werde, für das oberschlesische Problem eine Lösung zu finden, entspr«hend der Billigkeit der Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages und den Ergebnissen der Volksabstimmung. Die französische Regierung werde alles in diesem Sinne tun, was von ihr abhänge. Ministerpräsident Donomi appellierte alsdann im Ramen Italiens an die Solidarität der Alliierten, um zu einer einstimmigen Entscheidung zu gelangen. Der Vertreter Japans, Baron Haya- s h i, drückte den Wunsch aus, dah eine Einigung über eine gemeinsame Formel gefunden werde. Die Sitzung des Obersten Rates war um 6.55 Ahr beendet. • Paris, 9. August. (Wolff.) Rach dem „Petit Parisien" griff auch Minister Loucheur gestern in die Debatte ein, um nach den Auseinandersetzungen des englischen juristischen Sachverständigen Sir Cecil Hurst einige Ziffern richttgzustcllen. Loucheur bemerkte, daß der englische Vorschlag die Angerechttgkeit begehe, 9 Elftel der polnischen Bevölkerung Deutschland zuzusprechen und nur zwei Elftel dieser Bevölkerung Polen selbst. Die neue Beratung der Sachverständigen. P a r i s, 9. Aug. (WTB.) Rach dem „Temps" lauten die neuen Instruktionen, die den Sachverständigen für ihre Beratungen gegeben wurden, wie folgt: 1. Jede Stimme muß nach ihrem Wert in Betracht gezogen werden. Man kann nicht zulassen, daß die Stimme eines Bauern mehr wert sei, als die eines Handwerkers, noch dah das In- bufkieg .biet als eine künstliche Schöpfung angesehen werden könne. 2. Die iuöuftriellen Einheiten, die sich zugunsten Deutschlands mit 2 gegen 1 Stimme ausgesprochen haben, müssen Deutschland zuge- sprochen werden. 3. Die dem Industriegebiet benachbarten Gebiete müssen den Gegenstand ernsthafter Prüfung bilden, damit festgestellt werde, in welcher Weise sie diesem Industriegebiet angegliedert werden können. Rach dem „Temps" sagte LkohdGeorge ferner, kein Doll, einschließlich des britischen, könne es zulassen, daß es in einen Krieg hineingezogen werde, der durch die Tatsache hervorgerufen sei, dah einer der Alliierten in ber Stunde des Triumphes Mißbrauch mit seiner Kraft getrieben oder eine Herausforderung der Gerechtigkeit begangen habe. Paris, 10. Aug. (WTB.) Der .Petit Parisien" ertlärt, daß es nicht unmöglich lei, daß die Arbeiten der Sachverständtgen schon heute abend beendet seien. Die Beratungeu der. kleinasiatischen Frage. Paris, 10. August. (WTB.) Der Schluß der gesttigen Dachmittagssitzung des Obersten Rates wurde mit der. Prüfung der klein- asiatischen Frage ausgefüllt. ES äußerten sich hierzu Marschall F o ch und der englische Oberst Heywood, der kürzlich an der griechischen Front gewesen ist. Die beiden mlli- tärifchen Sachverständigen erklärten, über das endgültige Ergebnis des türkisch-griechischen Feldzuges könne man vielleicht erst nach Monaten urteilen, da die endgülttge Entscheidung so lange hinausgeschoben werden könne. Die Absicht der Alliierten sei es, in diesem Konflikt n e u t r a l zu bleiben. Eine andere Handlungsweise sei nicht möglich, da beide krieg- führenbe Parteien bis zur Stunde eine Vermittlung noch nicht angeregt hätten. Die Konferenz der Finanzminifter. P a r i S, 9. August. (Wolff.) In der heutigen Konferenz der alliierten Finanzminister sind die einzelnen Staaten wie folgt vertteten: Frankreich durch D o u m e r, Italien durch den Schayminister Soleri, England durch Sir Robert H o r n e, und Belgien durch Finanzminister T h e u n i S. Die interalliierte Finanzkonferenz und die Befatzungskoften. Paris, 9. Aug (WTB.) lieber den Verlauf der Dachmittagssitzung der interalliierten Finanzkonferenz wird gemeldet, daß man sich vor allen Dingen mit der Frage der Kosten der Besatzungsarmeen beschäftigte. Es wurde beschlossen. ein Komitee einzufetzen, bestehend aus den Finanzministem der alliierten Länder, um den Betrag der Kosten für bie Besatzung biS zum l.Mai festzustellen. Dieser Ausschuß soll auch die Besatzungskosten für jede- einzelne Land prüfen. Während ein englischer Soldat 15 Eo bmarf pro Tag lofkt, tetr, g n die Unterhaltungskosten für einen französischen Soldaten nur 6 Goldmark. Minister Loucheur schlug zur Vereinheitlichung der Ausgaben einen Betrag von 11 Goldmark für jeden Mann vor. Bis jetzt hat die englische Delegation diesem Antrag noch nicht zugestimmt Der gleiche Ausschuß müsse auch prüfen, ob die Lieferungen Deutschland s die Kosten decken und wenn nicht, wie bai Defizit gedeckt werden soll. Ein weiteres Komitee soll die Desahungskosten nach dem l.Mai prüfen. Dieser Ausschuß wird morgen zufammentreten französische Stimmen. Paris, 10. Aug. (WTB.) lieber den gestrigen Tag und die über die Teilung deS Industriegebietes qngenommene Resolution schreiben die Morgenblatter. indem sie fast durchweg nicht mehr an der Möglichkeit einer Einigung zweifeln. Per tina ? sagt im „Echo de Paris", der gestrige Tag habe schlecht begonnen, was aber nicht bedeute, dah er schlecht geendet habe. Lloyd George habe in seiner Rede die eftra- Vaganten historischen Theorien wieder vorgebracht, die seine berühmte Rede vom 13. Mai ausgezeichnet hätte. Obzwar Pertinar die Antwortrede Briands schwach findet, erklärt er, die drei in Lloyd Georges Vorschlag für die Arbeit der Sachverständigen enthaltenen Richtlinien seien von Briand nicht restlos angenommen worden. General Lerond habe den franzos.schen Standpunkt aufrecht erhalten, aber was nütze daS alles, da die Deutschen zum gröhten Teil Befriedigung erhalten würden. Die Forderungen des Generals Lerond seien also ins ßeere gegangen. In der Angelegenheit der Verstärkungen habe man vor 14 Tagen in Berlin gedroht und in London eine fast brutale Sprache geführt. Pertinax schließt: Ist das eine französische Politik? Englische Prcssestimmen. London, 10. Aug. (WTB ) Lloyd Georges gestrige Rede auf der Pariser Konferenz bildet das Hauptthema der Preise. Der Ton der Blätter ist bezüglich der Aussichten auf eine Regelung der oberschlesischen Frage zuversichtlich. .Daily Telegraph" zufolge bestehe guter Grund zu der Annahme, daß die internationale Spannung wegen Oberschlesien beträchtlich nachgelassen hat und dah mehr Aussicht auf eine- Lösung bestehe. Das Blatt erklärt, dah das ober» schlesische Industriedreicck zu Deutschland g HZr^ sei im Obersten Rat erneut mit größtem Rach druck hervorgehoben worden. Das Blatt weist jedoch auf die Möglichkeit hin, dah ein Kompromiß auf der Grundlage der Preisgabe des Grundsatzes der Unteilbarkeit des oberschlesischen Industriedreiecks gefunden werden könne. Offiziell liegen dem Blatt zufolge keine Anzeichen dafür vor. CS sei jedoch, wie verlautet, Tatsache, daß jetzt sowohl auf englischer wie auf französischer Seite die Reigung vorhanden ist. eine Grenzlinie, die das umstrittene Gebiet durchschneidet, in Erwägung zu ziehen. Wenn dies auch nicht die beste Lösung sei, so sei sie doch die am besten erreichbare. „Daily Mail" berichtet, der durch die englischen, französischen und italienischen Ober- tominiffare verstärkte Sachverständigen-Ausschuß sei so gut wie angewiesen worden, eine Teilung des umstrittenen Industriedreiecks zwischen Deuthen—Gleiwitz—Kattowitz zwischen Polen und Deutschland vorzuschlaaen, das die englische Regierung bisher Deutschland zuteilen wollte. Der diplomatische Berichterstatter deL „Daily C h r o n i c 1 e" meldet aus Paris, man nähere sich einer Lösung deS oberschlesischen Problems. In gut unterrichteten Kreisen glaube man, dah der Oberste Rat bald eine Regelung der ober- schlesischen Frage erzielen werde. Die Sachverständigen hätten, sich bereits an die Festsetzung einer neuen Grenzlinie gemacht, die von Rorden nach Süden anstatt von Osten nach Westen verlause. England müsse den Polen im Industriedreieck Boden überlassen und Frankreich müsse dagegen einen Teil des noch unentwickelten Gebietes von P 1 e ß und R y b n i k Deutschland zugestehen. Ein Punkt, der Eindruck gemacht habe, fei der dah in 15 Jahren das Industriedreieck wahrscheinlich von viel geringerem wirtschaftlichem Werte sein werde während der nicht aus- qebeutete östliche Bezirk entsprechend im Werte ft eigen werde. Der Berichterstatter deS „Daily Chronwle" erklärt, wenn die polittschen Grundsätze angenommen würden, hätten die Sachverständigen freie Bahn. Es sei jetzt wahrscheinlich, dah die Franzosen den Geist der von Lloyd George in seiner aeftrigen Rede niedergelegten Grundsätze annepmen würden. Wenn dies der ^all wäre, so sei damit die wirkliche Arbeit der Konferenz erledigt, und die Entente sei gerettet Die Rote-Kreuz-Hilfe für Rußland. Berlin, 9. Aug. (WTB.) Der Präsident des internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Ador, lud das deutsche Rote Kreuz ein, an der Konferenz in Genf am 15. August teilzunehmen. Auf der Konferenz soll die Frage der internationalen Rotekreuzhllfe für Rußland beraten werden. Der Präsident des deutschen Roten Kreuzes, Landesdirektor von Winterfeld t, antwortete Ador, dah das deutsche Rote Kreuz der Einladung entsprechen werde und drückte dabei aus, daß das deutsche Rote Kreuz auf dem Standpunkte stehe, dgh angefidftö bet Größe des russischen Problems nur auf breitester internationaler Basis dem notleidenden Ruhland ■eine wirksame Hilfe gebracht werden könne. Die -eingeleitete Hilfsaktion des deutschen Roten Ären® -es auf sanitärem Gebiete wird hierdurch nicht berührt. Maxim (Borki in Deutschland. , Berlin, 10. Aug. Die „Dörsenzeitung" mel- Let: Ma?. Im Gorii ist in Berlin eingetroffen, um in der Frage der Hilfsaktion für Ruhland mit den beteiligten Stellen Fühlung au nehmen. ®r beabsichtigt Die Durchführung der Aktion durch persönliche Verhandlungen in einer Reihe deutscher Grohstädte zu fördern. Die Revolte tu Spanisch Marokko. Paris, 9. Aug. (Wolff.) Eine Depesche aus C a ! a b l a n c a an die Leitungen gibt Einzelheiten über die augenblicklichen Ereignisse in Spanisch-Marokko. Iouffray, der in den Jahren 1910 bis 1912 das Rifs als Forscher durch- quert hatte, hat am Sonntag in Fez Eingeborene befragt, die an den letzten Kämpfen teilgenommen haben. Rach den von Iouffcay eingezogenen Erkundigungen. hat der Aufstand am Jahrestag der Revoltierung der eingeborenen Truppen begonnen. Die Bewegung war dermahen rasch, und so gut gelungen, day alle Riffbewvhner überrascht waren. Da Houffray über-die Möglichkeit einer Gesamtbewegung der Eingeborenen skeptisch schien, sagten ihm die Eingeborenen, dah im Riff sich alles geändert habe, dah Leine Unordnung mehr herrsche, sondern Di ziplin und dah die Reibereien aufgehö.t hätten, Ueberall habe man die Kämpfer aufgefvrdert, sich jedes nutzlosen Mordes zu enthalton und nur während der Kämpfe zu tüten. Durch ihre Erfolge ermutigt wollten die Stämme unverzüglich Zeluan und Melilla stürmen, aber die Äotabeln haben dies mit Rücksicht auf die europäische Bevölkerung verweigert. Es wurde eine Abordnung gebildet, aber ihre Berhandlun- gen sind gescheitert und der Sturm wurde beschlossen Alle Stämme des Riffs haben daran teilgenommen. Auf eine Frage IouffratzS nach den Rarnen der Führer sollen die Riffbewohner, wie Havas hinzufügt, geantwortet haben, dah deutsche Forscher einen groben Teil der Verantwortung zu tragen hätten. (?) Madrid. 9. Aug. (WTB.) ,El Sol" und „Acrion" melden eine neue Bewegung der Kabhlen. Die spanischen Gefangenen werden auf 5000 beziffert. Die Marokkaner drohen mit deren Tötung, falls ihre Lager mit Fliegerbomben beworfen werden. Flugpostdienft zwischen Deutschland und Argentinien. La dir. 9. Aug. (Wolfs.) HavaS meldet: Der Vertreter eines deutschen Hauses unternahm Schritte bei dem Zivilgouverneur der Stadt, um jede Erleichterung für die Errichtung eines Laudeplatzes und eines Flugplatzes im Gebiete der Provinz Codi? zu erhalten. Die Einrichtung soll für die Zeppeline bestimmt fein, welche den Postdienst zwischen Deutschlmrd und der Republik Argentinien versehen sollen. Die deutsche Einfuhr nach England. London, 9. Aug. (Wolff.) 3m Unter- h a u s wurde von der Regierung mitgeteill, dah die deutsche Einfuhr nach England vom 1. 3anuar bis 30. 3uni sich auf 11 79 491 Pfund Sterling belaufe gegenüber 11 895 943 Pfund Sterling in derselben Zeit des Vorjahres. Aus dem Reiche. Erhöhung der Lebenshaltungskosten. Berlin. 9. August. (Wolff.) Die Reichsindexziffer für die Lebens- h a l t u n g S k o st e n, die vom Statistischen Reichsamt auf Grund der Erhebungen Über die Angaben für Ernährung, Heizung. Beleuchtung und Wohnungsmiete berechnet wird, stieg im 3ult beträchtlich und beträgt 963. während sie im Vormonat 896 betrug, und im Januar, dem bisher teuersten Monat, 924 erreichte. Zu der Steigerung trugen im Berichtsmonat die Preiserhöhungen für fast alle Nahrungsmittel bei, besonders für Hülsen- früchte. Fette, Eier, Milch, und vor allem für die bei der Zusammensetzung der Berechnungen zu Grunde liegende Rormalration. Für die Feststellung der Reichsinderziffer fallen die infolge der außergewöhnlichen Witterungs- verhältniste stark in die Höhe gegangenen Preise für Gemüse sowie Kartoffeln neuer Ernte sehr ins Gewicht. Die Bewegung innerhalb des Reiches war, im Gegensatz zu den Vormonaten, ziemlich einheitlich. 3n fast allen Erhebungsgemeinden war eine Steigerung der Lebenshaltung festzustellen. Berlin. 9. August. (Wolff.) Der deutsche Eisenbahner-Verband teilt mit: Am 9. August traten die Vertteter der v i e r g r o • hen Eisenbahnerorganisativnen zusammen, nämlich des Deutschen Eisenbah- nerverbandes, der Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und Staatsbediensteter, des Allgemeinen Eisenbahnerverbandes und der Reichsgewerkschaft der Etsenbahnbeamten und Anwärter zur Beratung über die Durchführung der aus der Preissteigerung sich ergebenden Lohn- und Gehaltsforderungen. Nachdem die Reichsgewerkschaft erklärte, mit Rücksicht auf ihre Zugehörigkeit zum Deutschen Beamtenbunde vorläufig eine Einheitsfront nicht Herstellen zu können und chre Vertreter sich weigerten, gemeinsame Forderungen aufzustellen, erfolgte die Konstituierung eines Sechzehnerausschusses, der sich aus den erstgenannten drei großen Verbänden zusammensetzt. Ueber die einzureichenden Forderungen wurde vollständige Einigung erzielt. Aufgebessert werden sollen die Bezüge der Arbeiter. Angestellten, Beamten und Pensionäre. Es soll versucht werden, Verhandlungen auf dem schnellsten Wege zustande zu bringen. Der Parteitag -er Deutschen VolkSpartei. Berlin. 10. Aug. Die „Tägliche Rundschau" meldet: Der diesjährige Parteitag der Deutschen Volkspart ei findet, nachdem der ursprünglich festgesetzte Termin wegen der Berliner Stadtverordnetenwohlen fallen gelassen werden muhte, nunmehr vom 22. bis 25. Oktober in Stuttgart statt. Aus Hessen. Der neue Direktor der Gietzener Universitätsbibliothek. Wir haben bereits gemeldet, dah an Stelle deS in den Ruhestand versetzten Herrn Geheimen Hosrats Haupt Professor Dr. Ebel zum Direktor der Universitätsbibliothek ernannt worden'ist. 3n einigen Blättern war aus diesem Anlah die Personalpolitik des Präsidenten Dr. Strecker angegriffen worden. 3n der amtlichen „Darmstädter Zeitung" vom gestrigen Dienstag erscheint darlauf nunmehr folgende in ihrem Hauptsatz in Sperrdruck hervorgehobene Rotiz: An Stelle des verstorbenen Geheimrats Dr. Haupt wurde der demokratische Stadtverordnete Dr. Ebel zum Direktor der Universitätsbiblio- thek (Sieben ernannt. In einem Teil der Presse wird von einer geflissentlichen Zurücksetzung des seitherigen stellvertretenden Direktors Dr. Heuser aus parteipolitischen Gründen gesprochen. Wie uns aus akademischen Kreisen mitgeteilt wird, ist Dr. Heuser weder von dem seitherigen Direktor noch von der 11 n i d c r f 11 ä t, die i h n nicht in Vorschlag brachte, noch von der Beamtenschaft der Bibliothek als geeignet für den Posten angesehen worden. So wurde denn der nächstdienstälteste Beamte, dessen Fähigkeiten nicht in Zweifel gezogen werden konnten, zum Direktor ernannt Alle anderen Kombinationen sind irrig. Wir möchten dazu zunächst die Tatsache feststellen, dah Rektor und Senat ursprünglich als Rachfolger von Geheimrat Haupt einen auswärtigen Herrn vorgeschlagen hatten. Welche Gründe dabei zur Geltung gekommen waren, entzieht sich unserer Kenntnis, bedarf auch keiner öffentlichen Erörterung. Die auffällige und überaus taktlose Veröffentlichung des Amtsblattes der hessischen Regierung, in der sogar von einem verstorbenen Geheimrat Haupt gesprochen wird, fordert aber zur schärfsten Verurteilung heraus. Auch wenn die obige Rotiz nur aus „akademischen Kreisen" stammen sollte, so muh sich doch das sonst von Herrn Dr. Strecker immer eingehend kontrollierte und inspirierte Regierungsblatt darüber klar fein, dah es mit seiner öffentlichen Anrempelung eines unbescholtenen Beamten ein schlimmes Licht wirft auch auf den Geist, in dem das Dildungsamt die Personalfragen erledigt Wenn es der „Darmstädter Zeitung" wirklich um eine Klarstellung gegenüber Angriffen auf den Präsidenten Strecker zu tun war. so war sie den Lesern vor allemeine lückenlose Darstellung des vorliegenden Falles schuldig, auch die Abweichung von dem Vorschlag der Lanbesunlversität begründet werden muhte. Herr Dr. Strecker wird nicht umhin können, über den takllosen Verstoh seines Blattes Rede zu stehen und die fehlende sachliche Aufklärung nachzuholen. Aus dem besetzten Gebiet. Verhaftung eines Pollzeikommisfars. fd. Wiesbaden, 9. Aug. Der Pollzellvm- missar K l e t f o r d wurde von den Franzosen ohne Angaben von Gründen verhaftet und nach Mainz verbracht Aus Stabt und Land. (Ziehen, den 10. Aug. 1921. Wettervoraussage für Donnerstag: Dedeckt, zeitweise Riederschläge, westliche, später nordwestliche Winde. Die Depression, die gestern nordwestlich Irlands lag, ist schnell in südöstlicher Rlcht^ng vorgedrungen und liegt heute mit ihrem Kern über Großbritannien. Bei wett rem südöstlichen Vordringen ist morgen mit Riederschlägen zu rechnen. ” Die Universitätsbibliothek hatte am 31. März einen Gesamtbestand von 320 264 Büchern und 184 976 llnlversitätS» und Schulschriften. Der Zuwachs betrug im letzten Jahr 10 154 Bücher usw. Die Anzahl der im Lesesaar benutzten Werke betrug 5718 Stück, außerhalb des Hauses wurden ver.i Heu insgesamt 41E65 Stück, darunter außerhalb Gievens 1381 Siück in 335 Sendungen. Die Zahl der Entleiher betrug im Sommersemester 1923 1544. im Wintersemester 1527, die Zahl der die Bibliothet 'benützenden Studierenden im Sommers emester 840 (39,1 Proz.), im Wintersemester 815 (43 2 Proz.). ** Der Landesverband der Hessischen Polizeibeamten hielt in der vorigen Woche im Hotel Ginhorn unter dem Vorsitz des Polizeivberwachtmcister Schäfer aus Darmstadt seinen dritten Q3erbanbe tag ab, der sich eines sehr guten Besuchs erfreute. Rachdem am ersten Tage eine Reihe innerer geschäftlicher An- geleaenheiten ihre Erledigung gefunden hatte, wurde die Hauptverhandlung am zweiten Tage durch den Vorsitzenden Schäfer eröffnet, der die Vertreter aus allen Landestellen, insbesondere aber die Regierungsvertreter Kreisamtmann Ditt- mar, Finanzrat Lippert und Zustizrat v. Siff, den Beigeordneten Dr. S e i b, Giehen, die Vor- schenden der Landesverbände von Baden, Gräf, Heidelberg, Dreuhen, Siering, Düsseldorf, des Reichsverbanöes, Polizeimajor Becker, Berlin, den Vertreter von Hamburg, Polizeihauptmann Rusch, den Polizeischulrat Helbig, Stuttgart, die verschiedenen Amtsvorstände, sowie die Vertreter der Schutzpolizei unb der Gendarmerie. Ansprachen hielten hierauf Dr. Selb, Giehen, Amtmann D i t t m a r , Darmstadt, Finanzrat Lippert, Darmstadt, Rusch, Hamburg, u. a. Den ersten Gegenstand der Beratung bildete die Frage der Einheitsorganisation, über die der Vorsitzende berichtet. Der Hauptausschuh hat am Tage vorher den Antrag angenommen. Es ist habe i nicht eine Verschmelzung, sondern nur ein Zu- sammenschluh zu gemeinsamer Arbeit unter Wahrung der Selbständigkeit der einzelnen Gruppen gedacht. An der sehr lebhaften Aussprache beteiligten sich u. a. Rusch, Hamburg, der aus der gemeinsamen Tätigkeit große Vorteile erhofft, und Jobst, Babenhausen, der die Zustimmung der Grünen Polizei zusicherte. Klaup und Gerhard, Darmstadt, können für die Gendarmerie nur unter Vorbehalt zustimmen. Rach weiteren Ausführungen von Siering, Düsseldorf, Gräf. Heidelberg, Hoch, Darmstadt, Becker, Berlin, und H e r b t g , Stuttgart, die alle für die (Sin- heits Organisation wann eintreten, wird diese beschlossen. Die Richllinien sollen in den näch° ften Tagen ausgearbeitet werden und man hofft, dah auch die Gendarmerie sich bis dahin anschlieht. Die Einhettsorganisation schlieht sich dem Retchs- verband, dem deutschen Deamtenbund und der Süddeutschen Arbeitsgemeinschaft an. Dem ®e- meinbebeamtenbunb kann sie rtur im Kartellver- hältnis angehören. Es folgt bann die Beratung der Kleiderfrage und In Verbindung damit die Gehaltsregelung. Da nach den neuen Bestimmungen zwei Fünftel der Uniformkosten von den Beamten selbst zu tragen sind, bedeutet die neue Gehaltsordnung für die meisten keineVerbe s s e r u n g. Rach eingehender Aussprache über die Desoldungsverhältnisse, an der sich u. a. der Vorsitzende, Ruschs Hamburg, Boehm, Mainz, Gräf, Heidelberg, Bräutigam, Offenbach, Hoch und Oechler, Darmstadt, Amtmann Dttttnar und Becker, Berlin, beteiligten, wird eine Entschließung angenommen, durch welche die Regierung aufgefordert wird: 1. eine bessere und gerechtere Eingruppierung der hessischen Polizeibeamten wie bisher, 2. die Lieferung freier Dienstkleider an alle uniformierten Beamten, 3. die Zahlung einer der besonders gearteten Tätigkeit der Kriminalpolizei entsprechende Entschädigung für Dienst und Kleideraufwand zu beranlaffen. Gleichzeitig wird die Regierung ersucht, anläßlich der Verstaatlichung der kommunalen Polizei die Verpflichtung anzuerkennen, den kommunalen Polizeibeamten unter Wahrung seiner wohlerworbenen Rechte In gleichwertige Stellen der Staatspolizei zu übernehmen Es wird weiter erwartet, dah zur Erledigung dieser Fragen die Mitwirkung des Landesverbandes unb der dazu berufenen Deamtenvertretung erfolgt Zur Frage der P o l iz e i sch u le gibt der Vorsitzende einige Erläuterungen. Es soll ein Landesschulausschuh gebildet werden. Rach Mitteilungen von Rusch, Hamburg, und Her- big, Stuttgart, über die dortigen Verhältnisse gibt Polizeidirektor Dr. Wehner, Darmstadt, bekannt, dah am 15. August ds. Zs. in Sarmftabt durch die Regierung eine Landespolizeischule eröffnet wird, in der 1. Polizeifachunter- richt. 2. allgemeine Bildung unb 3. körperliche Ausbildung unb Wafienunterrich' gelehrt werden sollen. Die zur Schule fommanbierten Beamten scheiden während dieser Zeit aus dem Dienste ans. Es lind wöchentlich 45 Unterrichtsstunden vorgesehen. Am 1. April 1922 sollen alle Beamte die Polizeischule besucht haben. Die Schule wird von Major Reuter geleitet Der Antrag zur Bildung eines SchulauSschussrs wird angenommen, nachdem von verschiedenen Seiten bedauert wird, dah die Regierung selbständig ohne (Befragen der beteiligten Verbände vorging. Hieraus wird ein Antrag auf Vermehrung der Oberwachtmeisterstellen an- ficnonunen. Bei der Reuwahl des Vorstandes er- olgt Wiederwahl der bisherigen "7^i-glieder sowie Bestimmmig einer Anzahl Fachgruppenvertreter OahreS- vnd Kassenbericht werden genehmigt und der Vorstand entlastet Der StcrbcgeDbeitraa wird von 50 Pf. auf 1 Mk. und der blinde Beitrag zur Deckung der Untoften in der gleichen Weife erhöht. Der Kassier soll eine Vergütung von 600 Mark erhalten. Der Deneralvertrelertag mit der Grünen Polizei und der Gendarmerie soll am 1. September ftattfinben. Mit DankeSworten wird die Tagung abends 8.20 Uhr durch den Vorsitzen den geschlossen. Die ZuckerbezugSscheine für den Monat September 1921 können am 11. ds Mls. auf dem LebensmUtelamt. Zimmer 8, d irch Kleinhandelsgeschäfte in Empfang genommen werden. Borno. tzen. — Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Vahnhofstratze, „Zi- geunerblut“. — Astocialichtfpiele: „Entgleist", und „Die sündige Vestalin". — Eine Versammlung für alle 168er findet Freitag, den 12. August, abends 9 Ahr, im Hotel Kobel statt. (Siehe Anzeige.'' Kreis Lauterbach. ISchadges bei Lauterbach, 9. Aug. Unsere kleine Gemeinde hat die Errichtung eines eigenen Elektrizitätswerkes beschlossen, es ist zu 100 000 Mark veranschlagt Das Wasser der Altfell wird als Kraftquelle benutzt. Gegenwärtig wird an den HauSanschlüssen gearbeitet. Kreis Schotten. Schotten, 9. Aug. Am Samstag fand hier unter Vorsitz des IustizbureauinspcktorS Dilling eine gut besuchte Versammlung der Reichs-, Staats- und Gemeinde- beamten de.' Kreiseö Sch st en ftiti Tertre en waren insbesondere die Orwkartelle Gedern. Lau- bad) und Schotten deS Deutschen Beamtenbundes. Zweck der Versammlung war die Bildung eine« Kreiskartells für den Kreis Schotten als Teil des Landeskartells Hessen des Deutschen Beamten» bundes. Heber den hessischen Deamtentaa inDart»» stadt am 16. Qull d. I., auf dem daS Landes - kartell Hessen des Deutschen BeamtenbundeS gegründet wurde, berichtete Oberamtsrichter Zimmermann aus Laubach. Die Bestrebung, die besonders in der Revolutionszeit sehr stark einsetzte, die aber auch jetzt noch nicht ganz jur Ruhe gekommen sei, nämlich die Aufhebung des Berufsbeamtentums und deren Ersetzung durch die Anstellung auf Grund eineS Arbeitsdienst- Vertrages, womll der Anspruch des Beamten auf Ruhegehalt und Hinterbliebenenverlorgung hin- fiele, müsse bekämpft werden, bann aber die ungerechte Behandlung bei der Orteflaffen ein« tetlung unb der verschiedenen Staffelung bet Teuerungszuschläge. Zum KreiSobrnann für den Kreis Schotten wurde Oberamtsrichter Z l m metmann, der Vorsitzende des Oriskatells Lau- bach einstimmig gewählt. 3n seinem Schlußwort betonte Herr Dilling, dah eS Pflicht eines jeden Beamten sei, dem Deamtenbunde beizutreten Starkenburg und Rheinhessen. rm. Offenbach a. M., 9. Aug Siebenhundert Vögel im Wert von vielen Taufend Mark sind einem Vogelzüchter In der Wathilden- st ratze bei einem Dach st uhlbrand umgekommen. Die Brandursache ist noch nicht ermittelt NreiS Wetzlar. Oberlemp, 10. Aug Die Schwesterfirmrz S. Dock u. Co. und Haubach u. Co., Gletzen eröffnen demnächst hier eine neue Zigarrenfabrik. Da sowohl am hiesigen Ort als auch in der näheren Umgebung noch keine Industrie besteht wird das Unternehmen allseitig freudig begrübt. Hessen-Nassau. rm. Wiesbaden, 9. Aug. In einer am 7. August in Koblenz Äufammengerufenen Versammlung des MleterschutzverbandeS der Länder am Rhein wurde eine (S n 11 d) ft e» Huna gefaßt in der gegen die Abhängigmachung der Rechtsbeschwerbe gegen Entscheidungen deS Miteinigungsamtes durch einen Rechtsanwalt Verwahrung eingelegt wird unb Weller eine bessere Fühlung' mit den Mieterorganisattvnen. eine gesetzlich festgelegte Kostenverteilung des MieteinigungSamtä u. a. gefordert werden. Die Rothersteins. Roman von Erich Ebenstein. Copyright 1919 by ©reiner & Eomp., Berlin W 30. 26. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Magelone starrte ihm bestürzt nach, als er das Zimmer bereits verlassen hatte. Was sollte dies bedeutend So knapp und kall hatte er nocy nie mit ihr gesprochen. Sollte er doch irgendwie erfahren haben, bah ihre Krankheit In Wien nur fingiert war und sie? — Aber nein, daS war ja unmöglich. Alle gemeinsamen Bekannten waren ja fort von Wien, und Wendloh wutzte Bescheid. Der hätte auchfchon Annelieses wegen geschwiegen, iLbst wenn Iie es ihm nicht besonders eingeschärft hätte. Und Rüdiger verbrachte doch feine Abende, wie er Ihr selbst erzählt hatte, während der ganzen Zell im Familienkreis Professor von Rücklings, bar sein Lehrer auf der Hochschule für Bodenkultur gewesen war Rein, es war ganz unmögllch, datz er etwas wusste ... 2lber bann? War er böse, datz sie so Tange weggeblieben war? Möglich ... ja, das mutzte eS sein. Sie lächelte wieder beruhigt. Run, das würde sie schon wieder in Ordnung bringen . . 13. Kapitel. Herthas Appell an sein P,llchtgesühl als Vormund machte Rüdiger doch mehr zu schaffen, als er anfangs gedacht. Immer wieder mutzte er daran denken, unb ost siel es ihm mitten in einer wichtigen Arbeit ein. oder er mutzte abends daran benien, wenn er müde im Bett lag unb lieber geschlafen hätte. Wenn er nur gewutzt hätte, wie er es anstellen sollte. Dorotheas Vertrauen äu gewinnen oder erst nur überhaupt ins Gespräch mit ihr zu kommen I Aber er sah sie ja nie allein. Sie huschte ja immer so scheu davon, wenn er die Absicht hatte, sich ihr zu nähern. Da entschlotz er sich endlich eines TageS. die Gelegenheit einfach zu erzwingen. ®r war früher als sonst heimgekommen zu diesem Zweck und erfuhr auf seine Frage vom Diener, dah die beiden Komtessen mll Seiner Durchlaucht eben den Kaffee am Rosa-Pavillon nähmen. Sofort machte er sich auf den Wea dahin. Als er aber die schattige Buchenallee durchschritten hatte, die auf den Kiesplatz vor dem Pavillon mündete, blieb er plötzlich gefesselt durch ein anmutiges Bild, das sich seinen Augen bot, stehen. Unter den zwei mächtigen Kastanien, deren dunkles Grün sich scharf abhob von der rosenroten Mauer dahinter, stand der gedeckte Kaffeetisch, an dem Hertha lesend sah. Do aber ging, Arm In Arm, munter plaudernd, mll dem Fürsten auf und ab. Letzterer machte heute gar nicht mehr den Sindrua e»neS hinfälligen Greises. Seine Haltung war stramm, sein Antlitz frisch gerötet und sein Gang so elastisch, als hätte er nie einen Dichtanfall gehabt. Rüdiger mutzte sich lln stillen gestehen, datz fein alter Herr sehr reprälentabe! äussah, wie er da mit altfränkischer Ritterlichkeit neben dem jungen Mädchen ging, das wie ein wunderfeines zierliches Dachstelzchen umherttlppelle. .Siehst du, Onkel üb alb, wie eS nun herrllch geht mll dem schlimmen Bein," sagte Do eben. „Unb das kommt nur, weil Du mir folgtest und dir die Heublumenbäder und Umschläge gefallen liehest." „I was. bilde dir das nicht ein, dummes, kleines Mädel," protestierte der Fürst gut gelaunt »Das kommt well wir RothersteinS einfach nicht unterzukriegen sind. Richt mal von der Gicht Aber was ist'S nun, kriegen wir heute keinen Kaffee, ober willst du ihn partout kall werden lassen?" .Durchaus nicht Aampe hat ihn Übrigeneben erst gebracht. Ich wollte dir nur zeigen, wie hübsch du schon marschieren kannst Onkel Ubalb. Ich denke, den Fahrstuhl können wir nun für lange in die Ecke stellen." .Gott geb's! Hoho. waS gibt'- denn da für eine verdeckte Schüssel heute?" unterbrach er sich, als sie beide an den Tisch getreten waren, und wollte den mit Bergenzian geschmückten Decket Heden. Aber Do Iahte rasch feine Hand. „Latz, bitte, — nicht anrühren! Erst raten. Ich habe das eigen- für dich zurecht gemacht, als Feier, well du heule -um ersten Male zu Fuh den langen Weg hierher machtest. Unb du mutzt es ganz Lllein essen, Onkel Ubald!" .So. so, eine Ueberraschung also? Hm, was kann denn dahinter stecken? Himbeeren etwa?" »Falsch!" , .Brombeeren?" .Falsch!" „Heidelbeeren T* .Falsch!" „Donnerwetter, du wirst mir doch nicht zumuten, herbe Preiselbeeren zu verschttigen?" .Gott bewahre! Etwa- viel Besseres! Rate nur weiter!" Do hatte inzwischen ihren Platz rotgenommen, Hertha ihre Zeitung beifeiie gelegt Rur gotz Do mit hausmütterlicher Würde, die ihr an« täglich reizend stand, den Kaffee üt die Tasten schnitt Kuchen auf und strich Butter unb Honts auf kleine Weitzbrötchen, während der Fürst afc und habet munter meüerrict Aber weder er nock Hertha tonnten das Richtige treffen. Da sagte Do lachend, den Deckel hebend: .Erdbeeren mit Schlagsahne sind-, Dnfo Ubald, dein Lieblingsessen r .Erdbeeren — jetzt Ende August?- „3a. Denke nur, ich habe sie oben im Buchenwald unter dem Wetterstein entdeckt. Dort in feuchtkühlen Schatten sind sie erst jetzt gereift Ader ich habe das Plätzchen schon lange gelaunt und mit dem Pflücken gewartet, di- wir die Pen- sionierung des Fahrstuhls feiern konnten." Sin liebes, innige- Lächeln verllärte ihr strahlendes Gesichtchen. Der Fürst sah sie eine Welle schweigend an. Dann polterte er, wohl um fein* Rührung zu verbergen, rauh herauS: .,2m Wetterstein oben! Bei der infernalischen Hitze! Prügel verdienst du, Wädell Hättest bh ja einen Sonnenstich holen können." .Gott bewahre! Wir Rothersteins sind jo nicht unterzukriegen!" lachte Do schallhast, tn rötete aber gleich daraus tist. 'denn es war ih» eingefallen, datz man sie ja gar nicht für eine vollwertige Rotherstein ansah. Rüdiger ftanb noch immer unter dem letzten Buchenbaum der Allee und starrte auf die brd hin, die so vergnügt unb herzlich zueinander waren Sie konnten ihn nicht sehen, denn daS Unterhol/ verbarg seine Gestatt, ^venn eS ihn auch nid)# hinderte, zwischendurch zu sehen. (Fortsetzung folgt.) ?6Jr -en l- bi. M MJüdn» -■te en 'vJJta 2*5 nden hfilaL Iew»ta |ut 3iC K N bk y betetlj,. gs gte 8te ?Z ^9 ton löc ’N mit btr ? «I om toD?ten toiro ” Nlto t Litt. Me. „z>. für all« lust, afietiM e Anzeige? I. Aug. Ui« fcbinfl tinH I bis-Woi, Dai DaN er WQt Srgn" n gearbeitet tag fanb Jin iÜori LU« nlung der emeinbt« ti Tetiietn Sehern, Gau- mtaibuiM llbung dnrt all teil M ;n Gamlen» itaa inSann daS QaiM« enbunbti gt« Sridjt« 3un« )ung. dir be* hr Mk ein« chl aanz Mir ushebung Del Itijung durch HrbeÜtiltnft« Beamten auf lorgung hin« in abu Mr ttlfianendn' iffelung bei ann für den ld)ter 31® ytatelü Lau» n SWhvort it eines jeden eizulreten Hesse». 3. Siebe«' eien Jaufatb : Mchllden« d umgebm« .djt ermM ine 3M* [(eilig f"u^ jjjpefUrflnn» >., Sieden ** 3neb»«» rufen»1 ittbatttK* Sni!»NP Lngig°^Ä Mogens yi« $ffs werden- _ »«RI order« npv n. r^D* Ms. !•*£ । i^&* Ä »ZFl. -7F l««f plf» P LÜri hM Irma Potasch, Äatla Seiler uno bte drei lebenden Modelle. Auch einige kleine Aedcnrollen mären gul befehl. Die Ausführung fand freundlichen Beifall. zz. ÄunH und Wissenschaft. Ein neuer Komet. Brüssel!) Aua. (Wolfs.) Line au« Lam- bridge (Amerika) an die Zentralstelle der aftro- nomifchen Telegramme gerichtete Dep.fche meldet, daß am 1. August bei Sonnenuntergang mit blo- ßem Auge ein Stern beobachtet weiden konnte, der so glanzend ist wie dir DenuS und drei Grad östlich und ein Grad südlich der Sonne stand. LS handelt sich wahrscheinlich um einen Kometen oder um einen neuen Stern. Vermischtes. Brände. fpd. Landstuhl. 9 Aug Bon einem art» deren Dchabenseier ist das Landstuhler Moor hetmaesucht worden. Der auSgetrockne'.e Moorboden glimmte schon längrre Zeit, ohne daß das Feuer ganz dewält.gi to.rbcn konnte. Vom Winde ange,acht, griffen die Fla.nmen nunmehr auf die fertigen Torfvorräte über, die weit über lOOOOO Zentner umfassen und etwa zu einem Drittel vernichtet wurden. Feuerwehren von Land« stuhl, Kaiserslautern und Katzenbach, sowie Fuhren mit Wasserbehältern schränkten das Wci ergreifen deS JeuerS ein, dessen Rauchwolken weithin in der Westpfalz zu sehen waren. Der Schaden ist sehr bedeutend. Lörzenbach i. O-, 8. 2lug. Am 4. August d. IS wurde die Scheune mit Stallung eine« Landwirtes ein Raub der Flammen und wurde jeot der 16 Jahre alte Ioh. Merck von hier feftgcnommen, drc geständig ist, daS Feuer angezündet zu haben. Verbrannte Driefpost. mc. F r a n l f u r t a. M„ 9. Aug. Gestern abend ist ein P 0 stautv auf der Fahrt zum Bahnhof In Brand geraten, wobei der größte Teil der Briefpost vernichtet wurde. InLbrsondere sind Postsendungen nach Darmstadt, Oberhof, kn und Rheinland, aber auch Einzestendungsn der Strecken Bebra und Rassau verbrannt. lLiuschreib- brtefe wurden ebenfalls einige vernichtet, doch konnte der größte Teil derselben noch rechtzeilig in Sicherheit gebracht werden. Wie man Schieber bestraft. • Memmingen, 9. Aug. Eine sonderbare Art Schieber au bestrafen hat man hier ersonnen. Der Käsehändler Wilhelm Rosenbaum wurde wegen Wuchers von einer riesigen Menschenmenge aus seinem Hause geholt, ihm eine Kuhglocke an den Hals gehängt und unter Gejohle der Menge, die Schieber, Mörder, Lump und sonst noch allerhand Freundlichkeiten rief, zum Marktplatz geführt, wo er entsetzlich verprügelt wurde. Ehe Rosenbaum in- Gefängnis abgeführt wurde, verlangte man von ihm die Zahlung einer halben Million fü.r die Armen der Stadt. Die gleiche unzarte Behandlung ist auch einem umpenhändler und einem Pferdeverkaufer zuteil geworden. Zehn Millionen Mark Kaution. Hann.-Münden, 9 Aug. Gegen zehn Millionen Mark Kaution, die er aber nicht stellen konnte, sollte ein wegen Steuerhinterziehung auf Veranlassung des Finanzamtes in Göttingen verhafteter Holzhändler auS H e b e • münden wieder freigelassen werden. Mit dem Holzhändler, dessen Gesamtvermögen übrigens der Beschlagnahmung verfiel wurde auch ein In die Angelegenheit verwickelter Bücherrevisor aus Göttingen verhaftet. Der Tod in den Bergen. , Berlin, 10. Aug. Wie das „B. X.“ aus Heiligenblut meldet, ist beim Aufstieg auf den Großglockner der Kaufmann Heinz Löder auS BreSlau abgestürzt. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Aus dem -lmtsverkündigungSblatt. Das AmlSverkündigungSblatt Ar, 115 vom 9. August enthält: Gesetz oetreffend die Erhebung von Zuschlägen zum Urninbenftem- pd. — Rcaclui-.g des Verbrauchs von Brot und Mehl Im Kommunalvcrband (Kreis Dieben). Regelung deS Verbrauchs von Brot und Mehl im Kommunalverband (Kreis Dießen). Auf Grund deS 8 34 des Gesetzes über die Regelung deS Verkehrs mit Getreide vom 21. Juni 1921 (RGBl S. 737 ff.) wird mit Genehmigung des LandeSeimLhrun^SamteS in Darmstadt zu Ar. LSA 13519 vom 3. August l. IS. folgendes angcorbnet; Allgemeine Bestimmungen. MeblverteilungSstelle für den Kreis Dieben ist wie bisher die Geschäftsstelle deS Kommunal- verbandeS Dieben, Abt. Getreide Die Verbrauchsregelung in Stabt und Land bleibt im bisherigen Umfange den Gemeinden für ihre Bezirke übertragen. Der Kommunalverband lässt jeder Gemeinde daS ihr nach den bestehenden ober noch zu erlassenden Vorschriften auf den Kops der versorgungsberechtigten .Bevölkerung Austehende Mehl durch die MehlvertellunaSstelle des Kom- munalverbandeS überweisen. Maßgebend für die Höhe der Mehlüberweifung ist die nach den all- monat'ich arguftclLnbcn Grmitt'ungen fer,geftellte Zahl der DerforgungSberechtigten. Eine Dach- Itcferung über die Hoch« der nach der Mehlüber- wetfung zustehenden Menge findet nicht statt. Der Preis, zu dem der Kommunalverband daS Mehl an die Gemeinden abgibt, wird mit Genehmigung des LandeSernäbrungSamteS jeweils feftgefcht. Die Demcinde haftet dem Komrnunal- veroanv für Zahlung deS ihr überwiesenen MehleS ohne Rücksicht daraus, wenn sie den Verkauf oder den Vertrieb deS MehleS überweist. Die Gemeinden haben in allen Fällen den Preis, zu dem daS ihnen vom Kommunalverband überwiesene Mehl ihrerseits abgegeben wird, so feft- zusetzen, baf) ihre Kosten gedeckt werden. Etwa sich ergebende äleberschüsse sind im Interesse der Dolksernähtung in dem betreffenden Gemeindebezirk zu verwenden. Die Stabt Gießen hat die von ihr festgesetzten Höchstpreise für Mehl und Brot dem Hessischen Landesernährungsamt zur Genehmigung vorzulegen. Jede Gemeinde hat der MehlverteilungSstäle deS Kommunalverban- fceo bis zum 25. jeden Monats die Zahl der Ber- sorgunasberechtigten erneut mitzuteilen, damit der durch ctnqetvetene Aenderungen notwendig gewordene Ausgleich für den nächsten Monat vorgenommen wird. Gemeinden, die innerhalb eines Monats mehr als die ihnen für den Tag auf den Kopf der als versorgung-berechtigt anzu- sehenden Bevöllerung zustehende Mehlmenge verbraucht haben wird bet Mehrverbrauch durch entsprechende Kürzung der späteren Mebertoeifun- gen aufgerechnet. Besondere Bestimmungen für die Landgemeinden. Zur Durchführung der den Landgemeinden für ihre Bezirke übertragenen Verbrauchsregelung ist In jeder Gemeinde vom Gemeinderat ein Ausschuh zu wählen. Vorsitzender des Ausschusses ist der Bürgermeister oder ein von ihm bestellter Vertreter. Der Ausschuh hat: 1. für genaue Einhaltung der vom Kommunalverband erlassenen, den Verbrauch regelnden Vorschriften zu forgeir 2. den Geschäftsbetrieb derjenigen Stellen ^Händler. Bäcker, Konsumvereine, Genossenschaften usw.) zu überwachen, denen die Gemeinde den Verkauf oder den Vertrieb von Mehl (Brot) übertvelst, 3. die Mehlabgabe an die Der- sorgungSbeiechtigten da vorzunehmen wo mangels Vorhandensein- geeigneter Betrstkvsstellen die Gemeinde für die Verteilung besorgt sein muh, 4. bei Durchführung der in den folgenden Para- graptzen enthaltenen Borlchmtten beratend, helfend und aufsichtsführend mitzuwirken. DaS von dem Kommunalverband geliefert« Mehl und das aus diesem Mehl hergestellte Brot dürfen nur von der Pemcinde oder von den durch sie bestimmten oder zuge« lassenen Stellen und nur gegen Brotmarken abgegeben werden Die allen AusweiSkarlen behalten tbre Gültigkeit. Die zuständige Burger- mcifteret hat auch die Brotmarken zu liefern. Die Ausstellung der Ausweiskarten und die Ad- aabe der Brotmarken darf nur an Personen erfolgen die für die Gemeinde oder Gemarkung polizeilich gemeldet find. Ausweiskarten und Brotmarken werden den Gemeinden vom Kom- munalverband zum Selbstkostenpreis gestellt Für jede Haushaltung und für jede nicht zu einem Hau-Hall geböiige Linzelpeison ist eine Ausweis- karte auszustellLN. Zu einem Haushalt rechnen sämtliche Personen, die in ihm wohnen und volle Deköstigung erhallen. Die Au-gabe der Brotmarken erfolgt gegen Vorlage der AuSweiSlarte in längstens einmonatlichen Zeitabschnitten durch die Bürgermeisterei. Die Brotmarken sind von der Bürgermeisterei abzustempeln und gelten nur in der Gemeinde, in welcher sie auSgegeben sind und für den Zeitabschnitt, der auf ihnen vermerkt ist. Bei Veränderungen In der Perfonenzahl de» Haushalts ist die AuSweiSlarte der Bürgermeisterei vorzulegen Für zuziehende Personen hat die Bürgermetsteret Karten auSzustellen Weg. Aiehende Personen haben ihre Karte elnschliestlich Der nicht verwendeten Brotmarken bei der Bürgermeisterei abzuliefern. Wird eine AuSweiskartk verloren, so ist dieS sofort der Bürgermeisterei anzuzeigen Jfür die Ausstellung einer neuen Karte ist eine Gebühr von 2 Mk zu entrichte». Die AuSweiSkarten sind keine Zahlungsmittel; ihre Abgabe gegen Entgelt ist verboten. Landwirte erhalten, soweit sie alS Selbst. Versorger in Betracht kommen, keine Drot- marken. Als Selbstversorger gelten auch die Un« ternehmer der Betriebe bi- zu 1 Hektar und bl< von ihnen zu versorgenden Personen insoweit all der Ertrag ihres Betriebes zu ihrer und der fraglichen Personenversorgung bei Zugrundelegung eines Iahresbedarfes von 144 Kg. Brotgetreide pro Kopf auSrelcht. Die einem Haushalt nicht angehörigen Tagesarbeiter^ wie ALherlnnen, Büg- lertnnen Waschfrauen, Lauffrauen. Taglöhner usw. haben, sofern sie vom Arbeitgeber Kost erhalten, ihr Brot selbst zu stellen und sind berechtigt, hierfür vom Arbeitgeber eine dem Wert des ihnen zukommenden Brote» entsprechende Vergütung (= V? des Preise» eine» 4pfünbtgen Laibes Brot für den Tag der Beschäftigung) zu verlangen. Backer und Händler haben bei Abgabe von Brot und Mehl von jedem Abnehmer ledesmal die Vorlage der AuswetSkarten zu verlangen unh die Abtrennung der dem verlauften Gewicht entsprechenden Zahl von Brotmarken selbst vorzunehmen. Das Direktorium der Reichs- getceidestelle hat unter Vorbehalt der Zustimmung deS Kuratoriums der RcichSgetreidestelle die täglich auf den Kopf der versorgungsberechtigten Bevölkerung entfallende Mehlmenge auf 200 Gramm festgesetzt. Zur Versorgung der ihren Wohnsitz zeitweise verlassenden Personen mit rationiertem Debäc. werden weiterhin Reisebrotmarken aus- gegeben. Die über die Regeluna deS Verkehr» mit Reifebrotmarken erlassenen Bestimmungen bleiben einstweilen in Kraft. Die HöchstPreisefürMehlundBrot vom 16. August l. IS. ab werden demnächst be- tanntgegeben. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Dor« schriften werden mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bi» zu 50 000 Mark obei mit einer dieser Strafen bestraft, soweit nicht nach anderen Vorschriften eine schwerere Strafe verwirkt ist. Heben der Strafe kann auf Einziehung der Vorräte erkannt werden, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, ohne Llnterschied, ob sie dem Tater gehören ober nicht. Giehener Stadttheater. Potasch und Perlmutter. Komödie von M. Glast und E. Klein. 2etzt wird wohl niemand mehr an der Wahrheit der Parole zweifeln, die Leonhard Frank auf die Fahne einer Schar revolution-begeisterter Otter al en schrieb: „Der Mensch ist gut“ Wird doch tiefer Kern reinster Menschlichkeit auS Men- schen herauSaeschäll, denen man eher eine gewinnsüchtige Berechnung zu trauen sollte, als diesen fast ük-e-menschlichen Qbelmut. Der wirksamen 'Tendenz darf man die verstlmmeiDe Absicht nicht anmerfrn Schluhsolgerungen soll sich der Hörer au» einem Theaterstück selber ziehen, sie sollen ihm nicht wie in einer moralischen Drillanstalt an konstruierten Bespielen eingebläut werden. Gemacht ist die ganze Fabel de- Stücke- und in ber Mache ist viel Tlneif Da man weist, dah die Komödie auS Amerikä kommt, ist viele- erklärlich, der Komödienstoff hätte sich in einer Made in Ge many-Bearbeitung sicher ander- ausgenommen ..Ich bitte um Entschuldigung, datz Ich geboten bin, aber ich bin ein guter Mensch' ist als Pb ase und als Tendenz lein Schmust, sondern amerikanischer HanL Must sich deisen eine jiddische Komödie bedienen? Scheiden wir diesen arnerilanischen Einschlag auS, so bleibt eine sehr komische Milieuschilderung, deren Stärke die fliehtt Wurzel bat wie Der jüdische Witz, die kühle rücksichtslose Selbstbespöttelung. Warum daS Stück auster In Berlin, wo die Hauptrollen ganz bervorrai-rnd beseht werden konnten, in den meisten Stählen, selbst in Frankfurt nur kühl ausgenommen wurde daS dürfte auch aus der allzu- breiten Anlage au erklären sein, die vielfach die Geduld aus die Probe stellt. Denn stundenlang an ber Auslösung eineS dramatischen Knoten- herumbasteln zu sehen, der in Wirklichkeit ein harmlose-, einsältiaes „Schlövpchen" ist, kann auch bei der besten Milieuschilderung in Verzweiflung bringen. Weinen möchte man aber, wenn vor dem glücklichen Schlust noch schnell alle Schleusen der Rührung aufgezogen werden. Wenn der deutsche Bearbeiter wenigstens hier den Rot- ftlft angefeh! hätte, wollte man gerne manches andere mit In Kauf nehmen. Man könnte das um so eher, als die Zeichnung des Milieus und der der meisten $barattere, vor allem die der beiden Kompagnon- Potasch und ® er [mutter ganz ausgezeichnet sind. AuS unendlich vielfältigen und fein beobachteten Zügen sind Milieu und Figuren zusammengesetzt. Einander so widerstrebende und so sich ergänzende Typen zu erfinden, wie Pot- asch und Perlmutter, die In manchen Zügen an Don Quieote und Sancho Pauso erinnern, verrät eine seltene ErslndungSgabe. Geht daS Stück noch weiter seinen Weg, so wird sein Erfolg immer davon ahhängen, wie diese beiden Rollen besetzt sind. ilnfere Bühne Halle die Möglichkeit, die beiden Hauptrollen so zu besetzen, d-ah die Aufführung auch an einer Droststadtbühne aU ehrlicher Erfolg gebucht werden müUs. Rudolf G 0 l» als Potafch und Richard Helsdorn alS Perl- muller fanden die jiddische Diktion und Geste zum Schreien echt, ohne toetter zu übertreiben, fllS zur akzentuierten Betonung unerlästlich war, Erne hervorragende Ehavallerstudle machte Adclf Seiet!), der auch, von einigen Tempolängen abgesehen, mit feinem Geschick die Regie führte, aus dem charakterlosen Advokaten Fcldmann, einer Kontrastfigur, die den Edelmut der Kompagnon- in umso hellereS Licht rücken soll. Einkäufer und HandlungSreisender waren bei Oskar F e i g e 1 und Wladimir Brande- in guten Händen. Al- Stein des Anstostes zur dramatisch gedachten Verwicklung traf Fredy Döring den Typus erneS jungen Russen ebenfalls sehr geschickt. Von den Damen führte Elfe Koop mll überlegener Ruhe die Rolle der Musterzeichnerln Fräulein Goldschmidt durch. Luise 2t am ni e l gefiel alS Frau Potafch Besonders im zwellen Auszüge. Spater neigte sie leicht zur älebertreibung. Belebende Frische in langatmige Szenen brachten Cläre benrtdbtd verblüff erro beppeli flarf, »eniÄlcA, in »potbelln il Drsgerün Prof. Dr. Felix Jentzsch. 010944 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 11. ds. Mts., 3 Uhr nachm.» von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Samstag, den 6. August, nachmittags, verschied beim Baden im Chiemsee plötzlich und unerwartet meine geliebte,gute Frau,unsere treue Mutter und Schwiegertochter In tiefer Trauer: Katharine Lenz geb. Becbthold and Kind Jakob Lenz als Vater Luise Lenz als Tante Wilhelm Becbthold und Familie nebst Geschwister. Heuehelheim und Launsbach, den 9. August 1921. Dje Beerdigung findet am 11. August, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Gießener Straße 24 aus statt. n nrmcwwu * rrnax Heute u. morgen erhalte frische • Seefische August Wallenfels 17 Marktplatz 17 Klara Jentzsch geb. Falkson im 36. Lebensjahre. Todes-Anzeige. Heute morgen 7 Uhr entschlief nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber, herzensguter Mann, der treusorgende Vater seines zwölf Wochen alten Töchterchens, mein lieber Sohn und Neffe Herr Ludwig Lenz V. im Alter von 35 Jahren. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem uns betroffenen schweren Verlust sagen wir innigen Dank. 8668D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: grau Margarethe Tennstadt geb. vrück. Gießen, im August 1921. Danksagung. Allen denen, die uns bei dem Heimgänge unterer Heben Entschlafenen ihre Teil- nähme bewiesen, sagen wir unseren herzlichsten Tank. Die trauernden Hinterbliebenen Philipp Gelhler nebst allen Angebörisen. Lollar, den 9. August 1921. 010896 Autofahrten! Jur gefl. Kenntnisnahme, dah ich Neustadt 57 ein Personenauto unterhalte für Stadt- und Auswärtsfahrten unter billigster Kilometer» berechnung. Kein Aufschlag nach auswärts. Bestellungen nimmt entgegen: Bernhard Lübbers, Neustadt 57. Behördliche Anzeigen Der Zahrrsbedarf an Aartoffeln für das unter- zeichnete Bataillon soll - evtl, in Loken getrennt - vergeben Derben, preis nach spateren Berembarungen. Offerten find zu richten an bas 8704D 1. Bataillon lluf.-Regis. »r. 15 ta «letzen. Versteigerung. Meistbietend gegen Barzahlung werben am Freitag, ben 12. ds. Mts. ab oorm. 9 Uhr eine größere Anzahl ausge|onberter Mannschaftstische u. Schemel sowie mehrere hundert zusammenleabare Ltzbestecke im Durchgangslager Gießen oerftelgert, 8679D __Reich svermögensamt. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 30. Iull 1921: a) die Firma Karl Öuler, Gießen. Inhaber ist der Glasermetster Karl Euler in Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Äunft- und Papierhandlung, Glaserei und GlaSyandlung. b) b^üaltch der Firma Hermann Hammerschlag zu Dießen: Die Firma ist erloschen: c) bezüglich der Firma Dally Wetterhahn, Gießen: Kaufmann Julius Wetterbabn zu Dießen ist als persönlich haftender Desellschafter in daS Geschäft eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 19. Juli 1921 begonnen. Am 2. August 1921: a) die Firma Balser und Weimar, Gießen. Gesellschafter find: Kaufmann j Adolf Balser und Kaufmann Wilhelm Weimar, I beide zu Gießen. Angegebener Geschäftszweig: I (Generalagenturen und Aeuheitenartlkel. Die offene Handelsgesellschaft hat am 15. Juli 192t ! begonnen; b) die Firma Valentin Frey il Do., Gießen. Gesülschafter sind. Kaufmann Valentin Frey und Kaufmann Heinrich Ientzen, beide au Dießen. Angegebener Geschäftszweig: Preßhefe- grohhandlung. Die offene Hanbelsgefellschaft hat am 1. Qlohember 1920 begonnen; c) die Firma Wilhelm Hell, Ztgarrenfabrik In Dießen Inhaber ist der ZigarrenfaDrikant Wilhelm Heil in Dießen Der Wilhelm Hell Ehefrau, Franziska geb. Hell, ist Prokura erteilt. Am 5. August 1921: a) bezüglich der Firma Ale? Goldschmidt, Dießen: Die Firma ist erloschen; b) bezüglich ber Firma Gießener Stern- pelsabrll Kreuier 8t Lomp. zu Dießen: Die Firma Ist erloschen. 8Z36B Dießen, am 5. August 1921 ____________Hessische- Amtsgericht.__________ Arbeitsvergebung. Die zum Neubau eines Wohnhauses in Mühl« sachsen bei Nieber-Dessingen ersorberlichen Schreiner», Glaser-, Schlosser» unb Weitzbinber.Arbeiten sollen vergeben werben. Ieicknungen unb Dedingunaen können bei unserem Architekten, Tonr. Schuhmacher In (Sieben, Roonstrahe 31, eingesehen werben, woselbst auch Sngebotssormulare gegen Erstattung bet Abschreibegebühren erhältlich sind. Einreichungs» temin ist ber 18. Süiguft b. I., mittags 12 Uhr Lich, den 9. August 1921. 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Am schwersten haben unter dieser Futlerknappheit bie kleinen Landwirte und Ziegenhalter zu leiben, bie nicht in ber Lage sinb, gröbere Mengen von Klee anzubauen. Anstatt nun bie Wälder zu öffnen. um den Dichhaltern bie Durchhaltung ihres Viehes zu erleichtern, sind mir von einer Anzahl vberhesfischer ßanborte Klagen zugegangen, bab Oberförstereien bas Futterholen in ben Wäldern verbieten, ober aber bort, wo um Erlaubnis nach- gesucht wird, biefelbe verweigern. Ich möchte bie Regierung beshalb bringenb ersuchen, sofort zu veranlassen, bab bie Wawer zur Futterentnahme überall geöffnet werben. AnS Vaterland, ans teure, schließ dich an! Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Arn Sonntag, zur selben Zcit, al« die G ocken zur Ki che läuteten, fand hier auf dem Paradeplay eine öffentliche Versammlung ber sozialdemokratischen Arbeiterjugend statt. Der Besuch war sehr schlecht. Ein Herr Ave marie berichtete über ben sozialistischen Iugendtag in Bielefeld. Unter anderem erL uhnte er auch Die Anwesenheit Der auslänbi- schen Iungsozialiften. »Wir merkten nicht, bab bas AuSlänber waren, und bie Auslänber nicht, bab wir Deutsche waren." Präsibent Dr. Strecker (Dem.) sprach als offizieller Vertreter ber hessischen Regierung für ben Schuh ber Republik und vom Kampfe gegen den Krieg. Im Hintergründe standen rote Fahnen, die Versammlung wurde von dem Gesang revolutionärer Lieder eingerahmt. CanbroirHcfjaft. Der Saatenstand in Preußen. Verl in, 8. Aug. (WTB.) Die Statistische Korrespondenz meldet: Der Saaten st and in Preußen Anfang August wird, wenn 2 gut und 3 mittel bedeutet, für Winterweizen mit 2,5 gegen 2,4 Anfang Juli und Sommerweizen mit 2,8 (2,7), Winterroggen mit 2,6 (2.5), Sommerroggen mit 3.2 (3.1). Wintergerste mit 2.6 (2,5, Sommergerste mit 2,9 (2,8), Hafer mit 3.2 (3,1), Kartoffeln mit 3.5 (2,8) und Zuckerrüben mit 3,1 (2.7) begutachtet. Im Juli wurden viele Hoffnungen auf eine befriedigende Ernte durch den Verlauf ber Witterung stark herabgeminbert, teils sogar vernichtet. Die fast ben ganzen Monat anhaltenbe Gluthitze hat neben ungewöhnlicher Trockenheit die meisten Felbfrüchte in ber Entwicklung unb im Gebeihen stark behinbert und geschäbigt. Die ab Ende 3uni bestehende ausgesprochene Trockenveriobe hält mit kurzen Unterbrechungen burch örtliche Regen ober Gewitter jetzt noch an. Die tzroßte Enttäuschung bringt bie Beurteilung ber Kartoffeln. Futterpflanzen unb Wiesen. D) 3.99 3,99 Kopenhagen Hr. 88,3) 8,10 8,10 Prag Ar. 117,0 -,- Stockholm Kr. 83,3) 6,- 5,95 Wien llr 117,38 -,- London Sh 97,0 5,25 6 67 Paris Fr. 125,13 15,75 15,75 NeuyorK I 23,8) 1,23 1,28 Züricher Devisenmarkt. 9. 8. 10. 8. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 Ft * 184.2j 18..- Veutschland 100 =■ 7.375 7U12K Wien 100 At. =■ 0.625 0^5 Prag 100 Är. = 7.525 7^0 Paris 100 Fk. » 46.95 46.20 London 1 / = 21.78 21.72 Italien 100 ß. — 26.30 25.90 Brüssel 100 Fr. - 45.- 45.- Budaoest 100 Mr. — 1.50 1.50 NeuyorK 100 > = 588.- 593.- Agram 100 Mr. » 3 50 3.60 Bukarest 100 2. => 7425 7.65 Bücherlisch. — Das Abonnement auf bie Weg- gendorfer-Dlätter kann jederzeit begonnen werden. Bestcllungen nimmt jede Buchhandlung unb jedes Postamt entgegen, ebenso auch der Verlag in München, 'Perusaftt. 5. Der Abvnne« mentSpreiS beträgt vierteljährlich nur 15,fX) ML, die einzelne Rümmer kostet 1,25 Mk. (ohne Porto). Die feit (Beginn eines Vierteljahres bereits erschienenen Rummern werben neuen Abonnent« auf Wunsch nachgeliefert. — DaSliterarischeSchv. HalbmonatS- schiist. Derlaa: Egon Fleischet u. Eo., Berlin W 9. Das 2. Äugustheft ist soeben mit folgendem Inhalt erschienen: Albert Ludwig: Der Lügner,- Ernst Heinrich Heß: Die Personen in ber Erzählung; Max Abler: Ein verschollener Romanttker; Robert Zanecke: Rubolf Paulsen; Paul Fttebrich: Historische Romane. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Pariser Presse glaubt an ein Kompromiß. Paris, 9. Aug. (WTB.) Die Pariser Morgenpresse beurteilt ben Verlaus deS ersten DerhandlungstageS fast burchweg nicht pessimistisch. Im Gegenteil, einige Blätter sprechen offen auS, dah sie angesichts des (Segen* satzeS, bet zwischen ber englischen unb französischeo These über Oberschlesien vorhanden fei, an ein Kompromiß glauben. Die Haltung Italiens. Paris, 9. Aug. (WTB.) liebet ben Verlauf ber gestrigen ersten Sitzung deS Obersten Rates berichtet bie Havasageniur weiter: Der italienische Sachverständige und Dee- gierte Torre Fransa machte alsbald einige Bemerkungen unb erklärte, bie englische Linie, obzwar sie nicht volllommen fei, nähere sich mehr bem Ergebnis ber Volksabstimmung als bie von dem fran^fifchen Vertreter votgefchlagene Grenzlinie. Diese spreche nicht ein einziges Bergwerk Deutschlanb zu. Zebvch sprach sich Der ttalientsche Delegierte für keine ber beiben Lösungen auS. Paris, 9. Aug. (WTB.) Rach dem ,Pe- ttt Parisien" griff auch Minister Lvucheur gestern in die Debatte ein, um nach den Auseinandersetzungen deS englischen juristischen Sachverständigen, Sir 6ecil Hurst, einige Ziffern richtig zu stellen. Lvucheur bemerfte, daß ber englische Vorschlag bie Ungerechtigkeit begehe, neun Elftel ber polnischen Bevölkerung Deutschland zuzusprechen unb nur zwei Giftel dieser De» völkerung Polen selbst. Der Duchdruckerstreik in Rheinhessen. Mainz. 9. Aug. (WTB.) Der Streik bet Buchdrucker bauert fort unb dehnt sich auch über Mainz hinaus aus. Die Mainzer bürgerlichen Blätter geben feit gestern eine gemeinsame Zeitung heraus. Rur bie sozialdemokratische .Volkszeitung" erscheint unverändert weiter. In W 0 r m s sind gestern die Buchdrucker gleichfalls in ben Streik getreten. Auch bort behelfen sich bie bürgerlichen Blätter mit der gemeinsamen Herausgabe eines RachrichtenblatteS. Auch im übrigen hessischen Gebiet, sowie in Biebrich unb im Maingau wirb mit einem Buchdruckerstreik gerechnet. In Wiesbaden ist der Streik heute morgen gleichfalls auSgebrochen. / / Hühneraugen \ _Hornhaut. Schwielen „ Warzen des »rdlkh enpfDMrnt rmlüonenfatfi bee#v> Vjk AuA/rof Scfc. M.3.-. In Apotheken b. Drogerien erhiltlicM. 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